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ent

»Es gibt etwas, das auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung!« (John F. Kennedy)

Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Frühling 2017 / € 4,00


Im Jahresheft 2016 der Rudolf Steiner-Schule Mauer kann man online schmökern:

2 _ Editorial, Impressum

D

http://www.waldorf-mauer.at/moment

Jahresheft 2015/2016 MoMent Sonderausgabe

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

ie Hoffnung stirbt zuletzt

Herbst 2016

Mo

Ment

Zeitschrift von und für Eltern, FreundInnen, Liebe Freundinnen und Freunde unserer

LehrerInnen, SchülerInnen

Schulzeitung MoMent,

der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Manchmal geht alles sehr schnell – viel schneller als gedacht.

werden, ob eine Ungleichbehandlung vorliege.

Und manchmal gesellt sich auch noch das Glück, das ja be-

Eine Pflanzerei? Nicht wirklich. Aus juristischer Sicht kann man die-

kanntlich ein Vogerl ist, auf ein paar Trapser dazu.

se Sichtweise durchaus nachvollziehen. Vor allem aber wurde da-

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe war schon seit längerem ge-

durch indirekt in Aussicht gestellt, dass wir mit unserer Beschwerde

plant: Die Zukunft der Finanzierung unserer Schule ist schließ-

Recht haben könnten.

lich ein essentielles Thema – und nicht weniger die Anrufung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) wegen der Ungleichbehandlung der Schulen in Freier Trägerschaft gegenüber Konfessionellen Schulen in Österreich. Tatsächlich gab es auch schon einiges zu berichten – es galt

Der Weg zu einer fairen Finanzierung ist dadurch aufwändiger und mühsamer geworden – aber ganz sicher nicht hoffnungslos. Ganz im Gegenteil. Und wir werden weiter über die nächsten Entwicklungen berichten.

nicht nur grundsätzlich zu erklären, worum es geht: Der Schritt

Mit herzlichen Grüßen,

vor das Höchstgericht hatte auch bereits ein beachtliches me-

Roman David-Freihsl für das MoMent-Team

diales Echo hervorgerufen. Auch davon geben wir in diesem MoMent einen kleinen Ausschnitt wieder. Herzlichen Dank an Journalisten und Fotografen für ihre Bereitschaft, ihre Materialen uns zur Verfügung zu stellen. Doch im Grunde hatten alle Beteiligten damit gerechnet, dass das VfGH-Erkenntnis nicht vor dem Herbst dieses Jahres zu erwarten sei. Dann allerdings lief nicht alles so geschmiert, wie im Redaktionsplan vorgesehen und wir mussten den Erscheinungstermin dieser Ausgabe auf nach Ostern verschieben. Besser, alles

Impressum: Medieninhaber, Verleger, Herausgeber: Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG), Obmann Josef Prüller / DVR NR.: 7864 9742

gründlich vorzubereiten, als husch-pfusch, aber pünktlich

Absender: moment@waldorf-mauer.at

rauszukommen.

1230 Wien, Endresstraße 100

Der neue Redaktionsschluss rückte näher und siehe da – nur

Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 13Z039641 M

wenige Tage vor der neuen Deadline kam die völlig überra-

MitarbeiterInnen: Brigitte Födinger E: moment@waldorf-

schende Nachricht: Unser Begehr wurde vom VfGH bereits zu-

mauer.at / Roman David-Freihsl E: roman.freihsl@gmx.at

rückgewiesen! Die erste Reaktion: Enttäuschung, ja sogar Ärger.

Karl Hruza E: karl.hruza@waldorf-mauer.at / Lena Artaker

Wieder nichts!

Matthias Berke / Nadja Berke / Ursula Dotzler / Peter Floquet

Doch es lohnt sich auch hier, erst einmal durchzuschnaufen und die neue Situation in Ruhe zu betrachten. Zunächst und vor allem einmal: Die Verfassungsrichter hatten unseren Antrag nicht

Peter Gluchi / Margarete Goss / Saskia Sautner / Sabine Trierenberg Kontoverbindung lautend auf: Redaktion Schulzeitung IBAN: AT44 2011 1822 2175 1000 /

inhaltlich abgelehnt – sondern aus rein formalrechtlichen Grün-

BIC: GIBAATWWXXX

den zurückgewiesen. Zuerst solle ein Antrag auf Subvention ge-

Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien,

stellt werden – und wenn dieser abgelehnt wird, könne beurteilt

aus umweltfreundlicher Druckproduktion


Schulfinanzierung

_3

W

»

enn wir weiterkommen wollen, brauchen wir Geld!«

Rudolf Steiner über die Tatsache, dass Lehrer »nicht von der Luft leben können« Ausgewählt von Roman David-Freihsl

„Nun steht die Sache so, dass viele Leute heute das Impulsierende unserer Schule einsehen; was aber noch fehlt, das ist das tatkräftige Zu-uns-Stehen, damit die Sache weitere Stütze und weitere Verbreitung gewinnen kann. Es ist durchaus einzusehen, dass Eltern zunächst das Beste für ihre Kinder möchten. Aber so wie heute die Dinge liegen, sollten die Eltern auch uns helfen. Für uns wird es schwer, durchzudringen. Wir brauchen Hilfe in jeder Beziehung, denn wir brauchen einen sich immer mehr und mehr vergrößernden Kreis, damit wir die Vorurteile gegenüber unserer Pädagogik überwinden können. Und vor allem sage ich das Folgende unter einer bestimmten Voraussetzung und Reserve, dass i$ch durchaus mich überzeugt halten will, diejenigen die hier sitzen, haben in pekuniärer Be-

Den vollständigen Presse-Artikel finden Sie online. http://diepresse.com/home/bildung/schule/5121085/ Der-Mann-der-das-Schulsystem-veraendern-koennte

ziehung das getan, was sie tun können. Diese Hypothese sei vo-

Denn schließlich, die Waldorfschule ist als einzelne Schule groß; sie

rausgesetzt, damit niemand glaubt, ich will ihm zu nahe treten.

hat genügend Schüler. Sie ist fast gar nicht mehr zu übersehen. Das

Aber dabei bleibt doch die andere Tatsache bestehen: Wenn wir

ist eine Sorge, die sehr ernst genommen wird. Und gewiss, wir wol-

weiterkommen wollen, brauchen wir Geld!

len sie nicht mehr gegenüber dem jetzigen Stande vergrößern; wir

Ja, Geld brauchen wir! Nun sagen die Leute: Das ist aber kein

wollen uns dem Ausbau unterziehen. Aber auch da vergrößert sich

Idealismus. Ihr Anthroposophen, was macht ihr uns da von Ide-

die Schülerzahl damit, vergrößert sich die Lehrerzahl. Da nun die

alismus vor, da ihr doch sagt, Geld braucht ihr.

Lehrer nicht von der Luft leben können, verlangt das nach Mitteln.

(…) Sehen Sie, der Idealismus ist halt doch auf schwachen Füßen

Und da müssen Sie sich schon (…) dazu entschließen, gerade auf

stehend, der große, ungeheure Worte macht und sagt: Ich bin

Seiten der Elternschaft, nach der Richtung der materiellen Grund-

Idealist, aber weil ich Idealist bin, verachte ich meine Geldbörse;

lage der Waldorfschule zu helfen, sonst fürchte ich, kommt es dazu,

deshalb will ich meine Finger nicht beschmutzen, ich bin ein viel

dass wir uns nächtens, wenn wir die Dinge weiter gut pflegen wol-

zu großer Idealist!

len, vor Sorgen das Schlafen werden abgewöhnen müssen. Und

Insbesondere werden sich kaum Ideale erfüllen, wenn die Leute

dann weiß ich auch nicht, ob Sie die nötige Lehrerschaft immer in

zu große Idealisten sind, um sich ihre Finger zu stark zu be-

der Schule haben, wenn sich die Lehrerschaft das Schlafen wird ab-

schmutzen beim pekuniären Opferbringen. Wir müssen doch

gewöhnen müssen.“

schon auch den Ton finden gegenüber der Welt, welcher es den Leuten nahelegt, uns nach dieser Richtung einige Unterstützung

Aus: „Rudolf Steiner in der Waldorfschule“,

zukommen zu lassen, was ja jetzt noch immer unsere große,

Ansprache am Elternabend, 9. Mai 1922

furchtbare Sorge ausmacht.


4 _ Schulfinanzierung

V

erfassungsgerichtshof: return to sender

Text: Roman David-Freihsl

Die Freien Schulen hatten die finanzielle Gleichstellung mit konfessionellen Schulen eingefordert – und müssen aus formalen Gründen einen neuen Anlauf nehmen.

Die Nachricht erreichte uns kurz vor Redaktionsschluss die-

die Schulen ja noch einen anderen zu-

ser MoMent-Ausgabe. Ihr Inhalt lautete, um mit Elvis Presley zu

mutbaren Weg, ihr Anliegen an den

sprechen: return to sender. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH)

VfGH heranzutragen: Die Privatschulen

wies den Individualantrag von 38 Privatschulen auf rechtliche

sollten demnach zunächst einmal einen

und finanzielle Gleichstellung mit konfessionellen Privatschulen

Antrag auf Gewährung von Subventio-

zurück. Jedoch nicht aus inhaltlichen – sondern rein aus formalen

nen stellen. Würde der abgelehnt, könne

Gründen.

der negative Bescheid dann beim Ver-

Besagte 38 Schulen in freier Trägerschaft hatten das Höchstge-

waltungsgerichtshof angefochten wer-

richt eingeschaltet, um gegen eine jahrzehntelang praktizierte

den; erst nach einer neuerlichen Abwei-

Ungerechtigkeit anzukämpfen: Während konfessionelle Privat-

sung auf dieser Ebene könne der VfGH

schulen einen Rechtsanspruch auf Subventionen zur Deckung

erneut angerufen werden.

ihres gesamten Personalaufwands haben, werden nichtkonfessionelle Privatschulen lediglich mit jederzeit widerrufbaren Ermes-

Ein Rückschlag – aber noch lange kei-

sensförderungen bedacht, die den Personalaufwand nicht annä-

ne Niederlage: „Wir werden diesen Weg

hernd decken.

weitergehen“, kündigt Lothar Trieren-

Das bedeutet in der Praxis: Die staatlichen Schulen werden etwa

berg, Vorstandsmitglied unserer Steiner-

um das Zwölffache höher gefördert als freie Schulen. Auch die öf-

Schule in Mauer und Mitinitiator dieser

fentlichen und konfessionellen Volksschulen gemeinsam werden

Initiative an. „Wir wollen erreichen, dass

um das Zehnfache höher gefördert als die freien Schulen, nämlich

der Verfassungsgerichtshof sich dann

mit 7.300 Euro pro Schüler und Jahr. Bei den freien Schulen sind

endlich inhaltlich mit dem Thema be-

es gerade einmal 750 Euro pro Schüler und Jahr.

schäftigen muss.“

Ziel des VfGH-Antrags war es daher, dass der Bund – wie auch bei den konfessionellen Privatschulen – die Kosten für die Lehrer mit pädagogischer Ausbildung zur Gänze übernimmt. „Ohne die finanzielle Gleichstellung mit den konfessionellen Privatschulen ist der Schulbetrieb auf Dauer nicht mehr finanzierbar“, betont Engelbert Sperl, Geschäftsführer unserer Rudolf-Steiner-Schule in Wien-Mauer. Der Antrag auf finanzielle Gleichstellung wurde am 24. März dieses Jahres von VfGH allerdings zurückgewiesen. Wobei die Frage der Verfassungswidrigkeit allerdings noch gar nicht untersucht worden war. Denn das Höchstgericht argumentierte: Der Antrag sei zu früh eingebracht worden. Denn es gebe für

„Noch in diesen Tagen werden unsere Schulen Förderbescheide beantragen und dann mit den Negativbescheiden ein Bescheidprüfungsverfahren beim Bundesverwaltungsgericht anstreben“, kündigte Edgar Hernegger, Elternsprecher des österreichischen Waldorfbundes, kurz nach Bekanntwerden des VfGH-Entscheides an.


Schulfinanzierung _ 5 Aus Platzgründen mussten die Antworten teilweise gekürzt werden – die Vollversion finden Sie auf unserer Homepage un-

F

ünf Fragen an die Politik

ter: www.waldorf-mauer.at Weiteres zum Thema auf facebook.com: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=815275311 945844&id=809416785865030

Eine Schüler-Delegation befragte Politiker im Parlament zu Schulautonomie und Finanzierung

Als die Frage kam, ob wir statt dem Hauptunterricht ins Parla-

Ziemlich plötzlich mussten wir dann weiter, um unsere Fragen auch

ment fahren wollten, waren wir natürlich sofort dabei. Unser Ziel

noch an Herrn Walser (Bildungssprecher der Grünen) zu stellen. Auch

war es, der Bildungsministerin fünf Fragen zur Schulautonomie

dieser war unserem Anliegen sehr wohlwollend gestimmt.

zu stellen.

Die Ministerin hatte dann persönlich zwar doch keine Zeit, aber alles

Nachdem uns Herr Sperl etwas mit der Thematik vertraut ge-

in allem war der Ausflug ins Parlament sehr interessant und lustig. Es

macht hatte und wir die Fragen in unsere eigenen Worte gefasst

war eigenartig und ungewohnt, all das, was man sonst nur aus den

hatten, ging es am Mittwoch, den 15. März, los ins Parlament.

Nachrichten kennt, „live“ zu sehen.

Mein/Unser erster Eindruck war, dass schon die Pförtner ziem-

Paul Böhm

lich unfreundlich und kompliziert waren. Endlich drinnen im Parlament, kamen wir als erstes zu den Neos,

Hier nun die Antworten der Politikerinnen und Politiker. Jene, die von

wo Matthias Strolz mit seiner freundlichen Art die Pförtner wie-

den Schülern nicht direkt befragt werden konnten – wie Bildungsmi-

der „ausglich“. Erst bekamen wir alle etwas zu trinken, und dann

nisterin Sonja Hammerschmid – schickten ihre Antworten per Mail.

konnten wir unsere Fragen stellen. Das Resultat des Interviews

Seitens der ÖVP erhielten wir bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe

war: Wenn Herr Strolz Bildungsminister wäre, müssten sich die

keine Antworten.

freien Schulen wohl nicht mehr länger beklagen.

Finden Sie es fair, dass unsere Schule mit Öffentlichkeitsrecht – im Gegensatz zu anderen Privatschulen –staatlichen Schulen (finanziell) nicht gleichges tellt und dadurch benachteiligt ist?

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Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, SPÖ: Das Bil-

Walter Rosenkranz, FPÖ: Die Gleichstellung der Schulen in frei-

dungsministerium unterstützt Privatschulen finanziell. In

er Trägerschaft mit konfessionellen Privatschulen ist ein absolutes

den vergangenen Jahren wurden die Fördergelder sogar

Anliegen!

erhöht, sodass nun zum wiederholten Male die Summe von 4,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung steht.

Harald Walser, Die Grünen: Wir haben schon seit Jahren auf diese Missstände hingewiesen und mehrere Anträge eingebracht. Wir

Elisabeth Grossmann, SPÖ: Nein. Die Privilegierung der

wollen, dass prinzipiell nichtkonfessionelle mit konfessionellen Pri-

konfessionellen Privatschulen in Form der Übernahme der

vatschulen gleichgestellt werden.

Personalkosten geht auf den vor vielen Jahrzehnten abgeschlossenen völkerrechtlichen Vertrag mit dem Vatikan, so-

Matthias Strolz, NEOS: Nein, das ist aus meiner Sicht absolut diskri-

genanntes Konkordat zurück. Dieses kann selbst eine abso-

minierend und nicht zu argumentieren. Wir vernichten dadurch täg-

lute Parlamentsmehrheit nicht aufheben.

lich beherztes Engagement im Bildungsbereich.


6 _ Schulfinanzierung

Prof. Ludger Wößmann ist der Meinung, dass auch das Niveau von staatlichen Schulen steigen würde, wenn es mehr Privatschulen gäbe. Was meinen Sie dazu?

2

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, SPÖ: Das österreichi-

dass das öffentliche Schulwesen das „Restschulwesen“ aus-

sche Schulsystem wird durch die Privatschulen positiv ergänzt.

macht, das alle Abgewiesenen aufnehmen muss.

Das Bildungsministerium versucht den Privatschulen deshalb sowohl auf politischer, als auch auf schulischer Ebene Anerkennung auszudrücken.

Harald Walser, Die Grünen: Das geht in Richtung Schulautonomie, so wie wir das eigentlich wollen. Wir sind der Überzeugung, dass alles, was im großen Bereich der Pädagogik an-

Elisabeth Grossmann, SPÖ: Diese Meinung teile ich nicht, weil es

gesiedelt ist, vor Ort besser bewerkstelligt werden kann. Wir

die Zusammensetzung der SchülerInnenpopulation in den Pri-

sind der Meinung, dass wir für Zielsetzungen nicht unbedingt

vatschulen einerseits und den öffentlichen Schulen anderer-

Direktiven vom Unterrichtsministerium brauchen, sondern

seits noch mehr homogenisieren würde. Für gute Ergebnisse

von den Landesschulräten. Pädagogik sollte in der Autonomie

braucht man eine gute Durchmischung, um voneinander lernen

der Schulen sein.

zu können.

Matthias Strolz, NEOS: Sehe ich genauso. Ich bin der Ansicht,

Walter Rosenkranz, FPÖ: Das kann sein, muss nicht sein. Da sich

dass freie Schulen ein Innovationsmotor für das öffentliche

die Privatschule die Schüler selbst aussuchen kann, werden in der

Schulwesen sein könnten. Es ist sehr schmerzlich, dass das

Regel bessere Leistungen erbracht. Es kann aber nicht so sein,

seitens der Regierung nicht erkannt und forciert wird.

Was hielten Sie von der Idee, dass der Staat die Qualitäts- und Lernziele für Schulen vorgibt, die Schulen diese aber eigenständig erarbeiten dürfen?

