Page 1

auf die Monate Januar, Februar, März und April 2011 Gegründet bei der Eröffnung des Schnuggebock im März 2001

AR/AI

Hauszeitschrift für Erlebnis Waldegg 11. Jahrgang, Nummer 36

n

e

e hm

m zu

tn mi


Traditionelle appenzellische Gastfreundlichkeit. Am Stammtisch. Im Restaurant. In eleganten Sälen. Tête-à-têtes. Geschäftsessen. Bankette. Vom Vesperplättli bis zum Gourmet-Menü.

Grosis Bauernhaus als nostalgisches Erlebnis, in Stube, Stall, Küche, Mägde-, Knechtechammer und Keller. Zu zweit. Familien für sich. Gruppen im Schloff. Währschaftes vom Puur, saisonal, einheimisch. Wald-WC, Alpkäserei, Heustock und Tierlistall.

Panoramagarten. Kinderspielplatz. Rollstuhlgängig. Reservationen: 071 333 12 30 «Höhenrestaurant» www.waldegg.ch

Reservationen: 071 333 12 30 «Schnuggebock» www.schnuggebock.ch

Währschafte Kost im original appenzellischen Spezerei-Lädeli.

Spitzbübische Schulstunde in nostalgischer Stube. Kulinarische Überraschungen statt Znünibrot. Gruppen-Reservationen: 071 333 12 30 «Tintelompe»

Reservationen: 071 333 12 30 «Tante Emmas Ladebeizli»

Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen –2–


Hauszeitschrift mit

Willkommen Grüezi mitenand! In diesem Kalender steht einer der vier Pfeiler unseres Betriebs deutlich im Vordergrund: Der Schnuggebock feiert sein zehnjähriges Jubiläum! Wir freuen uns, dass Sie, liebe Gäste, ihm ein Jahrzehnt lang die Treue gehalten haben. Stossen wir also an, mit einem SchnuggebockBier, auf ein weiteres langes Leben unseres Geburtstagstieres! Das Heft bleibt trotzdem der Waldegg Kalender. Mitarbeiter, Neuigkeiten, Nostalgie, sowie wieder drei Geschichten rund um die Waldegg bilden einen bunten Lesestrauss. Und, Sie

werden’s sicher bemerken, der hintere Teil ist gegenüber dem letzten Kalender unverändert und wird es weiterhin bleiben, denn so haben Sie immer das Portrait unserer vier Betriebe gleich mit zur Hand. Ob im Höhenrestaurant, ob bei der Weiterbildung im Tintelompe, in Tante Emmas Ladebeizli oder im Schnuggebock, Sie werden bei uns immer etwas erleben, und Sie sind auch immer herzlich willkommen! Familie Anita und Chläus Dörig und das Erlebnis Waldegg-Team

Schnuggebock Speisekarte in der Heftmitte Inhaltsverzeichnis 4 11 13 16 18 21

10 Jahre Schnuggebock Stifte-Beizli Stur wie ein Ochse Geliebter weinroter Pullover Gasthaus Gäbris Neues Leporello

22 24

Schnuggebock-Speisekarte Schnuggebock-Getränkekarte

25 27 28 31

Mitarbeiter-Seite Teufen einst Krokussli ond Schneeglöggli Singen mit Käthy

32 34 35 37

Portrait: Höhenrestaurant Portrait: Emmas Ladebeizli Portrait: Tintelompe Portrait: Schnuggebock Impressum Herausgeber: Erlebnis Waldegg, Familie Anita und Chläus Dörig Redaktion, Bilder, Texte: Roland Kink (rk), Teufen Gestaltung, Bildbearbeitung DTP: Kuhn Grafik&Werbung,Teufen Druck: Appenzeller Medienhaus, Herisau

–3–


Der Gipfel der Waldegg-Erlebnisgastronomie feiert Geburtstag

10 Jahre Schnuggebock Am Freitag, den 9. März 2001 ging ein rauschendes Eröffnungsfest über die Heu-Bühne von Grosis altem Appezeller Bauernhaus im Erlebnis Waldegg. Am Tag danach stand das Tennstor des Schnuggebock zum ersten Mal dem Publikum offen. "Schnuggebock" ist inzwischen zum Markenzeichen geworden. Aus festlichem Jubiläums-Anlass ist ein Blick zurück angezeigt.

Bis die Familie Dörig am 9. März 2001 wie auf dem Bild das Tennstor freudestrahlend öffnen konnte, hatte sie einen weiten Weg zurückgelegt. Die Eröffnung des Schnuggebock war nämlich nicht der Anfang der waldegg’schen Erlebnisgastronomie, sondern der vorläufige Höhepunkt und somit ein riesiger Meilenstein. Doch schon früher gab’s auf der Waldegg oft viel zu erleben.

(rk) Schon immer seit das Waldegg-Zepter von Mutter Rosa Dörig 1982 an Sohn Chläus übergeben wurde, inszenierte dieser Themenwochen, Stobete und kleinere Anlässe, um seinen Gästen et-

was Besonderes zu bieten. Diese hielten sich allerdings in eher traditionellem Rahmen. Ein erster ganz grosser Seiten(oder Saiten?-) Sprung – meh müend emol nebis ganz anders mache – gelang 1993 mit -4-

dem ersten Waldegg Music Festival. Von der Stobete zur Country Music! In den darauf folgenden zehn Jahren traten im Festzelt beim WaldeggFunkenplatz berühmte Musiker und Bands auf wie Truck


Stop, Becky Hobbs, Boney M., die Krüger Brothers, Middle of the Road, Mungo Jerry, Pussycat, die Bellamy Brothers, die Spider Murphy Gang, John Brack, Jo-El Sonnier, Toni Vescoli, Suzi

gen oft, ob es kein weiteres Music Festival mehr gebe. Soviel darf der Waldeggschreiber dazu hier verraten: Man soll nie "nie" sagen, doch für das Jahr 2011 ist kein Waldegg Music Festival geplant.

Truck Stop

In den beiden Jahren 1996 und 1997 folgte ein weiterer erlebnisgastronomischer Höhepunkt: In jedem Monat stand die Waldegg unter einem anderen Motto: Die Speisekarte, die Bekleidung des Personals, die Dekoration, die Hintergrundmusik, alles variierte. Etwa vom Thema Wilder Westen über eine Frühlingsmodeschau zum Gastkoch aus Thailand, zu Kunstwochen, Single-Abende mit Candlelight, Hexenzauber oder "1001 Jahre Österreich". "Schlegel a Wegge", jeden Monat staunte man und frau auf’s Neue beim Betreten der Waldegg. Wirte-Ehepaar und Personal rotierten ziemlich ob all’ des Brimboriums.

Bill Haley’s Comets

Quattro oder Bill Haley’s Comets und machten die Waldegg über die bisherigen Grenzen ihrer Bekanntheit hinaus berühmt. Das Music Festival war zum weit herum ausstrahlenden Werbeträger der Waldegg geworden. Seine Botschaft lautete: Auf der Waldegg erlebt jeder immer etwas! Viele Gäste erinnern sich noch heute daran zurück und fra-

John Brack

-5-


Der Ur- Schnuggebock Im Jahr 1998 taten die Dörigs, wohl ohne es zu merken, denn es gab ihn ja noch gar nicht, einen weiteren Schritt in Richtung Schnuggebock. Zur Feier "50 Jahre Familie Dörig auf der Waldegg" erstellte der gelernte Zimmermann (und Koch, nota bene!) Chläus zusammen mit seinen hölzigen Freunden auf der Waldegg-

Terrasse ein währschaftes Gastro-Gaden. Im Nachhinein betrachtet erscheint diese Festhütte wie der Ur-Schnuggebock, obwohl sie damals nicht als solcher galt. Auch lebende Tiere, heute ist es die Muttersau mit ihren Fäärli neben dem Schnugebock-Stall, gab’s damals schon im kleinen Stall beim Haupteingang zum heutigen Höhenrestaurant. Zuerst war es eine putzsaubere Kuh, die allerdings nicht nach dem Gefallen des Beizeninspektors war. Sie musste auf dessen Geheiss durch zwei Ziegen ersetzt werden, ebenfalls putzsaubere Tiere ….. Nur, was hinter den Ziegen runter fällt, macht halt schon weniger Spritzer als ein im Entstehen begriffener Kuhfladen.

Zwei Jahre später aber stand dann das Konzept für die Erweiterung der Waldegg-Gastronomie bereits fest. Am Silvester 1999, als um Mitternacht weltweit die Computer doch nicht abstürzten, tat es glücklicherweise auch die Fluggesellschaft Waldegg Air nicht. Der

grosse Saal war zu einem Flugzeug umfunktioniert, Dörigs Maitle spielten Stewardessen und der Captain flog in den letzten vier Stunden des alten Jahrtausends von Indien (Curry) über Russland (Borschtsch), Griechenland (Zaziki) zum Waldegg Airport. So gelang es durch die Zeitverschiebung, in bester zukünftiger SchnuggebockErlebnisgastronomie Manier gleich vier Mal auf das neue Jahrtausend anzustossen. Zurück zu den Wurzeln ….. Chläus Dörig erinnert sich an die Jahre kurz vor dem Bau des Schnuggebocks: "Gerade

–6–


durch die vielen Events zu jener Zeit platzte inzwischen die Waldegg fast aus ihren Nähten. Wir brauchten mehr Platz, wollten unseren Betrieb erweitern. Zuerst hatten wir die Idee, hier oben ein Hotel zu bauen. Diese brachten wir aber nicht über die baubürokratischen und raumplanerischen Hürden. Also hirnten wir weiter; etwas musste geschehen. Damals war der Begriff der Erlebnisgastronomie, den wir eigentlich durch all’ unsere Aktivitäten vorweggenommen hatten, plötzlich in aller Leute Munde. Anita und ich unternahmen deshalb ÜberseeTrend-Reisen, um Ideen zu sammeln. Eine davon führte uns in die USA. Wir sahen dort die verrücktesten Projekte, das Jungle Café, Planet Hollywood, 50er-Jahre Diners oder Bubba Gump Shrimps. Wir realisierten aber auch, dass diese Themen-Restaurants alle sehr kurzlebig waren, viele überlebten nur zwei oder drei Jahre. So etwas wollten wir natürlich nicht. Ich erinnere mich noch genau, es war in Chicago: Da spürte ich im dortigen Hard Rock Café eine gewisse Gemüt-

lichkeit, eine Nostalgie, eine Geschichte, die lebte. Ich glaubte auch, dass dieses Konzept länger funktionieren würde. (Was ja inzwischen bewiesen ist.) Aber – trotz der etwas rockigen Festival Geschichte – Rock’n’Roll passte natürlich nicht auf die Waldegg, auch keine der anderen amerikanischen Verrücktheiten. So nahmen wir keine konkrete Idee mit nach Hause, aber die Erkenntnis, dass in unserer heutigen schnelllebigen Welt die

Leute sich zurück an die gute, gemütliche alte Zeit sehnen. Und eigentlich hatte ich schon vor unseren Reisen im Kopf, ein Restaurant zu bauen, wie es früher war. Ich wollte auch meine Jugendzeit wieder aufleben lassen. So wie es heute im Schnuggebock läuft, so war es in der Puurebeiz Waldegg in der Zeit meiner Kindheit. So sollte die Waldegg-Erweiterung aussehen! Ich hatte die Bilder noch immer vor Augen und dann natürlich auch noch das

