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© Oliver W. Schwarzmann - www.oliver-schwarzmann.de

Oliver W.

Schwarzmann

KOLUMNE Jahreswechsel - oder: ein anderer Vorblick Die Zeit kennt eigentlich keine Daten, sondern nur Erlebnisse und Bedeutungen, die unser Gehirn nacheinander einordnet und damit Vergänglichkeit erzeugt. So blicken wir immer auf Erinnerungen, Geschehnisse, die im Gedächtnis bleiben, die wir speichern und aufzeichnen, die wir uns ansehen als Rückblick, als Bilder des Jahres aus Ereignissen des Jahres und mit Menschen des Jahres. Der Mensch ist ein Vergangenheitswesen, selbst unsere Zukunftserwartungen wachsen aus dem Boden des Erlebten. Der Rückblick ist uns vertraut, er zeigt das Bekannte, unterstreicht das Gewohnte, bestätigt das Bewährte. Der Vorblick fällt uns schwer, das Kommende ist nicht so wie das Gewesene, es gibt noch keine Bilder aus den Ereignissen von morgen, keine Menschen des Neuen Jahres berichten uns, wie es werden wird. Wer in die Zukunft sehen will, muss seine Vorstellungskraft bemühen. Was könnte also kommen? Wird es besser oder schlechter? Was wird uns überraschen, erfreuen


© Oliver W. Schwarzmann - www.oliver-schwarzmann.de

Oliver W.

Schwarzmann

KOLUMNE und bestürzen? Oder bleibt alles so, wie es ist? Bekanntes, Gewohntes, Bewährtes? Wir wissen nicht, wie es anders sein könnte. Trotzdem wünschen wir uns das Andere. Manchmal. Heimlich. Und immer wieder. Doch tritt das Andere in unser Leben, sehnen wir uns nach Normalität. Herrscht Normalität in unserem Leben, gieren wir nach Neuem. Was wird also kommen? Welcher Traum erfüllt sich, welcher wird zur Illusion? Woran wird das liegen? Der Rückblick am Ende des Neuen Jahres wird uns nur sagen, welche Geschehnisse gewesen waren. Wir werden uns mit ihnen erinnern. Vielleicht haben wir uns auch verändert. Sind zu Menschen des Neuen Jahres geworden.


jahreswechsel