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Frühling 2015

K. Hruza | 12. Klasse | Eurythmie

MoMent

themenheft

„vielfalt“ Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer FRÜHLING 2015, € 2,50


Editorial Liebe Freunde unserer Schulzeitung MoMent, viele gute Ideen – die aber immer noch auf tatkräftige Menschen warten, die bei ihrer Umsetzung mithelfen! Mit diesem Satz können wir zusammenfassen, was sich seit unserem Aufruf in der jüngsten MoMent-Ausgabe getan hat. Unser Redaktionsteam war an einem Punkt angelangt, bei dem eine deutliche Zäsur notwendig erschien: Eine Erneuerung und Verstärkung unserer Gruppe ist unumgänglich notwendig geworden – andernfalls muss die Fortsetzung unseres Projektes ernsthaft infrage gestellt werden! Bei einer Redaktionssitzung und im weiteren Austausch besprachen wir in der Folge, was in der kommenden Zeit möglich – nein: was wünschenswert sei. Ein schönes Jahresheft soll es künftig geben, eines mit den Höhepunkten des Schuljahres, ergänzt durch Texte zur Pädagogik und Details zur Schulchronik. Ergänzend dazu soll es im Laufe des Schuljahres weiter die gewohnten MoMent-Ausgaben geben – wenn auch in schlankerer Form.

Und als drittes Standbein sollte die Homepage unserer Schule als Informationsplattform weiter ausgebaut werden. Allein: All dies bedeutet in Summe deutlich mehr, denn weniger Arbeit. Bedauerlicherweise fand unser Appell um Unterstützung des redaktionellen Kernteams bisher aber nur vereinzelt Widerhall: Sehr herzlich begrüßen wir Lena Artaker in unserem Redaktionsteam – sie hat uns bereits bei dieser Ausgabe im Bereich der Fotoredaktion unterstützt. Auch bekamen wir wieder viele wunderbare Beiträge von Lehrern, Schülern und Eltern. Herzlichen Dank dafür! Jetzt warten wir noch hoffnungsvoll auf dringend benötigte Helfer, die uns bei der Abwicklung und Koordination der oben skizzierten Ideen unterstützen! In der Hoffnung, dass in der MoMentAusgabe zum Ende der Sommerferien ein rundum positives Editorial erscheinen kann, herzlichst, Roman David-Freihsl für das MoMent-Team.

MoMent im 22. Jahr

Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 82221751000 ErsteBank Blz: 20111; BIC: GIBAATWWXXX IBAN: AT44 20111822 21751000 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@gmx.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 0699 111 95 7 95 karl.hruza@waldorf-mauer.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Saskia Sautner saskia.sautner@hotmail.com Karin Schadl luis.schadl@utanet.at

Andere pädagogische Nebenwege

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icht nur das Waldorf-Schulkonzept an sich ist für viele Menschen ungewöhnlich – auch in Nebenfächern werden teils andere Wege beschritten. Eine solche Besonderheit ist der Russisch-Unterricht, der auch pädagogisch begründet ist. Eine weitere ist der neben den gängigen Konfessionen angebotene Religionsunterricht – der freichristliche oder auch jener der Christengemeinschaft. Mehr über die pädagogischen Hintergründe der Rudolf-Steiner-Schule erfahren Sie unter www.waldorf-mauer.at

Warum Russisch? Eine Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel, das es ermöglicht, sich im Alltag, bei Geschäftsverhandlungen usw. zu verständigen. Jede neue Sprache, die man lernt, öffnet auch Einblicke in eine neue Kultur, eine neue Art, die Welt zu sehen. Die russische Sprache öffnet sozusagen ein Tor in den Osten, in den slawischen Kulturraum, als Gegengewicht zum Englischen, das westlich geprägt ist. Im Russischen gibt es eine komplexe grammatikalische Struktur, die dem Lateinischen ähnelt

Lothar Trierenberg lothar.trierenberg@dasmoebel.at Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK, 1230 Wien aus umweltfreundlicher Druckproduktion Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 13Z039541M


und einerseits viel Übung beim Anwenden der zahlreichen Regeln verlangt, andererseits aber auch gerade durch das Regelwerk Halt bietet und strukturelles Denken lehrt.

Wie beginnt man an unserer Schule Russisch zu lernen? Natürlich spielerisch. Im rhythmischen Teil lernen die Schüler der Unterstufe verschiedene Sprüche, Volks- und Kinderlieder, Tänzchen und hören gerne russische Märchen, die sie danach mit Hilfe des Lehrers als kleine Theaterstücke inszenieren (z.B. „Die Rübe“, „Die Holzhütte“ usw.) Die Schüler lernen Farben, Tiere, Wochentagnamen, Monatsnamen, Familienbezeichnungen, Schulsachen, Städte, Länder, Fragen – Antworten zu Datum, Alter, Namen, Zahlen, Bejahung – Verneinung sowie grundlegende Verben und Adjektive. In der dritten und vierten Klasse beginnen die Schüler die Druck- und Schreibschrift zu lernen. Die Grammatikspiele, die es in der vierten Klasse gibt, bereiten die Schüler auf die russische Grammatik vor, die erst in der fünften Klasse systematisch gelernt wird.

Der freie christliche Religionsunterricht Die Waldorfschule hat einen christlichen Hintergrund – christlich im Sinne der Achtung gegenüber jedem Wesen, das mit uns in dieser Welt existiert. Achtung gegenüber der uns umgebenden Natur, gegenüber den Mitmenschen, aber auch gegenüber allem, was uns als Ressourcen für die Zukunft zur Verfügung steht. Daraus ergibt sich eine innere Haltung gegenüber der Welt, die in allen Unterrichtsfächern zum Tragen kommt. Im freien christlichen Religionsunterricht steht diese Haltung im Mittelpunkt. In den ersten Schuljahren wird die Kinderseele durch Geschichten über Pflanzen und Tiere an einen wertschätzenden Umgang mit den Naturreichen herangeführt oder ein gesundes Gespür dafür lebt in den meisten Kindern – darin bestärkt. In den Religionsstunden gibt es viel Raum für Austausch und die Kinder ergreifen mit Freude die Gelegenheit, eigene Erfahrungen zu teilen und erleben dabei im Erzählen und Zuhören, wie achtsame Begegnung mit anderen Wesen Zustimmung erfährt, Mitgefühl weckt – die Seele weit und reich macht. In späteren Jahren bilden die Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament als Hin-

tergrund unserer Kultur einen Teil der Inhalte und Gesprächsgrundlagen. Mit etwa 12jährigen Kindern ergeben sich oft anregende Gespräche nach Spielen, die die Teamfähigkeit fördern, Kommunikationsspielen, Spielen, in denen man sich behaupten muss, und ähnlichen. Einer 8. Klasse kann man einen ersten Überblick über die Grundlagen der Weltreligionen geben mit dem Ziel, Interesse, Verständnis und Achtung gegenüber zunächst Fremdem zu wecken. Gelingt es hierbei, den äußeren Regeln und Gebräuchen der anderen Religionen ihren Stellenwert in der jeweiligen Gesellschaft zu geben, leuchtet das Gemeinsame der tieferen Hintergründe auf. Für den einen oder anderen kann sich hier ein Tor zu einer neuen Orientierung öffnen … Am Ende der Stunde wird eine fortlaufende altersgemäße Geschichte erzählt, in der die Werte, die wir vermitteln wollen, im Hintergrund spürbar werden. Auf diese Weise können die Kinder hingegeben an eine schöne, eventuell spannende Erzählung verinnerlichen, wie man so miteinander umgeht, einander beisteht, einander auch im Gegensätzlichen achtet, dass Lebenssituationen in einen guten Weg münden. Elisabeth Platzer

Religiöse Erziehung in der Christengemeinschaft Der Gottesdienst für die Kinder und die Religionsstunden sind die beiden Säulen der religiösen Erziehung für die Kinder der Unterund Mittelstufe. Die Aufgabe der beiden ist, besonders in der 1. - 3. Klasse, die Ehrfurchtskräfte der Seele anzuregen und zu pflegen. Durch Geschichten und Legenden soll für die Kinder erlebbar werden: Welt und Mensch sind aus dem Göttlichen hervorgegangen. Ab dem 9. Lebensjahr (3. Klasse) beginnt das Kennenlernen des Alten Testaments: Gott waltet nicht nur in der Natur, sondern auch im Schicksal der Völker und des einzelnen Menschen. In den folgenden Jahren (5.-6. Klasse) werden die Kinder mit dem Erdenleben Jesu Christi vertraut gemacht. Dazu gehören auch besondere Schicksale, in denen das Wirken des Göttlichen in anderen Menschen erlebbar wird.

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Mit dem 13. Lebensjahr (8. Klasse) beginnt die Vorbereitung auf die Konfirmation und die damit verbundene Erste Kommunion. In der Oberstufe bekommen die Religionsstunden einen ganz anderen Charakter. Die Inhalte werden im Miteinander gewählt: Lebensfragen, Lebensziele, Weltreligionen, … Die Aufgabe ist, ein selbstständiges, freies Urteil zu fördern. Die Christengemeinschaft wurde 1922 in der Schweiz gegründet. Anstoß zur Gründung war die Frage der Theologen und Pfarrer, ob und wie in unserer Zeit eine grundlegende Erneuerung des religiösen Lebens möglich sei. Von Rudolf Steiner empfing die Bewegung für religiöse Erneuerung Rat und Hilfe für ihre Gründung. Sie wirkt seither als selbständige christliche Kirche in vielen Ländern. In Österreich besteht die Christengemeinschaft seit 1927 und ist als religiöse Bekenntnisgemeinschaft staatlich eingetragen. Weiteres können Sie erfahren unter www.christengemeinschaft.at

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In Zukunft: W

as erwarten Sie sich von der Schule der Zukunft? Was braucht unsere Gesellschaft in Zukunft, welches Rüstzeug müssen die SchülerInnen mitbekommen, um in der Gesellschaft etwas beitragen zu können? Was muss Schule heute leisten, um die Erwachsenen von morgen in die Welt zu schicken? Große Fragen stehen im Mittelpunkt der Arbeit der Eltern beim Erstklasswochenende am 17.-18. April 2015 im Jufa Neutal im Burgenland. Mit Christine Bolleter, Klassenlehrerin der ersten Klasse, haben sich nicht nur alle Eltern und viele Geschwisterkinder eingefunden, sondern auch einige ZehnklässlerInnen (aus der „ersten Runde“ von Christine Bolleter), die bereit sind, mit den Kindern Programm zu gestalten, damit die Eltern in Ruhe arbeiten können. Und es geht gleich zur Sache: Tobias Richter, jahrelang Lehrer und Dozent am Zentrum für Kultur und Pädagogik, jahrelang Lehrer und Leiter der Waldorflehrerausbildung, schickt Fragen und Impulse in die Erwachsenenrunde, die in Kleingruppen diskutiert und rückmeldet. Diese Tradition, dass sich die Eltern der „neuen“ SchülerInnen an der Schule zu einem gemeinsamen Wochenende treffen, ist eine feine Sache: Es sind „alte Hasen“ dabei, die selbst in Mauer in die Schule gegangen sind oder an der Schule unterrichten und es sind ganz Neue dabei, aufgeschlossen, neugierig. Was alle verbindet, ist die Haltung: Es sind große Hoffnungen und hohe Erwartungen an diese Schule da und diese Erwartungen schauen bei jeder und jedem anders aus. Da geht es um Fragen zum Lehrplan (warum Russisch, warum Dampfmaschine und Webstuhl?) über die Frage der Zeit nach der Schule (wie finden Sich WaldorfschülerInnen am Arbeitsmarkt zurecht? Schaffen sie die Matura?) über Fragen der Schulorganisation und Mitsprache in den Gremien. Letztlich bleiben aber doch Orientierungspunkte: im Mittelpunkt der Pädagogik steht das Kind (Handke: „Als das Kind Kind war“), im Mittelpunkt steht das Bemühen der PädagogInnen (und idealerweise der Eltern), hin zu schauen, was das Kind wirklich braucht (anstatt kurzfristige Lust sofort zu erfüllen), dem Kind eine Grundorientierung zu geben und die Erfahrung, selbst gestalten zu können („geht nicht, gibt´s nicht“) und in der Gemeinschaft der Schule einen Platz zu finden.

