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auf die Monate Januar, Februar, März und April 2012 Gegründet bei der Eröffnung des Schnuggebock im März 2001

AR/AI

Hauszeitschrift für Erlebnis Waldegg 12. Jahrgang, Nummer 39

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Traditionelle appenzellische Gastfreundlichkeit. Am Stammtisch. Im Restaurant. In eleganten Sälen. Tête-à-têtes. Geschäftsessen. Bankette. Vom Vesperplättli bis zum Gourmet-Menü.

Grosis Bauernhaus als nostalgisches Erlebnis, in Stube, Stall, Küche, Mägde-, Knechtechammer und Keller. Zu zweit. Familien für sich. Gruppen im Schloff. Währschaftes vom Puur, saisonal, einheimisch. Wald-WC, Alpkäserei, Heustock und Tierlistall.

Panoramagarten. Kinderspielplatz. Rollstuhlgängig. Reservationen: 071 333 12 30 «Höhenrestaurant» www.waldegg.ch

Reservationen: 071 333 12 30 «Schnuggebock» www.schnuggebock.ch

Altertümliche Holzofenbäckerei und feinschmeckige Kaffeerösterei. Nostalgisches Einkaufen und Gruppen-Plausch um Brötigs. Gruppen-Reservationen: 071 333 12 30 «Ziträdli»

Spitzbübische Schulstunde in nostalgischer Stube. Kulinarische Überraschungen statt Znünibrot. Gruppen-Reservationen: 071 333 12 30 «Tintelompe»

Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen –2–


Hauszeitschrift mit

Willkommen Grüezi mitenand! Die Geschichte der Schneeräumung steht in diesem Waldegg Kalender für den Winter, der Generationenwechsel bei den Ochsen für den Frühling und unsere Holzofenbäckerei, das Ziträdli, für die Ewigkeit. Das sind die Schwerpunkte in dieser Ausgabe, die zwei Monate Väterchen Frost und zwei Monate neu entstehende wärmende Sonne erlebt. Schauen Sie rein ins Ziträdli und ziehen Sie sich den feinen Duft eines urchigen Holzofenbrots durch die Nase. Oder kommen Sie gleich mit einer ganzen Gruppe vorbei zu einem brötigen Erlebnis. Wie überall bei uns, sei’s im

Höhenrestaurant, im Tintelompe, in Tante Emmas Ladebeizli oder im Schnuggebock, ist es anders als anderswo, einfach so richtig ochsenstark waldeggig. Überall wo Sie unsere Erlebnisgastronomie geniessen möchten, Schnee stapfend im Winter und tänzelnd im Frühling, sollen Sie sich bei uns wohl wie die Säuli im Schnuggebock fühlen. Kommen Sie zu uns, vergessen Sie für eine Weile den Alltag und lassen Sie sich kulinarisch verwöhnen Kurzum: Kommen Sie bitte auf die Waldegg und seien Sie herzlich willkommen! Familie Anita und Chläus Dörig und das Erlebnis Waldegg-Team

Schnuggebock Speisekarte in der Heftmitte Inhaltsverzeichnis 4 9 13 20

Ziträdli Holzofen Schnee Der Hexer von Teufen

22 24

Schnuggebock-Speisekarte Schnuggebock-Getränkekarte

25 27 28

Mitarbeiter-Seite Singen mit Käthy Modellbahn Himml

29 31 33 35 37

Weltenbummler Stephan Franz und Niki Portrait: Höhenrestaurant Portrait: Tintelompe Portrait: Schnuggebock Impressum Herausgeber: Erlebnis Waldegg, Familie Anita und Chläus Dörig Redaktion, Bilder, Texte: Roland Kink (rk), Teufen Gestaltung, Bildbearbeitung DTP: Kuhn Grafik&Werbung,Teufen Druck: Appenzeller Medienhaus, Herisau

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Feiner Duft im Ziträdli

Es ist angeheizt!

(rk) „Mit der zunehmenden Industrialisierung konnte der Holzofen den Anforderungen nicht mehr genügen.“ So steht’s im Bäcker-Lehrbuch. Aber welchen Anforderungen denn? Jenen nach feinem Brotduft, nach knuspriger und dicker Rinde, nach einem mit

handwerklichem Geschick liebevoll hergestellten Naturprodukt, das immerhin die Grundlage unserer Ernährung darstellt? Gefehlt! Gemeint sind wohl die Bedürfnisse der industriellen Massenproduktion. In den Güsel also mit dem guten, alten Holzofen? –4–

Nochmals: Gefehlt! Und zwar weit. Her mit einem neuen alten Holzofen, rein ins Ziträdli mit ihm! Der letzte Kalender berichtete schon davon, dass der letzte Waldegg-Holzofen kurz nach 1948 abgebrochen wurde. Nun ist er aber im neuen Ziträdli wieder auferstanden.


Der Holzofen ist die eine Ingredienz für das neue nostalgische Ziträdli-Brot. Die zweite ist das Bäckerhandwerk nach alter Väter Sitte. Die dritte das Mehl und die anderen Zutaten. Davon aber später. „Ich musste mich natürlich an den neuen Ofen gewöhnen, herausfinden, wie er genau reagiert. Obwohl ich ja schon jahrelange Erfahrung mit der Holzofenbäckerei habe. Jeder Ofen ist ein bisschen anders, er ist ja kein Industrieprodukt“, meint Ziträdli-Beck Christian Meier. Nach den wichtigsten Unterschieden zu den modernen Dampföfen gefragt, antwortet er: „Die Brotrinde kann sich

nur gut entwickeln, wenn während des Backens zusätzliche Feuchtigkeit zugeführt wird. Bei den heutigen Öfen kann ich einfach einen Knopf drücken und damit einen Dampf-Pfupf auslösen. Beim Holzofen ist das anders. Da muss die Feuchtigkeit vor dem Backen drin sein. Und das geht so: Zum Einfeuern verwende ich nur tänniges Holz. Das brennt schnell und ist relativ feucht. Würde ich etwa Buchenholz nehmen, würde mir durch die lange Brenndauer der Ofenboden zu heiss und schwarz. Da der meine ein „direkter“ Ofen ist, wo das Brot genau dort zu liegen kommt, wo vor ihm die Glut lag, würde

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auch das Brot schwarz. Die Feuchtigkeit, die das Tannenholz beim brennen abgibt, wird in den Schamottsteinen gespeichert. Das Brot kommt in den Ofen, wenn ich merke, dass er 300 Grad heiss ist. Während des Backens gibt das Brot selbst Feuchtigkeit ab, deshalb vermindert sich das Gewicht eines Pfünder-Teiglings von 600 auf die gewünschten 500 Gramm. Die in den Schamottsteinen gespeicherte Feuchtigkeit wird gleichzeitig von diesen wieder abgegeben und trifft auf die Brotrinde. Wäre dies nicht der Fall, müsste ich Gefässe mit Wasser in den Ofen stellen. Durch diesen Feuchtigkeits-


verlauf wird verhindert, dass die Krume zerreisst, und er macht sie zudem dicker als bei den modernen Öfen. Diese müssen nur auf circa 240 Grad aufgeheizt werden. Bei dieser Temperatur werden grosse Mengen von Teiglaiben auf einen Chlapf hineingeschoben. Das Loch des Holzofens bleibt aber beim Beschicken lange offen, da ich die Teiglinge von Hand mit der Backschüssel einschiesse. So verliere ich einen Teil der Hitze. Und wenn die Glut einmal draussen ist, kann auch keine Hitze mehr nachkommen. Der Holzofen hat keinen Schalter dafür, es gibt keinen Computer, der das Ganze überwacht und steuert. Backen in einem alten Holzofen ist Erfahrungs- und Gefühlssache, fast ein bisschen eine Kunst.“ Dass Produkte vom ZiträdliHolzofebeck Appenzeller Ruchbrot, Pfünder bis Fünfpfünder Dinkel Dunkel Waldegg-Bürli Zopf Laugenzopf Laugenbretzel

der so spricht, sein Handwerk versteht und, vor allem, auch liebt, merkt der geneigte Zuhörer bald. Dinkel, Urgetreide, Ur-Dinkel, reiner Dinkel Christian Meier liebt nicht nur sein Bäckerhandwerk, sondern er hat dabei auch ein Lieblingsgetreide und damit ein Lieblingsmehl. Das ist natürlich jetzt auch das Flaggschiff der im Ziträdli verarbeiteten Mehlsorten. Bei „seinem“ alten, reinen Dinkel kommt Christian leicht ins Schwärmen: „Dinkel ist das beste, das gesündeste Korn. Er hat mehr Vitamine als der Weizen. Beim Wachsen macht der Dinkel nicht wie der Weizen auf, er bleibt ein geschlossenes Korn. So kann er keine schädlichen VerschmutzunGebäck Schlorzifladen Birnweggen Biber und Biberli Leckerli Linzerschnitten Trockenstückli Teegebäck Duchess

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gen aufnehmen. Er ist auch höher als der Weizen und so weiter entfernt von Verunreinigungen am Boden, und er lässt sich nicht manipulieren. Dinkel ist als Pflanze so gesund, dass sie niemanden krank machen kann, nein, der Dinkel macht gesund.“ Schon im 12. Jahrhundert schrieb die Benediktinerin Hildegard von Bingen in ihrem Buch über die Heilkräfte verschiedener Pflanzen: „Dinkel ist das beste Getreide, es ist warm, fettig, kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es schafft dem, der es isst, ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht es froh und voll Heiterkeit. Und wie immer zubereitet man ihn isst, sei es als Brot, Nuss- und Mandelgipfel Pariserfladen Zimtfladen Fruchtfladen Pastetli Spezialitäten Ziträdli Waldegg-Herzli


sei es als andere Speisen, er ist immer gut und lieblich und süss.“ Trotz dieser frühen Erkenntnis geriet der Dinkel im Zuge der Mechanisierung in den Dreissiger- und Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts fast völlig in Vergessenheit, denn auf gleicher Fläche kann durch Düngung, die der Dinkel nicht verträgt, viel mehr Weizen produziert werden. Ab 1985 wurde er gar von der eidgenössischen Getreideverwaltung als „nicht weiter zu verfolgendes Korn“ bezeichnet. Doch im Zuge der momentanen Rückbesinnung auf nachhaltige und biologische Landwirtschaft erlebt er in der Schweiz eine gewisse Renaissance. Vielleicht sind ihm inzwischen wieder gegen 4% der schweizerischen Getreideanbaufläche gewidmet. Im Ziträdli nimmt das Urgetreide Dinkel einen zentralen Platz ein. Zudem verwendet der Ziträdli-Beck nur reinen Demeter-Dinkel, der von einem persönlich bekannten, vertrauenswürdigen Bauern im Rheintal stammt. Das Demeter-Siegel steht für den

nach anthroposophischen und mit Liebe und Sorgfalt von Prinzipien betriebenen biolo- Hand hergestellt von einem gisch-dynamischen Anbau, die Bäcker, der voll von seinem „strengste Bio-Stufe“. Zudem Produkt überzeugt ist. Da muss werden die Körner im Dinkel man doch reinbeissen! Zentrum Stein von Hans Ueli Meier, dem Bruder des ZiträdliBecks, in einer so genannten Zentrofanmühle schonend zu Mehl geschliffen und nicht „gemahlen“, was einer Quetschung des Korns gleichkommt. „Dinkel Dunkel“ heisst das nostalgische Qualitätsbrot aus dem Ziträdli, produziert aus dem besten überhaupt erhältlichen (weil Demeter-) Dinkel, schonend zu Mehl verarbeitet, gebacken im traditionellen Holzofen, beheizt mit einheimischen Tännigem Die Zentrofanmühle in Stein AR. –7–

