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auf die Monate September, Oktober, November und Dezember 2010 Gegründet bei der Eröffnung des Schnuggebock im März 2001

AR/AI

Hauszeitschrift für Erlebnis Waldegg 10. Jahrgang, Nummer 35

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Traditionelle appenzellische Gastfreundlichkeit. Am Stammtisch. Im Restaurant. In eleganten Sälen. Tête-à-têtes. Geschäftsessen. Bankette. Vom Vesperplättli bis zum Gourmet-Menü.

Grosis Bauernhaus als nostalgisches Erlebnis, in Stube, Stall, Küche, Mägde-, Knechtechammer und Keller. Zu zweit. Familien für sich. Gruppen im Schloff. Währschaftes vom Puur, saisonal, einheimisch. Wald-WC, Alpkäserei, Heustock und Tierlistall.

Panoramagarten. Kinderspielplatz. Rollstuhlgängig. Reservationen: 071 333 12 30 «Höhenrestaurant» www.waldegg.ch

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Währschafte Kost im original appenzellischen Spezerei-Lädeli.

Spitzbübische Schulstunde in nostalgischer Stube. Kulinarische Überraschungen statt Znünibrot. Gruppen-Reservationen: 071 333 12 30 «Tintelompe»

Reservationen: 071 333 12 30 «Tante Emmas Ladebeizli»

Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen –2–


Hauszeitschrift mit

Willkommen Grüezi mitenand! Welches, liebe Leserinnen und Leser, ist die interessanteste Art, auf die Waldegg zu kommen? Der neue Erlebnis- und Kräuterweg vom Hätschen her! Lesen Sie bitte mehr dazu ab Seite 4. Und welches ist das initiativste Stiften-Team weit und breit? Die acht Lehrlinge vom Erlebnis Waldegg: sie übernehmen zusammen ab dem 16. September Tante Emmas Ladebeizli. Mehr dazu ab Seite 9. Und der Güggel Hahnibal hat wichtige Neuigkeiten. Die verkräht er auf Seite 21. Der übrige Inhalt dieses Kalenders ist wie das Erlebnis Waldegg: immer wieder etwas Neues und bunt gemischt. Auch einige Schmunzel-Ge-

schichten sind wieder eingestreut. Und dann kommt dazu, dass unser Kalender noch nie so umfangreich war wie dieser. Wir haben Freude an allen vier Betrieben unter unserem Dach. Und so wollten wir Ihnen diese wieder einmal komplett präsentieren. Dazu die vier Portraits am Schluss. Wo immer Sie herkommen, auf welchen Wegen auch immer, hoffentlich erleben Sie bei uns etwas ganz Besonderes, fühlen Sie sich für einige Stunden dem Alltag entrückt und vor allem herzlich willkommen! Familie Anita und Chläus Dörig und das Erlebnis Waldegg-Team

Schnuggebock Speisekarte in der Heftmitte Inhaltsverzeichnis 4 9 13 16 18 21

Kräuter- und Erlebnisweg Stiften-Beizli Qual der Brautwahl Ungläubiger Thomas Chrömli und Mehrgänger Kickericki!

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Schnuggebock-Speisekarte Schnuggebock-Getränkekarte

25 27 28 30 31 32 34 35 37

Mitarbeiter-Seite Teufen einst und heute Der November Wanderführer Liedertexte Portrait: Höhenrestaurant Portrait: Emmas Ladebeizli Portrait: Tintelompe Portrait: Schnuggebock Impressum Herausgeber: Erlebnis Waldegg, Familie Anita und Chläus Dörig Redaktion, Bilder, Texte: Roland Kink (rk), Teufen Gestaltung, Bildbearbeitung DTP: Kuhn Grafik&Werbung,Teufen Druck: Appenzeller Medienhaus, Herisau

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Kräuter- und Erlebnisweg Hätschen - Waldegg Zwei Teufner Publikumsmagnete haben sich zusammen getan. Zwei bekannte Firmen, hoch über Teufen, wollen noch höher hinaus und sind nun auch direkt miteinander verbunden: Die A. Vogel GmbH steuert die "Kräuter" bei, Dörigs Waldegg das "Erlebnis". Das Resultat: der neue "Kräuter- und Erlebnisweg".

Chläus Dörig vom Erlebnis Waldegg, A. Vogel Geschäftsführer Remo Vetter und Gemeindepräsident Walter Grob schneiden am Samstag, 14. August 2010 das traditionelle Band entzwei und geben so den Kräuter- und Erlebnisweg für die Wanderer offiziell frei.

(rk) Eigentlich sind die beiden Partner längst durch ein Stück des Eggen Höhenwegs miteinander verbunden. Schon seit Jahrzehnten konnte man die Strecke vom Hätschen über die Schäflisegg, Kuenzenegg nach der Waldegg unter die Wander- oder Turnschuhe nehmen. Jetzt gibt es aber einen Grund mehr dafür.

Tannschössli hüben und drüben Bei einer kleinen von Wetterglück begleiteten Feier sprach Chläus Dörig mit Schalk im Gesicht von seiner Jugendzeit. Da sei oft das "Patschuli Wiibli" mit ihrem Mandli auf der Waldegg vorbei gekommen, manchmal schon morgens um -4-

Sieben. (Eifrige Leser dieses Kalenders erinnern sich an diese vor zwei Jahren hier detailliert aufgeschriebene Geschichte.) Die beiden exotischen Randständigen verlangten oft schon so früh am Morgen nach einem Bier. "Das war jeweils im Frühling. Plötzlich tauchten die beiden von irgendwo her auf, schliefen bei


den Bauern in den Ställen und sammelten die eben ausgetriebenen Tannschössli. Die verkauften sie dann diesem, wie mir als Bub erschien, etwas komischen Kräuterdoktor drüben im Hätschen. Und heute stehe ich hier bei der Firma A. Vogel, die nebst vielen anderen Produkten Husten-Sirup, Husten-Bonbons oder Hung mit Tannschössli produziert. Und unser eigenes Schnuggbock Bier ist schliesslich auch mit

Tannschössli-Sirup gewürzt! Allerdings trinke ich nicht schon um Sieben in der Früh davon." 14 Stationen unterwegs

Doch die Rottanne und ihre Schössli ist beileibe nicht die einzige Pflanze, die auf dem neuen Kräuter- und Erlebnisweg ihren grossen Auftritt hat. Auf insgesamt 14 Stationen mit amächelig gestalteten Schautafeln und markanten hölzernen Beeten werden unterschiedliche Gesundheitsthemen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht Alfred Vogels Überzeugung: Die Natur gibt uns alles, was wir für den Schutz und die Erhaltung einer -5-

guten Gesundheit brauchen. Ernährung, Erkältung, Rheuma, Verspannung, Stress, Verdauung – bei jeder Station wartet Spannendes und Wissenswertes auf die Wanderer.

Die Wanderzeit beträgt für die 2,35 Kilometer 30 Minuten bis zu einer Stunde, je nach Lust, Laune und Lesegeschwindigkeit bei den Schautafeln. Der Weg ist leicht begehbar, allerdings nicht rollstuhlgängig. Teil der "Gesundheitsregion Teufen" Bei der Eröffnung wies Gemeindepräsident Walter Grob erfreut darauf hin, dass der neue Wanderweg eine zusätz-


liche Attraktion für die Gesundheitsregion Teufen darstelle. Diese startete im Herbst 2008 als ein die medizinischen Fachgebiete überschreitendes Kompetenzzentrum und Zusammenschluss der sechs grossen Gesundheits-Institutionen in der Gemeinde (Berit Klink, Paracelsus Klinik, Klinik Teufen, Appenzellerland Sport, A. Vogel GmbH und EnzymPro AG). Denn, so Grob, "das Potenzial unserer Region in Sachen Gesundheit ist seit langem bekannt. Darum ist es schön, dass wir durch diesen Kräuter- und Erlebnisweg nun die Möglichkeit erhalten, uns vermehrt mit der Natur auseinanderzusetzen und vom Wissen von Alfred Vogel profitieren können“.

Gärten hier und dort An beiden Endpunkten des Kräuter- und Erlebniswegs warten spezielle Gärten auf die Wanderer. Im Hätschen ist schon der A.Vogel Kräutergarten ein Erlebnis für sich: Wo einst der Pionier der Naturheilkunde lebte und auf

rund 1000 Metern über dem Meeresspiegel die Heilkräuter für seine FrischpflanzenPräparate anbaute, wachsen heute rund 120 verschiedene Heil- und Küchenkräuter, bunte Blumen und alte Obstsorten. Der Garten wurde schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Auf der Seite vom Er-

lebnis Waldegg wartet neu der wieder auferstandene "alte Garten" auf die Gäste. Er ist nach der Philosophie von Alfred Vogel angelegt und dient als Kräuterlieferant für die Küche und wird für Kochevents mit Kleingruppen genutzt. Obwohl der neue Wanderweg natürlich von beiden Seiten her in Angriff genommen werden kann, bietet sich –6–


die Richtung Hätschen – Waldegg vor allem für hungrige Wanderer an: nach dem Staunen im A. Vogel Kräutergarten die Wanderung, und dann, am Ziel Erlebnis Waldegg etwas gegen den mittlerweile angewanderten Hunger: In allen vier Restaurants spüren sie einen Hauch des neuen Gartens, denn selbstverständlich holen alle Köche vom Erlebnis Waldegg die nötigen Küchenkräuter frisch ab den neuen Pflanzen.

Die Pflanze, die zum Markenzeichen der A. Vogel GmbH geworden ist, der Rote Sonnenhut (Echinacea Purpurea) auf dem neuen Kräuter- und Erlebnisweg.

Die beiden Initianten im Gespräch. Chläus Dörig zu Remo Vetter: "Soooo gross wird der Erfolg des neuen Teufner Kräuter- und Erlebniswegs!"

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Tante Emmas LEHRLINGS-Beizli mit „Menü-zum-Ziel“ Tante Emmas Ladebeizli wird temporär von einer hoch motivierten jungen GastroTruppe in eigener Regie übernommen. Es wird für eine gute Weile von den "United Azubis of Waldegg" geführt: Hereinspaziert, liebe Gäste!

