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Jan. / Feb. 2014

Vorarlberger

Jagd

Vorarlberger J채gerschaft


Aktuell 8 10 14

Landeshubertusfeier Die Jagd: Gespaltene Meinung zwischen Jagd und Jäger Gut gerüstet für das kommende Weidwerk:

Jägerbriefverleihungen in den Bezirken Titelbild Kolbenente Foto: Monika Dönz-Breuß

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Stimmige Bezirkshubertusfeier in Rankweil Vorkommen von Trichinen bei Füchsen in Vorarlberg Jägerschule: Feierliche Eröffnung des

Schuljahres 2013/14

Impressum Anzeigenmarketing: MEDIA-TEAM GesmbH Interpark FOCUS 3 6832 Röthis Tel. 05523 52392 - 0 Fax 05523 52392 - 9 office@media-team.at Redaktion: Verantwortliche Redakteurin Mag. Monika Dönz-Breuß monika.doenz-breuss@vjagd.at Bezirk Bregenz OSR BJM-Stv. Roland Moos roland.moos@vjagd.at Bezirk Dornbirn Mag. Karoline von Schönborn karoline.schoenborn@vjagd.at Bezirk Feldkirch Christian Ammann christian.ammann@vjagd.at Bezirk Bludenz Akad. Jagdwirtin Caroline Egger-Batliner, jagd@dsl.li Medieninhaber und Herausgeber: Vorarl­berger Jägerschaft Bäumler Park Markus-Sittikus-Straße 20 6845 Hohenems Tel. 05576 74633 Fax 05576 74677 info@vjagd.at www.vjagd.at Öffnungszeiten der Geschäftsstelle: Montag - Donnerstag von 08.00 bis 12.00 Uhr Freitag von 13.00 bis 17.00 Uhr Erscheinungsweise: 6x jährlich (jeden 2. Monat) Hersteller: Vorarlberger Verlagsanstalt GmbH, A-6850 Dornbirn, Schwefel 8, www.vva.at PEFC zertifiziert Dieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. www.pefc.at

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Vorarlberger Jagd

INHALT

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Wildbiologie 4

Wildfütterung im Umbruch?

Rubriken 18 20

Jagd & Recht: Jagdhaftpflichtversicherung neu Der Tierarzt berichtet: Leberegel-Vorkommen

in Vorarlberg

30 39 44 46 52

Jagdaufseherseite: Dienstbesprechung Bludenz Bücherecke

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Geschäftsstelle Veranstaltungen Kinderseite: T wie Tauchente

Waffe & Schuss 24 Waffe & Schuss: Zentrales Waffenregister 26 Schießnachweis Jagdhunde 33 511. Gebrauchsprüfung Klub Dachsbracke 34 33. Schweißprüfung des ÖJGV 36 Termine ÖJGV 37 Lycka gewinnt Field Trial in England

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Jagd 28

Wilderei: Der Eingriff in fremdes Jagd- und

Fischereirecht

31 43

20. Österr. Jägertagung Aigen/Ennstal 2014 Sponsoren für das Vorarlberger Jagdmuseum gesucht

Aus vergangenen Zeiten 50 51

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Jägereien während der französischen Besatzungszeit Vorarlbergs Jagdlandschaft – beschrieben im Jahre 1912

Jägerinnen & Jäger 38 47

Pirschgang in einem Entenrevier Nachruf

Geburtstage

48 49

Beizjagd der Vorarlberger Falkner 1. Vorarlberger Jägerchor auf Auslandsreise

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Liebe Jägerinnen und Jäger

Winterzeit! – Ruhezeit? Für viele Wildtiere ist dies nicht mehr der Fall. In den meisten Regionen unseres Landes werden sie von allen möglichen Arten von Wintersportlern durch den Schnee gehetzt. Zusätzlich wird die derzeit verordnete Jagdausübung auch im Winter zum Stör- und „Quälfaktor“. Kaum sind die wenigen jagdfreien Feiertage zum Jahreswechsel vorbei, geht es munter weiter. Jagdzeitverlängerungen, Freihaltungen, Abschussaufträge stören die Winterruhe und damit den Energiehaushalt. Einzelne skrupellose schwarze Schafe unter uns Jägern nützen die Chance, hetzen Wild mit Quads und Schneemobilen, werden dafür womöglich noch belobigt und mit einem Preis ausgezeichnet. All das ist nicht nur gegen die Natur, die Bedürfnisse der Tiere, sondern verhöhnt jagdliche Ethik und Tierschutz. Zusätzlich wird aber längerfristig die notwendige Wildstandsregulierung erschwert und irgendwann verunmög-

licht, Wildschäden im Wald werden geradezu provoziert. Lenkungsmaßnahmen, wie die im Gesetz verankerten Fütterungen, werden mit fachlich haarsträubenden Argumenten nicht nur in Frage gestellt, sondern teilweise schon „abgewürgt“. Gutgeheißen wird dies zum Teil von Leuten, welche mit der hohlen Worthülse „Ökologische Jagd“ gegen unser Jagdsystem polemisieren, was für ein Widerspruch. Fütterungen dienen kaum mehr der „Bambi – Philosophie“, nämlich die armen Tierlein vor dem Verhungern zu schützen, auch wenn das noch vereinzelt Kindern bei Führungen erzählt wird. Sie sind Teil eines komplexen Systems und erfordern eine differenzierte Betrachtungsweise, mehr dazu in einem ausgezeichneten Übersichtsartikel von DI Hubert Schatz auf den Seiten 4 bis 6. Fütterungen abschaffen zu wollen, mit der Ausrede, in extremen Wintern Notfütterungen einzurichten, ist scheinheilig, denn gerade

Schusszeiten im Jänner und Februar 2014 In den Monaten Jänner und Februar 2014 darf in Vorarlberg folgendes Wild erlegt werden: Feld- und Schneehasen (bis 15.1.) Fasane (bis 31.1.) Ringeltauben (bis 31.1.) Türkentauben (bis 31.1.) Waldschnepfen (bis 31.1.) Stock-, Krick-, Tafel-, Reiher­ enten (bis 31.1.) Blässhühner (bis 31.1.)

Dachse, Jungfüchse, Füchse Haus- oder Steinmarder (bis 28.2.) Ganzjährig: Schwarzwild, Bisamratte, Marderhund, Waschbär

dann würden die geforderten Reduktionen der Wildbestände eintreten. Aber Massensterben halten die Verantwortlichen, zu Recht, wegen des öffentlichen Aufschreis nicht aus (siehe Graubünden vor einigen Jahren). Die Jägerschaft wird in Zukunft vermehrt die Unterstützung des Tierschutzgesetzes, der Tierschützer und der Öffentlichkeit in Anspruch nehmen müssen. Unser Verein sollte diejenigen unter uns ausschließen, welchen grobe Verstöße nachzuweisen sind. Es mag dies zwar als „zahnlose“ Maßnahme erscheinen, weil die Vergabe der Jagdkarten durch die Behörden erfolgt und die Vorarlberger Jägerschaft auch keinen Einfluss auf einen eventuellen Entzug hat. Trotzdem sollten wir ein klares Zeichen setzen, dass wir mit solchen „Jägern“ nichts zu tun haben wollen. Wie weit solche Ausschlüsse als Signal im Zeitalter von Datenschutz auch veröffentlicht werden

können, muss rechtlich geklärt werden. Allen jenen, die ihre schwere jagdliche und hegerische Arbeit auch bei extremen winterlichen Bedingungen ausüben müssen, gilt unser Dank. Für 2014 wünsche ich Allen Gesundheit, Zufriedenheit und ein kräftiges Weidmannsheil,