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Dass das alte Dinkel-Getreide zurzeit auf dem Vormarsch ist, zeigt die Tatsache, dass sogar bei den Grossverteilern Produkte mit dem 1996 geschaffenen Label URDinkel in den Regalen liegen. Dieses bedeutet aber nicht, dass die so gezeichneten Pro-

dukte hundertprozentig rein sind und aus Ur- (im Sinne von ältester) Sorte hergestellt wurden. Sie können neben Dinkel auch noch eine Vielzahl anderer Getreide, Nahrungsmittel und Zusätze enthalten. Der darin anteilsmässig verarbeitete Dinkel

stammt allerdings mindestens aus schweizerischer IPProduktion und von alten einheimischen Dinkelsorten. Entgegen landläufiger Meinung ist Dinkel bei Zöliakie nicht geeignet.

Ziträdli-Beck Christian Meier und Chläus Dörig freuen sich über den ersten Schuss Ziträdli-Brote.

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Bijou im Ziträdli

Baujahr 1850, ganz neu! (rk) Der Ziträdli-Holzofen ist ein handwerkliches Meisterstück der Spezialfirma Paul Rutz Holzöfe aus Dietfurt im Toggenburg. Juniorchef Tobias sagt stolz: „Alle unsere Objekte werden von Hand gebaut, antike und moderne, kleine und grosse Holzöfen – alle zum heizen, kochen und backen mit Holz. Wir führen keine Fertigprodukte, sondern bedienen alle unsere Kunden individuell und erstellen ihnen ein ‚zündholzfertiges’ Unikat. Hier im Ziträdli ha-

ben wir machen dürfen, wofür wir weit herum bekannt sind, nämlich einen alten, vorsichtig von uns abgebrochenen Ofen wieder zu neuem Leben zu erwecken. Gleichzeitig haben wir ihm ein modernes Innenleben verpasst.“ Ein Blick auf www.holzoefe.ch beweist es: Aus allen Stilepochen präsentieren sich da eine Unmenge antiker Kachelöfen aus dem In- und nahen Ausland. Besonders ins Auge stechen etwa ein alter Zellenofen

Der Ziträdli-Holzofen noch am alten Ort im toggenburgischen Wigetshof.

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aus dem Kloster Magdenau oder ein etwa 450 Jahre alter Sandsteinofen aus Gonten. Sie alle warten auf das gleiche gütige Schicksal wie der „Brotbackofen aus Sandstein von einer ehemaligen Bäckerei im Weiler Wigetshof zwischen Dietfurt und Oberhelfenschwil“, welcher jetzt im Ziträdli wieder auferstanden ist. Vor fünf Jahren haben Vater und Söhne Rutz den ZiträdliHolzbackofen dokumentiert, abgebrochen und eingelagert. Im vergangenen Sommer wurde der mächtige Ofen auf der Waldegg wieder aufgebaut. Rein äusserlich ist dabei alles beim Alten geblieben, insbesondere die unverputzte Sandsteinaussenhülle. Auch die mechanische Feuertüre und die Armaturen erstrahlen nach der Restauration in neuem Glanz. Das komplette Innenleben hingegen ist neu und entspricht dem heutigen Stand der Technik. Der Holzofen steht an einer Feuerwand und wird wie früher vom Beck von der Backstube aus be-


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holzoefe.ch – 10 –


dient. Zuerst wurden die alten Sandsteinelemente gesetzt, es waren ganze fünf Europaletten voll! Dann wurde von der Seite der noch nicht erstellten Mauer her der eigentliche innere Feuer- und Backraum aufgemauert, dann der Ofen

mit dem Sandsteindeckel und dem aufgesetzten Wärmerohr verschlossen. Für den Innenausbau wurden genau wie früher Schamottematerialien (gebrannte hochfeuerfeste Tonsteine und hochfeuerfester Mörtel) verwendet. Zwischen dem Feuerraum aus Schamotte und der äusseren Ofenhülle aus Sandstein wurde eine Dämmung und eine weitere Ummauerung aus Schamotte

erstellt, wodurch ein Luftkanal entstand. Durch diesen Luftkanal, der in einem Labyrinth um das gesamte Innenleben geführt wird, kann durch einen in der Seitenwand untergebrachten Luft/Wasserwärmetauscher mittels eines Ven-

tilators überschüssige Abwärme abgeführt werden. Diese Abwärme wird nun genutzt, um das Brauchwasser vom Erlebnis Waldegg vorzuwärmen. Der alte Holzofen aus Wigetshof steht wieder als tadellos funktionierendes Original in einer passend zu ihm liebevollst gestalteten nostalgischen Umgebung im Ziträdli. Und bachet s Brot wie scho vor mängs hondert Johr!

Der alte Ofen nun mit neuem Bänkli im Waldegg-Ziträdli.

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Winter: Im Erlebnis Waldegg stehen für die Schneeräumung eigene Kräfte und Mittel zur Verfügung: Grosspapi Chläus mit Enkel Julian am 19. Dezember 2011 in Aktion.

Frühling: Wie wird das Resultat der Arbeit der Zwerg- und Appenzeller Ziegen- und Schnuckenböcke wohl aussehen: Wie viele neue solche Gesichter werden ins Erlebnis Waldegg einziehen?

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Spitzpflug und Spitzbub

Schneefreud’ und Schneeleid

Dieses Winter-Bild der Waldegg ist spätestens anfangs 1928 aufgenommen worden.

(rk) Morgens um Sieben ist nicht nur die Welt an sich noch in Ordnung, sondern auch nach jedem schweren nächtlichen Schneefall die Waldeggstrasse offen, sauber gepfadet. Jeden Wintermorgen. Garantiert. Davon später. Das war früher keineswegs so. Waldeggwirt Chläus Dörig setzt ein Schmunzeln auf und es blitzt

in seinen Augenwinkeln: „Klar, die Gemeinde musste auch früher die Strasse öffnen bis zu unserem Restaurant. Doch in Richtung Santjörgen haben wir selbst gepfadet. Albertli war eines Nachmittags bei mir zu Besuch. Wie so oft war er zum Zeitvertreib von der Scheibe auf die Wald– 13 –

egg gekommen. Mein Vater dachte wohl, wir sollten etwas Nützliches tun, als er rief: „Buben, holt die Kuh und spannt sie vor das Spitzpflüegli und pfadet die Waldstrasse runter bis Kesswil. Dabei hatte es nur ein Schüümli von einem Schnee! Heute würde man wohl sagen, Vater wollte einfach nicht, dass wir nur herum-chillen. Also machten wir uns widerwillig an die Arbeit. Albertli setzte sich als Gewicht auf das Pflüegeli, ich führte die Kuh. Aber wir waren ja nicht dumm. Kaum im Wald, banden wir die Kuh an einen Baum und tollten zum Spass im Schnee herum. Nach einer Weile ging’s wieder hoch auf die Waldegg. Doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt, den Waldeggwirt, den Vater gemacht. Denn wir waren viel zu schnell wieder zurück, Vater merkte sofort, dass wir unmöglich im Kesswil unten waren. Da gab’s aber eine tüchtige Flattere hinter die Ohren. Die waren dann so heiss, dass ich damit allein das Schneeli hätte schmelzen können.“


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Der Winter 1907/08 war in unserer Gegend besonders schneereich. Davon zeugt untenstehendes Bild. Noch am Ostermontag 1908 waren die über 4 Meter hohen Mauern auf der Wissegg-Strasse von Trogen nach Bühler die grosse Sensation für die festlich gekleidete Trogner Bevölkerung.

Spitz-Schneepflug im Winter 1915 beim Sternen, Niederteufen. Das Pflüegli von Albertli und Chläusli war allerdings viel kleiner und zum Ziehen musste eine einzige KS (Kuh-Stärke) reichen.

Auch wenn Albertli und Chläusli an besagtem Nachmittag nur gegen ein Schüümli hätten kämpfen sollen, so meinen die alten Leute doch, es hätte früher viel mehr Schnee gehabt als heute. Dieser Kalender berichtete auch schon über die ehemalige Parade-Skitour Hohe Buche – Pfauen – Waldegg – St. Georgen. Natürlich gab es auch damals strenge und weniger strenge Winter. Die grössten Schneemengen aus der alten Zeit, als Frau Holle noch ein Jümpferli und damit viel rüs-

tiger war, sind im PostkartenArchiv von Werner Holderegger belegt.

Trogen 1923.

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Mehr als eine Kuh-Stärke ist auf dem letzten Bild im Winter 1922/23 auf dem Trogner Landsgemeindeplatz im Einsatz. Nicht weniger als zehn Pferde wurden damals vor diesen hölzernen Spitz-Schneepflug gespannt.

Waldeggstrasse in den Fünfzigern Aber auch noch in den vergangenen Fünfziger- und Sechzigerjahren ging’s bei der Teufner Schneeräumung gemächlicher zu als heute. Chläus Dörig erinnert sich weiter:

Niederteufen 1928.

Aber nicht nur im benachbarten Trogen, sondern auch bei uns in Teufen fiel manchmal so viel Schnee, dass die Fotografen ihre Apparate zückten, wie diese Aufnahme aus dem Winter 1927/28 aus Niederteufen beweist. Wie viel Verspätung hatte wohl an diesem Tag der Zug? Und man frägt sich auch, wie schnell denn die Feuerwehr aus ihrem Haus am rechten Bildrand hätte ausrücken können.

