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Welcome

Zeitschrift fĂźr die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Winter 2016 / â‚Ź 2,50


2 _ Editorial, Impressum

Mo

Ment

Zeitschrift von und für Eltern, FreundInnen, LehrerInnen, SchülerInnen der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Liebe Freunde unserer Schulzeitung MoMent,

Weise während der letzten Monate so intensiv beschäftigt hatte: Das Thema Flüchtlinge lebte in allen Schulstufen und wurde in

es war uns absolut ernst. Als wir mit der letzten MoMent-Ausga-

ganz selbstverständlicher, menschlicher Art und Weise aufge-

be verkündeten, dass diese die letzte sei, war das keine Koket-

griffen: Menschen in bitterer Not muss einfach geholfen werden

terie, das war kein Spielchen mit „Schau‘n wir mal, was passiert.“

– ja was denn sonst?

Die Ausgabe des vergangenen Herbstes war ein Abschluss – unser Abschied.

All die Aktivitäten – vom Sammeln, über Hilfsgüter, über den Benefizabend, bis hin zur direkten Hilfe am Hauptbahnhof durch die 12. Klasse, haben wir hier in einem Schwerpunkt aufbereitet.

Die entscheidende Wende brachte dann allerdings Brigitte Födinger: Sie nahm mit mir Kontakt auf und meinte: Schreiben

Über all dem steht: Es sind Menschen, die einfach helfen.

würde sie schon – aber vor allem würde sie uns anbieten, bei der

SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern. Sei es im Großen – in der

Koordination der Produktionen zu helfen. Und damit bot uns Bri-

Flüchtlingshilfe, sei es im vergleichsweise Kleinen – bei unserer

gitte Födinger genau das an, was wir so dringend, so verzweifelt

Schulzeitung. Menschen, die nicht fragen: Was bringt mir das?

benötigt hatten!

Was bekomme ich dafür? Und dafür kann man nur unendlich dankbar sein!

Und nicht nur das: Auch weitere Schülereltern boten uns ihre

Mit herzlichen Grüßen für das neue und „alte“ MoMent-Team,

Hilfe an: Peter Floquet schloss sich ebenso unserem Team an wie Isabella Pohl, eine ehemalige Schülerin unserer Schule, mit

Roman David-Freihsl

der ich bereits bei der Tageszeitung „Der Standard“ zusammenarbeiten durfte. Sie hat uns für diese Ausgabe bereits ein wun-

Impressum:

derbares Interview mit unserem neuen Erstklasslehrer Manfred Hofer verfasst.

Medieninhaber, Verleger, Herausgeber: Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG), DVR NR.: 7864 9742

Nicht zuletzt entwarf uns Lena Artaker ein neues Erschei-

Absender: moment@waldorf-mauer.at

nungsbild für das neue Layout, das dann gemeinsam mit Karl

1230 Wien, Endresstraße 100

Hruza umgesetzt wurde. Dann stieß auch noch Margarete Goss

Verlagspostamt: 1230 Wien / Zulassungsnummer: I3Z03954IM

dazu, die uns beim Korrigieren der Texte half.

MitarbeiterInnen: Brigitte Födinger E: moment@waldorf-mauer.at / Roman David-Freihsl E: roman.freihsl@gmx.at / Karl Hruza

Nicht zu vergessen all jene Redaktionsmitglieder vom „alten“

E: karl.hruza@waldorf-mauer.at / Lena Artaker / Nadja Berke /

Team, die wie selbstverständlich weiter machen. Und nicht zu-

Ursula Dotzler / Peter Floquet / Peter Gluchi / Saskia Sautner /

letzt all die SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern, die uns all die

Sabine Trierenberg

Beiträge schickten. Allen, wirklich allen, ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!“

Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien, aus umweltfreundlicher Druckproduktion

Eine ganz besondere Freude war es dann, über das zu be-

Kontoverbindung lautend auf: Redaktion Schulzeitung /

richten, was unser Land und unsere Schule in ganz besonderer

IBAN: AT44 2011 1822 2175 1000 / BIC: GIBAATWWXXX


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ie Erziehungsfrage als soziale Frage (1)

Die soziale Frage – eine Erziehungsfrage?

«

Tobias Richter und Leonhard Weiss sind Mitarbeiter am Zentrum für Kultur und Pädagogik in Wien und Dozenten des Masterstudiums Waldorfpädagogik an der Donau-

Text: Tobias Richter & Leonhard Weiss

Darüber sprach Rudolf Steiner wenige Tage vor dem Ausbildungskurs

Universität Krems.

men! Nicht zuletzt, weil in dem Stuttgarter Kollegium ein Leh-

für die Lehrerinnen und Lehrer der ersten Waldorfschule (2) in Stutt-

rer war, der durch seine hohe pädagogische Kunst und bedin-

gart. Waldorfpädagogik ist ja ein Kind jenes umfassenden Sozialkon-

gungslose Verantwortungsbereitschaft diesen Kindern einen

zepts, das Steiner auf Bitten von Graf Polzer-Hoditz, des bayerischen

sicheren Hafen bieten konnte: der Österreicher Dr. Karl Schu-

Reichsrates Otto von Lerchenfeld und des Fabrikdirektors Emil Molt als

bert. So gesehen kann die Waldorfpädagogik also auf einen

Antwort auf die drängenden sozialen und politischen Fragen in der Zeit

beinah 100-jährigen Inklusions-Impuls zurückblicken – wenn es

nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entwickelt hat. Im Mittelpunkt

auch vermessen wäre, von einer hundertjährigen Inklusionser-

einer wirklich zukunftsfähigen politischen Ordnung müsse die Möglich-

fahrung zu sprechen, da dieser Impuls nicht immer aufgegriffen

keit der individuellen Freiheit des Menschen und nicht allein die Selbst-

und realisiert wurde …

bestimmung von „Völkern“ stehen, davon war Steiner gerade angesichts des Nationalismus seiner Zeit überzeugt. Wohl auch deswegen

Das ZENTRUM FÜR KULTUR UND PÄDAGOGIK hat in seinem

konzipierte er eine Pädagogik, in welcher dem respektvollen sozialen

Studienangebot auch sog. Spezialisierungskurse in Heilpädago-

Interagieren höchste Bedeutung zukommt: in der Beziehung zwischen

gik, die im 3. Studienjahr belegt werden können. Diese richten

LehrerInnen und SchülerInnen, zwischen Eltern und LehrerInnen, zwi-

sich thematisch nicht nur an Waldorf-Heilpädagogen, sondern

schen LehrerInnen untereinander und natürlich zwischen Schule und

auch aus oben genannten Gründen an Kolleginnen und Kollegen

Gesellschaft. Verweise darauf füllen Bücher – und Abhandlungen zu

im Klassenlehrerbereich.

diesen Themen inzwischen viele Regale. Die politische und soziale Situation ist zweifellos im 21. JahrDass Steiner immer weit gedacht hat, zeichnet sein Lebenswerk

hundert eine ganz andere als vor hundert Jahren. Doch dass es

aus – auch in Bezug auf Fragen des sozialen Zusammenlebens inner-

gerade heute darum geht, Zugang zu dem zu suchen, was an-

halb der Klasse und einer Unterrichtsgestaltung, die dem einzelnen

ders, fremd, neu, ungewohnt ist, darüber braucht angesichts

Kind den Zugang zu seinen Potentialen ermöglichen soll – selbst wenn

der aktuellen Zeitlage gewiss keine Zeile geschrieben, kein Wort

diese nicht gleich offensichtlich sind. Das ruht sicher auch auf Steiners

verloren zu werden: Ob in der individuellen Klassensituation oder

eigener pädagogischer bzw. heilpädagogischer Unterrichtspraxis. So

in der Begegnung mit Menschen auf Heimatsuche – nicht darum

schreibt er in seiner Autobiographie über die Erstbegegnung mit dem

geht es heute, ob diese Begegnung stattfindet, sondern darum,

als schwerst behindert eingestuften Otto Specht:

wie wir sie gestalten wollen – und können.

Ich bildete mir, nachdem ich das Kind kennen gelernt hatte, das Urteil, dass eine diesem körperlichen und seelischen Organismus entsprechende Erziehung die schlummernden Fähigkeiten zum Erwachen bringen müsse. …Ich musste den Zugang zu seiner Seele finden, die sich zunächst wie in

(1) R. Steiner (1991): Die Erziehungsfrage als soziale Frage,

einem schlafähnlichen Zustand befand… Ich war von dem Glauben durch-

GA 296, Dornach

drungen, dass der Knabe zwar verborgene, aber sogar große geistige Fä-

(2) R. Steiner (1960): Allgemeine Menschenkunde als Grundlage

higkeiten hatte. (3)

der Pädagogik, GA 293; Erziehungskunst. Methodisch-Didaktisches, GA 294; Erziehungskunst. Seminarbesprechungen und

An der ersten Waldorfschule in Stuttgart wurden dann auch Kinder, die besonderer Förderung bedurften, angemeldet – und aufgenom-

Lehrplanvorträge, GA 295 (3) R. Steiner (1949): Mein Lebensgang, S. 69, GA 28, Dornach


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ehst du heute wieder flüchten?

Text: Saskia Sautner Fotos: © Regina Hügli

Der Wiener Westbahnhof ist seit vier Monaten mein zweites

Die Geschichten der Flüchtlinge am Bahnhof ähneln einander: Die

Büro. Hierher komme ich stundenweise vor der Arbeit, nach der

meisten Neuankömmlinge sind Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Afgha-

Arbeit und manchmal am Wochenende. Im Aufenthaltsraum der

nistan und dem Irak. Es sind Männer, Frauen und viele, viele Kinder;

Caritas koche ich heißen Tee und verteile Brot und Thunfischdosen,

alle sind mit dem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland

Zahnbürsten und Windeln, telefoniere mit Notquartieren und Asyl-

gefahren. Viele haben die Überfahrt mit dem Handy mitgefilmt; da

beratungsstellen. Rund 50 bis 70 Männer, Frauen und Kinder halten

sind winkende Kinder, aber auch Gesichter voller Angst, wenn das

sich hier tagsüber auf, um sich zu wärmen, bis das Nachtquartier

Boot losfährt. Geld und Pass eingeschweißt unter dem T-Shirt, in

aufsperrt; viele haben keinen festen Schlafplatz, obwohl sie in Ös-

der Hand höchstens ein kleiner Rucksack. Manche haben nur vier

terreich im Asylverfahren stehen.

Tage über die Balkanroute aus der Türkei benötigt, manche sind

Seit September 2015 bin ich freiwillige Arabisch-Übersetzerin für

wochenlang zu Fuß unterwegs gewesen, alle haben wenig ge-

die Caritas am Wiener Westbahnhof – anfangs fast täglich, jetzt

schlafen und gegessen. Die meisten kommen am Bahnsteig an und

nach Bedarf und Zeit ein- bis zweimal pro Woche. Arabisch habe

wissen nicht einmal, dass sie in Österreich sind; sie fragen, ob die U-

ich als Studentin gelernt, vor mittlerweile 20 Jahren: Arabistik und

Bahn auch bis Deutschland fährt oder ob es weit sei mit dem Taxi.

Islamwissenschaften als Zweitfach an der Uni Wien, dann mehrere Aufenthalte im Nahen Osten, unter anderem als Volontärin im Ös-

Und manche Momente graben sich tief ins Gedächtnis ein: Eine

terreichischen Hospiz in Jerusalem, ein Stipendium, Reisen. Vieles

junge, blonde Frau aus der syrischen Stadt Aleppo – sie war dort

von der Sprache war in Vergessenheit geraten.

Fahrschullehrerin – hat allein die Flucht von der Türkei geschafft, sie hat seit Tagen nicht geschlafen, sie ist schmutzig und schämt sich

Dann kam der 5. September 2015: Wir steigen frisch vom Kroa-

dafür. So, sage ich, jetzt suchen wir dir einmal was Frisches zum An-

tien-Urlaub aus dem Nachtzug von Split am Wiener Hauptbahnhof

ziehen. Im Caritas-Lager finden wir die passende Jeans und Stie-

aus und sehen, dicht gedrängt, hunderte Flüchtlinge in Flipflops am

fel, sie schminkt sich, und ich spendiere ihr einen echten schwarzen

Bahnsteig stehen. Ich überlasse meinem Mann die Kinder und das

Kaffee vom Bistro. Ihre Schwester lebt am Bodensee in Deutschland,

Gepäck, fahre zum Westbahnhof, um zu übersetzen – und bleibe das

nahe der Grenze. Sie fragt, wo Bregenz ist, dort würde sie abgeholt.

ganze Wochenende.

Ihr Handy ist verlorengegangen, aber sie hat ein kleines Notizbuch in ihrem bunten Stoffrucksack. Wir erreichen über mein Handy ihren

Bis Anfang November haben wir am Bahnhof täglich bis zu 2.000

Schwager in Deutschland, kaufen ein Ticket, und als sie ihren Kaffee

Transitflüchtlinge betreut, gemeinsam mit Polizei und ÖBB in Züge

schlürft (der erste nach 30 Tagen), fällt sie mir weinend um den Hals

begleitet, Sonderzüge und Sonderbusse koordiniert. Insgesamt sind

und weint lange – vor Erleichterung und vor Trauer über all das, was

im Herbst 250.000 Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Deutschland

sie verloren hat in ihrer zerstörten Heimatstadt Aleppo.

und in andere EU-Länder durch Wien gereist. Wir, das sind viele, viele freiwillige HelferInnen und ÜbersetzerInnen mit ägyptischen,

Eine Familie aus Syrien bringe ich zum Aufenthaltsraum; sie wol-

iranischen oder afghanischen Wurzeln, die mehr tun, als nur zu dol-

len am nächsten Tag weiter nach Deutschland. Sie haben neben drei

metschen: Wir geben Informationen, wir organisieren Notquartier-

großen Kindern ein winziges Bündel Mensch dabei. Wie hat die Frau

plätze, begleiten zum Asylverfahren, ins Spital und sind Seelentrös-

das Baby bloß im Schlauchboot unter der Schwimmweste gehalten,

terInnen für Menschen im Ausnahmezustand.

grüble ich, während wir sprechen. Ein bisschen später halte ich die


Welcome _ 5 Es war – und ist ein beeindruckendes, Hoffnung weckendes Signal der Zivilgesellschaft: Die Flüchtlingshilfe am Westbahnhof, am Hauptbahnhof und an vielen anderen Orten des Landes. Ein Beweis, dass es auch ein anderes Österreich gibt, ein Österreich der Hilfsbereitschaft, ein Österreich der Menschlichkeit. Hunderte, tausende Flüchtlinge kamen – und viele, sehr viele fragten nicht lange nach oder schauten weg. Sie sahen: Da waren Menschen in Not, Menschen, die Unglaubliches mitgemacht hatten. Und sie halfen einfach. Unter ihnen eine ehemalige Schülerin unserer Schule: Saskia Sautner. Als sie frisch vom Urlaub heimkehrend am Westbahnhof ankam, sah sie die Menschenmenge, ging hin – und half. Legte Hand an, setzte ihr Sprachtalent ein, übersetzte und gab damit vielen Flüchtlingsfamilien Hoffnung und neue Perspektiven. Ihr Einsatz fiel auf. Saskia Sautner wurde mehrfach porträtiert – im schweizerischen Tagesanzeiger etwa oder als eine der „Helden des Jahres“ im Kurier. Saskia Sautner nützte dies, wie auch Social Media-Foren, um von den Schicksalen, die ihr begegnen zu berichten – und damit Verständnis für die Schicksale der Flüchtenden zu wecken. Und das Bedürfnis: Selbst helfen zu wollen.

Roman David-Freihsl

kleine Maria im Arm und frage, wann sie geboren wurde. Unter Trä-

mit ihrem Kind wieder vereint zu werden. Wir sind aber guter Dinge,

nen erzählt der Vater, dass das Baby im überfüllten Zug, im dichten

dass sich auch diese Geschichte zum Guten wendet. Viele Menschen

Gedränge zwischen schlafenden Flüchtlingen, irgendwo auf der Stre-

bemühen sich – um diese Familie und um viele andere; das ist das

cke zwischen Mazedonien und Serbien, nachts, auf einer ausgebrei-

Schöne an diesem riesengroßen Drama. Und wenn ich morgens die

teten Reisetasche zur Welt gekommen war. Er sei der Geburtshelfer

Wohnung verlasse, fragt der Rest der Familie verständnisvoll: Gehst

gewesen und habe seither kein Auge zugetan. Erst in Kroatien wagte

du heute ins Büro oder gehst du flüchten?

die Familie, zur ärztlichen Versorgung zu gehen. Das Baby ist zu diesem Zeitpunkt gerade erst drei Tage alt.

Inzwischen sind am Westbahnhof keine Transitflüchtlinge mehr: Die Route führt derzeit über Spielfeld nach Salzburg und Tirol wei-

Zwischen Bananen verteilen und übersetzen in der Erste Hilfe-

ter nach Deutschland. Das Quartierproblem ist trotzdem überall

Station treffe ich alte und neue Freunde. Einmal, bei der Untersu-

groß. Wer also Mut hat und ein freies, begehbares Zimmer, eine

chung von ein paar schlimm hustenden irakischen Kindern, zwin-

leerstehende Wohnung oder ein Büro, kann Gutes tun und für ei-

kert mir die diensthabende Ärztin plötzlich zu: es ist Elisabeth

nige Monate Flüchtlingen Unterkunft geben. Auch HelferInnen in

Frank, die ehemalige Schulärztin, die hier als Freiwillige für die Ret-

Notquartieren werden jederzeit benötigt, beispielsweise in den

tungsdienste arbeitet!

Quartieren im Krankenhaus Lainz. Infos dazu unter:

Tages-Anzeiger – Dienstag, 6. Oktober 2015

International

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http://fluechtlinge.wien.gv.at oder unter der Hotline 01/245 24 99. Am Westbahnhof lerne ich kurz vor Weihnachten auch Mu-

Ruhe nach dem Sturm

hammad kennen, einen Familienvater aus Homs, Syrien. Er wartet dort mit seiner Frau und fünf Buben. Ein sechster Sohn

In den USA empört sich kaum jemand darüber, dass die US-Luftwaffe in Kunduz ein Spital bombardiert hat.

ist schon im September mit dem Onkel über die Balkanroute nach Wien gereist. Der zehnjährige Ali wurde damals – weil

Sacha Batthyany Washington

minderjährig – an eine Wiener Familie in Pflege gegeben; er geht in die Schule und spricht schon recht gut Deutsch. Bei der Polizei findet das erste Treffen mit Alis Eltern und Pflegeeltern statt; alle Beteiligten sind guter Dinge, dass er bald zu seiner Familie kann. Allein – so einfach geht es dann doch nicht, denn mangels Quartierplätzen wird die Familie von der Asylbehörde nach Graz geschickt, wo sie bis heute noch immer wartet,

Den vollständigen Artikel des Tages-Anzeigers vom 06.10.2015 finden Sie im Internet unter http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/ Der-letzte-Zug-von-Bahnsteig-eins-/story/22039082

«Die meisten nehmen ihre eigene Erschöpfung gar nicht wahr»: Flüchtlingshelferin Saskia Schwaiger im Wiener Westbahnhof. Foto: Regina Hügli

Der letzte Zug von Bahnsteig eins Saskia Schwaiger ist Arabisch-Übersetzerin im Wiener Westbahnhof. Weil Deutschland die Grenzen langsam dichtmacht, spürt sie die Anspannung bei Flüchtlingen und Helfern.

