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Monatsschrift fĂźr die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer November/Dezember 2011, â‚Ź 2,--


... aus der Redaktion ...

Liebe Leserin, lieber Leser!

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esuch einer Klasse bei einem Landwirtschaftsbetrieb. Die Kinder spannen sich vor den Pflug, mühen sich, ziehen, zerren, dann schleppen sie die Egge über das Feld – und schließlich marschieren sie in gleichmäßigen Schritten, von einem Gedicht begleitet, um die Körner auf dem Feld zu verteilen. Die Wintersaat ist ausgebracht (Siehe Bericht auf Seite 8).

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er Tag, an dem die Schülerinnen und Schüler das Feld auf dem Biohof Adamah bestellten, war genau jener Tag, an dem Fritz Platzer über die Schwelle trat. Fritz Platzer, der unsere Schule in so wunderbarer Weise jahrelang im Qualitätssicherungs-Prozess bis hin zum „Wege zur Qualität“-Audit begleitet hat. Vielen Dank, Irene Bulasikis, für den berührenden Nachruf auf Seite 4. Auch Fritz Platzer war eine Art Sämann. Einer, der es immer wieder verstand, Keime zu setzen, die dann aufgehen mochten oder auch nicht. Wir haben nicht zuletzt Dank seiner Hilfe mit dem ersten Audit eine Art Ernte eingebracht – es liegt nun an uns, die nächste vorzubereiten, zu ermöglichen – neue Keime auszubringen. Das Samenkorn ist eines der wunderbarsten Urbilder: Es gibt sich hin, es vergeht – und ermöglicht so neues Leben im nächsten Jahr. Das gilt nicht nur für die Pflanzenwelt. „Und so lang du das nicht hast / Dieses: Stirb und Werde! / Bist du nur ein trüber Gast / Auf der dunklen Erde“, formulierte es Johann Wolfgang von Goethe. Ein Motiv, das auch Rudolf Steiner in seinen Werken und Vorträgen immer wieder aufgriff. So ist beispielsweise auch die Samenkorn-Meditation eine der grundlegenden geistigen Übungen in Ru-

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dolf Steiners Schrift „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“. Die Naturwissenschaft wiederum beschäftigt seit Langem auch die Frage: „Woher weiß ein Samenkorn, in welche Richtung es wachsen soll?“ Als Antwort werden unterschiedlichste Erklärungsmodelle angeboten. Etwa der „negative Geotropismus“, der dafür sorgt, dass der Spross nach oben und der „positive Geotropismus“, welcher die Wurzeln in Richtung Erdmittelpunkt wachsen lässt. Ein weiteres Erklärungsmodell ist die „Polarität“, die beispielsweise auf der ungleicher Verteilung plasmatischer Komponenten in den Zellen beruhen kann. Doch letztlich werden damit sozusagen nur Werkzeuge der Natur beschrieben, und eine Frage bleibt offen – die nach dem: „Warum?“ Was veranlasst die Pflanze wirklich, sich so zu verhalten? Letztlich gleicht all das, was an unserer Schule geschieht, dem Samenkorn. Jedes Theaterstück, jede Schulfeier, jedes Praktikum, jede Epoche: Wir erleben das alles, wir staunen, sind begeistert, manchmal langweilen wir uns vielleicht ein wenig, sind hin und wieder ein bisschen enttäuscht – dann wieder sind wir überrascht oder hingerissen. Doch all das vergeht, wird sehr rasch zur Erinnerung. Wir können es nicht halten. Dennoch kann all das dankbar Erlebte, das Vergangene gleichzeitig der Keim für das Zukünftige, das Neue sein. Das, was entstehen will. Roman David-Freihsl

MoMent Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at im 20. Jahr MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 9681.059 P.S.K. Blz: 60000; BIC OPSK ATWW IBAN AT26 6000 0000 0968 1059 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@aon.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 01/802 66 03 k.hruza@acrobat.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Freie MitarbeiterInnen: Matti Melchinger, Christa Salcher, Karin Schadl, Lothar Trierenberg Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Waldorf-Wirtschafts-Gemeinschaft (WWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK , 1230 Wien Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 02Z032325Z

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Das müssen wir auch vermeiden, dass wir in den Schulen bloß Abdrücke zubereiten

Rudolf Steiner

1. Goetheanum

1913-19 Dornach Unter Rudolf Steiners Leitung und der Mitarbeit zahlreicher Künstler aus verschiedenen Ländern Errichtung des von ihm entworfenen Goetheanums in Dornach/Schweiz, ein plastisch-organisch in Holz gestalteter Doppelkuppelbau. Eheschließung mit Marie von Sivers (1914). Im Umkreis des Goetheanums entsteht nach und nach ein Ensemble von Wohn- und Zweckbauten nach Entwürfen Rudolf Steiners (Glashaus, Haus Duldeck, Heizhaus, Verlagshaus, Transformatorenhaus); später folgen das Atelierhaus (Haus de Jaager) und weitere Wohnhäuser. Der Dornacher Hügel wird zur Künstlerkolonie; u.a. siedeln sich zahlreiche russische Künstler an, unter ihnen Assja Turgenieff, Andrej Belyj und Margarita Woloschin.

1917 Unter dem Titel «Von Seelenrätseln» erscheinen Steiners Forschungsergebnisse über die Dreigliederung des menschlichen Organismus (Nerven-Sinnessystem, Rhythmisches System, Stoffwechsel-Gliedmaßensystem) und Ausführungen über das Verhältnis von Anthropologie und Anthroposophie. Nach Gesprächen mit dem Politiker Otto Graf Lerchenfeld über die Situation Mitteleuropas entstehen zwei Memoranden, in denen Steiner Perspektiven für eine soziale Neugestaltung des öffentlichen Lebens entwickelt. Diese werden Margarita Woloschin um 1950 an einflussreiche politische Persönlichkeiten in Deutschland und Österreich vermittelt. Heizhaus

Vortrag von Rudolf Steiner aus dem Jahre 1919

1919 Eine in Zürich gehaltene Vortragsreihe über «Die soziale Frage» erscheint überarbeitet im April als Buch unter dem Titel «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft». Leitgedanke ist die «Dreigliederung des sozialen Organismus», d.h. die Entflechtung des Einheitsstaates in ein freies Geistesleben, ein demokratisches Rechtsleben und ein assoziatives Wirtschaftsleben.

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ir sind uns eigentlich gar nicht stark genug bewusst, wie wir in der Menschheitsentwicklung zurückgekommen sind: Die Menschen waren einmal so weit, dass sie die Kinder mehr oder weniger wild haben aufwachsen lassen; dass sie sie gar nicht besonders haben unterrichten lassen. Da hat man nicht eingegriffen in die Freiheit des Menschen, so in die Freiheit eingegriffen, wie wir das tun. Wir fangen an mit sechs Jahren in die Freiheit des Menschen einzugreifen, und müssen, was wir eben gerade dadurch verbrechen, was wir an Freiheit zerstören, dadurch wieder ausbessern, dass wir in der richtigen Weise erziehen. Wir müssen uns klar sein darüber, dass das Wie des Unterrichtens von uns verbessert werden muss, weil wir sonst einem furchtbaren Zustand entgegengehen. Die Leute mögen noch so stark feststellen, wie hoch die Kultur gekommen ist, wie wenig Analphabeten es gibt und so weiter – sie sind doch bloß Abdrücke, Automaten von dem, was in der Schule zubereitet worden ist. Das müssen wir auch vermeiden, dass wir in den Schulen bloß Abdrücke zubereiten. Wir müssen den Menschen trotzdem zu seiner Individualität kommen lassen. Besonders wichtig werden solche Dinge, wenn wir gewissermaßen künstlerische Dinge entwickeln, also sagen wir bei allen Formen das auswendig Aufsagens. … Bedenken wir den extremsten Fall. Denken wir an ein Gebet; da soll das Kind angehalten werden, wenn es ein Gebet lernen soll, beim Inhalt in eine Art verehrungsvolle Stimmung hineinzukommen. Und wir müssen dafür sorgen, dass das Kind zuerst in diese verehrungsvolle Stimmung kommt. Wir müssen davor zurückbeben, dem Kinde ein Gebet beizubringen, wenn wir ihm nicht zuerst die andachtsvolle Stimmung beibringen. Dabei darf das Kind niemals das Gebet aufsagen, ohne dass es die andachtsvolle Stimmung hat. Also wir sollen das Kind nicht ein niedliches, hübsches Gedicht aufsagen lassen, ohne dass wir ihm vorher das leise Lächeln, ein Erfreut sein und Entzückt sein erweckt haben; nicht es ihm befehlen, aber es an dem Inhalt selber erwecken. Und so in allem. Rudolf Steiner, aus: „Menschenerkenntnis und Unterrichtsgestaltung“, Vierter Vortrag, Stuttgart, 15. Juni 1921 Ausgewählt von Roman David-Freihsl

http://www.goetheanum.org | http://de.wikipedia.org/wiki/ | http://wiki.anthroposophie.net/ | 12.11.2011

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Wie könnten wir sterben, wenn wir nicht unsterblich wären? Franz Werfel Fühle, wie wir liebend blicken In die Höhen, die dich jetzt Hin zu andrem Schaffen rufen, Reiche den verlass‘nen Freunden Deine Kraft aus Geistgebieten. Höre unsrer Seelen Bitte, Im Vertrau‘n dir nachgesandt: Wir bedürfen zu dem Erdenwerk Starker Kraft aus Geistes-Landen, Die wir toten Freunden danken. Eine Hoffnung, uns beglückend, Ein Verlust, der tief uns schmerzt: Lass‘ uns hoffen, dass du ferne-nah, Unverloren unsrem Leben leuchtest, Als ein Seelen-Stern im Geistbereich. R. Steiner (Siebenter Vortrag, Berlin, 22. Februar 1915 GA 157, Menschenschicksale und Völkerschicksale)

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ritz Platzer lächelt mich an. Auf seiner Homepage ist die Welt noch in virtueller Ordnung. Ich werde zur Kontaktaufnahme eingeladen, das sind seine Telefonnummer und e-mail Adresse. Vor einigen Monaten hätte das noch funktioniert. Jetzt müssen wir ohne jenen Menschen auskommen, der sich auf diesen Seiten so sympathisch, vielseitig und kompetent darstellt. Ich erkenne erst jetzt, wie viele Kunden Fritz Platzer eigentlich betreut hat. Pionier-Unternehmen aus der Bioszene sind darunter, aber auch Banken, Bildungseinrichtungen und das Arbeitsmarktservice selbst. „Wirksamkeit entfalten – Zusammenarbeit entwickeln – Menschen anregen“, war sein Arbeitsmotto. Fritz Platzer war gefragt, hatte seit Jahren einen vollen Terminkalender, ist viel gereist. Wenn er dann aber bei uns in der Schule war und mit uns gearbeitet hat, dann war er ganz da, absolut präsent und geistesgegenwärtig im Hier und Jetzt. Ich blicke auf seine Skizzen und Zeichnungen, die wir bei unseren Schulungen so oft nachgemalt haben: komplexe Gebilde, aber immer einladend. In bunten Farben, mit weicher Handschrift und dicken Kreidestrichen auf Blatt oder Tafel gezaubert. Die künstlerische Natur des Zeichners schimmert durch, das Prozesshafte wird deutlich, hier ist Leben, hier wohnt Entwicklung. Ich kannte Fritz Platzer fast nur aus Arbeitszusammenhängen. In den 10 Jahren unserer Bekanntschaft haben wir es nicht bis zum Du geschafft. Dennoch war er mir ein „Freund“, ein „Herzensbruder“, wie Jörg Schmiedbauer unlängst sagte. Auch wenn wir uns nie privat getroffen haben, gab es über die Arbeit eine tiefe Verbundenheit. So, wie Fritz Platzer arbeitete, ging es auch gar nicht anders. Immer war die ganze Person gefragt. Das, was er selbst einbrachte, rief er auch in anderen wach. Es war erstaunlich einfach, mit ihm in tiefe Prozesse einzusteigen, man fühlte sich