(rk) Andreas Fuster, Kochstift im dritten Lehrjahr in der Küche des Höhenrestaurants strahlt förmlich, wenn er sagt: "Wir haben hier im Erlebnis Waldegg als Stifte etwas, was sonst niemand hat, einen richtigen Aufsteller. Chefin und Chef möchten nämlich, dass jeder Stift während seiner Lehrzeit, sei’s als Koch

oder im Service, sei’s im Schnuggebock oder Höhenrestaurant, einmal bei einem der sagenhaften Lehrlingsprojekte mitmachen kann". Lehrlingsvater Dörig Auch für die Lehrlinge aller übrigen Gastronomie-Betriebe im Appenzellerland ist –9–

Chläus Dörig kein Unbekannter, denn er amtet als Lehrlingsvater von Gastro Appenzellerland AR. Er ist somit Kontaktperson zwischen den Lehrbetrieben und den Stiften und ihren Familien. Diese Aufgabe nimmt er sehr ernst, denn die Ausbildung eines qualifizierten und motivierten Nachwuchses ist eines seiner


wichtigsten Anliegen. Und deshalb führt er in seinem eigenen Unternehmen immer wieder und immer neuartige Lehrlingsprojekte durch. Im Erlebnis Waldegg betreut Anita Dörig die Service-Lehrlinge mit grossem Erfolg, Ehemann Chläus ist für die Küchen-Stifte zuständig.

zukünftigen Gastronomiefachleute fördern. Gemäss der Philosophie ihres Lehrbetriebes sollen sie zudem ihren Gästen immer wieder ein neues Erlebnis bieten. Dabei ist der Rahmen stets unkonventionell: Im letzten Projekt zogen die Waldegg-Lehrlinge in enger Zusammenarbeit mit Behinderten der Stiftung

Jahren stellten die damaligen Lehrlinge vor dem Eingang zum Höhenrestaurant ein Tipi auf und betrieben darin eine Apéro-Bar. Allen diesen Projekten war und ist gemeinsam, dass die Lehrlinge ihren Betrieb selbständig und strikt auf eigene Rechnung führten und führen. Ein halbes Jahr Stifte-Beizli

Die vier Waldegg-Service-Lehrlinge: Tanja Keller, Petra Wetter, Doris Widmer, Anja Zünd.

Tipi, Freizeitausstellung, Valida Die Waldegg-Stiften-Projekte haben selbstverständlich immer mit den zu erlernenden Berufen zu tun. Sie sollen vor allem das selbständige Planen und Arbeiten der jungen

Valida einen eigenständigen Restaurationsbetrieb in den Sälen des Höhenrestaurants auf. Die Vorgänger-Generation führte zusammen mit Lehrlingen anderer Betriebe die Stiften-Beiz der kantonalen Lehrlings-Freizeitarbeiten-Ausstellung in Heiden. Vor einigen – 10 –

Am Donnerstag, den 16. September übernehmen nun die jetzigen acht Lehrlinge miteinander Tante Emmas Ladebeizli in ihrer eigenen Regie. Und dort sollen sie ein halbes Jahr das Zepter führen, das Angebot inklusive Menükarten kreieren, den Einkauf und die Arbeitseinsätze planen, kochen, die Gäste betreuen, und dies natürlich möglichst wirtschaftlich tun. Auch das spezielle Marketing wie Prospekte, Inserate, Tischreiter übernehmen die Stifte selbst. Dabei können sie sich bei Bedarf auf die Unterstützung und den Rat ihres Lehrlingsvaters und Chefs verlassen.


Menü-zum-Ziel, Punktesystem "Allein schon die Tatsache, dass wir Lehrlinge unser eigenes Beizli auf eigene Rechnung führen dürfen, motiviert uns total", sagt Petra Wetter, 3. Jahr-Service-Lehrtochter. "Aber was uns Frau und Herr Dörig als mögliche Prämien für einen guten Erfolg in Tante Emmas Lehrlings-Beizli in Aussicht gestellt haben, das ist natürlich der zusätzliche Hammer!" In der Tat: Die Dörigs haben für das neue Azubi-Projekt ein eigenes Punktesystem ge-

schaffen. Für jeden verkauften Kaffee, für jeden Snack, für jede verkaufte Mahlzeit gibt’s Stiften-Punkte. Am meisten Punkte erhält das JungGastwirte-Team für servierte Eigenkreationen. Das sollen Gerichte sein, wie sie auch an den Lehrabschlussprüfungen vorkommen. Noch kennen die Stifte die zu erreichenden Punkte pro Belohnungs-Stufe nicht. Aber soviel steht fest: Es wird je nach Erfolg gemeinsam ein gastronomisches Ziel angesteuert! Erfolgsstufe 1 bedeutet ein feines Essen am Seealpsee, Stufe 2 ein Gourmet-Mahl bei Sterne-Koch Philippe Rochat in Crissier.

Die vier Waldegg-Koch-Lehrlinge: Andy Hendel, Daniela Signer, Yvana Evtimov, Andreas Fuster.

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Die 3. Stufe würde die acht Waldegg-Stifte für drei Tage nach London führen, inklusive Nachtessen im weltberühmten Mosimann’s. Und die 4. Stufe würde für Tante Emmas tolle Lehrlings-Truppe gar eine Reise ins ferne Thailand nach sich ziehen, mit viel Thai- und anderem exotischen Food! Hereinspaziert! Darum heisst es ab Mitte September: Hereinspaziert bei den Stiften in Tante Emmas Beizli! Unterstützen Sie, liebe Gäste, die acht Gastro-Musketiere! Helfen Sie mit, dass die Bande nach Thailand entschweben darf! Bis zu diesem Ziel wird es aber noch viele Menüs dauern. Das wissen die Mädels und die Jungs. Und so sagt Kochstift Andreas: "Ja, es wird streng. Aber wer darf das schon? Welche anderen Stifte haben schon eine solch tolle Gelegenheit? Wir werden sie voll motiviert beim Schopf packen und wir freuen uns auf die Zeit, in der uns die Gäste in Tante Emmas LehrlingsBeizli die Türe einrennen"!


Ausschnitt aus dem Appenzeller Kalender 1898


Qual der Brautwahl gam die von den Eltern Auserwählte am Hochzeitstag zum ersten Mal sieht.

Roland Kink

Es ist nützlich, wenn Mann den Namen seiner Braut kennt. Wir leben ja nicht in einer Kultur, wo der Bräuti-

Anita und Chläus Dörig dürfen sich bekanntlich eines Viermädelhauses erfreuen. Zuerst kamen "die Waldegg Zwillinge", dann Ramona und Alexandra. Ich selbst hatte und habe manchmal heute noch Mühe, Cornelia und Patrizia auseinander zu halten. Ach wie peinlich war’s doch ab und zu, wenn ich nach einem "Hoi Cornelia"

als schnelle Antwort hören musste: "Roland, i bi doch d Patrizia". Und immer wenn ich mir dann eine gedankliche Eselsbrücke gebaut hatte, wie etwa "Cornelia ist die mit den Zöpfen", kam sie beim nächsten Wiedersehen gerade aus dem Coiffeursalon von Tante Marlis. Die Gartenbeiz der Waldegg war für meine Frau Kathrin und mich früher sehr oft der Ort der Ruhe vor den lauten kleinen Goofen. Den eigenen.

Beide Kink-Goofen und alle vier Dörig-Maitli bei Naomis siebtem Geburri im Höhenrestaurant.

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der landgasthof sternen bühler funkelt wieder….. • wir verwöhnen sie in unserem völlig neu renovierten stübli und im sääli. • träumen sie in unserer lauschigen gartenwirtschaft den sternen entgegen. • geschäftsleute und wandervögel schlummern erholsam in unseren neu gestalteten gemütlich-modernen zimmern im landhausstil. • greifen sie nach dem neuen stern am appenzeller gastro-himmel!

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viel Betrieb hatten, mit in die Badi. Es muss so um 1994 gewesen sein. Es war eben einer dieser Rabaucken-auf-dem-SpielpiDeponier-Tage. Diesmal waren nur die beiden Zwilllinge mit unseren beiden Sprösslingen draussen. Zentrum der Äktschen war das Trampolin. Wir hörten, dass es hoch zu und her ging. Aber glücklicherweise bleib die ganze Bande lange oben. Plötzlich kam

ein verschwitzter Sohnemann Dimitri zu uns gestürmt und platzte strahlend heraus: "Gell Mami, wenn ich eine der beiden Waldegg-Zwillinge heiraten würde, dann könnte ich doch sicher auf der Waldegg auch ein wenig mitbefehlen?" Die Mutter meinte, dass dem wohl so wäre. "Aso, dänn bin i sicher, i hürot emol eini vo dene Zwei!" "Jo, welli denn?", wollte die verschmitzt lachende Mama wissen? "Die, wo hüt s wiis Tischi a hätt!"

Ausschnitt aus dem Appenzeller Kalender 1898

Wenn wir etwas besprechen wollten, dann warteten wir auf einen sonnigen Tag, marschierten hoch zu Dörigs und schickten unsere beiden Bodensurris auf den Spielplatz. Weg waren sie, für Stunden. Und dann kamen oft noch die Waldegg-Maitli dazu, und der Kessel war für noch längere Zeit geflickt. Die vier Mädchen waren früher auch oft bei uns unten in der Ebni, oder wir nahmen sie an einem Sonntag, an dem ihre Eltern


Doktor Vogel und der ungläubige Thomas

Peter Eggenberger

Dr. h.c. Alfred Vogel (1902 – 1996) gehört zu den Schweizer Pionieren der Naturheilmedizin. Seine segensreiche Tätigkeit zum Wohle vieler Menschen entfaltete er unweit der Waldegg, wo er unter anderem auch einen ungläubigen Thomas bekehrte… In Aesch BL aufgewachsen, eröffnete Alfred Vogel bereits im Alter von 18 Jahren in Basel ein Kräuterhaus. Mit dem gezielten Einsatz von Heilpflanzen, aber auch mit Ratschlägen punkto gesunder Ernährung vermochte er vielen Patienten dauerhaft zu helfen. Als er von der liberalen Einstellung der Appenzeller

punkto freier Heiltätigkeit vernahm, wanderte er mit seiner Familie kurzentschlossen aus und eröffnete 1937 unweit der Waldegg ein Kurhaus samt Fabrikationsräumen. Später erwarb er auf der Schäflisegg eine landwirtschaftliche Liegenschaft, um mehr Platz für den Anbau von Heilkräutern zu haben. Auch Brennesseln gehörten zu den von ihm gepflegten und gehegten Pflanzen. "Niemand achtet auf sie, still und schlicht mischen sie ihre Säfte und bereiten eine Medizin, die vielen Menschen zur Gesundheit und sogar als Lebensretter dienen können", schreibt Vogel in seinem vielbeachteten Buch "Der kleine Doktor". "Bei manchem Kinde würden die wachsfarbenen, bleichen Bäckchen wieder ein leuchtendes Rot bekommen, wenn die Eltern wüssten, welch wunderbare Säftlein die zu Unrecht verachtete Brennessel bereithält." Und jetzt zu unserem ungläu– 16 –

bigen Thomas, der in Tat und Wahrheit ein Bauer war, der ein Häämetli ganz in der Nähe von Alfred Vogels Kräutergarten bewirtschaftete. Und jedes Mal giftelte und lästerte der Bauer, wenn er am Brennesselfeld vorbeikam. "Eine Sauerei, dieses Unkraut! Damit würde ich hantli abfahren!" Der mit Jäten beschäftigte Naturarzt horchte auf, trat näher und fasste das kleine Mädchen ins Auge, das den Bauern begleitete. Sofort fielen Alfred Vogel der traurige Blick und die bleichen Wangen auf. "Dein Kind leidet an Blutarmut. Und genau die von dir verachteten Brennesseln vermögen da zu helfen. Die gehören täglich in den Salat. Ab sofort. Sag’ das gefälligst deiner Frau." Der spinnt, ging es dem Bauern durch den Kopf, als er sich mit seiner Tochter missmutig auf den Heimweg machte. Haben diese Tökter Ideen. Unkraut im Salat. Aber sicher nicht bei uns, das nützt doch nichts. Tomms cheibe Züüg. Da wär mer denn no. Es war


