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Monatsschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer Dezember/Jänner 2010/2011, € 2,--


Liebe Leserin, lieber Leser!

MoMent

Geeignete Momente zum Teetrinken Wenn Herz und Hände untätig sind … Wenn man müde ist nach dem Lesen von Gedichten … Wenn man in seinen Gedanken gestört ist … Wenn man Liedern und Melodien lauscht … Wenn ein Lied zu Ende gesungen ist … Wenn man an einem Feiertag allein zu Hause weilt … Wenn man ein Gemälde betrachtet … Mitten in der Nacht, in ein Gespräch vertieft … Vor einem klaren Fenster und einem sauberen Schreibplatz … Wenn ein Tag klar und eine Prise mild ist … An einem Tag mit leichtem Regen … In einem bemalten Boot nahe einer kleinen Holzbrücke … Wenn die Kinder in der Schule sind … Wenn man in einem kleinen Arbeitszimmer Weihrauch entzündet hat … Hsü Ts´eshu (aus dem 16. Jahrhundert) … oder wenn man gerade die neue Ausgabe der Schulzeitung in Händen hält, in ihr blättert und sich beim Lesen nach und nach entspannt … Viele tee-würdige Momente in den kommenden Wochen, jede Menge Genuss und Freude – und ein gutes Ankommen im neuen Jahr(zehnt) wünscht, mit herzlichen Grüßen aus der Redaktion, Irene Bulasikis

Leitung des Redaktionsteams: Irene Bulasikis, T. 01/8672090 irene@bulasikis.com Anzeigen/Layout: Renate/Karl Hruza MitarbeiterInnen: Roman David-Freihsl roman.freihsl@aon.at Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 01/802 66 03 k.hruza@acrobat.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Freie MitarbeiterInnen: Waldtraut Fetscher, Christa Salcher, Lothar Trierenberg

Einführung in „Wege zur Qualität“ Samstag, 15. Januar 2011 10-17 Uhr, Kleiner Festsaal

Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Waldorf-Wirtschafts-Gemeinschaft (WWG), DVR Nr.: 7864 9742

Präsentation aller 12 Felder von WzQ sowie der Methode der „Dynamischen Delegation“ Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft sind herzlich eingeladen!

Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100

Zwecks besserer Planung wird um Anmeldung bis 20. 12. 2010 ersucht – in allen Schulgremien, beim Elternrat (elternrat@waldorf-mauer.at) oder bei der Impulsgruppe WzQ (irene@bulasikis.com). Danke!

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Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at im 19. Jahr MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 9681.059 P.S.K. Blz: 60000; BIC OPSK ATWW IBAN AT26 6000 0000 0968 1059

Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK , 1230 Wien Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 02Z032325Z

MoMent  Dezember/Jänner 2010/2011


„Eine Weltanschauungsschule werden wir nicht begründen“ 2011 jährt sich Rudolf Steiners Geburtstag zum 150. Mal. MoMent wird das Rudolf Steiner-Jahr 2011 mit Zitaten aus seinen pädagogischen Werken und Vorträgen begleiten.

Namensgeber der Waldorfschule war eine Stuttgarter Zigarettenfabrik (http://wapedia.mobi/de/Waldorfschule)

„Und Sie werden bemerkt haben auch, was diese Schule nicht werden soll. Jedenfalls soll sie nicht eine Weltanschauungsschule werden. Derjenige, der da sagen wird: die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gründe die Waldorffschule und wolle nun ihre Weltanschauung hineintragen in diese Schule – ich sage das jetzt am Eröffnungstage –, der wird nicht die Wahrheit sprechen. Uns liegt gar nichts daran, unsere „Dogmen“, unsere Prinzipien, den Inhalt unserer Weltanschauung dem werdenden Menschen beizubringen. Wir streben auch nicht danach, eine dogmatische Erziehung zu bewirken. Wir streben danach, dass dasjenige, was wir haben gewinnen können durch die Geisteswissenschaft, lebendige Erziehungstat werde. Wir streben an, in unserer Methodik, in unserer Didaktik dasjenige zu haben, was aus der lebendigen Geisteswissenschaft als seelische Menschenbehandlung hervorgehen kann. Aus der toten Wissenschaft kann nur Wissen kommen, aus der lebendigen Geisteswissenschaft wird Methodik, wird Didaktik, wird Handgriffliches im geistig-seelischen Sinne hervorgehen. … Denn wir wissen: Früher wird die Menschheit verstehen müssen, dass aus einer geistigen Weltanschauung heraus Erziehungskunst im pädagogischen, methodischen, didaktischen Sinne entstehen kann, bevor sie eine richtige Einsicht in Weltanschauungsfragen und ihre gegenseitigen Beziehungen haben wird.

1861-1879 Kraljevec, Wiener-Neustadt Am 27. Februar 1861 wird Rudolf Josef Lorenz Steiner als erstes Kind der aus Niederösterreich stammenden Eheleute Franziska und Johann Steiner in Kraljevec (Österreich, heute Kroatien) geboren. Der Beruf des Vaters, zunächst Telegrafist, dann Stationsvorsteher bei der österreichischen Südbahn, veranlasste die Familie zu mehreren Wohnortwechseln: nach Mödling 1862, Pottschach 1863 und Neudörfl 1869. Die Schwester Leopoldine wird 1864, der Bruder Gustav 1866 geboren. 1879 Abitur mit Auszeichnung. (aus: http://www.goetheanum.org/440.html)

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Also eine Weltanschauungsschule werden wir nicht begründen. Eine erziehungs-künstlerische Schule werden wir uns bemühen, mit der Waldorfschule zu erschaffen.“ Aus der Ansprache Rudolf Steiners zur Eröffnung der ersten freien Waldorfschule in Stuttgart am 7. September 1919. Zitiert aus: „Rudolf Steiner in der Waldorfschule“, Rudolf Steiner-Verlag. Ausgewählt von: Roman David-Freihsl Mehr zum Rudolf Steiner-Jahr: Seite 25

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MoMent Rückblicke…

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enn am Freitag der Unterricht früher beendet wird, die Klassen ausgeräumt werden und viele fleißige Hände Tische tragen, Standln aufstellen, Lichter hängen, Fenster verhängen und vieles mehr bewegen, wenn ein ganz besonderes Knistern in der Luft liegt und die große Gemeinschaft der Schule spürbar und greifbar wird – dann ist Adventbasar-Zeit! Natürlich wurde vieles schon Tage, Wochen und Monate zuvor organisiert, vorbereitet und aufgebaut, aber erst an diesem Nachmittag wird das alles sichtbar. Unglaublich, dass um fünf Uhr die Schule nicht mehr wie eine Schule aussieht, sondern im Zauber der Adventzeit glänzt, duftet und klingt. Seit vielen Jahren ist der Basar wohl der stimmungsvolle Höhepunkt der Jahresfeste an unserer Schule, und jedes Jahr ist es wieder schön, die glücklichen Kinderaugen zu sehen und zu erleben, mit wie viel Freude und Einsatz so viele Menschen mithelfen, dieses Fest zu gestalten. Und dann geht es los! Eröffnung mit Musik des Schulorchesters und gemeinsames Singen, anschließend strömen die Besucher durch das Schulhaus, um alles zu entdecken und vieles zu erleben. Was wäre der

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Was wäre Weihnachten ohne Adventbasar... vom Adventbasar im Maurer Schlössel erfahren zu haben, er würde auch nichts mehr davon merken – eine schöne Schule mit einer ungewöhnlich warmen Stimmung an diesem Winterabend – und wer hat hier wohl etwas gebacken, dass es so gut riecht ? Danke an alle Helfer vor, während und nach diesem schönen Ereignis, und großen Dank an das Organisationsteam!

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Lothar Trierenberg

Fotos: L. Trierenberg, K. Hruza

Advent ohne Kerzenziehen, das Lebkuchenhaus, oder ohne die selbst gebastelte Zwergenlandschaft? Ohne die schönen Geschenke, Bücher, Gewänder und den Weihnachtsschmuck? Was wäre Weihnachten ohne Adventbasar? Aber was wäre der Basar ohne die kulinarischen Köstlichkeiten, die geboten werden! Von perfekten Würsteln, einem herrlichen Mittagstisch, bis zum Kaffeehaus, Punsch und der Russischen Teestube fehlt wirklich nicht – was man am Zustrom der Gäste auch gut sehen kann. Dass diese Vielfalt und hohe Qualität von Schülern, Lehrern und Eltern jedes Jahr auf die Beine gestellt wird, ist fast nicht zu glauben – und umso schöner zu erleben! Der Samstag neigt sich dem Ende zu, das Turmblasen im Schnee und das Singen im Festsaal schließen dieses Fest ab. Die Besucher verlassen die Schule. Alle? Nein, es ist noch einiges zu tun … Würde jemand am Samstag spätabends in die Schule schauen, jemand, der nicht das Glück hatte,

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MoMent Rückblicke…

Wichtelwerkstatt 2.0 – die Zwergen-Mania

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dventkranzbinden, Lotsendienst, Büffetorganisation – und schon kommt die nächste Aufgabe für die zweite Schul- und Schulungsstufe der heranwachsenden Waldorfeltern daher: die Zwergenproduktion für die Zwergenwerkstatt am Adventbasar. Ungefähr fünf Stück pro Familie, das wäre fein, hieß es. Fünf Zwerge. Nass filzen, trocken filzen, nähen – Hauptsach’ herzig, Hauptsach’ Zwerg. Wieder ein Job, wieder etwas zu tun, wieder Freizeit opfern. Doch eigenartigerweise kommt die zusätzliche „Belastung“ für viele in unserer Klasse gleich von Anfang an eher als „Entlastung“ daher – mehr als Inspiration denn als Transpiration. Im Zuge des entspannten Geblödels werden in der Klassengemeinschaft schnell erste Fantasien ausgetauscht: „Ich stell’ mir grad die ausgemergelten, geschundenen Waldorfeltern vor. Vollkommen abgebrannt und ausgepowert. ,I kann kan Zwerg mehr – i pack’s nimmer’.“ – „Genau. Dann fallen die fix und fertigen Zweitklass-Eltern bei den Adventmärkten in Wien-West und Pötzleinsdorf ein – und räumen dort die Zwerge ab, für die eigene Schule.“ Da aber die Weihnachtsmärkte der anderen Wiener Waldorf-Schulen erst später als jener in Mauer stattfinden, wird die eigene Produktion gestartet. Und schnell kommt ein eher eigenartiger Ehrgeiz dazu: Wie können wir das Maximum für unsere Schule heraus holen? „Wir könnten Rucksäckchen filzen und mit Prätiosen füllen.“ – „Genau, Diamantenzwerge mit Glasperlen im Rucksack, die bringen glatt das Doppelte.“ – „Wie wäre es mit einem Trüffelzwerg? Dreifacher Preis!“ Manche Mütter kippen richtiggehend in ihre Aufgabe hinein und filzen und filzen und filzen. Genau in diesem Moment werden die seit Wochen verschüt-

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teten Bergleute in Chile gerettet, was nicht nur die Medien, sondern auch die Zwergenmütter inspiriert: „Ich könnte 33 Zwerge filzen“, schlägt eine vor. – „Super Idee, die verkaufen wir im Set als Minerillos!“ Die Idee wird prompt über Facebook verbreitet. Ergänzender Vorschlag einer Facebook-Freundin aus dem Web 2.0: „Da könntet ihr auch gleich Klopapier-Rollen sammeln – für die Rettungskapseln als Geschenksverpackung.“ Aber auch der eine oder andere Vater wird von der vor-adventlichen Zwergen-Mania erfasst. Ein Papa verschickt eines Abends Fotos per Mail, auf denen ein Zwerg mit wolkigem Wolle-Hintergrund zu sehen ist: „Ich hab da einen Zwerg mit Aura gemacht – wie viel könnte der bringen?“ Im Zuge des nächsten Kreativitäts-Schubes werden an Sicherheitsnadeln aufgespießte Mini-Zwerge produziert – quasi als Waldorf-Broschen. Andere denken in ganz neue Richtungen, ganz zeitgemäß – weg von der Produktion, hin zur Dienstleistung: Ein paar kleine Geschwister werden als Zwerge verkleidet in eine schön geschmückten Höhle am Weihnachtsbasar gesetzt – die großen Kinder (und Eltern) dürfen für eine Minute durch ein Fenster diese „echten Zwerge“ anschauen und fotografieren. Apropos Fotos: Ein paar Zwerge im Wald verstecken und in der Nacht mit Taschenlampen suchen und ablichten – original Zwergen-Paparazzibilder! Wie man sieht: Langsam entgleitet die Geschichte. Schon kommen Ideen a la: „Wir könnten uns doch auch um Quersubventionen bemühen. Wie wäre es mit Zwergen mit der Aufschrift: ,Rettet unseren Lebensraum – kauft bei Esche!’ Oder kleine, griechische Philosophen-Zwerge – gesponsert von der EU?“ Zum Glück konnten dieses Jahr nicht alle Ideen umgesetzt werden, aber auf die nächste Zwergenwerkstatt für die jüngeren Geschwister freuen wir uns schon. Roman David-Freihsl, Lothar Trierenberg