„Wenn die Goofen am Morgen zur Schule mussten, stapften sie durch den hohen Schnee, fast versoffen sind sie jeweils darin. Die Waldegg war schon am Morgen offen, doch Gäste gab’s natürlich keine. Denn gepfadet wurde zu uns doch erst am Nachmittag. Der einarmige Zellweger kam dann mit seinem grossen Lastwagen. Vor ihm hatten die Goofen eine Heidenangst. Der hatte nämlich auf einer – 16 –

Seite eine Prothese mit einem Haken vorne dran. So wie der Kapitän Hook bei den Piraten. Diesen Haken konnte er in ein Loch am Steuerrad einhängen, und dann kurbelte er wie verrückt damit herum. Hin und her schoss er mit seinem riesigen Pfadschlitten. Aber sein Gefährt war noch aus einem anderen Grund nicht ungefährlich. Wenn er dann endlich bei uns oben war, freute sich unser Vater sehr. Der Zellweger und er setzten sich dann gemütlich an einen Tisch und oft wurde dann ein Jässchen geklopft. Vielleicht noch ein zweites. Und dazu gab’s einen halben Liter. Vielleicht auch einen zweiten? Nun, der Zellweger war ja sehr geschickt mit seinem Haken am Steuerrad. Und wenn er dann, meistens war’s schon dunkel, wieder von der Waldegg herunter fuhr, erkannte ihn ja Jeder dank seines gelben Drehlichts schon von weitem. Also so gefährlich war er denn doch auch wieder nicht! Manchmal hatten wir dank der Schneeräum-Mannschaften viel Betrieb in der Gaststube. Es


gab noch keine Schneefräsen. Wenn viel Schnee lag und schon hohe Mauern standen, musste der Schnee dann von Hand hinausgeworfen werden. Und im Frühling kamen dann die Trupps nochmals, um die Eisbrücken wegzupickeln. Für viele einfache Arbeiter war dieser Einsatz im Winter ein sehr

glaube nicht, dass die Länge der Znüni- und Zvieri-Pausen ganz genau definiert war.“ Diese wack‘re SchneeräumMannschaft (Bild unten) kehrt sicher nicht in der Waldegg ein. Denn sie posiert am 11. März 1931 vor dem Gasthaus Sternen in Niederteufen.

Gemeindestrasse, die zu ihm hoch führt, sicher gepfadet. Denn das Bauamt der Gemeinde Teufen ist für den Winterbetrieb bestens gerüstet und vorbereitet. Kurt Keller, Chef des Gemeindebauamts, steht an einem Schneetag früh auf: Um 3 Uhr

Sternen, Niederteufen , 11. März 1931

willkommenes Zubrot, denn zu dieser Jahreszeit gab es oft zu wenig Arbeit. Auch wir hatten Freude daran, denn ich

Waldeggstrasse 2012 Wenn heutzutags das verschneite Erlebnis Waldegg um 9 Uhr seine Türen öffnet, ist die – 17 –

schaut er sich die Situation an und entscheidet bis spätestens um 3 Uhr 30, ob er seine Equipe aufbieten muss. Dann


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W EIN E


Der eindrückliche Park von Kantons-, Gemeinde- und privaten Fahrzeugen und Maschinen, die für den Winterdienst in Teufen bereitstehen.

weckt er seine Mitarbeiter und die beauftragten Privatpersonen persönlich. „Ich möchte jedem guten Tag sagen und seine Stimme am Telefon hören, dann weiss ich, dass jeder aufgestanden ist.“ Eine Viertelstunde danach, spätestens um 4 Uhr, sind alle Fahrzeuge im Einsatz. Jedes Fahrzeug hat eine gewisse Route zugeteilt. Die beauftragten Privaten sind oft nur für ein kurzes Stück zuständig. Doch für keine Route werden mehr als 3 Stunden benötigt. Das heisst also, dass sämtliche Strassen und Trottoirs um 7 Uhr frei sind, teilweise natürlich schon etwas früher. Ist die Räumung vorüber, folgt die Feinarbeit, etwa das Nachputzen bei Fussgän-

gerstreifen, und anschliessend, beginnt das Abführen der angehäuften Schneemassen per Fräse und Lastwagen. Sie werden unter die Hang- und Neubrücke, sowie unter die Umfahrungsstrasse in der Lustmühle gekippt. „Natürlich kenne ich die Situation der eleganten Dame in den Stögelischuh-

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en, die um 6:45 Uhr sich fürchterlich und lauthals über eine verbliebene Schneebrücke entsetzt,“ sagt Kurt Keller, „natürlich beklagt sich oft ein Hausbesitzer, dass wir ausgerechnet bei ihm zuletzt räumen. Doch wir bekommen auch oft anerkennende Worte für unseren Einsatz zu hören. Ab und zu gibt’s sogar ein Dankschön in Form eines Leserbriefs in der Appenzeller Zeitung.“ Verdient haben sie’s, die sechs Bauamtsmitarbeiter, die drei vom Kanton der Gemeinde Teufen Zugeteilten und die zwölf Privaten, die von der Gemeinde beauftragt sind. Auf dem Bild unten haben sich zu den Profis noch einige Teilzeitler gesellt.


Er konnte mehr als Brot Essen: Der berühmte Hexer von Teufen

Peter Eggenberger

Obwohl die drei Männer aus Zürich in Teufen den abfahrbereiten Zug besteigen wollten, blieb ihnen das verwehrt. „Sie haben den Höhener betrogen, und der hat sie verhext“, hiess es dann. Er wohnte ganz in der Nähe der Waldegg, der Bauer Chored Höhener. Und wie man so zu sagen pflegt, konnte er mehr als Brot essen. Er besass erwiesenermassen übersinnliche Kräfte, und mit Stolz erzählte er vom berühmten Arzt Paracelsus, von Theophrastus von Hohenheim, der in Tat und Wahrheit ein Vorfahr von ihm gewesen sei. Pa-

racelsus, der in den 1530er Jahren nahe der Waldegg gehaust und gewirkt haben soll. Item, sei dem wie es wolle, immer wieder verzeichnete Höhener erstaunliche Heilerfolge, und Patienten suchten ihn dann auf, wenn gewöhnliche Gütterlitökter, Klosterfrauen, allergattig Gesundheitsapostel und auch gstudierte Schulmediziner nicht mehr weiter wussten. Immer wieder wurde auch berichtet, dass er bannen konnte. Als Seppli, sein Jüngster, vom Lehrer im seinerzeitigen Schuelhüsli Bueberüti, grundlos schikaniert worden sei, habe ihm der Höhener kurzerhand das Wasser abgestellt. Nachdem sich der Schulmeister aber entschuldigt und den Buben wieder anständig behandelt habe, sei das Urinieren wieder ohne weiteres möglich gewesen. Überliefert ist auch die Geschichte vom Müller in der oberen Lochmüli, der die – 20 –

Bauern beim Kornwägen nach Strich und Faden betrog. Höhener bestrafte ihn mit grausamen Bauchkrämpfen, die aber sofort verschwanden, als es in der Mühle wieder ehrlich zu- und herging. Und die notorische Schwätzbäsi Mansers-Annabaabeli vom Innerrhoder Dörfli Haslen habe nach dem in der Waldegg und anderswo verbreiteten Gerücht „Der katholische Pfarrer ist Vater von drei Goofen mit verschiedenen Müttern“ die Sprache verloren. Das Sprechen sei ihr erst nach der Beichte und dem hochheiligen Versprechen, nie mehr zu lügen, wieder möglich gewesen. Zurück zu den drei Männern aus Zürich, die vergeblich den Vesper-Zug zu besteigen suchten. Immer schriller pfiff der Kondukteur und befahl dem Trio aufgeregt: „Einsteigen ihr Herren, macht endlich vorwärts, die Züge in St. Gallen warten nicht auf die


Gaiserbahn, sofort einsteigen!“ „Wir möchten schon, aber es geht nicht“, meinte einer der drei kleinlaut. „Wart ihr beim Höhener oben?“ erkundigte sich nun der Bähnler. „Ja, das waren wir.“ „Und habt ihr das kleine Kässeli auf dem Tisch beim Ausgang gefüttert?“ „Nein, haben wir nicht“, entgegnete der Grösste. „Er hat ja eigentlich nichts gemacht, hat uns nur kurz zugehört. Und wir wollten doch noch einkehren in der heimeligen Waldegg, und für beides reichte das Geld halt eben nicht.“

leisen Sohlen den dunklen Hausflur betraten und ein paar Münzen ins Kässeli fallen liessen. Fast fluchtartig verliessen sie dann den unheimlichen Ort, um wieder dem Bahnhof zuzustreben. Und tatsächlich, jetzt konnten sie ohne weiteres den Zug besteigen. Den Männern war die Erleichterung anzusehen, und bei ihren künftigen Besuchen der Waldegg schlugen

Bücher und CD’s mit vergnüglichen Appenzeller Kurzgeschichten sowie die beiden Krimis „Mord in der Fremdenlegion“ und „Tod eines Wunderheilers“ von Peter Eggenberger sind in Meiers Chrom-Egge auf der Waldegg erhältlich.

Illustration Ernst Bänziger

Der Kondukteur lachte: „Also, marsch! Zurück zum Höhener, dort etwas ins Kässeli legen, und dann könnt ihr problemlos einsteigen!“ Nochmals ertönte ein scharfer Pfiff, und schon setzte sich das Zögli stadtwärts in Bewegung. Verdriesslich machte sich auch das Mannentrio auf den Weg. Bergwärts, in Richtung Waldegg.

sie einen riesigen Bogen um das Haus des berühmten Hexers von Teufen.

In Höheners Haus blieb alles still, als die drei Herren vorsichtig die Türe öffneten, auf – 21 –


Speise Vorspeisen Bauernsalat

Fr. 9.—

mit Grosis geheimer Salatsauce

Grossvaters Siedwurstbrät auf frischem Holzofenbrot

Fr. 11.50

mit Zwiebelringen und Zischgelis Essiggemüse

Aus dem Schnuggebock-Käsekeller:

Fr. 11.50

Feiner Frischkäse mit Joggelis Randensalat

Hauptspeisen Appenzeller Schmaus

Fr. 38.50

Chäshörnli, Siedwurst, Appenzeller Schnitzel, Pouletbrüstchen, Beinschinken und Apfelmues

Appenzeller Schnitzel mit Chäshörnli und Apfelmues

Fr. 33.50

gefüllt mit Siedwurstbrät und Mostbröckli

Appenzeller Siedwurst

Fr. 28.50

mit Chäshörnli und Apfelmues

Appenzeller Chäshörnli mit gehacktem Rindfleisch

Fr. 27.50

und Apfelmues

Braunes Kalbsvoressen nach Grossmutters Rezept

Fr. 32.50

mit Kartoffelstock und Tagesgemüse

Uelis Schweinsfilet an Senfsauce

Fr. 36.50

mit breiten Nudeln und Tagesgemüse

Heidschnuckenrollbraten aus eigener Zucht

Fr. 37.50

mit Griessschnitte und Tagesgemüse

Bauernpfanne mit Salat

Fr. 30.50

Bratkartoffeln, in Würfel geschnittenes Kalbfleisch, Schweinswürstchen, Schweinefleisch, gebratenes Ei und Gemüse

Siedfleisch (durchzogen), wie der Knecht es gern hat mit Sauerkraut und Salzkartoffeln – 22 –