MICH Wenn mir das Leben Fallen stellt Bleibt mir nur noch zu weilen Im Herbst Im Winter Im Frühling wie Im Sommer Totenstarre halt ich nie Lebensstärke ergreif ich nie Doch dich Seil verlass ich nie Seil der Lebensstärke siehe Im Schwall der inneren Befriedigung Im Tor des ewigen Lebens Auf immer. Mich! Matti Melchinger

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begleitet, geführt, ja beschützt. Denn es war gewiss: Hier ist einer, der den roten Faden in der Hand behält. Die Qualitätsarbeit gelang durch Qualität in der Arbeit. Dadurch erwuchsen Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Und Vertrauen genoss Fritz Platzer jede Menge. (In unserer Schule ist dieser Umstand ja kein geringer Erfolg ;-)) Das Vertrauen war sogar so groß, dass niemand Befangenheit vermutet hätte, als seine Frau Mitglied des Kollegiums wurde. Auch die darauf folgende „Rolle“ als Schulvater löste keinen ParteilichkeitsAufschrei aus. Und tatsächlich: Alles passte unter den Hut der Sachlichkeit und Professionalität. Dabei war Fritz Platzer niemand, der es unbedingt allen recht machen wollte. Natürlich war er umgänglich, verbindlich, verlässlich. Aber er sagte auch deutlich seine Meinung und forderte Menschen heraus. Das gelang ihm allerdings auf eine Art, die gut zu nehmen war, sachlich, ruhig, ohne zu verurteilen, mit einem verschmitzten Lächeln oder einem verständnisvollen Augenzwinkern. Was Fritz Platzer zu leisten vermochte, wird vor allem schätzen können, wer selbst schon einmal Ähnliches versucht hat. Große wie kleine Gruppen so anzuleiten und zu begleiten, dass freudig und angestrengt gearbeitet wird, danach aber alle erfrischt nach Hause gehen. Dabei den Überblick zu bewahren, auch wenn es gerade kunterbunt durcheinander geht. Dort zu entflechten, wo sich eine Sache an einem Punkt verheddert hat. Zu weiten, ohne sich zu verlieren. Andererseits Prozesse zu konzentrieren, ohne Enge zu schaffen. Fritz Platzer konnte einer Sache dienen, ohne ihr Sklave zu werden. Dass Fritz Platzer ein spiritueller Mensch war, war kein Geheimnis. Die tiefe Verankerung seines Wesens in geistigen Zusammenhängen brauchte aber auch keine Hervorhebung, sie wirkte von sich aus. Es war klar: Hier ist jemand auf dem Weg der Selbstschulung, jemand, der sich laufend entwickelt, der an der Welt Interesse hat und an der Menschheitsentwicklung aktiv mitwirkt. Fritz Platzer war nicht nur bei „Wege zur Qualität“ tragender Ausbildner, Auditor und Weiterentwickler; er war auch in der Dreigliederungsbewegung aktiv. Immer wieder sprach er von einer Ausbildungsreihe in Wien. Leider kam es nie dazu. Ohne Fritz Platzers Engagement und geduldige, ausdauernde Arbeit wäre „Wege zur Qualität“ an unserer Schule nicht so schnell und so umfassend verwirklicht worden. Lange bevor wir WzQ überhaupt auf unsere Kompetenzfahnen heften wollten, sind wir darin bereits geschult worden. Und kaum hatten wir die ersten Schritte hinter uns, wurden wir auch schon zu Größerem aufgefordert. In der Impulsgruppe gab es einen Autonomie-Schubs nach dem anderen: Ihr braucht mich dazu nicht! Macht doch die Einführung selbst! Meldet euch zum Audit an! Ihr schafft das! Ein Leitbild muss her – das wird schon gehen! Fangt einfach einmal an! Fritz Platzer hatte genug Zuversicht für uns alle und verstand es, Mut zu machen. Außerdem konnte er Komplexität so zugänglich machen, dass daraus kein Stolperstein wurde. Bei TanzlehrInnen ist diese Kunst zu beobachten: Manche verwirren ihre SchülerInnen nur, andere haben solch eine Klarheit in sich, dass selbst die schwierigsten Schrittkombinationen im Nu selbstverständlich sind. Fritz Platzer war solch ein leichtfüßiger Tänzer. Und das nicht nur in der Qualitätsarbeit! Vor einigen Jahren schwang er auf unserem Schulball fröhlich das Tanzbein. Witzig kostümiert! Dass er auch Saxophon spielte, wusste ich bis vor kurzem nicht. Wie vieles andere auch nicht. Doch dieses Privileg hatten andere. Gemeinsam haben wir ihn hoffentlich in all seinen Facetten erkannt und geschätzt. 49 Jahre durften wir Fritz Platzer unter uns wissen. Haben wir oft genug Danke dafür gesagt? Irene Bulasikis

Eine Kur der Positivität Da kommt jemand und sagt: „Aber ich durfte mit diesem Menschen nur zehn Jahre zusammenleben, ich hätte mir gewünscht, dass er noch zwanzig Jahre bei mir geblieben wäre.“ Ja, aber man kann genauso umgekehrt dankbar sein, dass es nicht ein einziges Jahr war, sondern gleich zehn. So kann man zehnmal mehr dankbar sein. Die Verständigung mit Verstorbenen, auch mit Engeln, kommt allein durch die Übung der Positivität zustande. Wir kommen als Menschen immer wieder in die Versuchung hinein, das Negative zu betonen, dagegen ist es ein Wesenszug der Verstorbenen und der Engel, dass sie immer auf das Positive schauen. Der Umgang mit Engeln und Verstorbenen ist eine Kur der Positivität und die kann uns nur gut tun. Denn wo wir uns umschauen, welche Zeitung wir auch lesen, da geht es immer um negative Dinge. (…) Das Positive kann einen viel höheren Genuss bewirken. Und er Umgang mit Engeln und Verstorbenen ist die Kunst des Positiven. So geartet sind die Inspirationen, die Gedanken, die sie uns zukommen lassen.“ Pietro Archiati aus: Mit Engeln und Verstorbenen leben, Archiati Verlag

Fritz Platzer, 29. Jänner 2005 November/Dezember 2011  MoMent

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Schulfeier Samstag 15.Oktober Fotos: Lothar Trierenberg

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MoMent Rückblicke …

Michaelifest im Maurer Wald Auch heuer waren die Michaeli-Spiele im Maurer Wald ein voller Erfolg! Bei strahlendem Sonnenschein haben sich unsere 2.-7. Klässler am 29. September den Aufgaben und Mutproben der 8. Klasse tapfer gestellt. Die Stationen waren: 1.) Balancieren auf der „Slack-Line“ mit Löffel und Zwiebel 2.) Netzklettern 3.) Ekelparcours 4.) Memory 5.) Fangen mit verbundenen Augen und Rassel 6.) Sachen erraten, die in grausliches Material versteckt waren

7.) Mit verbundenen Augen Kinder nach Geräuschen einordnen 8.) Der mutige Fall 9.) Dreibeinlauf Parcours (ein Partner mit verbundenen Augen) 10.) Kostproben 11.) Baumklettern 12.) Geisterbahn Vielen herzlichen Dank an die 8. Klasse für die Planung der Stationen! (Die Redaktion)

Fotos: Lucia Debruyn

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Bemesst den Schritt! Bemesst den Schwung! Die Erde bleibt noch lange jung! Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht. Die Ruh ist süß. Es hat es gut Hier eins, das durch die Scholle bricht. Es hat es gut. Süß ist das Licht. Und keines fällt aus dieser Welt Und jedes fällt, wie’s Gott gefällt. Conrad Ferdinand Meyer

Ein Feld wird bestellt Die dritte Klasse besuchte den Bio-Bauernhof ADAMAH

Ein Oktobertag, geschäftiges Treiben in der Endresstraße. Vor der Schule steigen Kinder in Autos der begleitenden Eltern. „Ich liebe die dritte Klasse, da gibt es so viele Ausflüge, so viele Erlebnisse“ (Zitat einer Schülerin). Vor Kurzem war die Klasse bereits bei einem Köhler in Niederösterreich und die eine Schülerin oder der andere Schüler war mit russgeschwärztem Gesicht heimgekehrt. Diesmal geht es zum ADAMAH-Hof, ein großer innovativer Bio-Bauernhof, bekannt unter anderem für das „Biokistl“ und seit Neuestem für das Energiemodell des Betriebes, der

nicht nur durch alternative Energieträger an Sonnentagen zu 100 Prozent autark arbeitet, sondern bei dem man sich auch beteiligen und für seine Investition eine Garantie für Lebensmittellieferungen, auch in möglichen Krisenzeiten, bekommen kann. Nur kleine mitfahrende Geschwisterkinder sind enttäuscht, es gibt noch keine Kühe. Aber darum soll es heute nicht gehen – ein Feld darf bestellt werden. Bereits bei der Autofahrt wird spekuliert, wie groß dieses Feld sein wird. Die vorbeiziehenden Riesenflächen lassen aufstöhnen: „Puh, das wird aber viel Arbeit, ohne Traktor oder Pferde“. Ja, es war eine Arbeit, eine anstrengende, eine schöne. Das Feld war wider Erwarten gar nicht so groß. Zum Glück, denn einen Pflug mit Kinderkraft zu ziehen ist gar nicht so

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... und einen Köhler

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Fotos: Lothar Trierenberg

leicht. Die Furche soll gerade sein, die Schar darf sich nicht zu tief in die Erde graben. Das Eggen geht schon leichter. Wer darf sich darauf setzen, um die Egge zu beschweren? Alle helfen mit, alle sind mit Kraft und Herz dabei. Die ersten Jacken werden ausgezogen und wer noch am Morgen im dichten kalten Nebel gefroren hat, freut sich über das wärmende Sonnenlicht. Schon wieder hat die Klasse ein Wetterglück; wenn Engel reisen – wenn Kinder Sinnvolles tun. Für uns Eltern, die wir dabei sein dürfen, ein wohltuender Anblick, Erinnerungen werden wach bei uns, die wir einst selbst einmal Schülerinnen und Schüler an dieser Schule waren. Auch heute erleben wir eine Lehrerin, die weiß, was sie mit ihren Kindern tut, in einer Innigkeit begleitet sie das abschließende Säen mit dem Gedicht von Conrad Ferdinand

Meyer – alle sprechen mit. In Kleingruppen wird das Feld beschritten. Die vorab geübte Bewegung des Säens lässt die Körner in die gelockerte Erde fallen, die restlichen in den Mund. Man hat den Eindruck, die Kinder schätzen es sehr, was sie an diesem Tag erleben dürfen – vielleicht wird auch bei ihnen das heute Gesäte reifen und reiche Ernte bringen. Sabine Trierenberg

