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waagner biro——report Geschäfts bericht 2012


03

waagner-biro Annual report 2012 2011

—bewegung.— — Wer auf internationalen Märkten tätig ist, ist mit ständiger Bewegung konfrontiert. Jede Region stellt unterschiedliche, sich laufend ändernde Herausforderungen. Auch sind Konjunktur-, Preis- und Währungsgefüge in stetigem Wandel. Erfolg hat nur, wer selbst in Bewegung bleibt. So arbeitet Waagner-Biro konsequent an Innovationen und optimiert immer w ­ ieder die eigenen Strukturen, um blitzschnell Chancen auf neuen Märkten realisieren zu können. Dahinter stehen Menschen, die vor allem eines sind: Offen für das Neue. —


kennzahlen 2008—2012 

(1)

ERTRAGSLAGE

in Mio. EUR

Umsatzerlöse davon Inland (%) davon Ausland (%) EBITDA EGT 1, 4) Konzernergebnis ROS EGT (%) ROE EGT (%) 5)

2008

2009

2010

2011

2012

151,6 8,8 91,2 10,9 7,4 17,5 4,9 % 24,3 %

192,4 4,8 95,2 16,7 12,1 8,6 6,3 % 34,6 %

140,8 7,7 92,3 15,1 11,0 7,9 7,8 % 27,5 %

172,0 8,9 91,1 12,5 8,7 7,0 5,1 % 19,9 %

171,8 6,4 93,6 10,1 6,1 4,9 3,6 % 14,1 %

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

in Mio. EUR

Bilanzsumme 5) Anlagevermögen 5) Anlagendeckung (%) 2, 5) Eigenkapital 3, 5) Eigenkapitalquote (%) 5) Investitionen Abschreibungen Cashflow aus dem Ergebnis Cashflow aus dem operativen Bereich

2008

2009

2010

2011

2012

137,4 38,7 94,1 % 30,4 22,1 % 2,3 2,6 9,4 – 2,3

139,1 45,3 91,2 % 35,0 25,2 % 9,9 3,3 16,6 19,0

138,3 48,4 95,0 % 40,0 28,9 % 6,0 3,4 13,8 7,4

149,2 48,1 103,5 % 43,7 29,3 % 2,9 3,2 10,7 11,4

148,3 47,2 106,1 % 43,4 29,3 % 3,1 3,2 9,0 15,1

WEITERE KENNZAHLEN

in Mio. EUR

Mitarbeiter per 31. Dezember (Anzahl) Auftragseingang Auftragsstand 4) 1) vor Firmenwertabschreibung 2) Eigenkapital + Sozialkapital

(= Abfertigungs‑RST + Pensions-RST + Jubiläumsgeld-RST) / Anlagevermögen

3) inklusive Mezzaninkapital

2008

2009

2010

2011

2012

930 206,3 190,0

1.079 172,7 175,9

1.074 218,3 249,9

1.283 146,6 198,6

1.149 195,3 218,1

Überleitung EGT (in Mio. EUR) Ergebnis vor Ertragssteuern +/– Ergebnis aus nicht wiederkehrenden Posten + Firmenwertabschreibung = EGT vor Firmenwertabschreibungen

2008

2009

2010

2011

2012

7,4 – – 7,4

12,1 – – 12,1

11,0 – – 11,0

8,7 – – 8,7

6,1 – – 6,1

5) die Kennzahlen zur Vermögenslage wurden nicht adaptiert


Umsatzerlรถse

Cashflow aus dem Ergebnis

in Mio. EUR

in Mio. EUR

151,6

192,4 140,8

172,0

171,8

16,6

13,8

9,4

2008

2009

2010

2011

2012

2008

2009

EBITDA

Auftragseingang

in Mio. EUR

in Mio. EUR

16,7 10,9

2008

2009

206,3 15,1

2010

12,5

2011

2008

2009

Auftragsstand

in Mio. EUR

in Mio. EUR

2008

8,7

2009

2010

2010

2011

249,9

11,0

7,4

146,6

10,1

2012

2011

218,3 172,7

EGT

12,1

2010

10,7

2011

190,0

175,9

2008

2009

6,1

2012

198,6

2010

2011

9,0

2012

195,3

2012

218,1

2012


02

— Bewegung

218 — STARKE

Mio. € Auftragsstand ­zeigen die Nachfrage nach ­innovativer Technologie.—

— Der erfreuliche Auftragsstand von 218 Mio. EUR ist vor allem Ergebnis unserer Innovationskompetenz, die bei ­Projektentscheidungen immer wieder den Ausschlag gibt. So profiliert sich der Brückenbau mit komplexer Antriebstechnik, die weltweit herausfordernde Projekte beweglicher Brücken ins Haus bringt, oder der Stahlbau mit der Fähigkeit, komplexe Gebäudehüllen in die Realität umzusetzen. Wie beim Capital Gate in Abu Dhabi, dem schiefsten Turm der Welt, für den Waagner-Biro 12.000 unterschiedliche Dreiecksscheiben fertigte. —


waagner-biro Annual report 2012

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04

— Bewegung


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waagner-biro Annual report 2012

38 — Vielfältige

¨ NationalitAten ergeben ¨ ein schlagkrAftiges Ganzes.—

— Konsequent offenes Denken hat Waagner-Biro zu dem gemacht, was es heute ist: Ein Unternehmen mit vielfältigen Kompetenzen, die es in unterschiedlichsten Regionen der Welt zum Einsatz bringt. Diese Vielfalt lebt auch von einer spannenden Mischung der Nationalitäten unserer ­Mitarbeiter, die Tag für Tag ohne Scheu auf Heraus­ forderungen zugehen. Sie sind es, die immer wieder neue Wege beschreiten – wie bei der frei drehenden TeleskopBühne der Mehrzweckhalle Pamplona. Und ­damit immer weitere Märkte erschließen, so wie etwa mit der ersten Schiffsbühne in Japan oder Brücken in Lateinamerika, Afrika oder Südostasien. —


06

— Bewegung

The Crystal London


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waagner-biro Annual report 2012

—INHALT—

Vorwort des Vorstandes

09

UNTERNEHMEN Kurzportrait12 Gruppenstruktur12 Organe13

DAS JAHR 2012 Geschäftsentwicklung16 Human Resources 18 Geschäftsbereiche im Detail 19 Bridge Systems 19 Stage Systems 24 Stahlbau29 Qualter Hall 34 Segmentberichterstattung37 Corporate Responsibility 39 Corporate Governance 39 Compliance39 Corporate Social Responsibility 39 Ausblick41

KonzernABSCHLUSS

Kennzahlen (Flappeninnenseite)

Konzernbilanz44 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 46 Konzern-Gesamtergebnisrechnung47 Konzern-Cashflow-Rechnung48 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 49 Anhang50 Bestätigungsvermerk84 Bericht des Aufsichtsrates 86


08

— Bewegung


09

waagner-biro Annual report 2012

— ein bewegtes Jahr — Sehr geehrte Damen und Herren, 2012 war ein bewegtes Jahr für Waagner-Biro. In vielen Bereichen ist es uns gelungen, unsere Chancen wahrzunehmen. Einige neue Märkte sind hinzugekommen und viel versprechende Produktsegmente konnten erfolgreich ausgebaut werden. Dies führte zu einem Umsatz, der trotz mehrerer Projektverschiebungen mit 171,8 Mio. EUR nahezu ident mit dem Vorjahreswert ist (172,0 Mio. EUR). Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. Während sich der Brückenbau und die britische Beteiligungsgesellschaft Qualter Hall auf Wachstumskurs befinden, mussten wir neben einem geringen Rückgang im Stahlbau vor allem bei der Bühnentechnik eine Verschlechterung bei wesentlichen Kennzahlen hinnehmen, die das Gesamtergebnis der Waagner-Biro Gruppe beeinträchtigten. Mit 6,1 Mio. EUR ist das Gruppen-EGT zwar deutlich positiv, es liegt aber um 30 % unter dem Vorjahreswert (8,7 Mio. EUR). Bei der Bühnentechnik haben wir begonnen, Strukturen zu optimieren. Interne Arbeitsprozesse werden angepasst und so die Flexibilisierung der Waagner-Biro Stage Systems erhöht. Das wurde aufgrund von Projektverschiebungen notwendig, die im Jahr 2012 verstärkt aufgetreten sind. Eine insgesamt sehr gute Auftragslage verschafft der Gruppe den nötigen Rückhalt. So gehen wir mit dem zweithöchsten Auftragsstand der jüngeren Unternehmensgeschichte ins Jahr 2013. Nach 198,6 Mio. EUR steht dieser per 31.12.2012 nun bei 218,1 Mio. EUR (+10 %). Die Waagner-Biro Bridge Systems zeichnete sich 2012 durch das Erschließen neuer Märkte in Kolumbien, Chile und Mozambique aus. Für die Geschäftsentwicklung sogar noch interessanter ist der konsequente Ausbau der Marktstellung bei beweglichen Brückensystemen. Mit der Botlek-Bridge, einer Hubbrücke nahe Rotterdam, konnten wir den größten Einzelauftrag der jüngeren Unternehmensgeschichte im Geschäftsfeld Brückenbau einfahren. Die 2011 eingeleitete Restrukturierung der zum Brückenbau gehörenden Waagner-Biro Gulf zeigt deutliche Fortschritte, die das Jahresergebnis positiv beeinflussten.

Im Stahlbau punktete Waagner-Biro mit der Fertigstellung beeindruckender Einzelprojekte, bei denen das Thema „Nachhaltigkeit“ einen besonderen Stellenwert hat. Ins­ besondere trifft das auf die Fassade der Firmenzentrale der Co-operative Group in Manchester zu und auch auf das Projekt „The Crystal“ in London, ein von Siemens ­betriebenes Zentrum für nachhaltige Stadtentwicklung. Die Höhepunkte für die Bühnentechnik lagen in der Fertigstellung des Musiktheaters Linz sowie der Projekte Bialystok in Polen und des Forum Evolución in Burgos, Spanien. Zudem konnten mehrere Aufträge für Kreuzschifffahrtsbühnen an Land gezogen werden – unter anderem erstmals von einer japanischen Werft. Die britische Qualter Hall bewies mit Großaufträgen, wie etwa für eine Kali-Mine des Herstellers Cleveland Potash und der Sanierung der Thames Barrier nahe London, ihre Wettbewerbsfähigkeit. Diese führt zu einem Rekordergebnis in 2012, das auf einem kontinuierlichen Umsatzwachstum aufbaut. Der vorliegende Geschäftsbericht fällt heuer dünner aus. Wir haben ihn bewusst „entschlackt“. Weiterführende Informationen zu einzelnen Spezialthemen entnehmen Sie unserer umfangreichen Unternehmenswebsite. Wir laden Sie ein, uns online unter www.waagner-biro.com zu ­besuchen und sich während des Jahres über die Neuigkeiten aus unserem Unternehmen auf dem Laufenden zu halten. Unser Dank gilt unseren Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und Partnern. Ihre Leistungen und ihr Engagement sind die Basis unseres Erfolgs. Gemeinsam mit ihnen freuen wir uns auf ein erfolgreiches Jahr 2013.

Dipl.-Ing. Rudolf Estermann

Mag. Martin Zinner


10

— Bewegung

Business Aviation Canopy Baku


waagner-biro Annual report 2012

—Unternehmen Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

—Unter nehmen—

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— Bewegung

— Kurz Portrait —

Die Waagner-Biro AG ist eine international tätige Unter­nehmensgruppe mit Sitz in Wien. Sie blickt auf fast 160 ­Jahre Erfahrung im Stahl- und Maschinenbau zurück. Die einzelnen Geschäftsfelder eint ein profundes ­Engineering Know-how und die Spezialisierung auf ­technisch anspruchsvolle Nischen. Das Angebot der Unternehmensgruppe umfasst im ­Wesentlichen die Bereiche: — Brückenbau — Stahl-Glas-Architektur — Bühnentechnik — Spezialmaschinenbau Entsprechende Wartungs- und Servicearbeiten runden das Leistungsportfolio ab. In den jeweiligen Geschäftsfeldern nimmt Waagner-Biro ausgezeichnete Marktpositionen ein. Als international tätiges Unternehmen ist die Gesellschaft mit ihren Projekten in zahlreichen Ländern auf fünf Kontinenten präsent. Für die Waagner-Biro Gruppe arbeiteten mit Jahresende 1.149 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 16 Standorten in Europa, Asien und dem Mittleren Osten.

— gruppen Struktur —

Gesellschaftsrechtliche Struktur

Die Waagner-Biro AG fungiert als Dachgesellschaft der Waagner-Biro Gruppe. Zu den Funktionen der Holding zählen die zentrale Verantwortung für Strategie, Finanzen und Controlling, Personal, die Richtlinienkompetenz sowie die Verantwortung für die Konzernkonsolidierung. Die Gesellschaftsstruktur zum 31.12.2012 ist aus der nebenstehenden Grafik ersichtlich. Organe AUFSICHTSRAT

Dkfm. Herbert W. Liaunig Vorsitzender Dipl.-Ing. Dr. Hellmut Longin (bis 27. April 2012) Erster stellvertretender Vorsitzender Dr. Gerhard Heldmann Zweiter stellvertretender Vorsitzender (bis 27. April 2012) Erster stellvertretender Vorsitzender (seit 27. April 2012) Dr. Kurt Berger Dr. Wolfgang Gauster Mag. Alexander Liaunig Herbert Donnersbichler*) Franz Toth*) Ing. Mag. Stanislaus Schmid*) (bis 16. Jänner 2012) Ing. Thomas Freudensprung*) (seit 16. Jänner 2012) *) vom Betriebsrat delegiert

VORSTAND

Dipl.-Ing. Rudolf Estermann Mag. Gerhard Klambauer (bis 30. März 2012) Ing. Mag. Thomas Jost (01. Juli bis 31. Dezember 2012) Mag. Martin Zinner (seit 01. Oktober 2012)


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—Unternehmen Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

waagner-biro Annual report 2012

P.T. Waagner-Biro Indonesia RI /100 %

Waagner-Biro Bridge Systems AG A /100 %

Waagner Biro Philippines, Inc. RP/100 % Waagner Biro Gulf L.L.C. VAE /100 % 2)

Waagner Biro Qatar WLL QATAR / 100 % 2)

Waagner-Biro Bin Butti Engineering L.L.C. VAE /100 % 2)

Waagner Biro Limited GB /100 %

Waagner-Biro Stahlbau AG A /100 %

Waagner-Biro Emirates Contracting L.L.C. VAE /100 % 2) Waagner Biro Spólka z o.o. PL /100 %

Waagner-Biro Aktiengesellschaft, Austria 1)

WBB Stahl- und Maschinenbau AG i.A. A / 100 % Waagner-Biro ImmobilienVerwaltungs GmbH A / 100 %

Waagner-Biro Austria Stage Systems AG A /100 %

Waagner-Biro Bavaria Stage Systems GMBH D /100 % Waagner-Biro SPAIN Stage Systems S.A. E /100 % Waagner-Biro UK  Stage Systems LTD. GB /100 % Waagner-Biro Luxembourg Stage Systems S.A. L /51 %

Waagner-Biro Stage Systems (Shanghai) Co., Ltd. CHN / 100 %

94,99 % OOO „Waagner-Biro Sankt Petersburg Stage Systems“ RUS / 100 % 5,01 %

Qualter, Hall & Co Ltd. GB /100 %

1) Die Beteiligungen der Waagner-Biro AG an der Jenbacher Holdings (UK) plc. (Anteilsquote 100 %) und an der Waagner-Biro Beteiligungsverwaltungs GmbH (Anteilsquote 100 %) wurden wegen unterge­ordneter wirtschaftlicher Bedeutung nicht abgebildet.

2) Die Darstellung erfolgt auf Basis des wirtschaft­lichen Eigentums (das recht­liche Eigentum beträgt jeweils 49 %).

Stand: 31.12.2012


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— Bewegung

Drehbrücke Hull Kingston upon Hull


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

— das

Jahr 2012 —

15


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— Bewegung

— GESCHÄFTSENTWICKLUNG

2012 –

Die Umsatzentwicklung der Waagner-Biro Gruppe verlief 2012 zufriedenstellend. Mit 171,8 Mio. EUR hielt das Unternehmen das Vorjahresniveau (172,0 Mio. EUR). Der Brücken­ bau verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 5,9 Mio. EUR. Qualter Hall erwirtschaftete ein deutliches Umsatzplus von 5,7 Mio. EUR. Der Stahlbau (– 3,8 Mio. EUR) und die Bühnentechnik (– 8,8 Mio. EUR) konnten die Werte des Vorjahres nicht erreichen. Das Gesamtergebnis der ­Gruppe ging, bedingt durch ein negatives EGT bei der Bühnentechnik und rückläufige Ergebnisse bei Stahlbau und Brückenbau, auf 6,1 Mio. EUR zurück (2011: 8,7 Mio. EUR). Entsprechend der Entwicklung von Umsatz und EGT sank die Gewinnmarge (ROS) von 5,1 % im Vorjahr auf 3,6 %. Die Eigenkapitalrentabilität betrug 14,1 % nach 19,9 % in 2011, bei einer Eigenkapitalquote von 29,3 % (2011: 29,3 %). Der Cashflow aus dem Ergebnis belief sich auf 9,0 Mio. EUR (2011: 10,7 Mio. EUR). Der Cashflow aus dem operativen Bereich stieg spürbar an. Nach 11,4 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum erreichte er 2012 15,1 Mio. EUR. Die im Jahr 2012 generell gute Auftragslage spiegelt sich im Auftragseingang wider. Mit 195,3 Mio. EUR wurde der

Vorjahreswert (146,6 Mio. EUR) beträchtlich überschritten. Auch der Auftragsstand liegt mit 218,1 Mio. EUR spürbar über dem Vergleichswert 2011 und ist damit der zweithöchste Auftragsstand der letzten Jahre. Veränderungen im Management

Ende 2012 stieß Martin Zinner als neuer Chief ­Financial Officer zur Waagner-Biro Gruppe und folgte damit G ­ erhard  Klambauer nach, der das Unternehmen Ende März 2012 verließ. Thomas Jost, der im Juli 2012 ­interimistisch in den Waagner-Biro Vorstand einzog, legte seine Funktion plangemäß mit 31.12.2012 zurück. Als neuer Spartenvorstand der Waagner-Biro Austria Stage Systems AG fungiert Alexander Kontrus, der seit September 2012 die Bühnentechnik-Gesellschaft mit seiner langjährigen Erfahrung aus international tätigen Industrieunternehmen bereichert. Zu seinen ersten Aufgaben zählt die strategische Neuausrichtung der Bühnentechnik am Markt. Zudem widmet er sich der Optimierung interner Abwicklungsprozesse, die eine positive Entwicklung der Ergebnissituation sicherstellen sollen.

