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Jahresheft 2018/2019 MoMent Extra-Ausgabe

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Herbst 2019


2 _ Jahresheft 2018/2019

Jahresheft 2018/2019 der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer MoMent Extra-Ausgabe Diesmal berichten wir Dieses Jahresheft, Roman David-Freihsl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 3 100 Jahre Waldorf-Jubiläum (Übersicht) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ab Seite 5 The Armed Man – A mass for Peace, Ansprache v. Holger Finke . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 6 Stimmen aus dem Ensemble . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8 Stimmen aus dem Puplikum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10 Audiovisuelle Performance, Lange Nacht der Waldorfpädagogik . . . . . . . . . . . Seite 12 Zwölf Jahre in der Waldorfschule, Anna Brand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 15 Die 1. Klasse 2019/2020 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 16 Themen der 8. Klass-Abschlussarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 17 Die 12. Klasse 2018/2019 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 18 Themen der 12. Klass-Abschlussarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 19 Der Rudolf Steiner-Schulverein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ab Seite 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schuljahr 2018/2019. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 20 Gewinn- und Verlustrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22 „Über Geld spricht man nicht – Geld hat man!“, Martin Kaufmann . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 23 Schülerinnenaustausch – immer ein lohnendes Erlebnis, Angelika Kellner . . . . . . . Seite 24 Berichte von Auslandsaufenthalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ab Seite 25 Nach dem Lauf ist vor dem Lauf, zum 3. Maurer Waldorf Lauf . . . . . . . . . . . . . ab Seite 33

Impressum: Medieninhaber, Verleger, Herausgeber: Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer mit freundlicher Unterstützung des VFWG (Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft) Absender: 1230 Wien, Endresstraße 100 office@waldorf-mauer.at; moment@waldorf-mauer.at

Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 13Z039641 M MitarbeiterInnen: Z. & M. Bangert, N. Berke, A. Brand, R. David-Freihsl, U. Dotzler, M. Filipic, H. Finke, B. Födinger, J. v. Gässler, M. Goss, E. Graf, M. Hirczy, M. Hofer, K. Hruza, M. Kaufmann, A. Kellner, R. Kneucker, M. & H. Kossdorff, F. Lernpeiss, N. Matznetter, B. Monshi, M. Trierenberg, M. Scholz


Jahresheft 2018/2019 _ 3

Liebe Freunde der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer,

die internationale Waldorfbewegung kommt heuer

Und dann findet sich in diesem Jahresheft auch noch ein Beitrag, der

so richtig in Bewegung – dank des Turbos der welt-

uns direkt zu der Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart

weiten Feiern, Aktionen und Impulse anlässlich der

zurückführt; eine Schule, die für Arbeiterkinder des Waldorf-Astoria-

ersten 100 Jahre seit Gründung der ersten Wal-

Werks eingerichtet wurde. Es ist der Beitrag über die Finanzen unse-

dorfschule in Stuttgart. Große Ereignisse leuchten

res Schuljahres auf Seite 23, der zeigt: Es ist auch heute noch möglich,

voraus – und auch wenn diese vor allem in diesem,

dass unsere Steiner-Schule offen für alle ist. Allerdings nur dann, wenn

angelaufenen Schuljahr stattfinden, können wir

jene, denen es finanziell möglich ist, sich dessen bewusst sind und ei-

schon auf die ersten Highlights unsere Schein-

nen entsprechenden Beitrag leisten…

werfer richten: mit der grandiosen Aufführung der

In diesem Sinne wünschen wir viel Freude und Anregung beim Schmö-

Jenkins-Messe im Odeon und der eindrucksvollen

kern dieses Jahresheftes!

audiovisuellen Performance anlässlich der langen

Roman David-Freihsl

Nacht der Waldorfpädagogik an unserer Schule.

für all jene, die diese Ausgabe ermöglicht und sie erarbeitet haben.

Angesichts dieser aktuellen Ereignisse findet sich

Vielen und herzlichen Dank dafür!

ein weiterer Schwerpunkt dieses Jahresheftes – der uns nicht minder am Herzen liegt – weiter hinten im Heft: jener über die Erfahrungen unserer SchülerInnen bei diversen Auslandsaufenthalten. Auslandsaufenthalte, die meist nur deshalb möglich waren, da sich die Waldorfbewegung binnen 100 Jahren zu einer großen, internationalen Bewegung entwickelt hat. Jede einzelne dieser AustauschZeiten ist eine prägende Erweiterung des eigenen Horizontes – und die Berichte darüber mögen hoffentlich eine Anregung und ein Anreiz sein, so etwas selbst zu versuchen oder bei den eigenen Kindern anzuregen.

Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien, aus umweltfreundlicher Druckproduktion Foto- und Bildnachweis: Nadja Berke, Seweryn Habdank-Wojewódzki, Elias Hartmann, Karl Hruza, Lothar Trierenberg, SchülerInnen der 10., 11. und 12. Klasse


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100 Jahre Waldorfpädagogik: Ein Veranstaltungsüberblick Waldorfpädagogik im Gespräch Sinn-Bildung durch Welt-Begegnung 17. und 18. Oktober 2019 Bitte entnehmen Sie die genauen Programmpunkte der Rückseite dieses Heftes.

Lange Nacht der Waldorfschulen 19. September 2019

Bericht in diesem Jahresheft ab Seite 12

In Österreich, Europa und der ganzen Welt feierten Waldorfschulen das 100jährige Bestehen ihrer Pädagogik. Wie unsere Schule feierte, lesen Sie auf den folgenden Seiten und in der kommenden Herbstausgabe von MoMent. Besonders freute es uns, diesen Tag gemeinsam mit der Karl Schubert Schule erleben zu können!

The Armed Man – A mass for Peace ODEON Taborstr. 10, Wien 1020 11. bis 13. September 2019

Bericht in diesem Jahresheft ab Seite 6

3. Mauer Waldorf Lauf 8. September 2019

Bericht in diesem Jahresheft ab Seite 33

österreichweiter Staffellauf April bis September 2019

Bericht im MoMent Sommer 2019, Seite 24, 25

https://issuu.com/waldorf-schule_wien-mauer/docs/moment_sommer_2019_web Die Runde durch ganz Österreich wurde geschafft. Am 19. September kam das Staffelholz aus Villach zurück nach Klagenfurt, von wo aus der Lauf am 8. April gestartet war.

CIRCUS DIVERTISSIMO Mai 2019

Bericht im MoMent Sommer 2019, Seite 20, 21

https://issuu.com/waldorf-schule_wien-mauer/docs/moment_sommer_2019_web Mehr zu den verschiedenen Feierlichkeiten in Österreich und weltweit können unter folgenden Links nachgelesen werden:

www.waldorf.at www.waldorf-100.org Wer gerne nochmals unsere Feierlichkeiten Revue passieren lassen möchte, ist herzlich eingeladen, auf unserer Webseite die Galerie zu besuchen!

https://www.waldorf-mauer.at/eindruecke/galerie-2019-20

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Waldorf 100 Veranstaltungen

Ansprache anlässlich des Konzertes

THE ARMED MAN – A MASS FOR PEACE von Karl Jenkins im Odeon am 12./13. September 2019 Holger Finke „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“

„Das Freischwebende, Schwerelose seiner Ideen riss mich hin.“

Liebe Schülerinnen und Schüler,

Viele riss Nietzsche hin: Rainer Maria Rilke, Heinrich

verehrte Damen und Herren,

und Thomas Mann, Hermann Hesse, Gottfried Benn, um nur einige zu nennen.

unter den großen Denkern des 19. Jahrhunderts gab es einen, dessen

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, ein Satz aus

große Leidenschaft die Musik war. Die Musik versetzte ihn in den Zu-

der Feder Friedrich Nietzsches.

stand wahren Seins, lichtumflossen, schwerelos, grenzenlos. In diesem

Als Rudolf Steiner vor 100 Jahren auf Bitte Emil

Zustand wollte er sich und die ganze Menschheit sehen. Eine gewaltige

Molts die Waldorfpädagogik ins Leben rief, ging es

Vision der Zukunft.

beiden, wie zuvor Nietzsche, um eine bessere Zu-

Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfpädagogik, sah diesen gro-

kunft. Eine bessere Zukunft – danach sehnten sich

ßen Denker ein einziges Mal. Das war im Jahre 1896, Steiner war da-

viele, denn der Erste Weltkrieg war gerade erst vor-

mals 35 Jahre alt.

über. Rasch verbreitete sich der neue Schultypus, die

„Habe eben Nietzsche gesehen“, schrieb Steiner tiefbewegt unmit-

Zeit war reif und günstig. Auf Jahre der Blüte folgte

telbar nach der Begegnung nieder. Friedrich Nietzsche, 52 Jahre alt,

der Nationalsozialismus, der diese neue Schule nicht

befand sich damals lange schon in geistiger Entrückung. Die übliche

ertrug, weil in ihr die Individualität und Freiheit des

Formulierung „geistige Umnachtung“ vermeide ich, da ich sie für un-

Menschen gefeiert wurden, nicht aber seine Konfor-

angemessen halte. Er war bettlägerig und wurde von seiner Mutter

mität und Programmierbarkeit. Weil in ihr alle Men-

gepflegt.

schen geachtet wurden, nicht nur die bestimmter

Steiner, der Bewunderer Nietzsches, trat im Laufe seines weiteren Le-

Herkunft. Unter den Nationalsozialisten wurden die

bens auch als eminenter Kritiker dieses mächtigen Philosophen auf.

Waldorfschulen zugesperrt.

Doch noch im Alter schrieb er in seiner Autobiographie über Nietzsche:

Doch seit Ende des Zweiten Weltkrieges entstehen


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jung bis alt, ein wunderbarer Mix der Generationen. Das ist der Kreis, der Waldorfpädagogik ermöglicht. Unser größter Schatz darunter aber sind die Jugendlichen, weil die Zukunft sich in ihnen verwirklichen wird. Als Karl Jenkins A Mass For Peace komponierte, ging es ihm um die Zukunft. A Mass For Peace ist ein visionäres Werk. Jenkins vertraut dabei auf die Verwandlungskraft, ja Erlösungsmacht der Musik. In seinem Werk erzählt er in Tönen von der Polarität zwischen Krieg und Frieden, vielleicht dürfen wir allgemeiner auch sagen: von der Polarität zwischen Zerstörung und Gesundung. Jenkins wirbt dabei für die Seite des Friedens, der Gesundung. Wir kennen die Zukunft nicht. Aber wir wissen, dass sie sensibel auf Kraftfelder reagiert und dementsprechend diese oder jene Form annimmt. Wenn 300 Menschen, hier auf der Bühne, musizieren und dabei ihr Bestes geben, schmieden sie ein Kraftfeld, das mitreißt und der Zukunft ein Flussbett legen kann. Wenn 300 Menschen, hier im Saal, intensiv lauschen und eintauchen, werden auch sie zu Schmieden an dem Kraftfeld, rund um den Erdball Waldorfschulen, in bis heu-

das beide, Musiker und Hörer, zusammenführt und steigert.

te wachsender Tendenz – eine Entwicklung, die zu

Das, wovon ich spreche, das Musizieren, das Lauschen, das Schmieden

Freude Anlass gibt und Mut macht.

am Kraftfeld, ist eine Tat. Verehrte Anwesende, mit dieser Tat, die im

Dieses Jahr, das Jubiläumsjahr, lädt ein zurückzu-

Geistigen wurzelt, wollen wir die nächsten 100 Jahre Waldorfpädagogik

blicken. Das ist gut so, denn unsere aktuelle Posi-

heute beginnen. Wir haben die Säulen (zu beiden Seiten dieses einzigar-

tion im Strom der Zeit verstehen wir besser, wenn

tigen Raumes) als stumme Zeugen. Wir haben eine hohe Decke, unter der

wir uns Vergangenes vergegenwärtigen.

für uns gespielt und gesungen wird.