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MoMent Rückblicke …

„Mittelstufeneinstieg einmal Eltern der 5. Klasse organisierten am Samstag dem 24. September 2011 einen Mittelstufeneinstieg zum Kennenlernen der „Neuen“ in der Klasse und der zu erwartenden Geschehnisse in der Mittelstufe allgemein. Fast zwei Drittel der Eltern und Kinder machten diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg. Als wir im letzten Frühjahr das Erst-Klass-Wochenende für die jetzige 2. Klasse besprachen, kam mir die Idee, den Einstieg in die Mittelstufe auch mit einem besonderen Tag vorzubereiten. So setzten wir drei, Barbara Willau, Ursula Pfrimer und ich, uns zusammen und besprachen den „Mittelstufeneinstieg“. Da es eine Veranstaltung der Eltern sein sollte, übernahmen auch wir Eltern die Organisation. Am Samstag, den 24. September 2011, war es dann so weit. Bis 10 Uhr trafen Dreiviertel aller Klassen-Eltern, fast alle mit ihren Kindern, ein. Die Eltern begaben sich auch gleich in die 5. Klasse, um ihren Anteil an einem erfolgreichen Tag zu beginnen. Die Kinder machten sich ohne Aufforderung daran, alles Spielbare mit den Händen zu ergreifen oder mit den Füßen zu treten, oder kurz gefasst, den Hof auf 113 zu beleben. Julia Chaloupek und Benedikt Brand sorgten für die notwendige Sicherheit. Der von unserer Lehrerin hervorragend vorbereitete theoretische Teil, hatte wie sich später herausstellen sollte, auch einen sehr plastischen, praktischen Anteil. Wir erfuhren sehr viel über die Entwicklung der Kinder aus anthroposophischer Sicht. Aber auch, was uns in den nächsten Jahren erwarten könnte und wie die Schule auf die Veränderungen in den Kindern und deren Entwicklung reagieren will. Nach einer wohlverdienten Kaffeepause verließen wir die theoretische Ebene und durften spüren gehen. Unsere Kinder hatten im Werken Tonkugeln für uns vorbereitet. Unsere Aufgabe war es nun, ohne den Ton „abzukratzen“ zu erspüren und nachzuformen, was in den Kugeln von den Kindern versteckt wurde. Etwas unsicher begannen wir, die Kugeln zu verformen, fassten immer mehr Mut, um schließlich die Gebilde der eigenen Fantasie auf dem Klassenboden zu platzieren. Dann durften wir den Ton abnehmen und die im Ton „gefangenen“ Dinge befreien. Mit dem Ton modellierten wir anschließend in Profimanier Gefäße, Ständer, Halterungen und sonstige, einem Hrdlicka zur Ehre gereichende Kunstwerke. Darauf platzierten wir dann die ursprünglich in den Tonkugeln verborgenen Steine. Die nun fertigen Kunstwerke durften wir in der Mitte des Klassenzimmers, rund um eine Vase mit bunten Blumen, ausstellen. Danach ging es im Brainstorming daran aufzulisten, was wir uns von diesem Tag noch erwarteten. Was wir noch wissen wollten, befürchteten, erhofften, welche Hilfe wir erwarten könnten, … und was uns sonst noch bedrückte wurde aufgezählt. Wir hatten die Möglichkeit ohne Tabus alles aufschreiben zu lassen was jedem einzelnen wichtig erschien.

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anders!“ Danach fassten wir die Punkte, vom Umgang mit Handys in der Schule bis, wie kläre ich mein Kind auf, so gut es ging in Gruppen zusammen. Für einen Teil der Fragen konnten wir gleich die Antwort erhalten und der Rest wurde auf die nächsten Elternabende „vertagt“. Die Zeit verflog wie im Fluge. Pünktlich um halb 1 machten wir uns auf den Weg. Die Kinder waren aber vorerst wenig erfreut, weil wir viel zu früh ihre Gaudi auf 113 störten. Es half nichts. Wir drängten zum Marsch auf den Parapluiberg. Einige fuhren mit dem 60er bis nach Rodaun, einige kamen mit dem Auto zur Endstation und nach kurzem Zusammenwarten wanderten wir los. Nach einer kurzen Fotos-Session stiegen wir in den „Berg“. Unter der professionellen Hand unseres Bergführers Thomas kamen wir nach ein paar kurzen Aufenthalten vollzählig und wohlbehalten, aber sehr durstig, beim Franz-Ferdinand-Schutzhaus an. Die Müdigkeit der Kinder war nach einer kräftigen mitgebrachten Jause umgehend verflogen. Empfehlenswert sind aber auch die kulinarischen Genüsse aus der Schutzhausküche. Es gab auch viel zu besprechen, Erfahrungen auszutauschen, manches besser zu wissen als andere, und so verging die Zeit wie im Flug. Da aber nicht zu erwarten war, dass die Kinder bald an den Abstieg denken würden, machten wir es uns gemütlich und halfen mit, den frischen (heurigen) Sturm erst gar nicht aufkommen zu lassen. Natürlich ließen wir uns auch die Chance nicht entgehen, mit der Landessprecherin der Waldorfschulen Hamburgs, die mit Familie Wetter mitgekommen war, fachzusimpeln. So erfuhren wir einiges über die finanzielle Förderung der Kinder in Hamburg, die Bezahlung der Lehrer und deren Ausbildung. Aber auch, dass unsere Schule bis nach Hamburg oft als positives Beispiel einer Schulentwicklung benannt wird. Mit dem Berichten über das Audit, den damit einhergehenden Veränderungen und der damit verbundenen Entwicklung konnten wir weiter positive Einblicke in unserer Schule übermitteln. Trotzdem blieb uns nichts anderes übrig, als mit dem Verschwinden der Sonne hinter den Bäumen, den Rückzug anzutreten. Gemütlichen Schrittes ging es in der „Direttissima“ hinunter ins Tal. Beim Verabschieden auf der großen „Einsteigstiege“ war es gänzlich unwichtig wer später kam, schneller ging, langsamer wanderte, schwere oder leichte Schuhe anhatte und auch alle aufgeschürften Knie waren verpickt. Gemeinsam gingen wir, die mit Öffis angereisten, wieder zur Bim und als wir nach Hause kamen hatten die Kinder schon wieder Hunger. Fast war alles wieder so wie immer. Aber eben nur fast, denn am Fensterbrett stehen noch immer zwei selbstgemachte Ton-Kunstwerke, die jeweils einen/ihren Stein tragen und uns noch lange an eine Schulveranstaltung, einen Mittelstufeneinstieg, der anderen Art erinnern. Josef Prüller

Fotos: Josef Prüller

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Das Landwirtschaftspraktikum der 9. Klasse Eines Sonntags sieht man vor der Rudolf Steiner Schule Wien-Mauer einen Bus vorfahren; viele 9.Klässler und eine Lehrerin sieht man einsteigen, doch zwei fehlen! Hatten die keine Lust auf das Praktikum? Das kann doch nicht sein! Es ist auch nicht so! Diese zwei fanden sich zu fein für den Bus und fuhren daher mittels anderer Transport-Geräte auf ihren Bauernhof, der etwas abseits lag. Vier Stunden später sieht man diesen Bus in Allensteig halten. Doch es steigen nur noch vier 9.Klässler und eine Lehrerin aus! Wo sind die anderen? Diese Frage lässt sich leicht beantworten! Die restlichen Schüler sind schon früher ausgestiegen und sitzen inzwischen glücklich in der guten Stube der Bauern. Gespannt und etwas aufgeregt sieht man alle, besonders die letzten zwei Mädchen, aussteigen. Zwei Wochen bei einer Familie, die man noch nie vorher gesehen hat, zu verbringen und dort dann auch noch zu arbeiten, das bedarf ja auch ein wenig Aufregung! Was ist auf dem Landwirtschaftspraktikum passiert? Auf dem Landwirtschaftspraktikum wurde/n: Kühe versorgt, Hühner versorgt, Schafe versorgt, Gänse versorgt, Bauern versorgt, Hunde versorgt, Katzen versorgt, Ställe ausgemistet, Holzkisten genagelt, Hackschnitzel produziert, Heu gerecht (falsch und richtig), Holz gesägt, Holz geschlichtet, Handy(s) verloren, Pausen gemacht, Zimmer geputzt, Kartoffeln geerntet, Sonstiges geerntet, in Gummistiefeln Fußball gespielt, Kälber gekriegt, Bauern auf die Palme gebracht, eingekauft, Beete umgegraben, Babys gesittet, gelacht, geweint, gearbeitet.

Fotos: SchülerInnen d. 9. Klasse

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Man glaubt kaum, dass man so viel in zwei Wochen unterbringen und trotzdem noch freie Minuten haben kann. Aber es ist sich gut ausgegangen. Am Ende war niemand verletzt – wir rochen nur etwas streng, was ja auch kein Wunder ist, denn zwei Wochen auf einem Bauernhof bringen auch Geruch mit sich. In manchen Augen Trauer, in manchen Augen Freude wieder fahren zu müssen, aber die Erinnerung bleibt UNS ja!! Ob die Bauern sich freuten oder trauerten, als WIR weg waren, das lässt sich schlecht beurteilen aber im Winter muss man ja nur heizen, und das werden sie ja wohl noch ohne Hilfe von 9.Klässlern hinkriegen! M.M.

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– Um was ging‘s?

Aufarbeiten von Windwürfen • Geworfene Bäume fällen (durch Forstarbeiter) • Gefällte Bäume entasten und schöpsen • Geschälte Stämme rücken und stapeln • Zweige und Äste klein hacken für Waldkompost • Zusammenrechen des Kleinmists Jungbäume setzen • Löcher graben, Waldkompost beifügen • Bäume setzen und mit Einzelschutzgittern bzw. Stachelbäumen versehen • Einzelschutzgitter gegen Verbiss vorher schneiden und binden • Düngen mit biologisch-dynamischen Düngemitteln Baumpflege • Kontrolle der Verbissgitter • Abgefrorene Spitzen der Jungbäume zurückschneiden • In das Gitter verwachsene Zweige befreien • Bei abgestorbenen Bäumen die Gitter und Stangen entfernen • Baumbestand zählen • Düngen mit biologisch-dynamischen Düngemitteln Waldkompost anlegen • Ausheben einer großen Grube an geeigneter Stelle • Gehackte Äste, Zweige und Rinde in Grube verdichten • Alle 30cm eine Schicht Pferdemist und Urgesteinsmehl einbringen • Waldkompost bis zu 1,5m Höhe dicht anhäufen und mit Steinen beschweren • Impfen des Waldkomposts mit biologisch-dynamischen Präparaten Waldkompost umsetzen • Abdecksteine entfernen • Umgraben - untere Schichten nach oben - Gesteinsmehl beifügen • Zuletzt wieder mit Steinen beschweren Waldkompost ernten • Ausgereiften Waldkompost öffnen • Komposterde durch ein Wurfgitter sieben und in Säcke füllen und abtransportieren Brennholz schneiden • Abgestorbenen doch stehenden Bäumen fällen, zersägen • Auf Hänger laden • Mit Axt zu Brennholz spalten • Brennholz zum Trocknen schlichten Küchen- und Putzdienst • Holzofen in Gang halten, Brennholz holen • Frühstück, Mittagessen und Abendessen bereiten • Sanitäre Anlagen reinigen (WC und Dusche)

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Fotos: Karo Meixner, Karl Hruza

Das Forstpraktikum der 10. Klasse

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Willkommen in der Russischen Schule in Wien! V

or einem Jahr hat unsere Schule den Kontakt zur Russischen Schule geknüpft. Diese Schule ist ein Stück Russland in Wien, weil sie zur Russischen Botschaft gehört und ihr Territorium daher als russisches Territorium gilt. Die Schüler und Schülerinnen, die in diese Schule gehen, wohnen meistens aufgrund der Arbeit ihrer Eltern in Wien. Es sind Kinder der Mitarbeiter der Russischen Botschaft, des Russischen Kulturinstituts oder von Geschäftsleuten. Alle Lehrer und Lehrerinnen der Russischen Schule bleiben nur ein paar Jahre im Rahmen einer „Dienstreise“ in Wien. Der ganze Unterricht läuft auf Russisch und ist auf dem Lehrplan der russischen Gymnasien aufgebaut, als Fremdsprache wird Englisch gelernt, Deutsch wird aber als Zusatzfach angeboten. Vor einem Jahr reisten wir mit der heutigen 12. Klasse das erste Mal zu dieser „russischen Insel“ im 22. Bezirk. Wir wurden herzlich empfangen, konnten den Unterricht besuchen und über den Alltag der Schüler

und Schülerinnen einiges erfahren. Mir fiel besonders auf, dass die Unterrichtsstunden in raschem Tempo von 8:30 bis 14:30 aufeinander folgen, weil viele Kinder von Schulbussen abgeholt werden. Ein Schulbus bringt viele sogar täglich nach Bratislava zurück. Obwohl unsere Rudolf Steiner-Schule in Mauer und die Russische Schule unterschiedlich sind, verbindet uns die russische Sprache und gegenseitiges Interesse. Für unsere Schüler und Schülerinnen bietet sich eine Möglichkeit, einige Tage in russischem Ambiente zu verbringen. Einige Schüler und Schülerinnen der heutigen 12. Klasse haben schon eine Woche in der Russischen Schule verbracht.