Mit Weidmannsgruß,

LJM Dr. Ernst Albrich

Bessere Lesbarkeit Zusammen mit der Fischerei-Redaktion haben wir beschlossen, auf eine Schreibung der Titel beim jeweiligen Namen weitest gehend zu verzichten. So wird der Titel in einem Beitrag das erste Mal erwähnt und im folgenden die Person nur mehr Herr / Frau „X“ genannt. Dies erhöht die Lesbarkeit und ist im Journalismus die letzten Jahre zu gängiger Praxis geworden. JAGD

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Wildfütterung im Umbruch? Hubert Schatz Die Fütterung von Rot- und Rehwild steht derzeit wieder einmal stark in Diskussion. Die Kritiker wissen in den Fütterungen den Grund für zu hohe Wildbestände, zu geringe Abschussquoten und untragbare Wildschäden im Wald. Außerdem werden seit der Wiederkehr von Tuberkulose bei Rindern Rotwildfutterstellen als Nährboden für diese Krankheit gesehen. Folgt man den saloppen Aussagen mancher Fütterungsgegner, so könnte man meinen, dass sich all diese Probleme und Behauptungen mit dem Verbot von Wildfütterungen im Nichts auflösen würden. Dass ein radikal verändertes Überwinterungsmanagement beim Rotwild in unserer ausgeprägten Kulturlandschaft aber mit Sicherheit wieder zu vielen altbekannten Schwierigkeiten führen würde, wird dabei völlig negiert oder bewusst verschwiegen. 4

Vorarlberger Jagd

Von der Almosen- zur Sättigungsfütterung Obwohl die Wildfütterung vereinzelt bereits aus dem Mittelalter bekannt ist, wurde sie im Alpenraum mit wenigen Ausnahmen erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Die älteste bekannte Rotwildfütterung Vorarlbergs befindet sich in St. Anton im Montafon und stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Entstanden ist die Fütterung ursprünglich aus Tierschutzgründen. Um das Wild vor dem Hungertod zu bewahren, wurde den Tieren, in der Regel Rotwild, in unmittelbarer Nähe von Häusern und Höfen meist nur eine spärliche Gabe an qualitativ geringwertigem Heu vorgelegt. Rasch erkannte jedoch die Jagd die Vorteile der Fütterung. Nachdem in den armen Nachkriegsjahren die Inhaber von Jagdrevieren, insbesondere auch zahlreiche Jagdgenossenschaften in den strukturschwachen Tälern,

WILDBIOLOGIE

an einer Aufhege eines guten Rotwildbestandes sehr interessiert waren, um reiche Jäger aus dem In- und Ausland als Jagdpächter und somit auch als finanzielle Unterstützer für verschiedene Anliegen der Gemeinde zu gewinnen, wurden damals Wildfütterungen auch von vielen Grundeigentümervertretern gefordert und gefördert. Fütterungen dienten somit nicht nur als Lenkinstrument für Wildtiere, sondern auch als Lockmittel für Jagdpächter.

betreuten und mengenmäßig gering beschickten Heufütterungen überwintert. Trotz dieser „Diätfütterung“ sind die Rotwildbestände in den 1960er und 1970er Jahren rasant angestiegen. Mit zunehmendem Wohlstand und Fokus der Jagd auf die Trophäe wurde das Heu im Laufe der Zeit vieler Orts durch Getreidemischungen, Ackerfrüchte, etc. ergänzt bzw. ersetzt, was logischerweise zu einem starken Anstieg der Wildschäden führte.

Anhand der Abschussstatistik sowie aus zahlreichen Erzählungen von Zeitzeugen ist zu entnehmen, dass in Vorarlberg das Rotwild bereits in den 1960er Jahren großflächig vorgekommen ist. Neben den meist tiefer gelegenen Gebieten der heutigen Rand- und Freizonen hat das Rotwild aber bereits damals in den Bergregionen vieler Talschaften, meistens in Unterstützung von extensiven, d.h. nur unregelmäßig

Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde klar, dass der Winterfütterung viel mehr die Aufgabe der Wildschadensvermeidung als der Wildhege zukommen muss. Neben Fachleuten aus Revier und Praxis wurde dazu auch die Wissenschaft zu Hilfe gerufen, um entsprechende Fütterungs- und Überwinterungskonzepte zum Schutze des Waldes zu entwickeln. Als Ergebnis entstand die heute übliche, in der Regel täglich


betreute „Sättigungsfütterung“ mit dem Ziel, das Wild während der Wintermonate und des Vegetationsbeginnes möglichst kleinflächig an das Fütterungseinstandsgebiet zu binden und ausreichend mit Futter zu versorgen.

Bewirtschaftungs­ system baut auf Winterfütterung auf Nachdem ein durchdachtes, umfassendes Rotwildmanagement untrennbar mit der vorherrschenden Lebensraumsituation und Waldstruktur zusammenhängt, wurde in Vorarlberg vor knapp 30 Jahren die Wildökologische Raumplanung entwickelt, für deren Ziele und Aufgaben die Fütterung des Rotwildes in der Kernzone ein wesentliches und unverzichtbares Management­ instrument darstellt. Um die vom Rotwild häufig verursachten Winterschäden flächenmäßig einzugrenzen, wurden die zahlreich ver-

teilten Fütterungsstellen zu Zentralfütterungen zusammengezogen und seither von den Hegegemeinschaften betrieben. Die Forderung nach einer klaren räumlichen Begrenzung von Wildschäden im Wald gipfelte in der Errichtung von Wintergattern, deren sieben an der Zahl seither in Vorarlberg im Einsatz sind. Die gegenwärtige Winterverteilung des Rotwildes bestätigt die Funktionstüchtigkeit des vorherrschenden Rotwildüberwinterungsmanagements, denn seit Umsetzung der Wildökologischen Raumplanung sind rotwildbedingte Winterschäden fast ausschließlich auf die Fütterungseinstandsgebiete reduziert. Dass sich die Schäden in diesen vergleichsweise eng gehaltenen Arealen im Laufe der Jahre auf ein hohes Maß angesammelt haben, liegt in der Natur der Sache. Dass dafür aber ein Großteil des Vorarlberger Waldes während

Heu muss das Grundnahrungsmittel jeder Wildfütterung sein

der Wintermonate vom Rotwild nicht genutzt und von dieser Wildart somit auch keinen Schaden erleidet, wird von den kritischen Betrachtern gerne übersehen.

Keine Rotwildfütterungen – wenig Wild – wenig Schäden? So in etwa könnte man die Wunschvorstellungen der Fütterungskritiker beschreiben. Fütterungen haben unbestritten einen Einfluss auf die Bestandesdynamik, was aber nicht nur die Bestandesdichte, sondern vielmehr die räumliche Verteilung des Wildes betrifft. Ob sich beispielsweise 300 Stück Rotwild im Winter auf einem tausende Hektar großen Lebensraum beliebig verteilen dürfen oder sich auf zwei 50 ha große Fütterungseinstandsgebiete konzentrieren müssen, bedeutet einen gewaltigen Dichteunterschied pro Flächeneinheit. Während dieselbe Stückzahl auf großem Raum kaum

in Erscheinung tritt, erwirken 150 Stück am Futterplatz bzw. im Tageseinstand eine Massenansammlung. Es stellt sich dabei aber die Frage, ob es sich mit den Wildschäden gleich verhält. Nur zu einem geringen Teil, denn selbst unter freier bzw. natürlicher Überwinterung des Rotwildes gibt es wildart- und lebensraumbedingt sehr wohl bevorzugte Aufenthaltsorte mit ausgeprägten Konzentrationen von Wildschäden, als auch weit verstreute Verbiss- und Schälschäden. Dies ist letztendlich auch der ausschlaggebende Grund, warum der Mensch bereits seit Jahrzehnten in die Überwinterungsstrategie des Rotwildes hineinpfuscht und mit Hilfe unterschiedlicher Konzepte und Fütterungsempfehlungen bemüht ist, diese Wildart in unsere Kulturlandschaft möglichst tragbar zu integrieren.