Eindrücke vom Wochenende:

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tella, Florian, Benjamin, Laura, Moritz und ich (Sonja) sind als BetreuerInnen beim 1. Klasswochenende mitgefahren. Wir hatten die Aufgabe in drei Einheiten die 1. KlässlerInnen und ihre Geschwister zu unterhalten und auf sie aufzupassen. Wir haben Spiele gespielt, gebastelt und haben auch Zeit in der nahegelegenen Turnhalle und auf dem Fußballplatz verbracht. Am letzten Tag haben wir sowohl eine Schnitzeljagd als auch einen Hindernisparcours vorbereitet. Den Kindern hat es sehr viel Spaß gemacht und uns hat es sehr viel Freude bereitet, Zeit mit den Kindern zu verbringen und sie besser kennenzulernen. Auch war es eine sehr gute Gelegenheit, mehr Erfahrungen mit Kindern zu sammeln. Trotz ein paar anstrengender Minuten war es für uns alle eine wunderschöne Zeit! Für die Gruppe: Sonja Eberharter, 10. Klasse Was hat den Kindern der 1. Klasse am besten gefallen? Frau Bolleter versuchte es zu erfragen: „Die Schatzsuche“, „das Kinderparadies“, „das Fußballspielen“, „der schöne Kinder-Spielplatz mit dem Kletterhaus und dem Wasserspiel“, „die Schnitzeljagd“, „das Basteln“, „die Geschichte am Abend und das Füttern der Hasen“. Ein Kind erwähnte auch das Fernschauen im Zimmer, ein anderes der beglückende Moment, alleine mit der Freundin (und deren Familie) schon einen Tag früher angereist zu sein. Und einer fasste zusammen: „Alles!“ Und: „Alles mit den Zehntklässlern“.

Rückmeldungen der Eltern: Barbara Salcher: Was ich mitnehme, ist das unermüdliche Engagement der WaldorfpädagogInnen, sich immer wieder, den Fragen der Waldorfpädagogik zu stellen und dass sie bereit sind, diese aufs Neue zu beleuchten und zu hinterfragen. Und das Bewusstsein, dass die Schule wirklich eine große Gemeinschaft ist, die sich aus LehrerInnen, SchülerInnen und der Elternschaft bilden, wo sich jede/r jederzeit einbringen kann! Und dass es schön war, gemeinsam Zeit zu verbringen! Szabolcs Nyaradi: Es war für uns eine gute Gelegenheit, andere Familien besser kennenzulernen, und es war auch schön mitzuerleben,

Fotos: Georg Heger

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Unsere erste Klasse dass alle Eltern um das Wohlgehen und die Zukunft ihrer Kinder gemeinsam aktiv mitwirken wollen. Banza Tombe: Es ist eine Gelegenheit gewesen, den anderen Kindern und deren Familien näher zu kommen. Obwohl ich mich schon über die Waldorfpädagogik und Rudolf Steiner informiert und einiges darüber gelesen habe, war es interessant, noch einiges zu hören. Ich konnte mitnehmen, dass jede Familie einzigartig ist, und alle zusammen machen die Klasse so besonders. Andrea und Leonhard Weiss: Es war schön, einander persönlich kennen lernen zu können und sich darüber auszutauschen, welche Vorstellungen, welche Wünsche die Erziehung unserer Kinder betreffend in unserer Elterngruppe da sind. Ein guter Einstieg in eine hoffentlich lange Zeit der gemeinsamen Begleitung unserer Kinder. Karin Burger: Wir fanden es sehr schön, alle Eltern und Kinder kennen zu lernen. Wir haben interessiert an den Seminareinheiten teilgenommen und auch den Einstellung und Fragen der anderen Eltern gelauscht. Für uns hat sich abermals die Entscheidung bestätigt, unseren Sohn in eine Waldorfschule zu schicken. Elin und Reinhard Amman: Zusammenhalt! Geht nicht gibt es nicht. Und natürlich war es gut, alle kennen zu lernen. Lydia Fürst: Ich fand die Begegnung mit den Eltern, mit denen wir jetzt 12 Jahre vieles gemeinsam erleben, erarbeiten und uns erfreuen

werden, ein sehr schönes Erlebnis. Mitgenommen habe ich, dass eine große Offenheit und Lernbereitschaft, auch Neues zu erfahren in der Elternschaft, auch angeregt durch Tobias Richter, vorhanden ist. Irene Langthaler: Trotz der Vielfalt und Unterschiedlichkeit nicht nur der Kinder in der ersten Klasse, sondern natürlich auch der Elternschaft, ist uns allen ein sehr harmonisches und fröhliches Wochenende miteinander gelungen. Hervorragend und liebevoll vorbereitet von Frau Bolleter, konnten wir Eltern uns gut auf die sehr interessanten und anregenden Beiträge von Tobias Richter einlassen, denn die Kinder waren bei den Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse bestens aufgehoben! Die Mischung aus Theorie für uns Eltern, Eurythmie, Tanzen, gemeinsamen Aktivitäten wie Wandern, Spielen, Essen und Plauschen und wundervollen Highlights für die Kinder - Schnitzeljagd und Gute-Nacht Geschichte war super! Am Ende des Wochenendes waren wir voll schöner Eindrücke, bereichert mit neuen Bekanntschaften und Erkenntnissen, angeregt zu weiteren Diskussionen und Austausch und neugierig auf die nächsten 12 Jahre! Welmoed Kollewijn: Ich bin sehr glücklich über die konstruktive, fragende und offene Haltung die ich am Wochenende in dieser Eltern Gemeinschaft erlebt habe! Zusammengefasst von Saskia Sautner

Flötentaschen selbst gefilzt

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Foto: Anja Kirst

elbst Flötentaschen filzen und anschließend nähen, das war ein großes Projekt für die erste Klasse. Immer wieder waren daher auch wir Eltern eingeladen, um mit Krishna Hader (Handarbeit) und Christine Bolleter (Klassenlehrerin) mitzuhelfen. Jede und jeder durfte seine Farben selbst auswählen, zuletzt wurden – wieder mit Hilfe einiger Eltern – die Filzstücke ausgeschnitten und zusammengenäht. Schon seit Herbst spielen die Kinder auf ihrer Flöte. Und sehr bald werden die neuen Flötentaschen im Einsatz sein! Anja Kirst

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Rechenaufgaben aus der 6. Klasse E

in Zirkus verliert den Hauptclown. Der Zirkusdirektor hängt überall Zettel auf, um einen neuen Clown zu finden. Er beginnt in Berlin. Da kommt einer mit Krawatte, Hemd und Schuhen. Der Direktor gibt ihm einen Zettel, auf dem 50 Witze stehen. Er soll alle Witze vor den Zirkusleuten zum Besten geben. Er bringt 17 zum Lachen und die Seiltänzerin, weil ihre Omi einen dieser Witze früher immer erzählt hatte. Weiter geht es in Paris. Dort kommt eine junge Dame, die noch nicht lesen kann. Also erfindet sie einfach an Ort und Stelle Witze und erzählt 10 davon. Weil aber 27 der 43 Leute aus dem Zirkusteam in Deutschland geblieben sind und von den restlichen in Paris drei krank im Bett liegen, können nur wenige das Vergnügen haben, sich vor Lachen zu wälzen. Alle gehen fröhlich ins Bett, nur ein kleiner Clown kann nicht einschlafen, weil er nicht weiß, wie er ausrechnen soll, wer verhältnismäßig mehr Leute zum Lachen gebracht hat. Kannst Du ihm helfen?

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rau Meier kauft 8736 Mosaiksteine, 2421 davon sind rot; Frau Müller kauft 11208 Mosaiksteine, davon sind 2934 rot. Wer hat verhältnismäßig mehr rote Mosaiksteine?

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wei Schwestern erben je 2.000,- €. Beide kaufen sich ein Stück Wiese, der qm kostet 5,- €. Die eine Schwester gibt 75% ihres Geldes aus, die andere 80%. Wieviel bezahlen die Schwestern? Wie groß sind die Grundstücke?

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ranz, der Magnat, kauft Aktien im Wert von 8.000,- €. Nach einem Jahr sind seine Aktien nur noch 7.040,- € wert. Sein Freund kauft Aktien im Wert von 12.000,- €. Seine Aktien sind nach einem Jahr nur noch 10.080,- € wert. Wer hat im Verhältnis mehr verloren? in Händler bestellt aus der Schweiz 700 verschiedene Käsesorten. Er verdient im Monat 5.000,- €, weil sein Käse in Österreich so gut ankommt. Für seinen Stand zahlt er monatlich 1.500,- €. Ein anderer Händler hat 170 Sorten Käse im Angebot. Pro Monat verdient er 1.500,-€. Er zahlt für seinen Stand monatlich 480,- €. Welcher Händler zahlt verhältnismäßig mehr Standmiete?

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laf geht mit 24,- € zur Pizzeria und kauft eine Salamipizza um 11,- € und ein Mineralwasser um 1,80 €. Fritz geht mit 29,- € zur Pizzeria und kauft eine Salamipizza mit Chili und Artischocken um 13,50 € und einen Orangensaft um 2,50 €. Wer gibt im Verhältnis mehr von seinem Geld aus?

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ax und Moritz nehmen an einem Laufwettbewerb teil. Max läuft 26 große Runden zu je 432 m, Moritz läuft 32 kleine Runden zu je 350 m. Wer läuft mehr?

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einrich verdient 3.400,- € im Monat, er zahlt 1.200,- € Miete. Noah verdient 1.200.- €, er zahlt 350,- € Miete. Wer zahlt verhältnismäßig mehr Miete?

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ax, Peter und Julia kaufen sich gemeinsam ein großes ferngesteuertes Auto um 600,- €. Max hatte 300,- € gespart, Julia 290,- € und Peter 250,- €. Wie viel % des Ersparten gibt jeder aus?

in Bauer verkauft 300 Kühe und bekommt dafür 5 Talente. Mit 330 Denaren muss er seine Schulden begleichen. Wie viele % machen die 330 Denare von den 5 Talenten aus? Wie viele Sesterzen bleiben ihm am Ende noch? 1 Denar = 4 Sesterzen; 1 Talent = 24.000 Sesterzen = 6.000 Denare

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ranz kauft sich einen Ein-Mann-Bus um 2,5 Millionen €. Max kauft sich einen Mercedes-Bus um 3.000.000,- €. Sie bekommen beide Rabatt, Franz 9%, Max 17%. Wer muss weniger zahlen? Wieviel in %?

nna und Lucas brauchen neue Stifte, weil ihre schon sehr klein sind. Anna hat 27 Stifte, davon sind 14 schon sehr klein, Lucas hat 50 wovon 23 schon sehr klein sind. Wer hat im Verhältnis mehr kleine Stifte?

ena will nach London fahren. Sie hat von ihrer Mutter 1.100,- € für die Reise bekommen. Ihr Bruder will auch verreisen und bekommt 1.700,- €, weil er schon älter ist. Lena gibt auf ihrer Reise 975,- € aus, ihr Bruder 1.500,- €. Wer gibt im Verhältnis mehr aus?

imon und Thomas sind Geschwister. Ihre Eltern haben einen Obstgarten in dem jedes Jahr etwa 2.350 Äpfel wachsen. Simon und Thomas helfen ihren Eltern beim Pflücken und machen daraus ein Spiel: Wer am Ende mehr heile Äpfel hat, bekommt einen Schokoriegel. Simon pflückt 234 Äpfel, von denen 82 faulig sind, Thomas, der Ältere, pflückt 355, von denen 105 faulig sind. Wer bekommt den Schokoriegel? Wer hat im Verhältnis weniger schlechte Äpfel gepflückt?

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ine Mutter geht mit ihren Kindern spazieren. Sie finden je eine schöne Blume und wollen die Samen mit nachhause nehmen. Marie hat eine Mohnblume gefunden, in der normalerweise 84 Samen sind, der Wind hat aber bereits 14 verweht. Sophie hat eine zarte Kronwicke, in der ursprünglich 56 Samen waren, sie findet aber nur 48. Wer hat im Verhältnis mehr der ursprünglich vorhandenen Samen?

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ach einem erfolgreichen Raubzug trafen sich die drei Piraten Piratus, Holzbein und Krummzahn. Piratus hat 5.500 Goldstücke geraubt, auf der Flucht verlor er 625 davon. Holzbein hatte 4.400, wovon er 480 verlor. Krummzahn hatte 6.600 und verlor 690. Welchem Piraten bleibt verhältnismäßig am meisten von dem geraubten Gold?

