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113 adieu Raum geben, Raum schaffen Zeitschrift für die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Herbst 2018 / € 4,00


Mo

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Ment

Zeitschrift von und für Eltern, FreundInnen, LehrerInnen und SchülerInnen der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer im 26. Jahr, Heft Nr. 196

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Schulzeitung MoMent, als wir diese Ausgabe planten, war es immer noch nicht gewiss: Würde der Baubescheid für unseren geplanten Neubau auf 113 vor dem

Liebe externe MoMent-AbonnentInnen Der Druck der Ihnen vorliegenden Ausgabe kostet ca. € 2.650,- bzw. inkl. Versand € 3.120,-.

Wiener Verwaltungsgericht halten oder nicht? Auch zum Redakti-

Wenn Sie hinkünftig auf eine per Post zugeschickte

onsschluss lag dann die Entscheidung immer noch nicht vor. Trotz-

Druckversion verzichten und mit der Online-Version

dem haben wir uns dazu entschlossen, den Schwerpunkt des Heftes

(http://www.waldorf-mauer.at/moment) Vorlieb nehmen

diesem Thema zu widmen. Bei den Beiträgen dazu geht es aller-

wollen, dann ersuchen wir um ein kurzes Email an: mo-

dings – fast ausschließlich – nicht um das konkrete Neubauprojekt,

ment@waldorf-mauer.at.

sondern generell ums Bauen, ums Raum geben und Raum schaffen,

Gerne senden wir Ihnen weiterhin drei Mal im Jahr Ihr

denn das bewegt die Schulgemeinschaft ja schon seit vielen Mona-

persönliches Exemplar zu und ersuchen Sie, die dafür an-

ten. Je länger wir warten – müssen –, umso größer ist inzwischen die

fallenden Kosten von € 12,-/Jahr auf das MoMent-Konto

Hoffnung, dass wir nun wirklich bald loslegen können!

zu überweisen. Kontoverbindung: siehe Impressum

Vorneweg ist ein Beitrag allerdings noch einem anderen, sehr traurigen Anlass gewidmet: Renate Hruza hat ihre letzte Schwelle über-

Impressum:

schritten und wurde bei einem wunderbaren, stimmungsvollen und würdigen Fest von der Schulgemeinschaft verabschiedet. Renate, die

Medieninhaber, Verleger, Herausgeber:

über viele, viele Jahre hinweg so intensiv mit dem Schulleben ver-

Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft (VFWG),

bunden war, als Mutter, unermüdliche Helferin und zuletzt als Hort-

Obmann Josef Prüller / DVR NR.: 7864 9742

leiterin – und die sich vor allem auch so lange, treu und unermüdlich

Absender: moment@waldorf-mauer.at

für unsere Schulzeitung MoMent eingesetzt hatte. An dieser Stelle

1230 Wien, Endresstraße 100

ein herzliches Dankeschön und ein inniges Adieu an Renate – und einen ganz großen Dank an Jörg Schmidtbauer für seinen sehr persönlichen und wunderschönen Nachruf! Mit herzlichen Grüßen für das Redaktionsteam Roman David-Freihsl

Verlagspostamt: 1230 Wien Zulassungsnummer: 13Z039641 M MitarbeiterInnen: B. Födinger E: moment@waldorfmauer.at / R. David-Freihsl E: roman.freihsl@gmx.at K. Hruza E: karl.hruza@waldorf-mauer.at / S. Albrecht / M. & N. Berke / Chr. Bolleter / Ch. Dostal / U. Dotzler / M. Ellermann / H. Finke / E. Frank / D. Gesslbauer / M. Giannelos / M. Goss / T. Hanna / M. Hofer / N. Kux /J. Melchinger / D. Nitsche / K. Reiner-Friedl / T. Richter / Chr. Rumetshofer / A. Schindler /

Termine: Seite 51 Die Fotos in dieser Ausgabe stellten zur Verfügung:

J. Schmidtbauer / B. Schwenk / M. Seidl-Konzett / Chr. Trattner / L. & S. Trierenberg / L. Weiss / K. Zak / T. Ziniel

N. & M. Berke, R. David-Freihsl, M. Ellermann, Eltern 2., 3. & 9. Klasse,

Kontoverbindung lautend auf: Redaktion Schulzeitung

H. Finke, B. Födinger, S. Habdank, M. Hofer, K. & K. Hruza, M. Kossdorff,

IBAN: AT44 2011 1822 2175 1000 / BIC: GIBAATWWXXX

N. Kux, J. Melchinger, Freie Musikschule, M. Peters, SchülerInnen d.

Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien,

9. & 10. Klasse, L. Trierenberg, K. Zak

aus umweltfreundlicher Druckproduktion

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Renate Hruza (1952 - 2018) Ein Nachruf von Jörg Schmidtbauer

Ich wurde um einen Nachruf auf Renate gebeten. Aber mir ist immer noch mehr nach Anruf, wie früher, selten wegen der gemeinsamen Arbeit in meiner Ordination, häufig familiär, sehr oft wegen der Schule. Gemeinsame Kinder in Kindergarten und Schule hatten uns zusammengeführt; gefunden haben wir uns wegen ähnlicher Ansichten, was im Leben mehr oder weniger wichtig sei. Wir waren keine Aussteiger, auch wenn unsere Kinder oft sehr ungeschniegelt daherkamen. Wir waren eher Einsteiger. Wir wollten für unsere Kinder

Abschlusskonzert Till Fellners. Und so war sie für alle weiteren

einen guten Boden für ihr Wachstum finden und diesen mit kulti-

Feste und Festln gebucht.

vieren. Wir waren bereit, uns an der Arbeit der Schule zu beteiligen,

So „bewährt“, erbten wir zwei auch von Professor Kühne

neugierig, entschlossen und getreu über viele Jahre (unsere Äl-

„Musik im Schlössl“. Wir haben es programmatisch ein wenig

testen könnten inzwischen den 40er ihrer Einschulung feiern). Vor

ausgeweitet bis hin zu Kabarett- und Diskussionsveranstal-

allen Dingen waren wir jung, in Saft und Kraft, mit einem wirbeln-

tungen. Aber Herzstück blieben die Generalproben des Eos

den Kinderhaufen, entschlossen, uns gesellschaftlich, politisch und

Quartetts und die Jahre mit Renald Deppe + Friends, immer-

privat durch Vorgaben nicht fesseln zu lassen, sondern zu tun, was

hin von Hinterhäuser bis Elfriede Gerstl, von Gert Jonke bis

uns nötig und richtig erschien.

Bodo Hell.

Während Karl mit einer ganzen Handvoll aus seiner Generation den

Wer hatte die Programme, die Plakate, die Blumen besorgt,

Weg zum Waldorflehrer fand, war Renate eine Auftaucherin auf der

die Sesseln mit aufgestellt, wer saß beim Spendenkörberl,

Elternseite. Erste Ostermärkte, ein fixes Gesicht bei den Schulfei-

wer würde als Letzte gehen – beschwingt und zufrieden, Au-

ern, den Adventbasaren, den Weihnachtsspielen im Festsaal oder

gen verdrehend und ein bisserl mosernd… Renate.

eben auch in der Hainburger Au und natürlich bei den Elternaben-

Die Schulstruktur wurde differenzierter, die Aufgaben klarer

den und Klassenaktivitäten – mit ein paar Kindern kommt man da

verteilt, und auch Renate wurde in ihren eigenen Beiträgen

ganz schön „in die Schule hinein“.

sichtbarer. Hatte sie schon immer die redaktionelle MoMent-

Und dann – eine Verdichtung: Treffpunkt MoMent. Sie hat über

arbeit maßgeblich unterstützt, übernahm sie nun auch die

viele, viele Jahre alle unsere Beiträge und Interviews so redigiert,

gesamte finanziell-wirtschaftliche Führung, erschien endlich

dass Karl sie zur Vorlage für die Druckerei zusammenfügen konnte.

im Impressum und war Redaktionsmitglied.

Und sie hat mir dabei ihre Freundschaft nie aufgekündigt, obwohl

Und für jeden, der ihr nahestand, wurde sie in ihrem Wunsch

ich oft nach der letzen Frist mit handgeschriebenen Artikeln noch

zunehmend deutlich, persönlich in der Schule für die Schule

nach Mitternacht die Stiege ins „MoMentkammerl“ zu Renate hin-

arbeiten zu können. Ihre Sehnsucht ging in Richtung Schulse-

auf tapste, die auf das Tippen der versprochenen Beiträge wartete,

kretariat, als Frau Hadamek Abschied nahm. Aber dann ließ

verstimmt höchstens, weil Karl unter Stress kam.

sie die Bewerbung doch sein und entschied sich für die Mitar-

Als ein Wirbelwind an Organisieren, Schmücken, Plakatieren, Kon-

beit in meiner Ordination. Da war allerdings auch viel Schule

takte herstellen, Da-Sein beim Planen und Durchziehen wurde

drin. Ein Sager meiner anderen Mitarbeiterinnen war: „Darf

sie sichtbar beim Dreißiger-Jubiläum unserer Schule. Sie hat die

man stören, oder geht’s um die Schule?“ Mit dem Auslaufen

gesamte „Elternschule“, alle ein Schuljahr hindurch angebotenen

meiner Ordination dann übernahm Renate immer häufiger

Workshops und Vorträge von Lehrerseite, koordiniert und verwal-

Vertretungen im Schulsekretariat.

tet und die Festveranstaltungen betreut bis hin zum fulminanten

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MoMent Herbst 2018 _ 3


Raum geben, Raum schaffen

Und schließlich, eine Anstellung in der Schule! Arbeit mit den Kindern, als Hortnerin, mit einer Kollegin, die ihr schnell lieb war, seit 2012 für mehr als 4 Jahre. Angelangt auch im Kollegium, in der

Morgenspruch für die oberen Klassen

Konferenz, im Herzen der Schule – „ihrer“ Schule, der erwählten, unterstützten, mit belebten, mit geformten (also, für mich war es schon ein Aufschauer, wie Renate mir bei einer der Schulentwicklungs-Runden von der Kollegiumsseite her zublitzte und zufauchte). Ich weiß zu wenig von ihrer Verbindung mit der Lehrerseite, aber ich weiß von ihrer Freude, über viele Jahre Gastgeberin für das Lehrerfest am Schulschluss sein zu können. Ich weiß von ihrem Engagement in der Christengemeinschaft und für die kleine Kirche in Mauer.

Ich schaue in die Welt, In der die Sonne leuchtet, In der die Sterne funkeln; In der die Steine lagern,  Die Pflanzen lebend wachsen,  Die Tiere fühlend leben,  In der der Mensch beseelt,  Dem Geiste Wohnung gibt;

Ich weiß von ihrer Vorfreude, in ihrer Pension mit ihren Lieben noch viel erleben zu können. Ich sah sie das von Karl so liebevoll ausgebaute Siedlungshaus und den Garten genießen und Zeit und noch ein paar Reisen vor sich zu haben. Was bleibt? Es gibt (ich schreib immer noch „es gibt“), es gab eine Renate, großherzig, freudig, ohne viel Wenn und Aber, belastbar, langfristig dabei und stark von persönlicher Sympathie gegenüber

Ich schaue in die Seele, Die mir im Innern lebet. Der Gottesgeist, er webt Im Sonn´- und Seelenlicht,  Im Weltenraum da draußen,  In Seelentiefen, drinnen.

Menschen und der Sache geprägt. Ich seh’ sie in ihrer Schule daherstieben, ich seh’, wie sie zu haben war und wie gerne dabei. Ich wünsche ihr ein so lichtes neues Leben wie die Hochsommernächte in ihrem heiß geliebten Schweden, und während ich das schreibe, ist mir zum Heulen.

Zu Dir, o Gottesgeist, Will ich mich bittend wenden,  Dass Kraft und Segen mir Zum Lernen und zur Arbeit In meinem Innern wachse.

Danke lieber Jörg (unter Tränen). Karl

Wald der Ewigkeit Mauerbach bei Wien

Rudolf Steiner


Mit dem Gestaltwandel und dem Zahnwechsel um das 7. Lebensjahr wird ein sichtbares Zeichen gesetzt, dass der Äther-

„In der der Mensch beseelt Dem Geiste Wohnung gibt“

leib nun frei geworden ist für andere Aufgaben. Rudolf Steiner nennt es auch die Geburt des Ätherleibes. Damit steht er dem Elisabeth Frank

Kind als Träger von Denkvorgängen, Erinnerungs- und Merkvermögen zur Verfügung. Nun strebt das Kind in die Schule; damit vergrößert sich seine „Wohnung“. Auch hier, in der Schu-

I

m Morgenspruch für die Oberstufe deutet Rudolf Steiner an, wie

le, ist es von großer Bedeutung, wie mit der weiteren Entwick-

die Wesensglieder des Menschen mit dem Göttlichen in Verbin-

lung umgegangen wird.

dung stehen und sich in die physische Welt inkarnieren.

Mit Beginn des dritten Lebensjahrsiebtes wird der Astralleib

Indem er den jungen Menschen erst auf den Kosmos schauen lässt,

geboren. Das Gefühlsleben, das bisher noch stark an den Kör-

dann auf die unbelebte (physische) Natur der Steine, auf die beleb-

per gebunden war, wird eigenständig und schließt sich zu-

te (ätherische) in der Pflanzenwelt und die beseelte (astralische)

nehmend dem Denken an. Nun erweitert sich der Wohnraum

Tierwelt, führt er ihn schließlich zur Ich-Natur des Menschen, die

des Kindes wieder. Einerseits wird über das Elternhaus und die

dem Geiste Wohnung gibt.

Schule hinaus die Welt und in ihr besonders die Gleichaltrigen,

Es übersiedelt der Mensch während seines Lebens mehrmals in

die Peergroup, als Lebensraum wahrgenommen: So werden

neue Wohnungen, und immer werden dabei Möglichkeiten und Fä-

vermehrt Klassenreisen oder Schüleraustauschprogramme

higkeiten frei zum Entwickeln unserer menschlichen Berufung.

möglich. Andererseits aber hat sich auch bereits eine innere

Nach der Zeugung ist die Gebärmutter im Leib der Mutter die ers-

Wohnung gebildet, die dem Jugendlichen ein nur für ihn zu-

te Heimstätte. Dort, umgeben von den embryonalen Hüllen, kann

gängiges Innenleben ermöglicht. Im Morgenspruch lässt Rudolf

der physische Leib des Kindes sich geschützt entwickeln. Dies tut

Steiner den Schüler auch in seine Seele blicken:

er nach Gestaltungsprinzipien, in denen man die Natur des Ätherischen in der Zellbildung und die Gestaltung des Astralischen in der Differenzierung findet, wobei die Ich-Organisation ihm seine un-

Ich schaue in die Seele Die mir im Innern lebet

verwechselbare Einzigartigkeit gibt.

Wird nun zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr auch das Ich

Bei der Geburt befreit sich der physische Leib von seiner ersten

geboren, stehen dem jungen Menschen eigene schöpferische

Wohnstatt, um fortan in Verbindung und Dialog mit der Außenwelt

Gedankentätigkeiten und geistige Willenskräfte zur Verfügung.

treten zu können.

Seine neue Wohnung ist nun „die ganze Welt“. Jugendliche der

Nun kommt er in eine größere Wohnung, eine erweiterte Hülle – die

westlichen Welt gestalten diese neue Phase des Umsiedelns

des Elternhauses. Am Beginn werden die Eltern dem kleinen „Erden-

häufig mit Reisen in Länder, die ihnen bisher fremd waren. In

bürger“ noch ganz viel auch physische Hülle geben durch Körpernä-

der Begegnung mit anderen Gegebenheiten, Lebensbedingun-

he, warme Kleidung, ein ruhiges Umfeld. Aber bereits im ersten Le-

gen und Menschen, die anders leben (müssen) als sie selbst,

bensjahr entwickelt das Kind Eigenständigkeit in diesem Raum und

erproben sie ihre neuen Fähigkeiten. So kann der junge Mensch

erobert ihn für sich. In den ersten sieben Jahren ist der Ätherleib

seine neu gewonnene Verantwortungsfähigkeit schulen. Er ist

noch mit der Gestaltung des physischen Leibes und seiner Organe

Weltenbürger geworden.

beschäftigt. Aufgabe der Eltern ist es, die notwendige Hülle für das Kind zu erhalten, es bei der Entwicklung der Lebenskräfte nicht zu beschränken, diese aber auch nicht frühzeitig zu (über)fordern.

Literatur Glöckler Michaela. Die Bedeutung der physischen Geburt für das Leben und der Geistgeburt für das Leben nach dem Leben. Der Merkurstab 2018, Heft 5. Steiner Rudolf. Wahrspruchworte. GA 40. Rudolf Steiner Gesamtausgabe. Steiner Rudolf, Wegmann Ita. Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen. GA 27. Rudolf Steiner Verlag.

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Raum geben, Raum schaffen

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anchmal gibt es das: Beim Besuch einer alteingesessenen Waldorfschule wird man durch das Schulgelände geführt

und kommt dabei auf dem Schulhof an einem Fachwerk-Kletterhaus vorbei: „Das haben die Drittklässler in der Hausbauepoche gebaut.“ Daneben eine große Sandkiste mit gemauerter Umrandung: „Auch das Werk von Kindern einer dritten Klasse.“

Hausbau –

eine lange Waldorftradition

Im Garten hinter der Schule befindet sich ein Brunnen aus Klinker-Ziegeln, und man ahnt, wessen Werk dies ist. Richtig, das

Tobias Richter & Leonhard Weiss

einer dritten Klasse. Dann im gleichen Garten: ein Brot-Back-

Die Autoren sind Mitarbeiter am Zentrum für Kultur und

ofen und – kaum zu glauben – ein Pizzaofen! Fachmännische

Pädagogik in Wien und Dozenten des Masterstudiums

Resultate der Hausbauepochen im dritten Schuljahr. Welch’

Waldorfpädagogik an der Donau-Universität Krems.

Glück, denkt man, dass diese Schule so viel Platz hat! Doch wie mag das Schulgelände eventuell in 20 Jahren aussehen? Muss denn das alles sein – darf man sich fragen – und vor al-

Aufwecken und verbinden

lem, welche Intention steht hinter einer solchen Epoche mit

Die zitierte kurze Passage aus dem Lehrplan-Vortrag über den

starkem sach- und lebenskundlichen Bezug?

Sachkundeunterricht in der dritten Klasse steht in Verbindung mit einer Bemerkung Steiners zum ersten Schuljahr: Schon in diesem

„Was aus der Umgebung bekannt ist“

ginge es darum, „ein gewisses Aufwecken des Kindes gegenüber

In den ersten mündlich vorgetragenen Lehrplanskizzen Steiners

der Umgebung“ zu erreichen, sodass es lerne, „sich selber wirklich

ist zu lesen, dass, da das Kind im 9. Lebensjahr seiner sozialen,

zu verbinden mit der Umgebung“. Was zunächst im zweiten Jahr –

physischen und kulturelle Umgebung nun distanzierter gegen-

durch eine „denkende Beschreibung der Umgebung“(5) – und dann

übertritt – prüfend, abwartend und auch provozierend –, im

eben auch im dritten Schuljahr fortgesetzt werden sollte.

sachkundlichen Unterricht das verwendet werden soll, was die nächste Umgebung bietet. „Dabei kann das Kind ganz gut… eine Anschauung davon haben, wie man – nun ich kann Beispiele herausheben – Mörtel zubereitet, wie man ihn verwendet beim Hausbau. Es kann auch eine Vorstellung davon haben, wie man düngt, wie man ackert, wie der Roggen, der Weizen aussieht. Kurz, in freier Weise lässt man das Kind eindringen in dasjenige seiner nächsten Umgebung, was es verstehen kann.“(1) Sechs Jahre später formuliert C. v. Heydebrand in der schriftlichen Ausarbeitung dieser Lehrplananregungen Steiners für die dritte Klasse mit Blick auf das Thema „Hausbau“ nicht viel anders: „Der Sachunterricht stellt das Kind bewusst in seine nächste Umgebung hinein. Man bespricht unter anderem die Zubereitung des Mörtels, seine Verwendung beim Hausbau usw.“(2) Und im 2016 erschienenen Lehrplan? Dort wird dem Sachkundeunterricht deutlich mehr Raum zugewiesen und angeregt, dass das, was z. B. beim Bau eines Hauses nötig ist, auch praktisch nachvollzogen werden soll und so „komplexe, sich über längere Zeit hinziehende Arbeitsprozesse begriffen werden.“(3) Das ist eine Konkretisierung des allgemeine Unterrichtszieles der Sachkunde: „Die Kinder sollen mit ihrer Umgebung und mit der Arbeit der Menschen bekannt gemacht werden und sich mit ihr verbunden fühlen.“(4)

6 _ MoMent Herbst 2018

Lernen braucht Weltbezug… Besonders Steiners Bemerkung, wonach es um einen Bezug des Kindes zu demjenigen „seiner nächsten Umgebung, was es verstehen kann“, ginge, kann uns auf Interessantes hinweisen: Gefordert ist hier eindeutig ein Weltbezug des Lernens. Nicht etwas, das „künstlich“ im und für den Unterricht erzeugt wurde, steht hier im Mittelpunkt, sondern etwas dem Kind in seiner Umgebung real Begegnendes. Hier ist wohl an ein Prinzip der Waldorfpädagogik zu denken, das Steiner an anderer Stelle mit dem Satz „Lebenskunde muss aller Unterricht geben“(6) formuliert hat. Nicht „gebastelt“, sondern „gearbeitet“ bzw. „gewerkt“ werden soll daher an Waldorfschulen.