Mit Strick-Verbindung gezimmerter Schnuggebock-Stall

–7–


wunderbare Panorama vor dem Haus! Trotz Umweg nach Übersee, eigentlich war von Anfang an klar: Zurück zu den appenzellischen Wurzeln musste der Weg führen!" ….. vorwärts zum Schnuggebock Innert gut eines Jahres wurde die Betriebserweiterung erstellt. Im Gegensatz etwa zum Disneyland gab’s beim Innenausbau keine Kompromisse oder Pappmaché-Bauten. Im

Gegenteil. Alles musste echt und authentisch sein. Das verwendete Holz stammt von fünf

Koch, Wirt und Zimmermann Chläus Dörig beim Innenausbau des Schnuggebocks

–8–

abgebrochenen alten Appenzeller Häusern. Für einige Arbeiten wurden gar pensionierte Zimmerleute gebeten, ihre alte Kunst den Jungen nochmals vorzuzeigen. Wie man zum Beispiel beim Stall die Balken mit einer Strick-Verbindung zusammenfügt. Im März 2001 stand, was rein äusserlich wie eine Verdoppelung des Waldegg-Hauptbaus aussah, drinnen aber ganz und gar Grosis altes Appenzeller Bauernhaus geworden war. Doch hatte das Ganze noch keinen Namen! Wie es sich herausstellte, sollte dieser das einzige nicht appenzellische Attribut des Neubaus werden: Eines Abends sassen Dörigs mit ihrem Waldeggschreiber


zusammen und liessen die Köpfe rauchen. Es sollte schon etwas Originelleres als "Dörigs Gade-Beiz" werden, und auch die "Kuhstallbar" war schon an einige Skipisten im benachbarten Heimatland von Anita vergeben. Kein Name flog die Runde an. Auch nicht, als die Hilfe einer zweiten Flasche Rioja in Anspruch genommen wurde. Da fiel der Vorschlag, zuerst halt ein Wappentier zu bestimmen. Das war nun eine leichte Aufgabe, denn seit vielen Jahren hatten es Chläus Dörig die Heidschnucken angetan. Und so war der Gedankensprung zum Schnuggebock bald getan. Der vorgerückten Stunde schien auch die Idee zu

gefallen, wie ein Schnuggebock zu seinen Lammern hinübergüxlen könnte. So, wie’s im heute gültigen Logo zum Ausdruck kommt, und wie es der langjährige Waldegg-Cartoonist Alibert in einem ersten Versuch zu Papier brachte.

Gab’s denn im Schwyzertütsch das Wort Schnuggebock vor dem Jahre 2001 schon? Sicher bei den Heidschnucken-Züchtern. Aber sonst? Nun, es ist jetzt nicht nur da, sondern

gleich auch noch zum Markenzeichen für nostalgische Gemütlichkeit, für fröhliches Feiern und gemütliches Zusammen-Höcklen in Dörigs Erlebnis Waldegg geworden. Zehn Jahre sind für einen Heidschnucken-Bock ein hohes Alter. In unmittelbarer Umgebung vom Erlebnis Waldegg sind erst kürzlich zwei zehnjährige Heidschnucken-Böcke aus Altersgründen eingegangen. Nicht so unser Schnuggebock: Im Alter von zehn Jahren weist er eine immer noch ungestüme Frische auf. Erheben wir also unser Glas auf das weitere Wohl des Geburtstagskindes. Ein Glas Schnuggebock-Bier, natürlich!

Am 9. März 2001 überbringen der damalige Gemeindepräsident Gerhard Frey und der heutige, Walter Grob, die Glückwünsche der Gemeinde Teufen zur Eröffnung des Schnuggebocks. Die Familie Dörig strahlt.

–9–


Hörler Tiefbau AG Büro Schwanen, 9052 Niederteufen Tel. 071 335 70 60 Fax 071 335 70 61

Betonwerk „Schöni“ 9064 Hundwil Tel. 071 367 24 14

Sanitär Heizung

hoerler@toptiefbau,ch www.toptiefbau.ch

Oskar Fässler AG Gebäudetechnik mit Qualität

Hauptstr. 15 • 9053 Teufen • Tel. 071 333 14 91 • oskar-faessler.ch

Gute Qualität nicht nur beim Essen sondern auch bei Bauen

www.mettler-tanner.ch

– 10 –


Stifte-Beizli bei Tante Emma und Abendessen geöffnet, am Sonntag nur am Mittag. Abwechslungsweise führt eine(r) der beiden Koch-Ober-Stifte die Küche, eine der beiden Zweitjahres-Service-Stiftinnen betreut die Gäste, jeder "Stiften-Chef " jeweils unterstützt von einem der vier ErstjahresLehrlinge.

Die acht Lehrlinge im Erlebnis Waldegg haben, wie im letzten Kalender berichtet, Tante Emmas Reich zu ihrem eigenen Stifte-Beizli umfunktioniert. Noch immer führen sie dort ganz alleine Regie. Nur wenn sie fürchterlich ins Schwitzen kommen, springt Lehrmeister Chläus Dörig ein. Allerdings nicht als Chef, sondern als Commis unter Anleitung seiner Azubis! Noch bis Ende Februar ist das Stifte-Beizli jeweils Donnerstag bis Samstag für Mittag-

Für jedes verkaufte Gericht oder Getränk werden den Stiften Punkte gutgeschrieben. Ende Februar wird ihre Aktion "Menu zum Ziel" abgerechnet: Wohin führt die Reise wohl (je nach Punktestand und vorheriger Definition des CommisChefs)? An den Seealpsee, nach Crissier, London oder gar Thailand? – 11 –

Helfen Sie, liebe Gäste, unseren Stiften, ihr Traumziel zu erreichen. Schenken Sie ihnen Punkte, indem Sie sich von der Stiften-Brigade verwöhnen lassen. Am Ende Ihres Besuchs erhalten sie einen kleinen Beutel mit Kies, das Sie dann in das Stifte- (Reise-) Barometer beim Eingang leeren können.


Ausschnitt aus dem Appenzeller Kalender 1902


Stur wie ein Appenzeller Ochse

Roland Kink

Auch wenn mein Name gleich nach dem Titel steht, meine ich nicht mich selbst. Erstens bin ich drunten in der Stadt St. Gallen auf die Welt gekommen, und Appenzeller wird man bekanntlich nur durch Geburt. Zweitens bin ich ein Stier, sternzeichenmässig. Ochs oder Stier, doch ein gewaltiger Unterschied. Vor allem für den direkt betroffenen Mann! Gut, man(n) wird ja auch nur als Stier geboren, kaum als biologisch einwandfreier Ochse. "Der Schweizer kann, wenn es ums Geld geht, stur wie ein Appenzeller Ochse sein." So war bezüglich des Steuerstreits

zwischen der Eidgenossenschaft und ihrem nördlichen Nachbarland jüngst im Konstanzer "Südkurier" zu lesen. Das Gerangel um Steuern ist nun wahrlich kein Thema für diesen Kalender. Aber die Sturheit der Appenzeller Ochsen! Sind die wirklich sturer als andere, als die Berner, die Zürcher, die Urner? Wie viele Ochsen gibt es in der Schweiz überhaupt noch? (Für ganz gwundrige Städter ohne jegliches landwirtschaftliches Wissen sei’s hier nochmals kund getan: Ochse = Stier minus spanische Nierli.) Gemeint sind nicht die kastrierten, für die Schlachtbank bestimmten Stieren-Kälbli, sondern die grossmächtigen Arbeitsochsen, so wie Falk, Fritz, Franz und Fridolin, die Ochsen des Waldegg-Quartetts. Mit diesen vier Tieren weist die Gemeinde Teufen inzwischen wohl die höchste Ochsendichte der Schweiz auf. Darum mag die Frage berechtigt sein, ob diese Appenzeller wirklich sturer sind als andere – 13 –

Ochsen. Und wieso scheinen dies die Schwaben zu wissen? Einewäg, der Vergleich mit anderen Kantonen ist schwierig. Den Bernern sagt man doch Stieregringe und nicht Ochsenschädel nach. Und die Urner wären sicher beleidigt, wenn man ihr stolzes Wappentier einen Uri-Ochsen schimpfen würde. Da kämen sie wohl – "Harus" guuget de Urischtier! – wutentbrannt auf die wackren Mannen am Alpstein los. Schliesslich führt der Bär im Appenzeller Wappen doch auch seinen von den Heraldikern "Schwert" genannten Pimmel deutlich sichtbar spazieren.

Noch-Stierli Falk als SchnuggebockEröffnungsgeschenk am 9. März 2001


Appenzeller Spezialitäten Knoblauch Pantli Schwinigi-Stückli Appenzeller Mostbröckli Appenzeller Siedwürste weiter empfehlen wir uns für feine Wurstwaren Grillspezialitäten Fruchtkörbe und Käseplatten

Metzgerei Heis 9428 Walzenhausen Tel. 071 888 15 25 Maxi Quartierladen 9427 Zelg-Wolfhalden Tel 071 888 66 20

SOMODI TANYA Ein Paradies für Reit-, Fahr-, Jagd- und Erholungsferien

Alwin Moor H-6042 Fülöpháza Tel. +36 76 377 095 Mobile +36 309 686 241 Fax +36 76 377 094 Mobile CH 079 625 17 91 somodi@t-online.hu www.somoditanya.hu

Weine sind unsere Passion. Seit 1860.

Weingut Tramstrasse 23 Tel. 071 744 12 77 SCHMID WETLI AG CH-9442 Berneck www.schmidwetli.ch

JAKOB SCHMID KASPAR W ETLI

Das Winzerleben ist ein Glück.


Persönlich, eben, als St. Galler, kann ich auch keinen Vergleich über den Sturheitsgrad der Appenzeller Ochsen anstellen. Ich kenne nur die Appenzeller. Ochsen. Als Falk und Fritz von Waldegg-Ochsentrainer Walter Nüesch im Januar 2004 auf ihren ersten öffentlichen Auftritt vorbereitet wurden, fühlte ich mich bemüssigt, Walter mit meinen nicht vorhandenen Rindvieh-Erfahrungen zu unterstützen. Ich fand es einfach toll, mit ihm und dem Ochsengespann im Wald hinter dem Schnuggebock herum zu strolchen. Die ersten paar Kilometer gingen recht gut. Ab und zu musste Walter schon die Fitze einsetzen oder die beiden Kerle am Halfter ziehen. Vor allem in

den Kurven. Nach einer guten Weile, es hatten sich bereits kleine Eiszapfen an den Nüstern der Tiere gebildet (und ich bedauerte, nicht die ganz dicken Handschuhe montiert zu haben), entschied Walter, es sei Zeit zur Umkehr. Dazu bedurfte es in einer Weggabelung aber einer ganz grossen Kurve. Das gefiel den beiden Ochsen nun gar nicht. Statt ganz umzukehren trotteten sie einige Meter in den Wald hinein und blieben vor einer dicken Tanne stehen. Das war’s. Aus die Maus. Weder vorwärts noch rückwärts noch seitwärts. Falk und Fritz liessen sich nicht mehr bewegen. Walter blieb nichts anderes übrig, als die beiden Sturen an besagter

Tanne anzubinden und stehen zu lassen. Wir beiden Menschen gingen zurück zum Kaffee im Schnuggebock. Danach suchte ich wieder die Wärme meines Büros auf. Von Walter vernahm ich am folgenden Tag, dass Falk und Fritz nach seiner Rückkehr an die Weggablung ganz folgsam umkehrten und Richtung Stall trotteten. So stur sind Appenzeller Ochsen also dann doch nicht! Funktioniert Walters Dressurrezept auch bei Menschen, sagen wir sogar, Politikern?: Streithähne im Winterwald draussen an eine Tanne anbinden und stehen lassen, bis sie, friedlich geworden, zusammen wieder in der warmen Stube hocken wollen?