10. Klasse mitgemacht. Sie haben keine Minute bedauert, dass sie dafür Zeit in ihren Ferien „geopfert“ haben. Auf keinen Fall möchte ich verabsäumen zu sagen, dass die 11. Klasse unseren russisch-kasachischen Besuch sehr herzlich empfangen und betreut hat. Wir haben auch schon ein Dankschreiben von

Dieses Jahr ist die 11. Klasse dran. Russische Schüler haben schon zum zweiten Mal am Unterricht in unserer Schule teilgenommen. Dieses Jahr haben Selenkina Polina, Selenkin Michail und Musajewa Madina bei der Deutschepoche in der 12. Klasse und beim Fachunterricht und in den Russischstunden der

Oberstufenforum mit russischen Gästen A

m 20. Oktober hatten die 12. Klasse und ich drei russische Damen, die offizielle Institutionen ihres Heimatlandes in Wien repräsentieren, zum Oberstufenforum eingeladen. Es waren dies die Direktorin des Russischen Kulturinstituts, Frau Mischukowskaja, die Frau Presse-Attaché der Russischen Botschaft in Wien, Dr. Kupalova, und die Leiterin der Sprachkurse im Russischen Kulturinstitut, Frau Schewergina. Unsere Gäste waren von dem Treffen mit unseren Schülern begeistert. Ich kann sogar die Direktorin des RKI (Russischen Kulturinstitut) zitieren, die sagte: «Wie leuchten die Augen Ihrer Schüler und Schülerinnen!» Unsere Gäste haben über Russland, die Arbeit der Russischen Botschaft und die Arbeit des russischen Kulturinstituts berichtet. Ihre ebenfalls leuchtenden Augen und ihre Herzlichkeit während ihrer Erzählungen und Einladungen zu den Russland vertretenden Institutionen in Wien haben meine Erwartun 14 |

gen vom Treffen bestätigt. Die Einladungen, an den Veranstaltungen des Russischen Kulturinstituts teilzunehmen, haben sich mehrmals wiederholt, wie es bei Russen üblich ist. Die Namen von Dostojevskij, Puschkin, Tolstoj wurden natürlich auch genannt. Die Grüße von Botschafter Netschajew wurden an unsere Schüler und Schülerinnen bestellt. Auch die politische und wirtschaftliche Bedeutung der österreichisch-russischen Beziehungen wurde erwähnt. Was trägt das RKI dazu bei? Abgesehen von vielen kreativen Workshops, Ausstellungen und Veranstaltungen bietet das RKI Russischsprachkurse.

gruppe um Herrn Josef Prüller für ihre Initiative besonders danken, weil sie vor einem Jahr den ersten Baustein für unsere Kontakte mit der Russischen Botschaft und Russischen Schule gelegt hat. Es ist auch sehr wichtig und wünschenswert, dass Russischlehrerinnen, Schüler und

Die ausgestellten Zertifikate über geprüfte Sprachkenntnisse bereiten den Weg vor für diejenigen, die an russischen Universitäten studieren oder mit der russischen Sprache arbeiten wollen. Das Treffen trug zwar eher einen offiziellen Charakter, vermittelte hoffentlich viel mehr als nur eine offizielle Fassade. An dieser Stelle möchte ich der ElternMoMent  November/Dezember 2011


Samstag 21.01.2012 Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer der Russischen Schule bekommen, in dem Ewgenija Hramkova, die stellvertretende Direktorin, unsere Schüler und Schülerinnen zum Gegenbesuch einlädt und sich auf die Fortsetzung unserer freundschaftlichen Beziehungen freut.  Kristina Güsmer Russischlehrerin der 10. und der 12. Klasse

TAG DER OFFENEN TÜR Wir laden ein, von 10 bis 13 Uhr den Unterricht aller Klassen der Unter-, Mittel- und Oberstufe zu besuchen. Auch Hort und Kindergarten sind geöffnet.

Umfassende Informationsmöglichkeit von 10 bis 14 Uhr Ausstellungen von Schülerarbeiten, Buffet und Mittagstisch Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Dienstag 24.01.2012 Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

INFORMATIONS-ABEND Von 19:30 bis 20:00 informieren wir Sie über die kommende 1. Klasse Aufnahmegespräche am 5., 7., 9., 12. und 14. März Weitere Informationen: 01 - 888 12 75, www.waldorf-mauer.at

Schülerinnen diese Kontakte aus eigener Initiative pflegen und weiter entwickeln. Vieles wird schon getan! Für alle, die sich für das Russische Kulturinstitut in Wien interessieren: http://www. russischeskulturinstitut.at Kristina Güsmer

Was soll Schule leisten?

Zum Bildungsverständnis der Waldorfpädagogik Abendvortrag

Prof. Dr. Jost Schieren

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Freitag, 2. Dezember 2011 19:30 Uhr im Kleinen Festsaal der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, Endressstr.100 in 1230 Wien

Die Bildsprache in Goethes Märchen „Von der grünen Schlange und der schönen Lilie“

Seminar

Prof. Dr. Jost Schieren Samstag, 3. Dezember 2011 9:00 – 18:00 Uhr Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, Endressstr.100 in 1230 Wien

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Kindergart Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Friedrich Schiller (1795)

en

Füreinander Spielgefährten werden Gespräch mit Eva Hartmann (EH) zu einer besonderen Spielsequenz UD: Eva, wenn man nach dem Ende der Freispielzeit deinen Raum betritt, balgen sich am Teppich die Kinder fröhlich um- und übereinander. Etwas erstaunt bemerkt man dann, dass auch du mit dabei bist. Was tut sich da eigentlich? EH: Man kann es als dynamisches und freudiges Balgen und Rollen bezeichnen. Aber eigentlich ist es eine unmittelbare körperliche Begegnung im Spiel auf gleicher Augenhöhe – ganz aus der Situation. UD: Worum geht es Dir dabei? EH: Für mich findet dabei eine tiefe Wesensbegegnung mit den Kindern statt. Eine Wahrnehmung, wie sich die Kinder leiblich fühlen - und zwar bei jedem Kind in der ihm eigenen persönlichen Dynamik. UD: Wie bist Du darauf gekommen, auf diese Art mit den Kindern zu spielen? EH: Ich habe vor sieben Jahren bei der Weltkindergartentagung in Dornach an einer Arbeitsgruppe mit Fred Donaldson über „Ursprüngliches Spiel“ teilgenommen. Im Spiel mit ihm hatte ich ein sehr

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tiefgehendes Erlebnis des Urvertrauens in mich und die Welt und der Geborgenheit durch liebevolle Begegnung. Mir wurde klar, wie wichtig es für Kinder ist, eben dieses Vertrauen insbesondere leiblich zu erleben. Daraufhin habe ich begonnen, den Impuls in meiner Kindergartengrupp e umzusetzen. UD: Und wie hat sich das dann entwickelt? EH: Am Anfang habe ich, am Teppich hockend, mit einzelnen Kindern zu spielen begonnen. Das relativ kurze Zeitfenster am Übergang zwischen Freispiel und Jause hat sich dafür angeboten, weil da der Raum am Teppich frei ist. Das Spiel ist dann frei zugänglich für alle Kinder, die vom Händewaschen kommen. Wer nicht möchte, setzt sich schon an den Tisch. UD: Beim Zusehen fällt auf, dass das ganze Bewegungsspiel eher kugelig schwingend und rund balgend abläuft. Was steht da dahinter? EH: Das ursprüngliche Spiel, wie es auch kleinen Kindern eigen ist, ist ein vorbehaltloses sich Einlassen aufeinander und auf die Welt - und zwar ohne Kampf.

Alle Bewegungsimpulse – auch überschießende – sind zugelassen, werden aber in Begegnung verwandelt. Es entwickelt sich sozusagen ein nonverbaler Dialog, wobei eine liebevolle Stimmung erhalten bleibt und das Spiel auch nie ausufert. UD: Die Kinder fühlen sich offensichtlich sehr wohl dabei. EH: Ja, sie werden dabei sehr gelöst und zufrieden. Es spricht die Kinder in ihrem Bedürfnis an, sich zugehörig und in der Welt zu Hause zu fühlen und sie können einfach Freude am Beisammensein erleben. UD: Bist du immer mit dabei? EH: Mittlerweile nicht mehr. Es genügt, wenn ich „rollen, rollen, rollen“ singe, dass die Kinder ins Spiel finden. Aber wenn ich dabei bin, kann ich besser abschätzen, ob die liebende Stimmung gehalten wird und kann auch mehr ausgleichen. Ganz wichtig ist jedoch, dass auch ich mich selbst frage, ob ich heute bereit bin, mitzuspielen oder ob mir

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zum Beispiel heute soviel Nähe zuviel ist. Wenn ich merke, dass ich die Stimmung nicht halten kann, würde das Spiel auch nicht gut gehen. UD: Gibt es besondere Erfahrungen, die du mit den Kindern gemacht hast? EH: Insgesamt konnte ich meinen Blick auf die Kinder verfeinern und das Bild, das ich im einzelnen von ihrer Konstitution hatte, hat sich erweitert. So kann es geschehen, dass sich sehr aktive Kinder, die sich mit viel Bewegung abgrenzen müssen, oft lange zuschauen, bevor sie Vertrauen schöpfen und mitspielen. Sie zeigen sich dabei sehr sensibel im Hinblick auf ihr Körpervertrauen – spielerische Bewegung erkennen sie zuerst gar nicht als solche. Kinder, die ansonsten eher etwas bewegungsscheu sind, fassen da viel schneller Vertrauen und spielen dann jubelnd mit. Überraschend ist das insofern, als nach der den Kindern sonst eigenen Art der Bewegung ich anfäng

lich das Gegenteil erwartet hätte. UD: Wirkt sich das regelmäßige miteinander Rollen auf die Gruppe aus? EH: Ja, absolut bereichernd. Die Kinder werden gestärkt in ihrer gegenseitigen und ihrer eigenen Wahrnehmung und buchstäblich durchwärmt. Ihr Blick füreinander wird freier und Fröhlichkeit hält Einzug. UD: Fred Donaldson baut ja auf das natürliche Gefühl für Zugehörigkeit und Empfänglichkeit, auf das Einlassen ohne Kampf. Es gibt da die Ebene, die alles Leben liebend verbindet und das ist auch die Ebene des ursprünglichen Spiels. Wo trifft sich der Ansatz für dich im Besonderen mit der Waldorfpädagogik? EH: Auch für mich als Erwachsener ist dabei das Eingebundensein in ein größeres universelles Ganzes erlebbar. Nun ist ja das Anliegen unserer Pädagogik im ersten Jahrsiebt besonderes darauf gerichtet, den Kindern zu ermöglichen, im Hier und Jetzt ein Heimatgefühl zu finden, wie sie es aus dem Vorgeburtlichen kennen. Die Tore zur Welt sind die