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Advent, Advent, die fünfte brennt … Adventskranz Binden, ein Werkbericht

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s wird alles passiert sein, wenn diese Zeilen im Moment abgedruckt sind. Schreibe ich also einen Rückblick, oder schreibe ich aus dem Moment heraus? Es ist noch zu früh – und eigentlich schon zu spät. Eben noch schrieb ich unsere Miteltern an – Betreff: Drei Tage noch … Im Moment sind erst 100 Kränze geschmückt und noch immer nicht entschieden, ob wir vier oder doch noch mehr Preiskategorien brauchen. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass „Zahlen nach Gefallen“ auch sympathisch und vor allem authentisch wäre … Das Überraschende an dieser Arbeit ist, dass es die Variation der Variation ist. Sie wissen, wovon ich spreche? Vor ein paar Wochen gab es nur einen Auftrag, den wir als elterliche Klassengemeinschaft schulterten. Frau Rumetshofer regte an, die bestehende Tradition fortzuführen. Wir bissen an, die Tradition holte uns ein und mit ihr eine inzwischen umfangreiche Dokumentation in Form eines Handbuches – ich kann Sie beruhigen, es sind 20 Seiten Hoffnung in Form eines sachkundigen Leitfadens für alle hinkünftigen Eltern der Erstklässler. Sind uns Bienenwachskerzen wichtiger, oder entsprechen wir dem Wunsch nach rosafarbenen Kerzen? Ob es wohl ein inoffizielles Binde-Ranking gibt? Und wenn ja, auf welchen Platz werden wir wohl landen? Oder – ein Zuruf von außen in den vergangenen Wochen – reduzieren wir die Auflage und steigern damit die Nachfrage …? Viele Tipps und Anregungen haben wir in den vergangenen Wochen erhalten. Alle an-

regend und berechtigt, doch in Summe nicht kompatibel. Wir haben uns für das Mögliche entschieden und freuen uns, dass wir in drei Tagen unsere Handarbeit auf dem Basar wiederfinden. Für mich zugleich ein „Warm-up“ in den verschlungenen Organismus „Schule“ inkl. Einsatz von € 50,-- für einen Schulschlüssel. Sensationell war der Einblick in die Ausstattung der Gartenbauhütte, die, in Bezug auf Ausstattung und Raummanagement, der Frankfurter Küche um nichts nachsteht. Die tatkräftige Unterstützung von Eltern der zweiten Klasse und die fröhlich tobenden Kinder, die den Garten erprobten, waren eine willkommene Gelegenheit, einander kennenzulernen. Einen großen Dank an Barbara Wünsch, meine Mitorganisatorin, an all jene Eltern unserer Klasse, die sich meldeten, halfen, banden, schmückten und die aufbauen, verkaufen und abbauen werden. Einen besonderen Dank an die Freunde, die Eltern der zweiten Klasse und an Frau Meixner-Katzmann. Nächstes Jahr werde ich wieder Vater eines Erstklässlers sein. Tania Monti, die letztes Jahr das Binden organisierte, auch. Wir meinen, die beste Voraussetzung, um uns erneut anzubieten, das traditionelle Adventskranzbinden zu organisieren. Und wenn die fünfte Kerze brennt, hat die Organisation gepennt. Matthias Berke

Fotos: L. Trierenberg, K. Hruza

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Das Lebkuchenhaus am Weihnachtsbasar – ein Ort der Besinnung

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edes Jahr aufs Neue erstrahlt der Weihnachtsbasar in der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer in festlicher Stimmung. Neben bunten und erlebnisreichen Ständen bietet das Lebkuchenhaus einen Ruhepol am Basar. Das milde Kerzenlicht im dunklen Raum, der Geruch nach Lebkuchen und zarte Leierklänge lassen einen Ort der Besinnung entstehen.

Die Geschichte, wie aus grauen, groben Steinen „Edelsteine“ werden, bildet den Anfang einer Reise in ein geheimnisvolles Reich, welches im Anschluss an die Erzählung jedes der Kinder betreten darf. Der angelegte Weg aus duftenden Reisigzweigen, beleuchtet von Apfelkerzenlichtern, führt zum Lebkuchenhaus; in diesem ist ein Lichtlein zu sehen. Nach Außen hin unscheinbar, verbirgt jedoch das Häuschen in seinem Inneren wertvolle Schätze. Mit leuchtenden Augen und einem Lebkuchen in der Hand wird der Weg zurück angetreten – ein schöner Beginn der Weihnachtszeit. Mit erfülltem Herzen nehmen Groß und Klein, Jung und Alt die besinnliche Stimmung auf und tragen sie mit hinaus. Christine Zabransky

TAG der offenen TÜR im Waldorfkindergarten Freitag, den 28. Jänner 2011 von 15 – 17 Uhr

Marktgemeindegasse 42, 1230 Wien Tel. 01 888 06 47 Fax 01 888 06 47 15

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Wir freuen uns, Ihnen einen Einblick in unseren Kindergarten zu geben. Nutzen sie die Möglichkeit im Gespräch, bei der Teilnahme an verschiedenen Aktivitäten, im Erleben eines Puppenspiels sich ein Bild von unserer Arbeit und Gemeinschaft zu machen.

Tag der offenen Tür in der Schule Samstag 22.Jänner 10 bis 14 Uhr Besuchen Sie den Unterricht Umfassende Informationsmöglichkeit Ausstellungen Schülerarbeiten Buffet & Mittagstisch MoMent  Dezember/Jänner 2010/2011


Aktuelle Termine Veranstaltungen

IS- und E D RA A P TGEBURT-SPIEL IS R och 22. DEZ. CH Mittw 19 bzw. 20 UH R

GROSSER FESTSAAL RUDOLF STEINER-SCHULE WIEN-MAUER ENDRESSTR. 100, 1230 WIEN

Schulball gemeinsam veranstaltet von der 12. Klasse der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer und der Schottenbastei ORG 1 sowie BORG 3

Samstag, 29.1.2011 Palais Auersperg Thema: Hollywood, Walk of Fame Nähere Info in Kürze auf Plakaten und Flugblättern und bei der Zwölften! Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

Paradeis-Spiel, Schüleraufführung Di 21.12. 10:00 Christgeburts-Spiel, Schüleraufführung Mi 22.12. 10:00 Paradeis- und Christgeburtsspiel Mi 22.12. 19:00 bzw. 20:00 Uhr Weihnachtsferien Fr 24.12.2010 bis So 9.1.2011 Weihnachtshandlung Christengemeinschaft Wien-Süd 26.12. Kinder 9:30, anschl. Menschenweihehandlung (s.S.26) Elternabend 6.Klasse Fr 14.1. Einführung in Wege zur Qualität Sa 15.1. 10 - 17 Uhr (s.S. 2) Elternabend 12.Klasse Mo 17.1. Redaktionsschluss Februar-Ausgabe MoMent Mi 19.1. Elternabend 1. und 2.Klasse Fr 21.1. Tag d.o. Tür in der Schule Sa 22.1. 10 bis 14 Elternrat-Sitzung So 23.1. Informationsabend f. Eltern der kommenden 1. Klasse Di 25.1. 19:30 (20 Uhr) Elternabend 9.Klasse Di 25.1. Tag d.o. Tür im Kindergarten Sa 28.1. 15 - 17 (s. Box Seite 8) Semesterferien Sa 5.2. bis So 13.2. Elternabend 7.Klasse Mo 14.2. Elternabend 4.Klasse Fr 18.2. Elternabend 10.Klasse Mi 16.2. Vortrag C.O. Haupt Do 17.2. 20:00 (s.S. 24) Gleichbleibende Termine montags: Arbeitsgruppe mit Dr Hitsch montags: Tanz-Abende (s. MoMent Sept/Okt S.30) I. Leitner 069919043893 kurtleitner@gmx.at dienstags: Puppennährunde Endresstr. 113, 20:00

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… unsere Wanderung ans Meer

„Am Anfang war das Wandern anstrengend, doch man kam schnell rein, und dann konnte man sich auf die schöne Umgebung konzentrieren.“

„Schritt für Schritt. 100 Meter, ein Kilometer. Noch ein Kilometer und noch ein Kilometer. Das Ziel ist nah. Das Ziel ist wieder fern. Endlich da!“

„Der Weg endete, wir gingen durch Dornenbüsche und einen Fluss entlang – sehr abenteuerlich!“

„Ich habe Turnsäle liebgewonnen, da es echt genial war, angekommen zu sein. – Die Herbstlandschaft war wunderschön.“

„Lange, lange gehen … Kilometer für Kilometer. Stunde für Stunde und dann … nur noch ein paar Meter, das Ziel schon vor Augen. Endlich sind wir an unserem heutigen Ziel angekommen, große Freude herrscht: Wieder ein Stück geschafft, und wir sind dem Meer wieder näher.“

Unsere letzte Wanderung führte uns von Mürzzuschlag über Krieglach und Kapfenberg nach Bruck a.d. Mur. Ein herzliches Danke an Frau Merth, die diesmal das Begleitfahrzeug lenkte, und an Herrn Esche, der unsere Pläne mit einer Spende unterstützt hat. Im Frühjahr geht es weiter … Die 10. Klasse

Fotos: E. Reinprecht

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Theaterworkshop der 11. Klasse

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ie in der vorletzten MOMENT-Ausgabe ausführlich angekündigt, fand am 21. Oktober ein ganztägiger Theaterworkshop mit 11 SchülerInnen der 11. Klasse und 3 minderjährigen Flüchtlingen der Diakonie Mödling statt. Geleitet hat diesen Workshop nach den Methoden des Theaters der Unterdrückten Ahmad Abu Kharma, der selbst als Betreuer in der Diakonie Mödling arbeitet, wo heuer auch 2 Schüler der 11. Klasse ihr Sozialpraktikum absolviert haben. Marlene Sadychow In der heutigen Gesellschaft ist es oft so, dass man zuerst wegschaut oder erst reagiert, wenn es zu spät ist. Man will ja selbst keinen Schaden davon tragen. Das Verantwortungsbewusstsein weicht der Angst. Es ist aber auch oft so, dass man zur falschen Zeit einen Konflikt beobachtet, und glaubt, dass jener, der sich in der Situation wehrt, als Täter gesehen wird und man dem Falschen hilft. Der tatsächliche „Böse“ bleibt unbeschadet und kann flüchten. Ich denke, man sollte versuchen zu helfen, egal wie, aber durch Einschreiten und nicht sofort für eine Seite Partei ergreifen. Hier kann das „Theater der Unterdrückten“ helfen. Man arbeitet einen Konflikt mit Laiendarstellern aus, und es gibt dabei einen Unterdrückten und einen Unterdrücker. Zu Beginn der Aufführung wird dieser Konflikt in „Reinform“ dem Publikum präsentiert. Anschließend geschieht dies noch einmal – dabei kann/ soll einer oder mehrere aus dem Publikum mit dem Wort STOP das Stück unterbrechen, eine Rolle übernehmen und versuchen, improvisierend das Problem zu lösen. Dieser Vorgang wird öfters wiederholt, bis jeder Zuschauer, der mitmachen will, dies auch tun kann.

