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09/10 2012

MoMent

„Das ist unsere neue Erste Klasse!“

Monatszeitschrift

für die Rudolf Steiner-Schule Wien-MaueR September / Oktober 2012, € 2,50


Abschied und Neubeginn

Liebe Freunde der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, wir waren mitten in der Endfertigung dieser Ausgabe unserer Schulzeitung: Sind alle Artikel da? Gibt es überall Fotos? Passt die Reihenfolge? Das und das und noch etwas ist noch zu erledigen. Da kam der Anruf: Agnes Kühne ist über die Schwelle getreten. In der Nacht zum 15. September durfte sie in ihrem Haus friedlich einschlafen. Agnes Kühne war die Tochter von Martin Borchert, einem der Gründer der Christengemeinschaft. Doch Gründerin war sie selbst auch – gemeinsam mit ihrem Mann Tobias Kühne und einigen mutigen Mitstreitern hatte sie in Wien die erste Waldorfschule nach dem Naziregime gegründet. Genau jene Schule, in der erst in einer Privatwohnung, dann in Meidling und schließlich im Maurer Schlössel Kinder unterrichtet wurden: Die Rudolf Steiner-Schule in Wien Mauer.

Eine Schule ist kein Unternehmen, das einmal gegründet nach Erfolgsrezept immer weiter geführt werden kann – sie muss ständig erneuert und organisch belebt werden. Ein Prozess, in dem sich auch unsere Schule immer wieder befindet. Sei es im Rahmen des Qualitätssicherungs-Prozesses der „Wege zur Qualität“, seien es laufende Innovationen wie die Einführung von „Zweitepochen“ oder des „bewegten Klassenzimmers“ – oder seien es die Ideen der Lehrerinitiative, die in der Konferenzwoche vor Beginn dieses Schuljahres in der Konferenzwoche besprochen, bearbeitet wurden und nun im Rahmen mehrerer Gremien weiter bearbeitet werden (siehe Bericht auf Seite 19). Wir werden Agnes Kühne in der nächsten Ausgabe unserer Schulzeitung ausführlich gedenken – wie wir auch darüber berichten werden, wie ihr Impuls im Rahmen dieses Schulprojektes erneuert und belebt wird. Mit herzlichen Grüßen für das MoMent-Team, Roman David-Freihsl

MoMent im 20. Jahr

Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 9681.059 P.S.K. Blz: 60000; BIC OPSK ATWW IBAN AT26 6000 0000 0968 1059 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@aon.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 01/802 66 03 k.hruza@acrobat.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Freie MitarbeiterInnen: Matti Melchinger, Christa Salcher, Karin Schadl, Lothar Trierenberg Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Waldorf-Wirtschafts-Gemeinschaft (WWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK , 1230 Wien Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 02Z032325Z

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Schule darf kein organisches Glied einer Wirtschaftsorganisation sein Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft

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1912-1923 Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft (2) 1910-1913 Breit angelegtes künstlerisches Wirken innerhalb der Gesellschaft und in der Öffentlichkeit. Während den jährlich stattfindenden Sommerfestspielen werden Mysteriendramen Rudolf Steiners aufgeführt. In diesen kommt auch die von R. Steiner entwickelte Bewegungs- und Bühnenkunst „Eurythmie“ zur Darstellung geistiger Vorgänge zum Einsatz. Durch den Beginn des Ersten Weltkrieges kann die Arbeit nicht in diesem Masse weitergeführt werden.

Szene aus Rudolf Steiners Drama: „Die Pforte der Einweihung“ (1910)

1913-1919 Ab 1913 und während des Ersten Weltkrieges wird unter Mitarbeit von Künstlern und Helfern aus allen europäischen Ländern am Goetheanumbau gearbeitet: ein internationales Zentrum anthroposophischer Arbeit und Aufführungsort für die Mysteriendramen. Während der Bauzeit entstehen um das Goetheanum wissenschaftliche und künstlerische Einrichtungen, eine „Anthroposophen-Kolonie“, architektonische Entwürfe zu Wohn- und Zweckbauten von Rudolf Steiner werden realisiert. Für die Arbeiter am Bau hält Rudolf Steiner anthroposophische und allgemeinbildende Vorträge. Marie Steiner inszeniert Szenen aus Goethes „Faust“ und die Bühnenkunst „Eurythmie“ wird weiterentwickelt. Die bisher intern gehaltene Arbeit der Gesellschaft tritt in die ‚Sichtbarkeit’. http://www.goetheanum.org/ 31.3.2012, 9:30

Rudolf Steiner und Mitarbeiter vor dem entstehenden Goetheanum

isher steckte in dieser Schule noch so manches, was Zeiten entstammte, in denen der Staat noch nicht Beherrscher des Unterrichtswesens war. Man kann natürlich die Herrschaft des Geistes nicht zurückwünschen, der aus diesen alten Zeiten stammt. Aber man müsste bestrebt sein, den neuen Geist der fortentwickelten Menschheit in der Schule hineinzutragen. Dieser Geist wird nicht darinnen sein, wenn man den Staat in eine Wirtschaftsorganisation umwandelt und die Schule so umgestaltet, dass aus ihr Menschen hervorgehen, die die brauchbarsten Arbeitsmaschinen in dieser Wirtschaftsorganisation sein können. Man spricht heute viel von einer „Einheitsschule“. Dass man sich theoretisch unter dieser Einheitsschule etwas sehr Schönes vorstellt, darauf kommt es nicht an. Denn, wenn man die Schule als ein organisches Glied einer Wirtschaftsorganisation ausgestaltet, so kann sie nicht etwas Schönes sein. Worauf es der Gegenwart ankommen muss, das ist, die Schule ganz in einem freien Geistesleben zu verankern. Was gelehrt und erzogen werden soll, das soll nur aus der Erkenntnis des werdenden Menschen und seiner individuellen Anlagen entnommen sein. Wahrhaftige Anthropologie soll die Grundlage der Erziehung und des Unterrichtens sein. Nicht gefragt soll werden: Was braucht der Mensch zu wissen und zu können für die soziale Ordnung, die besteht; sondern: Was ist im Menschen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden? Dann wird es möglich sein, der sozialen Ordnung immer neue Kräfte aus der heranwachsenden Generation zuzuführen. Rudolf Steiner – „Die Welt der Pädagogik“, Herausgegeben und kommentiert von Urs Dietler. Aus dem Aufsatz „Freie Schule und Dreigliederung“, 1919 Ausgewählt von Roman David-Freihsl

Agnes Kühne geb. Borchart 7. Mai 1928 - 15. September 2012

Ein für das Werk Rudolf Steiners unermüdlich wirkender Mensch kehrte in seine Heimat zurück.

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In der Kunst erlöst der Mensch den in der Welt gebundenen Geist. In der musikalischen Kunst den in ihm selbst gebundenen Geist. Rudolf Steiner |

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„Das ist unsere neue Erste Klasse!“

Fotos: R. Bointner, L. Trierenberg

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Wir sind die Dresche und dreschen im Takt – tick tack

Nachtrag zur Hausbauepoche Wir wollten uns auch bei folgenden Firmen für deren Unterstützung bedanken: Mühlbauer Holz, Himberg Kochendörfer & Witt, Wien Zimmermann Dach, Mattersburg Michael Baumgartner

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eiche Ernte brachte die 3. Klasse – also jetzt schon die 4. Klasse – über den Sommer von ihrem Feld beim ADAMAH ein. So wurde im September am Sportplatz auf 113 fleißig gedroschen, um die Körner aus den Ähren zu holen. Am Ende gab es 13 kg Roggen, der jetzt darauf wartet, zu Brot gebacken zu werden.

Fotos: Sabine Trierenberg

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schulfeier 23.6.2012

Fotos: L. Trierenberg

komisch,

... von musikalisch,

theatralisch,

bis modisch ...

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Rückblick auf das Ergebnis des Kuchenverkaufs bei der letzten Schulfeier

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ie viele von Ihnen vielleicht noch wissen, hat die elfte Klasse der Waldorfschule Wien-Mauer bei der letzten Schulfeier des vergangenen Schuljahres einen Kuchenverkauf für den Afrikaner Oudou Bengaly organisiert. Oudou kümmert sich alleine mit seiner Frau um etwa 30 Menschen, ein Großteil davon Kinder.

http://fr-fr.facebook.com/oudou.bengaly 17.9.2012 19:12

Sikasso, le 20 aout 2012 Oudou Bengaly Gestionnaire Résident Tél: + 223 66 79 45 76 Email: oudoubeny@yahoo.fr Sikasso, Mali Chers parents d’élèves de l‘institut Waldorf Wien-Mauer, Chers élèves de la classe 11 de Mauer de l’institut Waldorf Wien-Mauer, Chers Benjamin, Chers donateurs, Mesdames, Messieurs. Je joins ma voix de remerciements à celles des jeunes (17) et enfants (24) dont grâce à vos dons et soutiens vont continuer à aller à l’école. Franchement ce geste très salutaire nous parvient au bon moment et nous va droit au cœur. Nous sommes très réjouis de ce geste de bienfaisance. Les mots nous manquent pour qualifier tout ce que vous nous avez fait et rendu comme service mais tout ceci nous va droit au cœur. Nous demandons à toutes et à tous de soutenir et prier pour le Mali afin que la paix, la stabilité et la confiance puissent revenir au Nord comme au Sud du pays à travers un dialogue positif. Sincères considérations et remerciements à tous. Aux noms des jeunes et enfants Oudou BENGALY

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Außerdem betreibt er ein Internetcafé, welches die einzige Möglichkeit ist, an Informationen zu kommen. Durch die Unruhen in Mali haben sich viel NGOs aus dem Land zurückgezogen, und Oudou Bengaly hätte der Privatkonkurs ereilt. Dank Ihrer Hilfe konnten wir jedoch 530 Euro für Oudou aufbringen und damit den Privatkonkurs abwenden. Ich bedanke mich herzlich im Namen der mittlerweile zwölften Klasse der Waldorfschule Wien-Mauer und im Namen von Oudou Bengaly bei den Eltern, LehrerInnen und Freunden der Schule für diese großzügige Spende! Benjamin Spindelberger

Lieber Ben, liebe Schüler der 11. Klasse der Waldorfschule Wien Mauer, liebe Eltern, liebe Spender. Ich stimme in den Dank jener 17 Jugendlichen und 24 Kinder ein, die dank Ihrer Hilfe weiterhin zur Schule gehen können. Ihre rettende Unterstützung kam im richtigen Augenblick und hat uns tief im Herzen berührt. Wir freuen uns sehr über Ihre wohltätige Geste und uns fehlen die Worte, um auszudrücken, was Ihre Hilfe für uns bedeutet, wie sehr Sie uns damit geholfen haben. Wir sind tief berührt. Uns bleibt zur Zeit kein anderer Ausweg als jedermann darum zu bitten, unser Land zu unterstützen und für Mali zu beten, damit Friede, Stabilität und das Vertrauen im Norden wie im Süden dank eines konstruktiven Dialogs in unser Land zurückkehren können. Im Namen aller besagten Jugendlichen und Kinder, in tiefer Hochachtung und Dankbarkeit Oudou Bengaly

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Eurythmie Miniaturen

als Spiegel der Per S

eit einigen Jahren gibt es an unserer Schule einen großen Eurythmie-Abschluss in der 12. Klasse. Vergangenen Frühling fanden aber gleich zwei Abschlüsse dieser Art statt, denn Angelus Huber, der Eurythmie-Lehrer der Oberstufe hatte sich entschlossen, ein Freijahr zu nehmen, um künstlerisch tätig zu sein und sich neue Impulse für seine Arbeit an der Schule zu holen. Daher gab es auch für die damalige 11. Klasse einen vorgezogenen Eurythmie-Abschluss. Dieser konnte aber erst vorbereitet werden, nachdem die 11. ihren wunderbaren „SingAbend“ gemeistert hatte – die Zeit drängte schon zum Sommer hin.

