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HERBST 2014

übergänge, Lothar Trierenberg

MoMent

themenheft

„ÜBERGÄNGE“ Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer Herbst 2014, € 2,50


Liebe Freunde unserer Schulzeitung MoMent, MoMent im 22. Jahr

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erbst ist Übergang. Die Zwischenzeit vom Vergehenden zu dem, was neu entstehen will. Abschied vom Sommer – okay, welcher Sommer, bitteschön?, werden heuer sicher einige fragen – ein Atemholen, die Vorbereitung für die Winterruhe als Auftakt zum neuen Erblühen. Die Ernte wird eingebracht – und bringt gleichzeitig die Saat des nächsten Jahres.

Dieser Zwischenzeit, dieser Zeit des Wandels, des Rückzuges vor dem nächsten Schritt in die Zukunft, ist diese Ausgabe unserer Schulzeitung gewidmet. Übergang ist eigentlich alles, stellten wir fest, als wir die Themen dieses MoMent-Exemplars besprachen. Eine neue 1. Klasse macht den Schritt vom Kindergarten in die Schulzeit. Weiter oben betritt eine neue 9. Klasse das Terrain der Oberstufe, beginnt mit dem ersten Praktikum eine ganze Folge von praktischen Erlebens- und Lernwochen der nächsten Jahre. Jedes einzelne Tun – sei es im Landwirtschafts-, Forst-, Sozial- oder im Wirtschaftspraktikum – ist ein Übergang in neues Erleben, Erkennen, Reflektieren. Ja, sogar bis in die „Details“ unseres Schullebens hinein: Im Elternrat findet der Übergang von einem Leitungsteam zum nächsten statt. Oder seien es auch zwei ehemalige Schülerinnen und Schüler, die nun ihre eigenen Kinder wieder in diese Schule bringen und damit auch ihren eigenen Blick auf diese Gemeinschaft verwandeln. Und dann ist natürlich auch das MoMent selbst einem ständigen Wandel unterworfen. Einer dieser Übergänge betrifft auch die finanzielle Situation unserer Schulzeitung. Bisher war es uns gelungen, über sehr großzügige Spenden unsere MoMent-Ausgaben vollkommen unabhängig zu finanzieren.

Diese Reserven sind nun allerdings aufgebraucht und wir haben ein neues Finanzierungsmodell entwickeln müssen. Dies sieht folgendermaßen aus: Künftig werden zwei Ausgaben unserer Schulzeitung vom Schulverein finanziert. Eine weitere Ausgabe soll über Anzeigenerlöse erscheinen können. Und eine vierte Ausgabe ist nur dann möglich, wenn wir entsprechende Spenden von unseren Lesern bekommen. Um in dieser Hinsicht das Bewusstsein zu schärfen, möchten wir in Erinnerung rufen: Eine MoMent-Ausgabe kostet pro Leser rund 2,50 Euro. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil davon nehmen die Versandkosten ein. Für vier Ausgaben pro Schuljahr wären dies also mindestens zehn Euro pro Leserin und Leser. Daher möchten wir vor allem an jene appellieren, die unsere Schulzeitung über den Postweg erhalten: Bitte helft uns, dass wir unser Informations- und Anregungsangebot auch weiter aufrechterhalten können. Andernfalls müssten wir vor allem den Postvertrieb in Zukunft drastisch reduzieren! Das Konto lautet auf „Redaktion Schulzeitung“, IBAN: AT44 20111822 21751000 BIC: GIBAATWWXXX Mit herzlichem Dank im Voraus und ebenso herzlichen Grüßen, Roman David-Freihsl für das Redaktionsteam

Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 82221751000 ErsteBank Blz: 20111; BIC: GIBAATWWXXX IBAN: AT44 20111822 21751000 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@aon.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 0699 111 95 7 95 karl.hruza@waldorf-mauer.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Saskia Sautner saskia.sautner@hotmail.com Karin Schadl luis.schadl@utanet.at Lothar Trierenberg lothar.trierenberg@dasmoebel.at Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK, 1230 Wien aus umweltfreundlicher Druckproduktion Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 13Z039541M

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Vom Lehrplan der Waldorfschulen V

ieles gibt es, das die Waldorfschulen weltweit eint. Die Geisteshaltung, das pädagogische Grundkonzept … und doch gleicht keine Waldorfschule der anderen, entwickelt sich jede für sich vollkommen eigenständig, findet jede in der Selbstverwaltung einen eigenen, individuellen Weg, diesen Impuls umzusetzen. Diese einende Vielfalt spiegelt sich auch in der Umsetzung der pädagogischen Grundidee in jeder Schule anders wider.

Lehrerinnen und Lehrer unserer Rudolf Steiner-Schule haben daher nun Texte verfasst, die den ganz speziellen pädagogischen Weg im Maurer Schlössl beschreiben sollen. Quasi als Appetitanreger werden Auszüge dieser Texte von nun an regelmäßig an dieser Stelle im MoMent veröffentlicht – parallel dazu werden die kompletten Texte zur Pädagogik unserer Schule nach und nach auf der Homepage unserer Schule zu lesen sein: www.waldorfmauer.at/schule/paedagogik Roman David-Freihsl

Die Klassenlehrerzeit

Jeglicher Unterrichtsstoff soll nicht in erster Linie um seiner selbst Willen vermittelt werden, sondern um dem heranwachsenden Menschen das zu geben, was er für seine Entwicklung gerade braucht. Während die Fachstunden über das ganze Jahr im Wochenrhythmus gegeben werden, findet der Hauptunterricht in Epochen statt, d.h. die Fächer des Hauptunterrichtes werden drei oder vier Wochen lang ohne Unterbrechung täglich unterrichtet. Die Schüler können sich dadurch ganz in ein Themengebiet vertiefen. Der Klassenlehrer unterrichtet auch Gebiete, in denen er kein „studierter Experte“ ist. Dies will jedoch nicht als Mangel, sondern als Konzept verstanden werden. Der Klassenlehrer muss sich immer wieder neuen Unterrichtsstoff erarbeiten. Für die Kinder ist es wichtiger, dass sie ihren Lehrer auch als einen Lernenden erleben und nicht nur als einen Fachexperten, der mühelos sein Wissen doziert. Die Beziehung zwischen dem Lehrer und den Kindern ist die Grundlage für die Entwicklungsbegleitung und das Lernen der Kinder. Der Klassenlehrer soll für die Heranwachsenden eine Autorität sein, aber nicht Kraft seines Amtes, sondern durch die Art der täglichen Begegnung. Der anfängliche Vertrauensvorschuss gegenüber dem Lehrer soll bei Kindern und Eltern dadurch erhalten bleiben, dass sie ihren Lehrer als Menschen schätzen lernen. Von besonderer Herausforderung für den Klassenlehrer sind die letzten Jahre der achtjährigen Klassenlehrerzeit, wenn aus den Kindern Jugendliche werden. In dieser Zeit geht es darum, dass die Jugendlichen eine eigene Urteilsfähigkeit entwickeln und sich von der Autorität des Klassenlehrers lösen.

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n der Waldorfschule werden die Kinder in den ersten acht Jahren ihrer Schulzeit von ihrem Klassenlehrer pädagogisch begleitet. Im Hauptunterricht von acht bis zehn Uhr unterrichtet er seine Schüler jeden Morgen in allen grundlegenden Fächern. Sein Gebiet sind das Schreiben- und Lesenlernen, das Rechnen und die beginnende Mathematik, die Sprachlehre und der sich im Laufe der Jahre immer mehr differenzierende Sachunterricht: Heimatkunde, Naturkunde, Geschichte, Geographie, Biologie, Physik und Chemie. Im Zeichnen und Malen, Rezitieren, Singen und Flöten sowie im Erarbeiten von Klassenspielen arbeitet der Klassenlehrer künstlerisch mit den Kindern. Er steht in regelmäßigen Konferenzen in ständigem Austausch mit den Fachlehrern, die seine Klasse nach zehn Uhr in den Fachstunden unterrichten: Handarbeit, Eurythmie, Religion, Englisch, Russisch, Musik, Sport und Bewegung, Werken und Gartenbau.

Heinz Genswein, Klassenlehrer der 1. Klasse 2013/14

Foto: K. Hruza

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Dies ist „unsere neue

Fotos: Lothar Trierenberg Richard Bointner

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erste Klasse“

ÜBERGÄNGE

Übergänge markieren die Trennung, indem sie verbinden. (Hans Ulrich Bändiger)

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Im Rampenlicht D

ie erste Schulfeier des Schuljahres, erste Einblicke in das Schaffen der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer. Und immer ein bisschen Wagnis für beide Seiten. Es ist ein besonderer Schritt auf die Bühne, für alle Beteiligten. Denn wir zeigen da etwas.

Wenn man das Treiben nach so einer Schulfeier beobachtet, die erwartungsvollen Gesichter so mancher Kinder, was sagt der Papa, hat er eh gesehen, wie toll …? Findet der große Bruder es cool, oder runzelt er die Stirn, sagt womöglich etwa Kritisches? War’s gut? Ist der kleine Fehler aufgefallen? Je älter die Schülerinnen und Schüler, desto verhaltener die Reaktionen, nur sichtbar, wenn jemand ihnen ein Kompliment macht, eine Bemerkung zum Beitrag, im Aufstrahlen oder einem etwas peinlich berührten Lächeln, das durch das manchmal nach außen getragene Unbeteiligtsein dringt. Und oft und oft würde ich so gerne das teilen können, woran ich mich als Lehrerin unendlich freuen kann – und das sind nicht unbedingt die Momente, wo im Saal tosender Applaus aufbrandet. Denn Ziel so einer Schulfeier ist ja nicht, Perfektion auf die Bühne zu bringen, sondern einen Einblick in das Erfahrene, Erlebte und Erlernte zu geben. Ein Blick in die Werkstatt „Schule“.

Nun ist unsere Pädagogik ja maßgeblich eine entwicklungsorientierte, ausgerichtet auf die persönliche Entwicklung jedes Kindes, jeder Klasse. Das spiegelt sich in den Beiträgen wieder: jüngere Kinder sind immer alle in Bewegung, sprechen alle, leben alle in dem Gezeigten. Was für eine Freude, wenn da vom Gesicht bis zu den Finger- und Zehenspitzen alles an den Kindern Bäcker ist, der knetet, Heinzelmännchen, das huscht, Bauer, der die Sense schwingt. Und oftmals kann nur die Lehrerin oder der Lehrer ermessen, welch großen Schritt ein Kind getan hat, das diesmal wirklich mit eingetaucht ist in das Geschehen – und es danach liebevoll bestärken, durch einen anerkennenden Blick, ein Lob, ein lächelndes Zunicken. Der Stolz und der Schwung, mit denen Kinder auf die Bühne gehen, nimmt ab mit dem Älterwerden, damit, dass sie sich immer mehr ihrer selbst gewahr werden. Einen Spiegel in der Welt sehen, in dem sie auf bestimmte Weise gesehen werde wollen. Eine Zeit lang gar nicht gerne gesehen werden wollen. Um irgendwann vor den Spiegel treten können, selbstbewusst ihre ganz individuelle Persönlichkeit offenbaren. Den Zuschauern lässt sich das im Moment der Aufführung schlecht erklären. Ebensowenig, wie schwierig es ist, in der 9.Klasse noch mit einem gemeinsamen Text auf die Bühne zu treten. Da ist die Entwicklung schon auf dem Weg zur Individualität, aber eben am Weg. Welch eine Überwindung, das, was in der 6., 7.Klasse noch selbstverständlich und sogar gerne getan wurde, nun zu tun. Das, was in der 8.Klasse als Bühnenpräsenz noch da war, scheint weniger geworden zu sein. Und welchen Mut es dann erfordert, den eigenen Text auch noch dazuzustellen, aus der Gruppe herauszutreten mit ganz Persönlichem.

Fotos: Lothar Trierenberg Karl Hruza

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Manche Stimme füllt da nicht den Raum, manche Augen heben sich da kaum vom Papier, und doch – welch eine Freude, besonders die Schüchternen, sonst Stillen so zu sehen. Welch ein Entwicklungsschritt! In der 12. Klasse stehen sie dann da, ohne Leitung, lediglich mit ein paar Anregungen ausgestattet, und erzählen ganz frei, eingedenk, dass sie das, was sie in den Jahren davor erlernt haben, nun eigenständig üben, frei anwenden. Trotz aller Nervosität. Immer noch. Und manch einer mit der allergrößten Überwindung, nun auch einmal etwas zu sagen. Wir als Lehrerinnen und Lehrer sind in gewissem Sinne die Verbündeten unserer Klassen, sie dürfen sich von uns unter keinen Umständen vorgeführt fühlen. Deswegen ist es mir ein großes Anliegen, Ihre Aufmerksamkeit einmal abseits der Schulfeier auf diesen Aspekt zu lenken, und nicht nur darauf, wo sie ganz von alleine gefangen wird – auf all das Spektakuläre, Fantastische, Mitreißende. Wir alle zeigen etwas bei einer Schulfeier– etwas sehr Persönliches. Das soll gesehen werden können. Und verstanden. Ursula Kaufmann

Liebe Eltern und Freunde der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, die Schulfeiern sind ein fester Bestandteil des Schullebens und erfreuen sich hoher Beliebtheit bei Alt und Jung. In der Regel gibt es zwei Aufführungen bei jeder Schulfeier: Die erste findet am Donnerstagvormittag während der Unterrichtszeit statt, die zweite am Samstagvormittag. Die Donnerstagsfeier ist von Schülern für Schüler gedacht. Sie ist eine interne Veranstaltung, denn hier stehen Schüler der 2. bis 12. Klasse wie in einem letzten Probelauf auf der Bühne vor einem Publikum, das diese Bühnenerfahrung ebenfalls hat. Da alle Klassen an dieser Veranstaltung teilnehmen, ist der Saal bis in die letzte Reihe gefüllt.

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Nun hat es sich eingebürgert, dass Eltern ihr Kind gerne schon am Donnerstag auf der Bühne erleben möchten oder gar an beiden Terminen, was dazu führte, dass der Saal stark überfüllt war, verbunden mit Unruhe während der Aufführungen. Wir möchten Sie, liebe Eltern und Freunde, dringend ersuchen, ausschließlich den für Sie eingerichteten Samstagstermin wahrzunehmen und zugunsten einer entspannteren Situation im Saal, von der vor allem die Kinder/Schüler auf der Bühne profitieren, auf einen Donnerstagsbesuch in Zukunft zu verzichten. Vielen Dank für Ihr Verständnis, das Lehrerkollegium

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Friedrich von Schiller und die 7. Klasse

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n der Mittelstufe tauschen Klassenlehrer manchmal die Klassen, sodass es Gastepochen gibt. Darum unterrichtete ich drei Wochen im September/Oktober in der 7. Klasse. Im Rhythmischen Teil des Unterrichtes arbeiteten wir am Gedicht „Der Handschuh“ von Friedrich v. Schiller. Um einen Bezug zu ihrem Leben herzustellen, bekamen die Schüler/Innen folgende Aufgabe die in Kleingruppen während des Unterrichtes zu lösen war: „Wahrscheinlich hat jede/r von Euch schon erlebt, dass er/sie unfair behandelt, verspottet und dgl. wurde. Versucht miteinander eine erlebte Situation möglichst in Versform zu kleiden und zu schildern.“ Eines der entstandenen Gedichte ist hier abgedruckt.

