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11/12.2012

MoMent

Zeitschrift

fĂźr die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer November/Dezember 2012, â‚Ź 2,50


Liebe Leserinnen und Leser unserer Schulzeitung MoMent, MoMent im 20. Jahr da hatte es wieder ordentlich gebrummt in unserer Schule und rundherum in vielen Haushalten: Da wurden Kränze gebunden und geschmückt, Zwerge gefilzt und gebastelt, Kekse gebacken, Köstlichkeiten für die russische Teestube und für das Kaffeehaus vorbereitet, Mandeln gebrannt, Bücher gesammelt, das ganze Haus geschmückt und, und, und. Für einige war dies vielleicht auch eine Belastung: „Auch das noch, wir haben ohnehin schon keine Zeit mehr. Ich bin eh schon am Ende.“ Für andere wiederum mag es hingegen eine Bereicherung gewesen sein: Eine schöne Gelegenheit mit netten Menschen, die unsere Schulgemeinschaft zusammengebracht hat, gemeinsam zu basteln, zu werken, zu plaudern. Genauso, wie wir den Basar selbst so oder so erleben können: Für manche steht der Trubel, das Gedränge in den Gängen im Vordergrund – anderen gelingt es, in aller Ruhe von einem Stand zum nächsten zu gehen, sich Zeit für Begegnungen zu nehmen – kurz: den Basar zu genießen und bereichert wieder nach Hause zu gehen. Szenenwechsel in die Einkaufsstraßen von Wien: Das große Weihnachts-Business ist voll angelaufen. Samstag für Samstag werden die Statistiken veröffentlicht, wie die Kassen klingeln. Menschen wandern gestresst durch die Straßen, für den brauch ich noch ein Geschenk, für die fällt mir aber so was von

überhaupt nichts ein … und so viele Menschen stöhnen, wie stressig doch wieder dieser Advent ist, dieser Rambazamba, der doch so überhaupt nichts mehr mit Weihnachten zu tun hat. Hin und wieder zahlt es sich aus, inne zu halten, ein bisschen Abstand zu nehmen: Ist es wirklich dieser äußerliche Weihnachtstrubel, der uns so fertig macht – oder sind wir es vielleicht doch auch selbst, die sich da Jahr für Jahr hinein steigern: Das muss noch sein und dieses muss noch erledigt werden… Es wird sicher nicht so leicht möglich sein, sich all dem zu entziehen – aber vielleicht gelingen doch zumindest einzelne Momente, in denen wir einfach zur Ruhe kommen und Weihnachten eine Chance geben. Egal, was von Außen auf uns einstürmt. Eine wunderschöne, entspannte und friedvolle Weihnachtszeit wünscht Ihnen im Namen des MoMent-Teams Roman David-Freihsl P.S.: Die neue Schulhomepage ist online! Ende November hatten wir es geschafft – der neue Internet-Auftritt unserer Schule kann ab sofort im Netz besucht werden: www.waldorf-mauer.at Einiges fehlt noch und an den Seiten wird nun weiter gearbeitet; sie werden erweitert und verbessert. Die Homepage-Gruppe freut sich über Reaktionen, Ergänzungs-, Verbesserungsvorschläge und andere „Rückfütterungen“ unter: feedback@waldorf-mauer.at

Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 9681.059 P.S.K. Blz: 60000; BIC OPSK ATWW IBAN AT26 6000 0000 0968 1059 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@aon.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 01/802 66 03 k.hruza@acrobat.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Freie MitarbeiterInnen: Matti Melchinger, Christa Salcher, Karin Schadl, Lothar Trierenberg Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Waldorf-Wirtschafts-Gemeinschaft (WWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK, 1230 Wien aus umweltfreundlicher Druckproduktion Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 02Z032325Z

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„Nicht der Staat oder das Wirtschaftsleben haben zu sagen: So brauchen wir den Menschen“

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Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft 1912-1923 Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft (3) 1919 In der gärenden Nachkriegszeit versuchen Steiner und einige Mitarbeiter mit Anregungen zur Sozialgestaltung („Dreigliederung des sozialen Organismus“) darauf hinzuwirken, dass das Konzept des Einheitsstaates zugunsten gegliederter Funktionsbereiche (Staat, Wirtschaft, Kultur) mit eigenen Organisations- und Repräsentationsformen aufgegeben wird. Rudolf Steiners Buch „Die Kernpunkte der sozialen Frage“ erregt öffentliches Aufsehen. Eine Reihe von Einrichtungen versucht im Kleinen eine Realisierung dieser Ansätze (z.B. Futurum A.G., Kommender Tag A.G.).

Emil Molt (1876-1936) Initiator der ersten Waldorfschule

Rudolf Steiners Buch „Die Kernpunkte der sozialen Frage“ wurde „Bestseller“.

1919 Im April 1919 bittet Emil Molt Rudolf Steiner um die Gründung einer Schule für die Kinder der Arbeiter seiner Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik. Fünf Monate später wird die von den Lehrern selbst verwaltete Schule eröffnet: unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht, Begabung und späterem Beruf erhalten junge Menschen eine grundlegende Schulbildung. Pädagogische Grundlage ist eine an der leiblichen, seelischen und geistigen Entwicklung des Kindes orientierte Anthropologie. Die neuartige pädagogische Konzeption der Schule ist erfolgreich: Rudolf Steiner wird zu Kursen in der Schweiz, England und Holland eingeladen, auf die später weitere Schulgründungen folgen.

1920/1921 Rudolf Steiner hält auf Bitten von Ärzten Vorträge zur geisteswissenschaftlichen Erweiterung und Vertiefung ihrer medizinischen Arbeit. Aufgrund dieser und weiterer Anregungen zur Ergänzung der Schulmedizin kommt es 1921 zur Eröffnung zweier Kliniken und einer pharmazeutischen Fabrik. (Später Ita-Wegman-Klinik in Arlesheim/CH, Filderklinik b. Stuttgart/DE; WELEDA, WALA)

http://www.goetheanum.org/ 31.3.2012, 9:30

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Ita Wegman (1876-1943), Ärztin. Mitarbeiterin Rudolf Steiners auf medizinischem und anthroposophischem Feld. Gründerin des klinischtherapeutischen Institutes in Arlesheim /CH (heute Ita Wegman-Klinik)

in gesundes Verhältnis zwischen Schule und sozialer Organisation besteht nur, wenn der letzteren immer die in ungehemmter Entwicklung herangebildeten neuen individuellen Menschheitsgrundlagen zugeführt werden. Das kann nur geschehen, wenn die Schule und das Erziehungswesen innerhalb des sozialen Organismus auf den Boden ihrer Selbstverwaltung gestellt werden. Das Staats- und Wirtschaftsleben sollen die von dem selbständigen Geistesleben herangebildeten Menschen empfangen; nicht aber sollen sie, nach ihren Bedürfnissen, deren Bildungsgang vorschreiben können. Was ein Mensch in einem bestimmten Lebensalter wissen und können soll, das muss sich aus der Menschennatur heraus ergeben. Staat und Wirtschaft werden sich so gestalten müssen, dass sie den Forderungen der Menschennatur entsprechen. Nicht der Staat oder das Wirtschaftsleben haben zu sagen: So brauchen wir den Menschen für ein bestimmtes Amt: also prüft uns die Menschen, die wir brauchen und sorgt zuerst dafür, dass sie wissen und können, was wir brauchen, sondern das geistige Glied des sozialen Organismus soll aus seiner Selbstverwaltung heraus die entsprechend begabten Menschen zu einem gewissen Grade der Ausbildung bringen, und der Staat und die Wirtschaft sollen sich gemäß den Ergebnissen der Arbeit im geistigen Gliede einrichten. Da das Leben des Staates und der Wirtschaft nichts von der Menschennatur Abgesondertes sind, sondern das Ergebnis dieser Natur, so ist niemals zu befürchten, dass ein wirklich freies, auf sich selbst gestelltes Geistesleben wirklichkeitsfremde Menschen ausbildet. Dagegen entstehen solche lebensfremden Menschen gerade dann, wenn die bestehenden Staatsund Wirtschaftseinrichtungen das Erziehungs- und Schulwesen von sich aus regeln. Denn in Staat und Wirtschaft müssen die Gesichtspunkte innerhalb des Bestehenden, Gewordenen eingenommen werden. Zur Entwicklung des werdenden Menschen braucht man ganz andere Richtlinien des Denkens und Empfindens. Man kommt als Erzieher, als Unterrichtender nur zurecht, wenn man in einer freien, individuellen Weise dem zu Erziehenden, zu Unterrichtenden gegenübersteht. Rudolf Steiner – „Die Welt der Pädagogik“, Herausgegeben und kommentiert von Urs Dietler. Aus dem Aufsatz „Freie Schule und Dreigliederung“, 1919 Ausgewählt von Roman David-Freihsl |

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Basar 30.11./ 1.12.2012

Fotos: N. Berke, L. Trierenberg, K. Hruza

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Schulfeier 17.11.2012

Fotos: L. Trierenberg, K. Hruza

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Eine michaelische Drachenbegegnung im Maurer Wald

„Ein Drache-

ein echter Drache!“

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igentlich müsste es ja Drachenkampf heißen, aber zum Glück hat sich der fauchende, brummende ewig lange Drache dann doch sehr rasch ergeben. Ein kräftiger Spruch, ein sehr zu Herzen gehendes Lied, und der Drache war besiegt. An vorderster Front die mutigsten Kinder, die sobald das Ungetüm um die Ecke bog laut riefen: „ein Drache, ein echter Drache!“ An ihrer Seite eine mutige und sehr kluge Lehrerin, die nach getaner Tat (der Drache lag bereits am Boden) meinte, „so, liebe Kinder, jetzt können wir weiterziehen, der Drache ist besiegt.“ Ein weiser Satz! Frau Dostal wird seither von mir des Öfteren Zitiert, handeln und weiterziehen, nicht warten und verharren. Gut so, denn sonst hätten die tapferen ErstklässlerInnen auch gesehen, wie sich 30 Viertklass-Kinder aus dem Drachenkostüm befreiten.

noch wartet der Drache geduldig in seinem Versteck

Kaum zu glauben: Drei Jahre ist es her, da haben sich einige Eltern der damaligen ersten Klasse in den Wald geschlichen um still heimlich ihre Kinder der zu beobachten wie sie sich singend auf die Drachensuche machten. Ich weiß noch, nicht wenige waren es, die sich damals an ihre Lehrerin schmiegten, denn so ganz geheuer war es wohl keinem von ihnen. Und jetzt sind es bereits die Großen, die in das wunderbare Kostüm schlüpfen durften. Vorweg wurde in der Klasse der Drachengang fleißigst geprobt, denn 30 Kinder so dicht hintereinander, das ist keine leichte Choreografie. Auch Fotos: S. Trierenberg das fauchen, brummen, nicht schreien und brüllen wurde zur Drachenkunst erhoben. Die „Hauptrollen“, der Drachenkopf und Drachenschwanz wurden gerecht verlost, denn so eine Chance bekommt man ja nicht alle Tage.

der Drache zieht los

der Drache zieht los

Ich bin immer wieder zutiefst dankbar, dass unsere Kinder in unserer Schule solche „Chancen des Erlebens“ bekommen. Sabine Trierenberg

der Drache ist besiegt

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... wir ziehen weiter MoMent  11/12 2012


Michaeli –

traditionell oder einmal anders? Ein Bericht der 8. Klasse mit einer Einleitung von Christine Bolleter

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in Grund, weshalb ich mit der diesjährigen 8. Klasse in einen langen und intensiven Vorbereitungsprozess für das Michaelifest eingestiegen bin, liegt darin, dass es mir ein Anliegen war, keine äußere Tradition zu übernehmen, sondern gemeinsam mit den Jugendlichen nach michaelischen Motiven zu suchen und dadurch zu einer neuen Form zu finden. Außerdem war es mir wichtig, dass nicht nur die jüngeren Kinder bei den Stationen ihren Mut beweisen, sondern dass sich auch die Achtklässlerinnen und Achtklässler an neue, noch nie dagewesene Herausforderungen wagen.

Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Motivation meiner SchülerInnen eindeutig eine andere war: Vielen von ihnen war bereits zu Beginn unserer Vorbereitungsarbeit klar, welche Stationen sie aus den Vorjahren aufgreifen wollten. Neue Impulse wurden als Ideen des Kollegiums erkannt und verworfen. In vielen folgenden Diskussionen wurde mir bewusst, dass hinter einem „Neugriff“ auch die Sorge um das Gelingen steht. Wie sollen ausgerechnet wir einen Schritt wagen, den die Klassen vor uns nicht gewagt haben? Werden die Kinder überhaupt mitmachen, wenn es keine Bewertungspunkte gibt? Diese Sorgen verstand ich gut und ich schlug vor, den großen Rahmen des Festes beizubehalten, ihm jedoch den Wettbewerbsgedanken abzuringen. Dies ist uns gelungen! Wettbewerb, Leistung und Gewinn fanden dafür in einem anderen Projekt ihre grundlegende Bedeutung. Dank der Auseinandersetzungen rund um das Michaelifest entstand die aktive Teilnahme am WOW-DAY, von welchem ebenfalls in dieser Ausgabe zu lesen ist. Nachfolgend nun einzelne Rückblicke aus der Klasse:

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ie jedes Jahr haben auch wir, die 8. Klasse, die Michaeli-Spiele organisiert. Im Vorfeld hat uns aber Frau Bolleter dazu aufgerufen, einiges zu überdenken und auch Neues zu wagen. Wir mussten vor allem überlegen, wie wir eine faire Punktverteilung machen könnten. Dazu haben wir viele Stunden diskutiert und sind zu der Lösung mit den Stempeln gekommen, obwohl nicht alle damit einverstanden waren. Auch die Urkunden- und Preisverleihung änderten wir insofern ab, dass jedes Kind am Tag selber mit einer gestempelten Urkunde und einem Mund voll Gummibärchen hoffentlich freudig nach Hause ging!

Die Kinder sind immer ganz wild auf unsere Station zugelaufen und alle waren super motiviert, bis auf ein paar... Wir haben sie nach Allergien gefragt oder ob sie etwas überhaupt nicht essen wollen. Es haben sich sehr viele getraut, mit verbundenen Augen unsere „Mischvariationen“ zu kosten. Ich betreute die Station „Seilklettern“. Bei dieser Übung mussten die Schüler mit Hilfe eines Seiles auf einen Baum klettern und sich dann bis zur Mitte eines anderen Seiles hanteln, das zwischen zwei Bäumen gespannt war. Die Kinder haben sich meistens sehr gefreut, weil sie nicht gedacht hatten, dass sie diese Aufgabe bewältigen würden. Ich habe auch bemerkt, dass die Kinder meistens gut zusammengearbeitet haben. Was mich besonders verwundert hat war aber, dass meist die kleineren Mädchen am weitesten geklettert sind! Bei meiner Station habe ich erlebt, dass es den meisten Kindern viel Spaß gemacht hat. Im Vergleich zum letzten Jahr haben nicht dauernd so viele gefragt: „Wie viele Punkte haben wir?“ Oder: „Wodurch bekomme ich Extra-Punkte?“ Ich glaube, dass die Stempel den Kindern eigentlich gut gefallen haben. Es war immer sehr schwer, die Stempel allen zu verteilen, da jede Gruppe aus 12 bis 15 Kindern bestand. Dann musste man noch schauen, dass die Kinder keinen Blödsinn machten. Das Problem dabei war: Manche Kinder wollten einfach nicht mitmachen. Diese Kinder machten die Stimmung kaputt, hörten nicht zu und machten somit den Stationsleitern das Leben schwer. Zum Schluss fragten wir, wie es ihnen gefallen hat. Die Kleinen meinten „gut“, aber die 6. und 7. Klässler sahen etwas gelangweilt aus. Ich bin sehr gespannt, wie sie es nächstes Jahr machen werden... Fotos: L. Debruyn

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Der WOW-Day (Waldorf One World) Ein Bericht der 8. Klasse und Christine Bolleter Der WOW-Day, kurz gefasst: Durch verschiedenste Aktionen sammeln Schülerinnen und Schüler Spenden für bessere Bildung und Lebensbedingungen von Kindern in aller Welt. Seit 1994 wurden in ganz Europa etwa 2 Millionen Euro gesammelt. In den letzten Jahren war der WOW-Day sehr erfolgreich und ist enorm gewachsen. 2011 sammelten Schülerinnen und Schüler aus 222 Waldorfschulen weltweit durch ihr Engagement über 378.000 €. Dieses Geld kam 66 Initiativen in 30 Ländern zugute.

Dann warteten alle auf den Start und waren bereit, endlich loszulegen: Nicht nur die Läufer, sondern auch die Organisatoren und Sponsoren.

Meine Motivation: Schüler erleben zu lassen, dass ihr Engagement für Andere etwas bewirkt, ein Zeichen setzt: Wir können helfen – weil wir wollen! Und nun der Bericht der 8. Klasse: Am 25. Oktober 2012 war es soweit: Wir veranstalteten unseren Sponsorenlauf im Rahmen des WOW-Day-Projekts. Dazu trafen sich freiwillige Schülerinnen und Schüler aus der 6. – 11. Klasse der Rudolf Steiner-Schule WienMauer um 10.00 Uhr zum Lauf im Maurer Rathauspark. Als erstes wurde noch einmal alles erklärt (Regeln, Ablauf, Sinn etc...).

Dank der Turnlehrerin Frau Breuer konnten sich alle Läuferinnen und Läufer bestens aufwärmen und ihre Muskeln dehnen.

Die Läufer, die beim Start in „Reih’ und Glied“ standen, sprinteten los...

Der Lauf dauerte 12 Minuten. Man sah den Läuferinnen und Läufern an, dass sie – trotz der großen Anstrengung – sehr viel Spaß am WOW-Day hatten.

Fotos: Leonhard Fichtner

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Auch aus unserer Klasse, die alles mit Frau Bolleter organisierte, sind ein paar mitgelaufen, andere haben Plakate gezeichnet und Informations-Tafeln zusammengestellt, wieder andere abgesperrt, die Start-Nummern und Gummiringerln verteilt, und damit schließlich die Runden gezählt. Viele Klassen haben mitgemacht und waren sehr motiviert. Ich finde, dass der WOW-Day eine sehr gute Aktion ist, denn er gibt Schülern die Möglichkeit, sich für andere Schüler einzusetzen. Man hört ja immer, dass man spenden soll und viele Erwachsene tun das auch, aber als Schüler hat man kaum eine Chance dazu.