Bernhard Odehnal Wien Der junge Syrer steht ratlos vor dem Ticketschalter im Wiener Westbahnhof. Er spricht kein Wort Deutsch und kein Englisch, aber er möchte in die Schweiz. Zu seinem Bruder, der dort als Coiffeur

ausgeben, kann sie nicht bestätigen. Ein paar Marokkaner habe sie entdeckt, «sonst niemanden aus dem Maghreb oder aus Ägypten». Meistens sei am Westbahnhof das Arabisch der Syrer oder das Farsi der Afghanen zu hören. Es haben sich aber auch schon Syrer bei ihr beschwert, dass Iraker mit syrischen

Ausserhalb des Bahnhofs ist von der enormen logistischen Leistung kaum etwas zu merken. Der Betrieb ist eingespielt. Auch Polizisten und Bähnler sind hilfsbereit, wenn auch nicht mehr ganz so freundlich wie in den ersten Wochen. Die Spannung steigt merklich, bei Helfern, Behörden und bei den Flüchtlin-

täuschung: Auch Deutschland ist nicht das Paradies. Auch in Deutschland warten überfüllte Aufnahmezentren. Seit Deutschland nur mehr wenige Sonderzüge annimmt und die Schliessung der Grenzen näherrückt, steigt die Anspannung am Wiener Westbahnhof. In kleinen Gruppen stehen die Flücht-

30 Minuten dauerte der amerikanisch Luftangriff auf das Trauma-Kranken haus von Ärzte ohne Grenzen (MSF) i Kunduz, bei dem am Samstag 22 un schuldige Menschen starben, darunte 3 Kinder; über 30 Menschen wurde verletzt. «Die Bomben schlugen ein, un dann hörten wir, wie die Maschine Kreise flogen», wird Heman Nag rathnam, ein Mitarbeiter der Hilf organisation, zitiert. «Nach einer Paus schlugen noch mehr Bomben ein. Da passierte immer wieder.» Auf Fotos sieh man das zerstörte Gebäude, klein Feuer lodern, wo eben noch Mensche behandelt wurden. Der Krankenpflege Lajos Zoltan Jecs, der den Angriff übe lebte, sagte, die Patienten seien in ihre Betten verbrannt. Die Mitteilung über den «Kollatera schaden», wie ihn das US-Militär nannt hat weltweit für Empörung gesorg Das Internationale Komitee vom Rote Kreuz sprach von einer «Tragödie». De für humanitäre Hilfe zuständige EU Kommissar Christos Stylianides sagt «Ich bin zutiefst schockiert über den To von mindestens neun Mitarbeitern vo Ärzte ohne Grenzen.» Falls sich herau stellen sollte, dass die Klinik absichtlic ins Visier genommen wurde, könnte e sich gemäss Said Raad al-Hussein vo UNO-Hochkommissariat für Menschen rechte um ein Kriegsverbrechen han deln. Er nannte den Zwischenfall «un entschuldbar und womöglich soga kriminell». Die Hilfsorganisation Ärz ohne Grenzen selbst bezeichnete de Angriff als «schweren Verstoss gege humanitäres Völkerrecht». Nur in den USA blieb es seltsam ruhi US-Verteidigungsminister Ashton Carte versprach eine «volle Untersuchun des tragischen Vorfalls», auch Präsiden Obama sprach von einer «Tragödie wollte sich aber noch kein Urteil an massen. John Campbell, Befehlshabe der amerikanischen Truppen in Afgh nistan, sprach sein «tiefstes Beileid» au und meinte, der US-Angriff sei erfolg nachdem afghanische Streitkräfte u Hilfe angefragt hätten, da sie unter B schuss der Taliban geraten waren. Vo einem Fehler aber sprach Campbe nicht, um von einer möglichen Schu


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Als Flüchtling gilt eine Person, die „[…] aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nati-

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apa, wir gehen nochmals sammeln

Eine spontane Aktion von Kindern zweier Klassen im Vorfeld des Benefizabends Text: Gottfried Bures

Im Oktober fand in unserer Schule im Großen Festsaal eine Be-

onalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; […]“ (Auszug aus Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention, 1951)

„Papa, wir gehen nochmals sammeln. Beim Flohmarkt kommt

nefizveranstaltung für junge Menschen auf der Flucht statt. Vie-

niemand“, rufen mir die Kinder noch zu. Letizia, Alida, Mia, Gloria

le Künstler traten auf und stellten sich in den Dienst der Sache. Es

und Zina machen sich also auf den Weg. Ich stelle mir Fragen, wie

wurde gesammelt, gespendet, und die Darbietungen regten zum

viel die Kinder wohl sammeln werden. Ich bin gespannt und sehe

Nachdenken und Reflektieren an.

ihnen nach, wie sie losziehen.

Einige Kinder der 3. und 5. Klasse hatten sich bereits am Nachmittag dieses Tages getroffen und eine Sammlung organisiert. Davon möchte ich nun kurz erzählen:

Nach 1,5 bis 2 Stunden kommen sie zurück und sind nun zu sechst. Emilio von der 5. Klasse hat sich ihnen ebenfalls angeschlossen. Alle reden durcheinander; die Kinder sind freudig angespannt.

Am Nachmittag desselben Tages treffen sich Letizia und Alida

Sie erzählen mir von Leuten, die ihnen Geld gaben, von Menschen,

von der 5. Klasse bei uns zu Hause. Die Kinder sind aufgeregt. Am

die nichts spendeten und von gruseligen Häusern. Sie beantwor-

Abend ist das Konzert. Sollen sie auch etwas für Flüchtlinge, für die

teten Fragen, was mit dem Geld passieren würde und von welcher

Veranstaltung tun?

Schule sie wären. Sie erzählen auch davon, wie ihnen ein Mann

Es tauchen Fragen, einige Fragen auf. Was sind denn Flüchtlinge

nichts gab mit der Begründung, er sei selber Flüchtling.

überhaupt und woher kommen sie? Wieso gehen sie von zu Hause weg? Ich beantworte die Fragen, so gut ich es kann.

Sie läuteten bei Einfamilienhäusern und bei Mehrparteienhäusern an. Manche Menschen waren auch ein wenig komisch, und von

Nach einer Weile geht plötzlich die Tür von meinem Zimmer wieder auf, und ich sehe ein Schild: „Wir bitten um Geld für die Flücht-

einer Frau bekamen sie eine Packung Toffifee – die schon 1 Jahr abgelaufen war.

linge“. Ich bin erstaunt und überrascht. „Was macht ihr denn“, will ich wissen. „Papa, wir gehen Geld für die Flüchtlinge sammeln“, ent-

Jetzt wollen die Kinder wissen, wieviel sie gesammelt haben: das

gegnet mir Letizia. Ich rufe ihnen noch nach, sie sollen in der Ge-

Zählen kann beginnen. Sie stehen um den Tisch, und die Körbe und

gend bleiben, und weg sind sie.

Sackerln werden ausgeleert. Emilio zählt, und die anderen Kinder

Nach einer Weile kommen sie zurück, und es stehen 24 Euro zu Bu-

zählen laut mit. Sie haben 100,62 Euro gesammelt. Es folgt großer

che. Die beiden sind damit nicht zufrieden, und schnell haben sie

Jubel, Getanze und Geschrei.

eine neue Idee. „Wir machen einen Flohmarkt“. Das Ganze kommt nun in Schwung, und ich bin überwältigt, welche

Die Kinder sind sehr aufgeregt und stolz, so eine hohe Summe

Dynamik sich da entwickelt. Mit vollem Eifer sind sie bei der Sache.

gesammelt zu haben. Sie stecken das Geld in ein Kuvert. Letizia und

Sie fragen Zina, Gloria und Mia von der 3. Klasse, die auch bei uns zu

Alida bringen das Kuvert am Abend zur Benefizveranstaltung und

Besuch sind, ob sie mitmachen wollen. Keine Frage – „na sicher sind

übergeben es Frau Pazmandy mit den Worten: „Das haben wir für

wir dabei!“

die Flüchtlinge gesammelt“.

Das Projekt nimmt weiter Fahrt auf. Sie beratschlagen sich, wie sie den Flohmarkt gestalten werden, diskutieren und bauen auf. Jedoch der Flohmarkt bringt auch nicht das gewünschte Ergebnis.

Das Geld wurde an den Verein „Tralalobe“ gespendet. Der Verein betreut unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge.


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ie lange Nacht zu Gunsten von Flüchtlingen

Entstehungsgeschichte einer Benefizveranstaltung am 17. Oktober 2015 Text: Angela Schindler

https://www.rootsofcompassion.org/de/refugees-welcome-aufnaher

Foto: Nadja Berke

Motiv: Hendrik K./Baumwolle/€ 1,80

Bei einem Treffen des Veranstaltungskreises der Schule im

ebenso wie auch Frau Kaufmann und Philipp Lang (ein ehemaliger

September 2015 berichtete Stefan Albrecht vom Angebot ei-

Schüler) für Lesungen gewonnen werden. Große Bereitschaft zur

nes Streichquartetts, ein Konzert zu Gunsten von Flüchtlingen

Mitgestaltung zeigten die Instrumentallehrer der Freien Musik-

zu spielen. Er berichtete darüber hinaus von einer Veranstaltung

schule, die den 2. Teil der Veranstaltung musikalisch bestreiten

in Bezug auf Flüchtlinge, an der unser Erstklasslehrer Manfred

sollten. Viele SchülerInnen der 5. Klasse freuten sich, mit einem

Hofer maßgeblich beteiligt war und die in der Schule wiederholt

Kanon das Programm eröffnen zu können.

werden könnte. So entstand ein abendfüllendes Programm, und diese VeranRasch entstand die Idee, diese beiden Intentionen zu verknüpfen und mit anderen künstlerischen Beiträgen zu erweitern: eine

staltung wurde in unterschiedlichster Weise für alle Beteiligten zu einem besonderen Ereignis.

„Lange Nacht zu Gunsten von Flüchtlingen“ könnte es werden. Ein Termin wurde festgesetzt.

Dem Verein „Tralalobe“ konnte durch den Verkauf von „1.000 Lampen“ und durch Spenden € 3.150,– übergeben werden. Das

Nun suchten wir Menschen und Künstler im Umkreis der Schule, die mitwirken könnten. In der kurzen Vorbereitungsphase war das gar nicht so einfach. Das Streichquartett um die Cellistin Ursula Hielscher (Kindergärtnerin in der Marktgemeindegasse) stand fest. Sie gaben sich kurz entschlossen den Namen „Benequartett“; das Wort Benefiz stand Pate. Christoph Rothenbuchner, ein junger Schauspieler, der zurzeit am Volkstheater engagiert ist, konnte

Geld wird für Freizeitaktivitäten der jugendlichen Flüchtlinge aufgewendet. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben.


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eaktionen

Rückblicke auf die Benefizveranstaltung am 17. Oktober 2015 Text: Veronika Skerjanz Text: Manuela Mader

Graffiti: http://refugees-solidarity-mainz.de/event/

Foto: Lothar Trierenberg

benefizkonzert-refugees-welcome/

Als Mutter eines Erstklassenkindes war ich angetan von der

Nachdem ich von mehreren Menschen auf das Benefizkonzert für

großartigen Veranstaltung in unserer Schule. Die ins Konzert

junge unbegleitete Flüchtlinge angesprochen wurde, beschloss ich im

eingebetteten, von Herrn Hofer vorgetragenen Schicksale

letzten Moment, mich auf dieses einzulassen. Diese rasche Entschlos-

der Flüchtlinge machten nachdenklich und sehr betroffen.

senheit wurde mit außergewöhnlichen musikalischen Beiträgen belohnt,

die mich die täglichen Alltagssorgen vergessen ließen. Eine Darbietung

Die Musikstücke und die Lesung waren gut gewählt,

hat mich und wahrscheinlich auch viele andere Menschen im Saal tief

sehr stimmig und passten ins Gesamtbild. Die Profes-

berührt. Als es im Festsaal dunkel wurde und auf der Bühne unendlich

sionalität der Musiker überzeugte. Großer Applaus für

viele Lampen angingen, war mir noch nicht klar, was jetzt auf mich zu-

alle Mitwirkenden.

kommen würde. Als Manfred Hofer die Bühne betrat, anfing zu sprechen „Ich träumte…” und danach eine Mädchenstimme aus dem Hintergrund zu hören war, die die Fallnummern einzelner Flüchtlinge sowie, wie der – oder diejenige auf der Flucht umgekommen war, bekanntgab, da wurde es im Festsaal still, erdrückend still. Wurde vorher zwischendurch immer wieder geplaudert, spürte man mit einem Mal die tiefe Betroffenheit der Menschen in diesem Raum. Ich weiß nicht mehr, wie lange Manfred Hofer vorgelesen hat und damit der Flüchtlinge gedacht wurde, die sich auf den Weg gemacht hatten, um ein besseres Leben zu erlangen. Es ist mir vorgekommen, als würde es nie enden wollen. Meine Bewunderung gilt jedoch Manfred Hofer, der sich mit viel Gefühl, Sensibilität und Mut über diese Art des Vortragens gewagt hat. Als er die Bühne verließ, war niemandem zum Applaudieren zumute. Manfred Hofer hat einen Applaus verdient, einen „stillen Applaus“ – den der Bewunderung für sein Engagement und für seine Herzenswärme.


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(*) Für unsere Schule ist es selbstverständlich, dass im Rah-

N

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men unserer Möglichkeiten Flüchtlingskindern geholfen wird. Andererseits wurde schon versucht, von öffentlicher Hand

«

otfallpädagogik

Unsere wunderbare Waldorfpädagogik kann noch mehr! Weltweit wirksam – und ein klein wenig auch bei uns angekommen.

Unterstützung für diesen Unterricht zu bekommen – so, wie es ja auch bei allen öffentlichen Schulen, die Flüchtlingskinder aufnehmen, der Fall ist. Die Anfrage an den Stadtschulrat war allerdings ernüchternd: Eine Förderung könne erst gewährt werden, wenn 20 bis 30 Flüchtlingskinder – also in Summe in etwa eine Schulkasse – aufgenommen würden.

Text: Barbara Pazmandy

2006 hat Bernd Ruf mit der Notfallpädagogik der Freunde der

Roman David-Freihsl

geschaffen, Selbstwirksamkeit an Bastelarbeiten erlebt; intensive

Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. eine Einrichtung geschaffen,

Tasterlebnisse ergaben sich beim Filzen.

die auf den neuesten Erkenntnissen der Psychotraumatologie und

Zunehmend bildete sich mit intensiver Hilfestellung ein gewisser

Traumapädagogik basiert. Gleichzeitig wurzelt sie in ihrer Metho-

Ordnungsrahmen, der wiederum Sicherheit und Vertrauen steiger-

dik tief im ganzheitlichen Menschenbild der Anthroposophie. Die

te. Nebenbei wurde auch die neue Sprache Deutsch bei allen Akti-

Arbeit der daraus resultierenden Einsätze in Kriegs- und Katastro-

vitäten fleißig ausprobiert.

phengebieten ist beeindruckend. Die zunächst deutlich erkennbaren Zeichen der Beeinträchtigung Die in Karlsruhe stattfindenden Seminare zur Vorbeugung bzw.

durch die Flucht zeigten durch die sich regelmäßig wiederholenden

Abmilderung von Traumafolgestörungen begeistern mich von Mal

Stunden und den gleichbleibenden Ablauf positive Veränderungen

zu Mal mehr, und so wollte ich einen Teil dessen, was ich von dort

bei den Kindern.

mitnehmen konnte, auch endlich einmal weitergeben (wenn ich auch derzeit wohl kaum zu einem Einsatz mitkommen kann).

Eines dieser Kinder prägte sich bei mir besonders ein – äußerst geschickt, von rascher Auffassungsgabe, sehr interessiert, trotz-

Da füllten sich im Herbst auch schon die Pavillons des ehemali-

dem zurückhaltend, aber nicht schüchtern, mit ausgeprägten sozi-

gen Geriatriezentrums am Wienerwald, kurz „Lainz“ genannt, mit

alen Fähigkeiten. – Welcher Lehrer hätte nicht gerne solch ein Kind

Flüchtlingen. Nach ein wenig Hineinschnuppern bei der Essensaus-

in der Klasse? Immer wieder hatte ich ihr Bild vor Augen ... Ein Kind

gabe fand ich einen Weg, in dem damals noch herrschenden Chaos

von vielen hunderten ...

die eine oder andere kleine „Kinderstunde“ zu kreieren. Aber da war ich nicht die Einzige – Elisabeth Platzer hatte das auch schon getan. Wir bündelten also unsere Kräfte zu einer gemeinsamen, wöchent-

Angekommen Einige Tage vor Weihnachten: freudige Aufregung. Christiane

lichen „Waldorf/Notfall-pädagogischen Kinderstunde“ im Pavil-

Dostal und Elisabeth Platzer sahen zwei Flüchtlingsfamilien in den

lon 10, manchmal auch unterstützt von einer befreundeten, erfah-

Pfarrhof gegenüber einziehen, hefteten sich an deren Fersen und bo-

renen Lehrerin aus dem öffentlichen Bereich (PH Wien).

ten der Pfarre kostenlose Schulplätze (* siehe Kasten oben, red) an. Ich ging hinüber, um mich vorzustellen.

Freude und Spaß sollte diese Stunde hauptsächlich bringen, sodass die Bildung des „Glückshormons“ Oxytocin angeregt werden konnte. Den Anfang der Stunde bildete das Seilspringen: Es war bei allen, vom Kleinkind bis zum Jugendlichen beliebt. Bewegungsspiele lös-

Unglaublich: das Mädchen aus der Kinderstunde – Vahide – für meine Klasse – Hurra! 9 Kinder sind sie zusammen, 7 davon Cousins und Cousinen, alle verteilt in den Klassen 1, 2, 4, 5, 7, 9, 10, 11 und 12.

ten Blockaden („Schockstarre“); das Singen unterstützte ebenfalls diese Prozesse, da es die Seele anspricht und erhaben ist über alle Sprachen und erleichterte gleichzeitig die Anbahnung der neuen Sprache. Nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten wurden im Malen

HERZLICH WILLKOMMEN Ghazal, Samira, Rabie, Vahide, Morteza, Monire, Alireza, Mohammad und Farhad!!!!!


10 _ Welcome

J

»

«

eder von uns trägt den Stein ein paar Meter

Zu den Hintergründen des Benefizabends für jugendliche Flüchtlinge – Manfred Hofer im Porträt Das Gespräch führte Peter Gluchi. Foto: Manfred Hofer

Welche bedeutende Arbeit wird hier unterstützt?

mer besseren Lösungen. Wenn sie einen Strick nehmen und zwei längere Äste, können sie darauf den Stein anbinden. Dann können

Es handelt sich um allein reisende jugendliche Asylwerber, die –

ihn zehn von ihnen miteinander tragen, und sie brauchen nicht

in Österreich gelandet – voll im Aufblühen ihrer Kräfte sind und ihr

einmal eine Pause machen. Diese Burschen marschieren einfach

Leben voller Unsicherheiten vor sich haben. Manfred Hofer, der

in einem Zug auf dem Berg mit diesem Stein, und die feiern das,

an unserer Schule seit September als Klassenlehrer der 1. Klasse

wenn sie da oben sind ...

unterrichtet, hat die Initiative ergriffen: Im Sinne der Steiner’schen Sinneslehre und der Waldorfpädagogik, wie er sagt, geht es pri-

Erkennbar sind die persönlichen Fortschritte sofort, sagt Hofer:

mär um die Erlangung von Selbständigkeit, also darum, Kinder zu

„Indem sie die notwendigen Arzt- oder Behördenwege selbst or-

freien Menschen zu erziehen. „Zu wissen: wer bin ich, was will ich,

ganisieren und Termine einhalten. Niemand muss sie erinnern: Sie

was kann ich? Das trifft auf jeden Menschen zu, egal aus welchem

wissen, das muss ich jetzt machen, und sie machen es einfach.“

Teil der Erde er stammt. Ich kenne viele Beispiele, wo das super funktioniert hat, daher bin ich sehr froh, dass ich es gerade bei den

Wie sehr künstlerische Kreativität auch praktische ökonomi-

Flüchtlingen anwenden kann. Denn der große Unterschied ist ja: da

sche Vorteile inkludiert, zeigt nebenher auch die gelungene Syn-

gibt es keine Mutter, keinen Papa, sondern es sind teilweise ja tra-

these der Benefizveranstaltung: Hofers Zugang, den er schon mit

gische Geschichten im Hintergrund, die so ein Jugendlicher schlu-

dem Künstlerkollektiv „Lampenschirm“ am Karlsplatz angewendet

cken muss.“

hatte. Dafür wurden schon damals 1.000 Lampen gekauft. „Dann stellte sich die Frage, was machen wir jetzt, um möglichst schnell

Wichtig ist Herrn Hofer, Vertrauen zu gewinnen, sprachliche

ins Tun zu kommen. Von der Schule sollte ein Streichquartett

Barrieren mit Gestik und Körpersprache zu umschiffen, zu fordern

das Benefizkonzert bestreiten. Dann wurde ich eingebunden und

und zu fördern ohne Überforderung. Bewegungsspiele (Koordina-

konnte die Performance mit den anderen Aktivitäten an einem

tion, Reaktion, Orientierung im Wald…) aber auch Aufgaben, „wel-

Abend präsentieren. Mit der Lampe nimmst du auch etwas mit

che auf‘s Erste verstören oder unbewältigbar erscheinen“, fördern

nach Hause. Du sagst nicht nur, du spendest jetzt Geld, sondern du

zielorientiertes, kreatives, gemeinschaftliches und soziales Han-

nimmst eine Erinnerung von der Veranstaltung mit, mit der man

deln. Denn im Team gelingt es, und das ist – wie allseits bekannt –

etwas anfangen kann. Mir wurde da sehr viel Vertrauen im Vor-

selbstbewusstseinsstärkend, fördert den Teamgeist und erfordert

feld gegeben. Es wurde darauf vertraut, dass das etwas künstle-

soziale Kompetenz. Herr Hofer gibt uns ein Beispiel: „Eine Gruppe

risch Anspruchsvolles ist, das Kraft hat. Und nachdem das hier an

von Jugendlichen soll einen 25 kg schweren Stein vom Tal auf den

der Schule gelehrt und gelebt wird, war es schön, erstens dieses

Berg hinauf bringen. Da wird nicht diskutiert, warum sollen wir das

Vertrauen zu bekommen und zweitens, dass es dann auch so gut

machen, sondern im Sinne der Salutogenese wird die Herausforde-

geklappt hat. Warum, weil du in der Kunst und durch die Kunst die

rung angenommen, und die Jugendlichen können die Aufgabe be-

Möglichkeit hast, auf Dinge aufmerksam zu machen, und in dem

wältigen, und daran erfahren sie eine Form der Heilung und spüren

Moment auch ein echter Benefit für die Betroffenen erzielt wurde,

eine Gesundung.“ Die Lösungsfortschritte, die gemacht werden,

indem ein Teil der Performance, nämlich diese Lampen, noch am

sind phänomenal, ist Hofer begeistert: „Von der Idee ,Jeder von

selben Abend verkauft und gekauft wurden.“ Das und die Beiträ-

uns trägt den Stein ein paar Meter‘ landen die Jugendliche bei im-

ge so vieler anderer im Rahmen dieser Benefizveranstaltung im


Welcome _ 11

K

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«

önnen wir auch etwas tun, können wir helfen?

