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Willkommen im

Jägerhof

Liebe Gäste Ein Unternehmen funktioniert nur, wenn alle am gleichen Strick ziehen und man sich aufeinander verlassen kann. Und wenn man in den Mitarbeitenden Perlen gefunden hat, auf die man einfach immer zählen kann, ist das ein besonderes Geschenk. Annamarie Engeler ist eine solche Perle, oder wie Herr Lanz sagte, seine «Beruhigungstablette», weil er wusste, wenn sie da war, konnte er in aller Ruhe ausschlafen. An dieser Stelle sei Frau Engeler, die seit 26 Jahren in unserem Betrieb für gute (Morgen-)Laune sorgt, herzlich gedankt! Wissen Sie, wie wichtig ein «Zimmermädchen» ist? «Es» wird kaum gesehen, und trotzdem sehen alle, wenn «es» nicht da war. Auch Frau Jasmina Zulić ist eine solche Perle, wirkt seit sechs Jahren im Hintergrund als Reinigungsfee und sorgt für eine penible Sauberkeit – ein Muss in jedem guten Haus. Schön, dass wir für Sie da sein dürfen! Ihre Vreni Giger & Team PS: Wir sind übrigens bei der Zweitauflage des St.Galler Strassenfestivals «Aufgetischt!» am Freitag und Samstag, 17. und 18. Mai wieder mit einem Stand mit Leckereien dabei. Besuchen Sie uns an der Gallusstrasse (beim langen Tisch ...). Details: www.aufgetischt.sg

Ausgabe 2013-2

  2 Josts Randnotizen   4 Vorgestellt        6 Kulturelle Störgänge  8 Pfuus guät! 9 Daten & Tipps  11 Rezept


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Lammfilet im Kräuterman Zutaten: 3 150 g 2 1 300 g Salz, Pfeffer 1 EL

Lammfilets Pilze je nach Saison kleine Zwiebeln Knoblauchzehe Spinat Butter

Crêpeteig: 1 dl 1 2 EL Frische Kräuter Bratbutter

Milch Ei Mehl Thymian, Rosmarin, Salbei ...

Diese Angaben gelten für 6 Personen. Zubereitung Lammfilet im Kräutermantel Mit der Milch, dem Ei und dem Mehl einen Crêpeteig machen, die Kräuter fein hacken, in den Teig mischen und drei ganz dünne Crêpes backen. Etwa ein Drittel der Pilze hacken und mit einer fein geschnittenen Zwiebel in Butter andünsten, bis keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist.


Rezept

ntel mit Spinat Die Lammfilets würzen, kurz von allen Seiten anbraten und auf einen Teller legen. Eine Crêpe mit der Pilzmasse bestreichen, ein Filet darauf legen und dieses einpacken. Mit allen drei Filets das Gleiche machen. Die Crêpepäcklein bei 160 Grad für ca. 7 Minuten in den Ofen geben und anschliessend 3 Minuten abstehen lassen. Die restlichen Pilze in der Butter kurz schwenken. Zubereitung Spinat Zwiebel fein hacken und mit einem gepressten Knoblauch in Butter andünsten. Den Spinat zugeben, kurz mitdünsten und mit Salz und Pfeffer würzen. Auf dem Teller anrichten. Anrichten Die Crêpepäcklein in der Mitte zerschneiden und auf dem Spinat anrichten. Eventuell etwas Jus dazu servieren.

Kochbuch «Vreni Giger – Meine Frischmarktküche» Bioküche auf höchstem Niveau, mit Produkten aus der Region. «Meine Frischmarktküche» ist das erste Kochbuch von Vreni Giger. Es wurde im Herbst 2012 von der GAD Gastronomische Akademie Deutschland mit einer Silbermedaille anlässlich der Buchmesse Frankfurt ausgezeichnet. Signierte Exemplare für CHF 98.- zzgl. Porto/Versandkosten können gerne telefonisch oder per Mail bestellt werden.