Bewirkt die Auflassung von Rotwildfütterungen automatisch wenig(er) Wild? Für hochgelegene sowie für sehr schneereiche Regionen würde dies zumindest während der Wintermonate zutreffen, für viele andere Landesteile hingegen mit Sicherheit nicht. Der Grund dafür liegt in der ausgesprochen hohen biotischen Lebensraumkapazität unserer bäuerlichen Kulturlandschaft für Rotwild. Neben den außergewöhnlich ertragreichen Sommerlebensräumen bieten ein Großteil der Rand- und Freizonen sowie ein nicht zu unterschätzender Anteil der bestehenden Kernzonenfläche hervorragend geeignete natürliche RotwildÜberwinterungsgebiete. Das Rotwild braucht daher mit Sicherheit keine Fütterung, um zu überleben, sich zu vermehren und sich somit zu erhalten. Die Beispiele Graubünden, St. Gallen, Südtirol, etc. sowie wenige Gebiete

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somit Schäden außerhalb dieser Fläche zu vermeiden. All das hat man vor mehr als 30 Jahren ja schon erlebt und daher eine Änderung im Fütterungsmanagement entwickelt. Die Umstellung auf qualitativ und quantitativ gute Heufütterungen reduziert mit Sicherheit nicht die jährliche Zuwachsrate beim Rotwild und stellt daher keine Ersatzmaßnahme für ein allfälliges Regulierungs- bzw. Abschussdefizit dar. Aus diesem Grund muss man sehr aufpassen, dass heute nicht aus reinem Populismus oder Opportunismus wieder dieselben Probleme geschaffen werden, wie sie vor 30 Jahren flächig vorhanden waren.

im eigenen Land bestätigen dies eindrucksvoll. Trotz fütterungsloser Überwinterung befinden sich auch die Rotwildbestände in diesen Ländern auf einem hohen Dichteniveau mit teilweise stark ansteigenden Beständen. Besonders interessant ist dafür das Beispiel Liechtenstein, wo vor knapp 10 Jahren von einer Intensivfütterung auf ein Notfütterungskonzept umgestellt wurde. Obwohl sich die Abschusshöhe seither kaum verändert hat, befindet sich der jährliche Fallwildanteil auf einer absolut vernachlässigbaren Größe, was den Schluss zulässt, dass in Liechtenstein die Beendigung der regelmäßigen Rotwildwinterfütterung kaum einen Einfluss auf die Bestandesdynamik, insbesondere die Zuwachsrate, genommen hat. Bei uns würde dies mit großer Wahrscheinlichkeit ähnlich zutreffen, zumindest würden die Rotwildpopulationen in den jeweiligen Rotwildräumen keinen populationsgefährdenden Schaden erleiden, sofern man dem Wild wirklich und ehrlich seinen freien Lauf mit beliebiger Raumwahl gäbe. Problematisch ist aber, dass in vielen Fällen nach Auflassung von Fütterungen das Rotwild auch ohne Futtervorlage eine Zeitlang hartnäckig in seinen seit Jahrzehnten vertrauten Wintereinstandsgebieten verbleiben würde, nach einer gewissen Zeit sukzessive seinen Aktionsradius ausweiten und sich erst im Laufe von Jahren räumlich völlig neu verteilen würde. Ob für solche waghalsige Experimente im Land tatsächlich Platz ist, ist mehr als nur zu bezweifeln. Denn wer übernimmt die damit verbundenen hohen Risiken von Wildschäden im Wald und wo gibt es die Toleranz, um das Rotwild in den heutigen Rand- und Freizonen oder sonnig exponierten Hang- und Schutzwaldlagen überwintern zu lassen? 6

Vorarlberger Jagd

Wer glaubt, diese Fragen mit einer extremen Absenkung der Rotwilddichte zu beantworten, ist ein Fantast oder ein Realitätsverweigerer. Denn wenn man sieht, wie gering die Toleranz gegenüber dem natürlich überwinternden Gams- und teilweise Rehwild in Schutzwaldgebieten ist, so erübrigt sich die Diskussion über die natürliche Überwinterung des Rotwildes in diesen Lagen vollkommen. Natur wollen, aber keine Natur zulassen, kann eben nicht funktionieren!

Modetrends können gefährlich sein Obwohl sich die Lebensraum­ ansprüche der Tiere kaum ändern, sind die Jagd und das Wildtiermanagement ausgeprägten Modetrends unterworfen. Unter dem Motto „Zurück zur Natur“, ist derzeit auch in der Jagd ein deutlicher Trend zu mehr „freiem Wild“, d.h. zu weniger gelenkten oder von Fütterungen beeinflusstes Rotwild festzustellen. Mit diesen Vorschlägen kommt man in öffentlichen Diskussionen sowie bei vielen verwandten Interessensvertretungen gut an, natürlich im Glauben, dass damit eine wesentliche Schadensentlastung im Wald

WILDBIOLOGIE

verknüpft wäre. Außerdem erwartet man sich beispielsweise durch die Umstellung auf reine Heufütterungen eine flächigere Verteilung des Rotwildes und somit eine leichtere Bejagung unter Partizipation aller sich in einer Wildregion befindlichen Revieren. Diese Überlegungen sind teilweise zwar Theorie, dem Grunde nach aber zu begrüßen und, wo sinnvoll, auch zu unterstützen. Doch es muss dringend davor gewarnt werden, den Menschen mit solchen Vorhaben Sand in die Augen zu streuen und damit auch ein bisher mehr oder weniger bewährtes Bewirtschaftungskonzept ins Wanken zu bringen. Was in der einen Region oder Talschaft biotopbedingt funktionieren kann, muss nicht überall passen. Derzeit wird der für den Wald positive Lenkungsund räumliche Bindungseffekt von attraktiv gestalteten Rotwildfütterungen gerne oder bewusst übersehen. Reine Heufütterungen sind vor allem in klimatisch milderen Regionen mit Sicherheit nicht in der Lage, das Rotwild während des Winters und vor allem des Vegetationsbeginns an das Fütterungseinstandsgebiet zu binden und

Das Ziel, dem Rotwild wieder mehr Raum und Natur zu bieten, ist vollumfänglich zu begrüßen und wo geht auch zu unterstützen. Dies verlangt jedoch einige Änderungen im Forst- und Jagdgesetz, vor allem aber auch eine andere Denkweise und Einstellung von Fachleuten und Interessensgruppen im Beziehungsgefüge Wald – Rotwild. Mehr Raum für das Rotwild setzt mehr Toleranz gegenüber dieser Wildart voraus. Ist diese gegenwärtig tatsächlich schon gegeben? In zahlreichen Fällen hat man eher den gegenteiligen Eindruck. Aus diesem Grund sollten Veränderungen sehr bedacht und überlegt vorgenommen werden, damit bei solchen Vorhaben bzw. Umstellungen das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird. Außerdem müssen bei solchen Ansinnen alle betroffenen Interessensgruppen ihren Beitrag leisten und das Vorhaben im Sinne der Sache, nämlich dem Rotwild wieder mehr Platz und Freiheit zu gewähren, positiv unterstützen, denn einseitige Änderungen sind mit Sicherheit zum Scheitern verurteilt.


