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MoMent

Zeitschrift

für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer MAI/JUNI, € 2,50


Zeit, die genutzt wurde

MoMent

„Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will.“ Leonardo da Vinci

Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at

Kinder, wie die Zeit vergeht – sie rast geradezu dahin. Und dann wieder geht es nur zäh voran, man will drängen, schneller machen – doch die Zeit schlendert nur träge dahin. Ob nun rasant oder gemächlich: Die Zeit des vergangenen Schuljahres wurde jedenfalls mehrfach gut genutzt. Vieles Neues wurde entwickelt und erarbeitet; es war nicht immer nur easy going – aber es ist letztlich gelungen und einiges konnte und kann nun umgesetzt werden. Zum einen die Reformschritte aus unserem Entwicklungsprozess „Schule quo vadis“: Ein neuer Stundenplan-Takt wird ab Herbst der Unter- und Mittelstufe ein neues Zeitgefühl geben. Während die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nun mehr nach ihrem Bio-Rhythmus leben – und eine halbe Stunde länger schlafen können.

Der andere große Impuls dieses Schuljahres war gewiss das erste große Sommerfest, das eine Woche vor Schulschluss gefeiert wurde. Den unglaublichen Arbeitseinsatz des Organisationsteams konnte man am bunten, vielfältigen Angebot und dem nachgerade perfekten Ablauf ablesen. Ein derart gelungenes Fest war es, dass die Zeit an diesem Tag viel zu rasch verflog und erst nächtens, zu später Stunde, sich die letzten Gäste (und Lehrer) nach einem gemütlichen Ausklang im Rosenhof auf den Heimweg machten. Neu ist aber auch, dass wir über diese Neuerungen und dieses Ereignis noch in dieser Ausgabe unserer Schulzeitung berichten können – da diese letzte Ausgabe vor den Sommerferien viel später als sonst erscheint. Nämlich erst in den Ferien. Ganz ehrlich gesagt, ist dies zunächst einmal eine Folge der allgemeinen Zeit(-Not), der gegen Schulschluss hin schon recht abgekämpften Beteiligten. Aber wir konnten sie eben auch nutzen, die Zeit – und noch einiges an zusätzlichen Informationen in den Sommer hinein mitgeben. In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern eine wunderschöne, erfüllte, erholsame – und vor allem gut genutzte Ferienzeit! Roman David-Freihsl für das MoMent-Team

im 22. Jahr

MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 82221751000 ErsteBank Blz: 20111; BIC: GIBAATWWXXX IBAN: AT44 20111822 21751000 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@aon.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 0699 111 95 7 95 karl.hruza@waldorf-mauer.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Saskia Sautner saskia.sautner@hotmail.com Karin Schadl luis.schadl@utanet.at Lothar Trierenberg lothar.trierenberg@dasmoebel.at Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK, 1230 Wien aus umweltfreundlicher Druckproduktion Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 02Z032325Z

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Von der Beteiligung an dem Fortschritt des guten Geistes in der Waldorfschule Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft 1925-1945 Nach Rudolf Steiners Tod. Differenzierung und Weltkrieg 1925 Die vielseitigen kulturellen Initiativen werden nach Rudolf Steiners Tod weitergeführt und entfalten sich in ersten Anfängen international. Albert Steffen wird Vorsitzender der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und prägt sie neben und durch sein dichterisches Schaffen bis Anfang der 60er Jahre. Es bestehen in 15 Ländern Landesgesellschaften der Anthroposophischen Gesellschaft. 1935 Am 1. November 1935 wird die deutschen Landesgesellschaft von den Nationalsozialisten verboten. 1935-1945 Das Verbot und die kriegsbedingte Isolation der Schweiz schränken die Aktivitäten weltweit und am Goetheanum sehr ein. Am Goetheanum finden während des Krieges Tagungen zu den Jahresfesten und zu fachlichen Fragestellungen statt. Interne Differenzen führen zum Ausschluss von Mitgliedern, sowie von Ita Wegman und Elisabeth Vreede aus dem Vorstand und dadurch dazu, dass bis in die 50er und 60er Jahre die medizinische und heilpädagogische Bewegung sowie große Teile der holländischen und englischen Landesgesellschaft unabhängig von der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft weiterarbeiten. 1938 Marie Steiner inszeniert am Goetheanum neben den Mysteriendramen von Rudolf Steiner und Dramen von Albert Steffen Goethes „Faust“ in beiden Teilen ungekürzt – die Welturaufführung in dieser Form findet im Sommer 1938 statt. Teile daraus waren schon bei der Pariser Weltausstellung 1937 zu sehen. Westtreppe rotes Fenster am Goetheanum Fotografin: Charlotte Fischer

Meine sehr verehrten Anwesenden, es ist leicht, im abstrakten Sinne von großen Idealen zu sprechen. Es ist leicht zu deklamieren, wie die Menschheit dem Wahren, Schönen und Guten zustreben muss. Aber nicht davon kommt das Heil und Glück der menschlichen Entwickelung, dass wir in großen Worten von fernsten Zukunftsidealen und Utopien sprechen und schöne Worte machen über dasjenige, was in nebelhafter Ferne noch schwebt, unbestimmt und unklar, was wir aussprechen, damit wir eine Wollust in der Seele fühlen. – Darin liegt das Wirken zum Heil und zum Glück und zur Lebensfähigkeit im sozialen Leben, dass wir ganz im Einzelnen die Aufgaben angreifen, die uns das Leben stellt. Wenn wir richtig denken können über Ideale, über Ideen, dann sind Ideen jedem heilig. Wenn wir von Idealen nicht sprechen wie von unbestimmten, nebulosen Dingen – das ist mit hohlen, mit leeren Worten gesprochen –, wenn wir mit Idealen so herumwandeln werden, indem wir uns bewusst sind, dass wir in der ganz konkreten Arbeit an diesen Idealen arbeiten, dann trägt man viel mehr als durch schönes Gerede gerade zum Fortschritt und zur Entwickelung der Menschheit bei. … Dafür sage ich Euch in diesem Augenblick, wo unsere lieben Lehrer neue Aufgaben sich stellen müssen, ich sage allen Dank. Ich sage Ihnen Dank, weil ich mit angesehen habe, wie Sie an sich selbst gearbeitet haben und sich damit beteiligt haben an dem Fortschritt des guten Geistes in der Waldorfschule. In diesem Dankgefühl werden wir weiter zusammenarbeiten, und wir werden versuchen, dass jeder einzelne immer mehr den anderen versteht, so dass der Lehrkörper ein Ganzes wird. Eine Schule ist nur dann etwas, was vollständig ist, wenn es ein Organismus ist, aus dem eine einheitliche Geist-Seele heranwächst. Solches versprechen wir heute den Eltern, solches werden wir uns vornehmen als Vorsatz für die Zukunft, und wir hoffen, dass es zur Tat werden wird, wie schon einiges zur Tat geworden ist. Rudolf Steiner, Ansprache bei der Feier zum Beginn des dritten Schuljahres, 18, Juni 1921

www.goetheanum.org/ 31.3.2012, 9:30 1.6.2013, 21:03

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Aus: Rudolf Steiner in der Waldorfschule, ausgewählt von Roman David-Freihsl

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Ein Sommern

Das erste groSSe Sommerfest de

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s sollte ein Gegenpol zum bereits traditionellen Weihnachtsbasar werden. Und wie die ersten durchwegs enthusiastischen Reaktionen zeigen – scheint auch genau das gelungen zu sein. Das erste große Sommerfest war ein voller Erfolg. Wenn auch ganz anders als der Basar, weniger besinnlich, nicht so beschaulich; lustvoller, ausgelassener, ganz nach Außen wurde gefeiert – bis in den Park hinein – ein pralles Fest im Sommer. Ein richtiger Gegenpol eben.

