Page 1

auf die Monate Mai, Juni, Juli und August 2012 Gegründet bei der Eröffnung des Schnuggebock im März 2001

AR/AI

Hauszeitschrift für Erlebnis Waldegg 12. Jahrgang, Nummer 40

m zu

tne i m

en m h


Grosis Bauernhaus als nostalgisches Traditionelle appenzellische Gastfreundlichkeit. Am Stammtisch. Im Restaurant. In eleganten Sälen. Erlebnis, in Stube, Stall, Küche, Mägde-, Knechtechammer und Keller. Tête-à-têtes. Geschäftsessen. Bankette. Zu zweit. Familien für sich. Gruppen im Vom Vesperplättli bis zum Gourmet-Menü. Schloff. Währschaftes vom Puur, saisonal, einheimisch. Wald-WC, Alpkäserei, HeuPanoramagarten. Kinderspielplatz. stock und Tierlistall. Rollstuhlgängig.

Spitzbübische Schulstunde in nostalgischer Stube. Kulinarische Überraschungen statt Znünibrot.

Altertümliche Holzofenbäckerei und feinschmeckige Kaffeerösterei. Nostalgisches Einkaufen und GruppenPlausch um Brötigs.

Alle Reservationen an 071 333 12 30

Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen –2–


Hauszeitschrift mit

Willkommen Grüezi mitenand! Jeder Tag ist ein guter Tag, um ins Erlebnis Waldegg zu kommen. Aber im Sommer ist’s besonders pfundig! Rund um Höhenrestaurant, Schnuggebock, Tintelompe, Tante Emmas Ladebeizli und Ziträdli tummeln sich wilde und zahme Tiere. Gegen den Kulm hinauf grasen Rehe, in der Luft kreisen Hennenvögel, im Wald oben beim Waldegg-Mandli riecht‘s nach Füchsen und zwischen Streichelzoo und Ochsenstall tummeln sich Dörigs Haustiere. Einige davon begegnen Ihnen, liebe Gäste, in diesem Kalender. Das Erlebnis Waldegg ist halt tierisch gut.

Um die Waldegg ranken sich viele Geschichten. Sogar Krimis! Aber auch solche, die schon fast als Gesundheitsrezept durchgehen, wie jene über die Kraft des Dinkels. Oder solche über längst vergangene Zeiten, wie die über einige Passagiere der Titanic. Und wenn Sie nach Ihrem Besuch bei uns auch eine Geschichte erzählen können, dann freuen wir uns: Weil wir Ihnen etwas Spezielles bieten konnten. Wenn einer auf die Waldegg kommt, dann kann er was erzählen! Also kommen Sie zu uns, seien Sie herzlich willkommen! Familie Anita und Chläus Dörig und das Erlebnis Waldegg-Team

Schnuggebock Speisekarte in der Heftmitte Inhaltsverzeichnis 4 7 8 12 15 19 21

Dinkel macht stark Ochsenäugli Gorbatschow Bettensonnen Schatzsuche Lehrlings-Ausstellung Teufen einst und heute

22 24

Schnuggebock-Speisekarte Schnuggebock-Getränkekarte

25 27 28 31

Mitarbeiter-Seite Singen mit Käthy Titanic-Namensvetter Tierischer Bilderbogen

33 35 37

Portrait Höhenrestaurant Portrait: Tintelompe Portrait: Schnuggebock Impressum Herausgeber: Erlebnis Waldegg, Familie Anita und Chläus Dörig Redaktion, Bilder, Texte: Roland Kink (rk), Teufen Gestaltung, Bildbearbeitung DTP: Kuhn Grafik&Werbung,Teufen Druck: Appenzeller Medienhaus, Herisau

–3–


Brot als Heilmittel

Dinkelbrot bringt alles ins Lot (rk) Schon die letzte Ausgabe des Waldegg Kalenders kündete von den speziellen Eigenschaften des auch Spelzkorn genannten Dinkels und vom „Dinkel Dunkel“, dem nostalgischen Qualitätsbrot aus dem Ziträdli-Holzofen. Das erschien der einen Leserin oder dem anderen Leser vielleicht schon ein bisschen dick aufgetragen. Ziträdli-Beck Christian „Chreste“ Meier ist da ganz anderer Meinung. Noch viel intensiver will er das Spelzkorn und sein Dinkel Dunkel gelobt und hervorgehoben haben!

„Auch wenn ich deswegen ab und zu belächelt werde, bin ich sicher, dass ich meine heutige gute Gesundheit dem Dinkel verdanke! Wessen Körperfunktionen etwas angeschlagen sind, dem empfehle ich, es wie ich mit einer auf Dinkel ausgerichteten Nahrung zu versuchen. Dinkel macht gesund.“ Punkt. So fit wie jetzt war Chreste nicht immer. Als Bub litt er stark unter Asthma. So wurde er, wie damals als Therapie üblich, für acht Monate in ein

Dinkel verleiht Ochsenkräfte!

–4–

Kinderheim nach Celerina gesandt. Die feine Engadiner Luft tat ihm äusserst gut. Doch kaum zurück im Unterland schlug das Asthma gleich wieder auf ihn ein. Nach der Schule folgte er seines Vaters Fussstapfen und trat eine Lehre als Konditor an, im Engadin, in Pontresina, natürlich! Da ging’s im wieder gut, dass er „sogar Sport treiben konnte, dort oben“. Doch auch diesmal folgte der Schritt zurück ins Unterland. Und nun auch der Griff zum Anti-Asthma-Medikamenten-Cocktail. Auch als er die Holzofenbäckerei im Sägehüsli von seiner Mutter übernahm, musste er danach greifen. 1999 endlich suchte er eine Naturärztin auf, und dort ergab der Kinesiologie-Test schnell eine Weizen und Milch-Allergie. Sofort durfte Chreste keine Weizen-Milchprodukte mehr konsumieren, und gleichzeitig richtete er seine Ernährung ganz auf Dinkel als Grundlage aus. Zusätzlich wurde er auch noch mit Akupunktur behandelt.


Heute erinnert sich der Ziträdli-Beck: „In erstaunlich kurzer Zeit brachte ich meinen Körper zurück aufs Gleis. Ich spürte förmlich, wie er kräftiger wurde. Und auch meine Lebensgeister wurden wieder fröhlicher, das Leben machte plötzlich viel mehr Spass. Das alles schreibe ich zu grossen Teilen dem Dinkel zu. Je mehr ich mit ihm arbeitete, desto schmackhafter und auch optisch ansprechender wurden meine Dinkelprodukte. Zusammen mit meinem Bruder, der inzwischen das Dinkelzentrum Stein betrieb und noch immer betreibt, beschloss ich, allen Leuten von den Kräften des Dinkels zu erzählen. Und das tue ich nun auch, wenn ich den Ziträdli-Besuchern unsere nostalgische neue, alte Holzofenbäckerei im Erlebnis Waldegg erkläre. Es freut mich dabei sehr, dass die Leute ins Staunen kommen und sie mir aufmerksam zuhören. Ich glaube, dass ich hier im Ziträdli meine Botschaft, von der ich fest überzeugt bin, gut rüberbringen kann.“

Wer Ziträdli-Chreste dabei einmal zugehört hat, erinnert sich gerne und mit einem kleinen Schmunzeln an den Eifer des Dinkel-Propheten. So richtig ins Feuer kann er sich reden, er, der normalerweise eher zu den Stilleren im Lande gehört. Seine Augen blitzen ab und zu fröhlich auf, seine Arme gestikulieren, als ob er damit seine Dinkel-Kraft unter Beweis stellen möchte. Und dann hat er noch eine Geschichte auf Lager, bei der zweifelnde Zuhörer langsam Zweifel an ihrem Unglauben bekommen: „Im Unterschied zum Weizen wächst der Dinkel bis auf eine Höhe von über –5–

zwei Metern. Der Weizen wird zum Teil sogar künstlich niedrig gehalten, damit seine ganze Kraft ins Wachstum der Körner gehen soll. Dabei bleibt er aber näher an der Feuchtzone, die bis circa 60 cm über den Boden reicht. Weizen wird sehr stark gedüngt, Dinkel überhaupt nicht, denn er akzeptiert schlicht keinen Kunstdünger. Der Dinkel bildet seine Ähren weit oberhalb der Feuchtzone, in der Pilze leicht gedeihen können. Und ganz wichtig ist auch, dass die Dinkelähren geschlossen wachsen. Jene des Weizens öffnen sich und können somit die in der Luft vorhandenen Schadstoffe aufnehmen. Der Dinkel nicht. Kein Pilzbefall. Keine Schadstoffaufnahme. Der Beweis dafür wurde nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl erbracht: Während beim Weizen eine hohe Verunreinigung durch radioaktive Partikel nachgewiesen wurde, blieb der Dinkel praktisch völlig verschont. Er ist und bleibt ein reines Naturprodukt. Und so wird er bei uns auch von A bis Z behandelt. Wir verwenden nur Demeter-Dinkel aus bio-


logisch-dynamischem Vertragsanbau der Sorte „Oberkulmer Rotkorn“, einer Auslese alter Schweizer Landsorten, mahlen ihn schonend in der Zentrofanmühle, kneten den Teig nur ganz leicht und backen ihn schliesslich im Holzofen zu einem unveränderten Naturprodukt. Dieses kann vom Körper sofort aufgenommen werden. Wenn man Dinkelmehl auf die Zunge nimmt, vergeht es sofort. Der Körper scheint zu sagen: ‚wie himmlisch, danke vielmals‘. Beim Weizen muss er zuerst noch tätig werden,

klingt, dem möchte der Schnuggebock, seines Zeichens Inhaber einer eigenen Biermarke, kund tun und zu wissen geben, dass man aus feinem Dinkel auch ein feines Bier brauen kann. Statt „prost!“ kann man ja auch „Gesundheit!“ sagen. das Mehl verarbeiten. Beim Dinkel haben wir eine sofortige Wirkung, das ist der Unterschied zum Weizen!“ Wem das alles, liebe Leserin, lieber Leser, doch noch ein bisschen zu, sagen wir, alternativmedizinisch angehaucht

–6 –


Guetsli-Rezept

Ochsenäugli aus Dinkel-Vollkornmehl 90 g Butter 1 Ei 1 Prise Salz 4 Esslöffel Rohzucker 1 abgeriebene Zitronenschale 2 Esslöffel Milch 250 g Dinkelvollkornmehl 1 /2 Kaffeelöffel Backpulver Teig die Hälfte der Plätzli mit Wasser bei der 2. Hälfte Plätzli mit Eigelb etwas Himbeerkonfitüre

Ochsenauge: Niki.

schaumig rühren,

beigeben, gut rühren, beigeben, mischen, beigeben, kurz zu Teig zusammenfügen 2-3 Stunden kalt stellen, ca. 4 mm dick auswallen, runde Plätzli ausstechen, aufs Blech setzen, den Teigrand bestreichen, in der Mitte ein Löchli ausstechen, auf die Teigbödeli setzen, bestreichen, in die Löchli geben. Backen: 1800 circa 15 Minuten auf der 2. Rille.

Ochsenäugli: Dinkel-Guetsli.