…Weltbezug braucht Verstehbarkeit

Hausbauepoche in der 3.Klasse

Doch nicht alles, was Menschen in ihrem von Manfred Hofer,

täglichen Leben, in ihrer sozialen „Umge-

Klassenlehrer der 3. Klasse im SJ 2017/18

bung“ begegnet, ist für sie – egal ob Erwachsene oder Kinder – unmittelbar „verstehbar“. Das war Steiner 1919 bewusst, und das ist uns heute in unserer komplexen, globalisierten, digitalisierten, auch abstrahierten „Umgebung“ noch deutlicher. Also

W

er ein Haus baut, will etwas Bleibendes schaffen. Oder anderen Klassen und der eigenen für die Zukunft einen wetterfesten Unterstand zum Arbeiten

empfahl Steiner, sich mit nachvollziehbaren

schenken und froh sein, zukünftig selbst nicht nass werden zu müssen. Wir haben

Tätigkeiten wie dem Mörtel-Anmischen zu

beides gemacht.

beschäftigen. Wobei es nicht darum geht,

Die Hausbauepoche ist eine ganz besondere in der 3. Klasse und wurde von den

erklären zu können, welche chemischen

Kindern beim Rückblick in der letzten Schulwoche vor den vergangenen Som-

Prozesse dabei ablaufen, sondern erle-

merferien als „die coolste Epoche“ betitelt.

ben und daraus verstehen zu können, wie Menschen sinnvoll mit Sand, Zement, Stein, Wasser, etc. umgehen – wie Menschen mit diesen Materialien arbeiten. Denn die sozial, kulturell geprägte und gestaltete Umgebung arbeitend verstehen lernen und sich so mit ihr neu zu verbinden auf einer Entwicklungsstufe, wo durch ein „Aufwecken“ bzw. ein „Aufwachen“ ein Kindheitsraum verlassen wird, der oftmals noch etwas Paradiesisches hatte, das ist die Intention des Sachkundeunterrichts im 3. Schuljahr, nach der oben gefragt wurde. 1 R. Steiner (1984): Erziehungskunst. Seminarbesprechungen und Lehrplanvorträge, Dornach, S. 161

Für diese spezielle Epoche kann man sich viel einfallen lassen, muss sich in vieles theoretisch einlesen, mit vielen Leuten sprechen und darf die vorangegangenen Bauwerke, die wie schmackhafte Speisepilze am Schulgelände sprossen, bestaunen. In unserem Fall war jedoch etwas anderes gefragt: Der Schulgarten brauchte einen Unterstand, um dort die Steinmetzarbeiten der zukünftigen 12. Klasse (die nebenbei unsere Patenklasse ist) zu gewährleisten. So wurden wir also wie richtige Handwerker für ein echtes Auftragswerk herangezogen. Das Schöne dabei war die klassenübergreifende Zusammenarbeit mit den Jugendlichen der 11. Klasse und ihrem Tutor Alfred Kohlhofer. Dieser hatte bereits eine genaue Vorstellung, die es umzusetzen galt. Also munter ans Werk. Mit viel Elan gingen wir an die Arbeit, doch bereits am ersten Tag erfuhren wir einen jähen Stopp. Dieser hatte mit einem mündlichen Einspruch bezüglich unseres „Bauvorhabens“ durch eine benachbarte Grundeigentümerin zu tun, die uns mitteilte, dass ihr keine wie auch immer geartete Baubewilligung oder Möglichkeit zur Einsichtnahme in eine solche vorläge. Tatsäch lich kam also unser Bauprojekt >

2 C. v. Heydebrand (1954): Vom Lehrplan der Freien Waldorfschule, Stuttgart, S. 18 3 T. Richter, Hrsg. (2016): Pädagogischer Auftrag und Unterrichtsziele. Vom Lehr plan der Waldorfschule, Stuttgart, S. 358 4 Ebd. S. 353 5 Vgl. R. Steiner (1984): S. 156f. 6 R. Steiner (1991): Geisteswissenschaftliche Behandlung sozialer und pädagogischer Fragen, Dornach, S. 98

MoMent Herbst 2018 _ 7


Raum geben, Raum schaffen

zum Erliegen, weil formale behördliche Meldungen nicht eingegan-

Gebracht hat es den Kindern allemal etwas. Nämlich den Zu-

gen waren und damit schriftliche Bestätigungen seitens des zu-

sammenhalt und die Freude darauf, etwas Gemeinsames zu

ständigen Magistrats nicht vorlagen.

schaffen.

Das konnte uns allerdings nicht gänzlich aufhalten. Unsere Aufgabe

Streitigkeiten waren selbstverständlich nicht ganz zu vermei-

wurde zwar verzögert und der Umfang unseres Bauwerks einge-

den. Trotzdem haben die Kinder der Klasse mit Beginn des heu-

schränkt, doch der unermüdliche Einsatz von Frau Hitsch, Mutter

rigen Schuljahres eine Eigeninitiative gestartet und im Hof auf

einer Schülerin aus der Klasse und Architektin, trieb die Behörde

Hausnummer 113 zwei Gebäude aus herumliegen Materialien

samt zuständigen Beamten derart an, dass wir fristgerecht liefern

erbaut. Sie haben alle Unterstufenklassen und selbst die Kon-

konnten. Dass eine geziegelte kniehohe Mauer und ein Flechtzaun

ferenz schriftlich davon informiert und darum gebeten, diese

noch nachgeliefert werden, darf ich hier erwähnen, weil sie – wenn

Gebäude zu bewahren, nicht abzubauen und dass die Gebäu-

sie als Schutzmaßnahmen für das errichtete „Flugdach“ beim Ma-

de für alle Unterstufenklassen in Begleitung eines Kindes der

gistrat deklariert werden – als solche errichtet werden dürfen. Man

nunmehr 4. Klasse zugänglich sind. Postbriefkasten, Mistkübel,

sieht also wieder: Gut Ding braucht Weile.

Solarlampe, Tisch und Stühle inklusive! Wenn man also mit der Hausbauepoche etwas Wissen vermittelt und einen Samen für zukünftige, aufeinander abgestimmte, selbstständige Zusammenarbeit der Kinder sät, so dürfen wir in unserem Fall sagen, dass dieser auf jeden Fall keimt. Inwieweit er Früchte tragen wird, wird sich weisen. Aber wir sind guter Dinge…


GroSSes Finale Abbau der Kindersiedlung im Herbst 2018 Brigitte Födinger

I

n nur 3 1/2 Stunden wurde die im Garten der Unterstufe (Nr. 113) errichtete Kindersiedlung im Oktober dieses Jahres rückgebaut. Ohne Zeitver-

zögerung wurden die Akkubohrer und, wenn nötig, Brecheisen in Betrieb genommen. Eltern und Kinder der 6. Klasse schwangen sich gemeinsam aufs Dach, um dieses zuerst freizulegen, und dann wurde Brett für Brett abgeschraubt und im Gartenbereich des Kindergartens für weitere Zwecke gelagert. Für die Kindersiedlung ist nun am Schulgelände kein Platz mehr. An dieser Stelle soll Baumaterial für den Schulneubau gelagert werden. Es war eine Freude zu sehen, dass mit der gleichen Begeisterung, die schon den Aufbau begleitet hatte, nun auch der Abbau erfolgte. Die Stimmung war bei allen hervorragend; man könnte fast sagen, wir haben es ALLE genossen, an diesem wunderschönen Tag miteinander zu arbeiten und dabei zu scherzen, zu plaudern und dann wieder anzupacken. Eine herrliche Brotsuppe war krönender Abschluss. Unter der Bauaufsicht von Herrn Genswein (dem früheren Klassenlehrer der nunmehr 6. Klasse, Anm.), der fleißig mit anpackte, wurde damit eine Hausbauepoche, die im Frühling 2016 begonnen hatte, nach 2 1/4 Jahren an diesem 6. Oktober 2018 abgeschlossen.

Prädikat: Pädagogisch besonders wertvoll.

MoMent Herbst 2018 _ 9


Raum geben, Raum schaffen

Ein kleiner Textausschnitt aus der Baubroschüre...

„D

ie neue Schule ist eine Investition in die Zukunft. Dem wird nach außen hin mit einer zukunftsfähigen und langlebigen Material-

wahl und nach innen hin mit einem offenen und variablen Raumkonzept entsprochen. Im Innenraum stehen die Schülerinnen und Schüler sowie die PädagogInnen und BesucherInnen im Mittelpunkt. Für sie werden körperlich geschmeidige und sozial kompetente Räume entwickelt. Eine Raumkonzeption, die ein kreatives Lernumfeld schafft und mithilft, die Entwicklung der Kinder auf vielfältige Weise zu fördern.“

...und was er auch bedeuten kann. und Gedanken von Nadja Berke

E

ine Zukunft, die offen ist! Offen für die vielen Individualitäten der

Die Entwicklung unserer Kinder auf vielfältige Weise för-

sich entwickelnden jungen Menschen. Offen, um Kreativität und

dern. Das tut unsere Schule. Ob das im neuen Schulhaus

Unvoreingenommenheit zu leben! Offen gegenüber jedem Menschen

noch besser gelingt, ist zu hoffen und anzunehmen. Für

und der Menschlichkeit, alles im Sinne des Leitbildes unserer Schule:

mich ist die Waldorffamilie, egal ob im neuen oder im al-

„Nicht gefragt soll werden: Was braucht der Mensch zu wissen und zu

ten Haus, eine der Inseln in unserem Land, auf der Men-

können für die soziale Ordnung, die besteht; sondern: Was ist im Men-

schen leben, die Menschlichkeit und in diesem Sinne die

schen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden? Dann wird es

Moral hochhalten, die dem freien Geistesleben frönen

möglich sein, der sozialen Ordnung immer neue Kräfte aus der heran-

und gerne „Gutmenschen“* sind.

wachsenden Generation zuzuführen. Dann wird in dieser Ordnung immer das leben, was die in sie eintretenden Menschen aus ihr machen; nicht

Vielleicht ist der Begriff der Insel hier ein problematischer.

aber wird aus der heranwachsenden Generation das gemacht werden,

Doch leider kann ich ihn nicht zurücknehmen. Denn für

was die bestehende soziale Ordnung aus ihr machen will.“

mich fühlt es sich momentan so an, als gäbe es nur noch

Rudolf Steiner (aus: Pädagogische Grundlage und Zielsetzung der Waldorfschule)

Inseln in einem Sumpf. Die Inseln sind nicht klein – Gott sei Dank – dennoch sind es Inseln. Wenn wir nun bau-

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www.wirbauenaufkunst.at Bis auf weiteres: Julian Khol, Karl Korab, Marija Mandic, TOMAK, Michael Wegerer

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en, so sollten wir die Brücken sehr stabil gestalten, wahrhaf-

durchaus provokativ und herausfordernd. Dass die Referieren-

tig zukunftsfähiges und langlebiges Material wählen, damit wir

den darauf antworten konnten, war für mich damals ganz selbst-

einerseits gut erreichbar sind, jederzeit hinaustragen können,

verständlich. Heute bewundere ich das im Nachhinein sehr! Das

was sich bei uns entwickelt, und wir sollten andererseits ganz

prominente Gesicht gehörte zu Peter Turrini, der erst vor kurzem

bewusst darauf verzichten, die Brücken hochklappen zu kön-

einen Artikel in Die Presse schrieb. Dieser Artikel „made my day“.

nen, denn wir sind Teil dieser Gesellschaft und dieses Landes, seit

Hier ein Zitat aus dem sehr langen, lesenswerten Text aus Die

über 50 Jahren stark genug, stabil dazustehen.

Presse „Spectrum“ vom 3.11.2018 „Es ist ja auch mein Land“ von

Die Schulpolitik hat sich in diesen Jahren vieles von uns abge-

Peter Turrini:

schaut. Momentan geht sie 30 Jahre in die Vergangenheit. Wir

„Dieser Weg in die Erkaltung der Herzen, dieser allerneueste Klima-

nicht. Wir gehen weiter. Wir bauen aus, wir bauen neu!

wandel, hat einen symbolischen Anfang und kein absehbares Ende. Anfang der 1990er-Jahre erfand der deutsche Journalist und Autor

*Als ich in der Oberstufe war, so etwa in der 10. und 11. Klas-

Kurt Scheel das Wort „Gutmensch“. Er hatte den Begriff auf grüne

se (1986/87) und den Referaten der Zwölftklässler zuhörte,

Bundestagsabgeordnete gemünzt, die strickend im Parlament saßen

war unter den Zuhörern ein prominentes Gesicht zu sehen.

und immer alles besser wussten. Damals gab es die ersten Überfälle

Am Ende der Referate stellte diese Person auch gerne Fragen,

von Neonazis auf Flüchtlingsheime in Deutschland. Häuser brannten, Menschen starben. Als einige wenige Bürger den Neonazis entgegentraten, wurden sie von diesen als „Gutmenschen“ verhöhnt. Scheel war entsetzt und versuchte mit allen Mitteln dagegen vorzugehen, vergebens. Der Teufel war schon aus dem Sack. Seither verwenden immer mehr Rechte in allen Bräunlichkeitsstufen und Mitläufer aller Dummheitsgrade diesen Begriff zur Beschimpfung von Menschen, die gegen Faschismus, Rassismus und Fremdenphobie auftreten – und gegen solche, die, meist unentgeltlich, in karitativen Organisationen arbeiten. „Gutmensch“ ist zum Schimpfwort geworden, als wäre es höchst erstrebenswert, ein „Schlechtmensch“ zu sein.”


Raum geben, Raum schaffen

sagten Bauprojekt – eine Gruppe von 40 Menschen, die bei einer Versammlung beschloss: Wir wollen in Mauer eine „Zweig-

Von der „Baracke“ – zur Johanneskirche

stelle“ der Christengemeinschaft, eine Filial-Gemeinde gründen und unterstützen. Heimat fand diese Initiative zunächst in der Studienstätte gegenüber dem Maurer Schlosspark, wo sie über ein paar Jahre hinweg zusammenfinden, wachsen und zusammenwachsen konnte.

Wie das Projekt eines Kirchenbaus für die Christengemeinschaft Wien-Süd gelang

Ich selbst stieß erst einige Zeit nach der Gründung dazu, fand aber schnell in dieser Gruppe rund um die inspirierende und sehr frei lassende Pfarrerin Monica Culda nach meiner Jugend

von Roman David-Freihsl

in der Mariahilfer Straße eine neue Kirchen-Heimat. Es war nach einem unserer abendlichen Treffen, dass ich einen buchstäblichen Anstoß bekam. Ich plauderte mit Elfriede Graf,

L

aut einem eigentlich eher eigenartigen Spruch heißt es ja: Ein

meiner ehemaligen Englisch-Lehrerin in der Steiner-Schule,

Mann müsse in seinem Leben ein Haus bauen, ein Kind zeugen

und es drehte sich wieder einmal um dieses berühmte „man

und einen Baum pflanzen. Was natürlich Quatsch ist. Aber bitte:

könnte… man sollte…“: „Man sollte doch das Grundstück nüt-

Die Kinder sind schon in der Schule, und das mit dem Baum war

zen – man sollte einen Baukreis…“ Da stieß mich Elfriede Graf

eher die leichte Übung. Auch ein Haus zu bauen, das schaffen die

sanft, aber bestimmt gegen die Schulter: „Nicht man sollte –

einen oder anderen Männer und auch Frauen – aber eine Kirche?

tu’s doch!“

Das ist schon ein ganz anderes Kaliber.

Inzwischen reifte auch bei den Helferinnen und Helfern der

In der Rudolf-Waisenhorn-Gasse in Wien-Mauer ist uns das gelun-

jungen Filialgemeinde der Wunsch: Wenn wir schon so ein

gen. Der Bau der Johannes-Kirche für die Christengemeinschaft

wunderbares Grundstück haben, sollte es doch regelmäßig be-

war nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Dass dieses Projekt verwirk-

lebt werden. Etwa bei Gottesdiensten oder Andachten in einem

licht werden konnte, war vor allem eine Geschichte des großzügi-

Tipi, in einer Jurte vielleicht…

gen, selbstlosen Schenkens, des richtigen Zeitpunktes, der glück-

Die nächste glückliche Begegnung fand dann bereits beim Tun

lichen Begegnungen, der ergriffenen Gelegenheiten, der richtigen

statt – wenn auch für einen anderen Zweck: beim Würstel-

Dimensionierung – und des Durchhaltens.

Braten am Advent-Basar unserer Schule. Just in einem Mo-

Begonnen hatte es mit einem geradezu unglaublichen Geschenk.

ment, als es gerade keine Käsekrainer auszugeben und keinen

Frau Erika Bayer wohnte in diesem großen Haus mit dem riesen-

Senf zu quetschen gab, marschierte Christopher Winter vorbei.

großen Garten in der Rudolf-Waisenhorn-Gasse 41 und hatte vor

Christopher, der die geniale Firma Winter Artservice gegrün-

allem einen großen Herzenswunsch: Sie wollte unbedingt, dass

det hatte, die Museen einrichtet oder auch die aufwändigsten

in diesem Garten etwas für die Christengemeinschaft entste-

und größten Theaterkulissen baut. In einem plötzlichen Impuls

hen kann. Und tatsächlich schenkte sie der Gemeinde einfach ihr

ging ich zu ihm und sprach ihn spontan an: Da gebe es doch

halbes Grundstück. Selbstlos und freigebend, denn sie stellte nie

dieses Kirchengrundstück, das nur darauf wartet, genützt zu

Bedingungen oder forderte etwas ein. Sie stellte den Grund zur

werden – wie wäre es mit einem Baukreis? Christopher dachte

Verfügung – und wartete. Und hoffte.

nur einen kurzen Moment nach und meinte dann: „Ich überleg’

Tatsächlich formierte sich schon vor der Jahrtausendwende eine

mir was.“ Mehr nicht.