3

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, SPÖ: Genau das haben

Matthias Strolz, NEOS: Ich unterstütze diesen Gedanken. Wir

wir mit dem Autonomiepaket großteils geplant. Mit dem Autono-

stehen für die Einführung der „Mittleren Reife“; sie ist das

miepaket wollen wir den Schulen große Gestaltungsspielräume

gemeinsame Ziel. Die Wege dorthin sollen so vielfältig sein,

geben. Das Bildungsministerium gibt Rahmenbedingungen wie z.B.

wie die Talente der Kinder. Aufgabe der Politik ist es in diesem

Lehrpläne vor. Die Schulen können aber dann individuelle Schwer-

Zusammenhang, den Handlungsrahmen abzustecken sowie

punkte setzen, die Klassen- und Gruppengrößen selbst bestimmen,

die Qualitätsziele vorzugeben.

die Beginnzeiten sowie die Länge der Unterrichtseinheiten und vieles mehr. Elisabeth Grossmann, SPÖ: sehr viel; soll mit Schulautonomie stärWalter Rosenkranz, FPÖ: Das geschieht ja derzeit schon. Rahmenlehrpläne können schon jetzt sehr viel Spielraum lassen. Es ist jedenfalls der beste Weg. Harald Walser, Die Grünen: Das ist etwas, worauf ich schon lange hinweise. Ich habe immer gesagt, dass Privatschulen derzeit sowas wie das Salz in der pädagogischen Suppe sind. Von Privatschulen sind sehr viele Informationen ausgegangen. Waldorfpädagogik, Montessori-Pädagogik sind etwas, was über Privatschulen ins Regelschulwesen eingelaufen ist. Das ist der große Wert von nichtkonfessionellen Privatschulen.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=815275311945844& id=809416785865030

ker ermöglicht werden.


Schulfinanzierung

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4

Was bedeutet für Sie Schulautonomie?

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, SPÖ: Alle Kinder

Harald Walser, Die Grünen: Schulautonomie bedeutet, dass die

haben unterschiedliche Stärken, Talente und Bedürfnisse. Wir

Schulpartner (Schüler, Lehrer) gemeinsam entscheiden, wie sie

glauben, dass die einzelnen Schulstandorte am besten wis-

und was sie unterrichten. Dass es schlussendlich nur darum geht,

sen, was sie vor Ort brauchen, um ihre SchülerInnen optimal

das gewährleistet ist, dass die Basics – also die Kompetenzen – er-

zu fördern. Schulautonomie bedeutet mehr Freiheit in der

reicht werden.

Unterrichtsgestaltung.

Matthias Strolz, NEOS: Wenn wir Schulautonomie richtig organi-

Elisabeth Grossmann, SPÖ: Schulautonomie in personeller

sieren, stärkt sie besonders auch die schöpferische Zusammen-

Hinsicht bedeutet: Die Schul-/ Clusterleitung kann sich das

arbeit im Schulsystem, selbst zwischen den Schulen. Lehren und

Personal stärker aussuchen, Fortbildungen anordnen, Dienst-

Lernen ist Beziehungsarbeit. Diese Beziehungen brauchen Freiheit

einteilungen vornehmen, usw.

und Verantwortung in dreierlei Hinsicht:

In organisatorischer Hinsicht: Das Schulforum kann Beginn und Schulschlusszeiten festlegen; der Schulautonomie obliegen Schwerpunkte, Fächerbündel, Wahlpflichtfächer, ganztägige Schulformen, weitgehende Methodenfreiheit in der Erreichung der pädagogischen und didaktischen Ziele.

Die pädagogische Autonomie gewährt den Schulen – im Rahmen klar formulierter Qualitätsvorgaben– Freiheit in pädagogischen und didaktischen Entscheidungen. Die personelle Autonomie legt die Auswahl und Führung des Personals in die Verantwortung der Schulleitung. Das Lehrerdienstrecht wird durch einen Rahmen-Kollektivvertrag er-

Walter Rosenkranz, FPÖ: Schulautonomie bedeutet für uns,

setzt, und die Anstellung erfolgt an der Schule bzw. bei den

dass die Schule mit dem Schulpartner in einem bestimmt

Trägerorganisationen.

vorgegebenen Rahmen Entscheidungen treffen kann, die

Echte finanzielle Autonomie bringt die „freie Schulwahl ohne

für den konkreten Standort wichtig und richtig sind (Profil-

Schulgeld“. Privatschulen erhalten die gleiche Finanzierung wie

bildung, spezielle Angebote, Schwerpunkte). Dafür müssen

öffentliche Schulen. Sie müssen sich dafür auf Gemeinnützigkeit

finanzielle Mittel vorgegeben werden, mit denen frei budge-

verpflichten und dürfen kein zusätzliches Schulgeld verlangen. Die

tiert werden darf.

Umsetzung erfolgt über eine Pro-Kopf-Finanzierung.

Die finanzielle Gleichstellung würde laut Schätzungen von Frau Ministerin Hammerschmid rund 20 Mio. Euro kosten. Glauben Sie nicht, dass diese 20 Mio. Euro gut investiert wären?

5

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, SPÖ: Mittlerwei-

Die Mittel für ganztägige Schulformen sowie die Mittel für

le unterliegt der Österreichische Bundeshaushalt massiven

Integration können selbstverständlich auch von Privatschulen

Einsparungsvorgaben. Es müssen nach wie vor strikte Bud-

abgeholt werden.

getvorgaben eingehalten werden. Trotz dieser engen Vorgaben, wird die genannte Fördersumme für die Schulen in freier Trägerschaft ohne Kürzungen zur Verfügung stehen. Elisabeth Grossmann, SPÖ: Jeder €, der in Bildung fließt, ist

Walter Rosenkranz, FPÖ: Diese 20 Millionen wären gut angelegt. Die Privatschule ist pro Kopf jedenfalls billiger. Harald Walser, Die Grünen: Keine Frage; unnötige Trennung.

gut investiert! Sollte der Finanzminister zusätzliche Mittel

Matthias Strolz, NEOS: Ja, sehr gut investiertes Geld. Wir

auslassen, würde ich diese nach einem Chancenindex (Bil-

fordern seit Jahren, die Freien Schulen finanziell gleichzustel-

dungshintergrund der Eltern, andere Erstsprache als Deutsch,

len. Hier könnten wir mit relativ wenig Geld große Wirkung im

besondere Bedürfnisse) über alle Schulen unabhängig von der

Schulbereich erzielen.

Trägerschaft verteilen.


8 _ Schulfinanzierung

I

nterview mit RA Dr. Wolfram Proksch

„Wir wollen eine Gleichstellung, keine Besserstellung!“ Das Gespräch führte Wilfried Oschischnig

Herr Dr. Proksch, wird 2017 für nichtkonfessionelle Privatschulen

Rechtsanspruch darstellen und jederzeit widerrufen werden

mit Öffentlichkeitsrecht ein gutes Jahr?

können. Derzeit erhalten öffentliche und konfessionelle Volks-

Das hoffe ich jedenfalls. Denn gemeinsam mit 38 nichtkonfessio-

schulen pro Schüler und Jahr 7.300 Euro, während bei nichtkon-

nellen Privatschulen und den drei größten Dachverbänden haben

fessionellen, freien Schulen die Ermessensförderung pro Kind

wir bereits im November 2016 einen Individualantrag beim Ver-

und Jahr lediglich bei 750 Euro liegt. Hier geht es um das Zehn-

fassungsgerichtshof zur Gleichstellung mit konfessionellen Schu-

fache! Also eine enorme Ungleichheit. Wir wollen eine Gleich-

len eingebracht. Und 2017 möchten wir da einen entscheidenden

stellung und keine Besserstellung. Selbst im österreichischen

Schritt vorankommen. Die Schlechterstellung der nichtkonfessi-

Privatschulgesetz aus dem Jahr 1962 wird klar darauf hinge-

onellen Schulen ist ja in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht

wiesen, dass die interkonfessionelle Schule einen Grundsatz der

sachlich unbegründet, eine völlige Ungleichbehandlung. Dank

österreichischen Schulpolitik darstellt. Auch in den antragstel-

der großen Medienresonanz ist nun auch diese Ungleichbehand-

lenden nichtkonfessionellen Schulen sind aber Kinder aller Kon-

lung einer breiten Öffentlichkeit bekannt – und die betroffenen

fessionen wie auch konfessionsfreie Kinder willkommen!

Eltern, Schülerinnen und Schüler fühlen sich mit ihren Anliegen wahrgenommen.

Es gab bereits vor 25 Jahren einen Versuch, beim Verfassungsgerichtshof die Gleichstellung zwischen konfessionellen

Wie thematisieren Sie diese Gleichstellung im Antrag an den

und nichtkonfessionellen Schulen mit Öffentlichkeitsrecht zu

Verwaltungsgerichtshof?

erwirken. Warum wurde dieser Antrag zurückgewiesen?

In vielerlei Hinsicht: Während etwa konfessionelle Privatschulen

Der damalige Antrag wurde seitens betroffener Eltern und

nach dem Privatschulgesetz einen Rechtsanspruch auf Subventi-

Schüler eingebracht. Hierin sah der VfGH einen formalen Feh-

onen zur Deckung ihres gesamten Personalaufwandes haben und

ler und hielt fest, dass sich das österreichische Privatschulge-

vom Bund mit Steuergeldern bezahlt werden, gibt es für nicht-

setz ausschließlich an die Schulerhalter richte. Darum haben

konfessionelle Privatschulen lediglich Ermessensförderungen. Das

wir jetzt den Zugang über die Schulerhalter und Dachverbän-

heißt, Förderungen nach dem Ermessen des Bundes, die keinen

de gewählt.


Schulfinanzierung

Pressekonferenz, 8. 11. 2016

_9

Freistil PR - Herrengasse 1-3 http://www.freistil-pr.at/pages/kontakt.php

Finden sich im aktuellen Antrag Punkte, die das Thema neu

dings meint man in dieser Stellungnahme, der Verfassungs-

beleuchten?

gerichtshof sei für den Antrag nicht zuständig, da derzeit keine

Freilich gab es vor 25 Jahren schon das Recht auf Religions-

Förderung nach Paragraph 21 des Privatschulgesetzes vorliege

freiheit in Österreich. Ebenso bestand schon für die Eltern das

und damit der Individualantrag der freien Schulen unzulässig

Recht auf eine freie Schulwahl. Also, von daher ist die Thematik

sei. Damit will man sagen, nichtkonfessionelle Schulen erhiel-

grundsätzlich gleich geblieben. Durch die Komponente der Zeit

ten prinzipiell keine sogenannten „Lebendsubventionen“, also

hat sich allerdings in den letzten 25 Jahren viel verändert: etwa

Zuteilungen von Lehrern, und könnten diese ja beantragen. Das

durch die Europäische Union und ihre Rechtsprechung. Die

ist aus folgenden Gründen nicht nachvollziehbar: Ein solcher

„Europäische Grundrechtecharta“, die seit dem „Vertrag von

Antrag wurde einerseits schon vor Jahren versucht. Die Be-

Lissabon“ gilt, und andere Grundlagen und Beschlüsse der EU

hörden haben diese Anträge auf „Lebendsubventionen“ oder

werden heute auch vom Verfassungsgerichtshof zur Prüfung

Übernahme von Personalkosten damals aber ab- und zurückge-

herangezogen. Diese Rechtsprechung bildet unsere liberalere

wiesen. Andererseits erhalten nicht nur einige der antragstel-

Zeit ab und stärkt das Recht auf Nicht-Diskriminierung.

lenden Schulen, sondern auch viele andere nichtkonfessionelle Privatschulen trotzdem seit Jahrzehnten sogenannte „Lebend-

Führen Sie ebenfalls die Leistungen der nichtkonfessionellen

subventionen“. Wir argumentieren daher: Die eingeschränkte

Schulen an?

Subventionierung der Antragsteller erfolgt nicht auf der Grund-

Natürlich ist die immens gestiegene Bedeutung der nichtkon-

lage allgemeiner Förderrichtlinien, sondern sehr wohl auf der

fessionellen Schulen mit Öffentlichkeitsrecht in Österreich ein

Grundlage des Privatschulgesetzes und der darin enthaltenen

wesentlicher Punkt. Heute besuchen über 6.160 Schülerinnen

Subventionsbestimmungen, aber eben nur nach „freiem Ermes-

und Schüler eine Schule in freier Trägerschaft. Damit leisten

sen“. Der Punkt ist nämlich: Nichtkonfessionelle Privatschulen

diese Schulen einen bedeutenden Beitrag für das österreichi-

haben – anders als konfessionelle Privatschulen – nach der gel-

sche Bildungswesen. Ein Beitrag, der allerdings nicht gerecht

tenden Rechtslage eben keinen Rechtsanspruch auf Zuteilung

und gebührend honoriert wird. Deshalb sagen wir: Das ist

von Geldmitteln oder „Lebendsubvention“. Diesen Anspruch

diskriminierend und gleichheitswidrig! Das entspricht weder

hätten sie nur dann, wenn der Bund dafür Mittel bereitgestellt

der Religionsfreiheit noch der Eigentumsfreiheit. Denn „Re-

hätte, und das ist seit zehn Jahren nicht der Fall und auch nicht

ligionsfreiheit“ heißt immer auch „Freiheit von einer Religi-

geplant. Und genau diese Gleichheitswidrigkeit bekämpfen wir

on“ – also eine Gleichstellung von konfessionellen und nicht-

mit der Verfassungsklage.

konfessionellen Schulen. Und durch den höheren finanziellen

Auf gut Österreichisch heißt das, Sie werden eine Entgegnung

Aufwand werden Eltern, deren Kinder eine nichtkonfessio-

verfassen?

nelle Schule besuchen, entschieden in ihrer Eigentumsfreiheit beschränkt. Auf den Punkt gebracht, heißt es ja: „Liebe Eltern, ihr sponsert mit eurem Geld die öffentlichen Schulen und konfessionellen Privatschulen.“

Das war der nächste, wichtige Schritt. Diese Replik haben wir schon beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Wir legen darin auch dar, dass nichtkonfessionelle Privatschulen – entgegen der Behauptung der Bundesregierung – sehr wohl mit konfessionel-

Gab es bereits eine Antwort auf Ihren Individualan-

len Privatschulen und öffentlichen Schulen vergleichbar sind.

trag zur Gleichstellung nichtkonfessioneller Schulen mit

Waldorfschulen beispielsweise erzielen etwa im Bereich der Na-

Öffentlichkeitsrecht?

turwissenschaften sogar bessere PISA-Ergebnisse als öffentliche

Seitens des Bundeskanzleramts liegt nun eine 21seitige Stellungnahme vor, was ja vom Umfang her schon einmal ein Zeichen ist, dass man dort den Antrag sehr ernst nimmt. Aller-

Schulen. Danke für das Gespräch


10 _ Schulfinanzierung

M

ehr Privatschulen für «echten Wettbewerb»

Privatschulen sollten vom Staat die gleichen Mittel bekommen wie öffentliche, sagt Bildungsökonom Ludger Wößmann. Nur so gibt es echte Alternativen. Davon profitiert das gesamte Bildungssystem

Gudrun Ostermann interviewt Ludger Wößmann; zuerst erschienen in „Der Standard“ vom 29. November 2016

STANDARD: Nichtkonfessionelle Privatschulen haben eine Ver-

Wie sich Privatschulen auf die Chancengleichheit auswirken,

fassungsklage eingereicht. Sie wollen die gleiche Förderung wie

hängt letztlich stark von den sonstigen Rahmenbedingungen

konfessionelle Privatschulen. Aber warum sollen Privatschulen

ab. Denn je mehr Schulen in privater Trägerschaft sind, des-

überhaupt vom Staat gefördert werden?

to wichtiger ist, dass der Staat die allgemeine Schulaufsicht

Wößmann: Wichtig ist, dass hier zwischen Finanzierung und Trä-

sicherstellt, dass er klare Bildungsstandards und Bildungsziele

gerschaft unterschieden wird, weil auch die Effekte sowohl auf

vorgibt und deren Erreichen auch überprüft.

die Qualität insgesamt als auch auf die Chancengleichheit im Bildungssystem sehr unterschiedlich sind. Empirisch gesehen

STANDARD: Aber warum braucht es dann freie Träger, wenn

spricht sehr viel dafür, dass der Staat Schulen in privater Träger-

der Staat alle Schulen gleich fördert?

schaft den öffentlichen Schulen gleichstellt und sie in gleicher

Wößmann: Solange alle Schulen in gleicher Trägerschaft sind,

Höhe finanziell fördert. Die Niederlande sind dafür ein gutes Bei-

kann kein Wettbewerb entstehen. Der Staat hat hier ja quasi

spiel. Rund drei Viertel aller Schülerinnen und Schüler besuchen

eine Monopolstellung. So haben die einzelnen Schulen wenig

eine Schule in privater Trägerschaft. Gleichzeitig ist in der Verfas-

Anreize, etwas zu ändern, weil ihnen ja auch nichts passie-

sung festgeschrieben, dass alle Schulen die gleiche öffentliche Fi-

ren kann. Anders ist es, wenn es tatsächlich Alternativen gibt.

nanzierung bekommen. Mit dem Ergebnis, dass Eltern tatsächlich

Aus der Forschung wissen wir, dass der Wettbewerb dann

Wahlmöglichkeiten haben, weil es Alternativen gibt. Es kommt zu

eine Flut ist, die alle Boote hochhebt und das Leistungsniveau

einem echten Wettbewerb, wie die Schulen die besten Ideen vor-

in allen Schulen deutlich verbessert.

anbringen können. Insgesamt führt das dazu, dass das Leistungsniveau in den Ländern mit einem hohen Anteil an Schulen in pri-

STANDARD: Bildung wird aber in Österreich sehr stark ver-

vater Trägerschaft deutlich besser ist. Dabei ist es aber wichtig,

erbt. Wie kann das durch mehr Wettbewerb verbessert

dass Schulen zwar privat getragen, aber nicht privat finanziert

werden?

werden. Das würde nämlich den gegenteiligen Effekt haben.