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Kant und die kulinarische Zärtlichkeit Leider hat Immanuel Kant (1724 – 1804) die «Kritik der kulinarischen Vernunft» nie geschrieben. Dabei war er mit seiner «Kritik der Urteilskraft» schon ganz nahe dran, als er streng über unsere fünf wunderbaren Sinne nachdachte. Aber er sah eben das Schmecken und das Riechen auf einer niedrigeren Stufe als Gehör, Gesicht und Tastsinn. Einer wissenschaftlichphilosophischen Betrachtung mochte er das Essen und Trinken darum nicht unterziehen. Schade. Doch hat er uns immerhin den sittlichen Grundsatz des Kategorischen Imperativs geschenkt. Bitte: «Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.» In einer Groschenroman-Version könnte die Übersetzung lauten: «Tue Gutes und sprich darüber.» Das ist nicht ganz das, was Kant, Sohn eines Sattlers aus Königsberg, gedacht hat. Der Philosoph würde sich indigniert abwenden ob diesem geistigen Fastfood. Aber wenn er denn schon einmal da wäre, zweihundert Jahre nach seinem Ableben, und er sähe, dass die Menschen nicht mehr wissen, was sie essen, wie sie essen und wo, so setzte er sich vielleicht doch wieder hin, diesmal um eine «Kritik der kulinarischen Vernunft» zu schreiben. Die Essgewohnheiten der rastlosen Masse haben sich etabliert. Viele kauen im Stehen, im Gehen, vor dem Bildschirm, in Bus und Tram. Sie vermögen Sensationen, die der Gaumen meldet, nur noch unscharf wahrzunehmen, abgelenkt wie sie sind durch die Umgebung und den Knopf im Ohr. Es ist gleichgültig geworden, dass die Nahrung – keimfrei, einerlei und degustativ nur ein Abglanz vom Original – aus den Industrieküchen kommt.


Josts Randnotizen

Die Fertigfutter-Branche meldet Zuwachsraten von 30 und 40 Prozent. Die freie Wirtschaft des Kapitalismus offeriert uns die Gleichschaltung des Geschmacks, das kulinarische Einparteiensystem, die Uniformierung der Küche und die Gaumenwäsche durch künstliche Aromen. Der Tisch als Ort der Gesellschaft und der Sinnenfreude ist zum Protektorat der Industriefutter-Konzerne geworden. Jedoch, liebe Geniesserinnen und Geniesser, noch hat die Ketchup-Generation das grosse Erbe der Tischkultur nicht verspielt. Noch gibt es Widerstandsnester und Zitadellen kulinarischen Widerstands. Jeder Herd, an dem die Suppe noch selber gekocht wird, ist ein Ort der Hoffnung. Jeder Gast, der wie Sie in einem Wirtshaus wie etwa dem «Jägerhof» verkehrt, verneigt sich vor der Sorgfalt einer handwerklichen Küche. Jedes Haus, wo Tag um Tag gezeigt wird, was mit sauberen Produkten aus Feld, Wald und See erschaffen werden kann, ist eine Universität des Geschmacks. Da werden kulinarische Zärtlichkeiten erforscht und erfunden, die zum menschlichen Glück beitragen. So können wir Kants Forderung ableiten: «Koche und esse nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.» Jost Auf der Maur Jost Auf der Maur ist Buchautor und ein vielfach ausgezeichneter Reporter alter Schule. In seinem Bestseller «Geschmack der Liebe» (erschienen bei Echtzeit, Basel) schildert er zwölf wahre Liebesgeschichten. Sie enden alle beim Essen – der Autor hat es nicht versäumt, die Rezepte aufzuschreiben.

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Jasmina Zulić, Reinigungsfee Die Schweiz ist für Jasmina Zulić mittlerweile die zweite Heimat – und sie ist stolz auf ihren Schweizer Pass. Sie schätzt die Sicherheit, die Arbeitsmöglichkeiten und dass die Menschen meistens nett sind: «Hier ist alles in Ordnung. Wenn ich etwas brauche, beispielsweise von der Gemeinde, bekomme ich alles ohne Probleme innert kürzester Zeit.» Am Morgen um halb sieben Uhr bügelt sie als Erstes die Werkkleider für die Mitarbeitenden und andere Wäsche für Küche und Service. Sie liebt Sauberkeit und Ordnung, auch wenn es in ihrem Job manchmal wie Sisyphus-Arbeit aussieht. Für die Reinigung eines Zimmers braucht sie normalerweise eine gute Viertelstunde, aber es kommt vor, dass sie eine solche Unordnung antrifft, dass eine Stunde und mehr nötig ist, um die Räume für den nächsten Gast so vorzubereiten, dass er nichts von einer nächtlichen «Orgie» bemerkt. Die Arbeit ist manchmal streng: Wenn an einem Tag alle 24 Zimmer zu machen sind, schenkt es schon ein, aber das viele Treppenlaufen hält sie gleichzeitig fit. Als Ausgleich hört sie Musik und tanzt dazu – am liebsten alleine im Wohnzimmer; Jennifer Lopez ist ihre Lieblingsmusikerin. In den Sommerferien fährt sie meist «nach unten», nach Velika Kladuśa zu ihrer Mama Ferida in Bosnien-Herzegowina. Dort ist es hügelig mit verstreuten Dörfern wie im Appenzellerland. Ein Traum von Jasmina Zulić ist, irgendwann «unten» selber ein schönes, kleines Hotel zu führen. Dazu fehlen ihr aber noch das Geld, das Haus, die Erfahrung und der Mann. In dieser Reihenfolge ...