Zum Auftakt am Vormittag die traditionelle letzte Schulfeier vor den Ferien – mit der wieder einmal hinreißenden und witzigen Modeschau der 9. Klasse. Danach als Übergang ein paar Johanni-Lieder gegenüber auf 113 und dann konnte es schon so richtig losgehen. Zunächst einmal zeigte unser neuer Schulkoch Fred Samec mit seinem Team, was er drauf hat und beglückte die GeschmacksSinne – wenn auch unter Konkurrenz durch die Würstel-Griller im Rosenhof.

Fotos: N. Berke

Im Anschluss daran eine wahre Novität in unserer Schule. Nicht nur das Volleyball-Turnier für Oberstufenschüler, Eltern und Freunde im Maurer Schlosspark. Eine wunderbare Neuerung war der Auftritt des Physikmobils mit vielen spannenden, lustigen neugierigmachenden Experimenten gleich daneben. Aber die eigentliche Sensation dieses Festes war: Erstmals wurde von dieser Schule ein offizielles Fußballtournier für die Schüler der Unter- und Mittelstufe im Park-Käfig veranstaltet. Wenn auch mit einem gewissen Waldorf-Touch: Die Teams wurden nach Früchten benannt und so schallten die Anfeuerungs-Chöre durch den Park: „Birne! Birne! Birne!“ gegen „Kirsche vor! noch ein Tor!“ Es half alles nichts: Am Ende gewann das Ananas-Team. Und zwar fulminant (dieser Beitrag wird schließlich vom Vater eines stolzen Ananas-Spielers geschrieben). Ein kleines Detail: Gepfiffen wurden die Spiele dieses Turniers übrigens von Christof Stein, ein Ehemaliger unserer Schule, der diese vor

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nachtstraum

er Steiner-Schule in Mauer

genau 30 Jahren verließ. Als er diese Schule besuchte, war das Fußball-Spielen hier noch strengstens verboten – und wir mussten derartige Turniere damals noch klammheimlich in der Freizeit abhalten (und natürlich gewinnen). Der Wettergott war uns unheimlich gnädig – während beispielsweise in Baden schwerer Hagel niederging, gab es über Mauer lediglich einen kurzen Schauer. Und der kam gerade recht, um das Publikum in den kleinen Festsaal zu treiben – zur Lesung von Robert Menasse, der anlässlich dieses Festes unsere Schule beehrte. Auch diese Lesung ein beeindruckender Erfolg – wie sehr, kann man daran ablesen, wie viele Menschen es mehr als eine Stunde lang in der Affenhitze des kleinen Festsaales aushielten. So viel wurde an diesem Tag veranstaltet, dass man richtig aufpassen muss, ja nichts zu vergessen: Die große Tombola etwa – für die alle mehr als 400 Lose verkauft wurden! Mit tollen Preisen – vom Bleistift über die Menasse-Lesungs-Stehlampe bis hin zum Hauptpreis eines Tandem-Fallschirm-Sprunges! Oder der Tango-Kurs am Abend mit Band im kleinen Festsaal. Beim gemütlichen Zusammensein im Waldorf-Heurigen im Rosenhof klang dieser erfüllte Tag schließlich aus. Fish and Chips wurden genossen, Produkte vom Biohof Adamah, Eis, Demeter-Wein vom Biohof Riemel in Retz, Wolfsbräu-Bier, Bio-Limonaden, und, und, und… Wenn bei dieser Reminiszenz etwas vergessen wurde: Es war sicher wunderbar. Vielen, vielen und herzlichsten Dank an die Organisatoren, allen voran Engelbert Sperl und Christof Stein, der gesamte Veranstaltungskreis unserer Schule – und all die vielen Helfer, wie etwa auch die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse. Das Sommerfest schreit geradezu nach einer Wiederholung! Roman David-Freihsl

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Erste(r) Klassen-Ausflug Eine Zitterpartie auf das Hernalser Hameau hinauf

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ie erste Klasse – das ist noch ganz Neugierigsein, Kennenlernen, Hineinwachsen. Auch für die Eltern. Da passt zunächst einmal die Klassenaufgabe dieses ersten Schuljahres perfekt dazu: Beim Lotsendienst in der Früh marschiert zumindest die Unterstufe, aber auch sonst ein Gutteil der Schulgemeinschaft an einem vorbei. Und im morgendlichen Plaudern kommen die Leut‘ z’samm.

Ein weiteres solches Zusammenwachsen der heurigen Erste-Klasse-Gemeinschaft war dann auch der erste gemeinsame Klassenausflug Ende Mai, gemeinsam mit Schülern, unserer Lehrerin Christiane Dostal, Eltern und Geschwister. Etwas anderes sollte es sein – nicht die für die meisten schon altbekannten Pfade am Maurerberg oder die Perchtoldsdofer Haide hinauf. Also war die Schwarzenberg-Allee im 17. Bezirk unser Ausgangspunkt – und das Hameau unser Ziel. Und es war eine regelrechte Zitterpartie. Nicht nur, weil die Temperatur die Ausflügler so richtig zum Scheppern brachte: Alle, die beim Losmarschieren bange gen Himmel blickten, waren felsenfest überzeugt: Heute kommen wir nass nach Hause. Wir alle sollten unrecht behalten: Das Wetter hielt. Und so marschierte die bunte Gruppe plaudernd den Hügel hinan. Gelagert wurde oben auf dem Hameau – und das ist quasi der Großvenediger von Hernals. Denn so wie der Großvenediger die zweitgrößte Erhebung Österreichs ist, ist das Hameau nur zehn Zentimeter niedriger als der Heuberg. Und der ist der höchste „Gipfel“ des 17. Wiener Gemeindebezirkes. Kurz war die Rast – aber nicht jener Schüler, der dort kurz als Hameau-Gespenst herumgeisterte, verscheuchte uns. Sondern eben wieder die Kälte. Doch lang genug war die Pause schon, um den Geburtstag eines weiteren Schülers zu feiern – mit erst rauf- und dann aufgetragenen Muffins und Kuchen. Nach dem offiziellen Ende des Ausflugs war dann die ganze Klassengemeinschaft eingeladen, den Schülergeburtstag daheim weiter zu feiern – an der wärmenden Feuerschale, mit Würstel und Stockbrot. Herzlichen Dank! Nach solch einem Tag kann man sich schon so richtig auf die nächsten elf Schuljahre vorfreuen. Roman David-Freihsl

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Eindrücke vom Franziskusspiel der zweiten Klasse Bei großer Hitze und in dicken Kostümen hat die 2. Klasse konzentriert und voller Freude das Franziskusspiel aufgeführt. Toll wie sie durchgehalten haben. Es hat großen Spaß gemacht zuzusehen.  Nadja Berke

Fotos: N. Berke

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Die Hausbauepoche der 3. Klasse

