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Jahresheft 2019/2020 MoMent Extra-Ausgabe

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Herbst 2020


2 _ Jahresheft 2019/2020

Jahresheft 2019/2020 der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer MoMent Extra-Ausgabe Diesmal berichten wir Dieses Jahresheft, Nadja Berke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite

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Zu Besuch bei Michelangelo und Hammershøi, Holger Finke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite

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Clup of Pi, Paul Kaufmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite

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Anthroposophische Kunst-Therapie in Schule und Umfeld, Beate-Maria Platz . . . . . . . . . . Seite

8

Initiative „Kinderschutz“ an unserer Schule, Ingeborg Mühlegger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite

9

Für die Entwicklung unseres Schulorganismus, Roman David-Freihsl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10 waldorf-mauer.network, Brigitte Födinger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 11 BASAR, Diesmal ein bisserl anders. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 12 Sofa, Netflix und Popcorn, Alexander Stadelmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 16 Ich glaube, ich habe Glück... , Sabine Trierenberg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 18 Die 1. Klasse 2020/2021 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22 Themen der 8. Klass-Abschlussarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 23 Die 12. Klasse 2019/2020 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 24 Themen der 12. Klass-Abschlussarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 25 Der Weg der Wirtschaft in Zukunft anhand meiner Firma Greenager, András Szalay. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26 Der Rudolf Steiner-Schulverein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schuljahr 2019/2020 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gewinn- und Verlustrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Transparente Finanzen, Martin Kaufmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113 – eine unendliche Geschichte oder gibt es was Neues zum Neubau? Lothar Trierenberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Impressum: Medieninhaber, Verleger, Herausgeber: Rudolf Steiner-Schule mit freundlicher Unterstützung des VFWG (Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft) Absender: 1230 Wien, Endresstraße 100 office@waldorf-mauer.at; moment@waldorf-mauer.at Verlagspostamt: 1230 Wien; Zulassungsnummer: 13Z039641 M Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien, aus umweltfreundlicher Druckproduktion

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MitarbeiterInnen: N. Berke, R. David-Freihsl, H. Finke, B. Födinger, S. Genswein, M. Goss, K. Hruza, M. & P. Kaufmann, I. Mühlegger, B.M. Platz, A. Stadelmann, A. Szalay, S. & L. Trierenberg Foto- und Bildnachweis: N. Berke, H. Finke, IPS-WIEN, G. Heger, K. Hruza, P. Kaufmann, B.M. Platz, A. Szalay, L. Trierenberg


Jahresheft 2019/2020 _ 3

Liebe FreundInnen der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer,

das Jahresheft des MoMent ist immer auch ein wenig wie

SchülerInnen, die zum Wohle letztgenannter, um die es bei

eine Inventur, eine Bestandsaufnahme der Vermögensteile

all dem geht, in der Schule gebündelt werden.

und Schulden durch Zählen, Messen und Wiegen anlässlich

Die Bündelung dieser Kräfte bringt uns weiter und immer

der Erstellung einer Bilanz.

wieder wirklich Großartiges zustande.

Bilanz zieht die Schule jedes Jahr aber nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch in ideeller. Wer waren die Menschen, die unsere Kinder in allerlei pädagogischer oder verwaltungstechnischer Hinsicht durch das Schuljahr begleitet haben? Welche Themen hat die Schulgemeinschaft aktiv bewegt? Konnten Themen außerhalb des Schulalltags behandelt werden, die uns in der Entwicklung weiter

In diesem Sinne lesen sich die Beiträge dieser Ausgabe hoffentlich als Rückblick, Einblick und Ausblick auf zu Bewegendes, schon Vorhandenes, das noch plastisch herausgearbeitet werden muss, sowie als Bestandsaufnahme des Status quo. Nadja Berke für die MoMentredaktion

voranbrachten? Das Vermögen unserer Schulgemeinschaft besteht nicht nur aus den finanziellen Belangen, um welche sich dankenswerterweise einige Menschen aus dieser Gemeinschaft sehr gewissenhaft und kompetent kümmern und unsere Gemeinschaft damit bereichern; das Vermögen besteht auch aus den einzelnen Kräften der PädagogInnen, Eltern und

Wir gedenken Frau Erika Bezdíčková, die am 19. September 2020 von uns gegangen ist und sprechen ihrer Familie unser tiefes Mitgefühl aus. Der Besuch der Holocaust-Überlebenden an unserer Schule im Jänner dieses Jahres war für alle Anwesenden ein berührendes Erlebnis. Ihre mahnenden Worte: „Vergesst nie, was damals war, sonst passiert so etwas wieder“, sollen uns für immer im Gedächtnis bleiben. (Erika Bezdíčková, Bildmitte, mit Angelika Kellner und Mag. Dr. Rainer KönigHollerwöger. Wir berichteten im MoMent Frühling 2020, Seite 41)


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Zu Besuch bei Michelangelo 1506 rief Papst Julius II., cholerisch, maximal ambitioniert und kunstliebend, Michelangelo nach Rom, um sich von ihm sein imposantes kirchenfüllendes Grabmonument gestalten zu lassen. Der Aufbruch in die Ewige Stadt bedingte, dass Michelangelo seine Florentiner Projekte unvollendet zurückließ. Dazu gehörte der Auftrag zu zwölf Aposteln in Marmor für die Chornischen des Domes Santa Maria del Fiore. Einen dieser Apostel, Matthäus, sehen wir rechts. Dadurch, dass die Figur unvollendet ist, können wir direkten Einblick in ihren Entstehungsprozess nehmen. Wir sehen, wie der Stein den Apostel nach und nach preisgibt. Verschiedene Entwicklungsstadien breiten sich nebeneinander aus. Am linken Knie ist die Arbeit am weitesten gediehen. Es tritt uns fast vollplastisch entgegen, seine Oberfläche ist schon leicht poliert. Kopf und Oberkörper dagegen sind stärker vom Marmor umschlossen. Der rechte Unterarm schließlich und insbesondere das rechte Bein ruhen noch fast vollständig in der Tiefe des Steins. Giorgio Vasari (1511 - 1574), der erste Kunsthistoriker, verglich das Werden einer Skulptur mit dem Betrachten einer im Wasser liegenden Figur, die sukzessive zur Wasseroberfläche aufsteigt und sie schließlich durchbricht. Michelangelos Arbeit bestand im Freilegen der Figur. Eines seiner Sonette beginnt mit den Versen: Non ha l‘ottimo artista alcun concetto c‘un marmo solo in sè non ciricoscriva

Als Michelangelo den Matthäus 1506 in Florenz zurückließ,

...

war er 31 Jahre alt. Zu dem Zeitpunkt war er als Bildhauer bereits unverwechselbar und unerreicht. Die Pietà (1500) und

Es hat der beste Künstler keinen Plan,

der David (1504) begründeten seinen Ruhm. Dass er auch als

den nicht ein einz‘ger Marmorblock enthielte,

Maler Ungeheures leisten sollte, wusste er damals noch nicht.

...

Dies trat erst zutage, als er auf Druck Julius’ II. das Deckengewölbe der Sixtinischen Kapelle ausmalte (1508 - 1512). Er

Demnach ruht die vollendete Figur bereits im rohen Mar-

wurde zum Meister ersten Ranges beider Disziplinen, der

morblock. Der Künstler muss sie nur sehen lernen. Dies ist

Bildhauerei und der Malerei. Unter Bildhauerei verstand er die

ein Nachklang der Philosophie Platos, die Michelangelo als

Arbeit mit Hammer und Meißel, nicht das Bilden in Ton oder

Jugendlicher am Hofe von Lorenzo de’ Medici einatmete.

Wachs. Mit 72 Jahren reflektierte er über den Unterschied

Nach Plato haben alle Dinge, die uns umgeben, ihre Urbil-

zwischen Skulptur und Malerei: Ersteres entstehe per forza di

der auf einem höheren Plan. Dort sind sie in reinster Form

levare, durch Hinwegnehmen, letzteres per via di porre, durch

vorformuliert.

Hinzufügen. Der Skulpteur arbeitet mit dem Mittel der Sub-


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und Hammershøi

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von Holger Finke

traktion, der Maler mit dem der Addition. Inwieweit können

Welcher Art ist die Bildung, die man mittels digitaler Tuto-

diese beiden Techniken ein Bild sein für Tätigkeiten im pä-

rials und Tools erfährt, wenn man die Kategorien subtraktiv

dagogischen Bereich? Wann arbeiten WaldorflehrerInnen

und additiv als Orientierungshilfe wählt? Die hier vertrete-

subtraktiv, wann additiv? Antworten auf diese Frage können

ne These lautet, dass primär das Verfahren der Addition zum

selbstverständlich nur Versuche oder Vorschläge sein. Hier

Zuge kommt, da es sich um das Aneignen ganz bestimmter,

ein Versuch: Subtraktiv arbeiten wir bei allen Bemühungen,

eng abgesteckter Fertigkeiten handelt. Es geht um ein Trai-

der Persönlichkeit, dem Wesenskern einer Schülerin, eines

ning, das sich in Isolation von anderen Menschen vollzieht.

Schülers zu begegnen. Dieser Wesenskern liegt nicht immer

Diese werden aber als Gegenüber gerade benötigt, wenn das

frei an der Oberfläche, er kann mehr oder weniger verbor-

Verfahren der Subtraktion zum Tragen kommen soll. Wer

gen sein wie oben die Figur im Stein. In diesem Falle können

man ist, erfährt man nur in der Begegnung mit anderen Men-

wir nur Hindernisse wegräumen – eben subtraktiv arbeiten –,

schen. Den Weg zu sich selbst, zum eigenen Nukleus, findet

damit sich der Wesenskern frei oder freier artikulieren kann.

man nur über den Umweg des lebendigen Kontaktes mit der

Dieser Wesenskern untersteht nur dem einzelnen Menschen

Welt und ihren Bewohnern. Sie spiegeln, bestätigen, wider-

selbst. Kein anderer kann und darf dort hineinwirken. Dieser

sprechen, ermutigen, das heißt, sie machen den Weg frei zum

Nukleus hat eine lange Biografie, er ist viel älter als das aktu-

Kontakt mit den eigenen Möglichkeiten, zur Selbsterkenntnis

elle Lebensalter des Menschen. Es ist ein zentrales Anliegen

und zum Wachsen weniger des homo technologicus, sondern

der Waldorfpädagogik, Rahmenbedingungen zu schaffen, so

mehr des homo sapiens in uns. Homo sapiens ist nicht als bio-

dass er sich entfalten und entwickeln kann, ausschließlich un-

logischer Gattungsbegriff verwendet, sondern als Ideal eines

ter der Steuerung des Kindes oder Jugendlichen selbst.

Menschen, der in sich ruht und dadurch die Voraussetzung

Vermitteln wir hingegen bestimmte Fertigkeiten, Skills, wie

erfüllt, mit Liebe und Umsicht in der Welt zu handeln.

wir heute gerne sagen, sind wir vielleicht mehr additiv tätig.