Und plötzlich waren sie da, die roten Backen und die strahlenden Augen. Auch unternehmungslustig war das Kind geworden, und gerne half es nun dem Vater. Als der

seine Frau fragte, was wohl die erfreuliche Veränderung bewirkt habe, lüftete sie das Geheimnis. "Was, Brennesseln? Und die haben tatsächlich geholfen? Da hatte unser Nachbar also Recht, und ich ungläubiger Thomas habe ihn belächelt." Am nächsten Sonntag wurde Doktor Vogel von den Bauersleuten in die Waldegg eingeladen. In die Gartenwirtschaft unter den lauschigen Bäumen. Der Landwirt war kein Freund grosser Worte,

aber mit dem offerierten Zvesperteller und einem guten Schluck Roten brachte er seine Dankbarkeit für die Heilung seiner Tochter gebührend zum Ausdruck. Und überall rühmte der Bauer, was der Vogel für ein gutes Tökterlein sei, der sogar mit Unkraut eine Heilung fertig bringe. (Bücher und CDs mit vergnüglichen Appenzeller Geschichten von Peter Eggenberger sind in Meiers ChromEgge erhältlich.)

Illustration: Ernst Bänziger

dann das Mädchen, das der Mutter von der Begegnung mit dem Doktor und seinem Rat erzählte. Und da Frauen punkto Gesundheit weit empfindsamer sind als Männer, enthielt der Salat ab sofort frische Brennesselblätter. Fein geschnitten, so dass der Mann nichts merkte.

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Vom Chrömli zum Mehrgänger

Martin Hüsler

Waldegg! Erinnerungen ranken sich um dieses Wort, Erinnerungen an meine ersten Jugendjahre, die ich in St. Gallen verbrachte. Die bescheidenen, aber insgesamt doch sehr beglückenden Verhältnisse, in denen ich als jüngster Spross einer achtköpfigen Familie aufwuchs, rückten gemeinsame Ferien in unerreichbare Ferne, ja, liessen nicht einmal den Gedanken daran jemals aufkommen. Aus der Stadt heraus kamen wir nur zu Fuss, an wettermässig passablen Sonntagen, wenn der Vater die hohen Schuhe schnürte und uns mitnahm hinauf auf die Appenzeller Erhebungen. Tradition hatte beispielsweise der jährliche

Ausflug auf die Hundwiler Höhi, bei dem gleich zu Beginn das Abenteuer "Ganggelibrogg" zwischen Haggen und Störgel alle Unlust auf stundenlanges Tschalpen nachhaltig hinwegfegte. Man achtete kaum des mitunter ziemlich mühsamen Vorankommens, zu einer Zeit, da mit Gore-Tex oder Jack Wolfskin noch nichts in Verbindung gebracht werden konnte und Wanderausrüstung weder wasserabweisend noch atmungsaktiv war. Denn auch mit rustikaler Ausstaffierung war man schliesslich irgendwann auf der Hundwiler Höhi. Auf dem Rückweg füllten sich unsere Rucksäcklein mit Tannzapfen und sonstigem "Aafüürmaterial", womit der Holzofen zu Hause ebenfalls vom sonntäglichen Ausmarsch profitierte. Einen festen Platz im familiären Wanderprogramm hatte auch die Waldegg. Über Riethüsli und Lustmühle erreichten wir jeweils den schon zu jener Zeit viel begangenen Weg über die Eggen. Auf Fröh– 18 –

lichsegg – man schrieb sie damals, Irrtum vorbehalten, noch mit h – gab es einen Marschhalt mit väterlichen Instruktionen in Sachen Aussicht, und auf Schäflisegg erfolgte ein leeres Schlucken, wenn man am Gasthaus vorbeiwanderte und sich dabei vorstellte, was es in der Wirtsstube alles an Köstlichkeiten gegeben hätte. Es folgte die Hüslersegg, wo uns jeweils ganz feierlich zumute wurde – eine Anhöhe, die unseren Familiennamen trägt! Von dort war es nicht mehr weit bis zur Waldegg und damit bis zum Glas Süssmost und zum Chrömli. Wie Königskinder kamen wir uns vor, und mit niemandem auf der Welt hätten wir in diesem Moment tauschen wollen. Mehr als zwanzig Jahre später rückte ich – mittlerweile verheiratet und als Vater ebenfalls häufig mit dem Nachwuchs auf Wanderschaft – der Waldegg näher, indem ich mit meiner Familie nach Speicher zu wohnen kam. Jetzt wurden mir


der Steinegg- und der Stueleggwald zu häufig aufgesuchten natürlichen Joggingstadien, was fast zwangsläufig dazu führte, dass ich immer mal wieder schweissüberströmt und mit keuchendem Atem am Gasthaus Waldegg vorbeihastete. In diesem Zustand dort einzukehren wäre nicht eben schicklich gewesen. Aber es hatte sich unterdessen einge-

bürgert, dass die ganze, mittlerweile weit verzweigte HüslerSippe in regelmässigen Abständen zusammenkam. Als die Reihe an mir war, das grosse Familientreffen zu organisieren, brauchte ich nicht lange zu überlegen, wo sich meine Verwandtschaft einfinden sollte: Erste Wahl war die Waldegg. Und so kamen sie denn teils von weither, waren entzückt

von der herrlichen Fernsicht Richtung Alpstein sowie von den kulinarischen Genüssen, die das einstige Chrömliniveau weit überschritten und mehrgängig dem Gaumen schmeichelten – das KönigskinderGefühl stellte sich auch bei den Nachkommen wieder ein.

Zum Mitsingen Jetz wemmer e Schöppeli loschtig see 1. Jetz wemmer e Schöppeli loschtig see, e Jöhli nomme huuse, e Totzed Eier i d Pfanne schloo ond lose wie sie pfuused.

5. Ond Meedli, wenn d hürote wotscht, hürot en Appezöller, denn wenn du menscht, du heischt en Totsch, so hescht jo grad an Hölle.

2. Ond hüt nüd hee ond moon nüd hee, das get e chozi Woche, siebe Tag em Wethuus see, get lötzel Brod i d Chochi.

6. Ond Meedli, wenn d hürote wotscht, hürot e kenn Sangaller, denn wenn du menscht, du heischt en Maa, so hescht jo gad en Braller.

3. Ond wiise Wii ond rote Wii ond Schotte us de Taanse, d Buebe springid de Meedle no mit samt de Schnodenase.

7. Ond Meedli, wennd hürote wotscht, hürot e kenn vo Tüüfe, denn wenn du menscht, du heischt en Maa, so chan er no vetschlüüfe.

4. Ond z Appezöll ond z Herisau do stoht e Pfeffetröckli, wenn die Buebe Meedle gsiend, so nend si gad e Jöckli.

8. Ond Meedli, wennd hürote wotscht, hürot e kenn vo Zöri, denn wenn du menscht, du heischt en Maa, so hescht jo gad en Schnörri.

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Kickericki: Bald flüget’s ii!

Hallo Menschen! Ich bin Hahnibal, der goldgesprenkelte Chef vom Waldi-Hüherstall! Falls einer von Euch einmal in den Nestern in den Gesindechammern vom Schnuggebock verpennt (unter Männern: ich verstehe ja, wenn man dort zwischendurch einmal einen zuviel vor die Brust nimmt!), dann wecke ich ihn liebend gerne kurz vor Sonnenaufgang! Das würde auch die plampigen Ochsen etwas munterer machen! Und ich müsste schon lachen, wenn da-

bei die blöde Ziege so erschrickt, dass sie vom Fels hinunter purzelt. Ich bin nämlich der lauteste Güggel zwischen Bodensee und – 21 –

Säntis! Der Mensch Chläus (der ist ein bisschen höher als ich, der ist nämlich der Chef von der ganzen Waldegg) hat mir auch schon zugerufen, ich soll nicht alles verschreien. Drum sag ich’s halt ganz leise hier: Nein, Leute, es sind noch nicht alle Vögel da! Bald flüget no meh i! Es sind dann aber keine Hühner, also schon ein bisschen, aber nicht so schön wie meine Appenzeller Spitzhauben. Heh, von mir aus könnte Chläus auch noch ein paar mehr von meinen zutun. Mögdi au dene no koh! Nein, es sind seltene Vögel. Aber eben, mehr darf ich jetzt noch nicht ver-kickerickien. Mmh, die sind übrigens auch schon im Waldegg Kalender vorgekommen. Warten wir’s ab! (rk)


Speise Vorspeisen Bauernsalat

Fr. 8.50

mit Grosis geheimer Salatsauce

Frischkäsli aus unserer Alpkäserei

Fr. 10.50

mit süss-sauren Zwetschgen

Grossvaters Lieblingsvorspeise

Fr. 10.50

kalt aufgeschnittenes Kesselfleisch

Hauptspeisen Appenzeller Schmaus

Fr. 38.50

Chäshörnli, Siedwurst, Appenzeller Schnitzel, Pouletbrüstchen, Beinschinken und Epfelmues

Appenzeller Schnitzel mit Chäshörnli und Epfelmues

Fr. 32.—

gefüllt mit Siedwurstbrät und Mostbröckli

Appenzeller Siedwurst

Fr. 26.50

mit Chäshörnli und Epfelmues

Appenzeller Chäshörnli mit gehacktem Rindfleisch

Fr. 26.50

und Epfelmues

Zarter Rindsschmorbraten , wie Jock ihn liebt

Fr. 35.50

mit Kartoffelstock und Tagesgemüse

Knecht Uelis Schweinsteak mit rassiger Senfsauce

Fr. 32.50

Kräuterkartoffelküchlein und Tagesgemüse

Feine Rehschnitzel, wie es der Jäger bringt

Fr. 38.50

mit Spätzli, Pilzsauce, Blaukraut und Rosenkohl

Bauernpfanne mit Salat

Fr. 29.50

Bratkartoffeln, in Würfel geschnittenes Kalbfleisch, Schweinswürstchen, Schweinefleisch, Zwiebeln, gebratenes Ei und Gemüse