Beim Workshop wählten wir meinen Konflikt aus. Für mich war es ein Anliegen, eine tiefsitzende Erinnerung an ein sehr schlimmes Erlebnis in meinem Leben durch Darstellung auf der Bühne besser aufzuarbeiten. Was mit einfachen Standbildern begonnen hatte, entwickelte sich zu einer sehr guten Improvisation, die wir etwas neutraler anlegten, damit man als Zuseher auch eingreifen konnte. Für mich war es echt toll, dieses Thema auf die Bühne stellen zu dürfen. Ich fühle mich dadurch befreiter und träume selten bis gar nicht mehr von dem Vorfall, was bis vor Kurzem noch regelmäßig der Fall war. Patrick Meerwald Ende Oktober widmeten einige Schüler der 11. Klasse einen Nachmittag dem Theater. Im Rahmen des Projektes „Articulating Values“, an dem unsere Klasse seit zwei Jahren teilnimmt, wurde es uns ermöglicht, an diesem Workshop teilzunehmen. Gemeinsam mit drei Flüchtlingen aus der Diakonie Mödling sollten wir nun auf die abendliche Theatervorstellung hinarbeiten. Ahmed, der im „Theater der Unterdrückten“ Schauspieler ist, leitete dieses eintägige Projekt an. Ich glaube, wir wussten alle nicht genau, was uns erwarten würde. Doch bald löste sich die anfängliche Verunsicherung. Durch die vielen Spiele und Schauspielübungen lernten wir einander besser kennen und hatten es somit sehr lustig. Man merkte den drei Burschen nicht an, welche Vergangenheit sie haben, was sie erlebt haben. Es ist sicher nicht einfach,

damit klarzukommen und die Hoffnung auf ein besseres, glücklicheres Leben nicht aufzugeben. Ihre Erlebnisse müssen sie stark geprägt haben. Und doch, wenn man mit ihnen lacht und redet … man sieht es nicht. Man kann es nur wissen. Und spüren. Da fragt man sich, wie es sein kann, dass so viele Menschen gegen Ausländer sind. Es ist ja nicht so, dass sie freiwillig fliehen, sie haben es sich nicht ausgesucht, Flüchtling zu werden. Haben sie es wirklich verdient, diskriminiert und ausgeschlossen zu werden? Immer mehr Leute wenden sich von diesem Thema ab, und immer mehr beginnen wegzuschauen. Genau dieser Punkt war das Thema des Workshops: Zivilcourage. Am späten Nachmittag setzten wir uns in Gruppen zusammen und tauschten unsere Erfahrungen darüber aus. Begleitet von einem Kamerateam des A.R.T.-Projektes erarbeiteten wir verschiedene Szenen, aus denen wir letztendlich eine auswählten und diese vorführten. Die Vorstellung war nicht der Höhepunkt, sie sollte nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Ganzen sein. Obwohl die Zeit sehr knapp war, bauten wir gemeinsam etwas Großartiges auf und nahmen viel davon mit. Auch wenn er noch so kurz war, so ein Tag wird wohl nie in Vergessenheit geraten. Karolina Pali

Fotos: K. Hruza

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„Und wie ist das mit der Matura?“ Über den Umgang mit dem öffentlichen Schulabschluss aus Sicht der Maurer Schule

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m Jahre 1982, bei Schuleintritt meiner ältesten Tochter, diente diese Frage, die damals nicht eindeutig oder zufriedenstellend zu beantworten war, den Waldorfgegnern innerhalb der Familie als oft bemühtes Argument. Meine Antwort lautete schlicht: Wer weiß, was sich bis dahin ändern wird. Und es hat sich in der Tat viel verändert. In den 80er Jahren bedeutete es für einen Steinerschüler mit Maturawunsch in der Regel, diese beim Institut Dr.Roland abzulegen. Ein relativ aufwändiger Vorgang: Alle Fächer mussten einzeln abgeschlossen werden, bevor die Reifeprüfung selbst in Angriff genommen werden konnte. Die SchülerInnen mussten daher mit einem recht hohen Maß an Selbstverant-

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etzt ist es mittlerweile schon bald ein halbes Jahr her, dass ich das letzte Mal als Waldorfschüler aus dem Tor der Schule, die mein Leben auf erbarmungslos positive Weise geprägt hat, getreten bin. Ich bin mir sicher, ich kann hier auch für andere sprechen. Für mich ist die Schule abgeschlossen. Doch wie wir leider alle wissen, genügt der hiesige Abschluss nicht zur Universitätsaufnahme. Zusammen mit Johanna R., Johanna S., Aline, Elvira, Adinda, Iris, Annika und Palmira verbringe ich nun das zusätzliche Jahr im Brigittenauer Gymnasium in der Karajangasse, Wien 20, um die schreckliche Erfindung namens Reifeprüfung, auch bekannt unter dem Begriff Matura, hinter mich zu bringen. Trotz dieser bevorstehenden Qual fühlen wir uns im Grunde alle recht wohl in der neuen Umgebung. Damals entschieden wir uns für die Schule wegen ihrer Atmosphäre und wegen ihrer Offenheit. Das Gebäude ist angenehm groß. Das Stiegensteigen macht uns alten Menschen doch manchmal Beschwerden. Es gibt einen großen Immigrantenanteil, was die Schule seit Jahren auszeichnet. Toleranz gegenüber allen Menschen wird hier großgeschrieben, und es gibt sehr viele unterschiedliche Angebote. Diese Faktoren halte ich für sehr positiv und freue mich wirklich, diese Schule ausgewählt zu haben. 12 |

wortung agieren. Der Prozentsatz von Maturanten war geringer als der heutige. Es folgte eine relativ kurze Ära am Abendgymnasium Wien 15; Henriettenplatz 6 (ehemals Arbeitermittelschule). Diese Form brachte schon mehr Strukturen für die Schüler mit sich (so wurde zum Beispiel ein Verbleib im Klassenverband möglich), dennoch war viel Zeit für sogenannte Übertrittsprüfungen nötig. Insgesamt nahm der Abschluss mit Matura einen Zeitraum von circa eineinhalb Jahren in Anspruch. Kurz später folgte eine neuerliche Veränderung – der Besuch einer achten Klasse ORG (Oberstufenrealgymnasium) im Anschluss an das zwölfte Jahr in Mauer eröffnete die bislang einfachste Möglichkeit.

Es verringert das Leiden unter dem Maturadruck. Unsere Klasse ist nett, und wir haben uns nach längerer gegenseitiger Scheu gut in die Klassengemeinschaft eingelebt. Auch die Lehrer sind größtenteils schwer in Ordnung. Trotz drohender Matura ist es heuer sogar häufig um einiges bequemer als wir es von den letzten Waldorfjahren kennen. Mutig oder manchmal auch weniger mutig voranschreitend bereiten wir uns unter unwaldörflerischen Bedingungen auf unsere letzte Prüfung vor. Valentin Liszt

Die Matura als Schulabschluss zählt heute beinahe zu einer Selbstverständlichkeit. Die Maurer Schule verschließt sich dieser Tatsache nicht, und geht folgenden Weg: Unsere Schule bleibt aus gutem Grund und vollster Überzeugung eine zwölfklassige, die ihren Lehrplan bewusst nicht zur Gänze den Erfordernissen des öffentlichen unterordnet. Eine Einbeziehung aller Elemente aus dem öffentlichen Lehrplan würde auf Kosten von nicht verzichtbaren Grundpfeilern der Waldorfpädagogik gehen. Jedoch ist man seit Jahren bemüht, einen Weg der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung zu gehen (Hinweis: Zum Thema „Lehrplanvergleich“

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as lernen wir in der Waldorfschule? Wir lernen fürs Leben. Daher lernen wir mit Freude, mit Interesse und Engagement. Doch in der Anton Krieger Gasse, in die ich nun gehe, um die Matura zu machen, denken die Schüler und Lehrer ganz anders: Mathe wird für die Matura gelernt, Arbeiten werden am Tag vorm Abgabetermin erledigt oder im Extremfall in der Früh und sind maximal um ein Zehntel länger als vorgegeben, und in Philosophie lernen wir lediglich, was

Die 12.Klasse, Schuljahr 2009/10

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mehr im nächsten MoMent). Hier ist sehr viel geschehen, sodass unsere SchülerInnen folgende privilegierte Situation vorfinden: Sie besuchen in der Regel die achte Klasse eines Oberstufenrealgymnasiums. Übertrittsprüfungen sind nicht mehr abzulegen. Der Jahresabschluss der zwölften Klasse wird an den öffentlichen Schulen als Basis für den Übertritt akzeptiert. Meistens findet ein reibungsloser Übergang in das andere System statt. Die ehemaligen SteinerschülerInnen werden in ihren neuen Schulen großteils wegen ihrer hohen Motivation, ihrer Fähigkeit zu vernetztem Denken geschätzt, ja noch mehr: Sie gelten als Bereicherung für die Arbeitshaltung in den neuen Klassengemeinschaften. Im Allgemeinen stellt die Prüfung am Ende der Achten kein Hindernis dar, oft wird mit gutem oder sogar sehr

gutem Erfolg maturiert. Im Juni, also ein Jahr nach dem Waldorfabschluss mit Jahresarbeit und öffentlichem Referat halten viele SchülerInnen auch das Dokument in Händen, das nach den Regeln der Mehrheitsgesellschaft als Mindeststandard für beinahe jegliche Zukunft und als unverzichtbare Eintrittskarte ins weiterführende Bildungssystem gilt. Für das Schuljahr 2010/11 gestaltet sich die Post-Waldorfwirklichkeit für die jetzige „13. Klasse“ folgendermaßen: 4 SchülerInnen besuchen das ORG Hegelgasse 14; Wien 1 10 SchülerInnen besuchen das ORG Brigittenauer Gymnasium; Wien 20 3 SchülerInnen besuchen das ORG Anton Kriegergasse; Wien 23 Von 19 SchülerInnen der ehemaligen zwölften Klasse haben also 17 den Weg mit Matura gewählt.

Es gibt schon mehrere Jahre hindurch positive Erfahrungen mit den oben genannten Adressen hinsichtlich Kooperation mit unserer Schule. Fazit: Die Frage nach der Matura stellt kein Hindernis für den Besuch aller zwölf Jahre an der Rudolf Steiner-Schule dar! Über den Lehrplanvergleich im Allgemeinen und im Fach „Russisch“ (auch da gibt es positive Entwicklung) sowie über die österreichweite Handhabung der Maturathematik (sie gestaltet sich durchaus von Schule zu Schule unterschiedlich) wird in einer späteren MoMent-Ausgabe berichtet werden. Christa Salcher

nicht Philosophie ist. Die Frau Professor für Philosophie würde den Philosophieunterricht ohnehin gerne anders gestalten, ist aber durch den Lehrplan eingeschränkt. Diskussionsfreude und eigene Meinung gibt es nicht (meine Klasse ausgenommen). Entweder lernt man am Limit oder weiß, was Effizienz ist, und schreibt Einser auf die Schularbeiten. Was ich dort als Ex-Waldorfschüler zu suchen habe, war mir die Frage. Die Schüler aus meiner Klasse sind alle jün-

ger als ich (wenige Ausnahmen sind Repetenten), und daher ist das Reifeniveau etwas geringer. Das sollte soweit kein Problem sein, denn wir Menschen sind anpassungsfähig, nur sollte man berücksichtigen, dass es schwierig ist, nach dem Jahr wieder auf das Niveau aufzusteigen. Da die Lehrer der Rudolf-Steiner Schule Mauer in der 12. Klasse maturaorientiert lehren, ist es kein großes Problem beim Schulstoff der 8. Klasse mitzukommen. Deutsch ist überhaupt kein Problem (nach einer positiven Faustepoche in der 12. Klasse) und Englisch ebenso. Sogar die Naturwissenschaften sind, rein vom Stoff her gesehen, kein Problem, obwohl die Waldorfschule einen anderen Schwerpunkt hat. Die Naturwissenschaften werden aber in der Anton Krieger Gasse sehr ausführlich und gut unterrichtet (ich gehe in den naturwissenschaftlichen Zweig). Als ich als Ex-Waldorfschüler top motiviert in die „faul“ eingestellte Klasse gekommen bin, habe ich gleich einige mit meiner Einstellung mitgerissen. Bei der Lehrerkonferenz, die einmal im Semester stattfindet, kam die Rückmeldung an mich, dass ich mit meiner Lerneinstellung die Klasse bereichere. Der Unterricht ist im Durchschnitt recht locker gestaltet (von der Arbeitsatmosphäre

her) und erinnert an die 12. Klasse. Was die Kompetenz der Lehrer angeht, kann ich mich nicht beklagen, aber das Engagement lässt, wie bei den Schülern, viel zu wünschen übrig. Als Antwort auf meine Frage, warum das denn so sei, sagte mir die Frau Professor, weil diese beiden Größen in der Formel im Nenner stehen. Was hoffentlich eine Ausnahme war, war zweimal ein Wikipedia-Vortrag über ein Thema, das für Schüler, als auch für Lehrer neu war. Wirklich positiv kann ich bemerken, dass die Naturwissenschaften einen höheren Stellenwert als in der Waldorfschule Mauer haben und auch gut vermittelt werden. Ich denke, es wäre auch gut, in der Waldorfschule zumindest ein bisschen Ahnung von der speziellen Relativitätstheorie zu haben, auch wenn man dazu keine Versuche nach „Waldorfmethode“ gibt, die man in der Schule durchführen könnte. Zusammenfassend würde ich sagen, dass das 13. Schuljahr in einer öffentlichen Schule sehr wertvoll ist. Die Waldorfschule Mauer sollte sich daher nicht auf eine Schule mit Matura ändern, weil genau die Zeit, die man als Waldorfschüler länger braucht, die wertvollste ist. Lukas Neugebauer

Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

Im Folgenden zwei Berichte von Schülern, die gerade das Maturajahr absolvieren:

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MoMent stellt vor ... Wir freuen uns sehr, Ihnen unsere neuen Kollegiumsmitglieder vorstellen zu dürfen, und heißen diese alle sehr „Herzlich Willkommen“:

v.l. 1,Reihe: Claudia Dragschitz, Krishna Hader, Tatyana Semko, Hanna Jordis, Karo Meixner-Katzmann 2. Reihe: Andrea Rolfsmeier, Daniela Krättli, Marie Sophie Klein, Brigitta Svoboda, Renate Hruza, Christine Rumetshofer

Mathias Esterer

Hülya Kocak Irene Miller

Alla Scharl

Frau Claudia Dragschitz Herr Mathias Esterer Frau Krishna Hader Frau Renate Hruza Frau Hanna Jordis Frau Marie Sophie Klein Frau Hülya Kocak Frau Daniela Krättli Frau Karo Meixner-Katzmann Frau Irene Miller Frau Friederike Pöltl-Frank Frau Andrea Rolfsmeier Frau Christine Rumetshofer Frau Alla Scharl Frau Tatyana Semko Frau Brigitta Svoboda

Klassenlehrerin 3. Klasse Werken Handarbeiten Hort Geschichte Handarbeiten Englisch Begleitlehrerin Gartenbau evangelische Religion (Frau Miller unterrichtet schon länger an unserer Schule – ist aber einigen Eltern noch nicht bekannt, da sie nur 2 Stunden bei uns ist; sonst unterrichtet sie an 10 weiteren Schulen im 23. Bezirk) Biologie Sport Klassenlehrerin 1. Klasse Russisch Russisch Handarbeiten, Werken

Eine neue Waldorfschule hat eröffnet!

D

er 4. November war ein freudiger Tag, nicht nur im Burgenland, sondern auch für die Waldorfschulbewegung in Österreich: Die Sonnenlandschule in Eisenstadt wurde feierlich eröffnet. Schon seit ca. 7 Jahren gab es das Bemühen einiger, von den pädagogischen Ansätzen Rudolf Steiners begeisterten Eltern, eine Waldorfschule im Großraum Eisenstadt zu gründen. Aber gut Ding braucht Weile. Immer wieder schien das Ziel erreichbar nahe, doch dann war plötzlich kein geeignetes Gebäude mehr verfügbar, oder eine Genehmigung fehlte, oder … Aber selbst all diese Widrigkeiten brachten die schon im häuslichen Unterricht tätigen Lehrerinnen, die Mentoren der Schule, aber auch die tatkräftigen Eltern nicht von ihrem Ziel, der Sonnenlandschule, ab. Anfang November war es dann endlich so weit: Alles passte, und so stand der fei 14 |

erlichen Eröffnung im neuen Schulgebäude nichts mehr im Wege. Viele mit der Schule verbundene Menschen waren gekommen, um Glück für die Zukunft zu wünschen. Im Moment besuchen 17 Kinder in 6 Klas-

sen die neue Schule. Die Klassen 1-4 und die 5. und 6. Klasse werden gemeinsam geführt. Wir freuen uns sehr über die nun schon im Osten aufgehende „Waldorf-­ Sonne“! Barbara Willau MoMent  Dezember/Jänner 2010/2011


Who is Who

in der Schule?

Ansprechpersonen

Mitglieder des Schulleitungskreises: v.l. 1. Reihe: Barbara Willau, Marlene Sadychow, Elisabeth Frank, Ursula Kaufmann, Holger Finke; 2. Reihe: Barbara Binder, Herta Hans, Maria Leutzendorff, Christine Bolleter, Stefan Albrecht, Wilhelm Kvasnicka; Weiters (nicht abgebildet): Heinz Genswein

Mitglieder des Zusammenarbeitskreises: v.l.: Lucia Debruyn, Christiane Dostal, Tanya Hannah, Rita Welte, Marion Campos, Angelus Huber; Weiters (nicht abgebildet): Arnold Nobis

Mitglieder des Konfliktkreises: v.l.: Rita Moser (Eltern 2. Kl. & Kiga), Christine Zabransky (Kindergarten), Renate Facchin (ehem. Eltern), Elisabeth Platzer (Kollegium), Jörg Schmiedbauer (Vorstand), Marion Giannelos (Kollegium), Regula Hetzel (ehem. Eltern), Josef Weber (Eltern 6. Kl.), Beate Maria Platz (Eltern 3. Kl. & Förderkreis); Weiters (nicht abgebildet): Josef Hackl (Eltern 7. Kl. & Kiga) Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

für Organisatorisches wie Festsaalnutzung, Veranstaltungen, Termine, Krankmeldungen, erste Schulinfos, Termine mit LehrerInnen, etc. Schulbüro, Sonja Mlineritsch, Mo-Fr 8-12 Uhr Telefon: 888 12 75, Fax: 888 12 75-44 office@waldorf-mauer.at Hort Christiane Dostal (0699/8117 1428) Renate Hruza (0680/304 32 36) für Pädagogisches die KonferenzleiterInnen der jeweiligen Bereiche. Termine für Gespräche bitte über das Schulbüro! Schulleitungskreis (SLK) Ansprechp.: Marlene Sadychow Oberstufenkonferenz (OSKO) Leitung: Holger Finke Unter-/Mittelstufenkonferenz Leitung: Tanja Hanna, Rita Welte Technischen Konferenz Leitung: M. Sadychow, A. Huber Zusammenarbeitskreis Angelus Huber für Verwaltungstechnisches Buchhaltung Ulrike Nedved, Mo-Fr 8-12 Uhr Telefon: 888 12 75-21, Fax: 888 12 75-44 buchhaltung@waldorf-mauer.at Verwaltungsleitung und Kontakt zu Vorstandsmitgliedern, etc. Mag. Herbert Colditz, Mo-Fr ab 9 Uhr Telefon: 888 12 75-31, Fax: 888 12 75-44 verwaltungsleitung@waldorf-mauer.at Gruppen und Arbeitskreise meist von Eltern besetzt, daher Erreichbarkeit nicht an Bürozeiten gebunden. Bitte erfragen Sie, falls erforderlich, Telefonnummern über das Schulbüro! Elternrat Elisabeth MacNulty, Irene Mayer elternrat@waldorf-mauer.at Elternbeitragsgruppe Peter Eberharter, Martin Kaufmann

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MoMent – LehrerInnen im Gespräch: Ursula Kaufmann C.S.: Christa Salcher für MoMent U.K.: Ursula Kaufmann C.S.: Liebe Ursula, deine Funktionen an der Schule sind zahlreich und vielfältig. Da gerade Vorweihnachtszeit ist, beginnen wir mir dem Basar: Welche Aufgabe hast du da übernommen? U.K.: Ich habe vor ein paar Jahren begonnen, mit Gabriela Graf den Basar mit zu organisieren. Nun hat Gabriela leider bei uns aufgehört. Und jetzt haben wir – Christiane Dostal, Brigitta Swoboda, eine meiner Kolleginnen aus der Handarbeit, und ich von Lehrerseite her die Organisation übernommen. Sonja Mlineritsch ist auch mit dabei, und von Elternseite ist Michaela Eberharter eine große, kreative und praktische Unterstützung. Wir sind das „Basarteam“. Wir machen die gesamte Koordination, damit alle Einzelunternehmungen am Basar auch funktionieren. Wir kümmern uns also nicht um Inhaltliches, sondern sorgen für die Basis, damit die Veranstaltung stattfinden kann. Das heißt, wir haben das Konzept und den Überblick, die „Kleinarbeit“ passiert dann in kleineren Gruppen bzw. in den Klassen. C.S.: Das klingt ja sehr sinnvoll… U.K.: Ja, es macht wirklich sehr viel Spaß, obwohl ich mich manchmal frage, bin ich wahnsinnig? Nein, wahnsinnig bin ich nicht, aber viel Arbeit ist es doch! Es macht viel Freude mit meinen Basarkolleginnen zusammen zu arbeiten, es ist eine kreative Aufgabe, die mich sehr anspricht. Darüber hinaus habe ich auch sonst mit vielen Menschen zu tun, mit den Ausstellern, und auch mit schönen Dingen, das gefällt mir. C.S.: Kommen wir nun zu deiner Kernfunktion an der Schule: Du unterrichtest ja an der Oberstufe Deutsch. Seit wann machst du das? U.K.: Das vierte Jahr. Ich zähle mit meinem vierten Jahr nun schon zu den „erfahreneren“ Lehrern, was ich erstaunlich finde. Ich unterrichte unheimlich gerne. Ich habe 16 |

„Ich mag ganz einfach die von meiner Ausbildung her ja Englisch und Französisch studiert und nicht Deutsch, bin aber sehr froh, Deutsch zu unterrichten. Ich habe großes Interesse an Literatur, an Sprache, an kreativem Ausdruck, am Schreiben. Und ich mag ganz einfach die Jugendlichen. C.S.: Das klingt ja schön. Welche Klassen unterrichtest du? U.K.: Ich unterrichte die neunte Klasse, die habe ich in diesem Jahr auch in Englisch, das ist aber nur eine Lösung für ein Jahr. Diese Klasse sieht mich heuer sehr viel: In Deutsch Epochen und Fachstunden und eben in Englisch. Und die zwölfte Klasse, da auch das gesamte Deutschprogramm. C.S.: Wie erlebst du deine Schüler und Schülerinnen? U.K.: Wenn man die richtigen Themen für sie trifft, dann erlebe ich sie unglaublich interessiert. Ich kann nur über persönliche Beziehung arbeiten, egal ob mit Kleineren oder Größeren, dadurch entsteht viel Nähe zu meinen Schülern. Das kann und will ich auch gar nicht anders. So entstehen auch gemeinsame Themen, beispielsweise interessieren sich die Schüler manchmal dafür, was ich lese. Am Praktikum habe ich ihnen etwas aus meiner Lektüre vorgelesen, und dann ist es auch in Ordnung, wenn sie das komisch finden! Ich lese auch manchmal im Unterricht etwas vor, das mich gerade begeistert, ohne pädagogischen Zweck. Ganz einfach, weil ich es schön finde. Das ist sehr bereichernd, und ich bekomme auch viel zurück. Wir stehen in einem regen Austausch. Ich hoffe, dass ich ihnen genug geben kann. Da fällt mir eine schöne Geschichte ein: Ich habe aus dem Buch von Muriel Barbery „Die Eleganz des Igels“, das mich sehr begeistert, eine Bildbeschreibung vorgelesen, weil das gerade Thema im Unterricht war. Um ihnen zu zeigen, das ist etwas, das in der Literatur vorkommt, das ist nicht eine von mir ausgedachte „Folter“ für Schüler. Da hat eine Schülerin reagiert mit dem Ausspruch: „Frau Kaufmann, schreiben wir auch so schöne Texte!“