Jagd verpflichtet zur Weidgerechtigkeit Das Jahr 2013 war im jagdlichen Rückblick ein bewegtes und arbeitsintensives Jahr. Nach einem strengen und im Frühjahr nicht enden wollenden Winter mit einem regional massiven Verlust von Jungwild während der Setzzeit, dominierten vor allem die alarmierenden TBCBerichte aus dem Silbertal und angrenzenden Allgäu die Diskussionen im heimischen Jagdwesen. Die massiven und z.T. sehr emotional geführten Forderungen der Bauern, den Rotwildbestand spürbar zu reduzieren, erforderten angemessene Reaktionen seitens der Behörde, die sich im Nachhinein im Großen und Ganzen als gut und notwendig herausstellten. In manchen Wildregionen haben Abschüsse im April und Mai überdurchschnittlich gute Strecken gebracht. Das Rotwild hat aber in vielen Regionen auf die frühe Bejagung mit Scheuheit in den darauffolgenden Monaten reagiert, was sich bei anhaltendem Jagddruck in Zukunft noch verstärken dürfte. In Bezug auf den gezielten Einsatz von Schalldämpfern

gibt es von den betroffenen Jagdschutzorganen bisher durchwegs positive Berichte. Eine objektive Beurteilung ist aber erst nach einer konkreten Befragung der Erfahrungsträger in den kommenden Wochen möglich. Die in den Herbstmonaten sehr warme, vom Föhn oder anhaltenden Nebel bestimmte Langzeitwetterlage in den Bergregionen hat die Abschussdurchführung erschwert. Zahlreiche Bemühungen um eine effiziente Abschusserfüllung mit Hilfe von zeitlich, personell und z.T. finanziell aufwendig organisierten Bewegungsjagden brachten witterungsbedingt nicht überall den gewünschten Erfolg. Den verantwortungsbewussten Jägern und Jagschutzorganen ist für ihren engagierten Einsatz jedenfalls besonders zu danken. Die Jägerschaft wird aber nicht nur am Abschusserfolg, sondern auch an der Art und Weise, wie sie das Wild behandelt und bejagt, gemessen. Das bekannte Negativbeispiel einer Gamsjagd

aus Tirol zeigt, wie rasch und vor allem mit welcher „Flächenwirksamkeit“ die Medien auf einen solchen jagdlichen Umgang mit Wildtieren reagieren und die Berechtigung der Jagd in der Öffentlichkeit in Frage stellen. Trotz hoher Abschussvorgaben und Forderungen, den Wildbestand zu reduzieren, hat der Jäger unbedingt darauf zu achten, dem Wild bei der Bejagung den notwendigen Respekt entgegenzubringen und die geltenden Gebote und Verbote für das Jagen (§ 27 Jagdgesetz in Verbindung mit §§ 19 und 20 der Jagdverordnung) einzuhalten. Dies gilt auch bei der Umsetzung von Abschussaufträgen und Freihaltungen. Bei dem im November 2013 durchgeführten 12. Jagd-Dialog standen die Bedeutung der Rotwildfütterungen zur Verhinderung von Wildschäden sowie die Strategien zur Abschussplanerfüllung im Mittelpunkt der Gespräche. Diese jagdgesetzlich vorgesehene gemeinsame Aussprache der betroffenen Interessengruppen fördert

das gegenseitige Verständnis sowie die gute Zusammenarbeit im Netzwerk von Mensch-Wald-Wild-Natur. Die Begriffe Nachhaltigkeit, Ethik und der respektvolle Umgang mit der Natur standen auch im Mittelpunkt der verschiedenen Hubertusfeiern im vergangenen Herbst. Für die Ausrichtung dieser eindrucksvollen Kulturveranstaltungen ist der Vorarlberger Jägerschaft, insbesondere ihren Organisations- und Helferteams, ein herzlicher Dank auszusprechen. Besonders hervorzuheben war die partnerschaftliche Einbindung der örtlichen Bevölkerung in diese jagdlichen Feierlichkeiten. Freude, Leidenschaft und Begeisterung wünschen wir den Vorarlberger Jägerinnen und Jägern auch im Jahr 2014. Möge es von einer guten, zielorientierten Zusammenarbeit mit gegenseitigem Verständnis aller Lebensraumpartner für das Netzwerk Mensch-Wald-WildNatur verbunden sein. Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg

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Fotos: Werner Micheli

Landeshubertusfeier 2013 Monika Dönz-Breuß & Karoline von Schönborn Die St. Martins-Kirche und der Marktplatz in Dornbirn waren am 23. November die Schauplätze der Landeshubertusfeier der Vorarlberger Jägerschaft. Ab 17:00 Uhr trafen sich Jägerinnen und Jäger, eine große Zahl an Vertretern aus der Politik, Behörden sowie Grundbesitzer und Gäste

auf dem Dornbirner Marktplatz zum Jägerplausch am Glühweinkessel mit heißen Maroni, Trompetenklängen und musikalischer Umrahmung der Jagdhornbläsergruppe Bludenz.

Hubertusmesse Nach der Vorstellung des Hubertushirsches, erlegt in der Eigenjagd Satz-Kobel im

Pater Rufus Witt zelebrierte die Hubertusmesse.

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Vorarlberger Jagd

AKTUELL

vorderen Mellental von Stefan Metzler aus Dornbirn, in Begleitung von Jagdaufseher Hubert Kohler, fanden sich die Besucher in der St. Martins-Kirche zur Hubertusmesse ein. So eine Feier bietet den Jägern Gelegenheit für die Ernte des Jahres zu danken, aber auch für all das in der freien Natur Erlebte. Dieser Tag kann aber auch dazu

dienen, über das vergangene Jagdjahr nachzudenken und Bilanz zu ziehen. Pater Rufus Witt zelebrierte die Hubertusmesse und hielt eine humorvolle Hubertusansprache an die Besucher. Dabei ging Pater Witt auch auf die Geschichte des heiligen Hubertus ein. Musikalisch wurde die Messe durch die Jagdhornbläsergruppe Blu-

V.l. Moderator Otto Vonblon, Hauptorganisator Dr. Reinhard Bösch und Bezirksjägermeister Sepp Bayer.


Die Jagdhornbläsergruppe Bludenz sowie der 1. Vorarlberger Jägerchor gestalteten die musikalische Umrahmung der Hubertusmesse.

denz sowie den 1. Vorarlberger Jägerchor umrahmt. Im Anschluss an den feierlichen Hubertusgottesdienst wurden die Festgäste mit einem Fackelzug zum Kulturhaus begleitet. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit“ fand im wunderschön dekorierten Kulturhaus dann die offizielle Hubertusfeier statt.

Begrüßung Bezirksjägermeister Sepp Bayer begrüßte die Gäste, u.a. Pater Rufus Witt, Landesrat Ing. Erich Schwärzler, Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger, die Bürgermeisterin Dipl.Vw. Andrea Kaufmann, den Hubertusredner Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Nationalrat Dr. Reinhard Bösch, LJM-Stv.

Ernst Rudigier aus Tirol, den Landtagsabgeordneten Pepi Brunner, DI Hubert Schatz, DI Siegfried Tschann, DI Karl Studer, DI Thomas Ölz, Dr. Norbert Greber, Alt-BJM Ewald Baurenhas, Alt-LJM KommR Guido Bargehr, AltBJM DI Werner Burtscher sowie die Mitglieder des Vorstandes der Vorarlberger Jägerschaft. „Nachhaltigkeit – unter dieses Motto haben wir die heutige Veranstaltung gestellt. Nachhaltigkeit bedeutet Dauerhaftigkeit, Aufrechthaltbarkeit aber auch Zukunftsfähigkeit. Nachhaltigkeit auf die Jagd bezogen ist die Bewirtschaftungsweise des Wildes, bei welcher immer nur so viel Wild der Natur entnommen wird, wie auch nachkommen kann.