Fr. 32.50


karte Grosis fleischlose Gerichte Gebratenes Forellenfilet

Fr. 32.—

mit Kürbisbutter, Ofenreis und Tagesgemüse

Vrenelis Kürbispiccata

Fr. 26.50

mit Ofenreis und Morchelsauce

Appenzeller Chäshörnli

Fr. 25.50

mit Apfelmues

Seniorenteller Uelis Schweinsfilet an Senfsauce

Fr. 31.50

Appenzeller Schnitzel

Fr. 28.50

mit Chäshörnli und Apfelmues

mit breiten Nudeln und Tagesgemüse

Desserts Joggelis feine gebrannte Creme

Fr. 7.50

Appenzeller Dörrbirnenfladen

Fr. 6.50

mit Rahm

Frischer Apfelkuchen

Fr. 7.50

Priskas luftiger Schoggischaum

Vrenelis Riesenmeringues Fr. 6.50 mit Rahm

nach Grosis Rezept mit Rahm

Fr. 7.50

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Getränkekarte Flaschenwein im Schnuggebock Stünde im Schnuggebock eine Stüva Grischuna statt einer Appenzeller Stube, befände sich beim Abgang zu Toilette, Keller und Alpkäserei natürlich ein Stägafässli. Neben dem offenen Wein, der im Schnuggebock an den Tisch gebracht wird, birgt sein Keller auch ohne Stägafässli einige Flaschen, für die es sich lohnt, dort hinunter zu steigen. Allerdings stammen diese wie früher aus der europäischen Nachbarschaft und nicht aus Übersee, denn Weine von so weit her zu holen, war in den Jahren, in denen der Schnuggebock „spielt“, nicht üblich. Suchen Sie, verehrter Gast, Ihren Flaschenwein selbst aus dem Kellerregal und stärken Sie sich fürs Treppensteigen mit einem Glas Most vom Fass. Oben angelangt übergeben Sie bitte Ihre Flasche Ihrer Serviertochter oder Ihrem Kellner. Man wird sie gerne für Sie öffnen und Ihnen den feinen Tropfen kredenzen. Prosit! Wohl bekomms!

Offenausschank

2dl

Weisswein Fendant

8.30

20.50

Rotwein BalgacherBlauburgunder

8.30

20.50

3dl

5dl

Appenzeller Mineral Halb - Halb (Fruchtgetränk) Citro Süssmost

3.80 4.— 4.— 4.—

5.40 5.50 5.50 5.50

Saft vom Fass Naturtrüb Quöllfrisch Schnuggebock Bier

4.20 4.20 4.20

5.90 5.90 5.90

Vor em Esse Appenzeller Alpenbitter, Cynar, Campari, Martini weiss Noch em Esse es Abihäberli Appenzeller Malz-Schnaps Dörrbirnen-Schnaps aus dem Eichenfass

2 cl

1l

9.— 9.50 9.50 9.50

4 cl 6.50

5.— 5.50

8.— 9.— 10.—

Fraue-Kafi Manne-Kafi Schnuggebock-Kafi oder Biberflade-Kafi

4.— 5.70 8.50

Ovo / Schokolade Schwarztee, Pfefferminztee, Hagebuttentee, Lindenblütentee, Kamillentee

4.20

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4.—


Auf dieser Seite werden traditionell Mitglieder des Waldegg-Teams vorgestellt. Dies symbolisch als Dank von Anita und Chläus Dörig an alle, die durch ihren Einsatz den Erfolg vom ERLEBNIS WALDEGG erst möglich machen.

Georg Wolf hat vor vier Jahren mit 19 im heimatlichen Kirchheim unter Teck die Lehre als Hotelfachmann abgeschlossen. "Dann zog es mich sofort in die Schweiz. Bis anfangs 2010 kellnerte ich im Restaurant Romana in Savognin, in der Sommersaison dann zum ersten Mal auf der Waldegg." Nach einer weiteren Saison im Oberhalbstein ist er nun wieder fest bei uns. Mit 165 cm Körpergrösse passt er optimal ins Appenzellerland, seinen württembergischen Dialekt kann er allerdings nicht verbergen: "Darum antworte ich auf die Frage nach meiner Herkunft gleich, dass ich ein Schwob sei".

Elisabeth Baurecht sagt vorsorglich zu den Gästen im Schnuggebock, sie sei „die verlorene Enkelin aus Österreich“. Ihr Dialekt verrät sie: Die gelernte Hotel-Gastronomie-Assistentin kommt aus Tressdorf, nahe Villach in Kärnten und wollte einfach einmal in die Schweiz, denn in den englischen Sprachraum getraute sie sich noch nicht. Durch Recherchen im Internet kam sie schliesslich auf die Waldegg, wo es ihr ausgezeichnet gefällt, denn “hier ist immer etwas los, volle Äktschen!“ Auch geniesst sie die nahe Stadt St. Gallen für den Ausgang und das geliebte Shopping. – 25 –

Köbi Tobler ist seit dem Mai letzten Jahres auf der Waldegg. Der geborene Schwellbrunner und gelernte Zimmermann hatte Chläus Dörig an einer Freizeitausstellung der Ausserrhoder Lehrlinge im Schulhaus Reute kennengelernt, wo er fünfzehn Jahre als Abwart tätig war. "Danach bin ich immer wieder auf die Waldegg gegangen, hatte bald oft persönlichen Kontakt mit den Dörigs und schliesslich gab ein Wort das andere": Nun ist er als Allrounder fest angestellt und wirkt im Haus, im Garten und auch in den Ställen, wo er bei Walter Nüesch auch gleich sein bäuerliches Wissen einsetzen kann.


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typischen Appenzeller Holzhaus, abseits der Hauptstrasse. Verbringen Sie bei uns einen geruhsamen Aufenthalt.


Singen mit Käthy Käthy Zieri, unsere Jodlerin und Handörgeli-Virtuosin ist begeistert, wie Sie, liebe Gäste, mitsingen, seit im Kalender einige Liedertexte abgedruckt wurden. Hier zwei weitere, speziell beliebte. Und: zwei, drei …..

s’Guggerzytli Gohn i zum Grosi über’s Land so chunnt mer immer z' Sinn, das Guggerzytli a de Wand wo's hätt im Stübli drin, los Büebli hätt s’Grosmüeti gseit, het zittered mit de Hand, das Guggerzytli hanged scho viel Johr a dere Wand. Guggu….

Am Himmel staht es Sternli z‘nacht Wänns Aabigglöggli isch verklunge versinkt au hindrem Berg gli d‘Sunne, und d‘Wält wird plötzli müüslistille, doch s‘Härz sinnt sine Träume nah. Am Himmel staht es Sternli z‘nacht im grosse Sternemeer. Und wänn is gseh i siner Pracht, dänn wär i gern bi dir! Duliho, ja duliho, wo magsch du wohl si?

Am Morge brüeled d’Kue muh, muh, dä Bäri bällt wau, wau, und denn ganz liis guggu guggu, chunnt's Guggerzytli au, es hätt mer künnt viel Freud und Leid, viel Schtunde schön und bang. Drum heb em sorg dass nid verheit, i läbti nümme lang. Guggu….

Duliho, ja duliho, dänksch du na a mi? Ich dänk a dich min Schatz und plange, dass Zyt isch äntli umegange, ich frag nach dir die tuusig Sternli, ob du mich nüd vergässe tuesch.

Nöd Gold und Silber mues i ha um chönne glücklich z’si, wenn i mis Guggerzytli ha und non es Gläsli Wii, und chunt mis letschti Stündli dra, so hani nu die Bitt, o gemer doch i d'Ewigkeit mis Guggerzytli mit. Guggu... – 27 –

Am Himmel staht es Sternli z‘nacht im grosse Sternemeer. Und wänn is gseh i siner Pracht, dänn wär i gern bi dir! Duliho, ja duliho, wo magsch du wohl si? Duliho, ja duliho, dänksch du na a mi?


Waldeggschreiber Roland Kink in eigener Sache im

MODELLBAHN HIMML Vielen Gästen ist bekannt, dass ich nicht nur ein grosser Fan der Waldegg, sondern auch der Modelleisenbahnen bin. Meine erste Lok hatte mein Vater gekauft, als ich minus vier Monate alt war. Seither lassen mich die kleinen Züge nicht mehr los. Manche Teufner erinnern sich wohl an meine Modellbahnausstellungen im Lindensaal. Am 17./18 November 2012 wird endlich die nächste stattfinden, diesmal im Zeughaus. Denn ich habe beschlossen, die Modelleisenbahn vom Hobby zu meinem neuen (Teil-) Beruf zu „befördern“. In Zukunft stehe ich gerne für Komplettberatungen im Modelleisenbahnsektor zur Verfügung. Zudem habe ich von HR-Modellbau Rorschach die Produktion von Tunnelportalen, Stützmauern, Brücken ganz genau nach bestehenden Vorbildern übernommen. Dazu kommen, ebenfalls genau nach bestehenden Prototypen, Gebäudebausätze aus Holz, präzis hergestellt in der aktuell führenden Laser-Schneidetechnik, vom kleinen Wärterhäuschen bis zum repräsentativen Empfangsgebäude. Eine weitere Spezialität gegenüber dem Modellbahnladen um die Ecke (nicht Tante Emmas!) ist mein Angebot, Ihnen nach Ihren Ideen ganze Modellbahnanlagen oder Dioramen zu bauen. In „Loki“, der führenden Schweizer Modellbahnzeitschrift, wird gerade eine Serie aus meiner Feder über den Anlagenbau publiziert.

Bitte beachten Sie die Vitrine bei der Kellertreppe des Höhenrestaurants im Erlebnis Waldegg mit Ausschnitten aus meiner Produktion und Modellbautätigkeit. Ein weiteres Schaufenster befindet sich im Hotel Adler in Appenzell. Isebähnle isch glatt! Vor allem, wenn es von Anfang an richtig agattiget wird. Ich berate und unterstütze sie gerne beim schönsten Hobby seit George Stephenson! Roland Kink MODELLBAHN HIMML Ebni 9b, 9053 Teufen 079 428 28 88 www.modellbahn-himml.ch roland.kink@bluewin.ch

Auf einer H0m-Anlage aus dem MODELLBAHN HIMML

– 28 –


Zu Gast bei ehemaligen Waldegg-Lehrlingen

Weltenbummler im Appenzell, Appenzell (rk) „Das Appenzell“. Was für eine Unsitte, das Appenzellerland oder einen der beiden Halbkantone so zu nennen! Keine Angst, der Waldeggschreiber verfällt ihr nicht. In einem Fall ist „das“ aber korrekt, meint er; dann, wenn das Hotel Appenzell in Appenzell gemeint ist. Das tönt auch nach grosser weiter Welt, so wie etwa New York, New York (City/State). Und dieser Duft passt zu Stephan Sutter, dem ehemaligen Waldegg-Stift, dem „Junior“ vom Appenzell.

