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Freitag, 25. Februar 2011 OSTSEE-ZEITUNG.DE /OZ/LOKAL/DBR vom 13.01.2010 00:00

Hafen und Hamburger Michel vereint

Ein Dock von Blohm und Voss mit Schiff, Ladekräne im Hafen, Figuren vom Michel: Nach den Wünschen des Auftraggebers malte Frank Wagner dieses Bild mit Motiven, die typisch für Hamburg sind. Kunst, die sich gut verkauft. Foto: Lutz Werner

Der Kühlungsborner Frank Wagner setzt auf marktfähige Kunst, die sich eng an den Wünschen der Auftraggeber orientiert. Und hat damit großen Erfolg. Kühlungsborn (OZ) - Die Fachschule für Angewandte Kunst, die es damals noch in Heiligendamm gab, wollte ihn nicht. „Zwei Mal abgelehnt“, lacht Frank Wagner heute darüber herzlich. Aber seine Auftraggeber, in seinem Fall kann man getrost Kunden sagen, mögen ihn. Und die Agentur in Berlin und die Galerie in Ahrenshoop, für die er auch regelmäßig arbeitet. „Im Sommer, wenn das Fischland und der Darß voller Urlauber sind, komme ich gar nicht hinterher“, weiß er. Großformatige Arbeiten des 42-jährigen Kühlungsborner Malers werden in der Internet-Kunstbörse artprice so um die 3000 Euro gehandelt. In renommierte Kunsthallen wird es Frank Wagner wohl nicht mehr schaffen. „Das will ich auch gar nicht“, sagt der sympathische, sportliche Typ, der wie ein Gegenentwurf zu Kollegen daherkommt, die sich erst inspirieren lassen und malen und dann über den Verkauf ihrer Arbeiten nachdenken. Wenn überhaupt. „Ich mache marktfähige, an den Wünschen des Auftraggebers orientierte Kunst“, beschreibt Frank Wagner das Segment, das er seit 1995 mit ständig wachsendem Erfolg besetzt hat. Das großformatige Bild im Turmatelier seines neu erbauten Hauses ist typisch für seine Arbeitsweise. Das Haus: mediterraner Stil im nicht eben billigen Wohngebiet „An der alten Gärtnerei“. „Ein Orthopäde aus Hamburg machte Urlaub im Neptun-Hotel in der Strandstraße, wo zwei Bilder von mir hängen. Sie gefielen ihm, er erkundigte sich bei Hotel-Chef Wolfgang Dierck nach mir. Wir kamen in Kontakt.“ Wagner fuhr dann nach Hamburg zum potenziellen Auftraggeber, der ein dekoratives, großes Bild mit für Hamburg typischen Motiven für seine Praxis wünschte. Brachte einige fertige Arbeiten mit, damit der Kunde sich ein Bild von Wagners Malweise machen konnte. „Der Professor war begeistert. Wir einigten uns auf Motive aus dem Hafen — Ladekräne, ein Dock von Blohm und Voss mit Schiff. Dazu habe ich als Collage Portalfiguren vom Hamburger Michel eingefügt.“ Farbenfroh und als Blickfang kommt das Bild daher und die Technik ist typisch für die Arbeitsweise, die Frank Wagner seit 2006 bevorzugt: Öl, gespachtelt auf großformatige Leinwand. „Das ermöglicht sehr schroffe Farbübergänge und schafft interessante Texturen.“ Bis 2006 malte Wagner auch große Wandbilder. Das vielleicht spektakulärste, 2001 entstanden, kann man im Eingangsbereich der Fertigungshallen des Windkraftanlagenherstellers Nordex in Rostock anschauen. „Nordex als globales Unternehmen wurde vom Auftraggeber gewünscht. Das hat er bekommen. Aber mit den Wandbildern habe ich aufgehört. Sie sind vergänglich. Irgendwann wird mal jede Wand saniert.“ Wie jetzt die Villa Rheingold in der Tannenstraße. Wer Frank Wagners opulente, sogar schwülstige szenische Darstellung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ — 1998 entstanden — zur Erinnerung noch einmal fotografieren will, sollte das bald tun. Denn im Zuge des Umbaus des Hauses werden die Nibelungen-Motive dort verschwinden. Der Maler Wagner lacht. „Schwülstig? Ich habe kein Problem damit. Richard Wagner ist nun mal schwülstig. Der Auftraggeber war hoch zufrieden. Und fast jeder große TV-Kanal brachte Bilder von dem Wandbild.“ Bilder von Frank Wagner sind heute von Mallorca über Südfrankreich bis hin nach Sylt zu finden. Und in vielen Kühlungsborner Hotels und Restaurants. Wie im „Rossini“ die spannend-schönen Darstellungen vom Karneval in Italien. LUTZ WERNER 

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