„It takes a village to raise a child“, lautet ein Sprichwort indi-

Das könnte auch für die Vermittlung von Wissen zutreffen,

gener Völker. Es legt den Akzent darauf, dass es ein kleiner

zumindest dann, wenn es sich um neues Wissen handelt, wie

Beziehungskosmos ist, auf den es ankommt. Ein Kind ist ein

es vor allem im Bereich der Naturwissenschaften unentwegt

sehr facettenreiches Wesen. Eine entsprechend facettenrei-

entsteht. Ebenso generiert die Informationstechnik ständig

che Umgebung scheint daher angemessen. Dann kann För-

neue Begriffe und Strukturen, deren Kenntnis sich wie additi-

derung, und zwar auf zwanglose, spielerische Weise, in der

ve Schichten dem homo technologicus in uns anlagern.

ganzen Bandbreite stattfinden. Dann kann sich Resonanz er-

Im Lockdown des vergangenen Frühjahrs wurde der Schulbetrieb auf Distance Learning umgestellt. Die Erfahrungen

eignen. Eine Annäherung zwischen dem, was das Kind ist und was es seinem Potenzial nach werden kann, mag entstehen.

divergierten extrem. SchülerInnen blühten auf, andere gin-

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, schreibt Martin Bu-

gen ein, wieder andere konnten sich arrangieren. Sofern die

ber und schließt damit nahtlos an das Sprichwort der Indi-

Erfahrungen positiv waren, stellt sich die Frage, ob nicht das

genen an, denn Kinder sind wir natürlich alle zeitlebens. Wir

Lernen mittels digitaler Settings viel stärker genutzt werden

alle brauchen die Gemeinschaft, nicht ständig, aber immer

sollte. Wer einmal entsprechende Programme oder Tutorials genutzt hat, weiß, wie ungeheuer effizient man sich Skills da-

1) Einige Experten, allerdings außerhalb der Waldorfbewe-

mit aneignen kann. Es handelt sich um eine Lernform, auf die

gung, entwerfen Zukunftsszenarien, in denen Schule als Lernort

viele Menschen im Laufe ihres Lebens, zumindest phasen-

gänzlich aufgelöst und der Bildungssektor komplett auf digitale

weise, zurückgreifen. 1)

Schiene gestellt wird.


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Zu Besuch bei Michelangelo und Hammershøi

wieder. Doch entwickeln sich Kinder und Jugendliche mit besonders starker Dynamik. Daher bedürfen die meisten von ihnen der Gemeinschaft (und in rhythmischem Wechsel auch des Abstandes von ihr) in einem existenziellen Grade. Schule, wenn sie gelingt, ist für viele Kinder und Jugendliche vor allem Freude an der Gemeinschaft. Dabei lernen sie enorm Wichtigstes. Hat man sich das einmal angeeignet, kann man sich später, wenn man „größer“ oder „groß“ ist, Skills mit großer Effizienz auf welchem Wege auch immer beschaffen. Der dänische Maler Vilhelm Hammershøi (1864 - 1916) führt mit seinen Werken in eine Welt der Stille. Sie wirkt auf jeden unterschiedlich. Einige erleben die Innenräume und die Leere als bedrückend. Andere sind irritiert, weil sie das Draußen nur wie durch einen Filter spüren: Die Außenwelt scheint durch geschlossene Fenster herein, scheint aber ansonsten unerreichbar – eine Metapher, die wichtige Teile der Philosophie Kants in sich zusammenfasst. Wieder andere können freier atmen, weil das Äußere, der Lärm und die anderen Reize ausgeschaltet sind. Sie kommen zu sich und sammeln Kraft wie in einer Meditation. Noch einmal andere entdecken ihre melancholische Saite und genießen deren Klang sowie den Reichtum der inneren Bilder und Stimmungen. 2) Rainer Maria Rilke bewunderte Hammershøi, besuchte ihn, konnte sich aber nicht mit ihm unterhalten, da Hammershøi nur Dänisch sprach. Er beschrieb ihn als in sich gekehrten Menschen, der nur malen wollte. Der Lockdown trennte uns von der Welt. Hammershøi beschäftigt sich auf seine Weise mit dem gleichen Thema. Insofern spiegelt sich in seinen Gemälden etwas von dem, was wir im Frühjahr ungefragt erfuhren. Wie sind wir mit der Situation zurechtgekommen, wie würden wir damit zurechtkommen, wenn sie sich wiederholte? Was wirkt subtraktiv, was additiv auf uns in einer solchen Zeit? Wie gewichten wir die Wirkun-

Holger Finke unterrichtet Mathematik, Physik und Kunstgeschichte

gen dieser beiden Mechanismen? Wie viel Raum wollen/kön-

und ist Dozent am Zentrum für Kultur und Pädagogik Wien.

nen wir jedem von ihnen zugestehen? Was braucht der individuelle Mensch in welchem Lebensalter in besonderem Maße?

https://inspiremeplease.wordpress.com/2009/03/20/

Alles Fragen für die langen Winterabende, die vor uns liegen.

vilhelm-hammersh%c3%b8i/ https://co.pinterest.com/pin/370421138081788192/

2) Die Melancholie gilt von alters her als das Temperament der

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/95/%27St_

Künstler. Dürer sah sich als großen Melancholiker.

Matthew%27_by_Michelangelo_-_JBU_02.jpg


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Jahresbericht des Club of Pi von Paul Kaufmann Der Club of Pi sieht seine Aufgabe darin, Geld zu sammeln, um Kinder und Jugendliche international zu unterstützen. Dabei sollen schwerpunktmäßig Initiativen in weniger reichen Ländern als Österreich gefördert werden. Der Club wurde im Schuljahr 2018/19 von der damaligen 9. Klasse der Rudolf Steiner-Schule Wien Mauer gegründet. „Sehr geehrte Damen und Herren des Club of Pi, wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spende zu Gunsten unserer notfallpädagogischen Arbeit. Mit Hilfe Ihrer Spende konnten wir im letzten Jahr Einsätze in Mosambik, Simbabwe, dem Libanon und Südafrika durchführen. (...) Ihr Beitrag erfüllt uns, er macht uns Hoffnung, (...).“

Diesen Dankesbrief der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners erhielten wir erst kürzlich. Die Corona-Krise hat uns in unserer Arbeit extrem eingeschränkt. Da wir auf größere Veranstaltungen in der Schule angewiesen sind, wurde uns die Möglichkeit genommen, Spenden zu lukrieren. Doch wir wollen unsere Arbeit auf jeden Fall fortsetzen und hoffen darauf, alsbald wieder in der Lage zu sein, Spendengelder aufzutreiben. Wir konnten unser im letzten Jahr gestecktes Ziel von EUR 2000 erreichen und haben die gesammelten Spenden an die ihnen bestimmten Empfänger weitergeleitet. Wie schon lange feststand, teilten wir die Spenden auf drei Projekte auf: 70% der gesammelten Gelder gingen an das Notfallpädagogik-Programm der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners; die restlichen Gelder wurden auf ein von einer ehemaligen Lehrerin unserer Schule mitgegründetes Bildungsprojekt in Äthiopien und auf unsere Partnerschule in Thailand aufgeteilt. Wir hoffen, Sie möglichst bald auf Schulfesten wieder anzutreffen! Bei Fragen oder Anregungen, können Sie sich gerne per E-Mail oder auch einfach persönlich an uns wenden. Die Kontaktdaten hierzu finden Sie auf unserer Website https://www.club-of-pi.org Paul Kaufmann ist Schüler der 11. Klasse im Schuljahr 20/21 und Vorsitzender des Club of Pi.

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Jahresheft 2019/2020

Anthroposophische KunstTherapie in Schule und Umfeld Eine Zusammenstellung von Beate-Maria Platz Von einigen PionierInnen im Kontext der Anthroposophischen Me-

Prozess, eine Auseinandersetzung. Indem wir Materie gestalten,

dizin im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts entwickelt, sind

gestalten wir uns selbst. Wir erfahren unseren inneren Reichtum,

mittlerweile verschiedene Methoden entstanden, die einander im

unsere innere Beweglichkeit. Solche Vorgänge betreffen unse-

gemeinsamen Menschenbild begegnen und sich weltweit in vielen

re Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Empfindungen, Gefühle und

Tätigkeitsfeldern, Kliniken, Schulen, freien Einzel- und Gemein-

auch unsere Taten.

schafts-Praxen und in der Heilpädagogik etabliert haben. Auch in

Wir wirken über den Willen verändernd in unser Selbstbild, un-

unserer Schule wird Kunsttherapie durch Konstanze Reiner-Friedl

sere Gewohnheiten und verändernd bis in unseren Alltag hinein.

im Förderunterricht und durch Beate-Maria Platz im schulnahen

Die Kunsttherapeutin regt diesen Prozess an und begleitet ihn

Kontext angeboten. Es handelt sich um eine Vorgangsweise, die

einfühlsam.

Menschen jeden Alters anzusprechen und zu bewegen vermag.

Unsere Grundlagen als KunsttherapeutInnen:

Die Kunst im therapeutischen Kontext ist einerseits Spielwiese

Unter Therapie verstehen wir KunsttherapeutInnen die Beglei-

bzw. Experimentierfeld (Spiegel) und andererseits Heilmittel. Das

tung im Dienste von Heil-Werden. Die Kommunikation spielt

Spielen mit Farben, Tonerde usw. im Außen ist ein Wechselspiel

sich zwischen nonverbal und prozessorientiert ab. Wir verstehen

von Ausdruck und Eindruck. Inneres Erleben und Sosein wird aus-

Krankheit und Krisen als eine Herausforderung, neue Zukunfts-

gedrückt; das Entstehende und Entstandene im Werk kommt als

perspektiven zu entwickeln. Dabei arbeiten wir ressourcenorien-

Wirkendes wieder zurück. Die therapeutische Intervention steht

tiert und regen die Selbstheilungskräfte an.

an dieser Schnittstelle.

Kunst ist Ausdruck, die individuelle Antwort des Menschen auf

Körperliche Erkrankungen haben oftmals seelische Ursachen.

das, was von außen auf ihn zukommt. Sie ist sinnlich-übersinnlich

An den Seelengewohnheiten darf gerüttelt, neue dürfen erübt

(Goethe): sinnlich, insofern sie sich eines Mediums bedient (Holz,

werden. Im Arbeiten mit künstlerischen Materialien können Un-

Leinwand, Instrument, Leib), um in Erscheinung zu treten, über-

erhörtes oder Ungedurftes probiert, Ersehntes erprobt, verges-

sinnlich ihrem eigentlichen Inhalt nach. Insofern teilen wir die

sene Seelenanteile mit ins Spiel gebracht werden; da ist Erleben,

Einsicht, die Joseph Beuys geprägt hat, dass „jeder Mensch ein

Erspüren, Empfinden, Entdecken. Im ständigen Wechsel zwischen

Künstler“ ist.

Eintauchen, Im-Fluss-sein und Distanznehmen erwachen die Empfindung und die Erkenntnis.

Anthroposophisches Menschenverständnis ist die Basis des in der Beziehung zwischen Therapeut und Patient entstehenden

Sich ausprobieren: aus der Enge in die Weite, aus der Zerfahren-

Entwicklungs-Prozesses. Wir begreifen den Menschen als ein

heit in die Einfachheit, aus dem Zerfließen in die Struktur, aus

komplexes Ganzes, in dem Körper, Seele und Geist eine einmalige

der Starre in die Atmung,… So können Muster des Selbstbildes

Synthese bilden. Ist diese in ihrem stimmigen Gleichgewicht kre-

verändert werden; Atmung und Fließen können an die Stelle von

iert, fühlen wir uns gesund, werden wir heil.

