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Jahresheft 2015/2016 MoMent Sonderausgabe

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Herbst 2016


2 _ Das neue Jahresheft

Jahresheft 2015/2016 der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer MoMent Sonderausgabe

Worüber berichten wir Das neue Jahresheft Roman David-Freihsl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 3 Das Vermessungspraktikum der 10. Klasse, Holger Finke. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 4 Einmal Mariensee und retour Das Forstpraktikum der 10. Klasse 2015, Evi Myska. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 6 Eine Epoche geht zu Ende – was bleibt? Elisabeth Platzer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 12 „Die Grundlage der Welt ist nicht materiell, sondern geistig.“ Vortrag anlässlich des Finanz-Elternabends am 11. März 2016, Holger Finke. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14 In Gedenken an Eff Trierenberg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 17 Ka Geld – ka Unterrichts-Musi Zur Gewinn- und Verlustrechnung der Schule. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schuljahr 2015/16. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 20 Die erste österreichweite WaldorfschülerInnentagung in Salzburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22 Waldorf Alumni Mauer, Roman David Freihsl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 24 Die 1. Klasse 2016/17. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26 Die 12. Klasse 2016 und ihre Abschlussarbeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 28 Kunststück „Schulneubau“ „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“, Wilfried Oschischnig. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 30 Was wird auf „113“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 34

Impressum:

Verlagspostamt: 1230 Wien

Medieninhaber, Verleger, Herausgeber:

Zulassungsnummer: 13Z039641 M

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer,

Mitarbeiter:

mit freundlicher Unterstützung der VFWG

Roman David-Freihsl E: roman.freihsl@gmx.at

(Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft)

Karl Hruza E: karl.hruza@waldorf-mauer.at

Absender: 1230 Wien, Endresstraße 100,

Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien,

office@waldorf-mauer.at

aus umweltfreundlicher Druckproduktion


Das neue Jahresheft _ 3

Das neue Jahresheft –

MoM, Sept/Okt 2010

besondere MoMente eines Schuljahres

Liebe Freunde unserer Schulzeitung MoMent, es ist an der Zeit, ein neues Kapitel in der Serie unserer Pub-

Dankenswerterweise hat sich der Vorstand des Schulverei-

likationen für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer aufzu-

nes bereit erklärt, dieses neue Jahresheft zu finanzieren. Das

schlagen. Um unser MoMent beneiden uns alle anderen Wal-

bedeutet allerdings gleichzeitig, dass wir angesichts der ange-

dorfschulen Österreichs. Es gibt keine andere vergleichbare

spannten finanziellen Situation darauf achten müssen, die üb-

Schulzeitung in diesem Umfang und mit dieser Qualität. Das

rigen Ausgaben unserer Schulzeitung MoMent auf eine selb-

MoMent bietet ein Niveau, das wir in erster Linie den vielen

ständige, solide finanzielle Basis zu stellen.

Beiträgen verdanken, die wir für jede Ausgabe zur Verfügung gestellt bekommen! Gelegentlich liegen uns in dieser Vielfalt allerdings auch Ar-

Aufrufe zur finanziellen Hilfe animierten zwar immer wieder Spender – denen hier ein herzliches Dankeschön gilt! Doch brachten die Ergebnisse immer nur eine vergleichsweise kurze

tikel vor, die trotzdem noch herausstechen: Die nicht nur unser

Erleichterung. Daher schlug der Trägerverein Verein zur Förde-

Schulleben abbilden, sondern darüber hinaus noch mehr ver-

rung der Waldorfgemeinschaft (VFWG) vor, die Elternschaft der

mitteln – sie gehen in die Tiefe und verdeutlichen, was das Be-

Steinerschule zu bitten, pro Monat einen Euro für die Finanzie-

sondere an unserer Schule ist.

rung der Schulzeitung einzuzahlen.

Gleichzeitig nahmen wir einen Mangel wahr: Seit einigen

Die ersten Reaktionen zu diesem Modell sind höchst erfreu-

Jahren schon gibt es keine veröffentlichte Dokumentation un-

lich und vielversprechend. Ob dieser Schritt tatsächlich gelingt

serer Schulhistorie mehr. Welche LehrerInnen unterrichteten in

– ist allerdings ein Thema für das neue Schuljahr, über das wir in

diesem Schuljahr, welche Themen hatten die SchülerInnen der

den nächsten regulären MoMent-Ausgaben berichten werden.

12. Klasse für ihre Abschlussarbeiten gewählt, wie sah es mit den Finanzen aus, wie steht es um die Schulbaupläne – welche besonderen Projekte und Initiativen gab es … Beides wollen wir in diesem Jahresheft vereinen: die Doku-

Zunächst aber freuen wir uns, das neue Jahresheft der Schulgemeinschaft zur Verfügung stellen zu können, danken vielmals den Autorinnen und Autoren der Beiträge – und wünschen viel Freude und Anregung beim Durchblättern und

mentation der nüchternen Fakten auf der einen – und die be-

Lesen. Dies wird auf jeden Fall gelingen, denn die nächste Mo-

sonderen pädagogischen Ansätze und Entwicklungen auf der

Ment-Ausgabe ist auch dank einiger neuer Inserenten finanziell

anderen Seite.

bereits abgesichert. Diesen neuen – und auch den „alten“, treu-

Dokumentierende Jahreshefte gab es bereits in früheren

en Inserenten sagen wir ein herzliches Dankeschön.

Jahren an unserer Schule – in anderem Format und in anderer

Herzlichst,

Gestaltung. Dass es nun gelungen ist, diese Momentaufnahmen

Roman David-Freihsl

eines Schuljahres neu zu greifen, dafür gilt allen voran vor allem Karl Hruza größter Dank! Er verfolgte beharrlich die Idee und veredelte sie in der nun vorliegenden Form.


4 _ Pädagogik

Das Vermessungspraktikum der 10. Klasse Verfasst 1998 von Holger Finke Fotos: M. Reifner (Herbst 2015)

Die Landkarte ist ein Kulturmittel der Neuzeit. Im Mittelalter

Diese Aufgabenstellung bedeutet praxisorientiertesten Un-

war die Erde geodätisch nicht erfasst. Exakte Messungen, so

terricht. Die Schüler lernen in Gruppen von 3 bis 6 Teilnehmern

teilt uns Anita Albus in ihrem Buch „Die Kunst der Künste“ mit,

die zentralen Maßmethoden kennen. Längenmessen, Winkel-

gab es bis zum Ende des 14. Jahrhunderts nur auf den Portu-

messen, Höhenmessen und Koordinieren (Kleinvermessung).

lankarten – den Segelanweisungen der Küstenschifffahrt. Des

Die Bedienung der zum Teil komplizierten optischen Geräte

Weiteren führt sie uns einen bemerkenswerten Fall spätmittel-

erfordert Geduld, technische und manuelle Geschicklichkeit.

alterlicher Weltsicht vor Augen:

Wer das Know-how nicht mitbringt und das sind die wenigs-

„Fünfhundertdreißig Jahre bevor der Satellit ‚Lunar Orbiter‘ die ersten Bilder der leuchtenden Erde am Himmel des Mondes aus der eisigen Lebensferne des Alls funkte, malte Jan van Eyck

ten – muss es sich bis zu dem benötigten Grad erwerben – das schaffen die meisten. Die effektive Anwendung der Messverfahren ist an ein Ge-

ein kosmisches Panorama, ein Bild der Welt aus der Flugpers-

spür für die realen Gegebenheiten der Landschaft gebunden.

pektive, auch Vogelschau genannt.

Der Blick für das Gelände – was und wie messe ich darin, welche

Kein Vogel könnte so hoch fliegen, dass seine Sicht drei Kon-

Ergebnisse sind sinnvoll? – erfährt eine Verfeinerung. Sodann

tinente umfasste wie auf dem Eyck‘schen Bild, und jedem Blick

resultiert jedes Messgerät und jedes Messverfahren aus einer

aus dem Flugzeug schrumpft die Landschaft zu geometrischen

mathematischen Überlegung. Diese werden, tagsüber ange-

Mustern zusammen, bis selbst dieses Flickwerk sich unter der

wendet, in den abendlichen Unterrichten besprochen.

Ödnis endloser Wolkenbänke der Wahrnehmung entzieht. Ge-

Aus der Fülle aller Messdaten entsteht Mosaikstein für Mo-

birgszüge, Hügel, Wälder und Meere, Städte, Flüsse, Straßen

saikstein das Kartenblatt, welches jeder Schüler zeichnet. Den

und Seen hat der Hofmaler und Kammerdiener des Herzogs

Fall, dass sich alle Mosaiksteine auf Anhieb ineinander fügen,

von Burgund mit topographischer Genauigkeit in einer Optik

hat es noch nicht gegeben. Also müssen Messdaten fehlerhaft

wiedergegeben, die der unmöglichen Gleichzeitigkeit von Nah-

sein. Nun gilt es durch Kombinieren den Entstehungsort des

und Fernsicht entspricht. Fernrohr und Mikroskop waren noch

Fehlers ausfindig zu machen. Diejenige Gruppe, die verant-

lange nicht erfunden.“

wortlich ist, geht erneut ins Gelände, überprüft und korrigiert die Messergebnisse.

Wir sind Kinder unserer Zeit und sehen daher anders in und

Schließlich ist das Bild von einem Fleckchen Erde fertig und

auf die Welt als der altniederländische Maler Jan van Eyck

damit im Ansatz ein Teil der Geometriearbeit nachvollzogen,

(1390 – 1441).

wie wir sie heute bei der Erstellung von Wander- und Straßen-

3 bis 4 Theodoliten, 3 Nivelliergeräte, ca. 50 Fluchtstangen,

karten für den Verkehr, von Kataster-, Stadt- oder Gemeinde-

einigen Messlatten, etwa 10 Maßbänder, 6 Winkelprismen und

plänen für die Verwaltung, von geologischen Bodennutzungs-

diverses Zubehör zählen zur Ausstattung, wenn sich die jeweils

oder Bodenqualitätskarten für ökonomische und ökologische

10. Klasse für 11 Tage ins Vermessungspraktikum begibt. Der

Fragen benötigen.

Auftrag an jeden Schüler lautet: Zeichne eine exakte Karte vom Vermessungsgebiet im Maßstab 1:1000, die alle Besonderheiten wie Häuser, Straßen,Wege, Zäune, Stromleitungen, Seen, Bäche enthält.


Die sogenannte mappa mundi (Weltkreiskarte) van Eycks ist verschollen. Es gibt allerdings eine genaue Beschreibung dieses Bildes von einem Zeitgenossen van Eycks, dem Genueser Humanisten Bartolomeo Fazio, der Geschichtsschreiber und Sekretär des Königs von Neapel, Alfons V. von Aragon, war. In seinem kleinen Buch De Viris Illustribus bezeichnet Fazio 1456 die Weltkreiskarte als das vollkommenste Werk seiner Zeit. Fazios Beschreibung des Bildes in lateinischer Sprache hat der Kunsthistoriker Erwin Panofsky in Early Netherlandish Painting, Harvard University Press 1953, vollständig abgedruckt. Auf diesen Text bezieht sich Anita Albus.

Pädagogik _ 5


6 _ aus der Praxis

Einmal Mariensee und retour Das Forstpraktikum der 10. Klasse 2015 Text: Evi Myska Fotos: Camillo Arbter

Fr., 25.09.2015, mittags. Abfahrt Wien.

Die Marienseeer Schwaig

in Rekordzeit zurücklegen wollen. Zwischen den eingewinter-

Franziska Heller-Meixner setzt den Blinker und steuert das ge-

ten Sommerhäusern der Großstädter sagen sich Fuchs und Hase

liehene Allradfahrzeug (der „Lada“) mit Pferdehänger souverän

gute Nacht.

und ruhig Richtung Autobahn. Sorgen machen sich bei mir breit

Die entspannte Atmosphäre wird nach kurzer Zeit drückend.

– haben wir etwas vergessen? Noch sind wir hier. Ich gehe hek-

Am Holzlagerplatz angekommen organisiert sich der Konvoi neu

tisch die Listen im Kopf und auf dem Block durch. Nein – sollte

– nun verlassen wir befestigte Wege und biegen auf die Forst-

alles dabei sein.

straße ein. Franziska meistert die Situation nach wie vor souve-

Vor drei Jahren habe ich die Betreuung des Forstwirtschafts-

rän – mit Untersetzung und 15km/h kämpfen wir uns die Stre-

praktikums übernommen. Eine Woche in den Bergen, auf einer

cke hoch. Die Männer hinter uns werden nervös und sparen bei

Selbstversorgerhütte mit dreißig 16-jährigen schien mir ein in-

den zahlreichen Stopps nicht mit guten Ratschlägen.

teressantes Abenteuer zu sein.

Franziska bleibt souverän.

Die letzten beiden Wochen haben ihre Spuren hinterlassen

Herr Schenker, unser wohlwollender Gastgeber (in 2. Generati-

– zu den üblichen Vorbereitungen für das Praktikum kam, dass

on!) hat uns bereits gesagt, dass die Forststraßen frei und be-

uns kurzfristig die Fördergelder für unser Projekt gestrichen

fahrbar sind, also halten sich die Sorgen in Grenzen. Obwohl uns

wurden. 10 Tage vor der Abfahrt! Nach etlichen Behördengän-

Thomas fehlt, der als einziger den Aufstieg auswendig kennt,

gen und Bittgesuchen konnten wir aber doch noch Fördergel-

sind wir guter Dinge. Nach kurzer Zeit lege ich sogar den Plan

der akquirieren. Dank Klaus Zambra, unserem guten Geist in der

aus der Hand, weil mir die Worte von Karl Hruza wieder ins Ge-

Landwirtschaftskammer.

dächtnis kommen, als er mich vor drei Jahren bei meiner ersten

Kurz vor der Autobahnauffahrt ein Geistesblitz: Vignette! Das

Vorbereitung für das Praktikum unterstützte: „Im Zweifelsfall

fängt ja gut an. Aber binnen weniger Minuten haben wir auch

immer rechts, nur nach der langen Geraden musst du links rum“.

dieses Problem gelöst und reihen uns entspannt in den Freitag-

Deppensicher. Weise. Danke, Karl.

