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adieu

Sommer 2015

Fotoarchiv Schule, 2009

MoMent

themenheft

Kunstunterricht Zeitschrift fĂźr die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer Sommer 2015, â‚Ź 2,50


Zum Abschied – von der Kunst des Loslassens Liebe Freunde unserer Schulzeitung, wir haben nun eine MoMent-Ausgabe in Händen, die uns auf der einen Seite mit Stolz und Freude erfüllt: Ein Prachtheft mit so vielen wunderbaren Beiträgen, wie noch selten zuvor! Gleichzeitig ist dies aber auch eine Ausgabe, die uns mit Wehmut und großer Trauer erfüllt: Denn dies ist das letzte MoMent! Auch wenn es sehr widersprüchlich klingt: Haben uns diese tollen Beiträge, die wir bekamen, wieder einmal gezeigt, was so eine Schulzeitung kann – haben uns die jüngsten Monate auch gezeigt, dass es in dieser Form einfach nicht mehr weiter gehen kann. Nach mehrmaligen dringlichen Apellen um weitere Unterstützung war das Ergebnis: Dass unser ohnehin schon stark reduziertes Team in Summe sogar noch weiter geschrumpft ist. Was wir hier erleben, ist offenbar ein Zeichen unserer Zeit – dass an allen Ecken und Enden unserer Gesellschaft eine große, allgemeine Erschöpfung zu erleben ist. Was auch kein Wunder ist: Im Arbeitsleben wird allerorten rationalisiert und „effizienter gestaltet“, was zur Folge hat, dass immer weniger MitarbeiterInnen immer mehr Arbeit aufgebürdet wird. Sorgen um die Zukunft und dazu noch ein übervolles Freizeitpro-

gramm laugen weiter aus … Wo bleiben da noch Kraft und Zeit für ein weiteres Engagement? Dabei ist dies eine Erfahrung, die man vielen Menschen wünschen würde: Dass ein freiwilliges Tun für die Gemeinschaft ganz im Gegensatz zum Müssen und Abrackern ein freudiges Erlebnis sein kann, das neue, positive Energien freisetzt. Wenn sich genügend Menschen finden – und sich nicht ein paar wenige abrackern, sich auslaugen und ausbrennen. Wie dem auch immer sei: Schweren Herzens haben wir daher die Arbeit an dieser letzten MoMent-Ausgabe unter das Motto „Von der Kunst des Loslassens“ gestellt (Siehe auch den Rückblick über 23 Jahre MoMent ab Seite 14). Was bleibt, ist die Hoffnung, dass dies nur eine Atempause sein könnte – dass dieses Abschluss-Motto von einem neuen Impuls abgelöst werden könnte: „Von der Kunst des Neu-Ergreifens“. Mit herzlichen Grüßen für das MoMent-Team, Roman David-Freihsl

MoMent im 24. Jahr

Monatsschrift von und für Eltern, FreundInnen, Lehrer­Innen und SchülerInnen der R. Steiner-Schule Wien-Mauer, Freie Waldorfschule moment@waldorf-mauer.at MoMent-Konto lautend auf: Redaktion Schulzeitung Kontonummer: 82221751000 ErsteBank Blz: 20111; BIC: GIBAATWWXXX IBAN: AT44 20111822 21751000 Leitung des Redaktionsteams: Roman David-Freihsl roman.freihsl@gmx.at Anzeigen/Layout: Renate / Karl Hruza MitarbeiterInnen: Renate Hruza, T. 01/802 66 03 renate.hruza@silverserver.at Karl Hruza, T. 0699 111 95 7 95 karl.hruza@waldorf-mauer.at Jörg Schmiedbauer, T. 0676 530 28 29 joergschmiedbauer@acrobat.at Saskia Sautner saskia.sautner@hotmail.com Lothar Trierenberg lothar.trierenberg@dasmoebel.at Eigentümer, Verleger und Herausgeber (Medieninhaber): Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG), DVR Nr.: 7864 9742 Absender: moment@waldorf-mauer.at MoMent 1230 Wien, Endresstr. 100 Herstellungsort: DONAU-FORUM-DRUCK, 1230 Wien aus umweltfreundlicher Druckproduktion Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 13Z039541M


Das künstlerische Element ist keine „Luxusunterhaltung“ N

un, heute würde man einem schön heimleuchten, wenn man bei einer Universitätsreform etwa des medizinischen Studiums sagen würde: Die Erkenntnis muss aufsteigen vom Lernen zum Plastizieren, zum Musikalischen, zum Sprachlichen. Die Menschen würden sagen: Ja, wie lange würde dann eine Ausbildung sein? Sie dauert ohnedies schon lange genug! Dann soll man noch zum Plastizieren, dann zum Musikalischen und dann noch zum Sprachlichen aufsteigen! – Sie würde aber kürzer sein in Wirklichkeit.

Es handelt sich also nicht darum, dass wir etwa durch Anthroposophie noch neue Kapitel aufnehmen in das, was wir schon haben. Oh, wir können schon zufrieden sein mit demjenigen, was die äußere Wissenschaft gibt. Wir bekämpfen sie nicht, wir sind ihr nur dankbar, aber so, wie wir dem Geigenmacher dankbar sind, dass er uns die Geige liefert. Aber was notwendig ist aus unserer Zeitbildung und unserer Zeitkultur heraus, das ist, diese ganze heutige Bildung in die Hand zu nehmen und sie zu durchseelen, zu durchgeistigen, wie der Mensch selber durchseelt und durchgeistigt ist.

Es ist notwendig, das künstlerische Element in der Kultur überhaupt nicht so bestehen zu lassen, dass es wie eine Luxusunterhaltung neben dem ernsten Leben einhergeht, wie eine Luxusunterhaltung, der wir uns zuwenden, auch wenn wir sonst das Leben geistig zu nehmen wissen, sondern es so zu nehmen, dass es überall als eine göttlichgeistige Gesetzmäßigkeit Welt und Mensch durchdringt. Aus: Rudolf Steiner – Die Welt der Pädagogik – ausgewählte Texte, Rudolf Steiner Verlag Ausgewählt von Roman David-Freihsl

Fotoarchiv Schule, 1997

Denn die heutige Länge rührt von etwas ganz Besonderem her. Die rührt nämlich davon her, dass man ganz stehenbleibt beim Abstrakt-Logischen und beim empirischsinnlichen Anschauen. Da fängt man zwar an beim physischen Leib, aber der ist nicht erklärlich dadurch – und jetzt kommt man an kein Ende. Man kann da alles Mögliche studieren und

kann das bis an sein Erdenende fortsetzen; es braucht gar kein Ende zu haben, während es innerlich abgeschlossen wird, wenn es selber organisch aufgebaut wird für den leiblich-seelisch-geistigen Organismus.

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DEN RAUM ERGREIFEN Einige Gesichtspunkte zum plastisch künstlerischen Unterricht in der Oberstufe „Virtualität ist die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen…….“ (Wikipedia) ………….. und diese Wirkung ist durchaus beeindruckend, ja oft nahezu berauschend.

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ir leben in einer Kultur die ganz stark von Bildern geprägt ist, von eindrucksvollen, oft verblüffend räumlichen Bildern, die in dieser technischen Qualität herzustellen in vordigitalen Zeiten höchster Kunstfertigkeit bedurft hätte. Die schnelle und einfache Produzier- und Verfügbarkeit von Bildern durch digitale Medien führt uns nun mühelos in diese scheinbare, virtuelle Räumlichkeit. Der intensive handwerkliche Schulungsweg, der notwendig war um Räumliches abzubilden oder den Effekt der Räumlichkeit zu erzeugen ist immer mehr der mehr abstrakten Fähigkeit gewichen, ein Computerprogramm anwenden zu können. Dem gegenüber stehen große Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, wenn es darum geht eine „analoge“, also „übereinstimmende“ Dreidimensionalität zu gestalten. Das räumliche Schauen und Begreifen und letztlich das räumliche Gestalten will entdeckt und geübt sein! Der künstlerische Unterricht in der Waldorfschule ist geprägt von einem ausgesprochen handwerklichen Ansatz. Die Dinge sollen über das Tun, über die begreifende Auseinandersetzung errungen werden.

10. Klasse Relief Am Anfang des plastischen Unterrichts in der Oberstufe, in der 10. Klasse steht das Relief. Das Relief ist noch in diesem Zwischenbereich zwischen Zeichnung und Plastik. Je nachdem in welcher historischen Kulturepoche man dem Relief begegnet, ist es oft näher an der Zeichnung (ägyptisches Flachrelief) oder mehr an der Vollplastik, wie manche Beispiele in der Renaissance eindrucksvoll belegen. Die Herausforderung für unsere SchülerInnen ist es hier zu erkennen, was hinten und was vorne liegt. Das klingt vorerst banal, ist aber mit mehr oder weniger großer Anstrengung verbunden. Wie im Zeichnen ist es notwendig, sich mit perspektivischen Gesetzmäßigkeiten wie Verkürzungen u. ä. vertraut zu machen. Das Erkennen, dass im Relief die Dinge nicht einfach nebeneinander liegen sondern es darum geht, den Raum zu ergreifen, bedeutet einen mehr oder weniger anstrengenden Erkenntnis- und Entwicklungsschritt. Wir üben dieses räumliche Gestalten meist am Kopieren von Werken aus der Kunstgeschichte, oft auch von Arbeiten zeitgenössischer Künstler oder von Bildern, welche die SchülerInnen selbst mitbringen oder sich auch aus dem Internet holen (einer der Momente, wo es durchaus legitim ist, das Smartphone in der Schule zu verwenden). Manche machen auch eigene Entwürfe, die sie dann versuchen, als Relief umzusetzen. Das Material in dem gearbeitet wird ist Ton. Vom fertigen Relief wird dann ein Gipsnegativ hergestellt, in dieses wird anschließend, nach dem Auftragen einer Trennschicht wieder Gips gegossen. Nach dem Aushärten wird das Negativ weggeschlagen und das Gipspositiv bleibt übrig. Es muss dann noch nachbearbeitet werden.

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Vollplastik 11. Klasse In der 11. Klasse findet nun der Schritt in die Vollplastik statt. Gleichzeitig kommt mit dem Stein (zurzeit vorwiegend Speckstein) ein skulpturales Element hinzu. Nicht mehr der weiche Ton, der beliebig aufgebaut oder abgetragen werden kann, sondern ein Element mit „Eigenleben“ ist nun Gegenstand der Auseinandersetzung. Auseinandersetzung bedeutet hier zuerst einmal Beziehung zum Stein aufzubauen. Dies beginnt bereits mit der Auswahl des Steins, der ja schon einen eigenen Charakter mitbringt: Farbe, Form, Größe sind die Kriterien der Wahl. Kommt mir der Stein entgegen? Hat er eine Form, die mir etwas sagt, die mich inspiriert? Kann ich schon eine Gestalt darin sehen? Die Aufgabenstellung ist, eine „Gestalt“ zu formen, die jedoch keine naturalistische Abbildung einer menschlichen Gestalt sein soll sondern eine ganz freie Form, die aber dennoch einen aufrechten Gestaltcharakter hat. Das bedeutet im Lauf der Arbeit, sich immer wieder in die Form „hineinzustellen“, sich mit dem uns innewohnenden menschlichen Maß mit ihr zu identifizieren. So entstehen Abbilder unserer inneren Gestalt, Seelenbilder. Auch hier stoßen wir wieder auf die Herausforderungen der Dreidimensionalität. Immer wieder passiert es, dass eine Vorder- und eine Rückseite bearbeitet werden, ohne miteinander verbunden zu sein. Nun geht es also darum,

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„um die Form herum zu kommen“, Verbindungen zwischen hinten und vorne herzustellen, die Form als Ganze zu erfassen. Eine diesbezügliche Steigerung kann es bedeuten, wenn es gelingt einen Durchbruch zu erzeugen: eine zusätzliche Dimension des räumlichen Ergreifens, der Verbindung von „hinten“ und „vorne“. Die Spannung der Flächen und die Proportion verleihen der Skulptur ihre Dynamik, entscheiden darüber, ob wir die Form als leicht oder schwer, als bewegt oder ruhend empfinden.

Das Selbstporträt in der Zwölften Auch beim Porträtieren stoßen wir wieder auf die Probleme des dreidimensionalen Arbeitens: der Mund beispielsweise ist keine waagrechte Kerbe, er macht die Rundung des Kopfes mit, die Mundwinkel liegen weiter hinten als die Mitte der Lippen. Auch hier muss unser Schauen erst geschult werden. Wir nähern uns dem Porträt an, indem wir uns durch die Betrachtung des Skelett – Schäd-

els mit den allgemeinen Verhältnissen der Anatomie des Kopfes auseinandersetzen. Dann erst bewegen wir uns auf die individuellen Verhältnisse jeder einzelnen Physiognomie zu. Der Weg geht auch hier vom Allgemeinen zum Speziellen, von der Gesetzmäßigkeit zu ihrer besonderen Ausformung in jeder Individualität.

Ein Porträt oder gar ein Selbstporträt in plastischem Material zu gestalten ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Alberto Giacometti sagte einst in einem Interview sinngemäß, man könne tausend Jahre an einem Porträt arbeiten und es sei immer noch alles falsch, es sei heute unmöglich nach der Natur zu arbeiten und zu einem Ende zu kommen. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Selbstporträt kann immer nur eine Annäherung bedeuten. Jedoch eine Annäherung nicht im äußeren Sinne, es ist eine Annäherung im Sinne einer Befragung, wie es Giacometti nennt. Das Selbstporträt also eine Selbstbefragung, ein Herantasten an eine Selbsterkenntnis. Der Anspruch, eine äußere Ähnlichkeit zu erlangen, ist letztlich nur ein Hilfsmittel, eine Triebfeder, sich intensiv auseinanderzusetzen, des sich Einlassens. Die Ähnlichkeit, die Wiedererkennbarkeit des Porträtierten nach äußeren Kriterien kann damit also nicht das ausschließliche Beurteilungskriterium für die Arbeit sein. Es gibt – um nochmals Giacometti zu zitieren – einen Realismus im höheren Sinne. Und in diesem Sinne sind die Porträts, die unsere Schüler erarbeiten ebenfalls, wieder geistig-seelische Bilder. Jede künstlerische Äußerung ist (auch) Selbstporträt!