C.S. Was willst du deinen Schülern mitgeben? U.K.: Ich habe gerade in der Zwölften einen Literaturzirkel gegründet: Sie lesen in Gruppen Bücher, die sie sich aus verschiedensten Richtungen aussuchen können, und ich möchte, dass sie das so authentisch wie möglich behandeln. Eben wie an Literatur interessierte Menschen, die darüber sprechen. Eine andere Sache ist das „technische“ Können, z.B. wie schreibe ich eine Erörterung. Das brauchen sie für die Matura. Das ist auch eines meiner Ziel: Sie für die Matura fit zu machen. Was mir aber wichtiger ist, dass sie lernen, Dinge von verschiedenen Seiten aus anzuschauen. Persönlich These, Antithese und Synthese zu bilden. Ich kann andere Perspektiven verstehen und dadurch meine bereichern. Die Schüler sind auch froh, Handwerkszeug zu bekommen und das dann auch gleich zu verwenden. Allerdings auch den Blick offen zu halten für das, was jenseits des Handwerkes ist. Also Handwerk frei zur Verfügung zu haben und nicht nur mechanistisch einzusetzen. Ihnen die Freude an der Sprache mitgeben. C.S.: Also, wenn ich dir so zuhöre, kann ich mir schon vorstellen, warum du als erfahrene Lehrerin giltst … Die Feuertaufe hast du jedenfalls gut überstanden, die ersten drei Jahre gelten ja als Einstieg. U.K: Ja, und ich hatte einfach riesiges Glück in der Klasse, mit der ich eingestiegen bin, die jetzige Zwölfte. Ich denke, die erste Klasse ist für jeden Lehrer etwas ganz Besonderes. Zum Thema „Mitgeben“ fällt mir noch Folgendes ein: Ich will ihnen gerne Persönliches mitgeben, den Glauben an sich selbst, an ihre Fähigkeiten, das ist mir unglaublich wichtig. Wie die Kernaussage aus dem Buch von Susanna Tamaro „Geh, wohin dein Herz dich trägt“: ‚Überlege, was dein Weg ist, nimm dir Zeit dafür und habe den Mut, ihn zu gehen.‘ MoMent  Dezember/Jänner 2010/2011


Jugendlichen!“

tigkeit von 1997 bis 2003, mit viel Freude. Dann kam eine neue Phase mit der Geburt meines dritten Kindes, Paul. Nach drei Jahren Karenz war dann das neue Betätigungsfeld bei SMIR, PR und Marketing nicht mehr ganz stimmig für mich. Mein Kernanliegen, mit Menschen zu arbeiten, war nicht mehr gegeben. In einem Gespräch mit Maria Leutzendorff habe ich dann erfahren, dass Deutschfachstunden an der Schule vakant waren. Und so bin ich da hineingerutscht. Eine Zeit lang habe ich die beiden Tätigkeiten noch parallel ausgeführt, bald war aber klar, wo der Schwerpunkt liegen würde.

C.S.: Das geht also eindeutig über das Fach hinaus. U.K.: Ja, das geht darüber hinaus. Deutsch ist für solche Ziele als Fach besonders geeignet.. C.S.: Glaubst du, dass an einer Waldorfschule für die Ziele, die du gerade genannt hast, mehr Platz ist als an einer anderen Schule? U.K: Ja, auf jeden Fall. Ich bin überzeugt, dass Waldorfschulen dafür prädestiniert sind, mehr als Fachwissen weiterzugeben, und deshalb fühle ich mich hier auch wohl. In meiner Biografie kann dieses Mosaikstück gerne eine Zeit lang liegen bleiben: Es stimmt für mich, hier zu sein. C.S.: Welche Qualitäten sind deiner Meinung nach für Lehrende an der Oberstufe wichtig? U.K.: Ganz wichtig ist, fachlich kompetent zu sein. Diese Kompetenz als persönliches Interesse an dem Fach zu haben, daher auch in der Eigenerziehung und Selbstfortbildung, das heißt also nicht als „Fachmann“ stehen zu bleiben. Die Schüler sollen merken, da ist Kompetenz, die sich erweitern und verändern darf. Eine weitere Qualität ist Offenheit, das gilt sicher nicht nur für die Oberstufe, da aber besonders, um in Auseinandersetzungen offen für die Seite der Schüler zu sein. Ich glaube auch, dass das Vorbild in dieser Altersstufe nach wie vor sehr wichtig ist. Sie wollen ganz genau wissen, was man tut und warum man es tut. Und dafür ist es gut, Klarheit über sich selbst zu haben. Und Humor ist unerlässlich … (lacht) Und Konsequenz und Klarheit im Handeln, das schätzen die Schüler sehr. Es wäre ja traurig, wenn sie nicht ausprobieren würden, über die Grenzen zu steigen. C.S.: Das Grenzensetzen muss aber dann auch vom Lehrer persönlich authentisch vertreten werden, nicht? Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

U.K.: Authentizität ist eine Grundvoraussetzung, nicht nur in der Schule! Bei Lehrern aber besonders, denn eine „pädagogische Masche“ nehmen einem die Schüler nicht ab. C.S.: Könnte man zusammenfassend zwei Eigenschaften hervorheben: Authentisch und lebendig, wenn wir an die sich verändernde Kompetenz denken? U.K.: Ja, authentisch und lebendig, das gilt wohl für jeden Menschen. C.S.: Das wäre ein Programm für die ganze Menschheit … Aber findest du auch, dass gerade junge Menschen sehr stark spüren, ob Handlungen oder Worte stimmig sind? U.K.: Ja, sie können auch gnadenlos sein … Sie zeigen ganz klar auf, sind ein sehr genauer Spiegel … (Lachen) C.S.: Ursula, was hast du vorher beruflich gemacht? U.K.: Ich habe während der Endphase meines Studiums als Erzieherin an einer Schule gearbeitet, in Sta.Christiana. Ich habe das sehr gerne gemacht. Die Diplomarbeit ist dabei auf der Strecke geblieben … Dann habe ich Familie bekommen, Viola wurde geboren. Da konnte ich dann die Nachmittagsarbeit nicht mehr mit dem Familienleben vereinbaren. Ich war dann insgesamt vier Jahre bei den beiden ersten Kindern, Viola und Jakob zuhause. Dann habe ich am anderen Ende des Lebensspektrums angesetzt: Ich habe mit alten Menschen gearbeitet und zwar in einer Organisation, die Hauskrankenpflege anbietet, dem Verein SMIR. Ich wurde da nach und nach für die Organisation zuständig. Das war meine Tä-

C.S.: Du bist ja auch bei der Gruppe, die eine neue Art der Schulführungskonferenz strukturiert. Kannst du dazu etwas erzählen? U.K.: Das ist im Moment ein zentrales Thema für das gesamte Kollegium. Das Leitungsteam der Pädagogischen Konferenz – wir sind zu dritt, Christine Bolleter, Stefan Albrecht und ich – hat eben im Rahmen dieser Konferenz die Neuorganisation der Schulführungskonferenz koordiniert. Wir fassen dort zusammen bzw. verdichten, was im Plenum zu diesem Thema gesagt wurde. Es ist uns allen gelungen, bis zu den Herbstferien neue schulleitende Kreise einzurichten. Eine Erneuerung betrifft auch die zeitliche Struktur: Alle Konferenzen finden nun an den Donnerstagen statt, was eine Entlastung in zeitlicher Hinsicht mit sich bringen soll. Das hat natürlich zur Folge, dass der Donnerstag überhaupt neu strukturiert werden musste. Es war ein mühsamer, intensiver, aber lohnender Prozess. C.S.: Das Ziel ist also sowohl eine neue Struktur als auch eine personelle Erneuerung der Schulführungskonferenz? U.K.: Ein Ziel der früheren Gruppe war die Einbindung von mehr Menschen in die Entscheidungen, da es für wenige eine zu große Last darstellte. Auch begrifflich gingen wir an eine Neufassung heran: Was bedeutet „Schulführung“, wer gehört da aller dazu? Ich hoffe, dass wir das Inhaltliche mit der äußeren Form bald ganz in Einklang gebracht haben werden, dann wird das auch vorgestellt. Es soll auch möglich werden, dass jeder einzelne Lehrer einmal zu Wort kommt, Stellung nehmen kann, weiter >

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Ursula Kaufmann äußern kann, wie es ihm in der Schule geht. Es geht da um ein Ergreifen der Bedürfnisse der Schule aus personalpolitischer Sicht und aus finanzieller Sicht, und gleichzeitig sollen auch die persönlichen Perspektiven der Lehrer erfasst werden, wie und wie viel wollen sie arbeiten, wie lange voraussichtlich etc. Die Ergebnisse sollen dann miteinander vernetzt werden. C.S.: Also eine Art Erhebung direkt bei den Menschen? U.K.: Ja, zum Beispiel wird am Ende von acht Jahren Tätigkeit als Klassenlehrer ein gediegener Rückblick und Rechenschaftsbericht sowohl von Lehrerseite als auch von Schulseite her gemacht. Das soll ab jetzt auch dazwischen und für alle möglich sein. C.S.: Würdest einen solchen Rückblick gewissermaßen als Evaluierung sehen? U.K.: Ja, es war auch früher schon das Ziel der schulführenden Konferenz – aus zeitlichem und personellem Mangel, aus Überlastung durch dringende aktuelle Probleme blieb dieser Anspruch oft auf der Strecke. Wir hoffen, jetzt eine Struktur zu schaffen, in deren Rahmen solche Erhebungen, was nehme ich wahr, wie werde ich von Kollegen wahrgenommen, stattfinden kann. C.S.: Das sind ja spannende Prozesse. Würdest du sagen, dass sie schon Ergebnisse der „Wege zur Qualität“ sind? U.K.: Absolut, ja. „WzQ“ erlebe ich als parallel zu meinen Zielen mit den Schülern: Ein Handwerkszeug zu bekommen, mit dem man frei agieren kann. Für uns als Schule bedeutet das aus meiner Sicht, ein Werkzeug zu haben, mit dessen Hilfe das „Luxusmodell“ Selbstverwaltung machbar wird. Es gibt Strukturen und Ordnung zur besseren Orientierung. Es bietet prozessführende Mittel, um nicht „mehr vom Gleichen“ zu tun. Fritz Platzer hat uns aufgezeigt, dass dies keinen Sinn hat. Also zum geeigneten Zeitpunkt „Stopp“ zu rufen, jetzt ist ein Nächstes dran. Ein Procedere aus dem klaren Wissen, was wo verankert ist. Als Beispiel sei hier der neue Konfliktbearbeitungskreis genannt, der eine Auflage war, um das Zertifikat zu erhalten. Da 18 |

im Gespräch

soll jeweils klar werden, was ist der nächste Schritt in der Bewältigung. Also das Äußere, die Vorgangsweise, hilft dem Inneren, der eigentlichen Lösung. Zeitliche Beschränkung, Fokussierung durch Klarheit kann da auch durchaus hilfreich sein. C.S.: Ich kenne dich ja aus einer Zeit, als du „nur“ Schulmutter warst, habe dich aber auch damals als äußerst aktiv erlebt. Wie kannst du nun diese beiden Funktionen, Mutter und Lehrerin an derselben Schule, vereinbaren? U.K.: Es sind nur mehr meine beiden Söhne an der Schule. Für meinen Jüngsten, Paul, ist es ganz selbstverständlich, dass ich da als Lehrerin bin. Er sieht das als ganz natürlich. Ein Jahr lang hatte ich die besondere Situation, die Klasse meines älteren Sohnes zu unterrichten, es war damals eine Notwendigkeit. Ich habe das nur gemacht, weil Jakob eingewilligt hatte. Und es war dann eine ganz entspannte Situation und eine schöne Erfahrung. Es war ein Privileg, mein Kind in der Klassengemeinschaft wahrnehmen zu können. Für mich war überhaupt eine Voraussetzung, dass ich nur dann Lehrerin an derselben Schule wie meine Kinder sein kann, wenn ich von Schülerseite und Kollegenseite her gemocht werde. Ich wurde von dieser Klasse, die ich ja schon privat recht gut kannte, auch als Lehrerin akzeptiert. So lange der Jüngere in die Unter- und Mittelstufe geht, sehe ich gar kein Problem, da kann ich mich ganz auf meine Mutterrolle konzentrieren. Wenn er dann in die Oberstufe kommt, habe ich mir vorgenommen, noch einmal genau hinzusehen, ob und unter welchen Voraussetzungen dies vereinbar sein kann. Ansonsten ist Lehrersein einerseits einer sehr familienkompatibler Beruf, andererseits verlangt er mir schon sehr viel ab. Es ist ein echter Vollzeitjob – es sieht zwar so aus, als hätte man viel Zeit, es bedarf aber eines straffen Zeitmanagements, um alles