Fotos: L. Trierenberg, K. Hruza

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rsönlichkeit Ein großes gemeinsames Stück konnte in den wenigen Wochen nicht mehr realisiert werden, und so gab es als Ausgangspunkt für jede/n die Aufgabe, sich ein ganz persönliches Stück zu erarbeiten. Als Grundlage sollte jede/r einen Text, ein Musikstück, ein Kunstwerk oder eine Idee wählen und alleine oder zu zweit damit arbeiten. Die so entstandenen Miniaturen waren geprägt von dem persönlichen Zugang zu dem Thema und dem individuellen Umgang mit den Mitteln der Eurythmie. Die SchülerInnen der jetzigen 12. Klasse zeigten, dass es möglich ist, Spontanimprovisationen zu Begriffen zu machen, die aus dem Publikum kamen, oder gar ein Ribiselkuchen-Rezept eurythmisch umzusetzen. Auch die Mischung mit anderen Ausdrucksformen aus dem modernen Tanz oder sogar Breakdance hatten hier Platz. Ein sehr abwechslungsreicher Abend, der die Schüler mit ihren Persönlichkeiten in den Mittelpunkt rückte – ein schöner Abschluss für die 11. Klasse, auch als Vorbereitung für das letzte Jahr an der Schule. Lothar Trierenberg

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„Broadway-Melodie 1492“ – Geschichtsstunde oder pure Unterhaltung?

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it dieser Frage und einigen Erinnerungen an mein eigenes 12. Klass-Spiel im Kopf begebe ich mich des Abends auf den Weg zum Festsaal der RS-Schule in Mauer. Es empfangen mich Schüler, denen ich vor zwei Jahren noch am Gang begegnet bin und die mir selbstbewusst ein Stück Geschichte präsentieren, verpackt in einer bitterbösen, jedoch gleichzeitig heiter-lockeren Satire. Typisch wienerisch eben. Manche Schüler lernt man in völlig neuen Rollen kennen, gerade das macht es unglaublich spannend und interessant für Lehrer, Verwandte und Bekannte. Es werden Seiten sichtbar, die im Schulalltag nie zum Vorschein gekommen sind, an Menschen, die wir glauben gut zu kennen und einschätzen zu können. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, bei dem neben dem Amüsement über die überzeichneten Charaktere die Kritik am System nicht zu kurz kommt.

Obwohl bei „Broadway-Melodie 1492“ ein Stück Vergangenheit thematisiert wird, lehnt man sich nicht zurück und belächelt die Vorgehensweise des Hofadels, der Besatzung und des Propagandaapparates. Denn der Kapitalismus, der schon damals zur Ausbeutung von Land und Leuten geführt hat, ist heute, wenn auch in anderer Form, allgegenwärtig. Durch die Gesangseinlagen, den Dialekt und mehrere wirklich witzige Szenen bekommt jedoch das Stück nicht die Schwere, die die Thematik in sich birgt. Diese Punkte möchte ich noch einmal besonders hervorheben: Das Wienerische und die Musical-Passagen haben meiner Meinung nach hervorragend zum Charakter der Klasse gepasst. Respekt an die Schüler und Lehrer! Die Probezeit wird sicherlich sehr intensiv gewesen sein, und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Elvira Deim

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12. klasse referatwoche eine andere form von reife-„prüfung“

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nd wieder stand einer der vorprogrammierten Höhepunkte eines Schuljahres auf dem Programm: die 12.Klass-Referate. Nur waren für mich diesmal die Begleitumstände ein bisschen anders– auch der eigene Sohn stand heuer hinter dem Rednerpult. Das bedeutet, dass ich diese jungen Menschen, die an vier Nachmittagen ihre selbstgewählten Themen so großartig präsentierten, bereits seit vielen Jahren kenne, manche bereits seit der Kindergartenzeit – und dass ich bewundernd bestaunte, mit welchem Selbstbewusstsein, mit welcher Reife diese „Kinder“ vor einer stattlichen Anzahl an Eltern, Verwandten und LehrerInnen ihre Reden vortrugen. Liebevoll begleitet von ihrer Tutorin, Frau Sadychow, großartig unterstützt von Herrn Albrecht, der für die wertvollen Einstimmungen an jedem Nachmittag verantwortlich zeichnete, war auch in dieser Klasse zu bemerken, dass sich alle äußerst intensiv mit den Themen auseinandergesetzt haben – sei’s, dass man sich ein Jahr lang in das Thema vertieft hat, sei’s auch, dass man ein Jahr lang um das und mit dem Thema gekämpft hat. Allein die Schautische und -tafeln der einzelnen Schüler beeindruckten mich zutiefst. Schön fand ich es außerdem, zu erkennen, wie die Schüler trotz Nervosität eine innere Sicherheit und Ruhe hinter dem Podest ausstrahlen – was nicht zuletzt dem Rückhalt der gesamten Klasse zu verdanken war, der sich auch nach jedem Vortrag in Umarmungs- und Abklatschtrauben verdeutlichte. Und berührend war es für mich, die ich sie schon so lange kenne, sie so zu sehen: stolz darauf, was sie hier geschafft haben, und mindestens ebenso erleichtert darüber, dass sie es hinter sich haben. Wie lange kämpfen viele Erwachsene damit, ganze Sätze fließend herauszubringen, sobald sie in der Öffentlichkeit reden sollen -und wie großartig erledigen genau dieselbe Aufgabe unsere Schüler bereits am Ende ihrer Schulzeit! Vielen Dank, liebe 12. Klasse, für die beeindruckenden Referate – und vielen Dank dafür, dass Ihr uns Eltern wieder einmal vor Augen geführt habt, wie wertvoll für Eure Entwicklung auch noch der Besuch genau dieser 12. Klasse ist! Ursula Kaufmann

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Sonne, Sommer

Sommerfest im Kindergarten

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lljährlich werden Körbchen mit Erdbeeren und Kirschen, Marillenkuchen und Radieschenbrote den Tanten noch in der Garderobe überreicht. Die Kinder verschwinden freudig, aufgeregt im Gruppenraum, während die Eltern noch draußen warten. Wie schön, der Sommer ist da, die Ferien greifbar und die Kinder sind größer geworden im letzten Kindergartenjahr. So ist der Tenor, bevor wir hereingebeten werden, um zu staunen und zu feiern mit unseren Kindern. Vorbei an den Kindern, Blicke treffen einander nur kurz, dürfen wir uns setzen. Tante Magdalena tritt durch den Vorhang und weiht uns ein, welches Spiel, dieses Jahr den Reigen schließt. In unserer Gruppe ist es „Schneewittchen“. Die Kinder ziehen ein, in ihren Gewändern, jedes Kind scheint in jene Rolle geschlüpft zu sein, die besonders gut passt. Mit Stolz, Konzentration, Bedachtsamkeit und einer Prise Humor und Gelas-

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senheit, spielen die Kinder gemeinsam mit den Tanten ihr Spiel. Nach dieser Anstrengung gehen wir alle zusammen in den Garten und bei den Tänzen drehen sich die Bänder der Sommerkränze im Kreis. Sommerduft liegt in der Luft. Die bunten Farben der Kränze unterstreichen die Fröhlichkeit in den Kindergesichtern. Diese bleibt auch bei den sogenannten Belustigungen: Seifenblasen, Murmeln ausgraben im Sandberg, Scheibtruhe fahren, Balancieren mit dem Erdapfel am Löffel, Zielwerfen und das Erdbeerschiffchen, fordern und stärken die Kinder. Alle Stationen sind, wie jedes Jahr, mit Sorgfalt und Engagement der Tanten vorbereitet worden. Nicht nur einmal haben wir in Elternkreisen gemunkelt, dass die Tanten bestimmt von Elfen und Zwergen Hilfe bekommen, da wir uns nicht erklären konnten, wann und wie sie all die Vorbereitungen und Geschenke für die Kinder bewerkstelligen. Wieder im Gruppenraum dürfen die mitgebrachten Köstlichkeiten verzehrt werden, alles wird probiert und gewürdigt, bevor wir abermals durch den Vorhang gehen dürfen. Mit den Sesseln in der Hand wird ein Zuschauerraum gebaut, und diesmal sind es die Tanten selbst, die in Rollen von Kasperl, Elfe, bösem Zwerg und „Speckelfraß“ schlüpfen. Die Kinder helfen und bangen mit dem Kasperl, und das gesamte Publikum lacht beim Abschlusstanz von „Speckelfraß“ und Kasperl. Jene lustige Figur mit Zipfelmütze leitet über zum Abschlussakt. Wieder wird den Kindern ein Geschenk überreicht: Rote Zipfelmützen wurden für alle Kinder genäht, ähnlich jenen der Zwergenrunde aus dem Märchen. Abermals vielleicht von Zauberhand genäht? Wir Eltern staunen über unsere Zwerge und sind dankbar für das vergangene Kindergartenjahr, das in diesem Sommerfest gegipfelt hat. Die Leichtigkeit des Sommers verstreut uns jetzt in alle Winde, bevor wir wieder zusammenkommen, im Spätsommer, wenn es im Kindergarten nach Lavendel duftet und die Vorbereitungen für das nächste Fest langsam beginnen werden. Lisa Schadauer

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MoMent stellt vor ...

... Unsere neue Hortpädagogin für die „GroSSen“ Mein Name ist Betsabeh Aghamiri. Ich wurde im Jahr 1976 im Iran, in Teheran, geboren und bin mit 19 Jahren für ein Kunststudium nach Österreich gekommen. Zuerst habe ich an der Universität für Angewandte Kunst Malerei und danach an der Akademie der Bildenden Künste Konzeptkunst studiert und dies auch abgeschlossen. Anschließend habe ich dann lange Zeit als freischaffende Künstlerin gelebt – seit 2 Jahren arbeite ich mit dem Künstler Gerald Grestenberger konzentriert über und an dem Thema Demokratiepolitik. (www.polispollis.org ) Im Kunststudium habe ich Rudolf Steiner und seine anthroposophische Auffassung und ganzheitliche Weltsicht kennen und lieben gelernt. Während meiner Ausbildung zur Hortpädagogin fand ich ‚alternative‘ pädagogische Praktiken sehr interessant, weil sie gesellschaftlich notwendig und sinnvoll sind, da unsere Erziehung und Ausbildung das Fundament für ein gutes menschenwürdiges Miteinander bilden und die Basis für das künftige demokratische Leben darstellen. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit! PS: Betsabeh ist hebräisch, und bedeutet ‚siebte Tochter‘, Glücksbringer aber auch ‚Tochter des Schwurs‘.