Sinne – in dieser Zeit besonders der Lebenssinn, der Tastsinn, der Bewegungssinn und der Gleichgewichtssinn. Diese brauchen die entsprechende Nahrung durch leibliches Erleben. Und über diese Sinne findet auch ganz unmittelbare Begegnung statt, und stärkt das Vertrauen gehalten, geführt und zugehörig zu sein. Diese Sicherheit soll sich im Leib verankern und ist für das ganze Leben von tragender Bedeutung. UD: Und dieses Vertrauen wächst nur im Miteinander. Also füreinander Spielgefährten werden auf dem Weg durchs Leben? EH: Ja, und sich immer wieder daran erinnern: Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt! UD: Danke für das Gespräch! Ursula Dotzler (UD)

TAG der offenen TÜR im Waldorfkindergarten Freitag, den 27. Jänner 2012 von 15 – 17 Uhr

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Wir freuen uns, Ihnen einen Einblick in unseren Kindergarten zu geben. Nutzen sie die Möglichkeit im Gespräch, bei der Teilnahme an verschiedenen Aktivitäten, im Erleben eines Puppenspiels sich ein Bild von unserer Arbeit und Gemeinschaft | 17 zu machen.


MOMENT – LehrerInnen im GESPRÄCH:

Claudia Dragschitz,

Lehrerin der vierten Klasse im Gespräch mit Christa Salcher

C

laudia Dragschitz wurde am 5. Juli 1986 in Wien geboren Sie wuchs im 20. Bezirk auf, besuchte dort auch die Volksschule. Nach vier Jahren Gymnasium im 19. Bezirk wechselte sie in die Oberstufe einer Handelsakademie. Nach der Matura studierte sie vier Semester lang Kulturund Sozialanthropologie. Ein längeres Studium war dann aus finanziellen Gründen nicht möglich, da Frau Dragschitz sich schon als sehr junge Frau auf eigene Beine gestellt hatte. Anschließend arbeitete sie drei Jahre lang in der Mineralölbranche, wo ihr die in der Handelsakademie erworbenen Fähigkeiten hilfreich waren. Auf Dauer befriedigte sie diese Tätigkeit aber nicht. So kam sie auf ihren, schon im Gymnasium deutlich bewussten Wunsch zurück, Lehrerin zu werden. Um dem Bedürfnis, mit Kindern zu arbeiten, nachzugehen, folgte zunächst die Ausbildung zur Freizeitpädagogin an der Pädagogischen Akademie. In der Folge bekam Claudia Dragschitz sofort eine Aufgabe in einer ganztägigen öffentlichen Volksschule, wo sie dreieinhalb Jahre als Begleitlehrerin arbeitete. Ihre Kollegin betreute die Kinder als Hauptlehrerin vorwiegend am Vormittag, während sie selbst Teile des Nachmittagsunterrichts gestalten konnte. 

CD: Claudia Dragschitz / CS: Christa Salcher CS: Sie haben ja erzählt, dass sie Beruf und Freizeit verbinden wollen. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? CD: Ich sehe die Vorbereitung auf den Unterricht als meine Freizeitbeschäftigung, weil mir das Vorbereiten der Epochen wirklich Spaß macht. Zu überlegen, wann dieses oder jenes an die Reihe kommt, welchen Hefteintrag wir machen werden, welche Zeichnungen usw. macht Freude. Ich versetze mich in die Rolle der Schülerin. Darüber hinaus beschäftige ich mich in der Freizeit gerne mit den Dingen, die sich in den Unterricht einbauen lassen – ich zeichne und male gerne, nähe, lese gerne, und gehe gerne auf Reisen. CS: Also stammen die schönen Tafelbilder ganz aus Ihrer Hand? CD: Ja, genau. CS: Sie wohnen ja jetzt am Land, entspricht Ihnen das? CD: Ja, wir sind zu dritt, mein Partner, seine Schwester und ich, in ein gemietetes Haus nach Gaaden gezogen, um näher bei der Schule zu wohnen. Wir haben Garten und einen Hund - ja,  es ist harmonisch. 18 |

Diese Tätigkeit war auf die Dauer zu wenig für Frau Dragschitz‘ Anliegen, tief in eine Arbeit einzudringen und auch Freizeit und Beruf möglichst sinnbringend zu verbinden. Sie suchte also nach einer alternativen Form der Pädagogik, weil sie mit vielen Inhalten und Methoden an der öffentlichen Schule nicht einverstanden war. Verschiedene Ausrichtungen wurden erwogen, so zum Beispiel Montessori- und Reggio-Pädagogik. Dann aber entdeckte sie die Waldorfpädagogik, die ihr am besten entsprach. Nach dem Besuch eines Schnupperseminars fiel sehr rasch die Entscheidung, die Ausbildung zur Waldorflehrerin zu absolvieren. Daneben machte sie auch einen Handarbeitskurs bei Olga Merth. Frau Merth war es dann, die eine Verbindung zwischen Schulleitung und Frau Dragschitz herstellte. So kam es, dass Frau Dragschitz im September 2010 die dritte Klasse als Klassenlehrerin übernahm. Sie machte parallel zu diesem, ihrem ersten Jahr an der Maurer Schule das Lehrerseminar „Waldorf Wien“ fertig. Und nun hat das zweite Jahr für Frau Dragschitz begonnen.

CS: Sie hatten ja den großen Wunsch, Lehrerin zu werden. Solch ein Wunsch ist zunächst immer theoretisch. Wie sieht es nun in der Praxis aus? CD: Ich finde nicht, dass Theorie und Praxis so weit auseinander driften. So, wie ich es mir vorgestellt habe, so ist es eigentlich auch. Mir war von Anfang an klar, dass es Höhen und Tiefen geben wird. Ich war nicht so naiv zu glauben, dass immer alles ganz glatt gehen wird. Es gibt schwierigere Zeiten und Zeiten, die harmonisch ablaufen. So wie alles im Leben. Was ich mir nicht so vorgestellt hatte, ist, dass ich doch nach dem Vormittag sehr müde bin. Das führe ich nicht auf körperliche Anstrengung zurück, sondern auf geistige Anstrengung und Konzentration. CS: Die geistige Anstrengung bezieht sich auf die Aufmerksamkeit den Kindern gegenüber? CD: Ja, es ist nicht der Inhalt, der an-

strengt, sondern die Konzentration darauf, dass alles in einem guten Rhythmus, in einem guten Schwung abläuft. Bei 26 Kindern braucht man 26 Paar Augen. CS: Das führt mich zur Frage, wie Sie zur recht hohen Schüleranzahl pro Klasse an der Waldorfschule stehen? Halten Sie dies in einer Zeit, wo Kinder in hohem Maß individuell unterwegs sind und viel Aufmerksamkeit brauchen, für entsprechend? CD: Die Medaille hat immer zwei Seiten. Einerseits sind große Klassen gut – die Kinder müssen sich sozial arrangieren. Umso größer die Klasse, desto

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mehr Möglichkeiten gibt es auch, zum Beispiel Freunde zu finden. Die Vielfalt ist da, es ist durchmischt, bunt. Die Charaktere der Kinder umfassen eine große Bandbreite, auch bei Gruppenarbeiten ist diese Vielfalt von Vorteil. Andererseits ist es schon schwer als einziger Lehrer vorne die Kontrolle zu bewahren. Es gibt immer wieder Kinder, die aus dem Verlauf, dem Geschehen aussteigen. Alle immer wieder ins Boot zu holen ist bei fünfzehn Kindern sicher wesentlich einfacher als bei 26. Bei dreißig Schülern sehe ich das absolute Maximum. Übersteigt man diese Zahl, wird ein Eingehen auf das einzelne Kind faktisch unmöglich. CS: Wie ist im Moment das soziale Gefüge in Ihrer Klasse? CD: Eigentlich ziemlich gut. Letztes Jahr war es für beide Teile, für mich, weil ich ja neu in die Klasse kam, und die Kinder schwieriger. Mittlerweile ist der Umgang der Kinder untereinander weitaus harmonischer, sie sind netter, freundlicher zueinander. Auch mir gegenüber passt das – die Gewohnheit, der eingespielte Rhythmus hat da eine große Rolle. CS: Anschließend an das Thema der SchülerInnenzahl passt gleich meine Frage nach dem Frontalunterricht. Was denken Sie dazu? Gibt es diesbezüglich auch wieder zwei Seiten? CD: Ich unterrichte frontal. Bei einer so großen Kinderzahl wäre das auch gar nicht anders möglich. Sobald man sich einem einzelnen Kind widmet, hätte ja theoretisch jedes das Recht darauf. Das würde bedeuten – ich müsste zwei Stunden im Kreis gehen, um jedem die Aufmerksamkeit auf diese Art zu widmen, das ist nicht möglich. Sicher ist das auch schade – es gibt Kinder, die nicht mitkommen oder aussteigen. Da versuche ich, kurz November/Dezember 2011  MoMent

zu diesem Kind hinzugehen, dann aber gleich wieder nach vorne zurückzukehren. Zum Zentrum, vor die Tafel - hier ist der Bezugspunkt, dort schauen alle hin, dort passiert es. Wenn ich ständig den Standort wechsle, kennt sich niemand aus. CS: Kann ich mir das als eine Form vorstellen, ein Oval der Aufmerksamkeit? CD: Ja, wie ein Tropfen, wo alles hinläuft. Ich muss mir bewusst sein, dass ich den ganzen Unterricht lang der Mittelpunkt bin. Das bezieht sich auf Haltung, Aussprache, Mimik, Gestik, einfach alles. Es geht ständig um bewusstes Tun, das erfordert eben, wie gesagt, viel Aufmerksamkeit. CS: Eine große Herausforderung. Haben Sie an der öffentlichen Schule andere Formen des Unterrichtens kennen gelernt? CD: Die Sitzordnung ist dort ganz grundsätzlich eine andere. Frontalunterricht gibt es faktisch gar nicht mehr. Die Kinder sitzen in Tischgruppen zu je vier bis sechs Kindern, die jeweils zusammen oder für sich alleine an einer Aufgabenstellung arbeiten - eine komplett andere Art. Der Lehrer ist da mehr Beobachter, steht nicht mehr im Zentrum. Für mich fehlen bei dieser Form die Vorbildwirkung und der Bezug. Da geht es um reines Erarbeiten, von Arbeitsblättern zum Beispiel, das Erleben kommt zu kurz. CS: Wie kann ich mir das Lebendige im Waldorfunterricht vorstellen? CD: Zum Beispiel, wenn ich im Erzählteil Geschichten erzähle, oder die Einführung im Arbeitsteil oder das Wiederholen mache, da füllt sich alles auf, sinkt ganz hinunter, dann kommt der Aha-Effekt. Es entsteht ein anderer Zugang. Ansonsten bleibt es ein reines Erklären eines Arbeitsschrittes, der dann ausgeführt wird. CS. Kehren wir noch einmal zum Thema Theorie und Praxis, nun auf die Waldorfpädagogik im Speziellen bezogen, ein. Ist für Sie der Anspruch, den Sie in der Ausbildung kennengelernt haben, täglich umsetzbar?