Das System des Laufs: Jeder Läufer hat im Vorfeld einen oder mehrere Sponsoren gesucht, die ihm einen Betrag pro Runde oder einen Pauschalbetrag zugesprochen haben.

Ich finde es gut, dass so viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule mitgemacht haben und ich hoffe, dass wir so mit dem eingenommenen Geld vielen anderen Schülern in fernen Ländern helfen können. Ich persönlich fand es zwar anstrengend zu laufen, aber es hat auch Spaß gemacht. Wenn ich beim Laufen nicht mehr konnte, weil ich schon so erschöpft war, dachte ich mir immer: „Ach komm schon, es ist für einen guten Zweck!“ Am Anfang dachte ich, dass sicher alle Schüler „herumwuseln“ würden, dabei war es ganz anders: Jeder ist zum Tisch gegangen, um sich seine Nummer zu holen und nach dem Lauf die Gummiringerl wieder abzugeben. Außerdem finde ich es cool, dass wir die erste Klasse aus WienMauer sind, welche die Initiative ergriffen hat, sich am WOW-Day zu beteiligen. Der WOW-Day war für mich eigentlich sehr lustig, ich war zwar ziemlich im Stress, weil ich den Motiven wortwörtlich nachrennen musste, aber ich habe es – glaube ich – ganz gut hingekriegt, dafür dass dieses „Event“ mein erstes war und ich der einzige, der fotografiert hat.

Beim Lauf wurde dann pro gelaufener Runde ein Gummiringerl

Wir sind sehr stolz auf die erlaufene Summe von € 2.391,61 und bedanken uns ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein ganz besonderer Dank geht aber an die vielen Geschäfte wie z.B. aus gutem grund und Berki-Kleinhofer (vormals Jagsch), mit jeweils 50.- Euro und privaten Sponsoren, die unseren Beitrag zum WOW-Day großzügig unterstützten! Folgende Sponsoren haben uns, einer Gruppe der 10.Klasse, ermöglicht, für das WOW-Projekt zu laufen: Haustierhelden, Friseur Hofstädter, Café dazwischen, Kosmetik Brode, Genussreich, Friseur Sisi und Schuhhaus Mauer haben uns mit insgesamt € 67,- unterstützt - VIELEN HERZLICHEN DANK! Das Geld wird in Kürze der Organisation „Freunde der Erziehungskunst“ überwiesen. Von dort wird die Spende zu 100% an die Förderprojekte weitergeleitet.

ausgegeben, sodass dann am Ende anhand der Gummiringerl die jeweilige Rundenanzahl ermittelt werden konnte. Diese wurde in Listen eingetragen und die Läufer hatten nun die Aufgabe, ihre Sponsorengelder einzusammeln und in der 8. Klasse abzugeben. Zur Zeit des Redaktionsschlusses sind leider noch nicht alle Beträge eingegangen, wenn wir aber bekommen, was uns versprochen wurde, haben wir (als Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer) 2.391,61 Euro erlaufen.

Für mehr Information: www.freunde-waldorf.de/wow-day.html

Bericht der 8. Klasse bei der Schulfeier

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Ein Fest für Otto Felix Kanitz im Maurer Park

in Zwischenraum kann verbinden oder trennen. Am 20. Juni war es ersteres: Die pädagogischen Einrichtungen rund um den Maurer Rathauspark kamen erstmals zusammen, um gemeinsam ein Fest zu feiern – und dabei Otto Felix Kanitz zu gedenken, nach dem die Kanitzgasse benannt worden war, in der die neue Karl Schubert-Schule errichtet wurde. Ein Fest, das gemeinsam von der Adolf Lorenz-Schule, der Volkshochschule, der Schubert-Schule und der Rudolf SteinerSchule gestaltet wurde.

Der Sozialist Otto Felix Kanitz (1894–1940) war Wegbereiter der Reformpädagogik in Österreich, Schriftsteller, Politiker und Vertreter der Individualpsychologie. 1940 wurde er im KZ Buchenwald von Nationalsozialisten ermordet. Kanitz hatte sich ab 1012 für Jugendgruppen engagiert. Die Urne mit der mutmaßlichen Asche von Kanitzens Leichnam wurde vor zehn Jahren, im Jahr 2002, umgebettet und auf dem Heiligenstädter Friedhof beigesetzt. (red)

Ein Fest von SchülerInnen für SchülerInnen und an Erziehungsthemen interessierte Menschen. Foto: Kinderfreunde

Ex-Bezirksvorsteher Manfred Wurm Foto: L. Debruyn

Dr. Otto Felix Kanitz begründete die „Schönbrunner Erzieherschule der Kinderfreunde“, die in den Jahren 1919 bis 1924 zusammen mit einem Kinderheim in 80 Räumen des Schlosses Schönbrunn untergebracht war. An dieser lehrten u.a. Dr. Jenny Adler, Dr. Alfred und Dr. Max Adler, Prof. Wilhelm Jerusalem, Marianne Pollak, Josef Luitpold Stern oder Prof. Anton Tesarek. Kanitz gilt als Wegbereiter der Reformpädagogik in Österreich und dem deutschsprachigen Raum. Er wurde 1940 im KZ Buchenwald ermordet. Foto: Kinderfreunde

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Ein kleines „Symposion“ mit vielen Fantasien Vom in jeder Hinsicht fantastischen Kammermusikabend der Freien Musikschule zugunsten der Rudolf Steiner-Schule

Fotos: K. Hruza

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ein, das würde kein konventionelles Konzert werden: Das war den Besuchern sofort klar, als sie am Abend des 23. November den großen Festsaal der Steiner-Schule betraten. Da standen nicht, wie gewohnt, nur Stühle; sondern vor den Sesseln und mittendrinnen lagen Matten. Die waren nicht nach dem Turnunterricht vergessen worden – die luden zum Niederlassen ein. Das erinnerte gleich an eines der beeindruckendsten Konzerterlebnisse vor immerhin rund zehn Jahren. Die musizierenden Lehrer der Freien Musikschule standen dann auch nicht abgehoben auf der Bühne – sondern unten, quasi Aug in Aug mit dem Publikum. Aber doch erhöht, wenn man direkt vor ihnen lag. Vier Fantasien, vier fantastische Stücke waren es, die da aufgeführt wurden: Die 9. Fantasie in h-Moll von Georg Philipp Telemann für Solovioline; die C-Dur-Fantasie von Franz Schubert für Violine und Klavier; Fantasiestücke für

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Klarinette und Klavier von Robert Schumann – aus den Instrumenten gezaubert von Ryan Langer am Klavier, Jörg Eixelsberger an der Klarinette sowie Gregor Reinberg und Stefan Albrecht an den Geigen. Dies allein schon, diese hochqualitativen und erzmusikalischen Darbietungen machten den Abend zu einem besonderen. In der Pause wanderte das Publikum hinaus, stärkte sich am wieder einmal wunderbaren Büffet der 2.-Klass-Eltern. Und dann, zum Abschluss das größte Wagnis dieses Abends: Das Werk TWO4 für Violine und Klavier von John Cage. Ein Musikstück, auf das sich das Publikum erst einmal exakt 30 Minuten lang einlassen muss – denn nur wenn man sich ganz zurücknimmt, sich einer anderen, viel langsameren Zeitdimension hingibt, eröffnet sich einem die Welt dieser höchst minimalistischen Klangbilder. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt war es wieder voll da, dieses ganz besondere MusikErleben – wie damals, vor zehn Jahren: Beim „Symposion“ des Wiener Klangforums. Auch

dieses Konzert wurde auf Matten liegend genossen. Einen halben Tag lang wanderte das Publikum hin und her, zwischen zeitgenössischer Musik auf der Matte – und kulinarischen Genüssen während der Pausen – auf Heurigenbänken am anderen Ende des Saales. Im Grunde also genauso, wie hier im Kleinen wieder in der Steiner-Schule. Und so gelang es auch, das Wagnis des letzten Stückes – und zwar derart, dass nach dieser Aufführung nicht nur das Publikum den Künstlern begeistert applaudierte – sondern auch die Musiker ihrem Publikum. Roman David-Freihsl

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Landwirtschaftspraktikum der 9. Klasse

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ie 9. Klasse war im September auf Landwirtschaftspraktikum im Waldviertel. Unsere ganze Klasse wurde auf landwirtschaftliche Betriebe verteilt, die alle biologisch oder biologisch dynamisch sind. Wir waren immer zu zweit auf einem Hof, nur einer war alleine. Ich bin zu einer sehr netten Familie gekommen. Wir haben in einem großen Turmzimmer geschlafen und hatten sehr viel Spaß. Es war ein Hühnerhof. Sie hatten ca. 1000 Hühner, nebenbei (für den Eigenbedarf) zwei Schweine und einfach so noch einen fetten Hasen und eine fette Ziege. Wir mussten täglich bei den Hühnern die Eier aus den Nestern tragen, davor Futter einstreuen. Nach dem Abtragen die Eier in verschiedene Gewichtsklassen sortieren (per Maschine) XL, L, M, S, XS. Wir haben sie von dort weggeräumt, teilweise auch für Kundschaft verpackt. Die Hühner waren auf zwei Ställe aufgeteilt. Man durfte auch nicht mit denselben Schuhen in die beiden Ställe hineingehen, sondern musste immer die Schuhe wechseln wegen eventueller Krankheitsübertragung bei so vielen Tieren. Hühner sind da sehr empfindlich. An den Nachmittagen hatten wir viele verschiedene und umfangreiche Arbeiten, wie z. B.: Strohballen vom Feld per Hand auf einen Wagen und dann auf den Heuboden schlichten. Ich bin auch einmal alleine Traktor gefahren. Dachboden geputzt, Karotten geerntet (sie haben einen großen Gemüsegarten), einen Tag lang Erdäpfel geklaubt, Kühl-, Sortier- und Garagenraum geputzt, Suppengemüsepackerl für den Winter gemacht, Haferkörner geputzt (durch Luftmaschine die leeren Körner rausgeblasen), leere Körner in Säcke gefüllt. Es hat aber eigentlich immer sehr viel Spaß gemacht. In meiner Freizeit habe ich unter anderem die zwei Schweine auf „sitz“ und „hopp“ dressiert, sie waren immer sehr folgsam und haben sich stets gefreut. Die Familie selber geht regelmäßig noch auswärts arbeiten. Sie sind also nicht vollberufliche Bauern. Die Großeltern leben auch in dem Haus. Sie haben drei Kinder, zwei, die älteren (14, 16) sind im Internat.

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Das dritte Kind, ein Bub (13) ist noch in der Volksschule und wir haben auch oft mit ihm gespielt. An den Abenden haben wir überhaupt viel miteinander gespielt (die ganze Familie). Isabella und ich hatten nie Streit mit der Familie. Wir hoffen sie bald wieder zu besuchen. Ich glaube, es hat der ganzen Klasse viel Spaß gemacht. Andere hatten nicht so umfangreiche Arbeit wie wir, sondern mussten tagelang das Gleiche machen. So hat jeder ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich bin froh auf Praktikum gewesen zu sein! Clara

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ls wir auf dem Bio-Obst-Bauernhof ankamen, wurden wir gleich stürmisch von einer jungen, ausgelassenen Hündin (Haika) empfangen, die um uns herum wirbelte. Wir wurden durch den Hof geführt und sahen den Wohnraum, das Zimmer zum Saft abfüllen, den Keller, den Garten und zuletzt auch den Pferdestall, wo zwei Pferde, Amy, eine Norikerstute und Prislop, ein ungarisches Gebirgspferd, eingestellt waren. Dann wurden wir darauf vorbereitet, was uns in den kommenden Tagen erwarten würde. Am ersten Arbeitstag gab es um acht Uhr ein gemütliches Frühstück. Dann ließen wir die Hühner ins Freie und machten uns fertig zum Äpfel sammeln. Nach dem Mittagessen und einer Schlafpause ging es wieder in den Obstgarten. Als wir alle Äpfel gesammelt und in große Säcke gefüllt hatten, luden wir sie auf den Traktor, setzten uns darauf und fuhren wieder zurück zum Hof. Ich durfte auch helfen, die Pferde auf die Koppel zu bringen. Es war ein schönes Gefühl wie die beiden Pferde auf der Koppel galoppierten. Anschließend fuhren wir noch auf ein anderes Feld, wo wir noch weitere Äpfel sammelten. Beim Abendessen saßen alle „BauernhofMitglieder“, einschließlich uns, am Tisch versammelt und aßen gemeinsam. Nach dem Essen gingen wir auf unser Zimmer und schliefen sehr bald ein. Eines soll gesagt sein: Den ganzen Tag Äpfel zu sammeln ist anstrengender, als man denkt! Kim

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eine Freundin und ich staunten sehr, als wir ankamen. Es war eine Art Burg mit einem riesigen Innenhof, und es sah aus wie im Mittelalter. Es gab auch ein Restaurant, einen Weinverkostungsraum und vieles mehr. Unsere Familie war sehr nett. Sie bestand aus Vater, Mutter, drei Mädchen und einem Jungen. Es stellte sich heraus, dass der Bruder des Vaters das Restaurant leitete und der Vater für die Landwirtschaft und den Wein zuständig ist. Wir bekamen ein eigenes Zimmer mit Dusche und Blick auf den riesigen Garten. Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, dann ging es zu den Weinreben, wo wir bis Mittag die großen Blätter entfernen mussten. In den nächsten Tagen hatte ich verschiedene Aufgaben: Pesto machen, 10 kg Nüsse knacken, bei Hausaufgaben helfen, Flaschen beschriften, Buchhaltung ordnen, Kartons falten, ca. 1000 Tomaten ernten, Hühner füttern, Kühe füttern, Schnaps abfüllen – zuschrauben – zuschweißen, mit den Kindern spielen, kochen usw. Für mich war es eine sehr schöne Erfahrung, die sich auf jeden Fall gelohnt hat, und es wäre nicht schlimm gewesen, wenn es länger als zwei Wochen gedauert hätte. Dana

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Das Forstpraktikum der 10. Klasse Unsere Arbeiten waren: Bäume fällen • Gefällte Bäume (durch Forstarbeiter) entasten und schöpsen • Geschälte Stämme rücken und stapeln • Zweige und Äste klein hacken für Waldkompost Jungbäume setzen • Löcher graben, Waldkompost beifügen • Bäumchen setzen und mit Einzelschutzgittern versehen • Einzelschutzgitter gegen Verbiss vorher schneiden und binden • Düngen mit biologisch-dynamischen Düngemitteln Baumpflege • Kontrolle der Verbissgitter • Abgefrorene Spitzen der Jungbäume zurückschneiden • In das Gitter verwachsene Zweige befreien • Bei abgestorbenen Bäumen die Gitter und Stangen entfernen • Baumbestand zählen • Düngen mit biologisch-dynamischen Düngemitteln

Fotos: L. Trierenber, K. Hruza

Waldkompost anlegen • Ausheben einer großen Grube an geeigneter Stelle • Gehackte Äste, Zweige und Rinde in Grube verdichten • Alle 30cm eine Schicht Pferdemist und Urgesteinsmehl einbringen • Waldkompost bis zu 1,5m Höhe dicht anhäufen und mit Steinen beschweren • Impfen des Waldkomposts mit biologisch-dynamischen Präparaten Brennholz schneiden • Abgestorbene stehenden Bäumen fällen, zersägen • Mit Axt zu Brennholz spalten • Brennholz zum Trocknen schlichten Küchen- und Putzdienst • Holzofen in Gang halten, Brennholz holen • Frühstück, Mittagessen und Abendessen zubereiten • Sanitäre Anlagen reinigen (WC und Dusche)

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Blitzlichter aus dem Sozialpraktikum der 11. Klasse ch war während meines Sozialpraktikums in einer Geriatrischen Anstalt der Caritas im 9.Bezirk. Am ersten Tag wurde ich gleich ins kalte Wasser geworfen und am Anfang wirkte alles ein wenig befremdlich, denn ich habe zwar mit älteren Menschen gerechnet, doch dass manche von ihnen so hilflos und weggetreten waren, war schon sehr erschreckend. Nach dem ersten Tag hatte ich, zum ersten Mal in meinem bisherigen Schulleben, die Schule vermisst. Die erste Woche verging, aus meiner Sicht, sehr langsam und am Donnerstag ging mir auch noch der Gesprächsstoff aus. Aber am Anfang der zweiten Woche machte es mir richtig Spaß die alten Leute durchs Haus zu „chauffieren“ und sie bei ihrem „Unterhaltungsprogramm“ zu begleiten. Es war wirklich schön zu sehen, wie die Menschen (die größtenteils weiblich waren) mir gegenüber immer mehr auftauten. Felix

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m „Sozialpraktikum“ machen die Schülerinnen und Schüler außerhalb der Schule für etwa drei Wochen in sozialen Einrichtungen einzeln Erfahrungen mit ihren Hilfsmöglichkeiten im Umgang mit alten Menschen, Kindern, geistig und/oder körperlich behinderten Menschen. Es geht darum, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und situationsgerechtes Handeln im sozialen Feld zu erproben. Ungewohnte Situationen müssen bewältigt werden. Die Arbeitshaltung erfordert vor allem die Fähigkeit oder das Bemühen, die eigenen Interessen zurückzustellen, sich auf völlig neue soziale Erfahrungen einzulassen und sich wahrnehmend und helfend den Mitmenschen zu widmen. Das Praktikum im sozialen Erfahrungsfeld bietet dem Jugendlichen die Entfaltungsmöglichkeit eines neuen Bewusstseins. Er nimmt teil an der gemeinsamen Gestaltung des menschlich-gesell-schaftlichen Lebens und erlebt die Bedeutung des individuellen Seins für Leben und Entwicklung anderer Menschen. (aus Lehrplan der Waldorfschulen 2010, S 322)