Walter Nüesch trainiert Fritz und Falk im Winter 2003/04

– 15 –


Unerwartete Begegnung in der Waldegg: Geliebter weinroter Pullover

Peter Eggenberger

Kalt ist es geworden, und gerne schlüpft man wieder in einen warmen Pullover. Lieber Leser, Du weisst, einer jener Pullis, die im Verlaufe der Jahre zum lieben Begleiter von uns Männern geworden sind. Pullover oder eben Lismer, die man trotz gewisser Mängel nie und nimmer missen möchte… Für mich ist es der Weinrote, in dem ich mich in der kühlen Jahreszeit in fast allen Situationen wohlfühle. Im Haus, in der Werkstatt, im Garten, beim Wandern, bei Kommissionen und auch beim Wirtshausbesuch. Und nie hätte ich gedacht, dass… Aber eben, Frauen sind halt unberechenbar…

Als ich an einem der frostigen Tage das Haus verlassen will, hält mich meine Gattin zurück. "Höchste Zeit, dass dieser alte und mehrfach geflickte Lotterpulli ausgemustert wird." Mir fährt der Schreck gehörig in die Knochen. "Mein geliebter Lismer? Rosmarie, das kann doch nicht dein Ernst sein! Schau doch, wie der brav mit meinem Bauch mitgewachsen ist. Nein, der wird mir noch lange gute Dienste leisten." Meine liebe Frau runzelt prüfend die Stirn und meint vorwurfvoll: "Dieses schäbige Stück. Fritz, was glaubst du, was die Leute über diesen Clochard-Look denken? Das fällt auf mich zurück. Es ist allerhöchste Zeit für etwas Neues. Schau doch, da, in diesem Strickmusterheft, diese rassigen Modelle. Ich werde mich demnächst an die Arbeit machen…" Fast fluchtartig verlasse ich das Haus. Strickmusterheft… Ras– 16 –

sige Modelle… Diese affig geschniegelten Kerle, allesamt schlank, gross, in überheblicher Siegerpose Gestricktes in allen Varianten präsentierend… Ich schlucke leer, beruhige mich dann aber allmählich, als der Weinrote während des Winters jeden Tag bereitliegt. Dann kommt der Frühling, und die warmen Kleidungsstücke verschwinden wie üblich auf den obersten Gestellen im Schlafzimmerschrank. Und überraschend schnell sind sie wieder da, die spätherbstlichen Tage. Als ich an einem empfindlich kühlen Morgen den gewohnten Griff in den Kasten mache, fördere ich schwungvoll Handschuhe, Halstücher, Stirnband und Strickjacke, aber keinen weinroten Pullover ans Tageslicht. Just in diesem Augenblick taucht meine bessere Hälfte auf. "Der Pulli?" lacht sie. "Aber Fritz, du hast doch Anfang Sommer höchstselbst


zwei grosse Säcke mit ausgedienten Kleidern in die Brockenstube nach Gais gebracht. Und du weisst doch, dass ich dir Ersatz versprochen habe. Da schau…" Sie zeigt mir einen fast fertiggestrickten rehbraunen Pullover mit breitem Zopfmuster. "Ich? Brockenstube?" Vorerst sprachlos und dann laut aufbegehrend und missmutig lasse ich die lästige Anprobe über mich ergehen. Der Neue kratzt und spannt und ist dem Alten in keiner Weise ebenbürtig. Und dann noch das spöttische Lächeln meiner Liebsten und der geheuchelte Kommentar "Gut steht er dir, wirklich gut"…

Bühler setzt sich mit einem kurzen Gruss zu mir. Ich mustere ihn flüchtig, um dann ungläubig die Augen aufzureissen. Weisst du, lieber Leser, was der trägt? Einen – nein, meinen über alles geliebten weinroten Lismer. Zum Glück stellt mir in diesem Augenblick Anita – die Wirtin – mit einem freundlichen "Zum Wohl" den bestellten Zweier auf den Tisch, so dass ich wenigstens nicht leer zu schlucken brauche. Dann bringe ich das Gespräch auf die Gaiser Brockenstube. "Kenn’ ich", meint mein Gegenüber. "Ich schaue dort regelmässig vorbei. Und fast immer

Illustration: Ernst Bänziger

Nun, ich habe mich mangels Alternative wohl oder übel mit dem Neuen abzufinden. Gehemmt begebe ich mich an einem Wintertag mit dem Rehbraun-Gezöpfelten in die "Waldegg", wo ich mich an den runden Stammtisch setze. Ich bin allein, was mir mehr als Recht ist. Nur keine spitzen Kommentare, das hätte mir noch gefehlt. Dann geht die Tür’ auf, und ein entfernt Bekannter aus – 17 –

findet man etwas Passendes. Dieser weinrote Pulli etwa, in dem ich mich ausgesprochen wohl fühle. Den gäbe ich nicht mehr her." Ich sage nicht viel, bezahle und mache mich fast fluchtartig auf den Heimweg. Wutentbrannt berichte ich Rosmarie von der unerwarteten Begegnung und wie mein Lismer vom neuen Besitzer estimiert werde. "Dann hat sich ja eigentlich nichts geändert", lacht meine Gattin. "So kommt der Weinrote wie früher noch immer in die ‚Waldegg’. Und bald einmal wird dir der Rehbraune genau gleich ans Herz gewachsen sein." Was soll Mann da noch sagen? Nichts, und wutentbrannt verschwinde ich im Büro, wo ich mich an die Arbeit mache und mir die unerwartete Begegnung in der "Waldegg" und das Heimweh nach dem heissgeliebten weinroten Lismer von der Seele schreibe. (Bücher und CDs mit vergnüglichen Geschichten sowie die beiden Krimis "Mord in der Fremdenlegion" und "Tod eines Wunderheilers" von Peter Eggenberger sind in Meiers Chrom-Egge erhältlich)


Auf der Rigi der Ostschweiz:

Gasthaus Gäbris scheint das Gastgewerbe einfach im Blut zu liegen", sagt Bernhard. Er schwingt seit Oktober 2006 wieder hier auf dem Gäbris den Kochlöffel, während seine Frau Claudia die Gäste drinnen und draussen verwöhnt.

(rk) Auf keinen Berg weit und breit kann man von so vielen Seiten her, auf so vielen unterschiedlichen Wegen, aufsteigen wie auf den Gäbris. Und oben angekommen wartet ein stattliches Gasthaus, von dessen heimeliger Stube oder gemütlichen Gartenbeiz aus die Wege nochmals überblickt werden können. Nicht nur sie, sondern als Hintergrund dazu alle Berge von der Rigi bis zur Zugspitze. Aber was sucht denn das Gasthaus Gäbris im Waldegg Kalender?

Auch in diesem Höhenrestaurant mit der, geben wir’s innerhalb der Familie doch zu, fast noch schöneren Panorama-Aussicht als vom Erlebnis Waldegg aus, heisst ein Spross der Dörig-Wirte-Dynastie die Gäste willkommen: "Schon Grossvater und Vater wirteten hoch oben, nämlich auf dem alten Säntis, und jetzt bin auch ich in luftiger Höhe, wie mein Bruder Chläus drüben auf der Waldegg. Zudem führt Bruder Sepp eine Lodge in der kanadischen Wildnis. Uns Dörigs – 18 –

Schon einmal, 1987 bis 1991, wirtete Bernhard Dörig auf der Rigi der Ostschweiz, ein Attribut, das, wie er sagt, schon früher benutzt wurde, und das er nun wieder auffrischen möchte. Bei seinem ersten Wirken hier arbeitete seine Mutter mit ihm zusammen, den meisten Leserinnen


und Lesern dieses Kalenders als Rösli, die Waldegg-Wirtin, in bester Erinnerung. Frau Claudia verstärkte das Mutter-Sohn-Team damals an den Wochenenden, während sie werktags ihrem erlernten Beruf als Dentalassistentin nachging. "Seit dieser Zeit fühle ich mich einfach mit dem Gäbris verwurzelt, und ich zögerte keinen Moment, als ich nach längerer Tätigkeit ausserhalb des Appenzellerlands vor gut vier Jahren angefragt wurde, ob ich das Gasthaus wieder übernehmen möchte. Nun bin ich zusammen mit Claudia hier. Und wir möchten bleiben! Es ist unser Ziel, alle Gäste, gross und klein, alt und jung und aus allen Gesellschaftsschichten so zu betreuen, dass sie sich auf dem Gäbris wohl fühlen. Wie wir selbst!" Wie im Schnuggebock ist die Appenzeller Siedwurst mit Chäshörnli der Star auf der Menükarte im Gasthaus Gäbris. Nebst weiteren währschaften Bergrestaurant-Klas-

sikern wie dem Wurst-KäseSalat bietet die Küche aber auch einfallsreiche, saisonal variierte, komplette Menüs. Und, eingedenk des Kalorienverbrauchs der Wanderer, sind die Portionen nicht mit der kleinen Kelle bemessen. Ob Vesperplättli oder reich garnierter Sonntagsbraten, was Herz und Magen begehren, auf dem Gäbris schmeckt’s! Und wenn dann doch noch ein bisschen Platz im schon verwöhnten Bäuchlein geblieben ist, locken feinste süsse Sünden, etwa ein Apfelstrudel mit Vanillesauce oder – nach einem weiteren Blick in das dem Gäbris zu Fusse liegende Appenzellerland – ein typischer Biberfladen, gefüllt mit Lebkuchenparfait. – 19 –

Ein Tipp für eine Vollmondnacht mit Wolkenfetzen, getrieben vom Westwind: Dann in der Gäbris-Gartenbeiz höcklen, den Jackenkragen hochgeschlagen und an Partnerin oder Partner gekuschelt: Wer zwischen zwei Schlucken Glühwein ganz genau hinhört, vernimmt man ab und zu Gesprächsfetzen. Haus-Gspängschtli Börni witzelt mit seinen Kollegen über die verrückten Menschen, die jetzt noch draussen sitzen. Gasthaus Gäbris Claudia und Bernhard Dörig 9056 Gais Tel. 071 793 16 01; www.gaebris.com Täglich geöffnet ausser mittwochs Gäbrisstrasse ab Klinik Gais Montag bis Freitag offen, SA 13:00 -18.00 und SO 07:00 – 18:00 nur mit Bewilligung Tel. 071 793 16 01


Bim Baze-Schii..eli gehts en Blätsch Schpiel- ond Schriibware Ledezüg • Däche Chreschtbommwa Füüwech ond alls fö e Losi „ossed Heuwette ond tüeri Schneeballe“

bruggmoos 5 · 9042 speicher t 071 344 46 01 · f 071 344 46 02

weissbadstrasse 86 · 9050 appenzell t 071 787 36 35 · f 071 787 36 34

9053 Teufen Tel. 071 333 21 22 Fax 071 333 57 22 hansschiess@bluewin.ch

 – 20 –




Fürs Chilet-Täschli und den Schminki-Beutel

Neues Waldegg-Leporello zur Rudelbildung Ein Gruppenausflug ins Erlebnis Waldegg, was kann schöner sein! Von weit her kommen sie! Zu Fuss, auf dem Schlitten und den Langlaufskis, im Schese-Wagen, mit dem Velo, das jetzt Bike heisst, hoch zu Ross, mit der Packgeiss, per Auto und Bus, mit der Bahn und dem Waldegg-Abholdienst, per Ochsengespann und sogar per Heli. (Nur eine ganze Gruppe Fallschirmspringer hatten wir noch nie.)