... unseren neuen Schulwart, ein „guter Geist des Hauses“ Mein Name ist Wolfgang Niernsee. Geboren wurde ich an einem Freitag-Nachmittag den 28.05.1971 in Wien. Nach meiner Schulzeit absolvierte ich die Ausbildung zum Großhandelskaufmann. Von 1990 bis 2005 arbeitete ich in Firmen die mit Sport-, Outdoor- und Jagdartikeln handelten. Ich war in meiner Jugend schon sportlich, dies steigerte sich im Laufe der Zeit erheblich. Noch heute zählen zu meinen Hobbys Tauchen, Klettern, Radfahren, Wandern, Segeln, Laufen, Tennis, Skifahren, Eislaufen und Fußball. Während meiner Ausbildung umfasste meine Tätigkeit unter anderem auch die Planung, Vorbereitung und Organisation von nationalen und internationalen Messeveranstaltungen. Ich war für die gesamte Repräsentation meiner Firma auf diversen Messen zuständig. Dies beinhaltete auch den Aufbau und die Betreuung der Messestände. Dabei entdeckte ich mein Handwerkliches Geschick und meine Problemlösungsfähigkeit die für einen reibungslosen Ablauf notwendig waren. Zwischen 2005 und 2012 konnte ich in verschiedenen Firmen meine handwerklichen Fähigkeiten in den Bereichen Mechanik, Elektrik, Holz- und Metallbau vertiefen. Zuletzt auch für das Bundesministerium für Finanzen, wo ich für die Gebäudebetreuung, Überwachung der Technischen Anlagen und den Brandschutz tätig war.

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Himmel, da seh ich Wolken Erde, da seh ich Sonne Frieden nur im Schimmer Schimmer der Gold ist In der Liebe lässt sich Schimmer sehen Auf der Erde nur die Sonne Lass uns nun gehen Lass uns dem Leben stehen Lass den Schimmer ßber die Wolken wachsen Flammen lassen diese Wand verwelken Flammen lassen alles hier in Einheit stehen Menschlich ist nur das, was leuchtend ist Himmel Erde Liebe Frieden Matti Melchinger

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Matti Melchingers Schauspiel-Empfehlungen In dieser Ausgabe von Moment gibt es wegen des neuen Saisonbeginns keinen Bericht! Matti

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Fantastischer Kammermusikabend Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, Kleiner Festsaal

Freitag, 23. Nov. 19.30 Fantasie IX in H Moll aus den zwölf Fantasien für Violine Solo von Georg Philipp Telemann Fantasie in C Dur für Violine und Klavier von Franz Schubert Fantasiestücke für Klarinette und Klavier von Robert Schumann Two4 für Violine und Klavier von John Cage Klavier: Ryan Langer, Klarinette: Jörg Eixelsberger, Violine: Gregor Reinberg und Stefan Albrecht Freiwillige Spenden zu Gunsten der Schule

Liebe Schulgemeinschaft, liebe Musikbegeisterte! A

b Oktober des heurigen Schuljahres (2012/13) starten die Proben des neu konzipierten Jugendorchesters als Kooperationsprojekt der Rudolf Steiner Schule Mauer mit der Freien Musikschule Wien. Wir möchten unsere Orchesterarbeit von Anfang an mit einem vergrößerten, dreiköpfigen Kernteam nicht nur unseren SchülerInnen anbieten, sondern öffnen unsere Tore auch gerne für ehemalige SchülerInnen und andere interessierte MusikerInnen aus der Nachbarschaft oder auch von weiter her. Voraussetzung ist nur, dass man ein Orchesterinstrument spielt, regelmäßig übt und an den Proben teilnimmt. Wir würden uns freuen, wenn sie für uns Werbung machen. Vielleicht kennen sie jemanden in ihrem Bekanntenkreis, der sich für dieses Orchester begeistern könnte. Dank eines großzügigen Sponsors müssen wir einen finanziellen Beitrag von 75 Euro pro Semester nur von außerschulischen (nicht an RSS bzw. Freie Musik09/10 2012  MoMent

schule) Mitwirkenden erbitten. Zwei Klangkörper, nach Alter und Können getrennt, proben ab 1. Oktober jeden Montag in unserer Schule. Für die Jüngeren (5. bis 8. Schulstufe) finden die Proben von 16.00 bis 17.15 statt, für die Älteren (ab der 9. Schulstufe) von 18.30 bis 20.00. Diese vielleicht unüblichen späteren Beginnzeiten sollen außerschulischen InstrumentalistInnen und Berufstätigen die Möglichkeit bieten, auch mitwirken zu können. Wir planen natürlich spannende Konzerte und hoffen, dass viele junge und junggebliebene InstrumentalistInnen zu unseren regelmäßigen Proben kommen. Zurzeit würden wir uns über weitere Anmeldungen im Bereich der „Älteren“ freuen. Es ist für uns durchaus wünschenswert, dass auch Erwachsene die Freude am gemeinsamen Musizieren haben mitspielen. Noch immer trägt unser neues zweiteiliges Orchester keinen eigenen Namen. Und so laden wir nach wie vor alle „Kreativköpfe“ ein, uns Vorschläge für einen klingenden Namen mit dazugehörigem Logo zu machen. Die besten Ideen erhalten musikali-

sche Preise. Bitte lassen Sie uns ihre Einfälle zukommen! Bei Interesse oder Fragen kontaktieren Sie uns bitte, herzlich das Orchesterteam

Proben ab 1. Oktober: f.d. Jüngeren (5. bis 8. Schulstufe) jeden Montag 16.00 bis 17.15 f.d. Älteren (ab der 9. Schulstufe) jeden Montag 18.30 bis 20.00 Kontakte, Info, Ideen: Stefan Albrecht 0699/18178365 albrecht _ st@yahoo.de Magdalena Pokorny 0664/73820763 magdalenapokorny@aon.at Jörg Eixelsberger 0650/5800243 joerg.eixelsberger@gmx.net

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Elternrat – Rückblick und Ausblick A n einem warmen Sonntagabend im Juni wurden die neuen Bierbänke und –tische, eine Errungenschaft die dank dem „Fest für uns“ zur Verfügung stand, auf 113 auf dem Kies aufgestellt und eine kleine Runde Elternräte hielt das letzte Treffen des Schuljahres. Alle waren ein wenig müde vom Alltag, der Arbeit, vom Organisieren der nahenden Ferien. Eine Tablepercussion mit Michael Schallmayer machte uns wieder munter: „Rhythmus sein“ war das Jahresthema 2011/12 der Schule. Der Elternrat hatte dieses Thema ebenso aufgegriffen und am Beginn jeder Sitzung des letzten Jahres eine Zeit lang mit Musik, Eurhythmie, Formen-Zeichenen oder Rhythmus-Spielen zugebracht. Meist brachte uns das gut zusammen, wo doch der eine oder andere beim Ankommen in Gedanken noch halb dort weilte, wo er gerade herkam. Die Klassenberichte sind meist der erste Teil der Elternratssitzung nach der gemeinsamen Rhythmus-Übung. Es wird aus den Klassen berichtet und wir tauschen uns aus. Die pädagogische Arbeit im Elternrat, der wir mehr Zeit geben wollten, wurde in Form von Referaten zu aktuellen Themen gestaltet. Weiters haben wir den Vortrag und das Seminar von Herrn Jachmann organisiert. Das Thema Rhythmus fand auch hier seinen Niederschlag, da das Thema Zeiteinteilung, Stundenplan und Pausen immer wieder aufgegriffen wurde. Auch nahmen Elternräte an den Treffen der Lehrer-Initiativgruppe Teil, die im Rahmen der Konferenzwoche 1 ½ Tage das Projekt „Lebensraum Schule“ ins Schulganze trugen, das dieses Jahr weiter wachsen und Form annehmen sollte.

Im April hat das Zwischenaudit unserer Schule (Wege zur Qualität) stattgefunden und der Elternrat war eines der Gremien die auditiert wurden. Das Thema des Audits war „Rechenschaft“ und im Elternrat wurde diskutiert in welchen Bereichen Elternmitarbeit und Initiative Früchte tragen und ob es Bereiche gibt, wo wir uns 16 |

abgrenzen sollten. Daraus ist auch die Frage entstanden, in wie weit das Leitbild der Schule Ausdruck eines gemeinsamen Auftrages ist. Wie auch in den vorigen Jahren wurde auch beim heurigen Audit der Blick von Außen als sehr wichtig und wertvoll erlebt. Der Austausch mit anderen Gremien an der Schule war ein weiteres Thema, welches in diesem Jahr verstärkt wahrgenommen werden soll. Wir hatten in vielen Sitzungen Gäste vom Vorstand, der Schulleitungs-Kreis Konferenz und des Konfliktbearbeitungskreises, sowie Herrn Angelus Huber im Rahmen der pädagogischen Arbeit. Auch bei der Küchengruppe gab es die Mitarbeit des Elternrates. Die Begrüssung der jeweils neuen Erstklasseltern mit kleinen Erfrischungen am ersten Schultag und tatkräftige Teilnahme an Informationsveranstaltungen der Schule (Tag der offenen Tür, Infoabend) waren auch Teil unserer Arbeit. Unter anderem entstanden auch auf Initiative des Elternrates hin, in Zusammenarbeit mit dem Vorstand, der neue Schulfolder und der Wegweiser durch die Schule. An diesem warmen Abend im Juni wurde beschlossen, dass der Elternrat verstärkt an die gesamte Elternschaft mit Berichten herantreten will, damit die Arbeit und die Themen die hier bearbeitet und erarbeitet werden vermehrt in die ganze Schule hinausgetragen werden. Unter all den Gästen, die wir im letzten Schuljahr begrüssen durften, waren wenige Eltern. Dabei steht der Elternrat jederzeit für Interessenten zum Besuch offen. Ein Ziel sollte es sein, die gesamte Elternschaft mehr einzubinden. Wenn man so in die Runde der Elternräte blickt, gibt es sehr viel Beteiligung dieser in anderen Gremien: Impulsgruppe, Vorstand, PR-Kreis, Veranstaltungskreis, Küchengruppe, Initiativgruppe, Bund. Das Schulganze findet hier, wie an diesem Abend, in einer angenehmen konzentrierten Form statt. Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit neuen Herausforderungen.