Wichtiger jedoch als der Blick zurück ist der Blick

Bleibt mir nur noch, Ihnen allen ein tief berührendes Musikerlebnis zu

nach vorne. Wer eine Schule betreibt, dem geht es

wünschen.

um die Zukunft. Wer ermöglicht eine Waldorfschu-

Ich bitte jetzt die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Stefan

le? Die Antwort auf diese Frage finden wir, wenn

Albrecht, den Ton zu ergreifen.

wir die Population hier auf der Bühne näher be-

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

trachten. Wir finden dort Schülerinnen und Schüler, Eltern, Kindergärtnerinnen und Kindergärtner,

Holger Finke ist Lehrer an der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer und Do-

Lehrerinnen und Lehrer, knapp 300 Personen von

zent am Zentrum für Kultur und Pädagogik in Wien


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Waldorf 100 Veranstaltungen

Stimmen aus dem Ensemble Als vor ziemlich genau einem Jahr per Mail die Bildung eines

kommenen Ohrwürmern wurden, fügten im Laufe der Wochen

Projektchores angekündigt wurde mit dem Ziel, Karl Jenkins’

und Monate die Teile sich zu Größerem zusammen und erga-

„A Mass for Peace“ gemeinsam mit dem Oberstufenchor und

ben schließlich ein schlüssiges Ganzes.

dem Schulorchester im Odeon aufzuführen, war mir sofort

Aber das Puzzle war durch den Chor allein noch nicht vervoll-

klar, dass die Einladung zur Teilnahme mir gleichsam ein Ge-

ständigt. Erst als das Orchester zum ersten Mal mit uns prob-

schenk wäre und ich auf jeden Fall dabei sein wollte. Was für

te, da wurde das erarbeitete Werk so richtig dreidimensional.

eine schöne Vorstellung, am selben musikalischen Projekt wie

Wie staunte ich über die enorme Konzentration und das Kön-

meine Tochter, die jetzt die 10. Klasse besucht, mitzuwirken!

nen der teilweise so jungen Orchestermitglieder!

Schon in den ersten Proben war dieses Geschenk zu spüren:

Wie elektrisierend war der Puls, den die bravourösen Schlag-

Die beeindruckend frische Präsenz unseres Chorleiters Ste-

werker dem Stück verliehen! Nun war ich neugierig auf mehr

fan Albrecht faszinierte mich, und seine liebevolle Vermitt-

und konnte die weitere Probenarbeit kaum erwarten.

lung dieser packenden, wiewohl schweren musikalischen Kost

Als wir uns schließlich – nur zwei Tage vor der Generalprobe

machte wirklich jede Probe zum Vergnügen. Außerdem wa-

– im Odeon einfanden... großer Chor, großes Orchester, große

ren da immer sympathische Menschen zu entdecken – jede

Bühne und ein Raum, in dem sich unsere Stimmen zu verlie-

Begegnung eine Freude! Und doch schlich sich zwischen-

ren schienen… da mussten wir erst wieder Orientierung ge-

durch Staunen über das ambitionierte Ziel bei mir ein.

winnen – und Mut. Da klang manches plötzlich verloren und

Während anfangs einzelne Themen und Melodien mir zu will-

schräg. Doch am nächsten Abend schon hatten wir wieder Tritt


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gefasst, und was uns bei der Generalprobe gelang, überstieg

Für mich als Schlagwerkerin war es sehr cool, dass es ein

mein Glauben und Zweifeln, berührte und beeindruckte tief.

Stück mit viel Schlagwerk war.

Was aber bei der letzten Aufführung erklang, erhob sich weit,

Als wir begonnen haben, das Stück zu proben, haben wir

weit über meine Träume. Obwohl ich seit meiner Kindheit sin-

das noch mit Stefan Lichtenegger gemacht und haben es

ge, kann ich sagen: Noch nie war ich auf der Bühne so glück-

ganz gut hingekriegt. Als wir erfuhren, dass Stefan Lich-

lich und so tief berührt gewesen wie an diesem Abend.

tenegger gehen und wer anderer kommen würde, war ich

Freilich war die Werkwahl genial; aber auch die einführenden

erst einmal geschockt. Aber als wir dann Ferenc bekamen,

Worte von Holger Finke und das Odeon als wahrlich würdiger

war alles schon ab der ersten Probe wieder super, und wir

Aufführungsort trugen zu diesem wunderbaren Erlebnis bei.

konnten ein tolles Konzert spielen.

Ich bin zutiefst dankbar für das Geschenk dieser Erfahrung!

Zoe Bangert

Und dieser Dank gilt natürlich allen, die mitgewirkt haben in

Schülerin, 7. Klasse in Wien-Mauer

Chor, Orchester und Organisation, sowie den ZuhörerInnen, ohne die eine Aufführung keinen Sinn machte. Ganz besonders danke ich aber Stefan Albrecht, der uns menschlich wie

Als ich im Herbst letzten Jahres erfuhr, dass es das An-

musikalisch auf großartige Weise den Weg wies.

gebot gäbe, beim Chor für das Jenkins-Konzert mitzusin-

Monika Scholz

gen, dachte ich gleich, dass das eine super Chance wäre,

Schülerinnenmutter, 10. Klasse in Wien-Mauer

wieder einmal zu singen. Aufgrund meiner Arbeit konnte ich leider erst kurz vor Weihnachten einsteigen, befand mich dann dafür gleich von der ersten Probe weg mitten in einem bereits sehr schön klingenden Klangkörper. Es hat von der ersten Minute an Spaß gemacht. Natürlich gab’s Dienstagabende, an denen die Überwindung, noch einmal hinaus und zur Probe zu gehen, groß war. Bereut habe ich es dann aber nie! Jedes einzelne Mal bin ich nach der Probe gut aufgetankt und dankbar für die Möglichkeit nach Hause gefahren. Die Aufführungswoche war zugegebenermaßen durchaus anstrengend. Aber wie immer bei solchen Ereignissen überwiegen das Hochgefühl und die Freude darüber, dabei gewesen zu sein, die Müdigkeit bei Weitem! Danke Stefan für diese tolle Möglichkeit! Monika Bangert Schülerinnenmutter in der 7. und 9. Klasse und ehemalige Schülerin


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Waldorf 100 Veranstaltungen

Stimmen aus dem Publikum Der Unterschied zwischen einer Waldorf-Schulfestsaal-Ansprache vor allen Klassen und einer Waldorf-Jubiläumsansprache im Odeon besteht darin, dass das Publikum sich im zweiten Fall sofort still verhält und erwartungsvoll zuhört. Das Wirken der in der Rede von Herrn Finke erwähnten Kraftfelder konnte somit unmittelbar einsetzen. In order of appearance: Ursula Bosch, das Orchester, der Chor, Holger Finke, Stefan Albrecht, der Imam als Muezzin, die Solistinnen und die Solisten. Die Gemüter der im Theaterraum Anwesenden fingen an, still nach innen und hörbar nach außen – instrumental unterstützt – zu agieren. Die Samen aller vielschichtigen Probenarbeiten gaben sich dem ganzen Werkboden vorbehaltlos hin. Freudige Dankbarkeit für Vergangenes wie für Gegenwärtiges – und für das Zukünftige? – LET US TRY! – LET US TRY AGAIN AND AGAIN! *) Elfriede Graf, ehemalige Englisch- und Klassenlehrerin in Wien-Mauer *) Motto von Eliane Porpaczy (1943 - 2001), vierfache Schülerinnenmutter, engagierte und mittragende Persönlichkeit der Schulgemeinschaft Wien-Mauer


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THE ARMED MAN – A MASS FOR PEACE Das Orchester sitzt bereits, als ich den Odeon-Saal betrete und meinen Platz suche – es ist ein großes Orchester, mit allen Instrumenten bestückt für eine große romantische Musik –, und danach füllen rund 200 SängerInnen die Bühne: Alle zusammen sind Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und andere „Freunde der Waldorfschulen“. Sie werden miteinander die bewegende „Messe für Frieden“ musizieren. Das Thema Frieden und die Kraft der Komposition von Karl Jenkins hat sie in Proben ein Jahr lang verbunden und zusammengeschweißt. Stefan Albrecht, der Leiter, Lehrer und Dirigent, hat ihnen die Intensität des Projektes, Thema und Musik über ein Jahr vermitteln können. Unglaublich, was an Vorbereitungen gelang, unglaublich, wie durchgehalten wurde. Unglaublich auch, was an beiden Abenden den rund 250 MusikerInnen an Präzision der Einsätze und Schlüsse, an Soli, an Ausdruck und Steigerungen, an Schreien und an Stille gelang. Es waren Momente des Übersich-hinauswachsen-Können. Karl Jenkins spricht die Tonsprache Richard Wagners und der englischen Moderne, er erinnert an Palestrina, er steht fest in der englischen Chortradition. Seine Messe verheißt am Ende Zuversicht: „Gott wird abwischen alle Tränen“. Österreichische Erstaufführung? Jedenfalls chapeau. Raoul Kneucker ehemaliger SchülerInnen-Vater in Wien-Mauer, ehemaliges Waldorfbund-Vorstandsmitglied


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Waldorf 100 Veranstaltungen

Audiovisuelle Performance – Lange Nacht der Waldorfpädagogik Wir schlossen uns nahtlos an die Feierlichkeiten der Langen

Es ist immer schön, wenn die Möglichkeit besteht, außerhalb

Nacht der Waldorfpädagogik an, indem wir die Verbindung

des regulären Rahmens, den die Schule vorgibt, gemeinsam

von Licht, Klang und Raum ebenfalls feierten.

mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Kinder bringen

Die unterschiedlichen kreativen Disziplinen in dem neu zu

diese ungeschminkte Neugierde und ein Vertrauen in die

erschaffenden Feld der Zerlegung und Wiederzusammen-

Sache mit. Auch wenn sie sich zieren, weil sie das Endergeb-

setzung waren Bilder, die die Schülerinnen unserer Schule

nis nicht kennen, lassen sie sich auf das Experiment ein. Und

gemeinsam mit der Lichtkünstlerin starsky (Julia Zdarsky,

wenn man beobachten darf, das 12jährige gegen 21:30 Uhr

ehemalige Schülerin an unserer Schule; Anm.) erschaffen hat-

tanzend im Lichtspiel der großflächigen Projektionen auf

ten. Hinweisend auf die individuellen Möglichkeiten, die Licht,

Gebäude und Bäumen und zu ihnen fremden Klängen lust-

Musik und Raum haben und die Eigenschaften, die sie mit-

voll sich selbst vergessend in sich aufgehen, ist das Projekt

bringen, ließ sich etwas Außergewöhnliches erzeugen. Wir,

gelungen. Denn es sind ja nur Anregungen, das Licht, die

die Schülerinnen, ein Lehrer und die Künstlerin, die wir einge-

Bilder, die Musik, die es dem Menschen ermöglichen, in Kon-

laden hatten, nutzten freudvoll die Gelegenheit zusammen-

takt mit sich und seiner Seele zu treten. Es sind Impulse ei-

zuarbeiten. Das Resultat war persönlich, intensiv, verspielt,

ner Stimmung, die die Welt ganz groß und ganz klein zur sel-

treffend, abwechslungsreich und durchzogen von sich gegen-

ben Zeit machen. Es ist eine zukünftige Stimmung, eine, die

seitig beeinflussenden Inspirationen.

nicht gleich erkannt wird und deswegen nicht sofort einge-


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Manfred Hofer

ordnet werden kann. Sie ist es, die uns in unserer Entwicklung und in unserem Erwachsenwerden dorthin drängt, wo noch niemand ist, wo noch niemand sein kann. Und genau dort wollen wir hin. Wenn ich Rudolf Steiners „Philosophie der Freiheit“ lese, wenn ich mich mit Josef Beuys’ „Sozialer Plastik“ beschäftige, fühle ich mich in solch einem Akt, so wie ihn unsere Schule anlässlich dieser Feier zelebriert hat, verortet. Dann bin ich der „Erziehung zur Freiheit“ ganz nahe. Dann weiß ich, wohin wir Menschen gehören: dorthin, wo wir noch nicht sind. Und das in unserer Schulgemeinschaft miteinander zu leben, ist großartig ! Manfred Hofer ist Klassenlehrer der 5. Klasse im SJ 2019/2020


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Waldorf 100 Veranstaltungen

Zum Lichtspielzeug „spĂźl dich moin kind!“ von starsky Bardia Monshi Es tut mir leid, bei Kunst muss ich immer pathetisch werden. Das ist meine Schwäche. Das Leben ist ein Mysterium, etwas Rätselhaftes. Mit all unserem Wissen versuchen wir, es zu begreifen und kĂśnnen es doch nicht. Unser Verstand verhält sich dabei so, wie wenn wir Wasser begreifen wollen wĂźrden, indem wir versuchen, es in unserer Faust fest einzuschlieĂ&#x;en. Je fester wir zupacken, desto schneller entwischt es uns. Das einzige, so scheint mir, das dem ganzheitlichen Begreifen des Lebens näher kommt, ist die Kunst. In der Lichtinstallation von starsky hat alles, was zur Lebenskunst gehĂśrt, Platz. Die Formen sind geometrisch, geschliffen, klar und manches rein gezeichnet... das beruhigt den Verstand. Aber dann bewegen sich die Bilder, und sie sind doch ganz aus Licht. So klar und eindeutig sie noch ihre Spur auf Haus und Baum legen, sind sie doch nicht greifbar, und sie verschwinden gleich. Mit sphärischen Klängen sind die strahlenden Bilder untermalt. Licht und Ton, eigentlich wie bei einem Feuerwerk, nur dass die Explosion des Eindrucks sich nicht aus der AuĂ&#x;enwelt aufdrängt, sondern sich in aller Stille im Inneren entfaltet. starsky hat uns ein wĂźrdiges Kunsterleben fĂźr ein 100-jähriges Jubiläum geschenkt. Ein StĂźckchen Lebenskunst, und sie als Person verkĂśrpert darĂźber hinaus das Motto: Learn to change the world.

Der Klimawandel ist wirklich zum Heulen ...

Danke.

Bardia Monshi ist SchĂźlerinnenvater in der 3. und 7. Klasse

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12 Jahre Waldotf-Schule _ 15

Zwölf Jahre in der Waldorfschule – aus der Sicht einer Schülerin Anna Brand (Schülerin der 12. Klasse im SJ 2018/2019) Es ist ein wunderschöner Septembertag, die Sonne scheint,

und voller Neugierde die anderen SchülerInnen betrachteten,

die Vögel zwitschern ihre Morgenlieder, und ich laufe aufge-

mit denen wir zusammen die Olympischen Spiele beginnen

regt im blauem Kleid durchs Haus, vor Aufregung ganz zappe-

würden.

lig: Heute ist mein allererster Schultag!

Unser erstes gemeinsames Theaterstück, Parzival, zeigte uns,

Meine beiden älteren Brüder betrachten mich schmunzelnd, als

dass wir als Klasse zusammenhalten mussten, um so ein Pro-

ich unbedingt meine blaue Schultasche auch mitnehmen will…

jekt auf die Bühne zu stellen.

Meine Schultasche habe ich tatsächlich nicht gebraucht, ob-

Aber auch die verschiedenen Reisen wie zum Beispiel die

wohl ich sie „für jeden Fall“ mitgenommen habe.

Fahrradtouren nach Budapest und Basel vereinten unsere Klassengemeinschaft. Gemeinsam machten wir neue Erfah-

Als meine Familie und ich im kleinen Festsaal saßen, den Leh-

rungen und erlebten viele schöne Momente, an die ich mich

rerInnen zuhörend, wie sie das „Auf der Erde steh’ ich gern“ -

gerne zurückerinnere.

Lied sangen und schließlich mein Name aufgerufen wurde, mir

Als ich nach der achten Klasse schließlich in die Oberstufe

ein damals so riesig erscheinendes Zwölftklassmädchen eine

kam, warteten im Schloss nur noch vier verschlossene Tü-

Sonnenblume in die Hand drückte und mich auf die Bühne

ren, und langsam wurde mir bewusst, dass sich das Ende der

stellte… da war meine Aufregung am Höhepunkt.

Schulzeit näherte. Und was dann?

Dass ich aufgeregt auf der Bühne stand, würde nicht mein

Doch bevor ich mir Sorgen über „und was dann“ machen

letztes Mal sein, denn in den folgenden Jahren war ich jedes

konnte, warteten verschiedenen Praktika wie Landwirt-

Jahr mehrere Male auf der Bühne, zuerst als Teil der ganzen

schafts-, Forst-, Vermessungs-, Sozial- und Wirtschaftsprakti-

Klasse und später ganz alleine als eigene Persönlichkeit.

kum auf mich. In der Oberstufe wurde auch „richtig“ gelernt.

Zwölf Jahre Waldorfschule kann man sich wie ein Schloss mit

Ein Schüleraustausch in der zehnten Klasse bewies mir, dass

zwölf verschlossenen Türen vorstellen, hinter denen verschie-

ich kein kleines und ängstliches Kind mehr war. Mein Selbst-

dene Aufgaben warten. Einige Höhepunkte, die mir besonders

bewusstsein hatte sich enorm gesteigert.

in Erinnerung geblieben sind, will ich kurz erwähnen.

Selbstbewusstsein und eigene Einschätzung braucht man

In der dritten Klasse hatten wir Hausbauepoche, wo wir für

auch beim Singabend in der elften Klasse, da man alleine einen

den Waldorfkindergarten ein Lehmhaus bauten. Ebenso erin-

Song auf der Bühne singen muss.

nere ich mich auch gerne an die Handwerksepoche, in welcher

Jetzt bin ich in der zwölften Klasse; die letzte Türe habe ich im

verschiedene Handwerker (Schuster, Goldschmied, Bäcker

September geöffnet, nahezu alle Herausforderungen gemeis-

etc.) ihre Berufe vorstellten.

tert, und jetzt taucht wieder die Frage auf: „…und was dann?“

In der vierten Klasse umwanderten wir ganz Wien und führten

Extern maturieren und studieren, das ist die Antwort.

ein Kasperltheater auf, mit selbstgenähten Puppen.

Viele Menschen werfen der Waldorfschule vor, dass sie mit

Ich erinnere mich noch allzu gut, wie ich ängstlich meine Mut-

dem Schulstoff nahezu ein Jahr zurückhängt. Das stimmt zum

ter fragte, als sich das Ende der Unterstufe näherte, ob ich

Teil auch, aber das, was man in der Waldorfschule lernt und

mich im anderem Gebäude, das heißt im Maurer Schlössel,

erlebt, und dass die Menschlichkeit an erster Stelle steht, kann

auskennen würde, das mir damals so riesengroß erschien.

keine andere Schule ersetzen.