–7–


Tourist aus der Ferne

Als Gorbatschow (fast) auf die Waldegg kam „Wer zu spät kommt, …..“ Nun, leider ist er schliesslich gar nicht ins Erlebnis Waldegg gekommen, der gute Gorbatschow. Obwohl es geplant war. Es hätte kein weltpolitisch wichtiges Ereignis werden sollen, sondern ein Treffen zwischen einem nicht Existierenden und zwei den Kalenderlesern Altbekannten. Die Rede ist hier nicht von Staatspräsidenten, sondern von Ochsen. (rk) Gorbatschow, der maremmanische Ochse, sollte zu Besuch zu unseren WaldeggBroslis Franz und Niki kommen. Die beiden Walter, Nüesch und Messmer, hatten darüber schon vor mehr als einem Jahr gesprochen. Doch dann ist Walter Mesmer unerwartet verstorben und sein Gorbatschow lebt nun im Rheintal. Warum über etwas berichten, das nicht stattfand? Weil eine faszinierende Geschichte dahintersteht. Der in Diepoldsau aufgewachsene Kulturingenieur

Walter Messmer warf vor gut 25 Jahren als Personalchef einer Schweizer Grossbank das Karriere-Handtuch und siedelte in die Maremma über. Dort, im südlichen Teil der Toskana, erweckte er zusammen mit seiner Frau Margrit einen Bauernhof zu neuem Leben und baute ihn gleichzeitig zu einem AgriturismoFerienbetrieb aus. Vor allem Leute aus der Ostschweiz genossen bei der Familie Messmer die sagenhafte toskanische Landschaft, die Olivenhaine, das geruhsame Landleben, die südländische Küche und nicht zuletzt auch die guten Tropfen der Region. Tiere spielten eine wichtige Rolle. Unter ihnen gab’s vier Stars, vier mächtige maremmanische Ochsen, Ghandi, Galileo, Engels und Gorbatschow. Walter gab seinen Lieblingstieren Namen von grossen Männern, die seiner Ansicht nach Grosses und Vernünftiges geleistet hatten. Wie schön ist es doch, sich mit solchen Wesen umgeben zu können! –8–

Maremmanische Tierrassen Die Maremma ist die mittelitalienische Landschaft, zu der die gesamte südliche Toskana und Teile des nördlichen Latiums gehören. In ihr haben sich drei charakteristische Tierrassen entwickelt. Das Maremmano ist die lokale Pferderasse, die früher als Wagen- und Hirtenpferd eingesetzt wurde, heute aber mehr in Richtung Reitpferd entwickelt wird. In der Schweiz wurde in letzter Zeit infolge der Wiedereinwanderung des Wolfs und des Bärs der weisse Herdenschutzhund Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese bekannt. Weniger Publizität genoss (bis anhin) hierzulande das Maremmaner Rind. Es ist eng mit dem Graurind der ungarischen Puszta verwandt, eine Fleischrasse, die früher auch häufig als Arbeitstier genutzt wurde. Grau- und Maremmaner Rind zeichnen sich vor allem durch majestätische Hörner aus.


Für Walter Messmer waren seine behornten Gspanen nicht nur Wegweiser zu einer positiven Bedächtigkeit, sondern immer auch willkommene Zugtiere. Mit viel Geduld, so wie sie auch der andere Walter, der Nüesch vom Erlebnis Waldegg, aufbrachte, erzog er seine Ochsen zu veritablen Zugtieren. Bald gab es in der ganzen Umgebung keine Hochzeit, kein Familien- oder Vereinsfest mehr, ohne dass Walters Ochsen dazu aufgeboten wurden. Sie wurden zu lokalen Berühmtheiten. Wie die Waldegg Ochsen auch. Doch Walter hatte noch mehr mit ihnen im Kopf: Wenn man mit einem Mercedes oder einer anderen

Blechkarosse, sagen wir, in Splügen parkiert, passiert gar nichts. Wenn man aber sein Ochsengespann dort vor einer Beiz anbindet, gibt es einen Volksauflauf. Kinder, Mütter, der Dorfpolizist, die Bauern. Alle drängen herbei und wundern sich, bestaunen die Tiere und natürlich auch deren (kauzigen) Führer. Wenn man mit den Ochsen reisen würde – a passo di bove, im Ochsentrott – dann hätte man Zeit für die Landschaft, für die Menschen darin, für Gespräche mit ihnen. Halt nur einige Kilometer pro Tag, vielleicht zehn oder ein Dutzend. Aber mit wie vielen Leuten hätte man dabei Kontakt! -9-

Nach 23 Jahren in der Toskana hatte Walter Messmer eine Idee, einen Plan. Er wollte sich von zweien seiner Ochsen im Frühsommer 2010 auf einem einfachen Wagen aus der Toskana über den Apennin, durch die Poebene und über die Alpen ins Rheintal zurückziehen lassen, der alten Heimat wieder einmal einen Besuch abstatten. In der gemächlichen Art einer Ochsentour. Plan gut, Bürokratie schlecht: Der italienische und der schweizerische Amtsschimmel machten ihm dicke Striche durch die Rechnung. In Italien geht das Landwirtschaftsministerium davon aus, dass es im Lande keine Zugochsen mehr gibt, und es ist schwierig, für nicht existierende Tiere eine Transportbewilligung zu erhalten. Die Schweiz jedoch verlangt für die Einreise von Ochsen vom italienischen Staat eine Rücknahmegarantie für die Tiere, (die es dort gar nicht mehr geben soll). Wer wiehert da lauter? Walter Messmer hatte von den Waldegg-Ochsen gehört und deshalb Walter Nüesch während der Planungsphase


DIE sonnenterrasse im bühler • wir verwöhnen sie in unserem völlig heimeligen stübli und im sääli. • träumen sie in unserer lauschigen gartenwirtschaft den sternen entgegen. • geschäftsleute und wandervögel schlummern erholsam in unseren neu gestalteten gemütlich-modernen zimmern im landhausstil.

wir heissen sie gerne herzlich willkommen yvonne und ralph frischknecht hauptstrasse 180 9055 Bühler +41 +71 793 17 58 www.sternen-appenzellerland.ch

– 10 –


seiner Ochsentour besucht. Er wollte seine beiden maremmanischen mit den zwei braunen Kollegen auf der Waldegg bekannt machen. Was wäre das für ein Treffen geworden! Die Probleme mit der Bürokratie beider Länder und vor allem auch der Tod des Ochsen Ghandi zwangen Walter Messmer zu einer straken Redimensionierung seiner Besuchspläne in der alten Heimat. Gorbatschow (im Anhänger) und er am Steuer seines SUVs machten sich anfangs 2012 auf den nächtlichen Weg nach Walzenhausen, wo die Messmers noch ein Heemetli besitzen. Nun mit einem grossmächtigen Stapel Papieren versehen gelang die Einreise in Au auf Anhieb. Die Zöllner haben dabei die Formulare akribisch kontrolliert, jedoch keinen einzigen Blick auf Gorbatschow geworfen. Darob war Walter enttäuscht, ein anerkennendes „Läck, ist das ein prächtiges Tier“ hätte er von den gestrengen Beamten schon erwartet. Gorbatschow und Walter waren zu Hause im Appenzellerland. Der Weg zur Waldegg wäre

nicht mehr weit gewesen, gut 20 Kilometer. Das wären ja nur zwei gemütliche Tagesetappen gewesen bis zum Eintreffen im Schnuggebock und bei Franz und Niki, den Altbekannten! Leider kam es nicht dazu. Am 8. Februar 2012 ist Walter Messmer nach einer kurzen und schweren Krankheit überraschend gestorben. Sein Ochse Gorbatschow hat bei TratthofPächter Peter Kuster eine neue Heimat gefunden. Dort geniesst er nun seinen Ruhestand. Ob trotzdem noch jemand auf die Idee kommt, mit Gorbatschow den verpassten Besuch auf der Waldegg nachzuholen?

A passo do bove – Der Film Die hier kurz skizzierte Geschichte der von Walter Messmer geplanten Ochsentour von der Toskana über die Alpen zurück ins Rheintal und die langjährige Vorbereitung dazu ist von Markus Baumann und Hugo Sigrist verfilmt worden, von den Anfängen des Messmer’schen Agriturismo bis hin zur Reise per Auto von Walter und Gorbatschow. Dieser Film ist nun zu einer Art Vermächtnis geworden dieses ungewöhnlichen Rheintaler Zeitgenossen mit vielen Ecken und Kanten und die Ochsentour seine letzte Reise auf dieser Erde. Eine fast eineinhalbstündige DVD dieser interessanten und auch berührenden Geschichte ist für 39 Franken (inklusive Porto) erhältlich beim Büro für visuelle Medien Sandrainstrasse 3 3007 Bern 031 311 96 46 www.visuellemedien.ch

Gorbatschow und Peter Kuster im April 2012 auf dem Tratthof in Diepoldsau.

- 11 -


Bettensonnen Die Sonne musste von allem und jedem ferngehalten werden. Zum Heuen trug man Schatthüte. Auf der Sonnseite wurden die Läden gezogen. Am Sonntag und zur Tracht trugen die Frauen Sonnenschirme, denn die Brüechliseide war viel zu choschtlig. Außer Gesicht, Hände, Unterarme, Füße und bei den Kindern ein wenig Bein kam nie etwas an die Sonne. Sonnenschutzmittel gab es keine. Verbrannte man sich die Arme, schmierte man Essigsuuritoneede ein. Ein paar Tage später ließ sich die oberste Hautschicht abziehen wie Hedepfelschölfere. Niemandem wäre es in den Sinn gekommen – auch wenn er de Wiil gehabt hätte – an die Sonne zu liegen, geschweige denn halbnackt. Eine Ausnahme gab es: die Betten, genauer gesagt die Matratzen und Decken, mussten mindestens einmal im Sommerhalbjahr an die Sonne gelegt werden. Bettensonnen war Aufregung im Haus, denn was so harmlos, ja mühelos tönt, war Schwerstarbeit für die weiblichen Hausbewohnerinnen, und etwas widerwillig mussten sogar die Männer und Buben mit anpacken. Die Mutter bestimmte am Morgen, welche Kammer drankam. Die Betten wurden abgezogen und die Rosshaarmatratzen mit den lustigen Zötteli zu zweit ins Freie getragen. Die Bubenarme waren meistens zu kurz und irgendwo schlipfte sie einem aus. Die Untermatratze mit den Stahlfedern war schwerer und ließ sich nicht um die Ecken biegen. Sie war Sache der Erwachsenen. Vor dem Haus lagen sie dann in Reih und Glied auf Bänken und Böcken. Niemand hätte sich getraut, darauf herumzuliegen, denn der Teppichklopfer war fast ununterbrochen im Einsatz, bis die Matratzen keinen Staub mehr von sich gaben. Dazwischen wurde gebürstet und gekehrt. Matratzenklopfen war sehr anstengend für kurze Kinderarme. Wenn niemand zuschaute, traktierte der Teppichklopfer zwischendurch auch andere(s). Und unter

Brüechli = Göller der Ap penzeller Frauentracht choschtlig = kostbar

Essisuuritoneede = essig saure Tonerde Hedepfelschölfere = Kartoffelschale De Wiil haa = Zeit haben


den Bänken und Matratzen entstanden Hütten, in denen es sich gut sein ließ. Im Hausinnern wurde gefegt: Wände, Decke, Bettgestelle, der Boden, die Fenster, Kommode, Kasten, Weihwassegschieli und Nachttischli – mehr gab es in einer Schlafkammer nicht. Das ganze Haus roch nach Bettensonnen, einer Mischung aus Schmiesääpfewasse, lackiertem Holz und Staub. Das Wasser war bald einmal schwarz und bestätigte die Putzerinnen in ihrem Tun. Am Schluss wurde der Fußboden neu gewichst und geblocht und gegen Vesper – wenn wirklich nichts mehr aus ihnen herauszuholen war – die Matratzen in die sauberen Bettgestelle und herrlich duftenden Kammern zurückgebracht. Das Bett bekam ein neues Betthääss und vor dem Insbettgehen galt es, die Füße besonders sorgfältig zu waschen. Haben so Könige und Prinzessinnen geschlafen? Nein, so schön wie in unseren frisch gesonnten Betten war es nirgends auf der Welt. Wenn es nicht so heiß gewesen wäre! Die Sommersonne hatte die Matratzen zum Glühen gebracht und das Abkühlen dauerte bis tief in die Sommernacht hinein. Die Ballondecken flogen davon und das Hin- und Herwälzen hatte scheinbar kein Ende, während die Mutter und ihre Helferinnen schon längst schliefen und möglicherweise von Badeferien in Rimini träumten, von denen sie im geele Heftli gelesen hatten. Doch am nächsten Tag war die Meedlechammer an der Reihe, sofern das Wetter hielt.