Fotos: K. Hruza

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ch verbrachte mein Sozialpraktikum im CS Kalksburg, einem Altersheim für Demenz-Kranke. Menschen, die entweder keine Familie haben, die sich um sie kümmert oder deren Zustand es unmöglich macht, noch zu Hause zu wohnen. Menschen, die teilweise schon in ihrer ganz eigenen Welt leben, mit denen man täglich die genau gleichen Gespräche führen kann, weil sie sich nicht mehr erinnern, dass man bereits darüber geredet hat. Menschen, die ein langes, erfülltes, erfolgreiches Leben hinter sich haben und jetzt ein Lebensstadium erreicht haben, in dem sie auf die Hilfe von Anderen angewiesen sind. Was für mich schön war, mit den Menschen zu reden, mit ihnen Sachen zu machen, die ihnen Freude bereiten, ihnen gut tun. Mir ist bewusst geworden, dass jeder dieser Menschen eine ganz individuelle Persönlichkeit hat, und war froh zu sehen, dass auch von den Pflegern und Betreuern Rücksicht auf diese genommen wird. Alles in Allem eine bereichernde Erfahrung! Marilena 14 |

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Wirtschaftspraktikum der 12. Klasse Drei Wochen ganz anders... – Für viele läutet der Wecker früher und sie müssen einen anderen Weg wählen, meist weiter als der Schulweg. – Pünktlich sein ist sehr wichtig!!!! In manchen Betrieben gibt es eine Kontrolle mit Steckkarte. – Arbeitskleidung anziehen und Anweisungen befolgen: Entweder wird die Arbeit von gestern fortgesetzt oder es gilt etwas Neues rasch zu verstehen und anzuwenden. In manchen Betrieben ist es so laut, dass man sich nicht unterhalten kann während der Arbeit; an einigen Arbeitsplätzen ist es unerwünscht, dass die Mitarbeiter sprechen; einige haben Tätigkeiten, die sie alleine ausführen, niemand ist

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eute kam ich wie jeden Tag um 7:15 Uhr. Ich wurde, nachdem ich mir meine Arbeitskleidung angezogen hatte, bei der Maschine, an der ich arbeiten sollte, eingewiesen. Ich drucke auf Nagellackflaschen. Wie auch bei anderen Gegenständen muss man auch hier, bevor man den Druck auf den Gegenstand bringt, auf Papier drucken, um zu sehen, ob die Farbe des Druckes satt genug ist. Es ist am Anfang schwierig die Fehler zu sehen, die auftreten können, doch das wird hoffentlich besser. Ich schaffte am Tag ca. 500 Stück. Die zweite Serie wurde leider nicht so gut. Die Falschen, die schlecht bedruckt waren, musste ich säubern. Um halb drei, als die Arbeit für den heutigen Tag getan war, schaute ich zu, wie meine Maschine gesäubert wird, denn morgen soll ich es halbwegs alleine schaffen. Lara ch bin froh, dass ich das „Lichterloh“ ausgewählt habe. Es war jeder Tag interessant und abwechslungsreich. Ich glaube, es war nicht nur Spaß, sondern auch Arbeit. Das Praktikum war eine gute Erfahrung. In Zukunft würde ich gerne mit den Geschäften und Tätigkeiten, welche ich während des Praktikums  gesehen habe, in Verbindung bleiben. Mich hat die Führung des Unternehmens beeindruckt und auch die Idee des Nachlass-Hoppings fand ich eine gute und stimme ihr zu. Mich hätte es nicht gestört noch länger dort zu arbeiten. Elias

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in der Nähe zum Reden. – Alle wollen, dass ihnen ihre ungewohnte Arbeit gelingt – aber hier ist etwas sehr schwer zu heben, dort macht der Computer Schwierigkeiten und an einem anderen Platz bewundert man die handwerklichen Fähigkeiten der ständigen Mitarbeiter und merkt, was man nicht kann, selbst wenn man sich sehr bemüht. Nach und nach erzählen die Kollegen und Kolleginnen etwas über sich, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind und wie es ihnen mit ihrer Arbeit geht. Es wird besser verstanden, warum die Arbeitsbedingungen so sind und wie der Be-

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ie Nummern auf dem Papier scheinen niemals enden zu wollen. Tagein tagaus verfolgt man sie, doch kaum ist das Ziel erreicht, taucht schon ein neues auf. Die Abwechslung ist sehr gering und kaum etwas sticht aus dem Alltag hervor. Alle Arbeitstage gleichen einander. Aber welcher Beruf besteht schon nur aus Freude und Vergnügen? Jeder Beruf hat seine Vor- und Nachteile. Als Lagerarbeiter ist der Nachteil die geringe Abwechslung und der monotone Ablauf jedes Arbeitstages. Auch ich empfand in den drei Wochen meines Praktikums die geringe Abwechslung als eine mühsame Herausforderung. Oft musste ich in dieser Zeit die Schwelle meines Unmuts überwinden, um die Arbeit fortsetzen zu können. Es gab Tage, an denen ich mich nur schwer für die Arbeit motivieren konnte. Besonders zeitig in der Früh fiel einem die Arbeit sehr schwer. Doch rückblickend war das Praktikum bei der Firma Schrack eine interessante Erfahrung. Es war spannend zu sehen, wie die Arbeit in einem Lager funktioniert und wie alles so organisiert werden kann, dass nachher auch wirklich alles an seinem Platz ist. Diese Zeit hat mir auch gezeigt, dass das Lager ein sehr empfindlicher Teil eines jeden Unternehmens ist. Denn wenn das Lager eines Betriebs nicht richtig geführt wird, kann das auf die Produktivität und die Leistung erheb-

trieb in einem größeren Zusammenhang steht. Woher kommt das Material? – Wohin werden die Produkte geliefert? – Einige sind begeistert, einige weiter interessiert an dem Arbeitsplatz, an dem sie drei Wochen verbracht haben. Für alle war es eine wichtige Erfahrung, Wirtschaft wurde in Teilbereichen „erlebt“ und es entsteht Dankbarkeit, dass so viele Menschen für die Dinge, die wir täglich brauchen oder gerne benützen, arbeiten. Das war das Wirtschaftspraktikum der 12. Klasse. Wir danken allen Firmen, die diese wichtige Zeit für die Jugendlichen möglich gemacht haben. liche Auswirkungen haben. Ein älterer Lagerarbeiter, der nur dreimal in der Woche bei Schrack arbeitet, hat mir einmal gesagt: „Jedes Lager ist eine eigene Wissenschaft“. Alles muss logisch, übersichtlich und zugleich für jeden verständlich sein. Auch wenn die Arbeit im Lager viele interessante Aspekte aufweist, so kann ich es mir doch nicht vorstellen mein ganzes Leben damit zu verbringen. Ich bewundere oft die Geduld und die Ausdauer, welche die Lagerarbeiter für ihren Beruf haben. Sie finden jeden Tag aufs Neue die Kraft ihre Arbeit fortzusetzen. Doch nicht nur ihre Arbeitshaltung ist erwähnenswert, auch ihr freundlicher und kollegialer Umgang miteinander, war für mich überraschend, weil ich das doch etwas anders erwartet habe. Auch uns gegenüber waren sie sehr tolerant und oft auch nachsichtig, wenn wir Fehler gemacht hatten. Ich bin mir sicher, dass ich aus den Erfahrungen in den vergangenen Wochen viel lernen konnte. Auch wenn es oft mühsam und anstrengend war, so ist es eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Christoph

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Unser Wanderprojekt

… wir haben es fast geschafft

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Wir haben meistens in Turnsälen übernachtet, manchmal auch in Jugendherbergen. Im Herbst dieses Schuljahres sind wir sechs Tage gewandert: von Pontebba bis Sagrado in Italien, in der wunderschönen Landschaft des Friaul. Jetzt fehlen noch 10 km bis ans Meer; wir werden am ersten Tag der Kunstreise im Juni 2013 im Fischerdorf bei Monfalcone gemeinsam in das Meer laufen.

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schaft zu lernen, hilft es sehr, wenn man als Gruppe durch italienisches Hügelland wandert und sich dann dort in einem kleinen, natürlich entstandenen Bergteich mit einem blitzblauen Wasserfall abkühlt. Eine Wanderung erfordert viel Ausdauer und eine gute Planung, es hilft immer sich unterwegs gelegentlich der reifen Trauben zu bedienen, welche in der Friaul nicht selten von der goldenen Sonne beschienen, aufzufinden sind; auch hilft es in jedem Ort, in den einen der Weg führt, die Geschichte und Kultur des Ortes und des umliegenden Gebietes zu erfahren , denn geschichtlichen Hintergründen und kulturellen Spuren geht man am besten selbst auf den Grund. Doch am meisten hilft es nach mehreren Wochen Wandern durch wortwörtlich Berg und Tal fast angekommen zu sein und jenes Gefühl, so viel Schönes und so viel Interessantes mit so vielen Menschen teilen zu können. Ich schaue zurück auf den ganzen Weg und bin nichts als dankbar, bei diesem Projekt dabei gewesen zu sein. Leonhard Bauer

m Herbst 2008 hat die damalige 8.Klasse ihr Projekt „Wanderung ans Meer“ begonnen. Wir sind von der Schule weggegangen und mit dem ersten Tag bis Perchtoldsdorf gekommen. Später steigerte sich die Wanderzeit auf mehrere Tage, Hin- und Rückfahrt immer mit dem Zug. Fahrt und Übernachtungskosten haben die SchülerInnen von Anfang an selbst verdient mit Kuchenverkauf, Flohmarkt und zuletzt auch mit Teilen der Entlohnung beim Wirtschaftspraktikum.

s ist allseits bekannt, dass der „monotone Alltag“ über lange Zeit nicht immer leicht zu überstehen ist ohne jeglichen Ausgleich, ohne jegliche Abwechslung. Man steht jeden Morgen um circa halb sieben auf, kommt aufgrund der Tatsache, dass es draußen noch nicht einmal dämmert, nicht gerade leicht aus dem Bett und hat manchmal kaum die Motivation überhaupt aufzustehen, um wieder einen Tag zu erleben, der den anderen Tagen nahezu völlig gleicht. Doch ich kenne da einen guten Trick: Sie stehen anstatt in ihrem normalen Bett einfach in der unglaublich entzückenden italienischen Kleinstadt Venzone auf. Sie wachen um halb sieben nicht alleine auf, sondern mit ungefähr 22 anderen Menschen, welche sie seit vielen Jahren kennen und über die Jahre lieben gelernt haben. Sie wachen auf mit jenen Menschen, die Teil Ihres Lebens sind, wie sonst kaum etwas, mit denen sie die glücklichsten Stunden und auch traurige erlebt haben, ihren besten Freunden. Um etwas zu erleben, um wirklich etwas über sich und seine Freunde und die Gemein-

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Viele Menschen haben geholfen, dass uns dieses Projekt gelingen konnte: Hier ein besonderes Danke an die pensionierten Kolleginnen Angela Korab und Olga Merth, die uns ab der Steiermark mit dem Auto begleitet und das schwere Gepäck von Station zu Station transportiert haben. Es war ein gemeinsamer Traum „Zu Fuß vom Schultor ans Meer“ – wir haben erlebt: Träume können Wirklichkeit werden, wenn wir es wirklich wollen und wenn viele uns dabei unterstützen. Die 600 km sind fast geschafft.... Herta Hans (Tutorin der 12. Klasse)

Schulfeier 17.11.2012

Herbst 2008

Herbst 2012

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Wien-Soldaten 30.10.12 17:28 Seite 1

Die Ernst-Michael-KranichStiftung präsentiert:

Herzliche Einladung zu einem Vortrag zu unserem Jahresthema:

DIMITRI

„Rhythmus und Gesundheit

und seine Truppe mit Musikern der

in der Schule“

BERLINER

PHILHAR MONIKER

von Univ. Prof. Dr. Maximilian Moser Donnerstag 13.12.2012 18:30 Uhr

DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN

Mittwoch, 17.4.2013, 20 Uhr Festsaal der VHS Meidling, Wien Längenfeldgasse 13-15

Strawinsky zeigte sich lebenslang fasziniert vom Stoff des Faust. In der Geschichte vom Soldaten schuf er ein faszinierendes Wanderbühnenstück, das in der „Ästhetik der Einfachheit" bezaubert. Diese neue, für die ganze Familie konzipierte Produktion möchte der ursprünglichen Idee des Komponisten wieder gerecht werden. So gelingt es den Künstlern, eine besondere Prägnanz der Aussage zu vermitteln, in dem die Charaktere innerlich (in uns Gestaltung: Karl Lierl, www.lierl.de

Karten: Rudolf-SteinerSchule Wien-Mauer Tel. 01 888 1275, an der Abendkasse, www.oeticket.com Call Center 01.96096

Text: C. F. Ramuz Musik: Igor Strawinsky

selbst) sichtbar und fühlbar werden. Der Zuschauer ist selbst fast Handelnder, er ist dabei, als der Soldat dem Teufel geradezu seine Seele verkauft und seine Geige gegen ein Zauberbuch tauscht, dass ihn reich, aber nicht glücklich macht. Selbst Heilung und Hochzeit mit einer Prinzessin verschaffen dem Soldaten kein dauerhaftes Glück: Seine tragische Reise in die Heimat endet unter dem Triumpfmarsch des Teufels in der Hölle. – Mit raffinierten musikalischen Mitteln, einer ausgefeilten hochkomplexen Rhythmik und zeitweiliger Gegenläufigkeit von Rhythmik und Melodik werden die vielen kurzen, musikalisch höchst anspruchsvollen Nummern von sieben Musikern umgesetzt. So unterstreicht die Komposition, in der auch das Schlagzeug als vollwertiges Soloinstrument eingesetzt wird, die phantasiereiche, ironisch heitere Handlung.

Maximilian Moser (geb. 1956 in Klagenfurt) ist Gründer und war von 1999 bis 2010 Leiter des Joanneum Research Instituts für Nichtinvasive Diagnostik in Weiz. Nach dem Studium der Biologie und Medizin in Graz und mehreren Auslandsaufenthalten habilitierte er sich 1991 am Physiologischen Institut an der heutigen Medizinischen Universität Graz und arbeitete an zahlreichen Forschungsprojekten im Bereich Akupunktur, Homöopathie und anthroposophische Medizin. Mitherausgeber des einzigen deutschsprachige Lehrbuch der „Chronobiologie und Chronomedizin“ Derzeit arbeitet Moser in Projekten der Gesundheits- und Rhythmusforschung an der Medizinischen Universität Graz und leitet das neugegründete „Human Research Institut für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung“ in Weiz, Österreich. Institut für Physiologie, Medizinische Universität Graz Human Research Institut für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung, Weiz www.humanresearch.at

Mittwoch, 17.4.2013, 20 Uhr Festsaal der VHS Meidling, 1120 Wien Längenfeldgasse 13-15 Karten: Rudolf-Steiner-Schule Wien-Mauer | 01 888 12 75 | office@waldorf-mauer.at | beim kommenden Advent-Basar (gr. Festsaal) | an der Abendkasse | bei oeticket.com www.oeticket.com, Call Center 01.96096

Benefiz-Konzert zu Gunsten der Schule

20.1.2013 - 19 Uhr 30

Adamas-Quartett

Einladung zur

offene Konferenz Donnerstag 17.1.2013 U.A. zum Thema: Wie soll das Profil unserer Schule in zwei und in fünf Jahren aussehen? Siehe auch bericht v.d. offenen Konfernz v. 18.10.2012 (Seite 23) 11/12 2012  MoMent

GroSSer Festsaal Haydn, Dworak, Korngold | 17


DAMIT DAS CHRISTKIND KOMMEN KANN ... Zu den Sinnbildern der Feste im Kindergarten von Michaeli bis Weihnachten

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er mit seinen Kindern schon einige Feste im Kindergarten miterlebt hat, der weiß auch, wie der Kreis der Jahresfeste das gemeinsame Leben durch das Jahr gliedert und ordnet. Im Alltag wird voll Erwartung auf ein Fest hingearbeitet, im Fest selbst kommt diese Vorbereitung zur Entfaltung und erhebt alle, die daran teilhaben, aus ihrem Alltagsbewusstsein.