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Schnuggebock-Öffnungszeiten: Montag geschlossen Dienstag bis Freitag 11.30 – 15.00 17.30 – 24.00 Samstag / Sonntag 11.30 – 16.00 17.30 – 24.00

karte Grosis fleischlose Gerichte Gebratenes Forellenfilet

Fr. 31.50

mit Holderbutter, Pilawreis und Tagesgemüse

Grosis hausgemachter Gemüseauflauf

Fr. 25.50

Appenzeller Chäshörnli

Fr. 24.50

mit Epfelmues

Seniorenteller Rindsschmorbraten

Fr. 29.50

Appenzeller Schnitzel

Fr. 26.50

mit Chäshörnli und Epfelmues

mit Kartoffelstock und Tagesgemüse

Desserts Grosis gebrannte Creme

Fr. 6.50

Feines Kastanienpüree

Chrazette

Fr. 7.50

mit Rahm

Appenzeller Dörrbirnenfladen mit Rahm

Warmer Apfelstrudel

Fr. 8.50

mit Chriesizonne

mit Rahm

Fr. 8.50

mit Vanillesauce

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Fr. 6.—


Getränkekarte Flaschenwein im Schnuggebock Stünde im Schnuggebock eine Stüva Grischuna statt einer Appenzeller Stube, befände sich beim Abgang zu Toilette, Keller und Alpkäserei natürlich ein Stägafässli. Neben dem offenen Wein, der im Schnuggebock an den Tisch gebracht wird, birgt sein Keller auch ohne Stägafässli einige Flaschen, für die es sich lohnt, dort hinunter zu steigen. Allerdings stammen diese wie früher aus der europäischen Nachbarschaft und nicht aus Übersee, denn Weine von so weit her zu holen, war in den Jahren, in denen der Schnuggebock „spielt“, nicht üblich. Suchen Sie, verehrter Gast, Ihren Flaschenwein selbst aus dem Kellerregal und stärken Sie sich fürs Treppensteigen mit einem Glas Most vom Fass. Oben angelangt übergeben Sie bitte Ihre Flasche Ihrer Serviertochter oder Ihrem Kellner. Man wird sie gerne für Sie öffnen und Ihnen den feinen Tropfen kredenzen. Prosit! Wohl bekomms!

Offenausschank

2dl

Weisswein Fendant

8.—

20.—

Rotwein Bernecker Blauburgunder

8.—

20.—

Appenzeller Mineral Halb - Halb (Fruchtgetränk) Citro Süssmost Orangensaft Saft vom Fass Naturtrüb Quöllfrisch Schnuggebock Bier

3dl

5dl

3.60 3.80 3.80 3.80

5.20 5.40 5.40 5.40

3.90 3.90 4.—

5.60 5.60 5.70

1l

8.80 9.— 9.— 9.—

4.30

2 cl Appenzeller Alpenbitter, Cynar, Campari, Martini weiss

Noch em Esse es Abihäberli Appenzeller Malz-Schnaps Dörrbirnen-Schnaps aus dem Eichenfass

4 cl 6.20

4.80 5.50

8.— 9.— 10.—

Fraue-Kafi Manne-Kafi Schnuggebock-Kafi oder Biberflade-Kafi

3.80 5.50 8.50

Ovo / Schokolade Schwarztee, Pfefferminztee, Hagebuttentee, Lindenblütentee, Kamillentee

4.—

– 24 –

3.80


Auf dieser Seite werden traditionell Mitglieder des Waldegg-Teams vorgestellt. Dies symbolisch als Dank von Anita und Chläus Dörig an alle, die durch ihren Einsatz den Erfolg vom ERLEBNIS WALDEGG erst möglich machen.

Cemal Zer

Jasmin Zivaljevic

Antonio Manuel Machado

kam bereits 1989 aus der türkischen Stadt Gaziantep, wo er als Maler, Schneider und Frisör gearbeitet hatte, in die Schweiz. Hier erlernte er im Hotel Säntispark das hiesige Kochhandwerk und heiratete eine Schweizerin. Leider verstarb seine Frau im letzten Herbst und gleichzeitig wurde er arbeitslos. Umso mehr freute er sich, dass er anfangs Mai in der Küche des Höhenrestaurants neu beginnen konnte. Wegen der vielen netten Leute gefalle es ihm bei Dörig sehr. Seine Freizeit verbringt er mit Bowling und in der Sauna, wenn nicht Haushaltspflichten rufen.

ist seit 1982 bei uns im Land. Aus Serbien machte sie einen Umweg über Deutschland und wohnt nun in St. Gallen. Nach einem bewegten Berufsleben mit Auf und Abs arbeitete sie auf ein Inserat hin im letzten Jahr ihre erste Saison als Allrounderin im Höhenrestaurant. Nun ist sie seit anfangs Mai als Buffetdame wieder hier. Ihre Tochter studiert in Belgrad Medizin und durch sie hat Jasmin oft Kontakt mit der alten Heimat. Ihre Hobbies sind Wandern und Lesen. Dabei interessieren sie vor allem Bücher aus dem Gebiet des Astrologie und Parapsychologie.

ist als Mann für alle Fälle im Hausdienst und als Casserolier ein Angehöriger der WaldeggPortugiesen-Fraktion. Geboren wurde er allerdings in Angola, von wo er nach der Unabhängigkeit im Alter von 12 Jahren nach Portugal zog. Als Maler arbeitete er oft im benachbarten Spanien. Auf die Waldegg kam er schliesslich anfangs dieses Sommers als Schwager von Paolo, der schon längere Zeit bei uns ist. Seine Familie wohnt in Brasilien. Trotzdem schaut er kaum Fussball am Fernsehen, sondern verbringt seine Freizeit vor allem am Computer in Chats und beim Musik hören.

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Teufen einst und heute

Sammlung Werner Holderegger

In den beiden letzten Waldegg Kalendern begonnen, zeigt nun die Rubrik "Teufen einst und heute" nicht mehr Bilder von der Waldegg, sondern vom Teufner Dorfplatz.

Roland Kink

Teufner Dorfplatz um 1900.

Teufner Dorfplatz im August 2010.

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Es fällt an diesem Standort auf, wie wenig sich im Häuserbestand verändert hat. Die Ansicht ist beinahe dieselbe. Allerdings ist die beschauliche Pferdekutsche einer beträchtlichen Anzahl "pferdeloser Kutschen" wie der vornehme Engländer sagen würde, gewichen. Früher kam man an diesem Ort auch noch ohne Schilderwald aus. Dafür ist neu ein Verwandter der Pferde zu sehen, der ZebraStreifen. Und die Geleise der St.Gallen – Gais – Appenzell Bahn haben sich auch noch nicht in den Asphalt zurückgezogen. Dafür zeigt sich ein weiteres Tier, der Teufner Bär, flatternd im Winde.


Der November Der November war Zurücklehnen und Zinsen. Das meiste war getan, das Heu, das Emd, die Streue, das Brennholz und das Bettlaub unter Dach. Ein Teil davon aber musste in der Form von Zinsen wieder hergegeben werden, spätestens an Martini. Feste gab es in dieser Zeit keine mehr zu feiern. An Allerheiligen und Allerseelen gedachten alle Verwandten und deren Verwandte und die Verwandten der Nachbarn der Heiligen im Himmel und der Armen Seelen im Fegefeuer. Dazwischen tranken sie Kaffee und assen Kuchen. Daran erinnern wir uns noch. An Martini war in Schwende Sonntag. Das ganze Land zog schwarz gewandet dorthin. Die Schwendner schienen langsamer und andächtiger zu beten als wir. Das Hochamt und die Predigt hatten kein Ende - ganz im Gegensatz zum anschliessenden Citro im <Edelweiss>, das viel zu schnell leer war, aber selten so gut schmeckte. Und schien dann noch die wärmende Novembersonne, war das für viele Erwachsene wie ein Geschenk des Himmels. Nicht jeder oder jede aber konnte diese Wohltat dankbar annehmen. Da waren die Zukurzgekommenen, die mit ihrem Missmut - nebes hemme no z gued - die Sonnenfreude verdarben. Noch schlimmer waren die Pessimisten mit ihrem: <Da mömme no püesse!>. Wer Glück hatte, traf eine Zuversichtliche, die keck davon ausging, dass das Sonnenwetter bis Weihnachten anhalten würde. Wir kleinen Skifahrer fühlten uns als einsame Realisten unter den Wetterpropheten. Wir plangerten nämlich schon im Oktober auf den ersten Schnee. Und spätestens ab Anfang November freuten wir uns ohne Wenn und Aber auf Weihnachten - ganz im Gegensatz zu uns Erwachsenen heute, denen die ersten Chlausebickli in den Schaufenstern der Konditoreien einen Stich ins Herz geben: Für alles wären

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Citro = Sü Süsssgetränk, Lim Li monade

nebes hemme no z gued =etwas steht uns noch zu da mömme no püesse= das werden wir büssen müssen

plangere = sich sehnen

Chlausebickli = bunt bemalter Le Leb bkuchen; beliebtes Patengeschenk in der Adve ven ntsze zeiit


wir zu haben, nur nicht schon jetzt für Weihnachten. Den Vorwurf allerdings, der Weihnachtskram werde jedes Jahr noch früher in den Schaufenstern ausgebreitet, darf man zumindest den Innerrhodern nicht machen, denn seit es Chlausebickli gibt, werden diese, ob es den Erwachsenen passt oder nicht, immer auf Allerheiligen in die Auslagen gestellt. Die Innerrhoder Goofe kommen damit in den Genuss der längsten Weihnachtsvorfreuden weltweit. Was ist sonst noch im November? Eigentlich nichts. Es wäre in der Tat die Zeit, um sich zurückzulehnen, wenn da nicht die Schule, die Küche, die Werkstatt, das Büro wären, die allesamt keine Jahreszeiten kennen. Die langen Abende sind so kurz wie immer, denn das Fitnesstraining, die Chorprobe und die Kommissionssitzung dulden keinen Aufschub. Und auch die Fernsehnacht im November unterscheidet sich kaum von derjenigen im Juni. Eigentlich könnte man den November aus dem Kalender streichen, wenn da nicht das Pneuwechseln wäre. Was früher der Kalender markierte, bestimmen heute die Pneus: Sommer und Winter. Ein Dazwischen gibt es nicht. Das ist übrigens bei den St.Gallern schon immer so. Auch sie kennen nur zwei Jahreszeiten: e halb Johr füüre ond e halb Johr früüre. Wir danken dem Himmel, dass es bei uns nicht so ist, und lassen den November aus Rücksicht auf die Pneuhändler und auf uns selbst im Kalender.

Der November ist der zweite Text von Roland Inauen im Waldegg Kalender. Er stammt aus der neuen mit sechs Schwarz-Weiss-Fotografien von Herbert Maeder geschmückten Broschüre Charesalb ond Chlausebickli des Autors. Die 34 Kapiteltitel stellen „Erinnerungen an eine Bubenzeit in Appenzell Innerrhoden“ dar. Roland Inauen

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Goofe = Kinder (der Begriff ist im Appenze zelllerland positiv besetzt zt))

e halb Johr füüre ond e halb Johr früüre = ein halbes Jahr Jahr lang heize zen n und das andere halbe Jahr frieren

Die hier präsentierte spezielle grafische Darstellung entspricht jener in der von der Edition Ostschweiz äusserst sorfgältig getalteten Broschüre. Charesalb ond Chlausebickli, von Roland Inauen, 66 Seiten, Fr. 24.–, VGS Verlagsgemeinschaft, St. Gallen, im Buchhandel.