Roland Inauen

Mit Bettensonnen gastiert Roland Inauen, Kurator des Museums Appenzell, zum vierten Mal mit Erinnerungen an seine Kindheit in Innerrhoden bei uns im Waldegg Kalender. Diese Episode stammt wiederum aus seinem Büchlein "Charesalb ond Chlausebickli" und entspricht in der grafischen Darstellung von neuem jener in der von der Edition Ostschweiz liebevoll gestalteten Broschüre.

– 13 –

Weihwassegschieli = Weihwassergefäss Schmiesääpfewasse = Schmierseifenwasser

Betthääss = Bettwäsche

s geel Heftli = Das gelbe Heft (Illustrierte: Markenname)

Zudem passt sie wunderbar zur Jahreszeit, die der vorliegende Waldegg Kalender abdeckt.

Charesalb ond Chlausebickli 66 Seiten, Fr. 24.–, 2. Auflage, VGS Verlagsgemeinschaft, St. Gallen. Im Buchhandel.


13:39:31 Uhr

Weine sind unsere Passion. Seit 1860.

Weingut Tramstrasse 23 Tel. 071 747 90 90 SCHMID WETLI AG CH-9442 Berneck www.schmidwetli.ch

– 14 –

JAKOB SCHMID KASPAR WETLI

Das Winzerleben ist ein Glück.


Liebe macht blind:

Schatzsuche, unser Waldegg-Sommerkrimi lächelte ihm zu. Nach einigen Minuten überwand er seine Hemmungen und fragte, ob er sich zu ihr setzen dürfe.

Peter Eggenberger

Eigentlich war Rolf aus Teufen rundum zufrieden. Nur eine liebe Frau fehlte noch zu seinem Glück. War er zu schüchtern? Zu wenig erfolgreich im Beruf? Auch seine Kollegen staunten, dass er – der stattliche Mann um die dreissig – noch immer solo durchs Leben ging. Sommer war’s. Bei Kaffee und Nussgipfel studierte Rolf im belebten Gartenrestaurant der Waldegg die Tageszeitung. Dabei suchten seine Augen immer wieder jenen Tisch, wo eine attraktive junge Frau in ein Buch vertieft war. Sie schien Rolfs Blicke zu bemerken und

Wenige Augenblicke später waren beide in ein angeregtes Gespräch vertieft. Schon bald wusste Rolf, dass sie nach einem Unfall für längere Zeit stark gehbehindert sei und zur Erholung im Hotel Linde in Teufen weile. Dem Dialekt nach zu schliessen, musste sie aus der Region Basel stammen. Die Gegend des Appenzellerlandes sei ihr vollkommen fremd. Ob er nicht bereit sei, ihr mit seinen Ortskenntnissen behilflich zu sein. Nur zu gerne willigte Rolf ein. Jetzt zog Andrea – so hatte sich die junge Frau vorgestellt – aus einer flachen Mappe drei grossformatige Briefumschläge, die mit „1“, „2“ und „3“ nummeriert und mit dem Stichwort „Schatzsuche“ versehen waren. Ihr Pate sei ein origineller Mensch. Er habe ein Spiel vorbereitet, damit in Teufen auch ja keine Lange– 15 –

weile aufkomme, erklärte sie dabei lachend. Er habe sie zur Waldegg gefahren und sei dann weiter nach Zürich gereist, wo er sich dringenden Bankgeschäften zu widmen habe. „Ja, er ist Banker durch und durch, und fast alles dreht sich bei ihm ums liebe Geld, von dem er mehr als ausreichend hat. Deshalb gibt es bei seinem Spiel auch etwas zu gewinnen.“ Die junge Frau entnahm dem ersten Umschlag eine Fotokopie mit der Aufschrift „Erster Standort, Franken 500“. Interessiert musterte Rolf das Bild. „Das ist ja das Hexenhäuschen auf dem Waldegg-Kinderspielplatz“, lachte er. Seine Augen folgten interessiert dem eingezeichneten Pfeil, der ins Innere des Spielhauses wies. Beide liessen Buch und Zeitung liegen und machten sich auf den kurzen Weg. Rolf zügelte seine Ungeduld und passte sich dem langsamen Schritt der an zwei Krücken humpelnden Andrea an. Kein Mensch war beim Häuschen.


Der Mann bückte sich und schlüpfte hinein, griff zielstrebig unters Bänklein und streckte seiner Begleiterin Augenblicke später ein Couvert entgegen. Mit zitternden Händen entnahm sie dem Umschlag zehn nagelneue Fünfzigernoten. Sie lehnte sich glücklich an Rolf und drückte ihm fünf Scheine in die Hand. „Für Sie. Für Ihre grosse Hilfe. Vielen Dank!“ Er wollte ablehnen, aber sie liess nicht locker. „Ich lasse mir bei den nächsten beiden Aufgaben nur dann helfen, wenn Sie die Hälfte als verdienten Lohn akzeptieren.“ Dabei drückte sie ihren Körper noch etwas enger an Rolf, auf dessen Rücken sich eine wohlige Wärme breit machte. Da Rolf Besorgungen in St. Gallen zu erledigen hatte, wurde die zweite Schatzsuche auf den morgigen Nachmittag vereinbart. Als es so weit war, drückte die Frau Rolf erneut ein Foto in die Hand und fragte, wo das wohl sein könnte. „Ahhh, die Birke mit dem gegabelten Stamm beim Wohnhaus der Wirtefamilie Dörig“, schmunzelte Rolf, der mit

grossen Augen auf den Pfeil und die Zahl 2000 starrte. Sie machten sich auf den Weg, und wenig später übergab er Andrea wieder einen Briefumschlag. Sie zählte hastig und übergab Rolf mit fünf Zweihunderternoten wiederum die Hälfte des Inhalts. Er küsste sie erst scheu und dann immer heftiger. Sie stützte sich auf seinen starken Arm. Eng umschlungen traten sie den Rückweg ins Gartenrestaurant an. Nach dem währschaften Vesperplättchen mit Appenzeller Köstlichkeiten samt einem guten Tropfen aus dem Waldegg-Keller wurde das dritte Treffen vereinbart. Sie waren sich in kurzer Zeit nahegekommen, duzten sich, und das Wiedersehen im Gartenrestaurant fiel ausgesprochen herzlich aus. „Schön, jung und auch noch vermögend, was bin ich doch für ein Glückspilz“, ging es Rolf durch den Kopf, als er am folgenden Tag das Bild mit der Zahl 10000 eingehend musterte. „Ich kenne den Ort“, erklärte er stolz. „Es ist der Wolfsstein – 16 –

unterhalb des Höhenwegs über die Eggen. Ein lauschiges Plätzchen. Aber ziemlich weit von der Waldegg entfernt. Und nur zu Fuss erreichbar.“ Andrea überlegte kurz. „Weisst du was? Da ja für mich der Weg nicht zu bewältigen ist und ich bald einmal den Besuch meines Paten erwarte, holst du das Couvert ohne mich. Ich vertraue dir voll und ganz.“ Andrea schien bedrückt, und voller Teilnahme fragte Rolf nach dem Grund ihres Kummers. „Ich weiss, dass mein Götti bei seiner Ankunft sofort nach dem Verlauf der Schatzsuche fragen wird. Natürlich möchte ich ihn nicht enttäuschen, denn schliesslich bin ich seine Haupterbin. Könntest du, lieber Rolf, mir nicht bereits jetzt die Hälfte des Schatzes beim Wolfsstein übergeben? Du behältst dann ganz einfach den ganzen Inhalt des dritten Umschlags.“ Rolf stutzte nur einen ganz kleinen Moment. Dann erklärte er sich nur zu gerne einverstanden, wollte er doch


Bank“, beschied er. Freudestrahlend übergab er ihr eine halbe Stunde später einen Briefumschlag mit den ihr zustehenden fünf Tausendernoten. „Du bist ein Goldschatz“, lachte sie. Dabei kullerten Freudentränen über ihre Wangen. Nach einem langen Kuss

machte sich Rolf überglücklich auf den Weg, und Andrea griff zum Handy… Nach einem Blick auf das Foto mit dem eingezeichneten Pfeil begann Rolf am unteren Rand des Wolfssteins Laubwerk und Erde wegzuräumen. Mit blossen Händen scharrte er immer heftiger und musterte gleichzeitig nervös das am Boden liegende Bild. Täuschte er sich? Nein, es war unverkennbar die markierte Stelle. Mit einem kurzen Ast stocherte und grub er schwitzend weiter. Nichts. Kein Briefumschlag. Und keine Tausendernoten. Schliesslich gab er auf und kehrte im Laufschritt zur Waldegg zurück. Nur noch wenige Gäste hielten sich im Gartenrestaurant auf. Andrea war nicht darunter. Er erkundigte sich bei Anita Dörig, der Wirtsfrau. „Die Dame von jenem Tisch? Sie wurde von einem Herrn abgeholt. Mir fielen die plötzliche Eile und die unter den Arm geklemmten Krücken auf.“ Der Schreck fuhr Rolf in die Glieder, und er ahnte Schlimmes.

Illustration Ernst Bänziger

Andrea nichts weiter als glücklich sehen. Und verhiess ihr grosses Vertrauen nicht mehr als nur Sympathie? Er empfand die Begegnung ganz klar als Geschenk des Himmels, das keinesfalls aufs Spiel gesetzt werden durfte. „Warte. Ich fahre nach Teufen zur

– 17 –


„Eine Dame aus Basel? Etwa dreissigjährig? Mit langen blonden Haaren? Und blauen Augen? Mit Krücken? Nein, diese Beschreibung trifft auf keinen unserer Gäste zu“, bedauerte wenig später Julia Lanker im Hotel Linde. Rolf machte sich auf die Suche. Er hastete durch halb Teufen, fragte Passanten nach einer attraktiven Baslerin und kehrte

am späten Nachmittag in die Waldegg zurück. Müde und verbittert setzte er sich auf eine Ruhebank etwas abseits der Gartenwirtschaft. Und eine altmodisch gekleidete Spaziergängerin mit Hund schien im Vorbeigehen spöttisch zu lächeln, als er die so leicht gewonnenen 1250 Franken zählte und an den unwiederbringlichen Verlust von fünf sauer verdienten Tausendernoten dachte.