Eine dieser Herausforderungen wird sicher die offene Konferenz Anfang November sein, die eine Weiterführung der 1 ½ Tage im Rahmen der Konferenzwoche mit dem Thema

„Lebensraum Schule“ sein wird. Der Elternrat hat die Aufgabe übernommen aus Sicht der Elternschaft die Frage „ Wie nehmen wir Rhythmus und Zeitstruktur in unseren Klassen wahr. Ist „Reformbedarf“ vorhanden, wie sollte und kann dieser umgesetzt werden? Das Thema Rhythmus wird uns also weiterhin begleiten. Nadja Berke und Elisabeth MacNulty

Liebe Elisabeth, seit einem Jahr darf ich mit Dir den Elternrat leiten (wobei ich mich aber noch mehr als „Co“- denn als „Leitung“ fühle). Genauigkeit, Diplomatie, Beharrlichkeit und Geduld zeichnen Dich aus. Du gibst Deine Aufgabe nun weiter um Dich Neuem zuzuwenden. Ich hoffe Du bleibst uns als Elternrätin erhalten und somit in unserer Mitte. Rat und Tat werden wir dankend, gerne und oft annehmen! Deine Nadja

GroSSe Baustelle

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iel hat sich in der Schule getan während der jüngsten Sommerferien. Die besondere Herausforderung in diesem Jahr war: Es wurde in kurzer Zeit an so vielen Orten gleichzeitig gearbeitet, wie schon lange nicht mehr im Maurer Schlössl. Die Koordination von Terminen und den beteiligten Personen war deshalb besonders schwierig gelang aber wirklich ausgezeichnet – vor allem auch weil die beauftragten Firmen höchst professionell arbeiteten. Vielen Dank daher an dieser Stelle den Firmen SET, Eg-bau, HILLE, Elektro Rauhofer, dem Statiker, Schlosser, Tischler, Maler und Fußbodenleger. Sie errichteten eine rollstuhlgerechte WC-Einheit im Erdgeschoß des Hauses Endresstraße 98, sie sanierten alle anderen WC-Einheiten im Haus 98 und 100 sowie gegenüber auf 113. Im Bereich der Werkstätten wurden die Dachflächenfenster erneuert und neu gestaltet. Im Oberstufentrakt im Haus 98 wurde die Decke im Gang saniert. Die Plastizierwerkstätte bekam einen neuen, pflegeleichMoMent  09/10 2012


Shopping macht die Schule happy! Neue Angebote, wie unsere Schule durch gezielten Einkauf direkt unterstützt werden kann

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ie Idee, dass bei Einkäufen Prozente gewährt werden – die dann aber der Rudolf Steiner Schule in Mauer zugute kommen – zieht weitere Kreise. Nach Doris Martines vom Atzi-Shop in Atzgersdorf und der Paracelsus-Apotheke in Mauer hat sich nun auch Matthias Berke bereit erklärt, bei Aufträgen von Schulfreunden ebenfalls die Schulgemeinschaft zu unterstützen. Hier die Details:

Prozente bei Matthias Berke Schönheit, Ästhetik, Klarheit: Was Matthias Berke macht, können wir an der SteinerSchule seit einigen Monaten direkt bewundern: Er hat unseren neuen Folder gestaltet – und dazu bekommen auch Briefpapier, Aussendungen, Plakate endlich ein einheitliches, ansprechendes Erscheinungsbild. Matthias Berke erklärt sich nun überdies be-

ten Fußboden. Und sämtliche Werkstätten wurden mit einer neuen Raumbeleuchtung ausgestattet. Besonders herzlichen Dank aber auch den SchülerInnen und LehrerInnen, die in den Sommermonaten unermüdlich mitwerkten: Alle vom Umbau betroffenen Räume mussten geräumt, hergerichtet und danach wieder eingerichtet werden. Viele Tische wurden geschliffen und geölt. Der Physiksaal wurde neu gestaltet, die Decke gestrichen, die Wände gestrichen und lasiert, die Heizkörper angefärbelt und die Tische saniert. Der Chemiesaalvorbereitungsraum wurde umgebaut und zum Teil neu eingerichtet – und die Wände im Bereich des Haupteingangs gestrichen. Und im 1. Stock wurde die Bibliothek von Lehrern neu gestaltet: Auch hier wurde gestrichen, lasiert, die Heizkörper gestrichen, der Buchbestand gesichtet – und Lothar Trierenberg spendete neue Möbel. Karl Hruza und Roman David-Freihsl

reit, bei Aufträgen von Schülereltern und Schulfreunden 15 Prozent des Auftragswertes direkt an die Schule zu spenden. Stichwort „Steiner-Schule“ genügt. Der gelernte Tischler und studierte Designer bietet in seinem „designbuerowien“ eine große Vielfalt an Beratung, Planung und Gestaltung an. Seien es nun grafische Lösungen, Layouts, Webdesign, aber auch Möbel und Innenraumgestaltung.

wird die Rabatt-Summe notiert und in regelmäßigen Abständen von Doris Martines der Schule überwiesen. Sprich: Beim Einkauf die Steiner-Schule erwähnen und den Rabatt gleich spenden. dann wird unserer Schule direkt geholfen.

Kurz: Gestaltung im weitesten Sinn – alles was schön werden soll. Matthias Berke, Diplom Designer, Schöpfergasse 2, in der ehemaligen Greißlerei, 1120 Wien, Telefon: +43-1-817 82 20 www.matthiasberke.at

Prozente im Atzi-Shop Doris Martines, Schülermutter aus der 5. Klasse, führt den „Atzi-Shop“ am Atzgersdorfer Kirchenplatzl (Levaseurgasse 19). Sie bietet in ihrem Geschäft Papier- und Schreibwaren an, aber auch Plüschtiere, individuell gestaltete Geschenke, T-Shirts, Seifen aus ätherischen Ölen, gefilztes Gemüse und Obst, Kerzen für alle Anlässe, beschriftete Lebkuchen – und noch vieles, vieles mehr. Doris Martines ist bereit, Eltern und Freunden der Steiner-Schule auf alle Papier-, Schul- und Büroartikel einen Rabatt von 5 Prozent zu gewähren. Einfach das Stichwort „Steiner-Schule“ erwähnen – und es wird eine persönliche Kunden-Karte angelegt, auf der alle Einkäufe notiert werden. Der Rabatt wird sofort ausbezahlt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Doris Martines zu sagen, dass man diesen Rabatt gerne direkt der Schule spenden will. Dann

Prozente in der Paracelsus-Apotheke Eine ähnliche Unterstützungsaktion bietet übrigens auch seit längerem schon die Paracelsus-Apotheke in der Speisinger Straße – gleich neben der Studienstätte – an: Wer dort beim Kauf seiner Medikamente sagt, dass er von der Rudolf Steiner-Schule kommt, kann 10 Prozent der Einkaufssumme direkt unserer Schule zukommen lassen. Vorausgesetzt, dass die Rechnung in bar bezahlt wird. Roman David-Freihsl Wir hoffen natürlich, dass dies erst der Anfang ist: Vielleicht finden sich noch weitere Eltern und Freunde unserer Schule, die bereit sind, die Schule auf ähnlicher Weise zu unterstützen? Wer daran interessiert ist, kann gerne mit mir Kontakt aufnemen: roman.freihsl@aon.at

an allen Ecken und Enden 09/10 2012  MoMent

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Achtung! Neue Öffnungszeiten! Jetzt auch Spielzeug erhältlich!

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o heißt die in der zweiten Juliwoche stattfindende Fortbildungswoche für Lehrer der ersten bis zur achten Schulstufe und für den Hort. Diesmal im malerischen Waldviertel, in Litschau in der Hauptschule. Im vergangenen Jahr war es Mörbisch.

Eine sehr intensive Woche, das dicht gedrängte Programm beginnt um 8:15 und endet um ca. 21:00. Es gibt Phasen des Ein- und Ausatmens, Künstlerisches im Wechsel mit Gehirnarbeit, Vorträge und Pausen – Zeit für Menschenbegegnungen, Austausch, gemeinsame Mahlzeiten, Abendspaziergänge um den Herrensee. Und doch wurde am Schluss die Bitte um „Entschleunigung“ beim Erstellen des Programms für das nächste Jahr ausgesprochen – lieber einen Tag länger, dafür mehr Zeit zum Ausatmen.

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Verlangsamung – Entschleunigung – gesunder Rhythmus – Begriffe, die oft bei der Frage: „Was brauchen Kinder heute?“ auftauchten. Und die Erkenntnis, dass wir damit bei uns Erwachsenen beginnen sollten. Selbsterziehung ist ja die Vorbedingung des Erziehers! „Die Schule jeden Tag neu erfinden“ – nicht steckenbleiben in tradierten Formen und Regeln – das war schon ein Wunsch Rudolf Steiners. Die Bedürfnisse der heutigen Kinder Wahrnehmen, ihren biologischen Rhythmus beachten, Vorurteilslosigkeit entwickeln, Hinhören lernen – Authentizität ist gefragt, Willenskultur ist angesagt. Und dass sich keimhaft allerorts etwas verändern will, das konnten wir im Plenum am Schluss vernehmen. Einige Schulen haben schon mit größeren oder kleineren strukturellen Veränderungen begonnen, andere sind schon in den Startlöchern bereit und wollen so schnell als möglich beginnen. Eines aber kam ganz klar heraus. Schule in der bisherigen eingerosteten Form ist passé – die Aufbruch-Stimmung ist spürbar. Die Schule jeden Tag neu erfinden – lebendig bleiben – Zwischenräume schaffen – die Intuitionskräfte schulen – das Alte zurücklassen – Mut zur Veränderung entwickeln – mit diesen Vorsätzen und Visionen für eine bessere SchulZeit für unsere Kinder bin ich heimgefahren und lasse alles Gelernte und Gehörte nachklingen und sich verwandeln. Renate Hruza

Ich Ich unterstütze und berate Sie oder begleite Sie ein Stück des Weges“ Weges “ 

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Veranstaltet wird diese Fortbildungswoche jedes Jahr vom ZENTRUM FÜR KULTUR UND PÄDAGOGIK         Tilgnerstraße 3, 1040 Wien Tel.: +43 (1) 504 84 83 Mobil: +43 (0) 699 171 163 73 email: zentrum@kulturundpaedagogik.at www.kulturundpaedagogik.at DONAU-UNIVERSITÄT KREMS Dr. Karl-Dorek-Straße 30, A-3500 Krems www.donau-uni.ac.at

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„Lebensraum Schule“ innerhalb der Konferenzwoche in der letzten Ferienwoche Jahr kommen das Kollegium kurz Jedes vor Schulbeginn eine Woche lang zusammen, um in der Konferenzwoche das kommende Jahr zu besprechen, Entscheidungen zu treffen, Strukturen festzulegen und vieles mehr. In diesem Jahr waren innerhalb dieser Konferenzwoche eineinhalb Tage dem Thema „Lebensraum Schule“ gewidmet. Begonnen hat dieser Anstoß zu einem Reform-Prozess schon lange zuvor unter dem Titel „Schule Quo Vadis?“, im Zuge der Mandatsgruppentreffen und offenen Konferenzen. In der zweiten Schuljahreshälfte 2011/12, dem 19. April dieses Jahres, fand die offene Konferenz zu „Lebensraum Schule“ statt, zu der alle Eltern eingeladen waren. Auch im Elternrat waren Mitglieder der Initiativgruppe, um ihre Ideen vorzustellen. Die an der Konferenzwoche teilgenommenen Eltern bedanken sich an dieser Stelle bei der Initiativgruppe - Claudia Dragschitz, Marie-Louise Ellermann, Marion Giannelos, Krishna Hader, Renate Hruza, Hannah Jordis, Marie Sophie Klein, Karo Meixner, Elisabeth MacNulty, Barbara Pazmandy, Barbara Willau, sowie allen anderen die daran gearbeitet haben! Die Referate, die hier nun zu den Themen „Sinne/Sinnesschulung“, „Rhythmus/Tagesablauf“ und „Ganztagsschule“ gehalten wurden, waren enorm erhellend und zeichneten ein detailreiches und ganzheitliches Bild von Bedürfnissen und Möglichkeiten. Ziel dieser Veranstaltung, moderiert von dem Ehepaar Siegel und Kaiser, waren: – eine gemeinsame Sichtweise zum Reformprozess herstellen – gemeinsame Bearbeitung der Fragenstellungen und der Themen – Sinne: Pädagogische Inhalte und Sinnesschulung, Was brauchen die Kinder von heute? 09/10 2012  MoMent