Wößmann: Das ist die große Frage. Es ist ja nicht so, dass ein öffentliches System per se eine hohe Durchmischung und

STANDARD: Die soziale Durchmischung ist auch im öffentlichen

Chancengleichheit sicherstellt. Und hier stellt sich auch die

Bildungssystem nicht ausgewogen. Durch Privatschulen wird das

Frage, ob es am fehlenden Interesse der Eltern oder an den

noch verschärft...

fehlenden Wahlmöglichkeiten liegt. Denn natürlich gibt es

Wößmann: Der Grund dafür ist ja die Finanzierung. Denn wenn es

im öffentlichen Schulsystem eine Vielzahl an Maßnahmen,

so ist, dass Schulen in privater Trägerschaft kaum öffentliche Gel-

um die Chancengleichheit zu verbessern. Aber ein viel grö-

der bekommen, dann geht es nicht anders, als dass die Eltern die

ßerer Effekt wird erzielt, wenn benachteiligte Kinder echte

Finanzierung übernehmen müssen. Das können sich dann nur die

Wahlmöglichkeiten erhalten. Zwei Punkte sind dafür wichtig.

oberen Zehntausend leisten. Auch im internationalen Vergleich

Erstens: Wenn private Schulen durch öffentliche Gelder voll-

sehen wir: Je stärker Bildungssysteme auf private Finanzierung

finanziert werden, dürfen sie keine zusätzlichen Schulgelder

setzen, desto ungleicher sind die Bildungschancen. Wenn das

erheben. Zweitens: Inwiefern dürfen sich Schulen ihre Schüler

geändert wird und der Staat alle Schulen gleich fördert, könnten

aussuchen? Im Wettbewerb wird es dazu kommen, dass be-

auch sozio-ökonomisch Schwächere diese Schulen besuchen.

stimmte Schulen beliebter sind als andere. Die fairste Lösung


Schulfinanzierung

_ 11

wäre dann, dass das Los entscheidet. Das Spannende dar-

schon so machen, aber es gibt auch Schulleitungen, wo das nicht

an ist, dass durch diesen Wettbewerb auch in öffentlichen

funktioniert.

Schulen Dinge rascher verändert werden, weil auch dort Anreize entstehen. Gerade öffentliche Schulen werden besser

STANDARD: Wie würde ein ideales Bildungssystem ausschauen?

in einem System, in dem es mehr Schulen in freier Träger-

Wößmann: Kurz dargestellt ist es ein System, in dem der Staat

schaft gibt.

klar die Bildungsstandards und Bildungsziele vorgibt und diese auch überprüft. Den besten Weg dorthin zu finden sollte aller-

STANDARD: Was müsste sich im öffentlichen Bildungssystem

dings den Schulen selbst überlassen werden. Das heißt, dass die

ändern?

öffentlichen Schulen mehr Autonomie brauchen, und das bedeu-

Wößmann: Die Funktion der Schulleitung wird sich bei mehr

tet ganz besonders, dass die Eltern echte Alternativen brauchen.

Wettbewerb ändern. Das ist keine nachgelagerte administra-

Insofern sind Schulen in freier Trägerschaft eine Bereicherung,

tive Instanz, sondern ein Managementjob, um Schulen mög-

wenn sichergestellt ist, dass alle Schichten der Gesellschaft diese

lichst gut zu machen, die Lehrer zu motivieren, um auf die

besuchen können. Das wird nur mit einer staatlichen Finanzie-

Eltern zuzugehen. Es gibt Schulleitungen, die das heute

rung funktionieren.

Hintergrund (Factbox): Wie Privatschulen gefördert werden. Fast jeder zehnte österreichische Schüler besucht eine

Verfügung gestellt, die zur Erfüllung des Lehrplans der

Privatschule. Je nach Trägerschaft erhalten diese Privat-

betreffenden Schule erforderlich sind, heißt es darin.

schulen mit Öffentlichkeitsrecht vom Bund unterschied-

Für Schulen mit nichtkonfessioneller Trägerschaft heißt

liche Subventionen. So werden Pflichtschulen mit nicht-

es, dass der Bund Subventionen zum Personalaufwand

konfessioneller Trägerschaft pro Jahr und Schüler mit

gewähren kann, unter bestimmten Voraussetzungen und

rund 750 Euro vom Bund unterstützt, während konfessio-

je nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel.

nelle Privatschulen rund 7.300 Euro pro Schüler und Jahr

(ost)

bekommen. Der Grund dafür liegt im Privatschulgesetz (PrivSchG) aus

foto: ifo-zentrum

dem Jahr 1962. Darin sind konfessionelle und nichtkon-

Ludger Wößmann (1973) ist

fessionelle Schulen mit Öffentlichkeitsrecht unterschied-

Leiter des Ifo-Zentrums für

lich geregelt. Hat eine Schule eine gesetzlich anerkannte

Bildungsökonomik in München.

Kirche und Religionsgemeinschaft als Träger, bekommt sie als staatliche Subvention jene Lehrerdienstposten zur


12 _ Schulfinanzierung

W

aldorfschule und Staat – zwischen «Loslösung» und «Schmiegsamkeit» Text: Tobias Richter, Leonhard Weiss

Blickt man zurück zu den Anfängen der Waldorfschulbewegung,

„Berechtigte Kompromisse“

so kann einem unter anderem die an Anarchie grenzende Radi-

Diese Radikalität Steiners ist verständlich in der nachdrückli-

kalität auffallen, mit der Rudolf Steiner für die Entwicklung eines

chen Positionierung seiner Erziehungskunst, die er als „Kul-

Freien Schulwesens eintritt. Gemäß seinem Entwurf zur Neuge-

turtat” verstanden wissen will und die den Einsatz der vollen

staltung des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens

Persönlichkeit der Lehrerinnen verlangt. Doch zugleich weist

hat der Staat kein Recht, sich in den Bildungsbereich einzumi-

Steiner bereits bei der Schulgründung auf die Notwendigkeit

schen. Dieser wird ausschließlich von denen, die darin tätig sind,

hin, zwei widersprechende Kräfte in Einklang zu bringen: die

verantwortet.

Ideale und die Schmiegsamkeit, um sich anzupassen „an das, was weit absteht von unseren Idealen. (…) Durch berechtig-

„Wenn diejenigen, die schwärmen für die Ideen der Waldorfschu-

te Kompromisse beschleunigen wir unsere Kulturtat“4). Hier ist

le, nicht einmal so viel Verständnis entwickeln, dass ja dazu ge-

Steiner ganz Pragmatiker.

hört, Propaganda zu machen gegen die Abhängigkeit der Schule

Ihre Berechtigung finden Kompromisse dabei im Ziel, Her-

vom Staat, mit allen Kräften dafür einzutreten, dass der Staat diese

anwachsenden Möglichkeiten individueller und ganzheitlicher

Schule loslöst, wenn sie nicht auch den Mut dazu bekommen, die

Entwicklung zu eröffnen, worin für Steiner übrigens auch der

Loslösung der Schule vom Staat anzustreben, dann ist die ganze

eigentliche gesellschaftliche Beitrag freier Bildungseinrich-

Waldorfschul-Bewegung für die Katz, denn sie hat nur einen Sinn,

tungen zu liegen hat.

wenn sie hineinwächst in ein freies Geistesleben.“1) „Ein Geistesleben, das seine Direktiven von der politischen Verwal-

Individualität entfalten – Gesellschaft gestalten

tung oder von den Mächten des Wirtschaftslebens erhält, kann nicht

In der Orientierung an den Entwicklungsgesetzen sollen dem

eine Schule in seinem Schoße pflegen, deren Impulse von der Leh-

jungen Menschen Fähigkeiten zuwachsen, die ihn befähigen,

rerschaft selbst restlos ausgehen.“2)

sowohl selbstbestimmt als im umfänglichsten Sinn auch sozi-

Hier verzichtet Steiner auf alle verbindlichen, einlenkenden

al verantwortungsbereit sein Leben zu führen. Damit könnte

Zwischentöne. Weiters macht er darauf aufmerksam, dass an

eine Gesellschaftsreform nicht top down, sondern bottom up

Stelle der staatlichen Bildungsgesetze für die Erziehung ganz

ins Werk gesetzt werden. So fährt Steiner auch in dem Auf-

andere „Gesetze” gälten, nämlich die der menschlichen Entwick-

satz Die pädagogische Zielsetzung der Waldorfschule in Stutt-

lung. Nur diese habe der Pädagoge zu berücksichtigen, und dafür

gart fort, aus welchem folgendes Zitat stammt:

müsse er die größtmögliche Freiheit haben:

„Eine freie Schule wird aber Menschen in das Leben hineinstel-

„Nun, eine freie Schule ist diejenige, welche den Lehrenden und Er-

len, die im Staate und in der Wirtschaft ihre volle Kraft entfalten

ziehenden alles dasjenige ermöglicht, was sie aus ihrer Menschen-

können, weil diese in ihnen entwickelt wird.“

kenntnis heraus, aus ihrer Welterkenntnis heraus unmittelbar für

Freie Schulen stehen damit vor der zentralen Aufgabe, jun-

das Wesentliche halten, was hineingetragen werden soll ins Erzie-

gen Menschen Kraft zu geben, ihre individuellen Fähigkei-

hungswesen (…) Denn die wirklich erzieherischen und unterrich-

ten zu entwickeln und diese in die Gesellschaft einzubringen

tenden Kräfte des Lehrers können sich nur entwickeln in der freien

und so unsere gemeinsame soziale Welt initiativ und kreativ

Schule."3)

mitzugestalten. Darin sieht der Erziehungswissenschaftler Peter Schneider nach wie vor die Zukunftsaufgabe und -fähigkeit der Wal-

1 Steiner, R.: GA 337b, S. 248 2 Steiner, R.: GA 300c , S. 13 3 Steiner, R.: GA 298, S. 126

4 Steiner, R.: GA 293, S. 14f


Schulfinanzierung _ 13

Demo, 16.10.2015, Wien Minoritenplatz

dorfpädagogik: „Wenn der Krieg aller gegen alle nicht der Ho-

(Als in Vorbereitung der Waldorfschulgründung 1925 in Breslau

rizont sein soll, auf den die Weltzivilisation (…) zusteuert, dann

die Einrichtung einer Waldorfschule als staatlicher Reformschule

muss die soziale Atomisierung von innen heraus überwunden

in Erwägung gezogen wurde, musste dieses interessante Modell,

werden“. Dies, meint er, sei nur möglich durch die aus dem

da es gegen die Stuttgarter Direktiven verstieß, wieder fallen ge-

Selbstbewusstsein des Menschen erwachsende Kraft der so-

lassen werden…).

zialen Integration: „Soziale Integration ist die entscheidende Lern- und Bildungsaufgabe für die Individualität der Freiheit.“ 5)

Nach 1945: Ein neues Verhältnis zum Staat Nach dem Krieg bzw. nachdem sich die Bundesrepublik

Zwischenkriegszeit: Unabhängigkeit als oberstes Gebot

Deutschland ihr Grundgesetz geschaffen hatte, wurde die Hal-

Zu dieser Bildungsaufgabe einen Beitrag zu leisten, darum

tung des Bundes der Waldorfschulen gegenüber dem Staat eine

bemühen sich Waldorfschulen, die vor allem in der Zeit nach

andere: In einer modernen Gesellschaft muss die Vielfalt von

dem Zweiten Weltkrieg in vielen Ländern zu wichtigen Ele-

Schul- und Bildungsmöglichkeiten gegeben sein, und der Staat

menten pluraler Bildungslandschaften wurden – und dabei

hat die Aufgabe, dies zu gewährleisten. Dieses Feld wurde und

zurecht auch ihr Verhältnis zum Staat neu zu definieren hat-

wird bis heute beackert. Der Boden war und ist hart. Manches

ten. Denn für die von Steiner bestellten und ausgebildeten

ist gelungen – vor allem in Deutschland. Wohl gibt es je nach

Lehrer war auch nach Steiners Tod das Gebot der Nichtein-

Bundesländern staatliche Förderungen, wohl gibt es unter-

mischung des Staates ein Kern ihres Verständnisses „freier

schiedliche Regelungen des Zugangs zum Lehramt an Waldorf-

Schulen“ geblieben. Von daher kam es für sie überhaupt nicht

schulen, wohl gibt es Ausbildungsinstitute, die dementspre-

in Frage – trotz dramatisch zunehmender Finanzknappheit,

chend ihre Curricula eingerichtet haben, doch noch immer ist

da die Entwicklung der Waldorfschulen nicht mehr durch Emil

das, was die Pioniere mit Steiner befürchteten, bei Weitem nicht

Molts Mäzenatentum abgesichert war – eine staatliche Sub-

überwunden: Einflussnahmen gibt es – Kompromisse müssen

ventionierung zu erwägen. „Die Waldorfschule hat, solange sie

geschlossen und Freiräume erkämpft werden.

besteht, den Grundsatz durchgeführt, keine Betriebszuschüsse vom Staat oder von der Stadt zu fordern. Das geschah, um

Entwicklungen einer entwicklungsorientierten Pädagogik

zu vermeiden, was uns in unerwünschte Abhängigkeit bringen

Doch wollen Waldorfschulen heute jenen Beitrag zur Humani-

könnte.“6) Dieser von der „Stuttgarter Mutterschule “ aus-

sierung der Gesellschaft leisten, den Steiner zurecht als „Kultur-

gegebene Grundsatz galt auch für alle folgenden deutschen

tat“ verstand, und sich um eine Pädagogik bemühen, in deren

Waldorf-Schulgründungen bis zum Verbot der Waldorfschu-

Mittelpunkt nicht vorab definierte „Standards“ und „Kompeten-

len durch das Hitlerregime – und wurde auch eingehalten.

zen“, nicht ökonomische „Verwertbarkeit“ sondern menschliche Entwicklung steht, dann ist es wohl keine Frage, dass sie sich

5 Schneider,P.: 2005, S 183f 6 Götte, W. M. : 2006, S. 227

>>


14 _ Schulfinanzierung

Demo, 16.10.2015, Wien Minoritenplatz

auch um staatliche finanzielle Unterstützung zu bemühen haben. Und vor allem ist es keine Frage, dass sie nicht nur „kompromissfähig“ und „schmiegsam“, sondern vor allem auch offen und dialogbereit zu sein haben. Denn nur wer gesprächsbereit und gesprächsfähig ist, wird als Dialog- und Verhandlungspartner ernstgenommen. Die Waldorfschulbewegung hat in den vergangenen Jahrzehnten einige wichtige Schritte in diese Richtung unternommen. So haben z. B. die von verschiedenen europäischen Hochschulen und Instituten getragene wissenschaftliche und akademische Weiterentwicklung waldorfpädagogischer Lehrerinnenbildung aber auch neue empirische Studien zu Bildungserfahrungen und -biographien ehemaliger und aktueller Waldorfschülerinnen die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung der Waldorfpädagogik verändert. In Österreich sind an dieser Stelle u.a. der in den 90er Jahren erreichte „Lehrplanvergleich“, die von einzelnen Waldorfschulen mit Gymnasien bzw. Maturaschulen vereinbarten Matura-Möglich-

wissenschaftlichen Ansätzen, kulturellen und künstlerischen

keiten für Waldorfschüler oder die Etablierung des ersten Wal-

Impulsen erfolgt, die kompromissfähig ist und dabei Erzie-

dorfpädagogik-Studiums an einer österreichischen Universität

hungskunst und Erziehungswissenschaft verbindet – im Zei-

zu nennen.

chen jener Menschenkenntnis und Welterkenntnis, die nach Steiner gerade für Lehrerinnen und Lehrer an freien Schulen

Lehrerbildung: Erziehungs-Kunst und -Wissenschaft

so entscheidend sind.

Gerade die Frage einer staatlichen Anerkennung waldorfpädagogischer Lehrerinnenbildung könnte sich in nächster Zeit zu einer für die österreichischen Waldorfschulen wichtigen entwi-

Literatur:

ckeln – auch im Kontext des mit der aktuellen Verfassungsklage

Götte, W. M.: Erfahrungen mit Schulautonomie, Freies Geis-

verbundenen Versuchs einer besseren Finanzierung der freien

tesleben, 2006.

Schulen. Schließlich ist nicht zu vergessen, dass die konfessio-

Schneider,P.: Zur Zukunftsfähigkeit der Waldorfpädagogik, in:

nellen Privatschulen, mit denen eine Gleichstellung angestrebt

Buddemeier,H. / Schneider,P.: Waldorfpädagogik und staatli-

wird, größtenteils staatlich ausgebildete Pädagoginnen und Pä-

che Schule, Mayer 2005.

dagogen beschäftigen. Wenn die Klage Erfolg hat, wird sich wohl

Steiner, R.: GA 293, Allgemeine Menschenkunde als Grundlage

auch für die Waldorfschulen die Frage nach den Qualifikationen

der Pädagogik, Rudolf Steiner Verlag, 1992.

zukünftiger Lehrer mit neuer Brisanz stellen. Das ZENTRUM FÜR

Steiner, R.: GA 298, Rudolf Steiner in der Waldorfschule, An-

KULTUR UND PÄDAGOGIK hat durch die im Jahr 2007 begonne-

sprachen für Kinder, Eltern und Lehrer, Rudolf Steiner-Verlag,

ne Kooperation mit der Donau-Universität Krems und der Ein-

1980.

richtung eines Masterstudiums Waldorfpädagogik einen wie wir

Steiner, R.: GA 300c, Konferenzen mit den Lehrern der Freien

hoffen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer auch staatlich voll

Waldorfschule, Rudolf Steiner Verlag, 1975.

anerkannten Waldorflehrerausbildung gesetzt. Weitere Schritte

Steiner, R.: GA 337b, Vertiefung der Dreigliederungs-Idee,

sollen und werden folgen. Schritte im Sinne einer Waldorfpäd-

Band II. Diskussionsabende des Schweizer Bundes fürDreiglie-

agogik, deren Entwicklung im Dialog mit anderen Pädagogiken,

derung des sozialen Organismus. Rudolf Steiner Verlag, 1999.