Formenlehre als Basis Neben den bereits geschilderten Inhalten des plastischen Unterrichts von der zehnten bis zur zwölften Klasse, beginnt jede Epoche mit einer kurzen Einstiegsphase (etwa die ersten ein bis zwei Wochen) in der die Auseinandersetzung mit grundlegenden Gesetzmäßigkeiten des plastischen Gestaltens stattfindet. So wie der Musiker sich neben der Ausbildung seiner Kreativität und Empfindsamkeit mit Tonleitern und anderen Fakten auseinandersetzen muss, ist es auch für den Bildhauer unumgänglich, sich mit den Grundlagen seiner Kunst vertraut zu machen und diese zu üben. Konvex, Konkav und Ebene sind die Elemente, mit denen man es in der Bildhauerei primär zu tun hat. Aus diesen drei Elementen lässt sich letztlich die ganze Welt der dreidimensionalen Erscheinungen bauen. Spitzen, Kanten, Kerben und ähnliches sind dann noch die Erscheinungsformen, die entstehen, wenn konvexe, konkave oder ebene Flächen sich schneiden. Flächen und deren Begrenzungen (durch andere Flächen) in Form von Kanten sind die beiden polaren Aspekte der Bildhauerkunst. Diese stehen so zueinander wie Vokal und Konsonant in der Sprache, wie Klang und Rhythmus in der Musik. Durch sich nah an der Gesetzmäßigkeit befindende Übungen, wie das Modellieren von Wellen und Wirbeln, der Mischung

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und Steigerung der Polaritäten von Konvex und Konkav nähern wir uns dem Verständnis des Formenkreises an und üben dabei neben der Aufbautechnik das Spannen von Flächen, den Blick für Proportion, für Harmonie und Spannung, für Dynamik.

Wenn auch der Ursprungsgedanke dieser Projekte kein pädagogischer war, ist es damit aber gelungen der bildenden Kunst in unserer Schule einen höheren Stellenwert zu geben und die Auseinandersetzung mit künstlerischen Themen zu beleben, Diskussionen anzuregen.

In den oben beschriebenen Hauptinhalten der Epochen in den Klassen 10 bis 12 kommen die so erlernten Gesetzmäßigkeiten dann in individueller Weise zur Anwendung: im Kopieren von Reliefs, in der Gestaltung freier Formen im Speckstein, beim Selbstporträt.

Mit Tomak hatten wir einen Künstler im Haus, der sehr starke Statements setzte. Als freier Künstler ohne explizit pädagogischen Auftrag konnte er den SchülerInnen in ganz anderer, oft provokanter Weise gegenüber treten, was zu unterschiedlichen Reaktionen führte. Manchen war er zu heftig in seinen individuellen Statements, für andere wiederum war genau das animierend und motivierend. So konnte er bei denen, die auf ihn eingestiegen sind – das Projekt war ja freiwillig, man musste nicht mitmachen – sehr spannende Prozesse in Gang setzen, was sich auch auf den „hauseigenen“ Kunstunterricht sehr positiv auswirkte.

Durch die Vermittlung dieser handwerklichen Grundlagen wird unseren SchülerInnen ein Werkzeug in die Hand gegeben, mit dem sie ihren kreativen Impulsen Ausdruck verleihen können.

Pluralismus in der Kunst Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts war die Kunst geprägt von den unterschiedlichen Zeitstilen. Die Epochen lösten sich ab und waren maßgeblich für die kulturellen Hervorbringungen der jeweiligen Zeit. Heute ist es schwer von einem Zeitstil zu sprechen. Viele unterschiedliche Ansätze existieren in Gleichzeitigkeit und gleichberechtigt nebeneinander. Die Welt ist „globaler“ geworden. War es noch vor vielleicht 30 Jahren ganz wichtig, Richtungsdiskussionen in der Kunst zu führen, scheint heute eine größere gegenseitige Toleranz zu bestehen. Damit verbunden ist eine Achtung des individuellen Ansatzes anderer, auch eine Achtung der individuellen Geschichte, die sich im künstlerischen Schaffen äußert.

Mit Lies Maculan haben wir nun das zweite Projekt dieser Reihe begonnen. Sie bringt mit ihrer Persönlichkeit wieder eine neue, ganz andere Erfahrung für unsere Schule. Einige Schüler aus der 10. Klasse arbeiten mit ihr. Bei einer Ausstellung waren im Juni Schülerarbeiten aus der 10. und 11. Klasse zu sehen, die im „normalen“ Kunstunterricht entstanden sind. Alfred Kohlhofer

Für unsere „Kunsterziehung“ an der Oberstufe muss dies bedeuten, dass es unsere Aufgabe ist, den Schülern neben unserem ganz speziellen Kunstansatz auch den Zugang zu dem zu vermitteln, was in unserer Zeit sonst noch lebt. Die Schule darf diesbezüglich in der Oberstufe kein Inseldasein führen. Die Welt ist unseren Jugendlichen zumutbar. In diesem Sinne ist die Initiative unseres Schulvereins, Künstler in die Schule zu holen, die mit unseren SchülerInnen arbeiten und ihnen ihren persönlichen künstlerischen Ansatz vermitteln, sehr zu begrüßen. Spezieller Dank gilt hier Engelbert Sperl und seinem großen Engagement.

Fotos:Karl Hruza


TU DOCH (BITTE) WAS DU WILLST! Oder : Geh‘ nicht einen, sondern DEINEN Weg!

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er Mal- und Zeichenunterricht in den Klassen 9 bis 12 an der Waldorfschule Wien-Mauer wird als praktisch-künstlerischer Unterricht in 7- bis 9-wöchigen Epochen mit 4 bis 8 Wochenstunden erteilt. Die in Doppelstunden gefassten Stunden sind sowohl am Vormittag eingebaut in den Stundenplan, wo sie zur „Auflockerung“ des oft kognitiv überlasteten Unterrichtsangebotes beitragen, oder sie sind am Ende des Unterrichtstages, also am frühen Nachmittag, angesiedelt, wo sie als harmonisierender Abschluss einen fließenden Übergang in die Freizeit ermöglichen. Was die 4 Jahre künstlerisch-praktischen Unterrichtes wie ein roter Faden durchzieht, ist „das Üben“. Hier geht es nicht primär darum, Talentierte zu fördern, sondern jedem Schüler ein

Übungs- und Betätigungsterrain zu bieten, auf dem er sich – seinem Alter und seinen Fähigkeiten gemäß – „austoben“ kann. Kunstunterricht soll gesunde Entwicklung bestärken, und so haben sich bestimmte Aufgaben und Ansprüche aus dem breiten Spektrum der im Lehrplan angebotenen Möglichkeiten für die 4 Altersstufen als besonders geeignet erwiesen, denn es ist immer wieder zu erleben, dass die Jugendlichen sich primär Aufgabenstellungen suchen, an denen sie dasjenige, was sie innerlich als entwicklungsbedingte „Baustelle“ in sich tragen, bearbeiten können.

In der 9. Schulstufe ist zu erleben, dass „Reibung“ gesucht

wird, z.B. beim gegenständlichen Abzeichnen. Das kann ein alter Schuh sein oder eine wunderschöne Blume, ein Teil des Malateliers oder auch nur ein Pinsel; wichtig ist, dass genau hingeschaut werden muss! Objektive Wahrnehmung ist gefragt, und das zeichnerische Umsetzen des Wahrgenommenen gibt ja ganz klare Rückmeldung darüber, wie objektiv, d.h. nicht verzerrt, man tatsächlich hinschauen kann – harte Arbeit!!!

Die räumliche Position, die jeder Einzelne zu dem Gegenstand einnimmt und die sich in seiner Zeichnung niederschlägt ... da steht der Gedanke im Raum: Entspricht nicht erst die Summe aller möglichen Standpunkte, die wir zu einem Gegenstand einnehmen können, dessen umfassender „Wahrheit“? Ein Jahr später – in der 10. Klasse – wenden wir uns den Drucktechniken zu, sei es den eher großflächigen Gestaltungen im Rahmen des Linoldruckes oder den feinlinigen Gestaltungsmöglichkeiten mancher Tiefdrucktechnik. Was die Schüler hieran fasziniert, was also „greift“, ist zum einen die Sache mit der Spiegelung! Erlebbar wird das beim ersten Schneiden in Linol: die Initialen des eigenen Namens ... fast jedes Jahr gibt es einen Schüler, der es trotz Anleitung versäumt, die Buchstaben spiegelverkehrt in die Druckplatte zu schneiden. Das tut einen mächtigen Ruck in der Gruppe, wenn es bemerkt wird ... vereinzelt sogar erst beim Drucken! Daraus folgernd der Gedanke: Wenn ich ein Motiv vor Augen habe, das ich gerne drucken würde, muss ich die Spiegelung desselben in die Druckplatte arbeiten. Das verlangt Mobilität, was die Vorstellung angeht. Zum anderen ist beim Drucken selber erlebbar, wie sich ein und dasselbe Motiv durch das lebendige Spiel mit Farbe, Farbintensität, verschieden starkem Druck beim Walzen u.ä. immerfort variieren lässt. Mancher Schüler ist schon beim Drucken „in Serie“ gegangen, sei es aus Experimentierfreude und dem Drang, sich in der Technik zu perfektionieren, sei es aus blanker Freude an der Vielfalt, die sich angesichts des gleichbleibenden Motivs ergibt. Was unabhängig von der Technik – also auch beim Zeichnen oder vielleicht Malen – in dieser Altersstufe gepflegt, d.h. geübt wird, ist das Bemühen, den Umraum eines gezeichneten Gegenstandes so zu gestalten, dass er qualitativ so aussagekräftig, so formschön ist, wie der Gegenstand selber. Anders ausgedrückt: den zentralen Gegenstand von vornherein so zu formen, das die dadurch gestaltete Umgebung „ebenbürtig“ Fotos: Lothar Trierenberg

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ist ... Aufmerksamkeit gleichermaßen für Zentrum und Umkreis ist hier gefordert ... das ist gar nicht einfach!

In der 11. Klasse wenden wir uns schwerpunktmäßig dem

Umgang mit Farben zu. Das Aquarell, die „Königin“ der Maltechniken, kann erlernt werden, doch auch die Pastellzeichnung und das Malen mit Acrylfarben ist möglich. Das Herstellen einer Leinwand, das Grundieren derselben und der daraus resultierende behutsame Umgang mit der mühsam selbst hergestellten Malfläche sind ein begleitendes Element in dieser Epoche. Das Kleinformat manchen Aquarells neben großformatigen Acrylbildern. Die feinen transparenten aquarellierten Mischtöne, die durch schichtweisen Farbauftrag in stiller, fast meditativer Arbeitsstimmung entstehen, daneben die fast ungebremste Dynamik verbunden mit einem nicht unerheblichen körperlichen Kraftaufwand beim Spachteln der dichten Acrylfarben – das alles an der Staffelei und dann noch die gedeckte, moderate, samtene Farbigkeit der Pastellzeichnung, all das lebt nebeneinander in der Malepoche, 11. Klasse. Es spiegelt äußerlich wider den thematischen Schwerpunkt, der als roter Faden das Tun durchzieht: Polarität! Ob die Schüler sich nun direkt diesem Thema zuwenden oder sich eigene thematische Wege suchen; Das Motiv der Polarität, des Spannungsfeldes zwischen Gegensätzlichkeiten durchzieht ihr Tun mehr oder weniger stark ausgeprägt.

In der letzten Malepoche der Oberstufe ist der 12.-Klässler dazu aufgerufen, alles, was er erlernt hat, sich erarbeitet hat,

nun „ins Spiel zu bringen“, doch jetzt gestellt unter die Thematik „Mensch!“... Hier geht es nun nicht in erster Linie um das anatomische Zeichnen oder Bewegungsstudien (ist in den Jahren davor schon geübt worden). Nein, basierend auf derartigen vorangegangenen Übungen soll versucht werden, in einem spielerischen, von feiner Empfindung geleiteten Umgang mit Farbe und Form sich wegzubewegen vom natürlichen Vorbild hin zu einer Gestaltung, die Seelenstimmung, Innenleben, Charakter in einer Weise zur Erscheinung bringt, wie es der Natur nicht möglich ist. Es geht nicht darum, sich expressiv „auszuleben“, sondern sich zurückzunehmen, um mit angemessenen bildnerischen Mitteln Aussagequalität im Hinblick auf den abgebildeten Menschen zu erzielen. Die Dynamik des Arbeitens in der 11. Klasse hat sich hier verloren und ist einem eher stillen, von zunehmendem Bewusstsein gelenkten Gestalten gewichen.

Und damit schließt der praktisch-künstlerische Unterricht im Zeichnen und Malen ab. Während der gesamten Oberstufenzeit ist der Schüler dazu aufgerufen, im Rahmen der vorgesteckten Aufgabenstellungen seinen individuellen Weg zu spüren, zu finden, zu gehen. Herauszufinden, was er „will“, was „dran“ ist, ist eine der höchsten Herausforderungen hierbei. Stellt sich dieser Zustand ein, ist auf der Stelle Motivation gegeben.... und der Weg ist frei zu neuen, kräftig und freudig ergriffenen Erfahrungen....auch auf malerisch-zeichnerischem Gebiet ...