In der fünften Klasse übernachteten wir das erste Mal als

Den Schulstoff kann man nachlernen, doch die Erfahrungen

ganze Klasse ohne Eltern in Schönau. Was für eine Aufre-

und die schönen Erinnerungen bleiben für immer.

gung herrschte auf der Wiese, wo wir unsere Zelte aufbauten


16 _ die 1. Klasse

Die 1. Klasse 2019/2020 Der 57. Jahrgang seit Gründung der Schule Steckbrief Natascha Hermann......und die Kinder der 1. Klasse am 1. Schultag Geboren: 13.Juni 1974

Johanna Baminger

Mara Emilia Paulovici

Familienstand: verheiratet, 2 Söhne (10 und 7 Jahre)

Aaron Berger

Egon Otto Peschek

Schule: Volksschule und Gymnasium, Graz

Emil Bohun

Emelie Pfaffeneder

Ausbildung:

Mila Bohun

Elisa Reich

Studium der Pädagogik, Karl Franzens-Universität Graz

Kristina Bonsels

Marla Reichert

Studium der Gesundheitswissenschaften,

Magdalena Czellary

Aron Riemer

Bernadett David

Malini Saibel

Studium der Waldorfpädagogik, Donauuniversität Krems

Noah Eberharter

Paul Aaron Seidl-Konzett

Beruflicher Werdegang:

Mika Eichberger

Elijah Sekanina

Nima Haas

Kalvis Siber

Maximilian Haimel

Jaron Steinbach

5 Jahre Kommunale Gesundheitsförderung, London

Magdalena Kalser

Fiona Svoboda

1 Jahr Armutsreduktion und Wirtschaftsförderung, Ruanda

Pauline Kautzky

Helene Völker

Seit 2011 Dozentin an der Fachhochschule des bfi Wien

Alba Adele Krajco-Riemer

Tobias

Seit 2019 Dozentin am Rudolf Steiner Seminar für

Ilai Kramer

Waldmann-Hinteregger

Maximilian Langthaler

Ludwig Maximilians-Universität München

2 Jahre Forschung zu sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit, München und London

anthroposophische Sozialtherapie, Breitenfurt bei Wien


Abschlussarbeiten der 8. Klasse _ 17

Die Themen der Abschlussarbeiten der 8. Klasse 2018/2019 Luna Bangert ...... One World Foundation

Melinda Miklau ��������������������������������� Drehbuch

Ronja Timmel �������������������������������������������

Theodor Berke ����������������������������� Siebdruck

Vahide Mohammadi ������������������ Drachenbau

..................Kopfweh bei Jugendlichen

Letizia Bures ���������������������������������� Schmuck

Stephanie Peterseil ����������������������������� Survival

Marcel Tombe �������������������������� Comics

Mia Fleischmann �������������������������� E-Gitarre

Luka Petric ������������������������������������������������� Tennis

Matilda Trattner ����������� Vertikaltuch

Florian Göß ��������������������������������������������� Leo+

Emilio Schallmayer �������������������������������� Graffiti

Yuma Vollmann ������������������� Hypnose

Michael Grasböck ������������������������� Spiele(n)

Simon Schmidt ���������������������������������� Windkraft

Rafael Weingartner ��� Kartenmagie

Niklas Gromes ������������������������������������� Skaten Alida Hartmann ������������ Hundeerziehung Laura Jakel ����������������������������������� Plastikfrei Jana Kalauszek �������������� Bermudadreieck

Die 1. Klasse im SJ 2011/2012

Noel Kogler ������������ Abstrakte Fotografie Uma Krumina ����������������������������������������������������� ....... Kokle (lettisches Saiten instrument) Nico Küng ������������������������������������������ Survival Matteo Machiavello-Staller�� Ernährung Anna May ������������������������������������� Fotografie Maria-Elisabeth Michelitsch ....................... ������������������������� Erlebnispädagogik (Pferde)

Die 8. Klasse im SJ 2018/2019


18 _ die 12. Klasse

Der 45. Jahrgang seit Gründung der Schule

Die 12. Klasse 2018/2019 Beginn im September 2007 mit Barbara Willau, ab SJ 2015/16 mit Elisabeth Alscher-Bassenheim, ab SJ 2016/17 Carina Allerberger, Alfred Kohlhofer In der 12. Klasse waren ... Rukhsana Ahmad

Jonas Heigl

Valerie Nowy

Leonie Rabl

Johanna Binder

Pia Jedlicka

Nadine Obermeier

Estrella Schall

Eva Bräger

Diana Krieger

Yasmina Peschke

Shi Shi

Anna Brand

Isabel Kührer

Nina Pfeifer

Daria Sturm

Hannah Dürrer

Tom-Tom Lachmayr

Emely Pfrimer

Leonie Wess

Moses Ellermann

Ida-Malin Naisar

Jakob Prendinger

Muriel Wetter

Die Klasse haben zu einem früheren Zeitpunkt verlassen: Theophanu Aigner

Lilian Kaltenbrunner

Kieren McPeake

Luca Altmann

Isabella King

Mohamad Mohamadi

Valentin Schörghuber

Elsa Brockmann

Nikolaus Klein

Monire Mohammadi

Lea Steinbach

Philipp Cech

Livia Kleinheider

Noe Obersteiner

Rosemarie Stögerer

Simon Chaloupek

Ida Koller

Kristina Pangerl

Damian Wenger

Marco Cunsolo

Flora Kossdorff

Raphael Pessoa-De Campos

Hannah Wenk

Marcello Decleva

Nicholas Lang

Borbala Pettko-Szandtner

Kan Zhang

Ronja Sophia Gamerith

Emily Liebl

Benjamin Pospichal

Letian Zhang

Fabian Grössl

Michelle Martines

Caitlin Roche

Stefan Zlabinger

Bao Wen Guo

Nikola Martines

Jan Sauberer

Livia Hrastnik

Elia Mathei

Adél Schein


ihre Abschlussarbeits-Themen _ 19

Themen der Abschlussarbeiten der 12. Klasse 2018/2019

Diana Krieger Akademische Reitkunst

Emely Pfrimer Der gesunde Aufbau unserer Muskeln

Johanna Binder Windkraft

Isabel Kührer Die Geschichte der Mode im 20. Jahrhundert

Jakob Prendinger Permakultur

Eva Bräger Naturvölker

Tom-Tom Lachmayr Drohnen

Anna Brand Medizin im alten Ägypten, Mesopotamien und China

Ida-Malin Naisar Organische Architektur

Rukhsana Ahmad Ist Musik eine Waffe? Politik in der Musik

Hannah Dürrer Eine Welt voller Geschichten Moses Ellermann Online Marketing Jonas Heigl Survival Pia Jedlicka Farbenfroher als die Wirklichkeit Vincent Van Gogh

Valerie Nowy Die menschliche Gestalt in der Bildhauerei Nadine Obermeier Die visuelle Amateurin Analoge Fotografie

Leonie Rabl Naturmedizin Estrella Schall Der Einsatz und die Ausbildung von Polizeidiensthunden Shi Shi Architektur und Natur Daria Sturm Was ist eine Sekte?

Yasmina Peschke Rollkur

Leonie Wess Früherkennung und Heilung von Krebs mit klassischen Mitteln am Beispiel von Brustkrebs

Nina Pfeifer Alternative Wohn- und Lebensräume

Muriel Wetter Embryologie


20 _ Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im vergangenen Schuljahr

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ° im Kindergarten

° im Hort

Frau Nina Chab

Frau Betsabeh Aghamiri

Frau Ursula Dotzler

Frau Elisabeth Dragschitz

Frau Annika Gläser

Herr Gerald Grestenberger

Frau Anja Herkommer

Frau Lena Kameš

Frau Ursel Hielscher Frau Sylvie Hochwarter

° in der Verwaltung

Frau Christina Huber

Herr Ewald Braunstein (Küche)

Frau Chizuru Iwasaki

Frau Sandra Fessl (Küche)

Herr Michael Knopp

Frau Susanne Genswein (Schulsekretariat)

Frau Welmoed Kollewijn

Herr Gias Kazi (Küche)

Frau Jessica Melchinger

Frau Jelena Milosevic (Reinigung)

Frau Martina Schmidt

Frau Ulrike Nedved (Buchhaltung und Lohnverrechnung)

Frau Cosima Schubert

Herr Fred Samec (Küche)

Frau Milica Simovic

Herr Wolfgang Seyringer (Schulwart, Haustechnik)

Frau Eva Sindelek

Frau Nermina Sisic (Reinigung)

Frau Isabella Skarek Frau Magdalena Sperl

° im Vorstand

Herr Michael Svoboda

Herr Heinz Genswein (Kollegium)

Frau Claudia Tiedge

Herr Martin Kaufmann (Eltern, Kassier)

Frau Michaela Tobler

Herr Gerhard Rumetshofer (Eltern, Schriftführer)

Frau Christina Tröls

Frau Karin Schadl (Eltern)

Frau Gertraud Walter

Frau Eva Sindelek (Kindergarten)

Frau Christine Zabransky

Herr Engelbert Sperl (Eltern, geschäftsführender Obmann) Herr Lothar Trierenberg (Eltern) Frau Rita Welte (Kollegium, Direktorin)


Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im vergangenen Schuljahr _ 21

im Schuljahr 2018/2019 ° in der Pädagogik Herr Stefan Albrecht (Musik, Chor, Orchester)

Frau Monika Kossdorff (Eurythmie, Heileurythmie)

Frau Carina Allerberger (Mathematik, Darstellende Geometrie, Vermessungspraktikum, Tutorin 12. Kl.)

Herr Wilhelm Kvasnicka (Bewegung und Sport)

Frau Elisabeth Alscher-Bassenheim (Landwirtschaftspraktikum)

Frau Laetitia Lernpeiss (Schulärztin)

Frau Christine Bolleter (Klassenlehrerin 5. Kl., Handarbeiten, Religion - freichristl. Unterricht)

Frau Ursula Bosch (Klassenlehrerin 1. Klasse, Spielturnen)

Frau Adinda Meijts (Schneidern)

Herr Jakob Butschle (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Lena Michailova (Schneidern)

Frau Ekaterina Chebova (Russisch)

Frau Barbara Pazmandy (Klassenlehrerin 8. Kl., Englisch)

Frau Sonia Maria Cruz Martinez (Spanisch)

Herr Mark Peters (Englisch)

Frau Stefanie Czellary (Handarbeiten, Kartonage)

Frau Konstanze Reiner-Friedl (Förderunterricht)

Frau Christiane Dostal (Klassenlehrerin 7. Kl., Religion - freichristl. Unterricht)

Frau Andrea Reichtomann (Förderunterricht)

Herr Holger Finke (Kunstgeschichte, Mathematik,

Frau Kamila Rudnicka (Eurythmie,

Physik, Tutor 9. Kl.)

Frau Rebecca Langfelder (Mathematik) Frau Margret Loy (Kunstgeschichte, Malen, Zeichnen, Geographie - Wirtschaftskunde, Tutorin 10. Kl.)

Herr Wolfgang Ludwig (Physik)

Frau Monika Rochla (Religion - röm.-kath. Unterricht) Religion - freichristl. Unterricht)

Herr Heinz Genswein (Werken, Physik)

Frau Christine Rumetshofer (Klassenlehrerin 3. Kl.)

Frau Marion Giannelos (Klassenlehrerin 6. Kl., Englisch)

Frau Micha Schuster-Szabo (Deutsch, Geschichte,

Frau Olga Glazkova (Russisch)

Frau Gabriele Gössl-Hiesböck (Werken, Tischlern)

Frau Maria Simeonova (Eurythmie - Klavier Begleitung)

Frau Krishna Hader (Handarbeiten)

Frau Valentina Sobol (Russisch)

Frau Andrea Haensel (Biologie - Umweltkunde, Sport)

Herr Alexander Erich Eugen Stadelmann (Informatik)

Herr Dieter Halama (Buchbinden)

Frau Vivian Naomi Stürzenhofecker (Musik, Chor)

Frau Tanya Hanna (Eurythmie)

Frau Brigitta Svoboda (Klassenlehrerin 2. Kl.,

Frau Franziska Heller-Meixner (Biologie, Forstpraktikum,

Frau Sabine Trierenberg (Sport, Spielturnen,

Chemie, Geographie)

Politische Bildung, Religion - freichristl. Unterricht)

Religion - freichristl. Unterricht, Spielturnen)

Herr Manfred Hofer (Klassenlehrer 4. Kl., Sport)

Tanzen/Volkstanz)

Frau Daniela Hofmann Rodrigues (Gartenbau)

Herr Paul Vallen (Russisch)

Frau Corinna Hofmann-Botz (Gartenbau)

Frau Saskia Van Gijzen (Englisch)

Herr Johannes Ickelsheimer (Chemie)

Herr Leonhard Weiss (Philosophie - Psychologie)

Frau Ursula Kaufmann (Deutsch, Theaterprojekt,

Frau Rita Welte (Englisch)

Herr Jörg Wohlmacher (Klassenlehrer 3. Kl.)