unterzubringen. Für Inhalte eines guten Epochenunterrichtes heißt es oft, jeden Abend zu „sitzen“. Und ich nehme auch das Korrigieren sehr ernst. C.S.: Zwei kurze Statements zur Schule, aus Eltern- und aus Lehrersicht? U.K.: Das finde ich schwierig, denn ein Gesagtes schließt so vieles Andere aus – aber wagen wir es. Als Mutter sehe ich die Schule als eine der größten Chancen, dass Kinder so wahrgenommen werden, wie sie in ihrer ureigensten Anlage gedacht sind. Das ist das Ideal, das nicht immer gelingt. Meine Kinder sind allerdings in Klassen gelandet, die, denke ich, genau die richtigen für sie waren. Ja, Kinder sollen die werden können, die sie sein wollen. Als Lehrerin sehe ich die Verantwortung darin, genau das vorher Gesagte zu ermöglichen. Ich möchte das Beste in jedem sehen, bin auch um eine Kultur des „Fehler-Machen-Dürfens“ bemüht. C.S.: Wie würdest du Waldorf-Mauer für einen Außenstehenden beschreiben? U.K.: Als großes Ziel das in der letzten Frage Besprochene, und im Moment als unglaublich bewegt, lebendig und suchend. Das Leitziel – als Schule zu erkennen, was jetzt dran ist – da wird gerade sehr darauf geschaut. C.S.: Ist die Maurer Schule örtlich und inhaltlich eine Art Heimat für dich? U.K.: Ja. C.S.: Braucht der Mensch so eine Heimat? U.K.: Ich im Moment schon. Für mich ist meine Arbeits- und Wirkungsstätte wichtig. C.S.: Vielen Dank für dieses spannende und inhaltsreiche Gespräch. U.K.: Sehr gerne. Ich danke für die Fragen. MoMent  Dezember/Jänner 2010/2011


MoMent – im Gespräch: Jörg Schmiedbauer im Gespräch mit

Herbert Colditz

Leiter der Verwaltung

S: Jörg Schmiedbauer für MoMent C: Herbert Colditz S: Lieber Herr Colditz, Sie arbeiten nun schon mehrere Jahre mit dem Vorstand zusammen. Ich möchte Sie der Schulgemeinschaft ausführlicher bekannt machen. Was sind Ihre Aufgaben? Wann und wie sind Sie zu uns gestoßen? C: Ich bin im fünften Jahr hier, seit September 2006. Geworben hatte mich mein Vorgänger und guter Freund Willi Simon, den ich von vielen Jahren Basketball und nun schon seit 30 Jahren kenne. S: Herr Simon war Leiter der Verwaltung, wie diese neue Funktion heißt, die der Schulvereins-Vorstand geschaffen hatte, nachdem wir vor mehr als 10 Jahren finanziell mit der Schule in ein tiefes Defizit geraten waren und die Verwaltung, d. h. alle Arbeit mit Geld in der Schule neu aufzustellen war. Dieses Defizit konnten wir mit Beiträgen der Lehrerschaft, Einmalzahlung der Eltern etc. abfangen. Das Wichtigste war danach, den Bereich der Verwaltung neu zu strukturieren. Damals hat uns Willi Simon mit seiner Expertise im Arbeiten in Non-Profit Organisationen unterstützt. Als klar wurde, dass er sich nach dieser ersten grundlegenden Neuaufstellung zurückziehen wird, kamen Sie. Was haben Sie vorgefunden? C: Ich fand ein recht gut vorbereitetes Grüppchen von Mitarbeitern vor, Schulwart, Sekretärin, Buchhaltung und Lohnverrechnung, es war hervorragend vorgearbeitet worden. Es gab Probleme im Reinigungsbereich. Da habe ich, mit Rücksicht auf die persönlich schwierige Situation dieser Reinigungsfamilie, vorsichtig, aber eben doch, Änderungen vorgenommen, und wir haben jetzt eine gut funktionierende Lösung. Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

S: Ein weiteres Aufgabenfeld ist Ihre Arbeit für den Vorstand des Schulvereins, des Schul-Erhalters. Mit entsprechenden Unterlagen bereiten Sie Entscheidungen vor, besonders in Richtung Budget. C: Ich verstehe mich eigentlich als „Generalsekretär“ für den Vorstand. Ich versuche ihm alle jene Informationen zu bringen, die er meiner Meinung nach braucht und nach denen ich auch gefragt werde. Was der Vorstand dann beschließt, habe ich in die Tat umzusetzen. S: Was haben Sie vor Ihrer Tätigkeit in der Schule beruflich gemacht? C: Ich hatte ein sehr spannendes Berufsleben, wechselte oft meinen Job und versuchte so alle drei bis fünf Jahre auf der Karriereleiter höher zu springen. Das ging damals noch sehr gut, weil es viele Jobangebote gab. Ich hatte Betriebswirtschaft studiert und wollte schon während des Studiums und dann unmittelbar danach etwas mit Datenverarbeitung zu tun haben. Das war natürlich in den 70iger Jahren etwas anderes als heute. Ich hatte tatsächlich das Glück ein paar Angebote in diese Richtung zu bekommen, lernte programmieren, machte Systemorganisation und ging in den EDV-Verkauf. Dann wechselte ich auf die Anwenderseite, zu einem Unternehme, das EDV-Probleme hatte. Ab diesem Zeitpunkt war ich immer im Rechnungswesen. Am spannendsten war meine Zeit als Projektmanager in Osteuropa. Ich war ja als Basketballer schon während des Kommunismus viel in Osteuropa unterwegs. Mich interessierte diese Region sehr, und ich suchte schon in den 80iger Jahren für Felix Austria in Ungarn nach Partnerfabriken. Als es dann 1989 wirklich losging, war ich für meinen damaligen Arbeitgeber sofort in Osteuropa unterwegs, wandelte alle Verkaufsniederlassungen in Tochterfirmen um und baute überall das Rechnungswesen auf. Schließlich hatte ich so viel Erfahrung in Osteuropa, dass ich als Projektleiter für

ein Fernsehwerk nach Polen geholt wurde. Dort hat es mich dann acht Jahre gehalten – immer so etwa zwei Jahre für ein Projekt, eines nach dem anderen. 2003, ungefähr 15 Jahre nach den politischen Veränderungen, konnte diese Aufbauarbeit von Polen längst selbst gemacht werden. Da brauchte man keinen so teuren Mitarbeiter mehr ständig mit dem Flugzeug reinzuholen. Dafür waren Rumänien und Bulgarien so wie 15 Jahre zuvor Polen. Ich entschied mich aber, nach vielen Jahren des Familienlebens auf Distanz hier zu bleiben. Da kümmerte ich mich auch wieder mehr um meine Basketball-Schiedsrichter-Gruppe und kam wieder mit Willi Simon in Kontakt. Der wollte eigentlich ins Privatleben zurück und sprach mich auf seine Nachfolge hier an. Ich wollte eigentlich immer schon für eine Schule arbeiten und auf diese Weise etwas für junge Menschen tun. Das macht mir seither ordentlich Freude. S: Eine Eigenart unserer Schule, ja der ganzen Gemeinschaft, ist die Selbstverwaltung. Das heißt, dass eigentlich in Freiheit Gemeinschaftsarbeit geleistet wird, sei es Führungsarbeit, sei es Entwickeln des Lehrens, sei es aber auch das Zusammenführen von Menschen, die die Schule wirtschaftlich am Leben erhalten. Wir sind mit allen unseren Einrichtungen in das Qualitätsentwicklungsverfahren „Wege zu Qualität“ hineingegangen, bis zur Auditierung. Wir wollten wieder ein Gespür dafür entwickeln, wie herausfordernd und schön Selbstverwaltung sein kann und welche Instrumente es dafür gibt. Sie haben sich selbst mit dem Verwaltungsfeld einbringen müssen. Sie kommen aus der Wirtschaft und haben andere Instrumente kennengelernt. Was meinen Sie dazu? C: Das Projekt WZQ schon hat einen Aufweiter >

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Herbert Colditz im Gespräch bruch und viel Wachheit gebracht. Ich glaube aber, dass da noch sehr viel Bewegung notwendig ist, grade wenn Sie diesen Unterschied zur Wirtschaft ansprechen. In meinem langen Berufsleben hat sich in der Wirtschaft etwas dramatisch verändert. Als ich jung war, galt, dass die großen, mächtigen Unternehmen jene mit Zukunft seien. Das stimmt heute nicht mehr. Heute sind es Unternehmen, die schnell sind, die rasch Chancen erkennen und realisieren. Rasches Reagieren ist in der Selbstverwaltung aber nicht so einfach. Langsame Entscheidungen können im administrativen, im finanziellen Bereich dazu führen, dass Dinge, die nicht gut funktionieren, längere Zeit nicht gut funktionieren, und wenn sie dabei Geld verbrauchen, längere Zeit Geld verbraucht wird. S: Kann man sagen: Selbstverwaltung ist unverzichtbar für die Würde und Freiheit der Beteiligten, von einem grundlegenden Vorteil, was die innere Verbindlichkeit betrifft, aber komplex und oft auch langsam ? C: Ja, für die Motivation, die Richtung nach Innen ist sie gut. – Gleichzeitig hat das eben auch die Gefahr, dass das Kommunizieren und Zusammenarbeiten nach außen, sowohl mit anderen Bereichen in der Gemeinschaft, wie auch mit der Öffentlichkeit zu kurz kommt. Das fällt im täglichen Leben nach wie vor auf. Ich glaube, dass auch mit dem Verwaltungsbereich eine intensivere Zusammenarbeit möglich und mir sehr willkommen wäre. S: Die gemeinsame Arbeit mit WzQ hat da sicher mehr Erleben der größeren Gemeinschaft gebracht; auf den wachen Blick für Zusammenarbeit und auch Neugier auf „außen“ ist zu achten. Für den Vorstand sind Sie ein wichtiger Entscheidungs-Vorbereiter, auch ein gewisses Einmahnen von Entscheidungen des Schulvereins-Vorstandes fällt da hinein.. Ihr Posten war ja als Antwort auf eine finanziell nicht mehr länger tolerable Situation geschaffen worden. Auch die hatte sich über Jahre aufgebaut, bis es so deutlich wurde. Es geht dabei immer auch um Einzelereignisse, die nicht wirklich beeinflussbar sind: die Schülerzahlen, wie sich der Lehrkörper zusammensetzt, Bauschäden oder gestrichene Subventionen. Aber es haben sich in den letzten Jahren auch strukturelle Probleme gezeigt, im Kindergarten wie in der Schule. Im Kindergarten musste sich das Kollegium mit einer neuen Aufgabe auseinandersetzen, nämlich mit dem Kleinkinderbereich, der pädagogisch und organisatorisch hochambitioniert angenommen worden war, aber in eine finanzielle Zwicksituation führte. Der Vorstand war bereit, eine Phase der Neustrukturierung finanziell abzusichern, aber dann war das Kollegium dort in der Pflicht, eine finanzierbare pädagogische und organisatorische Form zu finden. C: Das Kollegium des Kindergartens hat da wirklich den Anforderungen entsprechend reagiert. Es hat im Pädagogischen, im Organisatorischen und bei den Gehältern und Beiträgen den Kindergarten neu durchdacht und vereinbart. Es ist auf die Eltern zugegangen, um Hilfe zu holen. Dort, wo es um Berechnungen, um Prognosen oder auch um ein feineres Durchleuchten der Kosten ging, gab es eine hervorragende Zusammenarbeit mit Frau Nedved und mir; so ist es bis heute geblieben. Natürlich wurde es für den Kindergarten leichter, als die Gemeinde Wien erkannte, dass Kindergartenplätze eine besondere finanzielle Zuwendung brauchen. S: Jetzt drückt im Schulbereich ein Defizit. Hier gibt es einen Sektor, der über die Jahre so niedrig wie möglich dotiert worden war, um den pädagogischen Betrieb finanzieren zu können: Das sind alle Maßnahmen in Richtung Gebäude, sei es Sanierung, sei es Bau. C: Nach größeren Investitionen, wie etwa die neue Heizung im HauptgebäuMoMent  Dezember/Jänner 2010/2011