Wie die 4. Klasse zu einer Art Verteilerzentrum in der Flüchtlingshilfe wurde – und schließlich ein Mädchen aus Afghanistan willkommen hieß Text: Roman David-Freihsl

großen Festsaal unserer Schule ergaben einen gelungenen Abend.

„Das Thema der vielen Flüchtlinge war zu Schulbeginn einfach sehr präsent“, erinnert sich Christiane Dostal, Klassenlehrerin der 4. Klasse. „Sei es bei den Ansprachen der Eröffnungsfeier oder auch in der Klasse – die Kinder ha-

Mit letztendlich 3.150,– EURO kann Herr Hofer auch im kommenden Sommer wieder vielen

ben das sofort aufgegriffen und ich auch: Können wir auch etwas tun, können wir helfen?“

Jugendlichen aus den beiden Betreuungsstellen der Diakonie in Mödling und Biedermannsdorf,

So seien Kinder und Lehrerin gemeinsam darauf gekommen, das, was gera-

deren Häuser vom Verein „Tralalobe“ mitunter-

de dringend benötigt wurde, zu sammeln – Gewand, Spielzeug, Hygienearti-

stützt werden, zusätzlich eine Auszeit in Form

kel, Schulsachen wie Schultaschen, Schreib- und Malutensilien. „Erst brachten

eines Sommercamps bieten. Das wird Herr Ho-

die Kinder, was sie daheim auftreiben konnten, dann starteten wir die Briefak-

fer wieder in bewährter Manier abhalten und

tion an die anderen Schulklassen.“ Wer etwas bringen konnte – brachte es der

bedürftigen und minderjährigen Flüchtlingen

4. Klasse.

ein wenig Sicherheit, Unbeschwertheit und Lebensfreude zurückzugeben. Denn: „Das Leben

Dort wurden die Spenden sortiert, verpackt, und Sabine Trierenberg brachte

kann und soll schön sein – besonders für die

sie dann zur Flüchtlingshilfe in Lainz. Dazu kam dann auch noch die Post-Aktion,

Kinder dieser Welt!“

gratis Pakete zu schicken. „Wir haben die Spenden eingepackt und dann an die Adresse für das „Willkommenspaket Österreich“ verschickt“, berichtet Christiane Dostal. Von dort aus wurden die Pakete dann dorthin versendet, wo sie in Österreich gerade am dringendsten gebraucht wurden. Teils seien die Kinder der Klasse „mit dem ganzen Herzen dabei“ gewesen. „Ein Kind hatte sich sogar von all seinem Babygewand getrennt, das es bisher innigst gehütet hatte und gesagt: Das möchte ich jetzt den Flüchtlingskindern schenken!“ Dieses Sammeln, Sortieren, Verpacken und Spenden hielt rund drei Monate lang an – so lange, bis in Lainz Aufnahmestopp verhängt wurde. Das Thema hatte die Kinder über Monate hinweg sehr beschäftigt. „Vor allem natürlich dann, als bekannt wurde, dass Rabie aus Afghanistan zu uns kommt“, erzählt Christiane Dostal. „Da wollten die Kinder der Klasse natürlich über das Mädchen alles ganz genau wissen. Und sie wurde dann mit Begeisterung aufgenommen: Alle wollten neben ihr sitzen, ihr helfen, mit ihr tun. So hatte es begonnen, mit dem Thema, das alle bewegte, und dem Bedürfnis, auch helfen zu wollen. Jetzt ist Rabie eine von ihnen und damit selbstverständlicher Teil des gemeinsamen Schulalltags ...“


12 _ Welcome

E

igentlich ist Alireza mir

»in den Schoß gefallen«

Text, Foto: Irene Wittmann

… und SO ist es dazu gekommen:

hatte, und ich sollte ihn nach diesem Wochenende wieder vor die Tür

Seit Ende Juli 2015 habe ich mich in Traiskirchen auf unterschied-

setzen… So beschlossen wir, ihn vorerst bei uns wohnen zu lassen,

lichste Art und Weise engagiert – kein Tag war wie der andere. Dann

bis sich eine wirklich gute Unterkunft für ihn ergeben hätte. Benja-

bot ich einem Freund, der sich vor allem um unbegleitete minderjäh-

min fragte gar nicht lange und entschied mit mir, dass wir, wenn wir

rige Flüchtlinge kümmerte, an, wenn er mal kurzfristig eine Unter-

zusammenrückten und einiges neu arrangierten – auch zu dritt hier

kunft für jemanden suchen würde – solle er mich bitte anrufen!

genug Platz haben würden. (Sogar, wenn meine große Tochter Ines immer wieder mal zu Besuch kommt …)

Ja, und dann war es eines Freitags soweit. Dieser Freund rief mich

Und dann blieb Alireza …

an und bat mich, einen jungen Afghanen, der bereits 42 Tage obdachlos gewesen war, übers Wochenende aufzunehmen.

So schrieb ich an die Waldorfschule: Ich begann mein erstes Mail

Ich fuhr also nach Wien und übernahm einen jungen Burschen –

mit den Worten, dass diese Bitte sicher sehr unverschämt sei, ich es

Alireza, der ein klein wenig Englisch verstand, sehr erschöpft, müde

aber einfach versuchen MUSS: Dieser Bursche hatte viel zu viel für

und scheu war. An diesem Wochenende schliefen auch zwei weite-

seine jungen Jahre mitmachen müssen – und ich will das BESTE für

re junge Afghanen, die ich bereits seit längerer Zeit aus Traiskirchen

ihn – und das wäre aus meiner Sicht: ein Platz in der Waldorfschule in

kannte bei uns, da einer von ihnen fließend Englisch sprach und

Mauer …

Alireza sprachlich etwas helfen konnte.

Die Antwort kam schnell, unheimlich einfühlsam und nett …

Als Alireza den beiden seine Geschichte erzählte, waren sie – die

Bald darauf gab es das erste Treffen, nach welchem Alireza gleich

selbst die Flucht hinter sich hatten – beide sehr betroffen, und dann

den Vormittag in der 10. Klasse verbrachte. Dort wurde er von den

erfuhr ich von seinem langen Weg:

Schülerinnen und Schülern mit offenen Armen besonders liebevoll

Bereits als er ein Jahr war, verlor er seinen Vater durch die Taliban,

aufgenommen. An schulfreien Tagen haben sie schon mit Alireza ei-

woraufhin seine starke Mutter mit ihrem Baby in den Iran floh. Dort

niges in Wien unternommen – und ein Teil des Deutsch-Lernens fin-

lebten sie die nächsten Jahre, wobei sie es sogar schaffte, ihrem

det nun auch am Handy durchs „Chatten mit Klassenkollegen“ statt

Sohn einige Jahre Schulbildung zu finanzieren. Dann arbeitete auch

– da ist es ihm besonders wichtig, richtig zu schreiben!

Alireza eine Zeit lang. Auf ihrem Fluchtweg nach Europa hatten die beiden einander verlo-

Kiyan von der 10. Klasse konnte Alireza mit Persisch weiterhelfen.

ren … und Alireza schaffte es alleine über einen sehr langen, harten

Seine Eltern, Peyman und Elisabeth, sind mir auch seit damals eine

und mit schockierenden Ereignissen durchzogenen Weg bis Wien.

sehr große Hilfe – eine der unerwarteten Türen, die sich seitdem ein-

Da Alireza seine Erlebnisse noch nicht frei erzählen möchte, gehe ich

fach so aufgetan hatten.

an dieser Stelle auch nicht weiter darauf ein. Vielleicht ist er in einiger

Gleichzeitig kann Alireza seit damals bei Herta Hans 2x pro Woche

Zeit selbst soweit, darüber mehr zu berichten.

jeweils eine Einzelstunde Deutschkurs besuchen! Anfangs war die Kommunikation nicht sehr einfach: es war ein Ge-

Bis zu diesem Wochenende stand für mich eigentlich fest, dass

misch aus Englisch und dem Google Übersetzer für Persisch. Dann

wir, mein Sohn Benjamin (12) und ich, niemanden zu uns aufnehmen

brauchten wir den Übersetzer nur mehr für ganz wichtige Themen –

KÖNNEN, da wir in einem sehr kleinen Häuschen leben. Na ja, und

zur Absicherung. Inzwischen sprechen wir (fast) nur mehr Deutsch –

dann stand da dieser Bursche, der so ein hartes Leben hinter sich

und helfen uns mit Englisch, das er gleichzeitig lernen muss.


Welcome _ 13

Irene Wittmann (48) ist alleinerziehende Mutter von Ines

T

»

«

rauer, Wut, Freude, Mitgefühl…

(24) und Benjamin (12). Als Fachlehrerin für Religion und

Das Wirtschaftspraktikum der 12. Klasse beim

Handarbeiten unterrichtet sie derzeit Religion an zwei öf-

„Train Of Hope“

fentlichen Schulen. Vorwort: „red“

Alireza kommt jeden Tag erschöpft, aber glücklich nach Hause. Er

In der Abschlussklasse unserer Waldorfschule geht es

ist sehr gerne in der Schule – obwohl wir anfangs schon befürchtet

traditionellerweise zum Wirtschaftspraktikum – da heißt

hatten, es könnte ihm zu viel werden. Er möchte keine Stunde entfal-

es nicht nur, ein wenig Arbeitswelt zu schnuppern sondern

len lassen – besonders Handarbeiten bei Elisabeth Alscher hat es ihm

schon richtig zuzupacken. Angesichts der vielen ankommen-

sehr angetan – und gestern Abend hat er mir stolz seine gesponne-

den Flüchtlinge wurde in diesem Jahrgang der Beschluss

ne Wolle sowie seinen wunderschönen, in blauen Tönen, gewebten

gefasst, dieses Praktikum in einem ganz besonderen Betrieb

Tischläufer präsentiert.

zu leisten: beim „Train Of Hope“ auf dem Hauptbahnhof,

Er kocht immer wieder sehr gerne einfache, aber sehr gute Gerichte

der spontanen Hilfe für ankommende Flüchtlinge durch die

aus seinem „Zuhause“. Außerdem hat Alireza die Gabe, wunderschö-

Zivilgesellschaft.

ne Bleistiftzeichnungen entstehen zu lassen. Sobald es geht, möchte er sehr gerne Geige spielen lernen.

Hier ein paar Blitzlichter von den Erfahrungen, die die SchülerInnen von diesem Einsatz mitbrachten:

Sein allergrößter Traum ist aber: Fußball. Es gibt zwar einen Verein im Ort, der ihn auch sehr nett aufgenommen hatte, aber Alireza möchte noch intensiver und ernsthafter trainieren können. Leider

„‚Train Of Hope‘ – Ohne diese unglaubliche Zusammenarbeit hätte hier nichts funktioniert.“

Angelus Schnabl

kann ich ihm das momentan für Wien nicht ermöglichen, da wir in Klausen-Leopoldsdorf bei Alland wohnen und ich ihn nach einem

„Jede einzelne Stunde Arbeit bei ‚Train of Hope‘ brachte

späten Training nicht mehr abholen kann. Aber – die Vergangen-

neue Situationen mit sich. Ich habe gelernt, mit diesen umzu-

heit hat mir schon bewiesen, dass sich so viel Unerwartetes plötzlich

gehen und erlebte drei Wochen, in denen ich viel gelernt habe

auftun und uns positiv überraschen kann – also: wer weiß, vielleicht

und anderen helfen durfte. Eine sehr wertvolle Zeit für mich,

findet sich ja auch für diesen großen Wunsch noch ein Weg!

die ich nie vergessen werde.“

Magdalena Heigl

In der vergangenen Zeit hab ich viel gelernt – vor allem auch den Mut, auf das „Morgen“ zuzugehen, obwohl sich manches einfach

„Jeden Tag diese freundlichen Menschen zu sehen, die ihr

nicht genau planen lässt – weil es dann trotzdem wunderbar laufen

ganzes Leben hinter sich gelassen haben, um wo anders neu zu

kann! Und ja, immer wieder mal hab ich auch Angst in dieser Situati-

starten. Ich bin sehr dankbar für dieses Praktikum. Es gab Mo-

on. Ich hoffe, dass wir seine Mama wiederfinden – ich weiß nicht, wie

mente, in denen man emotional sehr betroffen war, und es gab

sein Lebensweg weiter gehen wird – im Februar hat er seinen ersten

auch viele Momente der Freude.“

Judith Pali

Verhandlungstermin für das Asylverfahren – wie lange wird er bleiben können, und vieles mehr beschäftigt mich schon immer wieder

„Es war ein Schwall an Gefühlen, der uns jeden Tag aufs Neue

– auch viele Zweifel und Selbstkritik … da bin ich dann unheimlich

überkam, wie: Trauer, Wut, Freude, Mitgefühl, Glück, Verwun-

dankbar für die lieben Gespräche, die sich oft ergeben, die mir dann

derung und viele mehr.“

Alina Miklau

wieder Halt und einen klaren Blick verschaffen. Ich bin überhaupt sehr dankbar für die vielen großartigen Men-

„Die Gemeinschaft, die durch unsere Zusammenarbeit ent-

schen, die ich durch diese Veränderung in unserem Land kennen

standen war, stärkte uns bei der Hilfe, die so dringend nötig

lernen durfte!

war / ist.“

Lara Nikbakht


14 _ Rezensionen

Jenny Erpenbeck:

Gehen, ging, gegangen Buchrezension: Julia Voska von der Buchhandlung in Mauer, Gesslgasse 8a, 1230 Wien. Richard, ein emeritierter Professor, lebt nach dem Tod seiner Frau

als ein paar Schuhe, 2 Hosen, 3 T-Shirts und ein Handy; alles ande-

allein in einem großen Haus am See in Berlin. Sein Leben verläuft

re wird auf Dauer zu schwer. Das Handy ist der wertvollste Besitz.

in geordneten, fast langweiligen Bahnen. In der Zeitung liest er mit

Fotos und Dokumente sind darauf gespeichert, und außerdem

Erstaunen, dass ein paar Flüchtlinge aus Afrika ein Zeltlager am

ist es die einzige Verbindung zu Freunden; der Wohnort wechselt

Oranienplatz bezogen haben. Als er recherchiert, stellt er fest, dass

schließlich ständig. Und noch etwas verbindet die Männer: keiner

sie dort schon fast drei Jahre leben. Dann wird das Lager geräumt

will sie haben, sie dürfen nicht arbeiten, ihre Zukunft ist ungewiss.

und die Männer werden in einem aufgelassenen Altersheim unter-

Richard schließt Freundschaft mit den Männern, begleitet sie

gebracht, welches den Standards für deutsche Senioren nicht mehr

auf Amtswegen, lässt sie auf seinem Klavier spielen, lädt sie zum

entspricht.

Weihnachtsessen ein, holt sie aus ihrer ewigen Monotonie, beob-

Richard beschließt, die Afrikaner kennen zu lernen. Er bittet die

achtet, wie sie sich in Schale schmeißen, weil sie einen Deutsch-

Männer, ihm ihre Geschichten zu erzählen. Bereitwillig berichten

kurs besuchen dürfen, vermittelt ihnen kleine Arbeiten im Garten,

sie. Der Professor muss bald feststellen, wie wenig er über Afrika

zeigt ihnen Teile von Berlin, erzählt ihnen von der Mauer und vom

weiß. Es besteht aus immerhin 46 Ländern mit unterschiedlichsten

2. Weltkrieg, von dem sie noch nie gehört haben, hilft ihnen bei der

geografischen und ökologischen Voraussetzungen. Dennoch haben

Übersiedelung in ein neues Lager und steht ihnen zur Seite, als sie

die Flüchtlinge alle eine ähnliche Geschichte. Die meisten von ihnen

schließlich alle erfahren, dass sie abgeschoben werden sollen.

haben ein friedliches Leben geführt, bis die Machtverhältnisse sich

Nach und nach findet der Professor einen Platz für alle Flüchtlinge,

geändert und Soldaten alles in Schutt und Asche gelegt haben. Nur

öffnet sein Haus für sie und findet offene Herzen bei vielen seiner

wenige haben ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen.

Freunde, aber nicht bei allen.

Die meisten haben ihre Familien verloren oder wurden von ihnen

Jenny Erpenbeck hat ein großartiges Buch geschrieben, das die

getrennt. Sie alle mussten fliehen oder wurden vertrieben, sie alle

Augen öffnet und zum Nachdenken anregt. Durch Richards Augen

haben eine Odyssee hinter sich, die sie übers Meer geführt hat, die

und seine schuldbewusst reflektierten Gedanken erwischt man sich

meisten sind in Italien gelandet, keiner von ihnen hat mehr Besitz

bei so manchem Vorurteil.

Fabio Geda

Im Meer schwimmen Krokodile Buchrezension: Kiyan Alaei, 10. Klasse In dieser wahren Geschichte handelt es sich um einen 10-jährigen

Das Buch ist im Großen und Gan-

afghanischen Flüchtling, Enaiat, der über den Iran, die Türkei und

zen positiv, weil Enaiats Geschichte

Griechenland nach Italien flieht. Seine Reise dauert fünf Jahre, wel-

letztendlich gut ausgeht.

che er ohne seine Familie zurücklegt. Auf seiner Reise muss er oft

Es ist sehr rührend und interes-

arbeiten, um Geld für seine Flucht zu verdienen, findet aber auch

sant für Jugendliche, als auch für

gute Freunde.

Erwachsene.


Demnächst:

Ankündigungen _ 15

18., 19. und 20.2., 19 Uhr

25.4., 19.30

„Ein Sommernachtstraum“

„Zabalaza“

Klassenspiel der 8. Klasse, Gr. Festsaal

Musik aus Afrika, Gr. Festsaal

23., 24. und 26.2., 19.30 Uhr

30.4., 14 – 18 Uhr

Kellertheater der 10. Klasse

Frühlingsfest (bei jedem Wetter)

Kl. Festsaal

Endresstr. 113, Wien-Mauer, siehe Seite 25

5.3., 9 Uhr

9. – 12.5.

Schulfeier

12. Klass Referate

Gr. Festsaal

Gr. Festsaal

11.3., ab 17 Uhr

19.5., 19 Uhr

Schulgemeinschaftstreffen

Oberstufen - Chorkonzert / Theater Ein gemeinsames Projekt der Rudolf Steiner-Schule Mauer

14.3., 20 Uhr, EA 1. – 4. Klasse 15.3., 20 Uhr, EA 5. – 8. Klasse  

Medientage mit Medienexperte Uwe Buermann Kl. Festsaal

und der Karl Schubert-Schule Neue Burg Perchtoldsdorf

10. und 11.6.

Klassenspiel der 12 . Klasse Gr. Festsaal

29.3., 19:30 Uhr

Konzert der Jungen Waldorf-Philharmonie

25.6., 10 Uhr

Odeon Theater, Taborstraße 10, 1020 Wien

Schulfeier

siehe Seite 23

Gr. Festsaal

5.4., 19 Uhr

25.6., ab 12 Uhr

9. Symphonie von Antonin Dvorak „Aus der Neuen Welt“

Sommerfest

Konzert des Orchesters „SchallMauer“

... bis ...