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ür die 3. Klasse ging die Hausbauepoche erfolgreich zu Ende. Entstanden ist ein kleines Gewächshaus zum Ziehen von Jungpflanzen für den Schulgarten. Bunt steht es da und macht uns hoffentlich noch lange Freude. Einige Kinder entwickelten in Zeit der Hausbauepoche eine Leidenschaft für all die Arbeiten, die da anfielen: Graben, Betonieren, Sägen und Stemmen, Malen und Mauern. Für Andere war es eine willkommene Abwechslung. Für manche war es einfach Zeit im Garten. Alle aber konnten erleben, was man gemeinsam alles schaffen kann und jeder hat dazu beigetragen. Schön zu erleben waren auch die „Nebenwirkungen“ des Hausbaus. Das Schreiben und das Rechnen und das Zeichnen wurden hier auf praktische Weise vereint. Die Eltern traten in kleinen Gruppen zur Unterstützung der Kinder an und konnten so einen Einblick in die Klasse bekommen. Das Richtfest war, mit unglaublichem Wetterglück, ein sehr fröhliches. Ein ganz dickes, fettes, großes Danke geht an unseren „Baumeister“ Ferdinand Czech, der unermüdlich jeden Tag mit den Kindern auf der Baustelle werkte. Frau Rumetshofer und Frau Krättli haben die Einteilung der Kindergruppen mitsamt aller Ameisenkinder, wunderbar hinbekommen. Mit ganz viel Geduld und der notwendigen Spontanität wurde auf all die Individualitäten der Kinder eingegangen um das gemeinsame Projekt zu einem fertigen Haus werden zu lassen. Hier auch ein Dankeschön an die tüchtigen Ameisen aus der 2. Klasse: Danke für Eure Unterstützung! Nadja Berke

Fotos: N. Berke

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Fotos: L. Trierenberg

Hexenpack und StraSSenjunge Puppenspiel der 4. Klasse

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ie Erwartungen waren schon recht groß, nachdem die Existenz äußerst origineller Handpuppen, die die Kinder im Handarbeitsunterricht hergestellt hatten, gerüchteweise durchgedrungen war. Auch konnte aufgrund der vielen Kulissen, die die Kinder unter tatkräftiger Hilfe einiger Eltern geschaffen hatten, auf eine aufwendige Bühnentechnik geschlossen werden. Schließlich gelang es aber Frau Platzer und ihrem Ensemble diese Erwartungen noch zu toppen. Frau Platzer hatte den Kindern vollkommen frei Hand bei der Wahl ihrer Figur gelassen und aus der bunten Schar der Charaktere ein grandioses Spiel entwickelt, in dem jede Figur einen zwingenden Platz einnahm, sodass man glauben könnte, die Schauspieler wären gecastet worden. Es fanden sich darunter auffällig viele Hexen und Zauberer, die dem Stück ja auch die Richtung vorgaben, aber neben klassischen Figuren wie Kasperl und Oma, Zwillingen und Chinese, Feen und Elfen, König und Königin, schönen, aber naiven Mädchen, Rauchfangkehrer, Briefträger und Polizist, auch absolute vom Aussterben bedrohte Nischenberufe wie Waldmensch und Ninja. Hauptfigur war der nicht weniger naive, aber durch die Prüfungen schließlich herangereifte, Straßenjunge. Schon zu Beginn des Spiels begeisterten die Puppenspieler das Publikum mit dem perfekt dargebrachten Hexenlied, das jedes einzelne Wort gut verstehen ließ und fesselten es anschließend durch ein Feuerwerk von perfekt getimten Pointen und einigen überraschenden Wendungen. Das Publikum lobte besonders die gut verständliche Aussprache und die dramatische Präsentation. Heftig beklatschte Höhepunkte stellten die kollektive Ohnmacht der drei naiven Mädchen sowie die in genialer Bühnentechnik umgesetzte Verqualmung nach Verstopfen des Rauchfangs durch das Hexenpack dar. Peter Machowetz

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Zur Seewiese, oder wie man aus einem klassischen Mittagsausfluge eine 2 tägige Wandertour mit vielen Höhepunkten macht

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in wunderschöner Mittwochmorgen, sonnig, nicht sehr heiß. Jeder wusste, dass es toll wird, aber dennoch, es liegt diese gewisse Nervosität in der Luft und in den Bäuchen. Was machen wir tatsächlich, wie wird das werden, wer geht mit oder neben wem, wann geht’s endlich los......

Außer Frau Platzer war eigentlich keinem der fleißigen GeherInnen die Route bekannt, nur das Ziel kannten wir, den Gasthof Seewiese. Von Perchtoldsdorf aus in 2 Stunden erreichbar. Ich fragte mich, was wir den Rest des Tages mit den Kindern wohl alles machen würden. Tja, da hatte ich die Komplexität des Wanderwegenetzes in diesem Teil des Wienerwaldes und vor allem die raffinierte Wegführung von Frau Platzer, der Klassenlehrerin, wesentlich unterschätzt. Vorweg: Abmarsch von der Schule 8.15. Ankunft Seewiese 16.30. Übernachtung im Gasthof und von dort am nächsten Tag retour zur Schule, Ankunft 16.00. Dazwischen eine der

wunderbarsten und abwechslungsreichsten Wandertouren, die man sich vorstellen kann. Von der Schule mit dem 60er bis Endstation Rodaun, von da im schönsten Sonnenschein über die Heide. Wenig überraschend wurde am ersten Sammelplatz am oberen Ende der Heide erstmals die Forderung nach einer Jausen-Pause laut, eine Forderung, die uns die nächsten zwei Stunden kontinuierlich im Ohr lag. Während des weiteren Anstieges im Wald war dann für die Ungeübteren erstmals der Punkt der ersten Selbstüberwindung gekommen. Franz Ferdinand Schutzhaus, Parapluiberg und Kammersteiner Hütte rechts liegen lassend, Wiesen und Spielplätze nur für kurze Rasten nutzend, über die Kugelwiese wieder hinunter, schafften wir es um etwa ½ 12 den idealen Platz für eine Mittagsjause mit Blick über den Gießhübl zu finden. Picknick in kleineren Gruppen nebst weidenden Schafen und vielen zu erforschenden Insekten. Kann man tatsächlich mit einer Lupe ein Blatt zum Brennen bringen? Viele Jungs können diese Frage jetzt mit Ja beantworten.

Eines der schönsten Bilder des Tages bot sich, als 30 Kinder über eine relativ steile, große Wiese im mittelhohen Gras zum Finsteren Gang fast 200 Meter hinunter liefen, rollten, Fotos: M. Wild hopsten, kugelten, schlichtweg alle Möglichkeiten sich bergab zu bewegen umsetzten. Eine Stunde später, am Ende des Finsteren Ganges, im Wassersprengtal war´s dann soweit. Die Wasservorräte waren bei einigen zu Ende. Hilfe kam von einer Dame, die die Wasserleitung ihres Einfamilienhauses für uns öffnete. Rückblickend höchst nötig. Denn der unerwartet steile Anstieg zum Höllenstein hatte es in sich. Da waren dann aber schon wirklich alle so „warmgelaufen“, dass es gar nicht mehr so großer Motivation seitens der Erwachsenen bedurfte. Das Erklimmen der letzten Stufen des steinernen Aussichtsturmes am Höllensteinberg zum höchsten Punkt weit und breit wurde zum Symbol unseres „Erfolges“. Der danebenliegende Gasthof Höllenstein, eigentlich auch die erste Adresse für unsere Übernachtung, aber scheinbar von einer Gruppe wie der unseren überfordert, brachte keine Erfrischung und auch nicht den von den Erwachsenen ersehnten Kaffee. Umso rascher ging‘s daher weiter. Von nun an ging es bergab. Allen war klar, dass es sich jetzt ums Finale handelte und hinter jeder Biegung wurde bereits das Ziel vermutet. Das kam dann auch rasch, ein Mittelding zwischen Berghütte und Vorstadtgasthof, das Gasthaus Seewiese auf ebendieser. Zum Umfallen müde? Weit gefehlt, zumindest was die Kinder betrifft. Spielplatz und die nahezu endlose Weite der Seewiese – 5 Minuten Auflade Pause reichten. Eine Gruppe Jungs holt sofort den Fußball heraus, die anderen verschwinden im Wald. Die Mädchen bevölkern den Spielplatz. Durchmischte Gruppen bilden sich erst, als Frau Platzer Pfeil und Bogen herausholt und eine Zielscheibe aufstellt.