Religion - Ethik, Tutorin 11. Kl.)

Frau Angelika Kellner (Englisch, Französisch, Tutorin 10 Kl.) Herr Alfred Kohlhofer (Bildhauen, Plastizieren, Tutor 12. Kl.) Frau Welmoed Kollewijn (Eurythmie)

Frau Margarete Wolleitner (Religion - Evang. Unterricht)


22 _ Gewinn / Verlust im Schuljahr 2017/18

Rudolf Steiner-Schulverein Wien-Mauer Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum von 1.9.2017 bis 31.8.2018.

Erträge

%

Elternbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . . 1.284.605,42

47,2%

Spenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120.861,89

4,4%

Subventionen Stadtschulrat . . . . . 136.173,70

5,0%

Förderung Unterrichtsmittel . . . . . 10.223,90

0,4%

Zuschüsse MA10. . . . . . . . . . . . . . . . 644.933,49 23,7% Arbeitsmarktförderung . . . . . . . . . . . 4.705,52

0,2%

Mitgliedsbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.081,11

0,3%

Aufwände

%

Personal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.226.455,05

81,8%

Sachaufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 431.348,38

15,9%

Mieten sonstige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16.184,07

0,6%

Abschreibungen

Div. Erlöse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32.536,13

1,2%

-Sachanlagen, Gebäude. . . . . . . . . . . . . . 37.954,12

1,4%

Zinserträge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243,65

0,0%

-Betriebsausstattung . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.750,93

0,3%

Erträge Vermietung. . . . . . . . . . . . . . 19.873,28

0,7%

Summe Aufwände. . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.720.692,55 100,0%

Versicherungserlöse . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,00 0,0% Erlöse Küche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128.908,20

4,7%

Subvention AMA. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 968,40

0,0%

Subvention Forstprojekt. . . . . . . . . . . 17.961,50 0,7%

geprüft und in Ordnung befunden am 14.12.2018

Subvention Bund. . . . . . . . . . . . . . . . . 211.737,33

7,8%

Rechnungsprüfer: Peter Dürhammer, Josef Prüller

Subvention Nachmittage . . . . . . . . . 48.000,00

1,8%

Verlust . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50.879,03

1,9%

Summe Erträge . . . . . . . . . . . . . . . 2.720.692,55 100,0%


Gewinn / Verlust im Schuljahr 2017/18 _ 23

„Über Geld spricht man nicht – Geld hat man!“ Martin Kaufmann

Und genau das ist der Grund, warum an unserer Schule eben

dieser Verschlechterung eine Grenze überschritten worden,

doch sehr oft übers Geld gesprochen wird – und zwar vor al-

die bereits etliche Jahre lang von uns eingehalten werden

lem von der Elternbeitragsgruppe in rund 250 Gesprächen

konnte: denn mit diesem Ergebnis ging auch eine Reduzie-

in jedem Schuljahr. Die dabei vereinbarten Beiträge stellen

rung des Bar-Bestandes einher. Das bedeutet, dass bei sol-

nämlich nach wie vor den Grundstock für die finanzielle Leis-

chen Finanzergebnissen die Liquidität der Schule zumindest

tungsfähigkeit unserer Schule dar: rund 47% der Schul-Ein-

immer wieder kurzzeitig gefährdet sein kann. Daher müs-

nahmen stammen aus Elternbeiträgen. Vom Staat und an-

sen für das kommende Schuljahr bereits einige Maßnahmen

deren öffentlichen Stellen (z.B. vom Magistrat für den Hort)

überlegt werden, die im Anlassfall kurzfristig zum Einsatz ge-

werden nur rund 26 % unserer Einnahmen gefördert.

langen könnten, um einer kurzfristigen Zahlungsunfähigkeit

Im Kindergarten stellt sich ein konträres Bild dar: Dort werden

jedenfalls vorzubeugen.

glücklicherweise rund 75 % der Einnahmen vom Magistrat

Was mir persönlich wirklich Sorgen bereitet, ist, wenn ich mir

bezahlt, während lediglich die restlichen 25 % durch Eltern-

die Vergleiche der durchschnittlichen Elternbeiträge in den

beiträge abgedeckt werden müssen.

österreichischen Waldorfschulen anschaue (unter anderem

Und während im Kindergarten sowohl Elternbeitrags- als

tun wir so etwas bei den regelmäßigen Sitzungen des Wal-

auch Förderungseinnahmen gesteigert werden konnten, sind

dorfbundes Österreich). Und zwar nicht so sehr deswegen,

die Gesamteinnahmen der Schule im Vorjahresvergleich um

weil der Durchschnittsbeitrag an unserer Schule zu den nied-

rund 3 % zurückgegangen. Neben der Verringerung der soge-

rigsten gehört – sondern mehr Sorge bereitet mir eigentlich

nannten Bund-Subvention um rund 3,1 % hat uns besonders

die Tatsache, dass es Waldorfschulen gibt, bei denen die El-

auch der Rückgang bei der Subventionierung der ganztä-

tern im Durchschnitt pro Kind um 50, 70 oder sogar 100 Euro

gigen Betreuung getroffen: Statt € 87.000 aus dem Schul-

monatlich mehr zahlen als bei uns. Das kann meiner Meinung

jahr 2016/17 wurden uns im vergangenen Schuljahr nur mehr

nach für eine Waldorfschule nicht mehr gesund sein – da geht

€ 48.000 zugeteilt.

ja die Vielfalt bei den Schülern und Schülerinnen komplett

Ein Teil dieser Verschlechterung des Ergebnisses konnte mit

verloren! Ich bin so froh, dass wir uns unsere Maurer Schu-

großen Bemühungen aller am Finanzbereich Beteiligten da-

le trotz dieser um vieles niedrigeren Durchschnittsbeiträge

durch aufgefangen werden, dass auch die Ausgaben redu-

leisten können und trotzdem nicht – so wie diese anderen

ziert werden konnten. Vor allem in der Schule konnten die

Schulen – etlichen Kindern aus rein finanziellen Gründen den

Aufwendungen derart im Rahmen gehalten werden, dass auf

Zugang zu unserer Schule verwehren müssen! Das bedeutet

diese Art € 23.000 eingespart werden konnten.

zwar jedes Jahr viel Gesprächsaufwand, um bei den Eltern-

In Summe ergab sich für das Schuljahr 2017/18 ein Minus in

beiträgen einen möglichst hohen Ertrag zu erreichen – aber

Höhe von € 50.879, was im Vergleich zum Vorjahr eine Erhö-

angesichts der Alternative (Beitrag strikt erhöhen, relativ

hung des Defizits um rund € 14.000 bedeutet. Leider ist mit

hohe Mindestbeitragsgrenzen einziehen, wenig bis keine Rücksicht auf persönliche Lebensumstände nehmen – und damit etliche Kinder, deren Familien sich das dann nicht mehr leisten können, von unserer Schule ausschließen) hoffe ich, dass die eingangs erwähnten Gespräche übers Geld auch in den nächsten Jahren noch in dieser Häufigkeit und Intensität geführt werden können!


24 _ Schülerinnenaustausch

Schülerinnenaustausch – immer ein lohnendes Erlebnis Angelika Kellner An unserer Schule ist es doch Usus, dass SchülerInnen der

so einem Austausch entstehen keine weiteren Kosten, da das

10. und 11. Klasse für ein paar Monate das Weite suchen

Schulgeld an unserer Schule weiter gezahlt wird und die/der

und in einem nicht deutschsprachigen Land einige Mona-

GastschülerIn an der Austauschschule keine weiteren finanzi-

te – oder sogar ein ganzes Schuljahr – in einer Gastfamilie

ellen Belastungen hat. Ein Austausch mit englischen Waldorf-

zubringen. In rund 50 % der Fälle kommt dann ein/e Gast-

schulen ist relativ schwer, da ab der Oberstufe die Schulen un-

schülerIn aus dem Ausland an unsere Schule und verbringt

ter Staatsaufsicht sind.

genau dieselbe Zeit in Wien, um ihre/seine Deutschkennt-

Privates Schulgeld ist zu zahlen in:

nisse zu vertiefen.

GB, USA, Frankreich, Spanien, Dänemark u. a. – die Kos-

Es ist immer wieder eine Freude mitzuerleben, wie sich

ten (Schulgeld, Klassenkasse) an unserer Schule laufen wei-

SchülerInnen durch solche prägenden Erlebnisse in ih-

ter; zusätzlich sind die Kosten an der Schule im Ausland zu

rer Persönlichkeit weiterentwickeln, selbstbewusster und

begleichen.

eigenständiger werden und natürlich sprachlich enorm

Private Organisation:

profitieren. Der organisatorische Aufwand im Vorfeld, das

Kinder werden vor Ort betreut – beispielsweise durch AFS

Bangen, ob alles gut wird und die Angst der Eltern – denn

(www.afs.at ). Kosten (Schulgeld, Klassenkasse)  in unserer

Australien ist ja nicht wirklich ums Eck – lohnen sich.

Schule laufen weiter.

Bei Interesse können Eltern und SchülerInnen gerne mit mir in

Folgende Möglichkeiten gibt es nun, wenn ein/e SchülerIn einen Auslandsaufenthalt erleben möchte:

Kontakt treten (angelika.kellner@waldorf-mauer.at). Von Sei-

Ideal ist ein Austausch mit Waldorf-Partnerschulen, z. B.

tauschs obliegt aber den Eltern.

in Neuseeland mit der „Raphael-Schule“ in Wellington. Bei

ten der Schule unterstützen wir gerne mit Informationen, Empfehlungsschreiben und Zeugnissen. Die Organisation des Aus-

https://www.welt-atlas.de/datenbank/karten/karte-0-9000.gif

 


25 Schülerinnenaustausch __25

Aufenthalt in Australien von Juli bis Dezember 2018 Melina Trierenberg Ich durfte wunderschöne fünf Monate in Australien leben, an der Gold Coast. Direkt am Meer besuchte ich eine sehr große High School mit ungefähr 3000 Schülerinnen und Schülern. Dort habe ich sehr schöne Erfahrungen gesammelt, mit netten LehrerInnen, spannenden Fächern wie z. B. Meeresbiologie, aber auch Tanz – und vor allem habe ich einzigartige Freunde kennengelernt. In dieser Zeit lebte ich bei einer sehr freundlichen Gastfamilie: einer Gastschwester und einer Gastmutter. Ich hatte die Gelegenheit, surfen zu lernen, aber auch das Glück, eine Safari mitten durch Australien zu machen. Ganze zwei Wochen mit 30 Jugendlichen in einem Bus: Wir zelteten und konnten atemberaubende Gebirge, Berge, Seen, aber auch Gewässer sehen und erleben. Ich bin dankbar für diese unbeschreiblich schöne Zeit. Die Erfahrungen, die ich sammeln konnte und die Freundschaften, die ich geschlossen habe, werden mich mein Leben lang begleiten.