Der Handschuh Vor seinem Löwengarten, Das Kampfspiel zu erwarten, Saß König Franz, Und um ihn die Großen der Krone, Und rings auf hohem Balkone Die Damen in schönem Kranz. Und wie er winkt mit dem Finger, Auftut sich der weite Zwinger, Und hinein mit bedächtigem Schritt Ein Löwe tritt Und sieht sich stumm Ringsum Mit langem Gähnen Und schüttelt die Mähnen Und streckt die Glieder Und legt sich nieder. Und der König winkt wieder, Da öffnet sich behend Ein zweites Tor, Daraus rennt Mit wildem Sprunge Ein Tiger hervor. Wie der den Löwen erschaut, Brüllt er laut, Schlägt mit dem Schweif Einen furchtbaren Reif Und recket die Zunge, Und im Kreise scheu Umgeht er den Leu, Grimmig schnurrend, Drauf streckt er sich murrend Zur Seite nieder.

Von Anna, Enid, Jasmin, Mimi und Paula Da fällt von des Altans Rand Ein Handschuh von schöner Hand Zwischen den Tiger und den Leun Mitten hinein.

In einem Kindergarten, das Essen zu erwarten, saß Tante Sabine, und nähte eine Gardine.

Und zu Ritter Delorges, spottenderweis, Wendet sich Fräulein Kunigund: „Herr Ritter, ist Eure Lieb so heiß, Wie Ihr mirs schwört zu jeder Stund, Ei, so hebt mir den Handschuh auf!“

Da kam der kleine Paul, der war so furchtbar faul! Und die kleine Frieda, die sang ihm gerne Lieder.

Und der Ritter, in schnellem Lauf, Steigt hinab in den furchtbaren Zwinger Mit festem Schritte, Und aus der Ungeheuer Mitte Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger. Und mit Erstaunen und mit Grauen Sehns die Ritter und Edelfrauen, Und gelassen bringt er den Handschuh zurück. Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde, Aber mit zärtlichem Liebesblick Er verheißt ihm sein nahes Glück Empfängt ihn Fräulein Kunigunde. Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht: „Den Dank, Dame, begehr ich nicht!“ Und verläßt sie zur selben Stunde.

Und der König winkt wieder, Da speit das doppelt geöffnete Haus Zwei Leoparden auf einmal aus, Die stürzen mit mutiger Kampfbegier Auf das Tigertier; Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen, Und der Leu mit Gebrüll Richtet sich auf, da wirds still; Und herum im Kreis, Von Mordsucht heiß, Lagern sich die greulichen Katzen.

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Paul sagte: „Frieda tu dies, Frieda tu das!“, und sie tat es und wurde vor Schweiß ganz nass. Paul sagte: „Bring mir einen Saft!“, und Frieda lief mit letzter Kraft, hinüber zu Tante Sabine, die fertig war mit der Gardine. Frieda rief: „Ich brauch ein Saftglas“, und nahm es und ging hinüber wo Paulchen saß. Paulchen rief: „Ging das nicht schneller?“, und haute wütend auf den Teller. Und sie schüttete ihm den Saft ins Gesicht: „ „Nein, Paulchen, ging es nicht.“ Und aus diesem guten Grunde, verließ sie ihn zur selben Stunde.

Fotos: Karl Hruza

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Die Michaelispiele der 8.Klasse H

urra, auch heuer gab es wieder die Michaeli Spiele. Michaeli ist ein Fest, das wir in der Waldorfschule jedes Jahr feiern. Es gibt 12 Stationen, die jedes Jahr anders sind.

Unsere Klasse durfte die Spiele vorbereiten. Frau Rolfsmeier half uns dabei und gab uns im Turnsaal ein paar Spielideen. Als wir ca. 12 Spiele hatten, schrieb Frau Willau die Gruppeneinteilung auf. Wir mussten Gruppen zu zweit bilden. Das Besondere im heurigen Jahr war, dass uns schon mehrere Tage davor gesagt wurde, dass einige Schüler der KarlSchubert-Schule kommen würden. Dies war eines der schönsten, wärmsten und leckersten Michaeli. Um acht Uhr in der Früh trafen wir uns, als ganze Klasse, bei der Himmelswiese, jeder bis aufs letzte vollgepackt mit Spielzeugen, Essen, Stelzen oder einer Leiter.

Fotos: Sabine Trierenberg

Wir bereiteten für die Kinder, die bereits am Weg waren, unseren Balancierstamm und unsere Wippe vor. Als ich die vielen heranstürmenden Kinder sah, wurde ich etwas aufgeregt, denn immer schon mochte ich die Michaeli Spiele. Als die Kinder der zweiten bis zur siebenten Klasse kamen, war ich sehr aufgeregt. Sie waren sehr süß mit ihren strahlenden Gesichtern. Alle aßen, als sie ankamen, ihre Jause. Dann ging es los. Nachdem alle 12 Gruppen einmal dran waren, bildeten wir einen Kreis und sangen das Michaeli Lied. Danach wurde alles wieder weggeräumt. Dann, am Ende der Michaeli Spiele, hatte jede Gruppe, je mutiger und geschickter sie war, mehr oder eben weniger Punkte gesammelt. Am Ende gab es dann natürlich Gewinner und wir Schüler der achten Klasse verteilten am nächsten Tag Urkunden, Schokoladen und selbst gebastelte Schlüsselanhänger an alle. Dieser Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben. Aus Aufsätzen der 8. Klasse – zusammengewürfelt von Renate Hruza

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Nicht für die Schule … … für das Leben lernen wir, so sehen wir das zumindest.

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chon Seneca bemängelte das Gegenteil an den römischen Philosophieschulen, und so manche hinterfragen auch heute bei diesem oder jenem Inhalt das Wozu. Das, worüber sich ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler einig sind, dass sie für das Leben Wertvollstes gelernt und erfahren haben, sind die Praktika an unserer Oberstufe. Das wird uns Lehrerinnen und Lehrern jedes Jahr aufs Neue beim Rückblick der 12. Klasse bestätigt, das betonen auch Ehemalige, wenn sie auf bleibende Erinnerungen an ihre Schulzeit angesprochen werden.

Einige dieser Erfahrungen werden allerdings nur möglich, wenn Menschen außerhalb der Schule uns ihre Energie und Zeit schenken, um unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit dazu zu bieten. Manche bereits viele Jahre lang, manche ganz neu, und alle, weil sie weiter denken als nur bis zum eigenen Tellerrand. Denn nur dann, wenn jungen Menschen das Eintauchen in eine für sie meist unbekannte Situation möglich wird, erfahren sie Erweiterung. Meist ist die Bereicherung eine gegenseitige. Oft wird sie gleich sichtbar, oft einmal aber auch erst irgendwann, irgendwo, eine Wirkung, von der diejenigen, die ihnen dieses Eintauchen ermöglicht haben, oft gar nichts mitbekommen. Das nennt man dann uneigennützige Investition ins Zukünftige. Und deshalb wollen wir uns einmal ganz öffentlich und von Herzen bedanken bei jenen, die unsere Schule dabei unterstützen, unserer Überzeugung nach Lernen aus dem Leben für das Leben nachkommen zu können.

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Für das Landwirtschaftspraktikum bei den Bäuerinnen und Bauern, die unsere 9.Klässlerinnen und 9.Klässler für zwei Wochen in ihre Familien aufnehmen, ihnen tätig einen Einblick in die Landwirtschaft gewähren, sie sehen lassen, wie und wo das, was uns ernährt, gesät, gepflegt, geerntet, bearbeitet wird. Unser Dank geht heuer an die Familien ANDRES in Eggenburg, ERTL in Pöggstall GALLA, Grossradischen MEIXNER/GARTENMAYER in Würmla HOBIGER in Friedreichs HUBER in Arbesbach LIEBHART in Göpfritz an der Wild MOHAUPT in Gföhl PFEIFFER in Arbesbach PROCK, Schloss Rosenau SCHÖNY in Breitenfurt STAUBER in Echsenbach STARK in Litschau WIMMER-CZERNY in Fels am Wagram und wir senden besondere Gedanken an Familie FRÜHWIRT in Etlas.

Für das Forstpraktikum, wo im Wald von Herrn Schenker auf der Marienseer Schwaig im Wechselgebiet Forstpflege in generationenübergreifende Kontinuität betreiben wird: Familie Schenker betreut uns schon in der zweiten Generation, und Thomas Link, biologisch-dynamischer Forstexperte, ist seit 18 Jahren gedanklicher Mastermind und menschliche Konstante dieses Projektes. Durch die akribische Dokumentation von Gottfried Pühringer und das aktive Tun aller Beteiligten hat die Schule dort in den letzten 23 Jahren ihre eigene Geschichte geschrieben und ihre Spuren deutlich in der Landschaft hinterlassen. Mittlerweile wird diese Geschichte auch im Alltag des Praktikums spürbar: Schüler entdecken auf alten Fotos ihre Tanten wieder – die im gleichen Alter das anlegten und erlebten, was sie jetzt weiterführen. „Ehemalige“ begleiten die jetzigen Klassen als Tutoren und können vor Ort aus dem Nähkästchen plaudern, mit den Schülern „ihre“ gepflanzten Bäume wieder suchen, ... Die Bäume, die noch unter Gottfried Pühringer gepflanzt wurden, überragen nun schon lange die Jugendlichen, der Waldkompost von den Jahren davor düngt die Neupflanzungen, der ursprünglich reine Fichtenwald ist mehr und mehr zu einem wunderbaren Mischwald geworden. Danke, dass wir jedes Jahr die Gelegenheit bekommen, dieses Projekt weiterzuführen!

Die „Neunte“ im Landwirtschaftspraktikum

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on 7. bis 20. September absolvierten die 30 SchülerInnen der neunten Klasse ihr Landwirtschaftspraktikum. In zwei Dreiergruppen und sonst jeweils zu zweit waren die SchülerInnen größtenteils auf verschiedene Höfe im Waldviertel verteilt. Frau Alscher, die gute Seele und geübt umsichtige Organisatorin des Praktikums (DANKE ELISABETH!), hat es wieder einmal geschafft, 14 Bauersfamilien davon zu überzeugen, dass es für unsere SchülerInnen eine unglaublich wertvolle Erfahrung ist, wenn sie am Hof mitarbeiten dürfen und so im Tun miterleben, was „echtes

Landleben“ bedeutet. Dieses spannende „Neuland“ so lebensnah entdecken zu dürfen ermöglichen unsere Gastfamilien oft schon seit mehreren Jahren. Im Namen der „Neunten“ möchte ich mich bei allen Familien (oben genannt) herzlich für die Aufnahme bedanken! „Zu meiner Überraschung ist der Dialekt der Waldviertler fast genauso schwer zu verstehen wie der meiner Gastfamilie zu Ostern in Istanbul“ (aus Florian von Gässlers Tagebuch) „Sagt das eine Schwein zum anderen: Was willst du einmal werden? Sagt das andere: Wurscht!“ (aus Sofie Gattgingers Tagebuch)

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Für das Sozialpraktikum, wo die 11.Kläss­ lerinnen und 11.Klässler mit anderen Lebenssituationen, die an so ganz unterschiedlichen Verortungen in ihren Biographien, ihren Möglichkeiten und Einschränkungen stehen, in Berührung kommen. Das schließt Begegnungen mit Alten und Dementen mit ein, Menschen mit besonderen Bedürfnissen in geistiger wie körperlicher Hinsicht, Menschen auf der Flucht, die in unser Land gekommen sind mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Menschen, die in ihrem eigenen Leben wieder Fuß zu fassen versuchen und Menschen ohne Obdach. Heuer danken wir allen Betreuerinnen und Betreuern in den folgenden Einrichtungen: Caritas Socialis Pflegeheim Mackgasse Dorfgemeinschaft Breitenfurt Karl Schubert Schule | Waldorfkindergärten Tilgnerstraße und Mödling Drogentherapie-Institut Gerasdorf Gehörlosenschule | Camphill Irland

Für das Wirtschaftspraktikum, wo sich die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse in ganz verschiedene Arbeitszusammenhänge begeben, um zu erfahren, wie unterschiedlich man sich arbeitend in die Gesellschaft einbringen kann. Dafür packen sie in Lagern, Büros, Geschäften, Arztpraxen, Werkstätten mit an, lernen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, spezifische Arbeitszusammenhänge und Notwendigkeiten kennen und finanzieren sich darüber hinaus mit der Bezahlung ihre 12. Klassreise. Sie lernen die Arbeit als notwendige Dienstleistung schätzen, und, wenn es gelingt, auch die Chance, selbst noch lernen zu dürfen, um später dasjenige zu finden, wo sie dann ihre Kraft, Energie und Überzeugung zur Entfaltung bringen wollen.

Wir danken den folgenden Betrieben, dass sie Praktikumsplätze zur Verfügung gestellt und die Praktikantinnen und Praktikanten betreut haben: Aircraft Service Klatovy, Flugzeughangar Altmann & Kühne, Pralinenmanufaktur aus gutem grund, „unser“ Bioladen Baumarkt Ehrlich, Baustoffe Bellaflora, Pflanzen und Dekoration Biodrop, Bioladen in Liesing Expanic Stadelmann, Computerbranche Firma Gea, Schuh- und Möbelwerkstatt Firma Gerspacher, Papier- und Schreibwaren Firma Lichterloh, Kunsthandel Firma Schrack, Sicherheits- und Kommunikationssysteme Klavierbau Bernhard Balas Stiegholzer, KFZ Werkstätte Tierarztpraxis Dr. d’Orazio in Hietzing Vielen herzlichen Dank, dass Sie alle einen Teil unseres Auftrags mittragen, eine Schule für die Zukunft zu sein! Ursula Kaufmann

Der Übergang von der Jugend zum Erwachsensein vollzieht sich, wenn das grenzenlose Leben zum begrenzten wird. (Ernst Reinhardt)

„Der Vollernter“ (ein Gedicht aus dem Tagebuch von Paul Böhm) Mit Geratter und Gegroll kommt ein Ernter namens Voll. Herr Voll allein kann sich nicht regen Und deswegen braucht ein Zugtier er. Dies ist ein alter armer Fendt mit Namen Farmer. Mit Geschnaufe, Schraxe und Geschring Zieht Farmer Voll dahin. Auf einer Straße steigt der Fuße fest auf´s Gase. Der Volli aber – welch ein Schreck – ist vor Geschwindigkeit hin und weg. Er rattert nun und rumpelt viele Male Doch dies ändert nicht den Stand der Pedale. Mit viel Gebrüll und auch Geratter Kommt Herr Voll nun zu dem Acker. Nun wird das lange Förderband Tief in die Erde gerammt. Froh ist nun Herr Voll, denn er weiß, Dass er soll fördern all die Erdäpflein Hoch hinauf an Sonnes-Schein. Der Ernter fährt nun ruhig von dannen, Da am Förderband schon rannen hunderte Kartöffelein. Doch nicht Kartoffeln nur alleine Auch gar viele Steine kommen mit dem Förderband angerannt. Diese müssen weg

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Drum steh`n drei Menschen wie die Irren Vor den Bändern und entwirren Was der Volli nicht geschafft, Wofür ihm fehlt noch die Kraft. Flink sausen Steine hin und her Und jeder denkt: gleich geht’s nicht mehr, Die Steine werden mir noch her(r)! In diesen konzentrierten Wandel Kommt gar schnell ein jäher Wandel. Auf dem Förderband – oh welch ein Schreck – Sitzt eine Maus und jeder denkt nur: Die muss weg! Es war ein solcher Schrecken, Dass die Schreie blieben stecken in der Kehle Und der Mut auch lieber ruht. Schiere Angst bemächtigt sich der Menschen, Die Zeit, sie scheint still zu stehen. Doch dann: Die Maus, sie springt und regt sich, Rutscht und kullert runter von Herrn Voll auf `d Erd´n, Sie läuft und ist gleich weg, Die Menschen atmen auf, Es bleibt jedoch der tiefe Schreck!