Nachmittagsverkehr der Südautobahn ein. Die Strecke ist an-

Bis auf die bekannten Steilhänge neben der Fahrbahn und gi-

genehm und unkompliziert. Ohne Radio erzeugt der Lada eine

gantische Schlaglöcher bleibt das Abenteuer erträglich. Thomas

spannende Geräuschkulisse, die mit der Zeit in jede Faser des

schickt eine Nachricht: „Windböen mit 100km/h am Wechsel.

Körpers übergeht und einen innerlich mitschwingen lässt. Net-

Haltet die Motorsäge bereit, um die Straße frei zu räumen“. Die

tes Auto. Minimalistisch. Funktionell. Russisch.

dunkle Sorgenwolke ist zurück.

Allgemeiner Treffpunkt in Aspang/Markt – zum Glück sind alle im selben Stau gesteckt und kommen gleichzeitig verspätet an. Ein fröhliches Hallo macht die Runde – sechs Schüler und zwei Väter bilden mit uns gemeinsam die Vorhut, um alles für die Ankunft der Klasse in zwei Tagen vorzubereiten. Thomas Link, unser Förster aus Deutschland, steckt in einem anderen Stau und kommt später direkt zur Hütte. Letzte Einkäufe werden getätigt. Weiter geht‘s. Die Strecke ändert sich – wir haben die hektische Zivilisation bereits verlassen und fahren in ein Tal ein. Es ist feucht. Es ist grün. Die Straßen sind unübersichtlich gewunden. Die Spannung steigt durch entgegenkommende Ortsansässige, die die Strecke


aus der Praxis _ 7

Evi Myska

Wir haben Glück. Die Straße ist und bleibt frei, und so er-

Abendessen. Alle sind müde und zufrieden. Und das ers-

reichen wir unser Zuhause für die nächsten acht Tage – die

te Mal an diesem Tag bin ich wirklich sorgenfrei – wir sind

Marienseer Schwaig auf 1500m Seehöhe, also umgerechnet

angekommen.

rund 400 Stockwerke höher als Wien. Ein geschäftiges Treiben

Thomas begleitet das Forstpraktikum als Fachtutor und Förs-

beginnt unmittelbar nach der Ankunft – hektisch wird ausge-

ter seit 20 Jahren. Er ist der Kopf und das Herz dieser Unter-

laden, eingeräumt, verstaut, eingeheizt und die Schlaflager

nehmung. Mit seiner ruhigen, nachdenklichen Art und seinem

vorbereitet. Alles vor Einbruch der Dunkelheit. Mit den vielen

energischen und idealistischem Wesen ist er vor Ort „die“ Res-

Helfern geht es dieses Jahr erstaunlich schnell.

pektsperson. Wenn er redet, hört man zu – man kann gar nicht anders.

Als das Abendessen leise am Holzherd vor sich hinköchelt,

Nachdem er die ersten 15 Jahre als eingespieltes Team mit

kehrt Ruhe auf der Schwaig ein. Die Abenddämmerung hat be-

Gottfried Pühringer in relativ stoischer Ruhe und Betriebsamkeit

reits eingesetzt. Die Schüler machen ihre ersten mutigen Un-

hinter sich gebracht hatte, haben die letzten fünf Jahre an ihm

ternehmungen im Umkreis der Hütte. Die Erwachsenen finden

gezehrt. Mehrfacher Personalwechsel von Seiten der Schule,

sich vor der Hütte ein – ein sorgenvoller Blick von allen auf den

ständiges Einschulen, Erklären, Koordinieren und überall gleich-

Hochwechsel. Dann die alljährliche Erkenntnis – hilft nix, keine

zeitig sein, weil sich eigentlich keiner dort oben richtig auskann-

Prognose möglich. Wir sind am Wechsel, und der macht seinem

te. Nachdem er in meinem ersten Jahr recht müde wirkte und

Namen alle Ehre. Eine dicke, schwarze Wolkendecke schiebt sich

des Öfteren etwas von „Pension“ und „Nachfolger“ murmelte,

über den Bergkamm und verspricht uns … nichts. Sonnenschein,

habe ich den Entschluss gefasst, ihn so lange wie möglich zu

Platzregen, Hagel, Windböen, die einen aus den Schuhen heben

halten. Ich habe mich doppelt angestrengt, herausfordernde

– alles ist möglich.

Aufgaben mit schlotternden Knien übernommen, Aufforstungs-

Trotz plötzlich eintretendem Platzregen, der uns Schutz in

flächen erkundet und bis tief in die Nacht die Köpfe mit Thomas

der Hütte suchen lässt, sind wir guter Dinge. Die ortsansässigen

zusammen gesteckt, um die alten Pläne, Aufzeichnungen und

Forstleute schickten uns mit guten Wünschen und der Beruhi-

das Gesamtunternehmen „Forstpraktikum“ zu erfassen und zu

gung, dass das Wetter sich im Laufe der Woche beständig hält

verstehen.

und sogar bessert, auf den Berg. Nicht ohne uns den guten Rat nachzurufen: „Ziagts eich worm au – koit is!“ Diese Aussage ins

Letztes Jahr stieß dann Franziska Heller-Meixner, unsere

Wienerische übersetzt: arktische Verhältnisse! Von angenehm

Biologielehrerin, zum fixen Kernteam des Forstpraktikums dazu

milden 26°C in Wien kommend, hat uns der Berg mit unge-

und machte die ganze Sache erst richtig rund. Wir arbeiten zu-

wohnten, klirrenden 3°C empfangen. 23°C Differenz in 2 Stunden

sammen, wie ein gut laufendes Uhrwerk – wir stellen die Schüler

– damit kämpft nicht nur der klimatisch verwöhnte Weinberg-

in den Mittelpunkt, sind uns manchmal harmonisch uneinig und

bewohner. Und wieder einmal macht sich die Sorge breit, ob die

funktionieren in dieser Dreier-Konstellation einfach wunderbar.

High-Tech Outdoorkleidung in drei Schichten auch dieses Jahr ausreichen wird.

Nach drei Jahren scheint sich Thomas auch an das neue Klima des Forstpraktikums gewöhnt zu haben – die „Mädels“ lachen

Pünktlich zum Abendessen erreicht uns auch Thomas nach

viel und reden noch viel mehr. Er hat meistens seinen Spaß mit

einer 11-stündigen Autofahrt. Er ist müde. Wir freuen uns aus-

uns, und wenn ihm der „Hühnerstall“ dann doch einmal zu viel

giebig und sind stolz, dass wir den Auftakt auch mal ohne ihn

wird, macht er ein Nickerchen. Überall. Zu jeder Tageszeit.

geschafft haben, aber trotzdem heilfroh, dass er endlich da ist – denn ohne Thomas geht da oben eigentlich nix!

>>


8 _ aus der Praxis

Franziska Heller-Meixner So., 27.09.2015, mittags. Treffpunkt Holzlagerplatz. 15°C

runter. 20°C Temperaturunterschied in 20 Minuten. Im nahe ge-

Temperaturunterschied in 20 Minuten. Wir sind bereit für die

legenen Ort bin ich vom hektisch zivilisierten Treiben (ich treffe

Ankunft der 10. Klasse in Begleitung von Stefan Albrecht. Die

fünf Menschen) und dem Gegenverkehr irritiert. Im Dunkeln, mit

Schüler der Vorhut haben beschlossen, den Abstieg laufend zu

drei munteren, lustigen Schülern im Gepäck, geht es den Berg

absolvieren. Nach 16 Minuten kommen sie an; wir sind mit den

wieder rauf. Rechts, rechts, Moment. Wo bin ich? Karls Wegbe-

Autos in 25 Minuten vor Ort.

schreibung ist toll – solange man am richtigen Weg ist.

Endlich kommt der Bus. Ich kenne weder die Klasse, noch hat-

Im Einheitsgrau der Dunkelheit versuche ich Wegschilder zu

te ich mit Stefan Albrecht engeren Kontakt vor diesem Prak-

finden. Plan lesen mit Taschenlampe. Umkehren im Blindflug.

tikum. Und trotzdem ist es erstaunlich, welch beruhigenden

Verzweiflung kommt hoch. Die Schüler singen im Kofferraum.

Effekt die Ankunft von 30 Jugendlichen haben kann! Das Aben-

Egal, nochmal runter und von vorne. Endloses Herumirren. Be-

teuer kann beginnen…

sorgte Anrufe aus der Hütte. Die Verzweiflung steigt. Die Schü-

Wieder ein freudiges Hallo. Unmengen an Gepäck und Le-

ler singen lauter im Kofferraum.

bensmitteln. Wir statten alle mit einer Aufstiegskarte aus und

Plötzlich ist er da – der große, weiße Quarzstein – meine

schicken sie los – sie werden in den nächsten 1,5 Stunden 700

Landmarke! Ich weiß, wo wir sind. Jubel aus dem Kofferraum.

Höhenmeter überwinden. Wir machen uns mit den voll bela-

Den zweiten Transport übernimmt Franziska. Im Hellen, aber

denen Autos auf den Weg – diesmal mit 10km/h. Hoffentlich

mit Umweg, weil die Forststraßen saniert werden und mit rie-

schaffen wir es vor der Klasse auf die Hütte.

sigen Schotterhaufen blockiert sind. Auch sie verfährt sich.

Oben angekommen gibt es erst einmal ein warmes Mittages-

Franziska bleibt gelassen. Nach einer kurzen Irrfahrt nimmt sie

sen, danach wieder reges Treiben. Ausladen, Einräumen, Schlaf-

die Haufen mit dem Auto – der Lada schafft das. Jubel aus dem

lager beziehen. Die Schüler sind ausgeglichen und gut ge-

Kofferraum.

launt – sehr gut! Jetzt heißt es, diesen Zustand für eine Woche

So., 27.09.2015, abends. Organisatorische Besprechung. Ste-

aufrecht zu erhalten. Mit guter Laune kann man den Bergen die

fan Albrecht verkündet, dass es um 4 Uhr früh einen „Blutmond“

Stirn bieten.

zu sehen gibt – aber nur vom Gipfel aus: weitere 250m und 30

Stefan übernimmt sofort seine Aufgaben als Hausmann, der

Minuten weiter oben. „Wer will gerne um 3 Uhr aufstehen und

für die Hütte und die Koordination der Versorgung zuständig ist.

raufwandern?“ Alle zeigen auf, außer Thomas, Franziska und

Er wird in dieser Woche beweisen, dass er die perfekte Wahl da-

mir. Stefan wird in diesem Moment bewusst, dass er sich selbst

für ist – so sauber war die Hütte selten. Beweisfotos verbittet er

ein Ei gelegt hat, aber er beweist Haltung. Also wandert er mit

sich – er meint, seine Frau könnte das zu Hause gegen ihn ver-

der Klasse in der Finsternis um 3:30 Uhr morgens zum Gipfel,

wenden. Im Nachhinein betrachtet muss ich gestehen, dass ich

während wir uns nochmal in den Schlafsack kuscheln. Als wir

ihn unterschätzt habe: das Bild des Musiklehrers am Forstprak-

aufstehen, stehen Kaffee und Frühstück bereit. Tolle Klasse. Bin

tikum wollte in meinem Kopf keine rechte Form annehmen. Was

gespannt, wann ihnen die Puste ausgeht.

soll ich sagen: er war toll. Er war lustig. Er war eine Bereicherung

Wir wollen es dieses Jahr langsam angehen – einen harmoni-

in jeder Hinsicht. (Langsam machen mir meine Vorurteile Sor-

schen, theoretischen Einstieg für die Schüler schaffen, bevor wir

gen.) Selbst die beim Kochen abgeschnittene Fingerkuppe hat er

mit der Knochenarbeit im Wald beginnen. Blöde Idee.

mit Fassung getragen und sich am nächsten Tag selbst ins Spital

Die Armen machen zwar brav, was man ihnen sagt, aber sie

gebracht. Den Weg, den Berg runter und rauf, hat er problemlos

sind total unterfordert. Die wollen – nein, sie müssen was tun!

gefunden – das müssen die Vorarlberger Gene sein.

Immer wieder erwische ich mich bei dem Gedanken: „Ruhig,

In den nächsten Tagen werden auch noch Nachzügler vom Holzlagerplatz geholt. Das erste Mal fahre ich bei Tageslicht

Brauner!“, wenn sich die Jungs in ihrer Verzweiflung geistig und körperlich aufbäumen und lospreschen wollen.


aus der Praxis _ 9

Thomas Link Planänderung.

stumpf steht, habe ich endlich – schmunzelnd – ein Bild vom

Wir bauen das Wildschutzgatter – jetzt! Damit sind sie einige

Musiklehrer am Forstpraktikum.

Tage beschäftigt. Kurz gefasst bedeutet „wir bauen ein Wildschutzgatter“: wir

Franziska spielt ihre große Stärke aus – stoisch dran bleiben. Durchhalten. Niemals aufgeben. Sie ist der Fels in der Brandung

zäunen ein Gebiet von 2500qm mit einem 2m hohen Zaun ein.

und immer dort zu finden, wo die Verzweiflung am größten,

Das Ganze in Hanglage mit ca. 35° Steigung, auf einem Kahl-

oder die Motivation am Tiefpunkt ist. Gemeinsam steht sie das

schlag mit entsprechend viel Geäst und Baumresten auf der

mit den Schülern durch. Komme, was wolle.