My first few days in Austria Markus Hirczy After having a massive sleep from a very long flight from Auckland to Austria I woke up in my host family scared and alone and had a big sense of regret because I was a 15 year old boy who was in a foreign country and a long way from home. I was very scared when I started my first day at school because I didn’t know anyone and didn’t know what to expect. But now I am almost 2 months through this amazing journey and I have made a lot of friends and I am having a really fantastic time in Austria.


26 _ Schülerinnenaustausch

Impressive weeks in Canada Noah Matznetter Over the past semester, I studied at Whistler Waldorf School in Cana-

manage money, cook and study more independently.

da. Although I am not capable of putting all the experiences I made

These will be, in my perspective, necessary skills for

into words, I will try to present the effect this international visit had

the rest of my life. Most fortunately I also improved on

on me.

the two main goals I had for my time in Canada: the

If I had to point out the most important lessons I learned during my

English language and social interaction. It truly was

time in Whistler, I would probably say the following: Since I was con-

part of the greatest time of my life and I am so grate-

fronted with a lot more responsibilities, I improved my abilities to

ful to have had this experience.

Mon échange en France Livia Machowetz Nach langer Suche nach einer Austausch­mög­

Die ersten Wochen sprach ich deshalb fast gar nicht und war trotzdem

lichkeit in diversen Ländern fand ich schluss-

immer sehr erschöpft und müde vom vielen Zuhören. Diese Zeit war sehr

endlich eine Partnerin aus einer Rudolf-Steiner-

schwer für mich, da man ohne zu reden sehr viel schwerer neue Freund-

Schule in einem Ort nahe Paris und verbrachte

schaften und Kontakte knüpfen kann, woran ich davor gar nicht gedacht

die ersten drei Monate dieses Jahres dort.

hatte, und ich musste auch mit Heimweh kämpfen.

Bevor ich nach Frankreich kam, hatte ich gera-

Aber ich merkte sofort, dass ich mir viel leichter und schneller neue Voka-

de einmal eineinhalb Jahre Französischunter-

beln merken konnte, da es nicht die „Vokabeln“ aus der Schule für den Test

richt in der Schule und konnte wirklich nur die

waren, sondern lebensnotwenige Wörter, die ich ständig brauchte oder hör-

einfachsten Sätze sagen – aber ich hätte diese

te. Freundschaften sowie Sprachkenntnisse und die Liebe zu dieser wunder-

nicht einmal in eine andere Zeit setzen können.

schönen Sprache wurden bis zum Ende so stark, dass ich auch sehr traurig

Meistens nickte und lächelte ich nur und brach-

war zu gehen, wenngleich ich meine Familie, Freunde und alten Gewohnhei-

te höchstens noch ein „Je ne comprends pas“

ten in Wien schon sehr vermisste.

heraus.

Als mich meine Gastfamilie vom Bahnhof abholte, sprach ich fast kein Wort, aber als sie mich am Ende wieder hinbrachten, lachten sie darüber, dass ich jetzt sogar mehr sprach als die anderen. An diesen und anderen Punkten meines Austausches wurde mir bewusst, wie viel ich gelernt und wie viele neue und tolle Menschen ich kennengerlernt hatte, mit denen ich so viel Wundervolles erleben durfte. Ich rate jeder Schülerin und jedem Schüler, bei der Suche nach einem Austausch nicht gleich aufzugeben, denn es erwarten einen viele und unvergessliche Momente. Und auch eventuelle schwere Zeiten und Erlebnisse wandeln sich zu Guten, da man aus ihnen lernt und später lächelnd an sie zurückdenkt.


27 Schülerinnenaustausch __27

Ein Semester in Russland Maris Filipic Am Ende der Sommerferien 2017 war mir klar, dass ich einen

wussten sie auch nicht, dass man dafür eine staatliche Er-

Austausch machen möchte. In der 8. Klasse besuchte unseren

laubnis braucht.

Russischunterricht eine Deutschlehrerin aus St. Petersburg. Ein

Das erfuhr ich Ende März. Also flog ich für eine Woche

paar Monate später bekam ich ihre E-Mail-Adresse heraus und

nach Österreich, um ein neues Visum zu beantragen und

schrieb ihr. Es fanden sich zwei Jungen, die beide nacheinander

zu hoffen, dass es vor unserem Flug nach Moskau ausge-

für zweieinhalb Monate nach Wien kommen würden. (Olga Juriv-

stellt werden würde. Mit dem Teil meiner österreichischen

na, die Deutschlehrerin und zur Zeit meine Klassenlehrerin, hatte

Klasse, der in den Osterferien eine Reise nach Yaroslavl

wegen meines Namens gedacht, dass ich ein Junge sei und aus-

und Moskau machte, flog ich zurück. Wir wohnten einzeln

schließlich den männlichen Teil der Klasse gefragt.)

bei Gastfamilien und konnten uns tagsüber sehen. An-

Mitte August 2018 kam Vladislav. Ein etwas eigensinniger und

schließend reisten wir mit der transsibirischen Eisenbahn

freundlicher Mensch. Er sprach sehr gut Englisch und konnte des-

für ein paar Tage nach Moskau und schauten uns diese

halb leider nicht viel von der deutschen Sprache mitnehmen. Ihn

gigantische Stadt an. Als sie zurückflogen, fuhr ich wieder

löste ein ebenfalls freundlicher und schüchterner Junge namens

nach St. Petersburg, um für zwei Monate bei Pavels Fami-

Pavel ab. Er lernte viel, und als er sich in der Adventzeit wieder

lie zu leben.

verabschieden musste, konnte man sich schon ein wenig mit ihm

Es war wunderschön, wieder in der Stadt zu sein, die sich

unterhalten.

in meiner Abwesenheit von einer grauen mit zugefrore-

Ich denke, dass die Zeit für beide zu kurz war, um wirklich in die

nem Meer in eine blühende und belebte verwandelt hatte.

Sprache einzutauchen. Die ersten zwei schwierigen Monate eines

Am gleichen Tag kamen meine Mutter und meine Paten-

Austauschs waren ihre ganze Zeit in Österreich. Nichtsdestotrotz

tante an, um mich für vier Tage zu besuchen. Wir genos-

glaube ich, dass es für die beiden eine schöne Zeit und eine gute

sen jede Minute und ich zeigte ihnen meine Lieblingsplät-

Erfahrung gewesen ist.

ze. Der Abschied war schwer!

Am letzten Tag der Weihnachtsferien flog ich das erste Mal über

Dennoch waren die folgenden Wochen wunderbar, und

Schneewolken und kam im kalten St. Petersburg am russischen

ich konnte immer mehr verstehen. Natürlich die russi-

Silvestertag an. Die ersten zwei Wochen hatte ich nun russische

sche Sprache, aber vor allem, was viel wichtiger ist, mich

Weihnachtsferien und gewöhnte mich an meine neue Situation.

selbst. Die neue Umgebung, in der ich anfangs niemanden

In der Schule lebte ich mich langsam ein. Auch wenn sich manche

wirklich kannte, die vielen Stunden pro Tag, die ich Zeit

Tage in die Länge zogen, ging es mir gut.

hatte, die ich sonst nie aufbringen würde und eine kom-

Anfang Februar wurde ich krank und konnte für zwei Wochen

plett andere Sprache ermöglichten mir (oder zwangen

nicht in die Schule gehen. In dieser Zeit fühlte ich mich sehr ein-

mich förmlich dazu), mich mit meinem Leben und unserer

sam und war immer wieder überfordert. Die Telefonate mit mei-

Welt auseinander zu setzen. Vor allem aus diesem Grund

nen Leuten in Österreich halfen mir sehr, positiv zu bleiben! Als

würde ich jedem Menschen, der sich danach fühlt, emp-

ich wieder in die Schule gehen konnte, wurde alles einfacher. Ich

fehlen, für einige Monate alleine ins Ausland zu gehen.

fand langsam Menschen, mit denen ich Zeit verbringen und die

In genau 14 Tagen kommt mein Vater nach St. Petersburg,

Stadt besser kennenlernen konnte.

um mit mir meine letzten Tage hier zu verbringen und

Ein Visum bei der Botschaft bekommt man als SchülerIn ohne

sich diese wundervollen Orte anzuschauen.

Austausch-Agentur nur für drei Monate; deshalb dachten wir,

Ich bin unglaublich dankbar, dass ich die Möglichkeit habe,

dass ich es in Petersburg verlängern könnte. Die Rudolf-Steiner

hier zu sein.

Schule St. Petersburg hatte bisher nie eine/n SchülerIn aus dem

Liebe Grüße aus Russland

Ausland länger als drei Monate gehabt, und aus diesem Grund


28 _ Schülerinnenaustausch

Auslandsaufenthalt: Russland Fabian Lernpeiss

Als ich ein Auslandssemester machen wollte, wusste ich noch

da ich aus einem fremden Land komme und sie mir nur ihre

nicht, wohin, aber da wir in der Schule Russisch lernen und

und Russlands beste Seite zeigen wollen.

meine große Schwester Lea ebenfalls in Russland war, habe

In meinem Dorf gibt es so gut wie niemanden aus einem an-

ich mich für Russland entschieden. Um es nicht zu kompli-

deren Land – deshalb sind alle sehr interessiert an mir. Das

ziert zu machen, habe ich mich dazu entschieden, mein Aus-

ist Glück. Wie ich gehört habe, kann man auch Pech haben…

landssemester mit AFS zu machen, einer Organisation, die

also, dass man sozusagen ignoriert wird.

ursprünglich aus Amerika kommt und interkulturelles Lernen

Was mir hier klar geworden ist, ist, dass ich in meinem Leben

unterstützt.

noch sehr viel mehr lernen muss, und dass ein Zimmer alleine

Russland ist so vielfältig, dass man es schwer mit anderen

ein Segen ist.

Ländern vergleichen kann. Ich für meinen Teil lebe in einem

Ich denke, ein Auslandssemester ist eine wirklich tolle Opti-

Dorf im Süden Russlands. Es heißt, im Süden sei das Wetter

on, als Person zu wachsen und aus sich herauszukommen…

besser, dafür die Leute nicht netter. Ich kann leider schwer

natürlich nur, wenn man sich bereit dazu fühlt und es auch

sagen, wie nett die Leute sind, weil sie immer nett zu mir sind,

wirklich möchte.