Neuer Wanderführer: Herrliche Ausblicke auf der Waldegg Das Appenzellerland besser kennen lernen… Diesem Wunsch kommt der neue Führer "Wanderparadies Appenzellerland" entgegen. Mit dem Titel "Piazza Grande in voralpiner Hügellandschaft" schlägt Autor Marcel Steiner eine zur Waldegg führende Rundwanderung ab Speicher vor.

Fast alle der 40 vorgeschlagenen Wanderungen sind als Rundrouten mit gleichem Anfangs- und Endpunkt gestaltet. Die Wanderungen erschliessen traumhafte Landschaften in Ausser- und Innerrhoden. Sämtliche Routen sind leicht verständlich beschrieben, und Planskizzen, Merkpunkte, Höhenprofil und viele Fotos bilden eine wertvolle Ergänzung. Auch Marschzeit und

Schwierigkeitsgrad sowie Hinweise auf den öffentlichen Verkehr, auf Parkplätze und auf Wirtschaften am Weg fehlen nicht. Im Erlebnis Waldegg neue Kräfte tanken Die Rundwanderung beginnt beim Bahnhof Speicher und führt auf lauschigen Wegen hinüber zum Landsgemeindeplatz von Trogen. Via Sand und Unterbach wird jetzt zur Hohen Buche aufgestiegen (höchster Punkt, 1130 Meter ü.M.). Nach einem erholsamen Abstieg wird mit der Beckenmüli auf Teufner Gemeindegebiet der tiefste Punkt der Wanderung (823 M.ü.M.) erreicht. Vorbei an den Wei-

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lern Gäleren und Obergäleren erfolgt jetzt der Aufstieg zum Ziel Waldegg (986 Meter über Meer). Hier empfiehlt der Wanderführer eine Einkehr, um bei Speis und Trank, aber auch beim Genuss der herrlichen Aussicht auf den Alpstein neue Kräfte zu tanken. Über den Höhenzug des Horsts wird anschliessend den Wegweisern in Richtung Speicher gefolgt, und schon bald ist der Ausgangspunkt erreicht. Peter Eggenberger Wanderparadies Appenzellerland, von Marcel Steiner, 336 Seiten, Taschenbuchformat, Fr. 42.– , Appenzeller Verlag, Herisau, im Buchhandel, an Kiosken und in Verkehrsbüros.


Singe, wem Gesang gegeben Oft möchten Sie, liebe Gäste, die Lieder unserer Jodlerin und Handörgeli-Virtuosin Käthy Zieri spontan mitsingen. Woran Käthi natürlich ihre helle Freude hat. Auch ihren Papagei freut’s, sofern einmal mit ins Erlebnis Waldegg geflogen. Die erste Strophe klappt noch wie am Sängerfest, aber wie geht dann auch schon wieder die zweite? Der Waldegg Kalender hilft weiterhin aus dieser Patsche und präsentiert in jeder Ausgabe einige Liedertexte. Die Sängerinnen und Sänger stärken sich und lassen es dann laut erschallen! All’s was bruchsch

Wenn wir erklimmen

1. Ich kenn en junge Maa, vo dem chasch alles ha, er hät e grosses Huus und chunt bi allem drus. I ha denn zenem gseit, weisch du en guete Rat, wie’s mier üf üserer Welt, chönd schöner ha?

1. Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen, steigen dem Gipfelkreuz zu. In unsern Herzen brennt eine Sehnsucht, die lässt uns nimmermehr in Ruh.

Refrain All’s was bruchsch uf dr Welt das isch Liebi, frohi Stunde und en guete Fründ. Alls was bruchsch uf dr Welt hesch du selber, tue’s verschenke und freu dich dra. Jodel

Refrain Herrliche Berge, sonnige Höhen, Bergvagabun den sind wir, ja wir ….. 2. Mit Seil und Haken, den Tod im Nacken Hängen wir an der steilen Wand. Edelweiss blühen, Herzen erglühen, vorbei geht’s mit sicherer Hand.

2. Ich kenn en alte Ma, mit lange wiise Haar, er hät kei Hab und Guet, doch immer frohe Muet. Ich ha denn zenem gseit, weisch du en guete Rat, wie’s mier uf üserer Welt, chönd schöner ha?

Refrain Herrliche Berge, sonnige Höhen, Bergvagabun den sind wir, ja wir …..

Refrain All’s was bruchsch uf dr Welt das isch Liebi, frohi Stunde und en guete Fründ. Alls was bruchsch uf dr Welt hesch du selber, tue’s verschenke und freu dich dra. Jodel

3. Fels ist bezwungen, Freiheit errungen, ei wie so schön ist die Welt. Handschlag und Lächeln, Mühen vergessen, alles vom Herrgott bestellt. Refrain Herrliche Berge, sonnige Höhen, Bergvagabunden sind wir, ja wir …. 4. Beim Abendglühen heimwärts wir ziehen, Berge, sie leuchten so rot. Wir kommen wieder, denn wir sind Brüder, Brüder auf Leben und Tod. Lebt wohl ihr Berge, sonnige Höhen, Bergvagabunden sind treu, ja treu

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Willkommen im Höhenrestaurant. Erleben Sie eine ganz besondere Atmosphäre. Liebe Gäste Seit 1948 wirtet die Familie Dörig auf der Waldegg. Erstaunlich nur, dass der heutige Wirt, Chläus Dörig, dies erst in zweiter Generation tut. Einewäg: Eine lange Zeit, mehr als 60 Jahre. Man kann sie bereits in Jahrhunderten messen: Mehr als ein halbes! Ich erinnere mich nicht an meinen ersten Besuch auf der Waldegg, auch das ist (zu) lange her. Ich sehe aber noch die Samstagnachmittage vor mir, die ich als St. Galler Kantonsschüler in den späten Sechzigern zusammen mit meinen Schulgspänli jassend im Gartenrestaurant verbracht habe. Oft ging damals mit dem letzten Schluck Saft auch das Sackgeld zur Neige. Wir sassen auf den rauen Holzbänken, deren Pfosten direkt in die Wiese eingeschlagen waren, und klopften die Trümpfe auf den Tisch. Wenn wir ganz gut bei Kasse

waren, reichte es vor dem Heimweg für eine stärkende Bratwurst mit Rösti. Beim Abmarsch Richtung Santjörgen haben wir uns jeweils artig von Wirtin Rosa Dörig verabschiedet. Dabei hat einmal einer von uns – es war an einem gutbetuchten Tag, es reichte für mehrere Säfte – vor lauten Artigkeit sogar das Bein gebrochen. Dort, wo noch heute die Strasse zum Bädli beginnt. Die Beiz oben am Eggen Höhenweg war schon damals etwas ganz Besonderes, irgendwie einfach toll. Die Wirtsleute, die gemütliche Stube, die wunderbare Aussicht, der Garten, die vielen Bekannten, die man oft antraf, Freunde, die es nur geworden waren, weil sie auch auf der Waldegg verkehrten. Die Kantonsgrenze, unterstrichen vom Dialekt der Familie Dörig, verlieh der Waldegg für uns Städter sogar einen leicht exotischen Anstrich. – 32 –

Inzwischen, es sind seither immerhin mehr als vierzig Jahre vergangen, gehe ich nicht einfach mehr "auf die Waldegg". So einfach ist das nicht mehr. Vieles hat sich geändert. Aber eines ist geblieben: Das Waldegg-Gefühl, das WaldeggChribbelen. Es gibt hier oben nicht mehr einfach eine Landbeiz mit Gartenwirtschaft, sondern eine Vorzeige-Erlebnis-Gastronomie, mit entsprechendem Namen, Erlebnis Waldegg halt, mit Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli, Tintelompe und – eben und gottlob – dem "Höhenrestaurant". So nennt sich nun der Teil von Dörigs Erlebniswelt, der früher "die Waldegg" war. Für mich ist es halt immer noch ein bisschen die alte Waldegg. Da ist immer noch das Chribbelen drin. Trotz dem neumodischen NostalgieSchnuggebock, dem heimeligen Lädeli von Tante Emma und dem umwerfend lustigen alten Schulzimmer namens Tintelompe.


Natürlich schaut das Höhenrestaurant nicht mehr gleich drein wie vor vier Jahrzehnten die alte Waldegg. Aber es dient immer noch dem gleichen Zweck, funktioniert noch (fast) wie damals. Die Gartenwirtschaft ist viel grösser, viel schöner, gepflegter geworden, der Boden ist gepflästert. Statt einer Gireizi gibt’s nun einen tollen Kinderspielplatz und sogar einen leibhaftigen Streichelzoo. Alles top, alles auf dem neusten Stand. Aber die umwerfende Aussicht ist geblieben, der Säntis steht noch am alten Ort, die mächtigen Eschen werfen noch immer ihren Schatten auf die fröhlichen Zecher. Noch immer gilt, dass es kaum Schöneres gibt, als auf der Waldegg, äh, im Garten des Höhenrestaurants zu höcklen und dem Herrgott bei einem Glas Saft den Tag zu stehlen! Auch drinnen ist vieles neu. Aber auch hier weht noch der alte Geist. Es waldegglet immer noch ghörig. Und das ist gut so. Wenn ich nach längerem Auslandsaufenthalt in Kloten lande, dann zieht’s

mich automatisch nach Teufen ins Höhenrestaurant. Erst wenn ich dann hier sitze und eine Bratwurst mit Rösti vor mir habe, bin ich wieder richtig zu Hause. Die könnte ich auch drunten in der Stadt haben, aber nein, es muss auf der Waldegg, äh, im Höhenrestaurant sein. Wenn ich vom Schnuggebock her ins Restaurant trete, streift mein Blick dann oft eine festlich gedeckte Tafel im Saal. Wird heute geheiratet, oder wird ein Geburtstag gefeiert oder ein Diplom? Ich erinnere mich spontan an die vielen frohen Stunden, die schönen Familienfeste. Ganz früher war es sogar in unserer Clique Tradition, den Silvester hier zu zelebrieren. Der runde Geburtstag von Oma Gret kommt mir in den Sinn. Oder die exquisiten Nachtessen im kleinen Familienkreis am runden Tisch. Mir läuft das Wasser im Nachhinein noch im Mund zusammen. Der Ort hier, die Waldegg, das Höhenrestaurant ist einfach nur mit guten Erinnerungen verbunden. Hoffentlich geht es vielen anderen – 33 –