Umsatz nach Geschäftsbereichen

in Mio. EUR Stahlbau (vor Spaltung) Stahlbau (nach Spaltung) Bridge Systems (nach Spaltung) Stage Systems Qualter, Hall & Co Innenumsätze/Sonstige Waagner-Biro Gruppe

2008

2009

2010

2011

2012

104,1 – – 34,8 13,8 –1,1 151,6

141,9 – – 28,0 19,9 2,6 192,4

– 32,4 53,4 35,8 16,5 2,7 140,8

– 53,5 59,6 39,7 18,1 1,2 172,0

– 49,7 65,5 30,9 23,8 1,9 171,8


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

EGT 1) nach Geschäftsbereichen

in Mio. EUR Stahlbau (vor Spaltung) Stahlbau (nach Spaltung) Bridge Systems (nach Spaltung) Stage Systems Qualter, Hall & Co Innenumsätze/Sonstige Waagner-Biro Gruppe

2008

2009

2010

2011

2012

5,1 – – 1,6 1,4 –0,7 7,4

9,9 – – 1,9 1,7 –1,4 12,1

– 3,3 5,2 1,6 1,8 –0,9 11,0

– 4,4 4,0 –0,1 1,8 –1,4 8,7

– 3,7 3,8 –3,0 2,1 –0,5 6,1

2008

2009

2010

2011

2012

22,0 – – 18,6 20,3 24,3

36,1 – – 21,1 21,5 34,6

– 45,8 23,9 17,6 22,5 27,5

– 40,4 21,4 – 1,2 22,5 19,9

– 33,3 20,3 –33,7 25,3 14,1

2008

2009

2010

2011

2012

145,7 – – 34,3 28,9 – 2,6 206,3

104,3 – – 33,0 35,2 0,2 172,7

– 93,2 66,7 44,2 16,3 – 2,1 218,3

– 22,6 58,2 47,9 18,4 – 0,5 146,6

– 39,9 89,9 39,1 27,8 –1,4 195,3

1) Vor Firmenwertabschreibungen gemäß IFRS 3

ROEEGT nach Geschäftsbereichen

in %

Stahlbau (vor Spaltung) Stahlbau (nach Spaltung) Bridge Systems (nach Spaltung) Stage Systems Qualter, Hall & Co Waagner-Biro Gruppe

Auftragseingang nach Geschäftsbereichen

in Mio. EUR Stahlbau (vor Spaltung) Stahlbau (nach Spaltung) Bridge Systems (nach Spaltung) Stage Systems Qualter, Hall & Co Innengeschäfte Waagner-Biro Gruppe

Auftragsstand zum Jahresende nach Geschäftsbereichen

in Mio. EUR Stahlbau (vor Spaltung) Stahlbau (nach Spaltung) Bridge Systems (nach Spaltung) Stage Systems Qualter, Hall & Co Innengeschäfte Waagner-Biro Gruppe

2008

2009

2010

2011

2012

139,9 – – 30,4 21,1 –1,4 190,0

103,1 – – 34,9 37,9 0,0 175,9

– 111,4 57,8 43,3 39,1 –1,7 249,9

– 83,3 49,2 51,5 14,9 –0,3 198,6

– 65,4 74,1 58,5 20,1 0,0 218,1

17


18

— Bewegung

—Human

Resources– Zum 31.12.2012 beschäftigte die Waagner-Biro Gruppe insgesamt 1.149 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Mitarbeiterstand liegt damit zwischen den Niveaus der Jahre 2010 und 2011. Der Rücklauf im Vergleich zu 2011 ist ausschließlich auf Anpassungen bei der Waagner-Biro Gulf zurückzuführen. Als international tätiges Unternehmen mit hochtechnologischen Schwerpunkten setzt Waagner-Biro auf eine hohe Qualifikation der Mitarbeiter. Diese wird durch intensive Schulungsmaßnahmen stets ausgebaut. Die Internationalität der Mitarbeiter entspricht der globalen Ausrichtung der Unternehmensgruppe. Der hohe Ausbildungsstand zeigt sich auch in folgenden Zahlen: Rund 40 % der in Österreich tätigen MitarbeiterInnen der Waagner-Biro Gruppe sind Universitäts- bzw. Fachhochschulabsolventen, 99 % der Mitarbeiter in Österreich schlossen eine Allgemeinbildende oder Berufsbildende Höhere Schule ab.

Entwicklung des Mitarbeiterstandes

Stahlbau (vor Spaltung) Stahlbau (nach Spaltung) Bridge Systems (nach Spaltung) Stage Systems Qualter, Hall & Co Waagner-Biro AG (Holding) Gesamt

2008

2009

2010

2011

2012

673 – – 123 131 3 930

788 – – 124 133 34 1.079

– 91 688 133 130 31 1.074

– 105 876 141 128 33 1.283

– 100 738 150 126 35 1.149


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

— BRIDGE SYSTEMS —

Business opportunities „Brückentypen gibt es viele. Die meisten davon bieten wir an. Ein spezieller Brückentyp hat uns die letzten zwei Jahre besonders beschäftigt: bewegliche Brückensysteme. Viele der weltweit existierenden beweglichen Brücken sind in die Jahre gekommen und müssen ersetzt werden. So wird bei den Häfen in Nordeuropa derzeit stark in diesem Bereich investiert. Daraus ergab sich eine Chance, die wir nutzen konnten. Wir arbeiten momentan an mehreren beweglichen Brücken, wie zum Beispiel an der Botlek-Bridge, dem größten Auftrag der jüngeren Firmengeschichte. Diese Akquisitionserfolge verdanken wir dem Vertrauen der Märkte, dass wir auch die herausforderndsten Projekte zur Zufriedenheit unserer Kunden umsetzen können. So haben wir allein mit den gegenwärtigen Vorhaben anschauliche Referenzen erarbeitet, die uns auch bei der Akquisition weiterer Aufträge helfen.“

Leistungsspektrum Waagner-Biro Bridge Systems ist ein international agierender Komplettanbieter für Stahlbrücken und weltweit einer der führenden Anbieter bei Systembrücken. Das breite Angebotsspektrum deckt alle wesentlichen Brückenarten ab: von Systembrücken über technisch anspruchsvolle bewegliche Brücken bis hin zu Spezialbrücken (Schrägseil-, Hänge-, Stahlverbund-, Architekturbrücken etc.). Das Leistungsspektrum umfasst dabei Neubau, Umbau, Verbreiterung oder Verstärkung sowie Service, Wartung und Reparatur. Im Brückenbau blickt Waagner-Biro auf knapp 160 Jahre Erfahrung zurück.

DI Peter Hackl Vorstand Waagner-Biro Bridge Systems AG

Die Kernmärkte liegen in Südostasien (Indonesien, ­Philippinen), Afrika, Südamerika, Europa und in den ­Vereinigten Arabischen Emiraten.

Über die Waagner-Biro Gulf bietet das Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten neben Brücken zusätzlich Infrastrukturleistungen sowie Marine- und Umwelttechnik an.

Innovation Um im Brückenbau state-of-the-art Lösungen bieten zu können, ist eine laufende Weiterentwicklung bestehender Technologien notwendig. Bei standardisierten Brücken strebt Waagner-Biro danach, den Grad an Funktionalität ­stetig zu erhöhen und die Installation so einfach wie möglich zu gestalten. Bei Spezialbrücken treten von Auftrag zu Auftrag neue Herausforderungen auf, die maßgeschneidert gelöst werden. Waagner-Biro greift dabei auf einen langen Erfahrungsschatz zurück. Bei beweglichen Brückensystemen kommt Waagner-Biro Bridge Systems das fundierte Know-how im Bereich Maschinenbau und Antriebstechnik zugute, das auch in anderen Geschäftsbereichen der Unternehmensgruppe vorhanden ist.

19


20

— Bewegung

Geschäftsentwicklung Das abgelaufene Geschäftsjahr gestaltete sich für den Brückenbau erfolgreich. In Zahlen ausgedrückt: Der Umsatz erhöhte sich um respektable 10 % auf 65,5 Mio. EUR (2011: 59,6 Mio. EUR). Das EGT erreicht mit 3,8 Mio. EUR knapp das Vorjahresniveau (4,0 Mio. EUR). Der Auftragsstand wiederum stieg von 49,2 Mio. EUR auf 74,1 Mio. EUR (+51 %) und spiegelt damit die sehr gute Auftragslage wider.

Thailand konnte ein Folgeauftrag über vier Paneelbrücken verbucht werden.

Die insgesamt zufriedenstellende Performance ist 2012 auf drei Gründe zurückzuführen:

Nach einer erfolgreichen Umstrukturierung verzeichnet auch die zum Brückenbau gehörige Waagner-Biro Gulf in Dubai einen positiven Geschäftsverlauf, zu dem alle vier operierenden Geschäftsfelder beigetragen haben: ­Brückenbau, Infrastruktur, Umwelttechnik und Marinetechnik. Besonders die Marinetechnik konnte stark wachsen und mit Schiffsanlegestationen, Uferverbauungen oder schwimmenden Pontons attraktive Projekte realisieren. Generell verspürt das Unternehmen in der Golfregion wieder einen Aufwärtstrend, nachdem die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren nachgelassen hatte. 2012 bezog Waagner-Biro Gulf auch eine neue, modernere ­Niederlassung im Zentrum Dubais.

1.) Es ist Waagner-Biro gelungen, sich im Bereich der beweglichen Brücken eine weltweit herausragende Marktposition zu sichern. Zu den beweglichen Brücken zählen Klapp-, Dreh- und Hubbrücken, die alle zusammen ein besonders hohes Maß an technischer Kompetenz des Brückenbauers erfordern. Die Anzahl der Aufträge spiegelt das Vertrauen des Marktes wider. Die Waagner-Biro Gruppe hat derzeit sieben bewegliche Brücken im Bau: ­die Botlek-Bridge in den Niederlanden, die Rethe-Brücke in Deutschland, die Golden Horn Swing Bridge in der Türkei, die Prai River Bridge in Malaysien, die Drehbrücke Hull in ­Großbritannien, die Al-Tanumah Bridge im Irak sowie die Batarusa Bridge in Indonesien. Die Botlek-Bridge, die nach Fertigstellung größte Hubbrücke der Welt, ist das Highlight des abgelaufenen Geschäftsjahres. Beim umsatzstärksten Einzelauftrag des Brückenbaus in der jüngeren Unternehmensgeschichte kommt das fächerübergreifende Know-how von Waagner-Biro zum Tragen. Der Auftrag umfasst mit dem Antriebssystem das technische „Herz“ der Brücke. Der Brückenbau greift hier auf die langjährige Erfahrung im Maschinenbau zu, die in der Unternehmensgruppe vorhanden ist. Diese Know-howSynergien innerhalb der einzelnen Waagner-Biro Geschäftsbereiche führen zu einer Alleinstellung am Markt und zu einem erfolgversprechenden Verkaufsargument. 2.) Das konstante Stammgeschäft in den bestehenden Märkten trug ebenso zu positiven Geschäftsentwicklung bei. In Chile erhielt das Unternehmen acht Aufträge über Paneelbrücken, in Mozambique werden 15 Modularbrücken gebaut, in Ghana vier Fußgängerbrücken und in

In Indonesien trägt der Brückenbau diesem Umstand durch den Aufbau einer neuen Fertigungsstätte Rechnung. Die dort produzierten Modular- und Bogenbrücken sind in erster Linie für den indonesischen Markt gedacht, werden aber auch in die gesamte Region Südostasien sowie den mittleren Osten geliefert.

3.) Die Strategie der letzten Jahre, neue Märkte gezielt zu bearbeiten und dort Fuß zu fassen, macht sich positiv bemerkbar. Das betrifft Länder mit großem Aufholbedarf bei der Verkehrs-Infrastruktur in Südostasien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika. Konkret wurden 2012 erstmals Projekte in Kolumbien, Chile und Mozambique gewonnen. In vielen neu erschlossenen Märkten zählt Waagner-Biro zu den „first movern“ und konnte sich dort als einer der ersten international tätigen Brückenbauer Aufträge sichern. Wie auch in Myanmar, das sich in letzter Zeit politisch wieder öffnet. Neu eroberte Märkte machen sich im Umsatz und Ergebnis im Jahr des Markteintritts nur begrenzt bemerkbar. Allerdings sind sie Ausdruck einer nachhaltigen Wachstums­ strategie und einer breiten internationalen Präsenz.


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

— Istanbul:

HIGH-TECH am Bosporus.—

— Am Golden Horn in Istanbul realisiert Waagner-Biro derzeit das Antriebssystem für eine Drehbrücke auf dem höchsten Stand der Technik. Über die Brücke mit einer Gesamt­ länge von 900 m führt eine U-Bahn, die zwei Stadtteile der Millionenmetropole miteinander verbindet.

Eine tonnenschwere Schwenkachse öffnet und schließt die Drehbrücke in ­kürzester Zeit. Mit dieser Lösung bleibt das Golden Horn in beide ­R ichtungen passierbar, sowohl über das Wasser als auch auf dem Wasser. Der Verkehr kann ungehindert fließen. —

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— Bewegung

— Sumatra:

Infrastruktur fördert Tourismus.—


waagner-biro Annual report 2012

— Das zu Indonesien gehörende Belitung Island zählt zu den schönsten Inseln in Südostasien. Berühmt für seine weißen Strände wird es von immer mehr Menschen entdeckt, die abseits des touristisch komplett erschlossenen Balis auf der Suche nach einer urtümlichen Insel sind. Der aufkeimende Tourismus offenbart den Nachholbedarf der Insel an Infrastruktur. Die von Waagner-Biro Indonesia

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

in Eigenfertigung hergestellte Brückenkonstruktion ­ermöglicht eine verbesserte Mobilität sowohl für die 200.000 Inselbewohner als auch für Touristen. Konkret handelt es sich dabei um eine Fachwerkbrücke , die als Durchlaufträger mit drei Spannweiten errichtet wurde. Von Waagner-Biro stammt das Design, die Fertigung und die Montagesupervision. —

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— Bewegung

— STAGE SYSTEMS —

Potenzial im Osten „Kulturstätten wie Opern- oder Theaterhäuser sind nicht nur bloße Aufführungshallen, meist spiegeln sie das Selbstverständnis einer ganzen Nation wider. Viele aufstrebende Länder des Ostens sind reich an kultureller Identität und besitzen eine beträchtliche Anzahl an Theatern und anderen Aufführungsstätten. Doch meist ist die eingebaute Bühnentechnik veraltet und weit entfernt von dem, was heutzutage machbar wäre. An diesem Punkt treten wir auf den Plan, denn wir erkennen das Potenzial in diesen Ländern. Der Erfolg gibt uns Recht. In Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner konnten wir etwa in Russland schon erste Projekte realisieren. Auch in Rumänien, Türkei, Armenien oder Georgien haben wir bereits Aufträge erhalten oder führen konkrete Gespräche. Unser Engagement hat schon begonnen – denn wir wollen auch dort zu den ‚first movern‘ gehören.“ DI Alexander Kontrus Vorstand Waagner-Biro Austria Stage Systems AG

Leistungsspektrum Waagner-Biro Stage Systems bietet Leistungen in den Bereichen Bühnentechnik, Intelligente Gebäudetechnik sowie Service & Wartung an. Dazu zählt das gesamte Spektrum bühnentechnischer Einrichtungen für Voll-, Mittel- und Kleinbühnen. Neben der Ausstattung von Theatern und Opernhäusern ist vor allem die bühnen- und veranstaltungstechnische Ausrüstung von Veranstaltungszentren und Kreuzfahrtschiffen einer der Wachstumsbereiche des Unternehmens. Bei der Intelligenten Gebäudetechnik liefert und montiert Stage Systems flexible Tribünen- und Bestuhlungssysteme für Sportstätten und Multifunktionsgebäude. Im Service- und Wartungsgeschäft vertrauen weltweit mehr als 200 Theater, Opernhäuser und Veranstaltungszentren bei der Wartung ihrer Bühnentechnikanlagen auf die Kompetenz der hochqualifizierten Mitarbeiter des Unternehmens. Innovation Kern der laufenden Produktinnovationen von WaagnerBiro Stage Systems ist die Steigerung von Kundennutzen und Bedienungskomfort. Die Anforderungen an besonders leise, sichere und flexible Bühnentechniksysteme sind Motor der Innovationen. Die langfristigen Schwerpunkte liegen in der Weiterentwicklung von Antriebssystemen, neuen Windentypen sowie der Computersteuerung. Ein relativ neues Forschungsfeld sind Akustik unterstützende Elemente, wie Akustikbanner mit speziellen Reflexionsbzw. Absorptionseigenschaften oder flexible Nachhalltore, die einen Resonanzraum je nach Anforderung vergrößern und verkleinern können. Geschäftsentwicklung 2012 war für den Geschäftsbereich Bühnentechnik ein schwieriges Jahr. Selbst im Projektgeschäft ungewöhnlich massive Auftragsverschiebungen haben die Flexibilität des


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Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

— Kulturzentrum in Norwegen:

Akustischer Hochgenuss dank modernster Technik.—

— Im norwegischen Stavanger entstand ein komplett neues Kultur­zentrum, ausgestattet mit der Bühnen­technik von Waagner-Biro. ­Die Arbeiten wurden Mitte 2012 fertiggestellt. Neben der Unter- und Obermaschinerie stechen die umfangreichen

akustischen Installationen hervor, die den Raumklang nicht nur optimieren, sondern ihn je nach Anforderung flexibel ausrichten lassen. Ob Musical oder Pop-Konzert – so genießen die Zuhörer immer ein perfektes Klang­ erlebnis. —

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— Bewegung

— Gekonnt

in szene gesetzt.—


waagner-biro Annual report 2012

— Moderne Musicalaufführungen stellen hohe Anforderungen an die Bühnentechnik, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Inszenierung abgestimmt sind. Für das weltweite erfolgreiche Stück „Elisabeth“ baute Waagner-Biro im Wiener Raimundtheater mehrere Sonderantriebe für neue hydraulische Elemente auf den Hubpodien, die die „Unterwelt“ eindrucksvoll in Szene setzten. Es wurde auch

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

ein 13 Meter langer Steg installiert, der dreidimensional im Raum schwenkbar ist und dem „Tod“ für seine Auftritte diente. Das Unternehmen lieferte zudem das Herz der Anlage, die Steuerung. All diese Technik zusammen genommen und dazu eine kongeniale Inszenierung lässt für die Zuseher eine wahrhaft phantastische Welt des Musicals entstehen. —

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— Bewegung

Unternehmens auf die Probe gestellt. Hinzu kommt ein Optimierungsbedarf bei internen Prozessstrukturen. Beides zusammen wirkte sich belastend auf die Geschäftsentwicklung aus. So sank der Umsatz von 39,7 Mio. EUR auf 30,9 Mio. EUR (– 22 %), gefolgt von einem negativen EGT von – 3,0 Mio. EUR (2011: – 0,1 Mio. EUR).