(rk) Nicht nur Einzelmasken, Einsiedler, Päärchen und Kleinfamilien sind im Erlebnis Waldegg willkommen, sondern auch kleine, mittlere, grosse und ganz grosse Gruppen. Platz ist für alle da. Ganze Verwandtschaften, Schulklassen, Turnvereine, Handwerkerzünfte, Klassenzusam-

menkünfte, Jasskässeli-Verputzer, Pfadistämme, Hornusservereine, Chüngeli-, Heidschnucken- und andere Viecher-Züchter, Briefmarkenschlecker, Chuelischnitzer, Guggen- und sonstige Musigen, Männer-Lismi-Zirkel, und alles, was das schweizerische Vereinswesen sonst noch hergibt. – 21 –

Für so einen Tagesausflug gibt’s rund um die Waldegg herum einen ganzen Haufen Dinge und Sehenswürdigkeiten, die mit dem Besuch bei Dörigs zu einem Päckli geschnürt werden können. Diese hat nun das Waldegg-Verkehrsbüro neu in einem Leporello (HandörgeliProspekt) zusammengestellt. Es passt in jedes Chilet-Täschli und in jeden Schminki-Beutel. Greifen Sie zu, liebe Gäste! Damit Sie immer mit Ideen für Ihr nächstes Gruppen-Reisli ausstaffiert sind.


Speise Vorspeisen Fr. 8.80

Bauernsalat mit Grosis geheimer Salatsauce

Frischkäsli aus unserer Alpkäserei, serviert im Käsebank

Fr. 11.—

dazu Essiggemüse und Birnenbrot

Fr. 12.50

Grossvaters Lieblingsvorspeise würzige Milkenpastetli

Hauptspeisen Fr. 38.50

Appenzeller Schmaus Chäshörnli, Siedwurst, Appenzeller Schnitzel, Pouletbrüstchen, Beinschinken und Epfelmues

Appenzeller Schnitzel mit Chäshörnli und Epfelmues

Fr. 33.—

gefüllt mit Siedwurstbrät und Mostbröckli

Fr. 27.50

Appenzeller Siedwurst mit Chäshörnli und Epfelmues

Appenzeller Chäshörnli mit gehacktem Rindfleisch

Fr. 27.50

und Epfelmues

Zartes Kalbsgeschnetzeltes an Waldpilzsauce

Fr. 37.50

mit Nudeln und Tagesgemüse

Feine Rindssaftplätzli wie Ueli sie liebt

Fr. 35.50

mit Spätzli und Tagesgemüse

Heidschnucken-Rollbraten aus eigener Zucht

Fr. 37.50

mit Kartoffelstock und Tagesgemüse

Fr. 30.50

Bauernpfanne mit Salat Bratkartoffeln, in Würfel geschnittenes Kalbfleisch, Schweinswürstchen, Schweinefleisch, gebratenes Ei und Gemüse

Fr. 27.50

Wädli nach Fuhrmannsart mit Sauerkraut und Salzkartoffeln – 22 –


Schnuggebock-Öffnungszeiten: Montag geschlossen Dienstag bis Freitag 11.30 – 15.00; 17.30 – 24.00 Samstag / Sonntag 11.30 – 16.00; 17.30 – 24.00 Küche 11.30 – 14.00; 17.30 – 22.00

karte Grosis fleischlose Gerichte

Fr. 32.—

Gebratenes Zanderfilet mit Zitronenbutter, Pilawreis und Tagesgemüse

Fr. 25.50

Grosis mit Gemüse gefüllte Omeletten auf Pilzrahmsauce

Fr. 25.—

Appenzeller Chäshörnli mit Epfelmues

Seniorenteller Zartes Kalbsgeschnetzeltes Fr. 32.— an Waldpilzsauce

Appenzeller Schnitzel

Fr. 27.50

mit Chäshörnli und Epfelmues

mit Nudeln und Tagesgemüse

Desserts Zischgelis luftige Apfelcreme

Fr. 6.50

Griessköpfli mit Birnenkompott

Fr. 7.50

Vrenelis Riesenmeringues Fr. 7.50 mit Rahm

Appenzeller Dörrbirnen- Fr. 6.20 Fladen, Jocks Lieblingsdessert mit Rahm

Grosis Schoggischaum

Fr. 8.50

– 23 –


Getränkekarte Flaschenwein im Schnuggebock Stünde im Schnuggebock eine Stüva Grischuna statt einer Appenzeller Stube, befände sich beim Abgang zu Toilette, Keller und Alpkäserei natürlich ein Stägafässli. Neben dem offenen Wein, der im Schnuggebock an den Tisch gebracht wird, birgt sein Keller auch ohne Stägafässli einige Flaschen, für die es sich lohnt, dort hinunter zu steigen. Allerdings stammen diese wie früher aus der europäischen Nachbarschaft und nicht aus Übersee, denn Weine von so weit her zu holen, war in den Jahren, in denen der Schnuggebock „spielt“, nicht üblich. Suchen Sie, verehrter Gast, Ihren Flaschenwein selbst aus dem Kellerregal und stärken Sie sich fürs Treppensteigen mit einem Glas Most vom Fass. Oben angelangt übergeben Sie bitte Ihre Flasche Ihrer Serviertochter oder Ihrem Kellner. Man wird sie gerne für Sie öffnen und Ihnen den feinen Tropfen kredenzen. Prosit! Wohl bekomms!

Offenausschank

2dl

Weisswein Fendant

8.—

20.—

Rotwein Bernecker Blauburgunder

8.—

20.—

Appenzeller Mineral Halb - Halb (Fruchtgetränk) Citro Süssmost Orangensaft Saft vom Fass Naturtrüb Quöllfrisch Schnuggebock Bier

3dl

5dl

3.70 3.80 3.80 3.80

5.30 5.40 5.40 5.40

4.— 4.— 4.—

5.70 5.70 5.70

1l

8.80 9.— 9.— 9.—

4.30

2 cl Appenzeller Alpenbitter, Cynar, Campari, Martini weiss

Noch em Esse es Abihäberli Appenzeller Malz-Schnaps Dörrbirnen-Schnaps aus dem Eichenfass

4 cl 6.20

4.80 5.50

8.— 9.— 10.—

Fraue-Kafi Manne-Kafi Schnuggebock-Kafi oder Biberflade-Kafi

4.— 5.50 8.50

Ovo / Schokolade Schwarztee, Pfefferminztee, Hagebuttentee, Lindenblütentee, Kamillentee

4.20

– 24 –

4.—


Auf dieser Seite werden traditionell Mitglieder des Waldegg-Teams vorgestellt. Dies symbolisch als Dank von Anita und Chläus Dörig an alle, die durch ihren Einsatz den Erfolg vom ERLEBNIS WALDEGG erst möglich machen.

Doris Widmer

Esther Eugster

Ivana Evtimov

ist als Bauerntochter aus dem benachbarten Stein genau die richtige Serviermagd im Schnuggebock. Doch die Erstjahres-Stiftin verwöhnt die Gäste auch im Höhenrestaurant und zurzeit "super gerne" im Stiftebeizli. Nach einem kurzen Liebäugeln mit dem Bäckergewerbe und einigen Tagen Schnuppern im Erlebnis Waldegg war es für sie klar, dass sie in den Service wollte, "wo man immer mit Menschen zu tun hat". Neben der Lehre turnt sie im DTV Stein, fährt Ski und ist in der Landjugend Säntis aktiv. Zuhause kocht und backt sie gerne.

gehört zusammen mit ihrem Mann Philipp zum engsten Freundeskreis der Familie Dörig und ist gleichzeitig eine ihrer beiden dienstältesten Mitarbeiterinnen. Man sieht sie nicht oft, hört sie aber meistens als die freundliche Stimme am Waldegg-Telefon. Die gelernte Kauffrau hält als Chef-Sekretärin das Büro auf Trab, zieht die Fäden im Hintergrund, erledigt die Korrespondenz und verwaltet die vielen Reservationen. Im Gegensatz zum Bürostress widmet sie sich in der Freizeit einem guten Buch, wandert gerne in der Nähe oder reist in die weite Welt.

hat als gebürtige Santjörglerin ihren Namen von einem Urvorfahren, der von Russland nach Mazedonien auswanderte. Die muntere Kochstiftin gilt bei ihren Kollegen als die kleine grosse Strahlefrau. Koch oder "etwas in der Pflege" war ihr Berufsziel. Und nun ist sie im zweiten Lehrjahr auf dem Weg dorthin, erst noch "in einem Super-Team, mit einem lieben Chef, in einer tollen Küche". Sie sei richtig froh, auf der Waldegg lernen zu dürfen. "Und jetzt das Stiftebeizli – so lässig!" Ivana zeichnet oft, geht ins Kino oder unternimmt etwas mit Eltern und Geschwistern.

– 25 –


Das komfortable Hotel fĂźr Individualisten und Geniesser.

Das gemĂźtliche Hotel fĂźr Preisbewusste und Gruppen.

Tel. 071 343 71 10 reservation@appenzellerhof.ch www.appenzellerhof.ch

Tel. 071 344 10 09 reservation@amschoenenbuehl.ch www.amschoenenbuehl.ch

Ihre Hotels fĂźr Aufenthalte oder Ferien im Appenzellerland und Besuche auf der Waldegg Familie Herbert, Laure & Arnaud Sidler, CH-9042 Speicher/AR

Alpenheim – die Pension im Elisabeth Bosshard-Graf Gremmstrasse 14 CH-9053 Teufen

Phon ++41 71 333 12 24 Faxe ++41 71 333 17 70 www.pension-alpenheim.ch

typischen Appenzeller Holzhaus, abseits der Hauptstrasse. Verbringen Sie bei uns einen geruhsamen Aufenthalt.

'S *ISF 4JU[VOHFO  #FTQSFDIVOHFO PEFS .FFUJOHT 'BN)BOT+BLPCVOE+VMJB-BOLFS Â… 5FVGFO FNQGFIMFOXJS*IOFOVOTFSF4FNJOBSSjVNFJOSVIJ 5FMFGPO Â… 5FMFGBY JOGP!IPUFM[VSMJOEFDI Â… XXXIPUFM[VSMJOEFDI HFSVOEBOHFOFINFS"UNPTQIjSF


Teufen einst In den drei letzten Kalendern begonnen, heisst diese Rubrik für einmal nur "Teufen einst". Grund dafür ist eine Broschüre, die unser Lokalhistoriker Werner Holderegger unter dem Titel „120 Jahre Eisenbahn im Appenzeller Mittelland“ neu herausgegeben hat. Teufen steht dabei im Zentrum. Nebenstehend zwei Beispiele: Oben der alte Bahnhof im Dorf, unten die Haltestelle Niederteufen, beide circa 1900. Der Waldegg Kalender weist gerne auf das neue Heftchen hin, da er schon oft Schätze aus der Postkartensammlung von Werner Holderegger publizieren durfte. Die Bahn-Broschüre ist für 29 Franken in Meiers Chrom-Egge erhältlich.