CD: Man kann Steiner immer wieder lesen, immer wieder Neues entdecken, manchmal auch etwas nicht verstehen oder auch nicht anwenden wollen. Nichts im Leben ist hundertprozentig umsetzbar. Es gibt immer wieder Fragen, ja, eigentlich muss man hinterfragen, sonst ist man nur Marionette eines Systems. Auch die Kinder hinterfragen Manches - warum machen wir das? – da schlage ich ihnen vor, macht einfach mit, hört zu und so kann ich immer wieder sehen, wenn sie dann eintauchen, mitleben, dass es genau das Richtige ist. Der Sinn, warum dieses oder jenes dann passiert, zeigt sich deutlich. Es passt eigentlich immer zur jeweiligen Entwicklung – und wenn es einmal nicht gelingt, dann liegt es eher an meiner Vermittlung. Ich merke zum Beispiel, dass ich, wenn ich an einem Fach oder an einer Epoche keine Freude habe, auch keine Begeisterung vermitteln kann. CS: Das Spektrum, das es abzudecken gilt, ist ja auch ein sehr großes … vom Rechnen, Schreiben, Malen, Fachkunde bis zum Hausbau … CD: Heuer hatten wir nordische Mythologie, die erste Tierkundepoche, dann kommt Heimatkunde … CS: Welche Rolle kommt Eltern in dem Dreiecksgefüge Schüler-Lehrer-Eltern zu? CD: Es ist auf jeden Fall wichtig, dass Lehrer und Eltern gut zusammenarbeiten, in Kontakt sind, gemeinsam auf die Entwicklung des Kindes schauen. Wichtig ist auch, dass die Eltern dem Lehrer genügend Vertrauen schenken, damit der Lehrer seine Arbeit tun kann. Dass vertraut wird, dass er für den Unterricht zuständig ist, dass er weiß, was er tut. Wenn es sich erweist, dass in der Entwicklung eines Kindes etwas nicht so läuft, wie es sein könnte, sollte man gemeinsam daran arbeiten. Als Lehrer sollte man direkt mit den Eltern in Kontakt treten und gemeinsam die Problemlösung angehen. Was Fortsetzung >

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Neues aus dem Elternrat …

Nadja Berke übernimmt (gemeinsam mit Elisabeth Eine kurze Vorstellung von Nadja war deine Motivation, die ER-)Was Leitung gemeinsam mit Elisabeth Mac

Nulty zu übernehmen? Elisabeth und Irene haben mich angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich konnte. Meine Motivation, überhaupt in den Elternrat zu gehen, entstand aus einer Unzufriedenheit heraus, die ich ganz persönlich mit dem Umgang und dem Informationsfluss zwischen Pädagoginnen und Eltern im Kindergarten von Paul und Theo hatte. Ich will einfach die kommenden 13 Jahre (meine Kinder sind nur ein Schuljahr auseinander), mitwirkend verbringen, nicht konsumierend. Dafür scheint der Elternrat für mich ein guter Weg zu sein. -) Du warst selbst Schülerin an unserer Schule. Wie hat sich die Schule seither verändert / entwickelt? Die Klasse von 1976, Zimmermann/Graf, war „meine“ Klasse. Aus der Perspektive der Schülerin von damals ist das Wich-

Fortsetzung |

wirklichen, die Kinder als individuelle Menschen erkennen und als solche fördern, die Schule aus, nicht der Ort. Die Probleme, die im Miteinander heute entstehen, sind im Großen

und Ganzen dieselben wie damals. Es wird aber offener damit umgegangen. „Schwierige“ Klassen, Klassenlehrer-

Gespräch mit Claudia Dragschitz

den Unterricht betrifft, sollte der Lehrer die Möglichkeit haben, selbständig zu arbeiten, er sollte sich nicht rechtfertigen müssen. Was nun Gespräche betrifft über Kinder, wo es keine Probleme gibt, taucht wieder die Klassenschülerzahl als Faktor auf – es ist leider nicht möglich, was an sich schön wäre, alle drei Monate mit den Eltern aller 26 Kinder ein Gespräch zu führen. Ein Gespräch pro Kind pro Jahr – das ist machbar. Die Elternabende, die vier Mal pro Jahr stattfinden, sind zur Information gedacht, wo auch etwas gemeinsam erarbeitet oder getan werden kann, aber sie bieten keine Fläche für Besprechungen einzelner Kinder. CS: Jesper Juul sagt ja, dass es den Kindern gut geht, wenn es den Lehrern gut geht… Die Lehrer sollen genährt werden. 20 |

tigste, dass ich immer gerne in die Schule gegangen bin. Jeder Tag war spannend und ich voller Erwartung. Ich wusste in Unter- und Mittelstufe weder um die besondere Pädagogik, noch bekam ich Strukturen in der Schulorganisation mit. Im Nachhinein betrachtet war das sehr gut so. Erst in der Oberstufe wurde naturgemäß die Schule als solche bewusster wahrgenommen. Von den Lehrern, die ich selbst im Unterricht hatte, sind nur noch Karl Hruza und Elmar Dick an der Schule. Somit ist es für mich eigentlich eine neue Schule mit ein paar bekannten Gesichtern, die mir lieb und teuer sind, in die unsere Kinder gehen. In erster Linie machen ja die Menschen, die mit der Pädagogik umgehen, sie ver-

In diesem Sinne meine letzten Fragen: Was wünschen Sie sich für Ihre Klasse? CD: Ich habe fest vor, die Klasse bis zur Achten zu führen. Mit dieser Einstellung habe ich begonnen und diese Einstellung habe ich nach wie vor. Was ich mir wünsche – das ist nicht leicht in Worte zu fassen. Es steckt etwas Wahres in den Worten „in die Freiheit entlassen“ – ich wünsche mir, dass sich die Seelen der Kinder weiten, dass sich der Blick weitet, dass sie aufnehmen können, abwägen und wieder verwenden. Ich sehe das so: Kinder lernen – dazu sind wir Lehrer ja auch da, die Entwicklung zu fördern – zu sehen, was für sie passt, um dann, als eigenständiges Individuum sich selbst bewusst zu sein. Dass sie eine eigene Meinung haben, selbständig sind.

CS: Und was wünschen Sie sich für sich selbst? Als Mensch, im Sinne des Genährtwerdens? CD: Ich habe lange nach dem gesucht, wo ich bleiben möchte, und das habe ich gefunden. Erfüllung ist ein großes Wort. Aber ja, es erfüllt mich schon. Jeder Mensch will einen Punkt erreichen, wo er sagen kann, da ist es gut so; und den habe ich erreicht. CS: Für die Zukunft bedeutet das: Angekommen sein und von hier aus weiter gehen? CD: Ja. CS. Dann danke ich für das Gespräch. (Interview 6. 10. 2011)

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Mac Nulty) die Elternratsleitung! wechsel, Finanzprobleme – das alles gab es damals wie heute. Was sich sehr verändert hat, ist die Art damit umzugehen. Unserer Zeit – unserer Geschwindigkeit – angepasst, ist alles transparenter und schneller geworden. Die stärkere Einbindung der Elternschaft ins Schulganze, die Kapazitäten, die sich daraus ergeben können – das erlebe ich als gut und wichtig. All das Drumherum organisatorisch und strukturell zu bewältigen, ist eine Herausforderung, die in unserem Fall mit „Wege zur Qualität“ greifbar und machbar zu sein scheint. Die Praxis der nächsten Jahre wird zeigen, wie gut wir das gemeinsam schaffen werden. -) Um dich persönlich kennen zu lernen: Kannst du uns deinen Werdegang kurz schildern? Ich habe 1988 nach der 12. Klasse mit der Maturaschule begonnen. Damals war das alles sehr viel mühsa-

mer als jetzt. Die Entwicklung, dahingehend wie es jetzt für die Schulabgänger unserer Schule ist, ist aus meiner Sicht großartig. Trotzdem wäre es natürlich noch viel großartiger, die Matura direkt an der Schule machen zu können, wie in den deutschen Waldorfschulen. Da ich sowohl neben der Maturaschule, als auch neben dem Studium immer wieder gearbeitet habe, hat die Arbeit noch vor dem Abschluss des ersten Studienabschnitts die Oberhand gewonnen. Da man mit Theaterwissenschaft und Publizistik ja nicht unbedingt ein Leiberl reißt, hat sich die Entscheidung für Arbeit und gegen Studium auch als gut und richtig erwiesen. Seit 1992 arbeite ich bei Film- und Fernsehproduktionen als freie Regie­assistentin. 1999 lernte ich meinen Mann kennen und 2003 und 2005 sind unsere Söhne Paul und Theodor geboren, die nun in die 1. und 2. Klasse am selben Ort zur Schule gehen, wie ich vor ... oje ... vielen Jahren.

MoMent Erholungstipp aus der Redaktion …

E

ridanos – das bedeutet zwei Flüsse. Reale Flüsse wird man auf Teneriffa, in der Nähe des Städtchens Candelaria an der Südküste der Insel, die – gottlob – vom Tourismus weitgehend verschont ist, vergeblich suchen. In den Fluss kommen, in den eigenen, inneren, in Verbindung mit allen und allem anderen, mit dem „uns“, das zu lernen, ist, grob gesagt, das Ziel des Zentrums für Salutogenese „Eridanos“. Wer sind die Kurgäste, die nach Teneriffa fliegen? Menschen, die an einem Wendepunkt ihres Lebens angelangt sind, Menschen, denen körperliche Symptome klar aufzeigen: verändere dich, Menschen, die eine seelische Krise durchleben, Menschen, die sich in Beruf oder Familie ausgebrannt haben. Menschen, die zumeist November/Dezember 2011  MoMent

-) Was wünscht du dir für unsere Schule? Ich wünsche mir für unsere Schule in erster Linie glückliche Kinder, die – wie ich damals – jeden Tag gerne in die Schule gehen, sich auf den Unterricht und die Mitschüler/innen freuen, manches super finden, manches „blöd“, manches peinlich und vieles spannend und schön. Ich wünsche mir für unsere Schule, dass die Lehrerschaft ausreichend Zeit findet, sich auf die Pädagogik und ihre Umsetzung zu konzentrieren. Ich wünsche mir für unsere Schule, dass es für alle ganz selbstverständlich ist zusammenzuhelfen, das Interesse am Schulganzen und Schulgeschehen wach zu halten und Freude daran zu haben. Ich wünsche mir für unsere Schule eine Schulpolitik, in der wir als gleichwertig mit der öffentlichen Schule anerkannt werden und dies auch finanziell zum Tragen kommt. (Fragen: Die MoMentredaktion)

Erholung der anderen Art:

