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© Oliver W. Schwarzmann - www.oliver-schwarzmann.de

Oliver W.

Schwarzmann

KOLUMNE Erst muss es schlechter werden, dass es besser werden kann – eine Regierungserklärung und die Zukunft Gestern, am 10. November 2009, legte die neue, alte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Regierungserklärung im Parlament ab. Die Politprofis unter den Journalisten werden Inhalt, Form und Stil ihrer Rede zu kommentieren wissen. Ich möchte mich nur mit dem Tenor beschäftigen, der da lautet: Die Probleme werden erst noch größer, bevor es wieder besser werden kann. Nun, man erlebt ja nach meiner Auffassung die Zukunft, die man sich selbst vorzustellen vermag. Wer in Problemen denkt, wird Probleme bekommen, nach dem Motto: Wer das Unheil voraussieht, leidet zweimal. Da ist die Erklärung, erst nach der Talfahrt könne man wieder in die Höhe aufsteigen, kein Trost. Und erst recht keine Vision. Wie soll dabei Begeisterung aufkommen? Neues Wachstum werden wir nicht durch Sparen aus Angst, sondern mittels mutigen Investitionen in die Zukunft generieren. Und vor diesen Investitionen stehen notwendigerweise neue, innovative, ebenso motivierende wie nachhaltige Ideen. Gut, auch die Regierung will nicht sparen – aber wo sind die neuen Impulse für die Zukunft? Die Botschaft von Steuersenkungen mag wie eine Wundertüte klingen, konjunkturelle Füllhörner sind Steuergeschenke nicht. Damit der Wachstumsmotor wieder richtig zum Laufen kommt, ist nicht nur einfach mehr Geld nötig. Wachstum braucht Zuversicht. Wachstum braucht emotionalen Antrieb. Wachstum braucht individuelles Engagement. Wachstum braucht motivierende Perspektiven. Wachstum braucht Richtung. Und Richtung braucht Vorstellungskraft. Selbst die „harten“ Indikatoren stehen nicht schlecht – China boomt erneut wie einst, viele Banken und Versicherungen berichten von fetten Gewinnen, die Börse ist wieder angefüllt mit Kapital. Aber: Menschen und Kapital haben eines gemeinsam - sie folgen Visionen. Und die Zeit fordert sie. Mögen sie aus der Wirtschaft kommen. Von der Politik kommen sie nicht.


regierungserklarung