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F r i e d e n > 1 5 0 Ja h r e S P D

M a h mu d A bba s

Foto: imago / PanoramiC

Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde »Das palästinensische Volk teilt die Grundwerte der ehrwürdigen SPD in unserem Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie. Wir schätzen die starken Bindungen, die wir großen geschichtlichen Gestalten wie Willy Brandt, Helmut Schmidt und Yassir Arafat verdanken. Die Sozialdemokratie lehrt uns, dass es keinen Frieden ohne Gerechtigkeit gibt. Die Berufung auf die Werte der SPD sehen wir als Unterstützung in unserem Kampf für Selbstbestimmung, Gleichbehandlung und Demokratie. Es tut gut zu wissen, dass die SPD auch in Zukunft für diese Werte einstehen wird.«

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Frieden, der die Freundschaft mit den Nachbarvölkern ermöglicht.“ Das waren Aussagen, die sich wohltuend unterscheiden von all dem, was in den folgenden Wochen, Monaten und auch Jahren in Deutschland an Kriegsbegeisterung, nationalem Sendungsbewusstsein und Eroberungsabsichten formuliert wurde. Wahrgenommen wurde aber nur die Zustimmung zu den Kriegskrediten und das damit bekundete Einverständnis mit dem von Wilhelm II. und der Reichsregierung proklamierten innenpolitischen „Burgfrieden“. In einer breiten Öffentlichkeit wurde das bejubelt, in der zunächst sehr kleinen, dann aber rasch anwachsenden Opposition innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung jedoch als offener „Verrat“ an den sozialdemokratischen Grundsätzen scharf verurteilt. Dass die sozialistischen Parteien in den anderen am Krieg beteiligten Ländern (mit Ausnahme der Bolschewiki und Menschewiki in der russischen Duma, die schon kurz nach

Kriegsbeginn verboten wurden) sich genauso verhielten, nämlich Kriegskredite bewilligten und sich in eine nationale Einheitsfront einreihten, spielte bei den Kritikern keine Rolle. Je länger der Krieg dauerte, desto schärfer wurden die Konflikte, die schliesslich in Deutschland wie in anderen Ländern zur dauerhaften Spaltung der sozialistischen Arbeiterbewegung führten. Schon im Dezember 1914 stimmte Karl Liebknecht als einziger Reichstagsabgeordneter gegen weitere Kriegskredite. Im Dezember 1915 waren es bereits 41 SPD-Abgeordnete, die ihre Zustimmung verweigerten. Im März 1916 wurden die Kritiker der Kriegspolitik aus der Reichstagsfraktion ausgeschlossen, und im April 1917 wurde die Spaltung mit der Gründung der „Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ vollzogen. n Reinhard Rürup (geb. 1934) ist Historiker und lehrt an der TU Berlin Neuere Geschichte.

Für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität!

150 Jahre deutsche Sozialdemokratie. Eine Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung Begleitband zur Ausstellung: Anja Kruke/Meik Woyke (Hrsg.)

Deutsche Sozialdemokratie in Bewegung 1848 – 1863 – 2013 im Buchhandel erhältlich www.dietz-verlag.de

Ausstellungsorte und mehr:

www.fes.de/150jahre 02|2013

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vorwärts extra: 150 Jahre SPD  

150 Jahre Sozialdemokratie: Auf dem Weg zu einem besseren Leben

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