Gr. Festsaal, siehe Seite 16

13. und 14.4., 18 Uhr

Freie Musikschule Wien

„Sängerkrieg der Heidehasen“

Musikwoche Edelhof 9. – 16. Juli

Singspiel der 6. Klasse, Kl. Festsaal

Anmeldung: 1. Februar – 1.März www.musikwoche-edelhof.at

22. und 23.4., 19.30 Uhr

Singabend der 11. Klasse

Alle Termine auch online unter

Gr. Festsaal

http://waldorf-mauer.at/termine


16 _ Rückblicke

Ein Weihnachtsfest für die Tiere des Waldes – Text: Uschi Irragori Fotos: Uschi Irragori, Julia Röhsler

– das wollte die 1. Klasse in diesem Jahr wahr werden lassen. Bepackt mit selbstgemachtem Vogelfutter, Brot, Körnern, Obst und Gemüse machte sich die bunte Schar an einem nebeligen Donnerstag vor Weihnachten auf in den Maurer Wald, um ihre Gaben zu verteilen. Oben angekommen, wurde erstmal eine Rast eingelegt, um den Durst zu stillen und die Umgebung zu erkunden. Dann machte sich Herr Hofer mit ein paar Wagemutigen auf, um ein geeignetes Plätzchen für das Weihnachtsfest zu finden. Dort wurden die Geschenke an den Büschen und Bäumen befestigt, am Boden verteilt und verstreut. Nach einem schönen Weihnachtsgedicht und einigen Liedern hatte Herr Hofer eine besondere Überraschung bereit: für jedes Kind zauberte er einen Sternspritzer hervor, und gemeinsam bewunderte die erste Klasse die fliegenden Sterne und lockte mit „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ den Schnee herbei. Nach einer nasskalten Jause ging es wieder zurück in die Schule zu einer weihnachtlichen Geschichte und vor allem ins Trockene und Warme. Die Tiere im Maurer Wald werden sich in den kalten Winternächten über die liebevoll bereiteten Weihnachtsgaben der 1. Klasse sicher freuen!

Das Orchester SchallMauer bestreitet in diesem Schuljahr be-

Die Früchte unserer Arbeit können

reits seine vierte Spielsaison als neuer Klangkörper in Kooperati-

schon am 5. und 6. April genossen werden,

on mit der Freien Musikschule Wien und der Rudolf Steiner-Schule

wenn die Symphonie im Gr. Festsaal der

Wien-Mauer.

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Als „Großprojekt“ haben wir uns für dieses Schuljahr die 9. Sym-

zur Aufführung gelangt.

phonie von Antonin Dvorak – besser bekannt unter dem Titel „Aus der Neuen Welt“ – auserkoren. Um diese „Neue Welt“ auch

Voller Vorfreude und Neugierde auf die zukünftigen Aktivitäten,

mit entsprechender Intensität erkunden zu können, begibt sich

das SchallMauer-Team

das Orchester vom 1. – 4. April 2016 wieder auf Probentage in die Südsteiermark.

Stefan Albrecht, Anna Dekan-Eixelsberger & Jörg Dekan-Eixelsberger


Rückblicke _ 17

Der erste Auftritt der 2. Klasse Bericht von der Schulfeier am 17. Oktober 2015 Text: Lydia Fürst-Osterbauer Fotos: Seweryn Habdank-Wojewódzki, Lothar Trierenberg

Es war meine gefühlte 135. Schulfeier. Trotzdem habe ich sie mit Spannung erwartet, weil meine dritte Tochter mit der 2. Klasse ihren ersten Auftritt hatte. Ich war dann sehr freudig berührt, wie die Klasse mit ihrer lieben Lehrerin Frau Bolleter auf der Bühne stand. Bis zum Schluss spürte man die Freude, die den Kindern der Auftritt bzw. das spielerische Tun machte. Für mich war da eine ganz besondere Energie, die nicht selbstverständlich ist. Wir sahen und hörten einen sehr kräftigen, motivierten Klassensprechchor, der von zwei Zwergen erzählte; mit pantomimischen Bewegungen von allen Kindern sehr engagiert und freudig dargestellt. Anschließend noch ein Martinslied mit tanzenden Tüchern und Choreographie. Wer selbst schon einmal gleichzeitig getanzt und gesungen (und Tücher geschwungen) hat, weiß, wie schwer das ist. Hut ab vor der 2. Klasse!


18 _ R체ckblicke

Unsere j체ngste Schulfeier Ein buntes Programm aus den Klassen Fotos: Seweryn Habdank-Wojew처dzki, Lothar Trierenberg


Rückblicke _ 19

„Genießt die Zeit am Bauernhof“ Berichte vom Landwirtschaftspraktikum der 9. Klasse Texte: Estrella Schall, Leonie Wess

Wie es in der 9. Klasse natürlich dazu gehört, war ich am Landwirt-

aufstehen. Um 19:00 – 20:00 Uhr war Ende des Arbeitstages. Wir

schaftspraktikum. Dort war ich aber nicht alleine, sondern mit meiner

waren dreimal Kartoffel ernten, was mir richtig viel Spaß gemacht

Freundin Ida. Es war vom 13. bis 26. September.

hat. Wenn wir die Schweine besucht oder sie gefüttert haben, muss-

Wir waren in Litschau bei Familie Stark. Litschau ist 4 Kilometer von

ten wir immer „Luki-Luki“ sagen, weil sie sonst denken, dass wir

der tschechischen Grenze entfernt. 10 Minuten von Ida und mir ent-

fremd sind. Die Kühe heißen „Maxerl“, aber sie werden nur selten

fernt waren noch unsere Klassenkameraden Tom-Tom und Damian

gerufen. Ida und ich mussten öfters die Ferienwohnung putzen (also

bei ihrem Bauern. Darüber aber später mehr.

Betten beziehen und das Übliche halt)! An alle weiteren 9. Klassen: Genießt die Zeit am Bauernhof, und hof-

Als Ida und ich ankamen, war sofort gute Stimmung. Wir fühlten uns

fentlich hattet ihr dann genau so viel Spaß wie wir. Es war eine riesige

beide sehr wohl. Unser Bauernhof hatte Kühe, Schweine, Katzen,

und wunderschöne Erfahrung.

einen Hasen und zwei Enten. Am meisten beschäftigten wir uns mit

Mit diesem Aufsatz konnte ich hoffentlich Vorfreude wecken oder

den Kühen und den Schweinen. Es gab 25 Mutterkühe. Milchkühe

eine Erinnerung an die Schüler geben.

hatten sie nicht. Während der zwei Wochen wurden fünf Kälber ge-

Ich möchte mich so gerne für diese wunderbar tolle Zeit bedanken.

boren. Zwei wurden sogar nach uns benannt.

Danke Martina und Hubert. Danke liebe Familie Stark. Danke an dich,

Zu den Schweinen: es waren Mastschweine. Während wir dort waren

Ida, dass du mich so lange ausgehalten hast.

wurden 30 zum Schlachten abgeholt. Es gab danach aber trotzdem noch immer um die 100 Schweinchen. Es gibt ein Zuchtschwein namens „Zuchti“, das während wir dort waren ca. 10 Schweinebabys im

Ich war mit Johanna auf einem Isländerhof. Das ist eine Pferderas-

Bauch hatte. Die Geburt konnten wir leider nicht mehr miterleben.

se aus Island. Der Hof ist in der Nähe von Würmla in Gotthartsberg.

Die Katzen waren jene Tiere, welche Ida (denke ich mal) am meisten

Unsere Familie war sehr nett und offen zu uns. Wir haben uns sofort

aufgeregt haben. Denn immer wenn ich eine gesehen habe, muss-

sehr wohl gefühlt.

te ich hingehen und sie streicheln. Sie waren einfach viel zu süß. Der Hase hat sich leider selten blicken lassen. Die Enten haben wir immer

Unser Tagesablauf war: Aufstehen um 6:15 Uhr, dann sind wir ins

gesehen. Schade war, dass sie nicht zahm waren. Immer wenn sie Ida

„Stüberl“ (unsere Küche) gegangen und haben gefrühstückt.

und mich sahen, liefen sie ganz schnell in die am weitesten weg gele-

Als nächstes war die Morgenfütterung dran. Da haben wir das Futter

genste Ecke und quakten dabei.

zusammengemischt und den Pferden gegeben. Als nächstes sind wir

Eine Sache, die ich über alles hasste, gab es auch: Holz schlichten

auf den Heuboden und haben Heu runter geworfen, das wir dann in

im Holzkeller. Ich wurde so schnell aggressiv. So kannte ich mich gar

einen Heubedampfer geben mussten, weil alle Pferde Husten hatten

nicht. Doch wenigstes durften wir dabei Musik hören.

und das Heu sonst zu staubig ist. Danach sind wir ausmisten gegangen, was meist lange gedauert hat. Wir hatten auch noch verschie-

Jetzt komme ich zu der Sache mit dem Bauern von unseren Klassen-

dene andere Sachen zu tun, z.B. Hühnerstall machen, Hof putzen,

kameraden. Diese hatten nämlich einen Kartoffelstand beim „Erpfi-

Nüsse sammeln ...

Grätzel-Fest“. Das war das Kartoffelfest in Litschau, welches nur ein-

Dann sind wir Mittagessen gegangen. Nach dem Essen sind wir meis-

mal im Jahr stattfindet. Wir vier mussten uns als Kartoffel verkleiden

tens ausreiten gewesen. Danach haben wir das bedampfte Heu den

und kleinen Kindern Süßigkeiten geben. Sehr viele Besucher mach-

Pferden gebracht und ausgemistet. Dann haben wir alle zusammen

ten mit uns Fotos. Ein paar Tage später stellte sich heraus, dass wir in

Abend gegessen und anschließend Brettspiele gespielt.

der Zeitung waren. Dieses Praktikum war eines meiner schönsten Erlebnisse. Noch ein paar Randinformationen, die ich im Text vergessen habe.

Ein riesengroßes Dankeschön an alle, die mir das ermöglicht haben.

Ida und ich mussten (außer am letzten Tag) jeden Tag um 6:30 Uhr

Danke Lissi l.G. Jolo.


20 _ Rückblicke

„Solche Erlebnisse schweißen sehr zusammen“ Das Forstpraktikum der 10. Klasse aus der Sicht eines Schülers Text: Camillo Arbter

Anfang Oktober dieses Jahres absolvierten wir, die 10. Klasse, unser

Auch gesungen wurde viel. Es gab immer genug Arbeit, man musste

einwöchiges Forstpraktikum auf der Marienseer Schwaig am Hoch-

sie nur suchen: Holzscheite mussten gehackt und zerkleinert werden,

wechsel. Begleitet wurden wir natürlich von unserem Tutor Stefan

der Kasten neben dem Herd immer mit Brennmaterial gefüllt sein,

Albrecht, „Tante Raute“ und „Tante Evi“. Anleitungen zur Arbeit beka-

und Herr Link gab uns immer die Möglichkeit, ihm bei seiner Arbeit

men wir vom Forstwirt Thomas Link, der extra aus dem Pfälzer Wald

zu helfen. Zum Beispiel besuchte eine kleine Gruppe von Schülern

angereist war, um die Woche mit uns zu verbringen. Insgesamt war

mit ihm die Bäume, die von anderen Schülern vor uns gepflanzt wor-

die Schwaig, so werden Almhütten in der Gegend um den Wechsel

den waren und spritzte diese mit einem davor gerührten biologisch-

genannt, recht voll besetzt, doch immer sehr gemütlich. Besuch be-

dynamischen Präparat.

kamen wir von den Lehrern Platzer, Bointner und Hruza. Weitere Highlights bestanden aus einer totalen Mondfinsternis in der Fürs Kochen wurden wir in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe sorgte

Nacht des Blutmondes und das Zerwirken einer Rehgeiß, die wir zu-

jeweils einen ganzen Tag – vom Frühstück um 6:30 bis zum Abendes-

vor vom Gut der Familie Schenker, der das gesamte Grundstück um

sen um 18:30 – für die Verpflegung der ganzen Gruppe. Diese Aufga-

die Schwaig herum gehört, abgeholt hatten. Das Fleisch zerlegten

be war teilweise recht anstrengend, machte jedoch sehr viel Spaß.

wir und schnitten es klein, um Gulasch daraus zu machen. Das abgezogene Fell hatte sofort einen Abnehmer in Paul Böhm gefunden,

Unser Tag begann vor dem Sonnenaufgang. Dieses Naturspektakel

der das Fell schabte, aufspannte, trocknete und schließlich mit nach

durften wir jeden Morgen aufs Neue bewundern; die Sonne, die sich

Hause nahm.

wie ein glühender roter Ball ihren Weg am Horizont sucht und dabei

Am letzten Abend bedankten wir uns herzlich bei den Lehrern und

das vor uns liegende Tal ausleuchtet, wird uns noch auf längere Zeit

Herrn Link und umgekehrt. Er machte uns sogar das große Kompli-

klar im Gedächtnis bleiben.

ment, dass wir die beste Klasse seien, die er in 20 Jahren Forstprakti-

Am Vor- und Nachmittag hatten wir entweder eine theoretische

kum je hatte, was uns zutiefst berührte.

oder eine Arbeitseinheit. Uns wurden die 8 wichtigsten Baumarten

Danach entzündeten wir ein großes Lagerfeuer und versammelten

und deren Hauptmerkmale gezeigt, und Thomas Link erzählte uns

uns zum gemeinsamen Singen und Jodeln und ließen so die gemein-

vom ökologischen System eines Nutzwaldes, in dem fast alles – vom

same Woche ausklingen.

kleinsten Ahorn bis zur größten Tanne – symbiotisch zusammenhängt. Der Wald, in dem wir arbeiteten, bestand etwa zu über 90 %

Solche Erlebnisse schweißen sehr zusammen und verbessern die

aus Fichten: das Resultat früherer Waldnutzung.

Klassengemeinschaft und das Miteinander nachhaltig. Rückblickend war es eine sehr schöne und erfüllte Woche voller Arbeit, Spaß und

Die Hauptarbeit unseres Praktikums bestand aus der Errichtung

Lachen, sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer. Fest steht,

eines Wildschutzgatters um einen Schlag von etwa 0,5 ha, den wir

dass uns das Forstpraktikum 2015 sehr positiv auf lange Zeit in Erin-

zuerst vom Schlag-Abraum eines Windwurfs befreien mussten und

nerung bleiben wird.

dann ca. 100 Setzlinge (Tannen u. Ahorn) pflanzten, da die Bedingungen auf etwa 1500 Meter Seehöhe sehr rau und die Überlebenschancen der einzelnen Pflanzen relativ gering sind. Dieses Gatter soll verhindern, dass die Setzlinge von Rehen, Rotwild oder Gämsen gefressen oder beschädigt werden. Um das umherliegende Unterholz zu zerkleinern, lernten wir mit der Motorsäge umzugehen und Baumstämme zu zerteilen. Trotz der körperlich sehr anstrengenden Arbeiten hatten wir genug Freizeit, in der wir meistens Karten spielten oder Protokoll schrieben.


Rückblicke _ 21

„Danach lächelte er immer, wenn er mich sah“ SchülerInnen-Berichte vom Sozialpraktikum der 11. Klasse 2015

Stephanie D.

chen würde. ... Ich glaube, es wäre kein Beruf für mich, aber ich denke

In der elften Klasse macht jeder Schüler ein Sozialpraktikum von

darüber nach, ein Freiwilliges Soziales Jahr dort zu machen.

mindestens drei Wochen. Ziel ist es, Menschen in Grenzsituationen kennenzulernen, wobei ich sie lieber „Menschen mit besonderen

Sonja E.

Bedürfnissen“ nennen möchte. Ich habe mein Sozialpraktikum in

1972 wurde die Idee für die Dorfgemeinschaft Breitenfurt geboren.

der Dorfgemeinschaft Breitenfurt absolviert.

Der Grund dafür war, dass man nicht wusste, wie es für seelenpflegebedürftige Kinder nach der Schulausbildung weitergehen sollte.

Jeden Montag findet ein Zusammentreffen aller Betreuer und Be-

Darüber machten sich vor allem Eltern und ehemalige Mitarbeiter

treuten statt, genannt Morgenkreis … Nach der Tagesbesprechung

der Karl Schubert-Schule Gedanken. Sie hatten die ersten Ideen für

ging ich unterschiedlichen Aufgaben nach, zum Beispiel mit einem

eine sozialtherapeutische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft.

Betreuten Holztafeln holen, bekleistern und Plakate darauf kle-

...

ben, ein großes Schild für das Herbstfest gestalten, den Müllplatz

Einer meiner Lieblinge in der Dorfgemeinschaft ist der Gerhard

sortieren, Kräuter abrubbeln, um daraus Tee zu machen, mit den

(Name geändert). Ich schätze, er ist ca. 23 Jahre alt. Er ist sehr

Betreuten spazieren gehen, mit ihnen Blumen pflücken, Märchen

schlank, recht groß und hat ein sehr markantes Gesicht. Er hat Au-

vorlesen, aufpassen, dass die Betreuten nicht weglaufen, „Mensch

gen, die immer sehr konzentriert irgendwo hinschauen. Er ver-

ärgere dich nicht“ spielen, Tee kochen …

schränkt seine Finger immer ineinander und führt öfters Selbstgespräche über immer gleiche Themen: Die Kleiderhaken im Haus Tir

Besonders beeindruckt hat mich ein junger Mann. Zuerst habe ich

na Nog stören ihn, oft sagt er „Denk nicht mal dran“. Er redet jedoch

ihn nur allein durch die Dorfgemeinschaft schlendern sehen, aber als

auch mit Leuten. Wenn man ihn zum Thema Kleiderhaken etwas

ich in der Gartenwerkstatt mithalf, durfte ich ihn kennenlernen. Er

fragt, dann erzählt er darüber. Man kann mit ihm aber auch über

war sehr zurückhaltend und schüchtern, als müsste er mich erst ein

ganz andere Dinge sprechen. Er will zum Beispiel unbedingt nach

wenig beobachten, um zu entscheiden, ob er mich mag oder nicht.

Papua Neuguinea. Das zeigt er mir dann in seinem Atlas. Man kann

Am zweiten Tag lächelte er mich dann schon hin und wieder an. Und

mit ihm auch gut über Musik reden. Er liebt Popmusik, tanzt gerne

dann plötzlich, als ich mit einer anderen Betreuten Wäsche aufhing,

dazu und kennt sämtliche Lieder. Er kann auch sehr gut schreiben,

packte er mich am Arm und zog mich ins Nebenzimmer. Er setzte

und mit etwas Unterstützung hilft er auch beim Backen. Manchmal

mich auf einen Stuhl und bereitete „Mensch ärgere dich nicht“ vor.

ist er sehr gut gelaunt und lacht auch, aber oft ist er eher in sich

Er deutete mir, dass ich mit ihm spielen soll, denn sprechen kann er

gekehrt. Ich weiß nicht, was mich an ihm so fasziniert, aber er ist

nicht. Also spielten wir. Und es war so schön, ihn zu beobachten! Wie

einfach so ein besonderer Mensch.

er sich freute, wie es ihm Spaß machte und er auf seine Art lachte. Er spielte wirklich gut, ich gewann nur ein einziges Mal von ca. zehn

Matteo B.

Spielen. Wir spielten, bis er abgeholt wurde, und er wollte gar nicht

Ich habe mein Praktikum in der 11. Klasse der Karl Schubert-Schule

mehr aufhören. Danach lächelte er immer, wenn er mich sah.

gemacht.