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Pfeil und Bogen weisen auch auf den Luxus hin, den wir hatten. Ein Tross Bus hatte morgens schon alle Schlafsäcke, Matten, sonstige Utensilien und eben auch Pfeil und Bogen eingesammelt, und als wir auf der Seewiese ankamen, lag alles wie von Geisterhand für uns bereit. Eben ein ziemlicher Luxus, der sich am nächsten morgen in umgekehrter Richtung wiederholte. Den großen Gastraum, zur Verköstigung von mindestens einer Hundertschaft dicht mit Tischen und Bänken ausgestattet, haben wir für uns erobert. Abendessen, Frühstück und dazwischen Matratzenlager. Erwachsenen und Kindern war gemein: Hätten wir selbst die sprichwörtlichen gebratenen Schuhsohlen zum Abendessen vorgesetzt bekommen, alles wäre verzehrt worden. Die Schnitzel waren weg im Nu. Dass das mit dem Zähneputzen am Waschbecken im WC tatsächlich funktioniert hat, ist eine dieser Unerklärlichkeiten. Wie auch immer, alle umgezogen, geputzt. Selbst das Finden des Platzes für die eigene Matte im mittlerweile durch Schieben und Rücken zum Schlaflager mit mehreren Nestecken umgestalteten Gastraum verlief ohne Stress. Bemerkenswert. Jeder findet irgendwie den richtigen Nachbarn oder Nachbarin. Aber bevor´s in die Schlafsäcke geht, gibt’s noch die Gute Nacht Geschichte. Und da beginnt jetzt der kollektive wie individuelle Kampf gegen das Zufallen der Augen. 05/06 2013  MoMent

Erst nach über einer Stunde gehen die ersten dieser individuellen Kämpfe verloren und es ist gut 23 Uhr, bis wirklich geschlafen wird. Das aber nicht wirklich lange. Zu besonders ist die Situation, zu spannend das mit den Anderen sein. Bereits um 5 Uhr gibt’s das erste Gewisper, das in der folgenden Stunde in reichlich Bewegung anwächst. Um 7 sind die ersten schon wieder auf der Wiese. Beim Frühstück wiederholt sich die Erfahrung des Abends. Nix bleibt über. Ist es der doch fehlende Schlaf oder sind es die vom Vortag müden Glieder, es entsteht zwar Spiel und Bewegung auf der Wiese, aber fürs geplante Fußball Match und sonstiges wildes Herumtollen wie am Vorabend fehlt die Energie. Ein langsamer Morgen, Raupenerforschung, Schnitzen, Bogenschießen, am Klettergerüst hängen oder bei einigen wenigen doch ein klein wenig traurig herumsitzen, man ist ja nicht daheim. Was noch folgte: Der Abstieg retour nach Rodaun. Eine Mittagspause bei der Kammersteiner-hütte samt mutigem Besteigen des sehr windigen Aussichtsturmes. Ein Fußballmatch der Jungs, in denen die Energie dann doch wieder die Oberhand bekam. Ein bisschen Leiden bei einigen wirklich Erschöpften, eine Straßenbahn, die uns vor der Nase davonfährt und ein fantastischer Tross Bus, der mit unseren Utensilien schon im Schulhof auf uns wartet. Den Zusammenhalt und die Freundschaft unter den Kindern habe ich in diesen Tagen mehrmals in einer Weise kennenlernen und erleben dürfen, wie ich es aus dem sonstigen Teilhaben am Schulbetrieb nicht kannte. Da

verknöchelt sich ein Mädchen (nicht schlimm, aber kurzzeitig eben ein wenig schmerzhaft). Ohne irgendein zutun der Begleiter wird von den Kindern aus Stangen und Jacken eine Trage gebaut. Aufgrund eingeschränkter Funktionalität gerät der Transport zwar eher zum Gaudium, aber der sofortige Wille zur Hilfestellung ist das wichtige. Wirklich toll! Auch die kleinen Heimwehanfälle am Morgen des zweiten Tages werden mehr unter den Kindern selbst als durch Beitrag der Erwachsenen bewältigt. Und dann ist da noch diese gegenseitige Motivation das Ziel zu erreichen. Nicht etwa ansteckendes Lamentieren und Coolness durch Boykott beweisen. Nein, alle haben Spaß daran, etwas zu tun, etwas zu schaffen und dies gemeinsam in beglückender Stimmung. Was für eine Leistung der Klassenlehrerin. Für mich waren die beiden Tage damit nicht nur erholsam und voll mit schönen Erlebnissen, sondern eine wirkliche Erfahrung, die mich der Klasse und den Kindern wieder nahe gebracht hat und die mir auch wieder klar gemacht hat, warum diese und keine andere Schule. Und die Mädchen mögen mir verzeihen, wenn ich als Vater eines Buben eben meine Augen ein wenig mehr bei eben diesen hatte. Endstatistik: Alle im Ziel, 0 Verletzungen, ein paar Kratzer und blaue Flecken, alles Gepäck retour, einige leichte Sonnenbrände, viele müde und glückliche Augen und am nächsten Tag einige Muskelkater, kurz zumindest. Jederzeit wieder! Michael Wild

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Olympiade in Schönau

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uch heuer ist unsere 5. Klasse wieder zur Olympiade nach Schönau gefahren. Auf dem Gelände der Waldorfschule Schönau treffen sich einmal im Jahr Waldorfschüler aus Österreich, Ungarn und Slowenien, um gemeinsam die Olympiade zu bestreiten. In schulübergreifenden Gruppen treten die Buben und Mädchen in Poleis wie Athen, Delphi, Sparta an. Nicht Rekorde zählen oder gar ein Wettkampf zwischen Schulen, sondern die Anstrengung und das Erlebnis des friedlichen internationalen Wettkampfes und Miteinanders. Hier nun der Bericht eines Schülers von der diesjährigen Olympiade:

„Beim Ankommen hat es geschüttet bei ca. 14 Grad und das ist leider die nächsten 2 Tage so geblieben. Am ersten Tag hatten wir gleich Marathontraining und Vicky hat bei den Mädchen gewonnen. Dann haben wir im Regen Fußball gespielt gegen die Salzburger Waldorfschüler. Nach dem Abendessen haben wir wieder Fußball gespielt. Am Abend waren wir zur Überraschung von Fr. Dragschitz gar nicht müde. Wir haben noch geblödelt und geplaudert. Am nächsten Tag war um 6 Uhr aufstehen und Frühstückszeit. Die Lehrer haben uns kaum wach bekommen. Danach sind wir zum Olympiagelände gegangen. Dort wurden wir in unsere Poleis eingeteilt, ich war in Theben. Beim Training haben wir dann alles durchgeübt. Mir hat Speerwerfen am Besten gefallen. Abends gab es ein griechisches Abendessen und einen Griechischen Abend im Festsaal der Waldorfschule Schönau. Bei der Olympiade kommen Schüler aus verschiedenen Waldorfschulen (Ungarn, Slowenien, Salzburg, Graz, Eisenstadt, Linz usw.) zusammen um gemeinsam die olympischen Spiele zu „bestreiten“.