Leuten auch so wie mir: Habe ich Grund zum feiern, Grund zur Freude, dann kommt mir automatisch die Waldegg in den Sinn. Es ist ganz toll, was Chläus Dörig und seine Frau Anita aus der alten Waldegg gemacht haben, nein, es ist umwerfend. Damit man die vier Betriebe, Restaurant, Schnuggebock, Tante Emmas Ladebeizli und Tintelompe, auseinander halten kann, heisst jetzt der Kern des Ganzen halt "Höhenrestaurant". Aber, ehrlich gesagt, es ist halt immer noch das Original, der Ort, wo alles angefangen hat, immer noch mein Lieblingsplatz im Erlebnis Waldegg. Ich bringe das originale Waldegg-Chribbelen einfach nicht weg! Roland Kink, momentan Waldeggschreiber und WaldeggFan seit 1965


Willkommen in Tante Emmas Ladebeizli. Geniessen Sie ein währschaftes Essen im alten Spezerei-Lädeli Liebe Gäste Früher beherbergte die Waldegg neben der Puurebeiz auch noch eine Bäckerei. Sie wurde aber bereits 1934 geschlossen. Als die Dörigs 1948 vom Alten Säntis runter kamen, fanden sie denn auch einen vergessenen Raum vor, ausgerüstet mit der alten Bäckerei-Verkaufstheke und Gestellen. Ihre Magd, die gute Emma, die schon auf dem Säntis für die Familie gearbeitet hatte, fing auf Geheiss von Vater Dörig an, neben der Wirtschaft im alten Bäckereilokal einen Spezereiladen zu führen. Sie tat das mit immer grösseren Erfolg. Ab und zu machte sie sogar den Dörigs Konkurrenz, wenn sie für ihre Kunden einen Alpenklüpler mit einem Glas Most gleich im Lädeli auftischte. Das war nicht schlimm, denn sie lieferte ja das dabei verdiente Geld immer brav an den Meister ab. Emma verliess ihren Laden wegen einer furchtbar un-

glücklichen Liebschaft und machte sich auf die Walz. Er wurde geschlossen, die Dörigs hatten inzwischen mit dem Restaurant und der Landwirtschaft genügend viel zu tun. Emma kam in halb Europa herum. Schliesslich wurde sie aber vom Heimweh gepackt, und sie kehrte zurück in ihr Lädeli, das plötzlich wieder zum Laufen kam. Nach ihrem Tod im Jahre 2004 schlossen sich seine Türen erneut. Wiederum schien es, dass Tante Emmas Laden in Vergessenheit geraten sollte. Weil sie damals in die Fremde ging und ihr Lädeli geschlossen wurde, dachten die Dörigs nie daran, es zu verändern oder zu renovieren. Alles blieb, wie es früher war. Und erneut legte sich eine Staubschicht über Emmas Reich. Zwei Jahre später tauchte auf der Waldegg Fässlers Hanjock, ein Schulfreund von Emma auf, der noch Nichts von ihrem Tod gehört hatte. Er wollte nach der Nachricht – 34 –

von ihrem Ableben wenigstens ihr altes Lädeli sehen. Chläus Dörig führte ihn gerne hinein, und sie setzten sich schliesslich für ein Glas Saft an Emmas alten Schanktisch. Durch die offene Türe strömte zufällig eine Gruppe von Zürchern hinein, die ob den alten Plakaten, Dosen, Bonbonnieren und all den anderen Dingen in lautes "ah!" und "oh!" ausbrach: "Da möchten wir auch ein Zvieri nehmen und die Atmosphäre des alten Ladens geniessen!" "Ja, dann, wieso eigentlich nicht?", dachte sich ob der Begeisterung der Gäste Chläus Dörig – Tante Emmas Ladebeizlli war geboren! Und seither erfreut es sich grosser Beliebtheit. Zu seiner Atmosphäre passen natürlich die währschaften Schlemmereien aus Grosis Küche, wie sie auf der Schnuggebock-Speiskarte stehen. Diese werden darum auch in Tante Emmas Spezereilädeli aufgetischt. (rk)


Willkommen im Tintelompe. Fühlen Sie sich wieder einmal als Luusmeiteli oder Luusbueb. Liebe Gäste Da sitzen Sie nun in einer alten Schulbank. Eine mit dem grossen Deckel zum Auflupfen. Das Tintegütterli ist noch geschlossen, Schiefertafel und Griffelschachtel liegen bereit. Die kleine Welt des Appenzellerlands lugt zum Fenster herein, die grosse mit Amerika in der Mitte schaut von der aufgerollten Karte neben dem Lehrerpodest auf Dich hinunter. Ja, nun wirst Du nicht mehr per "Sie" angesprochen. Jetzt bist Du wieder in der vierten Klasse, wie alle Deine Gspänli rund um Dich herum im Tintelompe. So heisst Dein nostalgisches Schulzimmer. Den Töni hast Du ja draussen aufgehängt und das Heft mit den exakt gemachten Ufzgi vor Dir ausgebreitet. Wer ist ächt heute der Lehrer? Fräulein Heierli soll ja ins Welschland gezügelt sein! Eine gestrenge Person kommt bestimmt! Entweder Herr Lehrer Max Bünzli, Herr Leh-

rer Schorsch Hösli oder Herr Lehrer August Solenthaler. Was hat das Schulsekretariat ächt wieder gemänätscht? Hoffentlich nicht der Bünzli, das ist nämlich nicht nur der dickste, sondern auch der strengste! Aber dem spiele ich dann schon einen Streich. Der merkt fast nie, wenn einer ein speuznasses Fliessblatt-Chügeli an die Decke spickt! Schön wäre es, wenn einmal eines nach dem trocknen ihm gerade in den Hemperkragen fallen würde! Aber nu, heute haben wir ja wieder das ganze Programm. Schönschreiben, Heimatkunde, Rechnen, Singen. Und am Schluss soll sogar noch ein Photograph kommen! Das wussten ja alle. Aber schau Dir mal das Anneli im vordersten Bank an, die eingebildete Trucke: So schön hatte sie ihre Zöpfe noch nie geflochten! Wenn die meint, sie imponiere mir, dann, gixgäbeli, hat sie sich aber schampar getäuscht, die blöde Kuh! Au, bin auch ich blöd, jetzt habe ich wieder – 35 –

zuviel Dialektwörter gebraucht. Isch doch glich! Heute müssen wir ja keinen Aufsatz schreiben. Und sowieso, wenn der Bünzli verrückt wird, schnorrt er uns amigs auch auf Schwizertütsch an! Wenn Sie, liebe Gäste, (wieder in der Höflichkeitsform) auch nochmals in die vierte Klasse gehen und viel Gescheites lernen wollen, dann ist der Tintelompe genau das Richtige. Alle, die es bisher gewagt haben, sprachen am Schluss von der wohl vergnüglichsten Schulstunde ihres Lebens. Und, übrigens, der Tintelompe steht ja im Erlebnis Waldegg. Deshalb gibt es in der Pause mehr als nur ein Püürli. Das wäre dann noch: Unter diesem Dach fast verhungern! Das Schulessen ist mehr als antigruusig! Eines müssen Sie allerdings vor dem TintelompeBesuch tun: Ihre Gruppe von 10 bis 30 Personen zeitig beim Schulsekretariat anmelden. (rk)


Herbstmonat

IX. Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

1 2 3 4 5

Verena Degenhard Theodos Esther 14. Herkules

i02h   i09h   i12h 

-Lauf Aufg.

23.18 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 0.14 1.22 2.38

35. Woche

Von 10 Aussätzigen Luk. 17

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

6 7 8 9 10 11 12

36. Woche

Vom ungerechten Mammon Matth. 6

Untrg.

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

14.55  19.22 15.55  16.47 17.30  18.06

Anfangs unfreundliche Witte-

37. Woche

Vom Toten zu Naim Luk. 7

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

20 21 22 23 24 25 26

Innozenz Matthäus Mauriz Thekla Liber, Robert Kleophas 17. Ziprian

i22h i11h   i22h  

38. Woche

Vom WassersĂźchtigen Luk. 14

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag

27 28 29 30

Kosmus Wenzeslaus Michael Hieronymus

 i08h   i16h 

13.22 13.19 13.15 13.12 13.09

Sonnenaufgang 6.47 Untergang 19.56

Magnus  4.00 18.36 i12h  5.24 19.02 rung. Regina Mariä Geburt  6.48 19.26  12.30,  erdnah i11h  8.12 19.51 Hernach Egidi, Lilly  9.35 20.17  zeigt Sergi i11h 10.57 20.46 ,  sich Regula 15. Tobias 12.16 21.21 angenehmes,

Montag 13 Hektor i15h

Anbruch des Tages um 5.25 Dienstag

14 KreuzerhĂśhung Mittwoch 15 Fronfasten

i23h Donnerstag 16 Joel Freitag 17 Lambert Samstag i10h

18 Rosa Sonntag 19 Eidg. Bettag

TagesLänge

13.06 13.02 12.59 12.56 12.52 12.49 12.46

Sonnenaufgang 6.56 Untergang 19.42

13.29 22.03 12.42 Abschied um 21.10 Alter Herbstmonat 14. 14.33 22.53 12.39 15.27 23.50  7.50,  sonniges 12.35 16.11 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;  12.32 16.46 0.52 Wetter. 12.29 17.14 1.57 Dann 12.25 17.37 3.03  am Morgen 12.22 Sonnenaufgang 7.05 Untergang 19.27

17.58 4.07 18.16 5.10 18.35 6.14 18.53 7.17 19.13 8.21 19.35 9.27 20.02 10.34

 folgen  erdfern, , 



einige trĂźbe  11.17,  in , im gr. [Glanz, , 

12.19 12.15 12.12 12.09 12.05 Tage. 12.02 Meistens 11.58

Sonnenaufgang 7.15 Untergang 19.13

20.35 21.16 22.07 23.09

11.40 12.46 13.46 ,  14.40

11.55 unbeständiges 11.52

Vom 28. März frßh bis zum 31. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in  am 23. um 5.09 Uhr: Tagundnachtgleiche, Herbstanfang

â&#x20AC;&#x201C; 36 â&#x20AC;&#x201C;

11.48 Wetter. 11.45


Willkommen im Schnuggebock! Erleben Sie eine ganz besondere Zeitreise Liebe Gäste Wenn Sie durch das Tennstor des Schnuggebock getreten sind, haben Sie eine Zeitreise hinter sich. Willkommen in der Gemütlichkeit des guten alten Damals! Sie lassen die Hektik des heutigen Alltags hinter sich zurück und befinden sich nun plötzlich im heimeligen Bauernhaus der Familie Dörig in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Alles ist herausgeputzt, die vielen Dinge des täglichen Gebrauchs sind auf der Vorbrugg fein säuberlich geordnet. Sie haben’s gut getroffen: Heute ist bei Dörigs ein Festtag, fast hundert Gäste werden erwartet! Normalerweise deckt Mutter Dörig für die Familie nur in der guten Stube auf, aber heute! Weil ein Bruder von Vater Sepp nach mehr als 20 Jahren in Amerika (er war ein gefragter Melker in New Glarus im Staat Wisconsin) in

die Heimat zurück gekommen ist, wurden zu seiner Begrüssung auch die entferntesten Verwandten eingeladen. Da reicht die Stube natürlich nirgends hin. Alle anderen Räume wurden ebenfalls festlich hergerichtet, sogar im speziell gefegten Stall sind einige Tische aufgestellt und festlich gedeckt. Auch in der Küche, oben im Schloff und in den Kammern der Magd und des Knechts laden die Gedecke zum Zue-Hocken ein. Nun sind aber die Tische ausgegangen. Darum ist der Vater mit der ganzen Familie rasch hinüber zu Kollers Bisch. Der Nachbar hat sicher noch einige Tische oder Bretter und Böckli für Dörigs Fest vorig. Gleich werden alle schwer beladen zurückkommen! Inzwischen, liebe Gäste, sehen Sie sich doch einmal im Schnuggebock um. Schauen Sie, wie Dörigs ihr Haus einfach aber dennoch festlich vorbereitet haben. Streunen – 37 –