Kunstgeschichtsunterricht wird in den Klassen 9 bis 11 als Hauptunterrichtsepoche gegeben. In der 12. Klasse tritt an die Stelle der Epoche die Kunstreise. In den Kunstgeschichtsepochen werden die Oberstufenschüler herangeführt an Kunstwerke verschiedener Kulturen bis heute. Dabei wird Gelegenheit gegeben, sich in der Betrachtung von Bildwerken, Skulpturen und Architektur zu üben. Das Erkennen der Kulturzugehörigkeit oder des Stils, aus dem ein Kunstwerk hervorgegangen ist, sowie das lebendige Erleben seiner Wirkung auf den Menschen sind dabei zentrale Anliegen. Jedes Kunstwerk ist in gewisser Weise ein „Kind seiner Zeit“. Versucht man nun, vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeitumstände, der Kultur oder gar einer Biographie im Kunstwerk zu „lesen“, kommt man in einen Bereich, der Ausgangsbasis für den Kunstschaffenden gewesen sein mag, und so kann sich vor dem Schüler erschließen das Panorama des künstlerischen Prozesses, des Weges, den der Künstler durchlaufen hat, um sein Werk zustande zu bringen. An dieser Stelle kann für den Schüler begreifbar werden, dass jedes noch so weit zurückliegende, noch so perfekt erscheinende Kunstobjekt, das sich zum Entstehungszeitpunkt nicht zur Gänze auf vorhandene Tradition berufen konnte, das Ergebnis eines Ringens, eines tätigen Erspürens, des aktiven Verfolgens eines Impulses gewesen sein muss.


War der Künstler bis Ende des 19. Jahrhunderts in seinem Schaffen noch weitgehend eingebettet in das, was man einen Stil nennt, so ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine zeitliche Verkürzung der einzelnen Stilrichtungen und ein teilweises „Nebeneinander Existieren“ verschiedener oft gegensätzlicher künstlerischer Ansätze zu beobachten. In dieser Zeitspanne haben einzelne Künstlerpersönlichkeiten mehrere Stile durchlaufen, sind aber gerade dadurch erkennbar, dass sie in all dem Wandel ihre individuelle Ausdrucksweise entwickelt und bewahrt haben. Heute gibt es Stilrichtungen, wie sie in der Klassischen Moderne aufgetreten sind, nicht mehr. Jede Künstlerpersönlichkeit ist mehr oder weniger „auf sich gestellt“. Es gilt, einen gänzlich individuellen Ansatz zu finden, sich in ganz einmaliger Weise künstlerisch zu verankern im aktuellen Umfeld. Erkennbar ist ein kunstschaffender Mensch nicht mehr primär an einer Richtung, der er vielleicht angehört, sondern an den Inhalten, die er für sich als relevant erhebt und wie er diese bildnerisch umsetzt.

Im Rahmen der Kunstprojekte an unserer Schule treffen die Oberstufenschüler mit KünstlerInnen zusammen, die ein individuelles Konzept bereits vorweisen können, welches sich im kreativen Schaffensstrom ständig bestätigt, verändert oder erneuert. Auf diesem – vom Prinzip her – „urlebendigen“ Weg nehmen die KünstlerInnen unsere Schüler ein Stück weit mit, lassen sie teilhaben an der Suche, am Entstehen, an Zweifeln und an Momenten des Glücks und Gelingens... Vor dem Hintergrund des eigenen künstlerischen Übens und manchem Wissen um das Kunstschaffen der Menschen vergangener Kulturen bis heute, scheint es mir so, dass die Teilnahme an Kunstprojekten für unsere Schüler eine Bereicherung ist, auf jeden Fall aber eine Erfahrung, die bisher keiner von ihnen missen wollte. Margret Loy

Fotoarchiv Schule

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Kunsthaus am Nachmittag Vom Malen im Hort der „GroSSen“

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or drei Jahren war ein Raum. Fast in der Mitte des Raumes waren zwei schöne Holztische und viele Kinder. Im ersten Jahr waren die zwei Tische nebeneinander und zwei Woche im Monat war ein großes Leinentuch wie eine Tischtuch über die beiden Tische gelegt. In der Mitte des Tisches auf diesem Leinen waren Farben und Pinsel. Die Kinder konnten in diesen Wochen immer, ohne zu fragen, auf dem Tuch malen. Ganz kleine, oder ganz große Sachen, übereinander, oder weit voneinander entfernt, sie konnten einen Punkt malen, zwei Stunden im Garten spielen, und dann einen zweiten Punkt neben den ersten setzen, und das für fertig erklären. Nach den zwei Wochen waren diese Tücher immer ganz voll, mit spontaner und nicht spontaner Malerei, in dieser Zeit sind sehr viele Bilder entstanden. Keine musste nach Farbe oder Pinsel oder Unterlage fragen, keiner musste fragen, ob jetzt die Zeit zum Malen gekommen ist, oder die Zeit den Malvorgang zu beenden. Es war alles da. Das drei Meter große, voll gemalte Tuch musste nicht fertig werden. Es musste nicht „schön“ werden. Es musste niemandes Geschmack erfüllen, es musste sich nicht rechtfertigen, musste nicht bewundert werden. Es war einfach da, um bemalt zu werden.

Im zweiten Jahr waren die zwei schönen Holztische fast in der Mitte des Raumes, aber nicht nebeneinander. Auf den zwei Tischen waren das ganze Jahr über zwei Blumentöpfe zur Verschönerung des Raumes. Die Malsachen waren im Malschrank. Die Kinder konnten sie natürlich jederzeit heraus holen, um zu malen. Es war aber danach auffallend, dass in diesem Jahr wesentlich weniger gemalt wurde als im Jahr davor. So wurde im dritten Jahr die Idee geboren, einen Raum zu schaffen, in dem die Malmaterialien unmittelbar greifbar, sichtbar und verwendbar sind. Einen Raum,

in dem das Kind selbständig kurz oder lang gestalten kann. Einen Raum, ohne hierarchisch ästhetische Überlegung. Jetzt sind zwei schöne Werktische in unserem, durch ein Regal separierten, und damit neu geschaffenen Raum, dem Kunsthaus am Nachmittag. In der ersten Hälfte des Schuljahres dort war auffallend, wie experimentell die Kinder arbeiten wollen. Da war die Faszination für zufällige Gestaltung sehr groß, als ob sie durch diese Punkte und Farbflecken, die überall auf Papier, Leinwänden, Holzbrettern, Packpapier und Verpackungsschachteln gemalt waren, auf der Suche nach einer Form waren. Nachdem das Gefühl da war, dass diese Phase zu Ende geht, fanden wir dafür in der ersten Ausstellung ‚Flecken und andere schöne Zufälle‘ mit vielen Werken einen Abschluss. In Folge war sehr interessant zu beobachten, wie dann in der zweiten Hälfte des Jahres die ganzen Punkte und Flecken in Formen und Muster transformiert wurden, was uns zu unserer nächsten Ausstellung im Frühling führte. Die Spannung ist jetzt groß, wie der Geist des Raumes sich entwickelt, und die Offenheit ist da, für konstruktive Kritik und Ideen für unser Kunsthaus am Nachmittag. Danke an alle Eltern, Verwandte und Freunde, die so herzlich dabei waren, für ihr Interesse und ihre Materialspenden. In Liebe, Betsabeh Aghamiri

Foto: Bethsabeh Aghamiri


In den Augen der neunten Klasse hat das Kunstprojekt mit Tomak sehr interessant gewirkt. Die Zusammenarbeit mit dem Künstler hat sich jedoch als etwas schwierig entpuppt. Großen Anklang fand das Einbauen von Ideen der Schüler in die Kunstwerke. Mit dem Endergebnis waren alle einiger-

maßen zufrieden und es wurde als “geil” bezeichnet. Bald jedoch entstand die große Frage, warum kostet eine Leinwand mit ein bisschen Farbe darauf auf einmal mehrere Tausend Euro? Liegt es an dem Namen des Künstlers, der das Bild so teuer macht, oder an dem Kunstwerk selbst?

... es brachte mich zum Nachdenken Feedback von OberstufenschülerInnen zum Kunstprojekt mit TOMAK: Es war sehr interessant, einen anderen Standpunkt, der von der „Kunst“ als solche lebt, kennen zu lernen. Die Umstellung vom Kunstunterricht (PKE) zur tatsächlich angewandten Kunst fiel nicht gerade leicht. Doch mit der Zeit wurde es immer klarer. Um Bilder zu malen, die den Erwartungen und Kriterien entsprachen, mussten wir einen Schritt weg vom alltäglichen Denken machen und einen auf das freie ungezwungene Denken zugehen. Das Kunstprojekt als solches: Eine wahrlich gelungene und gute Idee, es ist ein genialer Einfall, die SchülerInnen in die angewandte Kunst hineinblicken zu lassen. Kim

Also was mich betrifft ist die Vorstellung, dass der Künstler gemütlich in seinem Atelier sitzt und einfach vor sich hin malt, gestorben. anonym

Richtig verstanden habe ich TOMAK erst sehr spät, denn durch sein pures Erscheinen traten wahrscheinlich viele erst einen Schritt zurück.

Ich war nicht dabei bei dem Kunstprojekt, aber ich finde das eine sehr gute Idee. Nächstes mal wäre ich gerne dabei, weil man dadurch sicherlich viele Erfahrungen sammeln kann. Judith

Man musste dem Ganzen schon Zeit und Nerven spenden, aber das Ergebnis war wertvoll. Das Wichtigste für mich ist jedoch die Differenzierung zwischen diesem einzelnen Künstler und der Idee im Hintergrund. Lorenz Eines was ich beim Kunstprojekt gelernt habe ist, dass das Künstlerdasein kein Zuckerschlecken ist! TOMAK hat uns mit seiner zynischen Art erklärt wie es den Künstlern heutzutage geht. Er erzählte, wie viel er sich einschleimen musste und trotzdem oft gegen Wände lief...

Die Erfahrung, was man da gelernt hat, während dieser Kunstprojektwochen, war sehr groß, da man gelernt hat, selbständig zu arbeiten und sich dabei frei entfalten zu können. anonym Ich selbst war nicht bei dem Kunstprojekt dabei, habe aber gehört, dass TOMAK pädagogisch nicht so viel drauf hat wie künstlerisch. Vielleicht nicht das richtige Projekt für eine Schule. Sebastian

Die Tatsache, dass meine Bemühungen nicht angenommen wurden, sondern nur die Stücke, die ohne Gedanken entstanden sind, angenommen wurden, brachte mich zum Nachdenken. Sind wir einfach gezähmt? Ich habe oft den Gedanken, dass wir eigentlich gezähmt sind und allen Klischees nachlaufen, wo wir nur können. Das Kunstprojekt hat zwar nicht mein Selbstvertrauen gestärkt oder mich glücklich gemacht, nein, viel besser, es brachte mich zum Nachdenken. Lara

Reflexionen der 12. Klasse zum Kunstprojekt mit Tomak

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ls Projekt auf freiwilliger Basis war es eine großartige und interessante Erfahrung, auch wenn es streckenweise im Sozialen wie auch zeitlich sehr anstrengend und schwierig war. Das Wegbleiben vom Unterricht war teilweise schwierig, weil man ja doch nachholen musste oder wollte. Das brachte uns manchmal in inneren Zwiespalt. Der zweite Punkt betraf das Aufeinandertreffen sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten. Es war eindeutig zu erkennen, dass hier kein Pädagoge auf Schüler trifft, sondern ein sehr exzentrisch wirkende Künstlercharakter, dem es um Kunst geht, nicht um Unterricht und Erziehung. Im Einzelgespräch konnten wir Schüler wunderbar unsere Ideen und Standpunkte vertreten, wir fühlten uns da auch wahrgenommen. In der Gruppe jedoch hatten wir manchmal mit der Art von Tomak zu kämpfen, uns ebenso wie unserer Lehrerin oder dem Schulobmann gegenüber.

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Aber wir finden toll, dass sich ein so renommierter Künstler überhaupt darauf einlässt, in eine Schule zu kommen und hier zu arbeiten. Spannend, was ihn dazu veranlasst hat! Das Resultat kann sich sehen lassen, es war eine beeindruckende Ausstellung. Auch wenn es natürlich überhaupt nicht in das Konzept unseres Kunstunterrichts passt. Aber man musste ja nicht teilnehmen, und als Erfahrung war es genial. So ist es halt, wenn man auf „ganz normales Leben“ von außerhalb unserer Schule trifft. Eine Frage hat die Gemüter auch bewegt – wie sehr geht die Schule auf etwas ein, damit Geld für ein Projekt aufgebracht werden kann, wo ist die Grenze zwischen „ich verkaufe meine Seele“ und „wir gehen neue und ungewöhnliche Wege und sind dafür auch bereit, einiges in Kauf zu nehmen“? Insgesamt finden wir aber dieses Pilotprojekt absolut lohnend und hoffen, dass es sich auch für die Schule auszahlt!

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Den Menschen „erkennend ergreifen“ – KUNST in der Lehrerausbildung

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s ist einige Zeit her, dass ich eine frühere Kollegin auf dem Weg zur Maurer Rudolf Steiner-Schule traf, kurz nachdem wir den Kooperationsvertrag mit der Donau Universität-Krems (DUK) unterschreiben hatten. „Und eure Absolventinnen und Absolventen haben dann also alle einen Doktorhut?“ Nachdem ich dies verneinte, frug sie, was wir denn alles geopfert hätten, um dem „akademischen Korsett“ zu entsprechen? Nichts hatten wir geopfert, aber einiges dazugewonnen, so z. B. das eigene pädagogische Geschäft mit einem wissenschaftlichen Instrumentarium zu untersuchen und zu befragen. „Aber die Kunst, auf die musstet ihr doch verzichten?“ Keineswegs! Malen, Zeichnen, Plastizieren, Steinhauen, Singen, Schauspiel, Eurythmie, die Künste der Bewegung, der Sprache und auch des Segelns,… Die künstlerische Tätigkeit ist fester Bestandteil unseres Waldorfpädagogik-Studiums; gleichberechtigt und gleichwertig neben der seminaristischen, wissenschaftlichen Arbeit. Dies auch, weil es zu dem offenen, innovativen Profil der DUK gehört, dass gerade diesbezüglich Interesse bestand, zu erfahren, welche Bedeutung die Kunst in der und für die Lehrerbildung hat.