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Die Kunst ist der Übergang aus der Natur zur Bildung und aus der Bildung zur Natur. (Friedrich Hölderlin)

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eit zwanzig Jahren fährt jede zehnte Klasse auf Forstpraktikum. Dieses Jahr ging es auf die Marienseer Schwaig am Wechsel. Mit dabei waren die begeisterte Frau Evi Myska als Organisatorin, Frau Franziska Heller-Meixner, die schon vor sechzehn Jahren als Schülerin an einem Forstpraktikum teilnahm, und unsere erfahrene Tutorin Frau Marlene Sadychow, inzwischen schon mit ihrer dritten Klasse. Damit Sie einen Eindruck bekommen, was wir auf dem Forstpraktikum alles erlebten, habe ich bei Schülern, Lehrern und unserer Austauschschülerin nachgefragt. Was war dein erster Eindruck, als ihr angekommen seid? Schülerin: Der Ausblick und das Wetter waren wunderschön, wir waren alle sehr erschöpft vom Aufstieg und freuten uns auf das Mittagessen.

Wieso war der Aufstieg so anstrengend? Schülerin: Zuerst fuhren wir mit einem alten, kleinen Bus, in den wir alle nur mit Müh und Not reinpassten bis Mariensee. Dann wanderten wir eineinhalb Stunden, wir schickten immer Suchtrupps voraus, um den Weg zu erkunden, aber es ist bis heute nicht klar, ob wir eine Abkürzung genommen oder uns doch verlaufen haben. Wer von den Lehrern hat euch begleitet? Schülerin: Organisiert hat alles Frau Myska, unterstützt hat sie Frau Heller-Meixner, Thomas Link war als Forstexperte mit, und Frau Sadychow, unsere Tutorin, „schmiss den Haushalt“. Frau Myska, Sie organisierten schon das zweite Forstpraktikum, was begeistert sie so daran? Vor einigen Jahren machte ich die Wald-Pädagogik Ausbildung. Zuerst arbeitete ich mit Kindergartenkindern und anderen Interessierten im Wald. Ich bin sehr froh, jetzt mit Jugendlichen zu arbeiten, da kommen noch ganz andere Aspekte dazu. Mir gefällt, dass das Forstpraktikum generationen-übergreifend ist, das wird heutzutage immer seltener. Ich bin stolz, dass ich ein schon so lange bestehendes Projekt übernehmen konnte.

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Das zwanzigste Forstpraktikum der Rudolf S

Frau Heller-Meixner, sie sind vor sechzehn Jahren schon als Schülerin dabei gewesen: Was hat Sie dazu bewogen, noch einmal mitzufahren, und was hat sich verändert? Mir hat das Forstpraktikum schon als Schülerin gut gefallen. Es hat mir viel besser gefallen als zum Beispiel das Vermessungspraktikum, dort mussten wir oft bis elf Uhr nachts an unseren Plänen arbeiten. Also habe ich beschlossen, noch einmal mitzufahren. Wir waren schon 1998 auf derselben Hütte, aber es hat sich viel verändert. Wir hatten damals noch keinen Strom und mussten abends Petroleumlampen benützen. Die Küche war noch nicht so ausgebaut wie heute, es gab kein warmes oder fließendes Wasser. Das heißt, wir hatten auch noch keine Dusche. Wir wuschen uns in der Speis, mit in der Küche erwärmtem, in Wannen gefülltem Wasser. Auch den Anbau gab es damals noch nicht. Wir waren nur fünfzehn Schüler und schliefen alle oberhalb der Küche. Gleich geblieben ist der Forstexperte Thomas Link, er war auch damals schon unser Betreuer. Das Praktikum hat mir gut gefallen, wir Lehrer haben viel gelacht, auch mit den Schülern. Nur dass es so kalt war, hat mich gestört. Zwei Tage nach unserer Rückkehr wäre ich schon wieder gerne hingefahren.

es extrem – entweder sehr kalt oder sehr sonnig. Und es hat geschneit! Das habe ich noch nie auf einem Forstpraktikum erlebt. Der Komfort steigt von Jahr zu Jahr, jedes Mal denke ich mir, wie sind wir früher ohne die Neuerungen ausgekommen? Ein „Luxusgefühl“ ist jedoch noch nie aufgetreten. Zum Beispiel gab es dieses Mal einen extra SchlafRaum für die Lehrer. Ich kann mich erinnern, dass ich letztes Mal auf dem Tisch schlafen musste. Auch die Scheune ist inzwischen besser isoliert. Ich bin froh, es nicht erlebt zu haben, aber die ersten zehn Jahre gab es keine Dusche. Aimee, unsere Austauschschülerin aus Neuseeland war auch mit dabei. Aimee, how did you experience the ”Forstpraktikum”? I was very surprised that it snowed, I didn´t expect that. I didn´t like to get up so early, but I enjoyed the free time with the class. They taught me some Austrian words: Hearst, Oida, Deppata, zach and Servus. Wie sah es denn mit der Unterkunft aus? Schülerin: Es gab eine Hütte, in der sich unten die Küche, ein winziger Essraum und eine Dusche befanden. Oben drüber waren zwei Mädchen-Schlafräume. Da wir über der Küche schliefen, hatten wir es schön warm. Es war recht eng, manche schliefen zu siebt auf vier Matratzen. Die Toiletten befanden sich außerhalb. Zähne geputzt wurde auch außerhalb, oft bei Minusgraden.

Frau Sadychow, was war ihre Aufgabe auf dem Forstpraktikum? Meine Aufgabe war auf das Feuer zu achten, das heißt Ofen, Haus und Essen warm zu halten. Jeden Tag stand ich schon um 5 Uhr auf, denn ich war der Weckdienst. Abends musste ich darauf achten, dass auch jeder in seinem Schlafsack lag, das war allerdings nicht allzu schwierig, da alle sehr müde waren. Beim Kochen half ich auch mit und machte abends allein den Abwasch. So hatte ich ein bisschen Ruhe. Gegen den Hüttenkoller unternahm ich jeden Tag einen Spaziergang.

Frau Sadychow: Wir Lehrer schliefen in einem Anbau.

Frau Sadychow, Sie haben schon drei Forstpraktika erlebt, was hat sich über die Jahre verändert? Das Wetter war immer nass, diesmal war

Wie war die Verpflegung? Schülerin: Schon im Vorhinein bildeten wir Kochgruppen, suchten Rezepte raus und gingen einkaufen. Dort kochte und putzte

Schüler: Wir Burschen schliefen in der Scheune, die sich gegenüber der Hütte befand. Dort war es feucht, es zog, es war staubig und wir fanden zwei tote Mäuse. Dafür hatten wir viel Platz und unsere Ruhe. Morgens beeilten wir uns immer, in die Küche, ins Warme zu kommen.

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Steiner-Schule Wien-Mauer:

Wie wir es erlebten dann jede Gruppe einen Tag. Während wir kochten, stand schon immer eine hungrige Meute vor dem Fenster und feuerte uns an. Hunger ist der beste Koch! Am besten kam der Milchreis an. Wie sah euer Tagesablauf aus? Schülerin: Die Kochgruppe musste um 5:30 Uhr aufstehen, die anderen mussten dann um 6 Uhr zum Frühstuck erscheinen. Vom 7:30 – 10:00 Uhr arbeiteten wir in drei Gruppen, dann hatten wir eine halbe Stunde Pause. Dann arbeiteten wir weiter bis um 12:30 Uhr und gingen zum Mittagessen. Von 14:00 - 16:00 Uhr arbeiteten wir erneut. Dann war „Duschzeit“ – jeder hatte genau fünf Minuten Zeit, sonst hätte der Letzte kein warmes Wasser mehr gehabt. Das klappte erstaunlich gut! Um 18:30 Uhr gab es Abendessen und danach eine Abendeinheit. In dieser besprachen wir den Tag und schrieben Notizen. Um 22:00 Uhr gingen alle freiwillig schlafen, so erschöpft waren wir von der Arbeit. Was habt ihr gearbeitet? Schüler: Wir haben Wildschutzgatter gebaut und ausgetauscht, Kompost gesiebt, Jungpflanzen gesetzt, Holz gehackt und Bäume gefällt. Am anstrengendsten war es, das Schutzgatter zu errichten, am meisten Spaß hat das Präparate spritzen gemacht. Was waren so die unangenehmsten und herausforderndsten Situationen? Schülerin: Die Eiseskälte am Morgen, das Zähneputzen und Gesicht waschen bei Minusgraden waren unangenehm. Als wir Blutspuren eines toten Hirsches im Anhänger fanden und ich das verstopfte Klo putzen musste, ekelte ich mich sehr. Manche bekamen starken Muskelkater vom Holzhacken, einige wurden krank oder verletzten sich. Das waren so unsere Tiefpunkte. Und was waren eure Höhepunkte? Schülerin: Dienstagfrüh wachten wir auf und es lag Schnee, das war schon ein Erlebnis. Die Ausblicke von Hütte und Arbeitsplätzen waren auch besonders schön. Ein gutes, zufriedenes Gefühl hatten wir, wenn

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zum Beispiel ein Gatter oder das Brennholz fertig war. Den Burschen gefiel das „Präparate-Spritzen“, alle genossen die Pausen. Das abendliche „Werwolf spielen“ mit Katarina und Rosa war sehr lustig. Der Milchreis schmeckte sehr gut. Die angenehme Wärmeflasche am Abend und endlich schlafen zu können – darauf freute ich mich immer. Besonders schön fand ich den Sonnenaufgang über den Bergen und einmal, als ein Regenbogen entstand. Das waren wirklich besondere Erlebnisse. Was gebt ihr der nächsten zehnten Klasse mit? Die jetzige zehnte Klasse: Zieht euch warm, warm an! Ich hoffe, Sie haben nun ein buntes Bild von unserem Praktikum bekommen! Stephanie Doujak

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Einladung zum Waldorf-Advent-Basar Freitag, 28.11.2014 17.00 – 23.00 Uhr Samstag, 29.11.2014 10.00 – 18.30 Uhr

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ir möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser des MoMents, besonders herzlich zu unserem Advent-Basar einladen Wie jedes Jahr findet er am Freitag und Samstag vor dem ersten Advent-Sonntag in unserer Schule statt, allerdings gibt es heuer einige Neuerungen, die wir Ihnen voll Freude mitteilen. Auf Anregung von Menschen, die mit unserer Schule überaus verbunden sind, sie fördern und auch genießen wollen, die aber an diesem Wochenende selbst oft in eigenen Betrieben stehen und damit für Viele sprechen, die bis dato womöglich daher auf einen Besuch bei uns verzichten mussten, haben wir an einer Ausweitung der Zeiten gearbeitet. Diese gestalten sich nun heuer wie folgt:

Freitag 17.00 Uhr feierliche Eröffnung im Großen Festsaal 17.00 – 21.00 Uhr Russische Teestube 17.00 – 22.00 Uhr Verkauf im gesamten Schulhaus 17.00 – 23.00 Uhr Wiener Kaffeehaus Samstag 10.00 Uhr feierlicher Beginn im Großen Festsaal 10.00 – 18.30 Uhr Verkauf und Aktivitäten laut Programm im gesamten Schulhaus 18.00 Uhr im Großen Festsaal Adventlieder-Singen (kein Verkauf ab 18 Uhr!) und im Anschluss Turmblasen Wie Sie sehen, haben wir auch den Verkauf im Großen Festsaal am Samstag mit 18 Uhr limitiert, um dem gemeinsamen Adventsingen einen schönen und stimmungsvollen Rahmen zu geben. Das Turmblasen wurde als krönender Ausklang an den Schluss gesetzt. 14 |

Jedes Jahr finden sich aufs Neue viele helfende Hände, die unser Schulhaus in ganz besonderem Glanz erscheinen lassen. Wochen vor dem Basar wird schon am Hausschmuck gearbeitet. Kränze und Girlanden werden hergestellt und sorgen dann für weihnachtliche Stimmung. Aber nicht nur über das Auge wird die Adventstimmung angeregt, sondern auch durch Musik und besondere Düfte: Bei den Werkstätten riecht es nach Bienenwachs, im Erdgeschoss duftet es nach gebrannten Mandeln und Punsch und nach frischem Reisig. Auch einige neue Angebote erwarten Sie und können Sie hoffentlich überraschen. Der Freitag ist vor allem als Treffpunkt für die Eltern gedacht. Sie können in Ruhe aus dem reichhaltigen Angebot schöpfen und das eine oder andere Weihnachtsgeschenk für ihre Lieben besorgen… Oder sich im Wiener Kaffeehaus wie auch der Russischen Teestube bei einem gemütlichen Plausch mit schon lange nicht mehr gesehenen Bekannten und Freunden treffen, … Den Samstag gestalten wir ganz besonders für die Kinder – da gibt es Vieles zu entdecken, erleben und mitzumachen: In der Zwergenwerkstatt finden wir uns in einer ganzen Wichtellandschaft wieder, die auch Erwachsene zum Schauen und Verweilen einlädt – hier dürfen Zipfelmützenwesen verschiedenster Art entstehen; im Lebkuchenhaus wird eine Geschichte erzählt und jedes Kind erhält zum Schluss noch eine kleine Überraschung. Das Puppenspiel im Musikraum, wie jedes Jahr vom Puppenspielkreis des Kindergartens gestaltet, erzählt heuer von „König Drosselbart“ und ist

besonders auch für Schulkinder geeignet; und die gespielte Geschichte für die Allerkleinsten im Heileurhytmieraum ist „Mutter Erde ruft die Tiere“ für Kinder bis ca. 4 Jahre. In der Kinderstube können die Kinder wieder selbständig einkaufen und auch Kerzen können wieder selbst gezogen und Kekse gebacken werden. Im Rosenhof erwartet die Kinder wieder der Schmied und im Physikraum der Glasbläser u.a.m. Auch für Gaumenfreuden gibt es heuer wieder ein reichliches Angebot: Das Wiener Kaffeehaus erwartet Sie an beiden Tagen im ersten sowie die Russische Teestube im zweiten Stock. Im Rosenhof gibt es wieder Würstel wie auch heiße Suppe; zu Mittag gibt es im Schüleressraum einen Mittagstisch. Weiters gibt es gebrannte Mandeln, Punsch, Schokoladepralinen, Kekse und vieles mehr im Angebot. Die Turmbläser, das gemeinsame Adventliedersingen am Samstag ab 18.00 Uhr im großen Festsaal und die vielen kleineren musikalischen Beiträge der SchülerInnen werden zur Adventstimmung bei unserem Basar beitragen. MoMent  Herbst 2014


Feiern und geniessen wir in Stimmungsvoller Atmosphäre den Adventbeginn! Viele Stände, deren Reinerlös zur Gänze der Schule zu Gute kommt, sind im großen Festsaal untergebracht. Wo dies nicht möglich ist, werden zusätzlich rote Schilder mit dem Aufdruck „Reinerlös für die Schule“ angebracht. Unser Advent-Basar ist ein Fest, bei dem alle zusammenarbeiten: Eltern, SchülerInnen, KindergärtnerInnen, LehrerInnen, manche sichtbar, viele im Hintergrund. Dieses Miteinander macht unseren Basar zu einem ganz besonderen Ereignis. Wir freuen uns darauf, dieses Fest mit Ihnen zu feiern! Der Basarkreis für die Schulgemeinschaft Herbst 2014  MoMent

Samstag, 29.11.2014 Puppenspiel „König Drosselbart“ für Kinder ab 4 Jahre, besonders auch für Schulkinder geeignet 11.00, 13.00, 14.30 und 16.00 Uhr im Musikraum Lebkuchenhaus Eine Adventgeschichte für Kinder 11.00, 13.00, 14.30 und 16.00 Uhr im Eurythmiesaal Puppenspiel für die Jüngsten „Mutter Erde ruft die Tiere“ für Kinder von 11/2 bis 4 Jahren 11.15, 12.15 und 13.15 Uhr im Heileurythmieraum |

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Herzlich willkommen zur öffentlichen Tagung Wien 6.-7. März 2015

DIE THEMEN DER VORTRÄGE

Freitag, 6. März 2015 19.00 Uhr

Beziehungsfähig ist man nicht beziehungsfähig wird man Samstag, 7. März 2015 11.00 Uhr

BEZIEHUNGEN GESTALTEN heute Zwischen Freiheit und Liebe

Die Beziehung Mann-Frau

die leichteste, die schwierigste, die spannendste Drei Vorträge mit

Pietro Archiati

Samstag, 7. März 2015 16.00 Uhr

Liebe und Freiheit

die Herausforderung jeder Begegnung TECHNISCHE UNIVERSITÄT

Mit Gespräch nach jedem Vortrag.