– Rhythmus: das Ein- und Ausatmen des Schulalltages, Rhythmus, Stundenplan, gleitender Unterricht und Pausengestaltung – Lebensraum Schule, Ganztagsschule – eine Struktur für den weiteren Prozess festlegen Am ersten Tag wurden die Referate gehalten, danach begann der Austausch in Kleingruppen wie auch im Plenum. Am zweiten Tag gab es intensive Arbeit in vier größeren Gruppen, die sich aus jeweils möglichst gleichen Teilen des Unter-, Mittelund Oberstufenkollegiums sowie den Eltern und dem Kindergarten zusammensetzten. Als diese Gruppenarbeiten zusammengetragen wurden, stellten wir fest, dass alle Gruppen dieselben Schwerpunkte gesetzt hatten, wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Es entstanden, festigend zu schon vorgearbeiteten Realisationsmöglichkeiten der Lehrer-Initiativgruppe, Ideen zu Schlagwörtern wie: gleitender Unterricht, regelmäßige und längere Mittagspause, „Lehrerteam“Bildung, um festgefahrenen (Zeit)Strukturen erweitern zu können, Frühbetreuung in der Unterstufe, insgesamt längere Unterrichtszeit (vor allem auf die Unterstufe bezogen, da in den höheren Klassen der Unterricht ohnehin zum Teil weit in den Nachmittag reicht), um den längeren Pausen und einem längeren Hauptunterricht Rechnung tragen zu können, u.v.m. ... Am Ende der eineinhalb Tage legten wir die Struktur für den weiteren gemeinsamen Prozess fest. Diese sieht im Moment folgendermaßen aus: Im Kollegium, dem Kindergarten und dem Elternrat sollen Bildgestalten entworfen werden, damit die Reform eine gemeinsam entwickelte ist, die sich ebenso gemeinsam im Schulganzen verwirklichen lassen soll.

ferenzen (Zeitstrukturen aufbrechen, erweitern, wachsen lassen: Was kann werden? Was will werden?) Wie nehmen wir Rhythmus und Zeitstruktur in unseren Klassen wahr? Ist „Reformbedarf“ vorhanden, wie sollte und kann dieser umgesetzt werden?“ bearbeitet der Elternrat. • Festlegen: – Welche Schritte/Arbeitsprozesse sind im Plenum zu besprechen? – Welche  Schritte/Arbeitsprozesse sind für die dynamische Delegation geeignet? (Im Rahmen von Wege zur Qualität ist die Dynamische Delegation eine Möglichkeit, aus einer großen Gruppe heraus einen kleinen Kreis von Menschen mit einem Thema zu betrauen, der dieses Thema ausarbeitet und dann zurück in die große Gruppe trägt, wo das Ergebnis dann entweder von allen angenommen und verabschiedet, oder aber noch einmal bearbeitet wird, bis es für alle zum richtigen Ergebnis geführt hat.) Dies soll bis zur ersten offenen Konferenz, voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November, erarbeitet und zur weiteren Bearbeitung vorbereitet werden. FRAM und Musikschule sollen miteingebunden werden. Am Schluss meines kurzen Überblicks zitiere ich eine Frage, die Jörg Schmidbauer während dieser eineinhalb Tage stellte und die die Sache meiner Meinung nach auf den Punkt bringt: „Was brauchen unsere Lehrer, damit sie dem ungeheuer hohen Anspruch gerecht werden können, jedes Kind als Mensch wahrzunehmen, der sich entwickeln möchte, so wie er ist?“ Diese Frage nämlich beantwortet bereits eine andere: Warum das Ganze? Nadja Berke

• Bearbeitung: „Tagesablauf“ und „Pausenstruktur“ in den Unter-, Mittel- und Oberstufenkon|

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Zeitaufwand fürs Pauken, Tests und Trösten Waldorfeltern investieren auch viel Zeit, klagen über lange Elternabende und ärgerliche Auswüchse unausgegorener Strukturen und dünner Finanzdecken. Hier einmal zum Vergleich: Öffentliche Schule ist auch kein Honiglecken. Barbara Chaloupek

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ierte Klasse in einer öffentlichen Volksschule in Niederösterreich. Die jüngeren Kinder sind 9, die älteste in der Klasse ist schon bald 12. Es steht die zweite Mathematikschularbeit an. Textbeispiele und geometrische Aufgaben, Bruchrechnen, Divisionen mit zweistelligem Divisor, Umwandeln von Millimeter in Dezimeter. Erst vor kurzem sind Flächenberechnungen dazu gekommen.

Stolz zeigt meine Tochter ihren Handteller – ein Quadratdezimeter. Die Quadratdezimeter der Länge werden dann mit der Breite multipliziert, der Bedarf an Fliesen ausgerechnet. Ich freue mich: Nachdem wir – so wie ca. die Hälfte der Kinder in dieser Klasse – in den letzten Jahren viele Nachmittage intensiv arbeiten mussten, damit der in der Schule etwas zu rasch und konfus präsentierte Stoff ein wenig ankommen konnte und begreifbarer wurde, endlich wieder ein Bezug zur Wirklichkeit. Auch Iris fühlt sich sicher, selbst das mysteriöse Dividieren erscheint endlich klarer, die Hausübungen gehen flott voran und das Üben für die Schularbeit geht diesmal ohne Tränen, geworfene Bücher und Verzweiflung. „Es könnte ein Einser werden“, denke ich mir schon und freue mich über die Bestätigung für meine Tochter, die wirklich viel Mühe hatte. Aber das dicke Ende kommt doch noch: Am Tag vor der Schularbeit kommt ein neuer Übzettel:, mm² sollen tabellarisch in dm² und m² verwandelt werden. Auch das ist plötzlich Schularbeitsstoff – weil die Nachbarklasse hat das schon gemacht und im Buch steht es schließlich auch. Würg. Es wird wieder ein Dreier. Effizienz durch Druck? „Mit Mathematik kann man einen Menschen aufbauen oder zerstören“, sagt mir ein ehemaliger Waldorflehrer, dem ich mein Leid klage. „Dabei ist es doch so wichtig als Übung, um einmal geistig arbeiten zu können!“

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Das ist auch meine Hauptkritik am öffentlichen System: Dass das Abhaken des Lehrplans, das (Über)-Erfüllen der Vorgaben in den Büchern vor der Frage steht, was beim Kind ankommt. Und dass die Freude am Lernen damit ganz schnell ausgetrieben wird. „Sie müssen doch mit Druck umgehen lernen“, höre ich dann oft in Diskussionen. Ich persönlich finde es zu früh. Und es dreht mir den Magen um, wenn (äußerlich) erfolgreiche (was für ein Wort in Zusammenhang mit unter 10-Jährigen!) Volksschulkinder mit immer guten Zeugnissen wegen Magenweh nicht in die Schule gehen, vor Tests Tropfen brauchen und eine externe Lernbetreuerin, die mit ihnen Raumorientierung und Stressbewältigungsübungen machen. Steht das denn dafür? Ich bin mir sicher, dass die Umwandlungstabelle schon längst wieder vergessen ist, genauso wie die Flussnamen, die Verdauungsorgane und Bundesländer, die wir seit der ersten schon drei Mal gelernt und gleich wieder vergessen haben – weil vollkommen der Bezug dazu fehlt. Und Iris kann immer noch nicht sagen kann, wie viel 10 weniger 3 ist, wenn sie sich überfordert fühlt. Reinstopfen – Auskotzen „Wir erzeugen Wissensbulemiker“, sagt der Direktor der Mittelschule auf die Frage, welche Bedeutung die Anwendbarkeit der mühevoll inhalierten Datenmengen denn hat. „Da haben wir Nachholbedarf!“ Maturanten scheitern an Schularbeiten der 8. Schulstufe, kaum ein Erwachsener könne noch Prozent-Rechnen, zitiert er aktuelle Studien. Er empfiehlt seinen Kollegen „Mut zur Lücke“ und hat mit neuen System der Mittelschule geöffnete Türen in seinem Haus eingeführt: Damit die Lehrer die Angst davor verlieren, dass jemand sieht was sie machen und mehr in den Austausch gehen. Ich schöpfe Hoffnung für die nächsten vier Jahre.

In der Volksschule herrschte statt Mut zur Lücke der Drang nach „mehr desselben“. Wegen schlechter PISA-Noten beim Lesen (= Leseverständnis bei 15jährigen - was mit der Freude am Tun und dem Vorstellungshintergrund zu tun hat!) wurden zusätzliche Lesestunden ab der zweiten Klasse Volksschule eingeführt. Wieder mit Benotung, Tests und Druck und auf Kosten der freien Zeit am Nachmittag – Zeit, die zum „Verdauen“ des ganzen Stoffes dringend notwendig wäre. Oder sollen wir besser sagen: Zeit zum Kind sein? Kind sein dürfen – auch das war ein Punkt, der in dieser Volksschule zu kurz gekommen ist. Als Phantasie/Schauspielaufgabe gab es „Modeln am Laufsteg“, statt „normalen“ Liedern mit der Möglichkeit, Mehrstimmigkeit zu üben, wurde ein Rap einstudiert und wenn die Lehrerin sich in ihrem Abschlussbrief bedankt, dass die Kinder mit ihr ihre Freude an Musik geteilt haben, meint sie CD hören und Trommeln. Seelen bilden „Wissen diese Lehrer, dass es ihre Aufgabe ist, Seelen zu bilden“, fragt mich eine Waldorf-Oma, die drei Enkel in der öffentlichen Schule hat. In unserem Fall muss ich mit einem klaren Nein antworten: Ab der ersten Klasse ging es um Tests und Leistung. Um mehr Zeit zum Schreibenüben gebeten sagt mir die Lehrerin: „Die Kinder müssen die Buchstaben kennen, damit sie die Aufgabenzettel für Mathematik bearbeiten können!“ Meine Gedanken schweifen weiter: Und da nicht nur die Kinder sondern auch die Lehrer kontrolliert werden, entsteht dieser absurde Kreislauf der Angst und Überforderung, der viele Lehrer ins Burnout drängt. Dazu noch die angeblich immer ärger werdenden Kinder …. Seelennahrung geben ist eben etwas anderes als ständig „Futter“ für den Kopf nach zu schieben!

MoMent  09/10 2012


„Ich kann bis heute meinen Namen tanzen“ MoMent im Gespräch mit Ehemaligen … Manuel Rubey ist spätestens seit dem Falco-Film weithin bekannt. Er besuchte zwölf Jahre lang die Rudolf Steiner-Schule in Mauer. Anfang September wurde er von derStandard.at in einem „Schulgespräch“ interviewt.

http://cs.wikipedia.org/wiki/Soubor:Manuel _ Rubey _ Wien2010.jpg | © Manfred Werner (CC-by-sa 3.0) | 20.1-09.2012, 12:55

derStandard.at: Sie waren zwölf Jahre in einer Waldorfschule und zuvor im Waldorfkindergarten. Die Meinungen über Waldorfschulen gehen auseinander. Hat Sie etwas an der Waldorfschule genervt?

Rubey: Was mir bis heute schleierhaft vorkommt, ist Eurythmie. Dieses Unterrichtsfach ist mir wahnsinnig auf die Nerven gegangen. Auch diese Gewänder. Die Eurythmie-Menschen verkörperten so etwas Geschlechtsloses und Körperfeindliches in ihren wallenden Gewändern. Aber weil das immer die erste Waldorfassoziation ist: Ja, ich kann bis heute noch meinen Namen tanzen.