Fläche. Das Gute daran: wir sind nur 10 Minuten von der Hütte

Wenn es doch mal nicht weitergeht oder ein richtiger Fach-

entfernt – immerhin gibt es auch eine Stunde entfernte Auffors-

mann gebraucht wird, steht Thomas überall gleichzeitig bereit.

tungsflächen, 500 Höhenmeter tiefer.

Es wird behauptet, dass er einem 100er-Nagel mit dem Daumen

Und der Ausblick von hier oben – traumhaft!

in einen Pfosten drücken kann. Und das ist viel wert, denn man

Also beginnen wir, Unmengen an Baumaterial und Werkzeug die

kann sich (vor dem Forstpraktikum) nicht vorstellen, wie sehr

Fläche hinunter zu schleppen – die Klasse ist schlau, bildet eine

man an einem einzigen U-Hakerl verzweifeln kann.

Kette. Einige Jungs laufen trotzdem auf und ab, sie brauchen das. Auch gut. „Lauf, Brauner!“ Schnell ist die Aufgabenstellung klar: die Fläche wird ab-

Und hier komme ich ins Spiel – ich verzweifle mit den Schülern, fluche stets am lautesten und spreche immer laut aus, was sich die „Cooleren“ bloß denken. Verdammter Draht. Blöde Mul-

gesteckt und geräumt, Zaunpfosten geschlagen, Zaun ge-

de. Verflixtes U-Hakerl. Vermaledeiter Baumstumpf. Ich pflege

spannt und angenagelt. Klingt einfach, ist aber unglaublich

das dramatisierte Verzweifeln und bin ein bekennendes, ver-

anstrengend.

weichlichtes Stadtkind.

Die Arbeitstage sind harmonisch und motivierend. Selbst die

Aber ich gebe niemals auf. Schon ein fast lautloses, lobendes

Jausen werden auf der Fläche zelebriert – auch nach einem

Brummen von Thomas versöhnt mich mit dem Rest der Welt,

Temperatursturz von 10°C in 10 Minuten auf minus 6°C. Dann

und es kann wieder weiter gehen. Diese Arbeitshaltung hat je

eben zusammengekuschelt und mit Arbeitshandschuhen.

nach Zeitpunkt und Gruppe immer einige Anhänger und so ha-

Weil Stefan mit der Hausarbeit scheinbar unterfordert ist, begleitete er uns gerne bei der Arbeit. Mit dick verbundenem Finger verbreitete er gute Stimmung und koordinierte die Aufräumarbeiten rundherum. Als er so dirigierend auf einem Baum-

ben die „Raunzer“ und „Suderanten“ immer eine Menge Spaß und sind ganz nebenbei äußerst produktiv. Nach eineinhalb Arbeitstagen sind wir fertig – die Schüler mit dem Wildschutzgatter, die Erwachsenen körperlich. Geplant hatten wir dreieinhalb Tage, darum sind wir freudig überrumpelt. Die Klasse ist guter Dinge und fordert: Mehr! Ich spüre schon seit Tagen die Höhenluft und begegne liebevoll gemeinten Aufmunterungen der Schüler mit dem boshaften Gedanken „…in 20 Jahren reden wir weiter!“ Der zügige Abschluss der Arbeit beflügelt die Lebensgeister – so bleibt am nächsten Tag genug Zeit, die Fläche feierlich einzuweihen, zu bepflanzen und uns gegenseitig zur tollen Arbeit zu gratulieren.

Stefan Albrecht

>>


10 _ aus der Praxis

Ich genieße den Moment des Abschlusses abseits mit Tho-

Rund um den Bau des Wildschutzgatters gibt es natürlich

mas. Die Schüler sind schon im Laufschritt zur Hütte unterwegs

noch jede Menge Arbeit, die eine Selbstversorgerwoche in den

– woher nehmen sie diese Energien? Von welchen Jugendli-

Bergen mit sich bringt. Viele werden sich noch an die dunklen,

chen ist in den Medien die Rede, die als unmotiviert, träge und

mittelalterlichen Zeiten des Forstpraktikums in ihrer Schul-

genusssüchtig beschrieben werden? Auf jeden Fall nicht von

zeit erinnern. Kalte Schlaflager, waschen mit klirrend-kaltem

unseren…

Quellwasser, einmal in der Woche im Zuber in der Speis „baden“,

Thomas und ich resümieren die letzten 20 Jahre – insgesamt wurden seit 1995 von Schülern unserer Schule 1529 Bäume gepflanzt und ca. 50% der Bestände durch laufende Pflegemaßnahmen erhalten. Bei einer zu erwartenden Ausfallrate von bis

Petroleumlampen und Werkzeuge kilometerweit bergauf und bergab schleppen. Die Schlaflager sind noch immer kalt und dunkel, aber sonst hat der Fortschritt auch auf der Marienseer Schwaig Einzug

zu 90% in diesen Höhenlagen lässt sich dieses Ergebnis durch-

gehalten. Neben dem fortschrittlichen Luxus einer Warmwas-

aus vorzeigen. Wir versuchen, die reinen Fichtenbestände vor

ser-Dusche und einer kleinen Solaranlage, die uns mit dem nö-

Ort durch ökologisch wertvolle Mischpflanzungen – Tannen und

tigsten Strom versorgt, führt man dort oben aber nach wie vor

div. Laubgehölze – zu impfen, indem wir punktuell verschiedene,

ein autarkes Leben, das sich rund ums Holz dreht. Neben dem

auch schwer zugängliche Flächen aufforsten. Damit leisten wir

frischen Quellwasser sorgt der große, alte Holzofen für alle le-

nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Bestehen nachhaltiger

bensnotwendigen Dinge auf 1500m: eine warme Hütte, heißes

und ökologisch wertvoller Waldflächen in Österreich, sondern

Wasser und warmes Essen.

auch zur laufenden Arbeit des Forstbetriebs Schenker. Denn von professionellen Fachkräften könnte diese durchaus „idealistische“ Kleinarbeit nicht abgedeckt werden. Dazu braucht es einen biologisch-dynamisch arbeitenden Forstwirt (Thomas) und eine Handvoll motivierter Menschen mit dem Willen zur Veränderung. Wir überlegen laut, wie sich dieses Erlebnis auf die Entwicklung der Schüler auswirkt. Wer einmal den Überlebenskampf einer Buche in diesen Höhenlagen verinnerlicht hat – ein 10jähriger Winzling von gerade einmal 50cm Höhe – wird die uralten Baumriesen bei uns im Wienerwald mit anderen Augen sehen und ein tief greifendes Gefühl der Wertschätzung für scheinbar Selbstverständliches erfahren. Das hoffen wir zumindest. Besonders ergreifend war letztes Jahr der Moment, in dem Franziska die Baumgruppe gefunden hat, die sie 1998 als Schülerin in Mariensee gepflanzt hat… oder eine Schülerin, die auf den alten Fotos des Praktikums ihre Tante entdeckt hat – in der gleichen Situation wie sie heute. Man ist mit diesem Ort verbunden, ist Teil seiner Geschichte und Entwicklung. Dieses Jahr hatte ich das erste Mal einen kleinen Anflug dieses Gefühls (ich war nicht an dieser Schule) und ich kann sagen, es ist ergreifend.


aus der Praxis _ 11

Man merkt – Wärme spielt eine zentrale Rolle. Bei Durch-

ist der Moment, in dem sich die Gruppe selbst organisiert und

schnittstemperaturen von 3°C tagsüber und möglichen Tempe-

34 Menschen wie Rädchen in einem Uhrwerk ineinandergreifen

raturstürzen von bis zu 18°C innerhalb von 15 Minuten wird das

und den gemeinsamen Takt einer Gemeinschaft leben.

schnell verständlich und spürbar. Dadurch werden vor Ort fast

Die Lebensbedingungen halten wir bewusst einfach. Wir

selbstverständlich alle Fähigkeiten zur Brennholzbereitung ge-

versorgen uns selbst – alles, was benötigt wird, muss vorab

lernt – von der Ernte bis zur Befeuerung des Ofens.

organisiert und auf die Hütte transportiert werden. Ein großer

Die Arbeit ist auf diesem Praktikum ein taktgebender Teil des

Dank gilt an dieser Stelle Clemens Stiegholzer, der (als Fach-

Alltags. Es ist zwar anstrengend, aber erfüllend – denn spätes-

mann in diesen Dingen) für unsere geländegängige Mobilität

tens am zweiten Tag haben sich die Menschen vor Ort einge-

gesorgt hat und Elisabeth Meixner für den geliehenen Anhän-

spielt und die Aufgabenverteilung verselbständigt. Schnell wird

ger, Monika Böhm, die in professioneller Weise die Verkösti-

jedem klar, dass Dinge erledigt gehören, um den Betrieb am

gung von 35 Menschen für eine Woche im Vorhinein organi-

Laufen zu halten und wie wenig eigentlich von jedem gefordert

siert und koordiniert hat sowie den Eltern für die Vorberei-

wird, wenn nur jeder mit anpackt. Es ist dieser wunderbare Mo-

tungen und ihren Einsatz. Insbesondere aber Martin Arbter

ment, wenn das Brennholz vor der Hütte wie von Zauberhand

und Clemens von Gäßler, die den Schülertransport der Vorhut

immer aufgefüllt ist, jemand wortlos vom Kartenspiel aufsteht,

übernahmen und uns beim Einzug halfen, sei an dieser Stelle

um Holz im Ofen nachzulegen, immer Klopapier am Klo ist,

gedankt.

oder jemand in der Küche beim Abwasch hilft – einfach so. Das

Sa., 03.10.2015, morgens. Geschäftiges Treiben auf der Schwaig. Es wird verladen, ausgeräumt, verstaut, geputzt. 34 Menschen versuchen einen Ort in einem besseren Zustand zu hinterlassen, als sie ihn vorgefunden haben. Die Gemeinschaft läuft im Takt, wir sind schnell. Unsere Habseligkeiten sind verstaut und auf die Autoanhänger verladen. Ein kurzer, herzlicher Abschied, und die Klasse läuft los. Mittlerweile bin ich nicht mehr gespannt, wann ihnen die Puste ausgeht – ich habe es aufgegeben. Ich sperre alle Türen ab und halte kurz inne. Ein kurzes Durchatmen auf der verlassenen Schwaig. Die Leere ist – trotz Aussicht – bedrückend. Sa., 03.10.2015, mittags. Treffpunkt Holzlagerplatz. 22°C Temperaturunterschied in 25 Minuten. Die Läufer sind schon da. Sie wirken abgekämpft – plötzlich sieht man ihnen die Anstrengung der letzten Tage an. Ich schmunzle. Es folgt ein endgültiger, sehr herzlicher Abschied. Alle werden gedrückt – auch die Jungs, die sich sichtlich schwer damit tun. Egal, da müssen sie jetzt durch. Abfahrt Mariensee – wir winken noch einmal zum Abschied. Franziska setzt den Blinker und steuert den Lada mit Pferdehänger souverän und ruhig Richtung Autobahn.


12 _ Pädagogik

Eine Epoche geht zu Ende – was bleibt? Text: Elisabeth Platzer Im März 2014 stieĂ&#x; ich in der „Erziehungskunst“ auf einen Artikel von RĂźdiger Iwan, der mich augenblicklich fesselte! Iwan beschreibt hier eine vĂśllig neuartige Form der Betrach-

Der zweite revolutionäre Schritt besteht darin, dass nicht mehr nur die Lehrkraft auf die Suche nach Qualitäten geht, sondern auch die Mitschßlerinnen und Mitschßler. Das sieht

tung von Lernerfolgen bei Schßlerinnen und Schßlern. Zunächst

folgendermaĂ&#x;en aus: Am Ende einer Epoche erhalten die Kin-

stellt er die vor Langem zur Gewohnheit gewordene, normierte

der blankes Papier und etwa folgende Fragen: „Was hast du in

Leistungsbewertung in Frage, die sich letztlich nur an äuĂ&#x;eren,

dieser Epoche gelernt?“, „Was hat dir besonders gut gefallen?“,

festgelegten SollmaĂ&#x;en orientieren kann; im Vordergrund steht

„Was weniger gut?“, „Was kĂśnnte man anders/besser machen?“

dabei oft nur ein „erreicht“ und „nicht erreicht“; Kriterien wie

Zu diesen Fragen schreiben die Kinder etwa eine Stunde

„besser“, „schlechter“, „ungenĂźgend“ etc. kommen zum Tragen,

lang, was ihnen in Erinnerung geblieben ist, dann erheben sie

die mit dem, was ein Schulkind sich im Laufe des Unterrichtes

sich von ihren Plätzen, suchen sich den Platz einer Mitschß-

aneignet, nichts zu tun haben.

lerin oder eines MitschĂźlers aus und lesen deren bzw. dessen

Diese zu wenig reflektierte Tradition brachte es mit sich, dass

Arbeit; auf einem eigenen Blatt schreiben sie im Anschluss

wir uns ganz bestimmte Bildungsergebnisse zum Ziel gesetzt

einen Kommentar dazu. Zu diesem Teil regt man an, auf je-

haben, welche die SchĂźlerinnen und SchĂźler erreichen sollen

den Fall auch etwas Positives zu schreiben, wertschätzend zu

und welche in Tests abgefragt werden. Wenn SchĂźlerarbeiten

formulieren und nicht im Allgemeinen zu bleiben. Sätze wie:

aus diesem Blickwinkel betrachtet werden, handelt es sich in

„Das hast Du toll gemacht!“ sollen nicht undifferenziert ste-

gewissem MaĂ&#x;e um die Suche nach Abweichungen von einer

hen bleiben, sondern an Beispielen belegt oder anderweitig

Norm oder um eine „Fehlersuche“.

verdeutlicht werden.