Sie kurz von der Vorbrogg durch Stall und Stube zur Küche, schlüpfen Sie rasch hoch in den Schloff, güxlen Sie in die beiden Firstkammern. Und dann schreiten Sie die knarrende Treppe wieder hinunter und sehen Sie sich im Keller das Läubli und den Ausgang in den Wald, den Vorratskeller und natürlich auch die Alpkäserei an. Vielleicht verschwatzen Dörigs drüben bei Kollers noch eine Weile, und sie haben sicher nichts gegen ihren Rundgang durch den Schnuggebock. Dörigs erwarten schliesslich so viele Gäste wie noch nie zuvor. Da mag’s doch auch noch Sie leiden! Treten Sie ein und schauen Sie sich um! Fast sicher gefällt es Ihnen so sehr, dass Sie klammheimlich an einem der Tischchen Platz nehmen und hoffen, dass Sie unter den vielen Gästen unerkannt bleiben. Dann bekommen Sie doch auch einen Teller voller Köstlichkeiten aus Mutter Dörigs Küche ab!


Freitag Samstag Sonntag 39. Woche

Franz Plazid Angela Judith Pelagius Dionis 19. Gideon

Vom Gutschlägigen

i22h   i22h    i22h i24h

Matth. 9

i16h

i17h    i05h   i05h

18 19 20 21 22 23 24

42. Woche

KĂśnigssohn krank Joh. 4

TagesLänge

11.41 Auf 11.38 anfangs 11.35

17.00 17.25 17.49 18.15 18.43 19.16 19.56

schĂśnes 11.31 folgt 11.28

 erdnah  20.45

11.25 reg- 11.21 nerisches 11.18 Wetter. 11.15

 

11.11

Sonnenaufgang 7.34 Untergang 18.45

12.16 20.44

13.17 21.40 

i06h 14.06 22.42 

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

Krispin Armand Sabina Simon, Judas Narzissus Alois 22. Wolfgang

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

Sonnenaufgang 7.24 Untergang 18.59

2.57 4.18 5.40 7.03 8.26 9.48 11.06

Abschied um 20.07 14.45 23.47 23.28 15.15 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 15.41 0.52 16.02 1.57

Hochzeitliches Kleid Matth. 22

Lukas Ferdinand Wendelin Ursula Kordula Maximus 21. Salome

Untrg.

â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 15.25  5.52, ,  0.20 16.02 1.37 16.33

Vornehmstes Gebot Matth. 22

Montag 11 Burkhard Dienstag 12 Gerold Mittwoch 13 Kolman Anbruch des Tages um 6.08 Donnerstag 14 Hedwig Freitag 15 Theresia Samstag 16 Gallus Sonntag 17 20. Justus 41. Woche

Aufg.

1 Remigi  i20h  2 Leodegar 3 18. Rosenkranzfest 

Montag 4 Dienstag 5 Mittwoch 6 Donnerstag 7 Freitag 8 Samstag 9 Sonntag 10 40. Woche

-Lauf

Weinmonat

X.

Dann 11.08 folgen 11.05 Tage 11.01

Alter Weinmonat 14. mit 10.58 un- 10.55 beständiger, 10.51 mehr 10.48

Sonnenaufgang 7.44 Untergang 18.32

16.22 16.40 16.58 17.18 17.40 18.06 18.37

3.01 ,  erdfern 4.04 5.08 ,  6.12 7.17 8.24  3.37,  in  9.31

10.45 10.42 10.38 10.35 10.32 10.29 das 10.25

kĂźhler Witterung. Gegen

Sonnenaufgang 7.54 Untergang 18.19

   i21h    i03h   i14h

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

25 26 27 28 29 30 31

43. Woche

Des KĂśnigs Rechnung Matth. 18

19.16 20.05 21.03 22.11 23.24 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 0.41

10.38 11.40 12.36 13.23 14.02 14.34 14.01

10.22 10.19  10.16  10.13  (untere) 10.10  14.46 angenehme 10.07 Tage. 10.03 Ende zeigen sich sonnige,

Sonnenaufgang 7.04 Untergang 17.07

Vom 28. März frßh bis zum 31. Oktober frßh sind die Zeiten in Sommerzeit ausgedrßckt. Sonne in  am 23. um 14.36 Uhr.

â&#x20AC;&#x201C; 38 â&#x20AC;&#x201C;


Alles ist echt appenzellisch in Grosi Dörigs altem Bauernhaus. Nur der Name nicht. Dafür ist er speziell, es gibt ihn nur hier. Er wurde extra erfunden, natürlich bei einem Römer vergorenen Rebensaft. Namenspaten waren die Heidschnucken, die behörnten Schafe der Lüneburger Heide, die rund um die Waldegg friedlich grasen. Mögen Sie’s auch friedlich haben, wenn Sie die Zeitreise in den Schnuggebock hinter sich haben! Viel Vergnügen in der Gemütlichkeit der guten alten Zeit! Schnuggebock-Rundgang Wir haben streng darauf geachtet, dass wir Ihnen, liebe Gäste, ein wirklich nostalgisches Erlebnis bieten können, bei dem jedes auch noch so kleine Detail stimmt. Durch die Bedürfnisse von Küche und Service (und infolge der modernen Bauvorschriften) sind die Räume unseres Bauernhauses jedoch etwas anders angeordnet als gewohnt. Durch die Wiederverwendung des Holzes von fünf abgebro-

chenen Appenzeller Häusern konnte jedoch eine absolut authentische Atmosphäre geschaffen werden. Überzeugen Sie sich doch bitte selbst davon und, wie gesagt, schauen Sie, wie die Familie von Rösli und Sepp ihr Haus auf das ganz grosse Familienfest vorbereitet haben.

Vorbrogg, Brögi, Ten und Tierlistall Durch das Tennstor des Schnuggebocks treten Sie auf die Vorbrogg, hinter der sich der Stall befindet. Im Appenzellischen bezeichnet man als Brogg den Ort, auf dem die Kühe an der Futterkrippe stehen. Daher also der Name Vor-Brogg. Hier bewahrt der Bauer all’ die Dinge des täglichen Bedarfs auf. Über Ihren Köpfen befindet sich die Brögi, eine Art Ablage für Strohballen, Zaunpfähle und andere Stecken (Brögel). Links vorne ist das Tenn angedeutet, darüber türmt sich der Heustock. Hier sehen Sie, wie auch in anderen Winkeln des – 39 –

Schnuggebock Bèèchüe herumstehen. Das sind aus Jungtannen-Stämmen geschnitzte einfache Spielzeug-Kühe mit langen Bèè, (Beinen). Im Appenzeller Bauernhaus ist das Tenn kleiner als in anderen Gegenden. Es wird hier nur als Futtergang zwischen den Gross- und Kleinviehställen genutzt und nicht auch als Dreschbühne wie in Gebieten mit Ackerbau. Eine besondere Attraktion ist der moderne Tierlistall. Der sieht natürlich anders aus als in einem alten Bauernhaus, denn er muss den strengen Hygiene-Vorschriften eines Restaurants genügen. Er ist nur von aussen zugänglich und gegen den Gästebereich hin hermetisch versiegelt. Hoffentlich haben Sie Freude an der Fäärlisau mit ihren kleinen Säuli! Der eigentliche Stall, dort wo jetzt Sie genüsslich an den Tischen auf der Brogg sitzen, ist, wie das ganze Innere des Schnuggebock, sorgfältig nach alter Tradition gebaut. Für den gestrickten Stallstock


Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag 44. Woche

-Lauf

Wintermonat

XI. 1 2 3 4 5 6 7

Aller Heiligen i05h  Aller Seelen  Theophil i06h  Sigmund  i07h Emerich Leonhard 23. Reform.-fest i09h

Vom Zinsgroschen

Montag 8 Klaudi Dienstag 9 Theodor Mittwoch 10 Louisa Donnerstag 11 Martin Freitag 12 Emil Samstag 13 Wibrath Anbruch des Tages um 5.50 Sonntag 14 24. Friedrich

Aufg.

Untrg.

0.59 2.17 3.37 4.57 6.18 7.38 8.53

14.26 14.50 15.14 15.40 16.10 16.47 17.32

Matth. 22

Sonnige 10.00 Tage. 9.57

 erdnah

  5.52

wird rechtläufig

i15h i24h

10.00 18.25 ,  10.55 19.26 11.39 20.32 12.14 21.38 12.42 22.44 13.05 23.49  17.39 Abschied um 18.21

i11h 13.25 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 

Obersten TĂśchterlein Matth. 9

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

15 16 17 18 19 20 21

Es folgt kĂźhle,

9.54 9.51 9.48 9.45 9.43

46. Woche

Greuel der VerwĂźstung Matth. 24

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

22 23 24 25 26 27 28

47. Woche

Vom Einzug Jesu in Jerusalem Matth. 21

Montag Dienstag

29 Agrikola 30 Andreas

9.40 9.37 Witte- 9.34 rung. 9.31 9.29 Mit- 9.26 Alter Wintermonat 14. unter 9.23 trĂźbe

Sonnenaufgang 7.25 Untergang 16.48

Albert, Leopold Otmar 24h   Berthold Eugen  Elisabeth  11h  Kolumban  25. Mariä Opfer 20h 

  i02h    07h   i11h 

TagesLänge

Sonnenaufgang 7.15 Untergang 16.58

45. Woche

Cäcilia Klemens Salesi Katharina Konrad Jeremias 1. Advent

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

13.44 14.03 14.22 14.43 15.07 15.37 16.13

0.53 1.56 2.59 4.04 5.10 6.18 7.25

 erdfern  

Schneefall.

wird rechtläufig

Dann zeigt

 18.27, 

9.21 9.18 9.15 9.13 9.11 9.08 9.06

Sonnenaufgang 7.35 Untergang 16.41

17.00 17.56 19.02 20.15 21.31 22.48 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C;

8.30 9.30 10.20 11.02 11.37 12.05 12.30

in   

â&#x20AC;&#x201C; 40 â&#x20AC;&#x201C;

vorherrschend trĂźbes, ziemlich

 21.37

9.04 9.01 8.59 8.57 8.55 8.53 8.51

Sonnenaufgang 7.45 Untergang 16.36

 0.05 12.53 i13h  1.22 13.16  erdnah

Sonne in  am 22. um 11.15 Uhr.

sich

mildes Wetter.