Schulfinanzierung _ 15

Der Gang zum VfGH stieß auf reges öffentliches Interesse Ein kurzes Geplänkel auf facebook Die Berichte über die Anrufung des Verfassungsgerichtshofes wurden natürlich nicht nur mit ungeteilter Zustimmung aufgenommen. Als Mit-Initiator Lothar Trierenberg beispielsweise sein Interview in der Tageszeitung „Die Presse“ auf facebook teilte, erhielt er von einem Poster folgende Anmerkung: N.N.: Finde ich sehr interessant! Zwei Fragen hätte ich dazu: Wenn diese Schulen öffentliche Mittel erhalten sollen, werden sie dann auch öffentliche Probleme schultern, wie z.B. den MigrantInnenanteil des öffentlichen Schulsystems? Wie kann das bewerkstelligt werden, bei den genannten € 300.– monatlich (wäre z.B. die Rudolf Steiner-Schule in Mauer wirtschaftlich in der Lage, 80% nicht-deutschsprachige Kinder unentgeltlich aufzunehmen? Die Antwort von Lothar Trierenberg – er selbst ist ja auch Mitglied unseres Vorstandes – ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Lothar Trierenberg: Lieber N.N., diese Schulen schultern jetzt schon jede Menge „öffentliche Probleme“ – weil es ja alles Schulen mit Öffentlichkeitsrecht sind und alle Kinder und Familien – egal welcher Herkunft und Religion – an diesen Schulen willkommen sind. Das Problem ist jetzt vielmehr, dass es eben nicht möglich ist, viele Familien aufnehmen zu können, die sich das nicht leisten können. Trotzdem haben viele Waldorfschulen auch Kinder aus „Flüchtlingsfamilien“ oder unbegleitete Jugendliche unentgeltlich integriert! Wenn wir genauso gefördert werden würden wie öffentliche Schulen, dann wären wir logischerweise wirtschaftlich dazu in der Lage! Spannend wäre vielmehr die Frage, wie viele nicht-deutschsprachige Kinder in dem sehr gut geförderten Sektor der konfessionellen Schulen derzeit betreut werden? (Die genannten € 300.– monatlich sind ja nur jetzt für die Eltern notwendig, weil wir eben nicht gefördert werden!!!) Zudem muss man auch sagen, dass wir Schulen in freier Trägerschaft so oder so wesentlich weniger Geld pro Schüler verwenden und trotzdem oft bessere Bildungsziele erreichen – also offensichtlich schaffen wir es, effizienter zu arbeiten oder die Mittel durch die anderen pädagogischen Ansätze besser in Bildungserfolg umzusetzen. ;-)


16 _ Schulfinanzierung

W

irtschaftliche Selbstverwaltung Einst und Jetzt

Erfahrungen mit den in Wien von der öffentlichen Hand gewährten Förderungen für Privatkindergärten – Entwicklung und Auswirkungen auf die Gesamtsituation im Kindergarten Wien - Mauer Es war einmal...

In weiterer Folge bestimmt nun die Möglichkeit des Ein-

Wer vor 30 Jahren sein Kind im Alter von 3 3/4 bis 4 1/2 Jahren im

tritts ab 1 1/2 Jahren die Gesamtauslastung des Kindergar-

Rudolf Steiner-Kindergarten in Wien - Mauer anmelden wollte, der betrat einen Raum von ca. 4 m2 Größe, in dem ein Schreibsekretär

tens. Der Eintritt im 4. Lebensjahr ist inzwischen eher die

mit Telefon, ein Tischchen mit zwei Besucherstühlen und ein voller

im Kleinkindalter; die Kinder kommen früher und bleiben ins-

Garderobenständer mit entsprechend vielen Paar Schuhen darun-

gesamt 3 bis 4 Jahre im Kindergarten.

Ausnahme. Die Bindung an den Kindergarten erfolgt bereits

ter so Platz fanden, dass die Enge gerade noch gemütlich wirkte. Die den Telefondienst verrichtende Mutter legte ihr Strickzeug

Ausweg aus einer Finanzkrise?

beiseite, notierte Namen und Telefonnummer, und für einen der

Ab ca. 1990 nimmt der Bedarf an Ganztagsbetreuung zügig zu.

folgenden Tage wurde ein Gespräch mit der leitenden Pädagogin

Die Elternbeiträge müssen kontinuierlich angehoben werden,

vereinbart. Warum das Kind in diesen Kindergarten gehen sollte?

bis sie 2008 bei 235 € (Teilzeit) bis 424 € (Ganztag) stehen.

Aus Überzeugung, dass Waldorfpädagogik der richtige Weg sei. Zur Wahl stand ein Zeitrahmen von 8 bis 12 Uhr am Vormittag

Im Jahr 2008/2009 sinkt die Auslastung des Kindergartens unerwartet um 10 %, was zu einer ernsthaften Finanzkrise

ODER von 14 bis 17 Uhr in der Nachmittagsgruppe. Die Höhe des

führt, die durch eine Sonderzahlung der Eltern und Gehalts-

finanziellen Beitrags wurde im Schnitt mit 1.000 ATS (72 €) verein-

kürzungen teilweise aufgefangen werden kann. Eine Erhö-

bart und war zur Gänze von den Eltern zu entrichten.

hung der Elternbeiträge ist jedoch nicht mehr zumutbar und

Eine staatlich gewährte Förderung pro Gruppe ließ damals eine

daher keine Option.

gewisse Flexibilität bei der Gruppengröße zu. Umschwung durch Gratiskindergarten und flächenNeu: durchgehend geöffneter Ganztagskindergarten

deckende Förderung

und Kleinkindbetreuung

2009 werden in Wien der Gratiskindergarten für Kinder von

Zehn Jahre später: Die institutionelle Betreuung ganztags – auch

0 bis 6 Jahren sowie das verpflichtende Kindergartenjahr für

für Kinder unter 3 Jahren – wird zunehmend öffentlich propa-

Fünf- und Sechsjährige eingeführt. Als „Meilenstein für Fa-

giert. Auch in der Waldorfpädagogik hat man zur Kenntnis ge-

milien“ soll auf diese Weise Vätern und Müttern verstärkt er-

nommen, dass es ein derartiges Angebot für einen sich ver-

möglicht werden, „einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen“.

ändernden Bedarf geben muss, denn die Bindung an den Ar-

Der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung hat damit

beitsmarkt verstärkt sich. Junge Mütter wollen und können den

eine „wichtige gesellschaftliche Aufgabe“.

Anschluss an den Beruf nicht verlieren; viele Familien brauchen zu ihrem Erhalt zwei Einkommen.

Private Trägerorganisationen werden aufgrund des steigenden Bedarfs in das Gratismodell eingebunden, und ein

Zur Einrichtung eines Kleinkindbereichs, sowie zum Ausbau

privater Kindergartenplatz wird mit bis zu 570 € pro Monat

der ganztägigen Betreuung, wird es unumgänglich, das Gebäu-

gefördert. Eine Erweiterung der Öffnungszeiten auf durch-

de in der Marktgemeindegasse räumlich zu erweitern. Im Zuge

gehenden Betrieb sowie eine Reduzierung der jährlichen

des dereinst als „Kindergartenmilliarde“ anlaufenden Investiti-

Schließzeit sind ab diesem Zeitpunkt vorgegeben.

onsschubes seitens der öffentlichen Hand hatte der Kindergar-

Das Gewähren dieses Zuschusses ist an das einzelne Kind

ten der Karl-Schubert-Schule eine Bauförderung von 6 Mio. ATS

gekoppelt. Waldorfeltern mit Wohnsitz in Wien erfahren dank

(ca 436.000 €) bewilligt bekommen. Diese Pläne konnten jedoch

der Förderung fortan eine Entlastung ihres Monatsbeitrages

letztlich nicht ausgeführt werden. Auf Anfrage ist es möglich,

um durchschnittlich 70%.

diese bewilligten Mittel umzuwidmen und damit die Aufstockung des Kindergartengebäudes zu finanzieren.

In Wien - Mauer bewegt sich der aktuell von den Eltern zu entrichtende Beitrag zwischen 113 € (Beispiel: Teilzeit für


Schulfinanzierung _ 17

3-6-Jährige) und 215 € (Beispiel: Ganztag für Kinder unter

das Gehaltsschema des Mindestlohntarifs, werden die Ressour-

3 Jahren). Gesamt gesehen entspricht dies dem Durchschnitt

cen langfristig wieder abnehmen.

in den Wiener Waldorfkindergärten. Die Nachfrage nach Plätzen beginnt mittlerweile vereinzelt

Konsequenz: laufend wachsende Verwaltung

auch im Waldorfbereich bereits vor der Geburt des später zu

Die wirtschaftliche Verwaltung des Kindergartens auf Basis der

betreuenden Kindes.

öffentlichen Förderung des einzelnen Kindes erfordert es, je-

Im Jahr 2014 wird der Fördervertrag mit der Stadt Wien

den Kindergartenplatz intensiv und vorausschauend zu bewirt-

zwar unbefristet verlängert, ist jedoch ab diesem Zeitpunkt

schaften. Aufgrund der wachsenden Fluktuation müssen einzelne

von beiden Seiten jederzeit kündbar (!).

Plätze gegebenenfalls auch im laufenden Jahr unter erheblichem Verwaltungsaufwand nachbesetzt werden.

Was hat sich verändert? Finden durch die gravierende finanzielle Erleichterung mehrere oder andere Eltern zu uns? Zweifelsohne gibt es vermehrt Anfragen wie zum Beispiel aufgrund der Nähe des Kindergartens zum Wohnort. Eltern suchen einen „guten Kindergarten“, informieren sich u.a. über

Der Erhalt der Förderung bei voller Auslastung sichert die Kalkulationsbasis des Kindergartens. Die Förderung bleibt jedoch nur aufrecht, wenn ein Kind nachweislich regelmäßig den Kindergarten besucht. Ein Fernbleiben über vier Wochen ist außer aus Krankheitsgründen nicht ohne Förderverlust möglich. Seitens der Magistratsabteilung der Stadt Wien wird der Kin-

Internet, sind beeindruckt „von der Atmosphäre“ und begin-

dergarten – manchmal auch kurzfristig – stetig mit neuen Vor-

nen sich in sehr unterschiedlicher Intensität für den päda-

gaben zur Datenübermittlung konfrontiert. Informationen dazu

gogischen Hintergrund zu interessieren. Aus der praktischen

müssen selbstständig eingeholt und auch urgiert werden. Dieser

Erfahrung wächst schließlich die Bejahung für die Art des

wachsende Umfang nimmt heute mehr als 50% der Gesamtver-

Umgangs mit dem sich entwickelnden Kind.

waltung ein.

Heute besteht die Elternschaft im Schnitt zu einem Drittel aus „Ehemaligen“ und zu zwei Dritteln aus „Neuzugängen“. Für das Schuljahr 2017/2018 sind zum jetzigen Zeitpunkt knapp zwei Drittel der nunmehr schulpflichtigen Kinder des Kindergartens auch in der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer angemeldet.

Ausblick Das Angebot des Kindergartens hat sich hinsichtlich der Altersspanne der Kinder und der Öffnungszeiten wesentlich erweitert. Ein von Eltern zur Gänze zu finanzierender Kindergartenplatz würde heute bis zu 790 € pro Monat kosten. Es ist mehr als fraglich, ob – sollten sich die zu akzeptierenden Förderbedingungen

Was wurde ermöglicht?

wesentlich ändern bzw. der Fördervertrag gekündigt werden –

Die für alle Plätze bereitgestellten Fördermittel haben die

eine generelle Rückkehr zu hohen Elternbeiträgen als wirtschaft-

finanzielle Basis des Kindergartens grundsätzlich erweitert.

liche Basis des Kindergartens möglich wäre.

So konnte das Gehaltsschema ausgeglichen und vor allem

Grundsätzlich ist die wirtschaftliche Absicherung durch die

in Richtung einer Anhebung der Gehälter für AssistentInnen

Fördervereinbarung positiv zu sehen. Die dadurch entstandene

entscheidend verbessert werden.

Abhängigkeit ist jedoch klar ersichtlich.

Zwischen 2009 und 2016 wurden dadurch außerdem Sanierungen und Investitionen am Gebäude (zum Beispiel in den Vor- und Nassräumen, an den Fenstern sowie am Zaun) ermöglicht. Da jedoch Förderungen nicht im selben Maße steigen wie

Ursula Dotzler


schallmauer_plakat05.qxp_Layout 1 26.03.17 09:26 Seite 4

18 _ Termine, Aktuelles

Henning Köhler

„Inklusion ... ein großes Wort und viele Fragen“ Freitag, 28. April 2017 um 20:00 Uhr Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Großer Festsaal Vortrag: € 10.www.waldorf-mauer.at

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Termine, Aktuelles _ 19

Unser

FRÜHLINGSFEST findet heuer am Samstag, den 29. April 2017 im Schulhof in der Endresstraße 113 von 13.30 – 18.00 statt Es wird wieder ein buntes Programm geben: • Bastelstationen für Groß und Klein, • Zauberhaftes mit Pipolina und Max, • Kulinarisches aus dem Brotbackofen, • Würstel vom Grill • und natürlich unser reich bestücktes Buffet! Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher, die mit uns einen schönen Frühlingstag begehen wollen. Über helfende Hände, die bei den Bastelstationen und beim Abbau zupacken, wären wir sehr dankbar. Für den Frühlingsfestkreis Susanne Genswein, Michaela Eberharter, Marianne Miklau, Hetty Grünberger und Banza Tombe Kontakt: michaela.eberharter@chello.at und susanne.genswein@waldorf-mauer.at PS: Da es mit dem Neubau auf 113 langsam ernst wird und unser Frühlingsfest im nächsten Jahr voraussichtlich nicht nach altgewohnter und inzwischen vertrauter Weise stattfinden kann, möchten wir dies zum Anlass nehmen, um die Organisation dieses Festes gerne in neue Hände zu legen.

Termine 08.-23.04.2017 Osterferien 25.04.2017 Orchesterkonzert Schallmauer 28. & 29.04.2017 Vortrag und Seminar H. Köhler 29.04.2017 Frühlingsfest 02.-06.05.2017 Referatwoche der 12. Klasse 12. & 13.05.2017 Singabend der 11. Klasse 17. & 18.05.2017 Spiel der 6. Klasse 20.05.2017 Ball der 12. Klasse 22.-31.05.2017 Vermessungspr. der 10. Klasse 13.05.2017 Benefizkonzert - Reinber & Langer 25.-28.05.2017 Chr. Himmelfahrt 03.-06.06.2017 Pfingsten 09. & 10.06.2017 Spiel der 12. Klasse 15.-18.06.2017 Fronleichnam 19., 20. & 21.06.2017 Konzerte Musikschule 24.06.2017 Schulfeier und Sommerfest 30.06.2017 letzter Schultag 2016/17 04.09.2017 Erster Schultag 2017/18 Die nächste Ausgabe von MoMent erscheint voraussichtlich am 24.06.2017, Redaktionsschluss ist der 02.06.2017 Ihre Ideen, Wünsche und vor allem Beiträge senden Sie bitte an die Redaktion: moment@waldorf-mauer.at Kleinanzeigen auf der letzten Seite

Es wäre wunderbar, wenn es von neuen Menschen und weiterhin –vielleicht in neuer Form – gefeiert werden könnte. Vielleicht haben gerade Sie schon lange Lust verspürt, ein Frühlingsfest zu gestalten?

rss_ff_2017_moment.qxp_Layout 1 10.03.17 11:01 Seite 1

Unser FRÜHLINGSFEST findet heuer am 29. April von 13.30 – 18.00 Uhr statt. Auch heuer wird es wieder ein buntes Programm geben und wir freuen uns auf Ihren Besuch! Der Frühlingsfestkreis Michaela Eberharter, Marianne Miklau, Hetty Grünberger, Susanne Genswein und ...

Neue Ideen! rbeit! Kreative Mita resse haben, Sollten Sie Inte e sich bitte Si dann melden nswein: Ge e bei Susann e.at liv n@ ei sw sgen


20 _

Eindrücke vom Wald- und Wiesentag Markus Seidl-Konzett (Papa von Hannah): Das Abenteuer beginnt mit der notwendigen Portion Chaos vor dem Aufbruch. Irgendwann sind dann alle gut ausgerüstet und angezogen, stehen, wie von Herrn Wohlmacher vorgegeben, in der Zweierreihe und marschieren schließlich mit kindlicher Leichtigkeit, Selbstbewusstsein und – zwar nicht immer regelkonform, aber immer als Gemeinschaft – in den Maurer Wald. Dort spielen sie, erproben sich aneinander, lernen einander auf ganz neue Art kennen und versprühen ein bereits beachtliches Maß an Vertrautheit – zueinander und zu ihrem Lehrer. Sie hier begleiten und beobachten zu können, ist ein Geschenk, streichelt die Seele. Elin Granqvist (Mama von Linnea): An einem schönen Donnerstag schienen die ersten Sonnenstrahlen und sorgten für gute Gemüter: sowohl bei den Kindern als auch den Erwachsenen. Ich war überrascht zu sehen, wie toll und zielstrebig die Kinder in der Zweierreihe zum Wald marschierten – alles schon gut eingespielt. Es war schön, die Freude der Kinder mitzuerleben. Es ist so wichtig, bei jedem Wetter in den Wald zu gehen. Ein schöner, aber doch anstrengender Ausflug! Reinhard Amann (Papa von Linnea):

Daniel Griletz (Papa von Rosa Träxler):

Vieles war noch neu, einige Kinder vom Kindergarten

Zu Beginn sind die Kinder noch voller Tatendrang und voller

bekannt.