Iwan stellt dieser Fehlersuche die Suche nach Qualitäten ge-

Am Ende ist jede Arbeit von mindestens drei anderen Kindern

genĂźber, die in ihrer Vielfalt so unterschiedlich sein kĂśnnen wie

gelesen und kommentiert worden. Danach darf jede und jeder

die SchĂźlerinnen und SchĂźler selbst! Ein Paradigmenwechsel,

noch die Kommentare lesen, die sie oder er von den anderen be-

der als solcher zunächst einmal in seiner vollen Tragweite er-

kommen hat, dann wird abgegeben. Auch die Lehrerin oder der

kannt sein will. Man muss ihn sich tief innerlich zu Eigen ma-

Lehrer schreibt nach der Korrektur einen Kommentar darunter.

Der Klimawandel ist wirklich zum Heulen ...

chen und an der praktische Handhabung erĂźben.

Meine Erfahrungen mit dieser Art von Abschlussarbeiten sind

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...daher sind wir um LĂśsungen bemĂźht


Pädagogik _ 13

Auf diese Weise scheinen sich die Kinder mit vielen Aspekten des behandelten Stoffes deutlich stärker zu verbinden, und nach nunmehr zwei Jahren ausschließlich positiv! Ein besonders

sie offenbaren sich beim Schreiben bis in die Tiefen ihrer Seele.

wichtiges Ergebnis für mich ist, dass die Schülerinnen und Schü-

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder gemein-

ler nicht mehr „für mich“ schreiben, sondern füreinander – sie

sam auf die Arbeiten und die Arbeitsweise hingeschaut, weni-

treten in Dialog miteinander, wollen nicht mehr „richtig machen“,

ger treffende Formulierungen unter die Lupe genommen und

sondern zeigen, was sie wissen und können und von ihren Kame-

aussagekräftigere gesucht, besonders Geglücktes hervorgeho-

radinnen und Kameraden erfahren, was diese davon halten.

ben und – wenn es für das entsprechende Kind in Ordnung war

In den Arbeiten, die auf diesem Wege entstehen, zeigt sich

– den ein oder anderen Aufsatz vorgelesen. So konnten meine

bei jedem Kind ein ganz eigener Stil, eine eigene Zugangsweise

Schülerinnen und Schüler im Laufe der Zeit einiges hinzulernen,

zum Unterrichtsstoff. Besonders auffallend erlebte ich das etwa

was die Übersichtlichkeit einer solchen Arbeit anbelangt.

nach einer Geographieepoche, wo es eindeutig politische He-

Viele berichten inzwischen gut gegliedert in Kapitel, schrei-

rangehensweisen gab, andere, welche die Landschaftsformen

ben jeweils eine Überschrift, nicht selten farbig oder verziert,

in den Vordergrund rückten, solche, die ganz aus dem Gemüt

fertigen erläuternde Zeichnungen an und finden einleitende

heraus die Schönheiten eines Landes beschrieben, oder wie-

Sätze und Schlussworte zu einem Absatz. Aber auch die Kom-

der andere, welche die Unterschiede zwischen städtischem und

mentare sind mittlerweile deutlich vielsagender und genauer

bäuerlichem Leben in den Mittelpunkt stellten und somit be-

geworden. Nicht zuletzt lernen sich dadurch alle immer noch

reits die wirtschaftliche Seite ansatzweise ins Auge fassten.

ein bisschen besser kennen...

Ein dritter Vorteil der frei gestalteten Abschlussarbeit ist – beinahe habe ich schon vergessen, wie es vorher war – dass

Den Artikel „Stille Revolution“ von Rüdiger Iwan finden Sie on-

keines der Kinder mehr Angst vor einem „Test“ hat. Entspannt

line in der Erziehungskunst vom März 2014

wie in jeder anderen Unterrichtsstunde setzen sie sich an die

http://www.erziehungskunst.de/archiv/jahrgang-2010-2019/

Arbeit und schreiben und zeichnen hochkonzentriert, bis sie

jahrgang-2014/maerz-2014-leistung/

nach ihrem Ermessen fertig sind. Hermann_Stubitz_191x65.qxp_Layout 1 02.06.16 10:45 Seite 1


14 _ zu den Finanzen

„Die Grundlage der Welt ist nicht materiell, sondern geistig.“ Vortrag anlässlich des Finanz-Elternabends am 11. März 2016 Text: Holger Finke Oberstufenlehrer für Mathematik, Physik und Kunstgeschichte; Dozent am Zentrum für Kultur und Pädagogik in Wien Eine Waldorfschule hat verschiedene Wirklichkeiten. Eine

Wir sehen eine monumentale Architekturkulisse, besiedelt

dieser Wirklichkeiten, die finanzielle Situation, wurde am

von zahlreichen Menschen. Trotz der Fülle alles Sichtbaren

Finanz-Elternabend von Martin Kaufmann (Kassier des Vor-

entsteht nicht der Eindruck eines chaotischen Durcheinan-

standes) in dankenswert klarer und kompetenter Weise dar-

ders; vielmehr scheint das Bild wie von einer latenten Struktur

gestellt. Eine andere Wirklichkeit ist der ideelle Hintergrund,

gehalten und geordnet. Als Schlüssel hierzu erweist sich unter

aus dem die Pädagogik einer Waldorfschule schöpft. In der

anderem die strenge Zentralperspektive, die unseren Blick

Vorbereitung auf den besagten Abend entstand im Vorstand

entlang der Gesimse und des Fußbodenmusters in die Tiefe

der Gedanke, nicht ausschließlich die finanzielle Lage zu the-

zieht und im Fluchtpunkt zwischen den Köpfen der Zentralfi-

matisieren, sondern ihr ein pädagogisches Motiv zur Seite zu

guren, Platon links und Aristoteles rechts, zur Ruhe kommen

stellen. Wir wollen daher gemeinsam einigen grundlegenden

lässt. Fassen wir diese beiden, auf die uns Raffael offenbar ge-

Zügen unserer Pädagogik nachspüren.

zielt aufmerksam machen möchte, näher ins Auge.

Betrachten wir das Fresko „Die Schule von Athen“, welches Raffael in den Jahren 1510/11 in den päpstlichen Gemächern des Vatikans zur Ausführung brachte. Es befindet sich in der Stanza della Segnatura, dem Saal, der seinerzeit der Unterschriftsleistung diente.

Mit Platon und Aristoteles wählte Raffael zwei Philosophen als Hauptakteure, die zugleich zwei Lebensalter darstellen. Platon, der Lehrer des Aristoteles, zeigt mit seiner rechten Hand nach oben zum Himmel, der sich über ihm auftut, während sein Schüler


zu den Finanzen _ 15

Aristoteles mit seiner Handfläche nach unten in Richtung Erde

ten, sondern etwa auch in der Erziehungswissenschaft. Umso

zeigt. Mit diesen polaren Zeigegesten spielt Raffael auf die dia-

bemerkenswerter ist es, dass gerade von Seiten der Physik, die

metrale Weltsicht der beiden Philosophen an. Platon als Ver-

ja immer wieder als Leitwissenschaft für ein breites Spektrum

fechter der Ideenlehre sieht hinter allem Gegenständlichen ein

anderer Wissenschaften fungiert, in letzter Zeit Stimmen zu

Geistiges als wesenhaft, während Aristoteles die Objekte der

hören sind, die Geistiges wieder mit ins Kalkül ziehen. Stellver-

gegenständlichen Welt selbst für das Wesentliche hält. Poin-

tretend sei hier der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr genannt,

tiert formuliert: Der eine setzt auf den Geist, der andere auf

Schüler Werner Heisenbergs und langjähriger Direktor des Max Planck-Instituts für Physik in München. Dürr schreibt in seinem 2011 erschienenen Buch „Warum es ums Ganze geht“:

„Die Grundlage der Welt ist nicht materiell, sondern geistig.“ Vielleicht steht Geistiges* im Begriff, im wissenschaftlichen Diskurs wieder salonfähig zu werden. Nachdem nun deutlich ausgesprochen ist, dass die Waldorfpädagogik einen geistigen Hintergrund hat, mag sich mit Recht die Frage stellen, wie dieser tagtäglich im Unterricht zum Tragen kommt. Man stelle sich ein Gebirge vor, durch das von beiden Seiten her ein Tunnel gegraben werden soll. Ein solches Unternehmen kann nur dann gelingen, wenn beide Seiten mit einer Richtkraft aufeinander zu arbeiten, sodass sich die getrennt gegrabenen Röhren letztendlich begegnen und der Durchbruch erfolgt. Auf beiden Seiten braucht es dazu feine Antennen, die auf die jeweils andere reagieren. Ein Sensorium dieser Art ist mit materiellen Kategorien nicht mehr vollständig beschreib- und erfassbar und daher in unserem Zusammenhang bereits als geistig anzusprechen, ebenso wie das Vertrauen darauf, dass es grundsätzlich existiert. Unterricht gelingt nur dann, wenn beide Seiten – also Lehrer und Schüler – aktiv sind. Den Quellpunkt dieser Aktivität könnte man als Willen bezeichnen, und der Wille wiederum ist geistiger Natur. Gelingt die Begegnung in der Sache, so wird etwas freigesetzt, das mehr ist, als sich materiell fassen lässt: eine Freude den Stoff. An dieser Stelle sei ein Zitat Rudolf Steiners aus sei-

am Gefundenen, ein Strahlen, ein Wachsen, Impulse zu nächs-

ner Schrift „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der

ten Schritten. Wir finden Geistiges also als Voraussetzung und

Geisteswissenschaft“ eingeflochten:

auch als Folge einer geglückten Begegnung. Schüler und Lehrer wissen, dass sich die großen Highlights diesbezüglich nicht je-

„Denn die ganze Wirklichkeit eines Dinges besteht aus Geist und Stoff…“ Steiner hält also eine Dualität von Geist und Stoff für maßgeblich und bereichert dadurch die Pädagogik eben um die

den Tag, aber doch immer wieder einstellen, und zumindest die Lehrer wissen, dass das Vertrauen darauf wie ein Magnet wirkt und ihr Zustandekommen fördert. Platons Fingerzeig erinnert uns an die Bedeutung des Geisti-

Dimension des Geistigen. Unsere technisch-rational orientier-

gen in der Waldorfpädagogik. Aber noch ein anderes ihrer Zent-

te Zivilisation hat einen Begriff von Wissenschaftlichkeit ge-

ralmotive können wir dem Fresko Raffaels entnehmen: Während

prägt, aus dem die Sphäre des Geistigen verdrängt wurde. Wer

Platon und Aristoteles mit den Händen bedeutungsvoll gestiku-

auf Geistiges verweist, setzt sich dem Vorwurf der Unwissen-

lieren, stehen sie im Blickkontakt zueinander. Offensichtlich

schaftlichkeit aus – und dies nicht nur in den Naturwissenschaf-

>>


16 _ zu den Finanzen

befinden sie sich im Disput über ihre unterschiedlichen Auf-

Fassen wir das Konzert der 12 Schuljahre genauer ins Auge.

fassungen. Es befinden sich jedoch nicht nur die beiden Pro-

Als Rudolf Steiner die Waldorfpädagogik konzipierte, skizzier-

tagonisten im Gespräch beziehungsweise in unmittelbarer

te er für diese 12 Sätze jeweils Leitmotive. Er skizzierte aber

Interaktion miteinander, sondern nahezu alle Dargestellten.

eben nur Motive – ohne jede einzelne Note auszukomponie-

Wie in der Schule von Athen ist auch das Lernen in der Wal-

ren. Damit wollte er einen Freiraum schaffen, den der Lehrer

dorfschule an das Gespräch gebunden, an die persönliche

durch seine Eigeninitiative und seine Kreativität füllen möge.

Begegnung zwischen Lehrer und Schüler. Das Üben von Ge-

Ein Lehrer, der sich selbst als schöpferisch erlebt, so der Ge-

sprächskultur ist ihr ein wesentliches Anliegen, und zwar nicht

danke, schließt sich selbst an seine besten Kräfte an und ent-

nur zwischen den eben genannten, sondern zwischen allen

wickelt in sich die Voraussetzungen, die schöpferischen Kräfte

an einer Waldorfschule Mitwirkenden: zwischen den Schü-

im Schüler zu wecken und diesem ein Resonanzkörper zu sein.

lern untereinander genauso wie zwischen Eltern und Lehrern.

Es gehört zu der pädagogischen Idee und Forderung Steiners,

Wie sind vor diesem Hintergrund Konzepte wie e-Learning

dass der Freiraum des Lehrers sich im Schüler widerspiegelt.