– 27 –


Krokussli ond Schneeglöggli Können Sie sich an die ersten Krokusse erinnern, die Schneeglöggli oder Widechäzli? Ich meine die ganz frühen, Widechäzli = Weidenkätzdiejenigen Ihrer Kindheit. Wissen Sie noch, wo sie gewach- chen sen sind, wie die ersten Bienen …? Die Sitter hatte Schneewasser. Am liebsten hätten wir die grauen, kratzenden Strumpfhosen, die das pure Gegenteil vom Frühling waren, gleich ausgezogen und wären mit den baren Füßen herbaren = bloßen umgesprungen. Wir durften natürlich nicht, denn der Boden war angeblich noch zu kalt und immer ging ein Schneeloft = Schneewind Schneeloft. An der Landsgemeinde vielleicht, oder wenn der Monat kein "r" mehr hat. <Aber das geht ja noch unendlich lange>, empörten wir uns. <Wenigstens die Kniesocken>, müedeten wir. An das Aussehen der Chneusöck kann ich müede= quengeln mich nicht mehr recht erinnern, geblieben ist mir aber das kunstvolle Relief, das sich auf der Haut der winterweißen Unterschenkel abzeichnete, wenn die Socken ausgezogen wurden. Das kam unerlaubterweise öfters auch tagsüber vestoles = im Verborgenen vor, was wir allerdings selten vestoles halten konnten. Der Abend brachte es an den Tag. Deshalb durften die Socken nur getragen werden, wenn gleichzeitig auch die wenig geliebten wolege Ondehose angezogen wurden. Ich wette, Sie wissen noch genau, in welchem Kasten die Kniesocken versorgen = verstauen und die braunen Unterziehhosen versorgt waren – meist in Plastiksäcken, damit die Schaben nicht dran konnten. Erinnern Sie sich an die Duftwolke, die aus dem Sack stieg? So roch der Frühling! Selbstverständlich scheuerten auch sie – meist an den Innenseiten der Oberschenkel, aber das wog die neu gewonnene Freiheit vom Knie an aufwärts mehr als auf. Die Erwachsenen trauten der Märzensonne nicht. Sie verwarfen mißmutig alte Schneehaufen – der Sonne zum schnelleren Fraß. Bauamtsarbeiter pickelten

– 28 –


die Straßenränder von dicken Schnee- und Iisbrogge frei. Um die Strossegoont - ein kleiner Schmelzwassersee – vor unserem Haus war es geschehen. Noch am Vortag hatte ein rassiger Autofahrer sie gleichzeitig mit einem eleganten Fußgänger passiert. Auch kleine Schadenfreuden gehörten zum Frühling, der in unseren Augen etwas Großartiges war. Aus Mauselöchern sprudelte Quellwaßer. Die Welt – etwas dreckig noch - schien über den Winter größer und weiter geworden zu sein und wollte neu entdeckt werden. Dazu reichte der Tag nicht aus. Zum Glück gab es den Abend und dieser elektrisierte uns vollends. Das Zeitgefühl geriet aus den Fugen und in Anbetracht der Vesteckis-Freuden durfte ein Donnerwetter riskiert werden. Der Schlaf danach kam schnell und mit ihm nicht selten der Winter über Nacht zurück. Wir konnten es nicht fassen: Alle Krokusse und Scheeglöggli zugedeckt, geknickt und frierend, die herrliche Freiheit ums Haus vom verhassten Winter zurückerobert. Und wenn wir uns beschwerten, zuckten die Erwachsenen mit den Achseln: <Das ist halt so im Frühling>. Uns blieb nichts anderes, als die Strumpfhosen wieder hochzuziehen und – Rache muss sein – statt um die Häuser zu rennen, auf allen Vieren durch die Stube zu wetzen, bis die Knie glühten. Noch bevor der Frühling wirklich kam, waren die Löcher in den Strumpfhosen wieder geflickt - und die taube Mütter hatten wieder de Guete.

Roland Inauen

Mit Krokussli und Schneeglöggli gastiert Roland Inauen, Kurator des Museums Appenzell, zum dritten Mal mit Erinnerungen an seine Kindheit in Innerrhoden bei uns im Waldegg Kalender. Diese Episode stammt wiederum aus seinem Büchlein "Charesalb ond Chlausebickli" und entspricht in der grafischen Darstellung von neuem jener in der von der Edition Ostschweiz liebevoll gestalteten

– 29 –

Iisbrogge = Eisbrücken Strossegoont = Waßer pfütze auf der Straße taub = erbost de Guete haa = eine gute Laune haben

Broschüre. Zudem passt sie wunderbar zur Jahreszeit, die der vorliegende Waldegg Kalender abdeckt.

Charesalb ond Chlausebickli 66 Seiten, Fr. 24.–, VGS Verlagsgemeinschaft, St. Gallen. Im Buchhandel.


Ausschnitt aus dem Appenzeller Kalender 1915

ent erli von m i ort ti Wässrei und ossau S m ränn enne erei G Ui NE eini b ler Br Most F wi sch n Bru

Geschenke, Mitbringsel, Souvenirs Hausgemachte Konfitüren und Apfelringli, Honig, Meringues, Zockerbölle, Appenzeller Rahm-Likör und Alpenbitter, Schnäpse, Pantli, Andenken vom Sennensattler, Bücher und noch viel mehr Chrom.

– 30 –


Singen mit Käthy Käthy Zieri, unsere Jodlerin und Handörgeli-Virtuosin ist begeistert, wie Sie, liebe Gäste, mitsingen, seit im Kalender einige Liedertexte abgedruckt wurden. Hier zwei weitere, speziell beliebte. Und: zwei, drei …..

En Appezellerhüsli En Appezellerhüsli hed Frohsinn ond Verstand ond luegt mit helle Schiibe i d Sonn ond wiit is Land.

Myn Vatter isch en Appenzeller Myn Vatter isch en Appenzeller Er frisst de Chäs mitsamt em Täller.

Ond send au Täfel vorne recht bruun ond höbsch verbrennt, me wird bi üüs vom Wetter nütz möndersch as verwennt.

Myn Vatter isch en Appezeller Het weder Moscht no Wy im Cheller. Myn Vatter isch en wackere Ma Das sieht me syne Buebe-n-a.

Drom hed au s Huus för d Kelti de geschendlet Tschoope n aa, ond d Feeschter hennen osse mönd Regetächli haa.

Myn Vatter isch en brave Ma Het d'Sunntighose am Wechtig a.

Au d Blitzableiterstange stöhnd nüd gad doo för nütz, sös wär jo son e Hüüsli e Fresse för de Blitz.

Myni Muetter isch e Chüechlifrau Ond wenn sie het, so get s’ mer au. Di schönste Mätli won i wäss Di wohnid z'Appenzöll ond z'Gääs.

Es stoht i menge Gfohre ond glich i Gottes Hand, ond hed wie d Lüüt drenn inne viel Frohsinn ond Verstand.

Myni Muetter isch e Schwyzeri Hät d'Stube volle Gitzeli. – 31 –


Willkommen im Höhenrestaurant. Erleben Sie eine ganz besondere Atmosphäre. Liebe Gäste Seit 1948 wirtet die Familie Dörig auf der Waldegg. Erstaunlich nur, dass der heutige Wirt, Chläus Dörig, dies erst in zweiter Generation tut. Einewäg: Eine lange Zeit, mehr als 60 Jahre. Man kann sie bereits in Jahrhunderten messen: Mehr als ein halbes! Ich erinnere mich nicht an meinen ersten Besuch auf der Waldegg, auch das ist (zu) lange her. Ich sehe aber noch die Samstagnachmittage vor mir, die ich als St. Galler Kantonsschüler in den späten Sechzigern zusammen mit meinen Schulgspänli jassend im Gartenrestaurant verbracht habe. Oft ging damals mit dem letzten Schluck Saft auch das Sackgeld zur Neige. Wir sassen auf den rauen Holzbänken, deren Pfosten direkt in die Wiese eingeschlagen waren, und klopften die Trümpfe auf den Tisch. Wenn wir ganz gut bei Kasse

waren, reichte es vor dem Heimweg für eine stärkende Bratwurst mit Rösti. Beim Abmarsch Richtung Santjörgen haben wir uns jeweils artig von Wirtin Rosa Dörig verabschiedet. Dabei hat einmal einer von uns – es war an einem gutbetuchten Tag, es reichte für mehrere Säfte – vor lauten Artigkeit sogar das Bein gebrochen. Dort, wo noch heute die Strasse zum Bädli beginnt. Die Beiz oben am Eggen Höhenweg war schon damals etwas ganz Besonderes, irgendwie einfach toll. Die Wirtsleute, die gemütliche Stube, die wunderbare Aussicht, der Garten, die vielen Bekannten, die man oft antraf, Freunde, die es nur geworden waren, weil sie auch auf der Waldegg verkehrten. Die Kantonsgrenze, unterstrichen vom Dialekt der Familie Dörig, verlieh der Waldegg für uns Städter sogar einen leicht exotischen Anstrich. – 32 –

Inzwischen, es sind seither immerhin mehr als vierzig Jahre vergangen, gehe ich nicht einfach mehr "auf die Waldegg". So einfach ist das nicht mehr. Vieles hat sich geändert. Aber eines ist geblieben: Das Waldegg-Gefühl, das WaldeggChribbelen. Es gibt hier oben nicht mehr einfach eine Landbeiz mit Gartenwirtschaft, sondern eine Vorzeige-Erlebnis-Gastronomie, mit entsprechendem Namen, Erlebnis Waldegg halt, mit Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli, Tintelompe und – eben und gottlob – dem "Höhenrestaurant". So nennt sich nun der Teil von Dörigs Erlebniswelt, der früher "die Waldegg" war. Für mich ist es halt immer noch ein bisschen die alte Wald-egg. Da ist immer noch das Chribbelen drin. Trotz dem neumodischen Nostalgie-Schnuggebock, dem heimeligen Lädeli von Tante Emma und dem umwerfend lustigen alten Schulzimmer namens Tintelompe.