Bücher und CD’s mit vergnüglichen Appenzeller Kurzgeschichten (Neu: „Vo Tökter ond Luusbuebe“) sowie die beiden Krimis „Mord in der Fremdenlegion“ und „Tod eines Wunderheilers“ von Peter Eggenberger sind im Meiers Chrom-Egge im Erlebnis Waldegg erhältlich.

Geschenke, Mitbringsel, Souvenirs Hausgemachte Konfitüren und Apfelringli, Honig, Meringues, Appenzeller Rahm-Likör, Zockerbölle, und Alpenbitter, Schnäpse, Pantli, Andenken vom Sennensattler, Bücher und noch viel mehr Chrom.

– 18 –


Appenzeller Freizeitarbeiten-Ausstellung 2012

Waldegg-Lehrlinge im Rampenlicht (rk) Am zweitletzten Aprilwochenende wurden die momentan sieben Azubis (wohlbemerkt: alles charmante junge Damen) vom Erlebnis Waldegg an der Freizeitarbeiten-Ausstellung in Bühler von dichten Menschentrauben umlagert. Sie hatten einen attraktiven Stand aufgebaut. Und dann gab’s bei ihnen halt Leckeres zum Naschen. Mit Speck fängt man Mäuse, in diesem Fall jedoch mit vor Ort zubereiteten Crêpes, mit einem SchokoladeBrunnen und mit in der Technik der Molekularküche zubereiten Glacés. Da staunten die

Petra und Doris tragen brav ihre Stickstoff-Schutzbrillen.

sennisch angezogenen Jodler: Ungewöhnlich!

– 19 –

Das Ganze war ein Teamwork. Die Mädels vom Service hatten einen prächtigen Hochzeitstisch gedeckt, die Köchinnen eine Schauplatte mit dem dazugehörigen Menu kreiert. Und während der Ausstellung verwöhnten sie zusammen die zahlreichen Gäste. Die Wolken des verdampfenden Stickstoffs bei der „molekularen“ Zubereitung von Nuss- und Zimteis brachten das Publikum zum Staunen. Man war sich unter den Umstehenden einig: „Waldegg-Lehrlinge sind spitze!“


Das komfortable Hotel fĂźr Individualisten und Geniesser.

Das gemĂźtliche Hotel fĂźr Preisbewusste und Gruppen.

Tel. 071 343 71 10 reservation@appenzellerhof.ch www.appenzellerhof.ch

Tel. 071 344 10 09 reservation@amschoenenbuehl.ch www.amschoenenbuehl.ch

Ihre Hotels fĂźr Aufenthalte oder Ferien im Appenzellerland und Besuche auf der Waldegg Familie Herbert, Laure & Arnaud Sidler, CH-9042 Speicher/AR

Alpenheim – die Pension im Elisabeth Bosshard-Graf Gremmstrasse 14 CH-9053 Teufen

Phon ++41 71 333 12 24 Faxe ++41 71 333 17 70 www.pension-alpenheim.ch

typischen Appenzeller Holzhaus, abseits der Hauptstrasse. Verbringen Sie bei uns einen geruhsamen Aufenthalt.

'BN)BOT+BLPCVOE+VMJB-BOLFS  *ISF  4JU[VOHFO   #FTQSFDIVOHFO        Â… 5FVGFO    'S PEFS .FFUJOHT Â… 5FMFGBY 5FMFGPO                 FNQGFIMFOXJS*IOFOVOTFSF4FNJOBSSjVNFJOSVIJ Â… JOGP!IPUFM[VSMJOEFDI  XXXIPUFM[VSMJOEFDI      HFSVOEBOHFOFINFS"UNPTQIjSF

– 20 –


Teufen einst und heute Das Gesicht von Teufen zwischen 1910 und heute hat sich dramatisch geändert. Hier der Blick von der alten Haslerstrasse gegen Ebni und Lortanne. Nicht nur die Überbauung ergibt einen anderen Gesamteindruck, sondern auch das Wachstum der Bäume und Gebüsche. Als Orientierungshilfe ist das Haus Ebni 12, das während des zweiten Weltkriegs das berühmte „Büro Ha“ beherbergte, mit einem Kreis markiert. Ebne und Lortanne 1910

Postkartensammlung Werner Holderegger

Ebni und Lortanne 2012

– 21 –


Speise Vorspeisen Fr. 9.—

Bauernsalat mit Grosis geheimer Salatsauce

Dünn aufgeschnittenes Siedfleisch (mager)

Fr. 10.50

mit Zwiebelringen und Zischgelis Essiggemüse

Fr. 10.50

Aus dem Schnuggebock-Käsekeller: Feiner Frischkäse mit Tomatensalat

Hauptspeisen Fr. 38.50

Appenzeller Schmaus Chäshörnli, Siedwurst, Appenzeller Schnitzel, Pouletbrüstchen, Beinschinken und Apfelmues

Appenzeller Schnitzel mit Chäshörnli und Apfelmues

Fr. 33.50

gefüllt mit Siedwurstbrät und Mostbröckli

Fr. 28.50

Appenzeller Siedwurst mit Chäshörnli und Apfelmues

Appenzeller Chäshörnli mit gehacktem Rindfleisch

Fr. 27.50

und Apfelmues

Zartes Kalbsschnitzel mit Waldpilzsauce

Fr. 36.50

mit hausgemachten Nudeln und Tagesgemüse

Uelis Pouletgeschnetzeltes an Gartenkräutersauce

Fr. 31.50

mit Appenzeller Kartoffelküchlein und Tagesgemüse

Saftiges Bauernkotelett mit Kräuterbutter

Fr. 31.50

mit Appenzeller Kartoffelküchlein und Tagesgemüse

Fr. 30.50

Bauernpfanne mit Salat Bratkartoffeln, in Würfel geschnittenes Kalbfleisch, Schweinswürstchen, Schweinefleisch, gebratenes Ei und Gemüse

Fr. 27.50

Grosis Heuete-Teller Heisser Beinschinken mit verschiedenen Salaten – 22 –


karte Grosis fleischlose Gerichte Fr. 32.—

GebratenesZanderfilet mit Bärlauchbutter, Ofenreis und Tagesgemüse

Fr. 25.50

Vrenelis Blätterteigpastetli mit einer feinen Gemüsefüllung

Fr. 25.50

Appenzeller Chäshörnli mit Apfelmues

Seniorenteller Zartes Kalbsschnitzel an Waldpilzsauce

Fr. 29.50 Appenzeller Schnitzel

Fr. 28.50

mit Chäshörnli und Apfelmues

mit Nudeln und Tagesgemüse

Desserts Joggelis feine Süssmost-Creme

Fr. 7.50 Appenzeller Dörrbirnenfladen

Fr. 6.50

mit Rahm

Frischer Früchtekuchen

Fr. 7.50

Meringues-Glace mit Rahm

Vrenelis Riesenmeringues Fr. 6.50 mit Rahm

nach Grosis Rezept mit Rahm

Fr. 7.50

Vanilleglace mit Schoggisauce mit Rahm

– 23 –

Fr. 7.50


Getränkekarte Flaschenwein im Schnuggebock Stünde im Schnuggebock eine Stüva Grischuna statt einer Appenzeller Stube, befände sich beim Abgang zu Toilette, Keller und Alpkäserei natürlich ein Stägafässli. Neben dem offenen Wein, der im Schnuggebock an den Tisch gebracht wird, birgt sein Keller auch ohne Stägafässli einige Flaschen, für die es sich lohnt, dort hinunter zu steigen. Allerdings stammen diese wie früher aus der europäischen Nachbarschaft und nicht aus Übersee, denn Weine von so weit her zu holen, war in den Jahren, in denen der Schnuggebock „spielt“, nicht üblich. Suchen Sie, verehrter Gast, Ihren Flaschenwein selbst aus dem Kellerregal und stärken Sie sich fürs Treppensteigen mit einem Glas Most vom Fass. Oben angelangt übergeben Sie bitte Ihre Flasche Ihrer Serviertochter oder Ihrem Kellner. Man wird sie gerne für Sie öffnen und Ihnen den feinen Tropfen kredenzen. Prosit! Wohl bekomms!

Offenausschank

2dl

Weisswein Fendant

8.30

20.50

Rotwein BalgacherBlauburgunder

8.30

20.50

3dl

5dl

Appenzeller Mineral Halb - Halb (Fruchtgetränk) Citro Süssmost

3.80 4.— 4.— 4.—

5.40 5.50 5.50 5.50

Saft vom Fass Naturtrüb Quöllfrisch Schnuggebock Bier

4.20 4.20 4.20

5.90 5.90 5.90

Vor em Esse Appenzeller Alpenbitter, Cynar, Campari, Martini weiss Noch em Esse es Abihäberli Appenzeller Malz-Schnaps Dörrbirnen-Schnaps aus dem Eichenfass

2 cl

1l

9.— 9.50 9.50 9.50

4 cl 6.50

5.— 5.50

8.— 9.— 10.—

Fraue-Kafi Manne-Kafi Schnuggebock-Kafi oder Biberflade-Kafi

4.— 5.70 8.50

Ovo / Schokolade Schwarztee, Pfefferminztee, Hagebuttentee, Lindenblütentee, Kamillentee

4.20

– 24 –

4.—


Auf dieser Seite werden traditionell Mitglieder des Waldegg-Teams vorgestellt. Dies symbolisch als Dank von Anita und Chläus Dörig an alle, die durch ihren Einsatz den Erfolg vom ERLEBNIS WALDEGG erst möglich machen.

Christian Fistarol war sich "schon im Alter von vier Jahren sicher, dass er Koch werden wollte". Zwar schnupperte er "spasseshalber" noch in einigen anderen Berufen, absolvierte dann aber nach der Schulzeit im heimatlichen Romanshorn eine zweijährige Koch-Assistenz-Lehre. Doch "bald merkte ich, dass ich mehr Chancen mit einer Volllehre haben würde". Darum ist er nun froh, dass er hier auf der Waldegg im ersten Stiftejahr einer "ganzen" Kochlehre steckt. Wenn er nicht arbeitet und das Wetter es zulässt, unternimmt er gerne ausgedehnte Velotouren, "bis heim an den Bodensee".

Petra Raschle fährt jede Woche zu ihrer Familie in Ennetbühl, wo sie ihrer Mutter im Haushalt hilft und im nahen Nesslau zum SLRG-Schwimmtraining geht. Nach der Schulzeit absolvierte sie in Stump’s Alpenrose in Wildhaus erfolgreich die Lehre als Restaurationsfachfrau. Das Alpenrose-Personal kam zu einem Weihnachtsessen ins Erlebnis Waldegg. "Hier gefiel es mir auf Anhieb und ich bewarb mich um eine Zusatzlehrstelle als Koch. Dörigs waren glücklicherweise einverstanden, und ich werde im nächsten Sommer auch meine zweite Ausbildung im Trockenen haben", strahlt sie. – 25 –

Filipe Queiroz war nach neun Jahren Schule in seiner Heimatstadt Braga leider arbeitslos. Da kam ihm der Tipp seines Onkels Paulinho, der immer noch Teilzeit auf der Waldegg arbeitet, wie gerufen. Jetzt hat er seit dem letzten Oktober seine erste Stelle überhaupt als Casserolier bei uns. "Es hat sich in unserer Familie herumgesprochen, dass es auf der Waldegg super ist zum arbeiten!" In der Freizeit schaut er sich die Spiele vom FC Benfica Lissabon an, hört Hip-Hop und Rap und flaniert in St. Gallen. "Nächstes Jahr I go to Klubschule to learn Deutsch gut zu sprechen!"