Festhalten des eigenen Leides treten. Während des spielenden Arbeitens kann das Urteil über die eigene Situation losgelassen

Mal dich gesund!

werden; dieses Loslassen kann sich im Alltag etablieren.

Die Salutogeneseforschung zeigt auf, was gesundheitsfördernd

Ein Kunstwerk setzt eine Bewegung in uns in Gang, die uns bes-

ist: Ernährung, Schlaf, frische Luft, eine positive Lebenseinstel-

tenfalls wohl tut oder auch uns anregt zu einer geänderten Ver-

lung, tragende Beziehungen, geglücktes Zeitmanagement, ein

fassung – oder uns Einfälle vermittelt. Wir spüren, es gefällt uns

erfüllendes Berufsleben. Ganz wichtig ist auch ein kreativer Zu-

oder es zieht uns an, vielleicht auch, indem es uns vermeintlich

gang zu sich selbst und der Umwelt.

abstößt. Wir schauen, tasten, greifen gern noch einmal hin, dies-

weiterlesen Kinder verarbeiten ihre Erfahrungen im Spielen. Erwachsene

mal genauer. Und wir entdecken Neues, gestalten um. Es ist ein

unter https://www.wirbauenaufkunst.at/kunsttherapie


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Initiative „Kinderschutz“ an unserer Schule Was ist das? Im Zentrum eines Kinderschutzkonzeptes stehen das Kindeswohl und die Kinderrechte. Eine wertschätzende und schutzgebende Haltung gegenüber Kindern sowie ein achtsamer und reflektierter Umgang mit Gewalt und Sexualität bilden die Basis für ein solches Konzept. Eine Kultur der Achtsamkeit bedeutet auch einen besonderen Umgang mit Fehlern, eine Beteiligungskultur, eine Sensibilität für organisatorische Abläufe und die Wahrung persönlicher Rechte. Im Rahmen von Wege zur Qualität wurde beim letzten Audit angeregt, ein Kinderschutzkonzept für die Schule zu erarbeiten. Grundsätze unseres Konzepts Das Schutzkonzept ist ein für die jeweilige Organisation passendes System von Maßnahmen zum besseren Schutz von Kindern und anderen vulnerablen Personen vor Gewalt. Es wird innerhalb der Organisation unter Beteiligung der Mitarbeitenden, Kindern und Eltern selbst erarbeitet und im Alltag angewendet. Es soll alle Beteiligten schützen (die Schule, die Kinder und die Mitarbeitenden). Geschützte Kinder fühlen sich wohl und sicher, sie werden in ihren persönlichen Rechten und in ihrer Teilhabe gestärkt. Geschützte Mitarbeitende haben durch das Wissen um angemessene Handlungsmöglichkeiten mehr Sicherheit im Berufsalltag, Absicherung und Rückendeckung. Die Schule ist durch eine achtsame Organisationskultur geschützt und hat ein internationales Qualitätsmerkmal. Erste Schritte zu unserem Konzept Sexualpädagogisches Konzept 2018 gab es für das Kollegium einen Fortbildungsabend vom ÖGS (Österreichische Gesellschaft für Sexualpädagogik und Jugendbildung); in weiterer Folge wurde ein sexualpädagogisches Konzept von Welmoed Kollewijn mit dem Kollegium erarbeitet und etabliert. Gewaltprävention Im Frühjahr 2020 gab es eine Fortbildung im Kollegium und Workshops in verschiedenen Klassen zum Thema Gewaltprävention. Geleitet wurden

All diese Themen werden nun unter dem Konzept „Kinderschutz“ zusammengeführt und weiterentwickelt. In einem ersten Schritt waren Laetitia Lernpeiss (Schulärztin) und Esther Schmid (Kindergarten) bei der Fortbildung „Organisationsentwicklung Kinderschutz“ vom Kinderschutzzentrum möwe. Auf Grundlage dieses Workshops wird nun ein Kinderschutzkonzept erstellt. Organisationsanalyse Es wird derzeit eine Bestandsaufnahme durchgeführt; das heißt, es wird der Ist-Zustand der Schule erhoben (Hausordnung, Verträge, Räumlichkeiten). Risikoanalyse In einem weiteren Schritt soll eine Risikoanalyse („Systemcheck“) stattfinden, an der alle Beteiligten (Mitarbeitende, Kinder, Eltern) freiwillig und anonym teilnehmen sollen. Dies ist der zentrale Punkt der Konzepterarbeitung. Weitere Schritte zu unserem Konzept - Einbeziehung der Eltern (ER-Klausur am 18.10.2020) - Einbeziehung der Oberstufenschüler über die Tafelrunde am 23.10.2020 - Bildung eines Kinderschutzteams - Erarbeitung einer Kinderschutzrichtlinie - Erstellen eines Verhaltenskodex - Finden präventiver Maßnahmen - Etablieren eines Fall- und Beschwerdemanagements Die Entwicklung unseres eigenen Kinderschutzkonzeptes wird ein länger dauernder Prozess sein (ca. 2 Jahre), der von der möwe unterstützt wird und von allen an der Schule Beteiligten mitgestaltet werden kann. Wir werden den Tag der Kinderrechte am 20.11.2020 nutzen, um das Bewusstsein für die Kinderrechte zu steigern und die Risikoanalyse zu beginnen.

diese Veranstaltungen von der möwe, einer Einrichtung, die es sich zur

Welmoed Kollewijn, Monika Kossdorff,

Aufgabe gemacht hat, Kinder und Jugendliche vor Gewalt und ihren Fol-

Laetitia Lernpeiss, Ingeborg Mühlegger

gen zu schützen. Medienkonzept Seit einiger Zeit wird an einem Medienkonzept gearbeitet; darin wird der Umgang mit neuen Medien thematisiert.

Österreichische Gesellschaft für Sexualwissenschaften: https://www.oegs.or.at/ Die MÖWE: http://www.die-moewe.at/


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Jahresheft 2019/2020

Für die Entwicklung unseres Schulorganismus Aktuelle Beratungen und Aktivitäten des Elternrates von Roman David-Freihsl

Elternvereine und Elternvertretungen gibt es ja an sich an

wicklung vom Kindergarten aufwärts bis in die Oberstufe hin-

jeder Schule. Sie nehmen die Anliegen oder auch Probleme

ein umfassen und im kommenden Frühjahr präsentiert wer-

der Elternschaft wahr und fungieren als Vermittler zu Lehrer-

den soll. Eines der großen Themen in diesem Zusammenhang

schaft und Schulleitung. An einer Schule mit echter Selbst-

ist – neben Aufklärung und Gewaltprävention – wiederum der

verwaltung aber – wie es unsere Rudolf Steiner-Schule eine

Umgang mit neuen Medien.

ist –, da ist so eine Elternvertretung hingegen schon ein ganz

Über einen weiteren neu begonnenen Prozess berichtete En-

anderes Kaliber. Da hat ein Elternrat noch weitaus mehr Auf-

gelbert Sperl aus dem Vorstand: Die Deputats-Regelungen

gaben und auch Verantwortung. Hier gilt es, das Schulleben

– also die Aufteilung der Unterrichtsstunden auf die LehrerIn-

auch aktiv mitzugestalten und an einer möglichst positiven

nen – sollen neu aufgestellt werden. Hier gilt es anzuschauen:

Entwicklung des gesamten Schulorganismus mitzuwirken.

Was muss ausgebaut werden, wo ist es notwendig, Einspa-

Den rein pädagogischen Bereich unserer Waldorfschule ha-

rungen zu machen. Auch gibt es Bemühungen, den Förder-

ben die Lehrerkonferenzen und die Schulleitung im Fokus

bereich auszubauen. Angesichts von Corona und Einnahme-

– mit denen unser Elternrat in regelmäßigem Austausch ist.

verlusten gilt es dabei generell sicherzustellen: Wie kann der

Herzstück des gesamten Schulwesens und dessen Weiter-

Schulbetrieb mit einem möglichst großen waldorfpädagogi-

entwicklung ist im Rahmen des Qualitätssicherungssystems

schen Angebot aufrechterhalten werden?

„Wege zur Qualität“ (WzQ) hingegen die sogenannte „Impulsgruppe“, deren Mitglieder unter anderem auch direkt von der

Ein regelrechter Dauerbrenner im Elternrat ist das Thema

Elternschaft entsendet werden.

„Erziehungspartnerschaft“: Wie können der Austausch und

Für diese Impulsgruppe wurden bei der jüngsten Elternratsklausur im Oktober Alexander Konas und Christoph Schmid delegiert – beide sind Mitglieder des Elternrates; Christoph Schmid hatte den Elternrat die letzten drei Jahre geleitet, und Alexander Konas ist in beiden Gremien bereits ein „alter Hase“.

die Kommunikation zwischen Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen verbessert werden? Vor allem im regelmäßigen Austausch zwischen Lehrerschaft und Elternrat gab es in den vergangenen Jahren bereits sehr positive Fortschritte. Auch bei der jüngsten Elternratsklausur fand dazu ein reger Austausch mit Christine Rumetshofer als Mitglied des Schullei-

Aus dieser Impulsgruppe heraus wurde gerade ein großer

tungskreises statt – aktuell wurde unter anderem diskutiert,

Prozess für unsere Schule gestartet: Zum Thema Umgang

wie bei Elternabenden eine offene Kommunikation zwischen

mit neuen Medien soll nun ein Konzept erarbeitet werden.

Eltern und LehrerInnen gefördert werden könnte.

Die Entwicklung dieses Konzeptes wird als ein langfristigerer, mehrjähriger Prozess angelegt: Alexander Konas und von Lehrerseite Alexander Stadelmann berichteten bei der Elternratsklausur von den Vorbereitungen für das Schulgemeinschaftstreffen am 5. November, bei dem die Grundlagen für die weitere Arbeit und die Delegierung der dafür zuständigen Gruppe vorbereitet werden soll. Ein weiteres großes Thema bei der jüngsten Elternratsklausur: die Beschäftigung mit Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung an unserer Schule. Welmoed Kollewijn berichtete, dass derzeit unter Federführung der Impulsgruppe ein Konzept zu diesem Thema entwickelt wird, das die gesamte Ent-

Fixpunkt bei jeder Elternratssitzung: die Klassenberichte von der 1. Schulstufe aufwärts bis zur 12. Wie geht es der Klasse, was wird aktuell unterrichtet, was waren die Highlights, was ist geplant? Doch das ist dann wieder etwas, das auch in anderen, ganz „normalen“ Elternvertretungen Routine wäre.


Jahresheft 2019/2020

JETZT!

von Brigitte Födinger

Die Idee, eine digitale Vermittlungsplattform für unsere Schul-

ternehmen führen noch Waren produzieren, aber dennoch

gemeinschaft zu schaffen, entstand unmittelbar nach dem

bestrebt sind, Lösungen im Schul-Umfeld zu suchen oder

Lockdown Ende März 2020. Während in diversen sozialen

einzelne Gegenstände hier anbieten möchten.

Netzwerken eine Welle der Solidarität mit Einzelunternehmen ausbrach, die völlig unerwartet ihre Ware nicht mehr ausliefern konnten, blieb es in der Waldorf-Community stumm.