Natürlich schaut das Höhenrestaurant nicht mehr gleich drein wie vor vier Jahrzehnten die alte Waldegg. Aber es dient immer noch dem gleichen Zweck, funktioniert noch (fast) wie damals. Die Gartenwirtschaft ist viel grösser, viel schöner, gepflegter geworden, der Boden ist gepflästert. Statt einer Gireizi gibt’s nun einen tollen Kinderspielplatz und sogar einen leibhaftigen Streichelzoo. Alles top, alles auf dem neusten Stand. Aber die umwerfende Aussicht ist geblieben, der Säntis steht noch am alten Ort, die mächtigen Eschen werfen noch immer ihren Schatten auf die fröhlichen Zecher. Noch immer gilt, dass es kaum Schöneres gibt, als auf der Waldegg, äh, im Garten des Höhenrestaurants zu höcklen und dem Herrgott bei einem Glas Saft den Tag zu stehlen! Auch drinnen ist vieles neu. Aber auch hier weht noch der alte Geist. Es waldegglet immer noch ghörig. Und das ist gut so. Wenn ich nach längerem Auslandsaufenthalt in Kloten lande, dann zieht’s

mich automatisch nach Teufen ins Höhenrestaurant. Erst wenn ich dann hier sitze und eine Bratwurst mit Rösti vor mir habe, bin ich wieder richtig zu Hause. Die könnte ich auch drunten in der Stadt haben, aber nein, es muss auf der Waldegg, äh, im Höhenrestaurant sein. Wenn ich vom Schnuggebock her ins Restaurant trete, streift mein Blick dann oft eine festlich gedeckte Tafel im Saal. Wird heute geheiratet, oder wird ein Geburtstag gefeiert oder ein Diplom? Ich erinnere mich spontan an die vielen frohen Stunden, die schönen Familienfeste. Ganz früher war es sogar in unserer Clique Tradition, den Silvester hier zu zelebrieren. Der runde Geburtstag von Oma Gret kommt mir in den Sinn. Oder die exquisiten Nachtessen im kleinen Familienkreis am runden Tisch. Mir läuft das Wasser im Nachhinein noch im Mund zusammen. Der Ort hier, die Waldegg, das Höhenrestaurant ist einfach nur mit guten Erinnerungen verbunden. Hoffentlich geht es vielen anderen – 33 –

Leuten auch so wie mir: Habe ich Grund zum feiern, Grund zur Freude, dann kommt mir automatisch die Waldegg in den Sinn. Es ist ganz toll, was Chläus Dörig und seine Frau Anita aus der alten Waldegg gemacht haben, nein, es ist umwerfend. Damit man die vier Betriebe, Restaurant, Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli und Tintelompe, auseinander halten kann, heisst jetzt der Kern des Ganzen halt "Höhenrestaurant". Aber, ehrlich gesagt, es ist halt immer noch das Original, der Ort, wo alles angefangen hat, immer noch mein Lieblingsplatz im Erlebnis Waldegg. Ich bringe das originale Waldegg-Chribbelen einfach nicht weg! Roland Kink, momentan Waldeggschreiber und Waldegg-Fan seit 1965


Willkommen in Tante Emmas Ladebeizli. Geniessen Sie ein währschaftes Essen im alten Spezerei-Lädeli Liebe Gäste Früher beherbergte die Waldegg neben der Puurebeiz auch noch eine Bäckerei. Sie wurde aber bereits 1934 geschlossen. Als die Dörigs 1948 vom Alten Säntis runter kamen, fanden sie denn auch einen vergessenen Raum vor, ausgerüstet mit der alten Bäckerei-Verkaufstheke und Gestellen. Ihre Magd, die gute Emma, die schon auf dem Säntis für die Familie gearbeitet hatte, fing auf Geheiss von Vater Dörig an, neben der Wirtschaft im alten Bäckereilokal einen Spezereiladen zu führen. Sie tat das mit immer grösseren Erfolg. Ab und zu machte sie sogar den Dörigs Konkurrenz, wenn sie für ihre Kunden einen Alpenklüpler mit einem Glas Most gleich im Lädeli auftischte. Das war nicht schlimm, denn sie lieferte ja das dabei verdiente Geld immer brav an den Meister ab. Emma verliess ihren Laden wegen einer furchtbar un-

glücklichen Liebschaft und machte sich auf die Walz. Er wurde geschlossen, die Dörigs hatten inzwischen mit dem Restaurant und der Landwirtschaft genügend viel zu tun. Emma kam in halb Europa herum. Schliesslich wurde sie aber vom Heimweh gepackt, und sie kehrte zurück in ihr Lädeli, das plötzlich wieder zum Laufen kam. Nach ihrem Tod im Jahre 2004 schlossen sich seine Türen erneut. Wiederum schien es, dass Tante Emmas Laden in Vergessenheit geraten sollte. Weil sie damals in die Fremde ging und ihr Lädeli geschlossen wurde, dachten die Dörigs nie daran, es zu verändern oder zu renovieren. Alles blieb, wie es früher war. Und erneut legte sich eine Staubschicht über Emmas Reich. Zwei Jahre später tauchte auf der Waldegg Fässlers Hanjock, ein Schulfreund von Emma auf, der noch Nichts von ihrem Tod gehört hatte. Er wollte nach der Nachricht – 34 –

von ihrem Ableben wenigstens ihr altes Lädeli sehen. Chläus Dörig führte ihn gerne hinein, und sie setzten sich schliesslich für ein Glas Saft an Emmas Schanktisch. Durch die offene Türe strömte zufällig eine Gruppe von Zürchern hinein, die ob den alten Plakaten, Dosen, Bonbonnieren und all den anderen Dingen in lautes "ah!" und "oh!" ausbrach: "Da möchten wir auch ein Zvieri nehmen und die Atmosphäre des alten Ladens geniessen!" "Ja, dann, wieso eigentlich nicht?", dachte sich ob der Begeisterung der Gäste Chläus Dörig – Tante Emmas Ladebeizlli war geboren! Und seither erfreut es sich grosser Beliebtheit. Zu seiner Atmosphäre passen natürlich die währschaften Schlemmereien aus Grosis Küche, wie sie auf der Schnuggebock-Speiskarte stehen. Diese werden darum auch in Tante Emmas altem Spezereilädeli aufgetischt. (rk)


Willkommen im Tintelompe. Fühlen Sie sich wieder einmal als Luusmeiteli oder Luusbueb. Liebe Gäste Da sitzen Sie nun in einer alten Schulbank. Eine mit dem grossen Deckel zum Auflupfen. Das Tintegütterli ist noch geschlossen, Schiefertafel und Griffelschachtel liegen bereit. Die kleine Welt des Appenzellerlands lugt zum Fenster herein, die grosse mit Amerika in der Mitte schaut von der aufgerollten Karte neben dem Lehrerpodest auf Dich hinunter. Ja, nun wirst Du nicht mehr per "Sie" angesprochen. Jetzt bist Du wieder in der vierten Klasse, wie alle Deine Gspänli rund um Dich herum im Tintelompe. So heisst Dein nostalgisches Schulzimmer. Den Töni hast Du ja draussen aufgehängt und das Heft mit den exakt gemachten Ufzgi vor Dir ausgebreitet. Wer ist ächt heute der Lehrer? Fräulein Heierli soll ja ins Welschland gezügelt sein! Eine gestrenge Person kommt bestimmt! Entweder Herr Lehrer Max Bünzli, Herr Leh-

rer Schorsch Hösli oder Herr Lehrer August Solenthaler. Was hat das Schulsekretariat ächt wieder gemänätscht? Hoffentlich nicht der Bünzli, das ist nämlich nicht nur der dickste, sondern auch der strengste! Aber dem spiele ich dann schon einen Streich. Der merkt fast nie, wenn einer ein speuznasses Fliessblatt-Chügeli an die Decke spickt! Schön wäre es, wenn einmal eines nach dem trocknen ihm gerade in den Hemperkragen fallen würde! Aber nu, heute haben wir ja wieder das ganze Programm. Schönschreiben, Heimatkunde, Rechnen, Singen. Und am Schluss soll sogar noch ein Photograph kommen! Das wussten ja alle. Aber schau Dir mal das Anneli im vordersten Bank an, die eingebildete Trucke: So schön hatte sie ihre Zöpfe noch nie geflochten! Wenn die meint, sie imponiere mir, dann, gixgäbeli, hat sie sich aber schampar getäuscht, die blöde Kuh! Au, bin auch ich blöd, jetzt habe ich wieder – 35 –

zuviel Dialektwörter gebraucht. Isch doch glich! Heute müssen wir ja keinen Aufsatz schreiben. Und sowieso, wenn der Bünzli verrückt wird, schnorrt er uns amigs auch auf Schwizertütsch an! Wenn Sie, liebe Gäste, (wieder in der Höflichkeitsform) auch nochmals in die vierte Klasse gehen und viel Gescheites lernen wollen, dann ist der Tintelompe genau das Richtige. Alle, die es bisher gewagt haben, sprachen am Schluss von der wohl vergnüglichsten Schulstunde ihres Lebens. Und, übrigens, der Tintelompe steht ja im Erlebnis Waldegg. Deshalb gibt es in der Pause mehr als nur ein Püürli. Das wäre dann noch: Unter diesem Dach fast verhungern! Das Schulessen ist mehr als antigruusig! Eines müssen Sie allerdings vor dem TintelompeBesuch tun: Ihre Gruppe von 15 bis 30 Personen zeitig beim Schulsekretariat anmelden. (rk)


4-Lauf

Jänner

I.

Aufg.

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Untrg.

Samstag Sonntag

1 Neujahr "i02h # 5.28 14.03  2 B S. n. Neujahr # 6.31 14.56 S

52. Woche

Flucht nach Ă&#x201E;gypten

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

3 4 5 6 7 8 9

1. Woche

Matth. 2

Genoveva #i09h $ 7.24 Titus $ 8.07 Simeon $i17h % 8.41 Heil. 3 KĂśnige % 9.09 Isidor % 9.32 Erhard %i04h & 9.52 1. S. n. Epiph. & 10.11

Jesus lehrt im Tempel Luk. 2

Die Hochzeit zu Kana Joh. 2

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

17 18 19 20 21 22 23

3. Woche

Vom Aussätzigen

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

24 25 26 27 28 29 30

Anton i20h  14.26 Priska  15.35 Martha i23h  16.52 Sebastian  18.12 Agnes, Meinradi24h  19.34 Vinzenz  20.55 3. S. n. Epiph.  22.15 Matth. 8

15.57 ., erdnah 17.03 10.03 18.11 19.18 20.24 21.28 !Morgenstern 22.31 am Morgen

Schifflein Christi Matth. 8

Montag

31 Virgil

Sonne in D am 20. um 11.19 Uhr.

neblig. Dann folgen

8.35 8.36 8.37 8.38 8.40 8.41 8.43

Sonnenaufgang 8.09 Untergang 16.52

8.44 8.46 8.48 Alter Sylvester 13. Tage. 8.49 Vorherrschend 8.51 8.53 gelindes 8.55 sonnige

Sonnenaufgang 8.05 Untergang 17.00

5.58 6.49 7.32 8.07 8.36 9.02 9.26

 / 22.21  in D  erdnah 

Wetter.

Mitunter neblige

8.57 8.59 9.02 9.04 9.06 9.08 9.11

Sonnenaufgang 7.59 Untergang 17.10

i01h ! 23.34 Timothe Pauli Bekehr. ! â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; Polykarp !i03h " 0.52 Chrysostomus " 2.07 Karl "i08h # 3.19 Valerie # 4.24 4. S. n. Epiph. #i15h $ 5.19

4. Woche

8.33 8.34

Sonnenaufgang 8.10 Untergang 16.44

Montag 10 Samson &i16h  10.30 23.34 erdfern Dienstag 11 Diethelm  10.49 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;  Mittwoch 12 Anselm  11.10 0.38 12.32 Anbruch des Tages um 6.28 Abschied um 18.34 i05h Donnerstag 13 Hilarius   11.34 1.42  Freitag 14 Israel, Felix  12.04 2.49  Samstag 15 Maurus i14h  12.41 3.55 Sonntag 16 2. S. n. Epiph.  13.27 4.59 8 2. Woche

Anfangs

TagesLänge

9.51 10.16 10.45 11.20 12.01 12.51 13.48

  13.57

*wird rĂźckl. S .