Vorgestellt

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Annamarie Engeler, Zmorgenengel Mit grosser Freude arbeitet Annamarie Engeler schon seit 1987 im Jägerhof. Daneben war sie lange Zeit während der Olma und Offa in der Moststube tätig und hatte es genossen, dass es dort «etwas anders zu und her ging». Frau Engeler ist auf einem abgelegenen Bauernhof in Trogen mit sechs Geschwistern aufgewachsen, hat schon mit sechzehn in der Küche und im Service gearbeitet und war schon immer höchst zuverlässig. Sie ist stolz darauf, noch nie zu spät gekommen zu sein in all den Jahren. Als Morgenmensch steht sie problemlos auf und geniesst noch zuhause ein ausgiebiges Frühstück; um fünf Uhr früh wird sie von Musik geweckt, damit sie um halb sieben im Jägerhof mit der Arbeit beginnen kann. Bis 17 Uhr ist sie im Geschäft, in der Regel aber nur an vier Tagen pro Woche: Im Sommer beginnt ihr Wochenende meist am Freitag, das sie mit ihrem Mann am Bodensee in einem Mobilhome geniesst. Weil sie selber gerne in aller Ruhe frühstückt, ist sie immer mit bester Laune und gleichzeitig zurückhaltend für ihre Gäste da. Am Mittag sind die schön angerichteten Teller für sie eine grosse Inspiration, zuhause das nachzukochen, was ihr besonders ins Auge sticht. «Ich stibitze ab und zu eine Idee in der Küche und geniesse so neben der Arbeit meine ganz private Weiterbildung.» Besonders liebt sie Kartoffelstampf mit Zwiebeln, Sauerrahm und Peterli – und isst davon meist zu viel ... Das Wichtigste in ihrem Beruf ist, sich auf die Gäste einlassen zu können. Und kein Morgenmuffel zu sein!


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Kulturelle Störgänge Sebastian Nitsch | Donnerstag, 4. April | ab 19 Uhr Beschrieben als Hellwachträumer und Comedy-Neuentdeckung aus Berlin, fällt er mit uns in Dinge hinein, die wir längst kennen – doch so haben wir sie noch nicht gesehen. Mit smoothen Klängen und einem rasterelektronenmikroskopischen Blick fürs Detail nimmt er uns bei der Hand und besichtigt ein Leben, in dem alles seltsam ist, aber irgendwie auch seltsam schön. Glücklicherweise. Denn es ist unser Leben. Helga Schneider | Donnerstag, 5. September | ab 19 Uhr Seit bald 20 Jahren verblüfft und begeistert die Zürcher Künstlerin Regula Esposito mit ihrer Bühnenfigur Helga Schneider. Mit musikalischem Können und virtuoser Wortakrobatik hat das ehemalige Acapickels-Mitglied in ihrem ersten Soloprogramm auf der Suche nach den inneren Werten als «Handtaschenanalystin» gewirkt. Jetzt wird es Zeit, in die äusseren Werte zu investieren. Die Fünfzig sind bald erreicht. Die ersten Wallungen branden auf ... Endo Anaconda | Donnerstag, 3. Oktober | ab 19 Uhr In seiner Lesung «Walterfahren» geht es um nichts weniger als das Leben und den Tod, dazwischen sein drittes Kind – Walter – sein Mazda –, Ostermundigen, das Emmental, das Rauchen, das Trinken, die Liebe und wir. Endo Anaconda, der charismatische Sänger und Texter der Band Stiller Has, beschreibt ein heutiges Leben auf einem kleinen Flecken Erde: vielleicht ist es das Paradies, vielleicht ab und an der nackte Abgrund. Die Kosten für «Kulturelle Störgänge» betragen inklusive Viergang-Überraschungs-Menu und Apéro 90 Franken, weitere Getränke werden separat berechnet. Die Abende können nur inklusive Essen gebucht werden. Wir danken für Ihre rechtzeitige Anmeldung unter 071 245 50 22 oder per Mail an info@jaegerhof.ch


News

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Schlaf gut! Sleep well! Pfuus guät!