Im polnischen Bialystok wurden die Arbeiten an der Opera Podlaska erfolgreich abgeschlossen. Der Auftrag für das Opernhaus mit ca. 800 Sitzplätzen, den Waagner-Biro gemeinsam mit der Warschauer Partnerfirma LTT umsetzte, umfasste sowohl die Ober- als auch die Untermaschinerie.

Dennoch: Das Produkt- und Leistungsangebot der Bühnentechnik ist am Markt ungebrochen attraktiv. Das zeigt sich nicht zuletzt an einer erholten Auftragslage zum Ende des Jahres, die sich erst im Geschäftsjahr 2013 in den Zahlen niederschlagen wird. Der Auftragsstand zum 31.12.2012 liegt demgemäß mit 58,5 Mio. EUR um deutliche 14 % über dem Vorjahreswert (51,5 Mio. EUR). Das Management hat auf das herausfordernde Jahr 2012 reagiert und mit der Optimierung von internen Prozessen begonnen. Das Ziel ist eine weitere Straffung der Geschäftsabläufe um schneller und besser auf außerordentlich veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Die Kosten und standardisierte Lösungen stehen im Fokus der Aufmerksamkeit. Lieferanten werden in Abwicklungs­ prozesse stärker eingebunden. Damit wird der Break-EventPoint abgesenkt und die Profitabilität auch in derartigen Ausnahmejahren gewährleistet. 2012 war aber auch ein Jahr beeindruckender Projekte: Die Bühnentechnik für das Musiktheater Linz wurde fertiggestellt. Das Herzstück der Anlage ist die 32 m große Drehbühne, die mit diesem Durchmesser eine Dimension erreicht hat, die nur wenige Anbieter am Markt realisieren können. Die ersten Aufführungen finden im Frühjahr 2013 statt. Das Raimund-Theater in Wien wurde extra für die Aufführung „Elisabeth“ massiv umgebaut. Nur durch die Arbeiten an der Bühnentechnik konnte den speziellen Anforderungen des international gefeierten Musicals genüge getan werden.

Ebenfalls im Jahr 2012 abgeschlossen wurde das Forum Evolución in Burgos, Spanien. Das Auditorium und Kongresszentrum bietet in zwei Sälen rund 2.000 Menschen Platz. Beide Säle wurden mit der Bühnentechnik von Waagner-Biro ausgestattet. Im Norden Europas stellte Stage Systems die bühnentechnische Anlage im Kulturzentrum Stavanger, Norwegen, fertig. Im Konzertsaal optimierte das Unternehmen die Akustik durch den Einbau innovativer Akustik-Elemente, wie etwa akustischen Reflektoren und Vorhängen. Der gesamte Antrieb wurde in die Deckenkonstruktion integriert. Die Elemente sind im eingefahrenen Zustand komplett versenkt und vom Auditorium aus nicht sichtbar. In Jerewan (Armenien) wurde an den Arbeiten für die Sanierung des Opern- und Balletttheaters begonnen. Dort ist das Unternehmen für die neue Ober- und Untermaschinerie verantwortlich. Weitere kleinere Projekte finden sich in der Hamer-Hall in Melbourne und dem Stadttheater Basel. Ein 2012 wieder angekurbeltes Geschäftsfeld sind Bühnentechnikanlagen für Kreuzfahrtschiffe. Waagner-Biro ist es gelungen, von weltweit sechs Schiffsbühnen, die derzeit gebaut werden, vier zu gewinnen. Zwei der Aufträge kommen dabei von der Mitsubishi-Werft aus Japan. Das ist die erste Geschäftsbeziehung mit einer Werft aus Japan und damit ein weiteres Zeichen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der angebotenen Leistungen. Einen Grund zum Feiern hatte 2012 die Tochtergesellschaft Waagner-Biro Luxembourg Stage Systems, die ihr 25-jähriges Jubiläum beging. 1987 als Guddland digital S.A. gegründet, wurde sie aufgrund erfolgreicher Zusammenarbeiten bei diversen Projekten bald ein Teil der Waagner-Biro Gruppe. Waagner-Biro Luxembourg hat wesentlich an der Entwicklung des CAT Antriebssystems mitgewirkt, das weltweit rund 7.500 Antriebe in über 30 Ländern und auf Kreuzfahrtschiffen steuert.


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Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

— STAHLBAU —

Nachhaltiger Stahlbau „Im Bereich des Stahlbaus setzen wir beeindruckende Landmarks, die durch ihre innovative und besondere Architektur die Blicke auf sich ziehen. Neben Form und Funktionalität hat sich in den letzten Jahren ein weiterer Aspekt in den Vordergrund gedrängt: Nachhaltigkeit. Aufgrund der intensiven CO2-Debatte und der Rolle der Energiebilanz von Gebäuden beim Klimaschutz werden nachhaltige und energiesparende Gebäudehüllen verstärkt nachgefragt. Das führt zu technischen Herausforderungen, die wir in unserer täglichen Arbeit meistern, etwa in Form von energiesparenden Doppel- und Dreifachglaskonstruktionen, die wir mit Hilfe unserer 3D-Expertise entwickeln oder neuen, zweckdienlichen Materialien. Genau in diesen Bereichen liegt unsere Stärke, unser USP und letztlich unser Erfolg.“ DI Johann Sischka Vorstand Waagner-Biro Stahlbau AG

Leistungsspektrum Im Stahlbau ist Waagner-Biro auf anspruchsvolle StahlGlas-Konstruktionen spezialisiert und realisiert geometrisch komplexe Entwürfe namhafter Architekten. Neben der Planung und Entwicklungstätigkeit sowie dem Engineering werden umfassende Serviceleistungen in den Bereichen Wartung, Sanierung und Modifikation angeboten. Als Kernmärkte sind für den Stahlbau Europa, der arabische Raum sowie Aserbaidschan zu nennen. Die Geschäfts­ tätigkeit folgt jedoch den interessanten Projekten, die von Architekten und Planern weltweit umgesetzt werden. Innovation Im Bereich des Architekturstahlbaus zeigt sich die Innovationskraft des Unternehmens in der Realisierung teilweise kühner Architektenvisionen, die die Grenzen des technisch Machbaren stets weiter verschieben. Geometrisch anspruchsvolle Freiformflächen, bei denen oftmals kein Stahlbzw. Glaselement dem anderen gleicht, erfordern neue technologische Zugänge. Ein Schlüsselfeld ist daher die hohe Kompetenz in der 3D-Planung von Konstruktionen, die laufend ausgebaut wird. Geschäftsentwicklung Die Geschäftsentwicklung der Waagner-Biro Stahlbau AG im Jahr 2012 war leicht rückläufig. Der Umsatz reduzierte sich von 53,5 Mio. EUR auf 49,7 Mio. EUR (– 7 %). Dieser Entwicklung folgend und aufgrund von Planabweichungen bei einzelnen Projekten sank das EGT von 4,4 Mio. EUR auf 3,7 Mio. EUR (– 16 %). Mit 65,4 Mio. EUR liegt der Auftragsstand zum Jahresende zwar unter jenem des Vorjahres (83,3 Mio. EUR), bildet aber einen soliden Auftragspolster für 2013. Der Abschluss einiger herausragender, da technisch innovativer, Projekte prägten das Geschäftsjahr 2012. In diesem

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Copyright: Le Louvre_Olivier Ouadah

— Bewegung

— Louvre:

Perfekte HARMONIE von Moderne und Tradition.—


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— Die Stahl-Glas-Überdachung der Cour Visconti im ­Pariser Louvre stellt durch die Popularität des Museums und einen hohen architektonischen Anspruch ein Highlight des Geschäftsjahres 2012 dar. Mit filigranen Stahlträgern und 1.800 Glasscheiben schuf Waagner-Biro eine international viel beachtete Demonstration modernen Stahlbaus. Die Konstruktion überdacht die islamische

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

Sammlung mit ihren rund 18.000 Kunstwerken, die seit September 2012 öffentlich zugänglich ist. Die eigentliche Kunst bestand darin, die Überdachung mit Respekt vor dem historischen Ambiente in die Cour Visconti zu integrieren. In Waagner-Biro fanden der Archtitekt Rudy Ricciotti und der Designer Mario Bellini einen Partner, der diese Vision auch gekonnt umsetzte. —

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— Bewegung

Sinne beispielhaft war die Firmenzentrale der Co-operative Group in Manchester, wo neben Stahl-Glas auch Alu-GlasElemente zum Einsatz kamen. Die erbrachten Leistungen umfassten die komplexe Doppelfassade des 15 Stockwerke hohen Bauwerks sowie die aus einem Stahldreiecksnetz gebildete Überdachung des Atriums. Die Doppelfassade ist von großer Bedeutung für das Energiekonzept des Gebäudes und unverzichtbarer Teil der auf Nachhaltigkeit bedachten Architektur. Ähnlich viele innovative Lösungen flossen in das von Siemens betriebenen Zentrums für nachhaltige Stadtentwicklung mit dem Namen „The Crystal“ in London. Waagner-Biro trug dabei maßgeblich zur Errichtung eines der „grünsten“ Gebäude der Welt bei. The Crystal verbraucht 50 % weniger Energie und stößt 65 % weniger CO2 aus, als vergleichbare Bürogebäude. Die Zusammenarbeit erfolgte mit dem renommierten britischen Architekten Wilkinson Eyre. Durch die Weiterentwicklung bestehender technischer Lösungen konnte Waagner-Biro bei beiden Projekten zur Energiebilanz der Gebäude beitragen und erhöhte damit den Faktor Nachhaltigkeit.

Die Eröffnung der Cour Visconti im Pariser Louvre war nicht nur ein technologisches, sondern auch ein kulturelles und imageträchtiges Highlight in 2012. Die technische Herausforderung lag in der genau abgestimmten Lichtdurchlässigkeit der Überdachung aus Stahl und Glas. Die Verbindung von Technik und Design auf diesem hohen Niveau macht die Konstruktion zu einem Referenzprojekt der Sonderklasse, das sich nahtlos in eine Liste herausragender Bauwerke wie der Reichstagskuppel oder dem British Museum einreiht. In Abu Dhabi realisierte Waagner-Biro eine beeindruckende Gebäudehülle am Sowwah Square, ein Teil des Sowwah ­Island Projekts. Zwischen zwei Hochhäusern überspannt die Konstruktion mit einer doppelt gekrümmten ­Geometrie einen öffentlichen Platz, der als Treffpunkt für Menschen – als eine Art „großer Salon“ – konzipiert wurde. Das Unternehmen wurde nach einem Vergabeprozess vom Generalunternehmer Oger beauftragt. Neben anderen Faktoren überzeugte das Referenzprojekt Yas Marina Hotel den Auftraggeber von der hochwertigen Konzeptionsleistung und der Umsetzungskraft von Waagner-Biro. Es wirkte sich auch positiv aus, dass nur wenige Anbieter eine derart komplexe Struktur in dem sehr engen Zeitrahmen umsetzen können. Das Projekt ist die erste Zusammenarbeit mit den renommierten Ingenieuren von RFR aus Paris. Als ein weiteres Unternehmenshighlight des Jahres 2012 präsentiert sich das Mariinsky Theater in St. Petersburg. Es ist das erste Stahlbau-Projekt für Waagner-Biro in Russland und zudem ein Auftrag für eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Landes. Das Projekt umfasst eine Vielzahl von Treppenelementen, Balustraden und Glasstufen als tragendes Element einer Brücke, über die VIP-Gäste zu ihren Plätzen gelangen. Dieser spezifische Einsatz von Glas ist neu und erweitert das Portfolio von Waagner-Biro.


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Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

— Cooperative Group:

Nachhaltig GRÜNE Architektur.—

— Im Herzen Manchesters entstand mit der neuen Firmenzentrale der Cooperative Group eines der nachhaltigsten Gebäude Großbritanniens. Der Auftrag umfasste das Atriumdach sowie die Doppelfassade. Beide Elemente zeugen von der Innovationskraft von Waagner-Biro Stahlbau. Die Form des

Atriumdachs bildet komplexe Geometrien und setzt auf einen lichtdurchfluteten Innenraum. Die Fassade wiederum ist ein essenzieller Bestandteil des Energiekonzepts des Gebäudes, das mit der bestmöglichen Zertifizierung des internationalen Standards BREEAM ausgezeichnet wurde. —

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— Bewegung

— QUAlTER HALL —

Konstanz und Erfolg „Unser Leistungsportfolio ist breit gefächert. So unterschiedlich die Aufgabengebiete sind, haben sie doch alle eines gemeinsam: Kein Projekt gleicht dem vorherigen. Wir stehen jedes Mal vor der Herausforderung, unsere Kunden aufs Neue zu überzeugen. Dabei greifen wir auf eine lange Liste an Referenzen zurück. Aber noch viel mehr trägt der bedingungslose Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Erfolg bei. Besonders dieses leidenschaftliche Engagement in der Überzeugungsarbeit von Kunden sichert uns den langjährigen Erfolg. Im Vorjahr ist uns das besonders gut gelungen. So konnten wir unseren Auftragseingang in 2012 steil nach oben drehen. Und mit attraktiven Einzelprojekten haben wir neue beeindruckende Referenzen geschaffen und damit die Basis für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft gestärkt.“ George Orton Vorstand Qualter, Hall & Co Ltd.


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Leistungsspektrum Qualter, Hall & Co Ltd. bietet ein breites Leistungsportfolio an. Dieses umfasst den Spezialmaschinenbau, wie beispielsweise Transport-, Brems-, Winden und Gefäßförderungssysteme für die Minen- und Bergbaubranche. Die angebotenen Leistungen erstrecken sich auch über Fördereinrichtungen, ausgewählte Brückensysteme und technische Einrichtungen für Häfen, wie Roll-on/Roll-off Rampen, Schleusensysteme u.v.m. Innovation Qualter Hall arbeitet stets an der Entwicklung maßgeschneiderter Konstruktionslösungen. Die Forschungstätigkeiten ergeben sich meist während der Entwurfsphase. In den letzten Jahren ist ein Schwerpunkt auf optimierte Sicherheitssysteme für personengesteuerte Anlagen gelegt worden. Verschiedenste Sicherheitslösungen kommen zum Beispiel bei Kontrollsystemen für Fährenterminals, bei Schachtseitenverriegelungen für die Bergbauindustrie, bei Überwachungssystemen für Bergbauspulen oder bei Bremsensystemen für die Schachtförderung zum Einsatz. Geschäftsentwicklung Qualter Hall verzeichnete 2012 eine sehr gute Geschäftsentwicklung. Der Umsatz stieg von 18,1 Mio. EUR auf 23,8 Mio. EUR (+32 %). Das EGT erreichte mit 2,1 Mio. EUR einen Rekordwert nach 1,8 Mio. EUR im Vorjahr (+17 %). Die sehr zufriedenstellende Entwicklung fußt auf einer guten Auftragslage, die sich auch im Auftragsstand zu Jahresende manifestiert. Nach 14,9 Mio. EUR im Vorjahr liegt dieser per 31.12.2012 bei 20,1 Mio. EUR (+35 %). Zu den Projekthighlights 2012 zählt die Fertigstellung einer beweglichen Drehbrücke über den Fluss Hull bei ­Kingston/Großbritannien in Form eines Wals. Die Eleganz der ­Brücke bildet dabei einen spannenden Gegensatz zur industriell geprägten Umgebung. Bei Dunkelheit wird die Brücke durch ein Lichtkonzept eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die technische Herausforderung lag darin, sicherzustellen, dass die Brücke selbst während des Drehvorgangs weiterhin begehbar ist. Die Drehbrücke ist ein einzigartiges Landmark in einer Stadt mit einer langen Seefahrer-­Tradition. Durch sie wurde der Zugang zu einem aufstrebenden Stadtteil erleichtert.