(Lernen mit DVDs, Computerprogrammen etc.) einzustufen,

Auch der Schüler muss seinen Raum haben, in dem er gemäß

in denen die lebendige Begegnung durch stumme Kommuni-

seiner Eigenart wächst und den er selbst gestaltet.

kation mit dem Bildschirm ersetzt wird? Derartige Methoden

Ebenso wie in einem richtigen Konzert kontrastieren auch

können sehr effektiv bestimmte Skills antrainieren oder den

im Lauf der Schulzeit die Sätze, verwandeln sich die Leit-

einen oder anderen Aspekt unterstützend aufgreifen. Daher

motive. Auf ein Adagio mag ein Allegro con brio folgen, auf

wird gegen ihren Einsatz nichts einzuwenden sein, sofern er

ein Sotto voce ein Paukenschlag, damit man wieder zu sich

sehr bewusst und punktuell geschieht. Ihr Beitrag zur Persön-

kommt. Ein Schüler, der an einem solchen Konzert durch 12

lichkeitsbildung, um den es in der Arbeit mit Kindern und Ju-

Sätze teilnimmt, lernt, sich selbst als Instrument zu bespielen,

gendlichen vorrangig geht, ist hingegen gering.

seinen Leib, seine Seele, seinen Geist. Er lernt, wie er in allen

Verlassen wir nun die Stanza della Segnatura, um von einer

möglichen Lagen klingen kann. Somit schafft er für sich güns-

anderen Warte aus einen Blick auf Essentielles der Waldorfpä-

tige Startbedingungen, um einige Jahre später zusammen mit

dagogik zu werfen. Bekanntlich beträgt in unserem Kulturkreis

seinen Altersgenossen an der Gestaltung der künftigen Ge-

die Schulzeit für viele junge Menschen 12 Jahre. Die außeror-

sellschaft beziehungsweise jenes Ausschnittes von Welt, an

dentliche Bedeutung dieser 12 Jahre für das zukünftige Leben

welchem er teilhat, mitwirken zu können.

steht dabei im Großen und Ganzen außer Frage. Die 12 Schul-

Wie diese Welt aussehen wird, können wir nicht wissen.

jahre seien im Folgenden einem Konzert in 12 Sätzen gleich-

Auf jeden Fall soll es nicht die jetzige, nicht die unsrige sein,

gesetzt. Sofort wird deutlich: Es handelt sich um ein mächti-

sondern diejenige, die ihren künftigen Bewohnern entspricht.

ges Konzert, wo vieles geschieht. Doch ist ja dieses opulente

Wir betreiben Schule nicht, damit die jetzigen Schüler unser

Konzert bei Weitem nicht das erste, das der Mensch in seinem

Lied weitersingen. Vielmehr sollen sie durch das in der Schu-

Erdenleben absolviert. Zuvor lernte er gehen und sprechen;

le Empfangene in die Lage versetzt werden, ihr eigenes „Lied

ungeheure Leistungen, die er vollbrachte, ohne dass er sich

von der Erde“ zu komponieren.

dessen bewusst war. Die Jahre vor der Schulzeit seien in unse-

Mit diesen beiden Bildern, demjenigen Raffaels und dem des

rem Beispiel also als ein weiteres bedeutendes Konzert aufge-

Konzertes, mag die hier angestellte Betrachtung einstweilen

fasst. Erfahrungsgemäß gibt es auch noch ein Leben nach der

schließen. Wir haben uns dabei von zwei Seiten der Frage an-

Schulzeit – wiederum ein großes Kapitel, ein großes Konzert.

genähert, welche Merkmale die Waldorfpädagogik im Beson-

Schließlich kommt der Augenblick des Todes, der in anthropo-

deren kennzeichnen. Weitere Zugänge zu diesem Thema kön-

sophischer Sichtweise nichts Finales ist, sondern der Auftakt zu

nen bei anderer Gelegenheit ergänzend hinzutreten.

einem weiteren Konzert. Selbst das der Schulzeit vorgelagerte Konzert, von dem vorhin die Rede war, ist nicht das erste überhaupt, sondern ihm geht ein vorgeburtliches voran. Eines stellt dieser Zyklus vor Augen: Die Waldorfpädagogik hat ein größeres Bild von der Biographie eines Menschen, sie greift weiter, als es innerhalb anderer pädagogischer Richtungen üblicherweise der Fall ist.


Gedanken _ 17

Eff Trierenberg 16.10.1929 – 06.07.2016 Text: Elfriede Graf, Redaktion

Wie oft wurde der Planet Jupiter als „stark leuchtende Laterne“

Und was bereitete DIR Freude? Musizieren und Singen mit Dei-

am Nachthimmel von Dir, liebe Eff, gesichtet, erkannt und ob sei-

nen vier Geschwistern und engen Freunden sowie stets mög-

ner Strahlkraft bewundert. Er war wohl Dein Planet! –

lichst viele mit Geschenken zu beglücken!

Und, Dein Handarbeitsraum, den Du jahrzehntelang gestal-

Die Natur zu erleben und abends beim wohlig- warmen Kachel-

tetest, wirkt noch heute bei vielen Ehemaligen als ihr erlebtes

ofen Gesellschaftsspiele zu genießen!

Musterbeispiel an sinnvoll-durchdachter, praktisch wie farbigst

Oder besonders kunstvoll gearbeitete Kleinigkeiten aus Holz und

unterstützter – sogfältigst – ausgeführter Ordnung nach. Die

anderen Materialien, Blumen und Pflanzen aller Art und beson-

Sicherheit Deiner Hinweise in welcher Lade etc. etwas immer

ders die Vogelwelt im Garten.

an seinem Platze griffbereit lag, war sprochwörtlich: Erdenraum

Und alles was schön und praktisch war, mit nichts Firlefanzigem

– Weltenraum...

hast Du Dich umgeben!

Nur wenige Menschen wußten und begleiteten den Spagat wel-

Die Danksagungen für alle Deine großzügigsten Zuwendungen,

cher zwischen Deiner Schul- und Firmentätigkeit stets von Dir

die Du mit Freude sowie aus voller Überzeugung – damit sich

gefordert und geleistet wurde. Und jedem dieser Bereiche zoll-

Zukunft in der Welt verwirklichen kann – geschenkt hast, wurden

test Du Deine ganze Hingabe.

von Dir, liebe Eff, immer bescheiden abgewunken... Hier sei noch einmal von uns allen klarer Dank für all Dein großzügiges Handeln, für all Dein weitherziges Wirken aus unserer wärmsten Liebeskraft bekundet!

Seit den frühen 70igern unterrichtete Eff Trierenberg Handarbeit an unserer Schule. Viele Generationen von SchülerInnen lernten mit ihr Stricken, nähten Tiere, filzten Schuhe, stickten Taschen und haben sie wohl als liebevoll-strenge und stets freundliche Lehrerin in guter Erinnerung. Alle hatten am Ende des Jahres ein fertiges Werkstück, auch wenn es zur Not kleiner und mit etwas Hilfe fertig gestellt wurde, aber fertig musste es sein. Aber nicht nur die Handarbeit beschäftigte sie an der Schule, jahrzehntelang begleitete sie die 10. Klasse beim Feldmessen, organisierte lange Jahre den Weihnachtsbasar und war immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde. Als Mitglied in der Schulführung und im Vorstand der Schule konnte sie ihre organisatorischen und wirtschaftlichpraktischen Fähigkeiten einbringen, aber am meisten freute sie die Arbeit mit den Kindern, diese hielt sie jung und lebensfroh bis weit über ihr siebzigstes Lebensjahr. Sie war eine prägende Persönlichkeit dieser Jahre und an manchen Orten finden sich bis heute Spuren ihrer Tätigkeit.


18 _ Rückblick Finanzen

Ka Geld – ka Unterrichts-Musi Text: Martin Kaufmann, Roman David-Freihsl Fotos: Demo 16.10.2015, K. Hruza

Von Jahr zu Jahr wird es immer schwieriger, ein ausgeglichenes Schulbudget zuwege zu bringen Wieder einmal wurde es geschafft: ein beinahe ausgeglichenes Ergebnis. Das ist in Zeiten wie diesen keine Selbstverständlichkeit mehr. Wie schwierig es ist, das für den Schulbetrieb nötige Geld bereit zu stellen, bekommen auch alle Schuleltern zumindest einmal im Jahr hautnah mit – wenn die Benachrichtigung eintrifft, dass zusätzlich zu den zwölf Schulbeiträgen noch ein weiterer zu zahlen ist. Warum die Finanzsituation derart angespannt ist, darüber berichtete Martin Kaufmann seitens des Schulvorstandes im Frühjahr bei einem Finanzelternabend und im Elternrat: „Summa summarum ist der Kontostand vom Beginn und vom Ende des Schuljahres in etwa gleich. Doch für die künftige Entwicklung sieht es schlimm aus. Und große Spenden, über die wir uns gelegentlich freuen konnten, sind nicht mehr zu erwarten. Was die Situation zusätzlich verschärft: Es gab die übliche Erhö-

ren kämpfen wir mit demselben großen Thema: Die Elternbeiträge

hung des Lehrer-Mindestlohntarifs (etwa 3 %) – gleichzeitig haben

steigen nicht mehr – der Mindestlohntarif für die Lehrergehälter

sich die Elternbeiträge jedoch nicht erhöht. Die Elternbeiträge

allerdings schon.

entsprechen rund 60 Prozent der Einnahmen. Der Vorstand hat daher beschlossen, dass die Jahresausgleichszahlung heuer einen ganzen Monatsbeitrag betragen wird.

Unsere Elternbeitragsgruppe, der engagierte Schülereltern angehören, steht immer wieder vor dem gleichen Problem: Viele

Gleichzeitig kommen vom Staat trotz der steigenden Fixkos-

Eltern erhöhen zwar ihre Beiträge im erwünschten Ausmaß – an-

ten nicht mehr Zuschüsse. Das heißt, dass der Zuschuss für unse-

dere fallen allerdings ganz aus, mit entsprechendem, absolut ver-

re Schule sogar de facto gesunken ist, da immer mehr Schulen in

ständlichem Hintergrund. Jene Eltern, die wenig verdienen, geben

Freier Trägerschaft von dem eingerichteten, fix dotierten Förder-

meist, was sie können – diejenigen, die sehr viel verdienen, sind

topf Zuschüsse bekommen. Von den ursprünglich 1000 Euro pro

oft sehr großzügig. Dazwischen gibt es allerdings in den letzten

Kind sind inzwischen nur noch 750 geblieben.

Jahren (zu) viele, die das Gespräch bereits beginnen mit: Ich ver-

Gleichzeitig wissen wir, dass viele Eltern an ihrer persönlichen

diene zwar gut, bin aber nicht bereit, mehr zu zahlen als bisher –

Belastungsgrenze angelangt sind. Dennoch liegen wir im Ver-

schon gar nicht die im Beitragssystem vorgesehenen Prozentsätze

gleich zu anderen Wiener Waldorfschulen mit unseren Beiträgen

des Netto-Einkommens. Und das ist ein Hauptgrund dafür, warum

um 50 bis 70 Euro unter deren Schnitt.

die Elternbeiträge nicht mehr ausreichen, um die Kosten für den Schulbetrieb entsprechend abzudecken.“

Im kommenden Schuljahr wird sich die Situation nicht grundlegend ändern – die Lehrergehälter werden wieder mit dem ge-

Wenn es Fragen, Anregungen, Vorschläge zur Verbesserung

setzlichen Mindestlohntarif steigen müssen. Der Vorstand arbeitet

der finanziellen Situation oder auch Bereitschaft zu helfen gibt,

weiterhin intensiv daran, zusätzliche Spenden zu bekommen –

steht der Vorstand gerne zur Verfügung:

große Spenden sind aber schwierig zu lukrieren. Und seit drei Jah-

vorstand@waldorf-mauer.at


Rückblick Finanzen _ 19

Gewinn- und Verlustrechnung Rudolf Steiner-Schulverein Wien-Mauer für den Zeitraum 01.09.2014 bis 31.08.2015 Erträge

€ %

Aufwände

€ %

Elternbeiträge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.221.510,10 47,5%

Personal. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.006.716,11 78,1%

Spenden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49.586,29

1,9%

Sachaufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 497.200,47 19,3%

Subventionen Stadtschulrat. . . . . . . . . . . . . . 143.868,91

5,6%

Mieten sonstige. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16.791,18

Förderung Unterrichtsmittel. . . . . . . . . . . . . . . 11.622,16

0,5%

Abschreibungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

0,7%

Zuschüsse MA10. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 629.311,36 24,5%

-Sachanlagen, Gebäude. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35.711,04

1,4%

Arbeitsmarktförderung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12.496,59

0,5%

-Betriebsausstattung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13.715,63

0,5%

Mitgliedsbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9.624,69

0,4%

Div. Erlöse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23.071,04

0,9%

Zinserträge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246,28

0,0%

Erträge Vermietung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18.322,79

0,7%

Versicherungserlöse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . -

0,0%

Erlöse Küche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122.574,75

4,8%

Subvention Bund. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227.058,00

8,8%

Subvention Nachmittage . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68.373,00

2,7%

Verlust. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32.468,47

1,3%

Summe Erträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.570.134,43 100,0%

Summe Aufwände. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.570.134,43 100,0%

geprüft und in Ordnung befunden am 3.11.2015 Rechnungsprüfer: Peter Dürhammer, Alexander Stadelmann


20 _ Rückblick Kollegium, Verwaltung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – im Kindergarten

– in der Pädagogik

Frau Nina Chab

Herr Stefan Albrecht (Musik, Chor, Orchester, Tutor 10. Klasse,

Frau Andrea Chupik

Frau Ursula Dotzler

Frau Carina Allerberger (Mathematik, -Fachstunde, Geometrie,

Frau Beate Droppelmann

Vermessungspraktikum)

Frau Sophie Erich

Frau Elisabeth Alscher-Bassenheim (Buchbinden, Kartonagen,

Frau Anja Herkommer

Frau Chizuru Iwasaki

Frau Barbara Binder (Förderunterricht)

Frau Maria-M. Janda-Steinbach

Herr Richard Bointner (Werken, Hauptunterricht )

Herr Michael Knopp

Frau Christine Bolleter (Hauptunterricht, Religion - freichristl. Unterricht,

Frau Ute Leser

Frau Birgit Lindner

Frau Angelika Bühler (Englisch, Französisch)

Frau Jessica Melchinger

Herr Jakob Butschle (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Nadine Peska

Frau Ekaterina Chebova (Russisch)

Frau Jennifer Prunner

Frau Sonia Maria Cruz Martines (Spanisch)

Frau Martina Schmidt

Frau Katharina De Roos (Eurythmie)

Frau Eva Sindelek

Herr Elmar Dick (Klassenspiel 12. Klasse, Geschichte/Sozialkunde)