Kirchenbau-Initiative – doch der Zeitpunkt war ganz offensichtlich

Aber mehr brauchte es auch nicht: Nach nur einem Monat

noch nicht der richtige. Die Pläne, die für dieses erste Bauprojekt

schickte mir Christopher völlig unterwartet bereits erste Skiz-

erstellt wurden, waren ausgesprochen ehrgeizig und sehr großzü-

zen und Ideen: Wie wäre es mit einem Pavillon? Wie wäre es

gig. Dass die Umsetzung damals nicht gelang, hatte unterschiedli-

mit einem Stufenplan, mit dem nach und nach eine Kirche ge-

che Gründe. Einer davon war wohl, dass es im Süden Wiens damals

baut würde?

noch keine tragfähige Gemeinschaft gab, die ein derartiges Vorha-

Wir trafen uns, diskutierten, planten, trafen uns wieder, plan-

ben auch gemeinsam mittragen hätte können.

ten wieder um – hier zeigte es sich, dass der erste, vergebli-

Was folgte, war eine ganze Reihe von glücklichen Begegnungen.

che Anlauf zum Kirchenbau nicht vergeblich gewesen war: Die

Zunächst einmal fand sich – unabhängig vom inzwischen abge-

alten Pläne, die Karl Hruza vorsorglich und verlässlich aufge-

12 _ MoMent Herbst 2018


hoben hatte, waren uns eine wichtige Grundlage für den neuen

Erika Bayer war inzwischen über die letzte Schwelle getreten

Impuls. Schließlich war es so weit: Christopher und ich konnten

– allerdings nicht, ohne einem letzten, geradezu überwältigen-

der Filialgemeinde vorschlagen: Wir bieten ein Provisorium an.

den Geschenk: Kurz vor ihrem Tod überschrieb sie auch noch die

Drei Container auf Streifenfundamenten – bei einer richtigen

zweite Hälfte ihres Grundstückes samt ihrem Haus der Wiener

Verkleidung und Gestaltung bemerkt man gar nicht mehr, wel-

Christengemeinschaft.

che Konstruktion da dahintersteckt.

Im Sommer 2014 war es dann schließlich so weit: Der Bau unse-

Wir gingen in eine Versammlung der Filialgemeinde Wien-Süd

rer sogenannten Baracke konnte beginnen. Es war eine gesunde

– und sie fing Feuer. Wir gingen gemeinsam in eine Versamm-

Mischung aus Profi-Arbeit und selbst Hand anlegen. Eine Baufirma

lung der Muttergemeinde in der Mariahilfer Straße – und auch

betonierte die Streifenfundamente, und dann rückte der beste Ar-

diese stimmte zu. Das Projekt hatte eine sehr überschaubare

beitstrupp von Winter Artservice an. Die nach Christophers Plä-

Dimension – vor allem finanziell –, und es war ja nur ein Provi-

nen schon genau zugeschnittenen Holzbauteile wurden mit zwei

sorium. „Wir bauen eine Baracke“, so hatte es Christopher for-

eigens für uns konstruierten Handkarren auf’s Grundstück ge-

muliert. Auch er beschenkte uns übrigens fürstlich – erarbeite-

schleppt und der Rohbau in nur drei Tagen errichtet.

te die Einreichpläne, absolvierte alle Behördenwege.

Richtige Tiefpunkte gab es auch in dieser Phase. Als ich an einem

Doch kaum hatten wir den Containerplan in der Mutterge-

Sonntag mutterseelenalleine auf dem Grundstück Erde buddelte,

meinde durch – kam der dringende Wunsch: Ein Metallrahmen,

dachte ich schon verzweifelt: Wie soll das gehen? So schaffen wir

das sei doch schrecklich. Könne man das Provisorium nicht

das nicht!

auch in Holz errichten? Christophers pragmatische Antwort

Nur wenig später aber das nächste Geschenk: Die Jugend und äl-

lautete: Die Maße wäre ja dieselben, aber die Kosten entspre-

tere Helfer der Gemeinde rückten an. Sie schliffen die Wände und

chend höher. Nicht rasend viel, aber doch. Daher: Wenn das

lackierten sie, verfliesten die Nassräume, tackerten die Schindeln

Geld da ist – kein Problem.

ans Dach, halfen bei der Montage der Altarfliesen, schrubbten und

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filialgemeinde

werkten unermüdlich. Und unten drunter: vor allem ein Freiwilliger

machten sich auf Spendersuche – und wieder gab es kleine

im besten Alter, der – im Un-Ruhestand – eingequetscht zwischen

und große Geschenke. Und wieder war es Erika Bayer, die uns

Erdreich und Unterboden die gesamte Elektroinstallation verlegte.

am großzügigsten unterstützte. Die benötigten Mittel für die

Der Projekttitel „Provisorium“ erwies sich auch hier als Segen,

Holzvariante kamen zusammen, und im Sommer 2013 konnte

denn sogar die heikelste Frage nach der Außenfarbe konnte in nur

bei einer würdigen Feier der Grundstein gesetzt werden.

zwei Besprechungen beschlossen werden. Rot sollte das Äußere

Diesen Akt konnte Erika Bayer noch erleben – den Baubeginn

werden – ist ja nicht endgültig.

allerdings leider nicht mehr. Denn natürlich gab es auch noch

Gelernte Wiener wissen allerdings: Nichts ist in unserer Stadt so

Rückschläge. Die Genehmigung des temporären Bauwerkes

dauerhaft wie ein Provisorium. Eine Woche vor der Eröffnung war

verzögerte sich Monat um Monat wegen Erkrankung der für

unser damaliger Christengemeinschafts-Lenker Melchior Tautz zu

uns zuständigen Referentin. Auch diese Klippe konnte schließ-

Besuch. Nach einer Besichtigung der fast schon vollendeten Bau-

lich umschifft werden, und unser Provisorium wurde schließ-

stelle fragte er uns, was wir im Grunde auch schon erfühlt hatten:

lich bewilligt – nicht, wie eigentlich vorgesehen, für fünf Jahre,

„Ist das wirklich noch ein Provisorium?“ Die ehrliche Antwort lau-

sondern sogar „bis auf Widerruf“.

tete angesichts dessen, was hier entstanden war: nein. Und so fiel der Beschluss, die Kapelle bei der Eröffnung auch zu weihen. In weiterer Folge wurde seitens der Kirchenleitung beschlossen: Jakob Butschle wird als Pfarrer in unsere Gemeinde Wien-Süd entsandt. Nun ist es aber so, dass es nicht auf die Größe eines Kirchenbaus ankommt; es gilt: Ohne einen fixen Priester ist es eine Kapelle – mit Priester ist es hingegen eine Kirche. Eine „Baracke“ hatten wir geplant – die Johanneskirche ist es geworden. Wer hätte das nur zwei Jahre zuvor auch nur annähernd für möglich gehalten? All jenen, die dies ermöglichten, die uns bei diesem Projekt so reichlich und auf vielfältigste Weise beschenkten, sie seien hier noch einmal herzlichst bedankt und umarmt!

MoMent Herbst 2018 _ 13


Raum geben, Raum schaffen

Die Unterrichtsräume sind nachmittags gut gefüllt. Jeder Lehrer und jede Lehrerin hat seinen/ihren Platz gefunden. Jeder Raum hat sein eigenes Flair. Hin und wieder finden nun auch die Konferenzen hier statt. Dieses Jahr veranstalteten wir auch den alljährlichen Einkehrtag im Musikhaus, beginnend mit einem Vortrag von Herrn Tobias Richter

Das Musikhaus – Musikräume von Christine Trattner, Freie Musikschule Wien

am Vormittag. Am Nachmittag bekamen die LehrerInnen die Möglichkeit, andere Instrumente als ihr eigenes in einem „Schnellsiedekurs“ zu erlernen. Ich selbst durfte das Schlagzeug und die Bassblockflöte ausprobieren. Mit Anfang September hat sich auf unserem Gelände auch eine Einkaufsgemeinschaft gebildet. Sie fungiert als Übergangsphase zwischen dem ehemaligen „Esche-Bioladen“ und dem neu entstehenden Bioladen in der Schule. Demeter-Produkte aus dem Klostergarten in Laab im Walde werden Freitag mittags in den derzeit leer stehenden Pavil-

I

m Juni 2015 trafen einander LehrerInnen der Musikschule

lon geliefert und dort von den BestellerInnen abgeholt.

zum ersten Mal, um über die Funktionsplanung des zukünf-

Des Weiteren finden im Musikhaus nun auch Yoga-Kurse statt.

tigen Hauses zu sprechen. Ein Brainstorming zur Nutzung

Vor allem aber freuen wir uns über die Kinder, welche nachmittags

des Gebäudes erfolgte, und es begann die Namenssuche:

unser Haus bespielen… und überhaupt: dass das alles möglich ge-

Welchen Namen sollten wir dem Haus geben, in dem sich

worden ist!

zukünftig die Musikschule befinden würde? Kühnehaus, Freie Musikschule Wien, Musikhaus…? Im Mai 2016 war es wirklich so weit: Es fand die Beauftragung des Architektenteams RAHM durch die AULOS GmbH mit der Planung des Umbaus vom ehemaligen „Kühnehaus“ zu einem Unterrichtsort der Freien Musikschule statt. Die Bauzeit war für uns aufregend, zumal wir es kaum fassen konnten, dass die Musikschule wirklich ein eigenes Haus bekommen sollte. Wir konnten Schritt für Schritt mitverfolgen, wie sich das Kühnehaus vom in alle Ritzen grün durchdrungenen Dornröschenschlaf in eine Baustelle und mehr und mehr in eine Musikschule verwandelte. Stefan Albrecht konnte kaum eine Gelegenheit auslassen, die fortschreitende Metamorphose zu besichtigen und zu dokumentieren. Der Einzug im Februar erfolgte mit geballter, freudig erwartender Kraftaufwendung. Wir hatten das Haus schnell eingerichtet und mit dem notwendigen Instrumentarium ausgestattet. Es folgten viele Einladungen, darunter: Tag der offenen Tür, Einladung der Nachbarn, Einladung des Lehrerkollegiums, ein großes Fest für Herrn Kühne und endlich das allgemeine große Einweihungsfest im Juni mit Auftakt in der Schule und symbolischem Einzug ins Musikhaus. Nun hat bereits das zweite Semester in der Musikschule begonnen, und es kommt uns vor, als wären wir schon viel länger hier. Die Kinder finden problemlos den Weg zu uns; manche „Kleinen“ nutzen ihre Wartezeiten, um im abgebrochenen Stiegenhaus „Haus zu bauen“.

14 _ MoMent Herbst 2018


113 – Unsere neue Schule ist auch eine Schule für unsere Geduld...

E

s gibt immer einen Plan – und dann kommt vieles anders...

ten ziehen. Dafür wird aber seitlich weniger verbaut, wodurch ein

Im letzten MoMent habe ich berichtet, dass die entschei-

Abtausch der Baufläche möglich ist. Dieser Argumentation ist die

dende Verhandlung über unseren Neubau am 28. September

Baubehörde auch gefolgt und hat uns ursprünglich einen positiven

stattfinden würde und wir noch im Oktober mit einer Ent-

Bescheid erteilt. Die Nachbarn allerdings haben genau diese Über-

scheidung des Verwaltungsgerichtes rechnen könnten. Soweit

schreitung als zulässigen Beschwerdegrund genutzt, um Einsprü-

der Plan und auch die Zusage der für dieses Verfahren zu-

che gegen den Bau einzubringen…

ständigen Richterin.

Und jetzt sind wir alle sehr gespannt auf die Entscheidung, die wir

Die Verhandlung fand dann auch planmäßig statt. Die Ein-

hoffentlich bald in Händen halten.

wände der Nachbarn wurden zum Teil sofort von der Richterin als irrelevant eingestuft; lediglich einer wurde ausführlich

Wie wird es weitergehen?

behandelt, hinterfragt, abgewogen und rechtlich erörtert.

Die Verträge mit der Baufirma (Baumeister und Holzbauarbeiten)

Auch dieser Einwand konnte jedoch von Seiten der Baubehör-

sind abgeschlossen, die Vergabe der Haustechnik ist in der Ab-

de, durch unseren Anwalt und unseren Architekten sehr klar

schlussphase; weitere Gewerke folgen demnächst. Damit können

als unrichtig dargelegt werden. Unserer Einschätzung nach

wir mit einer Vorlaufzeit von 3 bis 4 Wochen zu bauen beginnen.

war das auch für die Richterin so; allerdings hat sie sich hierzu

Sobald wir einen positiven Bescheid haben, werden die Klassen,

natürlich nicht geäußert.

der Hort und die Handarbeit Schritt für Schritt übersiedelt und das

Seither warten wir auf die Entscheidung – die uns für Ende Ok-

Haus geräumt – alle Vorbereitungen dazu sind schon getroffen.

tober zugesagt wurde.

Wir werden Sie natürlich umgehend über die aktuelle Entwicklung

Viele fragen sich vielleicht, warum es zu diesen Einsprüchen

informieren und den Zeitplan im Detail bekanntgeben.

kam – und auch das hat mit einem Plan und der später folgenden Wirklichkeit zu tun – aber in etwas größeren Zeitspannen...

Für den Vorstand

In den Jahren nach dem Kauf von „113“ (im Jahr 1974) wurde

Lothar Trierenberg

die Bauflucht auf Betreiben der Schule verändert, um eventuell eine Turnhalle errichten zu können. Seit damals haben sich die Rahmenbedingungen aber sehr verändert. Eine Sporthalle hat heute eine andere Dimension als vor 40 Jahren. So mussten die Architekten den vorgegebenen Bauplatz verändern und die hintere Bauflucht um ein ganzes Stück weiter in den Gar-

MoMent Herbst 2018 _ 15


Raum geben, Raum schaffen

Die Geburt der Waldorfschule „Hebet el-Nil“ in Luxor/ Ägypten von Nathalie Kux

A

m Fuße der Königsgräber bei Luxor erntet ein Bauer seine

len Winkeln angeeilt. Wir müssen uns schweren Herzens auf 60

Karotten. Sein Bruder verkocht sie. Ein anderer Bruder stellt

beschränken.

am Ufer des Nils ein paar Tische und Stühle hin. Fertig ist das

Es ist jeder Tag ein Fest! Ein Fest der Entdeckung von Entwicklungs-

Restaurant. Als ich mich hier nach einer Kulturreise im Sommer

möglichkeiten. Alles ist neu: das Malen, Singen, Tanzen, Balancieren

2015 am Mangosaft erfrische, kommt auch eine Flasche Olivenöl

und Schaukeln, die Bauklötze, Puppen, Geschichten, der Sand mit

aus Sekem auf den Tisch.

Wasser… Die Eltern verstehen zunächst nicht, dass die Kinder nicht

Mohamed ist vor zwei Jahren dort gewesen: „Ganz Ägypten

mit vier Jahren lesen und schreiben lernen. Doch bald staunen sie,

sollte so sein!“, träumt er – oder zumindest soll etwas in die-

wie ihr Kind sich als Persönlichkeit und im Sozialen entwickelt.

sem Sinne auf seinem Land für die zahllosen Kinder entstehen. An so einem schönen Wunsch kann ich nicht vorübergehen, ohne zu überprüfen, ob er einen Weg in die Realität findet. So fahren wir nach Sekem und lassen uns die ersten Schritte für eine Schulgründung erklären und wie es mit der WaldorflehrerAusbildung in Ägypten aussieht. Diese verläuft für diplomierte StaatsschullehrerInnen auf rein praktische Weise, indem sie es tun und dabei begleitet und zu erweiterten Unterrichtsmethoden angeregt werden. In Ägypten besteht Schulpflicht, doch nur etwa ein Drittel der Kinder geht zur Schule. Dort sitzen 70 in einer Klasse; vorne steht der Lehrer mit dem Stock in der Hand, es wird im Chor gebrüllt, wenn nötig, geschlagen. Das Bildungsniveau ist eines der tiefsten auf der Welt. Einige der frustrierten LehrerInnen, mit denen wir ins Gespräch kommen, wollen etwas Neues probieren, etwas, wo von der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ausgegangen wird und wo das Lernen Freude macht. Der NGO-Verein „Hebet el-Nil Foundation for developement“ wird gegründet. Aus der Schweiz kommt Roland Steinemann, der weltgereiste Waldorflehrer, später auch Karin Eckstein aus der Basler Rudolf Steiner Schule und Marina Meier, die junge dynamische Kindergärtnerin. Sie geben Seminare über die Entwicklung des Kindes, zeigen praktisch kreative, freilassende Unterrichtsmethoden, und ich rege die acht Frauen täglich zu künstlerischen Übungen an. Im Sommer 2016 wird eine Villa mit vier Räumen gemietet und die Genehmigung für den Kindergarten erteilt. Kaum ist ausgesprochen, dass Kinder aufgenommen werden, kommen sie mit ihren Eltern aus al-

16 _ MoMent Herbst 2018


Dank eines freigiebigen idealistischen Bauern und einer großen

Die drei Architekten des „Tajeb Construction Office“ in Luxor haben

Spende aus Österreich kann im Frühjahr 2017 der Schulverein

die Bauausführung übernommen. Es besteht eine wunderbare, anre-

2600 Quadratmeter Land erwerben. Die Schulgenehmigung als

gende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Islam, Sufismus,

„community school“ für die 1. bis 6. Klasse wird gegeben! Am

Christentum, Antroposophie… Es zeigt sich alles in sehr berührender

9. September 2017 beginnen 21 Kinder mit ihrer Lehrerin die

Weise miteinander verwandt. Auch die LehrerInnen machen diese

1. Klasse an der Hebet el-Nil Schule! Ein Jahr später folgt eine

Erfahrung. Mit einem jungen ägyptischen Lehrer, Mohamed Mawa-

weitere 1. Klasse mit 24 Kindern! (Hebet e-Nil heißt auf Arabisch

zini aus Kairo, Student am Lehrerseminar in Stuttgart, übersetzen

„Gaben des Nils“). Sie lernen, was in Ägypten sonst niemand lernt

sie die ersten Vorträge aus der „Allgemeinen Menschenkunde“ von

– stricken, flöten, sich bewegen und dabei auch wie andere Kin-

Rudolf Steiner ins Arabische. Eine Weltpremiere. Sie finden Antwor-

der beten, rechnen, Englisch.

ten, Richtungen auf ihre Fragen und Parallelen zu den ihnen wert-

Die staatlichen Inspektoren inspizieren nicht nur die Schule

vollen Inhalten aus dem Koran.

sondern profitieren von ihr, um neue Ideen für die herkömmli-

Mögen ihnen der Mut und die Hingabe erhalten bleiben – mögen sie

che Pädagogik zu finden. Doch die mittlerweile 96 Kinder dürfen

weiterhin Freunde und Förderer in Europa finden! Denn alle laufen-

nur noch kurze Zeit in der gemieteten Villa bleiben. „Hadanti je

den Kosten und Investitionen müssen derzeit noch aus Europa ge-

Hadanti – halas ja tipki hagiga – habniki tuba tuba – wa el helm

deckt werden, da ägyptische Subventionen erst nach dreijährigem

hajibga hagigaa“ „Kindergarten! Mein Kindergarten – bald bist

Bestehen beantragt werden dürfen. Nur die Hälfte der 96 Kinder

Du fertig – Ziegel auf Ziegel werd’ ich Dich bauen – mein Traum

kann das Schulgeld von jährlich 110 Euro bezahlen. Ein LehrerInnen-

wird Wirklichkeit werden!“ Die Kindergarten-Kinder ziehen zum

Gehalt beträgt monatlich 90 Euro. Die Investitionen für den Schul-

neuen Schulgelände zwischen den Zuckerrohrfeldern, um den

bau sind noch nicht ganz gedeckt. Die dankbaren Kinder, LehrerIn-

Bauarbeitern Mut und Dank zu singen und für sie zu tanzen. Bei

nen und InitiantInnen rufen ihren UnterstützerInnen in Europa ein

glühender Sonne helfen alle kleinen Hände mit Begeisterung mit,

herzliches „Shokran“ vom Nil zu! Jeder Beitrag ist willkommen!

tragen die Balken für das Holzgerüst von hier nach dort, werfen die Ziegelsteine von oben nach unten in die Baugrube, dürfen den Mörtel aufstreichen und die nächste Reihe Ziegel auflegen.

Nathalie Kux war Schülerin an der Rudolf Steiner-Schule Mauer

Sie sind selig und stolz, an ihrer neuen Schule mitzubauen!

von 1976-1985. Sie ist Schauspielerin und Sprachgestalterin

Im Frühjahr 2018 konnte mit dem Bau der Umfassungsmauer

in Basel.

und dem Kindergarten begonnen werden. Mittlerweile wird auch

nathalie.kux@gmail.com | www.hebet-el-nil.org

an dem Administrationshäuschen gebaut, welches als Provisorium für die 1. und 2. Klasse dienen soll. Der Bau für die 1. bis 6.