SchülerInnen-Konzert der Freien Musikschule Wien

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azz oder Nie! – Und doch Beethoven, Bach, - The Doors und vieles mehr: Wo gibt es das? Zu hören in einem SchülerInnenkonzert der „Freien Musikschule Wien“ in der Waldorfschule Wien Mauer. Junge Lehrerinnen und Lehrer – zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Unter-, Mittel- und Oberstufe – zeigten unverkrampft und mit Spieleifer, dass Musikmachen etwas Einmaliges und Verbindendes ist: zumal in einem Konzert vor Eltern, Kindern und Jugendlichen. Lehrkörper und Lernende wurden zu Teams. Mehrere solcher „Teams“ führten vor, dass Selber-Spielen mit etwas Anstrengung und kleiner Aufregung „echte kleine Ereignisse“ ins Schuljahr bringt. Und vielleicht wurde damit auch das eine oder andere Talent geweckt. – Das Publikum im Festsaal der Schule dankte mit viel Applaus. (Herbert Rauch, Schülergroßvater) de, konnten wir nur mehr punktuelle Verbesserungen und die Instandhaltung finanzieren und Karl Hruzas „Sommerarbeiten“, mit denen er es schafft, wenigstens in kleinen Dosen weiterzukommen. Jetzt aber müssen wir ganz anders in die Renovierung hineingehen. Im Jahr 2012 läuft der Mietvertrag für das Hauptgebäude aus, und seine Verlängerung wurde mit der Auflage verbunden, dass wir renovieren. Was wir im Jahr 2010 gemacht haben, kann da nur ein Anfang sein. Da haben wir Dinge renoviert, die unaufschiebbar waren, eine einsturzgefährdete Decke, da ist akuter Handlungsbedarf, auch wenn der Schaden schon 200 Jahre im Gemäuer schlummerte. Und wenn es beim Dach hereinregnet, kann man auch nicht mehr unterrichten. Aber es gibt noch eine lange Liste, die Karl Hruza in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro zusammengestellt hat. Da stehen leider Dinge drauf, die gewaltig ins Geld gehen.

C: Ich habe mir die letzten 5 bis 6 Jahre genauer angesehen. Die Steigerung der Elternbeiträge über diesen Zeitraum beträgt nur vier Prozent. Wir hätten in diesem Zeitraum gar nicht finanziell überleben können, hätten sich nicht die Bundsubventionen nahezu verdoppelt. Aber die Einnahmen insgesamt, also die Summe aus Elternbeiträgen, Spenden, Mitgliedsbeiträgen und eben der Subvention vom Bund und auch der Gemeinde Wien – die allerdings von 70.000 auf 20.000 Euro reduziert wurde, – diese Einnahmen sind nur um 15 Prozent gestiegen, während die Kostensumme um 20 Prozent stieg. Wir haben hier ein strukturelles Problem. Das muss in Angriff genommen werden, und das heurige Schuljahr ist für mich ein Schlüsseljahr. Wenn es in diesem Schuljahr nicht Lösungen gibt, dann könnten wir bald wieder in einer Situation sein, wie wir sie vor zehn Jahren hatten, mit massiven Defiziten und echter Geldnot.

S: Ein Vielfaches des bisher Gebuchten?

S: Die erste Aufgabe: transparente Gespräche mit allen Betroffenen in der Schule. Die zweite Aufgabe: Bei dem allgemeinen Sparbudget wird es in den nächsten zwei Jahren von Seiten der Öffentlichen Hand keine Subventionssteigerungen geben. Die Verhandlungen sind allerdings noch nicht wirklich abgeschlossen.

C: Ich glaube, wir müssen jetzt das tun, was wir Jahre lang nicht geschafft haben. Wir müssen einen Instandhaltungsfond als eine Art Rückstellung in der Buchhaltung aufbauen. Wir müssen dotieren, d.h. wir müssen Gelder frei bekommen, um anzusparen und gleichzeitig aber auch schon Geld ausgeben. Man könnte es vielleicht auch so verstehen: Das, was wir in der Vergangenheit nicht ansparen konnten, müssen wir jetzt als Kredit aufnehmen und in den nächsten zehn oder vielleicht 15 Jahren zurückzahlen. Aber auch das muss finanziert werden. Wie wir Mittel dafür frei bekommen, muss mit allen Partnern im Schulganzen und in Verhandlungen nach außen besprochen werden. S: Das Schuldefizit kommt aber nicht nur von der Bauseite! Die Elternbeiträge stiegen zwar leicht, zweimal auch die Bund-Subvention, aber es reicht nicht. Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

C: Ich glaube, wir stehen am Beginn eines Nachdenkprozesses. Je schneller wir ihn abwickeln, umso weniger belastend wird er für unser alle sein, und ich hoffe auch, dass wir danach wieder in eine langfristig gesicherte Zukunft schauen können. Meine Funktion dabei wird sicherlich die sein, dass ich das Datenmaterial verwalte und daher Auskunft geben kann. Ein paar Ideen habe ich selbst auch – ich vertraue da aber in die Kraft der Selbstverwaltung, dass die Gremien Elternrat und Lehrerkollegium eigene Ideen entwickeln und wir in ein paar Wochen einen optimistischeren Blick in die Zukunft werfen können. S: Das wünsche ich mir auch. Danke für das Interview!

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„WALDORF MEETS JUUL“ Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 6.November 2010

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orneweg: Das Maurer Schlössl, die Adresse Endresstraße 100 als Ort des Gespräches, der Begegnung, der lebendigen Auseinandersetzung mit zeitgemäßen Themen – real geworden an diesem Abend und somit eine Möglichkeit für Mehr. In diesem Falle kann „Mehr vom Gleichen“ nicht nur gut vertragen werden, sondern den visionären Impuls Rudolf Steiners fortsetzen. Jesper Juul, Buchautor, Familientherapeut und Vortragender sprach vor einer gespannt interessierten Menschenmenge. Da war Erwartung an Erneuerung brodelnd spürbar. Der Abend, durch den Andreas Amann sympathisch und mit Umsicht führte, setzte sich aus drei Teilen zusammen: Vortrag von Jesper Juul, Podiumsdiskussion zwischen Martina Bauer (Lehrerin in Wien-West und WzQ-Auditorin), Tobias Richter (u.a. in der Waldorflehrerausbildung tätig) und Jesper Juul, sowie zuletzt eine Publikumsbeteiligung in Form von in Themenbündeln zusammengefassten schriftlichen Fragen, und deren Beantwortung. Die Leitfrage durch den Abend: Wie kann das Dreieck Schüler, Lehrer, Eltern ein lernendes werden? Jesper Juul steht da, und es wirkt so, als ob er ein bisschen aus seiner Erfahrungskiste plaudert. Erst nach und nach entpuppt sich, dass hinter allem, was er sagt, sehr wohl ein durchdachtes Konzept steckt. Dieser Mann folgt ohne moralischen Zeigefinger beharrlich seinen Überzeugungen – kompromisslos. Viele der Ideen sind aus den Büchern wohl bekannt – interessant, diese auf das schulische Dreieck umgelegt zu hören. Die Schule ist für die Gesellschaft da, das wird oft übersehen. Kindern geht es gut, wenn es den Lehrern gut geht. Somit ist ein „verwöhnter“ Lehrer der beste. Das bedeutet aber nicht Zuwendungen von Elternseite, sondern eine wirksame, entlastende und fördernde Struktur an der Schule (Beispiel Supervision). Gebraucht werden Lehrer, die Verantwortung übernehmen, nicht an die Eltern abgeben, besonders dann, wenn es mit einem Kind Probleme gibt. Juul fordert ein, dass ein Lehrer, der keinen Zugang zu einem sogenannten „schwierigen“ Kind findet, dies 22 |

in einem Dialog dem Kind gegenüber offen ausspricht, ja sogar darüber hinaus das Kind fragt, was habe ich falsch gemacht! Das heißt nicht, dass das Kind diese Frage unmittelbar beantworten wird. „Den Schlüssel hat immer das Kind!“ Direkte Einbindung des Kindes in das Gespräch zwischen Eltern und Lehrer sollte nicht aus demokratischen Regeln erfolgen, sondern aus Notwendigkeit. Nicht nur verbessert sich durch die Anwesenheit des Kindes das Gesprächsklima, es wird auch der respektvolle Umgang aller Beteiligten gewahrt. Darüber hinaus stellt eine solche Konstellation die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern sicher: Für das Kind ist wichtig, dass „seine Erwachsenen“ kooperieren und umgekehrt schmerzvoll, wenn diese gegeneinander arbeiten. Lehrer sind für das Kind beinahe ebenso wichtig wie Eltern. Juuls Leitidee vom „kompetenten Kind“ zieht sich durch den Vortrag. Immer wieder spricht er sich gegen die sogenannten Experten aus: Da Erziehung ständig stattfindet und daher sehr wohl auch in der Schule, wird sie immer „amateurhaft“, im positiven Sinn des Wortes, bleiben. Die Grundlagen für den Selbstwert des Kindes werden zuhause gelegt, hier kann die Schule entweder weiterbauen oder, im negativen Fall, abbauen. In der anschließenden Podiumsdiskussion fand Frau Bauer klare Worte zur Anwesenheit des Kindes bei Gesprächen: Diese ist für sie vorstellbar, ja wünschenswert. Tobias Richter sprach sich für die Aufgabe von gegenseitigen Erwartungshaltungen aus, da diese alle Beteiligten in fixierten Rollen erstarren lassen. In der Dreierrunde wurde ein weiteres, immer aktuelleres Thema verfolgt: Der

Umgang mit Aggressionen. Hier geht es in erster Linie um die Buben. Jesper Juul fordert von den Vätern ein, die vorhandenen Kräfte mit ihren Söhnen auszuagieren, damit nach und nach die Integration von Aggression stattfinden kann. Frau Bauers Einwand, wie dies in der derzeitigen gesellschaftlichen Realität mit vielen alleinerziehenden Müttern umgesetzt werden soll, blieb leider unbeantwortet. Juul prangert an, dass die in den pädagogischen Institutionen festgelegten Werte weiblich dominiert sind. Dies lässt den Buben wenig Spielraum. Einige der Anwesenden empfanden diese Aussage als respektlos den Frauen gegenüber, andere konnten sehen, dass damit nur eine Veränderung der bestehenden Handhabung in der Erziehung gefordert wird. Kindliches, aggressives Verhalten kann durchaus als „ Einladung“ verstanden werden, wenn die sprachlichen Fähigkeiten noch nicht genügend entwickelt sind. Ein Kind, das sich wohl fühlt, wird allerdings auch sprechen. In diesem Bericht können leider nicht alle Facetten des Abends wiedergegeben werden: Umso mehr stellt sich die Frage nach einer Weiterführung des Dialoges, sei es im innerschulischen „Dreieck“ oder öffentlich. MoMent regt an: Wie wäre es mit einer Folgeveranstaltung, einer Plattform, in der Juuls Anregungen und Forderungen sowie die Möglichkeiten und der Wille zu deren Umsetzung diskutiert werden? Also „Waldorf meets Juul’s ideas“? Christa Salcher MoMent  Dezember/Jänner 2010/2011


Neues aus dem Schulgarten

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it herbstlicher Gartenarbeit begannen auch heuer wieder die Eltern und Kinder der 3. Klasse ihre Jahresaufgabe – die Pflege des Schulgartens. Das war wie immer ein intensiver Einstieg, denn die Bäume haben das Jahr über viele Blätter produziert, welche es nun galt, von den Wegen und Plätzen zu kehren. Am Samstag, den 13. November trafen sich die 3.-Klass-Familie und die Gartengruppe zum ersten Mal in diesem Schuljahr im Schulgarten. Zum Glück lachte die Sonne vom Himmel und versüßte uns den Tag mit spätsommerlichen Temperaturen. Die Eltern kehrten, rechten und schnitten fleißig drauf los, während die Kinder mit den Scheibtruhen den Laubtransport zum Komposthaufen übernahmen. Zur Stärkung gab es Saft und Kuchen und heiße Bratäpfel aus dem Ofen von Frau Pawliska. Was für ein Glück, dass Herr Böhm gerade erst die neuen Tische und Bänke, die er im Auftrag der Gartengruppe getischlert hatte, aufgestellt hat! Sie wurden sogleich eingeweiht, und alle genossen es, nach getaner Arbeit im Sonnenschein zu sitzen und miteinander zu plaudern – auf wunderschönen maßgezimmerten Gartenmöbeln! Es war ein sehr netter und erfolgreicher Gartenpflegetag!