Verstehen macht Wissen verfügbar Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – im öffentlichen System Volksschule ist diese Binsenweisheit verloren gegangen. Beispiel Rechnen im Zahlenraum bis zwanzig: „Wir zeigen den Kindern drei Möglichkeiten, wie man eine Aufgabe lösen kann und jedes kann sich dann aussuchen, welche es verwendet!“ erklärt mir stolz die Volksschuldirektorin. Eierkartons, Stangen mit Würfeln, die Umkehrung der Plusaufgabe (wie viel fehlt auf…). Meine Tochter hat das verwirrt und es verwirrt sie bis heute. Übrigens: Da Iris nur um einen Punkt den Zweier verpasst und immer brav mitgearbeitet hat, wurde es doch noch ein Zweier im Zeugnis in Mathematik, sonst lauter Einser. Mit diesem Zeugnis geht sie nun in die Mittelschule, mit ihr Kinder, die eigentlich ins Gymnasium gehen wollten und nicht durften, wegen der Dreier.

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derStandard.at: In Waldorfschulen werden Begabungen speziell gefördert. Welche waren das bei Ihnen? Rubey: Es gab einen Schwerpunkt auf Theater, dem Musischen und Sprachen. Das alles hat einen großen Stellenwert in dem System. Diesen Aspekt habe ich immer genossen. derStandard.at: Denken Sie, dass Ihre Begabungen in einem anderen Schultyp auch so gut gefördert worden wären? Rubey: Das ist schwer zu sagen, ich habe es ja nicht anders erlebt. Ich bin 1986 in die Schule gekommen und denke, dass man damals in Alternativschulen schon individueller gefördert wurde. Heute hat sich das sicher etwas angeglichen. derStandard.at: Es heißt, die Waldorfschule habe dafür ein paar Schwächen bei der Vermittlung von Faktenwissen. Wie sehen Sie das? Rubey: Die reine Faktenvermittlung in jungen Jahren halte ich für nicht sinnvoll. Ich habe dazu eine andere Theorie. Faktenwissen entsteht in erster Linie dadurch, dass Kinder fernsehen. Ein Freund von mir, der mittlerweile seinen zweiten Doktor macht, hat ein extremes Allgemeinwissen. Ich dachte, das liegt daran, dass er in der HTL war. Das stimmt aber nicht. Er hat als Kind immer schon diese Quizshows geschaut.  weiter >

Motivation ohne Noten Die Lehrerin hat sich in ihrem Abschiedsbrief dafür bedankt, dass die Eltern immer so brav mit ihren Kindern gelernt haben. Oft mussten wir das fertig machen, was in der Schule offen geblieben ist. Als einzige habe ich dann – auf Kosten von Plus und Sternchen – „genug für heute“ ins Heft geschrieben, wenn eine Stunde überschritten und das Kind nicht mehr aufnahmefähig war. Dafür haben wir keine Magentropfen und Stressbewältigungsübungen gebraucht. Und Iris haben wir versucht zu vermitteln: Du bist tüchtig. Man kann „nur“ ein „Gut“ haben und „Sehr Gut“ sein! Das Waldorfsystem schafft Motivation auch ohne Noten. Persönliche Wahrnehmung und Wertschätzung, das künstlerische Tun und Rhythmus als erzieherisches Element – das

macht Erziehung ohne harte Bandagen, ohne Überforderung möglich. Und das Beste: Es gibt viel mehr Zeit für konzentriertes Arbeiten, wenn nicht ständig geprüft, ausgeteilt und entsprechend Tränen getrocknet werden muss! Ob sich unsere Lehrerin manchmal Gedanken darüber macht, dass es auch anders gehen könnte? Kurz vor Schulschluss helfe ich bei der Verkaufsjause. Die Lehrerin erzählt mir davon, wie anstrengend die Vorbereitung auf das Kreativfest wieder war und wie die Direktorin immer sagt, sie müsse mehr mit den Kindern lernen als Projekte zu machen Dann zischt sie schnell ab: „Es sind wieder Kinder der neuen 1. da – ich muss sie noch Testen!“ Testen, denke ich, und schüttle innerlich den Kopf. Wie wäre es mit kennen lernen?

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„Ich kann bis heute meinen Namen tanzen“ derStandard.at: In der Oberstufe werden an der Waldorfschule Landwirtschafts-, Forst-, Industrie- und Sozialpraktika angeboten. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesen Erfahrungen in der Arbeitswelt? Rubey: Das fand ich das Beste. Es war sehr eindrucksvoll, zu zweit auf einem Bauernhof „hardcore“ wirklich acht Stunden lang Kartoffeln zu ernten und Kühe zu melken. Das Forstpraktikum hat mich nicht so interessiert, die Vermessungen im Wald habe ich auch nicht so verstanden. Das Industriepraktikum wiederum war super, ich war bei General Motors am Fließband. Das lehrt eine Demut, würde ich sagen. derStandard.at: Um die Matura zu machen, sind Sie an eine andere Schule gewechselt. Wie war der Umstieg? Rubey: Nicht so schwierig, weil ich Bock auf Noten hatte. Da ich das nicht kannte, habe ich einen fast absurden Ehrgeiz entwickelt. In der Hegelgasse (Gymnasium im 1. Wiener Gemeindebezirk, Anm.) war ich ein erstaunlich guter Schüler, weil ich das Notensystem entlarvt habe. In Russisch hatte ich ein „Sehr gut“ im Jahresabschlusszeugnis, ohne mehr als zehn Worte Russisch zu können.  derStandard.at: Wie haben Sie das geschafft? Rubey: Jetzt kann ich es ja sagen, es ist genug Zeit verstrichen: Ich habe mir von einer Russin, die in Wien lebt, zu jedem Thema Texte schreiben lassen und die dann auswendig gelernt. Ich habe gesagt, dass ich nicht zu den Vorbereitungsstunden komme, da ich schon Russisch kann. Und tatsächlich hat die Lehrerin nach dem ersten Prüfungsteil gesagt, dass es in meinem Fall lächerlich wäre, die Prüfung fortzuführen.  derStandard.at: Haben Sie da Ihr schauspielerisches Talent entdeckt?  Rubey: (lacht). derStandard.at: Sie haben ja bereits in der Schulzeit an Aufführungen mitgewirkt.  Rubey: Ja, es gibt eine wunderbare Videokassette, wo ich in „Das Käthchen von Heilbronn“ den Grafen von Strahl im Stimmbruch spiele. Das klingt grauenhaft.  22 |

derStandard.at: War das damals in der Schule schon klar, dass Sie später Schauspieler werden wollen? Rubey: Eigentlich schon, ja. derStandard.at: Gab es nie einen anderen Berufswunsch? Rubey: Ich wollte eine Zeit lang Sportreporter werden. Und mein Vater hat ein paar Sachen aufgeschrieben, die ich halt so gesagt habe. Mein erster Wunsch war Formel1-Fahrer, weil man da viel Geld verdient und sitzen kann bei der Arbeit.  derStandard.at: Sie haben dann aber nach der Matura nicht gleich eine Schauspielschule besucht, sondern an der Universität studiert. Warum? Rubey: Ich habe mir komischerweise plötzlich gedacht, dass Schauspieler so unsicher ist und so. Und dann habe ich angefangen – sehr klug! –, Philosophie und Politikwissenschaft zu studieren. Als wäre das ein sicherer Beruf. (lacht) Ich hatte eine Gruppe von Freunden auf der Uni, die auch heute noch meine Freunde sind. Ihnen bin ich sehr dankbar. Sie haben mir meine intellektuellen Grenzen aufgezeigt, weil sie richtige Intellektuelle waren. Ich hätte die Uni schon geschafft, aber bei diesen Diskussionen bin ich einfach nicht mitgekommen. Und ich wurde dann auch immer unzufriedener.  derStandard.at: Und dann kam die Schauspielschule Krauss? Rubey: Davor war ich, in meiner maßlosen Selbstüberschätzung, am Reinhardt-Seminar vorsprechen in der Erwartung, dass sie dort auf mich gewartet hätten. Ich bin dann nicht genommen worden. Dann habe ich von einem Freund gehört, dass er an der Krauss war. Der war wiederum in der Waldorfschule ein paar Klassen über mir, und ich habe ihn sehr bewundert. derStandard.at: Dort muss man aber auch eine Aufnahmeprüfung machen, oder? Rubey: Ja, muss man auch. derStandard.at: Was halten Sie eigentlich von Zugangsbeschränkungen? Für Kunststudien gibt es Aufnahmeprüfungen, bei anderen Fächern an der Uni eher weniger. 

Rubey: Das wäre eine Extra-Diskussion wert. Auf der einen Seite verstehe ich die Beschränkung. Was jedes Jahr an den Schauspielschulen an Menschenmengen fertig wird, ist nicht integrierbar. Das geht sich vom System her nicht aus. Das heißt, es bleiben bestenfalls 15 bis 20 Prozent überhaupt im Beruf. Mindestens 50 Prozent von ihnen machen dann Kompromissgeschichten, die sie eigentlich nie machen wollten. Daher verstehe ich die Zugangsbeschränkungen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass speziell der Schauspielberuf nicht lehrbar ist und die Schauspielschulen an sich in Frage zu stellen sind. derStandard.at: Also haben Sie an der Schauspielschule nichts gelernt? Rubey: Das hängt ganz zwingend mit den Lehrenden zusammen. Ich hatte an der Schauspielschule zwei sehr gute Lehrer, eine Lehrerin und einen Lehrer, die mir viel geholfen haben, um Grundsätzliches über den Beruf zu verstehen. Aber abgesehen davon muss man für sich selbst herausfinden, was einen originär macht. Das nächste Problem: Ich finde, es sollten nur Menschen unterrichten, die zufrieden und erfolgreich sind. derStandard.at: Hatten Sie an der Waldorfschule einen solchen Lehrer? Rubey: Elmar Dick. Er war mein Theaterprofessor und hat in mir die Liebe zur Bühne geweckt. Bis heute verwirklicht er sich mit einer Besessenheit in einem Schultheater. Ich glaube, er hätte auch eine Regielaufbahn einschlagen können. Er hat das mit so einer Hingabe gemacht.  derStandard.at: Werden Ihre zwei Kinder auch einmal in die Waldorfschule gehen? Rubey: Ronja hatte am Montag ihren ersten Tag in der Schule, und es wurde keine Waldorfschule, sondern eine öffentliche Schule im 15. Bezirk. Es hat sich eine Schickeria herausgebildet - ich nenne sie jetzt einmal vorsichtig die „FalterBobos“. Also ich mag den „Falter“ und ich mag Bobos, ich spreche nur von diesem Aspekt. Sie spielen für Ute Bock, MoMent  09/10 2012


Überraschung in Basel

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ch hatte eine Woche Weiterbildung in Basels reizvoll ländlicher Umgebung hinter mir und schlenderte an einem der ersten warmen Abende im Mai frohgemut durch belebte Gassen. Auf dem Heimweg zum Hotel lockte mich noch ein Extra-Gässchen linkerhand – warum dem Ruf nicht folgen? Kurz darauf fand ich mich auf dem Platz vor der Martins-Kirche: Davor wurden offensichtlich Karten verkauft, ein paar Leute stellten sich an. Meiner Neugier folgend las ich den Anschlag an der Kirchentür: Konzert der Rudolf Steiner Schulen Birseck und Aargau Lauda Sion – Felix Mendelssohn Gloria – Antonio Vivaldi Beginn: in einer halben Stunde!