Eine Reise nach Wien Schülerinnen aus Russland Меня зовут Злата, хочу поделиться с вами

Ich heiße Zlata und möchte euch meine Empfindungen mit-

ощущениями, которые я получила, поучаствовав

teilen, die ich während dieses Austausches bekommen habe.

в этом обмене. Я безмерно счастлива, что мне

Ich bin grenzenlos glücklich, dass sich mir diese einzigarti-

предоставилась такая уникальная возможность пожить

ge Gelegenheit bot, am Leben von Menschen eines anderen

жизнью людей другой страны. Это колоссальный

Landes teilzuhaben. Es ist eine gewaltige Erfahrung. Alles war

опыт. Всё было очень здорово, душевно, по-дружески.

toll, herzlich und freundschaftlich. Ich möchte Worte großer

Хочется выразить слова огромной благодарности.

Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Danke für eure Arbeit,

Спасибо за ваш труд, за то, что на протяжении

dafür, dass ihr jedem von uns in den zwölf Tagen unseres Auf-

двенадцати дней каждому из нас подарили частичку

enthaltes ein kleines Stückchen von euch selbst geschenkt

себя. Спасибо, что сделали эти дни для нас яркими,

habt. Danke, dass ihr diese Tage für uns hell, erlebnisreich,

насыщенными, познавательными и незабываемыми.

interessant und unvergesslich gestaltet habt. Ich bin unheim-

Безумно рада знакомству с вами. Очень надеюсь, что

lich froh, mit euch Bekanntschaft gemacht zu haben und hof-

когда-нибудь встретимся ещё.

fe sehr, dass wir uns irgendwann wieder treffen werden.

С любовью, ваши русские друзья.

In Liebe, Eure russischen Freunde


Schülerinnenaustausch __29 29

Eine Reise nach Jaroslawl (Ярославль) Juliane von Gässler

Wir, elf SchülerInnen aus der 10. Klasse, flogen am 10. April in

Dort verbrachten wir weitere zwei Tage. Das Muss für jeden

Begleitung von Herrn Paul Vallen – nach abenteuerlicher und

Moskau-Besuch: Wir besichtigten den Roten Platz mit seinen

aufwendiger Vorbereitungsphase durch denselben – nach

weltbekannten Gebäuden. Und wir waren oben am höchsten

Moskau. Von dort fuhren wir vier Stunden mit dem Bus nach

Fernsehturm Europas, dem Ostankino. Mit seinen ursprüng-

Jaroslawl. Die Stadt ist vor ca. 1000 Jahren gegründet worden

lich 537 Metern Höhe war er um 1970 fast zehn Jahre lang das

und hat heute fast 600.000 Einwohner.

höchste Bauwerk der Welt.

Wir wurden sehr herzlich von unseren Gastfamilien emp-

fangen, bei denen wir zehn Tage verbringen durften. Unsere

Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch unserer Gast-

russischen Austauschpartner hatten ein riesiges und tol-

schülerInnen Ende Juni.

les Programm für uns vorbereitet. So besichtigten wir jeden Tag Museen, Kirchen und auch einmal ein altes Salzgewinnungsdorf. Nach zehn Tagen, gefüllt mit Ausflügen und Kirchenbesichtigungen, reisten wir mit dem Zug nach Moskau.

Это был мой первый обмен. У меня было много

Es war mein erster Schüleraustausch. Vor Gregors Ankunft in

волнения перед приездом Грегора в Россию. С самого

Russland war ich sehr aufgeregt. Von Beginn an gab ich ihm zu

начала я дал понять ему, что стесняться совсем не

verstehen, dass er sich wie zu Hause fühlen sollte. Wir spra-

надо. Мы с ним разговаривали на много разных тем.

chen miteinander über verschiedene Themen. Ich erfuhr viel

Я много узнал об Австрии, о Вене. Невероятно долго

über Österreich, über Wien. Mit großer Ungeduld erwartete

и с нетерпением ждал своего посещения Вены. Мне

ich dann meinen Besuch in Wien. Mir hat das Programm dort

безумно понравилась программа. Я рад, что попал

irrsinnig gut gefallen. Ich bin froh, dass ich einen Austausch

в обмен именно с вашей школой. Мои впечатления

mit eurer Schule machen durfte. Die erhaltenen Eindrücke

превзошли все ожидания. Спасибо огромное!

übertrafen schließlich alle meine Erwartungen. Vielen Dank! Артур

Arthur

Вена – прекрасный город с большой историей.

Wien ist eine sehr schöne Stadt mit einer großen Geschich-

Я мечтала побывать здесь, и все мои ожидания

te. Ich träumte davon, einmal hier sein zu dürfen, und meine

оправдались. Мы побывали во многих местах и

Erwartungen sind vollends erfüllt worden. Wir waren an ver-

благодаря вам смогли почувствовать всю сущность

schiedenen Orten und konnten dank euch das Wesen Öster-

Австрии.

reichs spüren. Юля

Julia


30 _ Schülerinnenaustausch

Меня зовут Варя и я участвовала в обмене между

Ich heiße Warja und nahm teil am Schüleraustausch zwischen

Россией и Австрией. Мне очень понравилось

Russland und Österreich. Mir haben die unvergesslichen Ein-

незабываемое впечатление. Я узнала много нового

drücke sehr gefallen. Ich habe viel Neues und Interessantes

и интересного. Проживание в семьях – это отличная

erfahren. Das Wohnen in den Familien ist hervorragend zum

практика, чтобы выучить иностранный язык. Для

Lernen einer Fremdsprache. Dazu muss man in dem Land

этого нужно пожить в стране, где говорят на этом

verbleiben, wo diese Sprache gesprochen wird. Zum Pro-

языке. О программе могу сказать, что всё было

gramm kann ich sagen, dass alles ziemlich interessant war,

довольно интересно, даже сильная жара не мешала

und sogar die große Hitze konnte uns nicht davon abhalten,

любоваться видами города. Нас окружали отличные,

die schönen Ansichten der Stadt zu genießen. Uns umgaben

доброжелательные люди, которые всегда были готовы

liebenswürdige Menschen, die stets bereit waren, zu helfen.

помочь. В общем всё было замечательно. Спасибо за

Im Allgemeinen war alles vortrefflich. Danke für diese wun-

чудесные две недели!

derbaren zwei Wochen!

Всем привет! Меня зовут Настя и я приняла участие

Allen einen Gruß! Ich heiße Nastja und nahm teil an dem Aus-

в программе обмена. Эти 12 дней были очень

tauschprogramm. Diese 12 Tage waren sehr interessant und

интересными и насыщенными. Хотя в Вене стояла очень

ausgefüllt. Obwohl es in Wien die ganze Zeit über sehr hei-

жаркая погода всё это время, и порой находиться на

ßes Wetter hatte und es draußen manchmal unerträglich war,

улице было невыносимо, но меня спасали тени, которые

schützten mich die Schatten der schönen alten Gebäude. Je-

падали от красивых и старинных зданий. Каждый день

den Tag hatten wir ein einzigartiges Programm, das uns half,

у нас была уникальная программа, которая помогла

die Stadt näher kennenzulernen. Vielen Dank für die Organi-

нам познакомиться ближе с городом. Огромное спасибо

sation! An dieser Stelle möchte ich auch die Familie erwähnen,

за организацию! Ну и, конечно, не могу не сказать про

die mich aufgenommen hat. Für mich war es ungewöhnlich,

семью, которая приняла меня. Это было необычно

fast zwei Wochen lang in einer fremden Familie zu wohnen,

жить в чужой семье почти две недели, но за короткое

aber in dieser kurzen Zeit habe ich mich an sie gewöhnt und es

время я привыкла к ним и мне было очень комфортно

ging mir sehr gut dort. In dieser Zeit habe ich viel Neues über

с ними. За время обмена я узнала много нового о

das andere Land und seine Einwohner erfahren. Zudem konn-

другой стране и её жителях. К тому же, прокачала свои

te ich mich in Englisch wieder üben, was auf jeden Fall auch

навыки в английском языке, что нельзя не считать

ein großes Plus ist. Schließlich möchte ich noch sagen, dass so

огромным плюсом. В заключение хочу сказать, что

ein Austauschprogramm eine sehr interessante Erfahrung im

программы обмена – очень интересный эксперимент в

Leben eines jeden Teilnehmers ist. Wenn sich einem so eine

жизни каждого. Так это, если у вас есть возможность,

Gelegenheit einmal bieten sollte, so nütze er sie unbedingt

то обязательно пользуйтесь ей, и тоже участвуйте в

und nehme an den verschiedenen Maßnahmen teil. Adieu und

подобных мероприятиях. Пока! До новых встреч!

auf ein neues Treffen!

Царкова Анастасия

Tsarkova Anastasia


Schülerinnenaustausch _ 31

Хочется сказать огромное спасибо всем людям,

Ich möchte mich bei all denjenigen bedanken, die am Schü-

которые участвовали в обмене. После этого

leraustausch teilgenommen haben. Nach diesem Austausch

обмена у меня остались только положительные

blieben bei mir nur positive Emotionen und Erinnerungen zu-

эмоции и воспоминания. Была очень интересная

rück. Das Programm während der 12 Tage unseres Aufenthal-

программа на все 12 дней пребывания в Вене.

tes in Wien war sehr interessant. Ebenfalls fand ich es sehr in-

Так же было очень интересно узнать о вашей

teressant, etwas über eure Schule und deren Lehrer und über

школе, о вашей жизни и для меня. Я рада, что

euer Leben zu erfahren. Es war eine sehr schöne Erfahrung

поучаствовала в этом обмене. Спасибо большое за

für mich. Ich bin froh, an diesem Austausch teilgenommen zu

теп о ваших учителях. Это был очень интересный

haben. Vielen Dank für diesen herzlichen Empfang!

опыт лый приём!