„Nach der Schule im Dorf Appenzell habe ich als Koch und im Service in diversen Häusern geschnuppert. Bald war mir klar, dass ich am liebsten

auf der Waldegg die Lehre machen würde. Und ich bekam die Stelle auch! Meinen Eltern waren die Wirtsleute Dörig damals schon ein Begriff. Ab dem Sommer 2000 war ich dann bei ihnen und schloss im Sommer 2002 die Servicelehre ab. Dann aber wollte ich in die Fremde!“ Als erstes kam die englische Sprache dran. Vier Monate in Brighton legten das Fundament. Anschliessend arbeitete Stephan fast zwei Jahre im Hof Weissbad, gefolgt von einer Sommersaison im Davoser Steigenberger Hotel Belvédère, dem ersten Haus am Platz; ein paar Monate wieder im Hof Weissbad und dann einer Sommersaison im elterlichen Hotel Appenzell am Landsgemeindeplatz. In vier Monaten in Bordeaux lernte er die französische Sprache und natürlich auch den dortigen Wein kennen. Dann ging’s zurück für die zweite Sommersaison bei den Eltern. Nach drei Monaten in London, drei Wochen als Botschafter für den Appen– 29 –

zeller Käse in Paris kam der erste Sprung über das grosse Wasser. 14 Monate im Restaurant Beaujolais in Banff, Alberta machten aus Stephan einen halben Kanadier. Etwas heimeliger mutete dann wieder die kurze Rückkehr ins Hof Weissbad an. Doch dann wieder ein grosser Sprung: Gerne denkt er an die Zeit als Chef de Service in „Vangionis Trattoria and Bar“ im neuseeländischen Akaroa zurück. Dort kam ihm sein Verständnis für die französische und englische Kultur zugute, denn Akaroa wurde inmitten der englischen Kolonie von französischen Einwanderern besiedelt. Der kleine Ort ist berühmt für die Hector-Delphine, die nur in seiner Bucht vorkommen sollen. Namensgeber Mr. Vangioni, hatte sich speziell für die Errichtung eines Schutzgebietes für diese Meeressäuger eingesetzt. Nach einer Sommersaison bei den Hectors reiste Stephan anschliessend einen Monat durch Neuseeland, dann einen Monat durch Australien, drei Monate


durch Thailand und einen Monat durch Laos. Stephans Odyssee ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass junge Leute im Gastgewerbe einmalige Gelegenheiten haben, die Welt kennenzulernen. Ein bisschen Mut gehört schon dazu, so wie bei ihm. Doch seit Anfang des Jahres 2009 ist Globetrotter Stephan nun wieder in Appenzell im Appenzell, angestellt von seinen Eltern als Betriebsassistent. Die grosse weite Welt hat er wieder gegen die kleine, heile seiner Heimat eingetauscht. Fernweh? „Ja, manchmal schon. Am besten hat’s mir in Kanada gefallen. So gut, dass ich mir schon einige Male überlegt habe, ob ich

Stephan als Stift im Höhenrestaurant.

nicht dorthin auswandern soll, ins leere, weite Land. Aber nun habe ich hier wieder festen Boden unter den Füssen.“ Wohlan! Denn das 1983 erbaute elterliche Hotel Appenzell mit Café-Conditorei / Restaurant bietet dem initiativen ehemaligen Waldegg-Stift über aus verlockende Zukunftsaussichten. Die werden wohl seine Weltenbummler-Gene übertrumpfen. „Das Appenzell“ bietet dem Gast zu jeder Tageszeit das Richtige: Frühstück und Kaffee am Vormittag, Lunch im Café-Restaurant am Mittag, Tee und Kuchen in der Café-Conditorei am Nachmittag und ein feines Essen am Abend in der Dr. HildebrandStube. Dieses Bijoux appenzellisch-bürgerlicher Innenarchitektur wurde aus dem alten Arzthaus hinüber gerettet, das vor „dem Appenzell“ am Landsgemeindeplatz – 30 –

stand. Zudem lockt das Café und eben die wunderschöne Stube auch die Hotelgäste zu Speis und Trank unter dem Dach ihres Gasthauses. Und wer durch den Haupteingang tritt, „muss“ an der Auslage der Conditorei vorbei, und das erweckt natürlich bei Jedermann schon eine süsse Lust. Vater Leo und Mutter Margrit prägen ihren Betrieb zwar noch täglich persönlich. Doch in einigen Jahren möchten sie ins zweite Glied zurücktreten und der jungen Generation eine Chance geben. „Ja“, sagt Stephan, „es ist absehbar, dass ich diese Chance packen werde!“


Generationenwechsel

Franz und Niki ziehen den Karren Ochsen gewordene Falk hatte nach kurzer Zeit im schön gezeichneten Fritz einen Kollegen erhalten. Die beiden gediehen prächtig und wurden vom Waldegg-Bauern Walter Nüesch zu Zugtieren ausgebildet. Im Juli 2004 fand die erste offizielle Waldegg-Ochsenfahrt mit Gästen statt. Falk und Fritz standen fortan oft im Einsatz.

Falk im März 2001

(rk) Zusammen mit dem Schnuggebock hielt auch der erste Ochse Einzug ins Erlebnis Waldegg. Stierenchälbli Falk war nämlich ein Geschenk von Freunden an das Wirte-Ehepaar Dörig zur Eröffnung des ersten Teils ihrer Erlebnis-Gastronomie. Zusammen mit dem Schnuggebock als Begriff für Omas nostalgisches Appenzeller Bauernhaus wurden die Ochsen bald zu den besten Botschaftern der Waldegg bis weit über die Appenzeller Landesgrenzen hinaus. Der zum

Fritz und Falk beim Training unter Walter Nüesch im Winter 2003/04.

Die beiden mächtigen und starken Kerle waren in kürzester Zeit auf den Weiden rund um das Erlebnis Waldegg und zur Adventszeit im Weihnachts-Stall bei Jung und Alt äusserst beliebt. Sie traten nicht nur an der OLMA und OFFA in der benachbarten Stadt auf, sonder schweizweit bei landwirtschaftlichen und historischen Veranstaltungen. Überall und bis vor kurzem waren sie Stars und Publikumslieblinge. Genau wie der Schnuggebock waren sie zum Markenzeichen für Dörigs Erlebnis Waldegg geworden, zu Sympathieträgern und Botschaftern eben.

Erste offizielle Waldegg-Ochsenfahrt am 14. Juli 2004.

– 31 –


Ende November 2007 gesellte sich mit Franz noch ein drittes Gspänli zu Fritz und Falk. Einer der beiden hätte ja einmal nicht einsetzbar sein können, und da war es ein weiser Entschluss, einen dritten Zugochsen in Reserve zu haben.

Franz kurz nach seiner Ankunft auf der Waldegg Ende Dezember 2007.

Doch schneller und dramatischer als geahnt kam es zu einem grossen Ochsen-Unheil. Innert kurzer Zeit sind Falk und Fritz verstorben. Falk erlitt anfangs August des vergangenen Jahres einen Rückenbruch und musste eingeschläfert werden, und Fritz musste dann Ende November von seinen sichtbaren grossen Arthrose-Leiden erlöst werden. Das ist die schlechte Nachricht aus dem Waldegg-Ochsenstall.

Die gute Neuigkeit hingegen lautet, dass es unverhofft und schnell gelungen ist, unser Zweier-Ochsenteam wieder zu komplettieren. Und dann erst noch mit einem fast ausgebildeten Zugtier! Ende November trottete aus dem schwyzerischen Goldau Niki auf die Waldegg, ein bereits sechsjähriger Originalbrauner. Walter Nüesch, Nikis neuer Meister, hat sich bereits mit ihm angefreundet, denn „er ist ein gutmütiger Kerl, fast ein wenig ein Tschooli. Und er sieht auch gut aus, ein kräftiges Tier. Ein richtiger Munigrind, ist man versucht zu sagen. Aber eben,

da fehlt etwas zum Muni. Aber ein Ochsengrind kann auch gut ausschauen. Niki wird die Herzen unserer Gäste sicher auch wieder erobern. Mit Franz und Niki wird es uns bestimmt gelingen, sobald der Frühling bei uns Einzug hält, unsere beliebten Ochsenfahrten wieder anbieten zu können.“

Franz (vorn) und Niki besitzen wunderschön geschwungene Hörner.

„Gestatten: Niki, Originalbrauner, neuer Waldegg-Ochs

– 32 –


Willkommen im Höhenrestaurant. Erleben Sie eine ganz besondere Atmosphäre. Liebe Gäste Seit 1948 wirtet die Familie Dörig auf der Waldegg. Erstaunlich nur, dass der heutige Wirt, Chläus Dörig, dies erst in zweiter Generation tut. Einewäg: Eine lange Zeit, mehr als 60 Jahre. Man kann sie bereits in Jahrhunderten messen: Mehr als ein halbes! Ich erinnere mich nicht an meinen ersten Besuch auf der Waldegg, auch das ist (zu) lange her. Ich sehe aber noch die Samstagnachmittage vor mir, die ich als St. Galler Kantonsschüler in den späten Sechzigern zusammen mit meinen Schulgspänli jassend im Gartenrestaurant verbracht habe. Oft ging damals mit dem letzten Schluck Saft auch das Sackgeld zur Neige. Wir sassen auf den rauen Holzbänken, deren Pfosten direkt in die Wiese eingeschlagen waren, und klopften die Trümpfe auf den Tisch. Wenn wir ganz gut bei Kasse

waren, reichte es vor dem Heimweg für eine stärkende Bratwurst mit Rösti. Beim Abmarsch Richtung Santjörgen haben wir uns jeweils artig von Wirtin Rosa Dörig verabschiedet. Dabei hat einmal einer von uns – es war an einem gutbetuchten Tag, es reichte für mehrere Säfte – vor lauten Artigkeit sogar das Bein gebrochen. Dort, wo noch heute die Strasse zum Bädli beginnt. Die Beiz oben am Eggen Höhenweg war schon damals etwas ganz Besonderes, irgendwie einfach toll. Die Wirtsleute, die gemütliche Stube, die wunderbare Aussicht, der Garten, die vielen Bekannten, die man oft antraf, Freunde, die es nur geworden waren, weil sie auch auf der Waldegg verkehrten. Die Kantonsgrenze, unterstrichen vom Dialekt der Familie Dörig, verlieh der Waldegg für uns Städter sogar einen leicht exotischen Anstrich. – 33 –

Inzwischen, es sind seither immerhin mehr als vierzig Jahre vergangen, gehe ich nicht einfach mehr "auf die Waldegg". So einfach ist das nicht mehr. Vieles hat sich geändert. Aber eines ist geblieben: Das Waldegg-Gefühl, das WaldeggChribbelen. Es gibt hier oben nicht mehr einfach eine Landbeiz mit Gartenwirtschaft, sondern eine Vorzeige-Erlebnis-Gastronomie, mit entsprechendem Namen, Erlebnis Waldegg halt, mit Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli, Tintelompe und – eben und gottlob – dem "Höhenrestaurant". So nennt sich nun der Teil von Dörigs Erlebniswelt, der früher "die Waldegg" war. Für mich ist es halt immer noch ein bisschen die alte Waldegg. Da ist immer noch das Chribbelen drin. Trotz dem neumodischen NostalgieSchnuggebock, dem heimeligen Lädeli von Tante Emma und dem umwerfend lustigen alten Schulzimmer namens Tintelompe.