Fotos: K. Nikbakht

Am Tag der Olympiade hat in der Früh die Sonne geschienen. J Am Olympiagelände wurde das olympische Feuer entzündet und es ging los. Als erstes kam der Marathonlauf. Von den Mädchen war wieder Vicky die schnellste, knapp danach Angelina aus der 5. Klasse in Wien Mauer. Dann kam der Dashlauf oder der Hochsprung. Als nächstes kam Ringen. Dann war der Speerwurf oder Diskuswurf dran. Als nächstes war das Wagenrennen. Zum Schluss war der Staffellauf. Es war ein schönes Wochenende.“ Bericht von Johannes Nikbakht, 5. Klasse

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JUGENDORCHESTER SCHALLMAUER

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as erste Konzert des neu gegründeten Jugendorchesters der freien Musikschule Wien und der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer war: Abwechslungsreich: das Programm bot Folkloristisches, Blues, Klassik.... Beeindruckend: die vielen für die spezielle Besetzung arrangierten Stücke, die sichtbare Freude am gemeinsamen Spielen, das Aufeinanderhören.... Musikalisch Bunt: getragener Walzer, feuriger Tango, filmische Klänge, Schubert´sches Ständchen.... Königlich: Pomp & Circumstances Spannungsvoll: Mission Impossible trifft auf .. Rhythmisch: Irish Traditional Virtuos: Konzert für Klarinette und Orchester in Es-Dur Vielen Dank Stefan Albrecht, Magdalena Pokorny und Jörg Eixelsberger, dass Ihr das geschaffen habt!

Gerade wenn man, eine Woche zuvor, das Konzert der Kleinen der Musikschule sah und hörte, wo jedes Kind aus dem Einzelunterricht ein kleines Stück spielte, und alle Stücke zusammen in eine Geschichte eingebettet wa-

ren – dann war dieses Konzert nun die Fortführung, die Ergänzung, das lustvolle Aufzeigenden des Weges, der das Ziel ist. Was kann man sich als Lob mehr wünschen, als zu wissen, dass einige Kinder die zugehört haben mit dem Banana Rock Song auf den Lippen eingeschlafen sind und beschlossen haben, ihr Instrument „bis ich in der Oberstufe bin und da auch mitspielen kann“ zu spielen. Danke und bis dann! Nadja Berke

Radtour der 6. Klasse Eine Nachschau

Fotos: I. Sturm

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So Vermessen Stimmen nach dem Vermessungspraktikum der 10. Klasse: Am meisten mochte ich es, den Winkel durch den Theo zu messen. Als wir nach Retz gingen, war es so anstrengend, jedoch auch sehr schön. War eine tolle Zeit. Vielen Dank! Wir hatten Stress mit dem Planzeichnen. Ansonsten war es ein gemütliches Praktikum, ein bisschen wie Ferien, wir hatten viel Spaß. Würde ich wieder machen! Wunderschöne Zeit! Nette Menschen, ein Hund - was will man mehr? Auch wenn die Arbeiten manchmal etwas mühsam waren, hatten wir ein schönes Praktikum und es war nett, mal wieder eine Woche in der Klassengemeinschaft zu verbringen. Es war total interessant, etwas über das Gebiet des Vermessens zu erfahren und zu lernen, und das gute Essen gab uns genug Kraft dazu! Frau Meixner und Herr Hruza haben uns sehr geholfen und uns wahnsinnig unterstützt. Das Gefühl, am Ende des Praktikums so einen ja doch komplizierten Plan fertiggestellt zu haben, war ein tolles Gefühl. Es war cool, mit so speziellen Geräten wie dem Theodolit arbeiten zu können. Es gab hervorragendes Essen! Die Arbeit war nicht sonderlich anstrengend. Wir wurden jeden Abend von den Jungs mit Ave Maria in den Schlaf gesungen. Es war eine total schöne Zeit mit viel Freizeit und tollen Lehrern. Was ich wohl am besten gelernt habe, ist Tischfußball zu spielen (es war natürlich auch interessant, das Vermessen zu lernen). Die zermanschte Banane, die – sich immer mehr zerlegend durch das dunkle Zimmer fliegend – in meinem Bett landete; das stundenlange Ausrichten des Stativs für die Messgeräte; zeichnen bis in die Nacht; das Championsleague-Finale in der Dorfbar und die abendliche Pfeife ... Wann auch immer es sich einrichten ließ, wurde gewuzzelt. Das Essen haben wir selbst gemacht, daher war es jeden Tag auf’s Neue delikat. Das Wetter konnte sich nicht so ganz entscheiden, aber zum Glück war es immer gut genug, um zu vermessen.

Fotos: N. Platzer

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Aus dem Lehrerzimmer: „Du schaust so besonders heute aus, so erholt!“ „So, als käm’ ich aus dem Urlaub?“ „Ja, genau so!“ „Naja, ich war auf Vermessungspraktikum mit der 10. Klasse!“ „Das Vermessungspraktikum, das war wie Urlaub mit einer sehr intensiven Tätigkeit!“

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1.) Daumensprung; der Daumensprung ist eine Methode, um den Abstand zwischen dem Beobachter und einem beobachtbaren Objekt und um dessen Größe zu schätzen. 2.) Polygonzug; Ein Polygonzug ist die Spur eines Weges, der sich aus endlich vielen Geradenstücken zusammensetzt. Polygonzüge dienen der Koordinatenbestimmung mehrerer Neupunkte in einem Arbeitsgang. In der Geodäsie und im Bauwesen sind Polygonzüge die wichtigsten Messlinien für terrestrische Detailvermessungen. 3.) Onkel Theo, liebevoller Name für die Theodolite. 4.) Winkelmesser 5.) Mousse au chocolat. Dafür hat die Zeit nicht mehr gereicht – das gibt’s ein anderes Mal! 6.) 48, der Teig wurde in einem kleinen Wäschetrog angerührt.

05/06 2013  MoMent 7.) Plan B, das Lokal in Pulkau, wo man sich das Championsleague-Finale ansehen konnte. 8.) Fünf Mal, sie war bekannt wie das falsche Geld. 9.) Beim Wuzzeln, knapp gefolgt von Lisa. 10.) Ave Maria, mehrstimmig, in Sopranlage, intoniert von den Burschen der Klasse, vorzugsweise ab 23 Uhr dargeboten. 11.) Wir hatten alles mit, auf den Instrumenten wurde geübt beziehungsweise gespielt, die Nähmaschinen brauchten wir, um die neuen Rucksäckchen für „unseren“ Kindergarten in Äthiopien zu nähen. Letztes Jahr fabrizierten wir 125 Stück, heuer sind es nur 70 für die neuen Kinder, die dazukommen.

11.) Was hatten wir am Vermessungspraktikum nicht mit? a) Cello | b) Klarinette | c) Nähmaschine d) Gitarre 10.) Mit welchem Lied kann man seit dem Vermessungspraktikum Frau Kaufmann und die Mädchen quälen? 9.) Wobei besiegte Pauline die Burschen mit viel Geschick? 8.) Bis zu wie oft ging Frau Kaufmann am Tag mit dem Einkaufswagen in den Ort, um alles zu besorgen, was wir brauchten? 7.) Welchen Plan haben wir weder selbst gezeichnet noch mitgenommen, aber besucht? 6.) Wie viele Eier kamen in den Teig für den Kaiserschmarrn für 22 Leute? 5.) Welche der folgenden Leckereien gab es nicht am Vermessungspraktikum (wo wir selbstverständlich selbst gekocht haben)? a) Eispalatschinken | b) Mohr im Hemd | c) Mousse au chocolat 4.) Mit diesem Messer kommt man nicht einmal durch Butter, dafür wird man damit um’s Eck gebracht. 3.) Er ist dem Vermesser Onkel, und doch nicht mit ihm verwandt. 2.) Ohne ihn kommt man nie an sein Ziel, er bringt einen von A nach B bis L, er benötigt jedoch keine Lok und darf sich nie vom Fleck bewegen. 1.) Für welchen Sprung benötigt man keine Beine, aber Hände und Augen?