MODELLBAHN HIMML Professioneller Bau von Modelleisenbahn-Anlagen Produktion von Geländematerial wie Tunnelportale, Brücken, Stützmauern Modellbahn Events Beratung in allen Modellbahnfragen Verkauf von gängigem und Besorgung von exotischem Modellbahn-Material 079 428 28 88

roland.kink@bluewin.ch

Walter Gyr • Buchgrindelstr. 8 • 8620 • Wetzikon 044 930 57 13 • 079 569 69 12 • w-e.gyr@bluewin.ch

Für Ihren speziellen Anlass, nostalgische Unterhaltungsmusik aus den 70 – 80er Jahren für Geburtstage, Seniorenfeste u. a. m. empfiehlt sich das Sextett.

– 26 –


Singen mit Käthy Käthy Zieri, unsere Jodlerin und Handörgeli-Virtuosin ist begeistert, wie Sie, liebe Gäste, mitsingen, seit im Kalender einige Liedertexte abgedruckt wurden. Hier drei weitere, speziell beliebte. Und: zwei, drei …..

Rüef de Brune 1. Rüef de Brune, gang rüef de Geele, sölid allsam, sölid allsam, rüef de Brune, gang rüef de Geele, sölid allsam in Stall i-ne cho.

Morge früeh, eh d‘ Sunne lacht 1. Morge früeh, eh d‘ Sunne lacht und si alles lustig macht, gohn i zu dene Chüehnen use, loh mer’s ob em Tau nit gruse, bi dene Chüehne uf der Weid het der Senn si Freud!

2. Rüef de Gfleckete, gang rüef de Gscheckete, sölid allsam, sölid allsam, rüef de Gfleckete, gang rüef de Gscheckete, sölid allsam in Stall i-ne cho.

Tär i nöd e bitzeli

2. Ha’s doch dänkt, es chömm derzue, dass i gäb e Chüehjerbueb. Uf em Bärgli isch guet läbe. Nei, mer juchze nit vergäbe. Bi de Chüehne uf der Weid het der Senn si Freud!

1. Tär I nöd e bitzeli, tär i nöd e chly, tär i nöd e bitzeli loschtig sy? 2. Jo, du tääscht e bitzeli, jo di tääscht e chly, jo, du tääscht e bitzeli loschtig sy.

3. Chläb u Blösch u Spiess u Stärn, chömet här, i gshen ech gärn; lueget nur, i ha kei Stäcke, i der Täsche han i z’läcke chömet, chömet alli zue, i ha Saches gnue!

3. Wemmer nöd e bitzeli, wemmer nöd e chly ….. 4. Jo, mer wend e bitzeli, jo, mer wend e chly ….. 5. Sömmer nöd e bitzeli, sömmer nöd e chly ….. 6. Jo, mer sönd e bitzeli, jo, mer sönd e chly ….. – 27 –


100 Jahre nach der Katastrophe

Mein Namensvetter auf der Titanic Verwandte? Der Familiename des Waldeggschreibers ist ja nicht gerade weit verbreitet.

Roland Kink

„Die grässlichste Katastrophe des Jahres 1912 war der Untergang der Titanic, des grössten und herrlichsten Schiffes, das die Welt je gesehen hat.“ So stand’s im Appenzeller Kalender von 1913. Und heuer, 100 Jahre später, überboten sich die Medien um den Jahrestag am 15. April mit Berichten über das Unglück, das wie kein zweites die Menschen faszinieren soll. Der Untergang des unsinkbaren Schiffes! Und es stand auch zu lesen, dass die Kinks mit an Bord waren! Da packte mich der namensvetterliche Gwunder! Waren‘s etwa sogar in Vergessenheit geratene

Anton Kink, Jahrgang 1883, war 1906 aus der Steiermark nach Zürich gezogen, wo er an der Hornbachstrasse 66 als Magaziner lebte. (Zürich ist ja nicht allzu weit vom Luzernischen und dem Baselbiet entfernt, wo Zweige meiner Ahnen verbürgt sind …..). Am 5. Mai 1908 heiratete er die 22jährige Luise Heilmann aus dem deutschen Enzberg. Vier Wochen später kam ihre Tochter Luise Gretchen zur Welt. Die Kinks buchten bei der Agentur Kaiser & Cie in Basel Tickets in der dritten Klasse für die Jungfernfahrt der Titanic. Vater Anton, Mutter Luise und Töchterchen Luise Gretchen bezahlten dafür total 780 Franken. Sie gingen in Southampton mit Reiseziel Milwaukee, Wisconsin an Bord. Mit von der Partie waren Antons Schwester Maria Kink und sein Bruder Vinzenz Kink. Die drei Damen hatten zusammen – 28 –

eine Kabine, Anton und Vinzenz teilten sich eine weitere mit vier anderen Männern zusammen, Albert Wirz, Josef Arnold, Leo Zimmermann und einem Unbekannten aus Böhmen. In der Unglücksnacht schliefen die Männer, als sie durch den heftigen Zusammenprall geweckt wurden. Anton und Vinzenz rannten an Deck, wo sie den fatalen Eisberg deutlich erblickten. Sie eilten zurück in ihre Kabine, zogen sich an und weckten die Frauen. Anton erhaschte Rettungswesten für Frau und Tochter. Irgendwie gelang es den Dreien, auf das Bootsdeck zu kommen. Auf dem Weg dorthin verloren sie den Kontakt zu Antons Geschwistern. Sie waren unter den ersten Passagieren, die in ein Rettungsboot kamen, Boot Nummer 2. Mutter und Tochter wurden ins Boot gehievt, Vater Anton von den umstehenden Matrosen zurückgehalten. Das Rettungsboot senkte sich bereits, als Luise und Luise Gretchen in Panik


– 29 –

Bild und Legende stammen aus dem Appenzeller Kalender 1913, Kapitel „Des Kalendermanns Weltumschau“.

Untergang der „Titanic“. Auf den übervollen Booten wird mit Leibeskräften gerudert, um aus dem Bannkreis des sinkenden Ungetüms zu entkommen. Ein Zittern geht durch das Schiff, der Vorderteil neigt sich rasch und taucht unter. Noch brennen die elektrischen Lichter auf dem Schiff, das jetzt, fast auf den Kopf gestellt, mit seiner rückwärtigen Hälfte 150 Meter hoch wie ein Turm aus der nachtschwarzen See zum Himmel emporragt. Weit mehr als tausend Personen stehen an Deck. Das Orchester spielt den Choral „Näher, mein Gott, zu dir!“ Dann folgt ein vielhundertstimmiger Todesschrei und die „Titanic“ versinkt in den Fluten.


und mit schriller Stimme nach Anton riefen. Es gelang ihm, sich durch die Herumstehenden zu zwängen, und er sprang seiner Familie nach. Die Kinks in Rettungsboot 2 waren unter den ersten Überlebenden, die an Bord des zur Rettung herbeigeeilten Schiffes Carpathia gelangten. Sie hatten alles verloren ausser einer Packung billiger Zigaretten. Von Antons Schwester und Bruder fehlt jedoch jede Spur. In New York angekommen verbrachte die Familie vier Tage im St. Vincent’s Hospital. Erst als Antons Onkel Alois

Hofer aus Milwaukee Geld sandte, konnten sie ihre Reise ans geplante Ziel fortsetzen. Anton fand Arbeit in einer Fabrik und die Familie erhielt aus Versicherungen und von wohltätigen Organisationen einiges Geld, das zum Neuanfang in der Neuen Welt reichte. Schon bald genügte es, um eine Farm zu pachten. Doch 1919 wurde die Ehe geschieden. Anton kehrte in die Steiermark zurück, seine Frau und seine Tochter blieben in Milwaukee. Luise Gretchen heiratete 1932, doch ihre Ehe dauerte nicht sehr lange. Später lebte sie mit einem neuen Partner zusammen, arbeitete bis weit über ihr

80. Lebensjahr hinaus und kämpfte gegen diverse Krankheiten. Sie starb am 25. August 1992 an Lungenkrebs, hinterliess vier Kinder, 17 Enkel und 14 Urenkel. Luise Gretchen Kink war eine der letzen Überlebenden der Titanic. Soweit die Fakten. Nun, ich sollte kaum stolz auf meinen Namensvetter sein. Hat’s nicht sehr ernst genommen mit dem edlen Leitsatz „Frauen und Kinder zuerst!“, von denen nach seinem Sprung Hunderte an Bord verblieben. Wahrscheinlich ist er doch nicht mit mir verwandt, der gute Anton aus der fernen Steiermark!

Dieses Inserat erschien im Appenzeller Kalender 1914, zwei Jahre nach dem Untergang der Titanic. Die Kinks hatten bei Kaiser & Cie in Basel ihre White Star Tickets gebucht.

– 30 –


Tierischer Bilderbogen

Immer im Frühling kommen auf der Waldegg rabenschwarze Heidschnucken-Lämmli zur Welt.

Niki, der neue Waldegg-Ochse muss noch viel lernen.

Chläus Dörig und Waldegg-Bauer Walter Nüesch trainieren täglich intensiv mit ihm.

– 31 –


Cornelia Dörig freut sich über Gaissen-Zwillinge.

Genau genommen sind es zwei Zwillingspärchen.

Endlich wieder auf der Wiese! Die Waldegg-Esel.

– 32 –


Willkommen im Höhenrestaurant. Erleben Sie eine ganz besondere Atmosphäre. Liebe Gäste Seit 1948 wirtet die Familie Dörig auf der Waldegg. Erstaunlich nur, dass der heutige Wirt, Chläus Dörig, dies erst in zweiter Generation tut. Einewäg: Eine lange Zeit, mehr als 60 Jahre. Man kann sie bereits in Jahrhunderten messen: Mehr als ein halbes! Ich erinnere mich nicht an meinen ersten Besuch auf der Waldegg, auch das ist (zu) lange her. Ich sehe aber noch die Samstagnachmittage vor mir, die ich als St. Galler Kantonsschüler in den späten Sechzigern zusammen mit meinen Schulgspänli jassend im Gartenrestaurant verbracht habe. Oft ging damals mit dem letzten Schluck Saft auch das Sackgeld zur Neige. Wir sassen auf den rauen Holzbänken, deren Pfosten direkt in die Wiese eingeschlagen waren, und klopften die Trümpfe auf den Tisch. Wenn wir ganz gut bei Kasse

waren, reichte es vor dem Heimweg für eine stärkende Bratwurst mit Rösti. Beim Abmarsch Richtung Santjörgen haben wir uns jeweils artig von Wirtin Rosa Dörig verabschiedet. Dabei hat einmal einer von uns – es war an einem gutbetuchten Tag, es reichte für mehrere Säfte – vor lauten Artigkeit sogar das Bein gebrochen. Dort, wo noch heute die Strasse zum Bädli beginnt. Die Beiz oben am Eggen Höhenweg war schon damals etwas ganz Besonderes, irgendwie einfach toll. Die Wirtsleute, die gemütliche Stube, die wunderbare Aussicht, der Garten, die vielen Bekannten, die man oft antraf, Freunde, die es nur geworden waren, weil sie auch auf der Waldegg verkehrten. Die Kantonsgrenze, unterstrichen vom Dialekt der Familie Dörig, verlieh der Waldegg für uns Städter sogar einen leicht exotischen Anstrich. – 33 –

Inzwischen, es sind seither immerhin mehr als vierzig Jahre vergangen, gehe ich nicht einfach mehr "auf die Waldegg". So einfach ist das nicht mehr. Vieles hat sich geändert. Aber eines ist geblieben: Das Waldegg-Gefühl, das WaldeggChribbelen. Es gibt hier oben nicht mehr einfach eine Landbeiz mit Gartenwirtschaft, sondern eine Vorzeige-Erlebnis-Gastronomie, mit entsprechendem Namen, Erlebnis Waldegg halt, mit Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli, Tintelompe und – eben und gottlob – dem "Höhenrestaurant". So nennt sich nun der Teil von Dörigs Erlebniswelt, der früher "die Waldegg" war. Für mich ist es halt immer noch ein bisschen die alte Waldegg. Da ist immer noch das Chribbelen drin. Trotz dem neumodischen NostalgieSchnuggebock, dem heimeligen Lädeli von Tante Emma und dem umwerfend lustigen alten Schulzimmer namens Tintelompe.