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

Einen großen Einzelauftrag erhielt Qualter Hall mit dem Bau eines Förderturms mit Betriebseinrichtung für eine Kali-Mine des britischen Herstellers Cleveland Potash. Die Mine fördert pro Jahr über eine Million Tonnen Kali sowie etwa eine halbe Million Tonnen Steinsalz. Der Aufbau des rund 650 Tonnen schweren Gerüsts wird 2013 erfolgen. Von der Environment Agency Contractors Framework UK erhielt Qualter Hall einen Auftrag für umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an der Thames Barrier. Die Themse Schutzwehr zählt mit einer Gesamt­länge von 520 m zu den größten Flutschutzwehren der Welt. Sie befindet sich im Südosten Londons und schützt die britische Hauptstadt vor Überschwemmungen durch hohe Sturmfluten. Seit ihrer Errichtung 1984 kam die Sperre rund 200 Mal als Hochwasserschutz zum Einsatz.

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— Bewegung

— Sicherer KATASTROPHEN-

SCHUTZ

Durch moderne Technik.—

— Die „Thames Barrier“ (Themse Schutzwehr) zählt zu den weltweit größten ihrer Art. Als bewegliche Flutschutzwehr bewahrt sie London vor Überschwemmungen durch hohe Sturmfluten – und das seit 1984 rund 200 Mal. Die Waagner-Biro

Qualter Hall erhielt von der Environment Agency Contractors Framework UK den Auftrag für umfangreiche Modernisierungsarbeiten und ­unterstreicht damit ihre Expertise bei anspruchsvollen Instandhaltungs­ arbeiten. —


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Unternehmen —Das Jahr 2012 KONZERnAbschluss

— segment

bericht erstattung—

Die Segmentierung nach Geschäftsgebieten (Hauptsegmentierung) und Regionen (Nebensegmentierung) entspricht dem internen Berichtswesen der Gruppe. Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge wurden den einzelnen Segmenten nur so weit zugeordnet, als diese unmittelbar oder mittels eines vernünftigen Verfahrens zu den jeweiligen Segmenten zuordenbar waren. Nicht auf diese Weise zuordenbare

Posten sind in der Spalte „Sonstige“ ausgewiesen. Sie umfassen im Wesentlichen Vermögensgegenstände und Aufwendungen der Gruppenverwaltung. Die Verrechnung zwischen den einzelnen Segmenten erfolgt grundsätzlich auf drittüblicher Basis. Die Hauptsegmentierung ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Segmentierung nach Geschäftsgebieten 2012

in TEUR

Außenumsätze Innenumsätze Summe operatives Segmentergebnis vor nicht wiederkehrenden Posten

Bridge Systems

Stahlbau

Stage Systems

Qualter, Hall & Co

WBB alt

Sonstige

Elimi­ nierung

Summe

63.018 2.485 65.503

49.114 628 49.742

30.570 352 30.922

23.749 79 23.828

0 0 0

3.233 7.924 11.157

0 – 9.398 – 9.398

169.684 2.070 171.754

4.272

3.275

–2.872

1.998

– 43

185

8

5.823

Ergebnis aus nicht wiederkehrenden Posten Finanzergebnis Ertragsteuern Jahresergebnis Investitionen IAV und SAV Investitionen Finanzanlagen Summe Investitionen Abschreibungen IAV und SAV Abschreibungen Finanzanlagen Summe Abschreibungen Segmentvermögen Segmentverbindlichkeiten

0 – 706 – 808 5.309 1.483 0 1.483

62 0 62

524 0 524

354 0 354

0 0 0

641 0 641

0 0 0

3.064 0 3.064

929

61

595

415

0

1.254

0

3.254

0 929

11 72

0 595

0 415

0 0

0 1.254

0 0

0 3.265

67.666 48.960

37.853 26.736

26.793 17.854

17.250 8.966

4.503 3.124

67.693 30.202

– 73.736 – 30.993

148.292 104.849

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— Bewegung

Segmentierung nach Geschäftsgebieten 2011

in TEUR

Außenumsätze Innenumsätze Summe operatives Segmentergebnis vor nicht wiederkehrenden Posten

Bridge Systems

Stahlbau

Stage Systems

Qualter, Hall & Co

WBB alt

Sonstige

Elimi­ nierung

Summe

56.310 3.314 59.624

53.345 154 53.499

39.672 0 39.672

16.790 1.304 18.094

0 0 0

3.085 7.094 10.179

0 – 9.092 – 9.092

169.202 2.774 171.976

4.340

3.866

48

1.756

– 164

– 527

– 18

9.301

Ergebnis aus nicht wiederkehrenden Posten Finanzergebnis Ertragsteuern Jahresergebnis Investitionen IAV und SAV Investitionen Finanzanlagen Summe Investitionen Abschreibungen IAV und SAV Abschreibungen Finanzanlagen Summe Abschreibungen Segmentvermögen Segmentverbindlichkeiten

0 – 665 – 1.346 7.330 695 1 696

167 0 167

675 0 675

612 0 612

0 0 0

714 0 714

0 0 0

2.863 1 2.864

969

71

617

379

0

1.188

0

3.224

0 969

0 71

0 617

0 379

0 3

0 1.188

0 0

0 3.224

59.345 40.670

42.067 31.153

29.684 21.227

13.216 5.206

5.205 3.844

67.473 29.991

– 67.800 – 26.603

149.190 105.488

Die Segmentierung nach Regionen erfolgt beim Umsatz nach dem Sitz der Kunden und bei den Vermögenswerten und Investitionen nach dem Sitz der Tochtergesellschaft. Segmentierung nach Regionen 2012

in TEUR

Umsatz Summe Aktiva Investitionen

Österreich

EU-Raum

Sonstiges Europa

Asien

Golfregion

Sonstige

Summe

10.941 75.408 764

38.677 26.045 813

6.397 0 0

59.138 19.859 741

45.252 26.980 746

733 0 0

171.754 148.292 3.064

Österreich

EU-Raum

Sonstiges Europa

Asien

Golfregion

Sonstige

Summe

15.307 74.082 1.132

64.625 31.168 1.050

9.477 0 0

28.765 15.116 432

37.444 28.824 250

16.358 0 0

171.976 149.190 2.864

Segmentierung nach Regionen 2011

in TEUR

Umsatz Summe Aktiva Investitionen


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

— CORPORATE

RESPONSIBILITY– Corporate Governance

Corporate Social Responsibility

Auch wenn die Gesellschaft derzeit nicht an der Börse ­notiert, fühlt sich Waagner-Biro den Prinzipien der ­Corporate Governance verpflichtet. Der jeweils aktuelle Stand bei der Einhaltung der L-, C- und R-Regeln des ­Österreichischen Corporate Governance Kodex findet sich auf ­­ www.waagner-biro.com.

Im Bereich der Corporate Social Responsibility konzentriert sich die Waagner-Biro Gruppe auf drei wesentliche Bereiche:

Compliance

2012 wurde das Thema Compliance in allen Sparten der Waagner-Biro Gruppe vor dem Hintergrund des „UK ­Bribery Acts 2011“ überarbeitet. Waagner-Biro verpflichtet sich nationale Gesetze einzuhalten, wie beispielsweise jene zur Korruptionsbekämpfung, zur Förderung der Nachhaltigkeit und zum Schutz der Menschenrechte. Ein Verhaltenskodex soll sicherstellen, dass die Handlungen aller Mitarbeiter diesen Gesetzen entspricht. Er hilft dabei, nach den Werten und den allgemeinen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen der Waagner-Biro Gruppe, ihrer Geschäftsbereiche und ihrer Firmen zu leben und zu arbeiten. Die Werte und Prinzipien des Verhaltenskodex spiegeln sich in den Leitlinien und Weisungen der Waagner-Biro Gruppe und ihrer Geschäftsbereiche wider. Der Kodex kann unter der Unternehmenswebsite ­ www.waagner-biro.com (im Bereich Unternehmen/­ Compliance) eingesehen werden kann.

Gesellschaft

Waagner-Biro unterstützt direkt mehrere gemeinnützige Vereine, wie die „Wiener Lerntafel“, den Sozialmarkt Ternitz oder engagiert sich über Qualter Hall auch bei Barnado’s, einer Organisation zur Unterstützung von Kindern. Umwelt

Bei den Produktionsstandorten hält Waagner-Biro strenge Umweltvorschriften ein. Montageleistungen vor Ort erfolgen weitgehend rückstandsfrei. In der Projektplanung nimmt der sparsame Ressourceneinsatz eine Schlüsselrolle ein. Bei der Auswahl der Sublieferanten fließen umwelt­ relevante Gesichtspunkte ein. Kunst

2012 engagierte sich Waagner-Biro bereits zum zweiten Mal als Sponsor des Österreichischen Pavillons bei der Biennale in Venedig. Die Aufgabe von Waagner-Biro bestand in der Erarbeitung der Installation gemeinsam mit dem Architekten Wolfgang Tschapeller sowie der Umsetzung der Stahlbauarbeiten im Pavillon. Darüber hinaus kooperierte Waagner-Biro Stage Systems im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit einer Reihe von österreichischen Kultureinrichtungen, wie dem Burgtheater, dem Theater an der Wien, dem Raimundtheater, dem Ronacher sowie dem Akademietheater.

39


40

— Bewegung

The specialists behind the vision – Der ­österreichische Pavillon auf der Architektur­ biennale wurde von Prof. Wolfgang Tschapeller mit der Installation ‚Hands have no tears to flow‘ gestaltet. Waagner-Biro begleitete die ­Konzeptentwicklung und lieferte die Konstruktion der raumdoppelnden Spiegelwand.


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen —Das Jahr 2012 KonzernAbschluss

—Ausblick — Die langfristige Natur der umgesetzten Projekte erfordert eine ebenso langfristig ausgerichte Geschäftsstrategie. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens ist daher auf mehrere Jahre ausgerichtet. Das Manage­ment sieht die Weltwirtschaftslage in einer Phase der Konsoli­dierung, die noch mehrere Jahre andauern wird. Projektverzögerungen werden zu- und die Planbarkeit wird abnehmen. Das tut der guten Auftragslage in der gesamten Gruppe keinen Abbruch, die mit Zuversicht ins nächste Jahr blicken lässt. Der Auftragsstand hat mit 218,1 Mio. EUR das zweithöchste Niveau der letzten Jahre erreicht und stellt eine gute Auslastung der Gruppe sicher. Hinzu kommen eine ausgezeichnete Reputation von Waagner-Biro, Erweiterungen im Angebotsportfolio und neu gewonnene Märkte, die den optimistischen Blick in die Zukunft untermauern.

Die Ziele für 2013 sind klar:

— Die Ergebnissituation ist zu verbessern. Dazu sind weitere Optimierungsschritte insbesondere bei der Waagner-Biro Stage Systems notwendig. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen in diesem Geschäftsbereich werden 2013 erste Früchte tragen und dann ihre volle Wirkung in den Folgejahren entfalten. — In den übrigen Geschäftsbereichen gilt es, die eingeschlagene Strategie konsequent umzusetzen, um die Profitabilität zu steigern. Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Ende des Geschäftsjahres und dem Redaktionsschluss dieses Berichts sind keine Ereignisse von größerer Bedeutung eingetreten, die maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen haben könnten.

41


42

— Bewegung

Oper Bialystok Bialystok


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen Das Jahr 2012 —KonzernAbschluss

— Konzern-

Abschluss 2012 —

43


44

— Bewegung

KonzernBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2012 – IFRS

AKTIVA Anhang

A. Langfristige Vermögenswerte I. Immaterielle Vermögenswerte 1. Aktivierte Entwicklungskosten 2. Gewerbliche Schutzrechte 3. Firmenwert Geleistete Anzahlungen

(1) (1) (1) (1)

II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund Grundwert Gebäudewert

(2)

(2) (2) (2)

2. Technische Anlagen und Maschinen 3. Andere Anlagen, Betriebs- und ­Geschäfts­ausstattung 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau

III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 3. Sonstige Ausleihungen iV. Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände

V. Aktive Latente Steuern

EUR

EUR

EUR

31.12.2012 EUR

1.380.000 2.967.000 30.469.000 0 34.816.000

1.440 3.510 30.592 77 35.619

11.357.000

722 4.091 4.813 3.412 2.380 441 11.046

1.050.000

227 871 289 1.387

1.740.000

3.862 166 4.028

723.000 4.397.000

(3) (3) (3)

(6) (6)

5.120.000 2.909.000 2.585.000 743.000

219.000 734.000 97.000

1.703.000 37.000

(4)

4.344.000 53.307.000

B. Kurzfristige Vermögenswerte I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2. Fertige Erzeugnisse 3. Geleistete Anzahlungen 4. Abzüglich erhaltene Anzahlungen

(5) (5) (5) (5)

II. Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

(6)

III. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 2. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 3. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten

(6) (6) (8)

IV. Liquide Mittel

Bilanzsumme

(7)

31.12.2011 TEUR

3.998.000 6.740.000 2.792.000 – 2.792.000

3.616 55.696

10.738.000

5.455 7.905 3.248 – 3.248 13.360

69.674.000

66.955

6.119.000

2.009 3.149 806 5.964

1.516.000 3.528.000 1.075.000 8.454.000 94.985.000

7.215 93.494

148.292.000

149.190


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen Das Jahr 2012 —KonzernAbschluss

45

PAssiva Anhang

EUR

EUR

31.12.2012 EUR

31.12.2011 TEUR

A. Eigenkapital I. Grundkapital

(9)

7.000.000

7.000

II. Rücklagen

(9)

35.434.000

35.749

(10)

1.009.000

III. Anteile anderer Gesellschafter

43.443.000

B. Langfristige Schulden I. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Abfertigungen 2. Rückstellungen für Pensionen 3. Latente Steuern 4. Sonstige langfristige Rückstellungen

(11) (11) (4) (11), (12)

5.247.000 934.000 20.000 3.482.000

4.662 1.084 0 4.611 10.357

9.683.000

II. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Erhaltene Anzahlungen 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Verbindlichkeiten

(13) (14) (16)

4.555.000 0 1.056.000 0 5.611.000 15.294.000

C. Kurzfristige Schulden I. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige kurzfristige Rückstellungen

II. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5. Sonstige Verbindlichkeiten 6. Rechnungsabgrenzungposten

Bilanzsumme

(12) (12)

(13) (14) (15) (16) (16)

953 43.702

460.000 12.682.000

2.001 8.667 25 0 10.693 21.050

13.142.000

426 10.301 10.727

76.413.000

29.814 13.884 21.897 51 6.339 1.726 73.711

21.446.000 20.416.000 27.383.000 77.000 6.190.000 901.000

89.555.000

84.438

148.292.000

149.190


46

— Bewegung

Konzerngewinn- und verlustrechnung Für die zeit vom 1. jänner bis 31. dezember 2012 – ifrs

Anhang

1. Umsatzerlöse

EUR

(17)

2012 EUR

TEUR

2011 TEUR

171.754.000

171.976

– 1.162.000

– 899

494.000

824

(18)

3.335.000 174.421.000

3.384 175.285

(5)

– 93.623.000

– 95.053

6. Personalaufwand

(20)

– 44.338.000

– 42.083

7. Abschreibungen

(1), (2)

– 3.254.000

– 3.224

(19)

– 26.383.000 – 167.598.000

– 25.624 – 165.984

6.823.000

9.301

– 706.000

– 625

6.117.000

8.676

2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 4. Sonstige betriebliche Erträge

5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen

9. Betriebsergebnis (EBIT) 10. Finanzergebnis

(21), (22)

11. Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag a) Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag b) Latente Steuern vom Einkommen und Ertrag 13. Ergebnis nach Ertragsteuern

(4) 1.413.000 – 605.000

– 808.000

– 974 – 372

– 1.346

5.309.000

7.330

– 375.000

– 377

15. Ergebnis nach Minderheiten

4.934.000

6.953

16. Konzernergebnis

4.934.000

6.953

14. Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen Das Jahr 2012 —KonzernAbschluss

Konzerngesamtergebnisrechnung Für die zeit von 1. jänner bis 31. dezember 2012 – ifrs

2012 EUR

2011 TEUR

1. Ergebnis nach Ertragsteuern

5.309.000

7.330

2. Differenzen aus der Währungsumrechnung

–422.000

1.081

3. Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste

–321.000

0

4. Ertragsteuern auf versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste

80.000

0

5. Veränderung der IAS 39 Rücklage

66.000

0

0

0

–76.000

0

4.636.000

8.411

– 375.000

– 377

4.261.000

8.034

6. Ertragsteuern auf Veränderung der IAS 39 Rücklage 7. Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis nach Ertragsteuern 8. Konzern-Gesamtergebnis vor Minderheiten 9. Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis 10. Konzern-Gesamtergebnis

47


48

— Bewegung

Konzerncashflow-rechnung ifrs

cashflow aus dem operativen bereich

2012 TEUR

2011 TEUR

(+/–) Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) (+/–) Ergebnisanteil Minderheitsgesellschafter (+/–) Zinsergebnis (+/–) Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen (+/–) Abschreibungen/Zuschreibungen auf das Anlagevermögen (+/–) Veränderung langfristiger Rückstellungen