Natürlich schaut das Höhenrestaurant nicht mehr gleich drein wie vor vier Jahrzehnten die alte Waldegg. Aber es dient immer noch dem gleichen Zweck, funktioniert noch (fast) wie damals. Die Gartenwirtschaft ist viel grösser, viel schöner, gepflegter geworden, der Boden ist gepflästert. Statt einer Gireizi gibt’s nun einen tollen Kinderspielplatz und sogar einen leibhaftigen Streichelzoo. Alles top, alles auf dem neusten Stand. Aber die umwerfende Aussicht ist geblieben, der Säntis steht noch am alten Ort, die mächtigen Eschen werfen noch immer ihren Schatten auf die fröhlichen Zecher. Noch immer gilt, dass es kaum Schöneres gibt, als auf der Waldegg, äh, im Garten des Höhenrestaurants zu höcklen und dem Herrgott bei einem Glas Saft den Tag zu stehlen! Auch drinnen ist vieles neu. Aber auch hier weht noch der alte Geist. Es waldegglet immer noch ghörig. Und das ist gut so. Wenn ich nach längerem Auslandsaufenthalt in Kloten lande, dann zieht’s

mich automatisch nach Teufen ins Höhenrestaurant. Erst wenn ich dann hier sitze und eine Bratwurst mit Rösti vor mir habe, bin ich wieder richtig zu Hause. Die könnte ich auch drunten in der Stadt haben, aber nein, es muss auf der Waldegg, äh, im Höhenrestaurant sein. Wenn ich vom Schnuggebock her ins Restaurant trete, streift mein Blick dann oft eine festlich gedeckte Tafel im Saal. Wird heute geheiratet, oder wird ein Geburtstag gefeiert oder ein Diplom? Ich erinnere mich spontan an die vielen frohen Stunden, die schönen Familienfeste. Ganz früher war es sogar in unserer Clique Tradition, den Silvester hier zu zelebrieren. Der runde Geburtstag von Oma Gret kommt mir in den Sinn. Oder die exquisiten Nachtessen im kleinen Familienkreis am runden Tisch. Mir läuft das Wasser im Nachhinein noch im Mund zusammen. Der Ort hier, die Waldegg, das Höhenrestaurant ist einfach nur mit guten Erinnerungen verbunden. Hoffentlich geht es vielen anderen – 34 –

Leuten auch so wie mir: Habe ich Grund zum feiern, Grund zur Freude, dann kommt mir automatisch die Waldegg in den Sinn. Es ist ganz toll, was Chläus Dörig und seine Frau Anita aus der alten Waldegg gemacht haben, nein, es ist umwerfend. Damit man die vier Betriebe, Restaurant, Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli und Tintelompe, auseinander halten kann, heisst jetzt der Kern des Ganzen halt "Höhenrestaurant". Aber, ehrlich gesagt, es ist halt immer noch das Original, der Ort, wo alles angefangen hat, immer noch mein Lieblingsplatz im Erlebnis Waldegg. Ich bringe das originale Waldegg-Chribbelen einfach nicht weg! Roland Kink, momentan Waldeggschreiber, und –Fan seit 1965


Willkommen im Tintelompe. Fühlen Sie sich wieder einmal als Luusmeiteli oder Luusbueb. Liebe Gäste Da sitzen Sie nun in einer alten Schulbank. Eine mit dem grossen Deckel zum Auflupfen. Das Tintegütterli ist noch geschlossen, Schiefertafel und Griffelschachtel liegen bereit. Die kleine Welt des Appenzellerlands lugt zum Fenster herein, die grosse mit Amerika in der Mitte schaut von der aufgerollten Karte neben dem Lehrerpodest auf Dich hinunter. Ja, nun wirst Du nicht mehr per "Sie" angesprochen. Jetzt bist Du wieder in der vierten Klasse, wie alle Deine Gspänli rund um Dich herum im Tintelompe. So heisst Dein nostalgisches Schulzimmer. Den Töni hast Du ja draussen aufgehängt und das Heft mit den exakt gemachten Ufzgi vor Dir ausgebreitet. Wer ist ächt heute der Lehrer? Fräulein Heierli soll ja ins Welschland gezügelt sein! Eine gestrenge Person kommt bestimmt! Entweder Herr Lehrer Max Bünzli, Herr Leh-

rer Schorsch Hösli oder Herr Lehrer August Solenthaler. Was hat das Schulsekretariat ächt wieder gemänätscht? Hoffentlich nicht der Bünzli, das ist nämlich nicht nur der dickste, sondern auch der strengste! Aber dem spiele ich dann schon einen Streich. Der merkt fast nie, wenn einer ein speuznasses Fliessblatt-Chügeli an die Decke spickt! Schön wäre es, wenn einmal eines nach dem trocknen ihm gerade in den Hemperkragen fallen würde! Aber nu, heute haben wir ja wieder das ganze Programm. Schönschreiben, Heimatkunde, Rechnen, Singen. Und am Schluss soll sogar noch ein Photograph kommen! Das wussten ja alle. Aber schau Dir mal das Anneli im vordersten Bank an, die eingebildete Trucke: So schön hatte sie ihre Zöpfe noch nie geflochten! Wenn die meint, sie imponiere mir, dann, gixgäbeli, hat sie sich aber schampar getäuscht, die blöde Kuh! Au, bin auch ich blöd, jetzt habe ich wieder – 35 –

zuviel Dialektwörter gebraucht. Isch doch glich! Heute müssen wir ja keinen Aufsatz schreiben. Und sowieso, wenn der Bünzli verrückt wird, schnorrt er uns amigs auch auf Schwizertütsch an! Wenn Sie, liebe Gäste, (wieder in der Höflichkeitsform) auch nochmals in die vierte Klasse gehen und viel Gescheites lernen wollen, dann ist der Tintelompe genau das Richtige. Alle, die es bisher gewagt haben, sprachen am Schluss von der wohl vergnüglichsten Schulstunde ihres Lebens. Und, übrigens, der Tintelompe steht ja im Erlebnis Waldegg. Deshalb gibt es in der Pause mehr als nur ein Püürli. Das wäre dann noch: Unter diesem Dach fast verhungern! Das Schulessen ist mehr als antigruusig! Eines müssen Sie allerdings vor dem TintelompeBesuch tun: Ihre Gruppe von 15 bis 30 Personen zeitig beim Schulsekretariat anmelden. (rk)


Sonntag

1 Neujahr

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

2 3 4 5 6 7 8

52. Woche

1. Woche

-Lauf

Jänner

I.

Beschneidung Christi

Aufg.

 11.38

Luk. 2

Berchtold i23h  12.01 Genoveva  12.28 Titus  12.58 Simeon i12h  13.36 Heil. 3 KĂśnige  14.20 Isidor i22h  15.13 1. S. n. Epiph.  16.14

Jesus lehrt im Tempel

Luk. 2

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Untrg.

0.31 7.15

Anfangs

8.30

erdfern 

kalte, aber

erdnah

, 

helle Tage.

8.31 8.32 8.33 8.34 8.36 8.37 8.38

Sonnenaufgang 8.11 Untergang 16.41

1.34 2.37 3.39 4.40 5.37 6.30 7.17



Sonnenaufgang 8.10 Untergang 16.48

Montag 9 Julian  17.21 7.57 8.30 i06h Dienstag 10 Samson   18.32 8.31  Mittwoch 11 Diethelm  19.45 9.00  Donnerstag 12 Anselm i11h  20.58 9.27  Anbruch des Tages um 6.28 Abschied um 18.34 Freitag 13 Hilarius  22.12 9.52  Samstag 14 Israel, Felix i14h  23.27 10.16   Sonntag 15 2. S. n. Epiph.  –.– 10.42  2. Woche

Die Hochzeit zu Kana

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

16 17 18 19 20 21 22

Marzell   Anton  Priska i20h  Martha

 Sebastian

i24h  Agnes, Meinrad  3. S. n. Epiph. 

0.43 1.59 3.14 4.25 5.28 6.22 7.06

11.11 11.45 12.25 13.15 14.14 15.20 16.32

10.08, 

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

23 24 25 26 27 28 29

Emerentia  7.41 Timothe

 8.10 Pauli Bekehr. i10h  8.36 Polykarp  8.58 Chrysostomus i19h  9.20 Karl  9.42 4. S. n. Epiph.  10.04

17.44 18.55 20.04 21.10 22.15 23.19 –.–

8.39

Montag Dienstag

30 Adelgunda 31 Virgil

3. Woche

4. Woche

Joh. 2 i18h

Vom Aussätzigen

Schifflein Christi

Matth. 8

TagesLänge

8.40 8.41 Zuweilen 8.43 Nebel. 8.45 Alter Sylvester 13. Dann 8.47 8.48 zeigen 8.50

Sonnenaufgang 8.06 Untergang 16.56

i04h

Matth. 8

i07h  10.29  10.58

erdnah    in ,   

sich Tage mit Schneefall.

Sonnenaufgang 8.01 Untergang 17.07

 

Vorherrschend

wird rĂźckl.,  

trĂźbes, kaltes



Sonnenaufgang 7.54 Untergang 17.18

0.22 erdfern,  1.25 5.10

Wetter.

Lostage im Januar: 1. (Neujahr); 6. (Heil. 3 KĂśnige); 13. (Hilarius); 17. (Anton); 20. (Sebastian); 25. (Pauli Bekehrung). Sonne in  am 20. um 17.10 Uhr.