Der Rhythmus der Feste schafft eine Verbindung mit einer allgemein gültigen menschlichen Ordnung, die auch als eine Kraftquelle erlebt werden kann. War diese sinngebende Ordnung noch bis in unsere Zeit durch religiöse Institutionen, durch Sitten und Gebräuche gehalten und für alle vorgegeben, so ist dies heute immer weniger gemeinschaftlich verankert. Heute ist diese Sinngebung mehr und mehr dem Einzelnen anvertraut, der aus Eigenverantwortung ein Fest mit anderen Menschen gestaltet. Im Herbst eröffnet das Michaelsfest den Jahresreigen und dieser besondere Impuls begleitet auch die weiteren Feste. Gerade hier ist der Einzelne gefordert, sich mit dem Gedanken des Festes auseinanderzusetzen, da sein Inhalt nicht in einer traditionellen Gestaltung festgelegt ist, sondern immer nur in Bildern vermittelt wurde. Im Kindergarten ist es das Bild von der Prinzessin, die sich freiwillig entscheidet, dem Drachen entgegen zu gehen, der das Reich ihres Vaters derart verwüstet, dass die Menschen zu verhungern drohen. Sie hat das Vertrauen, dass ihr eine höhere Macht helfen wird, den Drachen zu besiegen und findet sie im Erzengel Michael. Michael steht für die überbewusste und schöpferische Kraftquelle des Menschen, die imstande ist, gegen die die „Drachenmacht“ des Gewordenen, Verfestigten und rein Naturgebundenen anzukämpfen. Er wartet darauf, helfend eingreifen zu können, sobald der Mensch von sich aus den ersten Schritt wagt, 18 |

um für die Gemeinschaft tätig zu werden und seine Fähigkeiten hinzugeben. Im Bild der Waage, deren eine Schale durch einen schweren Stein nach unten zieht, braucht es auch den Entschluss, hier Ausgleich zu schaffen. Die Kinder tun dies in der Michaelszeit mit großem Ernst, indem täglich ein Kind ein kleines Steinchen in die andere Waagschale legt. Der Erntedank im Herbst gilt nicht nur den Gaben der Natur, sondern auch den Früchten, die uns dank unserer geistigen Herkunft als neue Impulse und Ideen zuteil werden. Steht Michael am Anfang und wartet auf unsere Initiative , so führt der Weg weiter zu Sankt Martin, der in mitfühlender Herzensgüte seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Er nimmt wahr, was seinem Nächsten nottut und schenkt ihm einen Teil seiner Kräfte. Dadurch steht er besonders für das soziale Miteinander – mehr, als wenn er seinen Mantel ganz verschenken würde. Für das Fest backen wir besondere Brote, die jedes Kind mit einem anderen teilen kann. Jedes Teilen zündet auch ein inneres Licht an, das uns mit den Sternen verbindet, so wie es in den Liedern beim Laternenumzug anklingt. Ist dann im Adventgärtlein jedes Kind selbst den Weg zum Weltenlicht gegangen, hat sein Apfellicht dort angezündet und einen Platz dafür im Reisiggärtlein gefunden, kann bald darauf Sankt Nikolaus kommen. Als Himmelsbote tut er kund, dass alles, was

in Michaels Waage gelegt wurde - so auch alle Taten der Kinder - im Himmel angekommen ist. Wenn er aus seinem goldenen Buch liest, weist er die Kinder darauf hin, was sie aus höherer Sicht eigentlich tun wollen und wie ihnen das gelingt. Wird Nikolaus von seinem dunklen Diener begleitet, so zeigt sich, dass die erdenfesten Kräfte den himmlischen dienstbar geworden sind und ihnen die schweren Lasten abnehmen können. Wenn die in der Seele wirkenden Kräfte Geistesmut, Herzensgüte und Tatkraft zusammenwirken, dann ist der Weg bereitet für die Christgeburt - die Geburt des Geisteskindes in der Seele - das immer wieder neu erkannt und schöpferisch in der gewählten Gemeinschaft wirksam werden will. Das Weihnachtsspiel im Kindergarten erinnert besonders daran, wie dieses Kind geboren werden möchte und sich erst in der Menschenseele eine Herberge suchen muss. Je mehr diese Bilder im Kindergarten gemütvoll tätig durchlebt werden, desto mehr können sie die Kinder als Kraftquelle mitnehmen und zu Taten werdenlassen, die uns Menschen auch in der Zukunft zu Festen zusammenführen können. Ursula Dotzler

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"Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft – Organ zur Förderung der Waldorfpädagogik im Rahmen der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer"

Einladung zur

1. ordentlichen Generalversammlung des

VEREIN ZUR FÖRDERUNG DER WALDORF-GEMEINSCHAFT am 10. Dezember 2012 um 20:00 Uhr

in der Rudolf Steiner-Waldorf Schule Wien-Mauer Endresstraße 100, Kleiner Festsaal

Tagesordnung: 1. 2.

Eröffnung und Begrüßung Berichte: a. Rückblick und Ausblick VFWG b. MoMent und c. Schulküche 3. Vorstellung der Vorstandsmitglieder 4. Wahl des Vorstandes 5. Wahl der Rechnungsprüfer 6. Festsetzung der Mitgliedsbeiträge und Beitrittsgebühren 7. Beratung von eingebrachten Anträgen und Beschlussfassung 8. Besprechung allfälliger weiterer Punkte

Wahlvorschläge, Anträge zu den Statuten und Anträge zur Tagesordnung sind spätestens 8 Tage vor der GV schriftlich an vfwg@waldorf-mauer.at bekannt zu geben. Für das Initiativteam des VFWG herzlichst Josef Prüller

Freie Musikschule

Schülerkonzert Rudolf Steiner-Schule Mauer

Freitag, 14. Dezember 2012 um 18:00

‚Weihnachtskonzert‘ Kleiner Festsaal Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Kommen! 11/12 2012  MoMent

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Achtung! Neue Öffnungszeiten! Jetzt auch Spielzeug erhältlich!

MoMent aus dem Schulalltag …

Drittklässler sind zu jung für Harry Potter!

BÜCHERSTUBE der Goetheanistischen Studienstätte

Buch & Spiel 1230 Wien, Speisinger Straße 258 Tel u. Fax: 01/ 889 26 93 email: buecherstube1230@gmx.at Bestellungen werden gerne jederzeit entgegengenommen Zustellung durch Postversand

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9:00 -­ 18:00

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n manchen Schulpausen konnte ich verschiedentlich wahrnehmen, dass einige meiner SchülerInnen sich zusammentaten, um zu zaubern; es entstand daraus jedoch nicht, wie gewohnt, ein bewegtes Spiel, sondern die Situation hatte eher Konferenzcharakter mit Besprechungen und Niederschreiben bestimmter Inhalte. Das ließ mich aufhorchen, denn wenn die Kinder das, was sie beschäftigt, nicht spielerisch umsetzen können, kann das bedeuten, dass es „zu schwer“ ist.

Drittklässler sind zu jung für Harry Potter! Möbel

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Ich konnte schon öfter erleben, was in Kinderseelen geschieht, wenn sie zu früh mit Inhalten konfrontiert werden, die sie noch nicht wirklich aufnehmen können. Unverdaute Inhalte liegen den Kindern schwer im „Magen“ und können große Ängste verursachen. Scheint die Geschichte von Harry Potter nach außen klar und stringent erzählt, so ist sie doch in ihren mannigfaltigen Bezügen in die Vergangenheit und in die verschiedenen Familiengeschichten außerordentlich vielschichtig. Um das alles seelisch mitvollziehen zu können, muss man schon einigermaßen sicher auf der Erde stehen - Kinder zwischen 8 und 10 Jahren kommen gerade erst auf unserer Erde an! Um diesen Prozess zu begleiten, zu vertiefen und in den Seelen zu verankern, wird in der Waldorfschule ein Haus gebaut, werden Handwerker besucht, wird die Schöpfungsgeschichte erzählt... Der Autorin ist es hervorragend gelungen, sprachlich, inhaltlich und in dem, was die innere Entwicklung der Protagonisten angeht, altersmäßig mitzuwachsen; im ersten Band kommt Harry quasi ins Gymnasium – dieser Band ist geeignet für 11-Jährige, der zweite im Grunde für 12-Jährige usw. Wer diese Bücher aufmerksam liest, kann bemerken, dass hier ein Weg beschrieben wird, sich mit dem Bösen auseinanderzusetzen. Auf diesem Weg passieren etliche Irrtümer und Missgeschicke, teils aus Unwissenheit, teils bedingt durch Vorurteile. Teils auch hier altersbedingt, denn der 11-Jährige nimmt seinen Lehrer noch so, wie er ist und fragt eben nicht nach den Hintergründen seines Handelns! Noch nicht in der Lage, hier zu unterscheiden, wird ein Neunjähriger einfach Partei ergreifen für „das Gute“ und kann ziemlich durcheinanderkommen, wenn sich das Schwarz-Weiß plötzlich auflöst, die Taten eines „Bösewichtes“ als Folgen seiner Erlebnisse in einem anderen Licht dastehen; wenn Urteilsvermögen und Intellekt angesprochen werden, die in diesem Alter noch nicht ausgebildete Fähigkeiten sind. Er verliert die Sicherheit, die in einer altersgemäßen Geschichte gegeben ist und Verwirrung oder gar Ängste sind die Folge. Ein ganz anderer Aspekt ist die mit dem Warten verbundene Spannung und Vorfreude: Wenn ein Kind weiß, mit 11 darf ich den ersten Band lesen, kann es sich eine ganze Weile freuen... In der Schule wollen die Kinder auch schon nach Schönau zu den olympischen Spielen – das aber kommt erst in der 5.Klasse; das ist vielleicht schade, aber die Kinder wissen: Es wird ganz sicher kommen und es wird aufregend und schön sein! Und sie werden alt genug sein, wenn es soweit ist, auch durchzuhalten und die entsprechenden Übungen auszuführen, das Zeltleben zu genießen etc. Ich möchte Sie daher bitten, die Lektüre Ihrer Kinder noch ein wenig kindlicher zu halten und stark zu bleiben, wenn sie betteln - die Bücher laufen ihnen nicht davon! Mit freundlichen Grüßen Elisabeth Platzer MoMent  11/12 2012


MOMENT - LehrerInnen im GESPRÄCH :

„Das bewegte Klassenzimmer“ Barbara Pázmándy, Lehrerin der zweiten Klasse

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er vor acht Uhr morgens einen kurzen oder längeren Blick in die zweite Klasse wirft (solche Blicke und Besuche sind durchaus gern gesehen), wird vermutlich erstaunt sein: Hier ist der Raum nicht mit den üblichen Tischen und Sesseln gefüllt, nein – man sieht hier einen aus Holzbänken gebauten Parcours, darüber kletternde Kinder, die auf „bewegte“ Weise die erste Viertelstunde des Schultags verbringen … BP: Barbara Pázmándy CS: Christa Salcher CS: Barbara, du bist nun seit 2011 zum dritten Mal Klassenlehrerin: Was war dein Motiv, diesmal den Unterricht auf neue Art zu gestalten? BP: Ich hatte schon bald in meinem beruflichen Werdegang das „bewegliche Klassenzimmer“ (als Modell an der Waldorfschule Bochum entwickelt und seit dem Schuljahr 1998/99 praktiziert; Anm. CS) kennengelernt. Es hat mich von Anfang an begeistert. Lange Zeit jedoch bin ich nicht zu einer Umsetzung gekommen. 2011, nach meinem in England verbrachten Freijahr, begann ich den Unterricht noch in herkömmlicher Weise, aber dann wurde mein Bedürfnis nach dem beweglichen Klassenzimmer sehr stark, für meine Klasse, für mich, um den Unterricht für die Kinder passend gestalten zu können. Ich brauchte es unbedingt! CS: Dieser unbedingte Wunsch oder Wille war jetzt in deinem Ausdruck stark spürbar. Kannst du noch genauer sagen, was dein Umdenken bewirkt hat? BP: Ich räumte auch die „normalen“ Tische hin und her, was sehr mühsam war, meine Beine waren blau geschlagen… (lacht). Es war sowohl der Wunsch, im Außen, den Klassenraum frei zu haben, damit Neues entstehen kann und dadurch auch einen Innenraum zu haben, in dem neue Ideen entstehen können, neue Möglichkeiten. 11/12 2012  MoMent

CS: Wo oder wie hast du das bewegte Klassenzimmer kennengelernt? BP: Zunächst in der Schule in Schönau, besonders durch Brigitte Schober, wo Tage oder Wochenenden angeboten wurden, an denen das Modell vorgestellt wurde. Die Schülerzahl in Schönau ist allerdings beträchtlich geringer. Und so konnte ich mir die Umsetzung des Modells in Klassen mit hoher Schülerzahl und relativ kleinen Räumen vorerst nicht vorstellen. Bei der Fortbildung in Schwäbisch Hall konnte ich dann sehen, dass dort auch mit großen Klassen das bewegte Klassenzimmer auf besonders ausgeprägte Weise umgesetzt wurde. Einen dritten Zugang gab es noch durch Innsbruck, durch Frau Pehm, die in den Sommerferien Fortbildungen für österreichische WaldorflehrerInnen organisiert. Sie hat mich bei der konkreten Umsetzung auch beraten. CS: Kannst du nun für alle, die das Modell nicht kennen, beschreiben, wie die Möbel aussehen, wie ein Tag, ein Unterricht im bewegten Klassenzimmer aussieht? BP: Der Unterricht orientiert sich nicht in erster Linie an den anderen Möbeln, aber bis zu einem gewissen Grad sind sie schon notwendig, um den Klassenraum, so wie wir ihn brauchen, zu schaffen: Es gibt Bänke, in unserem Fall von Herrn Berke gestaltet, die sich als besonders praktisch erwiesen haben, und sehr fest gestopfte Pölster, auf denen man wie auf einem Pferdesattel sitzen sollte. Das wäre die orthopädisch günstigste Stellung, wobei die Fußsohlen fest am Boden stehen. Auf den Bänken wird gesessen oder geschrieben, sie werden für verschiedenste Zwecke verwendet. Es wird mit ihnen gebaut, diese Bauten werden beklettert, auf ihnen wird balanciert usw. Die Pölster dienen zum Sitzen und ebenfalls zum Bauen. Springschnüre, eines pro Kind, sind auch ein weiteres wichtiges Ausstattungselement, sowie ein ganz langes Seil für alle. Darüber hinaus brauchen wir viel anderes Material, das im Lauf der Zeit hergestellt wird.

Erster Schultag Sommer 2011 CS: Dieses Modell hat also Wirkung auf den Ablauf des Hauptunterrichtes? BP: Es geht bei mir um zirka dreiviertel acht Uhr los, ich sperre das Klassenzimmer auf und da ist, je nach Epoche, ein Bänkchen- und Pölsterparcours aufgebaut. Er wird von jeweils zwei Kindern und mir am Vortag nach dem Unterricht vorbereitet. Die Schultaschen werden an einem bestimmten Ort abgestellt. Und jedes Kind kann sich an dem Parcours betätigen, wie es möchte. Beim ersten Läuten allerdings muss dann jedes Kind den Parcours in vorgegebener Weise durchlaufen. Es wird geklettert, balanciert, gekrochen, gerobbt, gerutscht, was besonders beliebt ist. Alternativ dazu, je nach Art der Epoche, wird im selben Zeitraum Schnur gesprungen. Das sind die Grundzüge, wobei auch eine Menge anderer Bewegungsübungen, beispielsweise auf der Turnmatte, möglich sind. Danach findet das erste Umstellen statt, die Bänke werden in den Kreis gestellt – auf einer Bank sitzen drei Kinder. Der Morgenkreis beginnt, mit Morgenspruch und einem kleinen rhythmischen Teil, rund um die Bänke oder innerhalb des Kreises. Das Flöten sollte natürlich auch nicht fehlen. CS: Die Kinder stellen also die Bänke selbst um? BP: Ja. Dann kommen wir zum Erarbeitungsteil des Unterrichtes. Der findet entweder im Kreis statt, oder im freigeräumten Klassenzimmer, da stehen die Bänke am Rand, was sich besonders gut für Mathematik eignet, weil wir hier mit den Springseilen, den Pölstern, den Kindern selbst das Rechnen gut erarbeiten können. Auch für das Formenzeichnen ist der leere Raum von Vorteil, weil die Formen großräumig im ganzen Klassenzimmer gelaufen oder auch mit dem vierzig Meter langen Seil gelegt werden können. Nach dem Erarbeitungsteil kommt die sogeweiter Seite 22 > |

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Barbara Pázmándy im Gespräch nannte „Schreibstube“, das heißt, die Bänke werden in Frontalausrichtung zur Tafel gestellt. Hier sitzen, nun auf den Pölstern, zwei Kinder pro Bank, um genügend Platz für Hefte, Zeichenblätter etc. zu haben. Die Kinder sitzen aber nicht in beliebiger Ordnung: Es gibt sowohl für den Kreis als auch für die Frontalausrichtung einen Sitzplan. Wir brauchen für diese Unterrichtsform sehr viel Plan und Form. Es ist also nicht so, dass man einfach tun kann, was man will. Der Stoff ist ja zu diesem Zeitpunkt bereits erarbeitet. Es wird also nur mehr rein geschrieben, zum Beispiel Buchstaben, Rechnungen, Formen etc. Für den Erzählteil sollte nun nochmals umgestellt werden – Bänke im Kreis mit Pölstern zum gemütlichen, entspannten Lümmeln. Leider geht sich das in unserem Hauptunterricht mit hundert Minuten Dauer nicht aus. Also rutscht das Erzählen oft in eine andere Stunde oder ich muss in anderen Bereichen kürzen, um zum Erzählen zukommen. CS: Die Bewegung der Raumelemente ermöglicht und bedingt die Bewegung der Menschen – ist das richtig? BP: Die Bewegung erfordert sehr gut angelegte Formen. CS: Alle Prinzipien des Waldorfunterrichts sind also erhalten, nur in einer anderen Form? BP: Ja, in einer erweiterten Form. In jedem anderen Waldorfunterricht ist das Prinzip der Bewegung ja auch enthalten. Mir bietet die Gestaltung im bewegten Klassenzimmer allerdings mehr Möglichkeiten. CS: Wie kommen die Fachlehrer mit diesem Klassenraum zurecht? BP: Wir haben nicht so viele von anderen Lehrern geführte Fachstunden. In den Sprachstunden ist Bänkchenkreis, in den Malstunden Schreibstube. Manche Fachlehrer freuen sich auf die dritte Klasse. Da gehen wir ja wieder zur üblichen Klassengestaltung mit Tischen über.

aber nicht, ob das etwas mit dem bewegten Klassenzimmer zu tun hat – denn ich kenne sie ja nur so. Was ich aber sagen kann, ist, dass diese Form der Klasse sehr zugute kommt. CS: Angenommen ein nachfolgender Kollege, Kollegin fragt dich, ob du das bewegte Klassenzimmer empfehlen würdest - wie lautet deine Antwort? BP: Ich kann es wärmstens empfehlen, aber nur wenn es jemand wirklich gerne möchte. Man sollte diese Form niemandem aufzwingen. Denn, wie schon gesagt, man braucht eine sehr konkrete Formvorstellung und -gebung dafür. Und die kann man nur in sich tragen, wenn man davon überzeugt ist. Eine grundsätzliche Verbesserung des Modells gegenüber unserer derzeitigen Situation wäre, wenn es viel mehr Platz gäbe. Dann könnte man einfach zu den aufgestellten Tischen gehen, müsste nichts umstellen. CS: Wann ist es Zeit, innerhalb einer Reformpädagogik zu reformieren? BP: Ganz provokant gesagt: immer! Es ist der Sinn von Reformpädagogik, nicht stehen zu bleiben, zu schauen, was Kinder brauchen, gemäß der Entwicklung der Zeit. Sich und sein Tun kritisch zu hinterfragen, ist immer gut. Auf der anderen Seite muss die Pädagogik schon auf einem tiefen Hintergrund ruhen. Wissen, warum etwas verändert werden soll, ist wichtig. Wahllos ausprobieren ist nicht möglich. Es ist ein Ausbalancieren zwischen Gleichbleibendem im Sinne eines ausgewogenen Rhythmus, einer Gewohnheit und Erneuerung.