Registrieren kann sich jede und jeder, die/der Waldorf-Bezug hat: Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen, MitarbeiterInnen, ehemalige SchülerInnen, ehemalige Eltern und sonstige

Expertise, Ressourcen und Know-how anderer Eltern sind an

Mitglieder unserer Gemeinschaft. Nach Freigabe der Regist-

unserer Schule zumeist unbekannt. Auch für SchülerInnen

rierung (werktags innerhalb von 24 Stunden) können Ange-

gab es bislang keine Möglichkeit, sich klassenübergreifend

bote erstellt werden. Auf diese Weise können nicht nur be-

zu vernetzen. Das soll sich jetzt ändern. Gerade für unsere

rufliche gemeinsame Interessen gefunden werden, sondern

SchülerInnen kann diese Informations-Plattform interessant

auch unsere Kinder und SchülerInnen von diesem Netzwerk

sein, wenn sie Gelegenheitsjobs oder Praktikumsstellen su-

profitieren.

chen bzw. Nachhilfe und Babysitter-Jobs anbieten… um nur einige der Möglichkeiten zu nennen, die sich der Jugend hier auftun. Eintragen können sie ihre Einträge unter der Rubrik Pinnwand. Ziel dieser Plattform ist es, das offensichtliche Angebot an Dienstleistungen und Waren im Waldorf-Umfeld mit der ebendort vorhandenen Nachfrage zu verknüpfen und so die Waldorfgemeinschaft der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer nachhaltig zu stärken. Eine Pinnwand ergänzt das Angebot und soll auch jenen zur Verfügung stehen, die weder ein Un-

https://waldorf-mauer.network

Ende Oktober startet unser digitales Netzwerk, zu finden auf der Seite: https://www.waldorf-mauer.network Das Netzwerk sind wir alle. Bitte tragt Euch ein. JETZT!

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Jahresheft 2019/2020

Adventbasar 2020 Diesmal ein bisserl anders Ganz unterkriegen lassen wir uns nicht, auch wenn das gewohnte Gewusel heuer aus gutem (oder schlechtem) Grund ausfallen muss. An einem, durch den Lockdown noch nicht definierten Abend in der ersten Dezemberhälfte wird es auf 113 im Hof das Allerwichtigste geben. Die Gelegenheit, einander kurz an der vorweihnachtlichen Luft zu begegnen und Dinge, die vorab auf Bestellung gefertigt wurden abzuholen: Adventkränze, Kekse, gebrannte Mandeln, Schönes aus der Schule. Zu Weihnachten schreiben wir ja auch unsere Wünsche in einem Brief ans Christkind – warum also nicht zum Basar in Doodle-Listen? Alle nötigen Informationen kommen noch garantiert virenfrei. Und in unserem neuen Waldorf-Mauer-Netzwerk (www.waldorf-mauer.network) sind einige unsere AusstellerInnen gelistet, bei denen Sie direkt einkaufen können und die 20% des Erlöses an die Schule geben. Gerne sind alle eingeladen, die ebenfalls auf diese Weise die Schule unterstützen möchten, ihre Angebote und Waren unter der Adventbasar Rubrik anzubieten. Wer dennoch den Basar vermisst und uns das wissen lassen will, kann einen Teil dessen, was er gerne ausgegeben hätte, an die Schule spenden – wir freuen uns, unter allen als kleines Dankeschön ein Lebkuchenhaus und andere Köstlichkeiten zu verlosen! Spendenkonto: Rudolf Steiner-Schulverein Wien-Mauer IBAN: AT94 1500 0041 1105 5523, BIC: OBKLAT2L Ursula Kaufmann für den Basarkreis (Mit Ergänzungen nach dem Lockdown von Nadja Berke.) Die Adventkränze sind am Samstag, den 28.11. von 15 bis 19 Uhr auf 113 abzuholen. (Siehe nächste Seite in diesem Heft!)


Jahresheft 2019/2020

https://doodle.com/poll/f2y4u69nhe6yayum

Liebe Eltern und Freunde, wie mittlerweile ja bekannt, kann der Weihnachtsbasar dieses Jahr coronabedingt nicht wie gewohnt stattfinden. Um aber trotzdem die berühmten Adventkränze anzubieten, können diese über obigen QR-Code vorbestellt werden: Es gibt verschiedene Kategorien zu Auswahl – zwei unterschiedliche Größen, jeweils entweder „pur“, um den leeren Kranz selber zu gestalten, oder mit gesteckten Kerzen in diversen Farben. Auf zusätzliche Dekoration werden wir dieses Jahr aus logistischen Gründen verzichten. Kategorie A: Kranz klein, Ø = ca. 25 cm, pur (ohne Kerzen), € 20,Kategorie B: Kranz klein, Ø = ca. 25 cm, Kerzen liturgisch (3 lila und 1 rosa), € 30,Kategorie C: Kranz klein, Ø = ca. 25 cm, Kerzen rot, € 30,Kategorie D: Kranz klein, Ø = ca. 25 cm, Kerzen creme, € 30,Kategorie E: Kranz klein, Ø = ca. 25 cm, Kerzen Bienenwachs, € 40,Kategorie F: Kranz groß, Ø = ca. 35 cm, pur (ohne Kerzen), € 25,Kategorie G: Kranz groß, Ø = ca. 35 cm, Kerzen liturgisch (3 lila und 1 rosa), € 35,Kategorie H: Kranz groß, Ø = ca. 35 cm, Kerzen rot, € 35,Kategorie I: Kranz groß, Ø = ca. 35 cm, Kerzen creme, € 35,Kategorie J: Kranz groß, Ø = ca. 35 cm, Kerzen Bienenwachs, € 45,Bei Interesse tragt Eure Bestellung bitte bis zum 16. November in der angeführten Doodle-Liste ein. Die Kränze werden exakt nach Bestellung gefertigt! Auf reges Interesse hoffen mit lieben Grüßen die Eltern der 1. Klasse.

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Jahresheft 2019/2020

Vorweihnachtszeit ohne Adventbasar? Das geht nicht! Das ist undenkbar! Nicht nur wegen der Adventkränze, die wir dort jedes Jahr kaufen, um sie selbst zu schmücken. Auch wegen der Stimmung, des Beisammenseins, des Singens, der Begegnungen! Jedes Jahr ist anders. Auch wenn es am Basar immer die gleichen Dinge im Angebot gibt, gibt es doch auch immer wieder Neues – oder plötzlich Passendes, das die Jahre davor gar keine Anziehung ausübte, obwohl vorhanden. Ist das jetzt, angesichts einer Pandemie, ein absolutes Luxusproblem? Nein. Ist es nicht. Denn erstens: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, wie Holger Finke Martin Buber im Rahmen seines Beitrags in diesem Heft zitiert. Wenn wir einander nicht begegnen können, was bleibt denn dann? Und zweitens: Dieser Weihnachtsbasar ist nicht nur ein Fest, das wir jedes Jahr gemeinsam feiern, ein Basar, den wir besuchen, um schöne Dinge zu erwerben, um sie zu verschenken, um die Weihnachtszeit einläuten zu lassen – der Ertrag des Basars ist auch jedes Jahr eine dringend notwendige Einnahmequelle, um finanzielle Löcher zu stopfen. Und wann, wenn nicht in diesem Jahr, klaffen diese Finanzlöcher besonders dramatisch auf?

Vorweihnachtszeit ohne Adventbasar? Niemals!!! Zusammenhalten, neue Wege suchen, finden und gehen: Der Basarkreis wird mithilfe des neuen waldorf-mauer.network, der Schulpost, des Newsletters und auch unseres MoMents in den nächsten Wochen Möglichkeiten aufzeigen, wie wir alle den Basar auch dieses Jahr stattfinden lassen können. Als Quelle der kleinen schönen Dinge, die man erwerben und der großen wichtigen Dinge, die man damit erreichen kann.

Lasst uns alle mitmachen! Und rührt die Werbetrommel im Freundeskreis!


Jahresheft 2019/2020

https://waldorf-mauer.network/category/adventbasar/

Knusperhaus Mauer online Lebkuchen, Lebkuchenhäuser, Torten und Häkelwaren von Ursula David. Der beliebte Basar-Lebkuchenstand ist heuer online. Das Angebot ist wie gewohnt reichhaltig: Es können Lebkuchenhäuser in verschiedenen Größen, auf Wunsch auch individuell beschriftet, bestellt werden. Dazu: Lebkuchen aller Art, Linzer- und Engadiner Nusstorten sowie Thermophore in gehäkelten Hüllen. Kontakt, Preisliste und Bestellungen über die Homepage www.knusperhausmauer.net/ oder direkt per E-Mail an: ursula.david@gmx.net Bestellungen sind ab sofort und bis spätestens 15. Dezember möglich.

https://www.knusperhausmauer.net

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Sofa, Netflix und Popcorn – Fragen über Fragen, Fragen ohne Antworten, Fragen, die zum Gespräch einladen Warum Netflix? Warum Sofa? Warum jeden Tag? Nach der

soll die Welt in 20 Jahren aussehen? Was wollen wir diesen

Schule? Auch vor der Schule? Warum Entspannung nur so?

Kindern mitgeben? Welche Fähigkeiten werden sie brauchen,

Wieso Computerspiele? So viele Spiele? Warum so lange spielen? 10 Stunden am Tag? Die ganzen Ferien? Das ganze Wochenende? Die halbe Nacht? Allein? Mit Fremden? Was geht in der Schule, wenn im Kopf die Spiele weiterlaufen?

um in einer digitalisierten Welt gesund zu bleiben? Wie soll ihr Alltag aussehen? Wie Gemeinschaften? Ein guter Schulabschluss ist kein Indikator für Intelligenz, sondern für gute Anpassungsfähigkeit.

Wozu Schule? Wozu Waldorfpädagogik? Wer möchte was?

Was tut uns gut? Was stärkt uns? Was bedeutet Lebendig-

Was erwarten wir voneinander? Wie einigen wir uns auf ei-

keit? Was bedeutet Echtheit? Was bedeutet Begegnung?

nen gemeinsamen Weg? Können wir noch etwas verabreden?

Sehnen wir uns danach? Möchten wir mehr davon oder ak-

Wer macht dabei mit? Wer hält Wort? Eltern und Kollegium?

zeptieren wir dafür auch Ersatz? Zoom-Meeting statt Tref-

Eltern und Kinder? Alle drei? Erziehungspartnerschaft? Ge-

fen mit Freunden? Woodle statt Lehrerin und Klasse? Alles

wollt? Wie stark ist dieser Wille? Wie weit können wir einander

zu Hause oder alle in der Schule? Theater? Ausflug? Schikurs?

vertrauen?

Reisen? Alles egal? Ein Film tut es auch? Virtuelle Welten zum

Eine Gemeinschaft, die kein gemeinsames Anliegen verfolgt, bleibt ein zusammengewürfelter Haufen. Welche Bedürfnisse stecken hinter den Wünschen der Kinder? Lassen sich echte Bedürfnisse auch anders stillen als durch Handy etc.? Wie kreativ sind wir mit Vorschlägen? Wie

Schwimmen, Bergsteigen, Museumsbesuch? Statt am Nationalfeiertag durch die Hofburg geführt zu werden: ein virtueller Drohnenflug, so wie am 26. Oktober 2020? Wie soll das Leben auf der Erde aussehen? Wollen wir noch daran teilnehmen? Ganz echt oder nur via Bildschirm?

groß ist unsere Bereitschaft, selbst etwas anderes zu versu-

Was macht uns Sorgen? Was würden wir gerne ändern und

chen? Vorbild zu sein? Gemeinsam mit den Kindern aktiv zu

schaffen es nicht? Wo hätten wir gerne die Unterstützung

werden? Draußen in der Natur? Drinnen beim Spielen, Bas-

anderer? Was würden wir gerne erforschen, genauer wissen?

teln, Handarbeiten? Musizieren? Malen? Kochen? Wer macht

Sind wir bereit, Experimente zu machen? Forschergeist zu

mit? Wer hat Lust? Wer will es versuchen? Wie kommen wir

entwickeln? Neues zu versuchen und vielleicht auch wieder

alle von der Couch?

sein zu lassen? Dann wieder Neues zu versuchen?