Quizfragen zum Vermessungspraktikum

darf man sein


E

rst einmal unsere herzlichste Gratulation zu diesem humorvollen und schönen Abend! Es war kein leichtes, denn die Hürde war eine hohe; ist doch der letzten 11. Klasse im vergangenen Jahr ein tief berührender und besonderer Abend gelungen. Die jetzige 11. Klasse war daher noch im Herbst voller Sorge. Sätze wie: „Wie sollen wir das jemals auch so gut schaffen?“ waren immer wieder zu hören. Und wie sie es geschafft haben!

Mit einer großen Leichtigkeit, einem Schmunzeln und Strahlen auf ihren Gesichtern. Herrn Albrecht ist es gelungen, die SchülerInnen in keine Konkurrenz mit den vergangenen Erfolgen treten zu lassen. Im Gegenteil, sie haben gemeinsam einen neuen, einen eigenen Weg gefunden und damit diesen musikalischen Höhepunkt ihrer Schulzeit genießen können. Mit der überaus gelungenen Idee, den Festsaal in eine Radiostation zu verwandeln und die einzelnen Gesangsnummern live auf der Bühne darzustellen, hatte die 11. Klasse das Publikum sogleich gewonnen. Überaus charmante RadiosprecherInnen mit Geschichten rund um die Schule, rund um Mauer, gaben dem Programm noch eine weitere humorvolle Note. Als dann noch der eigene „Chef“ des Radiosenders ein Lied zum Besten gab, waren nicht nur seine „Angestellten“ begeistert. 16 |

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Weitere Fotos: http://www.waldorf-mauer.at/eindruecke/galerie Fotos: K. Hruza

Zu erwähnen sind selbstverständlich alle Künstlerinnen und Künstler der 11. Klasse und darüber hinaus: Ein strahlender Mädchenchor in seiner ganzen Pracht, ein starker Klassenchor, in dem auch die Männerstimmen gut hörbar waren. Trios der jungen Frauen, nicht nur schön anzuschauen, sondern vor allem schön anzuhören, in ihrer Selbstverständlichkeit, ihrer beeindruckenden Energie und sicheren Mehrstimmigkeit. Wunderbare Liebesduette ließen das Publikum dahin schmelzen. Solo-Auftritte, individuell und sehr persönlich im Ausdruck. Rockige Bandarrangements, „coole“ E-Gitarren, „fetzige“ Schlagzeugrhythmen versetzten das Publikum in Begeisterung. An dieser Stelle sei besonders Michael Schallmayer für seinen großen unterstützenden Einsatz gedankt, ebenso den engagierten GesangslehrerInnen und natürlich den „stolzen“ Tutoren, Karl Hruza und Maria Leutzendorff. Bei seiner Begrüßungsansprache fragte Herr Albrecht das Publikum, wer denn schon aller hier auf der Bühne an einem 11.-Klass-Abend gestanden sei und gesungen habe – viele standen auf... Dann fragte er: „Und wer wird hier noch singen...“? Auch da standen viele auf. Was für eine Kindheit, in solch einer Schule, mit solchen Lehrern – wir wissen es zu schätzen. Danke! Sabine Trierenberg

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„Doch wer schweigt,

„Mephisto“, das fulminante Abschluss-Spiel der 12.

D

em Vernehmen nach war dieses Stück schon zuvor der einen oder anderen Klasse vorgeschlagen worden – doch es war erst diese 12. Klasse, die zugegriffen hatte: „Mephisto“, die Bühnenfassung nach „Mephisto – Roman einer Karriere“ von Klaus Mann, bearbeitet von Ariane Mnouchkine.

Es war ein reiner Glücksgriff. Nicht weil dem Publikum ein leichter, unterhaltsamer Abend geboten worden wäre – ganz im Gegenteil. Ein berührendes, nachdenklich-machendes, ein erschütterndes Stück ist es, das diese Klasse da auf die Bühne brachte. Eine durchwegs eindrucksvolle Schauspielleistung, bei der man kein einziges Mal nachsichtig ein Auge zudrücken hätte müssen. Bis hin zu den perfekt sitzenden Handgriffen, der präzise durchorganisierten Umbauten zwischen den Szenen– es war eine rundum wahrhaft fulminante Aufführung! Und es war – ebenfalls passend zu dieser 12. Klasse – ein hochpolitisches, brisantes Thema, dem sie sich in den rund drei Wochen der Probenarbeit gewidmet hatten. Wie verhalten sich einzelne Individuen gegenüber einem erstarkenden, totalitären System? Leisten sie Widerstand? Fliehen Sie ins Ausland – oder in den Freitod? Oder schwimmen sie mit, schwimmen obenauf, machen gar Karriere, wo sie doch ohnehin „nur ein Schauspieler“ sind? Wie brandaktuell dieses Thema auch in der Gegenwart ist, führen die Schülerinnen und Schüler im Programmheft vor Augen: Mit Zitaten aus Syrien, Bahrein, aus der Türkei, aus Russland oder Ungarn. Und dann lesen wir noch die:

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wegschaut trägt Schuld“

. Klasse Wutrede von Valentin Wagner Ungarn 2013 Und wieder müssen sie ziehen, vor ihnen die lodernden Schatten, Eltern, Brüder und Schwestern, hinter ihnen das lodernde Heim. Ich schreie – weil ich nicht anders kann – sie müssen wieder ziehen! Heute Nacht hat es gebrannt, in Ungarn und anderswo. Faschisten: Mit drei Fingern, am erhobenen rechten Arm abzählbar: Die Milizen, die Polizei, die Regierung. Tot durch Hass: Ein Ehepaar um die Vierzig, ein älterer Mann, ein Vater mit seinem vierjährigen Sohn, eine alleinerziehende Mutter. Da wird – selbst wenn man nicht will – politisch aktiv Sein ein Muss. Man schreit aus Wut oder schweigt, blickt auf die Füße, doch wer schweigt, wegschaut, trägt Schuld!

Dazu noch ein Gedicht von Leonhard Bauer Da ich es spür, In mir wirds bleiben, es tobt Und lechtzt nach dir und Wird mich in den Wahnsinn Treiben. „Heil Hitler“ – Euch wirds blühn Mein Vater, meines Vater Vater Schmerzen. Weil ich es deutlich spür Und kühn Entsage jenen dummen Scherzen. Dem kann man nicht mehr viel hinzufügen. Nur ein großes Dankeschön für einen großartigen, aufrüttelnden Abend mit sehr, sehr viel Gänsehaut. Und das, was man – davon inspiriert – selbst tut. Roman David-Freihsl Weitere Fotos: http://www.waldorf-mauer.at/eindruecke/galerie Fotos: K. Hruza

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Ein Blick zurück

A

m Anfang waren zwei riesige Augen, die alles in sich aufnahmen – so könnte man das gesamte erste Kindergartenjahr unseres Sohnes Emil (Gruppe Eva Hartmann) zusammenfassen. Selbst ehemalige Waldorfkindergarten- und später Schulbesucherin, war ich - nach einer Zeit der totalen Abkehr und Infragestellung des Systems - nun mit eigenem Kind wieder genau hier gelandet, wo mir mein Gefühl sagte: dies ist der richtige Ort für mein Kind, wo es sich in einer einfühlsamen, warmen und aufmerksamen Umgebung entwickeln kann!

Die Eingewöhnungsphase (zwei Wochen durften wir mit unserem Kind den Morgen des Kindergartenalltags miterleben) endete so, dass es nicht möglich war, Emil im Raum zurückzulassen und sich draußen für eine Stunde auf die Bank zu setzen – ich musste ihn weinend der Kindergartentante übergeben und gehen. Ich saß dann drei Morgen heulend im Auto und stellte das gesamte Unterfangen in Frage. Am dritten Tag, als ich Emil abholte und sah, wie er voller Freude die größeren Kinder beobachtete und erstmals entspannt und in sich ruhend wirkte, hatte der Kindergarten gewonnen. Emil ging das erste Jahr sehr gerne und mit großer Neugier, trotzdem musste ich ihm aber jeden Morgen versichern, dass er sehr mutig sei und das schaffen würde. Das zweite Jahr war er wirklich angekommen und begann aktiv zu werden, viel Spaß zu haben und sich in die Gruppe einzubringen.