CS: Kommen wir zu meiner unvermeidlichen Abschlussfrage: Was wünschst du deiner jetzigen Klasse, was wünschst du dir für dich als Klassenlehrerin und was wünschst du der Schule Wien-Mauer? BP: Für die Klasse wünsche ich, dass das, was ich tue, die Kinder sich gut weiter entwickeln lässt. Für mich und die Klasse wünsche ich hundertzwanzig Minuten Hauptunterricht, um alles in Ruhe unterbringen zu können. Als kleines Luftschloss – größere Räume… oder ein Zweilehrer-System… Und für die Schule – was soll man einer Waldorfschule wünschen? Zu den engagierten Lehrern und Eltern – viel Geld und viel Platz! (lacht) Ich würde mir auch einen tiefgreifenden und umfassenden Umsetzungsprozess der im letzten Jahr neu entstandenen Ideen wünschen. CS: Ich danke für das Gespräch! Barbara Pázmándy wurde in Wien geboren, wuchs auch hier auf. Nach der Matura absolvierte sie die Ausbildung zur Sonderschullehrerin. In diesem Bereich arbeitete sie etwa zehn Jahre lang. Auf Familiengründung folgte die Geburt von vier Söhnen (mittlerweile alle erwachsen). Durch die Schulwahl für ihre Kinder lernte Frau Pázmándy die Waldorfpädagogik näher kennen und schätzen. Es folgte die Ausbildung zur Waldorflehrerin. In WienPötzleinsdorf begann Barbara Pázmándy ihre Klassenlehrertätigkeit, um später nach Wien-Mauer zu wechseln, wo sie nun bereits zum zweiten Mal eine Klasse führt.

Foto: http://www.waldorfschule-nienstedten.de/uploads/pics/ Bewegliches _ Klassenzimmer _ 1.jpg | 27.11.2012 |14:30

CS: Was ist in dieser Klasse anders, ganz allgemein, oder durch die Unterrichtsform bedingt? BP: Die Klasse ist deutlich anders als die in meinem letzten Durchgang. Ich weiß 22 |

MoMent  11/12 2012


Baumeister der Schule der Zukunft

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ut besucht war sie, diese offene Konferenz am 18. Oktober – gleich zweimal musste der ohnehin schon große Sesselkreis erweitert werden, bis wirklich alle darin Platz hatten. Aber es ging ja auch nicht um irgendein spezielles Problem oder Projekt – sondern um nichts weniger als die künftige Entwicklung unserer Schule: Wohin soll die Reise gehen? „Quo vadis, Schule“ – so das Thema an dem schon seit einiger Zeit in den unterschiedlichsten Gruppierungen und Gremien diskutiert und entwickelt wird. Ein entscheidender weiterer Schritt konnte bei dieser offenen Konferenz gesetzt werden: Eine Lehrer-Konferenz, wie sie jeden Donnerstag an unserer Schule stattfindet – zu der auch alle Eltern unserer Schulgemeinschaft eingeladen waren, um Bilanz zu ziehen – und die nächsten Schritten in diesem Reformprozess zu beschließen.

Was bisher geschah: Im vergangenen Schuljahr hatte eine Gruppe von Lehrern sich gefunden und allwöchentlich diskutiert: Was sind die Anforderungen unserer Zeit? Wie könnte eine zeitgemäße Unter- und Mittelstufe aussehen, die Antworten auf die Anforderungen und Themen unserer Gesellschaft bietet? Gleichzeitig hatte sich die Schulgemeinschaft – seien es Lehrer oder etwa der Elternrat – schon im verwichenen Schuljahr mit dem Thema Rhythmus auseinander gesetzt. Und auch in der Oberstufe war in den vergangenen Jahren Neues ausprobiert worden – etwa die Einführung einer „Zweitepoche“: Dass also nach dem Hauptunterricht auch weitere Fächer über einen längeren Zeitraum hinweg konzentriert bearbeitet werden. Dies alles und noch mehr wurde in der Konferenzwoche vor dem Schulbeginn im September berichtet und besprochen. Jetzt gilt es, dies alles in den Gremien unserer Schule weiter zu bearbeiten und weiter zu entwickeln. Und inzwischen hat sich wieder einiges getan: So wurde beispielsweise im Hort probeweise eine eigene Hausaufgaben11/12 2012  MoMent

Bericht von der Offenen Konferenz am 18. Oktober – und ein Ausblich auf den weiteren Reformprozess betreuung eingeführt, die von einer Gruppe von Lehrern betreut wird. Ein Angebot, das von vielen gut angenommen wird. Oder: Es wurde beispielsweise darauf geachtet, dass es über die Schulstufen hinweg eine ordentliche Mittagspause gibt – und danach der Unterricht in Einheiten von 45-Minuten fortgesetzt wird. Mit jeweils 15 Minuten Pause dazwischen. Seitens der Oberstufe wurde in diesem Zusammenhang auch festgestellt: Die kognitiven Fächer haben es gerade um die Mittagszeit herum ziemlich schwer. Wer zu dieser Zeit als Lehrer den Intellekt der Schüler ansprechen will, hat es redlich schwer. Erst nach 15 Uhr, da geht es wieder leichter – das zeigen auch die ersten Erfahrungen vom neuen Orchester der Musikschule, das für die Mittelstufe am Nachmittag und für die Oberstufe am Abend angeboten wird. Dies und einiges mehr wurde berichtet – und dann ein Ausblick auf weitere Entwicklungen eröffnet. Was etwa seitens des Elterrates zusammengetragen wurde: Der Hauptunterricht erscheint manchmal zu kurz – auch seitens der LehrerInnen wurde angemerkt, dass zusätzliche 20 Minuten sehr angenehm wären. So könnte auch noch stärker Begonnenes zu Ende gebracht und einzelne Persönlichkeiten in der Klassengemeinschaft besser beobachtet werden. Bei einem verlängerten Hauptunterricht könnten auch andere Fächer wie Fremdsprachen oder Musik in kleineren Einheiten integriert werden. Erste Versuche in diese Richtung waren bereits höchst erfolgreich. Gleichzeitig könnte die Große Pause um ein paar Minuten verlängert werden – vor allem da die SchülerInnen der Unterstufe manchmal noch ein bisschen länger brauchen, um sich anzuziehen. Vor dem Hauptunterricht wiederum ist eine Frühbetreuung Thema: Viele Kinder sind bereits ab 7:30 Uhr auf dem Schulgelände – hier könnte auch beispielsweise ein gemeinsames Frühstück angeboten werden und seien es auch nur ein paar Brote und Obst. Denn auch das ist bis in die oberen Schul-

stufen hinein ein Thema: Immer wieder heißt es gegen 11 Uhr: „Ich habe Hunger“ – weil das Mittagessen die erste tatsächliche Mahlzeit des Tages ist. Vieles wurde noch angesprochen. Etwa dass in der 7. und 8. Klasse die Möglichkeit der „Fremdepochen“ wieder intensiviert werden könnte – also Epochen, die nicht mehr vom Klassenlehrer selbst durchgeführt werden. Oder dass in der Oberstufe die Anzahl der praktisch-, künstlerischen Epochen wieder intensiviert werde könnten. Aber auch scheinbar ganz einfache, praktische Fragen wie: Wäre in der Obersrufe ein späterer Schulbeginn möglich? Im Anschluss wurde beschlossen, dass die Impulsgruppe unseres „Wege zur Qualität“Prozesses die weitere Arbeit auf der prozessualen Ebene weiter begleitet – und auch darauf achtet, dass in den einzelnen Gremien weitergearbeitet wird. Die Ergebnisse dieser offenen Konferenz wurden „verdichtet“ und den zuständigen Gremien der Schule zur weiteren Bearbeitung übermittelt. Vor allem aber widmen sich die Schulkreise – von den Lehrerkonferenzen bis zum Elternrat – in nächster Zeit der Frage: Wie soll das Profil unserer Schule in zwei und in fünf Jahren aussehen? Diese Frage sollte vollkommen tabulos angegangen und es sollte erfragt werden: Was ist unser Ideal? Die nächste offene Konferenz soll dann am 17. Jänner stattfinden. Auch hier sollen wieder wichtige Themen bearbeitet werden. Vor allem soll dann auch schon beschlossen werden: Welche Reformen sollen bereits für das Schuljahr 1013/14 fixiert und umgesetzt werden? Roman David-Freihsl

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Kinderbesprechung Am 12. Oktober 2012 fand in unserer Schule ein Vortrag von CHRISTOF WIECHERT zum Thema „KINDERBESPRECHUNG - Begegnung mit dem werdenden Menschen“ statt. Am Tag davor leitete Herr Wiechert ein Seminar zum genannten Thema für unsere PädagogInnen. Aus diesem aktuellen Anlass und weil selbstverständlich auch in unserer Schule in den Konferenzen „Kinderbesprechungen“ stattfinden, wollen wir zwei Beiträge - von Anna Seydel und Christof Wiechert - der Zeitschrift „Erziehungskunst“ (März 2011) zum Thema Kinderbesprechung wiedergeben. Karin Schadl

Die Kunst, Kinder zu betrachten Von Christof Wiechert, März 2011 Kann man die Kunst der Kinder- oder Schüler­ betrachtung lernen? Darauf gibt es zwei Antworten: Ja und Nein. Ja, denn der Mensch kann alles lernen. Nein, denn man hat nie ausgelernt. Sobald man meint, man kann es, ist man in einer riskanten Situation, vergleichbar der eines Künstlers, der vor dem Konzert ganz entspannt meint, er werde es schon können. Entweder es gelingt oder es wird nichts. – So ist es auch bei der Kinderbesprechung. Man weiß nie, ob es gelingt, man kommt in eine Art Spannung wie beim Lampenfieber. Werden wir dieses Kind wirklich in seinem Wesen erkennen und ihm dadurch helfen können?

Bedingungen für die Kinderbesprechung Ein wesentliches Merkmal dieser Kunst ist, dass sie sich in einer Gemeinschaft vollzieht. Ein Kollege hat eine Frage zu einem Schüler. Der Schüler reagiert nicht so, wie erwartet oder leistet nicht, was der Lehrer von ihm erhofft. Der Lehrer will den Schüler aber verstehen, denn er spürt, ohne dieses Verständnis wird er den Schüler nicht erreichen und wird das Lernen schwierig. Er weiß: Erziehung setzt Beziehung voraus. Also wendet er sich an seine Kollegen und bittet um Beratung. Die pädagogische Konferenz hat eigentlich nichts Wichtigeres zu tun, als diese gegenseitige Beratung in pädagogischen Angelegenheiten zu ermöglichen. Was ist nötig, damit eine solche Beratung gelingt? 1. Es muss eine Gemeinschaft vorhanden sein, ein Kreis ohne Löcher. Wer sich für diese Arbeit nicht interessiert, bleibt ihr besser fern. Wer dem Schüler keine Sympathie entgegenbringen kann, bleibe draußen. Denn die Beratung setzt das aktive Interesse aller Beteiligten voraus, sie ist die hohe Schule des 24 |

Interesses. Da können Eltern genau so gut teilnehmen wie Kollegen, die den Schüler nicht kennen. Gerade durch ihr neutrales Interesse können sie wichtige Fragen aufwerfen. Es ist hilfreich, wenn der Kollege, der den Schüler darstellt, nicht auch die Gesprächsführung innehat. 2. Eine Kinder- oder Schülerbetrachtung braucht einen Atem. Wenn man es ein wenig geübt hat, braucht man sicher eine Stunde. Viel hängt davon ab, wie der Kreis zuhört. Die wahre Aktivität liegt nicht in der Darstellung des Kollegen, sondern in der Qualität des Zuhörens. Wo vernimmt man das, was Licht bringt in das Dunkel der Erscheinung? Wann fangen die geschilderten Situationen an zu sprechen, erhellend für das Verständnis des Kindes zu werden? 3. Eine wichtige Bedingung ist ein Zustand sozialen Friedens. Nun sind das alles erhabene Worte, die man eigentlich so nicht mehr gebraucht oder hören mag. Sie sind aber leider wahr. Ein Kollegium, das sich an Strukturdebatten oder Ähnlichem zerrieben hat, wird sich zu Kinderbesprechungen nicht leicht bereit finden – man braucht dazu eine gewisse Stimmung. Eine Konferenz, die nur aus Berichten und Mitteilungen besteht, wird eine solche Stimmung nicht aufbringen können. 4. Man sollte danach streben, am Schluss eine oder mehrere Hilfestellungen zu vereinbaren. Wenn man nach ungefähr acht Wochen kurz auf die Kinderbetrachtung zurückblickt, und die Frage stellt, haben wir getan, was verabredet war und hat es geholfen? dann wird die Kinderbesprechung zu einem der stärksten Instrumente zur Sicherung wirklicher Schulqualität. Denn das Kollegium hat nicht nur dem Schüler geholfen, sondern selbst unendlich viel gelernt. Viele klagen darüber, die »Allgemeine Menschenkunde« sei doch bloß Theorie. In der Kinder- oder Schülerbetrachtung wird die Menschenkunde

praktisch. Wer an ihr teilnimmt, kann sie als Glückserlebnis empfinden. 5. Grundsätzlich gibt es für die Kinderbetrachtung kein festes Modell, kein Protokoll. Bei dieser Arbeit setzt das Kind selber, wenn es denn erkannt wird, die Akzente. Dennoch kann man drei Stufen unterscheiden. Es gibt sie schon seit Hippokrates: die Anamnese, die Diagnose und die Therapie. Wir können stattdessen auch von Schilderung, von Verstehen und von Hilfe sprechen, die durch Intuition gefunden wird.

Reden und Hören – inklusiv Der Klassenlehrer oder -betreuer (Mentor) schildert den Schüler so wie er ihn erfährt, wie er sich darlebt. Er versucht seine Gestalt, sein Benehmen zu beschreiben, zeigt seine Arbeiten: kurz, man verschafft sich ein Bild. Dieses Bild beinhaltet auch die Zeitgestalt des Schülers. Das Bild wird von anderen Kollegen ergänzt. Der Schularzt trägt möglicherweise aus der Vorgeschichte des Schülers Relevantes bei. Derjenige, der den Schüler schildert, übt sich in der Kunst der inklusiven Rede, die Übrigen in der Kunst des inklusiven Zuhörens: sie sollten nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen hören. Der Darstellende liefert Bausteine für die Wahrheitsfindung, er soll sich nicht einen lang angestauten Frust von der Seele reden. Naturgemäß dauert dieser Teil oft zu lang. Jeder hat ja etwas zu sagen, auch wenn man dasselbe sagt, wie der Vorredner. Es ist die einzige Gelegenheit, wo man aus Erfahrung sprechen kann, aber man muss nicht alles wissen.

Ein Gefühl für Evidenz stellt sich ein Nun wird es auffällig still. Wer kann denn etwas sagen? Wer kann sachgemäß interpretieren? Hier wird sich zeigen, wie weit ein Kollegium sich die Menschenkunde zu eigen gemacht hat. Denn die Interpretation, das Verständnis kommt aus der Menschenkunde. Wer bloß etwas Angelesenes zum Besten gibt, wirkt anders, als wer die Menschenkunde verinnerlicht hat. Hier braucht man ein kolMoMent  11/12 2012


legiales Empfinden, das imstande ist, das Können des anderen Kollegen zu würdigen. Hinhören und Zurückhaltung sind gefordert. Ein feines Gefühl für Evidenz wird sich einstellen: Was ist stimmig, was nicht? Rudolf Steiner hat viele Hinweise für eine solche Interpretation gegeben, ein Kollegium sollte sich diese in den Konferenzen erarbeiten. Meiner Auffassung nach liegt in Steiners Menschenkunde alles, was man braucht, um auch die heutigen Phänomene zu verstehen. Hier ist auch der richtige Moment, um sich mit Empathie zu fragen, wie würde ich mich fühlen, wenn ich so gestrickt wäre? Wie fühlt sich der Drang nach ungestümer Bewegung von innen her an, wie das Stottern, wie die Legasthenie? Solche Fragen können über Unzulänglichkeiten in der Erkenntnis der Menschenkunde hinweg helfen, sollten aber nicht zum Selbstzweck werden. Wer gut zugehört hat, wird bemerken, dass das Kind, der Schüler sich offenbart.

Entscheidend ist der Wille zu helfen

Elternbeteiligung – eine Taktfrage

Und wie helfen wir jetzt? Zuerst suchen wir die Hilfe bei den Lehrern und der Pädagogik. Danach entscheidet sich, ob spezialisierte Hilfe nötig ist. Welcher Lehrstoff hilft bei welchem Problem? Was bewirkt Rechnen? Was Zeichnen oder gar Formenzeichnen? Was bewirkt eine Fremdsprache am Kind? Was eine stärkere intellektuelle Förderung oder eine mehr bildliche Ansprache des Kindes? Was eine musikalische oder plastische Betätigung? Kann dem Kind geholfen werden mit Aufgaben der Erinnerungsbildung oder durch Sprachübungen? Der Möglichkeiten sind viele. Erziehen, Unterrichten ist ein leises Heilen (Rudolf Steiner). Hier hilft der Wille zu helfen, weniger der richtige Gesichtspunkt. Im Wesentlichen sind wir ja alle hilflos und können uns nur um Hilfsbereitschaft bemühen. Die Besprechung endet damit, dass festgehalten wird, wer was für den Schüler tut. Nach acht oder zehn Wochen blickt man zurück: Haben wir getan, was verabredet war und hat es gewirkt?

Einem elementaren ethischen Empfinden folgend wird man so weit wie möglich immer die Eltern um Zustimmung für eine solche Besprechung bitten und man wird sagen, warum man meint, sie sei angebracht. Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Eltern (wenn sie das wünschen) an der Besprechung teilnehmen. Ein Lehrerkollegium sollte sich aber fragen, ob das Verhältnis zwischen Schule und Eltern deren Teilnahme zulässt. Das ist eine Takt- und keine Grundsatzfrage. Und Takt ist ja bekanntlich gesunder Menschenverstand mit Gefühl. Die Kinder- oder Schülerbetrachtung ist ein Qualitätsinstrument das, vernünftig angewandt, seinesgleichen sucht. Zum Autor: Christof Wiechert ist ehemaliger Leiter der pädagogischen Sektion am Goetheanum. Zuletzt ist sein Buch Lust aufs Lehrersein im Verlag am Goetheanum erschienen.