Schlussendlich bin ich wahnsinnig froh über die gesammelten Erfah-

Um 7:45 habe ich zu arbeiten begonnen. Meine erste Aufgabe in

rungen. Ich habe so viele nette und interessante Menschen kennen-

der Früh war es, einem Schüler zu helfen, den Tag und das Datum

gelernt. Und ich habe das Gefühl, viel über das Leben gelernt zu ha-

zu stempeln. Wenn jeder mit seiner eigenen Arbeit fertig war, sagte

ben. Ich habe Selbstvertrauen dazugewonnen und die anfänglichen

immer ein Schüler der Klasse den Stundenplan und ein anderer den

Berührungsängste verloren. Es waren sehr lebendige und interessan-

Hauswirtschaftsplan an. Um 8:30 traf sich die Schulgemeinschaft

te drei Wochen. Ich wäre gerne noch länger geblieben. Es hat mich

im großen Festsaal, wo wir gesungen und den Morgenspruch ge-

auch zum Nachdenken angeregt, was ich später einmal gerne ma-

sprochen haben (den selben, den wir „drüben“ sprechen). Danach


22 _ Rückblicke

war Epochenunterricht. Ich war bei der Ernte- und der Holzwerke-

Vor allem hat sie allen Bewohnern immer gedeutet, wie sie was ma-

poche dabei. In der Ernteepoche mussten die Schüler Äpfel pflücken

chen sollen, und das ist den anderen natürlich auf die Nerven gegan-

und Apfelchips und Saft machen.

gen. Einmal beim Kochen haben wir Kartoffeln geschält, und ich hab‘

mit einem Kübel die Schalen eingesammelt. Sie wollte immer, dass

Vor dem Praktikum war ich mir nicht sicher, wie ich es schaffen wer-

ich nach jeder Kartoffel ihre Schalen einsammle, und wenn ich nicht

de, da ich nicht wusste, was mich erwartet. In der ersten Woche fand

gleich da war, hat sie mit dem Zeigefinder gewackelt und gelacht.

ich es sehr anstrengend, weil ich noch nicht genau wusste, wie ich

Wenn ich aber rechtzeitig da war, hat sie mir auf die Schulter geklopft

mit den Kindern umgehen soll. Ab der zweiten Woche hat es mir

und Daumen hoch gezeigt. Wir haben jedes Mal, wenn wir uns ge-

dann Spaß gemacht, mit den Kindern zu arbeiten.

sehen haben, lachen müssen, und sie mich dann immer leicht in den Arm gestupst. Jeden Morgen, wenn ich ihr das Frühstück gebracht

Pia C.

habe, hat sie sich total gefreut, mich zu sehen. Ich fand, es war ein-

Mein Sozialpraktikum habe ich im Johann-Wilhelm-Klein-Haus, ei-

fach eine schöne Erfahrung, weil ich gemerkt habe, dass man sich

nem österreichischen Blindenwohnheim, absolviert. Ich arbeitete auf

auch ohne Worte verständigen kann.

der Pflegestation (Pflege 1) und hatte ältere blinde, schwer hörende und demenzkranke Menschen zu betreuen.

Theresa W. Ich verbrachte mein Praktikum in Madrid, in einem der ärmsten Vier-

Jeden Tag außer Freitag besuchte ich Frau Müller (Name geändert)

tel: El Pozo del Tio Raimundo.

für eine halbe Stunde. Frau Müller ist mittlerweile ganz blind. Sie lebt seit 2013 im Blindenheim. Sie erzählte mir, dass sie anfangs in die

Dort arbeitete ich sechs Wochen lang in einem Comedor. 1992 wurde

Pflegestation musste, um zu lernen, sich in dem Heim zurechtzufin-

Argos, der Trägerverein des Comedor, von dem Yogameister Eduardo

den. Frau Müller erzählte mir … auch, dass sie ihre Handschrift nicht

Perez gegründet. Anfangs war Argos nur auf kulturelle und erziehe-

verlieren möchte. Deshalb schreibt sie sich immer Erinnerungen auf

rische Aktivitäten beschränkt, später wollte man dann jedoch auch

und lässt sich dann alles z.B. vom Lesegerät vorlesen. Damit sie nicht

soziale Projekte unterstützen, besonders nach der großen Wirt-

ineinander schreibt, knickt sich Frau Müller immer Zeilen zurecht.

schaftskrise in Spanien. Im April 2010 wurde dann der eigentliche

Für mich war das Sozialpraktikum eine sehr schöne und neue Er-

Comedor gegründet. Finanziell wird dieser hauptsächlich von Mit-

fahrung. Am Anfang war einiges etwas schwer. Aber ich gewöhnte

gliedern von Argos unterstützt.

mich schnell an alles und lebte mich gut ein. Ich kannte zum Schluss die einzelnen Bewohner und wusste, wie ich mit wem umgehen soll

Meine Aufgabe dort war es, einmal am Tag in zwei Durchgängen Es-

und wer was mag und nicht mag. Es hat mir am Ende richtig Spaß

sen an die Arbeits- und Obdachlosen auszuteilen. Außerdem wur-

gemacht, im Johann-Wilhelm-Klein-Haus zu arbeiten und ich hätte

den zusätzlich Essenspakete für Familien oder Kranke vorbereitet.

gerne noch länger im Blindenwohnheim arbeiten wollen.

Das Ziel sollte sein, den Menschen in diesem ganz armen Viertel mit Essen zu versorgen und im Gegenzug aber auch etwas Hilfe von

Maxie W.

ihnen zu bekommen, z. B. bei Aufräumarbeiten oder bei der Mül-

Sozialpraktikum Seniorenresidenz Waldhof / Steiermark

lentsorgung. Helfende und Arbeitslose hatten somit etwas Kontakt

Ich habe in den drei Wochen im Animationsbereich gearbeitet. Jeden

miteinander.

Tag gab es am Vormittag und am Nachmittag ein Animationspro-

...

gramm für die Bewohner, an welchem sie freiwillig teilnehmen konn-

Sehr schön und bereichernd fand ich, dass ich wirklich in einem der

ten. Teils waren es sportliche, teils künstlerische und Denkaktivitäten.

ärmsten Viertel Madrids arbeiten und Leuten helfen konnte, die ich

Ich habe mit ein paar Bewohnern eine nähere Beziehung aufgebaut,

sonst als Touristin auf der Straße wohl übersehen hätte. So machte

aber eine ganz besondere für mich war mit einer älteren Frau, die

ich die Erfahrung, wie wichtig es ist, einander Respekt zu zeigen.

nichts gehört hat. Sie hat immer bei vielen Aktivitäten teilgenommen und war körperlich auch noch sehr fit. Allerdings hat sie nichts gehört und auch nicht geredet. Ich weiß nicht, ob sie schon immer taubstumm war. Sie war eigentlich sehr frech und hat immer gelacht.


Rückblicke _ 23

Konzert der Jungen Waldorf-Philharmonie Die 13. Orchestertagung der Jungen Waldorf-Philharmonie steht

men Probenphase mit anschließenden Konzerten. Die Organisati-

vor der Tür und damit auch das erste Konzert der diesjährigen

on des Projekts liegt dabei ausschließlich in der Hand von Schülern

Tournee in Wien am:

und Studenten.

Dienstag, 29. März 2016, 19:30

terscheidet, ist das Engagement, mit dem sowohl Teilnehmer als auch

Odeon Theater, Taborstraße 10, 1020 Wien

das junge OrgaTeam an die Sache herangehen, wodurch eine ganz

Was die „Junge Waldorf Philharmonie“ von anderen Orchestern un-

besondere Stimmung entsteht. Dazu trägt das umfassende und abAuf dem Programm stehen:

wechslungsreiche Rahmenprogramm bei, von Lagerfeuer bis hin zum

Engelbert Humperdinck: Vorspiel zu „Hänsel und Gretel“

Casino- Tanz- und Bad-Taste-Cocktail-Abend. Auch die erstklassige

Antonín Dvořák: Violinkonzert in a-moll, op. 53

Verpflegung unterstützt die fröhliche und zufriedene Stimmung.

Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Sinfonie Nr. 5

Schon ein Jahr im Voraus hat das OrgaTeam mit der Planung der

Karten zu 15,- bzw. 7,- EUR (erm.) sind erhältlich unter

Orchestertagung und den anschließenden Konzerten begonnen.

www.orchester.waldorfschueler.de und bei „aus gutem grund“

Komplett eigenständig werden finanzielle Mittel an Land gezogen,

(Endresstraße 113, 1230 Wien)

Werbung gemacht, alle logistischen Fragen geklärt, Konzerte und die Tournee organisiert und vieles mehr.

Die Junge Waldorf-Philharmonie ist ein Jugendorchesterprojekt von Schülern für Schüler. Das Orchester wurde 2004 von einem

Das Ziel ist es, nicht nur den Musikern eine unvergessliche Tagung

Waldorfschüler mit der Vision gegründet, junge begabte Musiker zu

zu bereiten, sondern diese einzigartige Energie und Atmosphäre

verbinden und ihnen eine Plattform zu bieten, auf der sie unter An-

auch in den Konzertsaal zu tragen. In diesem Sinne: Werden Sie Teil

leitung von Profis große sinfonische Werke auf hohem Niveau ein-

eines außergewöhnlichen Orchesterprojekts und erleben Sie ein

studieren können. Die rund 100 Musiker kommen aus Deutschland

junges, feuriges und mitreißendes Orchester, das es in dieser Form

und Österreich und treffen sich einmal jährlich zu einer gemeinsa-

nur einmal gibt.

Wir haben eine Oberstufenvertretung von Robyn Kovacs, Rachel Svoboda, Kiyan Alaei, Paul Böhm

Waldorfbund, wo sie zurzeit mit Schülern anderer Waldorfschulen die erste österreichische Waldorfschülertagung organisieren.

Letztes Schuljahr, im Rahmen des Nachmittagsunterrichtes, erarbeitete die jetzige 10. Klasse gemeinsam mit Frau Leutzendorff ein Kon-

Desweiteren haben wir schon im Oberstufenraum gemeinsam die

zept für eine Oberstufenschülervertretung. Der Auslöser für dieses

Decke tapeziert, Besprochenes in die Tat umgesetzt und zusam-

Projekt war die Erkenntnis, dass es Lehrer- und Elterngremien gibt.

men gefeiert, was die Bindung zwischen den Oberstufenklassen

Schüler waren aber vollkommen vertretungslos. Also ergriffen wir die

gefestigt hat.

Initiative, erstellten ein Konzept und stellten es den anderen Oberstufenklassen vor. Die anderen Schüler fanden Gefallen an der Idee

In Zukunft haben wir vor, mehr Kontakt zu anderen Gremien aufzu-

und wählten drei bis fünf Vertreter. Also kam es schon letztes Schul-

bauen, den Oberstufenraum weiter zum gemeinsamen Treffpunkt

jahr zum ersten Treffen der neugegründeten Oberstufenvertretung.

auszubauen und andere Vorhaben zu verwirklichen.

Bei unseren etwa alle zwei Wochen stattfindenden Treffen thema-

Dieses Jahr ist bereits die nächste neunte Klasse in die Vertretung

tisieren wir zum Beispiel das Miteinander in der Oberstufe, Klassen-

aufgenommen worden. Wir wünschen uns für die Zukunft, dass

und Praktikumsberichte, gemeinsame Projekte und sonstige aktu-

unsere Idee einer Schülervertretung weit über unsere Schulzeit

elle Themen. Drei unserer Vertreter sind bereits im österreichischen

hinausreicht.


24 _ Kindergarten

„Die Entfaltung des ursprünglichen Konzepts“ (*) Text: Christina Schwab Foto: Lothar Trierenberg

Als 2008 unser Sohn auf die Welt kam, war es für uns bereits klar, dass er in den Waldorfkindergarten gehen würde. Die Pädagogik, die mir hier vorgelebt wurde, erinnerte mich sehr an „die Entfaltung des ursprünglichen Konzepts“, den Grundsatz der Ortho-Bionomy; einer sanften Behandlungsmethode, deren Grundlage darin besteht, den Menschen in seiner Ganzheit dort abzuholen, wo er gerade steht und ihn durch Impulse in die freie Richtung auf sein ureigenstes Potential aufmerksam zu machen. Für mich wurde dieser Grundsatz nicht nur ein Leitsatz meiner Arbeit; ich habe darin auch einen gesunden Weg für das ganze Leben entdeckt. Daher war diese Parallele zur Waldorfpädagogik für mich sehr entscheidend – was würden wir uns mehr für unseren Sohn wünschen, als dass er erkannt wird und sein Potential entfalten kann. Ab September 2011 hatten wir unseren Platz im Kindergarten in der Endresstraße. Wir verschoben den Start jedoch in den Februar, da im Sommer unser zweiter Sohn auf die Welt gekommen war und wir unserem älteren Sohn nicht das Gefühl geben wollten, nun „abgeschoben“ zu werden.

vollen Potential erfassen und unterstützen wollen. So wie ich es erlebt habe und mit unserem zweiten Sohn nun auch erlebe, gelingt

Als wir am ersten Tag in den Kindergarten kamen, liefen uns 2 Kin-

ihnen das unglaublich gut. Sie holen jedes Kind in einer respekt-

der entgegen und riefen: „Linus, da bist du ja endlich ... !“ Mein Er-

vollen Art dort ab, wo es sich gerade in seiner Entwicklung und mit

staunen war riesengroß, dass wir nicht nur von Jessica und Micha-

seinen Eindrücken aus dieser Welt befindet. Durch dieses wertfreie

el herzlich empfangen wurden, sondern von den meisten Kindern

Annehmen entsteht in jedem Kind die Möglichkeit, sich selbst so

begrüßt, als würde Linus immer schon dazu gehören. Seit Septem-

wahrzunehmen wie man ist und sich seiner sicher fühlt – genau

ber, also 5 Monate lang, wurde sein Platz nicht nur freigehalten,

dort entwickelt sich der Boden, sein ursprüngliches Konzept zur

sondern jeden Morgen erwähnt, dass Linus noch bei seinem kleinen

Entfaltung zu bringen.

Bruder zu Hause sein will. Somit war er für alle Kinder jeden einzelnen Tag präsent und sein Platz in der Gruppe vorhanden, obwohl er

Ich glaube, dies passiert jeden Tag in unserem Kindergarten in der

noch nie im Kindergarten war ...

Endresstraße. Der Zauber, der hier in der Luft liegt, ist nicht nur in den liebevoll gestalteten Festen – dem Erntedankfest, dem schö-

Nachdem Linus für die Eingewöhnung etwas Unterstützung

nen Laternenfest, dem herzlich geleiteten Weihnachtspiel – zu

brauchte, war mir erlaubt, die erste Zeit im Kindergarten dabei zu

spüren. Nein, diesen Zauber erlebe ich jedes Mal, wenn ich die

sein ... Ich habe hier wirklich nur Großartiges erlebt. Wäre ich nicht

Möglichkeit habe, ein klein wenig in das Geschehen der kleinen

schon mit meinem Beruf so glücklich, hätte ich auf Grund dieser

Höhle unterm Dach hinein zu lugen.

Vorbilder sofort mit der Waldorf-Ausbildung begonnen. Die Gabe von Jessica und Michael, auf jedes einzelne Kind einzugehen und

Ich danke euch von ganzem Herzen für eure Großartigkeit und

mit Ruhe und Gelassenheit Dinge zuzulassen, war für mich sehr

Herzlichkeit und die offenen Gespräche.

beeindruckend. Im Laufe der Jahre wurde mir klar, dass die beiden höchste Ansprüche an sich selbst haben und jedes Kind in seinem

(*) A.L. Pauls, Begründer Ortho-Bionomy


Kindergarten _ 25

Die Zukunft im Blick der Kinder Zur Dreikönigszeit im Kindergarten Text: Ursula Dotzler

Jeder Jahreswechsel hat den Moment des gleichzeitigen Blicks in

und die Kinder tauchen in den Rollen der Könige, Pagen und

zwei Richtungen: auf das Vergangene im alten Jahr und auf das

Sterndeuter in Bilder ein, die ihrem Alter gemäß sind.

Kommende im neuen Jahr.

Die drei Könige folgen – aus dem Turm, dem Saal und dem

Wenn das Weihnachtsfest im alten Jahr auf ein Vergangenheitsge-

Schacht – dem großen Stern „von solch goldenem Glanz, wie man

schehen hinschaut, so hat das Dreikönigsfest in zweifacher Weise

ihn noch nie gesehen hatte“, der am Himmel aufgegangen ist und

die Zukunft im Blick.

den jeweils der eigene Sterngucker gesichtet hat.

Das Weihnachtsfest im alten Jahr erinnert an die Geburt des Jesuskindes. Der Dreikönigstag gedenkt sowohl der Anbetung des Kindes

Pagen tragen die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe – „Herz,

durch die Heiligen Drei Könige als auch der Erscheinung des Chris-

Wille und Sinn“ sind angesprochen – und die Könige bringen sie

tus bei der Taufe am Jordan. Das Bild des Kindes ist so verbunden

dem Kind dar. Bedankt ziehen sie heim, während Maria und Jo-

mit dem Bild seiner zukünftigen Entwicklung.

seph mit dem Kind sich auf Weisung des Engels nach Ägypten

Der Stern führt drei Eingeweihte auf getrennten Wegen an den Ge-

aufmachen.

burtsort des Menschen, der eine Christuszukunft hat. Die Könige

Vorausschau klingt leise an, wie auch der Aufbruch in ein unbe-

schauten jeder an seinem Ort über die Kindesgeburt hinaus in diese

kanntes Land.

Zukunft, und jeder begibt sich auf seinen Weg, um der Prophezei-

Eine besondere Bedeutung hat das Spiel für die Vorschulkinder:

ung zu folgen.

sie gehen ihrem nächsten Lebensabschnitt entgegen, und zu Beginn des neuen Jahres beginnt die Vorfreude darauf zu erwachen.

Wenn die Weihnachtsstimmung aus dem Erinnerungsfest heute

Ihre Gestalt streckt sich, und sie ahnen das Wachsen und Wer-

verblasst, wird vielfach versucht, sie durch äußeren Aufwand zu

den, das auf sie zukommt. Sie beherrschen sich selbst Schritt für

halten.

Schritt ein Stück mehr und sind unbändig stolz, wenn es gelingt,

Wie kann Weihnachten als Zukunftsfest aussehen? Kommt hier

dass sie nacheinander alle drei Könige sein dürfen.

dem Dreikönigsfest eine größere Bedeutung zu? Das Bewusstsein, jetzt ein „richtiges Sonnenkind“ zu sein, strahlt Dem Neuen entgegen

aus ihren Augen und der Erwachsene spürt zunehmend, dass ihm

Wie erleben nun die Kinder das Dreikönigsgeschehen?

das Kind mehr und mehr gegenüber steht und eine entsprechen-

Der Januar ist im Kindergarten dem Dreikönigsspiel gewidmet,

de Haltung von ihm fordert.

FRühlingsfest Samstag, 30. April 2016

Bastelstationen für Groß und Klein, Flohmarkt, Puppenspiel für die Jüngsten, Theater im Ohrensessel von Stefan Libardi

im Schulhof, Endresstr. 113 Eröffnung um 14 Uhr

Ihr Frühlingsfestkreis

der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer


26 _ Rückblicke

Der Hort als neuer Begegnungsraum Mehr Austausch zwischen den Klassen: Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Hortkonzept Fotos: Uschi Iragorri

Mehr Austausch zwischen den Klassen, offene Begegnungsräume, Natur erleben und Kunst schaffen – das waren die Anliegen, die wir uns für die Nachmittagsbetreuung für das Schuljahr 2015/16 vorgenommen hatten. Nach einer intensiven Ideenfindungsphase und vielen Gesprächen konnten wir kurz vor Schulschluss unser neues Konzept vorstellen: die Aufteilung in „kleinen“ und „großen“ Hort sollte gelockert werden. Der Hortraum im Schulgebäude wurde vom Erstund Zweitklass-Hortraum, den „Kleinen“ also, zu einem Begegnungsraum der ersten und dritten Klasse umfunktioniert. Der Hortcontainer mit dem Kunsthaus sollte die Kinder der zweiten und vierten Klasse sowie einige Schüler der fünften Klasse beherbergen. Nach fast vier Monaten Schulalltag können wir nun auf eine gelungene erste Phase des neuen Konzepts zurückblicken. Dank des milden Herbstes wurde und wird der Garten von allen Kindern bespielt,

Im Kunsthaus am Nachmittag sind wir auch heuer unserem

der klassenübergreifende Kontakt zwischen den Kindern intensiviert

Grundgedanken weiterhin treu geblieben: Ein Raum, in dem

sich und auch Streitereien und Meinungsverschiedenheiten können

das Kind selbstständig kurz oder auch lange gestalten kann,

schnell und mit Hilfe der „Großen“ oft selbstständig geklärt werden.

ein Raum ohne hierarchisch-ästhetische Überlegung, ein

Die neue erste Klasse hat sich gut eingelebt und von Anfang an viel

Raum, in dem Experimentieren und Ausprobieren willkommen

Energie gezeigt. Auch nach vier Stunden Unterricht reicht diese noch

sind und die Beständigkeit des Arbeitsprozesses wichtiger ist

für Klettern, Sandspielen und Häuserbauen. Bei den gemeinsamen

als das Endergebnis. Dadurch sind viele Arbeiten entstanden,

Mahlzeiten und beim Erarbeiten der Hortregeln waren die Drittkläss-

die im Foyer und im Kunsthaus zu sehen sind.

ler große Vorbilder. Bei der gemeinsamen Hausaufgabenzeit wurde nicht nur gerechnet und geschrieben, sondern auch ein wertschät-

Unsere Freitag-Nachmittags-Kunstkurse waren schon nach

zender Umgang miteinander geübt.

kürzester Zeit ausgebucht. Wegen der großen Nachfrage überlegen wir, eine weitere Stunde im Rahmen der Frei-

Auch die monatlichen Projekttage wurden von den Kindern freudig

tags-Kurse anzubieten. Details werden natürlich rechtzeitig

aufgenommen.

bekanntgegeben.