6.117 – 375 682 – 23 3.229 – 674

8.676 – 377 625 127 3.224 – 1.615

Cashflow aus dem Ergebnis

8.956

10.660

2.622

– 648

– 1.314

– 10.273

3.434 2.415 605 – 1.413 – 298 60

17.580 – 5.589 – 372 – 974 1.461 – 461

(+/–) Veränderung der Vorräte, inklusive geleistete Anzahlungen (+/–) Veränderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten (+/–) Veränderung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten (+/–) Veränderung von kurzfristigen Rückstellungen (+/–) Nicht zahlungswirksame Veränderung latenter Steuern (–) Steuerzahlungen (+/–) Ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung (+/–) Währungsdifferenzen

Nettogeldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF)

15.067

11.384

(–) (–) (+) (+) (+)

– 3.064 0 279 348 335

– 2.863 – 1 94 193 335

Nettogeldfluss aus Investitionsaktivitäten (ICF)

– 2.102

– 2.242

(+/–) (–) (–) (–)

– 5.814 – 1.017 – 4.576 – 319

– 3.140 – 960 – 4.576 – 161

Nettogeldfluss aus Finanzierungsaktivitäten (FCF)

– 11.726

– 8.837

Veränderung des Finanzmittelbestandes

1.239

305

(+) (–)

7.215 8.454

6.910 7.215

1.239

305

Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen Einzahlungen aus Sach- und immateriellen Anlagenabgängen Einzahlungen aus Finanzanlagenabgängen Erhaltene Zinsen

Aufnahme und Tilgung von Finanzverbindlichkeiten Bezahlte Zinsen Ausschüttungen an Gesellschafter Ausschüttungen an Minderheitsgesellschafter

Anfangsbestand der flüssigen Mittel Endbestand der flüssigen Mittel

Veränderung


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen Das Jahr 2012 —KonzernAbschluss

49

entwicklung des Konzern-eigenkapitals ifrs

Grundkapital TEUR

Stand am 01.01.2011

Kapital- Gewinnrückrücklagen lagen TEUR TEUR

IAS 39 Rücklage TEUR

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste TEUR

WährungsBilanz- umrechgewinn nung TEUR TEUR

Summe TEUR

Minderheitsanteile TEUR

Eigenkapital Gesamt TEUR

7.000

2.897

4.879

–152

0

27.111

–2.444

39.291

734

40.025

0 0 0 0 0 0 0 0

0 0 0 0 0 0 0 0

5 0 5 0 0 0 0 4.050

0 0 0 0 0 0 0 0

0 0 0 0 0 0 0 0

6.948 0 6.948 – 4.576 0 0 0 – 4.050

0 1.081 1.081 0 0 0 0 0

6.953 1.081 8.034 – 4.576 0 0 0 0

377 0 377 –161 0 0 0 3

7.330 1.081 8.411 –4.737 0 0 0 3

Stand am 31.12.2011

7.000

2.897

8.934

– 152

0

25.433

– 1.363

42.749

953

43.702

Stand am 01.01.2012

7.000

2.897

8.934

– 152

0

25.433

– 1.363

42.749

953

43.702

0 0 0 0 0 0 0 0

0 0 0 0 0 0 0 0

0 – 76 – 76 0 0 0 0 300

0 66 66 0 0 0 0 0

0 –241 – 241 0 0 0 0 0

4.934 0 4.934 – 4.576 0 0 0 –300

0 –422 –422 0 0 0 0 0

4.934 – 673 4.261 – 4.576 0 0 0 0

375 0 375 –319 0 0 0 0

5.309 –673 4.636 – 4.895 0 0 0 0

Stand am 31.12.2012

7.000

2.897

9.158

– 86

– 241

25.491

– 1.785

42.434

1.009

43.443

Bilanz am 31.12.2012

7.000

0

35.434

0

0

0

0

42.434

1.009

43.443

Konzernergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis Dividendenausschüttung Gesellschafterzuschuss Auflösung von Kapitalrücklagen Änderung aus Akquisitionen Übrige Veränderungen

Konzernergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis Dividendenausschüttung Gesellschafterzuschuss Auflösung von Kapitalrücklagen Änderung aus Akquisitionen Übrige Veränderungen


50

— Bewegung

—Anhang zum Konzernabschluss 31. DEZEMBER 2012 Alle Beträge in tausend Euro —

1. Das Unternehmen

2. G  rundsätze der Rechnungslegung und

Die Waagner-Biro Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft nach österreichischem Recht mit Sitz in Wien, deren Unternehmensschwerpunkt im Halten von Beteiligungen an nationalen und internationalen mittelständischen Firmen des Stahl-, Maschinen- und Anlagenbaues liegt. Die Waagner-Biro Aktiengesellschaft und deren Tochtergesellschaften (in der Folge „Waagner-Biro Gruppe“ genannt) ist ein führender Hersteller von technischen Anlagen im Bereich Stahlbau und arbeitet in den vier strategischen Geschäftsfeldern Bridge Systems, Stahlbau, Stage Systems, und Qualter, Hall & Co. Die wesentlichen Absatzmärkte liegen im Gebiet Zentral-, Süd- und Osteuropas, in der Golfregion, in Afrika und in den asiatischen Ländern. Die Gesellschaft ist die oberste Muttergesellschaft der Waagner-Biro Gruppe mit Sitz in Österreich, 1220 Wien, Leonard-Bernstein-Straße 10.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Grundsätze der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss der Waagner-Biro Gruppe zum 31. Dezember 2012 wurde in Anwendung von § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board („IASB“) verlautbarten International Financial Reporting Standards („IFRS“ bzw. „IAS“), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Ebenso wurden sämtliche für 2012 verpflichtend anzuwendende Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee („IFRIC“ bzw. „SIC“) beachtet. Mit diesem Konzernabschluss nach IFRS stellt die Waagner-Biro AG gem. § 245a UGB einen befreienden Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen auf.

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten in der Gruppe betrug 1.243 im Jahr 2012 und 1.215 im Jahr 2011.

Erläuterungen zu den geänderten

Der Konzernabschluss wird unter der Verantwortung des Vorstands erstellt und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen.

Gegenüber dem Konzernabschluss zum 31.12.2011 haben sich folgende Standards und Interpretationen geändert beziehungsweise waren aufgrund der Übernahme in das EU-Recht oder des Inkrafttretens der Regelung erstmalig verpflichtend anzuwenden:

oder neuen IFRS-Regelungen

Standard / Interpretation

Inhalt

Geltend ab1)

Ergänzungen zu IFRS 1 Ergänzungen zu IFRS 7 Ergänzungen zu IAS 12

Hyperinflation und fester Umstellungszeitpunkt Finanzinstrumente: Angaben Latente Steuern – Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte

1.7.2011 1.7.2011 1.1.2012

1) anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Die Anwendung dieser Standards und Interpretationen hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die nachfolgenden Standards und Interpretationen wurden vom IASB verabschiedet und sind mit Ausnahme von IFRS


waagner-biro Annual report 2012

9 von der EU übernommen. Die Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden,

Unternehmen Das Jahr 2012 —KonzernAbschluss

eine vorzeitige Anwendung auf das Geschäftsjahr 2012 ist jedoch bis auf IFRS 9 zulässig.

Standard / Interpretation

Inhalt

IFRS 10 IFRS 11 IFRS 12 IFRS 13 IFRS 9 Ergänzungen zu IAS 1 IAS 19 (überarbeitet 2011) IAS 27 (überarbeitet 2011) IAS 28 (überarbeitet 2011)

Konzernabschlüsse Gemeinsame Vereinbarungen Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen Bemessung des beizulegenden Zeitwerts Finanzinstrumente Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses Leistungen an Arbeitnehmer Einzelabschlüsse Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Vetures Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten

IAS 32 (überarbeitet 2011)

Geltend ab1)

1.1.2013 1.1.2013 1.1.2013 1.1.2013 1.1.2015 2) 1.7.2012 1.1.2013 1.1.2013 1.1.2013 1.1.2014

1) anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen 2) von der EU noch nicht übernommen

Diese Auflistung stellt den Auszug der für die Waagner-Biro Gruppe relevanten Änderungen dar. Die Auswirkungen der geänderten Standards bei erstmaliger Anwendung werden zurzeit evaluiert. Es ist nicht zu erwarten, dass die neuen Rechnungslegungsvorschriften einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben werden. Der Konzernabschluss wurde nach dem historischen Anschaffungskostenprinzip aufgestellt, mit der Ausnahme von Planvermögen gemäß IAS 19 sowie derivativen Finanzinstrumenten und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten gemäß IAS 39, die mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag bewertet werden. Der Konzernabschluss ist in 1.000 EURO („TEUR“, gerundet nach kaufmännischer Rundungsmethode) aufgestellt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Konsolidierungsmethoden und Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst die Waagner-Biro AG und alle wesentlichen im Voll- oder Mehrheitsbesitz stehenden Tochterunternehmen. Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, bei denen der Konzern die Kontrolle der Finanz- und Geschäftspolitik innehat. Diese Kontrolle (Beherrschung) ist grundsätzlich immer dann gegeben, wenn die Waagner-Biro AG, entweder direkt oder indirekt, mehr als 50% der Stimmrechte einer Gesellschaft besitzt. Tochterunternehmen, die wegen Unwesentlichkeit nicht konsolidiert werden sowie sonstige Beteiligungen werden nach den Vorschriften zur Bewertung von available-forsale Finanzvermögen (IAS 39) und folglich mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Abweichungen zur Vollkonsolidierung bzw. zur Anwendung der at-equity Methode sind von untergeordneter Bedeutung. Alle Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode bilanziert. Bei dieser Methode werden die Anschaffungskosten der Anteile an den einbezogenen Tochterunternehmen mit dem jeweils anteiligen Nettovermögen basierend auf den Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden dieser Unternehmen

51


52

— Bewegung

zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. des Überganges der Kontrolle verrechnet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Ein verbleibender Firmenwert wird der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet und auf dieser Ebene auf Werthaltigkeit getestet. Negative Firmenwerte werden entsprechend den Bestimmungen des IFRS 3 sofort erfolgswirksam erfasst. Der Anteil des Eigenkapitals und des Ergebnisses, der auf Minderheitsanteile entfällt, ist in der Konzern-Bilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen.

Unternehmen, die während des Jahres gekauft oder verkauft wurden, sind im Konzernabschluss ab dem Stichtag des Kaufs oder bis zum Zeitpunkt ihres Verkaufs berücksichtigt. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Rechnungslegungsmethoden für die gleiche Berichtsperiode aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Alle konzerninternen Forderungen, Verbindlichkeiten und Leistungsverrechnungen, inklusive konzerninterner Zwischenergebnisse werden, sofern wesentlich, in voller Höhe eliminiert. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen. Der Konsolidierungskreis umfasst zum 31. Dezember 2012 folgende Gesellschaften:

Mutterunternehmen

Waagner-Biro Aktiengesellschaft, Wien Tochterunternehmen

Inland Waagner-Biro Bridge Systems AG, Wien Waagner-Biro Stahlbau AG, Wien Waagner-Biro Austria Stage Systems AG, Wien Waagner-Biro Immobilienverwaltungs GmbH, Linz WBB Stahl- und Maschinenbau AG i.A., Linz

100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

Ausland P. T. Waagner-Biro, Indonesia, RI Waagner Biro Philippines, Inc., RP Waagner Biro Limited, GB Waagner Biro Gulf L.L.C., UAE Waagner-Biro Emirates Contracting L.L.C., UAE Waagner Biro Qatar WLL, Qatar Qualter, Hall & Co Ltd., GB Waagner-Biro Bavaria Stage Systems GmbH, D Waagner-Biro Luxembourg Stage Systems S.A., L Waagner-Biro Spain Stage Systems S.A., E Waagner-Biro UK Stage Systems Ltd., GB Jenbacher Holdings (UK) plc, GB

100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 51 % 100 % 100 % 100 %

Im Geschäftsjahr 2012 wurde die WBB Fassadentechnik GmbH i.A., Wien verkauft und ist mit 17.12.2012 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

Folgende Unternehmen wurden aufgrund von untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen: Waagner-Biro Beteiligungsverwaltungs GmbH, Wien Waagner Biro SpÓlka z o.o., PL Waagner-Biro Bin Butti Engineering L.L.C., UAE Waagner-Biro Stage Systems (Shanghai) Co., Ltd., CHN OOO „Waagner-Biro St. Petersburg Stage Systems“, RUS

Währungsumrechnung

Geschäftstransaktionen in ausländischer Währung In den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen in die jeweilige funktionale Währung der Gesellschaft mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Wechselkursgewinne und -verluste aus der Umrechnung zum Transaktionszeitpunkt und Bilanzstichtag werden erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Währungsrisiken werden nach Möglichkeit durch Devisentermin- und Devisenswapgeschäfte abgesichert. Saldierung von Kurzdifferenzen Im aktuellen Jahresabschluss wurden Aufwendungen aus Kursdifferenzen und Erträge aus Kursdifferenzen saldiert und nur der Überhang ausgewiesen. Es handelt sich um Währungen, bei denen sich Ansprüche und Verpflichtungen betragsmäßig ausgleichen (sogenannte geschlossene Devisenpositionen aus deckungsfähigen Aktiv- und Passivposten). Der Betrag der erfolgswirksam erfassten Fremdwährungsgewinne/-verluste beträgt im Geschäftsjahr TEUR + 646 (2011: TEUR + 438).

100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

Umrechnung von Einzelabschlüssen in ausländischer Währung Konzernwährung ist der Euro. Gemäß IAS 21 werden die in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag und die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Devisendurchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Das Eigenkapital wird mit dem historischen Umrechnungskurs zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bewertet. Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden ab 2005 unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Daraus entstehende Währungsumrechnungsdifferenzen werden direkt im ­Eigenkapital erfasst. Die Euro-Wechselkurse für die Umrechnung sind in der folgenden Tabelle angeführt:

Währungen

Britische Pfund US-Dollar VAE Dirham Qatar Real Philippinischer Peso

ISO-Code

Stichtagskurs 31.12.2012

Stich­ tagskurs 31.12.2011

Durch­schnitts­ kurs 2012

Durch­schnitts­ kurs 2011

GBP USD AED QAR PHP

0,8145 1,3206 4,8400 4,7970 54,1070

0,8398 1,2955 4,7450 4,7050 56,7540

0,8121 1,2868 4,7243 4,6865 54,3577

0,8689 1,3920 5,1065 5,0674 60,2795

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— Bewegung

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden die Änderungen bestehender IAS/IFRS bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpreta­ tionen, soweit sie bis zum 31. Dezember 2012 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet. Von der Wahlmöglichkeit, den IAS 19 (überarbeitet 2011) ­„Leistungen an Arbeitnehmer“ vorzeitig anzuwenden, ­w urde Gebrauch gemacht. Die Vorjahreszahlen wurden gemäß IAS 8 sofern erforderlich angepasst. Firmenwerte aus Unternehmens­ zusammenschlüssen

Firmenwerte werden unter Anwendung des IFRS 3 aktiviert und jährlich sowie wenn Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte, einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Negative Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nach erneuter Beurteilung der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sofort erfolgswirksam erfasst. Negative Firmenwerte, die vor dem 31. März 2004 aus der Konsolidierung oder anderen Formen von Unternehmenszusammen­ schlüssen resultieren, wurden ergebnisneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden in der Bilanz zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Bei selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen erfolgt eine Aufteilung des Herstellungszeitraumes in eine Forschungs- und Entwicklungsphase. In der Forschungsphase angefallene Kosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Periodenaufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn mit zukünftigen Finanzmittelzuflüssen zu rechnen ist, die über die normalen Kosten hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Des Weiteren müssen sämtliche Bedingungen des IAS 38 kumulativ erfüllt sein. Die Bewertung

der selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt zu Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen. Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungs­ aufwendungen bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände und Sachanlagen beinhalten alle Einzelkosten sowie angemessene Teile der bei der Herstellung angefallenen Gemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs­ kosten aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst. Zuschüsse der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden von den Anschaffungskosten abgezogen. Kosten­ zuschüsse werden periodengerecht entsprechend den zugehörigen Aufwendungen vereinnahmt und in der ­Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen. In späteren Perioden für einen Gegenstand anfallende ­Kosten werden nur dann aktiviert, wenn sie zu einer ­wesentlichen Erhöhung der künftigen Nutzungsmöglichkeit des Gegenstandes (z.B. durch erweiterte Einsatzmöglichkeiten oder eine signifikante Verlängerung der Nutzungsdauer) führen.


waagner-biro Annual report 2012

Die Abschreibung der immateriellen Vermögensgegenstände und der abnutzbaren Sachanlagen erfolgt linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des jeweiligen

Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

Gegenstandes. Bei der Ermittlung der Abschreibungssätze wurden unverändert gegenüber dem Vorjahr folgende ­Nutzungsdauern angenommen: Nutzungsdauer in Jahren von

Nutzungsdauer in Jahren bis

Immaterielle Vermögensgegenstände Aktivierte Entwicklungskosten Gewerbliche Schutzrechte

5 3

7 15

Sachanlagen Grundstücke und Bauten einschließlich Bauten auf fremdem Grund Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

5 3 3

50 15 15

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Vermögensgegenstände aus Miet- und Leasingverhältnissen

Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögensgegenständen alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem Gegenstand auf die Waagner-Biro Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Die den Leasingvereinbarungen zugrundeliegenden Sachanlagen werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen zu Beginn des Leasingverhältnisses aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Demgegenüber stehen die aus den künftigen Leasingzahlungen resultierenden Verbindlichkeiten, die mit dem Barwert der noch offenen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag angesetzt werden. Zum 31. Dezember 2012 belaufen sich die Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen, welche als Finanzierungsleasing klassifiziert wurden, auf TEUR 0 (2011: TEUR 0). Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wertminderung

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden auf Wertminderungen geprüft, sobald Ereignisse oder Veränderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert des Vermögenswerts möglicherweise höher als der erzielbare Betrag (höherer Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert oder einer Zahlungsmittel generierenden Einheit) ist. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung vorgenommen. Der erzielbare Betrag wird für die einzelnen Vermögenswerte eingeschätzt. Ist dies nicht möglich, erfolgt eine Beurteilung der übergeordneten, Cashflow generierenden Einheit. Fällt die Ursache für einen in der Vergangenheit erfassten Wertminderungsaufwand weg, wird, mit Ausnahme der Firmenwerte, eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen. Die Firmenwerte wurden gem. IFRS 36 einem ImpairmentTest unterzogen, welcher im Geschäftsjahr 2012 zu keiner Wertminderung führte (2011: TEUR 0). Finanzanlagevermögen

Die Waagner-Biro Gruppe hält ausschließlich finanzielle Vermögenswerte, die als available-for-sale bzw. als loans and receivables klassifiziert wurden. Das Finanzanlagevermögen beinhaltet Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, Wertpapiere des Anlagevermögens sowie Ausleihungen.