Das zutiefst Menschliche in uns zu entdecken, ist unsere wichtigste Aufgabe im 21. Jahrhundert. Wagen wir zu träumen? Trauen wir uns das zu: ein Kinder-

Wie können wir die Vorwürfe hinter uns lassen und echte Gespräche beginnen? Gibt es Vertrauen dafür? Woher könnte dieses Vertrauen kommen?

garten ohne elektronische Medien? Eine Unterstufe? Gar eine

Wie können wir die Vorwürfe hinter uns lassen und echte Ge-

Mittelstufe? Wie weit reichen unsere Hoffnungen? Wie viel

spräche beginnen? Gibt es Vertrauen dafür? Woher könnte

Kindheit schenken wir unseren Kindern? Halten wir eine han-

dieses Vertrauen kommen?

dyfreie Kindheit überhaupt noch für möglich? Nur eine Generation nach Einführung der Handys? Was könnte ein Medienkonzept umfassen? Wie weit könnte

Wie sehen wir den Menschen? Was macht den Menschen aus? Der Körper? Die Seele? Der Geist? Woher nehmen wir unsere Kraft? Woran richten wir uns auf?

es reichen? Wie weit wollen wir gehen? Könnte es ein Anlass sein, Waldorfpädagogik neu zu verankern, neu zu durchdringen, für die Kinder von heute und morgen?

Wer sich seiner Würde bewusst geworden ist, ist nicht mehr verführbar.

Was brauchen denn die Kinder, die erst in drei Jahren gebo-

Was ist unser Ideal? Ist das klar? Sind wir uns einig? Und: Was

ren werden? Wie soll ihre Schule in 9 Jahren aussehen? Wie

ist uns dieses Ideal wert?


Jahresheft 2019/2020

jeden Nachmittag? Jedes Wochenende? Alternativlos? von Alexander Stadelmann, mit Zitaten von Gerald Hüther Wie kommen wir vom Reagieren zum selbstbestimmten Agieren? Möchten wir selbst etwas in die Welt stellen? Und wie geht das? Was hilft uns dabei? Dürfen wir dabei auch scheitern? Trauen wir uns Großes zu? Wer sich entwickeln will, braucht Gelegenheiten, an sich selbst zu zweifeln. Was können wir aus der Corona-Krise mitnehmen? Lässt sich der Druck von außen verringern? Wie können wir dem Eigenen treu bleiben? Gibt es Schule, gibt es Gemeinschaft jenseits der engen Grenzen, die uns nun mehr und mehr vorgegeben werden? Kann es noch Vielfalt geben? Und wenn alle behaupten, nur so kann es gehen: Machen wir mit? Die Erde eine Scheibe? Hat die Mehrheit immer recht? Heißt Demokratie: Volksabstimmung über Pädagogik? Meinung statt Sachorientierung?  Können wir Schule so bauen, dass Ideale darin Bedeutung haben? Als leuchtende Leitsterne? Wie machen wir uns auf den Weg zu ihnen? Ganz praktisch, nicht abstrakt und theoretisch? Wollen wir einander dabei unterstützen? Liebevoll und konsequent? Mit Humor? Mit Wohlwollen? Könnte das Medienkonzept ein Katalysator für eine neue Kultur des Lernens und Forschens sein? Können wir damit auch unser Miteinander beleben? Wege zur Qualität praktisch werden lassen? Ganz direkt erfahren, worum es dabei geht? Wo fangen wir jetzt an? Wie kommen wir von Impulsreferaten zu eigenen Impulsen? Wie können wir Impulse als Samen in uns aufgehen lassen? Sie hegen und pflegen, auf dass Neues erblüht?  Wie können wir echte Fragen stellen? Lebendige Fragen? Und zu guter Letzt: WER MACHT MIT? Wer meldet sich? Heute?  alexander.stadelmann@waldorf-mauer.at        

Worauf kommt es im Leben an? Glücklich zu sein, Erfolg zu haben? Lässt sich beides dauerhaft überhaupt vereinbaren? Geht es nicht auch noch heute und in Zukunft genau um diese Art von Bildung, die Menschen immer und überall brauchen? Wer gelernt hat, mit sich selbst klarzukommen, sich im Leben zurechtzufinden und es gemeinsam mit anderen zu gestalten, wird sich mit Freude und Leichtigkeit auch all das spezifische Wissen und Können, auch die dazugehörigen Kompetenzen aneignen, um die in seiner Lebenswelt und zu seiner Lebenszeit anfallenden spezifischen Aufgaben zu meistern oder auch einfach nur mühelos zu erledigen. Möglicherweise kommt es gar nicht darauf an, erfolgreich zu sein. Möglicherweise ist es, um wirklich glücklich zu sein, viel wichtiger, dass einem möglichst vieles im Leben gelingt. Möglicherweise geht es gar nicht um den Erfolg, sondern um das Gelingen. Wie schön, dass wir in unserer Sprache diesen kleinen, aber entscheidenden Unterschied zum Ausdruck bringen und uns deshalb auch bewusst machen können. Wenn wir sagen, etwas sei gelungen, dann meinen wir damit, dass nicht wir es so gemacht haben, wie es geworden ist, sondern dass wir es nur ermöglicht haben, dass es so werden konnte. Einfache Aufgaben wie ein Forschungsprojekt oder ein Fahrradrennen kann man erfolgreich abschließen. Aber alles, was im tagtäglichen Zusammenleben stattfindet und deshalb sehr komplex ist und sich in vielfältigen Wechselwirkungen entfaltet, kann nur gelingen. Eine Partnerschaft beispielsweise oder eine Hochzeitsfeier oder das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft. All das, ja alles, was das Leben an schwierigen Herausforderungen für uns bereithält und was wir irgendwie meistern müssen, kann nur gelingen, aber nicht erfolgreich zu Ende geführt werden. Gerald Hüther, aus der Einleitung von „Education for Future. Bildung für ein gelingendes Leben“, Goldmann, 2020

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die 1. Klasse

Ich glaube, ich habe Glück... ... mit meinen lieben Schulkindern und ihren unkomplizierten und netten Eltern! Bereits der erste Schultag zeigte, dass uns allen das Glück hold ist, denn trotz der schlechten Wettervorhersage kam um Punkt 10.30 Uhr die Sonne hervor und begleitete die Kinder durch das wunderschöne Blumentor. Zum ersten Mal in unserer Schulgeschichte fand diese Begrüßung im Freien statt, und alle waren positiv überrascht und zufrieden. Selten, aber doch findet man auch schöne Nebenwirkungen der Corona-Zeit. Die ersten Wochen sind nun verflogen – es war ein Höhenflug für uns alle. Welch großes Geschenk, 29 neugierige Augenpaare am Morgen begrüßen zu dürfen! Ihre Hinwendung an uns Erwachsene ist groß und großartig: Das Kind möchte gesehen werden; es fragt jeden Morgen: „Siehst Du mich wirklich?“ Wenn man sich als Pädagogin dieser Herausforderung tatsächlich bewusst ist, kann man auch schon mal kalte Füße bekommen: Wie gelingt mir dieser offene und freie Blick tagtäglich und immer wieder aufs Neue? Der großen Lernbereitschaft der Kinder gilt es mit „vollen Körben“ entgegenzutreten – diese Neugierde ist ein Geschenk für jede Lehrerin, jeden Lehrer. Gleichzeitig wird einem auch die Verantwortung bewusst, die man zu tragen hat: Wie mache ich diese Kinder satt und zufrieden? Auf ihre Fragen „Wozu? Woher? Warum?...“ braucht es sinnvolle Antworten. In diesem Begriff „sinnvoll“ steckt für mich bereits eine wichtige Antwort: Mit allen Sinnen wollen wir lernen und die Welt entdecken. Mit allen Sinnen wollen wir unseren Willen schulen, mit allen Sinnen einander begegnen, emotional reifen und wachsen.


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von Sabine Trierenberg

Wir haben Glück, denn wir dürfen uns jeden Morgen in Bewegung begeben, Beziehungen aufbauen, erproben, uns gegenseitig helfen, stützen und tragen. Wir arbeiten nach dem Modell des Bewegten Klassenzimmers und dürfen das tolle Mobiliar einer Vorgängerklasse benützen, gebaut von fleißigen Eltern (Uschi Iragorri und Familie Berke) für die damalige Klassenlehrerin Barbara Pazmandy. Karl Hruza, die ewig gute Seele unseres Hauses, hat im Sommer alle Bänke überarbeitet, zum Teil neu gebaut und gestrichen. Meine Entscheidung, den Unterricht auf diese Art und Weise zu gestalten, wurde mir während meines Waldorfpädagogik-Studiums am Zentrum für Kultur und Pädagogik klar. Ich durfte Wolfgang Auer, den Mitbegründer des „Bochumer Modells des Bewegten Klassenzimmers“ als Dozenten kennenlernen. Bereits nach der ersten Fortbildungseinheit zu diesem Unterrichtskonzept war mir klar, dass ich als Sonder- und Heilpädagogin mit einer Ausbildung als Tanzpädagogin von Herzen gerne mit viel Bewegung und dem nötigen Raum dazu unterrichten möchte. Aus der Entwicklungspsychologie, aus der Hirn- und Lernforschung wissen wir schon lange, dass eine gute Bewegungsentwicklung ein wesentliches Fundament für alle seelischen und geistigen Fähigkeiten ist. Was gibt es Schöneres, als den Tag mit Bewegung zu beginnen? Ein Bewegungsparcours mit verschieden Formen (meist die, die wir am Vortag schon auf andere Art und Weise kennengelernt haben) begrüßt die Kinder jeden Morgen: die Krumme und die Gerade, der Kreis, das Dreieck und viele mehr. „Er hört nie auf, er hört nie auf“, ruft ein Kind laut, währen es im Kreis läuft und hüpft. Später stehe ich an der Tafel und nehme das Geschenk dieses Kindes auf und singe: „Er hört nie auf, er hört nie auf…“, während ich den Kreis male. An einem

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die 1. Klasse

anderen Tag dürfen die Kinder selbst eine Form bauen und sich dann darauf bewegen – „die Gerade, die in den Himmel wächst“, schmückt unser Klassenzimmer. Rudolf Steiner regt uns Pädagoginnen und Pädagogen an, alles, was wir im Denken bearbeiten wollen, erst im Gefühlsleben der Kinder zu verankern, um dann diese Inhalte mit unserem Handeln umsetzen zu können. So eine selbst gebaute Gerade ist einfach schön, noch schöner, wenn diese großartige Idee von den Kindern selbst kommt und stolz gebaut wird. Wir können uns an ihr erfreuen, wir können sie selber bauen, und schlussendlich verstehen wir, wie so eine Gerade nicht nur auf dem Boden, nicht nur auf dem Blatt liegen, sondern eben auch im Raum stehen kann. Meinen kleinen Einblick in das Klassenzimmer meiner 1. Klasse möchte ich mit einer Anekdote beenden: Kürzlich öffne ich eine Tafelseite, die Kinder entdecken das neue Engelsbild eines Vokals, ein Kind atmet aus und meint: „Ich hät-


Jahresheft 2019/2020

te nicht gedacht, dass die Frau Trierenberg so viel Arbeit mit uns hat“. Ja es ist viel, ja es ist viel Schönes, das gelingen kann, wenn man so wie ich Klasseneltern hat, die eine unterstützen, die zum Glück auch in diesen Zeiten ihre Kinder mit Schnupfen in die Schule lassen, weil sie wissen, wie viele Geschichten, Lieder und Momente der Begegnung ihre Kinder versäumen würden. Da ich weiß, dass dieser Klassenzug mein einziger sein wird, genieße auch ich jeden Augenblick in vollen Zügen. Den Drachen haben wir bereits besiegt – die mutigen Rittersfrauen und Rittersmänner mit ihren selbstgeschnitzten Schwertern, mit Liedern und Sprüchen. Gemeinsam werden wir hoffentlich auch in Zukunft noch viele Abenteuer meistern. Sabine Trierenberg ist Klassenlehrerin der 1. Klasse im Schuljahr 2020/2021.