Waldorfpädagogen und -pädagoginnen wehren sich manchmal, wenn ihre Pädagogik auf das künstlerische Üben und Gestalten reduziert wird. Mit Recht - würde man meinen. Schließlich will Waldorfpädagogik ja „lebendig werdende Kunst“, „lebendig werdende Religion“ und „lebendig werdende Wissenschaft“ sein. 1) Nichtsdestotrotz wies Steiner der Kunst eine ganz besondere Bedeutung im pädagogischen Zusammenhang zu: Er betonte etwa in einem Vortrag 1923, dass alle Erziehung inhuman wird, wenn sie nur nach allgemeinen Prinzipien und Typologien (hierzu gehören wohl auch die sog. drei Jahrsiebte und die Temperamte) orientiert. Geht es doch darum, das konkrete Kind in seinem Werden zu erfassen, und dies verlangt Fähigkeiten, die durch die Kunst gebildet werden: Wodurch dringen wir zur Menschenwesenheit, die unmittelbar vor uns in der Welt steht ebenso vor, wie wir durch die wunderbare Einrichtung unseres Auges zu der Mannigfaltigkeit der Farben vordringen, wie wir durch unser Ohr vor ringen zu der Mannigfaltigkeit der Töne? Wo ist der Sinn für die Menschenauffassung und Menschenerkenntnis? Nun kein anderer ist dieser Sinn als derjenige, der uns als Menschen auch verliehen ist für das Auffassen der Kunst, der künstlerische Sinn

... Dieser künstlerische Sinn ist zugleich der Sinn, der uns den Menschen unmittelbar in der Gegenwart seiner Wesenheit erkennend ergreifen lässt, so dass diese Erkenntnis unmittelbare Lebenspraxis werden kann. 2) In der Kunst, so deutet Steiner hier an, kann Erkenntnis „konkret“ werden. Denn nicht allein um ein Erfassen und Verstehen geht es, sondern immer auch um ein Verwirklichen und Tun; Gedanken müssen auch zur Praxis werden – in der Kunst und in der Pädagogik. Und in der Skizze zum hier zitierten Vortrag weist Steiner auf noch einen Aspekt hin, der Waldorfschule als Schule auszeichnet, welche die Entwicklung der Freiheit im Geist der Liebe zum Ziel hat: Die Kunst ist die Frucht der freien Menschennatur. Man muss die Kunst lieben, wenn man ihre Notwendigkeit für das volle Menschenwesen einsehen will. Zur Liebe zwingt das Leben nicht. Es gedeiht aber nur in der Liebe. Es will sein Dasein in dem zwanglosen Element. 3) Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für das Folgende: Erst wenn der Tätigkeitsdrang im künstlerischen Schaffen sich mit der Materie auseinandersetzt, reife das Pflichtgefühl. Begreifen und Verstehen sind Grundlage des Könnens – doch die schöpferische Tätigkeit (das „Schaffen“) entwickele sich durch die Kunst. Im „Können“ gibt der Mensch sich aus, im „Schaffen“ wächst er an seinem Können. 4) Darum geht es uns in der Ausbildung zum Waldorflehrer, zur Waldorflehrerin. Wie hätten wir da auf das künstlerische Üben verzichten sollen? Leonhard Weiss, Tobias Richter Tobias Richter und Leonhard Weiss sind Mitarbeiter am Zentrum für Kultur und Pädagogik in Wien und Dozenten des Masterstudiums Waldorfpädagogik an der Donau-Universität Krems. 2) R. Steiner (1979): Pädagogik und Kunst, GA 304a, Dornach, S. 18 3) R. Steiner (1975): Pädagogik und Kunst, Skizze eines Vortrags für die „Künstlerisch-pädagogische Tagung der Waldorfschule“ Reinbek, S 14. 4) A.a.O.

1) R. Steiner (1992): Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik, GA 293, Dornach, S. 206.

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Künstlerinnen Lies Maculan und Marija Mandic unterstützen „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst!“ Mit LIES MACULAN und MARIJA MANDIC schaffen zwei weitere Künstlerinnen einen ‚kreativen Baustein‘ für unsere Schule in der Endresstraße 113. Lies Maculan erarbeitete (Mai/Juni 2015) gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern künstlerische Objekte rund ums Wohnen – Marija Mandic unterstützt uns ab September. Werkpräsentationen sind für den Spätherbst vorgesehen, der Verkaufserlös kommt dem Schulneubau zugute. Einfach nur „super“ – antwortet Lies Maculan auf die Frage, was ihr als Erstes zur Initiative „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst!“ der Rudolf Steiner- Schule Wien/Mauer in den Sinn gekommen ist. Und ebenso spontan entschied sich die 1977 in Wien geborene Künstlerin das Kunstprojekt zu unterstützen: „Mir ist jede neue Herausforderung willkommen. Und mit Jugendlichen künstlerisch zu arbeiten, ist für mich neu und spannend“, so Maculan. Tatsächlich betrat die weitgereiste „Kunst-Globetrotterin“ in der Rudolf Steiner-Schule künstlerisches Neuland: Denn nicht ihre international bekannten, großformatigen „PhotoSkulpturen“ & Installationen standen hier im Mittelpunkt der Arbeit mit den Jugendlichen, sondern Objekte rund um Möbel und Wohnaccessoires. Objekte, die über den herkömmlichen Alltagsgebrauch hinausweisen und die jeweiligen Sichtweisen der beteiligten Jugendlichen widerspiegeln. So gibt etwa die Glasplatte eines Tisches den Blick auf Scherben frei – den ‚Scherbenhaufen‘ des Alkoholkonsums; ein imposanter „Bücherstuhl“ wird im wahrsten Sinn des Wortes zum Bildungsfundament – oder eine dreidimensionale „Kleiderskulptur“ aus Zeitungspapier kehrt mittels der Fotografie wieder in die Zweidimensionalität des Papiers zurück. Rund zehn Kunstwerke aus unterschiedlichsten Materialien wurden so im Rahmen eines sechswöchigen Workshops (Mai-Juni 2015) von den

Jugendlichen entworfen und gemeinsam mit der Künstlerin realisiert. Begleitet wurde dieser kreative Prozess ebenso von Herrn Alfred Kohlhofer.

Workshop mit Marija Mandic startet im September 2015 Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres wird die Initiative „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“ mit einem mehrwöchigen Workshop der Künstlerin Marija Mandic fortgesetzt. Hierfür übersiedelt die in Belgrad geborene und in Deutschland lebende Künstlerin eigens nach Wien. Ein künstlerischer Ortswechsel, dem Marija Mandic mit Freude entgegenblickt: „Ich helfe generell gerne Menschen – und solche Projekte begeistern mich und braucht die Welt“, freut sich Mandic auf die künstlerische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern an der Rudolf Steiner-Schule Wien/ Mauer. Und dabei betont sie: „Mir geht es um eine gemeinsame Kreation. Ich bin nicht diejenige, die etwas ‚besser‘ kann – sondern wir machen das gemeinsam.“ Malerei als gemeinsamer, künstlerischer Akt hat für Mandic generell eine große Bedeutung: „Wer ein Bild betrachtet, gestaltet es ja immer auch mit. Kunst ist eine Seelensprache und ein Dialog“, so Mandic. Befragt nach ihrer „typischen“ malerischen Stilrichtung, lehnt Mandic das herkömmliche Schubladendenken entschieden ab: „Stil ist doch nur etwas, das sich jemand ausdenkt. Kunst ist hingegen pure Energie. Darum halte ich mich auch an keinen Konzepten fest. In meinen Bildern findet sich viel Energie. – Nicht nur meine, sondern auch aus der Natur“. Ja, eines scheint gewiss: Mit der Künstlerin Marija Mandic wird die Initiative „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst!“ einen weiteren Energieschub bekommen.

Lies Maculan

TOMAK

Marija Mandic

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Themenheft: Kunstunterricht |

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23 Jahre mit Ecken und Kanten

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Ein Rückblick auf die Geschichte unserer Schulzeitung MoMent

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it Ecken und Kanten kam das Logo damals noch daher – gleichzeitig aber auch sehr schwungvoll. Und das passte perfekt zur neuen Schulzeitung, die unter dem Namen MoMent erstmals im März 1992 erschien. Denn ein reines Berichts- und Kundmachungsorgan war das MoMent nie – Ecken und Kanten hatte es immer. Dass die Rudolf Steiner-Schule in Wien-Mauer eine eigene Schulzeitung hatte, war allerdings schon damals Tradition – das MoMent war mit viel Elan als Nachfolgeprojekt der „Rauchzeichen“ ins Leben gerufen worden, die ebenfalls bereits zwölf Jahre lang erschienen waren. Damals wie heute war das Ziel das gleiche: Es sollte über das Schulgeschehen berichtet werden – aber es sollten auch pädagogische Themen Raum finden, es sollte aufgezeigt werden, was eine von der Waldorfidee inspirierte Erziehungskunst bedeutet und nicht zuletzt sollten auch die Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen.

Dem entsprechend war auch das Team aufgestellt: Hans Vockenhuber kümmerte sich um das Redaktionelle, Gerlinde und Michael Radanovics um Sekretariat, Leserbriefe und Werbung, Peter Leutzendorff sorgte für Lehrerbeiträge, Lisbeth Denk für Elternbeiträge, Peter Lange war Grafiker und Bindeglied zum Waldorfbund, Dominik Hruza und Benjamin Mullan steuerten Schülerbeiträge bei – und dazu tauchte bereits damals ein Name im Impressum auf: Karl Hruza, der schon damals für weit mehr als nur das Layout sorgte. Karl hat dem MoMent von der ersten bis zur letzten Ausgabe auf unvergleichlicher Weise die Treue gehalten, wie auch seine Frau Renate; ihnen gebührt an dieser Stelle der größte und herzlichste Dank! Es folgte eine 23 Jahre währende, wechselhafte Redaktionsgeschichte. Mit Höhen und Tiefen. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ein „ADIEU“ das im Juni 1998 im MoMent erschien. Karl Heinz Schogger hatte sich damals verabschiedet und (wie ich heute wieder) gehofft, dass das MoMent nur eine schöpferische Pause einlege. Der Grundtenor war der gleiche wie in dieser letzten MoMent-Ausgabe auch: „… natürlich bin ich traurig und besorgt über die Tatsache, dass die Kräfte nicht reichen, damit eine geordnete und wohlwollende „Stabübergabe“ erfolgen kann. Sehr viele (zuletzt der Elternbeirat!) haben nachgedacht, warum gemeinschaftliche Aufgaben in Last und Bürde ausarten.“ Damals wie heute auch wieder erschien dieses „ADIEU“ inmitten einer großen Zeitenwende. Doch im Gegensatz zur Tageszeitung „Neue AZ“, die 1991 ebenfalls mit einem „ADIEU“ auf der Titelseite zum allerletzten Mal erschienen war, konnte das MoMent damals neuerlich und mit neuem Elan durchstarten.

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dieu MoMent Bereits im Herbst 1998 ging es weiter. Nachdem Familie Harrer die Redaktion geschlossen hatte – erschien im Oktober ein neues MoMent, in dem Silvia Himmel berichtete, warum ihr Name nun im Impressum stehe: „Nie wieder? Die Stimme in mir wurde sehr energisch: Du hast einen Computer du kannst tippen und – sei ehrlich – Zeit hast du eigentlich auch!“

Ein Jahr später, im Oktober 1999 tauchten im MoMent-Impressum bereits Namen auf, die auch mir bestens vertraut sind: Irene Bulasikis, Waltraut Fetscher, Karl Hruza (eh klar), Jörg Schmidbauer, Matthias Müller und Barbara Willau. Nach der Jahrtausendwende engagierten sich auch noch Christa Melchinger und Judith Naisar im MoMent-Team. 2006 verabschiedete sich Silvia Himmel als Chefredakteurin und Irena Bulasikis übernahm die Leitung. Von Irene konnte ich noch sehr viel lernen, als ich selbst im Frühjahr 2010 ins Redaktionsteam aufgenommen wurde. Ihren Elan und ihr Organisationsgeschick vermissen wir alle noch heute! Doch es war eine wunderbare Gruppe, die die Arbeit am MoMent noch fünf weitere Jahre weitertrug. Allen voran natürlich Renate und Karl Hruza, aber auch Christa Salcher sei hier genannt, Peter Eberharter, Jörg Schmidbauer, Karin Schadl, Sabine und Lothar Trierenberg, Nadja und Matthias Berke, Saskia Sautner, Ursula Dotzler für die Kindergartenseite, Josef Prüller, Peter Gluchi. Und natürlich all die anderen, die mitgeholfen, mitgedacht und immer und immer wieder Beiträge geliefert hatten – sie alle können hier nicht genannt werden. Doch halt: Zwei dürfen einfach nicht unerwähnt bleiben: Matti Melchinger und Stephanie Doujak, die in ganz besonderer Weise immer wieder von Schülerseite aus Beiträge geliefert hatten und ganz einfach zum MoMent dazu gehörten!