Prechtlsaal

Karlsplatz 13 (Resselpark) Pietro Archiati hat mit verschiedenen Völkern und Kulturen gelebt. Vor etwa 35 Jahren hat er das Gedankengut Rudolf Steiners entdeckt, das ihm zur wichtigsten Inspirationsquelle geworden ist. Nach seiner Überzeugung kann sie zu einer Überwindung des heutigen Materialismus führen. In den Rudolf Steiner Ausgaben arbeitet er seit Jahren zusammen mit Monika Grimm an der Herausgabe der Vorträge von Rudolf Steiner, die gerade für die heutige Menschheit von entscheidender Bedeutung sind.

Auskunft u. Anforderung vom Faltblatt Ruth Neureiter, Tel. 0676-63 16 64 1; Post: Kochgasse 7/9; 1080 Wien; E-Mail: ruth.neureiter@chello.at

Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns bei der Bekanntmachung helfen. Rufen Sie gerne an und fordern Sie kostenlos Faltblätter zum Verteilen. PDF-Datei des Faltblatts unter:

www.rudolfsteinerausgaben.com (Veranstaltungen)

Spielgruppe für Kinder von 1½ bis 4 Jahren

Adventbazar im Waldorfkindergarten Mödling

Ab 7. Oktober Jeden Dienstag 9.30 -11.00 Uhr, Kosten: 5 Block € 60,-. Bitte um Anmeldung unter 02236/25744 Waldorfkindergarten Mödling Hauptstraße 47, 2340 Mödling

Samstag, 22.11.2014 10:00 – 19:00 Uhr – Bazar mit Puppenspiel Waldorfkindergarten Mödling Hauptstraße 47, 2340 Mödling

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Infos unter: http://www.waldorf-moedling.at/

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so bang und schwer Ryan Langer, Klavier Gregor Reinberg, Violine J. Brahms Sonate für Klavier und Violine d-moll Opus 108 A. Webern Vier Stücke für Geige und Klavier Opus 7 R. Schumann Sonate für Klavier und Violine a-moll Opus 105

Samstag, 13. Dezember 2014, 19:30 Uhr Ein Benefizkonzert zu Gunsten der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, Endresstraße 100, 1230 Wien

Angelo Kelly geht auf „MIXTAPE“ TOUR Begleitet von dem Multiinstrumentalist, und guten Freund Am 11.12.2014 um 20.00 Uhr findet das einzige Matthias Krauss werden die Beiden viele Songs von ande- Österreich-Konzert im großen Festsaal der Rudolf ren Künstlern live zum Besten geben. Steiner-Schule statt. Angelo Kelly: „Ich habe früher gerne Mixtapes von mei- Weitere Infos unter: www.angelokelly.de nen Lieblingssongs mit meinem Kassettendeck und Schallplattenspieler gemacht. Auf dieser Tour möchte ich eine Art Live-Mixtape für mein Publikum gestalten und zu einigen Liedern werde ich auch kleine Geschichten erzählen.“ Angelo Kelly hat ein besonderes Talent Songs zu covern und sie dabei völlig neu klingen zu lassen. A.K.: „In Irland gibt es ein tolles Sprichwort. Zu jeder Geschichte gibt es zwei Versionen und zu jedem Song gibt es zwölf.“ Man darf sich auf Lieder von Künstlern wie Sting, Snow Petrol, Bruce Springsteen, Joni Mitchel, U2 und vielen mehr freuen. Dazu besitzt Angelo die Gabe das Publikum mit seinen Geschichten zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen. Diese Tour wird mit weniger als 15 Terminen sehr exklusiv sein. Deshalb sollte man sich die Karten frühzeitig sichern.

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„andere Lebenssituationen“

Berichte vom Sozialpraktikum der 11. Klasse Martina (Dorfgemeinschaft Breitenfurt)

Judith (Kindergarten)

Die Dorfgemeinschaft Breitenfurt wurde 1995 gegründet. Sie ist eine Einrichtung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Das Anliegen ist es, einem Menschen ein gesundes, ausgeglichenes und glückliches Leben zu bieten. Die Dorfgemeinschaft ist aufgebaut wie ein Dorf, es gibt eine lange Straße durch das Gelände und links und rechts von dieser stehen Betreuten-Häuser und Werkstätten. Das Haus in dem ich mein Sozialpraktikum absolviert habe, beherbergt sehr selbstständige Menschen. Meine Arbeit im Haus reichte von Essen herrichten über Haare föhnen bis zu einfacher Unterhaltung durch Kartenspiele oder sonstige Beschäftigungen. Die Arbeit in Häusern mit selbstständigen Betreuten ist keine geringere Herausforderung oder weniger anstrengend als in Häusern, in denen Menschen mit schwereren Beeinträchtigungen Leben, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Mein Sozialpraktikum bot eine ausgewogene Abwechslung von Erfolgen und Misserfolgen. Ich habe durch dieses Praktikum begonnen, darüber nachzudenken, wie viel Glück wir alle haben, die keinerlei Beeinträchtigung haben. Und wenn man nun jemandem dabei zusieht, mit wie viel Mühe die für uns selbstverständlichen Dinge verbunden sind, kommen einem die eigenen Probleme gleich ein ganzes Stück kleiner vor. Die Betreuten bringen einem bedingungsloses Vertrauen entgegen, was viel Verantwortung bedeutet. Die Arbeit in der Dorfgemeinschaft ist von Haus zu Haus sehr unterschiedlich. Am Ende meines dreiwöchigen Praktikums fiel mir der Abschied sehr schwer. Auf der einen Seite, weil das eine baldige Rückkehr in die Schule bedeutet aber andererseits – und das ist der Hauptgrund – weil mir viele Betreute sowie Betreuer ans Herz gewachsen sind und die Zeit für mich sehr schön, interessant und aufschlussreich war.

Drei Wochen lang verbrachte ich mein Sozialpraktikum im wunderschönen und gemütlichen Waldorfkindergarten in Wien. Der Kindergarten besteht aus drei Gruppen, wo die Kinder je nach Alter aufgeteilt sind. Ich hatte das Vergnügen die Regenbogengruppe zu begleiten, wo ich im Nachhinein sagen muss, dass diese Gruppe perfekt zu mir gepasst hat. In meiner Gruppe waren Kinder von drei bis sechs Jahren, alle haben sich untereinander sehr gut verstanden, es war eine recht harmonische Gruppe. Am Vormittag bereitete ich meistens mit ein paar anderen Kindern die Jause vor. Ich hatte meistens eher kleinere Aufgaben, die aber dennoch sehr wichtig waren. Nach der Jause machten sich die Kinder immer auf den Weg nach draußen in den Park. Die Parkspielzeit war immer eine der schönsten Momente des Tages. Ich konnte mit den Kindern plaudern, wo ich hin und wieder über Bemerkungen von ihnen schmunzeln musste oder einfach den Kindern gerne beim Spielen zuschaute, was ich den ganzen Tag hätte machen können. Man beginnt über seine eigene Kindheit nachzudenken, wo man nur sein sicheres Zuhause kennt und den Kindergarten, eine eigene kleine Welt. Sachen die man eigentlich schon längst vergessen hat erscheinen wieder ganz klar und deutlich vor den Augen und auf irgendeine Art und Weise wünscht man sich diese Zeit wieder zurück. Ich wurde auch öfters aus meinen höchst interessanten Gedanken herausgerissen, weil wieder eines der Kinder mit schmollendem Blick und Tränen in den Augen auf mich schaute. Streit lösen und Kinder trösten waren auch eine meiner vielen Aufgaben, die ich jetzt im Nachhinein betrachtet gut gemeistert habe. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an den Alltag im Kindergarten und an die Kinder. Ich lernte einiges und bin positiv überrascht, wie mit den Kindern umgegangen wird und wie gut den Kleinen das tut. Jedes der Kinder ist mir so ans Herz gewachsen und ich vermisse den Alltag dort sehr. Trotz allem braucht man, um dort arbeiten zu können, Geduld, Liebe zu Kindern und Durchsetzungsvermögen. Ich bedanke mich bei allen, die mir bei manch fraglicher Situation während des Praktikums geholfen haben und denke gerne an diese schöne Zeit zurück, die ich dort erleben durfte.

All das ist ohne Wert, was nicht Aufstieg oder Übergang ist. Und wenn du innehältst, wirst du der Langeweile begegnen, da dir ja die Landschaft nichts mehr zu sagen hat. (Antoine de Saint-Exupéry)

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ÜBERGÄNGE Alina (Sozialpraktikum caritas socialis) Mein Sozialpraktikum absolvierte ich im Alterspflegeheim der Caritas socialis in Kalksburg. Ich verbrachte meine drei Wochen in einem Stockwerk, in dem sowohl alte Menschen mit Alzheimer oder Demenz in einem weiter fortgeschrittenen Stadium leben, als auch solche in einem weniger weit fortgeschrittenen. Viele der Bewohner waren noch im Stande, sich einigermaßen selbständig zu bewegen, konnten sich selber waschen, sprechen, essen und gehen. Jedoch waren andere schon eingeschränkter, sie saßen im Rollstuhl und konnten nur noch selbständig sprechen und essen. Es gab sogar einige die nicht mal das konnten, nicht mal mehr sprechen. Meine Aufgabe war es zum größten Teil, die Personen, die noch sprechen konnten, zu unterhalten. So verbrachte ich oft Nachmittage lang damit, mit ihnen Spiele zu spielen. Da viele nicht mehr selbständig essen konnten, mussten sie ausgespeist (gefüttert) werden. Hierbei durfte ich sogar helfen. Dies war nicht immer leicht für mich, da ich mir damit schwer tat, erwachsene Menschen, die schon so viel erlebt haben, das abzunehmen, was für einen selbst eines der normalsten Dinge auf der Welt ist. Ich habe in diesen drei Wochen so viele schöne Momente, Emotionales, Herausforderndes und auch Schwieriges erlebt. Ich habe so viel gelernt und so viel hat mich geprägt. Mir ist so vieles klar geworden; dass das Leben eigentlich sehr kurz ist und dass das Lebensende sich lange, bevor es da ist, stark ankündigen kann. Ich wünsche jedem der das Sozialpraktikum noch vor sich hat, dass er genau solche Erfahrungen sammeln darf, wie ich es durfte.

Fotos: Karl Hruza

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Über die Schulter geschaut … .. aus den Praktikumsberichten der 12. Klasse,

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en ganzen Tag im Lager Schuhe sortiert und eingeräumt, von 6 Uhr bis 14.30 Uhr, einmal Pause um 10 Uhr. … Nach dem dritten Tag Schuhsortierens von Eisbär bis Nordpol geordnet von F35 bis G48 läuft das alles schon wie in Traum ab. … etwa 15 Kisten Winterstiefeloberteile, Fersenkappen des Futterleders um etwa 1cm mit der Schere kürzen. Das heißt etwa 300 Mal derselbe Handgriff. Besser als Schachteln Sortieren allemal! …nächster Tag, 550 Mal das Fersenleder kürzen … ABWECHSLUNG … aktivierte Laufsohlen auf die fertigen Schuhe mittig aufkleben, gar nicht so einfach … G’schmeidig: den ganzen Tag bei Harald in der Reparatur beim Prototypenbau geholfen. Sohlen abtrennen, Brandsohlen entfernen, neue einkleben, Leisten aufkitten, einleisten, …. Die drei Wochen liefen uns wie Sand durch die Finger. So viele gute und schöne Erfahrungen! Werde von dem Mitgenommenen noch lange Zeit zehren können!

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ie Atmosphäre war öfters angespannt und drückend. Die Arbeiten waren zumeist eintönig, anstrengend und kräfteraubend. Jedoch habe ich dort gelernt, damit etwas umzugehen.

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ein erster Tag im Ramsch verlief rosig! Die Arbeit dort macht sehr viel Spaß. … Heute durfte ich die Bilder der Wiener Künstlerin Trudi Gills ordnen. Sie kannte ein paar berühmte Persönlichkeiten, wie den Maler Hans Staudacher, von dem wir in ihrer Verlassenschaft Glückwunschkarten fanden mit Zeichnungen drauf. … Ich wollte den Christoph nicht enttäuschen, und so setzte ich mich kurz auf den Schwarzenbergplatz und überlegte. Dann ging ich, um mich aufzuwärmen, in ein schrulliges Cafè. Um 20 Uhr wagte ich mich wieder zum Palais. Ich fragte die Securities, ob ich nun flyern dürfe. Es war ok! … Danach war ich geschafft. Hungrig und müde. Aber es war ein toller, interessanter Tag!

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a Schrack eine Firma für Sicherheitstechnik ist, bekamen wir Chips mit unserer Identität darauf, mit denen wir uns an- und abmeldeten, Türen öffneten und wir konnten sogar Geld darauf speichern, um in der Kantine oder an dem lebensnotwendigen Kaffeeautomaten zu bezahlen. … Das Arbeitsklima dort ist sehr nett und amüsant (solange man keine Fehler macht). … Auf Dauer könnte ich nicht in so einem Gewerbe arbeiten.

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ch habe schlechte Erfahrungen gemacht, aber auch gute. Und ich glaube eigentlich, dass die mühsamen Erfahrungen rückblickend die wichtigsten waren. … Ich habe erlebt, was körperliche Arbeit, Ungerechtigkeit und Zusammenreißen bedeutet. … Ich habe am Anfang vieles nicht verstanden und hatte viele Fragen – und da hab ich mir geschworen durchzuhalten, weil ich Antworten wollte und Verständnis. Meine Neugierde hat mich vorangetrieben, und das war auch gut so. … Und so wurde ich in den drei Wochen gut abgehärtet und weiß nun, was Arbeit bedeutet. Aus einer Prinzessin aus der Stadt wurde eine Arbeiterin mit Muskeln, die in ihrem Wortschatz, besonders bei den Schimpfwörtern, so einiges dazugelernt hat!

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Fortschritt ist der Übergang von Situationen, deren Nachteile man schon kennt, zu Situationen, deren Nachteile man noch nicht kennt. (Arnold Gehlen)

Wirtschaftspraktikum

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er Betrieb gehört Bernhard Balas, der auch für die Ausbildung und Weiterbildung der Angestellten und Lehrlinge zuständig ist. Normalerweise kocht er das Mittagessen, das alle Angestellten und Gäste gemeinsam in der Werkstatt auf einem alten Klavierboden essen. … Am ersten Tag habe ich Ösen für die Stimmwirbel geformt, dabei wird Draht um ein Holzstück mit Haken nach einem genauen System gebogen. … In den folgenden Tagen habe ich dann nach den Erklärungen von Lisa alleine die Mechanik auseinandergeschraubt. Als nächster Schritt mussten die Filze von den Dämpfern und den Hebegliedern abgelöst, gesäubert und erneuert werden.