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n Deutschland sind 70 Häuser gebaut worden, 27 dieser Häuser sind noch nicht bewohnt. In Frankreich sind 90 Häuser gebaut worden. Von diesen 90 sind 39 noch nicht bewohnt. Wo stehen verhältnismäßig mehr Häuser frei?

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aulina geht einkaufen. Sie hat 15,- € Taschengeld und kauft ein Armband um 9,99 €. Ihre Freundin Lisa hat 28,- € Taschengeld und kauft eine Kette um 19,- €. Welches Mädchen zahlt verhältnismäßig mehr?

nton trifft sich mit Peter. Peter kann nicht lang bei Anton bleiben, er hat nur 1,5 Stunden Zeit, Anton hätte 3,5 Stunden Zeit. Eine Woche später treffen sie sich wieder, da bleibt Anton 2,5 Stunden bei Peter, Peter hätte sogar 6 Stunden Zeit. Wer war verhältnismäßig kürzer beim anderen?

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ritz hat ein Monatseinkommen von 8.200,- €. Monatlich zahlt er 600,- € Heizkosten. Sein Freund Karl ist arbeitslos und bekommt 850,- €. Er zahlt nur 62,- € Heizkosten. Wer zahlt im Verhältnis mehr?

wei Legionäre haben ihren Militärdienst nach zwanzig Jahren beendet. Einer bekommt ein 2 km² großes Grundstück, der andere nur ein 1,25 km² großes. Der erste ein Haus mit 210 m² Fläche, der andere eins mit 133 m² Fläche. Wessen Haus ist im Verhältnis zum Grundstück größer?

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ine Frau kauft zwei Hosen, eine Hose in einem Billigladen, die andere in einem teuren Geschäft. Der Billigladen macht im Monat 3.500,- € Umsatz, das teure Geschäft 9.800,- €. Die teure Hose kostet 120,- €, die billige 42,- €. Welche Hose trägt im Verhältnis mehr zum Umsatz bei?

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ax und Richard kaufen Obst ein. Max kauft 3,25 kg Erdbeeren, er zahlt 6,59 €. Richard kauft 2,5 kg Birnen und bezahlt 5,49 €. Wer zahlt pro Kilo mehr?

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DIE MEUTEREI AUF DER BOUNTY – Die 7. Klasse macht (gerne und gut) Theater

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nde April wurde der kleine Festsaal zum Schiff ohne Hafen im Meer ohne Grenzen, weil die SchülerInnen der 7. Klasse „außerlehrplanmäßig“ das Schicksal der Besatzung von der Bounty – so lässt sich getrost sagen – schauspielerisch durchlebten. Mit diesen vier Theateraufführungen haben sich die SchülerInnen – eindeutig ersichtlich – auf das nächstjährige 8. Klass-Spiel freudig und gut vorbereitet. Nicht zuletzt, weil das Spiel um die Emotionen an Bord der Bounty und die Eskalation um Captain Bligh und Mr. Christian durchaus einen stimmigen Stoff für die zwölf- bis vierzehnjährigen Buben und Mädchen in ihren derzeitigen Stimmungslagen und der altersgemäßen Aufbruchsstimmung bot. Autorität und Rebellion, Gefühlsschwankungen und Pflichtbewusstsein, das erlebte die Besatzung der Bounty auf Ihrer Fahrt, die in der Verantwortung von Leutnant Bligh einen besonderen Auftrag durchzuführen hatte: Setzlinge des Brotfruchtbaums von Tahiti nach Jamaika zu liefern. Die Brotfrucht sollte für die Sklaven auf den dortigen Plantagen als billige Nahrungsquelle dienen.

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Der ehrgeizige Kapitän Bligh wollte aus Karrieregründen alles schnell erledigen und wählte die gefährlichste Route. Nach dem anstrengenden Scheitern am „grausamen“ Kap Hoorn, erhöhte der Kapitän nochmals den Druck auf die Mannschaft. Nach langen Entbehrungen und Demütigungen endlich in Tahiti, genoss dann die Besatzung das freiere Leben an Land ohne Zwänge und Einschränkungen umso mehr, sodass sich Bligh zu Recht um die Disziplin seiner Mannschaft sorgte. Dieser Gegensatz führte dann zur bekannten Katastrophe. Bewundernswert wie Frau Dragschitz die berühmte und eigentlich sehr umfangreiche „Bounty-Trilogie“ von Charles Bernard Nordhoff und James Norman Hall unter großem Aufwand ungemein schlüssig verdichtet und in Versform gebracht hat. Großer Dank. Bei Bühnenbild und Requisiten ergänzten sich Schul-Fundus und die Kreativität von SchülerInnen, Eltern und HelferInnen. Das angedeutete Schiff mit Anker, Reling, Kajüte, Mast samt Segeltuch; die Offiziere in Gala, die Mann- und Frauschaft arbeitsmäßig schlicht behemdet sowie die HaitianerIn-

nen bunt und Blumenbekränzt; und das „blaue“ Meer: überzeugend südseehaft hingekriegt mit einem einfachen, türkisfarbenem Tuch gaben ein stimmungsvolles Gesamtbild. Aber hauptverantwortlich für den gelungenen Erfolg war die Spielfreude der SchülerInnen. Ihr schwungvoll mitreißender Chorgesang, die Tänze und die Trommelbegleitung sorgten für ein kompaktes Südsee-Rauschen im Saal, ohne den charaktervollen Hintergrund der Geschichte zu vernachlässigen. Ganz im Gegenteil, es wurde – durch teilweise schon sehr schauspielerisch gekonnte Interpretation der Rollen – die Spannung, die zwischen den Charakteren auf dem Schiff herrschte, uns ZuseherInnen dramatisch spürbar. Zu den gelungenen Aufführungen trug auch die – überraschenderweise von Fr. Giannelos intonierte – schwungvolle Klavierbegleitung bei. Peter Gluchi

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Die Schiwoche der 7. Klasse war „klass“ Geschichtlicher Seitenblick Captain Bligh und seinen Getreuen gelang es übrigens mit dem zur Verfügung gestellten kleinen Boot trotz schwerer Entbehrungen, Timor zu erreichen. Von dort kehrte William Bligh (1754– 1817) nach England zurück, veranlasste die Suche nach den Meuterern. Er selber stach erneut in See und lieferte mit einer zweiten Fahrt die ersehnten Setzlinge. Die Plantagensklaven lehnten die Nahrungsquelle jedoch ab, sodass die Hoffnungen der Plantagenbesitzer nicht erfüllt wurden. Die auf Tahiti verbliebenen Meutererwurden gefasst und zur Rechenschaft gezogen, jene in Pitcairn wurden nicht aufgegriffen.

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ir, die 7. Klasse, waren dieses Jahr auf Schikurs am Hochkönig. Mit dem Bus sind wir fünf Stunden gefahren. Am ersten Tag wurden wir in vier Leistungsstufen eingeteilt: eine AnfängerGruppe, eine mittlere, eine gute und eine Snowboardgruppe. Die Beginner hat der Herr Fleischmann, Paulas Vater, geleitet. Die mittlere Gruppe übernahmen unsere Klassenlehrerin Fr. Dragschitz und unser Werklehrer Herr Bointner. Herr Kvasnicka betreute die besseren Schifahrer und Miriams Vater Nick war mit den „Snowboardern“ unterwegs. Die Hütte war gleich neben der Piste. Wir konnten also immer gleich die Ski bzw. die Snowboards anschnallen und dann gleich runter zum Lift düsen. Es gab nur puren Naturschnee, der für mich angenehm zu fahren war. Mir hat das Skigebiet insgesamt sehr gut gefallen und ich glaube, am tollsten für alle war der Funpark. Die vor-

gefertigten Schanzen und Leitstangen nutzten wir fast täglich. Wir haben uns alle sehr gut verstanden und es gab fast keine Streitereien. Leider gab es auch ein paar Verletzte, die ins Krankenhaus mussten und einige Kranke. Für uns gekocht haben Regula Künzli und Birgit Scheiner. An manchen Abenden haben wir Kinder auch mehrere, kleine Abendprogramme gestaltet, die sehr lustig waren. Weniger lustig war das Abwaschen in der Küche, wofür wir bis zu einer dreiviertel Stunde gebraucht haben. Denn es haben immer nur 2 Kinder entweder abgewaschen oder in der Küche geholfen. Letzteres hat den meisten mehr Spaß gemacht. Zwei Abende vor der Abreise haben wir von Herr Bointner noch etwas Tanzen gelernt. Die Schiwoche war insgesamt sehr lustig und ich freue mich schon auf die nächste Klassenreise. Felix Künzli

Fotos: P. Gluchi, R. Künzli, N. Koekoek

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Nathan! D

er weise Wer? War meine gar nicht so weise erste Frage und ich durfte zugeben, dass ich schon wieder etwas mit meiner Tochter lernen konnte. Und es sollte ein ganz Besonderes Lehrstück des aktuellen Zeitgeistes werden. Ja, und dann ging es aber auch schon los. Zuerst kauften wir uns ein Hörbuch, denn schließlich wollten wir ja auch im Detail wissen was dieser Nathan für ein Mensch war. Damit konnten wir aber dann auch während der Fahrten zu und von der Schule unsere Bildung vorantreiben.

Wir alle hörten ganz gespannt das Hörbuch und ich war schon sehr neugierig wie so viel Geschichte in der 8. Klasse-Theatertruppe aufgehen würde.

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Dank der hervorragenden Regie von Herrn Dieter Hofinger und der umsichtigen Einteilung der Klassenlehrerin, Frau Barbara Willau, wurden alle Kinder der 8. Klasse mit ihnen fast auf den Leib gepassten Rollen, versehen. Jedes Kind konnte seinen Charakter hervorragend zur Geltung bringen. Aber vor allem die Symbolik, die Weisheiten, die Zwischenmenschlichkeiten, die politischen Aussagen die heute genauso aktuell sind wie damals. Die Pointen und natürlich auch die Klischees, die hervorragend bedient wurden, machten dann das „echte Theaterstück“ zu einem unvergesslichen Ereignis. Ich möchte aber vor allem die mahnenden Worte, die unsere Klassenlehrerin

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Spiel der 8. Klasse Frau Willau, zu Beginn jeder Vorstellung dem Publikum ausdrückte hervorheben: Sie erinnerte alle an den Zeitgeist des Stückes. An die Aktualität der Aussagen und daran, dass das friedliche Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Religionen, Kulturen und Gesellschaftsschichten Toleranz und Einsicht erfordern. Aber auch Vertrauen ineinander und Zuversicht in die Zukunft sind für eine gemeinsame Weiterentwicklung erforderlich. Für unsere Kinder war es wieder ein wertvoller Schritt des Zusammenwachsens. Über einen Zeitraum von 1 ½ Monaten lernten sie auf engstem Raum mit viel Druck umzugehen. Ich hatte den Eindruck, dass die Kinder sich nach dieser Zeit respektvoller begeg-

neten und mit mehr Achtung übereinander sprachen. Auch das Miteinander und Zueinander scheint mir ein großes Stück Entwickelt worden zu sein. In diesem Sinne Danke an den Regisseur, die Lehrerin und vor allem auch an die vielen Mithelfer bei den Kostümen, dem Schminken, beim Bühnenbau, beim Buffeterstellen, beim Kindermotivieren und bei den Programmgestaltern und Erstellern. Aussagen von Diana die mir gerade beim Fertigwerden über die Schultern schaute: „Es war zeitweise echt anstrengend!“ „Es war wirklich zusammenschweißend!“ „Es war richtig cool!“ Josef Prüller

Fotos: K. Jedlicka, K. Hruza

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as traditionelle Kellertheaterprojekt präsentierte sich heuer auf einer neuen, höheren Ebene. Die 10.-Klässler stiegen nämlich aus dem Souterrain in die Bel-Etage auf und nannten ihr Projekt dementsprechend „Salontheater“. Auslöser für diesen Aufstieg war die Befürchtung, das feucht-kalte Kellerklima könnte asthmaanfällige Schüler beeinträchtigen oder ganz außer Gefecht setzen. Im kleinen Festsaal gibt es außerdem viel Platz für Publikum und Schauspieler, sodass einige Fans gleich drei bis vier Vorstellungen genießen konnten und kein Besucher wegen Platzmangels abgewiesen werden musste. Vor- und Nachteile dieses Bühnenwechsels und andere Aspekte dieses Projekts haben wir auch im EnglischUnterricht besprochen und beschrieben. Die folgenden Auszüge aus einigen Aufsätzen zu diesem Thema geben Ihnen Einblick in den Ablauf dieser Theaterarbeit und die Erfahrungen der diesjährigen 10. Klasse. Marlene Sadychow

Our Class 10 Theatre Project This theatre project takes three weeks - two weeks to rehearse und one week to perform. It takes place in the German “Poetik-Metrik“ block. First step: We had to decide which plays we wanted to perform. We were allowed to choose and to suggest plays. In the end we chose “Monty Python´s Flying Circus - Dead Parrot“, “Drei Mal Leben“ by Yasmina Reza, “Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter “ by Herzmanovsky-Orlando and a scene from “Broadway Melodie“ by Jura Soyfer. Daniela, Hanna and I decided to make our own political cabaret. Second step: We had to find some scenes that we could base our play on. So I searched the internet for political scenes and picked some. Then we watched them together and decided which ones we liked and which ones were possible to perform. That was very difficult, because in the beginning we had no “mentor“. But we managed it on our own and now we are proud that we did it, although it was a lot of work. Frau Sadychow and Frau Kaufmann helped us whenever they could.