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Was ist eine Kinderbesprechung? Erziehungskunst: Frau Seydel, den wenigsten Lesern der Erziehungskunst wird wahrscheinlich bekannt sein, dass die Praxis der Kinderbesprechungen schon seit langem an Waldorfschulen existiert. Was ist eigentlich eine Kinderbesprechung? Anna Seydel: Eine Gruppe von Menschen möchte sich dem Wesen eines Kindes erkennend zuwenden. Man geht dabei von den Eindrücken aus, die man von diesem Kind hat, und reflektiert sie. Man wendet sich in der Regel Kindern zu, die Entwicklungshemmungen oder -störungen haben, oder die die Arbeit in der Klasse beeinträchtigen. Das sind zunächst äußere Anlässe. Man kann aber auch Kinder besprechen, die keine solchen Auffälligkeiten aufweisen. Durch das gemeinsame Anschauen gleichen sich persönliche Sichtweisen, Animositäten und Vorbehalte bei den Erziehenden aus. Alle möglichen Gesichtspunkte kommen zusammen und ergeben im Gespräch ein Gesamtbild. EK: Im Grunde bemüht sich doch jeder Lehrer um eine solche Kindererkenntnis und versucht, sein pädagogisches Handeln danach auszurichten. Wozu benötigt man dann noch eine Kinderbesprechung? AS: Zunächst deshalb, weil Entwicklung fast generell nicht mehr problemlos verläuft. Die äußeren Bedingungen des Heranwachsens sind teilweise dramatisch komplizierter geworden. Komplizierter sind auch die Familienverhältnisse von Heranwachsenden, die Beziehung des Lehrers zu sich selbst, zu den Kindern und die Zusammenarbeit mit Eltern und Kollegen geworden. Das kann dahin führen, dass ein Klassenlehrer zu der Überzeugung kommt, ein Kind in seiner Klasse nicht mehr tragen zu können, auch wenn es unter Umständen von anderen Lehrern oder den Eltern ganz anders gesehen wird. Eine Kinderbesprechung bietet die Chance, die Betrachtung des Kindes auf eine neue Ebene zu heben und die Einstellung zu ihm zu beleben, aufzuhellen und zu klären. EK: Wie hat man sich eine Kinderbesprechung vorzustellen? 26 |

Anna Seydel war lange Zeit Klassen- und Seminarlehrerin in München und hat vor kurzem das Buch »Ich bin Du – Kindererkenntnis in pädagogischer Verantwortung« veröffentlicht. AS: Es gibt viele Formen. Ein Kind kann beispielsweise vom Klassenlehrer der Konferenz geschildert werden. Besser ist es aber, man nimmt das Kind selber wahr. Das kann in der Klasse sein: Man hospitiert zum Beispiel im Unterricht eines anderen Lehrers oder man beobachtet das Kind auf dem Schulhof. Als besonders fruchtbar hat sich erwiesen, eine Gruppe von Kindern in die Besprechungsrunde einzuladen und etwas berichten oder vorführen zu lassen. Da hat jeder Gelegenheit, das Kind, das besprochen werden soll, wahrzunehmen und es mit Gleichaltrigen zusammen zu sehen. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Lebendigkeit, Treffsicherheit und Vielfalt danach Wahrnehmungen zusammengetragen werden, die auch einen Klassenlehrer überraschen. EK: Also am Anfang steht die Beobachtung? AS: Ja. Dann folgt der Versuch, sich in das Kind zu versetzen, sich in das, was man bei ihm wahrnimmt, einzufühlen. Also nicht sofort zu Interpretationen oder Urteilen zu kommen, sondern sich mit dem Kind in Einklang zu versetzen. EK: Noch einmal zur Beobachtung: Was wird da genau beobachtet? AS: Die einen sehen mehr das Äußere des Kindes: das Gesicht, den Kopf, die Hände, die Arme, die Gestalt und seine Körperhaltung, alles, worin sich ein Kind leiblich ausdrückt. Dann gibt es das mehr Habituelle, das Gewohnheitsmäßige, wie ein Kind reagiert, ob es sich an etwas beteiligt, welche Neigungen es hat, welches Temperament. Ein weiteres Feld ist das Seelische: wie es sich denkend, fühlend und wollend in der Welt verhält, wie es sich in Kontakt zu anderen Menschen bringt, auch zu anderen Lebewesen. Das drückt sich auch in seinen Bewegungen, in seinem ganzen Verhalten aus. Schließlich gibt es den intentionalen, den Willensbereich. Wie geht ein Kind zum Beispiel bestimmte Aufga-

ben an? Wie werden Denkschritte vollzogen oder Arbeitsschritte individuell geplant und ausgeführt? Ein weiterer Aspekt ist das Schicksal eines Kindes. Es gibt signifikante, das ganze weitere Leben eines Menschen bestimmende biographische Ereignisse, Unfälle, Krankheiten, Todesfälle, Verlust der Heimat oder eines Elternteiles. Auch Einzelheiten des Geburtsvorganges gehören dazu. EK: Es geht also nicht nur darum, das zu beschreiben, was man am Kind wahrnimmt, sondern auch andere Kenntnisse mit einzubeziehen? AS: Ja. Da können einem die Berichte der Eltern eine große Hilfe sein. Aber immer geht es um Tatsächliches, nicht um Annahmen, Vermutungen, Interpretationen oder Theorien, sondern um Beobachtungen, um Wahrnehmungen. EK: Worauf zielt dieses Sammeln von Tatsachen ab? AS: Dass man in ihnen und durch sie das Zusammenhängliche erfasst: Das Wesen eines Kindes. Denn das GeistigSeelische des Kindes selbst ist es, das die äußeren Tatsachen hervorbringt. Jede Einzelheit eines Äußeren ist Ausdruck des Wesens. Goethe spricht von dem »Auffinden eines prägnanten Punktes«, von dem aus sich einem das Wesen einer Erscheinung entgegenträgt, die Idee innerhalb eines sinnlich gegebenen Zusammenhangs.  EK: Wenn man diesen Punkt gefunden hat, versucht man dann die Eigenschaften des Kindes, sein Verhalten daraus zu erklären? AS: Nein, es ist eher so, dass man etwas findet, durch das man sich gefühlsmäßig in das Kind hineinversetzen kann. Man versucht, mitzuerleben, wie es sich anfühlt, wenn man immer mit offenem Mund dasitzt und MoMent  11/12 2012


in die Gegend träumt. Dann bemerkt man, da sinkt einem immer etwas weg. Das ist es, was einen mit dem Kind in Zusammenhang bringt. Man muss es nicht gleich verstehen. Der Lehrer oder Therapeut muss die Verfassung des Kindes in sich erleben, das ist das Entscheidende. EK: Es geht also um Einfühlung, Empathie? AS: Ja! Es geht darum, zu erleben: Das Kind kann ich in mir fühlen, weil ich etwas in mir habe, das mir bei mir selbst bekannt ist, und das ich deshalb bei ihm wiedererkenne. Ich kann mir sagen: »Ich erkenne Dich, denn ich bin Du!« Dadurch sagt mir das Kind, wer es ist. Indem ich es erkenne, bringt es sich selbst in meinem Erkennen, in meinem Blick hervor. Es »wird« derjenige, den ich in ihm sehe. Und in meinem Blick schließlich erkennt sich jetzt das Kind, empfindet sich wahrgenommen, kommt zu sich selbst. EK: Nun hat man diese Einfühlung, man empfindet sich wie das Kind. Geht man dann weiter zu einer Maßnahme, zu einer Entscheidung, wie man handeln soll? AS: Nicht gleich. Erst geht der Strom des Interesses zum Kind, dann beginnt das Kind sich in mir auszusprechen. Jetzt antworte ich wieder, und diese Antwort ist eine Seelenantwort, in der ich den Ausgleich aufbringe zu dem, was ich beim Kind als seine Schwäche erfahren habe. Diese Antwort zielt darauf ab, ein Gleichgewicht herbeizuführen, etwas zu heilen. Man fühlt, ein Kind braucht stärkere Struktur, ein anderes Ermutigung. Das ist zunächst nur eine gefühlte Antwort. Im kollegialen Gespräch kann man dann nach und nach versuchen, herauszufinden, was eigentlich vorliegt. Was drückt sich darin aus, dass sich ein Kind gegen die Umwelt abschottet? Die Maßnahme ist gar nicht das Ausschlaggebende, sondern dass die Erwachsenen sich dem Kind zuwenden und durch ihre Aufmerksamkeit, ihr Interesse, ihre Wärme für das Kind erwachen. Wer nach einer 11/12 2012  MoMent

Kinderbesprechung dem Kind begegnet, tritt ihm instinktiv mit einer anderen inneren Haltung gegenüber: Wenn ein Kind in seiner Haltung schlaff ist und mutlos, vielleicht gar hoffnungslos erscheint, wird der Erwachsene ihm vielleicht mit einer inneren Gebärde der Ermutigung, des SichAufrichtens entgegentreten. Er sagt nicht: »Nun sei doch etwas mutvoller«, sondern er trägt ihm in seiner Haltung das Mutvolle, Hoffnungsvolle entgegen. EK: Unabhängig von therapeutischen Maßnahmen ist also schon allein die Tatsache, dass man das Bewußtsein auf das Kind lenkt, von Bedeutung? AS: Ja. Das wirksamste therapeutische Mittel, das wir haben, ist die Kinderbesprechung selbst. Was man dann konkret unternimmt, das geschieht automatisch, man überlegt nicht lange. Man rutscht gleichsam von selbst in eine therapeutisch wirkende Gegenbewegung zu einer wahrgenommenen Schwäche. Man entdeckt viele Möglichkeiten, durch den Unterrichtsstoff therapeutisch zu wirken. Einem Asthmatiker zum Beispiel habe ich damit geholfen, dass ich mit ihm täglich geflötet und ihm damit sein Ausatmen erleichtert habe. Nach ein paar Jahren hatte er sein Asthma überwunden. EK: Wie wird das Kind weiter begleitet? Gibt es bestimmte Zeiträume, nach denen man sich wieder bespricht und das Kind erneut anschaut? AS: Es ist natürlich sinnvoll, einem Kreis, in dem das Kind besprochen wurde, nach einer gewissen Zeit zu erzählen, was sich verändert hat. Und dann vielleicht nach einem Jahr erneut. Aber man kann auch erleben, wenn man ein Kind in der zweiten Klasse bespricht, dass man es in den folgenden Jahren nicht mehr zu besprechen braucht. Durch die Besprechung und die Art, wie die Lehrer danach mit ihm umgehen, stellt sich ein einigermaßen harmonisches Verhältnis des Kindes zu sich selbst ein. Und darum geht es eigentlich, dass das Individuelle des Kindes, das GeistigSeelische, mit sich selbst ins Reine kommt. EK: Gibt es Bedenken oder Probleme, die mit

Kinderbesprechungen verbunden sind? Immerhin geht man auf sehr persönliche und intime Weise mit dem Kind um. AS: Das Problematische liegt darin, dass man oft nicht so spricht, als wäre das Kind dabei. Man müsste sich stets bewusst sein, dass jedes Negativurteil eine Kränkung des Kindes darstellt. Es geht nicht um positive oder negative Urteile, sondern darum, dass das Kind sich in den Anwesenden auszusprechen beginnt. Manche haben ein Problem mit dem Sich-in-Einklang-Versetzen. Sie sagen: »Ich trete dem Kind dadurch zu nahe«. Eigentlich fürchten sie sich davor, sich selbst ein Stück weit zu verlassen und in etwas einzutauchen, was ihnen nicht so ganz geheuer ist. Wenn jemand das Wachstum einer Pflanze mitmacht, dann sagt er ja auch nicht, ich trete der Pflanze zu nahe. Und so versuchen wir, in der Individualgebärde des Kindes sein Wesen zu erkunden. EK: Nehmen an Kinderbesprechungen auch Eltern teil? AS: Wenn es geht. Ich befürworte, dass die Eltern beim Sammeln der Wahrnehmungen dabei sind. Ich habe viele Besprechungen im kleineren Rahmen mit Eltern gemacht. In eine Konferenz mit 50 Lehrern würde ich die Eltern nicht so gerne einladen, das würde die meisten überfordern, denn das Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern ist tiefgründiger, vielschichtiger und sehr intimer Natur. Aus diesen Gründen ist es leicht störbar. Das würde ich nicht wollen. Ich würde das Kind immer mit den Eltern allein besprechen. EK: Sollten die Eltern informiert werden, wenn eine Kinderbesprechung stattfindet? AS: Unbedingt! Keine Schülerbesprechung, ohne den Eltern zu sagen, was wir versuchen wollen und in welcher Form. Und keine Schülerbesprechung, ohne danach den Eltern eingehend davon zu berichten. Anna Seydel war lange Zeit Klassen- und Seminarlehrerin in München und hat vor kurzem das Buch »Ich bin Du – Kindererkenntnis in pädagogischer Verantwortung« veröffentlicht. Das Buch gibt es bei www.waldorfbuch.de |

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Geschmäcker sind verschieden – also auch das Menü Der Biohof Adamah hat unsere Schulküche übernommen – und Fred Samec lernt zum vierten Mal kochen

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atürlich bin ich immer noch in gewisser Weise in der Startphase“, berichtet Fred Samec. „Bin am Austesten, was für die Kinder gut ist, was ihnen schmeckt, was bei ihnen ankommt und wie weit ich gehen kann.“ Kürzlich etwa, als er Wok-Gemüse zubereitete – „da sind wirklich viele gekommen. Und da wusste ich: Aha, da geht was.“ Dann wieder leitete er eine indisch inspirierte Phase ein, probierte, beobachtete und variierte.“ Das ist mir einfach wichtig, dass eine Vielfalt drinnen ist – und nicht nur immer Polenta auf den Tisch kommt.“ Nichts gegen Polenta, aber gerade bei Schulkindern ist Abwechslung das Um und Auf. Die Schulküche der Rudolf Steiner-Schule in Wien-Mauer ist diesen Herbst vom Biohof Adamah übernommen worden. Gerhard Zoubek, der Pionier in Sachen Gemüsekisterl-Zustelldienst aus dem Marchfeld hatte gerade eine Küche für seinen Betrieb gesucht – während gleichzeitig unsere Schule den Küchenbetrieb auf neue Beine stellen wollte. Und mit Fred Samec wählte Zoubek schließlich einen Küchenchef, der wunderbar in die Schulgemeinschaft hineinwachsen könnte. Von seiner Vorgeschichte her ist er breit gefächert: Das erste Mal kochen gelernt hatte er in einem Haubenlokal in der Wiener Innenstadt. Doch dieser 7–24 Uhr-Job, „der war mit meiner Gesundheit und meinem Familienwunsch mit der Zeit nicht mehr vereinbar“, erinnert sich Samec. Er wechselte zur makrobiotischen Küche – „das war das zweite Mal, als ich Kochen lernte“. In einem makrobiotischen Lokal, kombiniert mit einem Bioladen, lernte er dann seine Frau kennen. Nach der Umwidmung des Restaurants in ein Yogastudio machten sich die beiden selbstständig und eröffneten ihren eigenen Bioladen. Doch schon nach einem Jahr stand wieder eine Entscheidung an: Zwischen dem Zeit- und Kräfte zehrenden ob im Laden – und der Familie. Die Entscheidung fiel – und Samec ist nun Vater zweier Töchter. In der Biobranche blieb 28 |

er aber und wurde schließlich gefragt, ob er denn nicht für „Yum! Enerchifood“ ein Catering nach Prinzipien der Fünf-Elemente-Küche machen könnte. „Es war ein Sprung in’s kalte Wasser. Ich hatte bis dahin ja nur dieses berühmte Poster mit den nach den Elementen geordneten Lebensmitteln gekannt.“ Kurz: „Ich lernte ein drittes Mal kochen.“ Und jetzt? „Jetzt habe ich das Gefühl, dass wir nicht mehr mit der vollen Last der Verantwortung, sondern mit dem Rückhalt vom Biohof Adamah doch noch unseren Traum von Lokal und Bioladen verwirklichen können. Das Bioladen-Feeling ist wieder da.“ Seine Frau, von der er sich im Privaten inzwischen getrennt hat, ist beruflich wieder mit von der Partie und kümmert sich um das neu aufgestellte Büffet, sie entwirft immer wieder neue Kuchen und Kekse die es in Zukunft auch Vegan und glutenfrei geben soll, „Ich bin froh dass sie dabei ist“ sagt er „die Erfahrungen die wir gemeinsam gemacht haben machen sich jetzt richtig bezahlt“. Da wird beispielsweise jetzt auch milchfreie und zuckerfreie Schokolade angeboten. Den Schülern gefällt’s und die Umsätze in diesem Sektor haben sich inzwischen verfünffacht. Während Fred Samec selbst in der Küche wieder einmal am Lernen ist und sich derzeit in die Ernährungsprinzipien nach Rudolf Steiner einliest. Alles kann natürlich nicht eins-zueins umgesetzt werden, denn sonst gäbe es beispielsweise Polenta überhaupt nicht mehr, da die Schulküche samstags ja geschlossen ist. Aber wenn es mal Reis gibt – dann möglichst am Montag. Und Roggen eher am Donnerstag. Aber das kann dann durchaus auch ein „Waldstaude Urroggen“ sein: „Ich hätte ja nie gedacht, dass das ein Produkt sein könnte, das Kinder anspricht“, aber aus seiner Erfahrung die er mit einem befreundeten Demeterbauern auf Biomärkten sammeln konnte weiß er dass Kinder diese Roggenform lieben. Urgetreide, alte Gemüsesorten wie die Karottenrarität Purple Haze und die unterschiedlichsten Gewürze – alles kann in der neuen Schulküche ausprobiert und für die verschiedensten Geschmäcker kombiniert werden. Natürlich könnte man’s sich auch einfach machen: „Bei Lasagne weiß ich, da sind locker 150 Kinder dabei.“ Aber es soll ja auch Neu-

gierde geweckt und Neues entdeckt werden. „Man kann bei mir auch sehr gerne einfach einmal nur zum Kosten kommen – und wenn’s schmeckt, wird dann vielleicht eine ganze Mahlzeit gekauft“, bietet Samec an. Anbieten möchte er künftig auch Vorträge und Kochkurse, bei denen man dann noch ins Detail und in die Tiefe gehen kann. „Für viele ist Bio ja nur ein Wort. Da kann noch viel mehr Bewusstsein geweckt werden.“ Die ersten Hürden sind jedenfalls genommen und das Angebot wird angenommen. Die täglich verkauften Mahlzeiten wurden seit dem Neustart glatt verdoppelt. „Die Anforderungen für uns in der Küche sind dadurch natürlich auch deutlich größer geworden. Aber das Team steht jetzt – und das muss ich schon betonen: Ohne diesem Team wäre das alles einfach nicht möglich.“ Und der Blick in den Essensraum? „Das ist einfach schön anzuschauen, wie voll der jetzt oft ist. Und was mich besonders freut ist: Dass auch größere Jugendliche da sind, die immer wieder kommen.“ Roman David-Freihsl Nähere Informationen: www.adamah.at www.oh-koch.com

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DANK FÜR EINE LANGJÄHRIGE ARBEIT

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Claudia Peham

ast 13 Jahre hat ein hilfsbereiter Geist unsere Schulküche geführt, durch leichte und schwere Zeiten. CLAUDIA PEHAM, aber auch MARTINA FABIAN und ihre HelferInnen haben jeden Schultag ein Essen für Schüler, Lehrer und Kindergartenkinder bereitet; sich jeden Tag eingesetzt, oft auch nachts und in den Sommerferien, mit vielen extra unbezahlten Arbeitsstunden, immer bemüht qualitätsvolle Speisen anzubieten. Auch die Organisation, den Einkauf und die Abrechnung der Küche hat Frau Peham geleistet. Nachdem sie sich mit der anthroposophischen Ernährungslehre beschäftigt hatte, wurde unsere Schulküche sogar auf Biokost umgestellt. Wie viel Energie da der Schule geschenkt wurde, ist von außen wohl gar nicht zu ermessen. Es bleibt allen, die satt geworden sind, die einen Treffpunkt fanden, die ihre Kinder gut verköstigt wussten nur, einen ganz großen DANK auszusprechen für diesen enormen Einsatz. Ohne die Hilfe vieler Hände, vieler großzügiger Herzen könnte das soziale Leben einer Rudolf Steiner-Schule niemals gedeihen.