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m ersten Tag wollte ich gleich wieder weg. … Man gewöhnt sich daran, aber ein Spaß ist es nicht wirklich, ich habe aber großen Respekt vor den Damen, die das teilweise schon seit 18 Jahren jeden Tag machen. 400 Filzstifte durchprobieren, ob eh noch alle schreiben. … Unmengen an Stiften einsortieren. … Die Pausen sind wohl das langweiligste Kapitel des Praktikums. Ich frage mich, ob ich noch tiefer sinken kann, da ich nun auch schon anfange, „Österreich“ und „Heute“ zu lesen, nur um nicht laut betend vor der Uhr auf die Knie zu fallen.

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eine Vorstellung, Tierarzt zu sein, ist nun eine völlig andere. … Es ist ein harter Beruf, der sowohl wahnsinnig Schönes als auch Trauriges in sich birgt…. Ich habe bemerkt, dass durch die gute Stimmung zwischen den Kollegen alles leichter verarbeitet werden kann…. Mit der Zeit habe ich mich besser in der Ordination ausgekannt und habe bereits Sachen selbständig gemacht, ohne dass mich jemand darum gebeten hat. … Ich schaute während der OP auf die Atmung der Katze. Es war furchtbar, da die Katze geschlagene fünf Mal zu atmen aufhörte…. Ich war auf irgendeine Art und Weise sehr stolz, dass ich so gut mithelfen konnte.

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ch habe mich in einem großen Ausmaß mit dem Koordinieren von Telefonaten und Terminen vertraut gemacht. Anfangs hat mich das ein wenig eingeschüchtert, da ich davor noch nie mit IT in Berührung gekommen war.

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in so intensives Eintauchen in die Arbeit gibt einem das Gefühl, als würde man seiner Zukunft einen Schritt näher kommen. … Bestimmte Sätze wie „Hier bei mir verhungert niemand“ oder „Du nimmst Dir einfach, wenn Du was brauchst“ aus dem Mund meiner Chefin werde ich nie vergessen. … Mit der Zeit hatte ich das Gefühl, dass die Kunden nicht einfach nur kommen um einzukaufen, nein, sie nehmen viel mehr mit als nur die Ware aus dem Laden.

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Neue Welten – What moves you Jugend-Eurythmie-Projekt 2014

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er Flyer des Eurythmie-Projektes What-moves-you, welches das international größte Jugend-Eurythmieprojekt ist und im Sommer in Berlin stattfinden sollte, fiel mir wie ein Geschenk in die Hände. Die 9. Sinfonie von Dvorak, mochte ich schon immer sehr gerne und da meine Begeisterung für die Eurythmie in den letzten zwei Jahren auch immer stärker wurde, kam mir dieses Projekt genau richtig.

79 Eurythmie-begeisterte Jugendliche aus aller Welt arbeiteten einen Monat lang, aufgeteilt in vier Gruppen, mit ein oder zwei Dozenten, an dieser 9. Sinfonie von Dvorak. Ich entschied mich für den ersten Satz, unter der Leitung von Astrid Thiersch (aus San Francisco). Wir arbeiteten jeden Tag fünf Stunden an der Sinfonie und zwei Stunden an Gedichten, welche wir in der Mitte der vier Sätze zeigten. Denn anders als vor zwei Jahren, war dieses Jahr auch die Laut-Eurythmie miteinbezogen in der Sinfonie. Die Aufführung fand am 9. und 10. August in der Arena Berlin statt. Für die musikalische Begleitung kam das Gnessin Virtuosen Orchester, unter der Leitung von Mikhail Khokhlov, aus Moskau angereist. Ganz besonders beeindruckte mich die erste Probe in der letzten Woche mit unserem Jugend-Orchester. Ich spürte die Eurythmie, die Töne, die Form, zum ersten Mal so intensiv wie noch nie. Es ist ein tolles Gefühl, zu dem ersten Satz der Sinfonie, gespielt von so einem großartigen Orchester gestalten zu dürfen. Es hat sich angefühlt als würden wir mit der Eurythmie eine „Neue Welt“ formen. Musik und Eurythmie wurde zu „Einem“. Am ganzen Körper spürte ich die Geige, zu welcher ich mich bewegte.“ Bei diesem Projekt lernte ich die Eurythmie erst so richtig kennen und lieben, denn was dort, mit Jugendlichen die zwischen 17 und 24 sind, an Arbeit möglich war, ist mit keinem Eurythmieunterricht an der Waldorfschule zu vergleichen. Jeder Teilnehmer beschäftigte sich intensiv, interessiert und ernsthaft mit der Eurythmie und der Sinfonie. Ich lernte in dieser Zeit viel über mich selbst, machte mir Gedanken, sammelte Ideen und Eindrücke. Auch lernte ich viel über Gruppendynamiken. Mir fiel auf, dass ein Miteinander in der Eurythmie ganz wichtig ist, denn ohne diesem kann dieses Eurythmie nicht wirken. Mein Interesse für die Eurythmie ist über den Sommer stärker geworden. Rudolf Steiner hat einmal gesagt: „Der Raum um uns herum hat Qualität.“ Um diese Qualität geht es mir, das interessiert mich. Ich denke, dass die Eurythmie etwas will, was auf diese Art und Weise keine andere Bewegungskunst schaffen kann. Diese Raumbewegungskunst will etwas ehrliches, etwas Wirkliches zeigen. So denke ich, dass in der Eurythmie keine Lüge möglich sein kann. Ich möchte mich erst einmal bei meiner Eurythmielehrerin Kamila Rudnicka bedanken dafür, dass sie durch ihren Unterricht an der Schule, überhaupt mein Interesse für die Eurythmie wecken konnte und mir die Teilnahme an dem Projekt im Sommer ans Herz legte. Ein herzliches Dankschön möchte ich auch an die Rudolf Steiner-Schule in Mauer und an die Hermes Bank aussprechen, ohne diese es mir nicht möglich gewesen wäre das Projekt zu finanzieren. Vielen lieben Dank für dieses wunderbare Erlebnis im Sommer!

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Angela Walker

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Dialoge und Übergänge – Themen aus der Lehrerbildung „Wir werden nur dann gute Lehrer sein, wenn wir lebendiges Interesse haben für alles, was in der Welt vorgeht.“ Unter anderem mit diesen Worten wandte sich Rudolf Steiner am Abend des 20. August 1919 an die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer der ersten Waldorfschule in Stuttgart, um sie einzustimmen auf den dreiwöchigen Vorbereitungskurs für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Steiner verstand die Gründung der Waldorfpädagogik immer als eine Antwort auf Fragen und Herausforderungen der Gegenwart. Denn, so Steiner, „besondere Zeiten“ haben „besondere Aufgaben“. Die Wahrnehmung dieser „Besonderheit“ – von Zeiten und Aufgaben – beruht wohl auf dem oben angesprochenen Interesse für alles, was sich in der Welt ereignet und damit vor allem auch auf der Sensibilität für Veränderungen und Wandlungen. Diese sind zu einem großen Thema geworden – dramatisch wahrnehmbar zurzeit in der Ukraine und im Nahen Osten – das uns bis in den Sommer des nächsten Jahres auch im waldorfpädagogischen Kontext begleitet: Im Oktober fand ein sogenanntes „Praxisforum“ in Wien statt, bei welchem Forschungsresultate bezüglich der Bewältigung der Schuleingangsphase an österreichischen Waldorfschulen vorgestellt wurden. Dieses Projekt hatte das Zentrum für Kultur und Pädagogik in Auftrag gegeben.

Ein ähnliches Thema wird in der Vor-Osterzeit bei einer internationalen KindergärtnerInnen und LehrerInnentagung in Dornach bearbeitet: Übergänge in der Kindheit von der Geburt bis 14. Und dann findet noch im Mai 2015 in Wien der dritte internationale Kongress des „European Network for Academic Steiner Teacher Education“ (ENASTE) mit dem Titel „Transformations. Education in a Rapidly-Changing World / Bildung in einer sich wandelnden Welt“ statt. Darüber soll in der nächsten Kolumne mehr berichtet werden. Sind wir wach genug, um Veränderungen und Übergänge wahrzunehmen, in ihrer besonderen Ambivalenz auszuhalten und zu begleiten? Diese Frage hat uns alle – um nicht nur die Pädagogen als besondere Spezies zu nennen – heute mehr denn je zu bewegen. Steiner meinte ja, wie oben ausgeführt, dass dies eine der Grundbedingungen dafür ist, der Aufgabe als Lehrer zu genügen – ebenso wie die Fähigkeit, in sich selbst den Übergangsmenschen zu entdecken, jenen, der immer Wandlung will… Leonhard Weiss, Tobias Richter Dankbar sind wir der MoMent-Redaktion dafür, in Zukunft regelmäßig an dieser Stelle über Themen berichten zu können, die uns in der Lehrerausbildung zurzeit beschäftigen. Tobias Richter und Leonhard Weiss sind Mitarbeiter am Zentrum für Kultur und Pädagogik in Wien und Dozenten des Masterstudiums Waldorfpädagogik an der Donau-Universität Krems.

Gebunden, gesteckt, geschmückt … … das bereits traditionelle Herstellen des Hausschmucks für den Basar findet heuer Samstag, den 22. November von 9 Uhr bis etwa 15 Uhr statt. Alte Hasen, Neulinge und alle, die sich in emsiger Gesellschaft das Handwerk des Girlandenbindens, Bukett Herstellens, Gestecke Zusammenstellens zu eigen machen wollen, die bereit sind, den Zauber zu erlernen, wie sich die Schule in ein Adventschloss verwandelt, sind dazu herzlichst eingeladen! Für Stärkung ist gesorgt, für fachkundige Anleitung ebenfalls, und der Spaß daran stellt sich ganz von alleine ein! Ein kleiner Insidertipp: Schürzen, eine eigene Drahtzange und eine Rosenschere mitzubringen schont die Kleidung und erleichtert das zügige Arbeiten!

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Der Basarkreis sucht fleiSSige Hände! Damit wir viel Verschiedenes zu verarbeiten haben, bitten wir herzlichst, Efeu, Wacholder, verschiedenfarbiges Nadelgehölz, Misteln, Stechpalmen, Korkenzieherhasel, Feuerdorn, Hagebuttenzweige, rote Hartriegeläste, … ab Montag, dem 17.11.2014 im Rosenhof auf Endresstraße 100 zu hinterlegen. Bitte um Anmeldung, wer gerne kommt, unter basar@waldorfmauer.at, zwecks Planbarkeit. Natürlich sind auch alle spontan Entschlossenen herzlichst gerne gesehen!

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WALDORFERZIEHUNG IST FÜR ALLE MENSCHEN DA! Zu den Arbeitstreffen der IASWECE in Wien vom 12. bis 15. Oktober 2014 Waldorferziehung als kulturübergreifende Aufgabe und Herausforderung Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschheit sind weltweit im Wandel begriffen – doch was verbindet uns alle als Menschen und macht eine Begegnung in der Erziehungsarbeit möglich, unabhängig vom kulturellen, sozialen und religiösen Hintergrund? Kulturentwicklung durch gemeinsamen Impuls Die Waldorferziehung auf der Grundlage der Anthroposophie kann und will sich mit dem jeweils vorliegenden kulturellen Kontext verbinden und eine Quelle lebendiger Einsichten werden, die sich den verschiedenen Umständen anpassen kann. Weltweit stellen sich Menschen dieser Herausforderung, um im Dienste des kleinen Kindes vor dem Schulalter zu einer Kulturentwicklung beizutragen, die sich Rudolf Steiners Anregungen verpflichtet fühlt, die Individualität jedes Kindes in seiner Entwicklung zu unterstützen.

Koordination und Unterstützung In diesem Zusammenhang ist die IASWECE (International Association for Steiner/Waldorf Early Childhood Education) ein Zusammenschluss von der Waldorfpädagogik zustrebenden Menschen über sprachliche, politische und religiöse Grenzen hinweg. Sie schafft rechtliche Grundlagen für die weltweite Koordination der Zusammenarbeit in der Unterstützung von Ausbildungen und der Begleitung von pädagogischen Initiativen. Finanzieller Beistand wird dabei ermöglicht aufgrund von Beiträgen der Mitgliedsländer, sowie von Spenden, Sponsoren, Fördermitgliedschaften und Fundraising. (siehe: www.iaswece.org) Vertretung aus allen Kontinenten Im Council, dem Arbeitsgremium der IASWECE sind derzeit Belgien, Holland, England, Irland, Frankreich, Spanien, Italien, Slowenien, Rumänien Ungarn, Tschechien, die Ukraine , Polen, Russland, Litauen, Estland, Finnland, Schweden, Norwegen Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweiz, Israel, Südafrika, Indien, China, Japan, Neuseeland, Australien, USA, und Brasilien vertreten.

Wien als Treffpunkt Arbeitstreffen sind zweimal jährlich an wechselnden Orten vorgesehen. Vom 8.12. Oktober fand das diesjährige Herbsttreffen nun in Wien statt. Die pädagogische Arbeit auf dem Hintergrund von wachsenden Ängsten und Gewalt, die Internationale Tagung „Übergänge“ im Frühjahr 2015 (siehe Ankündigung), die Entscheidung, den Sitz der IASWECE in die Schweiz zu verlegen, sowie Budgetfragen waren die großen Arbeitsthemen. Indien und Litauen konnten als neue Mitglieder begrüßt werden und erweiterten mit ihren Berichten das globale Bild. Ein gemeinsamer Abend mit den Wiener KindergärtnerInnen rundete das Treffen in heiterer Atmosphäre ab. Arbeit in der Ausbildung weltweit Im Anschluss fand vom 12. bis 15. Oktober ein „Internationales Kolloquium für Ausbilder in Kindergartenseminaren“ mit 60 TeilnehmerInnen statt. Ausgehend von den Voraussetzungen für Weiterbildung und Erwachsenenbildung auf Augenhöhe gab es einen intensiven Austausch über die Arbeitsweisen in verschiedenen Ländern. Mit finanzieller Unterstützung des Waldorfbundes konnte das Haus der Anthroposophie im Zentrum Wiens als Ort der Treffen dienen und trug zu einer allseits befriedigenden und ergebnisreichen Arbeitswoche und schönen Begegnungen mit Wien bei. Ursula Dotzler

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ÜBERGÄNGE IN DER KINDHEIT VON DER GEBURT BIS 14 Bedeutung, Herausforderung, Konsequenzen Aufgaben für Erzieher und Lehrer Welche Konsequenzen hat die pädagogische Praxis der Erzieherinnen und Erzieher auf die Entwicklung des Kindes? Wissen wir als Lehrer, woher die Kräfte kommen, mit denen das Kind für die Zukunft lernt? Kann die Wahrnehmung der Metamorphosen, die das Kind durchmacht, uns als Erzieher und Lehrer helfen, das Kind besser zu verstehen?

Diese internationale Tagung ist eine Einladung an ErzieherInnen in Krippen und Kindergärten, KlassenlehrerInnen, FachlehrerInnen, HortnerInnen, Tagesmütter und Hebammen, gemeinsam einen größeren Abschnitt der Kindheit in den Blick zu nehmen und gegenseitiges Verständnis und neue Ansätze zu entwickeln. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit!