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Third step: We had to write our script. First we started writing down the scenes from Youtube. We changed them a little, added some Austrian statistics and facts and then we made a kind of text collage. Fourth step: We had to figure out how to stage our scenes. Finally we got help on Monday of the second week from Sabine Trierenberg. I was ill from Tuesday until Wednesday, went to school on Thursday, was ill again and came back to school on Monday. We rehearsed it twice. Fifth step: We had to perform our “Kabarett” four times, on Tuesday, Wednesday, Friday and finally on Saturday. Everything worked out.

Personal Comment: I really enjoyed the theatre project, although it was quite exhausting. It was so cool that we could choose our own plays. I think that made a big difference for me, because I don´t know if I could have managed it without being passionate about the theme. I invested much time in finding texts, writing them down and thinking about how to perform them. But it was totally worth it - I don´t regret

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Das Salontheater der 10. Klasse

It was great fun, especially the last two performances. I like acting, although it makes me really nervous. I appreciated having four performances, because I could enjoy the last two most, as I was more relaxed. For me the performances are the best part of the project and I wouldn´t like to miss any. On the other hand they are really exhausting. But I got used to that and on Thursday it was weird going to bed without having performed. Stephanie Doujak I played the role of Sonia in one scene of the Yasmina Reza play. It is about two couples who meet for dinner and first they are really polite to each other, but as they drink more and more alcohol, they start arguing.

acting with the text and got more letter-perfect each day. After 2 weeks of rehearsing, the plays were ready to go on stage. We had four performances: on Tuesday and Wednesday, and on Friday and Saturday. The first performance was really exciting and we were all really nervous, but it was good because we had so much adrenaline inside us that we had lots of energy on stage! On Wednesday we were also nervous, but not so much as on Thursday, which was not so good retrospectively, because we often mixed up our lines. On Friday, the “Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter” play was cancelled, because so many of the actors were ill. Saturday was, in my opinion, the best performance for all groups, because we had got more confident after the three previous performances and the audience was really humorous and funny on that evening. Altogether, I really enjoyed this theatre project and would like to do it more often. Katarina von der Emde

I chose a role in the play by Yasmina Reza which I found very funny and interesting. This play is divided into three parts. I played in the second part. The storyline and the characters are always the same, but some details and the mood are different. I acted together with Marlene, Joshua and Max. Marlene played the role of Ines and Max was her husband Hubert. I played Sonia and Joshua was my husband Henri. Sonia and Henri have a child called Arnaud, and they always argue about what he should be allowed to do and eat.The play starts off with Ines and Hubert coming to dinner, but they arrive a day early, so Sonia and Henri aren´t prepared for their visit, which is very embarrasing for them. At first the evening is pleasant, but then after a few glasses of wine everybody starts arguing about different things. In the end Ines and Hubert leave saying that this evening was a disaster. I really enjoyed the role of Sonia. We had four performances and it was always great fun. Stella Rießland

Fotos: K. Hruza

it for a second. It made me think about political themes a lot more than before. I even got nightmares about wars, because it affected me so much. Also wearing a hijab changed the way I look at Muslims. Now I see women with hijabs more often, because I notice them and I am interested how they wear them. I am very happy and proud that we managed to make that cabaret and think it was a great experience.

Sometimes we had to stay in school after classes and a few lessons had to be cancelled. We also rehearsed on the weekend. First we read the whole play a few times and then we started

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Singabend der Elften 窶ヲ

Fotos: K. Hruza weitere Fotos: http://www.waldorf-mauer.at/ eindruecke/galerie-14-15

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ieder durften wir einen wunderschönen 11. KlassSingabend erleben.

Dieser Abend gibt unseren Jugendlichen die Möglichkeit das Eigene zu finden und sich in ihrer Vielfältigkeit zu präsentieren. An diesem Abend hat jeder mal die „Hauptrolle“! Einen Riesen Dank dafür an Stefan Albrecht, der mit so viel Einsatz diesen Abend möglich macht. Vielen Dank auch an Michael Schallmayer für die großartige Unterstützung der Band. Elisabeth Mc Nulty

Lichtklänge

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as stellen sie sich unter „Lichtklänge“ vor? Wir hatten ursprünglich keine Antwort darauf. Während der Vorbereitung auf unseren Musikabend wurden viele Ideen geboren und wieder verworfen. Es entstand kreativer Freiraum. Anfänglich hatte man noch das Gefühl, als einzelner zu agieren. Man konnte sich nicht für ein Stück entscheiden oder war besorgt, dass die Probezeit nicht ausreichen würde oder die Begleitung nicht ideal wäre. Im Laufe der Zeit begannen die individuellen Darbietungen jedoch mehr und mehr zusammenzuwachsen. Als die intensive Probenphase begann, floss langsam alles ineinander. Aus unseren verschiedenen Stücken entstand eines; unser Musikabend. Licht und Gesang wurden unser eigener "Lichtklang". Das Ganze wurde uns wichtiger als die einzelnen Teile. Es entstand eine Gemeinschaft, in der wir einander gegenseitig stützten und so wurde auch unsere Klasse immer mehr zu einem Ganzen. Wir konnten durch dieses Projekt etwas Unbezahlbares erleben: die gemeinsame Arbeit und die Aufmerksamkeit von so vielen Menschen, die wertschätzten, was wir erarbeitet hatten. Für diese Erfahrung wollen wir uns ganz besonders bei unserem Musiklehrer Herrn Albrecht und den vielen Menschen, die uns unterstützt haben, bedanken.

Ebenfalls danken wir unseren Sponsoren: Gösser Schlössl, Genuss-Reich, Möser OHG, Blumen Hartl, EinRaum, Buchhandlung Mauer und Heuriger Lentz. Lara Nikhbakt (11. Klasse)

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Eurythmie-Abschluss der

Fotos: K. Hruza weitere Fotos: http://www.waldorf-mauer.at/eindruecke/galerie-14-15

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12. Klasse

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Schreiben gegen das Vergessen – Im Juni 2013 besuchte ich die Ausstellung „Zeichnen gegen das Vergessen“ von Manfred Bockelmann im Wiener Leopoldmuseum. Keine andere Ausstellung hat einen derart tiefen, bleibenden und weiterführenden Eindruck auf mich hinterlassen. Am besten lässt sich dieser Eindruck mit den Worten beschreiben, die der Ausstellung beigegeben wurden: Die Porträts zeigen zugleich schöne, junge Mitmenschen. Gerade in diesen Bildern der damals so genannten »Unreinen« zeigt sich eine reine Menschlichkeit. Der Anspruch des Künstlers, »gegen das Vergessen« zu zeichnen, meint nicht nur diese ganz besonderen jungen Menschen, die einen Namen und eine Biografie haben, sondern zielt darüber hinausgehend darauf ab, den Wert einer empathischen Mitmenschlichkeit nicht zu vergessen; sich seiner eigenen Mitmenschlichkeit inne zu werden – nicht nur der Vergangenheit gegenüber, sondern auch jetzt, in der Gegenwart. Die Blicke der jungen Menschen in den Porträts bringen in den Betrachtenden etwas Verwandtes zum Klingen. Sie evozieren eine Verwandtschaft, ja eine Identität, die die Grundlage jeder humanistischen Ethik ist.

http://zeichnen-gegen-das-vergessen.de/film/der-film.html

Daraus reifte in mir die Idee, diesen Menschen ein Stück Leben auch im Prozess des Schreibens wiederzugeben. Begonnen habe ich das Projekt mit der 12.Klasse. Die Schülerinnen und Schüler wählten aus dem Ausstellungskatalog ein Portrait, traten in innere Zwiesprache mit diesem Angesicht, und verfassten dann Texte dazu. Die Vorgaben waren absolut frei: vom inneren Monolog bis zu freien Versen, einer klitzelkleinen Begebenheit in Form einer Kurzgeschichte bis zu einer Familiengeschichte war alles möglich. Die Frage war nicht, „Welche Greuel musste dieser Mensch erleben?“, sondern viel mehr, „Was hast Du Menschenkind in Dir als Leben?“. Ganz abgekoppelt von unserem Wissen über diese unsere Vergangenheit ist das schwer, dennoch aber lohnend. Lohnend in dem Sinne, in jedem Angesicht, damals wie heute, den Menschen und was sein ganz ureigenstes Leben werden will, sehen zu lernen. Die Bilder und dazu verfassten Texte werden in Kürze in einer Ausstellung in der Schule im Foyer zu sehen sein. Hier zwei der Texte, als Einblick. Ursula Kaufmann (Tutorin der 12.Klasse)

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– ein Anfang Grete „Tschaia“ Rigo Wie lange wollen sie noch suchen? Ich drücke mich in den Schatten hinter einer Tonne und einfach dahingeworfenen Brettern. Die Seitengasse ist dunkel, vermüllt und stinkt ein bisschen. Sie gehen an mir vorbei, nicht atmen, Grete, ermahne ich mich. Obwohl nebenan eine laute und viel befahrene Straße liegt, dringt kaum ein Laut bis hier her. Einzig mein Atem ist hörbar und von Zeit zu Zeit das Platschen von Füßen in Schlammlacken. Meinen kleinen Schatz halte ich fest in meinen Händen, sie dürfen ihn mir nicht wegnehmen, sie dürfen mich nicht finden. Sie sind am Ende der Gasse angelangt, das ist meine Chance. Ich springe auf und renne in die entgegengesetzte Richtung davon, mich umdrehend sehe ich, dass sie mich noch nicht bemerkt haben. Und dann... Platsch! Ich falle über ein altes dahingeworfenes Fahrrad, das Zahnrad der Kette schürft mir über den Fuß, doch ich habe keine Zeit mich darum zu kümmern, denn jetzt haben sie mich bemerkt, sie kommen schon die Gasse entlang. Auf der Hauptstraße angekommen, schlängle ich mich durch die Massen, ich bin klein, da geht das gut. Doch meine Verfolger sind auch nicht viel größer, sie kommen immer näher. Ich laufe den Gehsteig entlang, meine Tante kommt auf mich zu „Tschaia! Was rennst du denn...“, mehr höre ich schon nicht mehr. Schlitternd biege ich in die Straße meiner besten Freundin ein und komme vor dem halb verfallenen Zaun-Tor zu stehen. Meine Hände zittern, sie sind ganz feucht und ich kann sogar mein Herz spüren. Ich greife über den Zaun und öffne mir selbst. Hinter dem baufälligen Haus finde ich Mia im Garten sitzen. Als sie mich sieht, springt sie auf und läuft zu mir, ich drücke ihr das Zuckerl in die Hand, welches ich meinen Brüdern geklaut hatte. Sie hatte mir letztens verraten, dass sie noch nie eines gegessen hätte. Ihre Familie hatte nicht viel, manchmal knurrte sogar Mias Bauch ganz laut... Abends, als ich nach Hause komme, werfen mir meine Brüder böse Blicke zu, weniger wegen dem Zuckerl -das haben sie bereits vergessen- mehr aus dem Grund, dass sie – wie ich beim Abendessen erfahre – von meiner Tante aufgehalten wurde, nachdem ich einfach vorbeigerannt war. Die redet nämlich sehr viel. Vor dem Einschlafen kommt mir noch ein letzter Gedanke:“ Wenn ich groß bin, will ich Menschen helfen.“ Sie kam nie dazu. (L.L.) Frühling 2015  MoMent