Spendenkonto in Österreich:

Klasse Grundschule sowie ein Gebetshaus sind für 2019 geplant.

HERMES – Österreich beim Bankhaus Spängler in Salzburg

Der österreichische Architekt Christian Hitsch hat in Anlehnung

Konto: AT86 1953 0001 0063 0000

an den ägyptischen Architekten Hassan Fathy (1900 - 1989) ein

Verwendungszweck: Hebet el-Nil Schule Luxor +

kleines Schuldörfchen entworfen, das ganz im Stile des Landes

Ihre Adresse für die Zuwendungsbestätigung

und zugleich ein Ausdruck der intendierten Pädagogik ist.

MoMent Herbst 2018 _ 17


HAST SONNE IM HERZEN… …seit nunmehr 80 Jahren Liebe Inge! Mit Deinen 80 Jahren gibst Du uns viel Anlass, über Dein Leben zu staunen. Über 40 Jahre hast Du ja im und um den Kindergarten in Wien-Mauer verbracht, und nach wie vor lebst Du den StudentInnen in der Ausbildung vor, was Pflegen und Nähren praktisch

lange und viel gebügelt. Bronja Zahlingen hat bald Deine Naturbe-

bedeutet.

gabung erkannt und Dich als Kindergärtnerin eingesetzt. Da warst

Wenn man wie Du im Jahr 1938 geboren wurde, hatte man viel zu

Du „jubelnd“ auf Deinem Platz angekommen und hast es ihr mit

bewältigen und zu überwinden. Du hast Deine eigene Kindheit im

Deiner Hingabe gedankt.

Wien der Kriegs- und Nachkriegszeit verbracht. Eigentlich bist Du

Wie viele hundert Kinder hast Du betreut und begleitet? Du weißt

eine Zeitzeugin, die auch erlebt hat, wie im Wiederaufbau vieles

von allen die Geburtstage, also kannst Du die Frage leicht beant-

an Tun und Arbeiten im Lebendigen noch einmal auftrat, bevor es

worten. Viele haben viel von Dir gelernt – vor allem durch Deine

zu verschwinden begann.

Bereitschaft, jederzeit und überall in jeder Situation im Alltag dein

Einen Hauch der Stimmung dieser Kindheit konnte man mit Dir

Wissen zur Verfügung zu stellen, ganz aus dem Praktischen und

noch bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts im „Böhmischen

wie derjenige es gerade brauchte, Du selbst dabei mit dem Bo-

Prater“ erleben; heute ist sie auch von dort verschwunden. Du hast

dentuch in der einen und der passenden Geste zum Reigen in der

Dir jedenfalls alles, was damals an Stimmungen schön war und be-

anderen Hand.

sonders die Freude am Kindsein bewahrt und konntest wohl des-

Als DIE Kindergärtnerin warst Du gleichzeitig auch DAS Vor-

halb die Bedürfnisse der Kinder immer so unmittelbar verstehen.

bild. In Märchen und Reigen hast Du Brücken in magische Zeiten

In Deinem Erstberuf warst Du – Hand in Hand mit Deiner geliebten

gebaut; die Urbilder waren wesenhaft greifbar und marschier-

Rechenmaschine – gerne als Buchhalterin tätig. Davon rührt wohl

ten oder schwebten durch den Raum, jedes „nach seiner Art und

auch dein erstaunliches Zahlengedächtnis her.

seinem Gefallen“. Deine Verbindung zur elementaren Welt, deine

Wie wir von Dir wissen, hat Dein Mann, als er auf den Plan trat,

Beziehung zu allem Lebendigen wird deutlich, wenn Dir die Wesen

Dich eingangs gleich gefragt: „Kennen Sie Rudolf Steiner?“ Dar-

helfend zur Seite springen oder Du ihre Hilfe allein durch Deine

aufhin habt ihr die Frage in den letzten Jahrzehnten gemeinsam

Anwesenheit an andere vermittelst. Unter anderem kommt dann

beantwortet.

Verlegtes und lang Gesuchtes nicht selten wie durch Zauberhand

Dein Sohn Martin hat Dich als Mutter in den Kindergarten geführt,

wieder zum Vorschein.

und da der Anfahrtsweg lang war und Du – Deiner Natur nach –

Deine Geduld den Kindern gegenüber war unendlich, aber nicht

nicht untätig warten konntest , hast Du mitgeholfen und dabei

endlos. Du konntest energisch Einhalt gebieten, gut pädagogisch „schimpfen“ und hieltest dabei dennoch immer die Wärme um die Kinder. Irgendwann wurdest Du zur Großmutter des Kindergartens, der man vertraute und von der man sich manches sagen ließ. Das hast Du immer mit warmem Interesse, Verständnis, Toleranz und Nachsicht getan. Natürliche Gaben hast Du geisteswissenschaftlich mit Hilfe Deines Mannes gefestigt und so zu jeder Zeit und zu jedem Anlass den richtigen Text zur Hand, meist ergänzt durch Lachsbrötchen mit Oberskren. Den Schalk hast Du mit Elementarwesen gemein; Scherz und Humor gehören zu Deinem Lebenselixier. Es wäre jedoch weit gefehlt zu glauben, dass Deine Lieblingsrolle im Puppentheater der Kasperl sei. Nein, es ist die Prinzessin – mit allem, was zu einer Prinzessin gehört!

18 _ MoMent Herbst 2018


Ein Kindergarten übersiedelt! Der Weg von der Endresstraße in die Karl Schubert-Schule von Jessica Melchinger und Michael Svoboda Wer Dich von Deiner strengen Seite

Nach fast einem Jahr Ungewissheit war es endlich soweit: Am letzten Kindergartentag

kennenlernen möchte, der soll es ein-

vor den Sommerferien bekamen wir den Startschuss zum Übersiedeln!

mal mit Nachlässigkeit versuchen –

Jetzt hieß es, alles in Kisten packen, was zu verpacken ging. Unglaublich, was so eine Kin-

und wird nie mehr ein Tuch schlampig

dergartengruppe alles besitzt – die Kisten stapelten sich! Wie sollten wir es schaffen, das

zusammenlegen!

alles zu übersiedeln...?

Unzählige Einkaufstouren für den Kin-

Zum Glück hatten wir ein paar Tage später viele helfende Hände – unsere Eltern und un-

dergarten haben in ganz Wien entschei-

sere Kinder –, die mit viel Kraft, Ausdauer und genügend Autos alles in wenigen Stunden

dend zur Öffentlichkeitsarbeit beige-

sicher zu den neuen Räumlichkeiten brachten. Leider waren letztere aber zu diesem Zeit-

tragen, und nicht zuletzt hast Du dabei

punkt noch nicht bezugsfertig; deshalb musste alles erst einmal im Keller zwischengela-

immer ausreichend „Prozente“ auf den

gert werden.

Einkauf erwirkt.

Nach vier Wochen wurden wir dann noch einmal von den Eltern und Kindern unterstützt,

Dein Lieblingslied „Hab Sonne im Her-

und nun war in kürzester Zeit unsere Einrichtung in die neuen Räume gebracht.

zen“ lebst Du ganz selbstverständlich. Es

Jetzt ging es ans Einrichten! Arbeitsreich, zeitintensiv, aber mit zufriedenstellendem Aus-

vermittelt sehr gemüthaft dein positives

gang! Mit großer Vorfreude, aber auch mit einer gewissen Anspannung – wie würden die

Denken – oder vielmehr positives Fühlen

Kinder die Räume erleben? – erwarteten wir den ersten Kindergartentag…

–, das in die Umgebung ausstrahlt: „Wenn

Es war unglaublich! Die Kinder eroberten die Räume, als wären sie nie woanders gewesen!

sie den Raum betritt, wird er warm!“

Und nachdem jetzt fast zwei Monate vergangen sind, können wir sagen, dass wir uns sehr

Wir hoffen, dass wir das noch lange und

wohl fühlen und sehr dankbar sind, so schöne Räume zu Verfügung gestellt bekommen

oft erleben können und wünschen Dir

zu haben!

von ganzem Herzen alles, alles Gute zu

Wir wurden von den SchülerInnen, den LehrerInnen und dem Kindergarten der Karl Schu-

Deinem Geburtstag und sowohl Dir als

bert-Schule sehr herzlich aufgenommen! Wir wachsen zusammen, und wir freuen uns für

auch uns mit Dir noch gute und sonnige

unsere Kinder und hoffentlich auch für die Kinder der Karl Schubert-Schule, dass wir uns

Jahre!

kennenlernen dürfen und eine Gemeinschaft – wenn auch nur auf Zeit – entstehen kann! Ein ganz herzlicher Dank gilt der Karl Schubert-Schule dafür, dass sie uns die Räumlich-

DANKE, dass Du da bist und uns nach wie

keiten zur Verfügung gestellt hat, aber auch unseren lieben Eltern und Kindern, die uns so

vor vielfach begleitest!!

tatkräftig unterstützt haben! Herzlichen Dank!

Deine KollegInnen in und um den Waldorfkindergarten in Wien-Mauer im Namen aller Kinder und ihrer Eltern


weg. Ich denke an die Wanderungen, die wir gemacht haben,

Zum ersten Schultag

und an die Klassenfahrten und die Theaterstücke und den Singabend und Radtouren und die Geschichten und Märchen, die wir erzählt bekommen haben. Ich denke an das

Im Rahmen der Begrüßung der „Taferlklassler“ teilten mit uns auch

Gefühl, zum ersten Mal mit den Großen im Oberstufenchor

heuer wieder einige Schülerinnen der 12. Klasse ihre Erinnerungen an

zu singen und wie toll es sich anfühlt, gut in einem Unterricht

den eigenen ersten Schultag – und an die Jahre danach.

zu sein, der einem wichtig ist. Und wenn ich an diese ganzen Sachen denke, dann ist das Vokabellernen und Hausaufgabenmachen auf einmal nicht mehr so schlimm.

Valerie Nowy:

Ich weiß, wie viele wunderbare Erfahrungen und Erinnerun-

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Schultag erinnern. Ich bin hier

gen ihr sammeln werdet, und obwohl ich euch ein bisschen

gesessen und war so aufgeregt, dass ich den Stiel von meiner Sonnen-

beneide, könnte meine Freude für euch nicht größer sein.

blume zerstört habe. Aber ich hab’ mich auch sicher gefühlt, weil ich

Und ich wünsche euch, dass euch diese Schule genauso ein

wusste, dass meine Eltern bei mir waren.

Zuhause wird wie mir.

Als wir in die Klasse gegangen sind, war ich ziemlich nervös. Ich hab’ niemanden gekannt, und alles war so groß und neu. Doch dann hat mich die

Diana Krieger:

Emely angesprochen, und wir haben geredet – und ab da hatte ich keine

Ich weiß noch, wie ich mich an meinem ersten Schultag ge-

Angst mehr. Ich weiß nicht einmal mehr genau, wie oder wann ich mich

fühlt habe. Wir waren damals oben im kleinen Festsaal, und

mit dem Rest der Klasse angefreundet habe, aber ich weiß, dass ich dank

ich war so aufgeregt und stolz und konnte es gar nicht er-

dieser Schule ein paar der besten und gütigsten Menschen zu meinen

warten, meine Sonnenblume zu bekommen.

Freunden zählen kann.

Auf meiner Schultasche war ein weißes Pferd drauf, und

Diese Schule ist wie eine große Familie. Erst als ich 12 war, hab’ ich

stellt euch vor: Elf Jahre später hab’ ich ein echtes weißes

herausgefunden, dass in den meisten Schulen die Eltern nicht so in-

Pferd!

volviert sind.

In diesen elf Jahren habe ich wirklich viel gelernt: vom Plus-

Wenn ich an die letzten Jahre zurückdenke, denke ich nicht an die Tests,

rechnen bis zu Kegelschnitten, vom Buchstaben A bis zu Li-

die ich machen musste, oder das frühe Aufstehen und den langen Schul-

teraturbesprechungen, vom ersten „Good Morning“ bis zum Schüleraustausch in Neuseeland, vom Fangenspielen bis zum Organisieren von Veranstaltungen. Es war nicht immer nur lustig, aber mit den Freunden, die man nach so langer Zeit gemeinsam gewonnen hat, lässt sich alles aushalten. Somit wünsche ich euch eine superschöne Zeit voller Abenteuer! Anna Brand: Liebe 1. Klasse, liebe Eltern, liebe Verwandte und liebe Gäste! Vor genau elf Jahren saß ich wie jetzt die neue erste Klasse im Publikum und schaute zu den großen 12.-Klässlern hinauf. Damals erschienen sie mir sehr erwachsen und sehr gescheit. Ich dachte, wenn man in der 12. ist, dann weiß man alles. Jetzt bin ich in der 12., und ich fühle mich weder sehr erwachsen, noch habe ich das Gefühl, dass ich alles weiß. Ganz im Gegenteil, das Lernen soll erst jetzt richtig beginnen. Liebe 1. Klasse: Für euch beginnt heute die Schulzeit in einer Schule, wo man nicht nur lesen, schreiben und rechnen lernt.

20 _ MoMent Herbst 2018


Viel, viel mehr erwartet euch in den nächsten zwölf Jahren. Ihr werdet hier filzen, weben, schneidern, plastizieren, (Korb)flechten, schnitzen und vieles mehr. Ihr werdet sogar ein Haus bauen, auf einem Bauernhof und in einem Wald arbeiten und sogar bei den Olympischen Spielen teilnehmen! Es gibt so viel, was man hier erlebt, dass ich das jetzt nicht alles aufzählen kann… Und so wünsche ich euch, liebe 1. Klasse, wunderschöne zwölf Jahre mit vielen unvergessli-

Ein Sonnentag am Feld

chen Erlebnissen!

Ackerbau in der 3. Klasse von Doris Gesslbauer, Schülerinnenmutter in der 3. und 5. Klasse

E

s war herrlich, zu erleben, wie die Kinder mit Freude und Tatkraft gepflügt und geeggt haben. Aus einem anfänglichen „Das ist ja nicht viel“

wurde schnell die Erkenntnis, dass es doch ganz schön viel Arbeit ist, einen Boden zu bearbeiten. Furche um Furche wurde mit vereinten Kräften durch den Acker gezogen. Endlich durften sie säen. Gemeinsam mit der dritten Klasse aus Wien West (Waldorfschule Wien West; Anm. d. Red.) wurde der Spruch gesagt: „Bemesst den Schritt, bemesst den Schwung, die Erde ist noch lange jung…“ Das Korn mit Schwung in die Luft geworfen, wo es das Licht fängt, bevor es in der Erde ruhen darf! Was für eine wunderbare Erfahrung! Wunderbar und eindrucksvoll!

MoMent Herbst 2018 _ 21


Wir pflanzen einen Baum

Alle für einen, einer für alle. Wieder ist Teamwork angesagt. Die Spaten, die soeben noch am Wegesrand trainierten, kommen nun zum Einsatz. Das Loch ist rundum besetzt und erfreut sich seiner Beliebtheit. Währenddessen ist eine andere Gruppe unterwegs zum Feuersalamanderparadies. Vom kleinen Teich wird reichlich Was-

von David Nitsche, Schülervater in der 2. Klasse (SJ 2018/19)

ser geholt. Inzwischen haben ein paar Eltern einen Platz am Loch ergattert. Die Erde wird lehmig, aber das reicht noch nicht. Doch es folgt wohlverdient die Stärkung. Theresa hat als Überra-

W

aldtag.

schung köstliche Felsenbirnenmarmelade mitgebracht. Aus-

Die ErstklässlerInnen brechen wie jeden Freitag zu ihrem

gelassen wie immer.

Stammplatz im Maurer Wald auf. Doch heute merkt man, dass

Dann folgt die Krönung. Feierlich wird die kleine Holzkiste in

neben der Freude auch viel Spannung in der Luft liegt. Vollbe-

die Erde gebettet; darauf prunkt der Felsbirnbaum, der be-

packte Eltern begleiten die Klasse, Kinderhände umklammern

hutsam eingegraben und reichlich gegossen wird.

Spatenstile und Gießkannen.

Das rührend schöne Abschlusslied hat sich das Bäumchen

Voller Stolz zieht eine Handvoll Burschen einen schwer beladenen

gewünscht.

Leiterwagen hinter sich her, auf dem ein bunt verziertes Bäumchen prangt.

Da steht er nun, voll Zuversicht. Gleich neben ihm steckt ein

Das Klassenbäumchen, eine Felsenbirne, ist lang genug im Bäum-

gefundener Astgabel-Einser.

chengarten gewesen. So wie unsere Erstklässler möchte sie nun

Ich wünsche mir, dass das Bäumchen unsere Kinder immer an

auch zu den Großen in den Wald.

eine erstklassige Schulzeit erinnert.

„Am Wiesenrand, wo die alten Eschen standen, ist jetzt viel Platz“, empfahl uns der Förster, „da bekommt sie auch genug Licht“. Auch Stefan, engagierter Klassenpapa, kennt sich aus: „Da bring’ ich euch eine Felsenbirne, die ist robust und genügsam, prächtig im Herbst, köstlich im Sommer.“ Der Weg bergauf ist lang, in steilen Stücken wird mit angeschoben. Zusammen geht’s halt leichter. Doch die Anstrengung fällt ab, als der Baum sein Ziel erreicht hat. Große Erwartungen und fleißige Kinder umkreisen ihn. Immerhin soll unter seinen Wurzeln eine Wunschkiste vergraben werden. Wünsche in Großbuchstaben. Wir besprechen, was zu tun ist, und vieles ist zu beachten. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass das Bäumchen auf dem Grund gut gedeiht. Wie der Baum wächst, hängt stark von seinem Umfeld ab und von der Erde, die ihn zusammen mit seinen Kollegen nährt. Auch Erstklassgärtnerin Frau Svoboda weiß, wie wichtig es ist, dass jedes Bäumchen genug Licht, Wasser und Nährstoffe bekommt, damit ein jedes gedeihen kann. Noch dazu hat jedes andere Wurzeln und braucht verschiedene Bedingungen.

22 _ MoMent Herbst 2018


„Peter und der Wolf“ Eine Eurythmie-Aufführung der 3. Klasse vom Juni 2018

großen grauen Wolf gefangen nehmen. Im großen Triumphmarsch stolziert er anschließend, begleitet von Jägern und seinem Großvater, in Richtung Zoo, um das Raubtier dort abzuliefern. Im vorigen Schuljahr haben die Kinder der 3. Klasse diese wunderbare Geschichte eurythmisch einstudiert und aufgeführt. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Eurythmie als darstellende Kunst,

von Tanya Hanna, Eurythmielehrerin

die den Kindern Freude an der Bewegung vermitteln soll. Das von Prokofjew vertonte Märchen wurde zunächst im Unterricht erzählt und angehört. Danach beschäftigten sich die SchülerInnen mit den einzelnen Figuren und den ihnen zugeordneten

D

as musikalische Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergej

Instrumenten. Die Kinder waren wirklich mit Feuereifer dabei.