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Parallel dazu erging es uns ebenso. Durch die gemeinsamen Rituale der Feste und die Begegnung mit so vielen zutiefst sympathischen Eltern, die alle einen großen Verbindungspunkt hatten - nämlich den Wunsch nach einer ganz besonderen Umgebung für ihr Kind aus dem Bedürfnis nach Entschleunigung und Ausbruch aus der Leistungsgesellschaft und aus der Ansicht, dass ein Kind ein gleichberechtigtes, ernstzunehmendes Wesen ist - begann ich, mich an meine eigene Waldorfzeit zu erinnern und an das, was ich aus dieser langen, sehr prägenden Zeit in mein eigenes Leben mitgenommen habe: den Wunsch, Teil einer Gemeinschaft zu sein und für eine Gemeinschaft da zu sein, Verantwortung zu tragen und trotzdem unabhängig und autark zu sein. Ich wurde Teil des Kindergartenrats (vormals Elternrat) und begann, Projekte, die ein Zusammenarbeiten und -helfen von Eltern und Kindergarten erforderten, mit zu organisieren (darunter der „dreimalige“ Zaunbau...). Ebenso wurde mein Mann Ernst, ein Nicht-Waldorf-Mensch, komplett von dieser Welle erfasst und begann wie ein Irrer, Rasen zu mähen, Sachen zu reparieren, eine Gartenhütte zu bauen. Kurz, ab dem zweiten Jahr waren wir alle im Waldorfkindergarten angekommen und nahmen mit großer Freude am Gemeinschaftsleben teil. Es war schön und spannend zu beobachten, wie Emil begann, Sprüche, Spiele und Geschichten, mit nach Hause zu bringen und auch zu beobachten, wie die Einflüsse des Kindergartens erste sichtbare Auswirkungen auf sein Verhalten und seine Entwicklung hatten: Die besondere Aufmerksamkeit gegenüber allen Lebewesen, der sorgfältige und liebevolle

Umgang mit Allem, bis hin zur Übernahme von Wortendungen wie „Reh-lein“ etc... Am Kostbarsten ist für mich seine Offenheit gegenüber dem Verborgenen, Unsichtbaren, der Welt der Fantasie, die der größte Schatz des Menschen ist. Das dritte und, wie wir ursprünglich dachten, auch letzte Kindergartenjahr verlief anfangs ähnlich, wurde dann aber durch eine schwere Immunerkrankung unseres Sohnes jäh unterbrochen. Sowohl die Schule (auch hier war es für uns eine Gefühlsentscheidung, dass nur die Waldorfschule die richtige Umgebung für die Entwicklung unseres Kindes sein kann – wir haben uns andere Schulen nicht einmal angesehen, zum Unverständnis aller Bekannten) als auch wir kamen zu der Entscheidung, dass Emil Zeit, Ruhe und Entlastung bräuchte statt eines überstürzten Schulbeginns. Wir blieben also noch ein viertes Jahr und genossen die Geborgenheit, die all die Kindergartenalltagsrituale vermitteln, SEHR, – nicht zuletzt auch, weil wir selber als freischaffende Theaterfamilie einen sehr unregelmäßigen und wechselhaften Alltag haben. Ich finde, das vierte Jahr hat sowohl unserem Sohn, als auch uns die Zeit geschenkt, die wir alle gebraucht haben, um nun neugierig und freudig auf den Schulbeginn im Herbst zu warten und all die lieb gewordenen Menschen im Kindergarten, die gemeinsam durch ihr Werken und ihre Ausstrahlung diesen Ort zu einem richtigen Zuhause für die Kinder und ihre Familien machen, noch etwas länger auszukosten. Noch ist es nicht ganz vorstellbar, sich aus dieser Umgebung zu verabschieden, aber andererseits beruhigend zu wissen, dass es ja nur eine räumliche Veränderung sein wird, da wir viele Eltern und ihre Kinder, die schon in der Schule sind, kennen und die Schule ja die Fortsetzung des begonnenen Weges der großen Gemeinschaft ist, der wir nun angehören. Ich denke, wir sind schulreif! Grischka Voss MoMent  05/06 2013


Neuerungen für das Schuljahr 2013/14

E

s ist gelungen: Diesen Herbst werden Reformschritte an unserer Schule umgesetzt, die mit Hilfe der Arbeit in einer Initiativlehrer-Gruppe und gemeinsam mit Lehrern und Eltern im Reformprozess „Schule quo vadis“ entwickelt wurden. Diese Neuerungen sollen evaluiert und dann ergänzt, erweitert und bei Bedarf adaptiert werden. Hier die Details:

Die Mittagspause findet nur statt, wenn die Schüler mehr als drei Fachstunden unterrichtet werden. Sie findet entweder nach der zweiten oder dritten Fachstunde statt. Nach der Mittagspause dauern die Unterrichtseinheiten nur mehr 45 Minuten. 1. und 2. Klasse haben durchgehend nur zwei Fachstunden und dementsprechend täglich um 12:20 Schulschluss.

Ausgehend von der letzten offenen Konferenz, in deren Abschlussrunde jeder seine wesentlichen Wünsche äußerte, arbeiteten die Untermittelstufenkonferenz und die Oberstufenkonferenz weiter an den unterschiedlichen Themen.

Durch Doppelstunden verkürzt sich in der Mittel- und Oberstufe beim Nachmittagsunterricht der Unterrichtsschluss um etwa eine Viertelstunde.

Die Untermittelstufenkonferenz setzte ihren Schwerpunkt auf die Themen Entschleunigung und Zeit geben, die Oberstufenkonferenz verstärkt auf die Chronobiologie. Der neue Stundenplan-Raster ist ein Rahmen, der für Konzepte und Projekte entsprechend adaptiert werden kann und sieht folgendermaßen aus (siehe Box):

Den Hauptunterricht später UND länger stattfinden zu lassen, hätte eine drastische Verlängerung der Gesamtunterrichtszeit bedeutet. Außerdem sollen nicht zu viele Maßnahmen auf einmal umgesetzt werden, um dann beurteilen zu können, welche Wirkung jede einzelne Veränderung auf die Schüler und die Qualität des Unterrichts hat.