Die jüngste Teilnehmerin Martina mit ihren Großeltern Brigitte und Walter Hagen.

Die Nachhaltigkeit der Jagd und auch des Waldes gehören untrennbar zusammen und beschäftigt uns Jäger die letzten Jahren immer mehr“, so die Begrüßung von Sepp Bayer. Im Anschluss erfolgten die Grußworte von Frau Bürgermeisterin, Herrn Landesrat sowie dem Landesjägermeister.

Hubertusansprache Der Hubertusredner der diesjährigen Landeshubertusfeier war Herr Beutelmeyer vom market Institut in Linz zum Thema „Gespaltene Meinung: Guter Ruf der Jagd – schlechtes Ansehen der Jäger“. Lesen Sie mehr dazu auf den Seiten 10 bis 12. Untermalt wurden die Worte und Reden jeweils durch die

Hatler Seniorenmusig. Durch das Programm führte Otto Vonblon. Mit einem Schlusswort von Dr. Reinhard Bösch, der für diesen Abend organisatorisch verantwortlich zeichnete, sowie dem gemeinsamen Lied „Im Wald und auf der Heide“ ging der offizielle Teil zu Ende und das Unterhaltungsprogramm mit der „Hatler Musig“ sorgte im Anschluss für viel Stimmung und gute Laune. Abschließend einen herzlichen Weidmannsdank an Sepp Bayer, Reinhard Bösch, Roswitha Bohle, Wernfried Amann, Karl Halbeisen, Bruno Metzler sowie Karoline Schönborn für die hervorragende Organisation der Landeshubertusfeier.

Die Hatler Seniorenmusik sorgte beim Festabend für Unterhaltung.

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Die Jagd: Gespaltene Meinung zwischen Jagd und Jäger Hubertusansprache im Rahmen der Landeshubertusfeier 2013

Prof. Dr. Werner Beutelmeyer market-Institut Es boomt das Ländliche. Die Lederhose kracht beim Städter. Und schon lange nicht mehr war das Naturerlebnis so „geil“. Diese massive Renaissance des Ursprünglichen, Regionalen und Ländlichen bedeutet aber nicht, dass sich auch das Verständnis für unsere Natur, für Zusammenhänge und Zukunftsfragen des ländlichen Raumes entsprechend weiter entwickelt. Im Gegenteil: Dieser aktuelle Trend zur ländlichen Folklore ist eine primär urbane Oberflächlichkeit. Diese Oberflächlichkeit bekommt auch die Jagd massiv zu spüren. Der Städter liebt den Wald und die Natur, weiß aber immer weniger mit der Jagd anzufangen. „Braucht‘s überhaupt die

schaftliche Akzeptanz stehen am Programm. Das market Institut hat erstmals eine Analyse der Meinungen von sozialen Eliten über Jagd und Jäger eingeholt. Meinungsführer aus Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft sind die Wegbreiter der Moderne, insofern interessiert es, wie die Elite – als Barometer der Zukunft – die Perspektiven für Jagd und Jäger in unserer Gesellschaft sieht.

Jagd?“ ist die Frage. Und die Jäger sind zunehmend ratlos und um Antworten verlegen, schließlich hat sich diese Frage bisher nie so deutlich gestellt. Jagd gehörte zur nachhaltigen „Ernte“ in der Natur, war erforderlich um Lebensraum-Gleichgewicht für Wald und Wild zu schaffen und war auch verbunden mit sozialem Ansehen. Der Jäger galt etwas in der ländlichen Gesellschaft. Er war der Herr des Waldes und der Natur und hatte seine uneingeschränkte Freude an der Jagd. Doch die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen ist ein intensiver Wettstreit um die Nutzung der Natur entbrannt. Naturraum ist Erholungsraum für die urbane Gesellschaft geworden und die Vorherrschaft der Jäger ist gebrochen; Förster, Mountainbiker, Schwammerlsucher, Nordic Walker und viele mehr erstürmen unsere Natur. Der Konflikt ist damit programmiert.

Naturbegeisterte Elite Die Naturbegeisterung ist in der Elite besonders ausgeprägt. Jeder zweite Meinungsführer schwärmt von der Natur (50 Prozent). Damit liegt in diesem Segment das Naturinteresse deutlich über dem Bevölkerungsniveau (41 Prozent) (siehe Abbildung unten).

Natur und Jagd Es fasziniert der Sonnenaufgang, die Artenvielfalt, die Alm, der Bergwald, die Wildtiere und der Förster (Abbildung rechts oben). Diesen stark positiven Erlebniswelten stehen diametral kritische

Vor diesem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels ist die Jägerschaft auf der Suche nach einer neuen Identität. Ethik und Jagd sowie gesell-

Naturbegeisterte Elite Frage:

Wie groß ist ihr persönliches Interesse an der Natur? Würden sie sagen

Das persönliche Interesse an der Natur ist Österr. Bevölkerung November 2008

Meinungsführer insgesamt

sehr groß

51

41 90%

ziemlich groß eher weniger groß ganz und gar nicht groß 0 10

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89%

39

48

10

11 0

(Ergebnisse in Prozent)

Reizbegriffe gegenüber, die im Wesentlichen aus dem verbalen Umfeld der Jagd und der Jägersprache stammen: Trophäe, Schüsseltrieb, Blattschuss und Treibjagd. Verständlich, dass der Borkenkäfer und der Wildverbiss ebenfalls eine weitgehende Negativanmutung besitzen.

Braucht´s die Jagd? Wie steht die Elite nun zur Jagd? Zunächst weitgehend positiv: 55 Prozent sind der Meinung, dass Jagd notwendig ist um den Wald vor dem Wild zu schützen. Siebzehn Prozent vertreten die Ansicht, es braucht keine Jagd, die Natur reguliert sich selbst. Der Rest ist meinungslos bzw. vertritt keine der beiden Meinungen. Dieses Ergebnis ist aber nur vordergründig positiv für die Jagd, denn die Vergleichswerte der Gesamtbevölkerung zeigen, dass sich die Elite zunehmend in die Meinungslosigkeit im Zusammenhang mit der Jagd flüchtet. 17 Prozent Meinungslose in der Bevölkerung stehen in der Elite 27 Prozent gegenüber. Noch klarer zeigen sich die Ergebnisfakten beim Antwortkriterium „Jagd ist notwendig“: 67 Prozent der Gesamtbevölkerung betonen dies gegenüber 55 Prozent in der Elite. Das ist ein Ergebnisindiz, dass es eine langsame Distanzierung der Elite von der Jagd gibt

Für oder gegen die Jagd? Noch deutlicher wird die Ambivalenz und Meinungslosigkeit gegenüber der Jagd in den Antworten auf die Frage: „Sind sie grundsätzlich eher


dafür, dass in Österreichs Natur die Jagd auf Wildtiere betrieben wird oder sind sie eher dagegen?“ Es tritt zwar eine relative Mehrheit von 46 Prozent für die Jagd ein. Die erklärte Gegnerschaft ist mit zwölf Prozent recht klein. Höchst bedenklich ist allerdings die sehr große Gruppe der Indifferenten.