Prokofjew bezaubert und erfreut Kinder und Erwachsene

Gemeinsam mit unserer Pianistin Maria Simeonova erarbeiteten

seit einigen Generationen. Dieses Werk erfuhr im Lauf der Zeit

wir die Regie des musikalischen Märchens. Die Rollen der Tiere

viele Interpretationen und erlebte zahlreiche Aufführungen.

wurden auf Wunsch der Kinder mehrfach besetzt. Es gab Einzel-

Der zugrundeliegende Handlungsstrang verläuft folgenderma-

und Gruppenszenen, in denen die Kinder sowohl eurythmisch als

ßen: Peter spielt im Garten seines Großvaters und gewahrt den

auch akustisch zum Teil mit kurzen Textpassagen die Handlung

sich anschleichenden Wolf. Mit einigen geschickten Handgrif-

vorantrieben.

fen knotet Peter eine Schlinge in sein Seil und kann damit den

Die Projektarbeit benötigte viel mehr Zeit, als zu Anfang gedacht. Im Februar hatte ich den Kindern die Geschichte von „Peter und dem Wolf“ vorgestellt, und die Aufführung fand am Ende des letzten Schuljahres statt. Unsere Aufführung wurde von einem kleinen Orchester, bestehend aus unserer Pianistin Maria Simeonova sowie aus Eltern und Kindern der 3. Klasse – und sogar Geschwisterkindern – begleitet. Der Originaltext von Sergej Prokofjew wurde von Herrn Wohlmacher gemeinsam mit der Erzählergruppe vorgeführt. Besonders bei der Aufführung bewiesen die Kinder in ihren eurythmischen Bewegungen zur klassischen Musik viel Talent und Einfühlungsvermögen. Egal, ob in der Rolle des Peter, der Katzen, der Wölfe, der Vögelchen, der Enten oder des Großvaters – die Kinder ließen sich von der stimmungsvollen Atmosphäre anstecken und waren voller Begeisterung dabei. Das wundervolle Bühnenbild im Schulgarten unserer Schule bei der Abendaufführung untermalte das Geschehen. Der tolle Applaus und vor Freude strahlende Eltern waren der Lohn für die kleinen DarstellerInnen. Sehr hilfreich war die großartige Unterstützung durch Herrn Wohlmacher beim Einstudieren des musikalischen Märchens. Zum Gelingen des Projekts trugen aber auch andere helfende Hände bei. Fleißige Eltern halfen bei der Maske und den Kostümen. Sie sorgten außerdem für ein tolles Buffet nach der Abendvorstellung. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an alle Beteiligten.

MoMent Herbst 2018 _ 23


Vom Apfel zum Saft Die 3. Klasse macht einen Ausflug zum Saftpressen nach Laab im Walde von Bettina Schwenk, Schülermutter

E

s ist ein wunderschöner, sonniger, aber windig kalter Herbsttag.

Angereist mit Bim und Bus, werden die Kinder nach kurzer Anleitung von „Saftmeister“ Nikolaus Kramer auf die Obstbaumwiese geschickt, um Äpfel zu klauben. In zwei Gruppen geht es dann weiter: Die einen führen die Äpfel mit der Scheibtruhe zur Presse, die anderen halten sich inzwischen durch Fang- und Hüpfspiele und durch Jausnen warm. In einem großen Bottich werden die Äpfel gewaschen, dann in die Presse gehievt – schließlich geben die Äpfel unter hohem Druck, aber ohne Protest ihren Saft frei. Aus dem Auslauf rinnt köstlicher frischer Apfelsaft, und jedes Kind darf eine Flasche davon mit nach Hause nehmen. Prost! Und vielen Dank für das Erleben dieses Genusses!

24 _ MoMent Herbst 2018


Eine der neuen Epochen in der 5. Klasse ist die Geografie. Größere Gebiete Mitteleuropas werden ausgewählt. Es gibt viele Möglichkeiten: Man kann den Flüssen Rhein, Donau oder Elbe entlang auf große Reise von der Quelle zur Mündung gehen, um die sich wandelnden Landschaften, Städte, wirtschaftlichen Zusammenhänge, Verkehrswege usw. kennenzulernen. Gleiches bieten die Zentralalpen, die sich genauso wie die Flüsse durch die Landschaft ziehen. Neben vielen Erzählungen und eigenständiger Arbeit am Atlas

Von der Quelle bis zur Mündung Die 5. Klasse begab sich auf „Entdeckungsreise“ durch Mitteleuropa.

haben sich die Schülerinnen und Schüler auch im Aufschreiben von Gehörtem geübt. Manche sogar in poetischer Weise... Davon

von Christine Bolleter und den SchülerInnen der 5. Klasse

eine kleine Kostprobe: Die Loreley

Meine Wanderung vom Tal bis zum Gletscher

Es war einmal 1,2,3

Vom Tal will ich hinauf zum Gletscher geh’n,

die wunderschöne Loreley.

nicht immer in diesem Tale steh’n.

Sie sang am Fels so wunderschön,

So mache ich mich auf und geh’,

und jeder Schiffer musste zu ihr seh’n.

bis ich nur mehr Schnee vor mir seh’.

Doch oh weh, der Schiffer vergaß zu denken und konnte das Boot nicht mehr lenken. Das Boot versank, der Schiffer ertrank. Der Sohn des Grafen wollte gar,

Zuerst, da muss ich durch den Wald mit Laub- und Nadelbäumen, jung und alt. Dann kann ich oben schon Tannen seh’n, über denen noch die Latschen steh’n.

dass dieser Spuk zu Ende war.

Ganz oben gibt es nur mehr Wiesen.

Doch oh nein!

Von dort kann man den Blick genießen,

Auch er ertrank durch ein Unglück im Rhein.

einmal nach unten zu den Wipfeln

Durch den Verlust des Sohnes zornig gestimmt,

und dann nach oben zu den Gipfeln.

schichte er einen Soldaten geschwind. Bald konnte er auf den Felsen geraten,

Darüber liegen als Geröll Steine.

und er erzählte von ihren Missetaten.

Ich spür’ beim Steigen schon meine Beine!

Zwei große Wellen, geschickt vom Vater Rhein,

Und alle Muskeln tun mir weh,

holten die Loreley endgültig heim.

als ich endlich am Rand des Gletschers steh’.

(Alex)

(Klara)

MoMent Herbst 2018 _ 25


Hinter den Kulissen von „Olympia“

Die olympischen Spiele – Eine Definition

Ein „Backstage“-Bericht über die vergangenen Olympischen Spiele von Schönau (31. Mai – 2. Juni)

von Marion Giannelos,

von Karin Zak, Schülerinnenmutter und Begleitperson

Klassenlehrerin der 5. Klasse im SJ 2017/2018

Das Klassenzimmer war in wenigen Minuten in ein buntes Schlafla-

O Oberthema der 5. Klasse: das antike Griechenland, die Er-

ger verwandelt, jeder Quadratzentimeter in Windeseile mit Schlaf-

rungenschaften, Kultur und der Einfluss dieses historischen

matten, Schlaf- und Rucksäcken belegt. Im Nu war ein gemütliches

Zeitabschnittes auf die Geschichte. Das ganze Schuljahr be-

Chaos hergestellt.

reiten sich die SchülerInnen auf den größten Ausflug der

Als Begleiterin war es meine Aufgabe, in unserem Lager die Stel-

5. Klasse vor – die Olympischen Spiele.

lung zu halten für den Fall, dass ein Kind erschöpft oder verletzt vom Olympiagelände zurückkäme. Zum Glück trat dieser Fall aber nie ein. Lediglich zur Abendstunde wurden manche Kinder von Nervosität übermannt, was sich in Kopf- oder Bauchschmerzen äußerte. Bei dem einen oder anderen war es vielleicht sogar ein kleines Heimweh,

L Landschule Schönau, Austragungsort der Olympischen Spiele. Dort wurden wir verköstigt, konnten trainieren, übernachten und die Freizeit mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten füllen. Y Yippie, Der Stolz und die Freude, diese Herausforderungen

aber das durfte man natürlich vor den Klassenkameraden keinesfalls

geschafft zu haben, sich zu überwinden und Ziele erreichen

zugeben. Nach eingehender Anamnese halfen kleine Aufmerksam-

zu können, war allen Kindern anzusehen.

keiten wie ein kühlender Waschlappen, kurze Umarmungen, frische

M Marathon, der: wohl die größte Aufgabe, die die Kinder sport-

Luft und viel gutes Zureden von MitschülerInnen. Bald waren die

lich meisterten. Die Olympioniken zeigten dabei Motivation,

Wehwehchen vergessen, und man stürzte sich wieder in ein freudi-

Erschöpfung, manchmal Verzweiflung, immer aber Überwin-

ges Miteinander.

dung, Stolz über Geschafftes und erreichten somit Großartiges.

So war ich also als Krankenpflegerin nicht sehr ausgelastet, und auch meine eigene Tochter ließ sich nur selten bei mir blicken. Dennoch war es ein schönes Erlebnis, dieses bunte Treiben und die Freude der Kinder über ihren ersten gemeinsamen Ausflug mit Übernachtung

P Plaudern, plappern, probieren, Park, Pausen, Pfeile, prächtig! I International. Knapp 300 Kinder verbrachten drei Tage in

zu beobachten.

gemischten Gruppen miteinander, machten Sport, spielten

Persönlich hat mich manches an meine eigene Schulzeit erinnert,

Volleyball und Fußball, gestalteten einen bunten Abend und

besonders die mit diesem Alter verbundene Herausforderung, sich

knüpften neue Verbindungen.

im sozialen Gefüge einen Platz zu verschaffen, diesen zu halten, zu verteidigen und eventuell auch zu ändern. Wie auch bei unseren Elternabenden immer wieder erwähnt, sind die Kinder nun in dem Alter, wo es verstärkt um das soziale „Standing“ geht – und das konnte ich spüren; es lag sozusagen in der Luft, gemeinsam mit altersgemäßen Phasen der Verlegenheit. Als Mutter habe ich großen Respekt vor dem, was unsere Kinder täglich leisten. Es wurde mir auch wieder bewusst, wie anstren-

A Aufsicht. Vielen Dank an Frau Filipot und Frau Zak, die gemeinsam mit mir ein aufmerksames Auge auf die Kinder hatten! D Durchhalten – beim Sport und in der Nacht. Die erste Nacht war eine Herausforderung für die Begleiterinnen, der nächste Tag dann für die SchülerInnen... E Einzigartiges Erlebnis, Erfahrung, die niemand missen möchte

gend in dieser Entwicklungsphase das soziale Überleben manchmal scheint. Ein bisschen mehr Verständnis habe ich seither auch, wenn

Vielen Dank, liebe bereits 6. Klasse, liebe Eltern, liebe Organisa-

sich meine Tochter nach der Schule manchmal einfach nur alleine

torInnen, dass wir diese herausfordernde, spannende, fröhliche,

in ihr Zimmer zurückziehen mag.

schöne Zeit miteinander verbringen konnten!

26 _ MoMent Herbst 2018


Ich habe mich gefreut, dass ich mit meinen Freunden Zeit ver-

lustig. Zum Glück war Frau Gianni nicht allzu wütend auf uns, es

bringe, dass es anderes Essen gibt und auf den Speerwurf. Das

hat wirklich Spaß gemacht. Der Übungstag war zwar leicht regne-

Essen war nicht so toll, die Nachspeise war gut und das Speer-

risch, aber die Olympiade war einfach toll.

werfen war cool!

(Lauren)

(Gabriel)

Ich hatte schon Angst vor dem Marathon und vor dem Dashlauf.

Ich habe mich besonders aufs Zusammensein und natürlich auf

Aber es ist ganz gut gegangen und mir hat’s auch sehr viel Spaß

die Wettkämpfe gefreut. Als die Wettkämpfe vorbei waren, hatte

gemacht. Ich wünschte, wir hätten in der 6. Klasse auch noch ein-

ich das Gefühl, endlich ist es vorbei, und ich war stolz auf mich.

mal eine Olympiade. Ich fand cool, dass die ganze Klasse mal wo

(Mia) Ich habe mich eigentlich gar nicht so auf dieses Ereignis gefreut, doch als wir dann dort waren, fand ich es richtig schön! Ich habe mich dort richtig wohl gefühlt. Dort habe ich neue

zusammen war. Es war ein aufregendes Abenteuer. Beim Speerwurf hat es immer gut geklappt, bei der Olympiade dann kein einziges Mal – aber was soll’s? (Alina)

Freunde gefunden und auch Bekanntschaften wurden zu einer

Bei den Olympischen Spielen war es sehr lustig. In der ersten

festen Freundschaft. Die Olympiade selber war nicht so, wie

Nacht konnte man ewig nicht schlafen. Deshalb waren alle am

ich sie mir vorgestellt habe. Alles war viel ungezwungener. Der

nächsten Tag müde und missmutig, doch das ging wieder vorbei.

Trainingstag war der coolste Tag der Olympiade. Man soll-

Das Training war streng, aber lustig. Die zweite Nacht haben alle

te sich nicht Gedanken machen, ob man etwas kann, denn es

zum Glück geschlafen, und dann kam schon der Wettbewerb. Es

macht in jeder Hinsicht sowieso Spaß. Es war für mich ein un-

war eine schöne und tolle Erfahrung.

vergessliches Wochenende, und ich wünsche auch der nächs-

(Zoe)

ten 5. Klasse einen Heidenspaß! (Marie) Die Zugfahrt lief ganz gut. Danach sind wir zu Fuß zum Olympiadegelände gegangen und den Marathon durchgelaufen. Wir haben in einer Klasse übernachtet, die erste Nacht war

MoMent Herbst 2018 _ 27


Langos in schier gigantischen Mengen, Salate aus dem hauseigenen Garten, Suppen, Kaiserschmarrn von fast 50 Eiern und zu guter Letzt über 200 Palatschinken... Wir waren restlos begeistert!!! Zum Dank für diese großartige Woche dichteten die Kinder Tex-

Eine 6.Klass-Reise der anderen Art von Christiane Dostal und den SchülerInnen der 6. Klasse im SJ 2017/18

te über die Familie und ihr wohliges Zuhause. Am letzten Abend wurden diese Texte dann vorgetragen, gesungen und gerappt und zusammen mit einigen Zeichnungen unseren lieben Gastgebern überreicht. Vielen, vielen Dank, liebe Renate, Martin, Magdalena und Filip, für diese wunderbare Woche!!! Hier einige Auszüge aus den Texten: Fröhliche Tiere überall,

D

ie Abschlussreise der 6. Klasse führte uns im vergangenen Juni

hier auf diesem Hof in Haus und Stall.

ins Südburgenland auf den herrlichen alten Bauernhof von Re-

Schnitzereien, Schnitzelein,

nate und Martin Sprügl. „Lernmanufaktur“ nennt sich der Hof, was

ja das schmeckt uns wirklich fein!

mir gefühlsmäßig im ersten Moment recht streng klang... doch:

Fröhliche Kinder überall,

Einige Monate vor unserer Reise war ich für einen Tag auf Besuch

sitzen auf dem Dach vom Ziegenstall!

– und vom ersten Moment an war mir klar, dass das hier einer der wunderbarsten Plätze wäre, an den ich meine liebe 28-köpfige Schar führen konnte. Voller Liebe und Wärme wird hier gelebt, mit Eseln und Ziegen gewandert, gelernt, gespielt, gekocht – ein Paradies für Kinder, eine Mischung aus Geborgenheit in einem liebevollen Zuhause und Freiheit in der offenen Natur! So zogen wir in der letzten Woche unserer Baumkunde-Epoche los,

In Renates Garten ist es fein, hier könnt’ ich für länger drinnen sein! Himbeerstrauch, Gemüse auch, das werfen wir uns in den Bauch. Sie kennt sich mit allem sehr gut aus und ist die gute Fee von diesem Haus!

um das im Klassenzimmer Gelernte in der Natur zu erleben und zu

Danke schön, auf Wiederseh’n,

erweitern. Wir wanderten zu uralten Bäumen, betrachteten und

wir müssen jetzt nach Hause geh’n...

zeichneten, umspannten die dicksten Stämme mit unseren Armen

Fröhliche Kinder war’n wir hier,

und ertasteten Besonderheiten von Rinde und Blatt. Im Stadl hatte

Wir wünschen Glück und Freude

Martin die unterschiedlichsten Hölzer vorbereitet, an denen die

euch allen vier’n!

Kinder eifrig schnitzten, und so entstanden Windspiele aus verschieden klingenden Holzarten. Daneben gab es viel Zeit, um einfach miteinander im Freien zu sein! Viel Zeit verbrachten vor allem die Mädchen pflegend und spielend mit den zahlreichen Tieren, andere schaukelten fröhlich im Garten und hatten Spaß an gemeinsamen Ball- und Laufspielen. Umsichtig und sicher führte uns Martin eines Nachts durch den – teilweise wirklich tiefschwarzen – Wald; ein andermal badeten die Kinder nach einem heftigen Regenguss im weichen Schlamm. Der Nachbar fuhr uns geduldig und freudig Runde um Runde mit seinem alten Steyrer Traktor, und natürlich durfte auch das abendliche Lagerfeuer nicht fehlen. Kulinarisch wurden wir von Filip, Schwiegersohn der Hofbesitzer und seines Zeichens Spitzenkoch, herrlich verwöhnt.

28 _ MoMent Herbst 2018

Von Valerie, Elisa, Fridolin und Lovis (Melodie: „Fröhliche Weihnacht”)


Die Birke So luftig wie der Wind und doch so fest im Boden, die Rinde weiß wie Schnee – sie wächst sehr gern am See... Von David, Joni, Zente und Johnny Es war einmal ein Bauernhof, da lebten viele Tiere –

Oh Martin, oh Martin,

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donners-

du hast ein cooles Schnitzmesser!

tag, Freitag, Samstag:

Du schnitzt nicht nur zur Sommerszeit, nein auch im Winter, wenn es schneit – Oh Martin, oh Martin, die Föhre schnitzt sich super-leicht!

Die Luna ist ein lieber Hund,

Filip, Magdalena und so weiter, Euer Essen macht uns heiter! Jeden Tag den Tisch gedeckt –

zuerst schnitzten wir nur an zwei’n.

am Abend war das Essen weg,

Holz 3 bis 6, die war’n recht schwer,

denn es hat uns sehr geschmeckt!

Oh Hölzelein, oh Hölzelein,

sie lebten wohl in Frieden.

haben wir gern gegessen!

Oh Hölzelein, oh Hölzelein,

der Martin holt den Schleifstein her.

drei Esel, sieben Ziegen,

All das gute Essen

gleich geht es weiter mit dem Reim.

Filip ist der Spitzenkoch, das ham wir alle sehr gemocht; wir haben ihn zwar nicht verdient,

sie ist ganz jung und pumperlg’sund!

Die Messerchen, die Messerchen,

er hat uns trotzdem gut bedient!

Die Hühner legten gute Eier

die sind ja wirklich super-scharf.

Zum Geburtstag gab’s sogar ’ne Torte,

für Eierspeis’ zur Frühstücksfeier!

Frau Dostal schaut sich ängstlich um:

da fehlen uns ja alle Worte...

Es gab auch sieben Katzen –

Ihr Kinderlein, bringt euch nicht um!

Ronja, Charlie, Teddy –

Der Martin ruft: Frau Dostal ach,

sie haben schöne Tatzen.

mach hier doch nicht so einen Krach!

Luise, Felix und Eliah,

Wir danken sehr, es war sehr schön,

zuletzt kommt noch Emilia.

wir hoffen auf ein Wiedersehen!

Ein Dankeschön an alle:

Von Aaron, Nicolas, Clemens und Tobias

Danke, dass wir eine wunderbare, lus-

Dann kam noch Lämmchen Erwin gar so fein – er war so süß und winzig klein!!

Gerappt von Jolanda, Mia, Emma, Larissa, Lilli und Leonie

tige Woche bei euch übernachten und wohnen durften! Es war super lustig und

Wir waren im Südburgenland auf einem

spannend. Besonders bedanken wir uns

schönen Bauernhof; dort haben wir alle

bei Filip, dem Spitzenkoch, für das gute

diese Tiere kennengelernt. Das war un-

Essen. Der Hof und das Haus waren die

sere bisher schönste Klassenreise!!

perfekten Spiel- und Spaß-hab-Plätze

Von Sarah, Esme, Sophia, Viviana, Jasmin und Haddy

für uns!!! Danke!! Von Lia, Rabie und Chiara

MoMent Herbst 2018 _ 29


werten Schritt: Da es sich ja um eine Vereinbarung der Elternschaft handelte, die die ganze Klasse betraf, lud sie zu einem moderierten Schüler-Eltern-Abend ein, um ein Forum für einen

7. Klasse: Medienvereinbarung 2.0

gemeinsamen Austausch zu bieten.