Ein „Danke“ … an

WIR DANKEN CLAUDIA PEHAM, MARTINA FABIAN UND ALLEN HELFER/INNEN FÜR IHREN LANGJÄHRIGEN EINSATZ. Regula Hetzel

Danke für das alles und für vieles mehr … sagt im Namen der Schulgemeinschaft

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uch ich möchte mich diesem Dank ganz herzlich anschließen und in Bezug auf die Ernährungslehre bemerken, dass diese neben den täglichen Mahlzeiten und neben der bereits erwähnten Umstellung auf Biokost auch vielen Klassen während ihres Küchenpraktikums zugute kam. Vom letztjährigen berichte ich kurz und lasse dann einige Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen. Frau Peham sprach mich bereits gegen Ende der 6. Klasse auf das bevorstehende 7. KlassKüchenpraktikum an und ich erlebte in ihrem gut durchdachten Konzept die reiche Erfahrung der vergangenen Jahre. Was aber vielleicht nicht alle wissen, Frau Peham verfügte auch über beträchtliche Erfahrung im Unterrichten! Ganz überrascht folgten nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch ich ihrer sowohl bildhaft und pädagogisch gut durchdachten als auch heiter-witzigen Schulstunde, in welcher sie uns auf das Küchenpraktikum vorbereitete. Das ist und bleibt mir in lebendiger Erinnerung. Vielen Dank dafür! Alle weiteren Erfahrungen machten dann die Schülerinnen und Schüler, welche jeweils zu zweit eine ganze Woche von 8:00 – 12:00 Uhr in der Küche mitarbeiteten:

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120 bis 140 warme Mahlzeiten ... es soll gesund sein und schmecken vom Kindergarten bis in die Oberstufe ... es muss geplant werden, einkaufen und Preise vergleichen ... rechtzeitig liefern, tragen und Vorräte bedenken ... für Feste und Praktika Geschirr verleihen und beraten, planen ... das Buffet für die Pause fertig haben – umstellen auf Elternwunsch ... und vieles mehr, was man nur durch Blicke hinter die Küchentür erfahren konnte ... 13 Jahre lang ... und beim Martinigansl waren es rund 200 Portionen an einem Tag ... abrechnen, sparen, unterstützen und helfen ... Wer zählt die Marmeladen für den Bazar? ... Wer die Gläser mit Kräutersalz?

„Es war mal was anderes. Und es war interessant, für so viele zu kochen! Wie viele Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten,... man da schälen muss. Manchmal war es auch stressig, aber meistens lustig. Vielen Dank für die schöne Woche!“ „Am ersten Tag war es nicht einfach; wir haben einmal die Maschine zum Verstopfen gebracht. Am zweiten Tag war es ziemlich gut und am letzten Tag mussten wir über hundert Kartoffeln schälen.“ „Es war schön, aber auch anstrengend. Jetzt habe ich auch einmal gesehen, wie viel Arbeit es in so einer Küche gibt, die jeden Tag für über 100 Schüler kocht.“ „Es war manchmal anstrengend, am meisten wie wir Kartoffeln schälen mussten. Manchmal war es auch sehr lustig, weil wir reden und uns während der Arbeit lustige Sachen erzählen durften. Bevor wir noch angefangen haben, haben wir einen Zettel bekommen. Darauf sind alle Hygienevorschriften gestanden, die wir auch alle eingehalten haben. Mit jedem Tag durften wir mehr alleine machen. Sehr gut geschmeckt hat mir der gebackene

Herta Hans Fisch mit dem bunten Gemüsereis, aber am besten war die Fleischlasagne. Was mir nicht gefallen hat, war das Haarnetz. Dieses Ding hat mich echt genervt.“ „Ich fand es sehr interessant und schön zu sehen, was alles gemacht werden muss, um eine Schule zu ernähren.“ „Egal, wie schwer die Arbeit in der Küche war, es hat sich ausgezahlt. Wir bekamen nämlich immer etwas Gutes zu essen. Wir mussten z.B. 40 kg Karotten und Kartoffeln schälen oder 20 kg Fisch panieren. Danke, dass wir das Erlebnis in der Küche haben durften.“ „Es war eine schöne Erfahrung in der Küche in so großen Mengen zu kochen. Was mir nicht so gut gefallen hat, war das Zwiebelschälen.“ Mir bleibt nun noch, auch Frau Fabian ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit und all ihre Bemühungen zu danken! Christine Bolleter Lehrerin der 8. Klasse

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Im Lichte, das aus Geistestiefen Im Raume fruchtbar webend Der Götter Schaffen offenbart: In ihm erscheint der Seele Wesen Geweitet zu dem Weltensein Und auferstanden Aus enger Selbstheit Innenmacht. Spruch für den 5. - 11. Mai aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner

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s war ein großes, ein reiches Leben, das von Agnes Kühne. Dem gegenüber kann dieser Nachruf nur zu einer Skizze geraten. Was hat Agnes Kühne nicht alles bewirkt und bewegt - und vor allem wie? Da entdeckt man immer wieder Zielgerichtetheit, Treue ihren Vorsätzen gegenüber und die Sicherheit, auf dem rechten Weg zu sein. Gerade diese strahlte sie aus und ließ einen nicht nur erleben, da ist jemand, der weiß, was er will, sondern der will, was er weiß. Und dabei handelte es sich vielleicht nicht immer um ein vordergründiges, einsehbares Wissen, viel eher um eines, das aus den Tiefen der Seele aufsteigt und die Handlungen, die daraus als Notwendigkeit folgen, die Aufgaben, die ergriffen werden, überstrahlt. Ja, dieses Strahlen, wie konnte man das bei Agnes Kühne erleben - auch noch in ihren späten Lebensjahren: jugendlich, frisch, klar, hell. Und der, der dieses besondere „Klima“ nicht nur als eines des Geleitet-Seins erlebte, vielmehr wie eines des Sich-Erinnerns an einmal gefasste Entschlüsse, der 1946 in ihr Leben tretende und sie seit ihrer Verlobung 1950 bis zu ihrem Tode begleitende Tobias Kühne, schrieb 30 |

davon als Antwort auf die vielen Beileisbekundungen: „ … Auch ich stehe staunend vor diesem Leben voller Tatkraft und Zielgerichtetheit. Da wurden offenbar vor dem Eintritt in das Erdenleben ganz feste Entschlüsse gefasst, zu deren Verwirklichung wohl auch ich auserwählt wurde. So entstand eine unauflösliche Gemeinschaft.“ Am 7. Mai 1928 wurde Agnes Kühne als drittes Kind des Pfarrers Martin Borchart in Stuttgart geboren. Der Vater gehörte dem Gründerkreis der Christengemeinschaft an und die Familie lebte zunächst in einer Wohnung im Priesterseminar und dann bis zur Ausbombung 1944 im neu errichteten Gemeindehaus der Christengemeinschaft. Diese besondere Beziehung klingt nochmals bei dem Hingang von Agnes Kühne leise an: Am 15. September starb sie – am 16. September vor 90 Jahren war der „Geburtstag“ der Christengemeinschaft. Dass sie in die Waldorfschule in Stuttgart, die „Mutterschule“, gehen sollte, war klar – nur beinahe nicht mehr möglich, da die Nationalsozialisten ein Jahr vor Agnes‘ Schuleintritt einen Aufnahmestop verfügt hatten – diesen aber ein Jahr später, 1935, pünktlich zum fälligen Schulbeginn, wieder aufhoben. So hat sie es also doch geschafft – zumindest bis zum Jahr 1938, dann wurden die Waldorfschulen in Deutschland und Österreich endgültig verboten – bis auf die Waldorfschule in Dresden, die noch bis 1941 weiterarbeitete. Um Agnes den weiteren Besuch einer Waldorfschule zu ermöglichen, übersiedelte also ihre Mutter mit ihr für ein Jahr dorthin. Den Schrecken des 2. Weltkrieges erlebte die Familie zusammen in Stuttgart - und da konn-

ten die Eltern etwas von diesem besonderem Geführt- Sein der jüngsten, doch inzwischen 16 Jahre alten Tochter erfahren: Es kam einem Wunder gleich, wie sie einen Bombenangriff im Luftschutzkeller überlebte, als eine durch die Detonation aus den Angeln gerissene schwere Stahltür nur deswegen Agnes um wenige Zentimeter verfehlte, weil sie gerade den Kopf im Schoß der Mutter barg. Die schrieb dann in ihr Tagebuch, als schließlich das ganze Haus zerstört war: „Wir hatten das Bewusstsein, dass uns Agnes gerettet ist.“ Als gleich nach dem Kriegsende die Waldorfschule in Stuttgart wieder eröffnet wurde, gehörte Agnes zu den Schülern, die halfen, das zerstörte Schulgebäude wieder notdürftig herzurichten, um dann mit dem Einstieg in die 11. Klasse noch zwei Jahre die Schule zu besuchen. Wiederum pünktlich, denn dort in der Parallelklasse begegnete sie 1946 ihrem späteren Mann, Tobias Kühne… Während dieser Zeit erlebte sie etwas, das sich später in Wien nicht nur wiederholte, sondern steigerte: Ihre Eltern hatten ein offenes Haus für Jugendliche, die nach dem Krieg in Stuttgart zur Waldorfschule gehen wollten und einen Pensionsplatz brauchten. Ab dem Jahr 1979 öffnete das Kühne‘sche Haus im Wiener Jesuitensteig 19 seine Tore für bis heute gezählte 1600 Herbergsuchende aus aller Welt. Oft hatten diese Gäste Verbindung mit der Waldorfpädagogik und viele waren es, die nach der Wende aus den Ostländern kamen. Bevor wir Agnes und Tobias Kühne in Wien finden, absolvierte sie zuerst die Matura und dann ihr Musikstudium – Viola – in Stuttgart, Zürich und Trossingen. Tobias Kühne studierte inzwischen Cello in Paris. 1956 fand die Hochzeit statt, und sie folgten einem Ruf an das KonservatoriMoMent  11/12 2012


… voller Tatkraft und Zielgerichtetheit im Gedenken an Agnes Kühne Tobias Richter

um nach Cali in Kolumbien (Südamerika), wo ihr Sohn Markus zur Welt kam. Nachdem der Arbeitsvertrag dort ausgelaufen und die Zukunft offen war, wurde Tobias Kühne an die Musikhochschule nach Wien berufen. Das war zwar verlockend – nur nicht, dass es dort keine Waldorfschule gab. Doch eine solche würde sich wohl gründen lassen, bis zur Schulreife des dreijährigen Sohnes. Das gelang nicht - die Schwierigkeiten waren doch größer als gedacht… Allerdings fanden sich einige gleichgesinnte Eltern zusammen und so konnte Markus 1963 in eine als „häuslicher Unterricht“ geführte Waldorfklasse eingeschult werden. Diese Schulinitiative führte schließlich drei Jahre später zur Gründung der ersten Rudolf Steiner-Schule in Österreich nach dem 2. Weltkrieg. 1962 war Johanna geboren, die mit zwei Jahren, wie es damals Vorschrift war, gegen Pocken geimpft werden musste – und dadurch einen Impfschaden erlitt. Ihre geistige Entwicklung stockte und sie blieb auf dem Stand eines dreijährigen Kindes. In Wien gab es jedoch für seelenpflege-bedürftige Kinder keine anthroposophischheilpädagogische Einrichtung. Diese galt es als nächstes zu gründen. Dazu wurde das Haus im Jesuitensteig erworben, wo in der unteren Etage die ersten Klassen der „Karl Schubert Schule“ durch 7 Jahre hindurch ihre Heimstätte hatten. (Karl Schubert, den Agnes Kühne kannte, war der erste Lehrer an der Stuttgarter Waldorfschule, dem Rudolf Steiner die pädagogische Kompetenz zusprach, eine heilpädagogische Klasse, die sog. „Hilfsklasse“, zu führen.) Zunächst besuchte Johanna diese Schule, wurde dann aber in die familiäre Obhut übernommen, von der Mutter mit großem Engagement betreut und in Kontakt mit unterschiedlichsten Therapeuten 11/12 2012  MoMent

weit über die Grenzen Österreichs hinaus gebracht - in Sorge, nichts zu versäumen, was dieses besondere Schicksal erforderte. Im Jahr 2000 verstarb Johanna. Inzwischen waren zwei weitere Töchter geboren – und nicht nur diese, auch die beiden Schulen wuchsen heran. Agnes Kühnes Thema der Lebensgemäßheit wurde jetzt auf einem andern Feld energisch fortgeführt: Nahrungsmittel aus biologisch-dynamischem Anbau waren in Wien schwer zu bekommen. Also richteten Kühnes im Keller ihres Hauses eine Demeter-Milch-Verteilung ein; bald kamen Gemüse, Brot, Fleisch, Eier und Obst – später sogar Südfrüchte hinzu. Dieser „AbHof-Verkauf“ wurde vom Marktamt äußerst aufmerksam und kritisch verfolgt – doch wofür sich Agnes Kühne einsetzte, konnte ihrer Treue sicher sein. Sie ließ sich in nichts beirren, führte zu Beginn selbst alle Bestellungen durch, machte die Buchhaltung – später halfen ihr dabei einige „Konsumentinnen“ - und war glücklich über diese Demeter-Katakombe, die es von 1973 – 1991 gab. Lebensgemäßheit – diese war für Agnes Kühne aufs heftigste bedroht, wenn sie daran dachte, dass in Österreich ein Atomkraftwerk errichtet werden sollte. Bei der Volksabstimmung 1978 gegen Zwentendorf („Atomkraft - Nein Danke“) war sie nicht nur eine Frau der ersten Stunde, sondern ein unerschütterlicher Fels in dem heftig wogenden Für und Wider. Bei Agnes Kühne gab es eine „Widerstandszelle“, dort trafen einander viele der Atomkraftgegner und bereiteten Flugblätter für den Versand vor. Mehr als 40 000 waren es, die mit dazu beitrugen, dass die Abstimmung zugunsten der Lebensgemäßheit, zugunsten der Lebenssicherheit ausfiel. Wie schaffte sie das alles? Sie war von Musik umgeben – und unter den Künsten ist die Musik diejenige, die den Beinamen einer Sozialkunst mit Recht verdient:

Sie führt Menschen zusammen, überwindet Grenzen und vermag so die Menschen ihrem Menschentum zuzuführen. Das, was sich bei Agnes Kühne als Streben nach Lebensgemäßheit darstellt, war nicht mehr und nicht weniger als eine unermüdliche Bemühung um Menschengemäßheit. Ja, Agnes Kühne hatte sich für die Musik entschieden – und auch diesem Entschluss hielt sie die Treue – obwohl sie ihre Instrumente wechselte und ganz andere Ensemble schuf… Nun spielt sie wieder in einem neuen – vielleicht gelingt es, dort hineinzulauschen, wie nur sie es konnte. Am 15. September 2012 ist Agnes Kühne verstorben. Sich selbst erschaffend stets Wird Seelensein sich selbst gewahr; Der Weltengeist, er strebet fort In Selbsterkenntnis neu belebt Und schafft aus Seelenfinsternis Des Selbstsinns Willensfrucht. Spruch für den 15. - 21. Sept. aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner

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MoMent im Gespräch

Ernst Reepmaker

Das Gespräch mit Ernst Reepmaker (R) führte Jörg Schmiedbauer (S) S: Du warst, mit Deiner Frau Brigitte, viele Jahre Eurythmie-Lehrer an unserer Schule. Ihr beide habt den Mut gehabt immer wieder Neues zu versuchen, immer wieder zu fragen, wo Eurythmie mit ihrer Kraft in Kontakt zu treten vermag mit dem, was im heutigen Leben passiert! R: Wie kann Eurythmie phantasievoll in Beziehung treten mit der Wirklichkeit, womit die Schüler selbst verbunden sind? Das war eigentlich immer mein Anliegen. S: Jetzt gibt es wieder eine neue Spiraldrehung in Richtung Neu-Fassen, auch neu organisieren? R: Also einmal indem ich Festivals organisiere, wie das im Februar (siehe Anzeige), wo junge und an einem modernen Ansatz interessierte EurythmistInnen ihre Produktionen zeigen werden. Ich habe gemeinsam mit Wiener Bühnenkünstlern das Centrum für Dramaturgische Studien, CDS gegründet, das ein Forum ist, wo die Zeitkünste miteinander in Dialog treten. Wir planen ein

Kulturhaus, wo eine Infrastruktur entstehen soll für professionelle und interdiszipli­näre Bühnenarbeit. Auch eine neue, professionell arbeitende Eurythmie Compagnie wurde gerade von uns gegründet. S: Was dem Ganzen Spannung gibt ist Dein Nachfragen, wie Eurythmie so mit aktuellen Ausdrucksformen von Kunst in Dialog treten kann, dass sie wahrhaftig wird und nicht formenhaft. R: Da beschäftigt mich das ‚Kopieren‘. Wenn man z. B. aktuelle Eurythmie-Abschlüsse sieht, die genauso aussehen wie meine Abschlüsse vor 28 Jahren, und meine Abschlüsse damals waren bereits eigentlich schon Wiederholungen von Wiederholungen, irritiert mich das richtig. Wenn vieles in der Eurythmiewelt, natürlich variiert, aber doch formalisiert und auf Wiederholung angelegt ist, entsteht weder ein zeitgenössischer noch ein Zukunftsbezug. Ich finde, das ist ein drängendes Problem und da will ich ansetzen so gut ich kann. Ich

S: Beim Cherubini Requiem warst du der Fadenhalter verschiedenster künstlerischer Inputs.