MoMent adieu Sommer 2015

Nun bleibt die Hoffnung, dass es wieder nur eine schöpferische Atempause sein möge – aber dafür bedarf es Menschen, in denen der Entschluss reift: „Nie wieder ein MoMent? Das kann nicht sein!“ In großer Hochachtung und mit großer Dankbarkeit,

fotoarchiv Schule, 2009

Und dennoch stehen wir – wie auch 1998 – wieder an dem Punkt, an dem wir sagen müssen: Es reichen die Kräfte nicht mehr! Denn der Eindruck der langen Danksagungs-Liste täuscht ein wenig: Zuletzt war es nur noch eine Handvoll Menschen, die überlegte, wie es denn weitergehen könnte. Und zu dem Schluss kam: So leid es uns tut und so schmerzhaft es ist – aber im MoMent geht es einfach nicht mehr weiter…

Roman David-Freihsl themenheft

KunStunterricht Zeitschrift für die rudolf steiner-schule Wien-Mauer soMMer 2015, € 2,50

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Eine Baustelle war einfach nicht genug Handwerkerbesuche und Hausbauepoche der dritten Klasse

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n der dritten Klasse wird so richtig tüchtig angepackt. Steht doch diese Schulstufe ganz im Zeichen des Handwerks, wenn die Schülerinnen und Schüler bei Exkursionen Betriebe besuchen, in denen die nützlichsten Dinge hergestellt werden. Vom Köhler und Tischler in Niederösterreich bis hin zum Spengler. Von der „Papiermacherei“ über die Glasmacherei bis zur „Schuhmacherei“, wie daheim berichtet wurde. Höhepunkt dieses ersten Berufserlebens ist in diesem dritten Schuljahr traditionellerweise die Hausbauepoche – Zeugnisse früherer Jahrgänge können unter anderem im großen Schulgarten der Endressstraße 113 bewundert werden. Die Gartenhäuschen, das Baumhaus, der Backofen…

Nur selten gelingt es allerdings, dass eine dritte Klasse tatsächlich auf einer großen Baustelle selbst Hand anlegen kann. Solch eine günstige Gelegenheit bot sich im vergangenen Schuljahr in der Dorfgemeinschaft Breitenfurt: Wo gerade die Werkstätten erweitert und ein Mehrzwecksaal für Gemeinschaftsaktivitäten, Therapie- und Bewegungsangebote gebaut, dazu auch noch zwei bestehende Wohnhäuser saniert und durch einen Anbau erweitert werden.

Genau dort konnte unsere Klasse unter fachkundiger Betreuung des Schülervaters und Architekten Bernhard Edelmüller tatsächlich mitarbeiten. Sei es nun beispielsweise beim Errichten einer Ziegelwand oder beim Fliesenlegen. Ja, einmal durfte sogar der Kran bewegt werden – ein wahrlich bewegender Moment! Im Oktober soll die Eröffnung des Neubaus mit der Dorfgemeinschaft und den Profis noch gemeinsam gefeiert werden. Aber natürlich muss eine dritte Klasse auf jeden Fall auch ein Bauwerk vom Anfang bis zum Ende komplett fertigstellen – also wurde noch eine weitere Baustelle eröffnet: Engelbert Sperl lud Christiane Dostal und ihre Klasse ein, auf seinem Grundstück ein kleines Waldhäuschen zu errichten. Da hieß es dann selbst planen und bauen, sägen und schrauben – und wenn etwas nicht ganz passte, musste wieder zerlegt und neu montiert werden.

Und wenn die Schülerinnen und Schüler schon so richtig im werken sind – muss natürlich auch gleich eine dritte „Baustelle“ eingerichtet werden: Aus Ästen und Zweigen wurden zwei Zelte im Wald gebaut, die sich hervorragend für das Verstecken, das Ausspionieren und Erobern der Fahne der jeweils anderen Gruppe eigneten. Natürlich macht es auch Spaß bei Computerspielen wie Minecraft Bauwerke oder Achterbahnen zu entwerfen und zu bauen – aber was ist das schon im Vergleich mit einer richtigen Baustelle und einer natürlichen original „Playstation“ im Wald? Lernen „in real life“ nennt man das heutzutage im Neudeutschen. Roman David-Freihsl

Foto: Roman Freihsl

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Manchmal hat man Glück im Unglück.

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ie Kasperltheatervorstellungen der 4. Klasse sind zeitlich so gelegt, dass es sich für mich nicht ausgeht, sie zu besuchen. Also erbitte ich um Genehmigung, die Generalprobe besuchen zu dürfen. Genehmigung erteilt. Ich erscheine pünktlich zum Hauptunterricht und erlebe aufgeregte Kinder, die einander zischend hinter dem Vorhang Tipps und Auftrittszeichen geben, sich ebendort schlichten und schichten, die mit nackten Händen spielen, weil die eine oder andere Puppe noch nicht ganz fertig ist.

Es ist eine so positive Aufgeregtheit, ein so freudvolles Proben, ein Kichern und Schimpfen, ein wunderbares Musizieren, ein Hin und ein Her und bei all dem Gewusel doch eine ganz wunderbare Vorstellung. Denn jeder spricht seinen Text klar und laut. Jeder passt nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die anderen auf. Viele liebevoll gestaltete Details sind neben der selbstgemachten Puppen auf der Bühne zu entdecken: Blumen, Körbe, Pilze, Wälder, Bienenstöcke, Schneiderwerkstatt, Chemielabor und die Himbeermarmelade, die dem Kasperl so wichtig ist.

All dies wird begleitet von Barbara Pazmandy, die für jedes Kind und dessen Puppe(n) dieses Stück geschrieben hat, und Andrea Reichtomann, die in der Erarbeitung und der Musikauswahl und Proben dabei war. Die beiden sind für alle Fragen und Ideen, die auch bei der Generalproben-Nachbesprechung noch gestellt werden offen, versuchen Lösungen zu finden und Ideen noch umzusetzen. Sei es die Musik und deren Einsätze betreffend, sei es der dringende Wunsch nach einem Himbeerbusch, oder die Frage was man denn machen soll, wenn einer seinen Auftritt verpasst. „Na, dann rufst Du eben nach dem Seppl: Seeeepl! Wo bist Du?“ Unsere Kinder der vierten Klasse in so zielorientiertem, freudvollem Miteinander und bei so disziplinierter Nachbesprechung erleben zu können ist wunderbar! Was für ein Glück, dass ich keine Zeit hatte zu den Vorstellungen zu kommen. Denn die Generalprobe war eine Vorstellung mit Mehrwert. Ab, in die Mittelstufe!

Nadja Berke

Foto: Nadja Berke

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Die Olympiade der fünften Klasse in Schönau ein kurzer Rückblick

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rei Tage, drei Länder, 14 Schulen, rund 300 FünftklässlerInnen, acht Olympische Disziplinen in schul- und länderübergreifenden Gruppen. Dazu ein minutiös vorgegebener Zeitplan (Zeitfenster für das Frühstück: 10 Minuten), beginnend um 06.00 Uhr Früh. Und das alles mit einer Klasse, deren SchülerInnen ich nur zu einem kleinen Teil kannte (meine Tochter Jana hat erst mit Beginn der 5. Klasse in unsere Schule gewechselt). Ganz entspannt war ich, ganz offen gesagt, in Hinblick auf diese drei gemeinsamen Tage nicht!

Nach einer kurzen und heiteren Zugfahrt wurden wir von drei SchülerInnen der Rudolf Steiner Landschule Schönau vom Bahnhof in Leobersdorf abgeholt. Sie geleiteten uns während eines halbstündigen Marsch entlang des Wiener Neustädter Kanals zum Schulgelände. Der Zeltaufbau (Zelte und Schlafsäcke wurden dankenswerterweise von Nina Steinbach mit PKW und Anhänger nach Schönau gebracht) wurde beherzt und sehr selbständig durch die Kinder erledigt, wir Eltern unterstützten mit der einen oder anderen Idee und ein wenig Werkzeug. Nach und nach kamen andere Schulen dazu und sehr schnell wurde aus der Wiese, die durch ein kleines Wäldchen von der Schule getrennt war, eine bunte und lebendige Zeltstadt.

Nach dem Mittagessen besichtigten wir das Olympiagelände, das ein wenig abseits der Schule liegt, anschließend trainierten die Kinder für den Marathon. Wobei: Von Training konnte keine Rede sein! Die Kinder liefen, als handelte es sich um einen Wettbewerb. Eine Theaterdarbietung der SchülerInnen aus Schönau im Anschluss an das Abendessen rundete diesen ersten Tag ab. Der Beginn der Nachtruhe (laut straffem Zeitplan für 21.00 Uhr vorgesehen) wurde von den Kindern deutlich nach hinten verschoben. Kaum war in den Zelten der einen Schule Ruhe eingekehrt, drangen Lachen und Stimmengewirr aus den Zelten einer der anderen Schulen, was wieder zu Heiterkeit bei unseren Kindern führte. Einige Schlafstunden waren letztlich doch noch für alle drin. Der Freitag stand ganz im Zeichen der letzten Vorbereitungen für die Olympischen Bewerbe am Samstag. Organisatorische Details wurden besprochen, das Eröffnungszeremoniell geübt und natürlich alle Bewerbe trainiert. Abends fand – bei wunderbar lauem Wetter – der griechische Abend im Schulhof mit Darbietungen aller TeilnehmerInnen aus Musik, Tanz und Theater statt. Müde krochen wir anschließend in unsere Schlafsäcke. Diese Nacht war tatsächlich ruhig. Nachtruhe eben.

Feierlich wurden die Olympischen Spiele zu Schönau am Samstag durch das Schwören des olympischen Eides und das Entzünden des olympischen Feuers eröffnet. Die Stimmung an diesem Tag, wie auch an den anderen beiden Tagen, war einerseits gespannt in Hinblick auf die Bewerbe, andererseits getragen von der Erwartung eines fairen und friedlichen Wettkampfes. Nicht das Brechen von Rekorden oder das Gegeneinander unterschiedlicher Schulen standen im Vordergrund, sondern der friedliche und faire Wettkampf, die gemeinsame Anstrengung, das (internationale) Miteinander und die Fairness. Und das ist kein Lippenbekenntnis, sondern war während der gesamten Zeit in Schönau spürbar. Viele Details und Wahrnehmungen des gegenseitigen Ermunterns, Anfeuerns, Mitfieberns, die ich hier nennen könnte. Berührend auch, wie sehr unsere Kinder aufeinander geachtet und sich gegenseitig unterstützt haben. Und nicht zuletzt haben prachtvolles Frühsommerwetter sowie eine beeindruckende und von großem Einsatz getragene Organisation durch Menschen der Schule in Schönau diese Olympiade zu einem wunderbaren Erlebnis werden lassen. Peter Floquet

Fotos: Peter Floquet

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Brundibár- Kinderoper der sechsten Klasse Wie Rita und Ewald die Aufführung erlebten

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ie sechste Klasse spielt heuer eine Kinderoper, hörte ich bei einem Elternabend. Vom Inhalt her: von Hans Krása 1938 in Prag komponiert, handelt es sich um 2 Kinder, die für ihre kranke Mutter dringend Milch benötigen und die Probleme haben, diese zu erhalten. Und plötzlich erfahre ich auch noch, dass Raphaela, unsere Tochter, eine Hauptrolle spielen soll. Oper ist eine Musikrichtung, die mir als einer der wenigen nicht liegt, ja, ich finde sie mühsam. Es wird vieles der Handlung gesungen und den Text und Inhalt versteht man meist nicht bei der Aufführung, sondern man muss sich entsprechend vorbereiten. Na bum, Frau Platzer und ihre Klasse bzw. Regisseure, trauen sich da einiges zu.

Nach einigen Tagen: Tatsächlich, Raphaela hat eine der Hauptrollen und muss so viel singen. Sie singt zu leise, sagen die anderen, sagt der Regisseur. Raphaela ist nicht zufrieden mit sich selbst und der ganzen Sache, unsicher dabei. Nur: Raphaela ist a.) musikalisch und b.) konnte sie als Kind mit drei Jahren bereits super singen, aber: ist halt jetzt alles ein bisschen anders, Raphaela ist schüchterner, viel schüchterner als z.B. zu Hause.

Aufführung: ich filme das ganze Stück mit und bin daher nur teilweise entspannt. Wir haben uns natürlich den Film nachher noch angesehen. Trotzdem: die Aufführung war gut, sogar sehr gut: wie können Kinder ein so schweres Stück so gut spielen? Da sah man einige gute bis sehr gute Charakterdarsteller/innen in den Hauptrollen sowie in einigen Nebenrollen. Die Hauptdarstellung mit Raphaela war super, die Nebenrollen, vor allem zum Beispiel die sechs Tiere waren reizend und grandios, und dazu noch die Musik sensationell (wenn auch manchmal ein bisschen zu laut). Resümee: Ich habe zusammen mit Rita einige Jahre in Chören gesungen und wir wissen, wie schwierig Stücke sind: größte Hochachtung vor der Leistung der Kinder, vor allem vor jenen, die tragende Rollen spielen mussten bzw. durften. Ein Ereignis, das zusammen mit der 6-Tages-Rad-Tour für das soziale Gefüge der Klasse, aber auch für die einzelnen Kinder, sehr wertvoll war. Bei all dem gebührt ein spezieller Dank natürlich der Leitung im Trio: Frau Platzer, Herrn Pointner und Herrn Albrecht.

Ich war sehr beeindruckt von der musikalischen Leistung der 6. Klasse. Ein für mich sehr schwieriges Musikstück mit so manchen Herausforderungen wurde von unseren Kindern großartig gemeistert. Ich konnte beobachten, wie die Sprech-und Singstimme mit fortlaufendem Abend immer stärker wurden. Ein absoluter Höhepunkt war für mich das allerletzte Lied, wo der Zusammenhalt der Klasse, das Miteinander und Zueinanderstehen wohl für jeden spürbar war. Ich würde sagen: ein wirklich gelungener Musikabend. Ein großes Dankeschön an Fr. Platzer, Herrn Pointner und an das Orchester unter der phantastischen Leitung von Herrn Albrecht. Nicht zu vergessen auch noch die vielen guten Hände vieler Eltern z.B. beim Bühnenbild, die dieses tolle Stück auch mitgestaltet haben. Rita Moser

Ewald Moser

Fotos: Lothar Trierenberg

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Erinnerungen an die groSSe Strampelwoche Eine große Runde war es, die Ende Mai in dieser knappen Woche erstrampelt wurde: Von der Donauinsel über Hainburg, Petronell, Neusiedl, Ilmitz, Rust, Neufelder See, Schönau nach Wien-Izersdorf. Zwei Nationalparks, Römische Ausgrabungen, ein Badetag und Würstelgrillen inklusive. Und bis

auf ein paar krankheitsbedingte Ausfälle gelang diese Tour ohne gröberen Zwischenfälle. Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse blühten auf, wuchsen über sich hinaus und im Sozialen zusammen. Im Folgenden ein paar Ausschnitte aus dem Tagebüchern der Schülerinnen und Schüler.