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— Bewegung

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen gelten zwar auch als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available-for-sale), die Bewertung erfolgt jedoch zu Anschaffungskosten, da für diese Gesellschaften ein aktiver Markt nicht existiert und die jeweiligen Zeitwerte nicht mit vertretbarem Aufwand verlässlich ermittelt werden können. Soweit Hinweise auf einen niedrigeren beizulegenden Zeitwert bestehen, wird dieser angesetzt. Ausleihungen werden der Bewertungskategorie loans and receivables zugeordnet und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt werden. Latente Steuern

Die Ermittlung der Steuerabgrenzung erfolgt nach der Balance-Sheet-Liability-Method für alle temporären Unterschiede zwischen dem Steuerwert und dem IFRSWertansatz von Vermögenswerten und Schulden. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Ausgenommen von dieser umfassenden Steuerabgrenzung sind zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Firmenwertes resultieren. Aktive Steuerabgrenzungen werden nur angesetzt, wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist. Der Ermittlung liegt der im jeweiligen Land übliche Ertragssteuersatz zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Umkehr der Wertdifferenz zugrunde, bei österreichischen Gesellschaften der Steuersatz von 25 %. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die erfolgsneutral erfasst werden, werden ebenfalls erfolgsneutral gebucht. Die Abbildung erfolgt entsprechend des ihnen zugrundeliegenden Geschäftsfalles im sonstigen Ergebnis. Latente Steueransprüche und –schulden werden saldiert, wenn die latenten Steuern gegenüber der gleichen Steuer­ behörde bestehen.

Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zum Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Verkaufspreis, abzüglich der noch zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie der notwendigen Vertriebskosten. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt überwiegend nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Diese beinhalten alle Einzel­ kosten sowie angemessene Teile der bei der Herstellung angefallenen Gemeinkosten. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Vertriebskosten werden nicht in die ­Herstellungskosten miteinbezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit dem Nennwert abzüglich Wertminderungen für erkennbare Einzelrisiken angesetzt. Darüber hinaus wurde für Länder­ risiken eine Wertberichtigung gebildet. Unverzinsliche bzw. niedrig verzinste Forderungen werden abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisen­kurs am Bilanzstichtag bzw. im Fall von Kurs­ sicherungen mit dem gesicherten Kurs bewertet. Einbehalte von Kunden im Rahmen von nicht abgeschlossenen Bauaufträgen (Haftrücklässe) werden in der Regel mittels Bankgarantien abgelöst. Fertigungsaufträge

Fertigungsaufträge werden, sofern die Voraussetzungen des IAS 11 vorliegen, nach der Teilgewinnrealisierungsmethode (Percentage of Completion) bilanziert. Dabei werden die voraussichtlichen Auftragserlöse entsprechend dem jeweiligen Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Der Fertigstellungsgrad wird im Verhältnis der angefallenen Aufwendungen zum erwarteten Gesamt­aufwand (cost-tocost) ermittelt. Nachträge werden dann angesetzt, wenn sie vom Kunden wahrscheinlich akzeptiert und verlässlich


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bewertet werden können. Sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst. Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden, wird der drohende Verlust sofort und zur Gänze als Aufwand erfasst. Von den Forderungen aus Fertigungsaufträgen werden die erhaltenen Anzahlungen abgesetzt. Ein daraus gegebenenfalls resultierender negativer Saldo wird als Verbindlichkeit passiviert. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

Die sonstigen Forderungen werden zum Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, ausgewiesen. Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten ausschließlich derivative Finanzinstrumente mit einem positiven Zeitwert, die zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken verwendet werden. Die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente, die als held for trading klassifiziert werden, erfolgt gemäß IAS 39 zum Fair Value.

Zinssatz Pensionssteigerungen Lebenserwartung

Daneben bestehen für bestimmte Arbeitnehmer beitragsorientierte Pensionszusagen. Die damit verbundenen Kosten werden im Zeitpunkt des Auftretens als Aufwand erfasst. Die laufenden Beiträge an die in- und ausländischen Mitarbeiterpensionskassen betragen im Geschäftsjahr 2012 TEUR 495 (2011: TEUR 492). Abfertigungsverpflichtungen

Nach dem österreichischen Arbeitsrecht ist das Unternehmen verpflichtet, für Mitarbeiter, die vor dem 1. Jänner 2003 in das Unternehmen eingetreten sind, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Kündigung oder Eintritt in den Ruhestand eine bestimmte Abfertigung zu zahlen. Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden oder aus gutem Grund

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Flüssige Mittel

Flüssige Mittel umfassen Bargeld und Guthaben bei Kreditinstituten. Verpflichtungen gegenüber Dienstnehmern

Pensionsverpflichtungen Aufgrund von Einzelzusagen ist die Waagner-Biro Gruppe verpflichtet, an insgesamt zwei Pensionsbezieher nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht kein für diesen Zweck gebundenes Vermögen gegenüber. Sie sind daher in voller Höhe als Rückstellung bilanziert. Es handelt sich ausschließlich um Pensionen an bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bzw. deren Witwen. Die Berechnung des erforderlichen Rückstellungswertes erfolgt für den jeweiligen Bilanzstichtag durch Gutachten eines Versicherungsmathematikers. Den Berechnungen zum 31. Dezember 2012 und 2011 liegen folgende Annahmen zugrunde:

2012

2011

6,00 % 3,00 % AVÖ 2008-P

6,00 % 3,80 % AVÖ 2008-P

entlassen werden, haben keinen Anspruch auf eine solche Abfertigungszahlung. Die Abfertigungszahlung ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig und beträgt zwischen zwei und zwölf Monatsentgelten. Für diese Verpflichtung wird eine Rückstellung gebildet. Die Ermittlung dieser Rückstellung erfolgt nach der Projected Unit Credit Methode. Dabei wird der Barwert der künftigen Zahlungen nach einem versicherungsmathematischen Verfahren über die geschätzte Beschäftigungszeit der Mitarbeiter angesammelt. Die wertmäßige Auswirkung der Veränderung der Zins- und Rentenparameter (Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste) wird gemäß IAS 19 (R 2011) im Jahr ihrer Entstehung erfolgsneutral im

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— Bewegung

Eigenkapital erfasst. Die Berechnung erfolgt für den jeweiligen Bilanzstichtag durch Gutachten eines Versicherungs­ mathematikers. Für Arbeitsverhältnisse, deren vertraglich vereinbarter Beginn nach dem 31. Dezember 2002 liegt, sind die Vorschriften der „Abfertigung Neu“ anzuwenden. Das neue Abfertigungssystem bedeutet für den Arbeitnehmer für jeden Leistungsmonat eines Arbeitsverhältnisses und auch für bestimmte Nichtleistungszeiten einen unabhängig von der Dauer und von der Art der künftigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses

unverfallbaren Anspruch auf Geldleistung. Es handelt sich dabei um einen beitragsorientierten Plan, bei dem die Übertragung der Vermögenswerte zur Bedeckung der Verpflichtung an eine Mitarbeitervorsorgekasse erfolgt. Die laufenden Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse betragen TEUR 168 (2011: TEUR 155) und sind unter den Aufwendungen für Abfertigungen ausgewiesen. Den Berechnungen zum 31. Dezember 2012 und 2011 liegen folgende Annahmen zugrunde:

Zinssatz Gehaltssteigerungen Pensionsalter Frauen Pensionsalter Männer Lebenserwartung

2012

2011

4,00 % 2,75 % 60 *) 65 *) AVÖ 2008-P

5,00 % 2,75 % 60 *) 65 *) AVÖ 2008-P

*) unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen der Pensionsreform 2003. Die Anhebung der Altersgrenze

für die Alterspension für weibliche Versicherte ab 2024 wird berücksichtigt.

Sonstige langfristige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern

Aufgrund kollektivvertraglicher Vereinbarungen ist die Waagner-Biro Gruppe verpflichtet, an Mitarbeiter Jubiläumsgelder nach Maßgabe der Erreichung bestimmter Dienstjahre (ab 25 Dienstjahren) zu leisten. Für diese Verpflichtung wurde eine Rückstellung gebildet. Die Bewertung dieser Rückstellung erfolgt grundsätzlich nach den für die Abfertigungsverpflichtungen angewendeten Methoden und Annahmen. Im Unterschied zur Abfertigungsrückstellung wird jedoch ein Fluktuationsabschlag von 25 % zugrunde gelegt. Des Weiteren werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste von Rückstellungen für Jubiläumsgelder entsprechend IAS 19 (R 2011) sofort erfolgswirksam erfasst. Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für das Unternehmen eine rechtliche oder tatsächliche Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses vorliegt und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Mittelabfluss führen wird.

Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung ermittelt werden kann. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrages nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt. Steuern

Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer („tatsächliche Steuern“) und die Veränderung der Steuerabgrenzungsposten. Die Waagner-Biro Aktiengesellschaft ist in Österreich der steuerliche Gruppenträger der Waagner-Biro Gruppe. Die Gruppenmitglieder haben sich verpflichtet, die Körperschaftsteuer, die auf ihren Gewinn entfällt, an den Gruppenträger zu entrichten. Verluste der Gruppenmitglieder werden als „gruppeninterner“ Verlustvortrag behandelt und werden mit späteren Gewinnen gegengerechnet. Bei Ausscheiden aus der


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Gruppe erhält das Gruppenmitglied einen Ausgleich für an den Gruppenträger überrechnete und noch nicht mit Gewinnen ausgeglichene eigene Verluste. Gemäß der Steuerumlagevereinbarung stellt die Waagner-Biro Aktiengesellschaft die Körperschaftsteuer der Gruppenmitglieder als Ertrag ein. Dividendenzahlungen der P.T. Waagner-Biro, Indonesia an das Mutterunternehmen unterliegen in Indonesien einer Quellenbesteuerung. Der Steuersatz beträgt 10 %. Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden von der Waagner-Biro Gruppe mit Ausnahme von derivativen Finanzinstrumenten im Sinne des IAS 39 als „sonstige finanzielle Verbindlichkeiten“ kategorisiert und die Verbindlichkeiten werden bei Ersterfassung zum Zeitwert abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Ist der Rückzahlungsbetrag niedriger oder höher, so wird auf diesen nach der Effektivzinsmethode ab- oder zugeschrieben. Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Financial liabilities at fair value through profit or loss). Die finanziellen Verbindlichkeiten der Waagner-Biro Gruppe umfassen Finanzkredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente mit negativem Zeitwert.

Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

Finanzierungsaufwand und Erträge aus Finanzinvestitionen

Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Finanzierungs­ leasinggeschäfte angefallenen Zinsen und zinsenähnliche Aufwendungen sowie Verluste aus der Veräußerung oder der außerplanmäßigen Abschreibung von Finanz­vermögen. Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen-, Dividenden und ähnliche Erträge sowie Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzvermögen. Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der effektiven Zinsenmethode abgegrenzt. Dividenden werden bei Entstehung des Rechtsanspruches der Aktionäre auf Zahlung erfasst. Verwendung von Schätzungen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden am Bilanzstichtag sowie die während der Berichtsperiode erfassten Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können letztendlich von diesen Einschätzungen bzw. Annahmen abweichen.

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist. Sie werden in der Bilanz nicht erfasst, sondern im Anhang angegeben. Umsatzrealisierung

Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind (Completed-Contract-Method). Erträge aus nicht mit einem Gesamtprojekt zusammenhängenden Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst. Hinsichtlich der Umsatzrealisation im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung wird auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen.

Wertminderung von immateriellen ­Vermögenswerten und Sachanlagen

Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen basieren hauptsächlich auf geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Faktoren wie geringere Umsatzerlöse und daraus resultierende niedrigere NettoZahlungsströme sowie Änderungen der verwendeten Abzinsungsfaktoren können zu einer Wertminderung führen.

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— Bewegung

Fertigungsaufträge

Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Die Beurteilung von Fertigungsaufträgen bis zum Projektabschluss, insbesondere im Hinblick auf die Bilanzierung von Nachträgen, die Höhe der gemäß POC-Methode abzugrenzenden Auftragserlöse und die Einschätzung des voraussichtlichen Auftragsergebnisses basiert auf Erwartungen betreffend die künftige Entwicklung der entsprechenden Aufträge.

Der versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgeldern liegen Annahmen über Abzinsungsfaktoren, Gehaltssteigerungen und Sterbetafeln zugrunde. Änderungen in den Parametern aufgrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen können zu höheren oder niedrigeren Rückstellungen bzw. Personalaufwendungen führen.

Änderungen dieser Einschätzungen können zu Anpassungen von Vermögenswerten führen sowie das Ergebnis von Folgeperioden wesentlich beeinflussen. Rückstellungen für Gewährleistungen

Bei abgeschlossenen Projekten trägt die Waagner-Biro Gruppe weiterhin gesetzlich oder vertraglich vereinbarte Verpflichtungen bei Mängeln bzw. Schäden dafür einzustehen. Für konkret bekannte Gewährleistungsfälle wird mit einer Rückstellung in der voraussichtlichen Inanspruchnahme vorgesorgt. Dabei handelt es sich um eine Schätzung der künftigen Aufwendungen, die abhängig vom tatsächlichen Sanierungsbedarf abweichen können. Rückstellungen für Prozessrisiken

Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten kann nicht mit Bestimmtheit vorhergesagt werden. Sofern abschätzbar, wurden im Konzernabschluss angemessene Rückstellungen gebildet. Das tatsächliche Ergebnis von Rechtstreitigkeiten kann von diesen Einschätzungen abweichen.

Latente Steuern

Die Berechnung latenter Steuern erfolgt auf Basis jener Steuersätze, die nach derzeitiger Rechtslage zu dem Zeitpunkt gelten werden, zu dem sich die temporären Differenzen wieder ausgleichen werden. Steuersatzänderungen können dazu führen, dass die Einschätzung hinsichtlich der berücksichtigten latenten Steuern angepasst werden muss.


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Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

3. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Firmenwert

Anschaffungskosten Stand 31.12.2011 Zugänge Abgänge Währungsumrechnung Stand 31.12.2012 Kumulierte Abschreibungen Stand 31.12.2011 Zugänge Abgänge Währungsumrechnung Stand 31.12.2012 Buchwert Stand 31.12.2011 Buchwert Stand 31.12.2012

Aktivierte Entwicklungskosten TEUR

Gewerb­ liche Schutzrechte TEUR

Firmenwert TEUR

Geleistete Zahlungen TEUR

Summe TEUR

2.817 495 –61 0

9.238 337 –637 –5

36.736 0 0 –123

77 0 –77 0

48.868 832 –775 –128

3.251

8.933

36.613

0

48.797

1.377 555 -61 0

5.728 815 -574 -3

6.144 0 0 0

0 0 0 0

13.249 1.370 – 635 –3

1.871 1.440 1.380

5.966 3.510 2.967

6.144 30.592 30.469

0 77 0

13.981 35.619 34.816

Im Geschäftsjahr 2012 betragen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung TEUR 5.099 (2011: TEUR 5.952). Die Firmenwerte werden im Hinblick auf den Nutzungswert unter Anwendung der Discounted Cashflow-Methode auf Werthaltigkeit überprüft. Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage von Vor-Steuer-Cashflows. Die zukünftigen Einzahlungsüberschüsse basieren auf internen Planungen, welche detailliert für das nächste Wirtschaftsjahr und mit Vereinfachungen für die nachfolgenden drei Jahre erstellt werden und aus bisherigen Ergebnissen und den besten Schätzungen des Vorstands bezüglich künftiger Entwicklungen abgeleitet werden. Nach diesem Detailplanungszeitraum wird von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgegangen, sofern keine wesentlichen Gründe dagegensprechen. Das letzte Planjahr wird als Basis für die Ermittlung der Cashflows in der ewigen Rente herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einem Wachstumsfaktor von 1,5 % gerechnet. Bei der Impairmentberechnung wird

für die ewige Rente ein Risikoabschlag in Höhe von 25 % berücksichtigt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten und nach dem Capital Asset Pricing Model berechnet (Weighted Average Costs of Capital). Die Abzinsung der Cashflows erfolgt grundsätzlich unter Heranziehung eines WACC von 7,2 % vor Steuern (2011: 6,8 %). Die Werthaltigkeit aller Firmenwerte wurde dadurch bestätigt. Eine Sensitivitätsanalyse hat ergeben, dass bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes (7,2 %) um 10 % die Buchwerte noch immer gedeckt sind und kein Abwertungsbedarf gegeben ist.