Verlust an Akzeptanz Warum distanziert sich die Elite innerlich zunehmend von der Jagd? Die Antwort fällt klar aus. Bereits derzeit sieht die absolute Mehrheit (54 Prozent) der Meinungsführer aus Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft die Jagd in einer imagemäßigen Schieflage. Für die nächsten 15 bis 20 Jahre verschlechtert sich die Akzeptanz der Jagd weiter in unserer Gesellschaft (60 Prozent). Nur ein mageres Fünftel (21 Prozent) bleiben Jagdoptimisten.

entscheiden lassen, so resultiert ein klares Bekenntnis zur Jagd auf Wild. 55 Prozent Befürwortern, also einer absoluten Mehrheit der Bevölkerung, steht eine Minderheit von 24 Prozent Jagdgegnern gegenüber (Abbildung Seite 12 oben). Ein bemerkenswert eindeutiges Ergebnis für die gesellschaftliche Verankerung

Akzeptanz Durchaus differenziert wird die Ausübung der Jagd gesehen, je nach dem wer die jagdliche Tätigkeit ausübt. Der üblicherweise auch jagende Förster besitzt das mit Abstand beste Image. Dahinter folgt der Berufsjäger, der immerhin noch auf eine hohe Akzeptanz bauen kann. Viel kritischer bewertet wird der Jagdpächter (Abbildung rechts).

Würde man die Österreicher derzeit in Form einer Volksabstimmung über die Jagd

Ansehen der Jäger Einen düsteren Schatten wirft jedoch der schlechte Ruf der Jagdausübenden auf das Themenfeld. Erkundigt man sich nach dem Ansehen der österreichischen Jäger, dann

Welche der folgenden Begriffe sind ihnen gefühlsmäßig eher sympathisch und welche eher nicht sympathisch? Ich lese Ihnen dazu einige Punkte vor, sagen Sie mir bi e wie sympathisch Ihnen der jeweilige Punkt ist?

Es finden die jeweiligen Punkte sympathisch sehr

Sonnenaufgang Artenvielfalt Alm Bergwald Rehkitz Wildˆere Kitzre ung 66 Hege 61 Förster 58 Wildfü erung 53 HirschbrunŒ 49 Wildschwein 48 Windenergie 46 Weidwerk 41 Wildbret 41 Tradiˆon 39 Wildfleisch 36 Jagdkultur 27 Jagdhund 26 Berufsjäger 23 Schüsseltrieb 20 Jäger 19 Bla schuß 14 Jagdpächter 13 Throphäe 4 Treibjagd 3 Borkenkäfer 2 Wildverbiss 0

auch noch

93 92 90 87 85 82

ganz und gar nicht

weniger

0 1 2 3 1 1 9 7 5 13 10 14 10

8 8 8 10 14 18 24 30 36 32 40 34 41 22 33 40 37 34 46 42 31 39 23 40 18 15 5 17

0 0 0 0 1 0 1 2 2 2 1 4 3 8 5 5 7 10 13 6 20 8

29 21 16 20 28 15 29 30 33 27 31 28 22 26

16

61

21

36 50 60 67

Basis: Meinungsführer insgesamt (Ergebnisse in Prozent)

Wer nimmt Rücksicht auf die Natur? Frage:

Viele Menschen üben ihren Beruf in der Natur aus bzw. beziehen aus einer Tägkeit in der freien Natur ihr Einkommen. Gehen die folgenden Gruppen bei dieser Tägkeit mit der Natur eher rücksichtsvoll (1) oder eher belastend (2) um oder bleiben ihre Tägkeiten weitgehend ohne Auswirkungen (3) auf die Natur?

Weitgehend ohne Auswirkungen

Folgende Gruppen gehen mit der Natur eher Rücksichtsvoll um

Schilehrer Naturfotografen

12

Bergführer

Belastend um

39

61

49

37 8

Schwammerlsucher für Verkauf 69

3

28

63

27

4

Forstarbeiter

50

25

25

Jagdpächter

50

25

25

Berufsjäger

65

Almbetreiber Förster Bio Bauern

24

56

Jäger

82 89 82 91

11

22 30

Konvenonelle Bauern Imker

Bekenntnis zur Jagd auf Wild

wendet sich das Blatt massiv. Äußerst magere zwei Prozent attestieren den Weidmännern einen tadellosen Ruf. Dreiundzwanzig Prozent vergeben die Note Zwei beim Ansehen. Kurzum: Jeder Vierte sieht die Jäger in einem positiven Licht. Die breite Mehrheit hat jedoch zum Teil sogar massive Vorbehalte gegen die Jägerschaft.

Natur und Jagd: Sympathieranking von Begriffen Frage:

Wissen Was fehlt ist das Wissen über die Jagd: Nur 8 Prozent der Elite fühlen sich wirklich sehr gut informiert. 61 Prozent der Elite sind weitgehend ahnungslos was die Jagd in Österreich anbelangt.

der Jagd, zumindest auf den ersten Blick.

22

17

53

12 7 11 0 8 11 8 1

Kra‘werksbauer

9 8

Skili‘betreiber

44

82 92

Basis: Meinungsführer insgesamt (Ergebnisse in Prozent)

AKTUELL

Januar/Februar 2014

11


Noch nicht genug: Die Entwicklung des Ansehens ist in zunehmende Schieflage geraten. Nur fünf Prozent sehen eine Verbesserung des Rufs, dagegen stehen 39 Prozent, die die Meinung vertreten, dass sich der Ruf der österreichischen Jäger in den letzten Jahren verschlechtert hat. Diese Meinung teilen übrigens auch Personen, die selber persönlichen Kontakt zu Jägern haben. Mit anderen Worten: Persönlicher Kontakt schützt vor schlechtem Image nicht!

Assoziationen zum Jäger

aber das Bedrohungspotenzial für die Jagd deutlich. Einerseits tritt pauschale Ablehnung der Jagd mit Argumenten wie Tierquäler und Tiermitleid zu Tage. Andererseits prägen der Umgang mit Alkohol sowie Jagdunfälle das negative Bild der Jäger maßgeblich. Dazu gesellt sich noch ein weiterer ernstzunehmender Vorwurf in Richtung mangelnder Kommunikationsfähigkeit mancher Jäger, nämlich der arrogante Umgang(-ston) mit anderen Naturnutzern.

Die Analyse der spontanen Assoziationen bringt ans Licht, woran das Image der Jäger leidet (Abbildung ganz unten). Die Abfrage hat gelautet: Was verbinden sie alles gedanklich mit einem österreichischen Jäger? Zunächst einmal wird viel Positives geäußert, und zwar die Liebe zur Natur. Betrachtet man das Assoziationsbild im Detail, dann zeigt sich

Die Bevölkerung steht mehrheitlich hinter der Jagd Frage: Wenn heute in Österreich eine Volksbefragung über die Jagd stainden würde: Würden Sie dafür smmen, dass in Österreich Jagd auf Wild betrieben werden darf oder würden Sie dagegen smmen, dass in Österreich Jagd auf Wild betrieben wird? Es beurteilen den Ruf der österreichischen Jäger -

dagegen smmen, dass in Österreich Jagd auf Wild betrieben wird

dafür smmen, dass in Österreich Jagd auf Wild betrieben wird

55

Österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren

Frauen

weiß nicht, kann ich nicht sagen

8

13

6

10

24

67

Männer

ist mir egal

17

44

30

9

Es wartet viel Zukunftsarbeit auf die Jäger und zwar nicht nur im Revier, sondern beim Bilden der öffentlichen Meinung. Die vorliegende Analyse zeigt auch, dass sogar ein bestehender persönlicher Kontakt zu Jägern nicht unbedingt imagefördernd für die Jagd ist. Der Umgang mit Nichtjägern und Jagdgegnern muss gezielt thematisiert und erlernt werden. Folglich ist das jagdliche Aus- und Weiterbildungsprogramm um das Fach „Kommunikation“ dringend zu erweitern. Ein professionellerer Dialog mit der Gesellschaft ist zu führen und plumpe reflexartige Reaktionen, beispielsweise auf Medienschelte und öffentliche Diskussion, verstärkt nur das bestehende Negativbild.