Sonntag, 9. Dezember und Mittwoch, 26. Dezember 2012 Sonntag, 6. Jänner und 3. Februar 2013 Samstag 19. Jänner 2013

R: Mich interessieren diese verschiedenen Cross-Over Bezüge: z. B. Generations übergreifend – also von Schülern bis Eltern, von Laien bis Profis, eine ganze Bandbreite, die mitgemacht haben, dann die verschiedenen Kunstbegegnungen, wie bildende Kunst, hörbare Kunst, sichtbare Tanz-Kunst, Licht-Kunst. Und noch ein wesentlicher Aspekt – es gab sieben ChoreographInnen, die jeweils ein bestimmtes Stück des dramaturgischen Verlaufs gestaltet haben und dadurch konnte der Zuschauer in sieben unterschiedliche Stile hineinschauen. Wir planen wieder eine sol­ches Community Eurythmie Projekt.

9:45 für die Kinder 10:30 für Erwachsene (Kinderbetreuung mit Frau Helga Freihsl und Frau Elfriede Graf)

S: Dieses kleine Festival im Februar zielt jetzt mal drauf, eurem Zentrum einen Namen zu ma­chen.

Die Christengemeinschaft

Bewegung für religiöse Erneuerung WIEN-SÜD

Studienstätte - 1230, Speisingerstraße 253 Gottesdienst –Winter-Termine 2012/13:

Evangelienkreis „Das Lukasevangelium“: montags um 8 Uhr in der Studienstätte. Lesekreis „Das fünfte Evangelium“: 18.12. , 8.1., 5. und 26.2., 19:30 Uhr bei Frau Erika Bayer, Rudolf Waisenhorngasse 41

Termine im Gemeindezentrum Wien-Mitte: Sonntag, 30.12.: Kammerkonzert W.A. Mozart, S. Rachmaninov Klavier: Wladimir Borodin, Violine: Yaromyr Babsky, Violoncello: Ursula Hielscher Montag, 31.12.: Silvestergespräch mit Abendandacht, gemeinsamer Jahresrückblick, Licht entzünden, Musik Fragen und Anregungen richten Sie bitte an: M. Culda Tel. 01 923 38 36, E-Mail: monicaculda@hotmail.com

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gehe den Weg, Eurythmisten mit unterschiedlichen Kontexten und Kunstmedien in Auseinandersetzung zu bringen, denn dann können sie aktuelle Formen produzieren, die diesen Situationen entsprechen und werden sich und ihre Kunst so ständig wandeln. Das interessiert mich!

R: Ja, aber vor allem dem Publikum die Möglich­keit zu geben, neue Produktionen wahrzunehmen: moderne Eurythmie oder auch klassische Eurythmie, von Künstlern, wo ich den Ein­ druck habe, sie sind wirklich Meister in ihrem Fach. Ich versuche damit u.U. ein neues Publikum zu erreichen und aber auch, dass junge Leute, die Eurythmie in der Schule erlebt haben, sich mal die Möglichkeit geben, ganz andere Bilder von dieser Kunst zu bekommen. MoMent  11/12 2012


CDS Forum - 08/09/10.02.13. OFF Theater, 7. Wien, Kirchengasse 41

EURYTHMIE PERFORMANCE FESTIVAL

Samstag, 9. Feb. 13 / 20:00h. €15,-/€10,- Meisterin des Handwerks!

Bettina Grube - DIE ROSE VON JERICHO Freitag, 8. Feb. 13 / 20:00h. €15,-/€10,- Eine neue Generation!

Freitag, 8. Feb. 13 / 21:30h. € 10,-/€ 8,- Vielversprechendes Talent!

Der Tod kann gefürchtet oder ersehnt werden... Was aber wissen wir vom Übergang zwischen Leben und Tod? Zeitgenössischer Tanz trifft Eurythmie: BETULA MENTE führt auf eine zutiefst nachdenkliche, zartfühlende Reise zu einer der Urfragen unseres Daseins... Konzept, Choreographie & Tanz: Miranda Markgraf und Rebecca Ristow / Co-Choreographie: Bettina Grube / Dramaturgie: Alexander Seeger / Komposition, Klavier: Nicolas Krüger und Philip Mancarella / Kostüm: Kulla Jossifidis / Sound, Licht: Julian Hoffmann.

…takes its first inspiration from a study on the correspondences between philogenesis (the development of life on earth) and ontogenesis (the development of a human being). Life is like a theorem, it follows lines and shapes which repeat themselves, which are the same for every natural manifestation, which follow exact, detectable laws. And though, the theorem always meets the unforeseen, the unexpected. And it is this unpredictability, this chaos which diversifies nature in its beauty. Konzept & Eurythmie: Elisa Martinuzzi / Licht: Julian Hoffmann.

Ristow & Markgraf – BETULA MENTE

Elisa Martinuzzi - INCOMPLETE THEOREMS…

Facettenreich, tiefgründig, unterhaltsam und heiter. Wo hast du deine Sprache verloren, Maria? Monolog frei nach Christine Brückner aus: ungehaltene Reden ungehaltener Frauen mit Auszügen aus der Fantasie in fis-Moll von Carl Phillip Emanuel Bach / Adagio aus der Sonate in c-Moll von Franz Schubert / Haddekar Silbenfantasie von Eric Sommerström /Maske: Matthias Winter / Scherzo und Trio a.d. Sonate in A-Dur von Franz Schubert / Die Alte aus: Erinnerungen an einen, der nur einen Tag zu Gast war von Botho Strauß mit musikalischem Fragment aus Dream Images aus Makrokosmos von George Crumb. Eurythmie: Bettina Grube / Sprache: Roswitha Meyer-Wahl / am Flügel: Silke Farenholtz / Regie: Rob Barendsma / Licht: J. Hoffmann. Samstag, 9. Feb. 13 / 21:30h. €14,-/€10,- Faszinierende Performance!

P.O.M. piece of me - SEHNEN

CDS Forum präsentiert im Wiener OFF Theater – 08/09/10. Feb. 2013

EURYTHMIE PERFORMANCE FESTIVAL Das OFF THEATER 7. Wien, Kirchengasse 41 Fr. 08.02.13 / 20:00h. Ristow & Markgraf BETULA MENTE

Karten: 0699 10074027 office@cds-wien.at

Fr. 08.02.13 / 21:30h. Elisa Martinuzzi

INCOMPLETE THEOREMS

So. 10. Feb. 13 / 10:30h. €10,-/€6,- Für die Familie: 1. Preisgewinner!

© Martinuzzi

Der kleine Muck oder die Kunst trotzdem groß zu sein. Nach Hauff.

©HelmutHergarten.de

Sa. 09.02.13 / 20:00h. Bettina Grube und Co. DIE ROSE VON JERICHO Sa. 09.02.13 / 21.30h. Schulte & Rennhack SEHNEN

©roger rossell

Lisza Schulte und Isabelle Rennhack sprechen und singen mit Bewegung. Die beiden Frauen beginnen in ihren Choreographien, in teilweisen schrägen und witzigen Episoden zu erzählen: „Da gab es einen Milchbrei um den Mond herum, um diesen alten Mond, einen ganz dünnen Milchbrei, in dem gelebt wurde. Aber in einem dünnen Milchbrei lebt der Mensch auch heute noch, wenn er ungeboren ist.“ (Steiner: GA 354) „Sie erzählen zum Beispiel ohne daß ein hörbares Wort fällt. Sie erzählen in ihrer eigenen und unverbrauchten Weise von einer Welt, die entzaubert und bezaubert werden will, ohne darin den Schrecken und die Unvernunft zu verlieren.“ (Hans Wagemann) Regie und Choreographie: Lisza Schulte & Isabelle Rennhack.

©Burkhard Scheibe

So. 10.02.13 / 10:30h. Eurythmie Theater Orval / DER KLEINE MUCK

Weitere Infos www.cds-wien.at

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Eurythmietheater Orval. Wer klein und schmächtig ist, muss um so ideenreicher und mutiger sein – oder über Zauberkräfte verfügen, um sich behaupten zu können. Der kleine Muck aus dem Märchen von Wilhelm Hauff ist so ein Außenseiter. Ausgelacht und verstoßen, weil er kleinwüchsig ist, bekommt er seine große Chance, als er an Pantoffel gerät, die ihn an jeden Ort der Welt fliegen. Ganz zu schweigen von dem Spazierstock, mit dem er Gold aufspüren kann. Vor allem aber guter Charakter, Mut und Pfiffichkeit helfen ihm am Ende, den bösen Sultan auszutricksen. Eurythmie, Gitarrenmusik und Schauspiel verschmelzen zu einem phantastischen Zaubermärchen voller Humor, Wärme und Einfallsreichtum. Farbenfrohe Kostüme, mitreißende Musik und sprechende Bewegung erzeugen zusammen ein Feuerwerk der Phantasie – vor allem aber ein Bühnenereignis für Groß und Klein. Eurythmie: Angelus Huber, Danuta Swamy von Zastrow / Schauspiel: Marcus Pickering / Musik: Roberto H. Salgado / Kostüm: Katja Nestle / Licht: J. Hoffmann / Ko-Regie: Be. Grube / Regie: Rob Barendsma.

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Ein neues Kinder- und Jugendbuchgeschäft „Die FABELWELT“ Agnes Wenninger (ehemalige Schülerin unserer Schule) und Lona Szep haben am 15. November in der Schleifmühlgasse 6 – 8, im vierten Bezirk ein neues multilinguales Kinder – und Jugendbuchgeschäft eröffnet. Neben ausgesuchten deutschsprachigen Büchern findet sich hier gut sortierte Kinderliteratur aus allen Ecken der Welt, in der jeweiligen Landessprache. Dazu werden Workshops, Lesungen und allerlei handgemachte Accessoires und nette Kleinigkeiten von Wiener Jungdesignerinnen angeboten. Das wunderschöne Geschäftslokal im Wiener Freihausviertel lädt mit seinem gemütlichen Mobiliar vom Möbeldepot zum Verweilen ein. Bei selbst gebackenen Kuchen, Saft, Tee, Kaffee und kleinen Leckerbissen gerne auch ein bisschen länger. kinderbuecher.fabelhaft@gmail.com Tel: 0650 811 71 93 oder 06991 246 51 95

Perone Ruben Alberto Brigitte Reepmaker

Tango, Valse, Milonga Für alle Niveaus mit Basiskenntnissen 10 Montage 20.00 -21.30 Uhr ab 7. Januar bis 18. März 2013 (4. Februar Semesterferien frei) pro Abend € 15.-

Basiskurs Tango Für alle Altersstufen 10 Dienstage 20.00 -21.30 Uhr ab 8. Januar bis 19. März 2013 (5. Februar Semesterferien frei) pro Abend € 15.Schnupperabend 8. Januar 2013 gratis! Einzelstunden nach Absprache

Studio Entre Sueños

Streitmanngasse 51, 1130 Wien T 0699/11 71 31 04, brigitte.reepmaker@gmail.com

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MÄRCHENBÜHNE DER APFELBAUM mailto:apfelbaum@maerchenbuehne.at http://www.maerchenbuehne.at

Die Heilige Nacht 4+ nach einer Erzählung von Selma Lagerlöf Josef, dessen Frau gerade in einer Höhle ein Kind geboren hat, gelangt auf der Suche nach Feuer zu einem Hirten, der böse vom Herzen, ihm dieses nicht geben will. Erst als der Hirte das Kind in der Höhle sieht, übt er Barmherzigkeit und reicht Josef seinen Mantel. In diesem Augenblick werden ihm die Augen geöffnet und er kann die Engeln sehen und ihr Jubilieren hören. Sa/So 22./23.12. um 14:30 und 16, Mo 24.12. um 11, 12:30 und 14 Neuinszenierung: Varenka 4+ Nach einer russischen Legende, frei nach Babette/NordSüd Verlag In einer Hütte tief in den Weiten russischer Wälder lebt Varenka. Auf der Flucht vor einem großen Krieg ziehen verängstige Menschen an ihrem Heim vorbei. Drei von ihnen finden Zuflucht in Varenkas Hütte. Sie vernehmen den fernen Kriegsdonner und in ihrer Angst wendet sich Varenka an Sonne, Mond und Sterne. Ein Wunder geschieht: es beginnt zu schneien, bis Varenkas Haus den Blicken der vorbeiziehenden Soldaten entschwunden ist. Fr 11.1. anschl. Tanz, Sa 12.1., Sa /So 19./20., Fr 25.1. anschl. Tanz, Sa 26.1. Beginn: 16h Frau Holle 4+ / Gebrüder Grimm Eine Witwe hat zwei Töchter, davon ist die eine schön und fleißig, die andere hässlich und faul. Beide machen sich auf den Weg zur Frau Holle... Fr 1.2. anschl. Tanz, /So 2..2., Sa/ So 9./10.2., Sa/So 16./17.2., Sa/So 23./24.2. Beginn: 16:00 weitere Spieltermine: http://www.maerchenbuehne.at MoMent  11/12 2012


Lesung

Familie sucht Wohnung

Natalia Hartmann liest aus ihrem Abenteuerroman

Landemyth Eine reale Reise in einem fiktiven Land Am Freitag, den

14. Dezember 2012 Um 19:30

im freiRaum23 der Karl Schubert Schule Kanitzgasse 1-3; 1230 Wien

eintritt frei.

spenden zugunsten der Karl schubert schule erbeten. www.landemyth.at

Natalia Hartmann: Landemyth; Edition Nove, Neckenmarkt 2008

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Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100 Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 02Z032325M Impressum Seite 2

P.b.b.

Diese Ausgabe v. MoMent wurde am 12.12.2012 an die post.at übergeben.

Termine – Dezember / Jänner / Februar Mo 10.12. 20:00 GV des Vereins zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft s.S. 19 Mi 12.12. 19:00 Finanzelternabend Do 13.12. 18:30 Vortrag Prof.Dr. Maximilian Moser s.S.17 Fr 14.12. 18:00 Weihnachts-Schülerkonzert der Freien Musikschule Sa 22.12 bis So 6.1. Weihnachtsferien Sa 12.1. 10 bis 14 h Tag der Offenen Tür So 13.1. 19:30 ER-Sitzung Di 15.1, 20:00 Infoabend für die neue 1. Klasse ab 19:00 Gesprächsterminvergabe Do 17.1. 18:30 Offene Konferenz So 20.1. 19:30 Adamas-Quartett – Benefizkonzert s.S. 17 Di 23.1. 19:30 EA 11. Klasse Do 24.1 und Fr 25.1 Zauberflöte – Aufführung d. 6. Kl Sa 2.2. bis So 10.2. Semesterferien

Di 12.2. Ball der 8. Klasse Do 14.2. Redaktionsschluss für die MoMent Februar-März-Ausgabe Fr 15.2. 20:00 EA 8. Klasse So 17.2. 16:00 ER-Klausur Sa 23.2. 9:00 Öffentl. Schulfeier So 24.2. bis Fr 1.3. Skiwoche der 7. Klasse Mo 25.02. bis 8.03. Aufnahmegespräche für die kommende 1.Klasse Mo 25.02. bis 2.03. Kellertheater-Woche der 10.Klasse Vorschau März: So 10.3. Do 14.3. - So 17.3. So 17.03. 19:30 Sa 23.3. bis So 7.4.

Jubiläumsfest der Freien Musikschule im Odeon-Theater s.S.19 8.Klass-Spiel ER-Sitzung Osterferien

aus gutem grund DANK an Agnes Alle Kundinnen Alle Kunden Monika Max Paul und Josef Böhm Domenik Dax Sandra Fessel den lieben Gott Andrea Gruber Familie Hirsch Christa und Franz Hobiger Maria Holzer Monika Holzer & friends Renate und Karl Hruza Anna Käßmeier Tobias Kühne alle Laufkunden alle Laufkundinnen Jutta Lehner Paul Langfelder Lena Maier Christine Mangelberger Johanna Maierhofer Johanna Marousek Mia Mimica Frau Nemet alle Neukundinnen alle Neukunden Wolfgang Niernsee Marian und Norbert Reininger Gerti und Willi Rosen Rudolf-Steiner-Schule Mauer Hanna Schörghofer alle Äthiopien-Spenderinnen alle Äthiopien-Spendern alle Stammkunden alle Stammkundinnen Susanne Sturm Erich Unmuth Xenia Varga Renate und Walter Zach Esche Schörghofer wünscht fröhliche Feiertage und Glück im Neuen Jahr

Öffnungszeiten rund um den Jahreswechsel 22.12.12 8.00 – 16.00 24.12.12 8.00 – 12.00 27.12.12 geschlossen 28.12.12 8.00 – 18.00 29.12.12 8.00 – 12.00 31.12.12 8.00 – 12.00 von 1.1. – 6.1. 2013

aus gutem grund

Naturkostladen Endresstraße 113

geschlossen

Profile for Karl Hruza

MoMent November / Dezember 2012  

Zeitschrift f.d. R. Steiner-Schule Wien-Mauer

MoMent November / Dezember 2012  

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