Natürlich schaut das Höhenrestaurant nicht mehr gleich drein wie vor vier Jahrzehnten die alte Waldegg. Aber es dient immer noch dem gleichen Zweck, funktioniert noch (fast) wie damals. Die Gartenwirtschaft ist viel grösser, viel schöner, gepflegter geworden, der Boden ist gepflästert. Statt einer Gireizi gibt’s nun einen tollen Kinderspielplatz und sogar einen leibhaftigen Streichelzoo. Alles top, alles auf dem neusten Stand. Aber die umwerfende Aussicht ist geblieben, der Säntis steht noch am alten Ort, die mächtigen Eschen werfen noch immer ihren Schatten auf die fröhlichen Zecher. Noch immer gilt, dass es kaum Schöneres gibt, als auf der Waldegg, äh, im Garten des Höhenrestaurants zu höcklen und dem Herrgott bei einem Glas Saft den Tag zu stehlen! Auch drinnen ist vieles neu. Aber auch hier weht noch der alte Geist. Es waldegglet immer noch ghörig. Und das ist gut so. Wenn ich nach längerem Auslandsaufenthalt in Kloten lande, dann zieht’s

mich automatisch nach Teufen ins Höhenrestaurant. Erst wenn ich dann hier sitze und eine Bratwurst mit Rösti vor mir habe, bin ich wieder richtig zu Hause. Die könnte ich auch drunten in der Stadt haben, aber nein, es muss auf der Waldegg, äh, im Höhenrestaurant sein. Wenn ich vom Schnuggebock her ins Restaurant trete, streift mein Blick dann oft eine festlich gedeckte Tafel im Saal. Wird heute geheiratet, oder wird ein Geburtstag gefeiert oder ein Diplom? Ich erinnere mich spontan an die vielen frohen Stunden, die schönen Familienfeste. Ganz früher war es sogar in unserer Clique Tradition, den Silvester hier zu zelebrieren. Der runde Geburtstag von Oma Gret kommt mir in den Sinn. Oder die exquisiten Nachtessen im kleinen Familienkreis am runden Tisch. Mir läuft das Wasser im Nachhinein noch im Mund zusammen. Der Ort hier, die Waldegg, das Höhenrestaurant ist einfach nur mit guten Erinnerungen verbunden. Hoffentlich geht es vielen anderen – 34 –

Leuten auch so wie mir: Habe ich Grund zum feiern, Grund zur Freude, dann kommt mir automatisch die Waldegg in den Sinn. Es ist ganz toll, was Chläus Dörig und seine Frau Anita aus der alten Waldegg gemacht haben, nein, es ist umwerfend. Damit man die vier Betriebe, Restaurant, Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli und Tintelompe, auseinander halten kann, heisst jetzt der Kern des Ganzen halt "Höhenrestaurant". Aber, ehrlich gesagt, es ist halt immer noch das Original, der Ort, wo alles angefangen hat, immer noch mein Lieblingsplatz im Erlebnis Waldegg. Ich bringe das originale Waldegg-Chribbelen einfach nicht weg! Roland Kink, momentan Waldeggschreiber, und –Fan seit 1965


Willkommen im Tintelompe. Fühlen Sie sich wieder einmal als Luusmeiteli oder Luusbueb. Liebe Gäste Da sitzen Sie nun in einer alten Schulbank. Eine mit dem grossen Deckel zum Auflupfen. Das Tintegütterli ist noch geschlossen, Schiefertafel und Griffelschachtel liegen bereit. Die kleine Welt des Appenzellerlands lugt zum Fenster herein, die grosse mit Amerika in der Mitte schaut von der aufgerollten Karte neben dem Lehrerpodest auf Dich hinunter. Ja, nun wirst Du nicht mehr per "Sie" angesprochen. Jetzt bist Du wieder in der vierten Klasse, wie alle Deine Gspänli rund um Dich herum im Tintelompe. So heisst Dein nostalgisches Schulzimmer. Den Töni hast Du ja draussen aufgehängt und das Heft mit den exakt gemachten Ufzgi vor Dir ausgebreitet. Wer ist ächt heute der Lehrer? Fräulein Heierli soll ja ins Welschland gezügelt sein! Eine gestrenge Person kommt bestimmt! Entweder Herr Lehrer Max Bünzli, Herr Leh-

rer Schorsch Hösli oder Herr Lehrer August Solenthaler. Was hat das Schulsekretariat ächt wieder gemänätscht? Hoffentlich nicht der Bünzli, das ist nämlich nicht nur der dickste, sondern auch der strengste! Aber dem spiele ich dann schon einen Streich. Der merkt fast nie, wenn einer ein speuznasses Fliessblatt-Chügeli an die Decke spickt! Schön wäre es, wenn einmal eines nach dem trocknen ihm gerade in den Hemperkragen fallen würde! Aber nu, heute haben wir ja wieder das ganze Programm. Schönschreiben, Heimatkunde, Rechnen, Singen. Und am Schluss soll sogar noch ein Photograph kommen! Das wussten ja alle. Aber schau Dir mal das Anneli im vordersten Bank an, die eingebildete Trucke: So schön hatte sie ihre Zöpfe noch nie geflochten! Wenn die meint, sie imponiere mir, dann, gixgäbeli, hat sie sich aber schampar getäuscht, die blöde Kuh! Au, bin auch ich blöd, jetzt habe ich wieder – 35 –

zuviel Dialektwörter gebraucht. Isch doch glich! Heute müssen wir ja keinen Aufsatz schreiben. Und sowieso, wenn der Bünzli verrückt wird, schnorrt er uns amigs auch auf Schwizertütsch an! Wenn Sie, liebe Gäste, (wieder in der Höflichkeitsform) auch nochmals in die vierte Klasse gehen und viel Gescheites lernen wollen, dann ist der Tintelompe genau das Richtige. Alle, die es bisher gewagt haben, sprachen am Schluss von der wohl vergnüglichsten Schulstunde ihres Lebens. Und, übrigens, der Tintelompe steht ja im Erlebnis Waldegg. Deshalb gibt es in der Pause mehr als nur ein Püürli. Das wäre dann noch: Unter diesem Dach fast verhungern! Das Schulessen ist mehr als antigruusig! Eines müssen Sie allerdings vor dem TintelompeBesuch tun: Ihre Gruppe von 15 bis 30 Personen zeitig beim Schulsekretariat anmelden. (rk)


Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

4-Lauf

Mai

V. 1 2 3 4 5 6

Aufg.

Philipp, Jakob i01h  14.57 Athanas  16.12 i04h ! 17.30 †-Auffindung Florian ! 18.50 Gotthard !i04h " 20.12 Cantate " 21.31

18. Woche

Jesus verheisst den TrĂśster

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

7 8 9 10 11 12 13

19. Woche

So ihr den Vater bittet

Juvenal Stanislaus Beat Gordian Mamert Pankraz Rogate

Anbruch des Tages um 3.48 Montag 14 Bonifaz Dienstag 15 Sophia Mittwoch 16 Peregrin Donnerstag 17 Auffahrt Freitag 18 Isabella Samstag 19 Hildrun Sonntag 20 Exaudi

Joh. 16

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Sonnenaufgang 5.57 Untergang 20.42

Joh. 16

Zeugnis des heiligen Geistes

21 22 23 24 25 26 27

21. Woche

Sendung des heiligen Geistes

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag

28 29 30 31

14.48 folgt 14.51

14.53 schĂśne, 14.56 sonnige 14.59

15.02 Witterung. 15.04

Sonnenaufgang 5.47 Untergang 20.51

& &i24h    i12h   

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

TagesLänge

3.17 0 Auf 14.30 3.43 windiges, 14.33 4.10 kĂźhles 14.36 4.39 *0 14.39 5.12 14.42 5.52  5.35,  erdnah Wetter 14.45

"i04h # 22.43 6.41 . # 23.44 7.39 S #i04h $ –.– 8.45 $ 0.34 9.56 $i07h % 1.14 11.08 % 1.47 12.19  23.47 %i14h & 2.14 13.27 )0

20. Woche

Konstantin Helena Fronfasten Johanna Urban Alfred Pfingsten

Untrg.

Abschied um 22.49 2.38 14.33  3.00 15.37  3.22 16.40  3.45 17.43  4.10 18.45  4.37 19.46  erdfern 5.10 20.45 in <

Joh. 15

i01h  5.47  6.31 i14h  7.22  8.19 i24h  9.20  10.25  11.33 Joh. 14

Pfingstmontag i08h  12.42 Maximilian  13.54 i13h ! 15.07 Hiob Mechtild ! 16.24

Sonnenaufgang 5.39 Untergang 21.00

21.40 22.29 23.14 23.52 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 0.25 0.54

 1.47, / 8, !0    0

Gegen das Ende mehr

15.23 15.26 15.28 15.30 15.32 15.34 15.36

Sonnenaufgang 5.32 Untergang 21.08

1.20 22.16 1.45 0 2.10 2.37

Lostage im Mai: 3. (â&#x20AC; -Auffindung). Vom 25. März frĂźh bis zum 28. Oktober frĂźh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrĂźckt. Am 13. ist Muttertag. Sonne in < am 20. um 17.16 Uhr.