Den Menschen in diesem Land geht es nicht gut. Es sind gefährliche Zeiten, sagen die Alten. Viele Deutsche sind arm, ihnen wurde alles genommen. Uns geht es zum Glück gut, bei meinem Vater werden viele Hüte gekauft, und wir haben so auch immer genug Geld, um bei anderen zu kaufen. In unserer Straße kenne ich alle, jeder redet mit jedem und hilft sogar dem alten Lassmann, obwohl er so versoffen ist. Einmal kam er grün und blau zurück aus der Kneipe unten am Hauptplatz. Er erzählte mir, wie sich ein Hass gegen die Juden bildet. Wieso machen Menschen das? Vater sagt, sie mögen es nicht, dass wir Juden uns in erster Linie um uns selbst kümmern. Dass es ein ungeschriebenes Gesetzt für alle Juden sei, hauptsächlich bei anderen Juden einzukaufen, so erhalten wir unseren Wohlstand. Das ist klug, aber Ungläubige fühlen sich angegriffen und ausge-grenzt, weil wir uns ausgrenzen, unter uns bleiben. Das ist typisch, Vater trifft eine Entscheidung und die ganze Familie folgt. Ob ich in der Schule keine Freunde habe, ist ihm egal. Einmal habe ich der Anna bei einer Aufgabe geholfen, da hat sie sich gefreut, in der Pause wollte sie ihr Jausen Brot mit mir teilen; dass ich ihr unreines Essen nicht essen darf, hat sie nicht verstanden. Sie redet seitdem viel weniger mit mir. Besonders die Ärmeren sind bösartig, sie sind eifersüchtig auf unseren Wohlstand zuhause. Eigentlich ist bloß die Anna lieb zu mit. In der Synagoge höre ich, wie schlecht unser Volk behandelt wird, schon die Römer haben uns vertrieben. Ich höre, dass wir aus dem Heiligen Land vertrieben wurden und dass Gott uns Israel eines Tagen zurück geben wird. Ich höre, dass wir ein ausgewähltes Volk sind. Wären wir in Israel glücklicher? Wären wir dort akzeptiert? Lieber wäre ich ganz einfach kein Jude. Vater meint, es wäre undenkbar, sich nicht an die Gebote zu halten, doch ich sehe nur, wie alle anderen einen Grund finden, uns zu hassen. Lieber wäre ich wie alle anderen, dann würden sie mich in Ruhe lasse. Vater ist es ja egal, er hat mit denen nichts zu schaffen, er sieht sie als Ungläubige, die keine Ahnung von der Wahrheit haben, er will auch nichts mit ihnen zu tu haben, für ihn zählt seine Familie, sein Hutladen, sein Glaube und seine Leute, alles andere ist ihm nichts wert. Es ist gefährlich, ein Jude zu sein, sagen die Alten. Das Gute steht immer unter Beschuss von außen, sagt mein Vater. Ich soll mich von den anderen fernhalten, sagt Mutter. Ich habe keine Lust mehr, anders behandelt zu werden, sage ich.

(P.L.) |

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Die Dezentral-Reifeprüfung E

s ist die Woche der in ganz Österreich mit außerordentlicher Spannung erwarteten Zentralmatura. Im ganzen Land treten die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen zur gleichen Zeit an, um ihre „Reife“ unter Beweis zu stellen. Das erklärte Ziel: Es sollen vergleichbare Ergebnisse erzielt werden, um dann eben auch das Niveau der Schülerinnen und Schüler vergleichen und beurteilen zu können. Alle bekommen die gleichen Aufgaben, werden nach vorgefertigten Raster und Normen geprüft und benotet. In der gleichen Woche treten die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse unserer Rudolf-Steiner-Schule einer nach der anderen an, ihre Abschlussarbeiten zu präsentieren – die „Reifeprüfung“ nach zwölf Jahren Waldorfunterricht. Unser zehnjähriger Sohn sitzt fasziniert bei uns und würde zwischendurch gerne vergleichen: „Der X war aber schon viel besser…“ Allein: Es wäre absurd, die Referate und Darbietungen gegeneinander vergleichen oder abwägen zu wollen. Jeder für sich steht für seine ganz persönliche Arbeit, legt der Schulgemeinschaft dar, womit er oder sie sich monatelang beschäftigt hat, womit sie gerungen haben – es sind vielfältigste Manifestationen ihrer reifenden Persönlichkeiten.

So unterschiedlich wie die Schülerinnen und Schüler sind, so einzigartig sind auch ihre jeweiligen Arbeiten: Sei es die Beschäftigung mit dem „Zappelphillipp“, dem ADHS attestiert wurde – oder die feine Kunst der „Eurythmie in meinem Leben“, die in ihrer künstlerischen geistigen Auseinandersetzung weit über alles Schulische hinaus geht. Wieder ein anderer berichtet von seinem rein innerlichen Weg, seinem „Jahr mit Yi Quan“ und wie er die Übungen in Bildern reflektiert hat. Und wie ähnlich und wiederum so gänzlich anders ist die Vertiefung einer anderen Zwölftklässlerin in die hohe Kunst des Porträtmalens!

Fotos: J. Böhm, K. Hruza


Von der faszinierenden Vielfalt und Reife bei der Referatswoche der 12. Klasse

Der eine übte sich in der Kunst des Messerschmiedens – der andere baute gleich eine ganze Maschine, um Sägespäne und Holzstaub zu Briketts zu pressen. So unterschiedlich, vielfältig und individuell die Themen und Zugänge sind, zieht sich gelegentlich ein Thema durch den Nachmittag. Wurde gerade noch die Entsorgung von Holzabfällen vermieden, fragt sich die nächste Referentin: „Mist – muss das sein?“ Und selbst wenn danach der „Instrumentenbau und Rhythmus“ im Mittelpunkt steht, zeigt sich: Auch diese Materialien für die Schlaginstrumente wurden von dem Schüler recycelt. Selbstgebaute Instrumente, auf denen dann mit SchülerInnen über die ganze Oberstufe hinweg musiziert wird. Und in die verblüffte Faszination des Zuhörers mischt sich gleichzeitig das Bedauern, wieder einmal nicht alle Referate, nicht die ganze Bandbreite des Dargebotenen hören zu können. Was überdies auffällt, ist die Begeisterung des Publikums und gleichzeitig die Solidarität und Unterstützung der starken Klassengemeinschaft – nein der ganzen Oberstufengemeinschaft. Wer es geschafft hat, wird bejubelt und dann strömen die Mitschülerinnen und Mitschüler nach vorne, gratulieren dem Referenten oder der Referentin – er oder sie wird von der Gemeinschaft umarmt und geherzt. Das, was hier gefeiert wird, ist die Leistung des Individuums. Sie passt in kein direkt vergleichbares, wertendes, gleichmachendes Raster – was hier wieder einmal geboten wurde, ist im ursprünglichen und besten Sinn des Wortes unvergleichlich. Roman David-Freihsl

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Wolle die Wandlung, o sei für die Flamme begeistert! Rainer Maria Rilke, Sonette an Orpheus

Zum Gedenken an Gertraud Michaela Alscher-Bassenheim 29. Juni 1941 – 7. März 2015

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in Lebenslauf, gestaltet in Starkmut und Standhaftigkeit – das konnte man in der Mitteilung vom Erdenabschied Gertraud Alschers lesen. Dort waren auch ihre beiden Vornamen genannt: Gertraud Michaela – welche Stärke, Mut und Kampf für das Lichte meinen. Konnte man dies bei ihr erleben? Ja, man konnte es – doch nicht in einer nach außen gewandten Art. Die war ihr fremd. Und in ähnlicher äußeren Verhaltenheit gab es da noch etwas anderes, das wohl auch ganz zu ihr gehörte: Die Wandlungsbereitschaft, die der Sonettbeginn Rilkes meint. Und wenn er da an die Flamme erinnert, so ist damit zugleich hereingerufen Gertrauds Lebensantritt zur Johannizeit.

Ich lernte Gertraud 1971 in Stuttgart kennen. Beide besuchten wir dort das Waldorflehrerseminar. Gertraud war begleitet von ihrer Tochter Elisabeth und da sie während dieser Zeit auch zusammen im Seminar wohnten, waren Mutter und Tochter ein uns allen vertrautes und liebes Bild. Aus Wien seien sie, – ja, das hatte einen besonderen Klang. Und irgendwann erzählte sie ein wenig von dieser kleinen, sich im Aufbau befindenden Schule, von der sie entsandt war, um dort einmal als Lehrerin zu arbeiten. (Erst viel später erfuhr ich, dass ihr Vater, Helmut Alscher, Lehrer an der ersten Wiener Rudolf Steiner Schule war, 1927 gegründet und 1938 gleich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten geschlossen.) Ob ich nicht Interesse hätte, dort in Wien an der Rudolf Steiner Schule zu arbeiten? Diese Frage kam unvermittelt an einem Vormittag, kurz vor Beginn des Morgenkurses – zumindest ist es mir so in Erinnerung: Es war eine Morgenfrage. Ich winkte ab: Um die Mittagszeit hätte ich ein Gespräch mit einer gerade zu Besuch nach Stuttgart gekommenen Lehrerin von der Waldorfschule aus Edin-

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burgh. Seit längerem hatte ich mich an dieser schottischen Schule zur Mitarbeit beworben und es sollten jetzt noch die letzten offenen Fragen besprochen werden. – Das Gespräch fand statt – und es zeigte sich, dass die Edinburgher Schule inzwischen keinen Lehrer mehr für Deutsch und Musik brauchte, sondern vor allem einen für Französisch… Am Abend fragte ich dann Gertraud, wie das mit dieser Wiener Schule und der 6. Klasse sei, die ihren Lehrer verloren hatte? Was und vor allem wie sie erzählte, ließen mich nach Wien fahren. Und bald war klar, dass ich an dieser Schule gerne unterrichten wollte. Gertraud hatte zum absolut richtigen Zeitpunkt die richtige Frage gestellt – und wohl nicht nur an mich. Ein zweiter Kollege, Felix Götze aus Hamburg, der mit uns den gleichen Kurs besuchte, war ebenfalls dem Charme des Schlössls erlegen und von dem Pioniergeist der Schulgründerinnen beeindruckt. Er entschied sich ebenfalls als Klassenlehrer nach Wien zu kommen. Wie sich herausstellte, allerdings nur für drei Jahre. Das Schuljahr 1972/73 begann dann mit zehn neuen Kollegen. Wir alle waren erfüllt von der Aufbruchsstimmung. Es war das Schuljahr, in dem auch der Aufbau der Oberstufe begann. Gertraud arbeitete zunächst im Hort und übernahm im darauffolgenden Schuljahr eine erste Klasse, die sie bis in die achte führte. Daneben war sie als Handarbeitslehrerin, später auch als Werklehrerin und schließlich in der Oberstufe im Fachbereich Chemie, Mathematik und Feldmessen tätig. Was erlebten wir alle an ihr? Was waren ihre Stärken? Zurückhaltung, Bescheidenheit, Treue, Unbeirrbarkeit – und ein entschiedenes Streben nach Klarheit. Zu dieser Zeit, als Gertraud Alscher Kollegin war – sie hatte 1985 nochmals mit einer ersten Klasse begonnen, die dann ab dem 3. Schuljahr von Anita Kux übernommen wurde – führte das Kollegium, verstärkt durch einige Eltern, jedes Jahr alle drei Obe-

ruferer Weihnachtsspiele auf. Gertraud war mitverantwortlich für die Kostüme – und lange Zeit der Erzengel Gabriel im Dreikönigsspiel. Es gab niemand, der diesen sowohl mit einer solch liebevollen Eindringlichkeit wie auch einer solchen Strenge und Unerbittlichkeit darstellen konnte! Nichts Persönliches sprach da mit. Gerade die Erinnerungen daran begleiten mich in der Zeit nach ihrem Tod – und immer wieder tauchen diese Bilder auf, höre ich ihr mahnendes Joseph, Joseph, du frumma man, Merk, was i dir wüll zeign an Von God, der mi zu dir gesent: Maria nim zu dir behend… – oder dann ihr zornig-richtendes: Herodes, herodes du grober tyran Was han dir dö kloan kindalein getan …? das sie hinter dem Thron stehend sang. 1987 verließ Gertraud die Schule – etwas schien zu Ende gegangen. Waren wir 1972 zu zehnt an die Schule gekommen, begann das neue Schuljahr mit 19 neuen Kollegen. Für viele überraschend waren dieser Abschied Gertrauds von der Schule und ihr Entschluss, an das Priesterseminar der Christengemeinschaft zu gehen. Damit hatte sie sich eine Aufgabe gewählt, die mit den höchsten Idealen und Zielen zusammenhängt. Welch eine Steigerung! War sie vorher Dienerin dem Kind gewesen, wollte sie nun Dem dienen, Den die Hirten und Könige im Kind angebetet hatten und Der da sagt: Lasset die Kinder zu mir kommen. Dieser Entschluss zeugte von Gertrauds Wachstums- und Wandlungskraft und diesem Impuls, diesem Vermögen ist sie treu geblieben: Es war Frühjahr, Vorosterzeit, als sie am 7. März 2015 Abschied nahm. Vor ihrer Wandlungskraft in Bescheidenheit und Treue verneige ich mich und danke ihr für eine Frage, die auch mein ganzes Leben verändert hat. Tobias Richter