Mittwoch Um halb neun trafen wir uns auf einem Parkplatz in Kaisermühlen. Der Anhänger wurde beladen und um kurz nach neun ging es los. Wir fuhren eine ebene Strecke an der Donau entlang. Es war ein schöner Rückenwind, bis wir uns verfahren hatten, dann mussten wir umdrehen und hatten Gegenwind (das war sehr anstrengend). Kurz danach fuhren wir an einem Öllager vorbei, dort hat uns Herr Wild was über das Öllager erzählt. Nach mehreren Kilometern kamen wir im Ort Orth an, Dort machten wir Mittagspause und einige schauten sich die Pflanzen und Tiere der Naturinsel an. Danach sind wir durch die Donauauen gefahren. Am späten Nachmittag kamen wir müde und erschöpft am Campingplatz in Petronell an. Das Zeltaufbauen ging schnell, danach gingen wir in ein Gasthaus, wo wir leckere Suppe und gutes Schnitzel bekamen. Johanna, Juliane, Marie & Miriam

Donnerstag Nach dem Frühstück gingen wir in das Freilicht-Museum, wo eine Römerstadt nachgebaut wurde. (Es wird noch immer gebaut.) Wir haben eine Führung gemacht, hatten aber nur eine Stunde Zeit, somit konnten wir uns nur drei Gebäude anschauen. Die Therme: Vor der Therme gab es zwei Geschäfte (Restaurant), wo man sich vor und nach der Therme erfrischen konnte. Wenn man hinein ging, gab es rechts die Latrine (Toilette). In dem Raum, wo sich die Latrinen befanden, hatten bis zu zehn Leuten Platz. Während man das Geschäft verrichtet hat, hat man meistens ein Geschäft besprochen. Deswegen heißt es „ich gehe ein Geschäft verrichten“. Am Nachmittag fuhren wir nach Neusiedl am See. Als wir dort ankamen, waren wir Schwimmen und nach dem Essen wurde ein paar Leuten schlecht. Anna, Catarina, Franziska, Iris & Theo

Freitag Wir packten die Sachen zusammen und luden sie in den Anhänger. Anja musste mit dem Auto mitfahren, weil sie sich den Fuß verstaucht hatte. Wir stiegen auf die Räder und fuhren weiter nach Podersdorf. Dort bekamen wir ein Eis! Vor dem Eis kamen wir an einem großen Hochstand vorbei, von dem wir viele Tiere beobachten konnten: Kühe, Reiher, Gänse… Später machten wir noch eine kleine Rast an einem Schweinegehege, in dem es viele süße Ferkel gab! In dieser Gegend sahen wir viele Naturfilmer. Nach dem Mittagessen kamen wir an einen kleinen Hafen, wo wir in eine Fähre einstiegen, Wir fuhren ca. 20 min über den Neusiedler See, was leider so kurz war! Wir legten an der Seebühne an und fuhren weiter. Wir übernachteten im Storchencamp, einer schönen Jugendherberge in Rust, nahe dem Neusiedler See! In dem wir dann noch schwimmen waren! Alma, Enzo, Leonie, Melina & Valerie

Fotos: Michael Wild

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Samstag Nach dem Frühstück wurde Fabian „kriminell“: Fabian stieg ins Schwimmbad ein, um Valeries Sonnenbrille zu retten, die sie am Vortag dort vergessen hat, kam aber ohne Erfolg zurück. Wir haben unsere 7 Sachen gepackt und sind losgefahren. Wir fuhren an einem Schilfgürtel nach Rust, wo wir die vielen Storchennester bewundert und gezählt haben. Wir fuhren jammernd die steilen Weinberge hinauf, die uns wegen der Hitze (in der Sonne 37◦) ziemlich fertig machten. Wir konnten unter anderem Wein, Holler, Oregano, Heckenrosen und Himbeersträucher sehen. Die Abfahrt von den Weinbergen war dafür umso lustiger; wir fuhren den Berg mit ca. 48,3 km/h hinunter. Nachdem wir einen steilen Hügel hinauf fuhren, kamen wir auch schon nach Neufeld, wo es dann auch gleich zu tröpfeln begann. Am Campingplatz angekommen, schnell in den See gesprungen, Geros Geburtstagseis gegessen und die Zelte halb aufgebaut, da war bereits alles waschlnass. Um 10:15 Uhr schauten wir ein Feuerwerk an, das einer Hochzeit galt. Weil Raphaela krank war und Miriam auch abgeholt wurde, gingen nur 29 Kinder angeekelt in ihre kalten, feuchten Zelte „schlafen“. Alina, Anja, Gero, Livia & Raphaela

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Sonntag Bis zum späten Mittag waren wir am Neufelder See; ein paar Kinder erschreckten von einer Schwimmplattform im See einige Taucher. Dann ist ein Junge namens Felix auf die Rutsche geklatscht und hatte dann Nasenbluten. Danach ging die heutige Fahrt los. Relativ am Anfang fuhren wir durch ein Militärübungsgelände; bei jedem Eingang standen Zeichen und Schilder. Wir fuhren in der Hitze nach Schönau. Wie wir in Schönau ankamen, haben wir alle unsere Zelte aufgebaut und Raphi ist wieder gekommen! Am Abend gab es ein Lagerfeuer. Es gab Würstel und Bratkartoffeln, Zucchini und Frischkäse. Gegen zehn Uhr haben wir noch miteinander gesungen, es waren aber nicht alle! Amelie, Andreas, Felix, Gregor & Noah

Montag Als wir aufgestanden sind, waren schon einige (Schönauer) Kinder in der Schule. Als alle Kinder auf waren, haben wir die Zelte aufgeräumt, danach sind wir frühstücken gegangen. Nach dem Frühstücken haben einige Kinder für alle anderen abgewaschen, das Gepäck wurde von anderen Kindern vor den Anhänger getragen und der Beat und der Paul haben es in den Anhänger hineingehoben. Wir haben noch alle Wasserflaschen aufgefüllt und dann sind wir den Triestingauradweg gefahren; der Weg war sehr schattig. Nach der etwas längeren Pause in Himberg (1 Stunde 15 Minuten) sind wir noch das kleine Stück durch den 10. Bezirk zum Abholplatz am Parkplatz (Friedhof Inzersdorf) gefahren. Beat, Fabian, Julian, Paul & Selmar

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Frank der fünfte, Spiel der 12. Klasse

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m Juni hat sich die zwölfte Klasse mit einer fulminanten Theateraufführung von der Schulgemeinschaft verabschiedet. „Frank der Fünfte“ von Friedrich Dürrenmatt stand auf dem Programm.

Ein Stück in dem sehr humorvoll, aber auch grausam realistisch die Machenschaften einer Bank (der Banken...!) auf‘s Korn genommen werden. Ein Stück, das uns teilweise auf recht gruselige Art vor Augen führt, wie alle Beteiligten am Ende über Leichen gehen, wenn sie dadurch an Geld kommen können. Das Ganze aber in einer großen Portion Humor verpackt. Mit solcher Authentizität haben die Schüler ihre Rollen dargestellt, dass man nicht mehr den Eindruck hatte, in einem Laientheater zu sitzen. Jede einzelne Rolle war einfach perfekt besetzt und die Schüler haben so grandios gespielt, dass man unweigerlich in ihren Bann gezogen wurde. Eine riesengroße Gratulation an dieser Stelle auch an die tollen Regisseure Elmar Dick und Maria Leutzendorf, die es wieder einmal geschafft haben, Unglaubliches aus den Schülern heraus zu „kitzeln“. Und als Draufgabe hat diesmal auch die ehemalige Schülerin Mathilde Stieglechner mit herrlichen Einfällen zur Adaption der Szenen für diese Besetzung beigetragen. Großes Dankeschön! Und die Schüler – ich hatte die Ehre als Mutter eines Darstellers, es ihnen persönlich sagen zu dürfen – verdienen natürlich das allergrößte Lob! Danke, Danke, Danke, für dieses unheimlich tolle Theatererlebnis! Und wir wünschen Euch alles Gute für Euren weiteren Weg! Mögen die Erfahrungen aus der Waldorfschule Euch hilfreiche Brücken und Wegweiser sein, die immer im rechten Moment da sind! Imme Winter

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Abschiedsgedicht eines 12.-Klass-Vaters Philosophie der Freiheit Grundzüge einer modernen Weltanschauung

War es richtig genau diese Schule zu wählen? Sich mit diesen „Waldorfs“ herum zu quälen?

Drei gute Lehrer hat eure Klasse verschwendet, nun habt ihr endlich die Schule beendet!

Hätt‘s nichts besseres für unsere Kinder gegeben? Kein Sitzenbleiben, keine Noten? So lernen für‘s Leben?

Berger, Bointner, Kaufmann zuletzt, hatten die Klasse mit Bildung vernetzt.

Eurythmie, flöten, russisch und all diese Dinge, Kunst, Malerei und ständig Gesinge!

Sie lehrten euch leben, schufen Charaktere, ihr seid Rabauken: na habe die Ehre!

Was soll denn jemals aus euch werden? Abgehobene Leut‘ gibt‘s genug auf der Erden!

Zum Abschied hattet ihr Gemeines vor: Die 11. Klasse voll Styropor!

Wir haben nun lange Jahre mit uns gerungen, abschliessend kann ich sagen: Übung gelungen!

Die Schlösser getauscht, die Lehrer geneckt, zum Fenster raus habt ihr die Zunge gestreckt!

12 Jahre Waldorfschule in Mauer: Jetzt seid ihr gebildete „Weltenanschauer“

12 Jahre sind nun endgültig vorüber, manche sind traurig, manche freu‘n sich drüber.

Liebe Ex-Schüler ich wünsch‘ euch ein gutes Leben, vielen Dank, ihr habt mir sehr viel gegeben!

Wir schauen zurück, dort, wo alles begann, unschuldige Kinder an ner Sonnenblume dran!

Jetzt schaut mal in die Welt in der die Sonne leuchtet, in der die Sterne... (eh scho wissen)

Ausflüge, Reisen, Singabend, Theäter; zu Tränen gerührt sind Mutter und Väter!

Dein Vater (Von Christopher Winter)

Fotos: Lothar Trierenberg weitere Fotos: http://www.waldorf-mauer.at/eindruecke/galerie-14-15

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20. juni 2015 – Schulfeier un

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nd Modeschau der 9. Klasse

Fotos: Seweryn Habdank-WojewĂłdzki, Lothar Trierenberg

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und das anschlie

Fotos: Karl Hruza

Die „Geformte Es sind allesamt Steine, die im Helenental also in unmittelbarer Nähe von Baden bei Wien gefunden wurden und über eine erstaunliche Ausdruckskraft verfügen. Ihre Präsenz wurde durch künstlerische Bearbeitung noch verstärkt; der Betrachter erkennt Gesichter, eine Venus, klare geometrische Formen … Diese besonderen Stein-Objekte werden nun Ende September/ Anfang Oktober in der Badener Galerie im Turm ausgestellt. Nicht im Mittelpunkt steht bei

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eSSende Sommerfest

Präsenz“ der Helenental-Steine dieser Ausstellung, ob diese Steinobjekte durch menschliche Hand geformt wurden oder einem Spiel der Kräfte in der Natur entstammen. Darüber sind sich Experten immer noch uneins. „Es werden Ästhetik, Ausdruck, das dahinter stehende Geheimnis der Objekte und ihre „geformte Präsenz“ durch Fotografie, Grafik und Malerei zur Geltung gebracht“, erläutert Alexandra Neuner-Kasimir. 25./26./27. September sowie 2./3./4. Oktober jeweils 15-18 Uhr 2500 Baden, Schwartzstraße 50, Galerie im Turm Kontakt: zedtwitz-e@gmx.de

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Vom Kleinkind zum Schulkind – ein Rückblick auf die Kindergartenzeit

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in letztes Mal Sommerfest. Ein letztes Mal das wilde Schubkarre-Fahren durch den wunderschönen Garten, ein letztes Mal Murmeln suchen im Sandhaufen, ein letztes Mal den „Siebensprung“ tanzen und singen. Dann die Garderobe ausräumen, dem geliebten gezeichneten Hasen am Namensschild – wir haben ihn „Hoppel-Hüpfer“ genannt – Tschüss sagen, die Tanten noch einmal drücken, all den vielen Freunden versprechen, dass man sich natürlich weiter sieht, und dann ist sie aus – die Kindergartenzeit.

Aber nicht nur jede Menge Musik hat uns der Kindergarten beigebracht, sondern auch, dass man zum Spielen eigentlich nichts braucht, außer ein Stückchen Holz, einen glänzenden Stein oder ein zartes Tuch. Denn während andere Kindergärten mit ihrer umfangreichen Ausstattung bis hin zum Computer Werbung für sich machen, gab es hier in der Marktgemeindegasse „bloß“ einfachste Spielsachen wie Holzständer, Tücher oder gefilzte Püppchen. Zum Glück – denn so blieb einfach ganz viel Raum für Phantasie und Kreativität.

Drei Jahre, die so viel mehr waren, als bloß Kinderbetreuung. Hier hat sich mein Sohn Finn so wohlgefühlt, dass er wirklich immer in den Kindergarten gehen wollte. Hier ist er ernst genommen worden, hat Gemeinschaft gelebt, ist als Person und Persönlichkeit richtig erkannt worden.