– 36 –

8.52 8.55 8.57 8.59 9.01 9.03 9.06 9.08 9.11 9.13 9.16 9.18 9.21 9.24 9.27 9.29


Willkommen im Schnuggebock! Erleben Sie eine ganz besondere Zeitreise Liebe Gäste Wenn Sie durch das Tennstor des Schnuggebock getreten sind, haben Sie eine Zeitreise hinter sich. Willkommen in der Gemütlichkeit des guten alten Damals! Sie lassen die Hektik des heutigen Alltags hinter sich zurück und befinden sich nun plötzlich im heimeligen Bauernhaus der Familie Dörig in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Alles ist herausgeputzt, die vielen Dinge des täglichen Gebrauchs sind auf der Vorbrugg fein säuberlich geordnet. Sie haben’s gut getroffen: Heute ist bei Dörigs ein Festtag, fast hundert Gäste werden erwartet! Normalerweise deckt Mutter Dörig für die Familie nur in der guten Stube auf, aber heute! Weil ein Bruder von Vater Sepp nach mehr als 20 Jahren in Amerika (er war ein gefragter Melker in News Glarus im Staat Wisconsin) in

die Heimat zurück gekommen ist, wurden zu seiner Begrüssung auch die entferntesten Verwandten eingeladen. Da reicht die Stube natürlich nirgends hin. Alle anderen Räume wurden ebenfalls festlich hergerichtet, sogar im speziell gefegten Stall sind einige Tische aufgestellt und festlich gedeckt. Auch in der Küche, oben im Schloff und in den Kammern der Magd und des Knechts laden die Gedecke zum Zue-Hocken ein. Nun sind aber die Tische ausgegangen. Darum ist der Vater mit der ganzen Familie rasch hinüber zu Kollers Bisch. Der Nachbar hat sicher noch einige Tische oder Bretter und Böckli für Dörigs Fest vorig. Gleich werden alle schwer beladen zurückkommen! Inzwischen, liebe Gäste, sehen Sie sich doch einmal im Schnuggebock um. Schauen Sie, wie Dörigs ihr Haus einfach aber dennoch festlich vorbereitet haben. Streunen – 37 –

Sie kurz von der Vorbrogg durch Stall und Stube zur Küche, schlüpfen Sie rasch hoch in den Schloff, güxlen Sie in die beiden Firstkammern. Und dann schreiten Sie die knarrende Treppe wieder hinunter und sehen Sie sich im Keller das Läubli und den Ausgang in den Wald, den Vorratskeller und natürlich auch die Alpkäserei an. Vielleicht verschwatzen Dörigs drüben bei Kollers noch eine Weile, und sie haben sicher nichts gegen ihren Rundgang durch den Schnuggebock. Dörigs erwarten schliesslich so viele Gäste wie noch nie zuvor. Da mag’s doch auch noch Sie leiden! Treten Sie ein und schauen Sie sich um! Fast sicher gefällt es Ihnen so sehr, dass Sie klammheimlich an einem der Tischchen Platz nehmen und hoffen, dass Sie unter den vielen Gästen unerkannt bleiben. Dann bekommen Sie doch auch einen Teller voller Köstlichkeiten aus Mutter Dörigs Küche ab!


II. Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag 5. Woche

1 2 3 4 5

Hornung Brigitta  Lichtmess Blasius Veronika  Septuagesima

Arbeiter im Weinberg

Montag 6 Dorothea Dienstag 7 Richard Mittwoch 8 Salomon Donnerstag 9 Apollonia Freitag 10 Scholastika Samstag 11 Euphrosina Sonntag 12 Sexagesima 6. Woche

-Lauf Aufg.

 11.32  12.13  13.02 i07h  13.59  15.03

2.26 3.24 4.19 5.08 5.51

  16.12  17.26 i19h  18.41  19.57 i21h  21.14  22.31 i23h  23.48

6.28 7.00 7.29 7.55 8.21 8.47 9.15

i20h

Matth. 20 i14h

Gleichnis vom Samen

Luk. 8

Montag 13 Jonas  Anbruch des Tages um 5.58 Dienstag 14 Valentin  Mittwoch 15 Faustin i02h  Donnerstag 16 Juliana

 i06h Freitag 17 Arthur

 Samstag 18 Kaspar  Sonntag 19 Fastn.-Sonntag i11h  7. Woche

Blinder am Wege

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

20 21 22 23 24 25 26

Montag Dienstag Mittwoch

27 Nestor 28 Frida, Sara 29 Fronfasten

8. Woche

   

  erdnah

Tage

9.47 9.50 9.53 9.56 9.59 10.02 10.05

mit Schneefall. Es zeigt sich sonniges

Sonnenaufgang 7.34 Untergang 17.39

9.48  Abschied um 19.14 1.04 10.26  18.04 2.16 11.13  3.21 12.07  4.16 13.10  5.02 14.18  5.40 15.28  in 

Luk. 18

9.32 9.35 9.38 9.41 9.44

 22.54 wird rßckläufig 

TagesLänge

Auf veränderliche Witterung folgen

Sonnenaufgang 7.44 Untergang 17.28

–.–

 10.09 Alter Hornung 14.  10.12  10.15 Wetter; 10.18 nachher 10.22 10.25 folgt 10.28

Sonnenaufgang 7.22 Untergang 17.50

Euchar

 Fastn.-Dienstag i19h  Aschermittwoch  Josua  i04h Schalttag  Matthias  Invocavit i16h 

Versuchung Christi

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Untrg.

6.11 6.38 7.02 7.24 7.46 8.08 8.32

Matth. 4

 9.00  9.32 i04h  10.09

Lostage im Februar: 2. (Lichtmess); 25. (Matthias). Sonne in  am 19. um 7.18 Uhr.

– 38 –

16.38  17.47 23.35 18.54  20.00  21.04  22.08   23.11

10.31 10.35 10.38 trĂźbes, 10.41 10.45 nasses 10.48 10.51

Sonnenaufgang 7.10 Untergang 18.01

–.– erdfern,   0.12  1.11 

Wetter. 10.55

10.58 11.02


Alles ist echt appenzellisch in Grosi Dörigs altem Bauernhaus. Nur der Name nicht. Dafür ist er speziell, es gibt ihn nur hier. Er wurde extra erfunden, natürlich bei einem Römer vergorenen Rebensaft. Namenspaten waren die Heidschnucken, die behörnten Schafe der Lüneburger Heide, die rund um die Waldegg friedlich grasen. Mögen Sie’s auch friedlich haben, wenn Sie die Zeitreise in den Schnuggebock hinter sich haben! Viel Vergnügen in der Gemütlichkeit der guten alten Zeit! Schnuggebock-Rundgang Wir haben streng darauf geachtet, dass wir Ihnen, liebe Gäste, ein wirklich nostalgisches Erlebnis bieten können, bei dem jedes auch noch so kleine Detail stimmt. Durch die Bedürfnisse von Küche und Service (und infolge der modernen Bauvorschriften) sind die Räume unseres Bauernhauses jedoch etwas anders angeordnet als gewohnt. Durch die Wiederverwendung des Holzes von fünf abgebro-

chenen Appenzeller Häusern konnte jedoch eine absolut authentische Atmosphäre geschaffen werden. Überzeugen Sie sich doch bitte selbst davon und, wie gesagt, schauen Sie, wie die Familie von Rösli und Sepp ihr Haus auf das ganz grosse Familienfest vorbereitet haben. Vorbrogg, Brögi, Tenn und Tierlistall Durch das Tennstor des Schnuggebocks treten Sie auf die Vorbrogg, hinter der sich der Stall befindet. Im Appenzellischen bezeichnet man als Brogg den Ort, auf dem die Kühe an der Futterkrippe stehen. Daher also der Name Vor-Brogg. Hier bewahrt der Bauer all’ die Dinge des täglichen Bedarfs auf. Über Ihren Köpfen befindet sich die Brögi, eine Art Ablage für Strohballen, Zaunpfähle und andere Stecken (Brögel). Links vorne ist das Tenn angedeutet, darüber türmt sich der Heustock. Hier sehen Sie, wie auch in anderen Winkeln des Schnuggebock Bèèchüe her– 39 –

umstehen. Das sind aus Jungtannen-Stämmen geschnitzte einfache Spielzeug-Kühe mit langen Bèè, (Beinen). Im Appenzeller Bauernhaus ist das Tenn kleiner als in anderen Gegenden. Es wird hier nur als Futtergang zwischen den Gross- und Kleinviehställen genutzt und nicht auch als Dreschbühne wie in Gebieten mit Ackerbau. Eine besondere Attraktion ist der moderne Tierlistall. Der sieht natürlich anders aus als in einem alten Bauernhaus, denn er muss den strengen Hygiene-Vorschriften eines Restaurants genügen. Er ist nur von aussen zugänglich und gegen den Gästebereich hin hermetisch versiegelt. Hoffentlich auch zu Ihrer Freude tummelt sich darin eine Fäärlisau mit ihren kleinen Säuli. Der eigentliche Stall, dort wo jetzt Sie genüsslich an den Tischen auf der Brogg sitzen, ist, wie das ganze Innere des Schnuggebock, sorgfältig nach alter Tradition gebaut. Für den gestrickten Stallstock


Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

-Lauf

März

III. 1 2 3 4

Aufg.

 10.53 i16h  11.46  12.45  13.51

2.07 2.22,  2.57  3.43  4.22

Eusebius Fridolin Perpetua Philemon Franziska Alexander Oculi

  15.02  16.16 i04h  17.32  18.50 i06h  20.09  21.29 i06h   22.49

4.56 5.26 5.54 6.21 6.48 7.16 7.49

Kanaanäisches Weiblein

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

5 6 7 8 9 10 11

Der Stumme redet

19 20 Mittwoch 21 Donnerstag 22 Freitag 23 Samstag 24 Sonntag 25

Luk. 11

Es 11.05

 11.08

zeigen 11.12 sich 11.15

Sonnenaufgang 6.57 Untergang 18.12

a. Abend, erdn. schĂśne   FrĂźhlingstage. 10.40  Dann  erdnah folgt  ziem-

Sonnenaufgang 6.43 Untergang 18.22

11.19 11.22 11.26 11.29 11.33 11.36 11.39



i11h   i17h 





i01h   i11h   i23h   

4.41 5.06 5.28 5.50 6.12 6.36 8.03

15.36 16.43 17.48 18.52 19.56 20.59 23.01

Desideri  8.33 Ruprecht i13h  9.08 Priskus  9.49 Eustach  10.38 Quirin i01h  11.33 Nelly, Balbina  12.35

–.– 0.01 0.57 1.49 2.36 3.16

Joseph Emanuel Benedikt Basil Otto, Fidel Hermo Judica

12. Woche

Steinigung Christi

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag

26 27 28 29 30 31

Freitag Samstag

i00h

 –.– i08h  0.04

Jesus speist 5000 Mann

Montag Dienstag

Matth. 15

TagesLänge

8.26  lich 11.43 9.11  rauhe 11.46 Abschied um 19.55 Alter März 14. 1.13 10.04  Witterung, 11.50 2.12 11.05 2.25,   11.53 3.01 12.11  11.57 3.41 13.19  12.00 4.13 14.28  mitunter 12.04

Montag 12 Gregor Dienstag 13 Ernst Anbruch des Tages um 5.07 Mittwoch 14 Mittfasten Donnerstag 15 Melchior Freitag 16 Heribert Samstag 17 Gertrud Sonntag 18 Laetare 11. Woche

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Albin Hartwin Kunigunda Reminiscere

9. Woche

10. Woche

Untrg.

Joh. 6

Joh. 8

Sonnenaufgang 6.29 Untergang 18.33

  in   15.37   

12.07 12.11 12.14 Schneefall 12.18 oder 12.21 12.25 Regen. 12.28

Sonnenaufgang 7.14 Untergang 19.42

erdf., , Gegen am Abend das   Ende 21.41 mildes  Wetter.