Der erste Termin im Herbst führte uns mit Veronika Kittel von waldwild-

Gemeinsam mit Sissi entstanden außerdem noch wunder-

nis.at in den Wald, wo wir eine Kugelbahn bauten und viele lustige Spiele

schöne Schätze wie Seidenschals, Windlichter und Salzteigfi-

spielten. Beim zweiten Termin wurde das Technische Museum erforscht.

guren, die vor Weihnachten im Foyer vor dem Festsaal ausge-

Da wir aus Zeitmangel nicht alles ganz genau besichtigen konnten, wird

stellt waren und sicher unter dem einen oder anderen Christ-

es sicher im Frühling einen zweiten Termin geben. Mit nur sechs Kindern

baum lagen.

besonders exklusiv war unsere Führung durch das Briefverteilerzentrum der Post. Dort konnten wir nicht nur die riesigen Sortier-Maschinen ge-

Wir freuen uns schon sehr auf die kommenden Monate mit Ih-

nauestens untersuchen, sondern erkundeten auch die mehrere Fußball-

ren Kindern in unserem Begegnungsraum!

felder große Halle mit der hauseigenen Elektrobahn. Vor Weihnachten ging es noch ins Schloss Schönbrunn zum Kindermuseum und im Jänner dann wieder in den – leider nur mäßig – verschneiten Wald.

Das Hort-Team Betsabeh Aghamiri, Elisabeth (Sissi) Dragschitz, Renate Hruza, Uschi Iragorri


Rückblicke _ 27

Schönes für Kleine Text: Ursula Khol-Haidenthaler Fotos: Nadja Berke, Ursula Khol-Haidenthaler

Für manche beginnen die Vorbereitungen schon im Sommer, andere haben sie das ganze Jahr im Hinterkopf und wieder andere zerbrechen sich den Kopf zwei Tage vor dem Basar und durchbasteln eine Nacht: Schönes für die Kinderstube. Die Kinderstube zählt seit Jahren zu den (für die Eltern) aufwendigsten aber auch schönsten Kinderaktivitäten am Weihnachtsbasar. Es werden in ruhiger und stimmungsvoller Atmosphäre (von Eltern) selbstgemachte kleine Basteleien ausschließlich von Kindern erworben – den Erwachsenen ist der Zutritt untersagt. Die Kinder tauschen an der Kassa – die von Kindern der dritten Klasse betreut wird – ihr Taschengeld in rote Filzpunkte um, die als ausschließliches Zahlungsmittel dienen. Ein roter Punkt entspricht 50 Cent. Es gibt vier Stände, die Waren um eins, zwei, drei oder vier Filzpunkte anbieten und wiederum von den Kindern der dritten Klasse betreut werden. Ja, es haben alle Eltern gebastelt. Wirklich alle. Beeindruckend. Es wurden Regenmacher befüllt, Schneckenhäuser vergoldet, Zaubernüsse gefüllt, Seifen hergestellt, Marmelade eingekocht, Kreisel geschnitzt, Halsketten und Armbänder gefädelt, Feen gezaubert, Taschen genäht, Salzteig für die Puppenstube geformt, Korkschiffchen getestet, Origami gefaltet und vieles mehr. Pro Familie wur-

Wand, um einen Blick in das Kinderland zu erhaschen. Manche hät-

den mindestens 30 Stück hergestellt – oftmals mehr! Da die Kinder

ten auch den Allerkleinsten schon gerne die Möglichkeit gegeben,

der dritten Klasse selbst auch einen Beitrag leisten wollten, wurden

einen Schatz zu erwerben. Doch ist es für die Kinder im geeigneten

an zwei Nachmittagen gemeinsam Filzschnüre in bunten Farben

Alter gerade so schön, ganz alleine aussuchen zu dürfen und danach

gestrickt und gefilzt. Die Kinder arbeiteten konzentriert an ihren

den Eltern zeigen zu können.

Schnüren, lümmelten auf der Couch und tratschten über ihr Leben als Drittklässler. Herrlich anzusehen! Herr Genswein hatte die Klasse

Erstmals habe ich heuer ab Freitag 10 Uhr den Aufbau in der Schule

in Rechenspielen auf die verantwortungsvolle Aufgabe der Kassa-

miterlebt. Unglaublich, es wuselte in der ganzen Schule wie in ei-

führung vorbereitet – nur zur Sicherheit, falls im regen Ansturm das

nem Ameisenhaufen. Es sollte perfekt sein und das wurde es auch.

Rechnen schwerfiele.

Punkt 17 Uhr war alles fertig. Bereit für den großen Ansturm, der Gottseidank auch heuer nicht ausblieb!

Die Kinderstube war auch heuer wieder reich befüllt und viel zu schnell leergekauft!

Ich möchte allen Eltern und Kindern der dritten Klasse danken, die

Es zeigte sich wieder einmal, dass die Kinder sehr gut überlegen,

so eifrig gebastelt haben – und vor allem auch jenen, die zusätzlich

wofür sie ihr Geld, ihre Punkte ausgeben. Die Wertigkeiten sind bei

zum Aufbau und Abbau, sprich zum Gelingen beigetragen haben!

jedem Kind anders gelagert.

Unser aller Mühe wurde durch die strahlenden Kindergesichter vor

Die Neugier der Erwachsenen war groß, alle lugten über die blaue

und hinter den Verkaufsständen belohnt!


28 _ Rückblicke

Russkij Chai und andere russische Köstlichkeiten Text: Brigitte Födinger Fotos: Seweryn Habdank-Wojewódzki, Lothar Trierenberg

„… ich habe mich wie in meiner Heimat gefühlt“, berichtete Olga

Die Mappen wurden zusammengeführt, und wir arbeiteten uns

Glazkova Brigitte Födinger auf deren Frage hin, wie sie die diesjähri-

Stück für Stück vorwärts. Das Geschirr wurde gezählt und ergänzt,

ge russische Teestube denn erlebt habe. Für die Organisatorinnen V.

Tischlichter gesichtet, Salz- / Pfefferstreuer gekauft, Servietten,

Skerjanz und B. Födinger war die Zusammenarbeit mit Frau Glazko-

Blöcke und Tischwäsche gezählt und schließlich die benötigten

va von Anfang an eine fruchtbare und sehr freudvolle, die getragen

Speisen überlegt und Rezepte verschickt. Es sollte alles in Bio-Qua-

war von Achtung vor den Fähigkeiten der anderen.

lität sein – soviel war von Anfang an klar – und zwar durchgehend. Und Veronika fuhr los und überprüfte die Preise. Schlussendlich

Die russische Teestube, fixer Bestandteil des Adventbasars in Mau-

wurde mit wenigen Ausnahmen alles bei „Aus gutem Grund“ ge-

er, stellt alljährlich die Verantwortlichen vor eine enorme Heraus-

kauft. „Warum in die Ferne schweifen, wenn ...“.

forderung und ist sicherlich eine der arbeitsintensivsten Tätigkeiten, die von Eltern zu bewältigen ist: In nur einem Tag müssen aus zwei

Es gab vier Pfeiler, auf denen die Teestube aufgebaut war: Eltern, Frau

Klassenzimmern ein gastronomischer Betrieb mit einer „Teestube“

Rumetshofer, die Klassenlehrerin, alle Russischlehrerinnen – allen vo-

und einer Küche hergerichtet werden. Samstagabend um 18 Uhr be-

ran Olga Glazkova und natürlich die Schülerinnen und Schüler der 6.

ginnt mit dem Gong der Abbau. Zwei bis drei Stunden später ist der

Klasse. Das „Herz“ der russischen Teestube ist eindeutig Frau Glazkova.

Spuk vorbei.

Wie jedes Jahr sorgte sie für die Dekoration, darunter unter anderem eine Präsentation ihrer Samowar-Sammlung und Matroschka-Puppen.

In diesem Jahr meldeten sich Veronika Skerjanz und Brigitte Födin-

Mit der Klasse wurden Menükarten gebastelt, die später von Ekaterina

ger für die Organisation. Schon bald stellte sich heraus, dass sich

Chebova geschrieben wurden, und neue Vokabel zum Thema „Russi-

ein Dream-Team gefunden hatte, das sich nicht nur organisatorisch

sche Teestube“ erlernt. Es wurden kleine Szenen und Dialoge, die sich

wunderbar ergänzte sondern in allen, wirklich allen Bereichen einer

in einer „Teestube“ abspielen könnten, geübt, und sogar Brötchen hat-

Meinung war. „Wir wollten es einfach nur gut machen! Nicht besser

te Olga Glazkova mit den Kindern im Rahmen des Unterrichtes vorbe-

als im Vorjahr, sondern wirklich fein für alle.“

reitet und, geliebt von allen, Russkij Chai gekocht.

Von Anfang an stand uns Olga Glazkova mit ihrer fast 20jährigen

Frau Rumetshofer ihrerseits übte mit den Kindern im Vorfeld für die

Erfahrung in Sachen Organisation zur Verfügung. In einem ers-

Kellnertätigkeit mit kleinen Rechenspielen und hielt in der Klasse ei-

ten Treffen Anfang Oktober berichtete sie über ihre Erfahrungen

nen „Servierkurs“ mit Unterstützung von Frau Skerjanz ab. Auch die

der letzten Jahre und erklärte uns den Ablauf. Und ja, es gäbe eine

zeitliche Einteilung der Kinder wurde von der Klassenlehrerin über-

Mappe, die selbsterklärend wäre, nur bei wem ist die gerade??? Es dauerte 3 Wochen, bis wir nicht nur eine, sondern vier Mappen in Händen hielten. An dieser Stelle vielen Dank für die tolle Vorarbeit und Mühe, die sich Elisabeth MacNulty, Heidi Magdowski, Christine Bolleter, Monika Böhm und Irene Mayer in den Jahren 2009 – 2011 gemacht hatten. Alle Schritte und To Do’s waren minutiös erklärt. In mehreren Telefonaten mit Gerda Edelmüller, eine der Organisatorinnen von 2014, wurden die Ziffern auf aktuellen Stand gebracht. So hatte sich beispielsweise der Lachskonsum von 3,5 kg (2009) auf 10 kg (2014) gesteigert. Gerda, auch Dir besonderen Dank. Und nicht nur für den wunderbaren Tipp mit der „Russischen Zigarrentorte“, von welcher wir tatsächlich 5 ganze Torten verkauft haben.


Rückblicke _ 29

Obwohl ich 12 Jahre nicht in Russland war, habe ich mich diese 2 Tage in der russischen Teestube wie in meiner Heimat gefühlt. Dafür bin ich wie jedes Jahr den KollegInnen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sehr dankbar – und natürlich dem Wolfgang Seyringer.“ nommen; kein leichtes Unterfangen, da alle gerne servieren wollten,

„Ein Fest für uns! Ein Fest für Alle!“

Abwasch und Brote streichen hingegen weniger Begeisterung fand. Schlussendlich hatten wir noch Peter Floquet, Vater einer Schülerin

Und was meinten die SchülerInnen der 6. Klasse dazu?

der 6. Klasse, im Boot; den Kindern bekannt durch seine umgängliche Art bei der Olympiade in Schönau und seither allseits beliebt. Ihn si-

„Ich finde, dass das Kellnern sehr anstrengend war, weil bei mir das

cherten wir uns als eventuellen Motivator und „Löwenbändiger“.

Tablett fast immer überladen war.“

In mehreren Doodle-Listen wurden die Eltern zur Mitarbeit aufge-

„Die Vorbereitung am Freitag war sehr anstrengend. … Es gab fol-

rufen; sei es, um Essen, Kühlschrank oder Geschirr, Töpfe, Zangen,

gende Dienste: Servieren, Abwaschen, Brötchen streichen und

Wasserkrüge und dergleichen zu bringen. Blitzschnell waren die Lis-

Buffet. Wir wurden im Schichtdienst eingeteilt. Es gab manche, die

ten voll. Auch vier Familien aus der 8. Klasse steuerten Speisen bei.

arbeiteten zwei Stunden. Manche arbeiteten vier Stunden mit einer

Besonders geschätzt wurden die Russischen Eier der Familie Amann,

Pause oder auch ganz ohne Pause durch. – Die Arbeit in der russi-

die, kaum gebracht, auch schon wieder weg waren. Ein Tipp an die

schen Teestube fand ich sehr schön und interessant.“

Eltern für nächstes Jahr: Russische Eier, Piroschki und Lachs-Blinis

Lina

Mateusz und Paul

oder Brötchen können nicht genug da sein!! „Was ist die russische Teestube? Die russische Teestube ist ein ProWährenddessen hatten die Organisatorinnen auch ihre kleinen

jekt der 6. Klasse. Jedes Jahr am Adventbasar macht die 6. Klas-

Freuden im Hintergrund, etwa wenn die russischen Rezepte auspro-

se mit vielen Eltern, Lehrern, Brüdern und Geschwistern ein klei-

biert und gemeinsam verkostet wurden. Da uns wichtig war, dass

nes Trinkstübchen mit Alkohol VERBOT. Auf der Speisekarte stehen

die Brötchen nicht zu klein und zu groß, nicht zu viel oder zu wenig

verschiedene Getränke wie z.B. Apfelsaft, Orangensaft oder einfach

Lachs drauf war, wurde direkt „an der Ware“ getestet. Den Prosecco

nur Wasser. Aber natürlich gibt es auch Speisen aus der russischen

dabei nicht zu vergessen – ein italienischer, versteht sich.

Küche. Dieses Jahr gab es das Jubiläum, das auch Speisen von den Kellnern ausgeteilt wurden.

Als es Freitag 16 Uhr und die Vorbereitungen eine Stunde vor Basar-

Eigentlich gibt es ein System, wer von den Kellnern dran ist, aber

beginn längst nicht abgeschlossen waren, wurde plötzlich allen An-

nach den ersten zehn Minuten haben alle alles gemacht. Am ersten

wesenden klar, dass es handeln hieße – und ja, was soll ich sagen:

Tag haben auch viele zum Spaß alle 5 Stunden durchgearbeitet und

Eine Stunde später hatten wir einen Status Quo, der dem des „Wiener

hatten zum Schluss keine Kraft mehr zum Wegräumen, was zum

Kaffeehauses“ am Basar nicht unähnlich war. Von da an lief alles wie

Leid der anderen war, die mehr wegräumen mussten.“

Natan

von selbst. Vor allem die Kinder. Dazu Olga Glazkova: „Ich war begeistert, wie toll es die Schülerinnen und Schüler gemacht haben – mit viel

„Wie jedes Jahr hat auch die diesjährige 6. Klasse die russische Tee-

Eigeninitiative. Sie haben einander geholfen, trotz Müdigkeit wei-

stube übernommen. Für die guten Speisen sorgten die Eltern. Die

tergemacht und waren hilfsbereit. In meiner Wahrnehmung haben

Spezialität war der Schwarze Tee, der meist mit Milch, Zitrone und

sie wie Erwachsene gearbeitet; wie echte Kellner und Kellnerinnen.“

Zucker getrunken wurde. ... Wir haben uns in Schichten eingeteilt, in

Und weiter schwärmt Olga: „Die Atmosphäre war wunderschön. Viele

denen wir jeweils als Kellner beim Buffet, beim Abwasch und Brote

Ehemalige sind gekommen. Sie wunderten sich, dass ich ihre Namen

machen arbeiteten. Eine(r) saß immer an der Kassa. ... Es war trotz

noch kenne. (lacht) Ich war begeistert, wie die Eltern geholfen haben.

Anstrengung eine sehr lustige Zeit.“

Valerie und Sina


30 _ Rückblicke

„FREIE SCHULWAHL 2.0“: Aufgeben tut man einen Brief Neue Aktion: Nach der Demo für die Gleichstellung der Freien Schulen werden noch einmal Unterschriften gesammelt Text: Roman David-Freihsl

Die Forderung ist im Grunde seit Jahr und Tag immer und im-

Gleich in der Früh wurden in der Parlamentsdirektion 12.409 Un-

mer wieder dieselbe: Die Diskriminierung der Waldorfschulen und

terschriften übergeben, mit denen die Beendigung der finanziellen

der anderen Schulen in Freier Trägerschaft muss beendet werden!

Diskriminierung von Schulen in Freier Trägerschaft gefordert wurde.

Schließlich ist es nicht einzusehen, warum die Eltern unserer Schu-

Gleich im Anschluss wurden die Details zur Aktion bei einer gut be-

le zweimal zahlen müssen: Einmal über die Steuern wie alle anderen

suchten Pressekonferenz im Café Landtmann präsentiert. Und wie-

auch für die Schulbildung ihrer Kinder – und dann fast den vollen

derum danach erfolgte eine Kundgebung auf dem Minoritenplatz

Betrag noch einmal für den Besuch etwa der Rudolf Steiner-Schule.

mit rund 800 TeilnehmerInnen; Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen, Lehrern und Eltern. Singen, Skandieren, Ansprachen, Umzüge …

Die Fakten: Konfessionelle Privatschulen erhalten vom Staat die vollen Lehrerkosten und damit etwa 80 Prozent ihrer Aufwendun-

Das Medienecho war groß. So gut wie alle Tageszeitungen berichte-

gen ersetzt. Für Schulen in Freier Trägerschaft gilt dies hingegen

ten vom Aktionstag, wie auch Radio- und Fernsehsender. Die Reak-

nicht: Für die gibt es lediglich Zuschüsse zu den Sachkosten. Im Jahr

tion der Politik hingegen war – wieder einmal – ernüchternd … und

2010 waren das noch jährlich 1.000 Euro pro Schülerin bzw. Schüler.

kann mit der wienerischen Redewendung beschrieben werden: „Ned

Da die Anzahl der Schulen in Freier Trägerschaft aber zunimmt, der

amoi ignorieren.“

Fördertopf jedoch gleich bleibt, werden die Kuchenstücke pro SchülerIn immer kleiner – und so sank der Betrag bis zum Jahr 2015 auf

„Das am 17. November 2015 vorgestellte Reformpaket der Bil-

750 Euro pro Kopf, was einem Minus von 25 Prozent innerhalb von

dungsreformkommission ist – wie zu erwarten – ein Kompro-

fünf Jahren entspricht. Übrigens entsprechen 750 EUR nicht einmal

missstückwerk geblieben, das die Autonomie der Schulen nur in

zehn Prozent jener Kosten, die pro Schülerin oder Schüler an einer

marginalen Bereichen ermöglichen soll“, bilanziert Angelika Lüt-

öffentlichen Schule anfallen!

genhorst vom österreichischen Waldorfbund. Und: „Unser spezifisches Anliegen, die finanzielle Gleichbehandlung eines jeden

Gleichzeitig haben die Eltern der Freien Schulen in den vergangenen

Schulplatzes unabhängig von der Trägerschaft, wird wieder mit

50 Jahren mehr als 500 Millionen Euro Schulgeld aufgebracht – zu-

keinem Wort erwähnt.“

sätzlich zu ihren Steuerleistungen für das staatliche Bildungssystem. Aber, wie heißt es auch so schön in Wien: Aufgeben tut man einen Andere Europäische Länder zeigen, dass es auch anders geht: In

Brief.

Dänemark bekommen beispielsweise Schulen in Freier Trägerschaft

Daher geht die Initiative „FREIE SCHULWAHL 2.0“ nun in die

Subventionen pro Kind ausgezahlt. Mit diesen Mitteln können sämt-

nächste Runde: Auf einer Petitionshomepage des Parlamentes

liche Schulkosten, also auch die Lehrerkosten, abgedeckt werden.

kann die Forderung nach Beendigung der finanziellen Diskriminie-

Auch in den Niederlanden wurde eine weitgehende Autonomie des

rung unserer Schule sehr einfach unterstützt werden.

Schulbudgets, der Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit und der

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00090/index.

Auswahl der Lehrkräfte bereits umgesetzt.

shtml#tab-Zustimmungserklaerung

Nun hatte die Bundesregierung angekündigt, Ende des Vorjahres

„Mit einer großen Anzahl an Zustimmungserklärungen können wir

ein umfassendes Schulreformpaket vorlegen zu wollen. Keine Frage,

den parlamentarischen Ausschüssen die Wichtigkeit der finanziellen

dass bei dieser Gelegenheit versucht werden musste, die Forde-

Gleichstellung im Sinne der Bildungsqualität und der pädagogischen

rungen der Schulen in Freier Trägerschaft einzubringen. Unter der

Vielfalt zeigen und zu einer positiven Haltung motivieren“, appelliert

Federführung des österreichischen Waldorfbundes organisierte die

Angelika Lütgenhorst.