Witterung. Zuweilen Schnee-

9.13 9.16 9.18 9.21 9.24 9.26 9.29

Sonnenaufgang 7.52 Untergang 17.21

$ 6.05 14.52 

fall.

9.32


Willkommen im Schnuggebock! Erleben Sie eine ganz besondere Zeitreise Liebe Gäste Wenn Sie durch das Tennstor des Schnuggebock getreten sind, haben Sie eine Zeitreise hinter sich. Willkommen in der Gemütlichkeit des guten alten Damals! Sie lassen die Hektik des heutigen Alltags hinter sich zurück und befinden sich nun plötzlich im heimeligen Bauernhaus der Familie Dörig in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Alles ist herausgeputzt, die vielen Dinge des täglichen Gebrauchs sind auf der Vorbrugg fein säuberlich geordnet. Sie haben’s gut getroffen: Heute ist bei Dörigs ein Festtag, fast hundert Gäste werden erwartet! Normalerweise deckt Mutter Dörig für die Familie nur in der guten Stube auf, aber heute! Weil ein Bruder von Vater Sepp nach mehr als 20 Jahren in Amerika (er war ein gefragter Melker in News Glarus im Staat Wisconsin) in

die Heimat zurück gekommen ist, wurden zu seiner Begrüssung auch die entferntesten Verwandten eingeladen. Da reicht die Stube natürlich nirgends hin. Alle anderen Räume wurden ebenfalls festlich hergerichtet, sogar im speziell gefegten Stall sind einige Tische aufgestellt und festlich gedeckt. Auch in der Küche, oben im Schloff und in den Kammern der Magd und des Knechts laden die Gedecke zum Zue-Hocken ein. Nun sind aber die Tische ausgegangen. Darum ist der Vater mit der ganzen Familie rasch hinüber zu Kollers Bisch. Der Nachbar hat sicher noch einige Tische oder Bretter und Böckli für Dörigs Fest vorig. Gleich werden alle schwer beladen zurückkommen! Inzwischen, liebe Gäste, sehen Sie sich doch einmal im Schnuggebock um. Schauen Sie, wie Dörigs ihr Haus einfach aber dennoch festlich vorbereitet haben. Streunen – 37 –

Sie kurz von der Vorbrogg durch Stall und Stube zur Küche, schlüpfen Sie rasch hoch in den Schloff, güxlen Sie in die beiden Firstkammern. Und dann schreiten Sie die knarrende Treppe wieder hinunter und sehen Sie sich im Keller das Läubli und den Ausgang in den Wald, den Vorratskeller und natürlich auch die Alpkäserei an. Vielleicht verschwatzen Dörigs drüben bei Kollers noch eine Weile, und sie haben sicher nichts gegen ihren Rundgang durch den Schnuggebock. Dörigs erwarten schliesslich so viele Gäste wie noch nie zuvor. Da mag’s doch auch noch Sie leiden! Treten Sie ein und schauen Sie sich um! Fast sicher gefällt es Ihnen so sehr, dass Sie klammheimlich an einem der Tischchen Platz nehmen und hoffen, dass Sie unter den vielen Gästen unerkannt bleiben. Dann bekommen Sie doch auch einen Teller voller Köstlichkeiten aus Mutter Dörigs Küche ab!


II. Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

1 2 3 4 5 6

Hornung Brigitta Lichtmess $ Blasius Veronika % Agathe 5. S. n. Epiph. &

4-Lauf

$ % % i11h & & i24h  i00h

5. Woche

Vom guten Samen

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

7 8 9 10 11 12 13

6. Woche

Verklärung Christi Matth. 17

Aufg.

Untrg.

6.42 7.11 7.36 7.57 8.17 8.36

15.58 17.05 18.11 19.16 20.19 21.22

Matth. 13

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

   3.31 0 

Vorherrschend sonnige Witte-

TagesLänge

9.35 9.38 9.40 9.43 9.46 9.49

Sonnenaufgang 7.42 Untergang 17.31

Richard  8.54 22.25  erdfern Salomon  9.14 23.29 Apollonia i12h  9.37 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;  Scholastika  10.04 0.33 Euphrosina i23h  10.37 1.38  8.18 Susanna  11.18 2.42 6. S. n. Epiph.  12.09 3.42 8

9.52 9.55 9.58 Dann 10.01 folgen 10.04 Tage 10.08 10.11 rung.

Sonnenaufgang 7.32 Untergang 17.43

Anbruch des Tages um 5.58 Abschied um 19.14 Alter Hornung 14. Montag 14 Valentin i07h  13.11 4.36 /  10.14 Dienstag 15 Faustin  14.23 5.22  mit 10.17 Mittwoch 16 Juliana i10h  15.41 6.00   10.20 Donnerstag 17 Arthur  17.03 6.33 ,0 Schnee- 10.23 Freitag 18 Kaspar i11h  18.26 7.01  9.36 fall. 10.27 Samstag 19 Marian  19.49 7.27   in E,  erdnah  10.30 i10h Sonntag 20 Septuagesima ! 21.11 7.52  Sonniges 10.33 7. Woche

Arbeiter im Weinberg

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

21 22 23 24 25 26 27

8. Woche

Gleichnis vom Samen

Montag

28 Leander

Eleonora Petri Stuhlf. Josua Matthias Viktor Nestor Sexagesima

Sonne in E am 19. um 1.26 Uhr.

Matth. 20

! 22.33 !i10h " 23.52 " â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; "i14h # 1.08 # 2.16 #i21h $ 3.15 $ 4.04 Luk. 8

Sonnenaufgang 7.20 Untergang 17.53

8.18  8.47  9.21  10.01  10.49  0.26, S 11.44 . 12.45

Wetter. Gegen das Ende kalte, unbeständige Witte-

10.37 10.40 10.43 10.46 10.50 10.53 10.56

Sonnenaufgang 7.08 Untergang 18.04

$ 4.43 13.50 

rung. 11.00


Alles ist echt appenzellisch in Grosi Dörigs altem Bauernhaus. Nur der Name nicht. Dafür ist er speziell, es gibt ihn nur hier. Er wurde extra erfunden, natürlich bei einem Römer vergorenen Rebensaft. Namenspaten waren die Heidschnucken, die behörnten Schafe der Lüneburger Heide, die rund um die Waldegg friedlich grasen. Mögen Sie’s auch friedlich haben, wenn Sie die Zeitreise in den Schnuggebock hinter sich haben! Viel Vergnügen in der Gemütlichkeit der guten alten Zeit! Schnuggebock-Rundgang Wir haben streng darauf geachtet, dass wir Ihnen, liebe Gäste, ein wirklich nostalgisches Erlebnis bieten können, bei dem jedes auch noch so kleine Detail stimmt. Durch die Bedürfnisse von Küche und Service (und infolge der modernen Bauvorschriften) sind die Räume unseres Bauernhauses jedoch etwas anders angeordnet als gewohnt. Durch die Wiederverwendung des Holzes von fünf abgebro-

chenen Appenzeller Häusern konnte jedoch eine absolut authentische Atmosphäre geschaffen werden. Überzeugen Sie sich doch bitte selbst davon und, wie gesagt, schauen Sie, wie die Familie von Rösli und Sepp ihr Haus auf das ganz grosse Familienfest vorbereitet haben. Vorbrogg, Brögi, Tenn und Tierlistall Durch das Tennstor des Schnuggebocks treten Sie auf die Vorbrogg, hinter der sich der Stall befindet. Im Appenzellischen bezeichnet man als Brogg den Ort, auf dem die Kühe an der Futterkrippe stehen. Daher also der Name Vor-Brogg. Hier bewahrt der Bauer all’ die Dinge des täglichen Bedarfs auf. Über Ihren Köpfen befindet sich die Brögi, eine Art Ablage für Strohballen, Zaunpfähle und andere Stecken (Brögel). Links vorne ist das Tenn angedeutet, darüber türmt sich der Heustock. Hier sehen Sie, wie auch in anderen Winkeln des Schnuggebock Bèèchüe her– 39 –

umstehen. Das sind aus Jungtannen-Stämmen geschnitzte einfache Spielzeug-Kühe mit langen Bèè, (Beinen). Im Appenzeller Bauernhaus ist das Tenn kleiner als in anderen Gegenden. Es wird hier nur als Futtergang zwischen den Gross- und Kleinviehställen genutzt und nicht auch als Dreschbühne wie in Gebieten mit Ackerbau. Eine besondere Attraktion ist der moderne Tierlistall. Der sieht natürlich anders aus als in einem alten Bauernhaus, denn er muss den strengen Hygiene-Vorschriften eines Restaurants genügen. Er ist nur von aussen zugänglich und gegen den Gästebereich hin hermetisch versiegelt. Hoffentlich auch zu Ihrer Freude tummelt sich darin eine Fäärlisau mit ihren kleinen Säuli. Der eigentliche Stall, dort wo jetzt Sie genüsslich an den Tischen auf der Brogg sitzen, ist, wie das ganze Innere des Schnuggebock, sorgfältig nach alter Tradition gebaut. Für den gestrickten Stallstock


Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

4-Lauf

März

III. 1 2 3 4 5 6

Blinder am Wege Luk. 18

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

7 8 9 10 11 12 13

10. Woche

Versuchung Christi Matth. 4

21 22 Mittwoch 23 Donnerstag 24 Freitag 25 Samstag 26 Sonntag 27

14.56 !0 16.02  17.06  18.10 21.46 19.13 20.15  erdfern

Auf Tage mit ver- änderlicher

Benedikt Basil Otto, Fidel Hermo Mariä Verk. Desideri Oculi

TagesLänge

11.03 11.07 11.10 11.13 11.17 11.20

Sonnenaufgang 6.54 Untergang 18.14

Witterung 11.24

11.27 11.30 folgen 11.34 11.37 sonnige. 11.41 Hier- 11.44

Sonnenaufgang 6.41 Untergang 18.25

Abschied um 19.55 Alter März 14. 3.12  auf 11.47 3.53  11.51 4.28  zeigt 11.54 4.58  11.58  17.15 5.25  12.01 i21h ! 18.39 5.51 19.10,  erdnah sich 12.05 ! 20.02 6.17  12.08

 12.01 i21h  13.14  14.32 i22h  15.53

Kanaanäisches Weiblein

Montag Dienstag

5.14 5.40 6.03 6.23 6.42 7.01

Perpetua  7.21 21.19  Fastn.-Dienst. i19h  7.43 22.23  Aschermittwoch  8.08 23.27  Alexander  8.38 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;  KĂźngold i07h  9.15 0.30  Gregor  10.01 1.30 8 Invocavit i16h  10.56 2.24 0.45, /

Anbruch des Tages um 5.07 Montag 14 Zacharias Dienstag 15 Melchior Mittwoch 16 Fronfasten Donnerstag 17 Gertrud Freitag 18 Gabriel Samstag 19 Joseph Sonntag 20 Reminiscere 11. Woche

Untrg.

Albin $i06h % Hartwin % Kunigunda %i18h & Adrian & Eusebius & Fastn.-Sonntag&i06h 

9. Woche

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Aufg.