â&#x20AC;&#x201C; 36 â&#x20AC;&#x201C;

Alter Mai 14. Dann 15.07 15.09 zeigen 15.12 sich 15.14 Tage 15.17 mit 15.19 Regen. 15.21

trĂźb 15.38 als 15.39 hell. 15.41

15.43


Willkommen im Schnuggebock! Erleben Sie eine ganz besondere Zeitreise Liebe Gäste Wenn Sie durch das Tennstor des Schnuggebock getreten sind, haben Sie eine Zeitreise hinter sich. Willkommen in der Gemütlichkeit des guten alten Damals! Sie lassen die Hektik des heutigen Alltags hinter sich zurück und befinden sich nun plötzlich im heimeligen Bauernhaus der Familie Dörig in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Alles ist herausgeputzt, die vielen Dinge des täglichen Gebrauchs sind auf der Vorbrugg fein säuberlich geordnet. Sie haben’s gut getroffen: Heute ist bei Dörigs ein Festtag, fast hundert Gäste werden erwartet! Normalerweise deckt Mutter Dörig für die Familie nur in der guten Stube auf, aber heute! Weil ein Bruder von Vater Sepp nach mehr als 20 Jahren in Amerika (er war ein gefragter Melker in News Glarus im Staat Wisconsin) in

die Heimat zurück gekommen ist, wurden zu seiner Begrüssung auch die entferntesten Verwandten eingeladen. Da reicht die Stube natürlich nirgends hin. Alle anderen Räume wurden ebenfalls festlich hergerichtet, sogar im speziell gefegten Stall sind einige Tische aufgestellt und festlich gedeckt. Auch in der Küche, oben im Schloff und in den Kammern der Magd und des Knechts laden die Gedecke zum Zue-Hocken ein. Nun sind aber die Tische ausgegangen. Darum ist der Vater mit der ganzen Familie rasch hinüber zu Kollers Bisch. Der Nachbar hat sicher noch einige Tische oder Bretter und Böckli für Dörigs Fest vorig. Gleich werden alle schwer beladen zurückkommen! Inzwischen, liebe Gäste, sehen Sie sich doch einmal im Schnuggebock um. Schauen Sie, wie Dörigs ihr Haus einfach aber dennoch festlich vorbereitet haben. Streunen – 37 –

Sie kurz von der Vorbrogg durch Stall und Stube zur Küche, schlüpfen Sie rasch hoch in den Schloff, güxlen Sie in die beiden Firstkammern. Und dann schreiten Sie die knarrende Treppe wieder hinunter und sehen Sie sich im Keller das Läubli und den Ausgang in den Wald, den Vorratskeller und natürlich auch die Alpkäserei an. Vielleicht verschwatzen Dörigs drüben bei Kollers noch eine Weile, und sie haben sicher nichts gegen ihren Rundgang durch den Schnuggebock. Dörigs erwarten schliesslich so viele Gäste wie noch nie zuvor. Da mag’s doch auch noch Sie leiden! Treten Sie ein und schauen Sie sich um! Fast sicher gefällt es Ihnen so sehr, dass Sie klammheimlich an einem der Tischchen Platz nehmen und hoffen, dass Sie unter den vielen Gästen unerkannt bleiben. Dann bekommen Sie doch auch einen Teller voller Köstlichkeiten aus Mutter Dörigs Küche ab!


VI. Freitag Samstag Sonntag

1 2 3

4-Lauf

Brachmonat Nikodemus ! Marzell Dreifaltigk.-So."

Aufg.

" 17.43 " 19.02 i15h # 20.18

i15h

22. Woche

Von der Wiedergeburt

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

4 5 6 7 8 9 10

23. Woche

Vom reichen Manne

Joh. 3

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Untrg.

3.07 *0 15.44 3.42 Anfangs 15.46 4.26 erdnah, .vorherrschend 15.47 Sonnenaufgang 5.27 Untergang 21.14

Eduard, Bertha # 21.25 5.19 13.12, S Reinhard #i15h $ 22.22 6.22  Gottfried $ 23.08 7.32 !0, Venustransit fruchtFronleichnam $i16h % 23.45 8.46  bare Medard % â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 10.00  Witterung. Miriam %i21h & 0.15 11.12  Mitunter Regen. 1. S. n. Dreif. & 0.41 12.20 

Montag 11 Lutbert Dienstag 12 Basil Mittwoch 13 Felicitas Anbruch des Tages um 3.01 Donnerstag 14 Ruffin Freitag 15 Vitus Samstag 16 Justina Sonntag 17 2. Folkmar

Luk. 16

Abschied um 23.45 2.14 16.37  2.40 17.38  3.11 18.38 erdfern 3.46 19.34 /, )0

i18h    i07h  

Vom grossen Abendmahl

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

18 19 20 21 22 23 24

25. Woche

Vom verlorenen Schaf

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag

25 26 27 28 29 30

15.49 15.50 15.51 15.52 15.53 15.54 15.55

Sonnenaufgang 5.24 Untergang 21.19

& 1.05 13.27 12.42 &i06h  1.27 14.31   1.50 15.34 

24. Woche

TagesLänge

Luk. 14

Arnold  4.28 Gervas i20h  5.17 Silver  6.12 Albanus  7.13 Gottschalk i06h  8.18 Edeltrud  9.25 i14h 3. Joh. d. Täufer   10.33 Luk. 15

15.56 15.57 Es 15.57 Alter Brachmonat 14. folgen 15.58 15.58 Tage 15.59 mit 15.59

Sonnenaufgang 5.24 Untergang 21.23

20.26 21.13 21.53 22.28 22.58 23.25 23.50

8, !0 17.02

un- 15.59

16.00 beständigem 16.00

in =  

16.00 16.00 15.59 Wetter. 15.59

Sonnenaufgang 5.25 Untergang 21.24

Eberhard  11.43 19h ! 12.54 Paulus Gero, 7 Schläf. ! 14.08 Benjamin !23h " 15.23 Peter und Paul " 16.40 Pauli Gedächt. "i24h # 17.55

â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 0.15 0.40 1.08 1.40 2.18

 Dann 15.59 0, * w. rechtl. zeigen 15.58 5.30 15.58 *0 sich 15.57  schĂśne 15.57 Tage. 15.56

Lostage im Juni: 8. (Medard); 15. (Vitus); 24. (Johannes der Täufer); 29. (Peter und Paul). Vom 25. März frßh bis zum 28. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in = am 21. um 1.09 Uhr: Sonnenwende, Sommeranfang.

â&#x20AC;&#x201C; 38 â&#x20AC;&#x201C;


Alles ist echt appenzellisch in Grosi Dörigs altem Bauernhaus. Nur der Name nicht. Dafür ist er speziell, es gibt ihn nur hier. Er wurde extra erfunden, natürlich bei einem Römer vergorenen Rebensaft. Namenspaten waren die Heidschnucken, die behörnten Schafe der Lüneburger Heide, die rund um die Waldegg friedlich grasen. Mögen Sie’s auch friedlich haben, wenn Sie die Zeitreise in den Schnuggebock hinter sich haben! Viel Vergnügen in der Gemütlichkeit der guten alten Zeit! Schnuggebock-Rundgang Wir haben streng darauf geachtet, dass wir Ihnen, liebe Gäste, ein wirklich nostalgisches Erlebnis bieten können, bei dem jedes auch noch so kleine Detail stimmt. Durch die Bedürfnisse von Küche und Service (und infolge der modernen Bauvorschriften) sind die Räume unseres Bauernhauses jedoch etwas anders angeordnet als gewohnt. Durch die Wiederverwendung des Holzes von fünf abgebro-

chenen Appenzeller Häusern konnte jedoch eine absolut authentische Atmosphäre geschaffen werden. Überzeugen Sie sich doch bitte selbst davon und, wie gesagt, schauen Sie, wie die Familie von Rösli und Sepp ihr Haus auf das ganz grosse Familienfest vorbereitet haben. Vorbrogg, Brögi, Tenn und Tierlistall Durch das Tennstor des Schnuggebocks treten Sie auf die Vorbrogg, hinter der sich der Stall befindet. Im Appenzellischen bezeichnet man als Brogg den Ort, auf dem die Kühe an der Futterkrippe stehen. Daher also der Name Vor-Brogg. Hier bewahrt der Bauer all’ die Dinge des täglichen Bedarfs auf. Über Ihren Köpfen befindet sich die Brögi, eine Art Ablage für Strohballen, Zaunpfähle und andere Stecken (Brögel). Links vorne ist das Tenn angedeutet, darüber türmt sich der Heustock. Hier sehen Sie, wie auch in anderen Winkeln des Schnuggebock Bèèchüe her– 39 –

umstehen. Das sind aus Jungtannen-Stämmen geschnitzte einfache Spielzeug-Kühe mit langen Bèè, (Beinen). Im Appenzeller Bauernhaus ist das Tenn kleiner als in anderen Gegenden. Es wird hier nur als Futtergang zwischen den Gross- und Kleinviehställen genutzt und nicht auch als Dreschbühne wie in Gebieten mit Ackerbau. Eine besondere Attraktion ist der moderne Tierlistall. Der sieht natürlich anders aus als in einem alten Bauernhaus, denn er muss den strengen Hygiene-Vorschriften eines Restaurants genügen. Er ist nur von aussen zugänglich und gegen den Gästebereich hin hermetisch versiegelt. Hoffentlich auch zu Ihrer Freude tummelt sich darin eine Fäärlisau mit ihren kleinen Säuli. Der eigentliche Stall, dort wo jetzt Sie genüsslich an den Tischen auf der Brogg sitzen, ist, wie das ganze Innere des Schnuggebock, sorgfältig nach alter Tradition gebaut. Für den gestrickten Stallstock


Sonntag 26. Woche

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag 27. Woche

4-Lauf

Heumonat

VII.

Aufg.

# 19.05

1 4. Theobald Balken im Auge

2 3 4 5 6 7 8

Luk. 6

Untrg.

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

3.04 erdn., .,

Luk. 5

Montag 9 Zirill &i14h  23.54 Dienstag 10 Gunzo  â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; Mittwoch 11 Rahel  0.17 Donnerstag 12 Nathan i02h  0.43 Freitag 13 Heinrich  1.12 Anbruch des Tages um 3.26 Samstag 14 Bonaventura i14h  1.46 Sonntag 15 6. Margaretha  2.25 28. Woche

Pharisäer Ruhm

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

16 17 18 19 20 21 22

Matth. 5

29. Woche

Jesus speist 4000 Mann

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

23 24 25 26 27 28 29

30. Woche

Falsche Propheten

Montag Dienstag

30 Jakobea # 31 Erna, German

3.11 4.04 5.03 6.07 7.14 8.23 9.34

Mark. 8

Hernach zeigt sich

15.52 15.51 15.50 15.49 15.47

Sonnenaufgang 5.34 Untergang 21.21

12.17 Regen- 15.46 13.22 15.44 14.25  3.48 wetter. 15.43 15.27 ! im grĂśssten Glanz Auf 15.41 16.28  erdfern ziemlich 15.39 Abschied um 23.38 Alter Heumonat 14. 17.26 / 15.38 18.20 )0, !0 warme 15.36 19.08 8, Anfang der Hundstage 19.51 20.29 Witterung 21.01 6.24 21.30 folgt 21.56 22.21  in >

15.34 15.32 15.30 15.28 15.26 15.24 15.21

Sonnenaufgang 5.48 Untergang 21.09

 10.45

22.46

! 11.58 23.13 0 ! 13.12 23.43 *0 !i05h " 14.26 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;  10.56 " 15.40 0.18 "i07h # 16.51 0.59 . # 17.54 1.50  erdnah, S i01h

Matth. 7 i10h

warme 15.54 Tage. 15.53

Sonnenaufgang 5.40 Untergang 21.16

Ruth  Lydia i03h  Hartmann  Rosina i12h  Elias  Arbogast i19h  7. Maria Magdalena  Elsbeth Christine Jakob Anna Magdalena Pantaleon 8. Beatrix

a. Ab. Sonnige 15.55

Sonnenaufgang 5.28 Untergang 21.23

Mariä Heims. # 20.07 4.01 S i01h Kornel # $ 20.58 5.08  20.52 Ulrich $ 21.40 6.20 Balthasar $i02h % 22.13 7.36  erdfern Esaias, Ida % 22.42 8.50 Joachim %i07h & 23.07 10.02 5. Kilian & 23.31 11.10

Jesus lehrt im Schiff

TagesLänge

trĂźbe. Gegen das Ende ist es

15.19 15.17 15.14 15.12 15.10 15.07 15.05

Sonnenaufgang 5.56 Untergang 21.01

$ 18.48 $ 19.33

2.51 3.59

gewitterhaft. 15.02

14.59

Lostage im Juli: 2. (Mariä Heimsuchung); 4. (Ulrich); 22. (Maria Magdalena); 25. (Jakob); 26. (Anna). Vom 25. März frßh bis zum 28. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in > am 22. um 12.01 Uhr. Hundstage 16. Juli bis 24. August.