8.49 8.48


wurden extra alte Zimmerleute reaktiviert. Ihnen bei der Handarbeit zuzusehen war ein beinahe museales Vergnügen. Noch in den Dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren die Kühe deutlich kleiner als ihre heutigen TurboSchwestern. Deshalb ist auch die beidseitige Brogg viel kürzer als es die heutigen Standplätze sind. Von der Decke hängen die Schnüre zum Anbinden der Kuhschwänze. Auch der aus Amerika zurückgekehrte Bruder (er nennt sich übrigens nicht mehr Hansli, sondern "Little Johnny") liebt es nicht, wenn er beim Melken die Pinsel ins Gesicht geschlagen erhält. Die Namenstafeln über der Krippe sind nicht für die Serviermägde gedacht, sondern es sind die Namen der Kühe. Auch heute noch findet man diese Tafeln im Appenzeller Stall. Der Stallgang zwischen den beiden Broggen, der Fletschlig (Mistgraben) ist natürlich nicht vorbildrichtig mit Kuhfladen gefüllt, sonder blitzsauber geputzt, damit Sie trockenen und sauberen Fusses in die gute Stube gelangen können.

Stube und Küche Die Stube ist etwas voluminöser geraten als im normalen Appenzellerhaus, damit sich auch eine grössere Anzahl Gäste an ihr erfreuen kann. Im Zentrum steht der grüne Kachelofen und darum herum die typischen Möbel und ein Haufen Krimskrams, der Grosis Stube so gemütlich macht. Den Dörigs scheint es recht gut zu gehen, denn nur gut situierte Familien können sich hierzulande ein gestemmtes Täfer in der Stube leisten. Sieht man sich um, kommt einem sofort das Bild des sein Lindauerli paffenden Grossvaters in den Sinn, und man stellt sich Grosi vor, die Füsse auf einem Schemeli, umwickelt mit einer selbst gelismeten Wolldecke. Selbstverständlich schnurrt ein zufrieden blinzelndes Büsi zwischen den beiden alten Leutchen. Etwas kleiner und einladend zum gemütlichen ZusammenHöcklen am grossen Holztisch, ist die Küche gebaut. Aber auch hier fehlen die alten Utensilien und Details – 41 –

nicht, die Sie zum Schwärmen von der guten alten Zeit verleiten sollen. Man spürt förmlich, wie es wohlig wird, wenn die ganze Familie zusammen in der Küche sitzt. Die Mutter steht am Herd, das Abendessen dampft schon in den alten Gusspfannen und erfüllt jede Ritze mit währschaften Düften. Die Kinder sitzen am Tisch und spielen Eile mit Weile. Zwischendurch gibt’s einen lauten Streit, weil die roten Töggeli gleich zu dritt auf einer Bank eine Sperre errichtet haben. Das gilt doch nicht, drei! Nur zwei auf ’s Mal! Probieren Sie doch das alte Spiel auch wieder einmal aus. Es liegt im Schnuggebock überall auf. Aber bitte nicht zu laut streiten, sonst rennt noch der Bläss davon! Ihr Rundgang führt Sie aus der Küche wieder auf die Vorbrogg.

Schloff mit Mägde- und Chnechte-Chammeren Oben an der urchigen Treppe mit der Falltür treten Sie in


Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

-Lauf

Christmonat

XII. 1 2 3 4 5

Fronfasten Xaver Luzi Barbara 2. Advent

 i16h i19h

48. Woche

Zeichen des Gerichtes Luk. 21

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

6 7 8 9 10 11 12

49. Woche

Johannes im Gefängnis Matth. 11

Untrg.

Himmels-Erscheinung und mutmassliche Witterung

TagesLänge

2.39 3.57 5.15 6.31 7.41

13.41 14.09 14.41 15.22 16.11

 am Abend,  Es  zeigt sich im grĂśssten Glanz 18.36 trĂźbes

8.46 8.44 8.43 8.41 8.40

Sonnenaufgang 7.53 Untergang 16.33

Nikolaus

Enoch, Agnes i00h Mariä Empfängnis Willibald i09h

Walter

i20h Waldemar 3. Advent

Montag 13 Luzia, Jost Anbruch des Tages um 6.23 Dienstag 14 Niklas Mittwoch 15 Abraham Donnerstag 16 Adelheid Freitag 17 Notker Samstag 18 Wunibald Sonntag 19 4. Advent

Aufg.

8.42 9.31 10.10 10.41 11.07 11.29 11.48

12.06 i08h   i20h    i05h 

â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 14.59,  erdfern 8.31 Alter Christmonat 14. Abschied um 18.11 12.25 0.45 ,  8.30 12.45 1.48 sonnige 8.30 13.08 2.53 8.29 13.34 4.00 Witterung 8.29 14.08 5.08 8.28 14.50 6.14 8.28

Zeugnis Johannes Joh. 1

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

20 21 22 23 24 25 26

51. Woche

Joseph und Maria verwundern sich Luk. 2

27 28 29 30 31

Sonnenaufgang 8.06 Untergang 16.34

Achilles  Thomas i10h  Florian  Dagobert i14h  Adam, Eva  Christtag i16h  S. n. Weihnachten  Joh. Evang. Kindleintag Jonathan David Silvester

8.38 8.37 8.36 8.35 8.34 8.33 8.32

Sonnenaufgang 8.00 Untergang 16.32

50. Woche

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag

17.09 , wird rechtläufig 18.13 ,  Winter19.20 wetter; 20.28 mitunter 21.34 Schnee22.39  fall. 23.42 Auf

   i22h i19h

15.43 7.17  16.47 8.13  9.14,  17.59 8.59 in  19.17 9.37 20.36 10.08 21.54 10.35  erdnah 23.12 10.59 â&#x20AC;&#x201C;.â&#x20AC;&#x201C; 0.29 1.46 3.02 4.17

trĂźbe. Zeitweise Schneefall.

8.28 8.28 8.28 8.28 8.28 8.28 8.29

Sonnenaufgang 8.09 Untergang 16.38

11.22 11.46  5.19 12.11  12.42 13.18 

Sonne in  am 22. um 0.38 Uhr: Sonnenwende, Winteranfang

â&#x20AC;&#x201C; 42 â&#x20AC;&#x201C;

folgt

Helle, meist kalte Tage.

8.29 8.30 8.30 8.31 8.32


den Schloff (Dachboden). Hinten beim Buffet taucht wieder der Heustock auf. Nüsse und Birnen sind zum Trocknen ausgelegt, auf den Balken über Ihren Köpfen türmt sich das Allerlei des täglichen Lebens. Der Raum mit den vielen Gegenständen, die halt so im Estrich herumstehen, ist so gestaltet, dass im Schnuggebock auch Gesellschaften bewirtet werden können. Beim Aufgang vorne links befindet sich die Kammer der Mägde, und unmittelbar rechts davon jene des Knechts. Das mag ja eine etwas gewagte Anordnung sein. Ja nu, die beiden Kammern eignen sich schliesslich auch als rustikale Separées zu zweit oder für Feste im kleinen Kreis. Läubli, Wald, Keller und Käserei Steigen Sie nun vom Schloff wieder hinunter auf die Vorbrogg und gleich die zweite Treppe bei den drei prächtigen Senntums-Schellen weiter in den Keller. Zuerst gelangen Sie auf den Vorplatz

des Bauernhauses mit gedecktem Brunnen und Stapfete (Zaunübergang). Rechts davon führt eine Türe in den Wald. Das ist der Ort, wo die Mannen auf die Toilette gehen. Es gibt dafür eine Scheiterbeige und ein Schiisi-Hüüsli. Den Frauen steht gleich neben der Waschküche ein separates Läubli zur Verfügung. Da gibt’s zwei Plumpsklos Eines ist nach alter Sitte als Doppelsitzer gebaut, der eine Sitz etwas niedriger als der andere. Nicht zum gemeinsamen Dischgerieren, sondern natürlich für den Fall, dass ein Sprössling mitkommt, der nicht alleine aufs stille Örtchen will. Hinter dem Läubli treten Sie in den Vorratskeller ein. Die Rüebli lugen nur ein bisschen aus der Sandkiste, der Vorratsschrank ist gefüllt und die alte Mausefalle wartet auf scharfzahnige Übeltäter. Gleich daneben die Gestelle mit den Weinen! Grossvaters Stolz. Er plagiert manchmal damit ein bisschen in der Nachbarschaft herum, guten Grund dafür hat er ja, schau– 43 –

en Sie sich die edlen Flaschen an! Lesen Sie hier Ihren Lieblingstropfen aus, den Sie Ihrer Serviermagd zum öffnen übergeben. Geniessen Sie als Belohnung fürs Treppensteigen dann ein Glas trüben Most aus der grossen BallonFlasche. Zuhinterst im Keller finden Sie unsere Alp-Käserei, in der einmal pro Woche auch wirklich gekäst wird. Ist unser Käser zufälligerweise am Chessi, gibt er Ihnen gerne ein Stückchen zum probieren. Die hier mit Liebe und in Handarbeit gemachten Waldegg-Frischkäsli sind natürlich als Beilage zum Aperitif oder als Mitbringsel für die daheim Gebliebenen im Lädeli beim Tennstor erhältlich. Mmmh! Lassen Sie sich, liebe Gäste, nach Ihrem Schnupper-Rundgang nun an Ihrem Tisch nieder und geniessen Sie das nostalgische Erlebnis, als das wir den Schnuggebock für Sie erschaffen haben. Fühlen Sie sich schnuggebockwohl: En guete Hunger und en guete Torscht! (rk)


Finden Sie zur Erlebnisegge des Appenzellerlandes! Mit dem Auto A1-Ausfahrt Nr. 81 SG-Kreuzbleiche Richtung Appenzell. Ende Umfahrung Teufen, beim zweiten Kreisel, Richtung Speicher. 3.2 km bis zur Abzweigung Waldegg (weisser Wegweiser am rechten Strassenrand).

Mit der Bahn Appenzeller Bahn ab St. Galler Hauptbahnhof bis Teufen. Von dort zu Fuss oder per Waldegg-Bus-Abholdienst (auf Bestellung).

Zu Fuss auf dem Eggen Höhenweg: Ab Lustmühle über Schäflisegg (80 Minuten). Ab Teufen Bahnhof über Schäflisegg (60 Minuten) oder über Gählern (50 Minuten). Ab Speicher über Birt - Oberhorst (60 Minuten).

Familie Anita und Chläus Dörig • Teufen AR • Tel. 071 333 12 30 • Fax 071 333 46 61

www.waldegg.ch Gesamtes Erlebnis Waldegg jeden Montag geschlossen

Waldegg Kalender 35/10  

Hauszeitschrift für das Erlebnis Waldegg auf die Monate September, Oktober, November und Dezember 2010

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