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— Bewegung

2. Sachanlagen

Anschaffungskosten Stand 31.12.2011 Umbuchungen Zugänge Abgänge Währungsumrechnung Stand 31.12.2012 Kumulierte Abschreibungen Stand 31.12.2011 Zugänge Abgänge Währungsumrechnung Stand 31.12.2012 Buchwert Stand 31.12.2011 Buchwert Stand 31.12.2012

Grundstücke und Bauten TEUR

Technische Anlagen und Maschinen TEUR

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR

Geleistete Zahlungen und Anlagen in Bau TEUR

Summe TEUR

6.497 60 466 –14 64

14.462 0 484 –362 106

5.648 128 780 –197 10

441 –188 502 0 –12

27.048 0 2.232 –573 168

7.073

14.690

6.369

743

28.875

1.684 262 –14 21

11.050 962 –309 78

3.268 660 –147 3

0 0 0 0

16.002 1.884 –470 102

1.953 4.813 5.120

11.781 3.412 2.909

3.784 2.380 2.585

0 441 743

17.518 11.046 11.357

Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit einem Betrag von TEUR 3.172 (2011: TEUR 1.734) zur Besicherung

von Barmittelkrediten und von ausgestellten Bankgarantien verpfändet.

3. Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen TEUR

Wertpapiere TEUR

Sonstige Ausleihungen TEUR

Summe TEUR

Anschaffungskosten Stand 31.12.2011 Abgänge Währungsumrechnung Stand 31.12.2012

227 0 3 230

1.275 –199 –4 1.072

289 –192 0 97

1.791 –391 –1 1.399

Kumulierte Abschreibungen Stand 31.12.2011 Zugänge Abgänge Zuschreibungen Stand 31.12.2012 Buchwert Stand 31.12.2011 Buchwert Stand 31.12.2012

0 11 0 0 11 227 219

404 0 –30 –36 338 871 734

0 0 0 0 0 289 97

404 11 –30 –36 349 1.387 1.050

Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund von untergeordneter

Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden.


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Die Wertpapiere bestehen aus Anteilen an diversen Investmentfonds. Sie dienen zur Deckung der Pensionsrück­ stellungen entsprechend den Bestimmungen der §§ 14 und 116 EStG und zur Deckung von Abfertigungsansprüchen bei ausländischen Tochtergesellschaften.

Aktive Abgrenzung Anlagevermögen Umlaufvermögen Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen Sonstige Rückstellungen Verbindlichkeiten Verlustvorträge Davon nicht aktiviert Verrechnung aktiver und passiver Steuerlatenzen Aktiver latenter Steuerposten Passive Abgrenzung Anlagevermögen Umlaufvermögen Sonstige Rückstellungen Verbindlichkeiten Verrechnung aktiver und passiver Steuerlatenzen Passiver latenter Steuerposten Steuerabgrenzung (netto)

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4. Latente Steuern

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Konzernabschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen Steuerabgrenzungen aus: 31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

230 212 242 116 6 10.344 11.150 –2.682 –4.124 4.344

322 72 146 249 13 10.179 10.981 –3.263 –4.102 3.616

187 2.690 1.261 6 4.144 –4.124 20

293 2.652 1.157 0 4.102 –4.102 0

4.324

3.616

63


64

— Bewegung

Aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen kann davon ausgegangen werden, dass die aus einbehaltenen Gewinnen resultierenden Unterschiedsbeträge zwischen dem steuerlichen Beteiligungsansatz und dem anteiligen Eigenkapital der im Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen im Wesentlichen steuerfrei bleiben. Daher wurde dafür keine Steuerabgrenzung vorgenommen.

Die latente Steuer auf Verlustvorträge wurde insoweit aktiviert, als diese wahrscheinlich mit künftigen steuerlichen Gewinnen verrechnet werden können. Nach derzeitigem Recht bestehen hinsichtlich der Verwertung von Verlustvorträgen keine zeitlichen Einschränkungen. Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag Veränderung der Steuerabgrenzungen Gesamt

Im Berichtsjahr wurden aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 80 (2011: TEUR 0) auf direkt im Eigenkapital verbuchte Positionen ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

2012 TEUR

2011 TEUR

–1.413 605 –808

–974 –372 –1.346

Die Ursachen für den Unterschied zwischen der erwarteten Steuerbelastung und dem ausgewiesenen Ertragsteuer­auf­ wand stellen sich folgendermaßen dar:

Ergebnis vor Steuern Erwartete Steuerbelastung Steueraufwand lt. Gewinn- und Verlustrechnung Zu klärende Differenz Ursachen für die Differenz: Verminderung der Steuerbelastung durch Effekt unterschiedlicher Steuersätze Gruppenbesteuerung Steuererträge aus Vorperioden Diverse Freibeträge und sonstige permanente Unterschiede Erhöhung der Steuerbelastung durch Veränderung aktivierte latente Steuern auf Verlustvorträge Quellensteuern Gesellschafterzuschuss Nicht abzugsfähige Aufwendungen Sonstige Erklärte Differenz

2012 TEUR

2011 TEUR

6.117 1.530 808 –722

8.676 2.169 1.346 – 823

404 1.111 32 510

335 808 265 507

–446 –648 –183 –58 0 722

– 512 – 519 0 – 46 – 15 823


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Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

5. Vorräte

Im Posten Vorräte werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie fertige Erzeugnisse und Waren ausgewiesen. Die Vorräte setzen sich dabei wie folgt zusammen:

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Fertige Erzeugnisse und Waren Geleistete Anzahlungen auf Vorräte Abzüglich erhaltene Anzahlungen Gesamt

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

3.998 6.740 2.792 –2.792 10.738

5.455 7.905 3.248 –3.248 13.360

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

55.601 38.022 93.623

61.547 33.506 95.053

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

71.377 1.516 3.565 1.075 77.533

70.817 2.009 3.315 806 76.947

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Materialeinsatz setzt sich wie folgt zusammen:

Materialaufwand Aufwendungen für bezogene Leistungen Gesamt

6. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Sonstige Rechnungsabgrenzungen Gesamt

65


66

— Bewegung

Die Fristigkeit der in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen zum Bilanzstichtag stellt sich wie folgt dar:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegenüber nicht kons. Tochterunternehmen Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Sonstige Rechnungsabgrenzungen Gesamt

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegenüber nicht kons. Tochterunternehmen Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Sonstige Rechnungsabgrenzungen Gesamt

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung in der Bonität des Kunden seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgte unter Berücksichtigung

Wertberichtigungen zu Beginn des Jahres Währungsänderungen Zuführung Inanspruchnahme Auflösung Wertberichtigungen am Ende des Jahres

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen für Länderrisiken in Höhe von TEUR 895 (2011: TEUR 1.275) abgesetzt. Die pauschalen Wertberichtigungen betrugen TEUR 0 (2011: TEUR 0).

Kurzfristig TEUR

Langfristig TEUR

31.12.2012 Gesamt TEUR

69.674 1.516 3.528 1.075 75.793

1.703 0 37 0 1.740

71.377 1.516 3.565 1.075 77.533

Kurzfristig TEUR

Langfristig TEUR

31.12.2011 Gesamt TEUR

66.955 2.009 3.149 806 72.919

3.862 0 166 0 4.028

70.817 2.009 3.315 806 76.947

der Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie der abgeschlossenen Exportversicherungen. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt: 2012 TEUR

2011 TEUR

16.755 –3 1.109 –819 –627 16.415

16.709 13 1.257 –431 –793 16.755


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Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

In den Forderungen aus Auftragsfertigung (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sind folgende Beträge enthalten:

Bis zum Bilanzstichtag angefallene Auftragskosten zuzüglich erfasster Gewinne/ abzüglich erfasster Verluste Abzüglich erhaltene An- und Teilzahlungen Gesamt

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

94.876 –71.983 22.893

111.481 –80.851 30.630

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

52.510 8.932 3.195 6.740 71.377

58.805 5.910 747 5.355 70.817

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

1.431 85 1.516

2.009 0 2.009

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, ­ge­gliedert nach Außenstandsdauer, stellen sich wie folgt dar:

Nicht fällig 1– 90 Tage überfällig 91–180 Tage überfällig Mehr als 180 Tage überfällig Gesamt

Die Forderungen gegenüber verbundenen ­Unter­nehmen betreffen folgende Unternehmen:

Waagner-Biro Bin Butti Engineering L.L.C., UAE OOO „Waagner-Biro St. Petersburg Stage Systems“, RUS Gesamt

67


68

— Bewegung

In den sonstigen Forderungen sind enthalten:

Guthaben bei Finanzbehörden Periodenabgrenzungen Claims Hinterlegte Kautionen Darlehen Sonstige Gesamt

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

1.080 852 692 308 291 342 3.565

667 790 302 498 173 885 3.315

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

8.454

7.215

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

1.075

806

7. Liquide Mittel

Guthaben bei Kreditinstituten

8. Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzungsposten

9. Eigenkapital

Als Grundkapital ist unverändert gegenüber dem Vorjahr das Nominalkapital der Waagner-Biro Aktiengesellschaft mit TEUR 7.000 ausgewiesen. Es ist in 2.860.000 nennbetragslose Inhaberaktien zerlegt. Gemäß GesellschaftsrechtsÄnderungsgesetz 2011 (GesRÄG 2011) hat bis spätestens 31.12.2013 die verpflichtende Umstellung bei nicht börsennotierten Aktiengesellschaften auf Namensaktien zu erfolgen. Die Aktien gewähren die gewöhnlichen nach dem österreichischen Aktiengesetz den Aktionären zustehenden Rechte. Dazu zählt das Recht auf die Auszahlung der jeweils von der Hauptversammlung auf Basis des nach österreichischem Recht (UGB) erstellten Einzelabschlusses der Muttergesellschaft beschlossenen Dividende sowie auf Ausübung des Stimmrechtes in der Hauptversammlung. Der Posten Rücklagen umfasst Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen einschließlich des Bilanzgewinnes sowie den

Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung (vgl. Anlage 4). Für 2012 wird vom Vorstand eine Dividende von 1,20 Euro je im Umlauf befindlicher Aktie vorgeschlagen. Die Ausschüttung für 2011 in Höhe von TEUR 4.576, was einer Dividende von 1,60 Euro je Aktie entspricht, wurde vom Vorstand vorgeschlagen und in der 13. ordentlichen Hauptversammlung am 27. April 2012 beschlossen. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 7. Mai 2012.

10. Anteile anderer Gesellschafter

Die Position Anteile anderer Gesellschafter beinhaltet Konzernfremden gehörende Eigenmittel von Tochterunternehmen. An konzernfremde Gesellschafter von Tochterunternehmen wurden 2012 TEUR 319 (2011: TEUR 161) ausgeschüttet.


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Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

Andere Gesellschafter bestehen bei folgender Tochter­gesellschaft:

Waagner-Biro Luxembourg Stage Systems S.A., LUX

2012

2011

49,00 %

49,00 %

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

5.247 934 504 6.685

4.662 1.084 438 6.184

2012 TEUR

2011 TEUR

1.084 –150 934

1.120 –36 1.084

2012 TEUR

2011 TEUR

4.662 147 152 –85 277 94 5.247

4.410 152 153 – 161 – 127 235 4.662

Verbindlichkeiten

11. Verpflichtungen gegenüber Dienstnehmern

Rückstellungen für Abfertigungen Rückstellungen für Pensionen Rückstellungen für Jubiläumsgelder Gesamt

Rückstellungen für Pensionen

Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 1.1. Veränderung Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 31.12.

Rückstellungen für Abfertigungen

Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 1.1. Dienstzeitaufwand Zinsenaufwand Abfertigungszahlungen Versicherungstechnische Gewinne/Verluste Veränderung ausländische Gesellschaften Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 31.12.

69


70

— Bewegung

Von der Wahlmöglichkeit, den IAS 19 (überarbeitet 2011) „Leistungen an Arbeitnehmer“ vorzeitig anzuwenden, wurde Gebrauch gemacht. Eine Verringerung des Zinssatzes für das Jahr 2012 um 0,5 % unter Konstanthaltung aller anderen Variablen hätte

zu einer Erhöhung des Rückstellungswertes von TEUR 179 geführt. Eine Erhöhung des Zinssatzes um 0,5 % hätte zu ­einer Verminderung des Rückstellungswertes von TEUR 167 geführt.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO) am 1.1. Dienstzeitaufwand Zinsenaufwand Jubiläumsgeldzahlungen Versicherungstechnische Gewinne/Verluste Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO) am 31.12.

2012 TEUR

2011 TEUR

438 34 22 –20 30 504

432 32 21 –59 12 438

12. Rückstellungen

Stand 1. Jänner 2011 Endkonsolidierung Verbrauch Auflösung Neubildung Währungsumrechnung Stand 31. Dezember 2012 Davon langfristig Davon kurzfristig Gesamt

laufende Steuern TEUR

Personalbereich TEUR

Auftragsabwicklung TEUR

426 0 –330 0 364 0 460

4.086 0 –813 –7 772 –7 4.031

6.464 –15 –1.800 –181 4.052 16

0 460 460

504 3.527 4.031

Sonstige TEUR

Summe TEUR

8.536

4.362 –14 –1.490 –848 1.570 17 3.597

15.338 –29 –4.433 –1.036 6.758 26 16.624

1.476 7.060 8.536

1.502 2.095 3.597

3.482 13.142 16.624


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Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

13. Finanzverbindlichkeiten

Langfristig TEUR

Kurz­ fristig TEUR

0 4.555 4.555

19.433 2.013 21.446

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Kontokorrentkredite/Barvorlagen Finanzkredite Gesamt

31.12.2012 Summe TEUR

19.433 6.568 26.001

Langfristig TEUR

Kurz­ fristig TEUR

0 2.001 2.001

26.245 3.569 29.814

31.12.2011 Summe TEUR

26.245 5.570 31.815

Die Marktwerte der Finanzverbindlichkeiten entsprechen den Buchwerten. Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte durch Abzinsung der künftig zu leistenden Zahlungen unter Annahme eines aktuellen Marktzinssatzes. 14. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Kreditoren Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen Gesamt

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

28.078 361 28.439

21.922 0 21.922

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

47 30 77

20 31 51

Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Betrag in Höhe von TEUR 1.056 (2011: TEUR 25) als langfristig einzustufen.

15. Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen folgende Gesellschaften:

Waagner-Biro Stage Systems (Shanghai) Co., Ltd., CHN Waagner-Biro Beteiligungsverwaltungs GmbH, Wien Gesamt

71


72

— Bewegung

16. Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen

Sonstige Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungen Gesamt

Langfristig TEUR

Kurz­ fristig TEUR

0 0 0

6.190 901 7.091

31.12.2012 Summe TEUR

6.190 901 7.091

Langfristig TEUR

Kurz­ fristig TEUR

0 0 0

6.339 1.726 8.065

31.12.2011 Summe TEUR

6.339 1.726 8.065

In den sonstigen Verbindlichkeiten und ­Rechnungs­abgrenzungen sind enthalten:

Finanzamt Arbeitsgemeinschaften Gewinnbeteiligung/nicht behobene Dividenden Ausstehende Rechnungen für auftragsbezogene Kosten Abgrenzung Mietzuschuss Krankenkassen Personalaufwendungen und ähnliche Verpflichtungen Kreditorische Debitoren Sonstige Gesamt

31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

1.767 1.392 917 639 630 592 484 329 341 7.091

1.957 0 1.152 2.088 720 557 239 339 1.013 8.065


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17. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

Österreich EU-Raum Sonstiges Europa Asien Golfregion Rest der Welt

2012 TEUR

2011 TEUR

10.941 38.677 6.397 59.138 45.252 11.349 171.754

15.307 64.625 9.477 28.765 37.444 16.358 171.976

2012 TEUR

2011 TEUR

124 1.036 2.175 3.335

9 873 2.502 3.384

2012 TEUR

2011 TEUR

646 627 611 192 99 2.175

438 793 879 173 219 2.502

Die detaillierte Segmentberichterstattung ist im Konzern­ lagebericht enthalten.