Eingedenk der wundervollen Musikerlebnisse an unserer Maurer Schule beschloss ich kurzerhand den Konzertbesuch – hatte aber zu wenig SFR dabei. Kein Problem: Per Handy wurde der aktuelle Umrechnungskurs gefunden, und mit € 30.- war ich dabei (inkl. der obligaten Spende). Das Konzert – ein Traum! Das gesamte Querschiff voller schwarzweiß gewandeter junger Menschen, in den hinteren Reihen auch einige Grau- und Weißköpfe; der verspätete Bassist mit lächelndem Klatschen empfangen, die kurzfristig eingesprungene Sängerin mit dankbarem Applaus. Und dann nur noch Musik: strahlend, frisch und festlich! Welch ein Geschenk! Margarete Reisch

Der Mysteriendramenkreis Wien lädt ein Einführender Vortrag zum zweiten Mysteriendrama von Rudolf Steiner

{Die Prüfung der Seele} von Dr. Wolfgang Peter 19. Oktober, 19:30 Uhr i m Kleinen Festsaal der Rudolf Steiner-Schule

Aufführung des zweiten Mysteriendramas von Rudolf Steiner

{Die Prüfung der Seele} 20. Oktober, 16 Uhr, Großer Festsaal

>> finden das alles super, sind alternativ, links und schicken ihre Kinder doch in die katholische Privatschule. Das finde ich falsch. Zweitens habe ich das Gefühl, dass die öffentlichen Schulen ein Realitätsbild zeigen. Da gibt es 15 Nationen, das finde ich gut. Ich habe das Gefühl, dass in den öffentlichen Schulen in den letzten 20 Jahren viel weitergegangen ist. (Rosa Winkler-Hermaden/Lisa Winter, derStandard.at, 5.9.2012)

Manuel Rubey (33) ist Sänger, Schauspieler und Kabarettist. Er sang bei der Band Mondscheiner und wurde durch die Hauptrolle in der Falco-Verfilmung „Falco - Verdammt, wir leben noch!“ bekannt. Rubey wirkte an mehreren Kinofilmen und Fernsehserien mit, unter anderem in „Braunschlag“, wo er einen Pfarrer darstellt. Seine Internet-Serie „Fauner Consulting“ wird ab 18. September in der neuen „Dienstagnacht“ im ORF gezeigt. Seit Oktober 2011 spielt er zusammen mit Thomas Stipsits das Kabarettprogramm „Triest“.

Das Gespräch führten Lisa Winter und Rosa Winkler-Hermaden Die Langfassung des Interviews: http://derStandard.at/Schule

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MoMent Buchtipps Wir freuen uns, den Roman eines ehemaligen Schülers vorstellen zu dürfen: Florian Illichmann-Rajchl 1968 geboren, lebt und arbeitet in Wien. Mitbegründung der Gruppe »Literatur an anderen Orten« (www.literatur-aao.at), Organisation und Teilnahme an literarischen Lesungen, u. a. beim Niederösterreichischen Viertelfestival. Sein erster Roman ist im Juli erschienen und im Buchhandel erhältlich. Außerdem wird er am Donnerstag, den 27.9. um 19:00 in der Buchhandlung Lhotzky aus seinem Roman lesen.

„Der weite Weg zum Wasserspender“ Nach 15 Jahren Studiums der Veterinärmedizin ist Lorenz Höfer bereit, das Studieren innerlich abzuschließen, um stattdessen einen schlecht bezahlten Job in einer Medienagentur anzunehmen. Nur vorübergehend, denn niemand will in der »Media Consult Austria« lange bleiben. In seinem genauso witzigen wie ehrlichen Erstlingsroman beschreibt Florian Illichmann-Rajchl, was Arbeiten bedeutet, wenn der Mitarbeiter nicht zählt. 240 Seiten, 11,5 x 18,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen € 19,90; ISBN: 978-3-99300-082-0

David Mitchell

„Die tausend Herbste des Jacob de Zoet“ Stellen Sie sich ein Reich vor, das sich seit anderthalb Jahrhunderten von der Welt abschottet. Niemand darf hinaus, kein Fremder hinein. Und doch bietet ein schmales Fenster Einblick in diese nationale Festung: eine künstliche, ummauerte Insel in einem Hafen des Landes, bewohnt von einer Handvoll europäischer Händler. Das Land heißt Japan, der Hafen Nagasaki und die Insel Dejima, man schreibt das Jahr 1799. Dorthin versetzt David Mitchell seinen Helden, den jungen Handelsangestellten Jacob de Zoet, der hofft, auf der von Geschäftemachern und zwielichtigen Gestalten bewohnten Insel sein Glück zu machen. Mario Desiati,

„ Zementfasern“ Ein Dorf im tiefen Süden Italiens, in dem nach und nach nur noch Frauen und Kinder leben. Die Männer mussten weggehen. Bleiben werden Mimi und ihre Tochter Arianna, die beim nächsten Patronatsfest trotzdem nicht allein sind. Domenica Orlando, genannt Mimi, ist vier-zehn, als sie ihr Dorf im süditalienischen Apulien verlassen muss, um mit den Eltern in die Schweiz zu gehen. Ihr Vater hat dort Arbeit in einer Fabrik gefunden: das Versprechen auf Reichtum für Tausende von Emigranten in den 1970er Jahren. Mimi erlebt im Norden ihre erste Liebe zum 18- jährigen Ippazio, doch in der kargen Unterkunft, die sie mit vielen Landsleuten teilen müssen, bleiben

Stattdessen stößt ihn das Schicksal in ein wildes Abenteuer: Er verliebt sich in die Japanerin Orito, die Tochter eines Samurai und Hebamme, die sich vom Inselarzt Dr. Marinus medizinisch ausbilden lässt. Doch eines Tages stirbt Oritos Vater, und sie verschwindet. Plötzlich geht das Gerücht, sie sei in die Sklaverei verkauft worden, um seine Schulden zu begleichen. Jacob geht dem nach und wird in Falschheit, Verrat und Mord verstrickt … Dies ist ein staunenswertes künstlerisches Werk: ein historischer Roman mit exotischem Kolorit, gefährlichen Verwicklungen, einer veritablen Seeschlacht und einer Vielfalt bunter Gestalten. Zudem ist es meisterhaft erzählt und voller poetischer Beschreibungen, die den Zusammenprall zweier Kulturen auf eine Weise illustrieren, dass man mal an flämische Malerei denkt, mal an japanische Tuschkunst. Rowohlt Verlag 2012, 719 Seiten, € 20,60 den beiden nur kleine, verstohlene Streichholz-Momente des Glücks. Jahre später, die Familie lebt längst wieder in Apulien, ist aus Mimi eine selbstbewusste Frau geworden, die immer noch jung ist, ihre halbwüchsige Tochter allein erzieht und in einer Krawattenfabrik arbeitet. Mit verblüffender innerer Freiheit und Konsequenz lebt sie ihr – nicht nur für süditalienische Gewohnheiten – unangepasstes Leben. Ihre eigentliche Stärke aber muss sie beweisen, als nach und nach die Männer krank werden und an den Spätfolgen ihrer Arbeit in der Asbestfabrik sterben. So kommt es, dass Mimi in einem Dorf der Frauen lebt. Doch erst die nächste Generation, ihre Tochter Arianna, wird nachfragen und die Frauen ermutigen, die Schuldigen zu suchen. Mario Desiati kommt selbst aus Apulien, er kennt sie, die verstummten Männer; er gibt ihnen die Stimme zurück, die ihnen genommen wurde. Wagenbach Verlag 2012, 288 Seiten, € 20,50

Buchhandlung in Mauer,Wetter Buchhandel OG, Gesslgasse 8a, 1230 Wien Tel: 01/887 26 74, Fax: 01/887 26 70, buch@wetter.co.at

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MoMent Buchtipps von der Bücherstube in der Goetheanistischen Studienstätte NEU : Bodil Bredsdorff Liebe lange leichte Tage ab 12 Jahre Euro 12,30 Urachhaus Lange Wochenenden und Ferien verbringt Dot mit ihren Eltern auf dem Dorf. Schon immer sieht Dot dann Balthasar. Bereits als Kinder haben die beiden tagelang zusammen gespielt, geflüstert, geträumt. Diesmal lädt Balthasar seine Klasse zum Geburtstagsfest ein – und Dot als einzige Außenstehende ist mit dabei. Ist es jetzt so weit? Werden sie endlich ein Paar? Doch wie sieht es inzwischen in Balthasar aus? Empfindet er genauso wie Dot ? Bodil Bredsdorff beleuchtet einfühlsam den oft mit Ängsten und Enttäuschungen verknüpften Übergang zwischen Kindheit und Pubertät und ein zuzeiten schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis,dabei ist es ihr gelungen die positive Grundstimmung immer zu erhalten NEU : St John, Lauren Die Todesbucht ab 10 Jahre Euro 16,40 Freies Geistesleben Traumberuf Detektiv: Die 11 jährige Laura Marlin lebt seit ihrer Geburt im Kinderheim. Sie ist fröhlich, neugierig und wünscht sich ein aufregendes Leben voller Geheimnisse, grad wie in ihren Lieblingsdetektivgeschichten. Dass es aber gleich so gefährlich werden muss! Üerraschend

taucht in einem Fischerdorf in Cornwall, ein Onkel auf bei, dem sie nun wohnen kann ... und schon ereignen sich mysteriöse Dinge . Selbst Onkel Calvin ist mysteriös: Warum verbietet er ihr streng, den Küstenpfad zu benutzen? Welche Rolle spielt Tariq, der stumme asiatische Junge, der bis zum Umfallen für seine wohlhabenden Eltern arbeitet? Wer ist J ? Warum wird die Todesbucht von allen so gefürchtet? Laura Marlin hat den nötigen Mut, um all diese Rätsel aufzuklären. Begleitet von ihrem treuen dreibeinigen Hund , macht sie sich auf, ihren ersten Kriminalfall zu lösen. Die Todesbucht wurde von jungen Lesern zum Blue Peter Book of the Year 2011 gewählt. NEU : Benjamin J. Myers The Bad Tuesdays - Der Kristallreiter ab 14 Jahre Euro 20,50 Freies Geistesleben Band 5 ist da- ... Die Verbogene Symmetrie hat Befehl zum Endspiel gegeben. In diesem Fantasy-Weltdrama werden Chess und ihre Brüder Box und Splinter von einer bösen Macht verfolgt und einem guten Geheimbund geschützt. Wobei beide Seiten über Zauberkräfte und -wesen verfügen. Jetzt tritt Box in den Vordergrund. Er ist in Hochform und hat ein Auge auf Anna die phänomenale Schwertkämpferin geworfen. – Aber Jäger durchkämmen gnadenlos die Straßen. Seine Schwester Chess befindet sich derweil fast gebrochen, in der Hand der Verbogenen Symmetrie. Kann sich Box in dieser Situation zu Chess durchkämpfen? Und ist nicht schon alles zu spät?