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ÜBERGÄNGE IN DER KINDHEIT VON DER GEBURT BIS zum 14. Lebensjahr Tagung in Dornach vom 30. März bis 03. April 2015

„EINE BRÜCKE IST DER MENSCH“ … u

nd er findet zu sich selbst, indem er sich laufend verändert und dabei die Brücke zwischen Vergangenem und Künftigem schlägt. Seine Entwicklung hat ihre Gesetzmäßigkeiten, in den Prozessen zwischen den „Entwicklungssäulen“ zeigt sich der individuelle Mensch. Was bedeutet das, welche Zusammenhänge ergeben sich daraus weit ins Erwachsenenalter? Dies nicht nur zu „wissen“, sondern gemeinsam in lebendigem Austausch zu bewegen, war das Anliegen dieser Tagung.

Nach der physischen Geburt als erstem großen Übergang folgen besondere Verwandlungen und Krisen um das dritte, sechste, neunte, zwölfte und vierzehnte Jahr, die den Entwicklungsschritten voran gehen. Jeder gelungene Übergang wird zur Kraftreserve für den nächsten. Die Resilienz gegenüber Veränderungen, die Kraft, auch nach überwältigenden Erfahrungen wieder zu gesunden, wächst mit. Diese Entwicklungsdynamik, sowie die Aufgaben der um das Kind tätigen Erwachsenen, die notwendige Wandlung in ihrer Haltung gegenüber dem heranwachsendem Kind wurden in den Vorträgen unter verschiedenen Aspekten charakterisiert und können hier nur anklingen: Haben wir in den Übergängen Formen, die dem individuellen Menschen gerecht werden

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können, oder „nur“ solche, durch die man „durch“ muss? (Florian Oswald) Das Kind erlebt seinen Leib wie ein ungestimmtes Instrument und stimmt in der Vorschulzeit seine Leiblichkeit auf einen „Ton“ ein, es lernt, sich leiblich abzugrenzen, indem es z.B. sein Immunsystem für seine weitere Grenzfindung trainiert. Die weitere Entwicklung braucht die gesunde Leiblichkeit als Grundlage. (Dr. Ursula Flatters) Jedes Kind braucht den Erwachsenen, der ihm auch einen Geborgenheit vermittelnden Widerstand bietet, an dem es sich aufrichten kann. Dann kann das Interesse an der Welt wachsen und das Kind lernt auch zunehmend, sich ihr gegenüber zu stellen. (SusanWeber/Elizabeth Hall) Der Erwachsene muss dabei nicht „ideal“ sein, dessen eigene innere Arbeit ist haltgebend. Im Bemühen, dem Wesen des Kindes zu begegnen, ist die dazu aufgewendete Kraft entscheidend. Auch der Lehrer muss Raum schaffen für die Achtung vor der Herkunft des Kindes, für Vorausschau in dessen Entwicklung und die dafür notwendige geschützte Zeit. Der „innere Lehrplan“ des Kindes trifft dabei auf den „wahrnehmenden Lehrplan“ der Waldorfschule. (Clara Aerts/ Reinoud Engelsman)

Zwischen stetiger Verwandlung und Festigung verdichtet sich das Ich des Kindes. Die Begegnung mit dem Lehrer in seiner Haltung und Sprache machen neben dem Unterricht auch besonders im Alltäglichen einen prägenden Eindruck. (Claus-Peter-Röh) Obwohl die Tagung Lehrer nicht ganz in erhofftem Maß erreicht hat, war sie dennoch mit über fünfhundert sehr internationalen Teilnehmern ein Aufbruch im Sinne der gemeinsamen Gestaltung von Vorträgen und des einander Zuhörens und auch des Staunens in den Workshops. Ein Qualitätsbewusstsein im Sinne der gegenseitigen Achtsamkeit prägte die Atmosphäre. Das oft zitierte ganze Dorf, das man braucht, um ein Kind zu erziehen, gibt es in seiner Geschlossenheit wohl bald nicht mehr. Doch alle, die begleitend, raumschaffend und Orientierung gebend am Weg eines Kindes stehen, können sich als helfende Brückenbauer verstehen, die an einem neu verbundenen Dorf bauen. In diesem Sinne bleiben die Weiterführung und der Ausbau des Dialogs ein großes Anliegen. Ursula Dotzler

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SCHULGEMEINSCHAFTSTREFFEN 2015

Oberstufen    am 26. März

Im Sinne der immerwährenden Weiterentwicklung und Vertiefung der Arbeit mit Wege zur Qualität an unserer Schule beschäftigen wir uns nicht nur mit den Inhalten, sondern streben auch danach, diese in ansprechender Form so zu präsentieren, dass sich alle Menschen angesprochen fühlen, die dieser Gemeinschaft angehören und hier mitarbeiten, mitdenken und mitfühlen. In diesem Sinne laden wir herzlichst ein zum

SCHULGEMEINSCHAFTSTREFFEN 2015 Das Schulgemeinschaftstreffen soll zumindest einmal im Jahr stattfinden und die jeweils vorliegenden Schulentwicklungsfragen zum Inhalt haben. Es ist offen für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft, ganz egal, ob sie aktiv in einem Gremium vertreten sind oder rein aus persönlichem Interesse kommen.

SCHULGEMEINSCHAFTSTREFFEN 2015 Samstag, 13.Juni 2015, 15 Uhr bis 18.00 Uhr Die Themen dieses Jahr sind: • Künstlerischer Einstieg und Impuls • Rückblick des Konfliktbearbeitungskreises • Information zum MoMent • Nachmittagsbetreuung 2015/16 • Information zum geplanten Neubau auf 113 Auf einen spannenden, anregenden Nachmittag, die Impulsgruppe

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-Chor-Konzert 2015

und anschlieSSend

Vernissage mit TOMAK

Fotos: N. Berke, L. Trierenberg, K. Hruza

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Songtext – Schallmauer – Show Zur Melodie von „Jetzt tanzen alle Puppen“, dem Thema der Muppets-Show zu singen. Text: Nadja Berke Wir haben ein Orchester! Stolz es sich präsentiert. Es wird als Publikums-Bester Hier und jetzt nominiert! Jetzt spielen alle Schüler, egal wie alt sie sind, sie sind jetzt auch noch cooler trotz heißestem „Rauch im Wind“. Sie tragen neue Polos, macht auf der Bühne Licht! Sie spiel’n so manche Solos langweilig wird es nicht! Schmeisst euch in Frack und Fummel und Vorhang auf: Hallo! Freut euch auf Spaß und Rummel in der super Schallmauer- Show! Es reißt uns von Bänken! Schallmauer macht uns froh. Wir werden lange denken An diese wunderbarste, sensationellste, fabelhafteste, klanggewaltigste, Schallmauernellste Show!

Fotos: L. Trierenberg

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Singen!

Elisabeth Sturm und der Kinderchor Jeden Donnerstag Nachmittag ist er im Schulhaus zu hören: der Kinderchor der Freien Musikschule. Chorleiterin Elisabeth Sturm hat sich Zeit genommen, über ihre Erfahrungen als Chorleiterin und die Wichtigkeit und das Schöne am Singen von und mit Kindern zu erzählen. MoMent: Liebe Elisabeth Sturm, warum ist Singen für Kinder wichtig? Was bewirkt das Singen bei den Kindern? Sturm: Singen ist das erste und ureigene Instrument jedes Menschen. Beim Singen lernt man viel über sich selbst, über die eigene Atmung und Haltung, man lernt sich selbst aber auch besser kennen. Beim Singen kann ich eigene Stimmungen ausdrücken, ich kann mich besser „stimmen“ und mir auch mal so richtig die Seele aus dem Leib singen. Beim Singen im Chor lerne ich auch, auf andere zu hören, gemeinsam anzufangen und wieder aufzuhören, gemeinsam Pausen zu machen und beim mehrstimmig-Singen trotzdem bei mir, meiner Gruppe und meiner Stimme zu bleiben. Kinder machen lange vieles richtig, was Atmung und Haltung betrifft. Je mehr Kinder sitzen (müssen), umso mehr geht von dieser Natürlichkeit verloren. Beim Singen achten wir schon früh drauf, auch immer wieder zu stehen und so zu sitzen, dass mein Bauch Platz zum Atmen hat. Wir beobachten unseren Atem, wir lassen unsere Bäuche bei Konsonanten hüpfen und spüren den Vokalen nach: wann ist der Mund richtig weit offen, wann machen wir eher einen „Bussimund“? Neben all diesen funktionalen Dingen können Kinder beim Singen mal richtig laut sein, sie lernen aber auch, dass selbst Stille Musik ist (Pausen). Gemeinsam singen bringt Kinder in einen größeren Einklang ihren MitsängerInnen. MoMent: Worin unterscheidet sich die Arbeit mit Kindern vom Singen mit Erwachsenen?

gen – das setzt meist erst in der Pubertät ein. Man kann mit Kindern also unglaublich abwechslungsreich proben, und dabei merken sie sich selbst schwierige Texte oft sehr schnell und sehr nachhaltig. Singen mit Kinder macht besonders Freude, weil Kinder einen sehr direkten Zugang zu allem – und somit auch zum Singen – haben. Die Zeit beim Proben mit Kindern vergeht immer unglaublich schnell, und es ist großartig, dann bei Konzerten zu sehen, wie viel sie schon können und wie toll sie sich und ihre Lieder dann auf der Bühne präsentieren. Liebe Elisabeth Sturm vielen Dank für Ihre Arbeit mit unseren Kindern und das Gespräch! Elisabeth Sturm geboren und aufgewachsen in Gmunden Oberösterreich wohnt nun seit über 10 Jahren in Wien. Hier hat sie nach ihrem Abschluss in Rechtswissenschaften an der „Musikuni“ Gesangspädagogik studiert. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit an der Freien Musikschule Wien (Gesang, Kinderchor, Spielmusik) ist sie bei den Neuen Wiener Stimmen als Stimmbildnerin beschäftigt und hält Chor- und Spielmusikworkshops. Außerdem ist sie als freischaffende Sängerin, vor allem im Bereich der Barockmusik, immer wieder unterwegs. Solistisch ist Elisabeth Sturm in Opernchören und Vokalensembles (Ensemble 15.21, Vokalakademie Berlin) zu hören. Ganz aktuell ist ihr Mitwirken im Chor des Burgtheater zu „Antigone“, Premiere ist am 31. Mai 2015. Der Kinderchor der Freien Musikschule singt jeden Donnerstag um 14.30 Uhr (1. Und 2. Schulstufe) bzw. 15.15 (3. Und 4. Schulstufe), mehr unter: www.freiemusikschule.at Lisa Schadauer