18. Sonstige betriebliche Erträge

Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zum Anlagevermögen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen Übrige Gesamt

In den übrigen Erträgen sind enthalten:

Fremdwährungskursgewinne Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen Nicht rückzahlbare Zuschüsse Mieterträge Sonstige Gesamt

73


74

— Bewegung

19. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind enthalten:

Miet- und Leasingaufwand Reisekosten und Aufwandsentschädigungen Provisionsaufwand Rechts- und Beratungsaufwand Instandhaltungs- und Reparaturaufwand Frachtkosten und Transport Versicherungen Fremdleistungen Fuhrpark Büroaufwand (Telefon/Porto/div. Material) Haftungs- und Garantieentgelte Risikovorsorgen und Wertberichtigungen Sonstige Gesamt

2012 TEUR

2011 TEUR

4.545 3.343 2.602 2.207 2.204 1.736 1.589 1.353 1.049 960 916 673 3.206 26.383

4.446 3.618 1.753 1.470 2.082 2.107 1.903 1.415 952 1.027 935 718 3.198 25.624

2012 TEUR

2011 TEUR

142 14 156

110 58 168

2012 TEUR

2011 TEUR

36.966 5.498 972 569 333 44.338

34.779 5.226 858 767 453 42.083

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer betragen:

Honorare für die Jahresabschlussprüfung (Einzel und Konzern) Honorare für sonstige Leistungen Gesamt

20. Personalaufwand

Löhne und Gehälter Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben Aufwendungen für Abfertigungen Aufwendungen für Altersversorgung Sonstige Sozialaufwendungen Gesamt


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Der durchschnittliche Mitarbeiterstand entwickelte sich wie folgt:

Arbeiter Angestellte Lehrlinge Gesamt

2012

2011

645 596 2 1.243

649 563 3 1.215

2012 TEUR

2011 TEUR

1.017 11 13 1.041

960 0 0 960

2012 TEUR

2011 TEUR

317

313

18 335

22 335

21. Finanzierungsaufwand

Zinsen und ähnliche Aufwendungen Abschreibungen auf Finanzanlagen Sonstige Aufwendungen aus Finanzanlagen Gesamt

22. Erträge aus Finanzinvestitionen

Zinsen und ähnliche Erträge Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens Gesamt

75


76

— Bewegung

4. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Derivate. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine

AKTIVA Anteile an verbundenen Unternehmen Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens Sonstige Ausleihungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Derivative Finanzinstrumente Liquide Mittel PASSIVA Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Derivative Finanzinstrumente Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten NACH KATEGORIEN Loans and Receivables Available for Sale Financial liabilities at amortised costs Held for Trading

Rückgabeverpflichtung in Zahlungsmittel oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Finanzverbindlichkeiten wie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing sowie Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung. Die Finanzinstrumente setzen ­sich am ­Bilanzstichtag wie folgt zusammen (Bewertung nach IAS 39):

Bewertungskategorie nach IAS 39

Buchwert am 31.12.2012 TEUR

(Fortgeführte) Anschaffungskosten TEUR

AfS

219

219

AfS L&R

734 97

97

L&R L&R Hf T L&R

71.377 6.087 69 8.454

71.377 6.087

FLaC

–26.001

–26.001

–26.001 **)

FLaC

–28.439

–28.439

–28.439

FLaC Hf T

–77

–77

–77

FLaC

–7.091

–7.091

–7.091

L&R AfS FLaC Hf T

86.015 953 –61.608 69

86.015 219 –61.608 0

Fair Value erfolgsneutral TEUR

Fair Value erfolgswirksam TEUR

Fair ­Value am 31.12.2012 TEUR

219 *) 734

734 97

69

8.454

0 734 0 0

0 0 0 69

71.377 6.087 69 8.454

86.015 953 –61.608 69

*) Mangels verlässlichen Marktwertes werden Anteile an verbundenen Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen geführt. **) Die beizulegenden Zeitwerte wurden mangels Marktpreis mit dem Barwert der damit verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag gegebenen Marktparameter

ermittelt.


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AKTIVA Anteile an verbundenen Unternehmen Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens Sonstige Ausleihungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Derivative Finanzinstrumente Liquide Mittel PASSIVA Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Derivative Finanzinstrumente Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten NACH KATEGORIEN Loans and Receivables Available for Sale Financial liabilities at amortised costs Held for Trading

Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

Bewertungskategorie nach IAS 39

Buchwert am 31.12.2011 TEUR

(Fortgeführte) Anschaffungskosten TEUR

AfS

227

227

AfS L&R

871 289

289

L&R L&R Hf T L&R

70.817 6.113 17 7.215

70.817 6.113

FLaC

– 31.815

–31.815

–31.815 **)

FLaC

– 21.922

–21.922

–21.922

FLaC Hf T

–51 –289

–51

FLaC

–7.776

–7.776

L&R AfS FLaC Hf T

84.434 1.098 –61.564 –272

84.434 227 –61.564 0

Fair Value erfolgsneutral TEUR

Fair Value erfolgswirksam TEUR

227 *) 871

871 289

17

7.215

–289

70.817 6.113 17 7.215

– 51 –289 –7.776

0 871 0 0

0 0 0 –272

*) Mangels verlässlichen Marktwertes werden Anteile an verbundenen Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen geführt. **) Die beizulegenden Zeitwerte wurden mangels Marktpreis mit dem Barwert der damit verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag gegebenen

Marktparameter ermittelt.

Fair ­Value am 31.12.2011 TEUR

84.434 1.098 –61.564 –272

77


78

— Bewegung

Die liquiden Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen die Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Wert. Die beizulegenden Werte von langfristigen finanziellen Vermögenswerten entsprechen, soweit keine Marktpreise verfügbar sind, den Barwerten der damit verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Marktparameter. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Schulden haben regelmäßig kurze Laufzeiten. Die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Werte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entsprechen, soweit keine Marktpreise verfügbar sind, den Barwerten der damit verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Marktparameter. Die Waagner-Biro Gruppe verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten: — Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. — Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche InputParameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind. — Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Finanzielle Risiken

Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings innerhalb der gesamten Waagner-Biro Gruppe. Kontinuierliches Controlling und regelmäßiges Reporting sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass größere Risiken früh erkannt und wenn notwendig Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Überwachungs- und

Risikokontrollsysteme effektiv genug sind. Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der WaagnerBiro Gruppe im Jahr 2012 beziehen sich ­v. a. auf die Abhängigkeit von der allgemeinen Konjunkturentwicklung, den Erhalt von Großaufträgen und die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse bei entsprechendem Deckungsbeitrag aus dem hohen Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen unerwartete Kostensteigerungen und Schwierigkeiten bei der Erreichung der garantierten Leistungsparameter der von Waagner-Biro gelieferten Bauwerke wesentliche Risiken dar. Die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euro-Länder und die unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung bedeuten ebenso ein Risiko für die finanzielle Entwicklung der Waagner-Biro Gruppe. Weiters stellt eine mögliche Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Entwicklungsländern ein Risiko dar. Die Wirtschaftsschwäche könnte zu weiteren Verzögerungen oder Einstellung laufender oder in Akquisition befindlicher Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der Waagner-Biro Gruppe negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe auswirken könnte. Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firmenwerte ­könnte die Ergebnisentwicklung der Waagner-Biro ­Gruppe beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele für diese Firmen nicht erreicht werden können. Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen. Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für einen Großteil der Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie durch Abschluss von Kreditversicherungen reduziert, jedoch können einzelne Zahlungsausfälle einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe haben. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls in großem Ausmaß versichert. Zins- und Wechselkursrisiken werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – v. a. Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert und gesteuert. Bei in Fremdwährung fakturierten Aufträgen


waagner-biro Annual report 2012

(hauptsächlich solchen in VAE-Dirham und Aserbaidschan Manat) wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Termingeschäften gesichert. CashflowRisiken werden über monatliche Cashflow-Berichte überwacht. Um die finanziellen Risiken weiter zu reduzieren und zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition verbessert die Waagner-Biro Gruppe laufend ihre Treasury-Richtlinien und Treasury-Informationssysteme.

Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

Waagner-Biro vermeidet es, von einer einzigen Bank abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (flüssige Mittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Dennoch würde die Insolvenz einzelner oder mehrerer Banken einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung und das Eigenkapital der Waagner-Biro Gruppe haben.

5. Sonstige Angaben Sonstige Verpflichtungen und ungewisse Verbindlichkeiten

Bestandverträge Die Waagner-Biro Gruppe hat mit mehreren Vertragspartnern operative Miet- und Leasingverträge abgeschlossen.

Mietverträge Leasingverträge Gesamt

Offene Rechtsstreitigkeiten Zum 31. Dezember 2012 bestehen keine Rechtsstreitigkeiten, die wesentlichen Einfluss auf den Jahresabschluss hätten.

Haftungen

Als Eventualverbindlichkeiten wurden ausschließlich Schuldverhältnisse gegenüber Dritten ausgewiesen.

Die Verträge betreffen Grundstücke, Gebäude, Büroflächen und Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die aus den bestehenden Verträgen künftig zu leistenden Mindestzahlungen betragen:

im Jahr 2013 TEUR

in den Jahren 2013 –2017 TEUR

ab dem Jahr 2018 TEUR

3.341 413 3.754

12.980 849 13.829

2.020 0 2.020

Eventualverbindlichkeiten Die Eventualverbindlichkeiten, welche mangels entsprechender Konkretisierung nicht in der Bilanz auszuweisen sind, setzen sich wie folgt zusammen: 31.12.2012 TEUR

31.12.2011 TEUR

300

240

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— Bewegung

Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die Organe der Waagner-Biro Gruppe sind: Vorstand der Waagner-Biro Aktiengesellschaft, Wien Dipl. Ing. Rudolf Estermann Mag. Gerhard Klambauer (bis 30. März 2012) Ing. Mag. Thomas Jost (1. Juli bis 31. Dezember 2012) Mag. Martin Zinner (seit 1. Oktober 2012) Aufsichtsrat der Waagner-Biro Aktiengesellschaft, Wien Dkfm. Herbert W. Liaunig, Vorsitzender Dipl.-Ing. Dr. Hellmut Longin, 1. Stellvertreter des Vorsitzenden (bis 27. April 2012) Dr. Gerhard Heldmann, 2. Stellvertreter des Vorsitzenden (bis 27. April 2012), 1. Stellvertreter des Vorsitzenden (ab 27. April 2012) Mag. Alexander Liaunig Dr. Kurt Berger Dr. Wolfgang Gauster Vom Betriebsrat waren delegiert: Mag. Ing. Stanislaus Schmid (bis 16. Jänner 2012) Ing. Thomas Freudensprung (ab 16. Jänner 2012) Herbert Donnersbichler Franz Toth

Forderungen Verbindlichkeiten Umsätze Erträge Aufwendungen

Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe und erfolgsabhängige Bestandteile, wobei die Höhe der variablen Vergütung vom erzielten Konzern-Ergebnis abhängig ist. Die Vorstandsvergütungen betrugen im Jahr 2012 TEUR 680 (2011: TEUR 612). Im Jahr 2012 wurde eine Pensionsrückstellung von TEUR 934 (2011: TEUR 1.084) für frühere Vorstandsmitglieder und deren Angehörige ausgewiesen. Die laufenden jährlichen Aufwendungen betrugen im Jahr 2012 TEUR 74 (2011: TEUR 190). Die Waagner-Biro AG hat für 2012 eine Organhaftpflichtversicherung (D & O-Versicherung) abgeschlossen. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Die D & O-Versicherung sichert bestimmte persönliche ­Haftungsrisiken der verantwortlich handelnden Personen der Waagner-Biro Gruppe ab. Die jährlichen Kosten be­ tragen TEUR 11 (2011: TEUR 12). An den Aufsichtsrat wurden im Berichtsjahr Vergütungen in Höhe von TEUR 93 (2011: TEUR 93) geleistet. Transaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden nur in unwesentlichem Ausmaß getätigt. Da die Transferpreis-Richtlinie der Gruppe Verrechnungspreise vorsieht, die den marktüblichen Bedingungen entsprechen, werden keine Transaktionen durchgeführt, die marktunüblich sind. Die Nichteinbeziehung der nicht konsolidierten Gesellschaften in den Konzern-Abschluss hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die Posten betragen: 2012 TEUR 

2011 TEUR 

1.516 77 2.070 104 –1.170

2.009 51 2.774 189 –1.366


waagner-biro Annual report 2012

Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

Nach dem Ausscheiden von Herrn Mag. Gerhard Klambauer als für die Finanzen der Waagner-Biro Gruppe zuständiges Vorstandsmitglied benötigte die Waagner-Biro Aktiengesellschaft interimsmäßig Unterstützung in den Bereichen Management und Controlling. Aus diesem Grund wurde mit der Liaunig Industrieholding AG eine Vereinbarung abgeschlossen, in der sich die Liaunig Industrieholding AG verpflichtet, der Waagner-Biro Aktiengesellschaft beginnend mit 1.7.2012 bis 31.12.2012 eine für die Ausübung von Vorstandstätigkeiten geeignete und eine für die Ausübung von Controllingleistungen geeignete Person während des vorhin genannten Zeitraums zur Verfügung zu stellen. Die Aufwendungen für die erbrachten Leistungen betrugen in 2012 TEUR 399. Darin enthalten sind Vergütungen für Vorstandsleistungen in Höhe von TEUR 303.

Die Aufwendungen für Rechtsberatung durch die Kanzlei Berger/Ettel belaufen sich im Berichtsjahr 2012 auf TEUR 62 (2011: TEUR 85). Die Leistungsverrechnung erfolgt zu fremdüblichen Konditionen. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des Konzernergebnisses durch die zeitanteilig gewichtete Anzahl der sich im Umlauf befindlichen ­Stammaktien während des Jahres. Das verwässerte Ergebnis pro Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis pro Aktie, da keine Finanzinstrumente mit Verwässerungseffekt ausgegeben wurden.

Konzernergebnis in TEUR Gewichtete Anzahl der Aktien im Umlauf Gewinn je Aktie in EUR

2012

2011

4.934 2.860.000 1,73

6.953 2.860.000 2,43

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Jahresabschlussstichtag und der Freigabe des Jahresabschlusses durch den Vorstand der WaagnerBiro Aktiengesellschaft am 18. März 2013 sind keine wesentlichen Vorgänge oder Ereignisse von besonderer

Bedeutung eingetreten, welche das im vorliegenden Konzernabschluss per 31. Dezember 2012 vermittelte Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen.

Wien, am 18. März 2013 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Rudolf Estermann

Mag. Martin Zinner

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— Bewegung

—Bestätigungs VERMERK— Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Waagner-Biro Aktiengesellschaft, Wien

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2012 bis zum 31. Dezember 2012 mit einem Eigenkapital von EUR 43.443.000,00 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2012, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungs­ rechnung für das am 31. Dezember 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den ­Konzernabschluss und für die Buchführung Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortlichkeit beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzern­abschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein ­Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.


Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

waagner-biro Annual report 2012

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

in Übereinstimmung mit den International Financial ­Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Prüfungsurteil Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss der Waagner-Biro Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2012 bis 31. Dezember 2012 mit einem Eigenkapital von ­ EUR 43.443.000,00 nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2012 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2012 bis zum 31. Dezember 2012

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzern­ lagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht. Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

SOT Wirtschaftsprüfung GmbH

Mag. Friedrich Spritzey e.h.     Mag. Markus Brünner e.h. Wirtschaftsprüfer

Graz, am 18. März 2013 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

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— Bewegung

—BERICHT DES

AUFSICHTSRATES— Sehr geehrte Aktionäre,

der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2012 zu fünf ­Sitzungen zusammen, bei denen jeweils sämtliche ­Aufsichtsräte anwesend waren. In diesen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über die Lage der Gesellschaft informiert. Der Jahresabschluss (UGB) bzw. der Gruppenabschluss (IFRS) einschließlich Anhang und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2012 wurde von der zum Abschlussprüfer bestellten SOT Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Damit ist der Jahresabschluss gemäß § 96 (4) Aktien­ gesetz festgestellt. Mit dem Lagebericht und insbesondere der Beurteilung zur weiteren Entwicklung des ­Unternehmens ist der Aufsichtsrat einverstanden. Dies gilt auch für die Dividendenpolitik. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der eine Dividende von 1,20 EURO pro Aktie vorsieht, schließt sich der Aufsichtsrat an. Der Aufsichtsrat schlägt gemäß § 270 Abs. 1 UGB vor, die SOT Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, als Abschluss­ prüfer für das Geschäftsjahr 2013 zu bestellen.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten ­Jahresabschluss sowie den Gruppenabschluss gebilligt.

Wien, im März 2013

Für den Aufsichtsrat Dkfm. Herbert W. Liaunig Vorsitzender


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Unternehmen Das Jahr 2012 — KonzernAbschluss

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— Bewegung

—waagner-biro —

Waagner-Biro Aktiengesellschaft

Waagner-Biro Bridge Systems AG

Leonard-Bernstein-Straße 10 1220 Wien, Österreich T: +43/1/288 44 0 F: +43/1/288 44 7830 E: group@waagner-biro.com www.waagner-biro.com

Leonard-Bernstein-Straße 10 1220 Wien, Österreich T: +43/1/288 44 0 F: +43/1/288 44 333 E: bridge@waagner-biro.com www.waagner-biro.com

Waagner-Biro Austria Stage Systems AG

Leonard-Bernstein-Straße 10 1220 Wien, Österreich T: +43/1/288 44 0 F: +43/1/288 44 7811 E: stagesystems.austria@waagner-biro.com www.waagner-biro.com

Waagner-Biro Stahlbau AG

Wir haben diesen Geschäftsbericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser G ­ eschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie „erwarten“, „schätzen“, „planen“, „rechnen“ etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen. Dieser Geschäftsbericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version. Redaktionsschluss: 25. März 2013

Leonard-Bernstein-Straße 10 1220 Wien, Österreich T: +43/1/288 44 0 F: +43/1/288 44 333 E: steelglass@waagner-biro.com www.waagner-biro.com

Qualter, Hall & Co Ltd.

8, Johnson Street Barnsley S75 2BY, Großbritannien T: +44/1226/205 761 F: +44/1226/286 269 E: admin@qualterhall.co.uk www.qualterhall.co.uk


IMPRESSUM Waagner-Biro AG, Leonard-Bernstein-Straße 10, 1220 Wien, Österreich. Für den Inhalt verantwortlich: Martin Zinner und Rudolf Estermann. Konzept und Gestaltung: Wien Nord Werbeagentur. Text: asoluto public + interactive relations. Fotos: Philipp Forstner, Gregor Ecker (Vorstände), Wilkinson Eyre Architects (The Crystal), Vereinte Bühnen Wien, Brinkhoff/Mögenburg (Wiener Raimundtheater), Jon Ingemundsen (Kulturzentrum Stavanger) , Olivier Ouadah (Louvre), Palin Images (Cooperative Group), Günther Wett (Österreichisches Pavillon, Biennale Venedig). Druck: Hans Jentzsch & Co GmbH.


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Geschäftsbericht 2012