Frau Isabella Skarek

Frau Christiane Dostal (Hauptunterricht, Ergänzungsstunde, Religion

Frau Veronika Skerjanz

Frau Magdalena Sperl

Frau Claudia Dragschitz (Hauptunterricht, Ergänzungsstunde, Religion

Herr Michael Svoboda

Frau Claudia Tiedge

Frau Maria Eberharter (Förderunterricht)

Frau Christine Zabransky

Herr Holger Finke (Kunstgeschichte, Mathematik, Physik)

Projekte 6. & 11. Klasse)

Schneidern, Landwirtschaftspraktikum, Tutorin 9. Klasse)

Handarbeiten, Spielturnen, Klassenlehrerin 2. Klasse, Mentorin)

- freichristl. Unterricht, Spielturnen, Englisch, Klassenlehrerin 4. Klasse) - freichristl. Unterricht, Projekte, Übstunde, Klassenlehrerin 8. Klasse)

Frau Marie-Louise Fuchs (Handarbeiten)

– im Hort

Frau Sarah Furtner (Religion - Christengemeinschaft) Herr Paul Garn (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Betsabeh Aghamiri

Herr Heinz Genswein (Hauptunterricht, Ergänzungsstunde, Werken,

Frau Elisabeth Dragschitz

Frau Renate Hruza

Frau Marion Giannelos (Englisch)

Frau Ursula Iragorri

Frau Olga Glazkova (Russisch, Übstunde)

Religion - freichristl. Unterricht, Spielturnen, Klassenlehrer 3. Klasse)

Frau Gabriele Gössl-Hiesböck (Tischlern)

– in der Verwaltung

Frau Krishna Hader (Handarbeiten, Philosophie/Psychologie, Aufgabenstunde)

Herr Ewald Braunstein (Küche)

Frau Tanya Hanna (Eurythmie)

Herr Herbert Colditz (Verwaltung)

Frau Franziska Heller-Meixner (Biologie/Umweltkunde, Forstpraktikum,

Frau Jelena Milosevic (Reinigung)

Frau Sonja Mlineritsch (Schulsekretariat)

Frau Bettina Hindes (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Ulrike Nedved (Buchhaltung

Herr Manfred Hofer (Hauptunterricht, Ergänzungsstunde, Spielturnen,

und Lohnverrechnung)

Chemie, Geographie/Wirtschaftskunde)

Übstunde, Klassenlehrer 1. Klasse)

Herr Wolfgang Seyringer (Schulwart)

Herr Karl Hruza (Kupfertreiben, Vermessungspraktikum)

Frau Nermina Sisic (Reinigung)

Frau Annabell Hub (Religion - Christengemeinschaft)

Herr Engelbert Sperl (Geschäftsführer)

Herr Johannes Ickelsheimer (Chemie)


Rückblick Kollegium, Verwaltung _ 21

im Schuljahr 2015/16

Frau Hannah-Milena Jordis-Lohausen (Deutsch,

Frau Elisabeth Platzer (Hauptunterricht, Ergänzungsstunde,

Geographie/Wirtschaftskunde, Geschichte/

Religion - freichristl. Unterricht, Projekte,

Politische Bildung, Religion - freichristl. Unterricht,

Klassenlehrerin 7. Klasse)

Tutorin 12. Klasse)

Frau Andrea Reichtomann (Begleitlehrerin)

Frau Ursula Kaufmann (Deutsch, Ethik, Religion -

Frau Vera Remplbauer (Englisch)

Frau Monika Rochla (Religion - röm.-kath. Unterricht)

freichristl. Unterricht)

Frau Christina Klemenjak-Kassl (Russisch)

Frau Andrea Rolfsmeier (Biologie/Umweltkunde,

Herr Alfred Kohlhofer (Bildhauen, Plastizieren)

Frau Welmoed Kollewijn (Eurythmie)

Frau Kamila Rudnicka (Eurythmie)

Frau Monika Kossdorff (Heileurythmie)

Frau Christine Rumetshofer (Hauptunterricht,

Herr Wilhelm Kvasnicka (Hauptunterricht, Projekte,

Frau Maria M. Sadychow (Englisch, Spanisch, Tutorin 11. Klasse)

Bewegung und Sport, Skikurs)

Bewegung und Sport)

Übstunde, Klassenlehrerin 6. Klasse)

Frau Laetitia Lernpeiss (Ärztin)

Frau Angela Schindler (Musik, Chor)

Frau Maria Leutzendorff (Klassenspiel 12. Klasse, Mentorin)

Frau Maria Simeonova (Eurythmie-Begleitung)

Frau Margret Loy (Kunstgeschichte, Malen, Zeichnen,

Frau Valentina Sobol (Russisch)

Geographie/Wirtschaftskunde)

Herr Alexander Stadelmann (Informatik)

Frau Irene Miller (Religion - Evang. Unterricht)

Frau Sabine Trierenberg (Spielturnen, Tanzen/Volkstanz)

Frau Eveline Myska (Forstpraktikum, Gartenbau)

Herr Paul Vallen (Russisch)

Frau Barbara Pazmandy (Hauptunterricht, Englisch, Projekte,

Frau Rita Welte (Englisch, Direktion nach „außen“)

Herr Richard Wurm (Informatik, Mathematik)

Übstunde, Klassenlehrerin 5. Klasse)

Schulfeier, 25.06.2016 K. Hruza


22 _Waldorfjugend in Österreich

Die erste österreichweite WaldorfschülerInnentagung in Salzburg schafften wir es aber doch, genügend Sponsoren und VortraSeit diesem Jahr gibt es im Waldorfbund auch einen „Arbeits-

gende zu finden und fuhren schon einen Tag eher mit Hoch-

kreis Schüler“. Im Herbst letzten Jahres trafen sich zum ersten

spannung nach Salzburg, wo unsere Tagung stattfinden sollte.

Mal Schülervertreter aus fast allen österreichischen Waldorf-

Nach einem intensiven Tag des Räumens und Aufbauens, den

schulen. Als wir uns untereinander austauschten, kam uns die

wir 15 Organisatoren noch alleine verbrachten, kamen dann bei

Idee, eine österreichische Waldorftagung für Oberstufenschüler

schönstem Wetter die ersten Schülergruppen zum Einchecken.

zu organisieren. Unsere Vorstellung war, dass sich Waldorfschü-

Als einander dann bei Kennenlernspielen im Turnsaal über

ler untereinander kennenlernen und vernetzen könnten. Unsere Planungstreffen fanden in verschiedenen Schulen

80 (!!) Schülerinnen und Schüler ihre Hobbies entgegenbrüllten und allgemein gute Stimmung war, konnten wir uns ebenfalls

statt. Nach kurzer Zeit wurde uns erst bewusst, was wir uns da

entspannen und mitbrüllen. In den folgenden Tagen – das Wet-

eigentlich aufgeladen hatten. Wir schrieben Sponsoren an, or-

ter war zum Glück großartig – hörten wir gemeinsam Vorträge,

ganisierten Workshops und Vortragende, was gar nicht so ein-

spielten Spiele, nahmen an Workshops teil, sangen am Lager-

fach war, da unsere Tagung noch sehr unbekannt war. Während

feuer, gingen gemeinsam in die Stadt und lernten einander nä-

der Planung zweifelten wir manchmal daran, ob überhaupt Teil-

her kennen. Am Ende der Tagung wünschten sich alle, dass es

nehmer kommen würden und kamen ganz schön ins Schwit-

im kommenden Jahr wieder eine Tagung geben soll.

zen, als uns ein Vortragender kurzfristig absagte. Letztendlich

Nach der schönen Verabschiedung blieb es an uns, alles wie-


Waldorfjugend in Österreich _ 23

Fotos: Leon Schadl

der zu putzen und aufzuräumen, was nach vier Tagen mit viel Arbeit und wenig Schlaf ein Riesenspass und sehr mühsam zu-

„Ich als Teilnehmerin fand die Tagung sehr gelungen und eine

gleich war. Nachdem wir noch gemeinsam an der Salzach die

gute Möglichkeit, andere Waldorfschüler kennenzulernen. Ich

vergangenen Tage Revue passieren ließen, fuhren wir mit einer

war vom ersten Tag an überrascht, wie gut organisiert alles war.

Mischung aus Riesenerleichterung und Traurigkeit zurück nach

Neben der Organisation haben auch Spiele und Aktivitäten sehr

Hause. Abschließend sei noch ein riesengroßes Dankeschön

gut funktioniert. Die Spiele haben wirklich viel Spaß gemacht, weil

ausgesprochen an unsere Sponsoren, Vortragenden, Unter-

jeder top motiviert und voll dabei war.

stützer und vor allem an die Rudolf Steiner-Schule in Salzburg.

Danke an alle Organisatoren für diese Bomben-Tagung.“

Für das Organisationsteam Rachel, Leon und Paul Oberstufenschüler_innen der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, 10. Klasse

„Ich habe die Atmosphäre auf dieser 1. Tagung österreichischer WaldorfschülerInnen als ausgesprochen positiv und dicht wahrgenommen. Mir begegnete eine wunderbare Mischung aus Gründlichkeit in der Planung, Sinn für Tiefe, Leichtigkeit und Lebensfreude. Somit war es eine Freude auch für mich, einen Beitrag zu leisten.“ Holger Finke

Sonja, 11. Klasse


24 _Waldorfjugend in Österreich

Waldorf Alumni Mauer – in Freiheit entlassen Text: Roman David-Freihsl Fotos: Sommerfest 2016, Roman David-Freihsl

Heuer wurde der Ehemaligenverein der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer gegründet. Es ist kaum zu übersehen: Das neue Selbstbewusstsein der Oberstufen-SchülerInnen und jüngeren AbsolventInnen: Vollkommen selbstverständlich verstehen sich die meisten jetzt als „Waldis“. Ja, sie sind WaldorfschülerInnen – na und? Dabei es ist noch gar nicht so lange her, dass diese Einstellung eher die Ausnahme war, als sich vielleicht Einzelne als WaldorschülerInnen „outeten“. Jetzt scheint dies zur Normalität geworden zu sein. Mit genau diesem neuen Selbstverständnis waren Paul Langfelder und Matthias Köck nur kurz nach ihrem eigenen Abschluss gekommen: Sie hatten gehört, dass es Überlegungen gebe, einen Ehemaligenverein zu gründen. Immer wieder fragten sie nach: „Was ist jetzt damit?“ Paul Langfelder und Matthias Köck blieben auch nicht alleine: Bald stießen Andreas Lernpeiss, Simon Egger, Leonie Mühlegger und Irma Sperl zur Initiativgruppe dazu. So gelang es, dass Anfang 2016 dieser Ehemaligenverein tatsächlich gegründet werden konnte – und auch der offizielle Name war schnell


Waldorfjugend in Österreich _ 25

gefunden: „Waldorf Alumni Mauer. WAM – in Freiheit entlassen“.

• Die WAM-Homepage soll überdies vielfältige Informationen

Die Mitglieder des Gründungs-Vereinsvorstandes sind:

und Erfahrungsberichte aus dem Erfahrungsschatz der Ru-

Paul Langfelder – Obmann

dolf Steiner-Schule Wien-Mauer bieten.

Leonie Mühlegger – Obmann Stellvertreterin

• Die Mitgliedschaft kann bereits in der 12. Klasse beantragt

Matthias Köck – Kassier

werden und ist in der Abschlussklasse und im ersten Jahr

Roman David-Freihsl – Schriftführer

nach Schulabschluss gratis – danach beträgt der Mindest-

Simon Egger – Homepage-Betreuung und Vorstandsmitglied

Mitgliedsbeitrag € 12.– pro Jahr. Lehrlinge, Studenten so-

Andreas Lernpeiss – Rechnungsprüfer

wie Menschen mit niedrigem Einkommen zahlen die Hälf-

Einen ersten größeren Auftritt – bei dem gleichzeitig der Steiner-Schule in Mauer tüchtig geholfen werden konnte – or-

te. Spenden sind – wie immer in Waldorfschulen – höchst willkommen!

ganisierte der Verein für das große Sommerfest zum Schul-

Die Kontakt-Daten lauten:

abschluss: Beim WAM-Heurigen gab es Snacks, eine speziel-

www.wam.wien –

le WAM-Verkostung mit Bio- und Demeter-Weinen, den fast

hier kann auch ein Beitrittsformular heruntergeladen werden.

schon berühmten WAM-Brötchen, ausgesprochen gute Laune – und natürlich Beitrittsformulare zum spontanen Ausfüllen.

Sowie natürlich via facebook: https://www.facebook.com/WAM-679859775449703/

Was WAM bietet: • Abende für einen Austausch der Erfahrungen samt kurzen

Wie sich erst jüngst zeigte, scheint die Zeit wirklich reif zu sein:

Präsentationen und Snacks – und gelegentlich auch größere

Auch in Linz wurde inzwischen von Ehemaligen der Freien Wal-

Events.

dorfschule ein Alumni-Verein gegründet. Es wurden bereits

• Im internen Bereich der WAM-Homepage (www.wam.wien) können Ehemalige, die dies wünschen, Daten und Informationen für Austausch und Vernetzungen bekannt geben.

Stiegholzer GmbH KFZ/4WD-Technik Stachegasse 18/Objekt 1/9 1120 Wien www.stiegholzer-4wd.at

erste Kontakte geknüpft und mit der Vernetzung begonnen.