Nun ist es also soweit und die langersehnten Tische und Bänke sind im Schulgarten aufgestellt. Wir möchten uns noch einmal herzlich bei Herrn Böhm bedanken, der unsere Träume von einer besonderen Sitzgarnitur für unseren Schulgarten verwirklicht hat und wahrlich designpreisverdächtige Gartenmöbel aus witterungsbeständiger Lärche geschaffen hat! Unser Dank gilt auch der Festkreisgruppe, die mit ihrer doppelten Spende dieses Projekt ermöglicht hat. Wenngleich die Möbel den Winter über abmontiert werden, so wünschen wir ihnen, dass sie noch viele fröhliche Feste, gemütliche Jausen, spontane Plauscherl zwischendurch, Basteltage und die eine oder andere Unterrichtsstunde erleben werden. Sie sollen allen Freunden diese Schule zur Verfügung stehen, und wir bitten alle, sie so zu behandeln, als stünden sie im eigenen Garten. Marianne Miklau

Danke! Auch der Hort möchte sich für die schöne Gartengestaltung bedanken! Ganz speziell ein herzliches Dankeschön an Lothar Trierenberg für die Parkpank unterm Hortfenster und an Maximilian Böhm ein Dankeschön für die fachmännische Montage! Ch. Dostal, R. Hruza

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Vorankündigung

Workshop zur Gewaltfreien Kommunikation Einzelne und Teams profitieren von der Methode der Gewaltfreien Kommunikation nach Dr. Marshall Rosenberg Leitung: Dr.-Ing. Michael Dillo und

Mag.ª Waldtraut Fetscher Freitag, 25.Februar 2011, 19.30 Uhr (Einführung) und Samstag 26. Februar 2011, 9.00 – 17.00 Uhr Rudolf Steiner Landschule Schönau Kirchengasse 22, 2525 Schönau/Tr.

Kosten: € 15,- für Abendveranstaltung, Gesamtbeitrag € 90,(Ermäßigung nach Absprache)

Bildschaffende Methoden als ein Blick in die Welt des Lebendigen Pflanzensteigbilder - selber herstellen und lesen lernen Die bildschaffenden Methoden, zu denen auch die Steigbildmethode zählt, entstanden auf Anregungen Rudolf Steiners, um die den Stoffen innewohnenden „Gestaltungskräfte“ zu studieren. Sie tragen bei Forschungsfragen in der Heilmittelherstellung, der Medizin sowie der Landwirtschaft zur Qualitätsbeurteilung bei. Die Carus Akademie Klagenfurt freut sich, zum ersten Mal in Österreich einen Pflanzensteigbildkurs anbieten zu können. Als Referentin konnte dafür die erfahrene Steigbildforscherin und goetheanistische Botanikerin Ruth Mandera gewonnen werden. Das Seminar setzt keine spezifischen Kenntnisse voraus. Wochenendseminar: Freitag, 29. 04., 15.00 Uhr bis Sonntag, 01.05.2011 12.00 Uhr Ort: Carus Akademie Klagenfurt, A.Jaksch-Str.64 / 1 Information unter 0699 10918652 (Frau Mag.pharm. Alba Steinlechner oder www.carus-akademie.at

Anmeldung bis 10.02.2011 bei Evmarie Herold (02256/64781)

Vortrag von C. O. Haupt: „Der dreifache Mensch in uns – die Zahndiagnose als Therapiehilfe.“ So wie schon seit über einem Jahrzehnt wird uns auch 2011 Herr C. O. Haupt (Zahnarzt auf anthroposophischer Grundlage aus München) seine Erkenntnisse der Zahnentwicklung in einem Vortrag zukommen lassen. Sowohl Zahnfehlstellungen als auch Zahnspangenbehandlungen waren bereits Themen seiner Abendausführungen. Am darauffolgenden Tag haben Sie die Möglichkeit, Zahndiagnosen stellen zu lassen. Besonders hilfreich haben sich diese Diagnosen für Kinder im Zahnwechsel erwiesen. Die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen kann der begleitende Erwachsene dann mit Herrn Haupt persönlich besprechen.

Termine:

Vortrag, Do 17. Februar 2011, 20:00, Kleiner Festsaal Zahndiagnosen, Freitag, 18. Februar 2011, tagsüber: hauptsächlich für Kinder der 2. Klasse (Details zur Anmeldung werden noch bekannt gegeben) 24 |

Konzerte im EHRBAR SAAL JANUAR 2011

MÜHLGASSE 30 1040 WIEN

Freitag, 7. JANUAR 2011 19:30 Uhr

MARIA BILL & ENSEMBLE Chansons von JACQUES BREL

Sonntag, 30. JANUAR 2011 19:30 Uhr

WOLFGANG HOLZMAIR Bariton RUSSELL RYAN Klavier „Dichterlieben“ ROBERT SCHUMANN Dichterliebe Sowie 13 Lieder auf Gedichte, die SCHUMANN zur „Dichterliebe“ vereinigt hat von LACHNER, MEYERBEER, WOLF, KINKEL, LISZT, IVES, GRIEG, HOVEN, FRANZ, LOEWE, MENDELSSOHN und SUPPÉ

MoMent  Dezember/Jänner 2010/2011 KARTEN unter 585 08 88 und bei Ö-Ticket unter 96 0 96

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Als Dornach noch „ein Durchlauferhitzer“ war Termine zum Auftakt des Rudolf Steiner-Jahres „Rudolf Steiners Weg zur Geistesforschung“ Eine Vortragsreihe mit Marcus Schneider aus Basel Samstag, 29.1. 2011 19.30 Uhr „Umwandlung der Naturwissenschaft“ Sonntag, 30.1. 2011   9.30 Uhr „Der Weg zum modernen Christentum“ Sonntag, 30.1. 2011  11.00 Uhr „Gemeinschaft als Willensinitiation“ Ort: Rudolf Steiner-Bau Salzburg Friedrich-Inhauser-Strasse 27 A-5026 Salzburg „DYNAMIK! Kubismus / Futurismus / KINETISMUS“ Von Februar bis Juni 2011 sind drei Arbeiten Rudolf Steiners in der Ausstellung DYNAMIK! Kubismus / Futurismus / KINETISMUS“ im Belvedere zu sehen. Eröffnung am 9. Februar 2011 Österreichische Galerie Belvedere Prinz Eugen-Straße 27 A-1030 Wien Geburtstagsmatinee 150 Jahre Rudolf Steiner in der Österreichischen Nationalbibliothek Neben einer Festansprache von Prof. Dr. Walter Kugler (Oxford Brookes University, Rudolf Steiner Archiv) wird der aktuelle Reiseführer „Rudolf Steiner in Wien: Die Orte seines Wirkens“ (Metroverlag) von Dr. Wolfgang Zumdick (Philosoph, Schriftsteller, Kurator) sowie eine umfassende Publikation über den österreichischen Weg der Waldorfpädagogik („Wiener Dialoge“, Böhlau Verlag) vorgestellt. 27. Februar, 11 Uhr Österreichische Nationalbibliothek Wiener Hofburg Josefsplatz 1 1010 Vienna Einen umfassenden Überblick über die bis jetzt in aller Welt fixierten Termine zum Rudolf SteinerJahr 2011 bietet die Zeitschrift „Vernissage“. Das Vernissage-Themenheft „150 Jahre Rudolf Steiner“ ist an Museumskassen, Bahnhofskiosken, im Abonnement sowie über den Axel Springer Vertrieb im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich.

Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

Rudolf Steiner als Impulsgeber für die Pädagogik, die Landwirtschaft, Medizin – dies und noch viel mehr wird praktiziert und teils höchst kontrovers diskutiert. Ein Aspekt ist bisher allerdings erstaunlich selten beleuchtet worden: Steiners Einfluss auf die künstlerischen Entwicklungen der Gegenwart. Dass sich etwa Joseph Beuys intensiv mit dem Vermächtnis Rudolf Steiners auseinander setzte, ist weitgehend bekannt – Beuys, der etwa 1971 in einem Brief schrieb, dass „gerade von ihm (Steiner) ein Auftrag an mich erging, auf meine Weise den Menschen die Entfremdung und das Misstrauen gegenüber dem Übersinnlichen nach und nach wegzuräumen“. Auch Künstler wie Wassily Kandinsky und Piet Mondrian hatten ihren persönlichen Zugang zu Steiner. Selbst Le Corbusier soll mit Studenten nach Dornach angereist sein, um das zweite Goetheanum zu studieren – eines der ersten organisch gestalteten Gussbeton-Bauwerke der Welt. Doch dann? Genau diese Lücke wurde heuer von deutschen Museen anlässlich des heran nahenden Rudolf Steiner-Jahres 2011 geschlossen. „Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart“ lautete der Titel einer Doppel-Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg und im Kunstmuseum Stuttgart, in der die Beziehungen von Gegenwartskunst zu Steiners ganzheitlicher Weltanschauung ver-sinn-bild-licht wurden. Insgesamt 60 Werke von 17 bedeutenden Gegenwartskünstlern; Skulpturen, Gemälde, Objekte, Projektionen und Installationen – von Mario Merz über Anish Kapoor, Helmut Federle, Tony Cragg, Katharina Grosse und Claudia Wieser bis hin zu Manuel Graf und Bernd Ribeck. Dem gegenüber rund 40 Zeichnungen, Objekte, Modelle, Dokumente und Wandtafelzeichnungen Rudolf Steiners.

Eine erhellende, verblüffende – aber auch nicht unkritische Auseinandersetzung. Wenn etwa Jan Albers anmerkt: „Leider sind es aber oft seine glühendsten Verehrer, die es einem mit Steiner nicht leicht machen. Alles scheint undurchlässiger geworden zu sein, verkapselt und leicht versteinert. Umso aufregender muss es gewesen sein, als es passiert ist. Als Dornach ein Durchlauferhitzer für die unterschiedlichsten Handwerker, Künstler und Denker war.“ Ergänzend dazu kam noch die Ausstellung „Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags“ im Vitra Design Museum, das nur etwa 20 Kilometer von Dornach entfernt in Weil am Rhein beheimatet ist. Eine umfassende und beeindruckende Übersicht über die Gestaltungswelt und Ästhetik Steiners mit einer Fülle von Exponaten – darunter 45 Möbel, 46 Modelle, 18 Skulpturen und über 200 Originalzeichnungen. Aber auch Briefe an Steiner von Franz Kafka, Mondrian oder Else Lasker-Schüler. Dazu ergänzende und korrespondierende Werke von Kandinsky, Antoni Gaudi, Frank Lloyd Wright oder eben Joseph Beuys. Eine Schau, die dokumentiert, dass das künstlerische Werk Steiners nicht als abgehobene Einzelerscheinung gesehen werden kann, sondern schon zu seiner Entstehungszeit eng mit den Strömungen seiner Zeit verflochten war. Ende November – zum Redaktionsschluss dieser Moment-Ausgabe – wurde noch verhandelt, ob und wo die Ausstellung „Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags“ auch in Wien gezeigt werden kann. Die umfassenden Kataloge beider Ausstellungen sind jedenfalls höchst lesenswerte Zeitdokumente. Roman David-Freihsl

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Märchenbühne Der Apfelbaum Post: Burggasse 28-32/2, 1070 Wien Büro: Kirchengasse 41, 1070 Wien Theater: OFF THEATER, Kirchengasse 41, 1070 Wien T: +43 1 523 17 29-20 F: +43 1 523 17 29-21 mailto:apfelbaum@maerchenbuehne.at http://www.maerchenbuehne.at

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Dezember/Jänner 2010/2011  MoMent

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