Die Pädagogische Sektion und IASWECE freuen sich auf ihr Kommen! Die Anmeldung läuft ganz über das Internet. Alle nötigen Informationen sowie die Anmeldeunterlagen sind auf der Homepage der Pädagogischen Sektion veröffentlicht: www.paedagogik-goetheanum.ch

Im Namen der Vorbereitungsgruppe Claus Peter Röh und P hilipp Reubke

Von Geburt an ist der Mensch ein unvollständiges, lernendes Wesen. Zunächst hilflos und ganz abhängig vom Erwachsenen, erringt er erst nach und nach seine eigene Autonomie. Dies ist kein linearer Prozess. Dynamische Übergänge, Transformationen und Krisen finden statt, die individuelle Entwicklungsschritte möglich machen. In diesen Übergangszeiten ist das Kind besonders offen und verwundbar: bei der physischen Geburt, beim drei-, sechs-, neun-, zwölf- und vierzehnjährigen Kind haben die Erwachsenen deshalb eine besondere Bedeutung. Für alle Berufsgruppen, die mit dem Kind in den ersten 14 Lebensjahren arbeiten, stellt sich die Frage, wie sie den Zeitenstrom dieser Geburten und Metamorphosen begleiten, wie sie wahrnehmen, abwarten, beschützen und ermutigen können, so dass ein Entwicklungsschritt den nächsten vorbereitet und der werdende Mensch schließlich souverän seine Entwicklung in die Hand nehmen kann. Erziehung ist Hebammenkunst.

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Elternrat

Europas Waldorfeltern im regen Austausch

INSWaP-Konferenz 2014 (International Network of Steiner Waldorf Parents)

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ie INSWaP-Konferenz hat von 10. bis 12. Oktober in Wien und Schönau stattgefunden. Es kamen Teilnehmer aus 12 Ländern (Ungarn, Lettland, Russland, Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Dänemark, Island, Norwegen, Finnland, Schweden und Großbritannien). Eine tolle Stimmung und ein offener und interessanter Austausch über die Situation der Waldorfschulen und die Elternarbeit in den verschiedenen Ländern kennzeichneten die drei Tage der Konferenz.

Bei der Vorstellungsrunde erfuhren wir viel über die unterschiedlichen Finanzierungen der Schulen durch den Staat in den diversen europäischen Ländern – von gar nicht (z.B. in Frankreich) bis 100 Prozent (z.B. in Schweden) – und die Organisation bzw. Beteiligung der Eltern an den Schulen. In manchen Ländern sind die Waldorfschulen nicht in einem Bund organisiert bzw. gibt es keine Organisation der Eltern auf Bundebene. Im Laufe der Konferenztage gab es Vorträge über die Geschichte von INSWaP (jetzt im siebenten Jahr tätig), über die Rolle der Eltern an Waldorfschulen, und wie Eltern unterstützen können, dass Waldorf im 21. Jahrhundert ankommt. Letzteres durch einen Vortrag von Christopher Clouder, Lehrer und Autor aus England, der auf Aussagen von Steiner bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern hingewiesen hat und gezeigt hat, wie aktuell diese Empfehlungen heute noch sind. Bei allen Gesprächen wurde immer wieder betont wie wichtig die Begegnung und Kooperation zwischen Eltern und Lehrern ist, wobei Vertrauen und ein guter Informationsfluss die wichtigsten Voraussetzungen dafür sind.

aufzubauen (erreichbar über die Homepage von INSWaP) und es haben sich gleich Vertreter aus allen anwesenden Ländern als Kontaktperson für ihre Schule gemeldet. Das Arbeitsprogramm wurde auch von einem kulturellen Angebot aufgelockert. Wir verbrachten Samstagnachmittag beim Herbstfest in Schönau, am Abend ging es zum Heurigen in Mauer und am Sonntagnachmittag gab es eine Wien-Tour. Ein sehr wichtiger Aspekt der Konferenz war das gegenseitige Kennenlernen unter den Teilnehmern. Es wurden viele neue Kontakte geknüpft und alle konnten mit vielen Ideen und Anregungen in ihre Heimatländer zurückkehren. Für mich persönlich war es eine große Bereicherung die Waldorfgemeinschaft auf internationaler Ebene zu erleben und so viele wunderbare, interessierte und engagierte Menschen kennen zu lernen. Im nächsten Jahr wird die INSWaP-Konferenz in Stockholm stattfinden. Elisabeth MacNulty Weiterführende Informationen zu INSWaP finden Sie unter: www.waldorfparents.net

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eden September trifft sich der Elternrat zu einer von zwei Klausuren (September und Februar). Neben den monatlichen 2,5 stündlichen Treffen bietet diese 4 stündige Sitzung die Möglichkeit, vertiefend auf Themen einzugehen beziehungsweise, so wie zu Beginn des Schuljahres üblich, Rückblick zu halten und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Der Elternrat ist gut aufgestellt. Mindestens zwei Vertreter pro Klasse treffen sich einmal im Monat um sich über das Schulganze auszutauschen und zu aktuellen Themen zu arbeiten. Ein Rückblick auf das vergangene Schuljahr zeigt, dass es viele Themen in den Elternrat geschafft haben: Rhythmus läutete letztes Jahr jede unserer Sitzungen ein. Michael Schallmayer war unser motivierender „Einklatscher“ und wir studierten ein anspruchsvolles Table-Percussion Stück ein. Die Musikschule war bei den Klausuren so nett, unsere Einleitung zu gestalten. Dieses Jahr hat Betsabeh Agamiri diesen Part bei der ersten Klausur übernommen und wir durften den neugestalteten Hortcontainer bewundern und als malende Eltern besuchen. Zu Beginn des letzten Jahres informierte uns Engelbert Sperl über die Bildung des

Foto: Gerhard Rumetshofer

Zum Schluss wurde noch diskutiert, wie wir uns gegenseitig helfen können, ganz konkret im Fall von Schüler-, Klassen- oder Familien Austauschprojekten. Ziel ist es, eine Datenbank von Austausch-interessierten Familien

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klausur und Elternrat im Fluss internen Baukreises. Im Laufe der Sitzungen konnte mehr Einblick in die Aktivitäten gewonnen werden. Erwin „Esche“ Schörghofer vom Naturkost Fachgeschäft „aus gutem grund“ besuchte den Elternrat als Gast und machte auf die Wichtigkeit von biologischen Lebensmitteln und die Rolle, die ein Bioladen im geplanten Neubau auf 113 einnehmen kann, aufmerksam. Weiters erzählte er über die Möglichkeiten eines integrierten Bioladens im geplanten Neubau. Auch die Küchenübernahme durch den Schulverein und die Pläne zur Preisgestaltung und Weiterführung beschäftigte den ER im letzten Jahr. Dazu hatten wir mehrfach Engelbert Sperl und „Fresh“ Fred Samec zu Gast. Kurz, aber dafür umso intensiver beschäftigten wir uns mit den Themen „Klassenkasse, wie geht man mit ,säumigen Eltern‘ und anderen Schwierigkeiten um“, „Informatikunterricht in der Oberstufe“ und der Dauerbrenner „Handynutzung und Medienkompetenz“. Bei der Klausur im Februar durften wir Frau Dr. Elisabeth Frank als Gast begrüßen und diskutierten mit ihr über Aufklärungs- und Sexualkundeunterricht und wie wichtig eine ganzheitliche Einbettung in den Lehrplan wäre. Dieses Thema wurde auch weiter in die Unter-Mittelstufenkonferenz getragen und wartet auf Bearbeitung. Über mehrere Sitzungen arbeitete der Elternrat an der Entwicklung einer Rückmeldungskultur an der Schule. Hier wurden Ideen aus der Elternschaft gesammelt und gemeinsam in einer großen ersten Arbeitsrunde die nächsten Schritte geplant. Auch bei einer Konferenz mit Hr. Jakob Fuchs waren wir zu diesem Thema eingeladen. Dieses Thema wird uns auch im laufenden Schuljahr beschäftigen. Beim Schulgemeinschaftstreffen im Frühjahr war der Elternrat ebenfalls stark vertreten.

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Natürlich waren auch die Evaluierung der Reform und das Schulgemeinschaftstreffen Thema im Elternrat. Hier freuen wir uns auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Kollegium, um weitere Schritte möglich zu machen. Der Ausblick auf das bereits angelaufene Schuljahr zeigt einige Schwerpunkte der Elternrats-Arbeit auf: Weiterhin soll an einem verbesserten und intensiveren Austausch zwischen Elternrat und Schulleitung beziehungsweise Kollegium gearbeitet werden. Hier freuen wir uns über Einladungen in die Konferenzen und über Besuche von Gästen aus den verschiedenen Gremien. Kommunikationswege sollten besser strukturiert und intensiviert werden. Wie bereits erwähnt, soll die Rückmeldungskultur an der Schule weiter ausgebaut werden. Einige Elternräte stehen mit ihrem Knowhow und ihrer Erfahrung bereit und es sind bereits die nächsten Schritte in Planung. Die Arbeit der Elternräte in den Klassen soll intensiviert werden. Ein ausführlicher Bericht in den Elternabenden und besserer Kontakt zwischen Elternräten und Klasseneltern verspricht einen besseren Austausch und mehr Einbindung in das Schulganze. Nach zwei Jahren verabschiedet sich Uschi Iragorri aus der Elternratsleitung, da sie ab sofort im Hort als Betreuerin tätig ist. Nadja Berke hat sich bereit erklärt noch ein viertes Jahr in der Leitung zu verbleiben und den oder die „Neue“ in die internen Abläufe einzuführen. Für nächstes Jahr ist dann auch hier ein Wechsel geplant. In der OktoberSitzung des Elternrates wurde Charlotte Goldmann als weitere Leiterin neben Nadja Berke gewählt. Uschi Iragorri und Nadja Berke für den Elternrat

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ller Anfang ist schwer und deshalb wohnt diesem ein Zauber inne, damit wir uns trauen mutig voranzuschreiten. Der Elternrat ist genau so wie alles Lebendige dem steten Wandel unterworfen und so wurde in diesem Jahr eine neue Elternratsleitung gewählt. Uschi Irragori hat Ihre Funktion als Leiterin des Elternrats abgegeben, weil sie sich nun voll und ganz den Hortkindern widmen möchte. Ihre kongeniale Leitungskollegin, Nadja Berke, wird noch ein Jahr mitführen und sich dann aus der Leitung zurückziehen. Dank der engagierten TeilnehmerInnen dieses Kreises fanden sich Personen, die sich zur Wahl aufstellen ließen und die Gruppe hat Charlotte Goldmann zur neuen Leitung gewählt. Das ist Grund genug um einerseits Uschi Irragori würdigend zu verabschieden und andererseits Charlotte Goldmann willkommen zu heißen. Für Uschi haben wir ein paar Testimonials gesammelt, die ihr beim Durchlesen hoffentlich Rotbäckchen der Rührung bescheren. Wer sie nicht erlebt hat, erhält hier einen Eindruck über Ihre Wirkung in der Gruppe, ihren langen Atem in der Zusammenarbeit mit dem Schulleitungskreis-Kollegium und dem Vorstand und die Dankbarkeit die sie bei allen Mitgliedern des Elternrats hervorgerufen hat: „Liebe Uschi, danke für Deinen unparteiischen Einsatz, Deine offene, ehrliche Art und Dein unermüdliches Engagement für unsere Schule.“ Energiegeladen, kraftvoll, stark, ehrlich, positiv – so habe ich dich als ER-Leiterin erlebt! Vielen Dank, liebe Uschi, für deine Arbeit in unserer Schulgemeinschaft. Alles Gute für deine neue Herausforderung im Hort – zum Glück an unserer Schule! Liebe Uschi, für uns ein großer Verlust, aber für unsere Kinder ein toller Gewinn!! Viel Freude mit Deiner neuen Aufgabe!! Liebe Uschi, auch wenn ich mich auf die neue Zusammenarbeit mit Charlotte sehr freue, werde ich Dich als meine kongeniale Partnerin in der Elternratsleitung sehr vermissen! Ich geniesse jedoch schon jetzt Deine weiter >

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Elternrat im Fluss Leistung als Hort-Mitarbeiterin. Die Aufgabenstunde scheint bei Dir in den besten Händen zu liegen! Meine Söhne sind begeistert und haben sehr regelmässig alles beieinander. Das ist gerade jetzt für mich persönlich und unsere Familie eine extreme Erleichterung, da wir sehr viel um die Ohren haben, wie Du ja weisst. Ich danke Dir für all Deine Langmut, Dein gewissenhaftes „Hinterhersein“ und freue mich sehr, dass Du im Kollegium weiterhin für unsere Kinder und unsere Schule tätig bist!

„Meine Motivation ist: Den Kindern eine Stimme geben“ – Charlotte Goldmann Nach einem Gespräch haben wir vom Elternrat Charlotte Goldmann angeboten ein paar Worte über sie zu schreiben. Sie selbst hätte es nämlich gerne ganz kurz gehalten, frei nach dem Motto: „Mein größter Stolz ist meine Bescheidenheit“. Wir vom Elternrat finden es aber wichtig, dass ihre profunden Qualitäten sichtbar gemacht werden.

Wie ich Uschi im Elternrat erlebte? In letzter Zeit als umsichtige, stets konzentrierte, zuverlässige, präzise, und vor allem immer auch humorvolle Elternrats-Leiterin! Ich kann sie für ähnliche Aufgaben nur wärmstens empfehlen! ;-) Wir werden sie jedenfalls vermissen!!! Danke, Uschi!

Privat ist Charlotte Goldmann verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Beruflich ist sie ausgebildete Psychotherapeutin, arbeitet in freier Praxis und ist spezialisiert auf Säuglings- Kinder und Jugendtherapie. Kurz: Sie ist eine Expertin wenn es um die Fallstricke, Hürden und wunderbaren Möglichkeiten in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen geht. Außerdem ist sie das zweite Jahr im Elternrat und zeichnet sich durch ihre Klarheit und Ihr Engagement für die Gestaltung förderlicher Entwicklungsbedingungen für Kinder, Eltern und Lehrer aus.

Ich habe Uschi als umsichtige, stets konzentrierte, zuverlässige, präzise, und vor allem immer auch homorvolle Elternrats-Leiterin erlebt! Ich kann sie für ähnliche Aufgaben nur wärmstens empfehlen! ;-) Wir werden sie jedenfalls vermissen!!! Danke, Uschi!

Wir haben Sie zu einem kurzen Wordrap eingeladen, in dem sie mit maximal 2 Sätzen antworten darf: 1. Was ist eine deiner schönsten Kindheitserinnerungen? Das unbeschwerte Spielen in der Natur.

Liebe Uschi, auch wir ER der 9.Klasse wollen uns herzlich für Dein Engagement bedanken und für die Zeit, die Du der Arbeit als ER gewidmet hast. Wir wünschen Dir bei Deiner neuen Aufgabe im Hort alles, alles Gute, vor allem aber viel Freude an der Arbeit mit den Kindern! Vielen Dank

2. Welche Persönlichkeit bewunderst du? Ich bewundere jede Persönlichkeit, die sich für andere einsetzt.

Danke liebe Uschi für dein sorgfältiges Planen, festhalten unserer Gespräche und liebevolle Gewissenhaftigkeit. Es war eine riesige Erleichterung, dich als Leiterin des Elternrats zu haben.“

Liebe Uschi, Deine präzise Art und die lockere Präsentation in den E-Sitzungen, fand ich – angesichts der doch sehr vielen Hintergrundarbeit – immer sehr wohltuend und entspannend für uns. Zudem war Dein beharrliches und dennoch unpenetrantes Dahintersein, damit etwas weiter geht, eine herausragende Eigenschaft, die der Reputation des ER in allen anderen Gremien Respekt und Achtung verschaffte; ungeachtet der Tatsache, dass dies nicht unmittelbar in wünschenswertes Verhalten der andern Gremien gemündet hatte. Aber die Keime sind gelegt. Danke.