Auch die Wertschätzung für die Natur ist eine wertvolle Gabe, die Finn in den letzten drei Jahren mitbekommen hat. Da wird jeder Käfer und Regenwurm gerettet, jedes tote Insekt beerdigt und beweint und jedes Aufknospen einer Blume ehrfürchtig bestaunt. Im großen Garten mit den Beeten und Obstbäumen durften die Kinder aber auch wild herumtoben und die Bäume beklettern, ohne dass gleich jemand „Vorsicht!“ geschrien hätte.

Finn, der von Herzen gerne singt – und zum Glück auch noch richtig – konnte Dank all den Liedern, Reimen und Puppenspielen seiner Leidenschaft für Wort und Musik nachkommen. Kein Rollenspiel, das nicht schon Tage vor dem jeweiligen Fest (in allen Rollen) daheim aufgeführt wurde. Kein Lied zur Jahreszeit, das nicht wochenlang durch unser Haus schallte.

aber sie haben auch gelernt, wieder von selber zueinander zu finden. Schön – auch für die Eltern – war der Rhythmus durchs Jahr mit all seinen Festen. So kam man automatisch immer in die richtige Stimmung, auch wenn der Arbeitsstress das sonst verhindert hätte. Vom Erntedank-Fest mit den Körben voller Früchte und Gemüse, dem LaternenUmzug, der durch den dunklen Wald und vorbei an kleinen Lichterhäuschen und Kerzen geführt wird, dem Adventsgärtlein mit den duftenden Tannenzweigen und andächtigen Kindern oder dem Rollenspiel und den gemeinsamen Gesängen zu Weihnachten, die einen so wunderbar auf die Festzeit eingestimmt haben.

Meistens haben die Kinder ohnehin gut aufeinander aufgepasst, denn – zumindest die Kleinen – wurden von den Großen immer gut beschützt. Nicht dass jetzt alle solche Engel waren, es hat schon mal ordentlich gekracht,

Fotos: Eltern Kindergarten

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Vor den Festen gab es meist einen Elternabend, an dem man selbst fröhlich gebastelt und gewerkt hat – egal ob Kränze geflochten oder Wollengel mehr schlecht als recht gebunden wurden. Manchmal durften wir auch in die Rollen der Kinder schlüpfen und selbst den Spielraum erobern oder aber auch wertvolles Hintergrundwissen von Tante Eva erfahren.

Im letzten Jahr hat sich dann schon richtig viel verändert. Endlich kein Nachmittagsschlaf mehr, dafür die heiß geliebte Sonnenkinderstunde und der jede Woche herbeigesehnte Waldtag. Finn war jetzt ein „Großer“, durfte, aber sollte auch mehr. Und in den letzten Wochen wurde dann eifrig an der „Abschiedsarbeit“ gewerkt – die Puppe, deren Kleid von den schon sehr geschickten Händen genäht wurde ebenso wie die kleine Schultasche.

Und dann eben das letzte Sommerfest – diesmal auch ein Abschied nicht nur für den Sommer, sondern für immer. Naja fast, denn am ersten Schultag sind die vertrauten Tanten noch dabei. Und den Lehrer, Manfred Hofer, kennt Finn auch schon – war er doch schon im Kindergarten auf Besuch. Ein perfekter, gleitender Übergang eben. Der jetzt schon ganz viel Lust auf den 1. Schultag macht. Also: Tschüss Kindergarten und Hallo Schule! Heike Kossdorff

Kauf‘ online und tue Gutes g E nde April erreichte die Schule wieder eine Abrechnung vom shop2help.net. In dieser heißt es, „in letzter Zeit sind über shop2help. net einige Umsätze zu Gunsten Ihrer Organisation ‚Rudolf-Steiner-Schule Wien-Mauer‘ generiert worden. Wir freuen uns, Ihnen Ihre Provision in den nächsten Tagen überweisen zu können!“ Das freut uns natürlich auch! Wir danken an dieser Stelle all jenen herzlich, die in den vergangenen Monaten über diesen Weg zugunsten unserer Schule im Internet einkauften. Und wir freuen uns über weitere Online-Einkäufe (z.B. Amazon.at, Vikking, Universal u. v.m.) zugunsten unserer Schule! Am einfachsten geht es über unsere SchulWebsite www.waldorf-mauer.at Über die Navigation „Uns unterstützen“ im Kopf der Seite geht es direkt zu unserem Portal auf shop-

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2help.net. Von dort einfach bei den diversen Anbietern einsteigen und das, was gesucht wird, online bestellen. Vom Umsatz geht dann automatisch via shop2help. net ein Anteil an die Rudolf Steiner Schule. Also: Online Einkaufen, uns „nebenbei“ unterstützen! Danke für Ihren Einkauf :) Die Steiner-Schule bei seinen Besorgungen zu unterstützen geht allerdings auch „analog“. Etwa bei der „Goldmarie“ von Frau Wolle oder in der Paracelsus-Apotheke in Mauer oder der Mariahilf-Apotheke in Liesing. Einfach beim Zahlen sagen, dass man die Steiner-Schule unterstützen will. Nähere Informationen dazu unter www.waldorf-mauer.at/uns-unterstuetzen/ Matthias Berke, Roman David-Freihsl

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Findet heraus, was ihr wirklich wollt…

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or mir auf meiner Schreibtischunterlage steht: Diakoniekrankenhaus, Abt. P 32, Zimmer 207, Rosenbergstr., Stuttgart. Dort habe ich Johannes Matthiessen zum letzten Mal am 8. Juli getroffen. „Komm“, hatte er mir am Telefon gesagt, „wir haben viel zu besprechen.“ – 24 Tage später, am 1. August hat er die Erde verlassen. Doch stimmt das? In einem Brief vom 23. April d. J. schrieb er mir, „Ich will noch üben – jetzt schon so zu arbeiten, dass ich im nächsten Lebensraum, im sogenannten „Drüben“ weiterarbeiten kann – an der Heilung der Erde.“ Darüber sprachen wir dann - und wie man den Kontakt weiterpflegen kann. „Lass uns noch austauschen, was sich austauschen will, weil plötzlich keine Möglichkeit mehr dafür besteht. Zack! Kann‘s plötzlich weg sein! Und die Kommunikation mit Drüben gelingt uns noch kaum…“

Wie lange hat Johannes daran geübt? – Nicht erst seit dem Ausbruch seiner Krankheit im Jahre 2011. Nach seiner Wiener Zeit (1983-89) – während der er hoch geschätzter Lehrer für den Kunstunterricht in der Oberstufe der Rudolf Steiner-Schule/Mauer gewesen war und viele Klassen auf ihren Kunstexkursionen begleitet hatte – trafen sich Johannes, Christian Hitsch (sein Vorgänger) und ich zwischen 1993 – 95

I

1) C. Hitsch, J. Matthiessen, T. Richter (1995): Die Kunst als Quelle der Pädagogik. Annäherung an ein Erziehungsideal. Ein Gespräch, Stuttgart, S. 69

WAM – in Freiheit entlassen

n Mauer entsteht endlich ein AlumniVerein – für ehemalige Schüler, aber auch ehemalige Schülereltern und Ex-Lehrer der Rudolf Steiner-Schule Paul Langfelder und Matthias Köck waren hartnäckig geblieben. Das erste Mal stellten sie Ihre Frage noch als Schüler der 12. Klasse: „Gibt es da nicht den Plan, einen Ehemaligenverein zu gründen?“

Inzwischen ist einige Zeit vergangen und ist einiges vorangegangen: Die beiden absolvierten mit Bravour ihre Matura, begannen mit ihrem Studium an der Wirtschaftsuni – aber die eine Frage blieb immer die gleiche und wurde bei jedem zufälligen Treffen immer wieder gestellt: „Was ist jetzt mit dem Ehemaligenverein?“ Bis es in diesem Frühjahr endlich soweit war: Ein erstes Zusammensetzen – natürlich im Gösserbräu, wo sonst? Paul, Matthias, dazu wir Schülerväter Andreas Lernpeiss und meine Wenigkeit beratschlagten, wie ein Angebot an die vielen Ehemaligen unserer Rudolf Steiner-Schule aussehen, wie es organisiert und auf die Beine gestellt werden könnte. Und so beharrlich Paul und Matthias waren, 30 |

an verschiedenen Orten zu sogenannten Werkstattgesprächen: Die Kunst als Quelle der Pädagogik, darum ging es. Und ein Gespräch stand unter dem Thema: Der Herbst, oder: Was wird frei im Tod? Darin erzählte er, woran er gerade (1993) arbeite: an der Frage Die Situation der modernen Kunst – oder: was macht der Gärtner im Winter? „Mir scheint das eine ganz stark in der Zeit liegende Frage zu sein. Auf allen Gebieten wurde eigentlich hingearbeitet auf das Aufblühen, auf das Wachsen, auf das Zunehmen, auf den Profit … 1) Jetzt aber gehe

so effizient sind sie nun auch bei den weiteren Schritten. Inzwischen stieß auch Simon Egger zum Team, wurden die Eckpfeiler besprochen auch schon ein Name gefunden und mit einem passenden Zitat Rudolf Steiners verbunden: Waldorf Alumni Mauer WAM – in Freiheit entlassen Folgendes ist unter anderem geplant: • Der Alumni-Verein soll nicht nur für ehemalige Schüler, sondern auch für ehemalige Schülereltern und Ex-Lehrer offen stehen. • Es sollen nicht nur regelmäßige Abende für einen Austausch der Erfahrungen samt kurzen Präsentationen und Snacks – sondern gelegentlich auch größere Events organisiert werden. • WAM wird sich mit einer Homepage und einem Facebook-Auftritt präsentieren. • In einem internen Bereich der Homepage können jene Ehemaligen, die dies wünschen, Daten für mögliche Vernetzungen bekannt geben. • Weiters sind ein Folder und andere Publi-

kationen in Planung. • Die Mitgliedsbeiträge werden direkt nach dem Schulabschluss mit einem symbolischen Beitrag beginnen und dann in den nächsten Jahren bis zu einer Obergrenze von jährlich zwölf Euro ansteigen. Derzeit ist die rechtliche Vereinsgründung in Vorbereitung – nach der konstituierenden Generalversammlung werden dann die oben beschriebenen Schritt für Schritt umgesetzt. Die Fortschritte werden auf der Schulhomepage www.waldorf-mauer.at bekannt gegeben – beziehungsweise in der Folge auf der eigenen Hompage/Facebookseite und im direkten Kontakt. Auf der Schul-Homepage können unter dem Menüpunkt „Ehemalige“ bereits jetzt Kontaktdaten bekanntgegeben werden. In diesem Formular können auch all jene, die sich bei WAM mit engagieren wollen, dies unter „Nachricht“ bekannt geben. Roman David-Freihsl für die WAM-Initiative MoMent Sommer 2015


Zum Gedenken an Johannes Matthiessen, 10. Dezember 1946 – 1. August 2015 es um Involution, die in die Schulung, in die Erziehung, in alle mögliche Bewegungen der Kultur hineingenommen werden müsse. „Wenn wir diese Lektion lernen, können wir uns weiterentwickeln, weil wir uns nicht gegen die Gesetze des Lebens stemmen.“ 2) Die Gespräche selbst begleitete Johannes immer wieder mit Skizzen und so entstand eine zum Thema Information, Sterben (Tod), Exformation, Auferstehung. Für ihn war das eine „Grundfigur des Dialogs, der Verbundenheit zwischen

Mensch und Natur wie auch zwischen Mensch und Mensch.“ 3) Den Dialog mit Schülern, mit Künstlern, Wissenschaftlern, Arbeitern, Studenten liebte Johannes außerordentlich – er war ein wirklicher Zeitgenosse – und diese Liebe führte ihn fast über die ganze Welt. Vielfach war der Anlass der, auch den Dialog mit Mutter Erde zu pflegen und ihr durch schöpferisches Handeln in Kunstprojekten Achtung und vor allem Heilung zukommen zu lassen, gerade dort, wo ihr durch den Menschen Schwächung, Missachtung und Tod zugefügt worden waren. „Der Zustand der Erde ist insgesamt so miserabel, dass wir gar nicht anders können, 2) a.a.O., S. 70 3) a.a.O., S. 46

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als ihn wahrzunehmen und mitzugestalten… Die Natur wächst langsam, sie ist geduldig. Das Entwickeln von Geduld ist enorm wichtig, wenn ich Kinder unterrichten will. Ich bin überzeugt, dass dieser Teil des erdpflegerischen Impulses als Teil des Sozialimpulses, als Teil der sozialen Kunst immer wichtiger wird in den Schulen, damit sich die Entfernung von Kopf zur Erde verringert… Und er hat auch einen tieferen Bezug zur Ästhetik Rudolf Steiners, der im Innersten die Kunst als eine Fortsetzung der in der Natur wirkenden, in der Natur schaffenden und bildenden Kräfte sah. Diese Kräfte gilt es in Erfahrung zu bringen, aufzugreifen und in einer erhöhten Art und Weise in der Kunst fortzusetzen. Ich arbeite ja bei den Kindern auch im weitesten Sinne mit Naturkräften, die in ihnen vorhanden sind. Aber auch das, was hinter der Natur steht, die geistigen Kräfte sind wirksam.“ 4) Dann fügte er dem Buch, das aus diesen Werkstattgesprächen entstand, ein Aquarell hinzu, das wie eine erste Vorwegnahme auf das gesehen werden kann, was er mir am 23. April geschrieben hatte: jetzt zu üben, dass er im „Drüben“ , in der Werkstatt Gottes, an seinem großen Werk weiterarbeiten kann.