Matth. 15

Sonnenaufgang 6.27 Untergang 18.35

! " 21.26 6.45  in :, +0 " 22.46 7.18  "i22h # â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 7.57 am Abend # 0.00 8.43  # 1.05 9.37 ., S #i03h $ 1.59 10.38 13.07 $ 3.42 12.43  i20h

12. Woche

Der Stumme redet Luk. 11

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag

28 29 30 31

Priskus $ % Eustach % Mittfasten % Nelly, Balbina %i01h & i13h

trĂźbes 12.11

12.15 und 12.18 helles 12.22

12.25 12.29 Wetter. 12.32

Sonnenaufgang 7.13 Untergang 19.45

4.16 4.44 5.08 5.29

13.49 14.55 15.59 17.02

   

12.35 Vor- 12.39 herrschend 12.42 unbeständig. 12.46

Vom 27. März frßh bis zum 30. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in : am 21. um 0.21 Uhr: Tagundnachtgleiche, Frßhlingsanfang.


wurden extra alte Zimmerleute reaktiviert. Ihnen bei der Handarbeit zuzusehen war ein beinahe museales Vergnügen. Noch in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren die Kühe deutlich kleiner als ihre heutigen TurboSchwestern. Deshalb ist auch die beidseitige Brogg viel kürzer als es die heutigen Standplätze sind. Von der Decke hängen die Schnüre zum Anbinden der Kuhschwänze. Auch der aus Amerika zurückgekehrte Bruder (er nennt sich übrigens nicht mehr Hansli, sondern "Little Johnny") liebt es nicht, wenn er beim Melken die Pinsel ins Gesicht geschlagen erhält. Die Namenstafeln über der Krippe sind nicht für die Serviertöchter gedacht, sondern es sind die Namen der Kühe. Auch heute noch findet man diese Tafeln im Appenzeller Stall. Der Stallgang zwischen den beiden Broggen, der Fletschlig (Mistgraben) ist natürlich nicht vorbildrichtig mit Kuhfladen gefüllt, sonder blitzsauber geputzt, damit Sie trockenen und sauberen Fusses in die gute Stube gelangen können.

Stube und Küche Die Stube ist etwas voluminöser geraten als im normalen Appenzellerhaus, damit sich auch eine grössere Anzahl Gäste an ihr erfreuen kann. Im Zentrum steht der grüne Kachelofen und darum herum die typischen Möbel und ein Haufen Krimskrams, der Grosis Stube so gemütlich macht. Den Dörigs scheint es recht gut zu gehen, denn nur gut situierte Familien können sich hierzulande ein gestemmtes Täfer in der Stube leisten. Sieht man sich um, kommt einem sofort das Bild des sein Lindauerli paffenden Grossvaters in den Sinn, und man stellt sich Grosi vor, die Füsse auf einem Schemeli, umwickelt mit einer selbst gelismeten Wolldecke. Selbstverständlich schnurrt ein zufrieden blinzelndes Büsi zwischen den beiden alten Leutchen. Etwas kleiner, einladend zum gemütlichen ZusammenHöcklen am grossen Holztisch, ist die Küche gebaut. Aber auch hier fehlen die alten Utensilien und Details – 41 –

nicht, die Sie zum Schwärmen über die gute alte Zeit verleiten sollen. Man spürt förmlich, wie es wohlig wird, wenn die ganze Familie zusammen in der Küche sitzt. Die Mutter steht am Herd, das Abendessen dampft schon in den alten Gusspfannen und erfüllt jede Ritze mit währschaften Düften. Die Kinder sitzen am Tisch und spielen Eile mit Weile. Zwischendurch gibt’s einen lauten Streit, weil die roten Töggeli gleich zu dritt auf einer Bank eine Sperre errichtet haben. Das gilt doch nicht, drei! Nur zwei auf ’s Mal! Probieren Sie doch das alte Spiel auch wieder einmal aus. Es liegt im Schnuggebock überall auf. Aber bitte nicht zu laut streiten, sonst rennt noch der Bläss davon! Ihr Rundgang führt Sie aus der Küche wieder auf die Vorbrogg.

Schloff mit Mägde- und Chnechte-Chammeren Oben an der urchigen Treppe mit der Falltür treten Sie in


Freitag Samstag Sonntag

4-Lauf

April

IV.

1 Hugo 2 Abund 3 Laetare

Aufg.

& 5.48 18.05  &i13h  6.07 19.07 erdfern  6.27 20.11 16.33

13. Woche

Jesus speist 5000 Mann Joh. 6

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

4 5 6 7 8 9 10

14. Woche

Steinigung Christi Joh. 8

Ambrosi Martial Demetri ZĂślestin Maria Sibilla Judica

Montag 11 Philipp Dienstag 12 Julius Mittwoch 13 Egesipp Anbruch des Tages um 4.57 Donnerstag 14 Tiburtius Freitag 15 Raphael Samstag 16 Daniel Sonntag 17 Palmtag

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Untrg.

TagesLänge

Es 12.49 zeigt 12.52 sich 12.56

Sonnenaufgang 6.59 Untergang 19.55

 6.48 21.14 *6, 0 an- 12.59 i02h  7.13 22.18  13.03  7.42 23.22 )0 fangs 13.06 i13h  8.17 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;  angenehmes, 13.09  8.59 0.22  13.13 i23h  9.51 1.18 /, 8 aber 13.16  10.51 2.07 ziem- 13.19 Sonnenaufgang 6.45 Untergang 20.04

 11.59 i06h  13.12  14.28

2.50 14.06 3.25  3.56  Abschied um 21.47 i09h  15.47 4.23   17.07 4.49  i09h ! 18.29 5.14  ! 19.53 5.41 erdnah

15. Woche

Einzug Christi Matth. 21

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

18 19 20 21 22 23 24

Auferstehung Christi Mark. 16

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag

25 26 27 28 29 30

Ostermontag % Anaklet % Anastasius %i07h & Vital & Peter &i20h  Walburga 

13.29 Alter April 14. Wetter. 13.33 Auf 13.36 Tage 13.39 mit 13.42

Sonnenaufgang 6.32 Untergang 20.14

Christoph !i08h " 21.16 6.12 Werner " 22.35 6.48 Hermann "i09h # 23.47 7.32 GrĂźndonnerstag # â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 8.25 Karfreitag #i12h $ 0.47 9.25 Georg $ 1.36 10.30 Ostertag $i20h % 2.15 11.38

16. Woche

lich 13.23 veränderliches 13.26

4.44

kaltem 13.46



 in ; S . 

13.49 Wetter 13.52 folgt 13.55 allmählich 13.59

14.02 FrĂźh- 14.05

Sonnenaufgang 6.19 Untergang 20.24

2.46 3.11 3.33 3.53 4.13 4.32

12.45  4.47 13.50  14.54  15.57  16.59 erdfern 18.02 

Vom 27. März frßh bis zum 30. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in ; am 20. um 12.18 Uhr.

14.08 lings- 14.11 14.14 Wetter. 14.17 14.20 14.23


den Schloff (Dachboden). Hinten beim Buffet taucht wieder der Heustock auf. Nüsse und Birnen sind zum Trocknen ausgelegt, auf den Balken über Ihren Köpfen türmt sich das Allerlei des täglichen Lebens. Der Raum mit den vielen Gegenständen, die halt so im Estrich herumstehen, ist so gestaltet, dass im Schnuggebock auch Gesellschaften bewirtet werden können. Beim Aufgang vorne links befindet sich die Kammer der Mägde, und unmittelbar rechts davon jene des Knechts. Das mag ja eine etwas gewagte Anordnung sein. Ja nu, die beiden Chammeren eignen sich schliesslich auch als rustikale Separées zu zweit oder für Feste im kleinen Kreis. Läubli, Wald, Keller und Käserei Steigen Sie nun vom Schloff wieder hinunter auf die Vorbrogg und gleich die zweite Treppe bei den drei prächtigen Senntums-Schellen weiter in den Keller. Zuerst gelangen Sie auf den Vorplatz

des Bauernhauses mit gedecktem Brunnen und Stapfete (Zaunübergang). Rechts davon führt eine Türe in den Wald. Das ist der Ort, wo die Mannen auf die Toilette gehen. Es gibt dafür eine Scheiterbeige und ein SchiisiHüüsli. Den Frauen steht gleich neben der Waschküche ein separates Läubli zur Verfügung. Da gibt’s zwei Plumpsklos Eines ist nach alter Sitte als Doppelsitzer gebaut, der eine Sitz etwas niedriger als der andere. Nicht zum gemeinsamen Dischgerieren, sondern natürlich für den Fall, dass ein Sprössling mitkommt, der nicht alleine aufs stille Örtchen will. Hinter dem Läubli treten Sie in den Vorratskeller ein. Die Rüebli lugen nur ein bisschen aus der Sandkiste, der Vorratsschrank ist gefüllt und die alte Mausefalle wartet auf scharfzahnige Übeltäter. Gleich daneben die Gestelle mit den Weinen! Grossvaters Stolz. Er plagiert manchmal damit ein bisschen in der Nachbarschaft herum, guten Grund dafür hat er ja, schau– 43 –

en Sie sich die edlen Flaschen an! Lesen Sie hier Ihren Lieblingstropfen aus, den Sie Ihrer Serviermagd zum öffnen übergeben. Geniessen Sie als Belohnung fürs Treppensteigen dann ein Glas trüben Most aus der grossen BallonFlasche. Zuhinterst im Keller finden Sie unsere Alp-Käserei, in der einmal pro Woche auch wirklich gekäst wird. Ist unser Käser zufälligerweise am Chessi, gibt er Ihnen gerne ein Stückchen zum Probieren. Die hier mit Liebe und in Handarbeit gemachten Waldegg-Frischkäsli sind natürlich als Beilage zum Aperitif oder als Mitbringsel für die daheim Gebliebenen im Lädeli beim Tennstor erhältlich. Mmmh! Lassen Sie sich, liebe Gäste, nach Ihrem SchnupperRundgang nun an Ihrem Tisch nieder und geniessen Sie das nostalgische Erlebnis, als das wir den Schnuggebock für Sie erschaffen haben. Fühlen Sie sich schnuggebockwohl: En Guete Hunger und en guete Torscht! (rk)


Finden Sie zur Erlebnisegge des Appenzellerlandes! Mit dem Auto A1-Ausfahrt Nr. 81 SG-Kreuzbleiche Richtung Appenzell. Ende Umfahrung Teufen, beim zweiten Kreisel, Richtung Speicher. 3.2 km bis zur Abzweigung Waldegg (weisser Wegweiser am rechten Strassenrand).

Mit der Bahn Appenzeller Bahn ab St. Galler Hauptbahnhof bis Teufen. Von dort zu Fuss oder per Waldegg-Bus-Abholdienst (auf Bestellung).

Zu Fuss auf dem Eggen Höhenweg: Ab Lustmühle über Schäflisegg (80 Minuten). Ab Teufen Bahnhof über Schäflisegg (60 Minuten) oder über Gählern (50 Minuten). Ab Speicher über Birt - Oberhorst (60 Minuten).

Familie Anita und Chläus Dörig • Teufen AR • Tel. 071 333 12 30 • Fax 071 333 46 61

www.waldegg.ch Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen

Waldegg Kalender 36/11  
Waldegg Kalender 36/11  

Hauszeitschrift für das Erlebnis Waldegg auf die Monate Januar, Februar, März und April 2011

Advertisement