Lostage im März: 6. (Fridolin); 19. (Joseph); 25. (Judica). Vom 25. März frßh bis zum 28. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in  am 20. um 6.15 Uhr: Tagundnachtgleiche, Frßhlingsanfang.

– 40 –

12.31 12.35 12.38 12.42 12.45 12.49


wurden extra alte Zimmerleute reaktiviert. Ihnen bei der Handarbeit zuzusehen war ein beinahe museales Vergnügen. Noch in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren die Kühe deutlich kleiner als ihre heutigen TurboSchwestern. Deshalb ist auch die beidseitige Brogg viel kürzer als es die heutigen Standplätze sind. Von der Decke hängen die Schnüre zum Anbinden der Kuhschwänze. Auch der aus Amerika zurückgekehrte Bruder (er nennt sich übrigens nicht mehr Hansli, sondern "Little Johnny") liebt es nicht, wenn er beim Melken die Pinsel ins Gesicht geschlagen erhält. Die Namenstafeln über der Krippe sind nicht für die Serviertöchter gedacht, sondern es sind die Namen der Kühe. Auch heute noch findet man diese Tafeln im Appenzeller Stall. Der Stallgang zwischen den beiden Broggen, der Fletschlig (Mistgraben) ist natürlich nicht vorbildrichtig mit Kuhfladen gefüllt, sonder blitzsauber geputzt, damit Sie trockenen und sauberen Fusses in die gute Stube gelangen können.

Stube und Küche Die Stube ist etwas voluminöser geraten als im normalen Appenzellerhaus, damit sich auch eine grössere Anzahl Gäste an ihr erfreuen kann. Im Zentrum steht der grüne Kachelofen und darum herum die typischen Möbel und ein Haufen Krimskrams, der Grosis Stube so gemütlich macht. Den Dörigs scheint es recht gut zu gehen, denn nur gut situierte Familien können sich hierzulande ein gestemmtes Täfer in der Stube leisten. Sieht man sich um, kommt einem sofort das Bild des sein Lindauerli paffenden Grossvaters in den Sinn, und man stellt sich Grosi vor, die Füsse auf einem Schemeli, umwickelt mit einer selbst gelismeten Wolldecke. Selbstverständlich schnurrt ein zufrieden blinzelndes Büsi zwischen den beiden alten Leutchen. Etwas kleiner, einladend zum gemütlichen ZusammenHöcklen am grossen Holztisch, ist die Küche gebaut. Aber auch hier fehlen die alten Utensilien und Details – 41 –

nicht, die Sie zum Schwärmen über die gute alte Zeit verleiten sollen. Man spürt förmlich, wie es wohlig wird, wenn die ganze Familie zusammen in der Küche sitzt. Die Mutter steht am Herd, das Abendessen dampft schon in den alten Gusspfannen und erfüllt jede Ritze mit währschaften Düften. Die Kinder sitzen am Tisch und spielen Eile mit Weile. Zwischendurch gibt’s einen lauten Streit, weil die roten Töggeli gleich zu dritt auf einer Bank eine Sperre errichtet haben. Das gilt doch nicht, drei! Nur zwei auf ’s Mal! Probieren Sie doch das alte Spiel auch wieder einmal aus. Es liegt im Schnuggebock überall auf. Aber bitte nicht zu laut streiten, sonst rennt noch der Bläss davon! Ihr Rundgang führt Sie aus der Küche wieder auf die Vorbrogg.

Schloff mit Mägde- und Chnechte-Chammeren Oben an der urchigen Treppe mit der Falltür treten Sie in


Sonntag

13. Woche

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

-Lauf

1

April Palmtag

2 3 4 5 6 7 8

Abund  14.52 i16h Ignaz   16.05 Ambrosi  17.21 GrĂźndonnerst.i18h  18.40 Karfreitag  20.01 ZĂślestin i17h  21.22 Ostertag  22.42

IV.

Einzug Christi

Aufg.

i11h  13.41

Matth. 21

14. Woche

Auferstehung Christi

Mark. 16

15. Woche

Verschlossene TĂźr

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

16 17 18 19 20 21 22

Daniel

 Rudolf  Christoph i18h  Werner  Hermann  Wolf i06h  Misericordia 

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

23 24 25 26 27 28 29

Georg Albrecht Marx Anaklet Anastasius Vital Jubilate

Montag

30 Walburga

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Untrg.

3.52



TagesLänge

Anfangs 12.52

Sonnenaufgang 7.00 Untergang 19.52

4.23  beständige 4.52  Witterung; 5.18  5.45  6.13 21.19 zu6.44 erdnah,  weilen 7.21

Sonnenaufgang 6.46 Untergang 20.02

12.56 12.59 13.02 13.06 13.09 13.13 13.16

Montag 9 Ostermontag i17h  23.57 8.04  Schnee- 13.19 Dienstag 10 Ezechiel

 –.– 8.56 ,  fall. 13.23 Mittwoch 11 Philipp

i19h  1.02 9.56  Dann 13.26 Donnerstag 12 Julius  1.56 11.02  folgt 13.29 Freitag 13 Egesipp i24h  2.40 12.11 12.50 13.33 Anbruch des Tages um 4.57 Abschied um 21.47 Alter April 14. Samstag 14 Tiburtius

 3.15 13.21  sonniges 13.36 Sonntag 15 Quasimodo

 3.45 14.29 , w. rechtl. Wetter. 13.39

16. Woche

17. Woche

Joh. 20

i08h

Vom guten Hirten

Joh. 10

Nach TrĂźbsal Freude

Sonnenaufgang 6.33 Untergang 20.12

4.10 4.33 4.55 5.17 5.40 6.06 6.35

15.36 16.41 17.44 18.48 19.50 20.52 21.53

 

am Morgen 13.49  in  herrschend 13.53  13.56  9.19 13.59 erdfern,  14.02

Sonnenaufgang 6.20 Untergang 20.22

  7.09 22.50   7.48 23.44   8.34 –.– ,  i08h  9.26 0.32   10.25 1.14  i18h  11.28 1.50   12.35 2.22  11.58 i19h

Joh. 16

 13.45

13.43

Vor- 13.46

ver- 14.05 änderliches 14.09 und 14.12

Sonnenaufgang 6.08 Untergang 20.32

2.51 im grĂśssten Glanz rauh. 14.27

Lostage im April: 23. (Georg). Vom 25. März frßh bis zum 28. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in  am 19. um 18.13 Uhr.

– 42 –

14.15

kĂźhles 14.18 Wetter. 14.21 Ziemlich 14.24


den Schloff (Dachboden). Hinten beim Buffet taucht wieder der Heustock auf. Nüsse und Birnen sind zum Trocknen ausgelegt, auf den Balken über Ihren Köpfen türmt sich das Allerlei des täglichen Lebens. Der Raum mit den vielen Gegenständen, die halt so im Estrich herumstehen, ist so gestaltet, dass im Schnuggebock auch Gesellschaften bewirtet werden können. Beim Aufgang vorne links befindet sich die Kammer der Mägde, und unmittelbar rechts davon jene des Knechts. Das mag ja eine etwas gewagte Anordnung sein. Ja nu, die beiden Chammeren eignen sich schliesslich auch als rustikale Separées zu zweit oder für Feste im kleinen Kreis. Läubli, Wald, Keller und Käserei Steigen Sie nun vom Schloff wieder hinunter auf die Vorbrogg und gleich die zweite Treppe bei den drei prächtigen Senntums-Schellen weiter in den Keller. Zuerst gelangen Sie auf den Vorplatz

des Bauernhauses mit gedecktem Brunnen und Stapfete (Zaunübergang). Rechts davon führt eine Türe in den Wald. Das ist der Ort, wo die Mannen auf die Toilette gehen. Es gibt dafür eine Scheiterbeige und ein SchiisiHüüsli. Den Frauen steht gleich neben der Waschküche ein separates Läubli zur Verfügung. Da gibt’s zwei Plumpsklos. Eines ist nach alter Sitte als Doppelsitzer gebaut, der eine Sitz etwas niedriger als der andere. Nicht zum gemeinsamen Dischgerieren, sondern natürlich für den Fall, dass ein Sprössling mitkommt, der nicht alleine aufs stille Örtchen will. Hinter dem Läubli treten Sie in den Vorratskeller ein. Die Rüebli lugen nur ein bisschen aus der Sandkiste, der Vorratsschrank ist gefüllt und die alte Mausefalle wartet auf scharfzahnige Übeltäter. Gleich daneben die Gestelle mit den Weinen! Grossvaters Stolz. Er plagiert manchmal damit ein bisschen in der Nachbarschaft herum, guten Grund dafür hat er ja, schau– 43 –

en Sie sich die edlen Flaschen an! Lesen Sie hier Ihren Lieblingstropfen aus, den Sie Ihrer Serviermagd zum öffnen übergeben. Geniessen Sie als Belohnung fürs Treppensteigen dann ein Glas trüben Most aus der grossen BallonFlasche. Zuhinterst im Keller finden Sie unsere Alp-Käserei, in der einmal pro Woche auch wirklich gekäst wird. Ist unser Käser zufälligerweise am Chessi, gibt er Ihnen gerne ein Stückchen zum Probieren. Die hier mit Liebe und in Handarbeit gemachten Waldegg-Frischkäsli sind natürlich als Beilage zum Aperitif oder als Mitbringsel für die daheim Gebliebenen im Lädeli beim Tennstor erhältlich. Mmmh! Lassen Sie sich, liebe Gäste, nach Ihrem SchnupperRundgang nun an Ihrem Tisch nieder und geniessen Sie das nostalgische Erlebnis, als das wir den Schnuggebock für Sie erschaffen haben. Fühlen Sie sich schnuggebockwohl: En Guete Hunger und en guete Torscht! (rk)


Finden Sie zur Erlebnisegge des Appenzellerlandes! Mit dem Auto A1-Ausfahrt Nr. 81 SG-Kreuzbleiche Richtung Appenzell. Ende Umfahrung Teufen, beim zweiten Kreisel, Richtung Speicher. 3.2 km bis zur Abzweigung Waldegg (weisser Wegweiser am rechten Strassenrand).

Mit der Bahn Appenzeller Bahn ab St. Galler Hauptbahnhof bis Teufen. Von dort zu Fuss oder per Waldegg-Bus-Abholdienst (auf Bestellung).

Zu Fuss auf dem Eggen Höhenweg: Ab Lustmühle über Schäflisegg (80 Minuten). Ab Teufen Bahnhof über Schäflisegg (60 Minuten) oder über Gählern (50 Minuten). Ab Speicher über Birt - Oberhorst (60 Minuten).

Familie Anita und Chläus Dörig • Teufen AR • Tel. 071 333 12 30 • Fax 071 333 46 61

www.waldegg.ch Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen

Waldegg Kalender 39/12  

Hauszeitschrift für das Erlebnis Waldegg auf die Monate Januar, Februar, März und April 2012

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