Die Christengemeinschaft

Bewegung für religiöse Erneuerung WIEN-SÜD

Studienstätte - 1230, Speisingerstraße 253

Gottesdienst –Herbst-Termine 2012:

Wir freuen uns, dass ab November eine zweite Menschenweihehandlung pro Monat in der Christengemeinschaft Wien-Süd zelebriert werden kann. Die Termine bis Weihnachten sind daher: Sonntag, 7. Oktober Menschenweihehandlung Samstag 20. Oktober Kindergottesdienst Sonntag, 4. November und Samstag 17. November Sonntag 9. Dezember und Mittwoch 26. Dezember 9:45 für die Kinder, 10:30 für Erwachsene (Kinderbetreuung mit Frau Freihsl)

Weitere Termine:

Vortrag von Dr. Wolfgang Peter über christliche Jahresfeste Sonntag, 4. November nach der Menschenweihehandlung

Mitarbeiterkreis 8. Okt., 5. Nov., 4. Dez., jeweils 20:00 in der Studienstätte Evangelien Kreis „das Lukasevangelium“ montags um 8:00 Uhr Fragen und Anregungen richten Sie bitte an: M. Culda Tel. 01 923 38 36, E-Mail: monicaculda@hotmail.com

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BEATE MARIA PLATZ malerin keramikerin  kunsttherapeutin  lebens- und sozialberaterin 1230 wien, maurerlangegasse 52/1/1 kurse und workshops herbst/winter 2012 keltische mythen : künstlerische selbsterfahrung für frauen legenden und mythen erzählen von keltischer weisheit und mächtigen frauen. laden ein zu kraftvoll - archaischen und zauberhaft - magischen bildfindungen. - wir vertiefen die arbeit an einem mythos über zwei bis drei abende. verschiedene techniken sind möglich je nach wunsch. ab di 9. oktober 2012, 17:30-20, 12x, 145€ + material portrait : wochenend-workshop aquarell die farbtönungen der haut haben die künstler schon immer beschäftigt und besonders herausgefordert. wir arbeiten mit drei farben, welche durch einen lasierenden auftrag eine überzeugende malerische interpretation des gesichtes wiedergeben.  fr 12. oktober 18-21, sa 13. oktober 10-18, 95 € + material

tristesse / melancholie? : wochenendworkshop acryl grau in grau- novembertage ... nicht nur!! wir entdecken die schönheit und vielfältigkeit von grautönen und setzen dazu spannungsreiche kontraste. - arbeit mit verschiedenen acryltechniken. fr 9. november 18-21, sa 10. november 10-18, 95 € + material

kunsttherapie für kinder, jugendliche und erwachsene in der kunsttherapie werden die im schöpferischen tun liegenden selbstheilungskräfte eingesetzt, um hilfe bei krankheiten, entwicklungsstörungen und lebensfragen zu geben. jede therapie wird thematisch und gestalterisch individuell entwickelt. - termine und kosten nach vereinbarung

geheime zeichen : tagesworkshop mischtechnik geronnene weisheit in siegel geprägt, erfahrungswissen gespiegelt in symbolen, geheime information gebannt in zeichen. - künstlerisch nehmen wir die spur auf, entschlüsseln sie und gestalten miniaturdarstellungen. wir brauchen dabei blattgold, metallstaub, pigmente, farbe. sa 15. dezember 10-18, 65 € + material

vorblick januar 2013 aquarellkurs „winterweiß“ und schiefermalkurs ausstellung „kiesel und mehr“: vernissage 18. september 2012,19 uhr 1060 wien, liniengasse 2a, galerie am park 19. sept. bis 28. sept 2012, mi bis fr 16 bis 19 uhr

kontinuierliche malgruppe info bei mir anfordern - ab mitte september

tel/fax/anrufspeicher: 01/887 32 85, e-mail: platz@inode.at, www.beatemariaplatz.de kursort für alle kurse: 1230 wien, maurerlangegasse 52/1/1

MÄRCHENBÜHNE DER APFELBAUM

mailto:apfelbaum@maerchenbuehne.at http://www.maerchenbuehne.at Das tapfere Schneiderlein 4+ / Gebrüder Grimm Einem Schneider wird es zu eng in seinem Stübchen und so zieht er in die Welt hinaus. Dort erlebt er allerhand Abenteuer mit Riesen, einem Wildschwein und ... Fr 5.10. anschl. Tanz, Sa 6.10., Sa/So 13./14.10., Fr 19.10. anschl. Tanz Sa 20.10., Sa/So 27./28.10. anschl. Märchendeutung f. Erw. mit Chr. Horvat, jeweils um 16:00 Dornröschen 4+ / Gebrüder Grimm Ein König und eine Königin wünschen sich ein Kind. Als sich ihr Wunsch erfüllt, geben sie ein großes Fest und laden nicht nur alle Freunde und Bekannte, sondern auch zwölf weise Frauen ... Fr 2.11.anschl. Tanz, Sa 3.11., Sa/So 10./11.11.,Fr 16.11. anschl. Tanz Sa/So 17./18.11., Sa/So 24./25.11. jeweils um 16:00 Aljoscha und der Hecht 4+ / Russisches Märchen Aljoscha, der Faulpelz, schläft den ganzen Tag auf seinem Ofen. Wenn es aber den Kindern gelingt, ihn aufzuwecken und er gut aufgelegt ist, dann kommt es oft vor, dass er ihnen seine Geschichte erzählt ... Fr 30.11. anschl. Tanz, Sa 1.12., Sa/So 8./9.12., Fr 14.12. anschl. Tanz, Sa 15.12. jeweils um 16:00 Gastspiel von und mit Peter Ketturkat am So 18.11. um 16:00 Keine Angst vor großen Tieren 3+ Die Puppen sind mit Materialien des täglichen Lebens aus Küche und Haushalt gestaltet. Bewegungen und Dialoge werden von Live-Instrumenten und Geräuschen begleitet. Diese Sprache ... weiter mit: http://www.maerchenbuehne.at 26 |

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aus gutem grund

Naturkostladen Endresstraße 113, 1230 Wien T 888 10 38  F 888 67 70 Öffnungszeiten Montag: 8:00 - 13:00 Dienstag bis Freitag: 8:00 - - durchgehend - - 18:00 Samstag: 8:00 - 13:00

Anzeige_MOEB_visit0701 20.05.12 20:09 Seite 1

Zivi‐Courage   bei Lebensart‐Sozialtherapie gesucht !  Wir bieten abwechslungsreiche Zivildienerplätze in den  Wohngruppen und Werkstätten  in Wien Mauer und in Wien  Lainz. 

das neue bier im das möbel > das café

Hier kann man Erfahrungen sammeln, Vorurteile abbauen, Freunde  finden, in Berufswelten reinschnuppern…  Die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen steht bei  uns im Mittelpunkt. Hierfür sind Hilfestellungen zu erbringen, wo die  Menschen mit Behinderung Unterstützung, Aufsicht und auch mal ein  ´gutes Wort` benötigen.  Dies erfordert Einfühlungsvermögen, Umsichtigkeit und Courage.  Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim Abschied nach neun Monaten  Zivildienst einen eigenen Fanclub haben.  Interesse?  Kontakt:   Lebensart Sozialtherapie  Hauptstr. 125‐127, 2391 Kaltenleutgeben  Tel. 02238/77931, verein@sozialtherapie.at  www.lebensart‐sozialtherapie.at   


Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100 Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 02Z032325M Impressum Seite 2

P.b.b.

Diese Ausgabe v. MoMent wurde am 3.10. an die post.at übergeben.

Kleinanzeigen & Termine Spaß mit Canasta: Wer mag mit mir eine Canasta-Runde gründen bzw. sucht eine Ergänzung? Email: mreisch@hotmail.com Wir suchen ab Sommer 2013 Eigentum für Vier. Mit Vorliebe Altbau und max. 30 Autobus-Minuten vom MauerHauptplatz entfernt. Über Angebote, Tipps und Hinweise sind wir dankbar! Nadja und Matthias Berke 0676 400 52 62 und 0699 123 60 124 mail@matthiasberke.at

So 7.10.2012 17:00   „Das Unsichtbare im Sichtbaren“ Zagreb Eurythmie Ensemble IONA anlässlich des 100. Geburtstages der Eurythmie, Großer Festsaal So 7.10.2012 19.30 Elternrat Fr 12.10.2012 Vortrag Chr. Wiechert Mi, 17.10.2012 19:00 PR- und Veranstaltungskreis Do 18.10.2012 Offene Konferenz Fr 19.10.2012 19:00 Vortrag zum Mysteriendrama / kl. Festsaal Sa 20.10.2012 16:00 Aufführung Mysteriendrama / gr. Festsaal Fr 26.10. - So 4.11.2012  Herbstferien Mi 7.11.2012 Redaktionsschluss Nov/Dez-MoMent So 11.11.2012 19.30 Elternrat Do 15.11.2012 Offene Konferenz Fr 16.11.2012 19:30 EA 3. Kl. Sa 17.11.2012 9:00   öffentl. Schulfeier Fr 23.11.2012 19.30 „Fantastischer Kammermusikabend“- sS 15 Fr 30.11.2012 17:00 bis 21:00 Basar Sa 01.12.2012 10:00 bis 10:00 Basar So 9.12.2012 19.30 Elternrat jeweils dienstags  ab Dezember Probenbeginn - sS 15

Agnes Kühne war eine treue Kundin des Naturkostladens aus gutem grund. Agnes Kühne war aber nicht nur eine treue Kundin, sie war für uns eine Wegbegleiterin. Agnes Kühne war aber nicht nur eine Wegbegleiterin, sie war für den Naturkostladen in Mauer die Wegmacherin. Zu einer Zeit, als noch nicht viele über die Nebenwirkungen homogenisierter Milch nachdachten, eröffnete Agnes Kühne im Keller ihres privaten Hauses die „Katakomben-Milchhol-Stelle“. 18 Jahre lang versorgte Agnes Kühne zwei- bis dreimal wöchentlich 120 Familien mit Demeter-Rohmilch und sechs Jahre lang auch mit Produkten aus biologischem Anbau, die damals kein Laden anbot: Gemüse und Obst, Honig, Eier, Butter, Käse, Wurst und Wolle. Agnes Kühne war es auch, die – gegen alle Widerstände der Zollbehörde – den ersten Import sizilianischer Demeter-Orangen nach Österreich organisierte. Agnes Kühne hat mit ihrer MilchKatakombe den Kundenstock des Naturkostladens aus gutem grund aufgebaut und sie war eine der wichtigsten Impulsgeberinnen für die Gründung des Naturkostladens auf dem Gelände der Waldorfschule in Mauer. Wenn wir Agnes Kühne fragten, warum ihr biologisch-dynamisch erzeugte Lebensmittel so wichtig seien, erzählte sie eine kleine Geschichte: Auf die Frage, warum die Gedanken der Anthroposophie sich schwer durchsetzen, habe Rudolf Steiner erwidert: „Das ist eine Ernährungsfrage.“ Gute Ernährung ergänze die Pädagogik, sagte Agnes Kühne, deshalb gehöre der Naturkostladen in die Nähe der Schule und in die Schule gehörten nicht nur Erziehungs- sondern auch Ernährungsvorträge. In den Tagen des Abschieds von Agnes Kühne gehen unsere Gedanken, unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme zu ihrer Familie. In unserer Erinnerung bleiben die Freude über die Begegnung mit Agnes Kühne und ihr Vorbild lebendig. Mit großer Dankbarkeit verneigen wir uns vor unserer Wegmacherin. Danke, liebe Agnes Kühne! Monika Böhm, Sandra Fessl, Jutta Lehner, Lena-Maria Mayer Willi und Gerti Rosen, Esche und Hanna Schörghofer Naturkostladen aus gutem grund

Profile for Karl Hruza

MoMent September/Oktober 2012  

Monatszeitschrift der R. Steiner-Schule Wien-Mauer

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