Elan, den Maurer Berg zu bezwingen! Je länger der Weg wird,

Sehr interessant, das Gefüge in der noch neu geformten

umso langsamer werden die Kinderbeine… Das gilt vor allem

Klasse zu sehen. Wir waren 3 Väter und eine Mutter, und wir

für den Nachhauseweg. Die Pausen werden in immer kürze-

wurden ordentlich eingeteilt, beispielsweise zum Bauen eines

ren Abständen gelegt und deren Dauer immer länger!

Holzzeltes und zum Herumtollen mit den Kindern.

Bewundernswert sind die Zusammengehörigkeit und das so-

Wunderschöner Vormittag, tolle Klasse, viele Eindrücke!

ziale Verhalten!

Hermann_Stubitz_191x65.qxp_Layout 1 02.06.16 10:23 Seite 2

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Waldtage _ 21

der 1. Klasse Georgij Glazkov (Bruder von Elinka):

Eine wunderbare Freiheit für die Kinder, die Mädchen im „Fri-

So, wie ich es erlebt habe, ist der Waldtag etwas ganz Beson-

seursalon” mit Lockenwicklern (Bockerln) im Haar; die Bu-

deres – nicht nur für die Kinder. Wenn man offen auf die Stun-

ben, rotbackig und verschwitzt, tragen schweres Gewicht von

den im Freien zugeht, bekommt man die Möglichkeit, wieder

einem Ort zum anderen. „Wohngemeinschaften” werden ge-

zu erfahren, wie es war, in die erste Klasse dieser Schule zu

gründet, neue Freundschaften geschlossen…

gehen und versteht, welch ein Privileg das ist!

Charlotte Goldmann (Mama von Flora):

Bettina Schwenk (Mama von Leonard):

Auf der Wiese angekommen, genießen die Kinder die Freiheit

“2er-Reihe!” Wer steht neben wem? Stimmt das auch mit

und finden sich in Grüppchen zusammen. Herr Wohlmacher

Herrn Wohlmachers Liste überein? Egal, spätestens bei der

spielt mit den Kindern Fangen, tröstet sie nach „schweren”

2. Kreuzung finden sich dann andere Paarungen… Aufwärts

Unfällen oder traurigen Verlusten eines mitgebrachten Spiel-

geht’s in den Wald! Manche würden lieber schon bei der

zeuges. Der „Zauberspray” heilt Wunden jeder Art. Es ist ein

Hälfte rasten, aber schließlich schaffen es alle bis zur selbst

eindrucksvolles Erlebnis, am Waldtag teilnehmen zu dürfen.

erwählten „Jausenstation”. Je nach persönlicher Priorität wird

Unsere Kinder fühlen sich offensichtlich wohl mit unserem

zuerst gegessen – oder gebaut, Fangen gespielt, Stöckerl ge-

lieben Herrn WOHLMACHER.

worfen… Mit viel Energie innen drin geht’s am Ende wieder zurück; ist ja jetzt nur mehr „runter”… Kamila Rudnicka (Mama von Malina): Die Kinder empfinden den Anstieg als mühsam, aber wenn sie

Christian Krenka (Papa von Jola): Interessant zu sehen, wie die Kinder miteinander umgehen, die Freude, in den Wald zu gehen, zu sehen, wie die Kinder sich im Wald beschäftigen.

erst an ihrem Platz angekommen sind, dann ist es, als ob sie

Doris Gesslbauer (Mama von Yasmin):

ihr zweites Spielzimmer besuchen. Buben und Mädchen spie-

Die Kinder sind im Wald sehr kreativ und bilden recht schnell

len ausgelassen miteinander. Zuhause werden tolle Phanta-

Gruppen, wo sie mit viel Eifer und Geschick bauen. Es ist

siegeschichten erzählt! Der Umgang mit den Naturmateriali-

Teamgeist und Zusammenhalt in der Klasse deutlich spürbar,

en wird kreativ und erfrischend ausgeschöpft. Rinden werden

und ich hatte den Eindruck, dass die Kinder das Tun im Wald

zu Zwergenhüttchen oder Kronen, Äste zu Schwertern oder

sehr genießen. Lediglich der Weg ist manchmal noch etwas

Grabwerkzeugen und sogar als Wippe genützt.

beschwerlich.

Sabine Trierenberg (Mama von Julius):

Christoph Schmid (Papa von Rosa):

Immer an den selben Platz – das Stücken Wald wird zum

Während des Waldtages konnten wir erfahren, wie die Kin-

„Outdoor-Klassenzimmer”. Jedes Mal darf dazugebaut, abge-

der gemeinschaftlich die Materialien des Waldes – von Ästen

baut und verändert werden.

über Rindenstücke bis zu Baumstämmen – gezielt zusammensuchen und mit vereinten Kräften eine Unterkunft bauen. Man spürte die Freude, die Konzentration und den Spaß am gemeinsamen Schaffen und am Ergebnis. Christian Zwölfer (Papa von Silvia): Ich empfand es als wunderbaren Luxus, mir vom Büroalltag frei zunehmen und in den Wald zu gehen: mit meinem Kind und seinen Mitschülern einen Vormittag zu verbringen und das „Klassenleben” live mitzuerleben. Fühlte mich als Teil der Klasse. Ein schönes Erlebnis für mich und – wie ich glaube – auch für meine Tochter. Danke dafür!


Tag der offenen

22 _ ???

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geworfen, aber am „Tag der offenen Tür“ wird einem wieder bewusst, was an unserer Schule so besonders ist und welche vielfältigen und bereichernden Erfahrungen unsere SchülerInnen machen dürfen. Im Kleinen Festsaal wurde diesmal getanzt und Theater gespielt; im Musikraum wurde klassenübergreifend ein wurde eine Aufführung für Eurythmie geprobt. Ich konnte auch einige Gespräche mit interessierten Eltern führen, die sichtlich angetan waren von dem, was sie bei uns gesehen hatten. Elisabeth Mac Nulty


Tür am 21. Januar 2017

Eindrücke _ 23

Schülervater Tomas Veres Ruzicka berichtet über seine Eindrücke in der 2. Klasse

Alles begann mit großer Vorfreude. Bereits einige Wochen

chen Eindruck: Ich habe noch nie erlebt, wie spannend man

vor dem Tag der offenen Tür war dieser ein aufregendes The-

eine Fremdsprache in einer 2. Klasse unterrichten kann. Frau

ma zu Hause. Auch ich als Elternteil freute mich schon, selbst

Gianellos verpackte den Unterrichtsstoff in ein Spiel mit je-

zu sehen, wie der Schulalltag meines Kindes eigentlich aus-

der Menge Bewegung: Die Kinder sollten bestimmte Voka-

sieht, wie die Stimmung und das Miteinander sind und wie der

bel mit ihren Körpern darstellen, und Frau Giannelos musste

Unterricht, aber auch die Pausen aufgebaut sind. Mit großer

jeweils gemeinsam mit den restlichen Kindern die gesuchten

Spannung also – auf Kinder- und Elternseite – wurde der Tag

Begriffe erraten. Bei einem englischen Gedicht durften auch

der offenen Tür am 21.01.2017 beschritten.

die Eltern die Vokabel mitspringen und –tanzen, was großen

Es empfing uns eine angenehme und vertraute Atmosphäre,

Spaß machte. Insgesamt war ich einmal mehr begeistert, mit

da die Eltern der Schulkinder zum großen Teil anwesend wa-

welcher Sorgfalt in dieser Schule mit unseren Kindern umge-

ren. Man merkte auch sofort, dass die Kinder ihren Klassen-

gangen wird.

lehrer, Herrn Hofer, sehr gern haben und er vielmehr wie ein

Hinsichtlich des geplanten Um- bzw. Neubaus unserer Schu-

Indianerhäuptling denn als klassischer Lehrer wahrgenom-

le traf ich auf gemischte Gefühle unter einigen der anwesen-

men wird.

den Eltern, da viele selbst noch in dem alten Gebäude Schul-

Zu Beginn beeindruckten mich der Morgenkreis als Einstim-

kind waren. Die mir geschilderten Sorgen betrafen vor allem

mung in den Schultag und das Vortragen der Zeugnissprüche, aber auch ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem die Kinder einen kleinen Sandsack in einen Korb werfen sollten, oder das Balancieren auf den umgedrehten Sitzbänken in zwei Teams. Kinder, die keine Lust hatten mitzumachen, wurden zwar ermuntert, dabei zu sein, aber nicht verpflichtet. Ich hatte hier das Gefühl, dass auch die Kinder selbst einander mit Respekt begegnen. Später überraschte mich beim Formenzeichnen, dass die Kinder ihre Aufgaben ruhig und geordnet erledigten. Herr Hofer setzte sich in völliger Ruhe zu jenen Kindern, welche Hilfe benötigten, dazu, um gemeinsam mit ihnen zu zeichnen. Ein weiterer schöner Moment war, als sich alle Kinder in Ruhe anstellten, um ihre Spuren an der Formenzeichnen - Wand zu hinterlassen: jedes Kind in seiner eigenen Form und Farbe, schlussendlich ein großes Ganzes ergebend. Die Pause war sehr lebhaft und bunt. Mitgebrachte Jausen wurden untereinander getauscht und geteilt, und die Kinder

den möglichen Verlust des besonderen Charmes, den Innen-

machten einen fröhlichen und zufriedenen Eindruck.

hof und Gebäude gemeinsam mit dem Bioladen „aus gutem

Die Englischstunde hinterließ einen weiteren unvergessli-

grund“ derzeit versprühen. Andererseits sind natürlich alle gespannt auf ein neues und modernes Gebäude, welches für die Zukunft der Schule dringend notwendig ist und auch neue Maßstäbe in Design und Ausstattung setzen wird. Insgesamt war dieser Tag der offenen Tür jedenfalls ein eindrucksvolles Erlebnis – sowohl für die Kinder als auch für uns Eltern.


24 _

Das Dreikönigsspiel der 3. Klasse

Es ist an unserer Schule ja schon Tradition, dass jeweils die 3. Klasse das Dreikönigsspiel einstudiert und für die gesamte Schulgemeinschaft aufführt. So zog auch heuer sechs Tage lang eine muntere Schar von Königen, Pagen, Engel, Joseph, Maria, Sänger und Instrumentalisten durchs Schulhaus – immer zwei Klassen mit dem heiligen Segen beschenkend. Als dann gegen Ende viele der Drittklass-Kinder an der Grippe erkrankten, sangen und musizierten wir umso intensiver – immer auch die kranken Klassenkameraden bedenkend. An dieser Stelle möchte ich den fleißigen Eltern ganz herzlich danken, die mich dabei so unermüdlich unterstützt haben! Parallel zum Dreikönigsspiel widmeten wir uns im Unterricht der ersten Sprachlehre. Dabei fanden wir heraus, dass Sätze Gedanken, Erfahrungen und Bilder beschreiben, die Menschen einander mitteilen wollen. Wir entdeckten auch, dass in jedem Satz eine Melodie mitklingt, und zwar immer anders, je nachdem, ob wir etwas fragen, erzählen oder ein Gefühl mitteilen wollen. Wie Sie nun sicher schon bemerkt haben, handelt es sich um die drei Satzarten. Diese kamen auch in unserem ersten Bericht zum Dreikönigsspiel vor. Überzeugen Sie sich selbst! Christine Bolleter Klassenlehrerin, 3. Klasse


Eindrücke _ 25

Eislaufen in Perchtoldsdorf 4. Klasse Das Eislaufen hat suuuper viel Spaß gemacht. Eigentlich hatten ja Zina und ich die Idee. Wir haben das Ganze so gemacht: Bei Zina zu Hause haben wir einen Brief an unseren Klassenlehrer, Heinz Genswein, geschrieben, in dem stand: Lieber Herr Genswein! Wir würden gerne einmal schwimmen oder eislaufen gehen. Alle Kinder, die hier unterschrieben haben, wollen es auch. - Und schwuppsdiwupps, nach ein paar Tagen standen wir dann am Eis. (...) Ich hoffe, wir gehen nächstes Jahr wieder eislaufen und dieses Jahr noch schwimmen. Vielen Dank, Herr Genswein.

LG Lauren

Es war lustig, mit den anderen Fangen zu spielen. Später haben wir ein Gruppenfoto gemacht. Die Mina und ich haben dem Herrn Genswein Eislaufunterricht gegeben. Es war sehr witzig.

Als wir am Eislaufplatz angekommen waren, war noch niemand da. Aber 20 Minuten später war eine Kindergartengruppe und eine andere Klasse da.

Arthur

Am Anfang ging es nicht so gut, aber dann flitzte ich übers Eis. Zweimal fiel ich aufs Eis; zum Glück tat ich mir nicht weh. Eislaufen macht Spaß!

Gabriel

Der Schultag am Eis hat mir besonders Spaß gemacht, weil ich sehr gerne eislaufe. Gemeinsam mit meinen Freundinnen war es ein sehr schönes Erlebnis.

LG Gloria

Emilia


Fasching in der Schule

RĂźckblicke von Nadja Berke und Karl Hruza


und Faschingskonzert Musikschule


28 _

Rückblicke von Seweryn Habdank-Wojewódzki und Lothar Trierenberg


Schulfeier am 4.März _ 29


30 _ Die 7. Klasse

Die 7. Klasse war auf Ein Rückblick von Marianne Lawatsch

Nach langem Warten und Sehnen war es am Sonntag, den 5. März

klappte auch dies hervorragend, und das Resultat mundete

endlich soweit: Wir fuhren auf Schikurs!

letztendlich der ganzen Runde.

Mit einem futuristisch anmutenden Reisebus ging es in den malerischen Ort Mühlbach am Hochkönig, wo uns schönes Wetter und überraschenderweise viel Schnee empfingen.

Am Mittwoch hatte Frau Rumetshofer Geburtstag. Zu diesem Anlass hatte ich schon am Dienstag mit Freiwilligen einen Schokoladenteig für die geplante Sachertorte vorbereitet. Am

Die Kinder bezogen mit viel Aufregung ihre Zimmer, und ich als

Geburtstag selbst wurde die inzwischen gebackene Torte noch

für die Küche zuständige Begleitperson richtete mich zunächst an

mit Schokoladeglasur überzogen und mit Zuckerschrift ver-

meinem Wirkungsort für die nächsten Tage entsprechend ein. Bei

ziert. Ein schönes Seidenband wurde der Torte umgebunden

dieser Gelegenheit sei all den fleissigen HelferInnen gedankt, wel-

und das Kunstwerk zum Abschluss mit einer selbstgebastelten

che zu Beginn eine riesige Menge an Lebensmitteln in die Speise-

Seidenblume und Kerzen vollendet.

kammer schleppten!

Da eine Torte für mehr als 30 Personen nicht ausreicht, gab

Jeden Morgen nach dem Frühstück hatten zwei der Kinder die Aufgabe, das Geschirr abzuwaschen und den Essraum zu säubern.

es für die Kinder zusätzlich noch einen Blechkuchen, den Sina kunstvoll als Monster verzierte. Die Kinder waren ganz aufgeregt, versammelten sich zur Feier

Danach ging es gleich auf die Piste. Zwischen 12 und 14 Uhr kamen unsere SchifahrerInnen zurück zur Hütte, wo bereits warme Suppe und diverse Snacks zur Stärkung warteten, ehe es für die Kinder ausgeruht wieder zurück zum Schifahren ging.

aber trotzdem ganz leise (welch ein Wunder!) im Esszimmer. Frau Rumetshofer selbst wurde zwecks Ablenkung zunächst von einer Schülerin in ein laaaaaanges Gespräch verwickelt und schließlich von einer anderen Schülerin zur Feier geholt. Die Überraschung war gelungen! Zur Feier des Tages über-

Mit den Vorbereitungen für das Abendessen begannen wir immer

reichten die Kinder sogar eine selbstgebastelte Herzchen-

um circa 16:30. Bei den notwendigen Mengen braucht diese Ar-

Kette aus Origamipapier und einen Strauß aus Seidenblumen.

beit natürlich Zeit… aber da täglich einige Kinder zu Hilfe kamen,

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Die 7. Klasse, ... _ 31

Schikurs!

An diesem Tag war der Nachmittag schifrei, und wir besuchten das Heimatmuseum in Mühlbach. Leider gab es eine etwas längere Wartezeit an der Bushaltestelle, und so vertrieben wir uns die Zeit mit einer Schneeballschlacht. Der Besuch im Museum war sehr interessant: An 15 Stationen sahen und erfuhren wir Wissenswertes über Abbau, Bohr-, Spreng- und Fördertechnik im größten Kupferrevier der Ostalpen, dem „Mitterberg“ in Mühlbach am Hochkönig. Nach der Besichtigung spazierten wir wieder zurück zur Bushaltestelle… wo die Überraschung groß war, als wir feststellten, dass an diesem Tag kein Bus mehr fahren würde. Herr Rumetshofer organisierte kurzerhand ein Bustaxi, das uns nach Hause brachte. Am Freitag bauten einige Kinder mit Herrn Kvasnicka ein großes Iglu, in welchem locker fünf Kinder Platz fanden. An diesem Tag ließen wir die Schiwoche mit einem „Bunten Abend“ ausklingen. Bei diversen Spielen gab es viel zu lachen, und anschließend konnten sich die Kinder bei guter Musik noch einige Zeit „austoben“. Es war eine sehr schöne Woche, und ich würde jederzeit wieder eine Klasse zum Schikurs begleiten!