â&#x20AC;&#x201C; 40 â&#x20AC;&#x201C;


wurden extra alte Zimmerleute reaktiviert. Ihnen bei der Handarbeit zuzusehen war ein beinahe museales Vergnügen. Noch in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren die Kühe deutlich kleiner als ihre heutigen TurboSchwestern. Deshalb ist auch die beidseitige Brogg viel kürzer als es die heutigen Standplätze sind. Von der Decke hängen die Schnüre zum Anbinden der Kuhschwänze. Auch der aus Amerika zurückgekehrte Bruder (er nennt sich übrigens nicht mehr Hansli, sondern "Little Johnny") liebt es nicht, wenn er beim Melken die Pinsel ins Gesicht geschlagen erhält. Die Namenstafeln über der Krippe sind nicht für die Serviertöchter gedacht, sondern es sind die Namen der Kühe. Auch heute noch findet man diese Tafeln im Appenzeller Stall. Der Stallgang zwischen den beiden Broggen, der Fletschlig (Mistgraben) ist natürlich nicht vorbildrichtig mit Kuhfladen gefüllt, sonder blitzsauber geputzt, damit Sie trockenen und sauberen Fusses in die gute Stube gelangen können.

Stube und Küche Die Stube ist etwas voluminöser geraten als im normalen Appenzellerhaus, damit sich auch eine grössere Anzahl Gäste an ihr erfreuen kann. Im Zentrum steht der grüne Kachelofen und darum herum die typischen Möbel und ein Haufen Krimskrams, der Grosis Stube so gemütlich macht. Den Dörigs scheint es recht gut zu gehen, denn nur gut situierte Familien können sich hierzulande ein gestemmtes Täfer in der Stube leisten. Sieht man sich um, kommt einem sofort das Bild des sein Lindauerli paffenden Grossvaters in den Sinn, und man stellt sich Grosi vor, die Füsse auf einem Schemeli, umwickelt mit einer selbst gelismeten Wolldecke. Selbstverständlich schnurrt ein zufrieden blinzelndes Büsi zwischen den beiden alten Leutchen. Etwas kleiner, einladend zum gemütlichen ZusammenHöcklen am grossen Holztisch, ist die Küche gebaut. Aber auch hier fehlen die alten Utensilien und Details – 41 –

nicht, die Sie zum Schwärmen über die gute alte Zeit verleiten sollen. Man spürt förmlich, wie es wohlig wird, wenn die ganze Familie zusammen in der Küche sitzt. Die Mutter steht am Herd, das Abendessen dampft schon in den alten Gusspfannen und erfüllt jede Ritze mit währschaften Düften. Die Kinder sitzen am Tisch und spielen Eile mit Weile. Zwischendurch gibt’s einen lauten Streit, weil die roten Töggeli gleich zu dritt auf einer Bank eine Sperre errichtet haben. Das gilt doch nicht, drei! Nur zwei auf ’s Mal! Probieren Sie doch das alte Spiel auch wieder einmal aus. Es liegt im Schnuggebock überall auf. Aber bitte nicht zu laut streiten, sonst rennt noch der Bläss davon! Ihr Rundgang führt Sie aus der Küche wieder auf die Vorbrogg.

Schloff mit Mägde- und Chnechte-Chammeren Oben an der urchigen Treppe mit der Falltür treten Sie in


VIII. Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

1 2 3 4 5

4-Lauf

Augstmonat Bundesfeier $ Gustav Josias, August % Dominik 9. Oswald &

Aufg.

% 20.10 % 20.41 i16h & 21.08 & 21.33 i23h  21.57 i12h

31. Woche

Ungerechter Haushalter

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

6 7 8 9 10 11 12

32. Woche

Jesus weint Ăźber Jerusalem Luk. 19

Sixt, Alice Heinrike Ziriak Roman Laurenz Gottlieb 10. Klara

Luk. 16

Montag 13 Hippolit   Anbruch des Tages um 4.29 Dienstag 14 Samuel  Mittwoch 15 Mar. Himmelf. i20h  Donnerstag 16 Rochus  Freitag 17 Karlmann  Samstag 18 Reinald i03h  Sonntag 19 11. Sebald  33. Woche

Pharisäer und ZÜllner

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

20 21 22 23 24 25 26

34. Woche

Vom Tauben und Stummen

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag

27 28 29 30 31

5.12 6.27  5.28 7.40 8.51 9.59

TagesLänge

Anfangs 14.57 sonnige, 14.54

14.51 14.48 warme 14.46

Sonnenaufgang 6.05 Untergang 20.51

 22.21  22.46 i09h  23.14  23.45 i22h  â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;  0.22  1.05 i10h

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Untrg.

11.06 12.11 13.14 14.15 15.14 16.10 17.01

    20.55  erdfern /, )0 8

Tage. 14.43 Reg- 14.40 nerische 14.37

 14.34  14.31 Witterung. 14.28 14.25

Sonnenaufgang 6.14 Untergang 20.39

1.55 17.46 !0 Dann 14.22 Alter Augstmonat 14. Abschied um 22.24 2.51 18.26 zeigen 14.19 3.53 19.01 ! am Morgen sich 14.16 5.00 19.31 am Morgen schĂśne, 14.13 6.09 19.59  17.55, 0* sehr 14.10 7.20 20.25 warme 14.07 8.32 20.51  14.03

Luk. 18

Sonnenaufgang 6.24 Untergang 20.27

i07h ! 9.46 Bernhard Irmgard ! 11.01 Alphons !i10h " 12.16 Zachäus " 13.30 i13h Bartholomäus " # 14.41 Ludwig # 15.46 12. Severin #i16h $ 16.42

Mark. 7

Gebhard $ 17.29 Augustin $i20h % 18.08 Joh. Enthauptung % 18.41 Adolf % 19.09 i01h Rebekka, Paulin% & 19.35

21.18 21.47 22.21 23.00 23.48 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 0.44

  Tage.  in ?, 0, *0Gegen  erdnah das  15.54, ., Ende Ende S [der Hundstage ist



14.00 13.57 13.54 13.51 13.47 13.44 es 13.41

Sonnenaufgang 6.33 Untergang 20.14

1.48 2.57 4.09 5.21 6.32

     15.58

bald trĂźb, bald hell.

13.38 13.34 13.31 13.28 13.25

Lostage im August: 10. (Laurenz); 15. (Mariä Himmelfahrt); 24. (Bartholomäus); 29. (Joh. Enthauptung). Vom 25. März frßh bis zum 28. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in ? am 22. um 19.07 Uhr. Hundstage 16. Juli bis 24. August.

â&#x20AC;&#x201C; 42 â&#x20AC;&#x201C;


den Schloff (Dachboden). Hinten beim Buffet taucht wieder der Heustock auf. Nüsse und Birnen sind zum Trocknen ausgelegt, auf den Balken über Ihren Köpfen türmt sich das Allerlei des täglichen Lebens. Der Raum mit den vielen Gegenständen, die halt so im Estrich herumstehen, ist so gestaltet, dass im Schnuggebock auch Gesellschaften bewirtet werden können. Beim Aufgang vorne links befindet sich die Kammer der Mägde, und unmittelbar rechts davon jene des Knechts. Das mag ja eine etwas gewagte Anordnung sein. Ja nu, die beiden Chammeren eignen sich schliesslich auch als rustikale Separées zu zweit oder für Feste im kleinen Kreis. Läubli, Wald, Keller und Käserei Steigen Sie nun vom Schloff wieder hinunter auf die Vorbrogg und gleich die zweite Treppe bei den drei prächtigen Senntums-Schellen weiter in den Keller. Zuerst gelangen Sie auf den Vorplatz

des Bauernhauses mit gedecktem Brunnen und Stapfete (Zaunübergang). Rechts davon führt eine Türe in den Wald. Das ist der Ort, wo die Mannen auf die Toilette gehen. Es gibt dafür eine Scheiterbeige und ein SchiisiHüüsli. Den Frauen steht gleich neben der Waschküche ein separates Läubli zur Verfügung. Da gibt’s zwei Plumpsklos Eines ist nach alter Sitte als Doppelsitzer gebaut, der eine Sitz etwas niedriger als der andere. Nicht zum gemeinsamen Dischgerieren, sondern natürlich für den Fall, dass ein Sprössling mitkommt, der nicht alleine aufs stille Örtchen will. Hinter dem Läubli treten Sie in den Vorratskeller ein. Die Rüebli lugen nur ein bisschen aus der Sandkiste, der Vorratsschrank ist gefüllt und die alte Mausefalle wartet auf scharfzahnige Übeltäter. Gleich daneben die Gestelle mit den Weinen! Grossvaters Stolz. Er plagiert manchmal damit ein bisschen in der Nachbarschaft herum, guten Grund dafür hat er ja, schau– 43 –

en Sie sich die edlen Flaschen an! Lesen Sie hier Ihren Lieblingstropfen aus, den Sie Ihrer Serviermagd zum öffnen übergeben. Geniessen Sie als Belohnung fürs Treppensteigen dann ein Glas trüben Most aus der grossen BallonFlasche. Zuhinterst im Keller finden Sie unsere Alp-Käserei, in der einmal pro Woche auch wirklich gekäst wird. Ist unser Käser zufälligerweise am Chessi, gibt er Ihnen gerne ein Stückchen zum Probieren. Die hier mit Liebe und in Handarbeit gemachten Waldegg-Frischkäsli sind natürlich als Beilage zum Aperitif oder als Mitbringsel für die daheim Gebliebenen im Lädeli beim Tennstor erhältlich. Mmmh! Lassen Sie sich, liebe Gäste, nach Ihrem SchnupperRundgang nun an Ihrem Tisch nieder und geniessen Sie das nostalgische Erlebnis, als das wir den Schnuggebock für Sie erschaffen haben. Fühlen Sie sich schnuggebockwohl: En Guete Hunger und en guete Torscht! (rk)


Finden Sie zur Erlebnisegge des Appenzellerlandes! Mit dem Auto A1-Ausfahrt Nr. 81 SG-Kreuzbleiche Richtung Appenzell. Ende Umfahrung Teufen, beim zweiten Kreisel, Richtung Speicher. 3.2 km bis zur Abzweigung Waldegg (weisser Wegweiser am rechten Strassenrand).

Mit der Bahn Appenzeller Bahn ab St. Galler Hauptbahnhof bis Teufen. Von dort zu Fuss oder per Waldegg-Bus-Abholdienst (auf Bestellung).

Zu Fuss auf dem Eggen Höhenweg: Ab Lustmühle über Schäflisegg (80 Minuten). Ab Teufen Bahnhof über Schäflisegg (60 Minuten) oder über Gählern (50 Minuten). Ab Speicher über Birt - Oberhorst (60 Minuten).

Familie Anita und Chläus Dörig • Teufen AR • Tel. 071 333 12 30 • Fax 071 333 46 61

www.waldegg.ch Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen

Waldegg Kalender 40/12  
Waldegg Kalender 40/12  

Hauszeitschrift für das Erlebnis Waldegg auf die Monate Mai, Juni, Juli und August 2012

Advertisement