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3. Welcher Aspekt an Rudolf Steiner fasziniert dich aktuell? Seine Gedanken und Haltung zur Freiheit und Individualität, denn nicht jedes Kind besitzt ein Naturell, das für die Umwelt angenehm ist, was aber noch lange kein Grund ist seine natürlichen Tendenzen als Fehler zu bezeichnen, die korrigiert werden müssen. Wichtig ist das von der Natur gegeben Potential eines Kindes zu erkennen und es richtig anzuleiten, damit es seine tatsächlichen Qualitäten kennenlernt und es entwickeln kann.

sich selbst gegenüber beibringt und der damit zusammenhängt, ob ein Erwachsener mit dem Kind respektvoll umgeht. 5. Wenn du deine eigenen Kinder siehst, freust du dich mehr darüber wenn Sie dich an dich selbst oder an deinen Mann erinnern? Unterschiedlich. Ich freue mich zu sehen, dass eine liebevolle Haltung den Kindern gegenüber Früchte tragen kann, aber bin auch oft erschrocken darüber, wie sehr auch unser Fehlverhalten der Nachahmung unterliegt. 6. Was möchtest du in nächster Zeit lernen? Klavier spielen 7. Stell dir vor es sind 3 Jahre vergangen, was möchtest du mit dem Elternrat bewirken? Weiterhin ein gutes respektvolles Miteinander, ein konstruktiver Umgang mit Konflikten und eine stetige Weiterentwicklung. 8. Vorausahnend, dass sich auch die eine oder andere Schwäche von Dir zeigen könnte, wofür bittest du jetzt schon um Verständnis ;)? Da ich keine leidenschaftliche Protokollantin bin, denke ich, dass da eine Schwäche sichtbar werden könnte. Ich werde mir aber große Mühe geben und stelle mich gerne auch dieser Herausforderung!! Na dann, auf eine gute Zusammenarbeit für uns alle!

4. Warum die Rudolf Steiner-Schule ? Schule und lernen bedeutet für mich nicht das Kind zu dressieren oder ihm irgendwelche Verhaltensweisen aufzuzwingen, vielmehr geht es um den Respekt den man Kindern

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„Wenn die Grundlage des Sozialen gegeben ist, dann kommt die Leistung von selbst“ Von der Steiner-Schule zur KFZ-Werkstatt – und wieder zurück zur Schulgemeinschaft – Clemens Stiegholzer (CS) und Astrid Stiegholzer (AS), vormals Steinmayer, im MoMent-Gespräch mit Jörg Schmiedbauer (JS) und Peter Gluchi (PG). JS: Liebe Astrid, lieber Clemens! Ihr wart selbst an unserer Schule, habt Euch Eure eigenen Wege gebahnt, Betriebe aufgebaut, mit den Kindern seid Ihr wieder mit der Schule verbunden und so werden Blicke auf die Schule über eine große Zeitspanne möglich und Vergleiche von Schulbiographien. CS: Also, unmittelbar nachdem ich nach der Neunten rausgegangen war, nicht selbst gewählt, sondern eher unfreiwillig das Ganze, gab es Kontakt zu Schulfreunden, aber zur Schule gar nicht. Erst durch die Autowerkstätte, als Mitschüler und auch Lehrer mit dem Auto kamen, war wieder Kontakt da, ganz besonders zu Karl Hruza. So über die Jahre sind sehr viele, die uns unterrichtet hatten, in der Werkstatt gewesen. Na ja, dann natürlich über die Kinder: Wohin sollen sie gehen? Mit dem Kindergarten sind wir wieder voll eingetaucht. Auffallend, dass ich sofort wieder wie zu Hause war. Man kennt jede Ecke, jeden Gang, weiß zu jedem Raum irgendeine G‘schicht und alles ist sehr vertraut und angenehm. JS: Wie bist Du selbst eigentlich in die Waldorfschule gekommen? CS: Wir lebten 1969-75 in Berlin. Meine Eltern hatten, Ortswechsel voraus sehend, eine internationale Schule gesucht. Meine Schwester Franziska ging da schon in die Waldorfschule und ich in den

Waldorfkindergarten. Wieder zurück in Österreich lebten wir in Baden, da wurde es Mauer, obwohl es doch weit war. Die Franziska hat die zwölf Jahre gemacht, ich ging nach der Neunten raus. JS: Da war die Schule eben erst im Schlössel gelandet? Wer war da Dein Klassenlehrer? CS: Tobias Richter. Die Erste war noch im „Pferdestall“. Ich glaub drei Jahre später hat der Ausbau auf 100 begonnen, Festsaal, Oberstufentrakt uns so. In den Erinnerungen ist alles da. Ich weiß ganz genau, wie der Hof ausgeschaut hat. JS: …eine Seilbahn durch den Dachboden … CS: Alles haben wir gemacht, viel angestellt, viel kennengelernt, viel erlebt, ... ja, super; eine durchwegs positive Zeit. Also, für mich war in die Schule gehen immer sehr schön, obwohl es nicht ganz so der perfekte Lauf war. PG: Welche Deiner Vorstellungen wurden nicht erfüllt? CS: Es waren gar nicht meine Vorstellungen, sondern die Lehrer hatten fixe Vorstellungen, wie ich sein sollte, was ich leisten könnte. An das kann ich mich gut erinnern: er könnte, wenn er nur täte oder wollte. Aber für mich war so das Mittelmaß immer ausreichend. JS: Und außerdem war es ein sehr schönes soziales Biotop (lacht) … CS: … groooßartig JS: … deshalb geht man schließlich in die Schule, nicht damit die Lehrer glücklich sind. CS: Ich glaub die Erwartungshaltungen habe ich einfach nicht erfüllt. JS: Astrid, wie hast Du Deine Schulzeit in Erinnerung. Du bist bis zur „Zehnten“ geblieben, also ein Jahr länger ... AS: ... und freiwillig gegangen. Ja, was ich von den Zeugnissen weiß, war ich sehr ruhig und zurückhaltend. Ich glaub, ich bin erst in der Vierten aufgewacht. Ich bin unheimlich gerne in die Schule gegangen, das weiß ich. Wir haben immer schon gewartet vorm braunen Tor, so wie die Kinder heute auch, bis endlich die Tür aufgeht. Da stand auch damals schon der Lehrer, der jedem die Hand gibt; gibt es alles noch; und ich hab das geliebt. Ich hab’s wirklich geliebt bis in die Pubertät. JS: Hatte die Schule bei Euch schon eine volle Oberstufe? AS: Zu unserer Zeit war schon volle Oberstufe. Wir haben schon Sonnenblumen bekommen ... CS: ... Dahlien ... AS: Also keine Sonnenblumen, aber Blumen haben wir schon bekommen. JS: Astrid, wie kam es zum Weggehen? AS: Es lag eigentlich an meinen Eltern. Sie meinten, ich wäre unterfordert, weil Ihnen soziale Fähigkeiten nicht so wichtig waren wie Leistung.

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Im Gespräch mit Clemens und Astrid Stiegholzer JS: Im Entwickeln sozialer Kompetenz siehst Du die Stärke der Schule? AS: Ich würde das ganz, ganz stark im sozialen Bereich sehen. Denn wenn die Grundlage des Sozialen gegeben ist, dann stimmt, kommt die Leistung gerade von selbst. Das ist Waldorf. Also, ich hätte es wahrscheinlich früher nicht so klar gesehen, aber da wir jetzt Kinder an der Schule haben, ist es ganz deutlich: Wenn es im Sozialen stimmt, fühlen sie sich eingebettet. Und, auch wenn sie mobben und ganz schlimme Dinge tun hat die Schule eine sehr, sehr hohe soziale Kompetenz im Umgang damit. Ich erlebe auch eine Gemeinschaft, die viel Raum lässt für Elternunfug, Elternschwierigkeiten, Elternbefindlichkeiten, Elternanliegen, die letztendlich ihre Entscheidungen fällt und sehr gerade dazu steht. Ich habe einen Klassenlehrerinnenwechsel miterlebt. Also, da haben sich fünf oder sechs LehrerInnen wirklich Zeit genommen und Rede und Antwort gestanden, nur um für die Eltern da zu sein. Und deshalb habe ich die Schule gar nicht als erstes im Unterricht, sondern eigentlich im Umgang mit wirklich sehr aufgebrachten Eltern als sozial sehr kompetent erlebt. JS: Clemens, Du hast auch immer Schüler im Wirtschaftspraktikum in Deiner Werkstatt. CS: Es ist immer spannend, wer da aus der Zwölften kommt. Alle – durch die Bank – konnte man direkt mit der Arbeit konfrontieren. Manchmal kommt gleich eine Frage, aber in der Regel fangen alle an und finden sich gleich zurecht. Also sofort einsetzbar. Und es fällt auf, dass sie im Menschlichen wirklich gebildet sind. Sie kommen rein, begrüßen alle andern Arbeitskollegen anständig, da gibt es überhaupt keine Ressentiments, keine Ängste, sie sind einfach da und sind auch beliebt bei den Mitarbeitern. JS: Astrid, Du hast mir bei einem Elternbeitragsgespräch auf meine Frage, wie es den Kindern gehe, geantwortet: „Sie gehen von zu Hause weg und kommen zu Hause an“. Du rechnest es der Schule sehr hoch an, sagen zu können: „Do samma daham“. AS: Wir empfinden es immer noch so, bei jeder Schulfeier, bei jedem Fest. Ja es verbindet einfach unglaublich viel mit dieser Schule. Egal wen man trifft, der einmal dort war, der Einstieg ist ganz leicht und zwar Klassen übergreifend, es ist so viel Gemeinsames da. JS: Was ist es? Das würde mich wirklich interessieren, weil das ja auch ein bisschen in die Frage hinein spielt, was gleich geblieben ist und was sich verändert hat? CS: Auffallend ist, auch in unserem großen Bekanntenkreis: selbst wenn du jemanden jahrelang nicht gesehen hast, kannst du in der Sekunde anknüpfen. Man weiß eigentlich gar nicht, was der so gemacht hat, wo er lebt, er steht plötzlich wieder da und man kann ganz normal wieder mit einander reden. Es gibt offensichtlich ein sehr großes Zusammengehörigkeitsgefühl, dass das so funktionieren kann, und es ist auch die Freude sehr groß, wenn man sich wieder sieht. Der Adventbasar ist so ein klassischer Anlass, wo man das erleben kann und auch sonst zwischendurch in der Schule.

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AS: Die vielen Termine sind ja manchmal etwas anstrengend, weil der Kalender eh schon so voll ist. Zu guter Letzt ist es aber jedes Mal wieder schön, dort gewesen zu sein und daran teilgenommen zu haben, auch wenn es viel wird mit mehreren Kindern in Schule und Kindergarten. CS: Ja schön. Es macht Spaß. AS: Wir haben jetzt durch die Schule und durch Zufälle im Freundeskreis ehemalige Waldorfschüler, die viel jünger sind als wir, da sind 10 Jahre dazwischen, und doch es ist ganz einfach anzuknüpfen. PG: Hat sich auch etwas geändert über die Jahrzehnte? CS: Na, es ist offener geworden. Also was mir jetzt so ad hoc einfällt ist, … JS: Vom Fußball spielen angefangen ... CS: Vom Fußball spielen angefangen ... ja, ist ein gutes Beispiel. Wir haben damals gern Fußball gespielt, aber es war ganz klar, wenn irgendein Lehrer in die Nähe kam, haben wir sofort den Ball in die Hand genommen und es wurde natürlich ein Handballspiel daraus. Das gibt es heute alles nicht mehr so, es ist offener geworden, es wird die Übereinstimmung gesucht, weniger angeordnet. JS: Würdest Du glauben, dass Du jetzt in der Schule mehr Chancen hättest in Deinen eigentlichen Anliegen gesehen zu werden? CS: Möglich, aber ich glaube, es lag schon in erster Linie an mir selbst, dass das nicht ganz so funktioniert hat. Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann ziehe ich es durch, wenn nicht, dann wird das nichts. Und es war eben so. Da gibt es gar nichts offenes, keine alten Rechnungen. JS: Clemens, was hast Du dann nach Deinem Abgang nach der Neunten gemacht? CS: Na, da bin ich als erstes in Baden in das BRG gegangen, im Halbjahr zurückgestuft worden in die 5.Klasse und habe schon bemerkt, diesen Schulbetrieb schaffe ich gar nicht. Nämlich von der Überzeugung her. BRG in Baden, unbeschreibbar. Nach diesem einem Jahr bin ich in die Stöbergasse gegangen. Dort hatte meine Schwester gerade mit der Externisten-Matura begonnen. Da habe ich die folgenden Jahre, mehr oder weniger überzeugt davon, dass ich maturieren sollte, alle meine Vorprüfungen gemacht, aber wissend, dass es mich nicht fesselt und mich nichts in Richtung eines Studiums zieht. Ich hatte damals schon eine private Werkstätte zum Schrauben an Autos und habe dadurch meine Interessen neben der Schule, meine Afrikareisen finanziert. Damals lernte ich Wolfgang Fritze von der Firma „Fritze Lacke“ kennen. Der bot uns eine ehemalige Schlosserei auf seinem Werksgelände an und ich beschloss eine Autowerkstätte aufzusperren. Das war 1992. So ist es sich mit der Hauptmatura dann leider :-) nicht mehr ausgegangen.

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PG: Wie hast Du das geschafft? Gewerberechtlich und ausbildungsmäßig? CS: Nein, keine Ausbildung; Maturaschule beendet und einen gewerberechtlichen Geschäftsführer gesucht und gefunden – das hat sich jetzt fast 23 Jahre bewährt. PG: Und handelsrechtlich, welche Voraussetzungen gab‘s da? CS: Der Handelsrechtliche war ich immer selbst. Kann jeder machen, der sich das traut (lacht). JS: Woher hast Du Dein vielfältiges Wissen, woher hast Du Deine Reputation, woher hast Du ... keine Ahnung, dass von allen Ecken die Leute zu Dir kommen? CS: Weiß ich nicht, alles gewachsen und entstanden, aber das Interesse für die Technik war immer da. Ich hab schon mit 14, 15 die Familienautos repariert und dann kamen die Freunde und es wurde einfach immer mehr. Mein damaliger Kompagnon war auch kein Automechaniker, hatte sein Veterinärstudium abgebrochen und gemeint, er müsse sich bei den Autos verwirklichen. Die Fähigkeiten sind einfach entstanden. Interesse war da, Angst gab‘s auch keine vor neuen Dingen. Als die Lehrlingsausbildung vor 14 Jahren dazu kam, musste ich dann eine Ausbilderprüfung machen, nachfolgend haben wir u.a. zwei Jahre hindurch Lehrlingswettbewerbe für Wien gewonnen, eben auch gegen große Firmen. Ja, wir haben tolle Mitarbeiter mittlerweile sind wir insgesamt in beiden Betrieben an die 15 Leute davon einige seit vielen Jahren. In den Jahren ist die Firma „Fritze Lacke“ immer mehr geschrumpft, wir haben leer stehende Backsteinbauten übernommen und diese 1995-96 zu Wohnungen ausgebaut und vermieteten diese. Seitdem leben wir auch selbst hier. 2007 war dann endgültig Schluss mit der Lackfabrik, ich habe dann die Liegenschaft übernommen, die Baulichkeiten saniert und umgebaut. Heute vermieten/verwerten wir alles. Astrid macht die Buchhaltung für beide Firmen und die Hausverwaltung für die Liegenschaft und ja, wir bauen aus und weiten aus und schauen, dass wir eine möglichst große Auslastung auf dem Areal schaffen. JS: Du hast endlich eine Werkstättenhalle. CS: Ja, wir haben jetzt einfach eine „riesen“ Werkstätte. Uns geht es gut, da wir nicht mehr bei jedem Wetter von einem Objekt zum anderen laufen müssen. Wir genießen das alle sehr. JS: Der Schwerpunkt ist nach wie vor „Allrad“. CS: Allradtechnik ist Schwerpunkt und ist auch mein Steckenpferd. Autowerkstätten gibt es genug, man muss schon etwas Eigenes, Spezielles anbieten um über die Runden zu kommen. Wir schaffen es seit über zwanzig Jahren gut, das „Steckenpferd“ Land Rover und Allrad auszubauen. Was sich damit gut kombinieren lässt ist meine Reiselust, diese ewige Afrikasehnsucht. Das überzeugt offensichtlich viele Kunden, passt gut zueinander und so reisen wir mit der Familie und einer Herrenpartie dazu zwei Mal im Jahr durch das südliche Afrika. Zurzeit stehen wir mit den Autos in Malawi. PG: Astrid, wie kam es zu Deinem Schulaustritt? AS: Meine Lehrer haben gesehen, dass in mir wirklich viel steckt.