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22 _ die 1. Klasse

Die 1. Klasse SJ 2020/2021 Der 58. Jahrgang seit Gründung der Schule Steckbrief SABINE TRIERENBERG......und die Kinder der 1. Klasse am 1. Schultag geboren am 10.12.1968 in Graz

Alva Boustani

Konrad Kometer

1973 - 1975 Waldorfkindergarten Wien-Mauer

Annelie Eichberger

Natalie Krajco-Riemer

1975 - 1987 Besuch der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer,

Aeneas Fellmer

Susannah Kurz-Wagner

im Anschluss daran Externistenmatura

Maja Giannelos

Zoe Lahtinen

Studium der Pädagogik/Sondern- und Heilpädagogik (Diplomabschluss) an

Johanna Gruber

Stanislaus Lernpeiss

der Universität Wien; parallel dazu Studium „Tanz- und Bewegungserzie-

Katharina-Rose Gruder

Raphael Mahrer

hung“ am Konservatorium der Stadt Wien

Constantin Holzgethan

Mona Pfann

ab 1992 diverse Unterrichtstätigkeiten:

Nareg Ipekdjian

Letizia Poiger

Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im „Das Studio - Zentrum für

Konstantin Kdolsky

Eleonore Reschreiter

modernen Ausdruckstanz“, Dozentin am deutschen und österreichischen

Lua Kleinlercher

Shukriya Roik

Carl Orff-Institut, Dozentin bei den internationalen Sommertanzwochen

Laurenz Kneussl-Gärtner

Anja Schär

Wien, Lehrerfortbildungen am pädagogischen Institut Wien,

Moritz Kneussl-Gärtner

Juno Schibranji

Fortbildungsprogramme für MusiklehrerInnen in Südtirol

Henriette Schmid-Schmidsfelden

2001 Gründung der „Tanzwerkstatt Wien – Tanzzentrum für Kinder und Ju-

Maximilian Schurr

gendliche“ gemeinsam mit Barbara Kirnbauer,

Mila Schwartz

bis 2013 gemeinsame Leitung der Tanzwerkstatt mit

Clemens Steinbach

Organisation und Begleitung von jährlich >400 SchülerInnen und ihren Familien sowie

Fynn Weyerer

intensiver Unterrichtstätigkeit ebendort mit alljährlichen Aufführungen aller SchülerInnen seit 2012 Unterrichtstätigkeit in der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer seit 2018 Masterstudium der Waldorfpädagogik am Zentrum für Kultur und Pädagogik glücklich verheiratet mit Lothar Trierenberg, von Herzen gerne Mutter von Melina und Julius


Abschlussarbeiten der 8. Klasse _ 23

Die Themen der Abschlussarbeiten der 8. Klasse SJ 2019/2020 Aaron Eberharter����� Fitness und Ernährung

Lilli Träxler ����������������� Die fühlende Prothese

Sophia Hill �������������������������������� Naturkosmetik

Anouk Hailwax �������������������������������� Fotografie

Maximilian Söllner . . . . . . . . . . . . . Schifahren

Tobias Haimel ��������� Die Wiener Staatsoper

Clemens David ���������������������������� Bergsteigen

Mia Langthaler ������������������������������������������ Mut

Valerie Hammer ���������������������������������� Palmöl

David Edelmüller ������ Die Sozialität der Tiere

Nicolas Kautzky �������������������� Apnoe-Tauchen

Viviana Hartmann . . . . . . . . . . . . . . . Manga

Elisa Svoboda ������������������������������������Upcycling

Rabie Mohammad-Omar ��������������������������������

Zente Szalay ������������������������������������������������ Film

Emma Bohun ��������������Der nachhaltige Weg,

Der menschliche Körper

die Weltbevölkerung zu ernähren

Sarah Lehner ���������������������� Der Amazonas –

Esme Artaker ������������Die Sprache der Pferde

die grüne Lunge der Erde

Fridolin Schadauer & Jonathan von Ahsen ������������������Rollenspiele Haddy Mbye ���������������� Phantasie des Kindes Jasmin Franz ������������� Alternativen für einen plastikfreien Alltag

damals 1. Klasse (SJ 2012/2013)

Jolanda Amann ������������ Ärzte ohne Grenzen Jonathan Sautner �������������������� Snowboarden Larissa Giannelos �������������������� Frauenrechte Leonie Giannelos ���������� Schlaf und Träume Lia Ludescher ��������������� Die Verschmutzung der Meere

jetzt 8. Klasse (SJ 2019/2020)


24 _ die 12. Klasse

Der 46. Jahrgang seit Gründung der Schule

Die 12. Klasse 2019/2020 Beginn September 2008 mit Antje Baier, ab SJ 2010/11 mit Claudia Dragschitz, ab SJ 2016/17 Ursula Kaufmann In der 12. Klasse waren ... Emelie Marie Amann

Frida Fanninger

Amelie Lehotzky

Emil Staudach

Victoria Binder

Paula Fleischmann

Enna Licht

Emil Stein

Angelina Brandstetter

Wendelin Grasböck

Laurenz

Andras Szalay

Giulia Castrianni

Jasmin Hye

Macchiavello-Staller

HongYu Wang

Simuna Dibl

Leon Illichmann

David Pfeiffer

Emilia Wess

Gabriel Eberharter

Enid Kalauszek

Marie Rauch

Fem-Naz Erbas

Felix Künzli

Kyra Soukup

Die Klasse haben zu einem früheren Zeitpunkt verlassen: Aria Abdavi

Leon Guelfenburg

Elias Miesbauer

Jasmin Svoboda

Kay Badde

Matthäus Klein

Johannes Nikbakht

Elena Wachsmann

Selma Birkedal

Lars Kratzer

Szonja Pettko-Szandtner

Anna Weingartner

Maria Boesch

Lina Sophie Küng

Linda Indira Pospichal

Ida Marie Wenger

Anja Chaloupek

Julian Lengger

Cosimo Radler

Tyra Wetter

Lea Fleischhacker-Summer

Leander Liedermann

Helena Schattovits

Christoph Zima

Leon Gattringer

Luca Mayr

Miriam Seidelberger

Alexander Genswein

Sophie Meixner

Lara Stepka


ihre Abschlussarbeits-Themen _ 25

Themen der Abschlussarbeiten der 12. Klasse 2019/2020

Emelie Amann Minimalismus - eine Antwort auf Risiken des frühadoleszenten Konsumverhaltens

Jasmin Hye Bogensport Einfluss auf Körper, Geist und Seele

Victoria Binder Farbwirkung in Räumen

Leon Illichmann Faszination E-Gitarre

Angelina Brandstetter Die Angst des Schiedsrichters vor dem Elfmeter

Felix Künzli Filmmusik Geschichte, Dramaturgie und Produktion

Frida Fanninger Debattieren Wege finden durch Pro & Contra

Amelie Lehotzky Epilepsie

Paula Fleischmann Interpretation von Erdbeben und die Folgen daraus im Wandel der Zeit Wendelin Grasböck Stressreaktionsmuster von sicher und unsicher gebundenen Jugendlichen

Enna Licht Pervitin im Zweiten Weltkrieg Laurenz Macchiavello-Staller Mikroorganismen im Einsatz gegen die Klimakrise David Pfeiffer

靜默遊行 Hongkongs Juristen im Kampf für Rechtsstaatlichkeit

Kyra Soukup Das perfekte Pferd in Bewegung Emil Staudach Farbenhören Emil Stein Entwicklung & Hintergründe von Street Art anhand von Banksy, Shepard Fairey und EVOL Andras Szalay Economy for Future Ein Weg der Wirtschaft für die Zukunft HongYu Wang Ursprung und Hauptidee des Buddhismus Emilia Wess Die (Un-)Möglichkeit der literarischen Übersetzung


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Jahresheft 2019/2020

Der Weg der Wirtschaft in Zukunft "E4"E ŗ/*, -,-*ŗ „Ich wollte schon immer der ‚Chef‘ sein. Als ich drei Jahre

waren. Doch schon bald war klar, dass die Herstellung der Green-

alt war, wollte ich König sein. Ich will nicht mehr König sein,

ager-Shirts mit Druckschablonen und Graffiti zu aufwendig war,

sondern Unternehmer, wie die Könige heutzutage genannt

und er suchte nach einfacheren Herstellungsmethoden, mit denen

werden.“

er gleichzeitig eine größere Anzahl an T-Shirts produzieren konn-

András Szalays Jahresarbeit der 12. Klasse zeigt von seinem

te. Diese Möglichkeit fand er im Siebdruck. Den Gewinn wollte er in

Unternehmergeist, der ihm offensichtlich schon in die Wie-

den Klimaschutz bzw. die Umwelt investieren.

ge gelegt wurde, gepaart mit einem hohen Maß an Idealismus

Bei seinen Recherchen beschäftigte sich der Autor auch mit der

und dem unbeugsamen Willen, „neue Lösungswege zu finden,

Textilindustrie und den negativen Begleiterscheinungen, die diese

um die Welt zu verändern, um sie zu verbessern.“ Eindrucksvoll

mit sich bringt – Stichwort Kinderarbeit, niedrige Löhne oder Um-

beschreibt er in seiner Jahresarbeit den großen Lernprozess,

weltverschmutzung: „2,1 kg CO2 verbraucht die Produktion eines

den er dabei gemacht hat: ein ewig Lernender, sich ständig

Baumwoll-T-Shirts und 5 kg die eines Polyester-T-Shirts. (…) Wenn

Verbessernder.

man ein Greenager-Shirt kauft, erwirbt man nicht nur ein Klei-

Seine Kindheit hat András in Ungarn verbracht und schon hier

dungsstück, sondern man spart Ressourcen, fördert Klimagerech-

mit kleinen Geschäftsideen versucht, sein Taschengeld aufzu-

tigkeit und investiert in erneuerbare Energie.“

bessern. Als er 16 Jahre alt war, zog die Familie nach Wien, und

Als Jane Goodall in Wien im September 2019 einen Vortrag hielt,

András kam an die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer.

war auch András dabei und änderte von nun an seine Motivation:

Begeistert von den Visionen und Ideen des amerikanischen

weg von der Geschäftsidee – also der Idee, Profit zu machen– hin

Unternehmers Elon Musk, entwickelte András viele Geschäfts-,

zur Projektidee, die Gutes tun will. So führte ihn sein nächster Weg

Produkt- und Gesellschaftssystem-Ideen. Gemeinsam mit

zu HUMANA und der Bitte, mit ihnen kooperieren zu dürfen. Kurz

einem Freund schrieb er seinen ersten Finanzplan und hör-

darauf verkaufte er seine Shirts gegen freie Spende im Rahmen

te nicht auf, von einer umsetzbaren Geschäftsmöglichkeit zu

des weltweiten Klimastreiks und spendete einen Teil der Einnah-

träumen. So kam es zur Idee der Marke Greenager. „Die Idee

men an Fridays For Future. So wurde aus dem Geschäftsmodell ein

kam mir nicht wie sonst immer plötzlich im Hauptunterricht

umweltsoziales Projekt.

oder in der Straßenbahn in den Sinn, sondern nach länge-

András beschreibt in seiner Arbeit nicht nur den stressvollen An-

rer Zeit, als ich Antworten auf folgende Fragen gesucht hatte:

fang und wie viel persönlichen Einsatz es gebraucht hätte. Auch

Welche Tätigkeiten machen mir Spaß? Welches Produkt kann

wäre es ihm nicht immer leicht gefallen, um Hilfe zu bitten und sei-

ich jetzt neben der Schule aus mir zur Verfügung stehenden

nen HelferInnen – Bruder und MitschülerInnen – dann auch ausrei-

Materialen herstellen?“ András wollte eine Marke schaffen,

chend Vertrauenvorschuss zu gewähren, Missverständnisse zu be-

„bei der sich Coolness und Gutes verbinden.“ Diese ist mit der

seitigen, Gespräche zu führen… alles, was eben zu so einem Unter-

Klimabewegung eng verbunden. Der Name Greenager be-

nehmertum dazugehört. Nur der Spaß sei nie zu kurz gekommen.

schreibt die Zielgruppe: Teenager, die sich für grüne Ziele wie Klimaschutz einsetzen. Produziert wird nachhaltige Kleidung,

Das Wirtschaftspraktikum absolvierte András in Budapest und

Second-Hand-Shirts mit Zukunftszielen.

nützte diese Zeit für Markt-Forschung und Produkt-Entwicklung.

In den Anfängen von Greenager im Jahr 2019 begann András

Wieder zurück in Österreich, gründete er nach entsprechender

mit seinem Bruder, auf gebrauchte T-Shirts kritische bzw. mo-

Vorbereitung schließlich Greenager als Einzelunternehmen.

tivierende Sprüche zu schreiben: zumeist selbst erfunden, zu

Als zum ersten Mal ein großer Gewinn durch viele Verkäufe ins

Themen, die Jugendliche sehr beschäftigen, wie beispielswei-

Haus stand, war der frischgebackene Jungunternehmer sehr

se dem Klimaschutz. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass

glücklich. Nun zeigten sich auch die Medien interessiert an der

sein erster Marktplatz die Fridays For Future-Demonstrationen

Idee, und es folgte ein Interview auf Ö24 und mit der Stadtzeitung


Jahresheft 2019/2020

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anhand meiner Firma Greenager Jahresarbeit von András Szalay im Schuljahr 2019/20 Zusammengefasst von Brigitte Födinger „Falter“. Ein weiterer Höhepunkt war die Förderzusage von Roots

Mittlerweile teilt András sein Wissen über Textilgestaltung im

and Shoots, einem Kinder- und Jugendnetzwerk des „Jane Goo-

Rahmen von Workshops mit anderen jungen Menschen zwi-

dall Institut – Austria“, das junge Menschen unterstützt, die etwas

schen 14 und 20 Jahren. Hier lehrt er sie, wie sie selber T-Shirts

bewegen wollen und eigene Ideen für eine lebenswertere Umwelt

bedrucken können, erzählt ihnen über Fridays For Future und

einsetzen. Auch am Adventbasar der Steiner-Schule zeigte man

möchte sie so motivieren, selbst zu Umwelt-AktivistInnen zu

sich interessiert – viele Greenager-Shirts wurden als Weihnachts-

werden.

geschenke bestellt. Und so ging es weiter… Große Freude bereitete es András, den Schulball mitzusponsern: „Das war eine gute Marketing-Möglichkeit, und Sponsor zu sein hat sich richtig gut angefühlt“, schreibt er freimütig in seiner Jahresarbeit. Stolz erzählt er auch von seinem ersten Vortrag über Greenager im Rahmen einer Schulfeier und wie sehr ihn die MitschülerInnen seiner Klasse, alle natürlich in Greenager-Shirts, unterstützt hätten. Der Beifall sowie der anschließende Verkauf weiterer Shirts bestätigten András umso mehr, dass seine Idee gut ankam. Noch am gleichen Abend begann er, sich mit den Ideen eines Webshops zu beschäftigen, und es entstand Greenager International – doch mit der COVID-19 Pandemie fand sein unternehmerischer Höhenflug ein vorübergehendes Ende. Derzeit befindet sich András Szalay im Maturajahr und hat die Geschäftsführung bis Juli 2021 an einen Vertrauten abgegeben. Das verschafft ihm genug Zeit für Schulisches, gleichzeitig lässt es ihm aber auch Raum, seine Pläne aus dem Hintergrund voranzutreiben. Mit Hilfe einer Förderung der Wirtschaftsagentur Wien für den Auf- und Ausbau von Onlineshopsystemen stellte András mittlerweile einen professionellen Webshop auf die Beine. Auch ein Pop-

Abschließend soll András Szalay an dieser Stelle selbst zu Wort kommen: „Es war mir schon immer klar, dass ich Unternehmer sein möchte. Ich dachte eigentlich, alle wollen das werden, aber die große Masse schafft das nicht. (Wie ich erfahren habe, ist es doch nicht so). Aber ich finde prinzipiell fast alles interessant, deshalb konnte ich nie sicher sein, was ich studieren will. Greenager hat mir gegeben, wofür ich es gemacht habe: Den Beweis, dass ich wirklich Unternehmer werden will; dass ich dafür tatsächlich arbeiten kann und vor allem, dass es mir Spaß macht. Ich habe schon erlebt, wie es sich anfühlt, auf der Welle des Erfolgs zu reiten, und wie viel man dafür durchziehen muss. Dieses Erlebnis gibt mir Sicherheit und Motivation. Die Jahresarbeit hat mir bestimmt viel gebracht, und das Wichtigste dabei ist vielleicht, dass ich mein Studium ohne Zweifel auswählen kann.“ „Die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie würden die Welt verändern sind diejenigen, die es tun zu werden.“ - Steve Jobs -

up-Store wurde in Wien eröffnet. Eine Kooperation mit anderen Secondhand-HändlerInnen und nachhaltigen Modegeschäften wie

Quellen: Sämtliche Zitate sind der Jahresarbeit von András

Humana ist in Planung. Dafür will András sogar einen Sammelcon-

Szalay aus dem Schuljahr 2019/2020 entnommen. Ausnahme:

tainer in Wien und drei Container in Budapest aufstellen.

Das Zitat von Johannes Stangl stammt von https://greenager.

An Ideen mangelt es ihm nicht, und das Beste daran: Der Gewinn

org/ (Stand: 09.10.2020)

wird in erneuerbare Energie-Projekte investiert. „Die Designs adressieren die Klimakrise, die T-Shirts sind second hand und mit dem Kauf eines Greenager Shirts unterstützt du auch noch den Ausbau von Erneuerbaren Energien. So muss sozial-ökologisches Unternehmertum von Morgen aussehen!“ (Johannes Stangl, Fridays For Future)


28 _

Jahresheft 2019/2020

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ° im Kindergarten

° in der Verwaltung

Frau Elisabeth Bonsels

Herr Ewald Braunstein (Küche)

Frau Nina Chab

Frau Sandra Fessl (Küche)

Frau Ursula Dotzler

Frau Susanne Genswein (Schulsekretariat)

Frau Annika Gläser

Herr Gias Kazi (Küche)

Frau Anja Herkommer

Frau Jelena Milosevic (Reinigung)

Frau Ursula Hielscher

Frau Ulrike Nedved (Buchhaltung und Lohnverrechnung)

Frau Sylvie Hochwarter

Herr Philipp Riccabona (Küche)

Frau Christina Huber

Herr Wolfgang Seyringer (Schulwart, Haustechnik)

Herr Michael Knopp

Frau Nermina Sisic (Reinigung)

Frau Welmoed Kollewijn

Herr Engelbert Sperl (Verwaltung)

Frau Gerda Lukaschek Frau Jessica Melchinger

° im Vorstand

Frau Ute Reumann

Herr Heinz Genswein (Kollegium)

Frau Esther Schmidt

Herr Martin Kaufmann (Eltern, Kassier)

Frau Martina Schmidt

Frau Angelika Kellner (Kollegium)

Frau Milica Simovic

Frau Jessica Melchinger (Kindergarten)

Frau Eva Sindelek

Herr Gerhard Rumetshofer (Eltern, Schriftführer)

Frau Isabella Skarek

Frau Karin Schadl (Eltern)

Frau Magdalena Sperl

Frau Eva Sindelek (Kindergarten)

Herr Michael Svoboda

Herr Engelbert Sperl (Eltern, geschäftsführender Obmann)

Frau Claudia Tiedge

Herr Lothar Trierenberg (Eltern)

Frau Michaela Tobler

Frau Rita Welte (Kollegium, Direktorin)

° im Hort Frau Elisabeth Dragschitz Herr Jonas Finkenstädt Herr Gerald Grestenberger Frau Lena Kames Frau Michelle Machek Frau Laura Pessoa-De Campos


Jahresheft 2019/2020

im Schuljahr 2019/2020 ° in der Pädagogik Herr Stefan Albrecht (Musik, Chor, Orchester)

Frau Natascha Hermann (Klassenlehrerin 1. Klasse,

Frau Carina Allerberger (Mathematik, Vermessungspr.)

Spielturnen)

Frau Elisabeth Alscher-Bassenheim (Buchbinden, Kartonagen,

Herr Manfred Hofer (Klassenlehrer 5. Klasse)

Herr Johannes Ickelsheimer (Chemie)

Spinnen/Weben, Landwirtschaftspr.)

Frau Christina Bauer (Klassenlehrerin 2. Klasse)

Frau Ursula Kaufmann (Deutsch, Religion - Ethik,

Frau Christine Bolleter (Klassenlehrerin 6. Klasse)

Frau Ulrike Borovnyak (Englisch, Spanisch)

Frau Angelika Kellner (Biologie, Englisch,

Herr Jakob Butschle (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Ekaterina Chebova (Russisch)

Herr Alfred Kohlhofer (Plastizieren, Darst. Geometrie)

Frau Stefanie Czellary (Handarbeiten,

Frau Welmoed Kollewijn (Eurythmie)

Frau Monika Kossdorff (Heileurythmie)

Religion - freichristl. Unterr.)

freichristl. Unterr., Tutorin 12. Klasse) Französisch, Tutorin 11. Klasse)

Frau Christiane Dostal (Klassenlehrerin 8. Klasse,

Herr Wilhelm Kvasnicka (Sport)

Frau Rebecca Langfelder (Mathematik)

Religion - freichristl. Unterr.)