ERIDANOS – Zentrum für Salutogenese in irgendeiner Verbindung zur Ideenwelt Rudolf Steiners stehen. Ich selbst machte mich auf dorthin, weil ich am Beispiel eines Freundes deutlich sehen und spüren konnte: In Eridanos passiert etwas mit Menschen, etwas wird losgetreten, der Kreuzungspunkt in der eigenen Biografie bewusst ergriffen. Der Mensch im Anfang, der geistesgegenwärtig seine inneren Sinne dermaßen schult, dass jeden Tag schöpferische Momente in der Eigenverantwortung für sich und das Ganze möglich werden, steht im Mittelpunkt. Ohne eigentlich krank zu sein, gönnte ich mir eine grundlegende Erholung mit unbestimmter Erwartung und wurde reichlich beschenkt. Das Zentrum bietet seinen Besuchern Mög-

lichkeiten des Rückzugs und des Miteinander, Gruppenstunden vielfältigster Art und Einzeltherapien, ganz auf die Bedürfnisse des jeweiligen Menschen angepasst. Die Methoden des dort wirkenden Ärzteteams sind zeitgemäß und daher wirkungsvoll. Das Wort Anthroposophie kommt im Prospekt nicht vor, dennoch habe ich dort den fortgeführten Geist Steiners wahrgenommen, in der beglückenden, inspirierten Form der Jetztzeit. Christa Salcher Informationen zum Zentrum für Salutogenese ERIDANOS finden sie unter: www.eridanos.org

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MoMent Rückblicke …

Intuitive Pädagogik Vortrag 21. Oktober 2011

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homas Jachmann ist Klassenlehrer (4. Klasse) an der Waldorfschule in Freiburg (D). Seit 15 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Erweiterung der Waldorfpädagogik zu einer zeitgemäßen, den Bedürfnissen der heutigen Kinder angepassten spirituellen Pädagogik. Thomas Jachmann hat die Fortbildung in Intuitiver Pädagogik bei Pär Albohm besucht und erzählt von der Schule in Järna, die Pär Albohm gegründet hat: Es reichen oft Kleinigkeiten, um anders zu unterrichten. Es wird oft gedacht: „Das geht ja nicht“, aber es ist machbar, dafür ist die Schule in Järna ein Beispiel. In dieser Schule sind z.B. die Türen immer offen – es sind Flügeltüren, die man nicht schließen kann – und die Kinder können immer hinausgehen, wenn sie wollen, auch während des Unterrichts. Die Erfahrung zeigt, dass die Kinder, nachdem sie kurz draußen waren, immer rasch wieder hereinkommen; wenn sie nicht wieder hereinkommen, dann haben sie einen triftigen Grund. Das Wesentliche ist: Es muss von Anfang an die Freiwilligkeit in der Schule angelegt sein. Dann machen wir einen Wechsel zu einem üblichen Unterrichtsablauf in einer Walddorfschule: Dem Begrüßungsritual (oft mehrmals hintereinander: Hand geben, anschauen) folgt ein geregelter Ablauf von Morgenspruch, ev. Lied, Zeugnissprüchen und weiteren ritualisierten Abläufen, die eingeübt werden, bis sie wie automatisch laufen, über Jahre und streng strukturiert. Das trägt/hält den Unterricht und ist nicht lebendig, ist wie eine Disziplinierung. Wenn dann allerdings das Ritual, das von außen hält, wegfällt, entsteht oft eine Revolte der Jugendlichen in der Neunten, weil sie die Dinge nicht verinnerlicht haben. Dazu eine Bemerkung des Vortragenden: Den streng strukturierten Unterrichtsablauf können viele Kinder heutzutage nicht mehr gut schaffen und aushalten, weil er ihnen zu viel wird. Die Kinder verändern sich, und Dinge die vor Jahrzehnten sinnvoll waren, können heute teilweise als nicht passend bezeichnet werden. Kinder müssen entgegennehmen können, wenn die Kinder das nicht mehr können, dann dreht sich alles ins Gegenteil. Wie schafft man es dann, das Kind so „hinzubekommen“, dass es am Unterrichtsgeschehen teilnimmt: durch ein Belohnungs-/Straf-System. Thomas Jachmann führt aus, dass Strafen auch wenn sie nicht richtig brutal sind, doch gemein sind. An dieser Stelle fügt er hinzu, dass er nicht anklagen will, sondern nur aufzeigen, was wir eigentlich tun, wenn wir strafen. Und er erzählt sehr authentisch, dass er es jahrelang auch so gemacht hat. Als er versucht hat, anders zu unterrichten, sah er sich mit seiner Angst konfrontiert. Anfangs war es, ja manchmal ist es dies immer noch, nicht so leicht, das Strafen sein zu lassen. „Kinder reagieren auf jede Form von Zwang unterschiedlich, viele zeigen Reaktionen von tiefer Erschrockenheit, Betroffenheit, Befremdung und Verständnislosigkeit, Angst und Zorn, seelischer Blockade und Verkrampfung bis hin zur gänzlichen Verweigerung desjenigen, was ihnen aufgezwungen werden soll!“, so Th. Jachmann. Er setzt fort: „Solche Führungsqualitäten gehören jedoch eher zu den schlechten Gewohnheiten eines Lehrers. Sie sollten durch neue, zeitgemäße Qualitäten wie unbedingte Vorurteilslosigkeit, liebevolles Verständnis für die Schüler, phantasievolle Kreativität, innere Beweglichkeit und Geistesgegenwart, Einfühlungsvermögen und Empathie und nicht zuletzt durch eine sachgemäße und fundierte menschenkundliche Schulung ersetzt werden.“ Hr. Jachmann unterrichtet in seiner jetzigen Klasse so, dass Schüler, denen es zu viel wird, ruhig rausgehen können, andere arbeiten an der Hausübung von gestern, oder an neuen Aufgaben, andere malen, und es ist eine emsige Arbeitsstimmung im Raum, wie in einem Bienenstock. Als Lehrer sucht er die Begegnung mit den Schülern aus folgender Haltung heraus: Wer bist du? Was brauchst du? MoMent  November/Dezember 2011


und Autonomes Lernen Was kann ich dir Gutes tun? Bei wilden Burschen versucht er, sie wirklich ins Herz zu schließen, wie ein Wärmestrahl der zum Kind hinüber geht, wie in Geborgenheit einzupacken. Manchen Kindern hilft es, wenn sie etwas in der Hand halten dürfen, anderen hilft das Hinausgehen. Wenn Kinder fertig sind, dürfen sie immer zeichnen (dann muss weniger diszipliniert werden, weil die Kinder beschäftigt sind). Bei „schwierigen Kindern“ versucht Hr. Jachmann im Unterricht, wenn Irritation bemerkbar wird, sofort innerlich beim Kind zu sein, wie ein Pferdeflüsterer, ev. eine Streicheleinheit schicken, dann braucht er gar nicht zu strafen, weil sich das jeweilige Kind wieder beruhigt. Die Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist, sofort innerlich zu reagieren; wenn man zu lange braucht, ist der Tumult zu groß. Dann wird noch von einer anderen interessanten Erfahrung berichtet, die schon ein paar Jahre zurückliegt: Hr. Jachmann war Klassenlehrer und war mit seiner Klasse die ersten drei Jahre sehr viel im Wald. Im vierten Jahr haben dann die Schüler sehr rasch Schreiben, Lesen und Rechnen nachgeholt. Das war eine faszinierende Erfahrung. Hr. Jachmann zieht daraus den Schluss, dass die Kinder so rasch autonom gelernt haben, weil sie keine Angst entwickelt haben, da das Schreiben eine Nebensache war. Es wurde nicht dauernd auf das Schreiben gestarrt, sondern es hat sich wie beiläufig entwickelt. Kinder können sich schreiben selbst beibringen, wenn aber das Schreiben forciert wird, kommen Ängste auf; deswegen können Kinder dann nicht mehr so gut schreiben. Das Angstniveau ist heute generell schon sehr hoch, ebenso wie der Lernstress – dabei könnten Kinder gut autonom lernen. Wenn bereits Angst da ist, muss man zuerst die Angst behandeln und Mut machen, um die schwierige bis unmögliche Lernsituation für das Kind aufzulösen. Die wichtigste Haltung des Lehrers ist das innere autonome Lernen des Lehrers. Thomas Jachmann berichtet von seinem Weg. Erst musste er den Umgang mit seiner eigenen Angst und Wut lernen. Er hat erlebt, dass sich nur dadurch, dass er sich innerlich anders ausgerich-

tet hat, eine Ruhe von ihm ausgeht, die Kinder gut spüren. Es geht um die Veränderung der Botschaft vom Lehrer an die Kinder: „Ihr habt mir die Laune verdorben“. Ein Lehrer sollte wissen, dass es an ihm liegt. Daraus folgen die Fragen: Was klingt da bei mir mit? Warum reagiere ich bei einem Kind ruhig und beim anderen allergisch? Wir Erwachsenen sind immer für die Qualität der Beziehung zum Kind verantwortlich, nicht umgekehrt. Als Lehrer ist es wichtig zu wissen: Die Kinder sind mir zuliebe ruhig. Zuwendung des Lehrers zu den Schülern ist wichtig, besonders die innere Zuwendung. Die Kinder spüren, wenn ein Lehrer denkt: „Wann werden die nur endlich ruhig?“ Stattdessen braucht es eine Haltung der inneren Ruhe. Mit Hausübungen hat Hr. Jachmann folgende Erfahrungen gemacht: Er lässt das Thema relativ frei. Was zuhause nicht erledigt wurde, kann in der Schule nachgeholt werden, wer dazu auch keine Lust hat, kann ein Bild malen, das ist auch vollkommen in Ordnung. Wenn Kinder mit Hausübungen Schwierigkeiten haben, ist das nicht Sache der Eltern, das ist etwas zwischen Lehrer und Schüler. „Man kann es als Lehrer nur an sich nehmen.“ Die Kinder sind heute anders als vor Jahrzehnten, laut Remo Largo liegt die Entwicklungsbandbreite bei 3 Jahren. Die Kinder werden immer individueller. Diese Dinge sind deutlich anders geworden, und es ist sehr wichtig, das zu berücksichtigen Kinder wissen heutzutage genau, was sie wollen. Kinder lehnen etwas aus der Seele heraus ab – und werden dann zum Störenfried, wenn sie dennoch dazu gezwungen werden. Kinder sind heute auch wesentlich empfindsamer anderen gegenüber. Die Kinder spüren sehr genau: Ist der Lehrer/Erwachsene echt/liebenswert/nachahmungsfähig – wenn ja, dann folgt das Kind gerne dem Erwachsenen. Wenn Kinder aber fühlen, dass der Erwachsene nicht ist, was er vorgibt, dann ist das Vertrauen dahin. Das Gefühl „Wer bist du? Bist du echt?“ hat bei Kindern enorm zugenommen. Da ist eine starke Veränderung im Gange. Die Kinder brauchen daher Lehrer/Eltern, die ihnen auf Augenhöhe begegnen. Karin Nikbakht

Kartonage-Kurs für Beginner Kartonage ist ein Teil der Buchbindekunst. In der Rudolf SteinerSchule wird dieses Können in der 11. Klasse unterrichtet und erlernt. Nun gebe ich, auf mehrmaliges Bitten hin, einen Kurs

auch für alle Interessierten, Eltern, LehrerkollegInnen, Freunde der Schule und SchülerInnen.