1. bis 8. Klasse

9. bis 12. Klasse

8:00 – 10:00 Hauptunterricht

8:30 – 10:10 Hauptunterricht

10: 00 - 10:30 Pause

10:10 – 10:30 Pause

10:30 – 11:20 1. Fachstunde

10:30 – 11:20 1. Fachstunde

11:30 – 12:20 2. Fachstunde

11:30 – 12:20 2. Fachstunde

12: 20 – 13:00 Mittagspause

12:30 – 13:20 3. Fachstunde

13:00 - 13:45 3. Fachstunde

13:20 – 14:00 Mittagspause

14:00 – 14:45 4. Fachstunde

14:00 – 14:45 4. Fachstunde

15:00 – 15:45 5. Fachstunde

15:00 – 15:45 5. Fachstunde

16:00 – 16:45 6. Fachstunde

16:00 – 16:45 6. Fachstunde

05/06 2013  MoMent

Unter- und Mittelstufe: Der Hauptunterricht wird auf zwei Stunden verlängert, um mehr Zeit für Abrundungen im Unterricht, zum Üben und selbstständigen Arbeiten zur Verfügung stellen zu können. Durch diese Verlängerung können sich die Kinder auf verschiedenen Ebenen mit den Inhalten des Unterrichts vertiefend auseinandersetzen und auf unterschiedliche Weisen erleben und verarbeiten. Dieser Zeitraum ist auch gut dafür geeignet, bei Bedarf einen Wechsel in den Unterrichtsmethoden stattfinden zu lassen. Die 120 Minuten Hauptunterricht sollen nicht dazu dienen, mehr Unterrichtsinhalte zu vermitteln. Es ist klar, dass die Pausen und das Mittagessen betreut werden sollen, was in den Pausen angeboten werden soll, wird noch entwickelt. Es sollen im Rahmen dieses StundenplanRasters individuell in den Klassen durchaus auch weitere Projekte durchgeführt werden, wie das gemeinsame Gestalten des Unterrichts von Fachlehrern und Klassenlehrern, mögliche Zweitepochen in den Fachstunden, oder auch das Nützen der längeren Hauptunterrichtszeit für Bewegungseinheiten.

Oberstufe: Die entscheidende Neuerung in der Oberstufe ist der spätere Schulbeginn um 8:30 Uhr. Der Hauptunterricht wird in der Oberstufe weiterhin 100 Minuten dauern. Der Unterricht ist danach entsprechend nach hinten verschoben.

WEITERE NEUERUNGEN: Die jetzige, von Lehrern betreute Hausaufgabenstunde wird vom Hortbetrieb getrennt und zu einer „Lernstunde“ weiterentwickelt, in welcher Kindern sowohl inhaltlich Hilfestellungen geboten werden sollen, als auch das Thema Lernen an sich Platz finden soll. Die Lernstunde und die Hausaufgabenstunde des Horts sollen aber weiter >> |

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Leserbrief

zum Frühlingsfest:

Als Mutter zweier bald schulreifer Kinder mache ich mir natürlich schon Gedanken … Werde ich als Mutter dorthin zurückkehren, wo ich einst selbst Schülerin war? Ein Plakat macht mich aufmerksam: Frühlingsfest in der Waldorfschule! Ja, dann nichts wie hin …! Ein wunderschöner Samstagnachmittag lädt in den Schulhof ein, wo schon vor dem Beginn reges Treiben herrscht: Überall huschen Menschen herum, die die mannigfaltigsten Stände aufbauen. Dann, um 14:00, nimmt ein kleiner Kinderchor Aufstellung und singt fröhlich gemischte Lieder. Schau mal, die Kleine da in der ersten Reihe! Ich bin schon ganz gerührt. Wird meine Tochter auch bald dort stehen? Dann wandern wir von Stand zu Stand, von einer zur nächsten angebotenen Aktivität. Bald laufen Kinder mit lustig bemalten Gesichtern herum, dort wird etwas Kleines mit ihnen gefaltet, anderswo kann man Püppchen nähen. Ganz hinten im Hof sitzen einige Buben und raspeln an ihrem Speckstein nur so drauf los, daneben kleckst ein Mädchen lustige Farben auf eine Baumwolltasche. Köstlichen Honig kaufen wir auch gleich ein, und bei dem nett arrangierten Flohmarkt können sich meine beiden lange nicht entscheiden, was für einen Schatz sie dort erstehen wollen. Schließlich haben wir ein Buch, eine kleine Pferdefigur und einen Flumi in der Tasche. Einziger Missgriff scheint das Engagement der Kasperlbühne Schillerdrops zu sein. Von der – so gar nicht kindgemäßen – Sprache und ebensolchem Humor verstehen meine Kinder kaum etwas. Doch zum Ende des Festes gibt es noch Saft und köstliches selbst gebackene Kuchen! Fröhlich und beeindruckt wandern wir nach Hause. Welch wunderbares Zusammenspiel von Eltern, Lehrern und Kindern, das so ein nettes Fest gemeinsam auf die Beine stellt! In den Tagen danach werden immer mehr Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend hier wach … Ein Schrittchen bin ich schon weiter in der Entscheidung, wo meine Kinder bald ihr zweites Zuhause haben werden! K.M.

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Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9:00 -­ 18:00

>> Neuerungen für das Schuljahr 2013/14 zeitgleich stattfinden, sodass Kinder, die eine intensivere Betreuung benötigen, einfach Raum wechseln können. Diese Lernstunde soll vier Mal die Woche angeboten werden, eine gewisse Größe (max. 15 SchülerInnen) nicht überschreiten und kann monatlich in Anspruch genommen werden. Der monatliche Richtsatz für ein Kind wird voraussichtlich 40 € betragen. Die Anmeldung erfolgt durch die Eltern, Lehrer können den Eltern gegebenenfalls raten, diese Stunde in Anspruch zu nehmen. Das gesamte Projekt soll im Februar 2014

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evaluiert werden, welche weiteren Entwicklungen sich daran anschließen, ist noch offen. Aus all den jetzigen Änderungen sind keine Mehrkosten für die Eltern zu erwarten, dies ist allerdings unabhängig vom generellen Finanzierungsbedarf der Schule zu sehen. Dieser Entwicklungsschritt der Schule unter dem Thema „Schule quo vadis“ konnte nur durch die hartnäckige Hilfe, Unterstützung und das Mittragen der Elternschaft gelingen. Waldorfpädagogik ist nichts Starres, sondern immer in Entwicklung, eine Pädagogik

für die Zukunft, die in Wechselbeziehung zu Äußerem steht und in diesem Sinne machen wir uns gemeinsam auf den Weg.

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Die Christengemeinschaft Bewegung für religiöse Erneuerung

WIEN-SÜD

Studienstätte - 1230, Speisingerstraße 253

Termine der Christengemeinschaft Wien-Süd:

Kindergottesdienst (9:45) und Menschenweihehandlung (10:30) Sonntag, 8. und Samstag, 21. September 2013 Kinderbetreuung während der Menschenweihehandlung mit Helga Freihsl und Elfriede Graf, anschließend: Kaffee und Kuchen.

Mitarbeiterkreis: 9. September um 20:00 - in der Studienstätte Lesekreis: „Das Fünfte Evangelium“ Dienstag 3.+24.Sept. / 15.Okt.

ct_Anzeigen_offen_Layout 11:52 2 Tel: 888 79 58 in der Rud.-Waisenhorng.14102.02.13 / Auskunft: ErikaSeite Bayer,

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Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100 Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 02Z032325M Impressum Seite 2

P.b.b.

Diese Ausgabe v. MoMent wird voraussichtlich am 07.05.2013 an die post.at Ăźbergeben.

aus gutem grund Endresstrasse 113 01 888 10 38

info@ausgutemgrund.at http://ausgutemgrund.at

esche ist online Schulfreie Tage 13/14

hinweise

Erster Schultag: Montag, 2.9.2013 Herbstferien: Samstag, 26.10. bis Sonntag, 3.11. Weihnachtsferien: Samstag, 21.12. bis Montag, 6.1.2014 Semesterferien: Samstag, Samstag, 1.2. bis Sonntag, 9.2. Osterferien: Samstag, 12.4. bis Sonntag, 27.4. Staatsfeiertag: Donnerstag, 1.5. (Freitag, 2.5. nicht schulfrei) Christi Himmelfahrt: Donnerstag, 29.5. bis Sonntag, 1.6. Pfingstferien: Samstag, 7.6. bis Dienstag, 10.6. Fronleichnam: Donnerstag, 19.6. (Freitag, 20.6. nicht schulfrei) Letzter Schultag: Freitag, 27.6. Erster Schultag 2014/15: Montag, 1.9.2014

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MoMent Mai/Juni 2013  

Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

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