26 _die 1. Klasse

Fotos: Nadja Berke, Laura Palden, Lothar Trierenberg

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Sharing Sharing the the Experience Experience – –

unsere unsere Mission Mission und und unser unser Versprechen. Versprechen. www.drehm.at www.drehm.at

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die 1. Klasse _ 27

Der 54. Jahrgang seit Gründung der Schule

die 1. Klasse 2016/2017 Die erste Klasse und ihr Lehrer Jörg Wohlmacher wurden dieses Jahr von Manfred Hofer, dem Lehrer der 2. Klasse begrüßt. Seiner Begrüßung stellte Herr Hofer zwei Zitate von Rudolf Steiner voran: „Jede Erziehung ist Selbsterziehung, und wir sind eigentlich als Lehrer und Erzieher nur die Umgebung des sich selbst erziehenden Kindes.“ „Der Erzieher muss so wirken, dass er gewissermaßen das Wahre, Gute und Schöne dem Kinde nicht bloß darstellt, sondern es ist. Was er ist, geht auf das Kind über, nicht, was er ihm lehrt.“ In diesem Sinne wünschen wir der ersten Klasse eine schöne Schulzeit!

Klassenlehrer Jörg Wohlmacher und die Kinder der Klasse am 1. Schultag Linnea Amann

Helena Macher

Jonathan Auzinger

Juhani Nepomuk Micksche

Lea-Chayenne Bonfert

Malina Riccabona

Yasmin Chahed

Eugen Salzer

Melinda Marie

Rosa Schmid

Czujan Eichberger

Leonard Schwenk

Elsa Lotta

Hannah Seidl-Konzett

Ellina Glazkova

Marie Tillian

Flora Goldmann

Moritz Tobler

Jonathan Hans

Silvia Tondolo

Elmar Hartmann

Rosa Träxler

Maya Johanna Hofmann

Julius Trierenberg

Gabriel Kramer

Elias von Ahsen

Oliver Krumins

Jola Znojemsky

Alexander Luf


28 _  die 12. Klasse

Der 42. Jahrgang seit Gründung der Schule

die 12. Klasse 2015/2016

Start Herbst 2004 mit Klassenlehrer Heinz Genswein In der Oberstufe Tutorin Hannah Jordis

Die Klasse früher verlassen haben

In der 12. Klasse waren

– nach der 11. Klasse

– im Laufe der 12. Klasse Sascha Lintner (1 – 12)

Vito Baumüller (9 – 12)

Margaret Caemmerer (6 – 11)

Martina Brode (1 – 12)

Roya Alaei (1 – 11)

Dana Filipic (1 – 12)

Jasmine Kießling (4 – 11)

Magdalena Heigl (1 – 12)

Anna Semmelrath (1 – 11)

Isabella Höhn (9 – 12)

Lorenz Trattner (1 – 11)

Kim Kovacs (1 – 12) Alina Miklau (1 – 12)

– zu einem früheren Zeitpunkt

Farhad Mohammadi (12 – 12)

Viola Altmann (4 – 9)

Lara A. Monaco (11 – 12)

Rosalie Maria Anstrin (1)

Lara Nikbakht (1 – 12)

Samuel Casata (1 – 10)

Judith Pali (1 – 12)

Friederike David (1 – 3)

Kimon Pammer (9 – 12)

Ismael Holstvoogd (1)

Filipp Peraus (1 – 12)

Marius Hrastnik (6 – 8)

Ajuscha Sariev (4 – 12)

Elke Jansen (3 – 4)

Jessica Schauer (1 – 12)

Sascha Kainz (1)

Philomena Schnabl (11 – 12)

Anna Clara Kirpicsenko (6 – 10)

Angelus S. Schnabl (11 – 12)

Johannes Knopp (1 – 9)

Sebastian M. Thüringer (9 – 12)

Jonathan Lernpeiss (1 – 4)

Franziska Trierenberg (1 – 12)

Iris Maaß (1 – 6)

Iona Wenninger (1 – 12)

Paul Macheck (6 – 10)

Jakob Wiegand (8 – 12)

Jacques-Andre Manfredi (6 – 8) David Mayer (1 – 4) Teresina Pasterk (1 – 3) Maximilian Schitz (1 – 8) Matthias Schoberwalter (1) Sophia Celine Spechtler (1) Sebastian Tilzer (6 – 7) Ivan Troiani (1 – 4) Markus Wohlmuth (1 – 9)


die 12. Klasse _ 29

Abschlussarbeiten der 12. Klasse 2015/2016

im kleinen Festsaal der Rudolf Steiner­-Schule Wien-Mauer Montag 9.5. 16 Uhr Lara Nikbakht | Persönlichkeit in der Fotografie 17 Uhr Dana Filipic | Brauche ich ein Smartphone? Die Abhängigkeit und Schädigung

durch Internettechnik

18 Uhr Jakob Wiegand | Messermachen für Dummies

Dienstag 10.5. 16 Uhr Philomena Schnabl | Singabend 2015

Auf der Suche nach abstrakter Malerei 17 Uhr Alina Miklau | Raumdesign neu gedacht

Ästhetik, Ökologie und Funktionalität

18 Uhr Angelus Schnabl | Die Analoge Fotografie

Leica Portprätfotografie

Mittwoch 11.5. 16 Uhr Judith Pali | Gutes tun ist leichter, wenn es viele tun

– SOS­Kinderdorf

17 Uhr Jessica Schauer | Star Wars 18 Uhr Franziska Trierenberg | Erziehung: Vorbild und Liebe, Beziehung

als Grundlage einer gelingenden Erziehung

Donnerstag 12.5. 16 Uhr Magdalena Heigl | „Wo man singt, da lass dich nieder…“

Die positiven Auswirkungen des Singens auf unser Leben

17 Uhr Isabella Höhn | Schmetterlingskinder 18 Uhr Iona Wenninger | Heimatlos

Die Gegenwärtige Flüchtlingssituation in Österreich

Freitag 13.5. 17 Uhr Lara Monaco | Konsum und die

Kommunikation die dazu anregt

18 Uhr Vito Baumüller | Der Autor und seine Feinde

Die Entstehung eines Buches

danach Lesung von Vito Baumüller


30 _ Sterntaler – Wir bauen auf Kunst

Kunststück „Schulneubau“ TOMAK

Text: Wilfried Oschischnig

Fotos: Nadja Berke

Die Aktion „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“ ermöglicht einen besonderen Kunstunterricht – und soll helfen den Neubau auf 113 zu finanzieren. Unser geplanter Schulneubau in der Endresstraße 113 ist im wahrsten Sinn des Wortes auch ein Kunststück. Denn mit der Initiative „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“ heißen wir seit dem Frühjahr 2014 Künstlerinnen und Künstler in der Rudolf SteinerSchule Wien-Mauer willkommen, um uns zu unterstützen. Gemeinsam mit rund 80 Schülerinnen und Schülern haben seither die KünstlerInnen TOMAK, Lies Maculan, Marija Mandic und Michael Wegerer beeindruckende Werke geschaffen, deren Verkaufserlös der neuen Schule zugutekommt. So entstand im Laufe der letzten beiden Jahre eine „Galerie“ in der sich ein einzigartiges Engagement und außergewöhnliches Schaffen findet. Aller Anfang ist schwer – und das gilt auch für den ersten „Pinselstrich“ einer neuen Kunstinitiative. Umso erfreulicher war es, mit dem renommierten Künstler Tomak gleich zum Projektstart Ende März 2014 eine der spannendsten Persönlichkeiten der heimischen Kulturszene zu gewinnen. „Kunst muss unbedingt einen großen Stellenwert im Unterricht haben. Kunst ist Bildung, Kunst ist aber auch ein wichtiger Wirtschafts-

Lies Maculan – Möbeldesigns und Skulpturen mit Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klasse

zweig“, erläutert der 1970 in St. Veit/Gölsen geborene Künst-

Das Individuum, sein Lebensraum und Streben nach

ler einen Aspekt für seine Unterstützung. Und betont hierbei

Glück stehen im Mittelpunkt der Arbeit von Lies Macu-

die wichtige Rolle der Kunst für junge Menschen: „Bis zum

lan. Die großformatigen Fotografien der österreichischen

sechsten, siebenten Lebensjahr sind alle noch Menschen, aber

Künstlerin zeigen Objekte meist in Ihrer Originalgrö-

dann werden die meisten zu Bürgern gemacht. Ja, dann werden

ße, sind reich an Symbolkraft und vermitteln durch den

die Kinder zu Bürgern assimiliert. Die Angepasstheit, die Unzu-

Wegfall jeglichen Hintergrundes eine skulpturale Dimen-

friedenheit, die Verkrampfung macht sich plötzlich im Kopf breit.

sion. „Skulpturen“ und „Fotografie“ standen so auch im

Kunst hilft mit, dass man nicht in diese Zwänge verfällt, offen

Mittelpunkt ihrer Arbeit mit den rund 15 Schülerinnen

bleibt“, so Tomak.

und Schülern der 10. Und 11. Klasse. „Skulpturen“ und

Ein Prinzip, das der Künstler auch bei der zweimonatigen Ar-

„Möbeldesigns“ bildeten die künstlerische Thematik des

beit an der Schule umsetzte. Mit rund zwanzig Schülerinnen

mehrwöchigen Workshops von Lies Maculan an der Ru-

und Schülern erarbeitete Tomak die Ausstellung „Tomak und

dolf Steiner-Schule Wien-Mauer. Vornehmliche „Alltag-

die Waldorf Astorias“. Ein komplexes Gemeinschaftswerk, das

gegenstände“ wie Tische, Stühle oder Lampen formten

von über 200 Besucherinnen und Besuchern anlässlich der Ver-

sich im Diskurs mit den Jugendlichen zu gesellschaftskri-

nissage Ende März 2014 honoriert wurde.

tische Kunstwerke.


Sterntaler – Wir bauen auf Kunst _ 31

Marija Mandic Fotos: Nadja Berke

Lies Maculan Fotos von: www.wirbauenaufkunst.at

„Solche Projekte begeistern mich, und braucht die Welt!“ Mit diesen Vorschusslorbeeren wurde unser Projekt

eine gemeinsame Kreation. Ich bin nicht diejenige, die etwas

„Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“ von der in Belgrad gebo-

‚besser‘ kann – sondern wir machen das gemeinsam. Wer

renen und in Deutschland lebenden Künstlerin Marija Man-

ein Bild betrachtet, gestaltet es ja immer auch mit. Kunst ist

dic bedacht. Im November 2015 übersiedelte Mandic eigens

eine Seelensprache und ein Dialog“, so Mandic. Ein künstle-

nach Wien, um mit den Schülerinnen und Schülern in Mauer

risches Konzept, das sowohl bei den Jugendlichen als auch

zu arbeiten. Dabei brachte sie auch ihre künstlerische Kon-

bei vielen Vernissage-Besucherinnen und Besuchern Ende

zeption für den Workshop zum Ausdruck: „Mir geht es um

Jänner 2016 großen Anklang fand.

>>


32 _ Sterntaler – Wir bauen auf Kunst

Karl Korab „Landschaft“ Fotos: www.wirbauenaufkunst.at

Fotos: Karl Hruza


Sterntaler – Wir bauen auf Kunst _ 33

Julian Khol „Sterntaler “ Fotos: www.wirbauenaufkunst.at

„Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“ im Wiener Künstlerhaus Dank des Künstlers Michael Wegerer fand schließlich die Initiative „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“ im April 2016 sogar den Weg ins Wiener Künstlerhaus (Passagegalerie). Ausgangspunkt und Thematik der Arbeiten Wegerers mit den Jugendlichen bildeten aktuell-politische sowie sozio-kulturelle Entwicklungen und deren Darstellung in den Medien.

Julian Kohl unterstützt Initiative mit dem Gemälde „Sterntaler“ Karl Korab spendet sein Werk „Landschaft“ Unser Dank im Rahmen der Initiative „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst gilt insbesondere auch den beiden österreichischen Künstlern Julian Kohl und Karl Korab für ihre großzügigen Werkspenden!

Hierbei richtete Wegerer seinen Fokus auf die Fragestellung, wie Jugendliche zeitaktuelle

Weitere Informationen unter:

Medienbilder in ihrer persönlichen, subjekti-

www.wirbauenaufkunst.at

ven Sichtweise wahrnehmen. Im gemeinsamen Dialog wurde ein künstlerischer Prozess aufgebaut, um sich visuell mit den aktuellen Schlagzeilen und den, in Medien vermittelten Bildern auseinanderzusetzen. Diese künstlerischen Positionen wurden schließlich unter Anwendung des Mediums Siebdruck gemeinsam ihm Rahmen eines mehrtägigen Workshops umgesetzt und im Wiener Künstlerhaus den zahlreichen Gästen präsentiert.

Bitte unterstützen auch Sie uns! Es gibt viele „Sterne“ und Bausteine, mit denen Sie unseren Kindern eine neue Schule schenken können! Durch den Ankauf eines Kunstwerkes aus unserer Projektsammlung „Sterntaler – Wir bauen auf Kunst“ schaffen Sie sich eine dauerhafte Wertanlage und sorgen dafür, dass der Erlös in den Bau unserer neuen Schule fließt. Oder Sie besitzen selbst ein Kunstwerk, eine Kunstsammlung? Ihre Schenkung hilft mit, ein finanzielles Fundament für den Schulneubau zu legen. Kontaktieren Sie bitte Engelbert Sperl unter: +43 676 521 82 12 / engelbert.sperl@waldorf-mauer.at


34 _ Neubau auf 113

Was wird auf „113“ Unser Schulgebäude für die Unterstufe, den Kindergarten und den Hort, sowie den Handarbeitsräumen auf 113 ist in einem sehr schlechten Zustand. Eine Generalsanierung wäre dringend notwendig, würde aber den dringenden Platzbedarf für die ganze Schulgemeinschaft keinesfalls lösen. Daher wurde im Herbst 2013 das Projekt Neubau auf 113 gestartet. Hier wollen wir gerne einen Überblick über das bisher geschehene geben und einen Ausblick wie es weitergehen soll: November 2013: die „Baugruppe“, bestehend aus Eltern aus dem Vorstand, LehrerInnen, KindergärtnerInnen und ArchitektInnen als Berater beginnt mit der Konzeption des Projektes.