Bei uns schlafen Sie gut bis am Mittag Weil wir selber gerne lange und gut schlafen (in den wohlverdienten Ferien natürlich nur  …), verpassen Sie bei uns nie ein Frühstück. Wir servieren Ihnen unsere knusprigen Brote und die hausgemachte Konfi dann, wann Sie es wünschen. In unseren charmanten und individuell gestalteten Zimmern, von denen bereits acht vollständig renoviert worden sind, brauchen Sie nicht lange Schäfchen zählen – zentral und trotzdem ruhig gelegen versinken Sie bald in «än gsundä tüüfä Schlaf». Wir freuen uns, wenn Sie bei uns Ihren nächsten Aufenthalt planen. Wann dürfen wir Sie persönlich empfangen?

Reservation per Telefon: +41 (0)71 245 50 22 Reservation per E-Mail: info@jaegerhof.ch Zimmerpreise: – Einzelzimmer von CHF 145 bis 175 – Doppelzimmer von CHF 190 bis 280 Die Preise verstehen sich pro Zimmer inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet und Taxen.


Daten & Tipps

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Geschenktipp: Vreni Gigers «Chuchi-Tisch» Das besondere Geschenk: Ein Abend an Vreni Gigers «Chuchi-Tisch» für mindestens zwei bis höchstens sechs Personen. Vreni Giger betreut Sie persönlich und stellt für Sie ein siebengängiges Menu Surprise zusammen, das mit den dazu passenden Weinen zu jedem Gang ergänzt wird.

Die kleinen, süssen Braunen Unsere hausgemachten Spezialitäten – die sagenhaften kleinen Überraschungen, handgemacht von unserer Confiseurin Fabia Löw. 4 Stück für 9 Franken | 6 Stück für 13 Franken | 9 Stück für 19 Franken | 16 Stück für 35 Franken Bei uns entweder per Telefon oder Mail zu bestellen und direkt im Restaurant abzuholen. (Noch) kein postalischer Versand möglich.

Kochkurse und Kulturelle Störgänge 4. April: Kulturelle Störgänge mit Sebastian Nitsch, Comedian 17./18. Mai: Strassenfestival «Aufgetischt!» St. Gallen – Stand an der Gallusstrasse 9. Juni: Kochkurs «Ambitionierte Hobbyköche» 25. August: Kochkurs «Vegetarische Küche» 5. September: Kulturelle Störgänge mit Helga Schneider, Kabarettistin 3. Oktober: Kulturelle Störgänge mit Endo Anaconda, Musiker und Poet 7. November: Kulturelle Störgänge mit Nadja Räss im «Jodel-Terzett» 10. November: Kochkurs «Ambitionierte Hobbyköche» Alle Details finden Sie auf unserer Website unter www.jaegerhof.ch


– Montag bis Freitag: 7 bis 24 Uhr, warme Küche von 11.30 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr – Samstag: 17.30 bis 24 Uhr, warme Küche bis 22 Uhr – Sonntag: Ruhetag Restaurant und Hotel bleiben an Auffahrt (9. Mai) und Pfingsten (19./20. Mai) geschlossen. In der Sommerpause ist nur das Restaurant geschlossen (11. Juli bis und mit 11. August). Vreni Giger's Jägerhof Restaurant & Hotel Brühlbleichestrasse 11 CH-9000 St. Gallen +41 (0)71 245 50 22 info@jaegerhof.ch www.jaegerhof.ch www.facebook.com/vrenigigersjaegerhof

Fotos: Clara Tuma, www.claratuma.com | Karl-Heinz Hug, www.hugphotos.com | Michael Schär | Dirk Orthmann | zVg. © MMXIII Andreas B. Müller, www.wowventure.ch

Das Restaurant ist (mit Ausnahme von allgemeinen Feiertagen) geöffnet von Montag bis Samstag:

Vreni Giger's Jägerhof | Minimagazin 2013-2  
Vreni Giger's Jägerhof | Minimagazin 2013-2  

Minimagazin mit einem Rezept von Vreni Giger, der Kolumne von Jost Auf der Maur, Portraits von Annamarie Engeler (Frühstücksengel) und Jasmi...

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