16

Quellen: 15 bis 29 Jahre 30 bis 49 Jahre 50 Jahre und älter

52

24

46

13

30 64

Dokumentation der Umfrage Z1970: Online-Befragung unter n= 320 Meinungsführer aus Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft. Österreichweit, durchgeführt im Zeitraum vom 19. bis 24. September 2012

15

8

19

11

13

4

(Ergebnisse in Prozent)

Spontane Assoziaon zum österreichischen Jäger Frage: Was verbinden Sie alles gedanklich mit einem österreichischen Jäger? Woran denken sie da? Spontan fällt ein -

Wald, Natur, Liebe zur Natur, Waldpflege, Forstwirtscha­, Heger, Wildpfleger, Wildfüƒerung töten, Tiermord, Tierquäler, Tiere erschießen, Mörder, arme Tiere

Summe der Nennungen

68

37

Unfälle

19

Alkohol

17

Hobby, Geld, Polik

15

Angeber, arrogant, verantwortungslos

15

Jagd, Treibjagd

14

grüne Kleidung, Gucker, Gewehr, Hund, Geländewagen

14

Bekannte die Jäger sind Elite, Tradion, Österreichische Qualität, Statussymbol, Jägerball

3

Wildwochen

2

Hochsitz

1

Anderes

(Ergebnisse in Prozent)

12

6

Vorarlberger Jagd

AKTUELL

6

Dokumentation der Umfrage B370: Online-Befragung unter n = 1000 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre Erhebungszeitraum: November 2008; Maximale statistische Schwankungsbreite bei n=1000: ± 3,16 Prozent Dokumentation der Umfrage MA681: n=400 Online Interviews unter der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren Erhebungszeitraum: 13. bis 14. Februar 2013; maximale statistische Schwankungsbreite bei n= 400 +/- 5,00 Prozent


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Januar/Februar 2014

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Gut gerüstet für das kommende Weidwerk Jäger- und Jagdschutzbriefverleihung in den Bezirken Bezirksgruppe Bregenz

„Herzlich Willkommen in den Reihen der Bezirksjägerschaft, wir freuen uns heute mit euch über eure erfolgreiche Jagd- und Jagdschutzprüfung und dürfen euch voller Stolz die Jäger- und Jagdschutzbriefe der Vorarlberger Jägerschaft überreichen“, so BJM HM Hans Metzler bei seiner Begrüßung im Romantikhotel Hirschen in Schwarzenberg. LJM Dr. Ernst Albrich, Hans Metzler und BJM-Stv. Roland Moos waren sich einig, dass es hoch erfreulich ist, bestens ausgebildete Jäger vor sich zu haben, die jetzt darauf drängen, die Jagd mit all’ ihren reichen Facetten auszuüben, aber dass die hohen Prinzipien der Weidgerechtigkeit und der jagdlichen Ethik nicht außer acht gelassen werden sollen.

Bezirksgruppe Dornbirn Karoline von Schönborn Am 7. November wurden die Jägerbriefe an die erfolgreichen AbsolventInnen der Jägerbriefe Stefan Albinger, Dornbirn Johannes Hämmerle, Dornbirn Brigitte Hellmair, Dornbirn Simone Nützi, CH-Berg TG Dr. Raphaela Studer, Dornbirn Manuela Just, CH-St. Gallen Mag. Michael Rhomberg, Dornbirn Michael Scheffknecht, Lustenau Wiltrud Traunig, Dornbirn Ingeborg Winklehner-Marktl, Hohenems Maximilian Zoll, Lustenau

14

Vorarlberger Jagd

AKTUELL

Foto: Hubert Cernenschek

Roland Moos

Jägerbriefe: Stefan Brauneder, Bregenz Angelika Heinzler, Hittisau Josef Oberhauser, Hittisau Wolfgang Hölzl, Lochau Klaus Aberer, Bizau David King, Hard Peter Ebenhoch, Lochau Klaus Meusburger, Egg Kaspar Natter, Egg Mag. Anita Winder, Alberschwende Susanne Stadelmann, Alberschwende

DI Jürgen Hagspiel, Lingenau Stefan Sutter, Langen Elene Kessler, Bregenz Manuela Eugster, Schwarzenberg Dr. Georg Rüscher, Bregenz Christoph Kaufmann, Bezau Rudolf Reichart, Hörbranz Andreas Willi, Schoppernau Manuel Mangold, Hörbranz DI (FH) Martin Rüf, Au Michael Kopf, Schwarzach Eugen B. Russ, Lochau

Stefan Von der Thannen, Andelsbuch Gebhard Aberer, Hittisau Andreas Bösch, Hörbranz Barbara Primisser, Mellau Dr. Anton Glöcklhofer, Bregenz Mag. Hansjörg Gruber, Hard

Vorarlberger Jägerschule übergeben. Bezirksjägermeister Sepp Bayer ließ in seinen Begrüßungsworten das vergangene Jahr Revue passieren. Im Besonderen wies er darauf hin, dass Weidgerechtigkeit, Respekt gegenüber

der Kreatur sowie Brauchtum unumgänglich sind und ein gesunder, naturbewusster Menschenverstand das Wichtigste ist. Dann mache man das Richtige! „Von Wichtigkeit ist auch, dass man sich als Jäger zu erkennen gibt

und sich vor Diskussionen nicht versteckt. Jagd ist ein edles Weidwerk und hat die Menschen über Jahrtausende ernährt. Jagd ist heute aber auch Aufgabe und Verpflichtung, die Natur in Einklang zu halten“ so Sepp Bayer.

Jagdschutzbriefe: Philipp Wiltschi, Kennelbach Robert Gort, Höchst Raimund Franz, Egg


Bezirksgruppe Feldkirch

Anlässlich der Hubertusfeier in Rankweil wurden die Jäger- bzw. Jagdschutzbriefe überreicht. Bei wunderbarer Abendstimmung im kühlen Wind lauschten die JägerInnen den zukunftsweisenden Worten von Bezirksjägermeister Reinhard Metzler. „Unsere Natur hat, so wie wir sie kennen und lieben, nur eine Zukunftschance, wenn wir alle nicht müde werden, sondern tätige, handelnde Verantwortung als Jäger übernehmen – Verantwortung für unser Denken, vor allem aber für unser Handeln. Immer wieder müssen wir uns prüfen, ob wir das Weidmannshandwerk im Einklang mit Gottes Schöpfung und zum Nutzen und Frommen der Natur ausüben, oder ob wir nur einer hedonistischen, auf Trophäenjagd ausgerichteten Spaßtätigkeit nachgehen. In Vorarlberg sind wir auf gutem Wege und dieser Weg gilt ja nicht nur für uns

Foto: Arno Meusburger

Christian Ammann

Jägerbriefe Andreas Bauer, Schlins Sylvia Bönisch, Feldkirch Ahmed Daoudi, Klaus Wolfgang Dünser, Düns Jenny Eberle, Frastanz Dr. Angelika Ehlich-Beutter, Feldkirch Alberto F. Galasso, CH-Niedertufen

Matthias Gruber, Feldkirch Dr.med.vet. Martin Hasler, FL-Schaan Michael Hug, CH-Remetschwil Bernadette Kuster, Koblach Julia Matt, Laterns Philipp Schafhauser, FL-Mauren Reinhard Schafhauser, FL-Eschen Lucas Schnetzer, Düns

Magdalena Summer, Frastanz Sebastian Tschegg, Götzis Andreas Zerwas, FL-Mauren Martin Vogt, FL-Balzers Anna Nesensohn, Laterns Gernot Dresch, CH-Mollis Thomas Bolter, FL-Eschen

Jäger sondern auch für alle anderen Freunde und Nutzer der Natur, wie Jagdverfügungsberechtigte, Land- und Forstwirte, die Fischer und die Naturschützer, aber auch der Tourismus und die Wirtschaft.“

Weniger Gegeneinander, sondern mehr Miteinander zu fordern, mehr aktives Einbringen und verantwortungsvolles Gestalten und weniger verbohrtes Beharren auf eigenen Interessen ist der Wunsch des Bezirksjäger-

meisters. Gemeinschaft mache stark und dies nicht nur innerhalb der Jägerschaft, sondern in einem viel umfassenderen Sinn innerhalb aller, die die Natur nutzen und genießen.