32 _

Die Geburt der „MoMent-Praline“ -

MoMent(e)

Von „bitter süssem“ oder Wie eine ehemalige Waldorfschülerin den Pralinenstand rettete Eigentlich hatten wir uns von Gesa Weitzenböck von der Scho-

ten einen eintägigen Schokolade-Workshop mit Kindern unserer

koladen-Manufaktur „bitter süss“ (Atelier & Shop: Hirschen-

Schule. Einen ganzen Sonntag lang wurde von 10 Uhr vormittags

gasse 1, 1060 Wien) nur eine Temperiermaschine für Schoko-

bis 20 Uhr abends durchgehend – bzw. unterbrochen von nur einer

lade ausborgen wollen. Wir, das sind zwei ambitionierte Schü-

kleinen Essenspause – in zwei Gruppen gearbeitet. An diesem Tag

lerInnen-Mütter (7. Klasse), die aus bloßer Lust am kreativen

entstand die „MoMent-Praline“: eine Pistazien-Marzipan-Masse,

Gestalten zusagten, beim Adventbasar 2016 den Pralinenstand

die sich um eine Pistazie schließt, einzeln in dunkle Schokolade

zu übernehmen. Ein naives Unterfangen, wie sich bald heraus-

getaucht und mit Pistazien-Streusel verziert. Der Reingewinn aus

stellen sollte; dies umso mehr, als unsere Dritte im Bunde und

dem Verkauf dieser „MoMent-Praline“ sollte unserer Schulzeitung

einzig Erfahrene plötzlich und unerwartet aus diesem Vorha-

zugutekommen.

ben aussteigen musste.

Gemeinsam mit zahlreichen anderen Leckereien wurde diese

Nachdem das erste Telefonat mit Gesa schon sehr erfreulich

Köstlichkeit schließlich an einem wunderschönen Pralinenstand

war, ereilte sie eine halbe Stunde später der nächste Anruf, um

im Rahmen des Adventbasars angeboten. Das süsse Ergebnis: Der

auf ihr Angebot der Zusammenarbeit zurückzukommen. Gesa

Reingewinn aus dem Verkauf der „MoMent-Praline” belief sich auf

hatte nämlich 12 Jahre lang eine Waldorfschule in Deutschland

100 Euro. Der Betrag wurde inzwischen an die MoMent-Redaktion

besucht, und als sie hörte, es wäre für den Adventbasar der

überreicht.

örtlichen Waldorfschule, kam ihr promptes Angebot: „Nehmt

Unser größter Dank gebührt Gesa Weitzenböck, die uns nicht nur

Euch, was Ihr braucht! Ihr könnt alles von mir haben.” – Da war

Wissen und Erfahrung, sondern auch sämtliche benötigten Res-

er wieder, der Waldorf Community - Gedanke!!!

sourcen selbstlos zur Verfügung gestellt hatte.

So kam es, wie es kommen musste: Wir erstellten gemein-

Brigitte Födinger, Veronika Skerjanz

sam einen Plan, was wir produzieren wollten und organisier-

MoMent(e)

über den Kauf eines Pianinos

In der Herbstausgabe 2016 der Schulzeitung MoMent war un-

Frau U. erzählte ein bisschen aus ihrem Leben. Die Tochter wäre

sere Kleinanzeige „Pianino für Schülerin der Freien Musikschule

an der Rudolf Steiner-Schule in Wien-Mauer gewesen, der Sohn an

gesucht“ erschienen. Die Idee, eine Kleinanzeige im MoMent

der Karl-Schubert-Schule. Es wäre nicht immer leicht gewesen, der

zu schalten, hatte sich darin begründet, innerhalb der Schul-

Tochter diese Schule zu ermöglichen, sagte Frau U., aber die Schule

gemeinschaft ein Pianino zu finden, das noch funktionstüchtig

wäre das Beste gewesen, was sie für sie tun hätte können. Diese

wäre, nicht zu teuer und aus vertrauenswürdiger Hand.

Worte erzeugten bei mir sofort einen Wiederhall, und ich stimmte

Wenige Tage nach Erscheinen des MoMent rief mich Frau U. an.

dem Kauf zu.

Ihre Tochter, eine Klavierspielerin, wäre ihrem Herzen gefolgt

Die Abholung des Pianinos durch Familienmitglieder sowie das

und lebe in Neuseeland. Aufgrund eines bevorstehenden Um-

Schleppen desselben aus dem ersten Stock in das Erdgeschoß mit-

zuges müsse das Klavier schweren Herzens aus der elterlichen

samt Verlust eines Rades erwiesen sich als unendliche Plackerei.

Wohnung weggegeben werden. Es folgten Daten, Maße und

Als aber am Heiligen Abend das Klavier im Kinderzimmer gesichtet

Fotos eines alten Klavieres der Wiener Marke Lambert Kreuter,

wurde, war die Freude aller Beteiligten riesengroß.

vermutlich aus den fünfziger Jahren; Eine Besichtigung wur-

Brigitte Födinger

de vereinbart. Da ich mich nur auf mein gutes Gehör verlassen konnte, sonst aber über keinerlei einschlägige Kenntnisse in

Welche MoMent(e) haben Sie schon mit unserer Schulzei-

Sachen Klavier verfüge, war ich auf andere stimmungsmäßige

tung erlebt? Schreiben Sie uns doch an die Redaktion unter

„Zwischentöne“ angewiesen.

moment@waldorf-mauer.at


Die 8. Klasse

Tanzkurs und Ball der 8. Klasse Im Herbst 2016 begann unser Tanzkurs. Natürlich hatten wir schon einiges darüber gehört, doch wir wussten trotzdem nicht genau, was auf uns zukommen würde. Welche Tänze würden wir lernen? Würde es Spass machen? Welche Musik würde es geben? Müssten wir uns schön anziehen? In den ersten Stunden haben sich all die Fragen ziemlich schnell geklärt. Gelernt haben wir Boogie, Walzer, Slowfox, Cha Cha Cha und andere. Meist war es lustig, manchmal aber auch anstrengend. Vor allem war es anstrengend für mich, mich immer schick machen zu müssen. Eigentlich haben wir uns immer schön angezogen: die Mädchen mit Rock oder Kleid und die Burschen mit Hemd oder Sakko. Doch dazwischen haben wir uns auch einmal einen Spass erlaubt und ausschliesslich Jogginghosen getragen. Am Ende des Kurses durften die Mädchen auch Hosen tragen, da

Am Faschingsdienstag war der große Ball. Bei der Eröffnung

wir dann auch schon etwas wildere Schritte tanzen durften.

durften die Eltern zuschauen. Wir haben ihnen den Walzer

Leider gab es keine Band, die für uns gespielt hätte. Stattdes-

vorgetanzt, den wir alle nicht sonderlich gut beherrschten. In

sen kam die Musik aus der Steckdose, was ja eigentlich von den

meinen Augen war es eine kleine Blamage. Trotzdem war

meisten Lehrern der Waldorfschule gemieden wird ;)

es lustig. Wir haben viele Tanzspiele gespielt; das hat großen

Da es mehr Mädchen als Burschen in unserer Klasse gibt,

Spaß gemacht. Der Raum war wirklich schön mit Blumen ge-

mussten immer ein paar Mädchen neben der Tanzfläche sit-

schmückt, und vor dem Saal wartete ein herrliches Buffet auf

zen bleiben. Wir hatten Ideen, wie wir das vermeiden könn-

uns – vor allem mit farbigen, köstlichen Cocktails!

ten, zum Beispiel, dass sich vor dem Auffordern immer ein paar Mädchen freiwillig melden sollten, die beim folgenden Tanz nicht mittanzen würden. Da dies aber bei einem Tanzkurs nicht üblich ist, wurde der Vorschlag nicht angenommen. Ursprünglich war die Idee deshalb entstanden, weil es für die Burschen am Anfang schwierig war, darauf zu achten, immer verschiedene Mädchen aufzufordern, sodass nicht immer die gleichen aussetzen müssten. Das hat sich aber mit der Zeit halbwegs von selbst geregelt.

Im Rückblick kann ich nur sagen, dass unser Tanzkurs eine Menge Spaß gemacht hat und wir unseren TanzlehrerInnen, Frau Platzer und Herrn Bointner, dafür danken. Alma Schadl

_ 33


34 _

Auf unseren sommerlichen Bergwanderungen begeg‐ nen wir auf ungedüngten, kieselreichen Bergwiesen einer ganz besonders starken Heilpflanze: ARNIKA. Schon ihr Standort lässt erkennen, dass diese Pflanze eine besondere Beziehung zum Licht hat. Zu dem Licht, das auf alles Lebendige ordnend und strukturierend wirkt. Ihre weithin leuchtende, gelbe Blüte wirkt wie vom Bergwind zerzaust und oberflächlich betrachtet sieht unsere Arnika vielleicht ein bisschen mickrig aus. Genauer besehen ist sie eine durchaus kräftige und zähe Pflanze, sie hat feste, behaarte Blätter und einen star‐ ken, aufrechten, widerstandsfähigen, kieselhaltigen Stengel, der auch dem kräftigen Wind des Hochgebirges trotzt. Ordnung und Formkraft finden wir bei der Arnika besonders in der Wurzel. Deshalb ist es wichtig, die ganze Pflanze pharmazeutisch zu verarbeiten, wenn wir die Arnika beim stumpfen Trauma einsetzen wollen. Die besondere Leistung der Arnika liegt darin, zerstörtes Gewebe so schnell und gut wie möglich in seine ur‐ sprüngliche, gesunde Form zu bringen. Deshalb verwenden wir sie erfolgreich bei stumpfen Traumata aller Art: Zerrungen, Prellungen, Quetschun‐ gen, Blutergüsse sind ihr Einsatzgebiet. Die verdünnte Arnika‐Essenz wird für Umschläge bei großflächigen Verletzungen (z.B. Rückenprellungen) verwendet, die Arnika‐ Salbe tragen wir 3‐5 mal täglich auf die verletz‐ ten Stellen auf (bei intakter Haut, NICHT auf offene Wunden!). Die Echte Arnika (Arnica montana), auch Bergwohl‐ verleih genannt, ist ein Hemikryptophyt und eine Halb‐ rosettenpflanze mit Speicher‐Rhizom. Blütenökologisch handelt es sich um den „Körbchenblumentyp“.

APOTHEKE ZUR KAISERKRONE

Arnikablüten enthalten ätherisches Öl, Flavonoide und Sesquiterpenlactone, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Hierbei sind als Hauptwirkstoffe in veresterter Form insbesondere Helenalin‐ und Dihydro‐ helenalin‐Ester bekannt. Diese wirken antibakteriell und antiarthritisch. Diese können außerdem eine Entzün‐ dungsreaktion verringern. Zudem können die in Arnika enthaltenen Flavonoide und Triterpendiole – bei äuße‐ rer Anwendung – ebenfalls antiphlogistisch wirken. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika nachweislich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwen‐ dungsspektrum war weit gefächert: neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampf‐ adern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behan‐ delt. Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei stumpfen Verletzungen und bei rheumatischen Muskel‐ und Gelenkbeschwerden verwendet. Für die äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasser‐ basis kann man auch einen wässrigen Auszug verwen‐ den, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwen‐ dung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch. Besonders in der Homöopathie werden Arnika‐ Potenzen häufig bei Blessuren (Ekchymose) eingesetzt.

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... und die 9. Klasse _ 35

Endlich Oberstufe… Entgegen aller Erwartungen war es kein so heftiger Tapetenwech-

Eine weitere Neuerung betrifft den Montag mit dem ein-

sel, wie mir von anderen Oberstufenschülern beschrieben worden

stündigen Oberstufenchor: Jeweils zu Wochenbeginn

war. Ich habe den Eindruck, dass man vom ersten Tag der ersten

kommt die gesamte Oberstufe zusammen, um lustige

Klasse bis zum letzten Tag der achten Klasse auf den Sprung in die

Aufwärmübungen für Körper und Stimme zu machen und

strengeren und anspruchsvolleren Gefilde der Oberstufe vorberei-

anschließend von unserem Chorleiter, Herrn Albrecht,

tet wird, weshalb er dann auch nicht so extrem erscheint. Jedoch

ausgewählte Lieder zu singen.

sind Veränderungen natürlich spürbar. Der Wechsel von Klassenraum zu Klassenraum wegen der in unterschiedlichen Räumen stattfindenden Fachunterrichtsstunden ist nur einer der vielen Unterschiede zur Unter- und Mittelstufe, was mit sich führt, dass man leicht zu spät kommt. Neben dem neuen System der Tests, die nicht mehr einfach wiederholt werden können, ist auch die formelle Anrede der Lehrer mit „Sie“ eine gewöhnungsbedürftige Veränderung. Aber Oberstufe bedeutet nicht nur Stillsitzen und Lernen. Man kann auch merken, wie die jüngeren Schüler zu einem aufschauen. Überraschenderweise wird auch einiges lockerer. Man darf endlich den Oberstufenraum bevölkern, und in der Klasse ist es erlaubt, ein Handy zu benützen. Manche Lehrer erlauben auch Kaugummis und das Tragen von Kappen. Es gibt auch nicht mehr an jedem Tag Hausaufgaben im Hauptunterricht; das variiert. Allgemein habe ich den Eindruck, dass in den einzelnen Epochen aber mehr geschieht als in der Unter- und Mittelstufe.

Auch der Stundenplan ändert sich zum Teil. So gibt es nicht mehr Werken und Handarbeiten, sondern die zusammenfassende „praktisch-künstlerische Erziehung“, die mir persönlich großen Spaß macht und ein angenehmer Ersatz für die bis dahin unterrichteten Fächer ist. Der teils neue Stundenraster ist am Anfang verwirrend und gewöhnungsbedürftig, wird aber schnell vertraut und sogar angenehm. Am Ende der Woche gibt es mit der Tutorstunde noch eine Neuigkeit: eine eigene Stunde für Dinge, die organisiert oder Themen, die besprochen werden müssen. Hier wird der Unterrichtsschluss flexibler gehalten. Die Tutorstunde ist ebenso wie die Sportstunde, in welcher Burschen und Mädchen getrennt sind, ein Fach, auf das man sich freuen kann. W. G. und andere Stimmen der 9. Klasse


36 _ Schulfinanzierung

„An der Maske, die wi

QUERDENKER GESUCHT!

Im Rahmen meiner Diplomprüfung am Badener Bundesinstitut für Sozialpädagogik durfte ich im Februar mit den Kindern im Hort ein künstlerisches Projekt mit Gips realisieren. Das Thema „Masken“ stand zu diesem Zeitpunkt schon länger im Raum. Eigentlich hatten wir schon im Jänner damit beginnen wollen, und so war die Freude groß, als es nach den

BACHELOR ■ Grafik- & Informationsdesign

Semesterferien endlich losging. Zunächst wurden in Kleingruppen von je drei Kindern die Rohmasken hergestellt: Jeweils ein Kind legte sich in unserer

■ Innenarchitektur & 3D Gestaltung

Leseecke hin, wurde gut abgedeckt, mit Vaseline eingecremt

■ Design, Handwerk & materielle Kultur

und die Haare mit Watte geschützt. Dann ging es ans Gipsen.

■ Event Engineering

Die vorher zurechtgeschnittenen Gipsbinden

■ Management by Design

mussten vorsichtig ins Wasser getaucht und auf das Gesicht des Kindes gelegt werden.

MAST ER ■ Raum- und Informationsdesign ■ Elektromobilität & Energiemanagement ■ Entrepreneurship & Innovation AK ADEM I S CHE LE H RGÄN GE ■ Buchgestaltung ■ Akustik & Design ■ Light Engineering & Design ■ Food Design NEU

Hier war besondere Vorsicht geboten, damit kein Gipswasser in die Augen, die Nase oder den Mund gelangen konnte. Nachdem die Gipsschichten aufgetragen und verarbeitet waren, hieß es, einige Minuten zu warten, bis das Werk dank der Fettcreme schmerzlos und einfach vom Gesicht gehoben werden konnte. Es war erstaunlich zu sehen, wie individuell diese Abdrücke wurden und wie einzigartig doch jedes dieser kleinen Gesichter ist. Nun konnten die ersten Masken bemalt und geschmückt werden. Das schöne Wetter ließ uns im Freien arbeiten. Die bemalten Masken wurden schließlich mit Dekosteinen und Federn geschmückt und konnten pünktlich zum Faschingsdienstag mit nach Hause genommen werden. Dass das Thema Gips im Hort noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigte das große Interesse an weiteren Gipsabdrücken von Händen und Armen. Auch hier standen das haptische Erleben, die Schulung der Feinmotorik und die Konzentrationsförderung im Vordergrund.

Die New Design University ist die Privatuniversität der Wirtschaftskammer NÖ und ihres WIFI


Kunst und Neuigkeiten _ 37

wir uns vorbinden, erkennt man uns“ – Künstlerisches Arbeiten mit Gips im Hort Was gibt es an sonstigen Neuigkeiten? In unserem Hortkonzept (http://www.waldorf-mauer.at/schule/schauplatz/hort) sind die pädagogischen Schwerpunkte folgendermaßen formuliert: „Das Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist das Unterstützen einer umfassenden Entwicklung der in jedem Menschen veranlagten Begabungen und Fähigkeiten. Wir wollen Raum schaffen für die Entfaltung der Persönlichkeit als freies Ich durch Schulung der Denk-, Gefühls- und Willenskräfte sowie Fördern der schöpferischen und sozialen Fähigkeiten. Das Pflegen der Freude am Lernen und Leben, Erhalten des Weltinteresses, des freien Lernwillens und des forschenden Verhaltens steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Ziel ist es, den Bedürfnissen des Kindes nach Sicherheit, Bewegung (…), Geben von Zuwendung, Wahren von Intimsphäre und Erfahrungen sammeln Raum zu geben und dem Kind so in seiner Entwicklung zur Seite zu stehen.“ Das letzte halbe Jahr hat gezeigt, dass dieser „Raum“ zunehmend in Form von Musikstunden und Hausaufgabenzeiten von außen dominiert wurde. Um den Kindern wieder Zeit zum Ausatmen und Kind-Sein zu geben, ist es aus pädagogischer Sicht daher sinnvoll, die Hausaufgabenstunde an den Rand der Hortzeit zu legen. Daher gelten ab sofort folgende Zeiten für die Hausaufgabenbetreuung: Montag – Mittwoch: 16 bis 17 Uhr Donnerstag – Freitag: 15:30 bis 16 Uhr Selbstverständlich können Kinder, die ihre Hausaufgabe selbstständig im Hort machen möchten (ja, die gibt es!), dies jederzeit in einem ruhigen und geschützten Rahmen tun. Uns ist bewusst, dass diese Änderung für einige von Ihnen eine Umstellung bedeutet. Wir hoffen dennoch, dass Sie dafür Verständnis aufbringen können. Uschi Iragorri


38 _ Wir bauen ...