Es werden folgende Werkstücke gearbeitet: • Eine Ringmappe A4 • Eine Schachtel mit Stulpdeckel ca. 18 x 15 x 8 cm • Ein Fotorahmen Datum: Freitag 9. Dezember 17:00 – 21:00 Samstag 10. Dezember 10:00 – 14:00 Ort: Rudolf Steiner-Schule, Endresstraße 113 1. Stock, Großer Handarbeitsraum

Kosten: SchülerInnen ab 16 Jahren € 35, Erwachsene € 55,Anmeldung telefonisch: 0664-5908 766 Anmeldeschluss: Mittwoch, 7. Dezember (Der Kurs wird ab 6 TeilnehmerInnen gehalten, maximal 16 TeilnehmerInnen) Ich freue mich auf Ihre Anmeldung! Elisabeth Alscher-Bassenheim

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B ÜCHERSTUBE der Goetheanistischen Studienstätte

Buchtipps für Kinder …

Buch & Spiel

Die Zeit auf die sich sicher viele mit uns freuen ist da. Gerne sitzt man behaglich zu Hause; -allein, -zu zweit, oder inmitten der Familie. Was Ihnen dazu, hie und da noch fehlt, findet sich in der Bücherstube der Studienstätte: Daniela Drescher Küchenzauber mit Merlind und Igor (Urachhaus 14,30 Euro) Die kleine Zauberin und ihr Hausdrachen haben längst viele Herzen erobert. In diesem Bilderbuch zeigt sich, dass sie mehr wie nur zaubern kann. Merlind und Igor verraten aus ihrem bunten Alltag 18 Rezepte für die noch kleinen Kinder z.B. süße Plätzchen, Himbeertorte, Elfchensalat. Kochen mit Kindern macht Freude und ist Phantasie anregend. Als spezielle Überraschung zu diesem Kochbilderbuch, gibt es ab Ende November in der Bücherstube Accessoires: Merlind Kochschürze, Topflappen etc. Ludwig Christa Himmelshuf und Mähnenmeer (Geistesleben 17,40 Euro) Jugendliche ab 12 werden dieses Buch nicht nur wegen den beeindruckend schönen Pferdebildern lieben. Erzählt werden drei ganz verschiedene Geschichten von der Beziehung zwischen Mensch und Pferd. Araber, Isländer und Appaloosa werden am Ende des Buches in informativen Rasse-Porträts dargestellt. Johanson Irene Das Alte Testament für Kinder (Urachhaus 25,70) Die Pfarrerin I. Johanson erzählt in verständlich zeitloser Sprache, ohne dass die Fülle des Alten Testaments dadurch geschmälert wird; enthält zudem 19 Bilder der Künstlerin Ninetta Sombart. 24 |

1230 Wien, Speisinger Straße 258 ein warmes Licht, Adventskalender in26 reicher AusTel u. Fax: 01/ 889 93 email: nicht buecherstube1230@gmx.at wahl, und liebe Mitbringsel nur für die Weihnachtszeit und natürlich Bücher für fast jeden Tag. Bestellungen werden gerne jederzeit entgegengenommen Vor allemdurch Kinder warten nun gespannt aufs Vorlesen. Zustellung Postversand Hier eine Auswahl der aktuellen Neuerscheinungen:

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9:00 -­ 18:00chen Alters. Paul Biegel

Der Räuber Hupsika (Urachhaus 13,30 Euro) Zum Lesen (ab 8 J.) und Vorlesen ist diese turbulent spannende Räubergeschichte. Hupsika verliert seine Mutter und beschließt darauf Räuber zu werden. Er ist ein besonderer Räuber, hat er es doch nur auf die reichen Leute abgesehen, bei denen er sich auch immer artig bedankt. So wird er weitherum bekannt und erhält von einem reichen Mann den Auftrag, dessen Tochter aus den Händen des Schurken Eisengriff zu befreien. Alle Gefahren und der Lohn von 1000 Golddukaten sind vergessen, als Hupsika ein Bild des Mädchens sieht. Negelein Günther Was zum Herzen spricht (Verlag am Goetheanum 40,10 Euro) Für Jung und Alt, ab der 1. Klasse Kinder haben auch nach dem Schuleintritt ein Bedürfnis nach bildhaften Geschichten. Die hier zusammengetragenen 99 Märchen, Legenden, Erzählungen und Schicksale vermitteln innere Werte und können die Familie jahrelang begleiten. Diese Sammlung ist nicht einfach wie oft andernorts nach Jahreszeiten gegliedert, sondern zu jeder Erzählung ist die Altersangabe gegeben. Hier aber eine Neuerscheinung, die uns ganz besonders freut:

Bestellungen werden Zustellung durch Postv

Öffnungszeiten: Montag bis Freita

Jede Adventswoche bringt eine neue Geschichte und ein neues Bild von der weiten Wanderung, bis hin zur Geburt des Christkindes. Maria und Josef lassen sich durch die Bilder bewegen, die Geschichte ist für etwas größere Kinder, wird aber auf jeder Seit ergänzt durch ein Verslein für die ganz Kleinen. Peter Maya Mit Kindern in die Weihnachtszeit (Verlag am Goetheanum 14,40 Euro) Hier ein kleines Büchlein das mit Gedichten und Geschichten einstimmt in die Winterzeit, über Weihnachten bis hin zum Dreikönigsfest. Der erste Teil ist für 5-7 jährige und der zweite Teil dann für 7-10 jährige Kinder gedacht. Nicht zu vergessen sind die Advents-Klassiker: „Marias kleiner Esel“ und

„Das Licht in der Laterne“

Habermehl Ursula Auf dem Weg nach Betlehem DUOverlag 19,50 Euro Ein Mitmachbilderbuch für die Adventszeit, besonders geeignet für Kinder unterschiedliMoMent  November/Dezember 2011


Buchtipps für Weihnachten … Brigitte und Guido Wetter haben für den Gabentisch einige Buchtipps für Sie: Judith Schalansky, Der Hals der Giraffe Suhrkamp Vlg. € 22,60 Nach dem gefeierten Atlas der abgelegenen Inseln schreibt Judith Schalansky einen Roman. Darin kämpft eine Biologielehrerin für die Einhaltung der Naturgesetze, verrenkt sich den Hals nach unerreichbaren Früchten und fällt am Ende vom Glauben an Gott Darwin ab. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule.

Marie-Sabine Roger, Der Poet der kleinen Dinge Hoffmann & Campe Vlg. € 19,60 Manchmal braucht es nicht viel, um ein ganzes Leben zu verändern. Gérard ist verrückt nach Popcorn, trägt Gedichte vor, die keiner versteht, und lacht sich kaputt, ohne zu wissen, warum. Niemand kann etwas mit ihm anfangen. Nur die Herumtreiberin Alex, die bei seinem Bruder zur Untermiete wohnt, hat den schrägen Poeten ins Herz geschlossen. Und da Gérard so wenig vom Leben hat, schmiedet sie einen abenteuerlichen Plan.

Spieltermine Dezember 2011- Jänner 2012 alle Stücke sind für Kinder ab dem 4. Lebensjahr Frau Holle Fr. 2.12., anschl. Tanz, Sa. 3.12., Sa. 10.12., So. 11.12., Fr. 16.12. anschl. Tanz und Sa. 17.12. jeweils 16:00 Die Heilige Nacht, Nach einer Erzählung von Selma Lagerlöf Do. 22.12. um 14:30 und 16:00, Fr. 23.12. um 14:30 und 16:00, Sa. 24.12. um 11:00, 12:30 und 14:00

Die Buchhandlung in Mauer Wetter Buchhandel OG, Gesslgasse 8a, 1230 Wien Tel: 01/887 26 74, Fax: 01/887 26 70, buch@wetter.co.at

Aravind Adiga, Letzter Mann im Turm Beck Vlg. € 20,60 Eine Geschichte um Geld und Macht, Luxus und Entbehrung, ein breites Gemälde der Menschen in Bombay und nicht zuletzt das Porträt einer brodelnden Stadt – „Der letzte Mann im Turm“ wirft einen tiefen Blick in die Herzen und Köpfe der Bewohner einer Mega-City – einfache Menschen, die an einem Ort ohne Grenzen bis an ihre Grenzen getrieben werden.

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Frau Holle Sa. 7.1., So. 8.1., Fr. 13.1., anschl. Tanz, Sa. 14.1. jeweils 16:00 Aljoscha und der Hecht, Russisches Märchen Sa. 21.1., So. 22.1., Fr. 27.1. anschl. Tanz, Sa. 28.1. jeweils 16:00

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Hier kann man Erfahrungen sammeln, Vorurteile abbauen, Freunde  finden, in Berufswelten reinschnuppern…  Die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen steht bei  uns im Mittelpunkt. Hierfür sind Hilfestellungen zu erbringen, wo die  Menschen mit Behinderung Unterstützung, Aufsicht und auch mal ein  ´gutes Wort` benötigen.  Dies erfordert Einfühlungsvermögen, Umsichtigkeit und Courage.  Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim Abschied nach neun Monaten  Zivildienst einen eigenen Fanclub haben.  Interesse?  Kontakt:   Lebensart Sozialtherapie  Hauptstr. 125‐127, 2391 Kaltenleutgeben  Tel. 02238/77931, verein@sozialtherapie.at  www.lebensart‐sozialtherapie.at   

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Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100 Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 02Z032325M Impressum Seite 2

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Dezember, Jänner Fr 2.12. EA 2.Kl. 19:30 Fr 2.12. Vortrag Dr. Jost Schieren 19:30, s.S.15 Sa 3.12. Seminar Dr. Jost Schieren 9:00-18:00, s.S.15 Do 8.12., Fr 9.12 Schulfrei Do 22.12. Redaktionsschluss MoMent Do 22.12. Weihnachtsspiel (gr. Festsaal) Sa 24.12. bis So 8.1. Weihnachtsferien Sa 21.1. Tag der offenen Tür 10:00-14:00 s.S.15 Di 24.1. Infoabend f.d. kommende 1.Klasse 19:30 s.S.15 Mi 25.1. EA 11.Kl. 20:00 Sa 4.2. bis So 12.2. Semesterferien Sa 25.2. Schulfeier 9:00 Gleichbleibende Termine montags: Arbeitsgruppe mit Dr. Hitsch 19:30-21:00 montags: Tanz-Abende siehe MoMent Sept. Seite 21 I. Leitner 069919043893 kurtleitner@gmx.a

aus gutem grund DANK an Agnes | Alle Kundinnen | Alle Kunden | Monika Max Paul und Josef Böhm | Nina Ellmauthaler | Sandra Fessel | Petra Gasper | den lieben Gott | Andrea Gruber | Herrn Haas | Familie Hirsch | Christa und Franz Hobiger | Maria Holzer | Monika Holzer & friends | Renate und Karl Hruza | Johannes Kapfer | Jakob Kaufmann | Anna Käßmeier | Agnes und Tobias Kühne | alle Laufkunden | alle Laufkundinnen | Jutta Lehner | Lena Maier | Christine Mangelberger | Mia Mimica | Frau Nemet | alle Neukundinnen | alle Neukunden | Cora Pieper | Richard Pirker | Renate Marian und Norbert Reininger | Gerti und Willi Rosen | David Rosse | Rudolf-Steiner-Schule Mauer | Hanna Schörghofer | alle Äthiopien-Spenderinnen | alle Äthiopien-Spendern | alle Stammkunden | alle Stammkundinnen | Erich Unmuth | Xenia Varga | Rita Welte | Hans Wenzl | Renate und Walter Zach |

Esche Schörghofer wünscht fröhliche Feiertage und Glück im Neuen Jahr

Öffnungszeiten rund um den Jahreswechsel 23.12.11 8.00 - 18.00 24.12.11 8.00 - 12.00 27.12.11 geschlossen 28. - 30.12.11 10.00 - 16.00 31.12.11 8.00 - 12.00 von 1.1. - 9.1. 2012 geschlossen

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MoMent  November/Dezember 2011

MoMent November/Dezember 2011  

Monatsschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

MoMent November/Dezember 2011  

Monatsschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

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