Nach dem Einzug der Smartphones versuchen Eltern, Lehrer und Kinder gemeinsam neue Regeln festzulegen

zelnen Punkte wichtig seien. Handy-Experten unter den El-

Roman David-Freihsl

Als es schließlich so weit war, lag die Spannung spürbar in der Luft – nicht nur bei den Kindern, auch bei den Eltern: Wie würde das jetzt wohl werden? Und es wurde ganz wunderbar! Eltern schilderten ihre Bedenken, erläuterten, warum die eintern erläuterten die Sicherheits- und sonstigen Gefahren der neuen Medienwelt, und eine Ärztin berichtete über ihre Erfahrungen mit Medien-Abhängigen und die gesundheitlichen Auswirkungen von übermäßigem Handy-Konsum – gerade im Lebensabschnitt der Pubertät. Und die Kinder wiederum machten ihrerseits wacker ihre Standpunkte klar.

A

ls es darum ging, eine Medienvereinbarung zu beschließen,

Auch wenn es am Ende keinen gemeinsamen Beschluss im en-

waren sich die Eltern der jetzigen 7. Klasse damals rasch einig

geren Sinne gab und wohl kaum ein Kind nun begeistert für die

gewesen: Bis zum Ende der 6. Klasse sollten die Kinder noch keine

Medienvereinbarung eintrat, so fühlten sie sich gewiss gehört

Smartphones bekommen. Dieser Beschluss hielt dann auch er-

und ernst genommen. Die angestrebte Vereinbarung mit den

staunlich gut, und die Handy-Freiheit konnte bis dahin auch weit-

oben angeführten Punkten wurde dann beim nächsten Eltern-

gehend gewahrt werden.

abend noch einmal besprochen und soll nun noch schriftlich

Was dann geschah, war allerdings ein regelrechter Dammbruch:

festgehalten werden.

Zum ersten Schultag der 7. Schulstufe war die Klasse bereits fast

Die exakten Nutzungszeiten, die in dieser Vereinbarung fest-

komplett „aufgerüstet“. Nur noch einzelne Handy-freie Inseln gibt

gelegt werden sollen, sind im Detail vielleicht gar nicht so

es – ähnlich dem gallischen Dorf, das in den Asterix-Heften stand-

wichtig: Entscheidend war der gemeinsame Prozess und die

haft Widerstand leistet. Ansonsten war aber schon während der

aktive Auseinandersetzung mit dem Thema, auch mit einer

Sommerferien das neue Medium eifrig genützt worden, um ange-

respektvollen Einbeziehung der Kinder. Und was nicht zu un-

regt hin und her zu kommunizieren, zu spielen…

terschätzen ist: Wir Eltern fühlen uns beim täglichen Kampf

Rückblickend betrachtet, wäre es sicher besser gewesen, schon vor

um ein vernünftiges Maß der Handy-Nutzung nicht so allein.

dem Auslaufen der ersten Vereinbarung rechtzeitig die Frage zu stellen: Und wie geht es jetzt weiter? Kein Wunder also, dass dann gleich beim ersten Elternabend der Ruf laut wurde: Wir brauchen eine neue Medienvereinbarung! Und es wurden auch gleich erste Vorschläge gesammelt, was diese beinhalten sollte: eine Obergrenze für die Handyzeit pro Tag. Eine fixe Zeit, ab der abends keine Nachrichten mehr ausgetauscht werden. Kein WhatsApp, um die Gefahr des „Cybermobbings“ gegen Einzelne in der Gruppe einzudämmen. Seitens der Eltern gab es keine Einwände, höchstens unterschiedliche Standpunkte – aber von den Kindern kam der Protest, frage nicht. Allerdings: Das musste weitgehend unsere Klassenlehrerin Christiane Dostal ausbaden, zu der die Schülerinnen und Schüler gingen, um sich zu beschweren oder zumindest zu hinterfragen. Daher setzte Frau Dostal einen ungewöhnlichen und bewunderns-

30 _ MoMent Herbst 2018

© www.wurmhof.at, Gaby Thaller


Club of Pi

π

Eine Initiative der 9. Klasse

„Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst.“ Tibetisches Sprichwort

Im Namen der 9. Klasse

stunde des Club of Pi. An der Tafel hing ein Blatt Papier, auf dem sich

Samuel Wetter und Holger Finke

alle, die wollten, eintrugen und Mitglieder wurden. Nach einiger Bedenkzeit legten die Mitglieder die Zielsetzung des Club of Pi fest: die

E

s gibt mehr schlechte Nachrichten als gute. Wir wissen war-

Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, national und interna-

um: Auf dem Medienmarkt haben die schlechten Nachrich-

tional. Es wurde überlegt, mit welchen Aktionen wir Geld sammeln

ten den höheren Wert, denn sie verkaufen sich besser. Ge-

und für potentielle Sponsoren interessant werden könnten.

schieht deshalb wirklich mehr Schlechtes in der Welt als Gutes?

Dann wurden die Ämter festgelegt: Paul Berke und Paul Kaufmann

Der Club of Pi möchte ein Zeichen setzen, dass er an den leise

als Vorsitzende, Mateusz Habdank-Wojewodzki und Julian Tesch

wachsenden Wald glaubt und daran, dass dieser Wald mehr

als Finanzminister, Carolyn Caemmerer, Sina Leser, Mia Scholz und

vermag als der laut fallende Baum.

Amelie Wolf als PR-Team.

Es begann mit einem Spiel: Ein paar Freaks der 9. Klasse lernten

Eine E-Mail-Adresse wurde eingerichtet und eine Website in Auftrag

Pi auf weit mehr als hundert Stellen nach dem Komma auswen-

gegeben. Des Weiteren existiert ein Sparbuch, das von den Finanz-

dig und sagten diese Zahlen vor der Klasse auf. Uns verblüffte

ministern verwaltet wird. Um zu zeigen, wie ernst es uns mit unse-

die Gedächtnisleistung, und uns faszinierte die Unendlichkeit

rem Anliegen ist, wurde ein externer Rechnungsprüfer gesucht. Wir

von Pi. Plötzlich entstand die Idee, Pi als Symbol für einen Wald

konnten den Kassier des Schulvereins, Martin Kaufmann, für dieses

zu sehen. Beide wachsen ständig und leise. Es war die Geburts-

Amt gewinnen.

„Die Pi Zahl steht für die unendlichen guten Sachen, die man machen kann.“ Club.of.Pi@gmail.com

www.sites.google.com/view/clubofpi

MoMent Herbst 2018 _ 31


Über Durchhalten und Dranbleiben musste man sich nicht den Kopf zerbrechen, denn ein Aussteigen aus den Zweimannbooten, weil etwa keine Lust mehr vorhanden, war ja schwer möglich. Gott sei Dank, dass das Handy nicht ablenkte, sonst hätte noch jemanden der Wind wegblasen können: Es musste zuhause bleiben.

Mit Ruderboot und Reisebus

Ja, als Lehrerin kann ich darüber mit Leichtigkeit sinnieren, aber

Auf ihrer Abschlussreise durchquerte die 8. Klasse Polen zu Wasser und zu Lande.

Sie haben es überlebt, dazu die meisten gut gelaunt und mit ver-

was das für die SchülerInnen bedeutete? Die Armen waren auf sich und ihre Mitpaddlerin oder ihren Zweiten im Boot zurückgeworfen, mussten sich stundenlang über Wasser halten und dazu noch nichts als paddeln den ganzen Tag… strömender Zufriedenheit. Am Abend konnte zum Beispiel noch Volleyball gespielt werden bis in die Nacht, es gab Wasserbomben-

von Christine Rumetshofer, Klassenlehrerin der 8. Klasse im SJ 2017/2018

schlachten und Spaziergänge. Die liebsten Spaziergänge wurden wahrscheinlich zum Einkaufen in die kleinen Läden unternommen – es galt, das Überleben in Polen zu sichern, und es gelang sogar ganz ohne Supermärkte. Zelt auf, Zelt ab – nach 7 Tagen, die Zeit verging wie im Flug, war damit Schluss, und nach einer nicht ganz so langen Busfahrt gab es

„C

ool, 8.Klassreise! Wo geht’s hin? Fahren wir nach Italien,

Betten in einem Hostel. Immer, wenn noch Zeit bis zum Abendes-

Spanien oder nach Kroatien? – Nein? Nach Polen? Was

sen war, konnten die SchülerInnen die Stadt im Alleingang erkun-

machen wir in Polen? Ich will ans Meer!“ Wir waren in Polen. 7 Tage Paddeln über die Masurische Seenplatte mit anschließender Krakau-Besichtigung. Mit Mateusz als Übersetzer und seinem Vater Seweryn, der uns so Vieles organisierte, hatten wir besonderes Glück. Nach einer langen Busfahrt bis in den Norden Polens wurden das erste Mal die Zelte aufgestellt, wurde das Essen in Gruppen selbst gekocht, das Campingplatzduschen getestet, und beim Lagerfeuer ließen wir den Tag ausklingen. Am nächsten Tag begann das Paddeln auf kleinen Flussläufen mit vielen Kurven: ideal dafür, das Handwerk zu lernen. Später ging es auch über große und auch tiefe Seen.


den, und siehe da: Alle fanden wieder zurück ins Hostel!!! Man ist ja nicht mit kleinen Kindern unterwegs in einer Achten! Bei einer Bergmannstour besichtigten wir in der Nähe von Krakau das Salzbergwerk Wieliczka – schließlich befand sich

Vorbereitungen zur Michaelifeier

dort ja vor langer Zeit ein Meer. Auch den Wawel muss man in Krakau gesehen haben. Wir haben die Burganlage durch Füh-

von SchülerInnen der 8. Klasse

rungen kennengelernt. Ein Chopin-Konzert wurde extra für uns gespielt, und wir genossen es gemeinsam mit Donner, Blitz und Sturmeswind, erlebbar durch das offene Fenster gleich neben dem Klavier im Raum. Vielen Dank auch an Seweryn, der für die drei Abende in Krakau tolle Lokale mit köstlichen polnischen

D

ie Vorbereitungen für die Michaeli-Spiele waren etwas chaotisch, doch am Ende hat alles geklappt.

Spezialitäten ausfindig gemacht hat.

Alle Kinder – inklusive uns – waren sehr aufgeregt. Wir ver-

Dann freuten sich trotzdem alle wieder auf zuhause und am

suchten, uns für dieses Jahr einige neue Mutproben auszu-

meisten wahrscheinlich auf die allerletzte Schulwoche mit der

denken, und wir hatten das Gefühl, dass es allen Kindern Spaß

Frau Rumi!? Die jedenfalls war sehr glücklich, als alle wieder heil

gemacht hat. Wir hoffen, dass jedes Kind eine Station hatte, bei

in Wien ankamen und freute sich über ihre Schülergruppe, die

der es sich überwinden musste.

sie so zufrieden, verlässlich, hilfsbereit und freudig im Zusam-

Wir danken allen fürs Mitmachen und wünschen der nächsten

mensein miteinander auf der Reise erleben durfte.

8. Klasse viel Glück für das nächste Jahr!

Vielen Dank an alle Begleiter für die gute Stimmung und Zu-

Luna und Anna

sammenarbeit und an die Eltern, die uns diese schöne Klassenreise ermöglichten!

Wir wussten erst zwei Tage vor den Michaeli-Spielen, wer welche Station übernehmen würde. Am vorletzten Tag haben wir es geschafft, uns zu organisieren. Es gab Blindverkosten, ekelhaft aussehendes Essen essen, scharfes Essen essen, einen Parcour. Jeweils sechs Kinder mussten ein Kind auf einem Holzbalken stehend hochheben, jede Gruppe musste so viele Kinder wie möglich durch gespannte Seile heben, ohne dass die Seile berührt wurden. Es gab Bogenschießen und Darts, BlindLaufen und anderes. Bei den Spielen selbst lief alles dann besser, als wir gedacht hatten. Alle Kinder und Lehrer der anderen Klassen waren am Ende dann zufrieden mit uns – und auch wir selbst. Theo


Eine Reise nach Prag von den Schülerinnen und Schülern der

Das Wetter war leider etwas kühl, also wärmten uns die köst-

9. Klasse im SJ 2017/2018

lichen Baumkuchen, die es überall gab, von innen und gaben uns Kraft für den langen Fußmarsch. Wir sahen alles… bis auf das Goldene Gässchen – das haben wir auf das nächste Mal

W

enn einer eine Reise tut, dann kann er auch viel erzählen…

verschoben.

Und immerhin waren wir 30 SchülerInnen. Damit das MoMent

In Gruppen erforschten die SchülerInnen danach die Stadt und

aber nicht nur mit Detailinfos über Prag gefüllt ist, halten wir uns

mussten alle erwähnten Plätze fotografisch festhalten, wenn

lieber kurz(weilig).

diese besichtigt wurden… was für das Klassenfotobuch dann irgendwann am Ende der 12. Klasse sicher zu dessen Gelingen

Am 13. Juni trafen wir uns in den frühen Morgenstunden am Bahn-

beitragen wird.

hof, um eine ruhige Fahrt ins kühle Prag zu erleben. Viel wurde ge-

Müde bestiegen wir am 14. 6. den Zug Richtung Heimat, wohlig

redet, aufgeregt besprochen, kreative Spiele verkürzten die Fahrt

gesättigt mit all den Eindrücken dieser wunderschönen Stadt,

– und nicht zu vergessen: Die Jahresgespräche mit den Tutorinnen

die – im Gegensatz zu Wien – durch keinen Krieg zerstört wur-

waren wohl ohnedies das Highlight der Fahrt.

de und somit unzählige Schätze für Auge und Seele bereithält.

Dort angekommen, belegten wir die Zimmer im A&O Hostel, stärkten uns mit einem ausgiebigen Mittagessen, und dann ging es los:

Danke für die gute Führung durch die Stadt und die so tolle Un-

Eine Führerin erwartete uns und teilte all ihr Wissen… Wir lernten

terstützung durch Theos Mama!

viel, hörten „Gschicht’ln“ über Prag – und das alles auf Englisch.

Schön war’s!

(Frau Kellner war begeistert…)

Eure jetzt schon 10. Klasse

34 _ MoMent Herbst 2018


Arbeiten am Wald der Zukunft Ein Bericht – aus zweiter Hand – über das Forstpraktikum der 10. Klasse Roman David-Freihsl

E

s gibt Anlässe, da weiß man schon vorher ganz genau, was

Auch die Kälte war zu sehen – anhand der leicht angezuckerten

man danach hören wird. Das Forstpraktikum ist genau so ein

Schneelandschaft.

Moment im Schulleben. Der Satz war immerhin schon in den

Ein ganz besonderer Moment wurde ebenfalls dokumentiert: Die

Vorjahren bei den Berichten der 10. Klassen auf Schulfeiern

Jugendlichen zerlegten selbst ein Rehkitz, das ihnen zur Verfü-

immer wieder gesagt worden – und auch unsere Tochter sagte

gung gestellt worden war, um danach in ihrer Selbstversorger-

ihn, als sie nach dem Praktikum nach Hause kam:

hütte daraus Gulasch zu kochen. Ihnen wird man sicher nie mehr

„Es war sch… (Kraftausdruck) kalt!!!“

vorwerfen können, sie würden ihr Essen nur aus dem Packerl im

Aber sie sagte es lächelnd, war ganz offensichtlich glücklich,

Supermarkt kennen.

noch ganz erfüllt von diesem Erlebnis, und sie zeigte uns auch

Nur wenig später galt es, bei uns daheim die Reste zweier klei-

gleich begeistert ihre Fotos. Die Klasse beim Kontrollieren

ner Apfelbäume umzusägen, die ihr Lebensende erreicht hatten.

von in Vorjahren gesetzten Baumreihen, beim Pflanzen neuer

Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, zog sich unsere Tochter

Bäume – jede Pflanze bekam natürlich einen eigenen Namen

die Schutzhandschuhe an, griff zur Motorsäge und machte sich

–, beim Setzen von Schutzmaßnahmen für Jungbäume, beim

ans Werk. Dass ich danebenstand und aufpasste, war im Grunde

Zaun bauen. Einige hatten sogar Schutzkleidung angelegt, um

gar nicht nötig.

unter Aufsicht Baustämme zu sägen.

Gelernt ist gelernt.

MoMent Herbst 2018 _ 35


I

ch habe mich schon immer dafür interessiert, wie Filme gemacht werden. Letztes Jahr war

ich in der elften Klasse und hatte einen kleinen Durchbruch mit meinen selbstgemachten Filmen, die ich ins Netz gestellt hatte. Als ich dann erfuhr, dass die zwölfte Klasse ihren Eurythmieabschluss von mir verfilmt haben wollte, war ich unfassbar begeistert und investierte in der folgenden Zeit Stunden und Tage, die zu Nächten wurden, in Vorbereitung, Verfilmung und Videoschnitt. Jede/r hatte ein eigenes, individuelles Eurythmiestück, manche zu Gedichten, andere zu Musik. Die Stücke wurden in Gruppen oder auch

Eurythmieabschluss: verfilmt statt aufgeführt von Moses Ellermann, Schüler der 12. Klasse


allein, meistens aber zu zweit aufgeführt. Diese Abwechslung,

Jetzt, wo ich selbst in der zwölften Klasse bin und es an unseren

die lustigen ZwölftklässlerInnen und die großartige Leitung und

Eurythmieabschluss ging, war sofort klar, dass auch, wenn unser

Planung von Frau Rudnicka machten es nie langweilig.

Projekt kein Film werden sollte, wir auf jeden Fall die Vorführung

Nachdem die letzten Stücke „im Kasten“ waren, ging es an den

filmen wollten. Und als wir unsere Stücke bei der Wotruba-Kirche

Schnitt. Das Synchronisieren der Tonspuren, Schneiden zwi-

in der Eiseskälte, bei Dunkelheit, Regen und Sturm vor trotzdem

schen mehreren Kameras und Drohnenaufnahmen oder das

sehr vielen ZuschauerInnen aufführten, standen auch die Kameras

Einfügen von „Blut“ in eine reine, weiße Schneelandschaft im

dabei, um diese wertvolle Erinnerung festzuhalten.

Rahmen der Postproduktion nahmen zwar insgesamt etwas Zeit in Anspruch, die Mühe zahlte sich aber auf jeden Fall aus:

PS: Im Zuge meiner bevorstehenden Zwölftklassarbeit arbeite ich

denn als die zwölfte Klasse in der letzten Schulwoche von ih-

an einem Online-Portal beziehungsweise einer Webseite, die Inte-

rer Klassenreise zurückkam, war ein 40 Minuten langer Film

ressierten das Produzieren von Filmen näherbringen soll. Grundla-

entstanden.

gen wie die Funktionsweise von Kameras, verschiedene Filmtech-

Dieser wurde im gut besuchten großen Festsaal gezeigt und

niken bis hin zu Videoschnitt und mehr sollen hier in Videokursen,

brachte den SchülerInnen eine Menge Applaus ein.

Artikeln und Beschreibungen „gelehrt“ werden. Wer daran Inter-

Ich denke, dass alle Beteiligten mir zustimmen, wenn ich sage,

esse hat, kann sich auch auf mosesfilmt.com oder meinem YouTu-

dass wir bei diesem Projekt eine sehr schöne, lustige und ab-

be-Kanal „Moses Filmt“ (der sich auch mit Erklärungen, Tipps und

wechslungsreiche Zeit hatten und etwas Großartiges auf die

Tricks auf verschiedene Arten zum Thema Filmproduktion be-

Beine gestellt haben.

schäftigt) schlaumachen.

MoMent Herbst 2018 _ 37


Unsere erste Schulfeier von Theresa Ziniel, Schülerinnenmutter in der 2. Klasse

„Diesmal dürfen wir auch schon mitmachen bei der Schulfeier“, erzählte meine Tochter mir vor einigen Wochen aufgeregt. Seither folgten viele Erzählungen von Proben, der Rollenvergabe und ihren Änderungen, von Textstellen und Kostümen. Die Freude an den Vorbereitungen war sehr groß. Schon die Aufführung der Kinder für die anderen Klassen am Donnerstag war, glaube ich, sehr lustig und stärkte für meine Tochter ihr Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Tag der Schulfeier begann für uns dann mit einem großen Widerstand, am Samstag in die Schule gehen zu sollen... Dieses Gefühl begleitete uns bis zur Schule: uns alle drei. Mit Schultasche!