Bei diesem letzten Gespräch am 8. Juli in Stuttgart, wo wir noch eine kurze Zeit im Krankenhausgarten saßen, trennten wir uns so, dass ich ihn fragte, was er mir als das Wichtigste mitgibt, das ich den Freunden, von denen ich ihm Grüße gebracht hatte, sagen darf? Unmittelbar und ohne zu zögern kam es: Findet heraus, was ihr wirklich – wirklich wollt. Hört darauf und handelt danach! Das führt mich nochmals zurück zu einem unserer Werkstattgespräche, wo das Thema um die Frage kreiste, ob es so etwas wie eine Aufgabe, eine Pflicht, für den Menschen gäbe, etwa die, „zu werden“? Johannes entgegnete darauf: „Seinen Weg, seinen Auftrag zu finden, das ist mit diesem Werden gemeint! Worauf gehe ich zu? Mir kommt da das Bild vom ägyptischen Pharao in den Sinn, der bei der Prozession von Ost nach West einen axialen Weg durch den Tempel beschritt, wobei Tür für Tür immer weniger Licht einfiel. So gelangte er in immer dunkler werdende Räume, bis er ganz zum Schluss in den dunkelsten Raum kam, wo dann eine Goldstatue, die ihn selbst darstellte, das Licht auffing. Er ging in die dunkele Erde hinein, aber auf sich selbst zu, auf seine eigene im Dunkel aufleuchtende Aufgabe oder, anders ausgedrückt, auf sein Urbild.“ 5)

In großer Dankbarkeit für alles, was wir gemeinsam machen konnten und ich durch dich lernen durfte, lieber Johannes, Dein Tobias

4) a.a.O., S 114f

5) a.a.O., S. 59

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Die Waldorf Kindergruppe in der Schembergasse 13 feiert Geburtstag! Fünf Jahre sind wir nun schon alt, zwar noch keine kosmischen sieben, aber immerhin schon handfeste 5 Jahre gibt es unsere kleine Kindergruppe. Als wir – Susanne Chiu und Eva Fuchs – im Herbst 2010 die neue Gruppe eröffneten, brachten wir schon viele Jahre gemeinsame Erfahrung aus dem Waldorfkindergarten mit. Vieles was wir dort gesehen hatten, wollten wir fortführen, manches vielleicht auch etwas anders gestalten. Mit viel Freude und Elan begannen wir das neue Projekt. Schon recht bald zeigte uns die bunt gemischte Kinderschar – die Jüngsten waren etwas über 1 Jahr, die Ältesten bald 6 Jahre alt – dass wir unser „Programm“ nicht wie jahrelang gewohnt, durchziehen konnten. Wir standen vor der Aufgabe, Altes und Gewohntes zu überdenken und die Pädagogik neu zu greifen. Durch die große Altersmischung ergab sich ein ganz anderes Miteinander. Für uns und für die Kinder galt es die ganz verschiedenen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes wahrzunehmen und diesem genügend Raum zu geben: z.B. wurde das Spiel vielleicht ein bisschen zu laut für ein jüngeres Kind so baten wir deshalb (!) die anderen Kinder ein bisschen leiser zu sein. Anderseits wollten die Älteren eine große Tankstelle mit allem Drum und Dran aufbauen, baten wir die Kleinen, vielleicht auf der anderen Seite zu spielen - oder sie können aber auch fragen, “darf ich mitspielen?“ – allerdings gilt es dann auch, ein „Nein“ zu akzeptieren. Ein großer Teil unserer Aufgabe ist eine Art Moderation zwischen den Kindern, viele Kleine im Alter des Spracherwerbs brauchen da auch ganz konkrete sprachliche Unterstützung. Diese respektvolle Haltung jedem Kind gegenüber ist uns gut gelungen, einer von unseren Großen brachte es einmal auf den Punkt: „hier in der Kindergruppe sind wir alle Freunde!“ Nach 5 Jahren können wir rückblickend erkennen, wie viel an sozialer Kompetenz in jedem Kind steckt, voraus-

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gesetzt es fühlt sich sicher, geborgen, verstanden und kann sich an den Erwachsenen durch Vorbild aber auch durch Orientierung gebende Gespräche entwickeln. Wir sind immer wieder ganz gerührt, wenn zum Beispiel ein 6jähriges Vorschulkind neben einem 2jährigen Kleinkind in die Hocke geht und mit zarter Stimme fragt: „Soll ich dir dein Schmusehündchen bringen?“. Aber schauen wir zurück zum Anfang: 2008 beschloss ich, mich nach 13 Jahren Waldorfkindergarten in der Marktgemeindegasse zu verändern. Eigentlich wollte ich als Tagesmutter weitermachen, doch bald kamen so viele Anfragen, dass wir mit den Eltern gemeinsam die Gründung einer Kindergruppe beschlossen. Das passende Häuschen mit Garten in Mauer war bald gefunden. Nun folgten die notwendigen Kontakte mit dem Magistrat, Begehung, Auflagen, Umbaupläne, Ansuchen, Einreichungen – und warten. Ich glaube, jedes Projekt, das Gelingen will, muss in der Startphase durch einen Nullpunkt gehen, so auch wir. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: wir konnten das Häuschen beziehen, wir bekamen die Startfinanzierung zugesprochen, die Handwerker warteten schon in den Startlöchern und nach nur 2 Monaten hatten wir alles soweit fertig, das wir im Oktober 2010 die Kinder empfangen konnten. Seither läuft die Kindergruppe: wir haben täg-

lich von 7.30 bis 15.30 geöffnet, 16 Kinder gehen bei uns aus und ein, es wird gespielt, gekocht, gebacken, gemalt, gesungen, getanzt, gearbeitet, gefeiert, 1x pro Woche gibt es Eurythmie für alle, 1x pro Woche eine Vorschulstunde für die Großen – 3 unserer Vorschulkinder besuchen heuer die erste Klasse der Waldorfschule ! Der Freitag ist bei uns ein besonderer Tag, da gehen wir hinaus aus dem Kindergarten, meistens in den Wald, manchmal nach Schönbrunn, immer wieder einmal zu einem Konzert in den Musikverein und wenn es ganz kalt ist auch mal ins Naturhistorische Museum, da kann man die Tiere ganz genau anschauen! Freitags kochen die Eltern abwechselnd für uns und wenn wir dann mittags „nach Hause“ kommen, wartet das Beste aus Mamas oder Papas Küche inklusive reichlich Nachspeise auf uns! Das ist jedesmal ein Fest und für das jeweilige Kind etwas ganz Besonderes. Nach diesen ersten wirklich wunderschönen 5 Jahren freuen wir uns schon auf die nächsten Jahre – das Häuschen zumindest ist uns sicher! Leider können wir keine freien Plätze anbieten, trotzdem veranstalten wir im Herbst einen Tag der offenen Türe, dazu laden wir euch alle ganz herzlich ein: Freitag 16. Oktober 15.00 – 17.30 1230 Wien, Schembergasse 13 Eva Fuchs & Team

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MÄRCHENBÜHNE DER APFELBAUM POST: 1070 Wien, Burggasse 28 – 32/2 BÜRO: 1070 Wien, Kirchengasse 41 THEATER: DAS OFF THEATER, 1070 Wien, Kirchengasse 41 BÜROZEITEN: werktags Di – Fr 9:30 – 13:30 Uhr T: +43 1 523 17 29-20 apfelbaum@maerchenbuehne.at http://www.maerchenbuehne.at

Dornröschen 4+ Gebrüder Grimm Ein König und eine Königin wünschen sich ein Kind. Als sich ihr Wunsch erfüllt, geben sie ein großes Fest und laden nicht nur alle Freunde und Bekannte, sondern auch zwölf weise Frauen des Landes dazu ein. Die dreizehnte Fee, die nicht eingeladen wird, rächt sich und verwünscht die Königstochter. An des Mädchens fünfzehnten Geburtstag tritt das Vorhergesagte ein und die Königstochter fällt in einen 100jährigen Schlaf. Eine Dornenhecke wächst um das ganze Schloss. Als die 100 Jahre vergangen sind, kommt ein Königsohn, um Dornröschen zu wecken und die Dornenhecke beginnt zu blühen.

SA 26.9. SO 27.9. SA 3.10. SO 4.10. FR 9.10. anschließend Tanz SA 10.10. FR 16.10. anschließend Tanz SA 17.10. Aufführungsbeginn: 16:00

Die Karten sind ausschließlich im Vorverkauf im Theater, Kirchengasse 41, 1070 Wien an Aufführungstagen von 15:00 – 17:00 an der Tageskassa und werktags Freitag von 10:00 – 13:00 im Büro erhältlich.

Kirchengrün gegen Hitzeinseln Die Filialgemeinde Wien-Süd der Wiener Christengemeinschaft hat die zweite Ausbaustufe der Johanneskapelle geschafft Ein Jahr ist es erst her, dass der Bau der Johanneskappelle – das „Kirchlein am Berg“, wie es inzwischen auch genannt wird – errichtet werden konnte. Diesen Sommer gelang nun die zweite „Ausbaustufe“ und ein ganz schöner Brocken an wichtiger Ergänzungsarbeiten konnte realisiert werden. Zunächst bekam die Johanneskapelle auf ihrer großen, flacheren Dachfläche eine von Patrik Kames geplante und durchgeführte Isolierung und Dachbegrünung. Im Fachchinesisch wird dies „reduzierte extensive Dachbegrünung“ genannt: die Humusschicht ist möglichst dünn und es wurden Steinbrechgewächse gesetzt, die sich dort oben nun vermehren mögen. So ist die zusätzliche Last möglichst gering – aber der Kühlungseffekt durch diese Dämmung bereits sehr deutlich bemerkbar (und das hieß etwas in diesem Sommer…). Ergänzt durch eine Regenrinne und zwei große Regenwassertonnen ist unser „Regenwassermanagement“ nun perfekt. Der weit größere Brocken war allerdings die Gartengestaltung: Von Imme Winter koordiniert, von Antje Weh geplant und betreut

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und von der Fima Blattform durchgeführt, entstanden die Zugangswege im Garten und neue Rasenflächen – im Herbst sollen die weiteren ergänzenden Pflanzungen folgen. Auch hier wurden die Wege übrigens so gestaltet, dass keine Fläche versiegelt wurde und das Regenwasser am Grundstück versickern kann. Genau solche Maßnahmen – wie Dachbegrünung und derartige Wege – werden übrigens von Experten inzwischen empfohlen, um angesichts des Klimawandels die Bildung von „Urbanen Hitzeinseln“ zu verhindern. Versiegelte Flächen wie Asphaltwege oder blanke Dächer heizen sich extrem auf – während viel Grün und unversiegelte Wege eher für Kühlung sorgen.

Die nächsten Termine sind (ab sofort jeweils Sonntags): 13. und 27. September sowie 11. und 25. Oktober: Sonntagshandlung für die Kinder (9:45 h) und Menschenweihehandlung (10:30 h). Seit Schulbeginn wird nun auch wieder jeden Donnerstag um 9 Uhr die Menschenweihehandlung zelebriert. Roman David-Freihsl Die Christengemeinschaft Wien-Süd Johanneskapelle in der Rudolf Waisenhorngasse 41, 1230 Wien Ein Newsletter kann unter cg _ wiensued@gmx.at bestellt werden.

Das Gras ist inzwischen wunderbar angewachsen – Bewässerungseinsatz und Wasserverbrauch waren in diesem Jahrhundertsommer natürlich enorm – und die Filialgemeinde Wien-Süd kann in neuem Gartenrahmen und „wohlbedacht“ wieder in den Herbst starten – auch der von Herrn Böhm wunderbar gestaltete und maßgestischlerte Sakristeikasten ist inzwischen fertig.

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Achtung! Neue Öffnungszeiten! Jetzt auch Spielzeug erhältlich!

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Flohmarkt – alles für Kinder und Jugendliche! Wir, einige Eltern aus der Schule, haben uns zusammengefunden um jährlich am Anfang des Schuljahres (Oktober) einen Flohmarkt „Alles für Kinder und Jugendliche“ zu organisieren. Wir kennen das alle viel zu gut: viele gebrauchte Sachen, die sehr oft noch im guten Zustand sind und weiter einen guten Dienst leisten könnten, bleiben ungenutzt und eingesperrt in den Schränken und Kellern und hoffen sehnsüchtig nach neuem Leben bzw. ein neues Zuhause, wo sie wieder Freude bereiten könnten. Nicht zuletzt freut man sich selbst auch, durch die Trennung von manchem Alten, wieder mehr Licht und Raum zu schaffen. Unser erster Flohmarkt findet am Samstag, den 10. Oktober 2015 in unserer Schule statt. Es wäre toll, wenn ihr, liebe Eltern und liebe SchülerInnen, die Sommerferien nutzen würdet, um alles was ihr nicht mehr verwendet, was aber für ein anderes Kind oder Jugendlichen von Interesse sein könnte, zusammen zu suchen, um es an einem eigenen Stand beim Flohmarkt der Schule anzubieten. Die Sachen können dann günstig weitergegeben, getauscht oder gar verschenkt werden. Wir hoffen dabei gemeinsam mit euch einen guten Beitrag für unsere Umwelt zu leisten.

Bitte beachtet bei der Auswahl eurer Sachen die folgenden Punkte: • Nur Artikel anbieten, die für Kinder und Jugendliche relevant sind (z.B. Kleidung, Schuhe, Sportartikel, Bücher, Spiele…) • Die Artikel sollten im guten Zustand sein (kein Ramsch!) • Keine neue Ware (auch nicht selbst gemachtes, gebasteltes…) Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr dieses Vorhaben durch eure Teilnahme unterstützen würdet. Wir bitten euch, bei Interesse an einem Stand, euch mit uns in Verbindung zu setzen. Alles Liebe und einen schönen Schulbeginn wünscht euch, ihr Flohmarkt-Organisations Team: Ika Baumgartner, Nikolaus Kramer, Peyman Alaei Kontakt: flohmarkt113@hotmail.com

Profile for Karl Hruza

Moment Sommer 2015  

MoMent - Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

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