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Nur, meine Eltern haben gemeint, damit kann man Karriere machen und die Waldorfschule hat gemeint, das kann man sozial sehr kompetent nutzen, indem man andere mitnehmen kann. Meine Eltern waren leistungsorientiert, autoritär, eigentlich sehr konservativ und die Schule war halt liberal. Das waren schon sehr starke Gegensätze. Gerade deshalb bin ich ihnen sehr dankbar, dass sie mir diese Schule ermöglicht haben. PG: Wie bist Du dann überhaupt in diese Schule gekommen, bei diesen Gegensätzen? AS: Eigentlich, weil mein Bruder bei der Einschulung Schwierigkeiten hatte und mein Vater für ihn eine gute Schule gesucht hat, hat er sich mit alternativen Schulen beschäftigt, dann angefangen „Steiner“ zu lesen und gemeint, ein Kind, das sich schwerer tut, verdient eine gute Ausbildung genau so. Er hat schließlich mit Frau Gergely gesprochen und mein Bruder hat im Halbjahr gewechselt. Er kam in die „Erste“ und wir Kleinen in den Steiner-Kindergarten. Dann waren alle drei Kinder in der Schule, doch nur Thomas, der Älteste, hat sie fertig gemacht. Er hat Rechtswissenschaften studiert und ist heute selbständig mit einer Firma für Senioren-Tablets. PG: und Du ? AS: Ich habe mich halt damals der Meinung meiner Eltern unterworfen. Ich habe es ehrlichen Herzens versucht. Zuerst einmal war ich drei Jahre in einer katholische Privatschule und habe Matura gemacht. Das war wirklich die „Hölle“, das totale Kontrastprogramm, Nummer und Leistung halt, Menschlichkeit zählte einfach gar nicht. Dann begann ich „Jus“ zu studieren und bin schwanger geworden. Da war es mit der großartigen Leistungskarriere vorbei. Ich habe mich dafür entschieden, meine Kinder selbst groß zu ziehen, wollte einen Beruf, der sich meinen Kindern unterordnet - ich hatte damals zwei kleine Buben – habe einen Buchhaltungskurs absolviert und dann angefangen zu arbeiten. Dann lernte ich meinen zweiten Mann kennen, habe wieder Kinder bekommen, immer 20 Stunden gearbeitet und dann habe ich Clemens wieder getroffen bei den Vorbereitungen für das 20 jährige Klassentreffen. Er war frisch getrennt, ich war frisch getrennt, wir hatten beide Kinder und dies und das und es wurde dann mehr. Ja, dann kamen ein ungeplantes Kind und ein sehr geplantes; und jetzt im März haben wir geheiratet, – nach sieben Jahren. Wir haben das erste Jahrsiebt abgewartet. JS: Und wie kamen die Kinder wieder an die Schule AS: Beim Constantin, meinem Zweitältesten, wollte ich schon, dass er in eine Waldorfschule geht, nur war damals kein Platz. Er war dann in einer Montessori-Schule, die war aber nicht so gut für ihn. Für Vicky, der Drittgeborenen, haben sie mir schon im Kindergarten eine alternative Schule angeraten. So waren wir in jeder kleinen, selbstverwalteten Schule, haben ganz, ganz viele Schnupperwochen gemacht und dann gewusst, also Montessori geht gar nicht. Da habe ich die Vicky dann in der Waldorfschule, bei uns in Mauer angemeldet. Das war wie nach Hause kommen, da waren dann plötzlich alle Türen offen. Das war sehr zeitgleich: der Clemens, die Vicky, das war wirklich so: jetzt angekommen.

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PG: Habt ihr so etwas wie „die“ bleibenden Erinnerungen an die Schulzeit? AS: Auf jeden Fall das Landwirtschaftspraktikum, in der Hartberger Gegend, damals in der Neunten. Nachbarn waren Clemens, Lothar und Sabine. Die haben eine ähnliche Geschichte wie wir. Viele Erlebnisse, ohne Lehrer, ohne Überwachung, das war wirklich das erste Mal, dass wir zwei Wochen im Rahmen unseres Praktikums und der Arbeiten am Hof, tun und lassen konnten, was wir wollten. CS: Sehr schöne Abende in den Mostkellern, wir haben damals viel Ambros gehört und gesungen, wenn wir das heute hören, dann ist das immer noch wie „Mostkeller“. Das ist geblieben. AS: Was sonst beeindruckend, die Klassenspiele, die Stücke. Bei uns war die Zauberflöte sehr einschneidend und dann mit Frau Kux französisch aufgeführt: Danton und Robbespiere. CS: da war ich schon nicht mehr da ... AS: ... da war das in der „Zehnten“. Ganz, ganz viel Text, wieder mit Sabine: ich der Robbesspiere, sie war Danton. JS: Wen gab es noch als Lehrer-Urgestein? AS: Den Herrn Pühringer, der war unglaublich lieb. Und Herr Ziller, Gartenbau, herausragend der Mathiessen, der Kunstlehrer, ein Wahnsinn, … Ja, und der Karl Hruza war der lässigste Lehrer, ganz jung. Er hat so eine Art gehabt, so nebenher die Schüler mit zu nehmen. CS: Für mich eine der positivsten Erinnerungen an die Schulzeit. Nicht weil er der „Lässigste“ war, sondern weil er einfach die Ruhe hatte, sich Dinge von verschiedenen Seiten anzuhören. Auch der Austausch mit Karl über die Schüler bei mir im Praktikum, so einen guten Blick auf die wesentlichen Grundhaltungen, da hast Du Dich verlassen können. Und, herausragend, Elmar Dick .… AS: … mit seiner Emotionalität. Der hat alle bewegt. CS: Da gab es ein nettes Wiedersehen beim Paradeisspiel vor drei Jahren. Roman David-Freihsl organisierte, damit wir entsprechend proben und uns jemand sagt, wie es gehört, den Elmar Dick. Wieder auf dieser Bühne, wieder Elmar Dick unten in vollem Einsatz und dazwischen lagen – na ja, dreißig Jahre, ein tolles Erlebnis. Wirklich schön. PG: Damit ist ein großer Bogen geschlossen. Danke für das ausführliche Gespräch. AS: Eines ist mir noch wichtig zu sagen: Was macht Waldorf aus? Dass es ein klares Menschen- und Weltbild gibt und dass die Lehrerinnen und Lehrer diesen Weg aus Eigenem wählen, einfach mit Engagement und authentisch dabei sind; das spürst Du, das nimmst Du innerlich mit. JS: Danke für das Gespräch, liebe Astrid, lieber Clemens.

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Eine Kirche baut man E

in Provisorium sollte es werden. Nach Jahren der Aufbauarbeit unserer Filialgemeinde Wien-Süd der Christengemeinschaft; nach der Zeit des gemeinsamen Wachsens war der Entschluss gereift: Nehmen wir auch die äußere Entwicklung in die Hand, beleben wir das Grundstück in der Rudolf Waisenhorngasse 41, das der Gemeinde bereits vor der Jahrtausendwende so großherzig geschenkt worden war. Von einem Tipi war da geträumt worden, von einer Jurte – ein Impuls, der dem traumhaften Garten auch neben den traditionellen Sommerfesten ein erstes Gemeindeleben einhauchen sollte. Was folgte, war ein Weg der Schicksalsbegegnungen und glücklichen Fügungen. Beim Adventbasar 2012 lief mir Christopher Winter buchstäblich über den Weg – beim Würstelgrillen im Rosenhof. Der Gründer und Chef des Museums- und Bühnenunternehmens Winter Art Service wäre doch ein idealer Partner bei solch einem Projekt – wer, wenn nicht er? Ob er Lust habe, bei einem Baukreis mitzumachen, fragte ich. Er würde sich das durch den Kopf gehen lassen sagte er – erst hörte ich nichts – aber dann kam völlig überraschend zwei Monate später per Mail der Entwurf eines Stufenplanes für den Bau einer Kirche. Wir setzten uns zusammen, plauderten, bremsten uns ein und landeten – fast – wieder beim Tipi: Wie wäre es zunächst einmal mit einem Pavillon für eine Sommerkirche? Rücksprache mit der Filialgemeinde. Nun, im Sommer ist eigentlich immer Pause, also: Ganzjährig sollte es schon nutzbar sein. Nächste Phase: Wir entwickeln ein Modell, drei Container aufzustellen. Nun ja, wenn schon drei – warum nicht gleich vier? Vollversammlungen werden abgehalten, in Wien-Süd und in der Muttergemeinde in der Mariahilfer Straße und ein begeistertes, geradezu enthusiastisches Vertrauen kommt uns entgegen: Ja, baut das – die Basisfinanzierung wird einstimmig beschlossen. Aber noch etwas kommt uns entgegen: Der dringende Wunsch: Container? Könnte das Provisorium nicht auch in Holz gebaut werden? Unsere Antwort: Ja gerne. Wenn das Geld da ist… Und auf einmal wurde gespendet. Genauso viel, dass wir den Holzbau tatsächlich in Angriff nehmen konnten. Ein Fertigteil-Bau sollte es werden, dessen Einzelteile im Werk bereits fix und fertig vorgefertigt werden. Wir planen, Christopher erstellt die detaillierten Pläne, erstellt einen Einreichplan, führt viele Vorgespräche und reicht den Antrag bei der Baupolizei ein. Doch dann die Belastungsprobe: Widrige Umstände führen dazu, dass das Genehmigungsverfahren hängen bleibt. Mehr als ein halbes Jahr versuchen wir dies, versuchten wir das – fragte Christopher nach, blieb immer dran. Bis dann schließlich die Bauverhandlung endlich durchgeführt werden kann. Das Projekt passt und wir können loslegen. Mit einem Jahr Verspätung, aber wie sich zeigte gerade zum richtigen Zeitpunkt. Besser hätten wir es gar nicht planen können. Denn als es dann wirklich losgeht, habe ich – aus beruflichen Gründen weniger, aber für das Projekt umso glücklicheren Umständen – gerade dreieinhalb Monate Auszeit. Auch wenn ich ein absoluter Laie bin: Ich kann

MoMent  Herbst 2014


nur einmal im Leben die lokale Bauaufsicht voll übernehmen – während Christopher das Projekt vorwiegend von seinem Firmensitz aus perfekt dirigiert. Anfang/Mitte Mai 2014 geht es los. Kinder leisten erste Vorarbeiten – freiwillige Helfer richten die Baustelle ein. Dieses Motiv der generationenübergreifenden Hilfsbereitschaft sollte uns bis zur Fertigstellung der Kapelle weiter begleiten. Doch dann kommen erst einmal die Profis: Die Zuleitungen werden von einer Baufirma verlegt und auch die Streifenfundamente errichtet. Dann kommt ein Trupp aus Christophers Firma und zeigt, was schnelles und präzises Arbeiten heißt: In nur vier Tagen steht der Rohbau fertig vor uns. Und alle Beteiligten haben plötzlich ein gemeinsames Gefühl: Oooops, das ist ja was Größeres geworden! Kein Provisorium – das ist ein richtiger Kirchenbau, der uns da gelungen ist. Doch zunächst waren die Mühen der Ebene zu bewältigen. Tage, Wochen, an denen Einzelne auf der Baustelle alleine buddelten und werkten. Zweifel, fast schon Verzweiflung – wie sollten all die offenen Baustellen bewältigt werden können. Bis dann in der Mitte des Sommers die Jugend – aber auch die Senioren kamen. Die so lange erhofften Helfer – jetzt packten sie zu. Jugendliche, die schliffen, strichen und vor allem vollkommen selbständig ein wunderschönes Dach aus Fichtenschindeln verlegten. Und unten drunter: Vor allem ein Freiwilliger im besten Alter, der

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im Un-Ruhestand die gesamte Elektroinstallation für uns verlegte. Er will nicht namentlich genannt werden, aber wir können ihm gar nicht genug danken und nur so viel sagen: Es hat schon seinen Sinn, dass unser Kirchenbau „Johannes“-Kapelle heißt! Vielen, vielen herzlichsten Dank auch an dieser Stelle allen tüchtigen Beteiligten!!! Allen, die mitgeholfen haben – tatkräftig, finanziell und auch mit guten Gedanken. Und die uns so viel Vertrauen geschenkt haben! Als sich der Sommer 2014 neigt, ist endgültig klar: Das ist ganz sicher kein Provisorium mehr. Uns ist ein wunderschöner Kirchenbau gelungen. Und so wurde in Rücksprache mit unserem Regionallenker Melchior Tautz schließlich festgestellt: Diese Kapelle muss einfach geweiht werden! Die Weihe fand schließlich am 7. September 2014 statt. Mehr als 90 Jahre nach Gründung der Christengemeinschaft ist es gelungen: Wir haben in Wien einen frei stehenden, wunderschönen Kirchenbau! Und langsam dämmert uns Beteiligten: Das war etwas ganz Besonderes! Eine Kirche baut man schließlich nur einmal im Leben. Roman David-Freihsl

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NEUE TERMINE – NEUE BEGINNZEITEN Erstmals wird es möglich sein, dass auch in der Johanneskapelle Wien-Süd der weihnachtliche Dreischritt zelebriert werden kann: Am 25. Dezember findet die Menschenweihehandlung um 0:00 Uhr, um 7:00 Uhr und um 10:00 Uhr statt. Die weiteren Termine: MENSCHENWEIHEHANDLUNG SA 22. November: Sonntagshandlung für die Kinder 9:45 Uhr, Menschenweihehandlung um 10:30 Uhr. Achtung: NEUE BEGINNZEITEN AB DEZEMBER! Bereits ab Sonntag, 14. Dezember gilt: Sonntagshandlung für die Kinder 9:30 Uhr, Menschenweihehandlung um 10:00 Uhr. An den Donnerstagen beginnt die Menschenweihehandlung weiterhin um 9:00 Uhr. ARBEITSKREISE: Evangelienkreis Lukasevangelium, Mitarbeiterkreis Wien-Süd, Lesekreis „Das fünfte Evangelium“ Auskunft bei: Jakob Butschle Tel. +43 (650) 840 46 56, E-Mail: jakob@butschle.net Sowie im Internet: www.christengemeinschaft.at Die Christengemeinschaft WIEN-SÜD in der Johanneskapelle Rudolf Waisenhorngasse 41, 1230 Wien

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Diese Ausgabe v. MoMent wird voraussichtlich am 18.11.2014 an die post.at übergeben.

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Profile for Karl Hruza

MoMent Herbst 2014  

MoMent - Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

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