Initiative „FREIE SCHULWAHL 2.0“ am 16. Oktober des Vorjahres einen vielfältigen Aktionstag:

Nähere Informationen unter: www.freieschulwahl.at


Rückblicke _ 31

„Beutel leer – Kohle her“ Schülerberichte von der Kundgebung auf dem Minoritenplatz Fotos: Karl Hruza

Am 16. Oktober 2015 demonstrierten vor allem viele SchülerInnen un-

„Weil sich die finanzielle Lage vieler Freier Schulen (z.B. Waldorf-

serer Schule auf dem Minoritenplatz gegen die finanzielle Diskriminie-

schulen) laufend verschlechtert, gab es am 16. 10. 2015 Demons-

rung der Schulen in Freier Trägerschaft. Hier eine Auswahl der Berich-

tration. Allein der erste Anblick von der U-Bahntreppe aus war

te aus der 6. Klasse:

überwältigend. Etwa 1500 Menschen hatten sich vor dem Bildungsministerium am Minoritenplatz versammelt. Es war auch eine

„Die Oberstufe und Mittelstufe der Rudolf Steiner-Schule in Wien-

Bühne aufgebaut worden. Oben stand zuerst eine Rednerin, die uns

Mauer fuhr am 16. Oktober 2015 zur Demonstration am Minoriten-

eine Rede hielt, dann kamen ein paar Zehntklässler unserer Schule.

platz. Der Zweck der Demo war, dass Freie Schulen mehr vom Staat

Mit ihnen sangen wir „Protest-Lieder“, die Geld von Bildungsminis-

gefördert werden sollten. Es waren sehr viele Leute dort. Bei der

terin Heinisch-Hosek verlangten, z.B.:

Fahrt blieben 2 Schüler der 6. Klasse in der U-Bahn, doch zum Glück

(zur Melodie ,Oh du lieber Augustin‘)

kamen sie schon nach kurzer Zeit zurück. Wir, die 6. Klasse, blieben

Heinisch-Hosek Kohle(*) her, Kohle her, Kohle her

ca. 1 Stunde dort.“

Heinisch-Hosek Kohle her, sonst geht’s nicht mehr

Geld ist weg

Sina

Schul im Dreck

„Die Demonstration war am Minoritenplatz. Wir sind mit den öf-

Beitel leer

fentlichen Verkehrsmitteln zum Minoritenplatz gefahren. Dann

Kohle her

sind wir dort ausgestiegen und zum Platz hinaufgegangen. Dort

Heinisch-Hosek Kohle her, sonst geht’s nicht mehr

waren sehr, sehr viele Menschen, manche mit Schildern und Plakaten. Schüler der zehnten Klasse unserer Schule haben gesungen.

Andere Lieder gab es auch. Die Stimmung dort war gelöst und

Es haben Lehrer und Eltern für die Schulen geredet. Dann sind alle

fröhlich, deshalb fand ich es traurig, dass wir nach 1 Stunde wieder

Schüler und Erwachsenen eine Runde gegangen. Meine Klasse hat

gingen. Am nächsten Tag fand ich einen kleinen Artikel in der Zei-

sich bei einer Skulptur versammelt und 10 Minuten Pause gemacht.

tung: ,Schulen wollen Geld für Lehrer‘.

Danach sind wir wieder zurück gefahren.“

(*) Kohle – umgangssprachlich für Geld Paul und Mateusz

Samuel


32 _ Portrait

Achtsamkeit und Wertschätzung als Grundlage für die zukünftige Gesellschaft Mit dem neuen Erstklasslehrer sprach Isabella Pohl.

Eine vielseitige berufliche Laufbahn führte Manfred Hofer zum Lehrerberuf. Wichtig ist ihm die Gestaltung der Gesellschaft, Leben-

Foto: Lothar Trierenberg

digkeit im Unterricht und dass seine Schülerinnen und Schüler engagierte, freie Menschen werden.

MoMent: Sie haben Mode studiert, waren Fotograf, haben sich mit

Hofer: Mir konnte nichts Besseres passieren, als dass ich mit mei-

Sport und Ernährung beschäftigt. Wie kamen Sie zur Waldorfschu-

nen 40 Jahren in Berührung mit der Anthroposophie kam. Ich

le in Mauer?

habe die Ausbildung sehr konsequent und ehrgeizig gemacht. Am

Manfred Hofer: Ich war Projektmanager des Biohof Adamah und

Anfang habe ich nichts verstanden. Mir war die Anthroposophie

habe vor drei Jahren gemeinsam mit meiner Frau drei Wochen das

viel zu verwaschen. Die Ausbildung war toll, herausfordernd, le-

Wirtschaftspraktikum der damaligen 12. Klasse geleitet. In einem

bendig. Ich habe währenddessen als Chorleiter in der Walz gear-

Pilotprojekt sollten die Jugendlichen in die Rolle eines Unterneh-

beitet und im Hort in Pötzleinsdorf. Als dann ein Erstklasslehrer in

mers schlüpfen und eine Idee verwirklichen. Die Idee meiner Grup-

Mauer gesucht wurde, habe ich mich mit viel Vertrauen beworben

pe war, hier eine zu 100 Prozent biologische Schulküche einzurich-

und hier meine Lehrprobe gemacht. Ich bin sehr glücklich, dass ich

ten. Es gab einen signifikanten Moment für mich, als die Schüler

hier an der Schule bin. Die Tradition dieser Schule ist mir lieb. Auch

fragten, ob wir statt um acht nicht erst um zehn beginnen könn-

das Arbeitsklima unter den Kollegen ist ein sehr gutes. Ich werde

ten. Ich dachte, sie wollten „owezahn“ und sagte, sie könnten gern

vielfach ungefragt unterstützt und fühle mich sehr angekommen,

erst um zehn beginnen, aber unsere Tagesziele müssen erreicht

aufgehoben und durch meine Mentorin Christine Bolleter sehr gut

werden, auch wenn sie dann bis Mitternacht sitzen. Die Tagesziele

begleitet.

wurden nicht nur erreicht, sondern manchmal sogar übertroffen. Ich war erstaunt, wie engagiert die Schüler waren, lernwillig und

MoMent: Sie sprachen einen Kampf gegen die Windmühlen an. An

offen der Situation gegenüber, sie meinten es ernst, wollten sich

Ihren Beschäftigungen, Ihrem Engagement erkennt man auch eine

der Aufgabe stellen. Das habe ich von Jugendlichen in der Form

gesellschaftskritische Einstellung.

nicht gekannt.

Hofer: Ich bin mit der Verteilung der Güter nicht einverstanden. Ich bin der Überzeugung, dass ich automatisch glücklich bin, wenn

MoMent: Sie haben Ihr Augenmerk auch auf den sozialen Umgang

viele um mich herum glücklich sind. Ich spreche von wahrhaftigem

der Schüler untereinander gerichtet. Was fiel Ihnen da auf?

Glück. Stattdessen stecken wir im Kauf- und Medienrausch – das

Hofer: Es gab eine Hänselei zwischen zwei Schülern, ein dritter

ist eine seelische Verwahrlosung. Ich finde in der Politik keine Wer-

kam hinzu und sagte: „Stell dir vor, das würde zu dir jemand sa-

te. Das ist schade und arm. Es wird ausgegrenzt und abgegrenzt.

gen, hättest du das gern?“ Worauf der hänselnde Schüler sagte:

Als Lehrer habe ich nun eine sehr sinnvolle Aufgabe, nämlich Men-

„Du hast recht, das ist mir gar nicht aufgefallen“, und sich ent-

schen, und womöglich sogar den Bundespräsidenten, die Bun-

schuldigte. Ein lebendes Beispiel für Achtsamkeit. Das fand ich

deskanzlerin und die Wirtschaftsführenden unserer Zukunft mit

toll. Ich habe versucht, die Wirtschaft mit den eigenen Waffen zu

auszubilden. Ich möchte nicht, dass Dinge wie Achtsamkeit oder

schlagen und für eine bessere Welt zu kämpfen und kämpfe aber

Wertschätzung nur zu Schlagworten verkommen, sondern dass sie

einen Kampf gegen Windmühlen, und diese Jugendlichen gehen

gelebt werden.

so miteinander um. Da blitzte erstmals der Gedanke auf: eigentlich müsste man daran arbeiten, die zukünftige Gesellschaft mit

MoMent: Welche Aspekte des anthroposophischen Weltbilds die-

aufzubauen.

nen Ihnen als Anhaltspunkte? Hofer: Ich meine nicht, dass Anthroposophie die Weltherrschaft

MoMent: Sie haben quasi direkt nach besagtem Wirtschaftsprak-

übernehmen muss. Das hat sie nicht notwendig. Außerdem würde

tikum mit der Waldorflehrerausbildung begonnen. Gespräche mit

ich niemanden zur Anthroposophie zwingen wollen. Vielmehr glau-

Engelbert Sperl und Stefan Herkommer haben Sie in diesem Impuls

be ich, müsste es ein Nebeneinander geben können. Ein Gemeinsa-

bestärkt. Wie haben Sie den Weg zum Lehrersein erlebt?

mes kann nur aus einem Nebeneinander und Anderssein bestehen.


Portrait _ 33

Schließlich, bei Steiner handelt es sich nicht um etwas Erfundenes,

MoMent: Gibt es einen speziellen Text, einen Vortrag von Steiner,

sondern um etwas ohnehin Existentes. Es geht darum, den Blick

der eine Grundlage für Sie ist, den Sie all Ihren Eltern nahe legen

und die Sinne dafür zu schärfen. Steiner erfindet ja nichts Neues. Er

würden?

nimmt etwas, was da ist, aber holt die Lebendigkeit dessen heraus.

Hofer: Ja – aber das ist in diesem Monat der Vortrag und in einem

Da kann man eine völlig neue Welt entdecken und genau darauf

anderen Monat ein andererVortrag. Das verändert sich. Im Unter-

muss man in der Bildung achten und nicht iPads und Computer

richt versuche ich, den Kindern die größtmögliche Lebendigkeit

einführen – das finde ich seelenlos, außer man will Marionetten der

eines Buchstabens oder einer Zahl oder einer Form nahezubrin-

Wirtschaft erzeugen, aber das ist nicht das Leben für mich.

gen. Wenn ich etwas aufschreibe, ist es tot, ich kann es ablegen, ich brauche es nicht mehr in mir wirken lassen. Ich gehe auf die

MoMent: Ihre Abschlussarbeit haben Sie über anthroposophische

unterschiedlichen Temperamente der Kinder ein; die Kinder in eine

Architektur geschrieben …

Schublade stecken funktioniert nicht. Ein Kind ist an einem Tag

Hofer: ... und zu Beginn fand ich diese Ablehnung rechter Winkel,

furchtbar schlimm und am anderen Tag wunderbar brav.

die geschwungenen Formen furchtbar! Auch den Festsaal hier an der Schule, der mir jetzt so lieb geworden ist. Aber im Zuge meiner

MoMent: In der Klasse sind doppelt so viele Buben wie Mädchen.

Arbeit hat sich mir erklärt, warum das so ist. Es geht auch um eine

Wie gehen Sie mit der Lebhaftigkeit der Kinder um?

seelische Geborgenheit, etwas das unterschätzt wird: wie die Din-

Hofer: Ich überlege, was muss ich tun, damit sie machen, was ich

ge auf die Seele wirken, die man vor Augen hat.

sage? Da gibt es sehr viele Hilfestellungen in der Waldorfpädagogik. Oft kommt die Klasse mit Fingerspielen und Sprüchen gut zu

MoMent: Wie sehen Sie die Gemeinschaft aus Lehrern, Schülern

Ruhe. Die Kinder sind ja nicht undiszipliniert; sie sind wegen der in

und Eltern hier an der Schule, an die sehr unterschiedliche Wege

ihnen wirkenden Kräfte aufgeregt. Dann spielt auch meine Ta-

führen und deren kleinster gemeinsamer Nenner womöglich nur

gesverfassung mit. Da sitzen die Kinder alle vor mir und plaudern.

der Wunsch nach „etwas anderem“ ist?

Meine Aufgabe ist es, den Kindern etwas beizubringen. Das heißt,

Hofer: Ich denke, es gibt einen Generationenwechsel. Manche ha-

wenn sie etwas nicht können, dann ist das nicht ihr Fehler, sondern

ben sehr feste Vorstellungen davon, wie die Dinge gemacht gehö-

ich muss es mit ihnen üben. Wir haben etwa eine Übeseite auf der

ren, und es kommt vor, dass ich sage: Nein, es fühlt sich so nicht

Tafel gemacht. Mit manchen Kindern übe ich dann auch noch ein-

richtig an. Ich mache es anders. Wenn ich mir Eltern wie Sie an-

mal in Ruhe den Morgenkreis, wenn die anderen schon in der Pau-

schaue, die hier in der Waldorfschule waren, dann sind das nicht

se sind. Es raubt viel Kraft, wenn man böse und laut wird. Manch-

Leute, die in wallenden Kleidern auftreten, die sich das Waldorf-

mal ist es nötig, aber das sollte die Ausnahme sein – sonst bin ich

Bild also nicht so vor die Augen hängen, die das aber sehr wohl

am Nachmittag völlig fertig.

vor die Seele hängen, bewusst wegen ihrer Kinder – und ich denke auch wegen der Gestaltung der Gesellschaft, wobei das vielleicht

MoMent: Was sind die Dinge, die Sie Ihren Kindern beibringen

unbewusst passiert. Ich sehe eine ausgeprägte Lebendigkeit, auch

wollen?

von Eltern, die nicht Steiner gelesen haben.

Hofer: Sie sollen engagierte, motivierte, freie Menschen werden. Frei in dem Sinn, dass sie wissen, was sie können und was sie brau-

MoMent: Sie würden die Steiner-Lektüre empfehlen?

chen, und was ihr Beitrag für die Gesellschaft sein kann. Darin sehe

Hofer: Ja, aber nicht so, wie ich ein spannendes Buch empfehle.

ich meine erzieherische Aufgabe.

Das muss man wollen, da muss man eine Sehnsucht, ein Bedürfnis danach haben.


34 _ Portrait

Schulleben im Porträt – Familie Sperl Fragen gestellt und Antworten sowie Statements zusammengetragen von Nadja Berke

Wie seid Ihr mit Waldorfpädagogik in Berührung gekommen?

Woran erinnert Ihr Euch lieber nicht mehr?

Engelbert: Einerseits durch den biologischen Landbau und dann

Magdalena: Eigentlich an die gesamte Gymnasiumzeit: unmotivier-

durch die ehemalige Schulköchin Ina Barzen. Danach ist unsere

te LehrerInnen.

Älteste in den Kindergarten gekommen. Viele Schuleltern lernen

Engelbert: Stress mit Mathematik, und dann unendlich viel Stoff zu

ja zuerst den Kindergarten kennen, der ja meistens den Anfang

lernen in der Mittelschule, sowie ungerechte Lehrer.

bildet und von dem die meisten Schulkinder an unsere Schule kommen. Die Anthroposophie haben wir vor allem durch die Kin-

Könnt Ihr uns ganz kurz etwas über Eure Ausbildung und Eure Be-

dergartenausbildung von Magdalena kennengelernt. Vieles lief

rufe erzählen?

dann parallel, wie die Elternabende von Elfriede Graf, wo wir auch

Engelbert: nicht abgeschlossenes Studium Theaterwissenschaft

viele Anregungen bekamen.

und Kunstgeschichte, Regieassistent, Tanzausbildung, Zivildienst bei der Lebenshilfe in einem Wohnheim für Behinderte. Danach einer der ersten Geschäftsführer im biologischen Landbau in Nie-

Engelbert:

derösterreich. Mit der Gründung von Bio Austria Geschäftsführer

engagiert | neugierig

Österreich. Dann bis jetzt selbstständig im Biohandel und Consul-

Geschäftsführer | eifrig | leichtfüßig

ting sowie PR. Seit 2012 geschäftsführender Obmann in der Rudolf

besonnen | einsichtig

Steiner Schule Wien Mauer.

rastlos | tätig

Magdalena: Studium- über Psychologie zur Sonder- und Heilpäd-

Rita Welte

agogik, nicht abgeschlossen – früh kamen die Kinder. Ausbildung zur Kursleiterin der Gesundheitsgymnastik und Ausbildung zur Waldorfkindergärtnerin.

Aus welchem Umfeld kommt Ihr? Wo seid Ihr aufgewachsen? Welche Schulen habt Ihr besucht?

Wie hast Du das auf die Reihe bekommen, Magdalena? Eigene

Engelbert: Wir kommen „vom Land“: Magdalena von einem Bau-

Kinder. Kindergartenkinder in der Gruppe. Wie bekommt man das

ernhof im Mühlviertel, Volksschule und Hauptschule im Dorf St.

emotional und familientechnisch hin, einen solch intensiven dop-

Georgen am Wald. Der erste Jahrgang mit Schülerfreifahrt und

pelten Erziehungsauftrag?

kostenlosen Schulbüchern in einem neugebauten Schulgebäude.

Magdalena: Ich habe das langsam aufgebaut. Irma habe ich mit-

Entsprechend positiv motiviert waren einige LehrerInnen. Danach

genommen, als ich Assistentin war. Kindergartengruppe hab ich

maturierte Magdalena in einem musisch-pädagogischen Gymna-

erst 2004 übernommen, als alle eigenen Kinder schon in der Schu-

sium in Perg. Ich komme aus Gottsdorf. Das liegt bei Persenbeug/

le waren. Ich habe mit 2 – 3 Tagen im Kindergarten als Assistentin

Ybbs an der Donau. Danach besuchte ich Volks- und Hauptschule,

angefangen und erst viel später dann 5 Tage die Woche als Kin-

dann das Internat in Wieselburg. Maturiert habe ich in einer land-

dergartentante gearbeitet. Für mich ist sich das zeitlich sehr gut

wirtschaftlichen Mittelschule.

ausgegangen. Ich hatte nie das Gefühl, „zerrissen“ zu sein. Es hat sich alles auch immer ergänzt – mein Beruf hat dann auch zuhau-

Woran erinnert Ihr Euch besonders gerne, wenn Ihr an Eure eigene

se durch gemeinsames Tun für die Gruppen (basteln, zeichnen, ...

Schulzeit denkt?

) gelebt. Jetzt, wo die eigenen Kinder aus dem Haus sind, habe ich

Engelbert: ... ans Fussballspielen und den sehr bildhaften Deutsch-

mehr Zeit, über die Kinder in meiner Gruppe nachzudenken ... jetzt

und Geschichtsunterricht.

beschäftigen mich meine Gruppen noch viel mehr als früher ...

Magdalena: ... mit einigen LehrerInnen hatte ich eine gute Beziehung, ... und an die musisch-künstlerischen Fächer und Mathema-

Wie viel Raum nimmt die Schule, der Kindergarten in Eurem Fami-

tik, die mit einem gewissen Freiraum unterrichtet wurden.

lienleben ein?


Portrait _ 35

Mit dieser neuen Reihe möchte Nadja Berke mit Hilfe vieler InterviewPartner versuchen, folgende Frage in möglichst bunter und vielfältiger Form zu beantworten: Wer sind die Familien, die unsere Schule prägen und an unserer Schule lernen, lehren und leben?

Magdalena: vor allem als alle 4 Kinder in der Schu​le waren, stand

zeichnen. Sicherlich aber auch die Stunden mit der ganzen Klas-

die Schule im Zentrum. Jetzt vor allem meine Kinder­garten­-

se, in denen wir uns gegenseitig durch den Wald gejagt haben. Der

tätigkeit.

Beginn Mittelstufe war bald von einem plötzlichen Lehrerwechsel

Engelbert: da wir auch sehr an der Anthroposophie interessiert

geprägt. Herr Herkommer ging, Herr Bointner kam. Plötzlich, aufre-

sind, sehr viel.

gend. Am schönsten war sicherlich die Zeit in der 12. Klasse, die ich damit verbracht habe, an dem Roman für meine „12. Klass-Arbeit“

War es für Euch ganz klar, die Kinder in eine Waldorfschule zu ge-

zu schreiben. Die Krönung dann? Eine letzte Reise durch Portugal

ben? Oder gab es auch andere Überlegungen?

und Spanien.