Oktober 2014: Die Einladung zur Teilnahme am Wettbewerb ergeht an folgende Architekturbüros: Schenker-Salvi-Weber Architekten, Dietrich-Lang Architekten

Die rechtlichen Grundlagen, ein Funktions- und Raumbedarf sowie ein Zeitplan werden in den nächsten Monaten erarbeitet.

Horst Lechner,

März 2014: Nach dem Beschluss. einen Wettbewerb durchzuführen. beginnt die Suche nach ArchitektInnen die für einen Wettbewerb eingeladen werden sollen.

RAHM Architekten

Illichmann Architecture, Arge Gruber-Wallraff, Andi Breuss mit Dietrich | Untertrifaller

Mai 2014: Nach der Vorstellung der eingeladenen ArchitektInnen wird in der Baugruppe eine Auswahl von sieben Architekturbüros getroffen, die am Wettbewerb teilnehmen sollen.

Dezember 2014: Abgabe der Wettbewerbs-Einreichungen. Es werden sechs Projekte eingereicht und nach einer technischen Prüfung auch als vollständig anerkannt. Horst Lechner hat seine Teilnahme abgesagt.

August 2014: In der Woche vor Schulbeginn wird mit dem gesamten Lehrer- und

Jänner 2105: Die ArchitktInnen präsentieren ihre Beiträge der Baugruppe

Kindergartenkollegium ein zweitägiger Workshop mit externen Be-

und der Jury. In einem allgemeinen Elternabend werden alle

ratern durchgeführt, um das Raumprogramm und die zukünftige

sechs eingereichten Projekte präsentiert und danach auch

Aufteilung der Räume auf die zwei Gebäude zu erarbeiten. Ziel ist

in der Schule ausgestellt. Die ganze Schulgemeinschaft hat

die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für den Wettbewerb.

die Möglichkeit, über die Vorschläge abzustimmen.

Wir bringen’s auf DVD! Ihr Videostudiofachbetrieb am Südrand von Wien

Etliche Klassenspiele, Musikabende und Aufführungen, der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer für Nachbestellungen, als DVD-Video zum Kauf vorhanden!

Super 8 - Normal 8 - 16mm Film VHS-Kassetten - VHS C-Kassetten Hi8 - Video8 - Digital8 - Mini-DV Videotechnik Ing. Friedel HANS Hochstraße 108-110 2380 Perchtoldsdorf

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Februar 2015: Die Jury, bestehend aus einem Teil der Baugruppe sowie externen Architekten, trifft zusammen um einen Sieger zu ermitteln.

März 2015: Präsentation des Siegerprojektes bei der Generalversammlung des Schulvereins

Die TeilnehmerInnen (alphabetisch gereiht):

Mai 2015: Vorgespräche mit Stadt Wien, Baupolizei und Denkmalschutz ergeben, dass ein kompletter Neubau nicht möglich ist, das alte Gebäude muss zu 50% erhalten bleiben.

Elisabeth Alscher (Lehrerin Textiles Werken, Baugruppe) Christine Bolleter (Lehrerin Unterstufe) Jürgen Fränzer als Vorsitzender der Jury (Architekt, Kindergartenvater, Baugruppe)) Karl Hruza (ehemaliger Lehrer und SchülerInnenVater, Baugruppe) Walter Kowald (Architekt iR., ehemaliger SchülerInnen-Vater, Baugruppe) Gerhard Rumetshofer (Vorstandsmitglied, SchülerInnenVater, Baugruppe) Engelbert Sperl (Obmann des Schulvereins, ehemaliger SchülerInnenVater, Baugruppe) Ingrid Starsky (Architektin, ehemalige SchülerInnen-Mutter) Lothar Trierenberg (Vorstandsmitglied, SchülerInnenVater, Baugruppe) Friz Waclawek (Architekt, ehemaliger SchülerInnen-Vater) Die Jury kürt das Projekt von Andi Breuss mit Dietrich | Untertrifaller.

Juni-September 2015: Alle benötigten Räume werden noch einmal mit den LehrerInnen durchgearbeitet. um den Platzbedarf zu optimieren, da durch die Vorgabe des Denkmalschutzes auch Abstriche gemacht werden müssen. Die Architekten bekommen den Auftrag, über den Sommer das Projekt unter den neuen Gegebenheiten komplett umzuarbeiten Oktober 2015: Das überarbeitete Konzept wird vom Fachbeirat der Stadt Wien angenommen und die Verbindung zwischen Alt und Neu sogar lobend erwähnt. Auch die Schulgemeinschaft nimmt das neue Projekt wohlwollend auf. Die Detailarbeit geht weiter, Räume werden verschoben, Nutzungen überdacht und optimiert.

Erdgeschoss, Stand Oktober 2016 Turnhalle (Untergeschoss), Speisesaal, Küche, Bioladen, Kindergarten


Neubau auf 113 _ 36

Wie soll es weitergehen:

Jänner 2016: Die Broschüre zum geplanten Neubau wird erarbeitet. Beginn der Gespräche mit Banken und Sponsoren um die Finanzierungsmöglichkeiten zu konkretisieren.

November 2016: Einreichung der Pläne bei der Baupolizei. Beginn der Ausführungsplanung.

Mai 2016: Der Vorentwurf wird freigegeben und die Detailplanungen mit Haustechnik, Statik, Bauphysik etc. werden begonnen.

April 2017: Voraussichtlich Bauverhandlung und Baubescheid – hoffentlich positiv! Ausschreibungen an die Gewerke. Detailplanung.

Juni 2016: Probebohrungen um Auskunft über die Beschaffenheit und den Zustand des alten Gebäudes zu bekommen, damit die Planung der Statik vorgenommen werden kann. Die Einreichplanung wird in Auftrag gegeben.

Juli 2017: Möglicher Baubeginn mit Ende des Schuljahres. September 2018: Fertigstellung und Übersiedlung... >>

Juli 2016: Eine Delegation aus LehrerInnen und VorstandsvertreterInnen besucht einige Schulen und Kindergärten der Architekten Dietrich | Untertrifaller in Voralberg um ein lebendiges Bild der Architektur und Bauweise „unserer“ Architekten zu bekommen. September 2016: Präsentation der Einreichpläne und letzte Abstimmungen mit dem Lehrerkollegium.

1. Obergeschoss, Stand Oktober 2016 4 Klassen- und Mehrzweckräume, Musik, Handarbeit, Heileurythmie


37 _ Neubau auf 113

Die Finanzierung Nach wie vor sind noch einige Fragen zur Finanzierung of-

Diese Struktur ist aber nur eine Möglichkeit und hier auch nur in

fen und daher ist der oben dargestellte Baubeginn noch nicht

groben Zügen dargestellt!

ganz sicher.

Zusätzlich gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit der in

Wir sind in Gesprächen mit mehreren Stiftungen, die als mög-

Gründung befindlichen „Bank für Gemeinwohl“, die gerade

liche Großspender und Darlehnsgeber in Frage kommen. Um

prüft, unser Bauvorhaben als eines ihrer ersten gemeinwohlori-

hierfür eine tragfähige Struktur zu finden sind aber viele Fragen

entierten Projekte zu unterstützen. Hierbei kann über das Netz-

zu klären und je nach Beteiligten auch unterschiedlich zu lösen.

werk der Genossenschaft, die hinter dieser Bank steht, Crowd-

Eine mögliche Struktur sähe vor, eine Errichtungsgesellschaft in Form einer Stiftung zu gründen, an der alle Großspender beteiligt sind. Die Schule würde als Sicherstellung und Beitrag an dieser Stiftung die Liegenschaft 113 einbringen. Nach Fertigstellung wird das neue Schulgebäude an die Schule vermietet, wobei die Einbringung der Liegenschaft als Mietvorauszahlung für viele Jahre angerechnet wird. Der Plan wäre, dass in

funding und Spendengeld von einer breiten Öffentlichkeit beigezogen werden. Ziel wäre bis zum Frühling 2017 eine Finanzierung zu garantieren die auch in Form langfristiger Darlehn (wie oben skizziert) einen Baubeginn ermöglicht. Auch danach müsste laufend nach neuen Spendern und Gelquellen gesucht werden, um die Darlehnssumme zu verringern. Hierzu wurde auch das Projekt „Wir bauen auf Kunst“ im letzten Jahr ins Leben ge-

diesen Jahren eine finanzielle Besserstellung der Schule durch

rufen. Kurzfristig sind solche Projekte nicht in der Lage, den

den Staat erreicht wird und damit dann auch eine angemesse-

Bau zu finanzieren, aber über die Jahre kann eine Rückzahlung

ne Miete in die Errichtungsgesellschaft und damit zu den Geld-

besser dargestellt werden.

gebern zurückfließt. Da diese Miete als Kaufmiete vereinbart

Die bis jetzt angefallen Planungskosten werden ebenfalls von

werden kann, erwirbt die Schule langfristig das Gebäude und

einer Stiftung getragen die für das oben beschriebene Modell

Grundstück wieder zurück.

zur Verfügung stehen wird.

Diese Geldgebenden Stiftungen müssen allerdings bereit sein,

Wir sind auch immer interessiert an neuen Ideen oder beant-

langfristig oder sogar dauerhaft auf eine Rückzahlung zu ver-

worten auch gerne Fragen dazu.

zichten, sollte die Schule auch weiterhin in Geldnot bleiben und

engelbert.sperl@waldorf-mauer.at,

damit eine Art Ausfallhaftung übernehmen.

lothar.trierenberg@waldorf-mauer.at

2. Obergeschoss, Stand Oktober 2016 Hort, Eurythmie


Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100 Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 13Z039641 M Impressum Seite 2

P.b.b.

Das Gebäude

Die Architekten

Im neuen Schulgebäude werden die Klassen

Aus dem Ideenwettbewerb wurde die Arbeitsgemeinschaft Andi Breuss mit

1. bis 4. mit Kleinklassen, eine Sporthalle

Dietrich | Untertrifaller Architekten ausgewählt. Beide Büros sind spezialisiert

und ein Gymnastikraum, Handarbeitsräu-

auf das Bauen mit natürlichen Baustoffe und mit Dietrich | Untertrifaller ist es

me, Musikraum, Eurythmiesaal, Heileuryth-

auch gelungen ein Büro mit umfangreicher Erfahrung im Schulbau zu gewinnen.

mie und Arztzimmer, Küche und Speisesaal,

Dietrich | Untertrifaller Architekten besteht seit 1994 und ging aus der 1986 be-

der Bioladen sowie der Hort Platz finden. In

gonnenen Zusammenarbeit zwischen Helmut Dietrich und Much Untertrifaller

einem kleineren Nebengebäude wird der

hervor. Das Büro beschäftigt derzeit über 50 Mitarbeiter in den Niederlassungen

Kindergarten untergebracht.

in Bregenz (seit 1994), Wien (seit 2004) und St. Gallen (seit 2005), welche Projek-

Die Bauweise soll möglichst ökologisch und

te direkt oder in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Partnerbüros abwickeln.

Chemiefrei sein. Der Keller und das Trep-

Die Projekte von Dietrich | Untertrifaller haben eine starke Beziehung zum Ort

penhaus wird in Stahlbeton ausgeführt,

und seinem Umfeld, sind aus der Situation und dem Programm entwickelt. Dies

die tragende Konstruktion bis zum Dach in

garantiert differenzierte Lösungen, Individualität und Unverwechselbarkeit. Be-

holzbauweise.

stehendes und Neues ergänzen einander und führen zu einem spannenden Ge-

Viel Glas wird im neuen Teil neben Holz die

samtergebnis. Der sparsame Umgang mit Ressourcen und der richtige Einsatz

Fassade prägen, im alten Teil die Fassade

von Materialien ist ein bestimmender Faktor ihrer Architektur.

renoviert und so erhalten bleiben.

Andi Breuss gestaltet seit 1989 architektonische Räume und Objekte, die Be-

Die Innenräume werden großteils mit Holz-

dürfnisse und Sinne der Nutzer fördern. Natürlicher Geruch, haptisch taktile

böden und Lehmputz gestaltet.

Sinnlichkeit, sowie ein körperverträgliches und gesundes Raumklima durch die

Der Kindergarten wird ein kompletter Holz-

Verwendung von natürlichen unbehandelten Materialien prägen seine Räu-

bau und wird anstelle des derzeitigen Biola-

me, die durch lichtstreuende Oberflächen den Nutzer und die Architektur in ein

dens stehen.

warmes und schönes Licht tauchen.

Der natürliche Charakter des Gartens, mit

Die Projekte umfassen Dachbodenausbauten, Einfamilienhäuser, Wohn- und

den alten Bäumen soll weitgehend erhalten

Schulraumgestaltungen, touristische und gastronomische Räume, Möbelde-

bleiben und auch einen Sportplatz wird es

sign, Büroräume ... sowie wissenschaftliche Studien zur Verwendung und Neu-

wieder geben.

anwendung von natürlichen Baustoffen im Bauprozess.

Naturkostladen

aus gutem grund Öffnungszeiten Montag, Samstag 08:00 - 13:00 Dienstag - Freitag 08:00 - 18:00 Endresstraße 113, 1230 Wien Telefon: 01 888 10 38 E-Mail: info@ausgutemgrund.at Parkmöglichkeit im Schulhof Dienstag, Mittwoch ab 17:00, Donnerstag, Freitag ab 16:00 Samstag 08:00 - 12:30, an schulfreien Tagen ganztägig. Bitte langsam in den Schulhof einfahren!

Profile for Karl Hruza

MoMent Jahresheft 2015-16  

Jahresheft der R. Steiner-Schule Wien-Mauer 2015/16

MoMent Jahresheft 2015-16  

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