Mascha Маша

Школьный обмен – это уникальная возможность

Ein Schüleraustausch ist eine einmalige Gelegenheit, die Kultur

познакомиться с культурой другой страны, окунуться

eines anderen Landes kennenzulernen, in die sprachliche Um-

в языковую среду, и, конечно, на несколько дней

gebung einzutauchen und natürlich einige Tage zu versuchen,

попробовать пожить жизнью австрийского школьника:

das Leben eines österreichischen Schülers zu leben: die Fami-

познакомиться с семьёй своего партнёра, друзьями,

lie seines Partners und dessen Freunde kennenzulernen, mit

жить с ним/с ней в одном доме, вместе делать

ihm/ihr unter einem Dach zu leben, zusammen Aufgaben im

домашнюю работу для обмена, веселиться и

Rahmen des Austausches zu machen, Spaß und Freude im ge-

наслаждаться общением. Этот обмен стал для меня

meinsamen Umgang zu haben. Es war für mich der vierte, aber

четвёртым и самым лучшим. Ведь именно во время

auch der beste Austausch. Während dieses Austausches habe

этого обмена я познакомилась с Мелиной – своей

ich Melina, meine wunderbare Partnerin kennengelernt. Melina

замечательной партнёршей по обмену. Мелина и её

und ihre Familie haben mich liebevoll und herzlich aufgenom-

семья приняли меня со своей заботой и теплом, и я

men und ich bin sehr froh darüber, dass ich mit Melina zwei

очень рада, что провела с ней две недели в Ярославле

Wochen sowohl in Jaroslawl als auch in Wien verbringen durf-

и две недели в Вене. Я уверена, что ещё приеду в Вену

te. Ich bin mir sicher, dass ich nochmal nach Wien kommen und

и мы будем ещё встречаться с Мелиной. Если у вас

mich mit Melina treffen werde. Falls noch jemand Bedenken

ещё остались сомнения насчёт участия в дальнейших

bezüglich der Teilnahme an einem weiteren Schüleraustausch

обменах, даже не раздумывайте и сразу соглашайтесь.

hätte, so sollte er nicht hin- und herüberlegen, sondern gleich

Ведь обмен – это исключительный опыт, который не

zusagen, denn ein Schüleraustausch ist eine außergewöhnliche

сравниться ни с чем другим.

Erfahrung, die mit nichts anderem zu vergleichen ist. Мария Арефьева

Maria Arefjeva


32 _ Schülerinnenaustausch

Поездка в Вену. Я хочу поблагодарить вас за

Die Reise nach Wien. Ich möchte euch für die Organisation des

организацию программы. За время приёма и

Programmes danken. Während der gesamten Zeit des Austau-

время пребывания я ни разу не пожалела, что

sches bereute ich keinen einzigen Moment, dass ich daran teil-

поучаствовала в этом обмене. Было очень

genommen habe. Es war sehr aufregend, Alina in unsere Familie

волнительно принимать Алину, ведь мы видимся

aufzunehmen, denn wir sahen uns das erste Mal. Aber ich habe

первый раз. Но я сразу поняла, что мы подружимся.

gleich begriffen, dass wir uns verstehen werden. In Russland hat

В России Алину удивило, что русские люди пьют

sich Alina darüber gewundert, dass die Russen so viel Tee trin-

так много чая, а в городе так много красивых

ken und dass es in der Stadt so viele schöne Kirchen gibt. Un-

церквей. Ответный приезд осуществлялся летом с

ser Gegenbesuch fand vom 18.06 bis 30.06. statt. Für mich ist

18.06. по 30.06. Для меня это самое незабываемое

es eine Zeit, die ich nie vergessen werde und womöglich die

время и, пожалуй, лучшее за лето. Вена – очень

schönste Zeit des Sommers. Wien ist eine sehr schöne Stadt. Ich

красивый город. Я сделала много фото, которые с

habe viele Fotos gemacht, die ich bei mir zu Hause mit einem

ностальгией буду пересматривать у себя дома.

Gefühl voller Nostalgie betrachten werde.

Оксана

Oksana

Я хочу сказать огромное спасибо за время,

Ich möchte mich für die Zeit, die wir in Wien verbracht haben

которое мы провели в Вене, за очень интересную и

und sowohl für das interessante sowie lehrreiche Programm

познавательную программу, за организацию этого

als auch für die Organisation dieses Schüleraustausches herz-

обмена. Все мы были очень рады участвовать в этом

lich bedanken. Wir waren alle sehr froh, an diesem Austausch

обмене, нам очень понравилось это путешествие.

teilgenommen zu haben, und uns gefiel diese Reise sehr gut.

Спасибо большое, мы навсегда запомним это время,

Vielen Dank! Wir werden uns immer an diese in Österreich

которое мы провели в Австрии.

verbrachte Zeit erinnern. Лиза

Lisa

Дорогой господин Валлен,

Lieber Herr Vallen,

Мы хотим выразить вам нашу искреннюю

Wir wollen Ihnen unseren aufrichtigen Dank für die Organisa-

благодарность за организацию этих замечательных

tion dieser einmaligen Ferien in Wien ausdrücken. Wir wissen,

каникул в Вене. Мы знаем, что были шумной группой, и

dass wir eine laute Gruppe waren und Sie es bei weitem nicht

вам было далеко не просто постоянно наблюдать наши

immer leicht mit uns hatten, ständig unsere Verspätungen so-

опоздания и слышать громкий смех, раздающийся

wie das schallende Gelächter, das im ganzen kleinen U-Bahn-

в маленьком вагоне метро. Но, благодаря вам мы

wagen zu hören war, ertragen zu müssen. Aber dank Ihnen

полюбили Австрию, прекрасную Вену и завели новых

haben wir Österreich und das wunderschöne Wien liebgewon-

друзей. Огромное вам спасибо за это! На память мы

nen und neue Freunde bekommen. Besten Dank dafür! Zum

бы хотели подарить вам нашу фотографию, которую

Andenken möchten wir Ihnen unser Foto schenken, das wir

мы сделали по пути в парк аттракционов. Надеемся,

auf dem Weg zum Prater gemacht haben und hoffen, dass Sie

что вы будете вспоминать нас и этот обмен с той же

sich an uns und diesen Schüleraustausch mit derselben Wär-

теплотой, с которой мы будем вспоминать вас!

me erinnern, mit der auch wir an Sie denken werden.

С любовью, Маша, Оксана, Артур, Серёжа, Аня.

In Liebe, Mascha, Oksana, Arthur, Serjozha, Anja


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Nach dem Lauf ist vor dem Lauf – und irgendwie können wir ja immer laufen… Angelika Kellner

Die Wettervorhersage war schlecht, die Zahl der Anmel-

titution geworden ist. Der Weg ist das Ziel – und wenn wir ein

dungen in der Woche des Laufs nicht wie erwartet, aber die

Ziel erreichen wollen, dann dürfen wir es nie aus den Augen

OrganisatorInnen waren wie immer voller positiver Energie

verlieren und müssen alles tun, damit wir es sicher – und das

und Einstellung. Und sie hatten Recht – der 3. Waldorflauf

im doppelten Sinn – erreichen werden. Sportbegeisterte wie

am 8.9.19 war ein voller Erfolg. Die Sonne war stärker als die

OrganisatorInnen dieses Events teilen somit dieselbe Strate-

Regentropfen zu Beginn des Laufs, es waren mehr Teilneh-

gie. Einen Schritt nach dem anderen, die Geschwindigkeit im-

merInnen am Start als die beiden Jahre davor, und die Läu-

mer auf die persönlichen Kräfte abgestimmt, das Umfeld nie

ferInnen waren noch begeisterter und schneller im Ziel. Die

aus den Augen verlierend, machen sie sich auf den Weg. Und

Stimmung war wunderbar, die Teilnehmenden in Feierlaune,

das im Falle unseres Maurer Waldorflaufs erfolgreich.

und alle waren zufrieden. Aber was bedeutet dieser Waldor-

Dieser Event, der vor drei Jahren zum ersten Mal stattfinden

flauf eigentlich für uns? Was wird uns dadurch gezeigt? Was

durfte, zeigt mir persönlich einfach, was alles machbar ist,

können wir daraus lernen?

wenn man nur will. Nützen wir doch diese positive Vorbild-

Alles begann mit der Idee von Menschen, die einfach einen

wirkung, erkennen wir doch gemeinsam, dass wir Bewegung

Gedanken in die Realität umsetzen wollten, fest ein Ziel vor

in Abläufe bringen können, wenn wir das nur wirklich wol-

Augen hatten und sich nicht davon abbringen ließen, dieses

len. Natürlich braucht es immer Initiatoren, Menschen, die

Ziel auch zu erreichen. Was am Anfang als „Schulveranstal-

die Kraft und auch den Idealismus haben, etwas in Bewegung

tung“ gestartet war, wurde zu einem Event in Mauer, das weit

setzen zu wollen. Wenn wir dann aber nicht nur zuschauen,

über die Grenzen unserer Schule hinaus zur sportlichen Ins-

sondern mitmachen, ältere und jüngere Generationen von unserem Engagement überzeugen können, dann wird etwas Gutes entstehen – nicht nur ein Lauf, sondern ein Bewusstsein für unser Leben, unsere Umwelt und die Zukunft der Erde…. Wir haben alle zwei Leben – das zweite beginnt dann, wenn wir erkannt haben, dass wir nur eines haben. Lasst uns gemeinsam positiv denken und tatkräftig daran arbeiten, Gutes zu machen und Dinge zu verändern. Ich alleine? Wir beide? Was sollen wir ändern? – Das gilt nicht – sonst gäbe es unseren Lauf nicht… Wir sehen uns am 13.9.2020 am Start!

Mauer Waldorf Lauf


34 _ 3. Waldorf Lauf

Was für eine wunderbare Gemeinschaft! Momo & Holger Kossdorff Unsere Begeisterung für den Lauf und den Event blieb erhalten, da wir spürbare Unterstützung fanden: in Julia und Daniela samt ihrem großartigen Team, den Paten, Eltern, Schülerinnen und Schülern, Läuferinnen und Läufern und all den Menschen, die mit lautem Anfeuern im Ziel die fröhliche Stimmung bereiteten. Wie wunderbar auch, Unterstützung zu bekommen von einem Polizisten-Team mit dem Herz am rechten Fleck. Der Chefinspektor Michael Schmidt beschwichtigte eine alten Dame, die an ihn herantrat und fragte: „Was ist denn das schon wieder für ein Wirbel da am Sonntagmorgen?“, mit den Worten: „Stellen Sie sich mal vor, da sind 500 Kinder aus dieser Schule hier und viele, viele Sportler, und die laufen für ihre Schule!!! Und das am Sonntag! Kein Wetter hält sie davon ab – so etwas gibt es tatsächlich noch hier bei uns... und jetzt gehen Sie und holen sie sich was von diesem feinen Buffet.“ Hierbei auch ein herzliches Dankeschön an Chefinspektor Schmidt und seinen Kollegen! Die Ordner leisteten auch in diesem Jahr wieder hervorragende Dienste und stießen bei den Autofahrern auf durchaus weniger Begeisterung – auch da bot uns die Polizei für nächstes Jahr Unterstützung an. Es war ein Fest, das wir uns selber bereiteten – und dank der großzügigen Sponsoren ein schöner Gewinn zur Unterstützung unserer Schule. Die Planungen für den 4. Lauf sind bereits gestartet J


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Profile for Karl Hruza

Jahresheft 2018-2019  

Jahresheft 2018-2019  

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