Engelbert: Es war klar, dass wir beide keine Regelschule für die Kin-

Antonia: Wirklich in Erinnerung geblieben sind mir diverse Klas-

der wollten. Bei Antonia war es noch so, dass wir wirklich aufgeregt

senaufführungen, Ausflüge, Praktika, Kunstunterricht und Klas-

waren, ob sie aufgenommen wird. Damals gab es lange Wartelis-

senreisen. Dazwischen farblich einige besonders schöne und

ten, und es war nicht sicher, ob man aufgenommen wird oder nicht.

lustige Momente neben einigen Momenten, in welchen ich mich

Elfriede Graf führte das Eltern-Gespräch und wurde dann auch die

ungerecht behandelt fühlte. Prägend war für mich der gefühlt an-

Klassenlehrerin von Antonia.

dere Umgang mit uns. Das allgemeine „ein bisschen anders sein“

Magdalena: Die Erfahrung der Sinneserziehung – Spielen in der Na-

als andere Schüler. Und der Zusammenhalt, wenn es um etwas

tur, gemeinsames Kochen, das Haus sauberzumachen, Jause her-

Wichtiges ging.

richten, etc. – so habe ich mein Großwerden eigentlich erlebt, und

Paulina: Ich erinnere mich noch an die beeindruckenden Tafelbilder.

so lag mir die Waldorfpädagogik näher als eine andere Schulform.

Ich fand die Hausbauepoche besonders schön und habe sie noch gut in Erinnerung. Aus der Mittelstufe sind mir das 8. Klass-Spiel

Magdalena, Tante honoris causa, Pauls Kindergartenmittelpunkt, von uns allen geschätzter und geliebter Vormittagsanker, mit klarem Blick und strahlendem Lächeln. Engelbert, gesuchter Gesprächspartner und Wegbegleiter in Schulangelegenheiten, belesen, kritisch, engagiert und charismatisch. Denkt oft schneller, als ihm die Worte zufliegen können. Oskar, immer freundlicher, verschmitzter Schulgefährte unserer Tochter. Irma, ein Glück, sie als Schülerin gehabt zu haben – und als Draufgabe diese Schrift! Die beiden großen Mädchen in Erzählungen, damit ist die Familie komplett. Mit ihr auch freundschaftlich verbunden zu sein macht viel aus! Ursula Kaufmann

und die darauffolgende Reise besonders in Erinnerung geblieben. In der Oberstufe waren es der Malunterricht bei Peter Lange und der Deutschunterricht bei Herta Hans. Irma: ... Im Alltäglichen war es oft der Epochenunterricht dank seiner besonderen Gestaltung. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich kaum schlechte Erinnerungen und könnte aus jedem Fach Schönes erzählen.  Wie habt Ihr das erste Jahr nach Eurer Waldorf-Schulzeit erlebt? Oskar: Das Maturajahr ... Die Umstellung auf das öffentliche System war eine interessante Erfahrung. Ein kleiner Schock war die dort wenig vorhandene Klassengemeinschaft. Ich bin das erste Mal in meinem Leben „neben“ meinen (neuen) Klassenkameraden zur Schule gegangen und nicht „gemeinsam“ mit ihnen.

Ihr „Sperl-Kinder“ habt alle je 12 Jahre an der Schule erlebt. Was sind Eure prägendsten Erinnerungen aus der Unterstufe? Was sind

Wohin führt Euch gerade der Lebens-Weg?

die schönsten und spannendsten Momente, die Euch zu Eurer Mit-

Oskar: Richtung Mathematik-Lehrer. Es wird sich jedoch zeigen,

telstufen und Oberstufenzeit einfallen?

wohin sonst noch.

Oskar: Zu den prägendsten Erinnerungen an die Unterstufe ge-

Antonia: In Richtung Krankenpflege.

hören sicherlich die langen Nachmittage, die ich damit verbracht

Paulina: Ich bin derzeit Vollzeit-Mama.

habe, mit kindlicher Perfektion Tiere für das „Tierkunde“-Heft zu

Irma: Ich werde zu studieren beginnen.


36 _ Portrait

Gibt es etwas, dass Euch wirklich am Herzen liegt und Ihr gerne

gen – man muss sich sicher eingehender damit auseinandersetzen.

verändert wüsstet, wenn Ihr zurückdenkt und Euch vorstellt: „das

Magdalena: Man wünscht sich als Eltern die Waldorfpädagogik und

könnte ich mir für andere Schüler wünschen.“

hat doch eine Vorstellung davon, wie es sein sollte – Eltern haben

Oskar: Ein neues Gebäude auf 113. Nicht so viele Lehrerwechsel –

ein Gefühl dazu, wenn sie sich für die Waldorfpädagogik entschei-

vor allem in den Sprachen. Gerade in diesem Zusammenhang gab

den ... und andererseits kommen die Kinder vollkommen angefüllt

es dann doch auch mal die „eine Lehrkraft“, die eben nicht so sehr

in die Schule ...

für das Lehren qualifiziert war.

Engelbert: ... ja aber Verbote von der Schule aus bringen sicher

Irma: Die Waldorfpädagogik und -schule wurden von Rudolf Steiner

nichts ... eventuell Empfehlungen ...

begründet. Somit fände ich es spannend und auch angebracht, in der Oberstufe eine Epoche über ihn zu machen.

Magdalena: Der Gedanke des Wunsches nach der reichen Sinneser-

Paulina: Wenn Eltern wirklich nach der Waldorfpädagogik (in dem

fahrung sollte vom Elternhaus gegeben sein und die Schule in die-

Fall ist gemeint, fast ohne Fernsehen aufzuwachsen) erziehen und

sem Sinne unterstützt werden. Ja, es verlangt nach Unterstützung

dann das Kind in der 8. Klasse einen Film wie „Schindlers Liste“

des Elternhauses im Sinne der Schule: dem Kind Raum geben, in die

sieht, dann ist das sehr heftig und verstörend.

Schule gehen zu können – die Voraussetzungen zu schaffen, dass das Kind unbelastet und lernbereit in die Schule kommt ...

Aber wie meinst Du, kann man das besser machen? Bessere Absprache zwischen Lehrern und Eltern? Früher in das Medium Film einführen? Paulina: Als ersten Film vielleicht doch einen weniger heftigeren aussuchen und vorher mit den Schülern darüber sprechen, was genau auf sie zukommt. Absprache mit Eltern finde ich in diesem Alter in dem Bezug nicht mehr notwendig.

Die tägliche Frage an Magdalena : „Ist alles in Ordnung , was gibt es, ... … ?“ Ihre Antwort geprägt von: „Freude und Liebe, Ruhe und Zuversicht !!!“

Z.Chr.

Was genau ist heute im Sinne der Waldorfpädagogik im Bezug auf

Wie ging und wie geht es Euch mit dem hohen Engagement Eurer

Fernsehen, Multimedia, Handy, Internet und Social Media? Gibt

Eltern an Eurer Schule?

es da genug Auseinandersetzung und Unterstützung seitens „der

Antonia: Als Kind war es mir etwas unangenehm, dass mein Va-

Schule“ für Lehrer, Eltern und Schüler?

ter bei den meisten meiner Klassenreisen dabei war. Besonders

Engelbert: Es ist schwer vergleichbar mit früher. Heute ist die Frage

schlimm war es bei der 8.-Klassreise. Jetzt freue ich mich darüber

diesbezüglich überhaupt, welche Erfahrungen sind wann grundle-

und bin stolz darauf, dass meine Eltern beide so engagiert sind.

gend zu erlernen?

Paulina: Ich bin sehr stolz auf meine Eltern, mit welch einer Freude

Magdalena: Im Kaffeehaus spielen schon die Kleinsten mit den

sie ihrer Arbeit nachgehen.

Handys und Tablets der Eltern, das haben wir alle schon oft be-

Irma: Solange sie lieben was sie tun und dabei wachsen können, ha-

obachtet. Der Umgang mit diesen Errungenschaften ist sicher ein

ben sie meine Unterstützung.

großes Thema der neuen Elterngeneration. Dinge müssen aufgrund

Oskar: Das hohe Engagement meiner Eltern finde ich großartig.

einer Erkenntnis geändert werden. Diese Erkenntnis muss gefunden

Falls ich selber mal ein Kind auf die Waldorf-Schule in Mauer schi-

werden ... muss sich entwickeln.

cke, werden sie dann auf eine noch bessere Schule gehen, als ich

Engelbert: Der Computer ist eine „Erfahrungswelt“ für sich, in die

damals. Dessen bin ich mir gewiss.

Kinder sehr tief eintauchen. Oft hat man das Gefühl, Kinder werden immer unansprechbarer – die Außenwahrnehmung wird immer

Lieber Engelbert, als Geschäftsführer unserer Schule trägst Du

geringer. Ob das jetzt nur mit der Medienwelt zu tun hat, kann man

sicher einen großen Teil zu dem bei, wovon Dein Sohn da spricht.

nicht so genau sagen ...

Dafür musst Du einen großen Zeitaufwand in diese Tätigkeit inves-

Ich hoffe, die Buermann-Seminare können uns da etwas weiterbrin-

tieren. Wie können wir uns das als Schule leisten?


Portrait _ 37

Engelbert: Es ist derzeit ein Halbtagsjob und entwickelt sich immer

Engelbert: In Bezug auf Selbstverwaltung bin ich selbst Lernender.

mehr zu einer Vollzeitstelle. Die Bezahlung orientiert sich an den

Wie so oft gibt es viele Vorurteile und falsche Bilder. Gerade in un-

Lehrergehältern.

serer Zeit ist es wichtig, sich mit komplexen Inhalten auseinanderzusetzen. Hierarchien habe ich erlebt, und ich bin fest davon über-

Welche Aufgaben umfasst Deine Tätigkeit als Geschäftsführer?

zeugt, dass unsere Form die viel zeitgemäßere ist und bekomme

Engelbert: Einerseits die klassischen Bereiche: Finanzen, Personal

das immer wieder vor Augen geführt, wie bei unseren “Fuchs Se-

und Organisation, und anderseits ist durch die Selbstverwaltung

minaren“. Ich wünsche mir eine wirklich gelebte Selbstverwaltung,

auch diese Rolle neu zu definieren bzw. immer wieder neu anzu-

ohne graue, heimliche Hierarchien.

schauen, und natürlich ergeben sich alle möglichen „Alltagsprobleme“, da wir in der Verwaltung mit sehr wenig Personal arbeiten.

Was sind, neben dem „Dauerbrenner“ Selbstverwaltung, die zwei Dir persönlich wichtigsten Dinge, die Dich im nächsten Jahr im Zu-

Was qualifiziert Dich für diese Aufgaben?

sammenhang mit unserer Schule beschäftigen werden?

Engelbert: Seit nunmehr 25 Jahren übe ich die Tätigkeit eines Ge-

Engelbert: Wie jedes Jahr die Finanzierung der Schule und des lau-

schäftsführers aus und hatte immer die Aufgabe, für Projekte Geld

fenden Betriebs, das heißt das gute, gesunde und sinnvolle Wirt-

aufzustellen; sei es aus öffentlicher Hand oder privat.

schaften mit den Elternbeiträgen.

Das heißt, Du hast noch eine parallel laufende Arbeit.

Das zweite große Thema dieses Jahr ist sicher die Finanzierung

Engelbert: Ich bin selbständig. Ich arbeite auf Basis Honorarnote,

des Neubaus. Aus dem laufenden Betrieb heraus kann kein neues

und das auch für andere.

Schulgebäude finanziert werden. Das ist für jeden verständlich. Daher ist es leichter, für ein neues, notwendiges Gebäude Sponsoren

Engelbert: In Sachen Finanzen ein optimistischer Realist Magdalena: Liebenswerte Offenheit, auch wenns mal nicht so „rund“ läuft Antonia, Paulina, Oskar, Irma: Alle vier über Jahre in der Oberstufe begleitet und sie durch ihre Art lieb gewonnen K.H.

zu finden, als für andere Belange der Schule. Und das hoffen wir zu bewerkstelligen. Engelbert: Wir versuchen also, den laufenden Betrieb zu erhalten, und auf der anderen Seite wird unabhängig davon versucht, Geld für einen Neubau aufzustellen. Welche Frage würdest Du gerne in einem MoMent-Interview gestellt bekommen? Und wie lautet die Antwort? Oskar: Wenn Du Lehrer an der Waldorf-Schule wärst, welches Fach würdest Du unterrichten?

Wie kam es dazu, dass Du die Geschäftsführung an unserer Schule

Mathematik und etwas Kreatives. Musik oder Kunst. Ich arbeite

übernommen hast?

gerne kreativ mit Menschen, da man in diesem Bereich an jeden

Engelbert: Ich bin nunmehr seit rund 12 Jahren Obmann der

Einzelnen so verschieden herantreten muss, um das Individuum

Schule. Nachdem Herr Colditz, unser letzter Verwaltungsleiter,

und dessen Kreativität zu erreichen.

sich immer mehr zurückgezogen hat, wollte ich noch einmal mehr

Antonia: Wenn Du die Schulzeit wiederholen könntest, würdest Du

wissen bzw. erfahren, wie Selbstverwaltung wirklich realisiert

wieder auf die Waldorf- Schule gehen?

werden kann, wie es gelingt, eine freie Schule zu finanzieren bzw.

Mit einigen kleinen Änderungen ja, auf jeden Fall.

eine neue zu bauen etc.

Engelbert: Ist Waldorfschule und Waldorfpädagogik zeitgemäß? Ja! Sie ist es.

Die Selbstverwaltung ist ganz sicher eine ganz besondere Heraus-

Die Kraft muss da sein, die Welt zu verändern. Diese Kraft aufleben

forderung. Wie laufen denn aus Deiner Sicht die Entscheidungspro-

zu lassen, sollte gefördert werden. Und das hoffe ich, oder bin ich

zesse größeren Stils?

davon überzeugt, kann die Waldorfschule bieten ...


38 _ Informationen, Hinweise

FORTBILDUNGEN AM ZENTRUM FÜR KULTUR UND PÄDAGOGIK Wege zu einer gelingenden Eltern-Lehrer-Beziehung, 19. – 20.2.2016, mit Regula Hetzel und Claudia Hotzy, für LehrerInnen, StudentInnen, Eltern Wie können Gespräche zwischen Eltern und Lehrern so geführt

MOBBING, 13. – 14. Mai 2016 mit Claudia Hotzy

werden, dass sie zu, für alle annehmbaren und hilfreichen Ergebnisse führen? Wenn nun aber Konflikte sichtbar und „heikle“ Situatio-

Auf Basis der gewaltfreien bzw. friedvollen Kommunikation nach

nen angesprochen werden oder wenn Kritik geäußert wird? Welche

M. Rosenberg wird folgenden Fragen in Hinblick auf die Mobbing

„Spielregeln“ helfen und unterstützen ein gutes Gesprächsklima?

Thematik nachgespürt:

Ziel ist es, Werkzeuge für eine gelingende Eltern-Lehrer-Kind Be-

* Wie können wir einander respektvoll begegnen?

ziehung mitzugeben.

* Wie können wir unser Leben gegenseitig bereichern? * Was brauchen wir, um mit anderen Menschen in befriedigender Weise zu kommunizieren? Und was brauchen wir, um Meinungsverschiedenheiten auf friedliche Weise zu lösen? Die GfK will dazu beitragen, dass wir im Kontakt mit anderen nicht Gräben aufreißen, sondern Brücken bauen. Oder, wie Marshall Rosenberg es sagte: „Jede Form von Gewalt ist ein tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse.“ Herzlich zur Teilnahme eingeladen sind Klassen-/FachlehrerInnen, StudentInnen und interessierte Eltern. SCHULJAHRESVORBEREITUNG 2016, MÖRBISCH, 11. – 15.07.2016

Kursstart Oktober 2016

INFOABEND

11. März UM 19:00

In den Institutsräumen des Zentrums,Tilgnerstraße 3, 1040 Wien / U1 Taubstummengasse. Wir freuen uns auf Dein/Ihr Kommen! Um Anmeldung wird gebeten.

Mit Waldorflehrerkollegen aus Österreich, Mitarbeitern des Zentrums für Kultur und Pädagogik WaldorflehrerInnen der 1. – 8. Klasse sowie HortnerInnen haben die Möglichkeit, sich auszutauschen und gemeinsam mit erfahrenen Waldorflehrerkollegen aus ganz Österreich ihr Schuljahr vorzubereiten und in künstlerischen Kursen Inspiration zu sammeln. Zielgruppen: WaldorflehrerInnen der 1. – 8. Klasse, HortnerInnen, Studierende auf dem Weg zum Waldorflehrer Inhalte und Themen: Vorbereitung des Schuljahres der 1. – 8. Klasse und des Horts, Methodik und Didaktik, künstlerische Übungen ANMELDUNGEN UND INFORMATIONEN: Zentrum für Kultur und Pädagogik 0699 – 171 163 73 bzw. zentrum@kulturundpaedagogik.at


Hinweise

Ich Ich unterstütze und berate Sie oder begleite Sie ein Stück des Weges“ Weges “ 

   

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Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100 Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 02Z032325M Impressum Seite 2

P.b.b.

aus gutem grund gratuliert seiner Buchhalterin zum Rauriser Literaturpreis 2016 für die beste Prosa-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache

Ich bin fünfzig Jahre alt. Ich bin Buchhalterin. Verschwendete Zeit für netto, brutto, Saldo, Tage um Tage. Tage, die mir fehauslen, gutem grund gratuliertStattdessen halte ich Buch. um mich auszusprechen.

seiner Buchhalterin zum Rauriser Literaturpreis 2016 Zitat aus dem preisgekrönten Romanin Staubzunge von Hanna Sukare. Otto Müller Verlag Salzburg 2015 für die beste Prosa-Erstveröffentlichung deutscher Sprache

Ich bin fünfzig Jahre alt. Ich bin Buchhalterin. Verschwendete Zeit für netto, brutto, Saldo, Tage um Tage. Tage, die mir fehlen, um mich auszusprechen.

WAM – die für alle Ehemaligen Stattdessen haltePlattform ich Buch.

Zitat aus dem preisgekrönten Roman von Hanna Sukare.Studenten Otto Müller Verlag Salzburg „Waldorf Alumni Mauer“ wurde am 15. JännerStaubzunge offiziell gegründet sowie Menschen mit2015 niedrigem Einkommen zahlen die Hälfte. Spenden sind – wie immer in Waldorfkreisen – höchst willkommen! Beitrittsformulare für den Ehemaligenverein unter www.wam.wien

Ziemlich genau 50 Jahre nach dem Start unserer Ur-Rudolf Steiner-Schule in Wien-Meidling* ist es nun endlich soweit: Im Jänner wurde „Waldorf Alumni Mauer“ mit dem Zusatz „WAM – In Freiheit entlassen“ gegründet. Ein Netzwerk für die inzwischen große Schar ehemaliger Schülerinnen und Schülern der Rudolf Steiner-Schule Mauer; aber auch für ehemalige Eltern und LehrerInnen. Falls sich nun jemand fragen sollte, was diese plötzliche Vereinsmeierei soll – hier ein kurzer Überblick: * „WAM – in Freiheit entlassen“ ist eine Plattform für Kontakt, Austausch, Vernetzung und Unterstützung von und durch Ehemalige. * WAM organisiert Abende für einen Erfahrungsaustausch samt kurzen Präsentationen – und gelegentlich größere Events. * Die WAM-Website (https://wam.wien) soll vielfältige Informationen und Berichte bieten. * Im internen Bereich der Website können Ehemalige Daten und Informationen für Austausch und Vernetzungen bekannt geben. * Die Mitgliedschaft kann bereits in der 12. Klasse beantragt werden und ist in der Abschlussklasse und im ersten Jahr nach Schulabschluss gratis – danach beträgt der Mindest-Mitgliedsbeitrag € 12.– pro Jahr. Lehrlinge,

Die Mitglieder des WAM-Gründungsvorstandes sind: Obmann Paul Langfelder, Stellvertreterin Leonie Mühlegger. Kassier Matthias Köck, Schriftführer Roman David-Freihsl, Simon Egger „schupft“ die Homepage und Andreas Lernpeiss das Rechnungsprüfen. Auf der Website https://wam.wien kann ein Beitrittsformular heruntergeladen werden. Bitte ausfüllen, unterschreiben, einscannen und an office@ wam.wien mailen. Die Vereinsadresse lautet: Waldorf Alumni Mauer Endresstraße 100 1230 Wien

Und die Bankverbindung: Erste Bank, Kontoinhaber: WAM IBAN: AT51 2011 1287 6977 7005 BIC: GIBAATWWXXX

Wir freuen uns schon sehr auf die künftige gemeinsame Zeit, einen regen Austausch und auf das Anwachsen unserer neuen, alten Gemeinschaft! Roman David-Freihsl * Der erste häusliche Waldorf-Unterricht nach dem Zweiten Weltkrieg hatte 1963 begonnen – 1966 startete der Unterricht in Klassenzimmern in einer Meidlinger Schule. 1969 übersiedelte die Rudolf-Steiner-Schule schließlich ins Maurer Schlössl.

Profile for Karl Hruza

MoMent Jänner 2016  

Zeitung von und für die R. Steiner-Schule Wien-Mauer

MoMent Jänner 2016  

Zeitung von und für die R. Steiner-Schule Wien-Mauer

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