Und so folgte eine Klasse nach der anderen; die Darbietungen

Der Ablauf der Feier war mir nicht bekannt, und meine Tochter

waren kurzweilig und sehr unterschiedlich; sie reichten von tra-

hatte erst kurzfristig erzählt, dass sie an diesem Tag auch Haupt­

ditionellen bis hin zu ganz modernen Waldorfinterpretationen.

unterricht hätte. In der Straßenbahn noch der Schock: Oh, die

Alles war authentisch, die Kinder voll dabei und so entspannt.

Jausenbox und die Trinkflasche sind leer. Ganz im Taumel unseres

Ich merkte, dass jede Klasse ihren Platz hat, unumstritten, mit

ungewohnten Samstagmorgens stolperten wir zur Feier. Und schon

ihren eigenen altersgemäßen Herausforderungen und Aussa-

erklangen die ersten Töne! Und verzauberten diesen ungemütli-

gen. Und in allen stecken auch noch die jungen Kinder von frü-

chen Wochenendstart in ein wohliges Erlebnis. Leichtfüßig hops-

her, sogar in den lässigen Erzählungen der Oberstufenschüle-

te die vierte Klasse in fröhlichen Farben über die Bühne, begleitet

rInnen. Ein schöner Bogen über die kindliche Entwicklung.

von wunderbarer Musik. Wie schön, hier zu sein, dachte ich mir. Und danach gleich unsere zweite Klasse. Die Begeisterung und das

In diesem Sinne: Vielen Dank für den besonderen

Leuchten der Kinder waren mitreißend.

Samstagvormittag!

Gasthaus Stafler südtiroler & trentiner Küche Wir verwöhnen Sie mit hausgemachten Köstlichkeiten aus der Südtiroler und

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MoMent Herbst 2018 _ 39


Ein Chor-Orchesterprojekt für „Waldorf 100“!

I

m Zuge der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Waldorfschulen planen wir ein wirklich großes und

spannendes Chor-Orchesterprojekt, welches im Herbst 2019 zur Aufführung gelangen soll. Der Oberstufenchor und die 8. Klasse haben bereits zu proben begonnen. Es soll nun noch ein zweiter Chor entstehen, bestehend aus Ehemaligen, LehrerInnen, Eltern sowie Freundinnen und Freunden der Schule. Die Informationen zu den Probenzeiten gingen bereits Ende Oktober an die Schulgemeinschaft. Gegen Ende des Projekts wollen wir dann die beiden Klangkörper fusionieren. Das Werk, das wir uns vorgenommen haben, stammt aus der Feder des englischen Komponisten Karl Jenkins. „The Armed Man. A Mass for Peace“ ist eine immer wieder an Filmmusik erinnernde, interreligiöse Mess-Vertonung mit unterschiedlichen geistlichen Texten und einzelnen So-

LEBENS- UND SOZIALBERATUNG SUPERVISION 0676 453 50 03 | beratung@julia-roehsler.at

40 _ MoMent Herbst 2018


loparts. Das einstündige, imposante, zeitgenössische, aber trotzdem sehr eingängige Werk lässt sich auch von weniger geschulten Stimmen gut meistern. Wir proben mit dem entstehenden Chor regelmäßig im kleinen Festsaal der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, und zwar im-

In freudiger Erwartung

mer am Dienstag von 19.00 Uhr bis max. 21.00 Uhr (ausgenom-

Ursula Bosch (Klassenlehrerin der 1. Klasse, Korrepetition

men an schulfreien Tagen).

und Stimmproben),

Parallel zu den Maurer Chorproben übt der Chorus Tistra am

Vivian Stürzenhofecker (Musiklehrerin an der Rudolf Steiner-

Zentrum für Kultur und Pädagogik unter der Leitung von Birgit

Schule, Stimmproben mit den SchülerInnen),

Metzger ebenfalls an dem Werk. So werden wir zum Schluss

Anna Dekan-Eixelsberger und Jörg Dekan-Eixelsberger

über 200 SängerInnen sein. Das SchallMauer-Jugendorchester

(Jugendorchester SchallMauer),

hat den symphonischen Orchesterpart ebenfalls schon ken-

Birgit Metzger (Leitung Chorus Tistra),

nengelernt und wird das Jahr über immer wieder daran üben.

weitere unterstützende KollegInnen der Freien Musikschule

Wir hoffen sehr, dass wir das Werk im Odeon in der Taborstraße

Wien sowie

zur Aufführung bringen können. Gespräche diesbezüglich lau-

Stefan Albrecht (Musiklehrer an der Rudolf Steiner-Schule,

fen bereits. Da das Odeon aber erst Anfang Jänner den Raum

Jugendorchester SchallMauer, Gesamtleitung)

fix zusagen kann, bleiben der genaue Aufführungsort und die definitiven letzten Proben- und Aufführungstermine zur Zeit leider noch offen. Die finalen Proben und die zwei bis drei Aufführungen fixieren wir aber auf jeden Fall für die zweite Schulwoche kommenden Schuljahres, also den Zeitraum zwischen 9. und 14. September 2019.

MoMent Herbst 2018 _ 41


Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Zweitklass-Untersuchung. Sie dient als Instrument, bestimmte Lernvoraussetzungen bei SchülerInnen der zweiten Klasse genauer wahrzunehmen und Entwicklungsverzögerungen zu erkennen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gesundes Miteinander in einer Klasse ist die Bewegungsentwicklung des einzelnen Kindes. Gibt es motorische, visuelle oder auditive Verzö-

Achtsames Begleiten – Unser Förderkreis

gerungen beim Kind, können bestimmte Lernschwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen auftreten. Ziel des Förderkreises ist es, den Kindern möglichst früh eine entsprechende pädagogische als auch therapeutische Hilfestellung zukommen zu lassen. Wenn nötig, wird auch eine weiterführende Diagnostik und Therapie außerhalb der Schule empfohlen.

von Konstanze Reiner-Friedl und Nadja Berke

D

as Kind in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen und es acht-

Im Sinne dieses achtsamen Begleitens freut sich der Förderkreis auf eine gute Zusammenarbeit und ist um eine gesunde Entwicklung Ihres Kindes bemüht.

sam in seiner Entfaltung zu fördern, sind Aufgabe und Ziel des

Förderkreises. Mit Konstanze Reiner-Friedl als Förderpädagogin hat der Förder-

Konstanze Reiner-Friedl

kreis der Schule Anfang des Schuljahres eine neue Koordinatorin

Förderpädagogin

bekommen. Sie ist die erste Anlaufstelle für An- und Rückfragen

Waldorfpädagogin, dipl. Lerncoach,

sowohl für LehrerInnen als auch Eltern.

Kunsttherapeutin, Arbeit am Tonfeld

Kernaufgabe des Förderkreises ist die Begleitung der SchülerIn-

Telefon: 0699/812 32 610

nen der Unter-, Mittel-, und Oberstufe. Gemeinsam mit Lehre-

Mail: konstanze.reiner-friedl

rInnen und Eltern wird besprochen, welche Kinder eine lernthe-

@waldorf-mauer.at

rapeutische Förderung und Begleitung während des laufenden Schuljahres benötigen. Diese Begleitung kann im Einzel- oder im Gruppensetting geschehen.


Dr. Laetitia Lernpeiss

Barbara Dalik

Schulärztin

Dipl. Lernberaterin und Kinesiologin

Sprechstunden am Dienstag und

Motopädagogin, Brain Gym, Aufmerksamkeits-

Donnerstag nach Vereinbarung

und Konzentrationsförderung,

Allgemeinmedizinerin mit ÖÄK Diplom

Wahrnehmungs- und Teilleistungstraining,

für anthroposophisch erweiterte Me-

Lese-, Rechtschreib- und Rechenförderung,

dizin und Schularzt

Legasthenie- und Dyskalkulietraining

Mail: laetitia.lernpeiss@waldorf-mauer.at

Mail: barbara.dalik@waldorf-mauer.at

Monika Kossdorff

Beate-Maria Platz

Heileurythmistin

Kunsttherapie

Therapeutische Eurythmie –

Kunsttherapeutin, Keramikerin,

Heileurythmie, Körperresonanzarbeit,

Arbeit am Tonfeld, Lebensberaterin

Meditation

Mail: platz@inode.at

Mail: monika.kossdorff@waldorfmauer.at Irene Mayer

Mag. Ursula Taucher

Dipl. Lerncoach für Kinder und

Musik- und Bewegungspädagogin, Rhythmik

Jugendliche

Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegmann,

Aufmerksamkeits- und Konzentrations-

Förderlehrerin nach Audrey McAllen

förderung, Teilleistungstraining,

Mail: ursula.taucher@gmx.at

Lese-, Rechtschreib- und Rechenförd­erung, Legasthenie- und

Im aktuellen Folder können Sie mehr über

Dyskalkulietraining

die einzelnen Mitglieder und ihre Aufgaben-

Mail: irene.mayer@waldorf-mauer.at

bereiche erfahren.

A

m Donnerstag, den 13.9.2018, fand erstmals ein Informationsabend der „Willkommensgruppe“ für neu zur Schul-

gemeinschaft gestoßene Eltern statt. Im kleinen Festsaal der Rudolf Steiner-Schule wurden die zahlreich erschienenen

Erster Informationsabend der Willkommensgruppe

Erstklasseltern (sowie auch zwei „Quereinsteiger“-Eltern aus höheren Klassen) zunächst durch Lydia Fürst und Markus Seidl-

kleines Buffet – auf individueller Ebene.

Konzett über Aufbau und Organisation der Schule informiert.

Insgesamt haben wir den Abend als sehr gelungen empfunden und

Wichtige Ansprechpartner für große und kleine Fragen des

das Gefühl, den neuen Mitgliedern unserer Schulgemeinschaft für

Schulalltags wurden genannt und auf die Wichtigkeit der El-

ihre Anfangszeit ein bisschen geholfen zu haben. Wir wollen diesen

ternmitarbeit hingewiesen – sowohl, was die Klassenaufgaben

Abend daher auch als Fixpunkt – immer am zweiten Donnerstag

betrifft, als auch in den vielen verschiedenen Funktionen und

des neuen Schuljahres – etablieren.

Ämtern, in denen wir Eltern in der Schule benötigt werden.

Für die Willkommensgruppe

Danach war dann Zeit für die Fragen seitens der Neuankömm-

Markus Seidl-Konzett

linge; zunächst noch im Plenum, später – gestärkt durch ein

MoMent Herbst 2018 _ 43


A

n goldenen Herbsttagen leuchten zart lila‐far‐ bene Blüten im Sonnenlicht und heben sich deutlich vom eintönigen Grün der Wiesen ab. Bei näherer Betrachtung kommt der Gedanke an Krokus in den Sinn. Aber eine Frühlingsblume im Herbst? n goldenen Herbsttagen zart besser lila‐far‐ Es handelt sich dabei um Colchicumleuchten autumnale, bene Blü t en im Sonnenlicht und heben sich bekannt als HERBSTZEITLOSE, welche zur Familie deutlich vom eintönigen Grün der Wiesen ab. der Zeitlosengewächse (Colchicaceae) gehört. Sie Bei näherer Betrachtung kommt der Gedanke an Krokus wächst bevorzugt in Gruppen auf waldnahen Wiesen in den Sinn. Aber eine Frühlingsblume im Herbst? undEsliebt feuchte, nährstoff‐ sowie lehmhaltige Böden. handelt sich dabei um Colchicum autumnale, besser Ursprü nglich sie aus Westasien undFamilie dem bekannt alsentstammt HERBSTZEITLOSE, welche zur der Zeitlosengewächse Sie nördlichen Mittelmeerraum.(Colchicaceae) Die Blüte wirdgehört. aus sechs wächst bevorzugt in Gruppen auf waldnahen Wiesen symmetrisch angeordneten hell‐lila Kronblättern gebil‐ und liebt feuchte, nährstoff‐ sowie lehmhaltige Böden. det, die sich zu einem Kelch vereinigen. In der Mitte die‐ Ursprünglich entstammt sie aus Westasien und dem sesnördlichen Kelchs befinden sich sechs Mittelmeerraum. Die dunkelgelb‐orange Blüte wird aus sechs Staubblätter, drei Griffel, dieKronblättern tief in die Erde symmetrischsowie angeordneten hell‐lila gebil‐ hineinreichen, woeinem sie auf ihren Fruchtknoten treffen. det, die sich zu Kelch vereinigen. In der Mitte die‐ ses Kelchs befinden sich sechs dunkelgelb‐orange Eine Besonderheit des Colchicums ist, dass es keinen Staubblätter, sowie dreibesitzt: Griffel,Das dieweißliche, tief in diestiel‐ Erde Stiel im eigentlichen Sinne hineinreichen, wo sie auf ihren Fruchtknoten treffen. artige Gebilde ist eine Röhre, die aus den sechs Kron‐ Eine Besonderheit des Colchicums ist, dass es keinen blättern wird,Sinne und besitzt: tief in die zieht. stiel‐ Die Stiel imgebildet eigentlichen DasErde weißliche, sanft‐lilienartig‐duftende Blüte, die die aus wir den sehen können, artige Gebilde ist eine Röhre, sechs Kron‐ gebildet wird, tief der in die zieht. Die ist blättern eigentlich nur etwa einund Viertel BlüErde te, die restli‐ sanft‐lilienartig‐duftende Blüte, die wir sehen können, chen drei Viertel befinden sich versteckt im Erdreich. ist eigentlich nur etwa ein Viertel der Blü t e, die restli‐ Die Knolle der Herbstzeitlosen besteht aus 2 Teilen, chen drei Viertel befinden sich versteckt im Erdreich. einer Tochterknolle (daraus entspringt im Herbst die Die Knolle der Herbstzeitlosen besteht aus 2 Teilen, Blüeiner te) und einer Mutterknolle, aus welcherimimHerbst Frühling Tochterknolle (daraus entspringt die dieBlü Blätter und Frü c hte erwachsen und die die Tochter‐ te) und einer Mutterknolle, aus welcher im Frühling die Blätter undund FrücWinter hte erwachsen knolle im Herbst ernährt.und die die Tochter‐

A

knolle im Herbst und Winter ernährt.

Ganz besonders und einzigartig ist der jahreszeitliche Ganz besonders und einzigartig ist der jahreszeitliche Entwicklungszyklus der Herbstzeitlose: Im Herbst, wo Entwicklungszyklus der Herbstzeitlose: Im Herbst, wo

APOTHEKEZUR ZUR KAISERKRONE APOTHEKE KAISERKRONE

die meisten anderen Pflanzen längst verblüht sind, ihre Früchte hervorbringen oder bereits ausgesamt haben, beginnt das Colchicum zu blühen. Gelangt ein Pollen‐ korn auf den Kelch wandert dieser die Röhre hinab zum unterirdisch liegenden Fruchtknoten, wo dann um die Weihnachtszeit die charakteristische unterirdische Be‐ fruchtung stattfindet. die meisten anderen Pflanzen längst verblüht sind, ihre Frü c hte hervorbringen bereits haben, Im Frühling erscheinenoder lediglich dieausgesamt grün‐glänzenden beginntwährend das Colchicum zu blürundherum hen. Gelangt Pollen‐ Blätter, die Pflanzen in ein voller Blüte korn auf den Kelch wandert dieser die Röhre hinab zum stehen. In der Mitte der Blätter befindet sich die Frucht‐ unterirdisch liegenden Fruchtknoten, wo dann um die kapsel, die sich von grün nach braun verfärbt, aufspringt Weihnachtszeit die charakteristische unterirdische Be‐ und die braun‐schwarzen, klebrigen Samen entlässt, fruchtung stattfindet. welche von Tierhufen verbreitet werden. Im Frühmeist ling erscheinen lediglich die grü n‐glänzenden Blätter, während die Pflanzen in voller te Den warmen Sommer nutztdierundherum Herbstzeitlose zurBlü Erho‐ stehen. derHerbst Mitte der befindet sich die Frucht‐ lung, umInim ausBlätter der Tochterknolle eine neue kapsel, die sich von grün nach braun verfärbt, aufspringt Blüte hervorzubringen. und die braun‐schwarzen, klebrigen Samen entlässt, Dieser besondere Entwicklungszyklus, der eine starke welche meist von Tierhufen verbreitet werden. Polarität zu vielen anderen Pflanzen darstellt, deutet die Den warmen Sommer nutztdie Herbstzeitlose zur Erho‐ enorme Vitalkraft undaus Stärke der Herbstzeitlose lung, um im Herbst der Tochterknolle eine an. neue Blüte hervorzubringen. Dieser besondere der einenoch starke Dies wird durch dieEntwicklungszyklus, Fähigkeit zur Giftbildung zu‐ Polarität zu vielen anderen Pflanzen darstellt, deutet die sätzlich verstärkt: Die zart erscheinende Pflanze bildet enorme Vitalkraft und Stärke der Herbstzeitlose an.

das sogenannte Colchizin, biochemisch als Alkaloid be‐ zeichnet, sehrdiestarkes Zellgift, da es die Zellteilung Dies wirdein durch Fähigkeit zur Giftbildung noch zu‐ hemmt. betrifftDie besonders Zellen, die sich schnell sätzlich Das verstärkt: zart erscheinende Pflanze bildet das sogenannte Colchizin, biochemisch als Alkaloid be‐ und häufig teilen, wozu zum Beispiel auch Krebszellen zeichnet,Es eingilt sehr starkes Zellgift, da esZytostatikum. die Zellteilung gehören. daher als pflanzliches hemmt. Das betrifft besonders Zellen, die sich schnell Die Herbstzeitlose wird zum Beispiel in Form anthropo‐ und häufig teilen, wozu zum Beispiel auch Krebszellen sophischer homöopathischer Arzneimittel beglei‐ gehören. Esoder gilt daher als pflanzliches Zytostatikum. tend in der Therapie vonBeispiel akuten lymphatischen Die Herbstzeitlose wird zum in Form anthropo‐ sophischer oder homöopathischer Arzneimittel beglei‐ Leukämien (Blutkrebs) bei Kindern, aber auch bei tend in der bei Therapie von akuten lymphatischen Lymphomen Erwachsenen eingesetzt. Neben Leukämien (Blutkrebs) bei Kindern, aber auch Krebserkrankungen wird die Herbstzeitlose auchbei bei Lymphomen bei Erwachsenen eingesetzt. Neben Krankheiten mit Ablagerungstendenzen, wie Gicht oder Krebserkrankungen wird die Herbstzeitlose auch bei Rheuma, aber beispielsweise bei wie Schilddrü sen‐ Krankheiten mitauch Ablagerungstendenzen, Gicht oder krankheiten, Psoriasis (Schuppenflechte) und Bauch‐ Rheuma, aber auch beispielsweise bei Schilddrü sen‐ krankheiten, als Psoriasis (Schuppenflechte) beschwerden Heilmittel eingesetzt. und Bauch‐ beschwerden als Heilmittel eingesetzt. Colchicum ist ein lieblich zartes Pflänzchen mit großer Colchicum ist ein lieblich zartes Pflänzchen mit großer Stärke und vielen „Antitendenzen“, mit denen es eine Stärke und vielen „Antitendenzen“, mit denen es eine besondere Stellung im Pflanzenreich einnimmt. besondere Stellung im Pflanzenreich einnimmt. Mariahilfer Straße Straße 110 · A-1070 Wien Mariahilfer Wien

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S

amstag, 9.7.2018, 15 Uhr: In den Hof der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof fahren viele Autos ein, aus denen dann Kinder und Jugendliche der

verschiedensten Altersstufen steigen, bepackt mit Instrumenten verschiedener Größe und mit Koffern. Einige stürmen geradezu heran, begrüßen freudig andere TeilnehmerInnen und die Dozen-

Rückblick auf die Musikwoche 2018

tInnen, und gleich geht’s hin zu

von Angela Schindler

den zugewiesenen Zimmern. Andere nähern sich vorsichtig dem Empfangskomitee: Das sind diejenigen, die zum ersten Mal die Musikwoche besuchen. Und in diesem Jahr sind das sehr viele. Doch es dauert nicht lange, dann haben sich die 86 TeilnehmerInnen in der ersten Chorprobe zusammengefunden, und durch das gemeinsame Singen und Musizieren, durch Basteln und Spielen im großen Garten und auf dem Fußballplatz ist in kurzer Zeit eine große wunderbare und fröhliche Gemeinschaft entstanden. Die Musikwoche der „Freien Musikschule“ bedeutet eine Woche Musik zu einem ganz bestimmten Thema in allen nur erdenklichen Genres und Besetzungen. Ein Thema mit Variationen! In diesem Jahr drehte sich alles ums Theater: von der Schauspielmusik bis zum Improvisationstheater, vom Musical bis zur Pantomime. Im Vorfeld der Musikwoche hatten die Kinder bereits die Noten – bis auf die Chorstücke – zugeschickt bekommen und so die Möglichkeit, sich auf die Proben vorzubereiten. Viele hatten diese Chance toll genutzt und konnten gleich sehr gut einsteigen. Das von den DozentInnen vorgegebene, bunte Programm erarbeiteten die Kinder und Jugendlichen genauso gerne, wie sie dann auch ihrer Kreativität und Fantasie freien Lauf lassen konnten: Chor, zwei Orchester, Blockflötenensemble, Kammermusik, Band, Studios – in allen Gruppen wurde am „Musik-Theater“ gearbeitet. Und am Samstag darauf: Erneut kommen viele Autos in den Hof, um nach dem langen und wie immer grandiosen Abschlusskonzert alle Kinder und Jugendlichen wieder abzuholen. „Bis zum nächsten Mal“, so verabschieden sich die meisten. Auch die DozentInnen packen zusammen, und dankbar schauen sie zurück auf eine bewegte musikalische Woche. Die nächste Musikwoche wird schon geplant!