NEUBAU - SPLITTER Finanzierung In einer Außerordentlichen Generalversammlung des Schulvereins wurde am 31.01.2017 das geplante Finanzierungsmodell für die Errichtung unseres neuen Schulgebäudes beschlossen. Dieses sieht vor, dass Institutionen und Stiftungen, welche unser Vorhaben unterstützen wollen, gemeinsam eine Errichtungsgesellschaft gründen. Diese errichtet das neue Gebäude und „vermietet“ es an die Schule. Als langfristige Mietvorauszahlung kann der Schulverein das Grundstück 113 im Vorfeld an diese Gesellschaft „verkaufen“. Damit fallen für die ersten 7 – 10 Jahre keine Mietforderungen an. Diese Vorauszahlung (sowie später hoffentlich

• Die 10., 11 und 12. Klasse übersiedeln möglichst geschlossen in ein Ersatzquartier in Schulnähe. • Der letzte noch nicht ausgebaute Dachbodenteil (beim östlichen Aufgang zu den Klassen 6 und 7) wird als Handarbeitsraum für die Oberstufe adaptiert. • Der Hortcontainer wird in den Rosenhof übersiedelt und gemeinsam mit dem Physikraum wieder als Hort dienen. • Für den Kindergarten läuft noch die Suche nach externen Räumlichkeiten. • Eine leerstehende Wohnung in der Endresstrasse 96 konn-

tatsächlich bezahlte Miete) wird als Kaufmiete vereinbart, so-

te sehr günstig als Zwischenlager für alles, was später wie-

dass die Schule langfristig die Möglichkeit hat, das Grundstück

der benötigt wird, angemietet werden.

zurückzukaufen.

• Für den Bioladen „aus gutem grund“ gibt es leider noch

Der schwierige Punkt ist nun, Stiftungen oder Geldgeber zu fin-

keine umfassend befriedigende Lösung. Wir sind jedoch

den, die bereit sind, auch langfristig auf eine Rückzahlung zu ver-

laufend in intensiven Gesprächen mit Herrn Schörghofer,

zichten (oder diese zu stunden), sofern sich die finanzielle Lage

um auch hier einen gangbaren Weg zu finden, da uns dies

der Schule nicht verbessert.

ein besonderes Anliegen ist.

Zusätzlich sind wir in Gesprächen mit Alternativbanken (siehe

Dieser Plan ist noch sehr grob und kann sich auch noch er-

www.gruenesgeld.at), um Geldbeträge von Kleinspendern und

heblich ändern. Hiermit möchten wir Ihnen jedoch eine Idee

Anlegern (Darlehensgebern) in dieses Modell zu integrieren.

davon geben, welche Möglichkeiten derzeit angedacht wer-

Die gute Nachricht ist, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt (März

den. Sollten Sie eigene Ideen oder Kenntnis über freie Räume in

2017) bereits zwei Zusagen von Stiftungen haben, womit schon

der näheren Umgebung haben, kontaktieren Sie uns bitte!

über 50% der erwarteten Baukosten abgedeckt sind! Trotzdem sind wir noch weiter intensiv auf der Suche. Wer also

Wann wird gebaut?

Ideen dazu hat oder Menschen kennt, die wir ansprechen können,

Es hat schon begonnen - ganz im Kleinen. Für die Erhebung

möge uns dies mitteilen!

der alten Bausubstanz war es notwendig, an mehreren Stellen im alten Gebäude Probegrabungen zu machen oder den

Ausweichquartiere

Putz von den Wänden zu schlagen. So sind derzeit an vielen

Wir sind intensiv auf der Suche nach Räumen, in denen der Schul-

Wänden und Böden quadratische Flächen sichtbar, die bereits

betrieb während der Bauzeit weitergeführt werden kann. Es wird

nach Baustelle aussehen oder provisorisch wieder verschlos-

sicher für alle eine spannende Herausforderung, wieder enger

sen wurden… also ein Mini-Baubeginn.

zusammenzurücken und vielleicht auch neue Wege zu gehen,

Notwendig waren diese Maßnahmen, weil das alte Haus seit

sodass der Unterricht auch bei geringerem Platzangebot in ge-

seiner Entstehung bereits vielfach umgebaut wurde – sowohl

wohnter Qualität stattfinden kann.

vor als auch seit seiner Verwendung als Schulgebäude. Lei-

In einer ersten Besprechung mit dem Lehrerkollegium entstan-

der existieren jedoch nicht von allen Phasen entsprechend

den bereits sehr schöne Ideen eines kreativen Umgangs mit die-

genaue Pläne. Nur dem Originalplan können Details zu einge-

ser Situation, sodass wir sicher sind, dass diese Übergangszeit

setzten Materialien und Konstruktionen entnommen werden.

auch eine Bereicherung für die Gemeinschaft werden kann.

So konnte nur dank der Probeuntersuchungen sichergestellt

Der konkrete Plan sieht derzeit etwa so aus:

werden, dass auch das alte Gemäuer das neue und größere

• Die vier Unterstufenklassen übersiedeln in die drei Oberstu-

Dach tragen kann.

fenräume und in den Raum der 5. Klasse. • Die 5. Klasse übersiedelt in den Musikraum im 2. Obergeschoss.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde bereits mit den Vorbereitungsarbeiten für den Dachbodenausbau be-


Wir bauen ... _ 39

Abstimmungsgrundlagen (siehe Finanzierung) Der Vorstand ersucht daher um Genehmigung des Grundstücksverkaufes Endresstr. 113 an eine Errichtungsgesellschaft (EG) unter folgenden Rahmenbedingungen: • Die EG verpflichtet sich, das vorliegende Projekt zu gonnen. Im ersten Bauabschnitt soll während der Osterferien der alte Dachstuhl umgebaut und verstärkt werden. Im Sommer wird der eigentliche Umbau erfolgen, sodass dieser Raum bereits im kommenden Schuljahr zur Verfügung steht. Zeitplan Die Bauverhandlung zum Neubau ist für Anfang April angekündigt. Wir haben im Vorfeld versucht, mit allen Nachbarn Gespräche zu führen, um unser Vorhaben darzulegen und Missstimmungen auszuräumen. Wir blicken mit Zuversicht auf diesen Termin. Es gibt zwar gerüchteweise trotz allem Bedenken seitens einiger Anrainer; die Baubehörde steht unserem Vorhaben jedoch sehr wohlwollend gegenüber, und so sollte ein positiver Bescheid erreicht werden können. Sollte dieser planmäßig kommen, wollen wir mit Start der Sommerferien mit den Arbeiten beginnen. Nach aktuellem Planungsstand wird es bis zum Einzug 18 anstatt der ursprünglich gedachten 14 Monate dauern. Diese Verzögerung resultiert unter anderem daraus, dass Renovie-

realisieren, und gemeinsam mit der Schule die Bauherrenvertretung zu übernehmen • Der Kaufpreis wird als Kaufmiete für das neue Schulgebäude angerechnet • Gebäude und Grundstück können über die Miete zurückgekauft werden • Die EG verzichtet auf eine Kündigung, solange der Schulverein eine Waldorfschule betreibt, (ev. Festschreibung des Schulbetriebes als Servitut im Grundbuch) • Der Schulverein ist bereit, eine angemessene Kaufmiete zu bezahlen, sobald es die finanzielle Situation zulässt (Förderung durch Staat, Großspenden etc.) • Die Schule übernimmt die Betriebs- und Erhaltungskosten als Teil der Miete (ähnlich dem Vertrag mit der Stadt Wien zum Schlössel) • Die EG ist bereit auch langfristig auf eine angemessene Miete zu verzichten • Die EG räumt dem Schulverein ein Vorkaufsrecht ein

rung und Ausbau des alten Gebäudes mehr Zeit benötigen als ein kompletter Neubau. In diesem Plan sind jedoch ausreichend Reserven eingearbeitet, sodass wir von einem Schul-

Nach intensiven Verhandlungen konnte diese Zahl vorerst auf

betrieb im neuen Gebäude nach den Semesterferien 2019

rund 67 gesenkt werden, was aber immer noch etwas zu viel für

ausgehen.

unseren verbleibenden Garten ist, zumal viele der alten Bäume ja

Sollte es wider Erwarten doch Einsprüche mit aufschiebender

bleiben werden.

Wirkung geben, sieht ein alternativer Plan die Verschiebung

Es wäre allerdings möglich, die Ersatzpflanzungen auch auf ande-

des Baubeginns auf Ostern 2018 vor.

ren Grundstücken in der Nähe vorzunehmen. Daher sind wir auf der Suche nach freien Grünflächen!

70 neue Bäume?

Sollten Sie einen Garten haben oder jemanden kennen, der noch ein

Bei einem Termin mit dem Baumschutzreferat wurde geklärt,

paar Plätze für Bäume hat (Obstbäume gelten leider nicht!), freuen

welche Bäume wir entfernen dürfen und wie viele neue dafür

wir uns auf Ihre Rückmeldung!!

gepflanzt werden müssen. Auch wenn die Architekten sehr bemüht waren, möglichst viele der alten Bäume zu erhalten,

Sollten Sie zu einem der Themen Ideen haben, konkrete Angebote an

so werden trotzdem einige dem Bau weichen müssen. Da es

Räumen, Platz für Bäume kennen oder wissen, wen wir noch in die Fi-

sich aus Sicht der Behörde um gesunde und teils große Bäu-

nanzierung einbinden könnten, melden Sie bitte sich bei uns:

me handelt, wurde uns vorgeschrieben, als Ersatz rund 77 (!)

engelbert.sperl@waldorf-mauer.at (0676/521 82 12)

neue Bäume zu setzen…

lothar.trierenberg@waldorf-mauer.at (0676/375 36 33)


40 _ Frühling

Gartenbaukolumne Frühling 2017

Frühling? Frühling! Ende Februar. Die Winterpause ist zu Ende und „Der Frühling ist

Bäumen. Ich sage bewusst schreien, denn was wir als netten

da!“ Mit diesen schwungvollen Worten, gepaart mit einer produk-

Morgengesang wahrnehmen, ist zu dieser Jahreszeit Revier-

tiven Rastlosigkeit (man könnte auch sagen: Hummeln im Hintern),

gesang, also meist eine wüste Schimpferei unter Nachbarn. Die

begrüße ich zu dieser Zeit die SchülerInnen im Unterricht.

Wurzelkinder haben ihre bunten Kleidchen schon genäht und

„Stimmt ja gar nicht!“, schmettert mir da einer der Dreikäsehochs

schmücken sich für ihren großen Auszug. Ein neuer Zyklus hat

entgegen: „Der Frühling beginnt am 21. März!“. Totschlagargu-

begonnen – man spürt es, man weiß es. Wie ist das also jetzt

ment... möchte man meinen. Ich kontere gewandt: „Aber sieh’ dich

mit dem Frühlingsbeginn?

doch mal um. Sieht so noch der Winter aus?“ Die Reaktion, trotzig und prompt: „Egal. Im Kalender steht, der Frühling beginnt am 21. März!“ Im Grunde genommen hat er ja recht: Kalendarischer oder auch

Gärtner und Naturfreunde halten sich an den „Phänologischen Kalender“. Da wir stark von Wetter und Klima abhängig sind, ist es nicht sinnvoll, sich nach fixen Daten im Kalender zu richten,

astronomischer Frühlingsbeginn ist an besagtem 21.März. Präziser

sondern an den jährlich wiederkehrenden Erscheinungen der

gesagt, der Nordfrühling beginnt an diesem Tag, der (Süd-)Frühling

Natur zu orientieren.

Down-Under hingegen am 21. September…

Der (wahrnehmbare) Frühling schiebt sich langsam, von Sü-

Dann gibt es da noch den meteorologischen Frühlingsbeginn am

den kommend, über Europa. In Österreich bilden die Alpen eine

1. März, der als mathematische Krücke eingeführt wurde: Damit

Barriere, die das Land klimatisch nicht nur in eine nördliche

lässt sich das Jahr nämlich bequem in 4 Jahreszeiten á 3 Mona-

und südliche, sondern durch die angrenzende Tiefebene auch

ten einteilen. Ich hingegen behaupte, der Frühling in Wien-Mauer

noch in eine östliche und westliche Hälfte teilt. Der Frühling

hat am 23. Februar begonnen. Spätestens jetzt schlankern dem

zieht also mit einem kleinen Rechts-Links-Schlenker von der

Durchschnittsleser die Ohren – aber keine Sorge, denn im Grunde

pannonischen Tiefebene über das südöstliche Wiener Becken

genommen haben wir damit schon den Kern der Sache getroffen:

im Laufe von ca. 2 Monaten über Ostösterreich. Während im

Frühling ist nicht gleich Frühling, aber irgendwie doch … man muss

Südburgenland schon erste Picknicks im Freien veranstaltet

sich bloß den zweckdienlichsten suchen.

werden, hüllt sich das Waldviertel noch in Wintermäntel.

Zurück zum Anfang.

Mikroklimata und Höhenlagen spielen hier natürlich auch eine

Wir alle erkennen den Frühling: Das Licht ändert sich und damit

entscheidende Rolle. In Liesing weiß man: „In Kaltenleutgeben

auch gleich das Gemüt. Man hat plötzlich wieder Elan – besagte

dauert der Winter einen Monat länger“. Hier beeinflusst die

Hummeln im Gesäß. Die Vögel schreien die neue Saison von den

Tallage das lokale Mikroklima. Frühling in Kaltenleutgeben ist

Mit Fer nweh rein, s. e rau mit Vorfreud Ob lang ersehnt oder kurz entschlossen, Ihr nächster Traumurlaub beginnt bei den Reisespezialisten von COLUMBUS Mauer. 1230 Wien, Gesslgasse 10 Tel: 01/889 28 28-692 • mauer@columbus-reisen.at www.columbus-reisen.at Montag – Freitag von 09:00 – 18:00 Uhr


Frühling _ 41

Im Schulgarten nutzen wir ab der Haselblüte die warmen Tage des Vorfrühlings, um die Gemüsebeete vorzubereiten. Die Erde wird gelockert, mit Kompost versorgt und eingeebnet. Weil wir dieses Jahr so schnell waren, nutzten wir die Zeit, um ein neues Beet anzulegen. Sehnlichst erwarte ich zu dieser Zeit immer die Blüte der Weide,

Phänologischer Kalender

wenn sich die silbergrauen Palmkätzchen langsam gelb verfärben. also nicht gleich Frühling in Mauer. Aber woran kann man den

Die Weidenblüte beendet den Vorfrühling und läutet den ERST-

Frühling nun tatsächlich festmachen, abgesehen von Gefühl

FRÜHLING ein.

oder Datum?

Dieser Zeitpunkt ist der endgültige Startschuss für alle Gemüse-

Der phänologische Kalender richtet sich nach bestimmten „Zeigerpflanzen“, die mit Blatttrieb, Blüte, Fruchtreife, Blattfall

gärtner! Die Zeigerfunktion der Pflanzen kommt schließlich nicht von irgendwo her. Die Weide zeigt mit ihrer Blüte Bodenwärme an:

und einhergehender tierischer Aktivitäten das Jahr in insge-

Der Boden hat dann mehr als 5°C, was den frühen Kulturen zum

samt 10 Jahreszeiten einteilen.

Keimen reicht. Ab 12°C Lufttemperatur setzt auch der Bienenflug

In Mauer hat der VORFRÜHLING heuer mit der Blüte der Hasel-

ein (Hummeln fliegen übrigens schon ab 9°C!). Mit diesen einfach

nuss am 23. Februar begonnen. Dieser Termin ändert sich von

zu beobachtenden Zeigern haben wir den Grundstein für eine recht

Jahr zu Jahr: 2016 war es bereits am 5. Februar so weit, was

zuverlässige gärtnerische Jahresplanung gelegt, die ich anhand

dem ungewöhnlich milden Winter geschuldet war.

der Bestellung der Gemüsebeete näher erläutern möchte.

Die verblühte Hasel wird abgelöst vom Dirndl (gelber Hartriegel), das heuer am 10. März erblüht ist. Vereinzelt konnte man in dieser Woche auch schon Insekten – Zitronenfalter und Hummelköniginnen – bei ersten Ausflügen beobachten. Vorfrühling Anfang Blüte

Die Weide ist bald verblüht und wird von der Blüte der Forsythie und Kirsche abgelöst. Die gelbe Blütenpracht des Vorfrühlings geht in ein strahlendes Weiß über. Es gibt dazu eine nette Regel aus Kindheitstagen: „Wenn dein Fuß auf drei Gänseblümchen treten kann, ist der Frühling da!“ Das Ende dieser Periode kündigt schließlich der sich in das zarte, frische Grün austreibender Buchen hüllende Wienerwald an.

Vorfrühling Ende, Weide kurz vor Blüte

Erstfrühling Ende Blüte Kirsche


42 _ Frühling

zelgemüse aufs Beet. Jetzt können auch schon die ersten wärme-

Der Erstfrühling ist jener Zeitpunkt, in dem fast alle Gemüsebeete bestellt werden, und zwar mit den hiesigen Wetterkapriolen ge-

bedürftigen Gemüse geschützt vorkultiviert werden, die sich an-

genüber robusten Arten – also genau genommen allen heimischen.

fangs recht langsam entwickeln.

Beete, die für frostempfindliche Gemüse aus südlicheren Gefilden

Erst zur Kirschblüte werden die schnelleren, wärmebedürftigen

freigehalten werden, können mit kurzen Kulturen (siehe Tabelle) vorbestellt werden, welche das Beet zur Löwenzahnblüte am Ende des Vollfrühlings wieder räumen.