Herr Holger Finke (Kunstgeschichte, Mathematik,

Frau Laetitia Lernpeiss (Schulärztin)

Frau Margret Loy (Kunstgeschichte, Malen,

Physik, Tutor 10. Klasse)

Herr Matthias Freiberger-Geistberger (Mathematik)

Herr Heinz Genswein (Werken, Physik)

Herr Wolfgang Ludwig (Physik)

Frau Marion Giannelos (Klassenlehrerin 7. Klasse, Englisch)

Frau Adinda Meijts (Schneidern)

Frau Olga Glazkova (Russisch)

Frau Lena Michailova (Schneidern)

Frau Gabriele Gössl-Hiesböck (Werken, Tischlern)

Frau Ingeborg Mühlegger (Schul-Psychologin)

Frau Krishna Hader (Handarbeiten)

Herr Jakob Pejcic (Musik)

Frau Tanya Hanna (Eurythmie, Religion - freichristl. Unterr.)

Frau Konstanze Reiner-Friedl (Förderunterricht)

Frau Franziska Heller-Meixner (Biologie, Forstpr.,

Frau Claudia Repototschnig (Klassenlehrerin 2. Klasse)

Frau Monika Rochla (röm.-kath. Unterr.)

Chemie, Geographie, Tutorin 9. Klasse)

Zeichnen, Geographie - Wirtschaftskunde)

Frau Christine Rumetshofer (Klassenlehrerin 4. Klasse) Herr Manuel Saurer (Sport) Frau Micha Schuster-Szabo (Deutsch) Frau Maria Simeonova (Klavierbegleitung) Frau Valentina Sobol (Russisch) Herr Alexander Stadelmann (Informatik) Frau Vivian Stürzenhofecker (Musik) Frau Brigitta Svoboda (Klassenlehrerin 3. Klasse,

Religion - freichristl. Unterr.)

Frau Sabine Trierenberg (Sport, Spielturnen, Tanzen/Volkstanz) Herr Paul Vallen (Russisch) Frau Saskia Van Gijzen (Englisch) Herr Leonhard Weiss (Philosophie – Psychologie) Frau Rita Welte (Englisch) Frau Margarete Wolleitner (Religion - evang. Unterr.) Herr Kuros Zahedi (Gartenbau, Englisch)

_ 29


30 _ Gewinn / Verlust im Schuljahr 2018/19

Rudolf Steiner-Schulverein Wien-Mauer Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum von 1.9.2018 bis 31.8.2019

Erträge

%

Elternbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . . 1 342 936,57

46,2%

Spenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193 967,04

6,7%

Subventionen Stadtschulrat . . . . . 146 426,39

5,0%

Förderung Unterrichtsmittel . . . . . . 9 992,14

0,3%

Zuschüsse MA10. . . . . . . . . . . . . . . . 646 463,44 22,3%

Aufwände

%

Personal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 438 649,91

84,0%

Sachaufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 401 367,17

13,8%

Mieten sonstige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 099,90

0,6%

Arbeitsmarktförderung . . . . . . . . . . . 4 029,92

0,1%

Mitgliedsbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 128,96

0,2%

Div. Erlöse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 455,06

1,6%

-Sachanlagen, Gebäude. . . . . . . . . . . . . . 37.954,12

1,3%

Zinserträge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375,13

0,0%

-Betriebsausstattung . . . . . . . . . . . . . . . . 10 566,95

0,4%

Erträge Vermietung. . . . . . . . . . . . . . 16 540,61

0,6%

Versicherungserlöse . . . . . . . . . . . . . . . . 420,00 0,0% Erlöse Küche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 292,14

Abschreibungen

Summe Aufwände. . . . . . . . . . . . . . . . . 2 904 638,05 100,0%

4,3%

Auflösung RSt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 012,80

1,8%

Subvention AMA. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 651,45

0,0%   geprüft und in Ordnung befunden am 15.1.2020

Subvention Forstprojekt. . . . . . . . . . . 7 000,00 0,2%   Rechnungsprüfer: Peter Dürhammer, Josef Prüller Subvention Bund. . . . . . . . . . . . . . . 205 484,00

7,1%

Subvention Nachmittage . . . . . . . . . 26 000,00

0,9%

Verlust . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 462,40

2,5%

Summe Erträge . . . . . . . . . . . . . . . 2 904 638,05 100,0%


Gewinn / Verlust im Schuljahr 2018/19 _ 31

Transparente Finanzen von Martin Kaufmann Das Schuljahr 2018/19 brachte unseren Verein in eine an-

Ein Thema, das mich in letzter Zeit bewegt hat, ist die Trans-

gespannte finanzielle Situation. Steigenden Kosten, die uns

parenz der Schulfinanzen. Immer wieder hört man verein-

vor allem im Personalbereich unerwartet trafen, standen

zelte Feedbacks aus Elterngesprächen oder manchmal auch

geringeren Einnahmen vor allem im Bereich der öffentlichen

aus dem Kollegium, dass die Schulfinanzen nicht trans-

Förderungen gegenüber. Die unerwarteten Personalkosten

parent seien. Meistens stellt sich zwar heraus, dass diese

(hauptsächlich für eine Ersatz-Lehrkraft über einen langen

Beschwerdeführer keine der angebotenen Möglichkeiten

Zeitraum) verhinderten, dass das Minimalziel erreicht wer-

wahrgenommen haben, um sich entsprechend zu informie-

den konnte, das einen Verlust in Höhe von maximal den bi-

ren – dennoch ist es ärgerlich, dass unsere Bemühungen, die

lanziellen Abschreibungen vorgesehen hätte. Doch der tat-

Schulfinanzen so transparent wie nur irgend möglich zu ge-

sächliche erwirtschaftete Verlust in Höhe von € 72.462,40

stalten, nicht nur nicht genutzt, sondern auch noch Vorwür-

liegt doch um etwa € 25.000,- über dieser Grenze und be-

fe erhoben werden. Dabei steht bei uns gerade die Transpa-

lastet daher auch massiv die Liquidität des Vereins. Für das

renz unserer Tätigkeiten im Mittelpunkt. Wir erläutern die

Schuljahr 2019/20 wurden selbstverständlich alle Hebel in

Finanzsituation ausführlich bei jeder Generalversammlung,

Bewegung gesetzt, um ein ähnlich negatives Ergebnis zu

legen dort die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrech-

verhindern, was nach ersten Prognosen über zu erwarten-

nung auch zur Mitnahme auf und stehen für jegliche Fragen

de Elternbeiträge und voraussichtliche Personalkosten auch

zur Verfügung. Außerdem werden bei unseren Generalver-

erfolgreich zu werden schien.

sammlungen nicht nur Vereinsmitglieder zugelassen, sodass jede/r Interessierte die Möglichkeit hätte, sich dort zu informieren. Und zusätzlich biete ich seit einigen Jahren anstelle eines Allgemeinen Elternabends Finanz-Informationen im kleinen Kreis an: In einer Runde von maximal fünf Personen stehe ich Rede und Antwort zu allen Fragen rund um unsere Einnahmen und Ausgaben, gehe in jedes Detail bis hin zu den einzelnen Buchhaltungskonten und diskutiere Strategien zu Einnnahmenssteigerungen und Ausgabensenkungen. Der Wechsel von Elternabenden zu diesem „intimen“ Format erfolgte aufgrund des geringen Interesses an den öffentlichen Veranstaltungen. Allerdings fanden auch die persönlichen Fragerunden der letzten Jahre noch nie mit mehr als drei interessierten TeilnehmerInnen statt … Im heurigen Frühjahr musste dieses Angebot leider corona-bedingt ausfallen; für das Frühjahr 2021 steht es jedoch jedenfalls wieder auf dem Plan... und ich ersuche all jene, die die Finanzen der Schule als intransparent kritisieren, bitte endlich die Angebote wahrzunehmen, die wir zur Verfügung stellen, um unsere Arbeit absolut transparent darzustellen! Martin Kaufmann ist Kassier des Schulvereins der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer.


32 _

Jahresheft 2019/2020

113 – eine unendliche Geschichte oder Gibt es was Neues zum Neubau? Schon wieder bin ich in der schwierigen Lage, etwas zu un-

stehen diesem Vorhaben sehr positiv gegenüber, weil auch

serem geplanten Schulneubau auf 113 berichten zu sollen –

die alte Widmung (aus den 1970er Jahren) schon den Bau ei-

schwierig, weil ich leider seit vielen Jahren immer sehr Ähnli-

ner Turnhalle vorgesehen hatte, nur haben sich die Anforde-

ches zu berichten habe...

rungen und die Größe einer „Normturnhalle“ in den vergan-

Viele haben sich vielleicht schon gefragt, warum das alte Ge-

genen dreißig Jahren geändert.

bäude denn im Sommer „renoviert“ wurde und was das zu

Die fertigen Unterlagen dazu, die von der MA 21 erstellt wur-

bedeuten hat in Bezug auf den geplanten Neubau?

den, liegen nun zur Genehmigung beim Gemeinderat. Die Ab-

Durch dessen bisherige und bereits lange Verzögerung war

stimmung darüber wird niemals vor einer Gemeinderatswahl

es einfach notwendig, ein paar Dinge soweit zu sanieren, dass

vorgenommen; daher war schon im Frühling klar, dass wir bis

das alte Haus noch ein bisschen durchhält. So wurde die Fas-

nach der Wahl und der Konstituierung der neuen Stadtregie-

sade soweit in Stand gesetzt, dass sie nicht weiter bröckelt,

rung warten müssen.

die Toiletten wurden saniert und alle Waschräume mit Warm-

Die Wahl ist geschlagen, und wir hoffen nun auf eine rasche

wasser versorgt, die Fenster wurden wieder in einen Zustand

Regierungsbildung, damit dieser Beschluss möglichst zeitnah

gebracht, der die Heizkosten minimiert und das Lüften leich-

erfolgen kann – und dann noch positiv ausgeht...

ter möglich macht. Das alles wurde natürlich mit möglichst geringen Kosten und nicht für die Ewigkeit umgesetzt; daher sieht man die Spuren auf der Fassade auch. Zum Glück kam dann die 12. Klasse und hat zumindest die Wand auf der Terrasse vor der 4. Klasse so schön bemalt – eine perfekte Zwischenlösung.

Wie geht es dann weiter: Sollte das alles gut gehen, können wir eine neue Einreichung vornehmen, und es startet ein ganz normales neues Bewilligungsverfahren auf Grundlage der neuen Bebauungsbestimmung (= Flächenwidmung). Wie lange dieses dann dauert, ist schwer zu sagen, aber es gibt zumindest eine realistische

Jetzt aber zum Stand unserer Pläne zum Neubau:

Chance, dass wir im Jahr 2021 eine gültige Baubewilligung

Nach der Aufhebung unseres Baubescheids durch die obers-

bekommen.

te Instanz (Bundesverwaltungsgericht) haben wir mit den zuständigen Behörden eine Änderung der Flächenwidmung

Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten und hof-

besprochen und eingereicht. Es soll also unser Grundstück –

fentlich bald mit besseren Nachrichten aufwarten können.

gemeinsam mit der Umgebung – eine neue Flächenwidmung erhalten, die unser vorliegendes Bauprojekt ohne Ausnahmeregelung ermöglicht. Die Stadt Wien und der Bezirk Liesing

Lothar Trierenberg – für den Vorstand

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Jahresheft 2019-2020  

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