Sturm: Ich finde es wichtig, dass Kinder zuerst viel einstimmig singen, damit sie lernen, auf andere zu hören und sich selbst und ihren Klang in den Chor „einordnen“ können. Kinder machen – wie ich oben schon geschrieben habe – von Natur aus sehr viel richtig, was sich Erwachsene oft erst mühsam wieder erarbeiten (müssen). Kinder können natürlich nicht nur stehen und singen, man muss sich mit ihnen auch viel mehr bewegen und spielen. Wir singen im Kinderchor nicht nach Noten, sondern lernen alles auswendig, die Noten bekommen die Kinder nur nach dem Lernen mit – als Erinnerung und auch für die Eltern, die gerne mit ihren Kindern Kinderchorlieder singen möchten. Kinder haben zumeist eine viel leichtere Höhe als Erwachsene und haben noch keine Scheu, vor anderen zu sin-

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ande d t he T ffin Unser FRÜHLINGSFES – 18.00 Uh am 25. April von 14.00

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ei wunderschönem Frühlingswetter konnten wir heuer wieder unser Frühlingsfest feiern. Neben den Aktivitäten für die Kinder gab es wieder ausreichend Gelegenheit bei Kaffee, Kuchen und Brötchen gemütlich zu plaudern und sich auszutauschen. So manches wertvolle Gespräch konnte sich so zwanglos ergeben. Das Fest wurde wieder vom Kinderchor der Freien Musikschule mit Frühlingsliedern und der dritten Klasse mit Reigentänzen eröffnet. Vielen Dank an Elisabeth Sturm und Sabine Trierenberg für diesen beschwingten Festbeginn. Die Bastelstationen waren heuer wieder sehr gut besucht. Neben dem Bemalen von Schwingpapageien konnte Duschgel gemischt, sowie Püppchen genäht werden. Das Material Speckstein ist für klein und groß immer ein Erlebnis der besonderen Art. Insbesondere sind wieder sehr schöne Anhänger entstanden. Das Physikmobil zog Interessierte an, Kinder mit bunt bemalten Gesichtern bereicherten das festliche Treiben. Dieses Mal hatten wir einen nigerianischen Märchenerzähler, der uns Afrika etwas näher gebracht hat. Die köstliche Pizza fand regen Absatz. Das Würstelgrillen konnte trotz feuchtem Holz und entsprechend widrigen Umständen letztlich unter Mithilfe Vieler stattfinden und es blieb kein Würsterl übrig. Danke an Alle die dieses Fest unterstützt und mit ihren Beiträgen bereichert haben. Michaela Eberharter und der Festkreis

der ein buntes Programm Auch heuer wird es wie auf Ihren Besuch! geben und wir freuen uns Der Frühlingsfestkreis

berger, Susanne Gensw

ianne Miklau, Hetty Grün

Michaela Eberharter, Mar

Frühlingsfest 2015 Fotos: N. Berrke, L. Trierenberg

Sonniges Frühlingsfest

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ei herrlichem Sonnenschein war die heurige Eröffnung des Frühlingsfestes durch den Kinderchor besonders fröhlich und das Anrufen des Frühlings wirklich stimmig! Unter der Leitung von Elisabeth Sturm ertönten Frühlingslieder aus aller Welt und die Kinder sangen begeistert und aus vollem Herzen. Auch der Eröffnungsbeitrag der dritten Klasse gelang ausgezeichnet übermütig und fröhlich tanzten die Kinder den Frühling und das Fest ein und Sabine Trierenberg, die mit den Kindern die Tänze einstudiert hat, konnte gemeinsam mit der Klasse auch Eltern und Geschwister zum Mittanzen gewinnen. Danach luden viele Aktivitäten zum Mitmachen und Ausprobieren ein: aus Speckstein konnten die Kinder wunderschöne Ketten oder Anhänger machen, ein sehr origineller Papagei wurde farbenfroh bemalt und zu einem Jojo verwandelt, Kindergesichter verwandelten sich- mit geschickter Hand von den SchülerInnen geschminkt -  in Schmetterlinge, Prinzessinnen, Feen, Piraten oder Dinosaurier. Für jedes Alter und jedes Interesse war auch heuer wieder etwas dabei: Duschgel zu Selbermachen (mit Glitzereffekt!), Dosen und Tiere zum Falten, Puppenspiel für die Kleinsten und auch ein Märchenerzähler aus Afrika, der mit seiner Erzählung und Trommel zu fesseln wusste. Kulinarisch wurden wir von einem köstlichen

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Buffet der 2. Klasse verwöhnt, das Leckereien aller Art bot, und auch Pizza wurde fachmännisch im Holzofen gebacken. Ein Highlight war wieder das große Lagerfeuer um das sich Alt und Jung versammelte und begeistert Steckerlwürstchen und Brot grillte. Überall wurde gespielt, gelacht, gerutscht, getratscht, gegessen, getrunken, gesonnt... herrlich! Satt, zufrieden, nach Rauch duftend und mit einem originellen Stück des Flohmarkts der 12. Klasse machten wir uns nach einem wunderbaren Nachmittag auf den Heimweg – wie schön ein Teil dieser lebendigen und kreativen Schulgemeinschaft zu sein! Vielen Dank dem Organisationsteam, den mitwirkenden Lehrerinnen und Lehrern, dem Kinderchor der Freien Musikschule, dem Kindergarten, den vielen helfenden Händen aus der Elternschaft und allen Schülerinnen und Schülern die mitgemacht haben für dieses gelungene Fest! Irene Langthaler

MoMent Frühling 2015


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Ein Fest für uns wird seinem Namen gerecht

wein und ...

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in strahlender sonniger Tag. Mehr Sommer als Frühling. Wir kommen gerade recht zur Eröffnung. Kinder singen und strahlen mit der Sonne um die Wette. Es wird getanzt und gesprungen. Einige der Dinge, die wir dem Flohmarkt zur Verfügung gestellt haben, ruhen schon in den Kinderwägen und Händen der neuen Besitzer. Das Buffet erfreut sich regen Andrangs. Hinten im Garten wird Pizza gebacken, im Becken hinter der Rutsche werden Würstchen gegrillt. Einige Familienmitglieder hören fasziniert und lange dem afrikanischen Märchenerzähler zu und sind nachhaltig beeindruckt. Man trifft Miteltern, Lehrer, Freunde. Endlich Zeit zu Plaudern. Die zufriedenen Rufe der Fußball spielenden Kinder dringen an unsere Ohren. Die Vorfreude auf den Singabend der 11. Klasse trägt uns in den Abend hinein. Endlich ist es soweit. Wir drängen in den Saal. Die Kinder finden ganz vorne Platz, die Eltern ganz hinten. Die Kinder sind von „Yellow Submarine“ und „Ober meiner unter meiner links rechts gilts nix...“ beeindruckt. Die Eltern vom gesamten Abend und der Mädels-Band. Kompliment – mal wieder – an Stefan Albrecht und Michael Schallmayer und all die anderen, die mithelfen, einen solchen Abend Wirklichkeit werden zu lassen. Kompliment an die 11. Klasse! Zuhause angekommen fallen die Kinder ins Bett. Zähneputzen ist morgen. Was für ein Tag! Was für ein Fest für uns! Nadja Berke

Frühling 2015  MoMent

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„Man muss vorsichtig sein, wenn man sagt: Alles ändert sich, und das Neue ist immer besser. So sehr ändern sich die wesentlichen Dinge gar nicht... Was sich schon verändert hat, ist die Kommunikation – die Handys, das Internet. Die Reduktion unseres Lebens darauf ist derzeit eines unserer größten Probleme.“ Zitat aus einem „Die Presse“-Artikel vom 6.5.2015 Christian Clavier, französischer Schauspieler

Thema:

Handys in der Unter- und Mittelstufe? Handyfreie Schule?

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lternabend. Schon wieder das Thema Handys. Bitte keine angeschalteten Handys am Schulgelände. Die Kommunikationsapparate sind für die Absicherung des Heimwegs gedacht oder für außerhalb der Schule. Warum muss das denn schon wieder thematisiert werden? Wir haben doch schon letztes Jahr den Beschluss gefasst, dass in unseren Klassen KEINE Handys sein dürfen. Es gibt natürlich sehr unterschiedliche Meinungen über den Gebrauch von Mobiltelefonen in dem Alter unserer Kinder, die sich Ende der Unterstufe und Anfang Mittelstufe befinden. Wer sich mit Uwe Buermann auseinander gesetzt hat, möchte wohl lieber kein Smartphone mit Internetzugang für sein Kind. Aber es gibt natürlich auch ganz gegenteilige Ansätze: je früher mein Kind lernt mit dieser Form der Technologie umzugehen, desto leichter wird es sich zurechtfinden in der Welt der Zukunft, die allem Anschein nach, geprägt sein wird von schneller Informationsbeschaffung, schneller Selektion, dem Wissen darüber, welche Internet Quellen man meiden sollte, welchen man vertrauen kann. Wer von uns Eltern um die 40 hätte in seiner Jugend denn daran geglaubt, dass es all das gibt, was es jetzt gibt? Wir schreiben fast ausschließlich auf Computern. Wir kommunizieren blitzschnell über den ganzen Globus. Wir kaufen per Internet ein und müssen nur noch auf die Lieferung warten.

Aber: wir haben diese Entwicklung mitbekommen. Unsere Kinder leben in einer Welt wo alles schon so ist. Wir müssen ihnen den richtigen Umgang mit all diesen Errungenschaften erst lehren. Doch kann es der richtige Weg sein, sie alles auf einmal lehren zu wollen? Den sozialen Umgang im Miteinander in der realen, anfassbaren Welt, Umwelt und Gesellschaft, den Menschen rund

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um uns herum UND den sozialen Umgang in der Welt des Internet, die zwar auch real ist - wenn auch nicht immer - die man aber nicht greifen, fühlen, riechen und schmecken kann. Ist das nicht eine Überforderung? Sind nicht auch einige von uns mit dieser Aufgabe schon überfordert? Oder können wir Erwachsenen alle behaupten, den richtigen Umgang damit wirklich zu beherrschen? Antworten wir immer alle zeitgerecht auf E-Mails? Kaufen und bestellen wir wirklich immer überlegt die Dinge, die uns angeboten werden? Wissen wir wirklich genau Bescheid über die Manipulationsmöglichkeiten im Netz? Sind unter uns eventuell auch schon Facebook – Victims, die hunderte von „Freunden“ haben, die sie eigentlich gar nicht kennen und die trotzdem die „Likes“ zählen, die ihnen von diesen zuerkannt werden. Hat noch nie einer von uns Eltern in Ärger oder Wut jemandem eine wirklich böse Mail geschrieben und dann lange nicht geantwortet auf das Gegenmail? Wurde Euch allen noch nie in einer Mail etwas unterstellt oder vorgeworfen und ihr hattet keine Möglichkeit mit dem Gegenüber zu sprechen oder zu streiten, Auge in Auge, wie es notwendig gewesen wäre? Und wie ging es uns damit, wenn wir so etwas schon erlebt haben? Unseren Kindern trauen wir zu, mit so etwas vernünftig umgehen zu können? What’s App? Facebook? SMS?  Gehen wir selbst vernünftig mit all diesen Errungenschaften der Technik um? Unsere Kinder sollen das alles also lernen. Ja! Das sollen sie! Die Frage des richtigen Zeitpunkts für dieses Lernen ist hier die Gretchenfrage. Denn es gibt noch nicht genug evaluierte Forschung die langjährig genau wäre, um daraus sicher gehen zu können.