MoMent Herbst 2018 _ 45


Mauer Waldorf Lauf 2018 So frĂśhlich hat unser Schuljahr gestartet, ein bewegter Auftakt in ein đ&#x;’Ż Jahre Waldorf-Jahr! Es ist dank euch wieder zu einem Fest von

Jung bis Alterslos geworden! Auf in ein bewegend neues Schuljahr. Monika u. Holger Kossdorff

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Liebe Eltern! Damit der von Holger und Monika Kossdorff ins Leben gerufene und sehr erfolgreiche Waldorflauf auch in den nächsten Jahren stattfinden kann, werden ganz dringend engagierte Leute gesucht, die sich bereit erklären, mitzuhelfen. Dieser Event hat eine enorme Wirkung und Sichtbarkeit unserer Schule nach außen. Bewegung und Gesundheit soll in unser aller Interesse an der Schule gelebt und unterstützt werden. Damit das gelingen kann, braucht es Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen! Damit ein reibungsloser und sicherer Ablauf garantiert werden kann, braucht es Lotsen. Um auch rechtlich auf sicherem Boden zu stehen, benötigt man eine Ordnerausbildung. Mit dieser Schulung/Ausbildung ist man berechtigt, bei sportlichen Veranstaltungen, Veranstaltungen generell, Baustellen und Filmdreharbeiten auf öffentlichen Straßen den Verkehr zu regeln. Teilnahmebedingungen: 21 Jahre, unbedenkliche Strafregisterbescheinigung, aufrechte Lenkerberechtigung, Kenntnisse der deutschen Sprache, Lichtbild Die Ordnerausbildung dauert 5 Stunden; die Kosten werden von der Schule übernommen. Bei Interesse bzw. Fragen bitte umgehend bei Charlotte Goldmann, charlotte_goldmann@yahoo.de, melden

MoMent Herbst 2018 _ 47


We proudly present

VIVIAN STĂœRZENHOFECKER

Rebecca Langfelder

Schon bevor ich zu sprechen be-

Aufgewachsen bin ich in Mau-

gann, sang ich laut Aussage meiner

er, wo ich auch den Waldorf-

Eltern bereits rund um die Uhr. Es

kinderkarten besucht habe. Meine Schulzeit verbrachte

dĂźrfte also schon immer klar gewesen sein, dass die Musik mein Weg sein wĂźrde.

ich jedoch – bis auf drei Jahre – in Üffentlichen Schu-

Im Alter von sechs Jahren begann ich, klassischen Gesangsun-

len. Nach der Matura begann ich 2011 mit meinem

terricht zu nehmen. Später sang ich in zahlreichen ChÜren wie

Lehramtsstudium in den Fächern Mathematik und

beispielsweise im Jugendchor der Wiener Sängerknaben, dem

Deutsch an der Universität Wien.

Jugendchor der Universität fßr Musik und darstellende Kunst

In den letzten Jahren habe ich neben meinem Studi-

oder der Singakademie des Wiener Konzerthauses. Mit elf Jah-

um begonnen, als Lernbetreuerin fĂźr die VHS Wien im

ren begann ich mich fĂźrs Klavierspiel und fĂźr Perkussionsinst-

Rahmen der FĂśrderung 2.0 zu arbeiten.

rumente zu begeistern. Andere Instrumente kamen zwischen-

Durch meine Familie und die Wohnnähe zur Schu-

durch hinzu, doch Erstere sind mir geblieben.

le blieb ich der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Nach meiner Matura an einem Musikgymnasium entdeck-

Ăźber diese Zeit jedoch immer verbunden und freue

te ich mein Interesse fĂźr Jazz- und Filmmusik. Ich begann,

mich daher besonders, in diesem Jahr gerade hier

mich verstärkt mit diesem Genre auseinanderzusetzen und

meine Unterrichtstätigkeit im Fach Mathematik zu

schlieĂ&#x;lich auch selbst zu komponieren. Im heurigen Sommer

beginnen.

nahm ich mein erstes Album mit Eigenkompositionen, in denen ich auch singe, auf. Im Juni 2017 habe ich mein Bachelorstudium in Rhythmik

kleinanzeige

(Musik- und Bewegungspädagogik) an der Universität fßr Musik- und darstellende Kunst Wien abgeschlossen und arbeite derzeit an meiner Masterarbeit in diesem Fach. Neben

WIEN – MAUER

dem Studium unterrichte ich Kinder und Erwachsene in Ge-

Hälfte von Einfamilienhaus in sehr ruhiger

sang und Rhythmik sowie im Zuge eines groĂ&#x;en Musikprojek-

GrĂźnlage zu vermieten. Ca. 1o4 Quadratmeter

tes auch Musik und Rhythmik an Kindergärten und Schulen in

Wohnraum, bestehend aus ObergeschoĂ&#x; mit

ganz Wien.

Balkon, sehr groĂ&#x;er Terrasse und ausgebauter

Nun freue ich mich, an der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Dachmansarde.

zur Ruhe zu finden und hier mit fĂźnf Klassen kontinuierlich

GartenmitbenĂźtzung nach Absprache.

arbeiten zu kĂśnnen. Das groĂ&#x;e Interesse und hohe musikali-

Bezug ab Februar 2o19 mĂśglich.

sche Niveau der Kinder ist belebend, und ich freue mich auf

Nähere Informationen:

jede einzelne Unterrichtsstunde als neue Musiklehrerin der 3.

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Der Klimawandel ist wirklich zum Heulen ... bis 7. Klasse.

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...daher sind wir um LĂśsungen bemĂźht


Daniela Hofmann Rodrigues

Lena Michailova…

Gärtnern ist meine Leidenschaft.

…geboren in Tallinn/Estland, wo ich bis

Am liebsten das Gärtnern mit den

zum zwanzigsten Lebensjahr eine glück-

Rhythmen der Natur, in Überein-

liche Kindheit und Schulzeit verbrachte.

Ich möchte mich gerne vorstellen:

stimmung mit dem Wesen der Pflanzen, des Bodens, der

1993 kam ich über Umwege nach Wien und beschloss, fasziniert

Tiere und anderer Wesenheiten und Elemente, die am Ent-

von dieser Stadt, hier zu bleiben. Ich bestand auf Anhieb die Auf-

stehen der Bodenfruchtbarkeit und am Gelingen des Gar-

nahmeprüfung der Modeschule Hetzendorf und schloss diese nach

tens beteiligt sind.

3 Jahren College erfolgreich ab. In dieser Zeit lernte ich Deutsch,

Ich beschäftige mich schon lange mit „Garten“ im weites-

setzte mich intensiv mit Geschichte und Kultur meiner neuen Hei-

ten Sinne. Als Kind half ich voll Hingabe meiner Mutter bei

mat auseinander und kam meinem Traum, Modedesignerin zu wer-

der Pflege der Topfpflanzen oder meiner Großmutter im

den, immer näher.

Gemüsegarten und investierte große Mengen meines Ta-

Zur Waldorfpädagogik kam ich 2003, um meinen zweiten Traum-

schengeldes in exotische Zimmerpflanzen. Später studier-

beruf – Lehrerin – mit dem der Modedesignerin zu verbinden: Ich

te ich Molekularbiologie, arbeitete mit Pflanzen im Labor

absolvierte zugleich die Ausbildung zur Waldorflehrerin und eine

und versuchte als Mitarbeiterin einer Umwelt-NGO, meine

für Mathematik und Bildnerische Erziehung an der pädagogischen

Erkenntnisse für die Reduktion von Pestiziden in der kon-

Akademie der Stadt Wien.

ventionellen Landwirtschaft einzusetzen. Das rationale

Seit 2004 unterrichte ich an der Freien Waldorfschule Wien-West

und wissenschaftliche Arbeiten zeigte mir aber auch deren

Handarbeiten und habe seither in vielen Kursen Neues für mich

Begrenztheit.

und den Unterricht gelernt. Es ist mir immer wieder eine Freude,

Ich hinterfragte viel, von den Dogmen Wissenschaft und

die SchülerInnen zu begleiten und zu beobachten, wie Persön-

Wirtschaft bis über das Bildungssystem und schließlich

lichkeiten sich entwickeln. Es ist ein faszinierender Moment, ihre

auch unsere Beziehung Mensch-Natur bzw. als Menschen

stolzen und glücklichen Gesichter zu sehen, weil sie selbst etwas

zu uns selbst.

geschaffen haben.

Fachlich führte mein Weg u. a. über Permakultur, Demeter,

An der Arbeit in der Oberstufe gefällt mir besonders, altes Hand-

Heilkräuterkunde, Sozialpädagogik oder Freilernen. Immer

werk zu vermitteln. Die Fähigkeiten, die sich SchülerInnen beim

mit viel Selbsterfahrung. Ich interessierte mich für alterna-

Weben, Spinnen, Korbflechten, Siebdruck und Buchbinden aneig-

tiven Erkenntnisgewinn: warum nicht die Pflanzen fragen,

nen, bewirken nicht nur handwerkliches Können, vorausschauen-

die Mutter Erde, wie wir alle gut auf ihr leben können? Am

des Denken und Kreativität, sondern können auch für die Berufs-

meisten lerne ich, wenn ich direkt in Kontakt gehe mit der

wahl hilfreich sein.

Natur oder dem Wesen „Garten“, dem Stück Natur, das sich

Sehr interessant finde ich das Projekt „Schneidern in der 9. Klasse“:

für eine Zeit lang zur Verfügung gestellt hat, um von mir

das Schneidern eines Kleidungsstücks von der Idee bis hin zur Mo-

verändert, gepflegt und gestaltet zu werden.

deschau als Abschluss des Projektes. Heuer habe ich die besondere

Pädagogisch sehe ich mich vor allem als Entwicklungsbe-

Aufgabe, zwei 9. Klassen – jene in Mauer (nur Burschen) und jene in

gleiterin und meine Aufgabe primär darin, zu erkennen, was

Wien-West – zu unterrichten. Ich bin schon gespannt auf die dar-

der junge Mensch in seinem aktuellen Zustand am drin-

aus entstehenden Modelle.

gendsten braucht und dies zu ermöglichen. Mein größtes

Meine kreativen Ideen entwerfe und schneidere ich in Form kleiner

Anliegen ist, die Liebe zur Natur zu erhalten oder wieder-

Kollektionen in meinem Atelier im 2. Bezirk, wo ich auch Pop-up-

zuerwecken, denn wenn diese Liebe spürbar ist, lernt der

Stores und Nähkurse veranstalte.

Mensch alles, was er braucht, um sich friedvoll und frei auf

Das war’s in Kürze über mich. Weiteres gerne persönlich!

dieser Erde zu bewegen.

Do vstrechi!

MoMent Herbst 2018 _ 49


Ulrich Hofbauer dipl. psych. Spirituell erweiterte Psychologie Persönliche Entwicklungsbegleitung Krisen- und Konfliktarbeit Seminararbeit Gruppenarbeit

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rt! e sw n e Les Angelika Wolk-Gerche

Hermann Rieth

Wir bauen jetzt ein Haus – Ein Werk-

Hausbau mit Kindern – Wir bauen und rich-

und Spielbuch für drinnen und

ten eine Schmiede ein Pädagogische For-

draußen Verlag Freies Geistesleben,

schungsstelle Stuttgart, € 19,60

€ 18,40 Eine vielgeliebte Beschäftigung der Kinder ist das Bauen von

Im Lehrplan der 3. Klasse spielen die Handwerks- und Hausbaue-

Häusern, sowohl im Kleinen zum Spielen drinnen als auch im

poche eine wesentlichen Rolle; das Handwerk steht ganz im Mittel-

Großen zum Spiel im Freien. Angelika Wolk-Gerche gibt in ihrem

punkt des Interesses: Wie entstehen – durch die Arbeit der Hände –

Buch für dieses Spielbedürfnis der Kinder zahlreiche Ideen und

die Gegenstände, die uns täglich umgeben?

Anregungen, was man alles für Häuser bauen kann. Im ersten Teil des Buches zeigt sie Häuser aus den verschiedenen Kulturen der Welt. Vom Lehmbrotehaus über die mongolische Jurte, ein Hochzeitszelt der Tuareg oder verschiedene afrikanische Rundhütten bis hin zu den allseits bekannten und beliebten Indianer-Tipis findet sich hier eine bunte Vielfalt von Behausungen.

Viele Prozesse des traditionellen Handwerks werden heute von der Industrie übernommen und sind aus dem Wahrnehmungsbereich der Kinder verschwunden. Diesem Defizit stellt das Buch von Hermann Rieth eine überzeugende pädagogische Alternative entgegen: Es handelt vom Bauhandwerk und dessen praktischer Ausführung durch Kinder, wobei in der Umsetzung alle Sinne der Kinder angesprochen werden. Schritt für Schritt wird dargestellt, wie ein richtiges Haus, eine Schmiede, gebaut und gebrauchsfertig eingerichtet wird.

Im zweiten Teil des Buches finden sich phantasievolle Spielhäuser, die vor allem zum Spiel im Freien und zum darin Wohnen

Rudolf Steiner

geeignet sind. Hier finden sich eine Windmühle aus Karton, ver-

Wege zu einem neuen Baustil, „Und der Bau

schiedene Formen von Baumhäusern, eine berankte Weidenlau-

wird Mensch“ Rudolf Steiner Verlag, € 19,60

be oder eine Grashütte mit Blätterdach.

Aus dem Inhalt:

Ein abschließendes Kapitel behandelt die Behausungen der Zwer-

Der Ursprung der Architektur aus dem Seeli-

ge, die zu den Lieblingsfiguren der Kinder gehören. Die meisten

schen des Menschen und ihr Zusammenhang

Häuser sind mit relativ einfachen Mitteln von den Kindern selbst

mit dem Gang der Menschheitsentwicklung –

herzustellen. Bei einzelnen Modellen wird der oder die Erwach-

Der neue baukünstlerische Gedanke – Die wah-

sene mithelfen müssen, was aber bei dem großen Spaß, der bei

ren ästhetischen Formgesetze – Die schöpferi-

diesen Spielen entsteht, sicher kein Problem sein dürfte.

sche Welt der Farbe. Buchempfehlungen von Sabine Reichert, Bücherstube der Goetheanistischen Studienstätte Speisingerstr. 258, 1230 Wien

Termine Schule

06.05. - 10.02. Referatswoche 12. Klasse 14.05 - 16.05. Audit nach WZQ

19.12.2018 Paradeis- und Christgeburtsspiel 18:00 bzw. 19:30

17.05. + 18.05. Singabend 11. Klasse

22.12. - 06.01. Weihnachtsferien

07.06. + 08.06. Klassenspiel 12. Klasse

19.01.2019

08.06. - 11.06. Pfingsferien

Tag der Offenen Tür 10:00 - 13:00

22.01. Informationsabend 1. Klasse 2019/2020, 19:30 26.01.

Schulball, Motto: Indien

23.02. Schulfeier 04.04. - 07.04. 8. Klass-Spiel 13.04. - 28.04. Osterferien 01.05.

Schulfrei, Staatsfeiertag

30.05. - 02.06. Schulfrei, Christi Himmelfahrt

15.06.

Schulfeier und Sommerfest 10:00 bzw 13:00

20.06. - 23.06. Schulfrei, Fronleichnam 28.06.

letzter Schultag

02.09.2019

erster Schultag SJ 2019/2020

Die nächste Ausgabe von MoMent erscheint voraussichtlich am 08.04.2019 Redaktionsschluss ist der 06.03.2019

MoMent Herbst 2018 _ 51


Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100 Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 13Z039641 M Impressum Seite 2

P.b.b.

Start der Lebensmittel- Kooperative im Jänner Die letzten Vorbereitungen für die „Dynamo Bio“-Abholstation neben der Musikschule sind im Laufen von Roman David-Freihsl

E

s wird! Immer wieder wurde uns in jüngster Zeit die Frage gestellt: Also

beim Klostergarten in Laab am Walde durch, schauten, ob die

was ist jetzt mit der Esche-Nachfolge? Wird das was mit der Le-

Internet-Bestellungen wirklich funktionieren und so weiter.

bensmittel-Kooperative? Und die Antwort lautet: Siehe oben.

Ein paar Kleinigkeiten sind nun noch zu erledigen – das Konto

Wir hatten uns mit Verlautbarungen bisher allerdings noch zu-

einzurichten, die Hygienebestimmungen im Abholraum aufzu-

rückgehalten. Denn erst wollen wir alles ordentlich auf die Reihe

hängen und Ähnliches. Aber wir sind wild entschlossen: Im Jän-

bringen.

ner soll es nun endlich losgehen!

Der Ort war relativ rasch gefunden: Die Abholstation wird ge-

Als Orientierung für alle Interessierten: Es wird einen Basis-

nau dort sein, wo vor vielen Jahren die Bio-Lebensmittelinitiative

Beitrag für die Kooperative geben – für Miete, Betriebskosten,

begonnen hatte: Im ehemaligen Kühne-Haus, der jetzigen neu-

Anschaffung von nötigen Einrichtungen und so fort. Diesen

en Musikschule, Jesuitensteig 19. Genau dort, wo damals erstmals

Beitrag kann dann jede und jeder durch aktive Mitarbeit an der

Demeter-Milch im Keller verkauft worden war, konnten wir uns nun

Kooperative reduzieren. Und dann wird man Demeter-Gemü-

im Gartenhaus wieder einmieten.

se aus der Region – und möglichst bereits auch schon andere

Auch die wichtigsten Einrichtungsgegenstände hatten wir schnell

Demeter-Lebensmittel – zum günstigen Ab-Hof-Preis einmal

organisiert: Denn vom Esche hatten wir nicht nur die Inspiration

pro Woche bestellen und abholen können.

und Intention seines Ladens „aus gutem grund“ übernommen –

Aktive Mitglieder werden uns besonders willkommen sein! Wer

sondern auch seine Regale, zwei Waagen und Kasteln …

interessiert ist, fix dabei sein möchte bzw. bei größeren (Vor-)

Auch der Name war schließlich gefunden: „Dynamo Bio“ wollen wir

Besprechungen und Treffen dabei sein möchte, kann gerne

heißen. Auch eine Internet-Plattform gibt es bereits, über die künf-

schon jetzt mit uns Kontakt aufnehmen:

tig die Waren der nächsten Lieferung bestellt werden können. Das

dynamobio@gmx.at

alles testeten wir bis jetzt aus: Wir führten erste Testbestellungen

Profile for Karl Hruza

MoMent Herbst 2018  

MoMent Herbst 2018  

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