Gemüse geschützt vorkultiviert. Sät man sie zu früh, schwächeln sie meist später am Beet. Auch frostempfindliche Sommerblumen und Kräuter können jetzt im Warmen vorgezogen werden. Die Ge-

Zur Weidenblüte kommen zunächst die frühesten Kulturen – Puff-

duld macht sich bezahlt, denn die spätere Aussaat sorgt für kom-

bohnen, Palerbsen, Spinat – und sich langsam entwickelnde Wur-

pakte, gesunde und kräftige Pflanzen.

Erstfrühling

Übersicht: was ist wann im Gemüsegarten zu tun…

Weidenblüte

Aussaat ins Beet

Geschützte Vorkultur in Töpfen

Puffbohnen*, frühe Karotten*,

Paprika, Melanzani, Sellerie,

Spinat*, Pastinaken, Palerbse

Winterkohlarten, Porree

Auspflanzen ins Beet Erdbeeren, Knoblauch, Steckzwiebel, (Erdäpfel warm und hell vortreiben)

Salat*, Radieschen/Rettich*, Kirschblüte (frühe Sorten)

Rucola*, Melde*, Kohlrabi*,

Gurken, Paradeiser, Kürbis / Zuc-

Mangold, frühe Kohlarten 1),

chini, frostempfindliche

Erbsen, Zwiebel, robuste

Sommerblumen und Kräuter 3)

Vollfrühling

Sommerblumen und Kräuter 2) Apfelblüte

Erdäpfel

Löwenzahn-

Bohnen, Mais, frostempfindliche

Sommerblühende Zwiebel /

blüte

Sommerblumen und Kräuter 3)

Knollen 4) Paprika, Melanzani, Sellerie, Winterkohlarten, Por-

Holler- /

Mehrjährige und zweijährige

ree, Fenchel, frostempfindliche

Mohnblüte

Blumen und Kräuter

Sommerblumen und Kräuter 3), Gurken, Paradeiser, Kürbis/ Zucchini

Kirschreife (frühe Sorten)

Lagerkarotten, Wintersalate 5),...

Winterkohlarten 6)

* kurze Kulturen vor frostempfindlichen Gemüse,die bis zur Löwenzahnblüte am Beet bleiben 1) Rot-/Weißkraut, Brokkoli, Karfiol, Butterkohl 2) Ringelblume, Mohn, Lein, Kornblume, Malve, Dill, Borretsch, Kerbel, Koriander, Schnittlauch, Melisse, Fenchel … 3) Cosmea, Zinnie, Sonnenblume, Tagetes, Kapuzinerkresse,Basilikum, Majpran, Bohnenkraut,… 4) Dahlie, Gladiole, Canna, Montbretie, Wunderblume,… 5) Endivie, Zicchorie, Chinakohl,… 6) Rot-/Weißkraut, Kohlsprossen, Krauskohl , Kopfkohl


Frühling   _ 43

Erstfrühling Anfang Vorkultur im Glashaus Vollfrühling Ernte

Sobald die Kirschen blühen, bestellt man die übrigen Beete (siehe Tabelle). Die kurzen Kulturen können bis zur Apfelblüte etappenweise 14-tägig nachgesät werden. Das garantiert eine durchgehende Ernte bis zum Frühsommer. Der VOLLFRÜHLING ist vorbei, kaum dass er begonnen hat. Er beginnt mit der Apfelblüte; seinen Ausklang zeigt die

Frühsommer Ernte

Löwenzahnblüte an. So kurz diese Jahreszeit auch ist – der Garten scheint in dieser Zeit zu explodieren. Wo gestern noch offene Erde mit zarten grünen Reihen war, erwartet

Sobald der Mohn blüht, ist der ideale Zeitpunkt, alle frostempfindli-

einen heute ein mannshoher Dschungel, in dem die Beet-

chen, vorkultivierten Gemüse und Sommerblumen auf die Beete zu

wege mit Sense und Machete zurückerobert werden müs-

pflanzen. Dieser Zeitpunkt ist zuverlässiger als die altbekannten Eis-

sen. Jetzt heißt es, den Überblick zu wahren.

heiligen Mitte Mai: Oft zieht sich die Kälteperiode in dieser Zeit noch

Sobald die Apfelbäume blühen, ist es an der Zeit, Erdäpfel

bis Ende Mai hin und würde gerade den frisch gepflanzten „Sensibel-

zu pflanzen. Man kann den Knollen einen Vorsprung ver-

chen“ arg zusetzen. Wenn hingegen der Mohn blüht, bleibt es bestän-

schaffen, indem man sie bereits zur Kirschblüte an einem

dig warm – soviel ist sicher.

warmen und hellen Ort in offenen Eierkartons oder Kisten

Wenn die Kirschen reifen, können noch späte Gemüsekulturen auf be-

vortreibt.

reits abgeerntete Beete gepflanzt und gesät werden, damit es auch im

Färben schließlich Löwenzahnblüten die Wiesen gelb, wer-

Herbst ausreichend zu ernten gibt.

den Bohnen und Mais ausgesät. Außerdem können frost-

Mit der Kirschenernte finden der arbeitsame Frühling und auch

empfindliche Sommerblumen und Kräuter nunmehr direkt

das Schuljahr ihr Ende, und die Schüler können ihre letzten Garten-

ins Beet gesät und empfindliche Zwiebel- und Knollenpflan-

baustunden und ersten heißen Tage entspannt, Obst und Gemüse na-

zen wie Gladiolen und Dahlien gepflanzt werden. Bis sie kei-

schend, kirschkernweitspuckend oder beim Pritscheln verbringen. Die

men oder austreiben, sind keine Fröste mehr zu erwarten.

Gartenbaulehrerin zieht sich dann gerne am Feierabend auf das eine

Der Übergang von Vollfrühling zum FRÜHSOMMER ist schleichend und setzt mit der Holler- und Mohnblüte ein. Es ist die prächtigste und bunteste Jahreszeit – überall blüht

oder andere Stündchen in ihre Hängematte zurück. Aber bis dahin erwartet uns noch ein arbeitsreicher Frühling! Mit diesen freudigen Aussichten verabschiedet sich herzlichst Evi Myska

es. Die Pflanzenwelt beruhigt sich nach dem turbulenten Vollfrühling, das Wuchern geht in Reife über, und so kündi-

Webtipps:

gen die ersten reifen Kirschen den Hochsommer an. Auch

www.phaenowatch.at

die Tierwelt wird ruhiger, die Vögel beenden ihren Revierge-

http://anstiftung.de/jdownloads/Sonstige/phaenologischer_kalender_an-

sang und beginnen zu brüten.

stiftung2015.pdf


44 _ Generation Grundeinkommen

Die Schule als Geburtshelferin einer Generation Alles klar am 19. Januar? So könnte die entscheidende Frage gelautet haben, die Helmo Pape unserem Geschäftsführer En-

2017 in den Kinos zu sehen sein. Nun betrat Enno Schmidt als erster internationaler Gast die

gelbert Sperl stellte, als es um die Ausrichtung einer Festveran-

Bühne und berichtete über die zehnjährige Geschichte der Vorbe-

staltung mit Prof. Götz Werner ging.

reitung für die Schweizer Volksabstimmung zum Thema Grund-

Herr Pape war schon lange dabei, eine große Veranstaltung

einkommen. Er war im Jahr 2006 einer der Initiatoren gewesen,

mit dem berühmten Gründer der Drogeriemarktkette „dm“ zu

die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens einer Abstim-

organisieren und fand in unserer Schule geeignete Bedingun-

mung zuzuführen. Seine Erfahrungen und Einsichten konnte er

gen vor. Es sollte ein Fest zu jenem Thema werden, das Prof.

eindrucksvoll vermitteln. So spendete das Publikum mehrmals

Werner seit vielen Jahren am Herzen liegt: dem bedingungslo-

kräftig Beifall, als in einer Videoeinspielung die Geldabkippung von

sen Grundeinkommen! Mehr noch: Eine Kinovorführung, eine

8 Millionen Münzen vor dem Schweizer Parlament gezeigt wurde.

Ausstellung, ein Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion

Entsprechend aufgeregt fieberte der volle Festsaal nun dem

sowie ein Festakt für die Gründung eines Vereines waren von

Hauptredner Götz Werner entgegen. Auch er blieb dem Audito-

Herrn Pape geplant. Mit knapp zwanzig Menschen, die von der

rium keine Erwartung schuldig und erzählte zunächst über die

Idee des Grundeinkommens beseelt waren, sollte sich an die-

Idee, welche ihn sein ganzes Leben als dm-Chef geleitet hatte:

sem Tag die „Generation Grundeinkommen“ festlich gründen.

die Überzeugung, dass sein Unternehmen den Menschen dienen

Die Vorbereitungen waren umfangreich; schließlich sollte

müsse und nicht umgekehrt. Es erklangen faszinierende Sät-

dem Fest eine schöne Bühne geboten werden. Herr Sperl ver-

ze wie „Erfolg heißt, dass Sie nicht mehr weitermachen können

mittelte viele helfende Hände wie Matthias Berke für Drucksa-

wie bisher“ oder „Wir glauben, wir werden für unsere Arbeit be-

chen, Stefan Albrecht für das Einstudieren musikalischer Dar-

zahlt. Falsch! Denken Sie darüber nach. Wie wollen Sie einen Arzt

bietungen mit SchülerInnen, Karl Hruza für die Bühnentechnik,

oder eine Lehrerin bezahlen? Arbeit ist unbezahlbar! Aber jeder

Wolfgang Seyringer für die Requisite, Fred Samec für das leibli-

Mensch braucht ein Einkommen, um arbeiten zu können.“

che Wohl sowie Wilfried Oschischnig für den Pressekontakt.

Nach einer knappen Stunde dieses Vortrages zeigten sich die

Als der besagte 19. Januar 2017 da war, war das Ergebnis ful-

ZuhörerInnen inspiriert und begierig auf die nun folgende Pub-

minant: roter Teppich, festliche Beleuchtung, Sprüche und Pos-

likumsdiskussion mit Christian Tod, Enno Schmidt, Götz Werner

ter an den Wänden. Zahlreiche Kameras und Aufnahmegeräte

und der neu gewählten Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft,

drängten sich im Saal, als Herr Pape die insgesamt

Sabine Jungwirth. Dank der fortgeschrittenen Zeit – die Veran-

300 Festgäste begrüßte.

staltung lief bereits seit fünf Stunden – konnten leider nur die

Zunächst gab es eine pfiffige Chordarbietung mit Body Percussion und dem Spiritual „Good News, the Grundeinkommen’s

brennendsten Fragen gestellt werden. Die Schlussdarbietung war gleichzeitig ein würdiger Höhepunkt

coming!“. Es folgten Ausschnitte aus dem neuen Kinofilm

dieser Veranstaltung: Gezeigt wurde die Geschichte einer kapita-

„Free Lunch Society“ des österreichischen Regisseurs Christi-

listischen Clownine, die aufgrund zahlreicher Projektionen in (auf)

an Tod. Dieser wird als Koproduktion von ORF und ZDF ab Mai

ihrem übergroßen Kopf nicht zu ihrer Leidenschaft, dem Cello-


CG - Wien-Süd _ 45

Neue Räume für das Gemeindeleben Das neue Gemeindezentrum der Christengemeinschaft ist fer-

auch Mathilde Reichert über die Schwelle des Todes getreten war,

tig – schon bald wird die Generalsanierung des Hauses Bayer

hatten wir die Räume des Erdgeschoßes noch einer Flüchtlings-

fortgesetzt

familie aus dem Irak zur Verfügung stellen können. Aber im Sommer 2016 ging es dann richtig los mit dem Umbau für das neue

Eine Taufe – noch als Baustellenfest –, die feierliche Eröffnung, Gemeinde-Kaffees an Sonntagen und schon einige

Gemeindezentrum. Die Pläne dafür hatte Patrik Kames erstellt – doch zunächst galt

Anfragen für Feste: Es ist gelungen. Das neue Gemeindezent-

es, diese mit der Gemeinde abzustimmen. Der wichtigste Wunsch

rum auf dem Grundstück der Wiener Christengemeinschaft in

dabei war ein durchaus goetheanistischer: Mehr Licht! Der große

der Rudolf Waisenhorngasse ist fertig und bereits mit Leben

Gemeinderaum im Norden des Gebäudes sollte auch nach Os-

erfüllt.

ten hin mit einem zusätzlichen Fenster geöffnet werden. Und die

Die Freude nach der Vollendung des Kirchenbaus vor drei Jahren war groß gewesen. Doch sehr schnell hatte sich herausgestellt: Es ist halt ein wenig sehr kuschelig beim geselligen

kleinen Zimmer im Süden: Diese lichtdurchfluteten Räume sollten doch besser genützt werden. Als die Arbeiten schließlich begannen, zeigte sich, dass an dem

Beisammensein, vor allem nach der Kirche. Und dann fiel eines

in den 30er-Jahren des verwichenen Jahrhunderts errichteten

Tages der Blick hinüber, zum anderen Ende des Grundstückes,

Gebäude doch einiges mehr zu tun war: Die Zu- und Ableitungen,

wo das „Haus Bayer“ steht.

die gesamte Infrastruktur des Hauses: sie mussten von Grund auf

Jenes Haus, das Erika Bayer noch kurz bevor sie verstarb, der Wiener Christengemeinschaft vermacht hatte. Frau Bayer, die

erneuert werden. Und dann war da noch die Idee eines kombinierten, innovativen

uns bereits das Grundstück und eine großzügige Spende für

Heizsystems für das gesamte Haus: Eine Wärmepumpe wäre doch

den Bau der Kirche geschenkt hatte. Und mehr noch: Im ihrem

toll. Und da gäbe es noch einen klassischen Holzofen mit einem

Testament hatte sie uns auch noch mit den nötigen Mitteln für

Wärmetauscher, der das Heizungssystem mit unterstützt. Auch

den Erhalt und die Sanierung des Hauses bedacht.

das konnte dank einer großzügigen Spende verwirklicht werden.

So konnten wir nun den nächsten Schritt setzen. Nachdem

>>

spiel, kommt und schließlich wegen des Riesenkopfes umstürzt. In

von 30 SchülerInnen – schwillt an, das Publikum klatscht im

einer gelungenen tänzerischen Darbietung zeigten Schülerinnen

Takt, die Helfer kommen in Vereins-T-Shirts auf die Bühne und

der Oberstufe, wie die Clownine von ihren Geistern erlöst wird und

enthüllen zum Schlussakkord das Logo der „Generation Grund-

endlich zu ihrem Instrument findet: Ihr zarter Rhythmus wird erwi-

einkommen“: drei goldene Punkte auf weißem Grund für die

dert, weitere Celli und immer mehr Geigen fallen in die Melodie ein,

Maxime „Wir – Füreinander – Jetzt“.

goldene Bälle werden im Publikum verteilt. Die Musik – gespielt Fotos: © Maximilian Rosenberger 2017

INFOBOX Verein „Generation Grundeinkommen“ Gegründet am 19.1.2017 in der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer Helmo Pape Obmann www.FÜREINANDER.JETZT will eine landesweite Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen fördern.


46 _ CG - Wien-SĂźd

So konnte der erste groĂ&#x;e Umbau wie geplant Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden: HerzstĂźck ist ein grĂśĂ&#x;erer Raum fĂźr Versammlungen, Vorträge, Konzerte, kleine Feste, und, und, und‌ Dazu kommt ein kleinerer Raum im lichtvollen SĂźden fĂźr Gespräche, Besprechungen, Lesekreis, Taufgespräche und ähnliches. Dank einer Nasszelle mit Waschbecken und Dusche kĂśnnen hier auch Ăœbernachtungsgäste eingeladen werden. Und dazwischen: Eine KĂźche mit modernen Geräten und besagtem Holzofen – und hier konnte dank einer sehr groĂ&#x;zĂźgigen Ăœbergabe sogar eine Team 7-KĂźche montiert werden. Zeit zum ZurĂźcklehnen und Durchschnaufen? Nicht wirklich. Denn schon diesen Sommer geht es weiter: Es folgt die umfassende Sanierung und der Umbau des ersten und zweiten Stockes. Innen drinnen wird eine Pfarrer-Wohnung eingerichtet – dazwischen werden neue Fenster montiert – und auĂ&#x;en wird die Fassade gedämmt. Und auch hier gilt es, alle Leitungen auf Stand zu bringen. Ziel ist es, mit Hilfe dieser Generalsanierung das Haus fĂźr die nächsten Jahre und Jahrzehnte fit zu machen, sodass in nächster Zeit auch keine grĂśĂ&#x;eren â€žĂœberraschungen“ zu erwarten sind. Eine Ăœberraschung war fĂźr die Christengemeinschaft Ă–sterreich allerdings das RĂźckzahlungsmodell, das von der Wiener Gemeinde ausgearbeitet wurde: Ein GroĂ&#x;teil des Projektes konnte dank groĂ&#x;zĂźgiger Spenden vorab finanziert werden. Der Rest wird von der Wiener Christengemeinschaft, aber auch Ăźber den Ăśsterreichischen Kirchenbaufonds finanziert. Nach Abschluss der Arbeiten wird allerdings sowohl fĂźr das Gemeindezentrum als auch fĂźr die Pfarrerwohnung Miete bezahlt – und aus diesen Einnahmen wird der Kirchenbaufonds fĂźr kĂźnftige Projekte gleich wieder aufgefĂźllt. Der Kirchenbau ist gelungen, das Gemeindezentrum ist fertig – und wenn auch im Haus Bayer die Generalsanierung und die Pfarrerwohnung fertig ist, soll das erst der Auftakt fĂźr kĂźnftige Entwicklungen sein.

Der Klimawandel ist wirklich zum Heulen ...

Und tatsächlich ist schon die nächste – kleine – Baustelle in Aussicht: In diesem FrĂźhjahr wird die 3. Klasse im Rahmen ihrer Hausbauepoche auf unserem GrundstĂźck tätig werden. Wir heiĂ&#x;en sie schon jetzt herzlich willkommen!

Roman David-Freihsl

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