Wenn man sich den Aufbau des Waldorf-Lehrplans ansieht - und wir alle haben unsere Kinder ja bewusst in eine Waldorf-Schule geschickt - dann sehen wir, dass gewisse Epochen der Menschheitsgeschichte zu gewissen Zeiten in den Unterricht einfließen. Das beginnt bei alten Mythologien und der biblischen Geschichte und geht durch die 12 Schuljahre bis zur Gegenwart. In der Tierkunde wird mit den Weichtieren und kleinen Nagetieren begonnen. In Mathematik wird - vollkommen logischer Weise mit den Grundrechenarten begonnen und diese dienen zur Grundlage für die höhere Mathematik in der Oberstufe. Der Technologie-Unterricht findet ab der 10.Klasse statt. Vielleicht könnte der früher starten? Ja. Vielleicht. Doch maximal ein Jahr früher. Da sind die Kinder 15 Jahre alt. Buermann empfiehlt das 16. Lebensjahr für Smartphones. (Ich wiederhole jetzt nicht, was er in seinem Vortrag erzählte - ich denke das wurde hinlänglich bekannt gemacht.) Wir vertrauen den Lehrern an unserer Schule und der Waldorf-Pädagogik unsere Kinder an und üben uns in der Geduld, dass hier einiges langsamer, dafür jedoch nachhaltiger entwickelt werden kann und verteidigen das auch gegenüber Zweiflern. Warum – verflixt – können wir das im Fall der Unterhaltungselektronik- und Smartphonewelt nicht auch wenigstens ernsthaft versuchen? Wenigstens in der Schulzeit, den Schulräumlichkeiten? Das fragt sich Nadja Berke

MoMent Frühling 2015


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ie Vorboten eines „Frühlings“ kann man in den letzten Februartagen die ersten Schulanwärter für das kommende Jahr beobachten: Vorfreudig, ängstlich, mutig, ungebärdig oder zurückhaltend gehen sie ihrer ersten Schulstunde entgegen. Mit ihnen die Eltern: Alte Hasen und Neulinge, Besorgte und Zuversichtliche. Was sie miteinander verbindet, ist der Wunsch, ihren Kindern die bestmögliche Schulzeit zu gewährleisten. Und was eine schöne Schulzeit ausmacht, setzt sich für die meisten aus den gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Komponenten zusammen:

Das Kind möge in seinem Wesen erkannt, anerkannt und wertgeschätzt werden, es soll so viel Zeit für seine Entwicklung bekommen, wie es eben braucht, ebenso die entsprechende Zeit für die erforderlichen Lernschritte, es möge in seinen Stärken gefördert, in seinen Schwächen unterstützt werden; eine fundierte Allgemeinbildung wünschen sich die Eltern, ein tragendes soziales Gefüge in der Klasse, besser noch: In der ganzen Schulgemeinschaft. All das steht auf der Prioritätenliste und auch eine vielseitige Förderung, die neben Lernfächern auch Musik, Theater, Eurythmie, Werken, Tischlern, Buchbinden, Handarbeit … anbietet, um allen Bereichen des Menschseins zur Entfaltung zu verhelfen. Weil sich die Eltern all dies für ihre Kinder erhoffen, kommen sie genau zu uns. Waldorfpädagogik steht für die Ermöglichung der Entwicklung des Menschen mit all seinen Facetten, eingebettet in ein soziales Gefüge, wo jeder von jedem in seinem Sosein angenommen wird. Genau das ist es, wofür wir stehen, wofür wir kämpfen, wofür die Schule gegründet wurde. Lehrerinnen und Lehrer an unserer Schule versuchen, das zu verwirklichen, indem sie beispielsweise in den ersten Schuljahren aus den vom Schicksal zusammengeführten Kindern eine Gemeinschaft entstehen lassen; das gemeinsame Hinschauen und Hinhören auf den Lehrer bündelt die wissbegierigen Sinne, das

Sozialbilanz gemeinsame Nachahmen und Tun lässt die Seelen der kleinen Schar auf gleicher Wellenlänge schwingen, gemeinsames Musizieren lässt sie sich im Einklang erleben. Und ebenso sollen auch die Unterschiede erlebbar werden, denn sie bilden, wenn sie nicht beurteilt werden, die Farbtupfer und Akzente für ein wundervoll buntes Leben, sodass Anderssein als beglückende Bereicherung auf dem Weg der Individualisierung erfahren werden darf – das eigene Anderssein und das der anderen. Unser Lehrplan macht es möglich, die Lehrinhalte in ihrer spannenden Vielfalt zu vermitteln, nicht in der Festgelegtheit. Das aber erfordert Einsatz, Kreativität und künstlerische Herangehensweise an jedes einzelne Thema, erfordert Aufbereitung in einer Form, die jedes einzelne Kind mit seinen Möglichkeiten im Blick hat, die Entdecken und Erlebbarmachen vor abstrakt begriffliches Lernen setzt, die Erfahrung vermittelt und zu eigenen Erkenntnissen führt. Dieser Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer wird dadurch gewährleistet, dass Eltern diesen Ort des Lernens ermöglichen; und hier schließt sich der Kreis, wird zur Ermöglichung der Ermöglichung! Die Beiträge, die Eltern leisten, um das, was sie sich für ihr Kind wünschen, für viele Kinder real werden zu lassen, bilden die Grundlage für das Leben derjenigen, die ihre Kräfte für die Verwirklichung eines solchen Ortes zur Verfügung stellen. Und vergessen wir nicht: Bezahlbar ist nicht der Mensch, nicht seine Kreativität, nicht sein Wille zum Tun, all das ist unbezahlbar und letztlich ein Geschenk. Bezahlbar sind die nur Dinge, die er zum Leben braucht. Elisabeth Platzer

Die ðristengemeinschaft Bewegung für religiöse Erneuerung WIEN-SÜD in der Johanneskapelle und im Haus der Christengemeinschaft 1230, Rudolf Waisenhorngasse 41 Achtung!

ARBEITSKREISE:

Seit 29. 3. 2015 gibt es neue / alte Beginn Zeiten: Sonntagshandlung für die Kinder 9:45 Menschenweihehandlung um 10:30 Sonntag, 14. und Samstag, 27. Juni An den Donnerstagen beginnt die Menschenweihehandlung weiterhin um 9:00 weitere Termine: Sonntag, 28. Juni: Sommerfest auf dem CG-Grundstück Sonntag, den 5. Juli wird die erste Trauung in Wien-Süd stattfinden!

Evangelienkreis Lukasevangelium, montags 8:00 in der Johanniskapelle

Frühling 2015  MoMent

Mitarbeiterkreis Wien-Süd, 9.6. um 19:00 im Haus der CG Lesekreis „Von Jesus zu Christus“, 16.6. um 19:30 im Haus der CG Auskunft bei: Jakob Butschle Tel. +43 (650) 840 46 56, E-Mail: jakob@butschle.net Sowie im Internet: www.christengemeinschaft.at

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Dialoge und Übergänge – Themen aus der Lehrerbildung „Der Mensch ist nicht bloß ein Zuschauer der Welt, sondern er ist Schauplatz der Welt“ (1) Mit diesen Worten charakterisierte Rudolf Steiner 1919 ein zentrales Anliegen seines philosophischen, künstlerischen, sozialen und pädagogischen Schaffens. In seinem Denken, Fühlen und Handeln bewegt sich der Mensch immer mitten in der Welt; er ist Teil von ihr und sie ist Teil von ihm. Gerade Lehrerinnen und Lehrer forderte Steiner daher, wie an dieser Stelle schon einmal erwähnt, dazu auf, Menschen des „lebendigen Interesses“ zu sein. „Interesse“ verstand Steiner dabei im Sinne der ursprünglichen Wortbedeutung als „mitten darin sein“ - nicht außen davor und distanziert beobachtend. Das wäre eine Zuschauerhaltung und diese muss nach Steiners Pädagogik-Verständnis überwunden werden. Nie würde sich daraus ein lebendiger Dialog entwickeln – mit den Kindern, den Unterrichtsthemen, den Eltern, den Kolleginnen und Kollegen und mit den Fragen der Zeit. Ja, es geht um Fragen. – Alle Dialogfelder entwickeln sich nur so, dass man aus dem Darinstehen, aus dem Miterleben Fragen stellt. "Don‘t say no, just say oh". Diese den Dialog einleitende bzw. ermöglichende Haltungs-Formulierung stammt vom holländischen Psychotherapeuten und Sozialökonom Bernard Lievegoed. Er war auch Autor eines Klassikers der waldorfpädagogischen Entwicklungspsychologie (2). Darin arbeitet er u. a. die sich verändernde Fragehaltung des Kindes in seiner Welt-, Sozial- und Selbstbegegnung aus. Und auf diese bezog und bezieht sich die Waldorfpädagogik seit es sie gibt in ihrer Didaktik und Methodik. Ist sie also nach beinahe 100 Jahren eine moderne Pädagogik? 1 R. Steiner (1992), Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik, Dornach 2 B. C. J. Lievegoed (51990), Entwicklungsphasen des Kindes, Stuttgart

Der Erziehungswissenschaftler Peter Schneider bejaht das unumwunden und argumentiert dies in sieben Thesen. Drei seien hier genannt: Moderne Pädagogik „stellt Wachstumsbedingungen her, unter denen das im Kind sich verwirklichende Selbst zur Erschließung seiner Potenziale gelangt.“ (3) Dabei geht sie entwicklungsbezogen und verfolgt den Maßstab des Altersbezugs (s.o.). Ihre Grundlage ist ein dynamisches Menschenbild, das sich fortschreitend aktualisiert und individualisiert. Dazu braucht es eine dafür ausgebildete Lehrerschaft, „die sich nicht mit ihrem Interesse in einer fachmäßigen Erziehungs- und Unterrichtspraktik abschließt, sondern die mit vollem Anteil sich hineinstellt in die Weiten des Lebens.“ (4) Das ZENTRUM FÜR KULTUR UND PÄDAGOGIK versucht, wie viele der Institute zur Ausbildung von Waldorflehrerinnen und Waldorflehrern, diesem Anspruch gerecht zu werden, und der Titel seines Masterstudienganges ist Programm und Verpflichtung: Erziehung und Bildung im Dialog. Im September dieses Jahres beginnt ein neuer Kurs. Leonhard Weiss, Tobias Richter Tobias Richter und Leonhard Weiss sind Mitarbeiter am Zentrum für Kultur und Pädagogik in Wien und Dozenten des Masterstudiums Waldorfpädagogik an der Donau-Universität Krems. 3 P. Schneider (2006), In: Waldorfpädagogik und staatliche Schule, Stuttgart, S. 195f 4 R. Steiner (1983), Die pädagogische Grundlage der Waldorfschule, Dornach, S, 24

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Frühling 2015  MoMent

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Folgendes Mail von David Müllner erreichte die MoMent-Redaktion

Betreff:

Benefizabend zugunsten syrischer Flüchtlinge, von WaldorfschülerN mitorganisiert…. Liebes Waldorschule-Team! Ich würde gerne eine Veranstaltung bei euch im Moment und im Waldorf Newsletter ankündigen, welche mir sehr am Herzen liegt. Das Projekt "Artists for Syria" Seit Weihnachten arbeiten wir, eine private Initiative, (bestehend aus Johanna Doderer (Komponistin), Andreas Stadler (Diplomat und Kulturmanager), Jürgen Heimbach (Medienkommunikation) und Edeltrauf Schröttner, (Kulturanthroprologin) und mir, (Kulturmanager und Leiter der Ton- und Videoabteilung am Burgtheater)) intensiv daran, einen Benefizabend zu gunsten syrischer Flüchtlinge zu gestalten. Im Kasino am Schwarzenbergplatz treten am 12. Juni unentgeltlich eine einmalige Kombination der unterschiedlichsten KünstlerInnen auf. Mit dabei sind das who is who der Musik- und Schauspielwelt:: Elisabeth Leonskaja, Valentin Erben, Michael Heltau, Die Strottern, Maxi Blaha, Franzobel, Nikolaus Ofczarek, Mavie Hörbiger, Patricia Kopatschinskaja, Dörte Lyssewski, uva.!

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Sie alle haben sich dem Projekt verschrieben und treten unentgeltlich auf. Das Burgtheater stellt das Kasino am Schwarzenbergplatz zur kostenlos zur Verfügung. Die Einnahmen aus dem Abend gehen zu 100% an zwei sorgfältig recherchierte Hilfsprojekte, eines in Syrien selbst, und ein Projekt im Inland, welches sich der Familienzusammenführung widmet! Es wäre schön, wenn ihr im MoMent und in der Schule den Benefizabend ankündigen könntet, der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Karten für € 50.- (ist gleichzeitig die Spende) sind über das Burgtheater, online oder telefonisch zu kaufen. Alle Infos auf: www.artistsforsyria.org

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Samstag, 13. Juni 2015, 15:00 bis 18:00 Uhr Kleiner Festsaal, s.S. 24

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10:00 Uhr Schulfeier 13:30 Uhr Sommerfest Mit Spiel, Sport und Spaß für Groß und Klein, Jung und Älter Mit kulinarischen Köstlichkeiten, Lesungen, Malen und Musik Und einer grandiosen Tombola. Freitag 03. Juli 2015 Letzter Schultag und Sommerferien bis Sonntag 06. Sept. 2015

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Profile for Karl Hruza

Moment Frühling 2015  

MoMent - Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Moment Frühling 2015  

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