Jägerbriefe Dominik Bahl, Tschagguns Annette Dönz, Silbertal Andreas Müller, Schruns Martin Netzer, Bludenz DI Michael Netzer, Bludenz Werner Oberer, Tschagguns Markus Reiner, Bludenz

Markus Schuler, St. Anton im Montafon Mag. Bernd Simons, Bludenz Stefan Stemer, St. Anton im Montafon Robin Tagwercher, Vandans Wolfgang Tomaselli, Bludenz Marco Tschabrun, Nenzing Seraphin Tschohl, Tschagguns

Guntram Vonbun, Bludenz Manfred Willi, Silbertal Martin Willi, Silbertal

Jagdschutzbrief Robert Fessler, Schlins

Bezirksgruppe Bludenz Robert Häusle Die Jägerbriefverleihung der Bezirksgruppe Bludenz fand am 22. November in der Traube in Braz statt. Glühmost und wärmendes Feuer im Freien sowie das Spiel der Jagdhornbläsergruppe mit dem Jägerund Jungjägermarsch leiteten den Abend ein. Bei der Überreichung der Jägerbriefe und der Dekrete sprach BJM Lothar Tomaselli den Jungjägern und neuen Jagdschutzorganen die Anerkennung für deren Leistung aus. Der Appell zur jagdlichen Kameradschaft wurde bei geselligem Zusammensein in die Tat umgesetzt, wenn nur auch sonst im jagdlichen Alltag dies so friedlich erfolgen würde!

Jagdschutzbriefe Maximilian Walch, Lech Peter Burtscher, Thüringerberg DI Martin Hostenkamp, Blons

AKTUELL

Januar/Februar 2014

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Fotos: Arno Meusburger

Stimmige Bezirkshubertusfeier in Rankweil Angelika Ehlich-Beutter

Hubertusmesse

Die diesjährige Hubertusfeier des Bezirks Feldkirch fand am 9. November auf dem Gelände der Basilika Rankweil statt. Die ab halb sechs Uhr eintreffenden Gäste wurden auf dem Vorplatz der Basilika unter der musikalischen Begleitung der Jagdhornbläsergruppe des Bezirks Feldkirch von BJM Reinhard Metzler aufs herzlichste begrüßt und über den Ablauf des Abends informiert. Beim Verzehr von heißen Maroni und Glühmost bzw. Punsch konnten kalte Hände aufgewärmt und alte Freunde und Bekannte begrüßt werden.

Die festliche Hubertusmesse fand unter der Leitung von Msgr. Dr. Walter Juen in der Basilika statt. Der Inhalt der Festpredigt gründete auf der Bedeutung des Namens Hubertus – „der durch seinen Geist glänzende“. Pfarrer Juen verstand es vortrefflich, diese Bedeutung in einen Kontext zum Alltag und im Besonderen zur Jagd zu setzen. Differenziertes Denken, hinterfragen von Vorurteilen, nicht im Mittelpunkt stehen zu wollen und die Fähigkeit sich einordnen zu können, lassen den Geist strahlen. Das Erkennen der Zeichen der

Zeit, hier nahm der Geistliche Bezug auf die Jagd, die das Erkennen von Krankheiten der Tiere, Schäden am Wald und am Tierbestand beinhaltet, bringen den Geist zum glänzen. Glaube und Ehrfurcht vor dem Leben und der Welt mit allen Tieren als Schöpfung Gottes lassen den Geist glänzen. Musikalisch umrahmt wurde die Messe von der Jagdhornbläsergruppe Feldkirch und vom 1. Vorarlberger Jägerchor. Die heilige Messe wurde mit dem von allen Gläubigen kräftig vorgetragenen „Großer Gott wir loben Dich“ feierlich abgeschlossen. Die vom Chor stimmungsvoll

vorgetragenen Kirchenlieder, manche im Kärntner Dialekt, verlangten der Zuhörerschaft vermehrte Sprachkenntnisse ab, was den Pfarrer zu der humorvollen Aufforderung an den Chor veranlasste, diese doch ins montafonerische zu übersetzen. Abschließend bedankte der Geistliche sich im Namen aller Anwesenden für die jahrelange, unermüdliche und gewissenhafte Vorstandsarbeit von Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich und die vom Bezirksjägermeister wie immer perfekt organisierte Hubertusfeier. Mit den zu Herzen gehenden Gedanken der Predigt bereichert, verließen die Festgäste die Kirche, um auf dem wunderschön jagdlich dekorierten Vorplatz die weiteren Programmpunkte mit zu verfolgen.

Hubertusansprache

Ehrengäste: v.l. Hans-Jürgen Klaiber, BJM Reinhard Metzler, Landesrat Ing. Erich Schwärzler, Harald Zraunig, Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Nußbaumer, LJM Dr. Ernst Albrich mit Ingrid.

16

Vorarlberger Jagd

AKTUELL

Zu Beginn der Eröffnungsrede konnte der Bezirksjägermeister eine Vielzahl an Ehrengästen begrüßen, u.a. Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Nußbaumer, Landesrat Ing. Erich Schwärzler, den Landeswildbiologen DI Hubert Schatz, LJM Dr. Ernst Albrich, BJM Sepp Bayer, den


Die Jagdhornbläsergruppe Feldkirch sowie der 1. Vorarlberger Jägerchor umrahmten die Messe musikalisch.

Pächter der EJ Samina Dr. Thomas Muhr mit Sohn Felix und aus Sigmaringen Kreisjägermeister Hansjürgen Kleiber mit einer Abordnung von Jägern. In seiner Hubertusansprache sparte Reinhard Metzler nicht mit Lob und Dank an seinen Mentor Ernst Albrich für seine selbstlose Unterstützung des Vereines und fachkundige Beratung. Lobende Worte fand er auch für das seit Generationen großzügige Wirken der Familie Muhr in der Eigenjagd Garsella. Durch das Engagement von Thomas Muhr konnte die Zusammenlegung der Jagd Saroja-Garsella mit der Jagd Samina wie in früheren Zeiten zustande gebracht werden. Das Anstellen eines Berufsjägers stellt für das Jagdgebiet einen weiteren Pluspunkt in der jagdlichen Betreuung dar. Reinhard Metzler dankte Thomas Muhr, der freundlicherweise den Hubertushirsch namens „Garsellakönig“ als krönende Trophäe der Feier zur Verfügung stellte. Einmal mehr betonte der Festredner die große Bedeutung der gemein-

samen Interessen aller zum Schutz von Wild und Natur und bedankte sich bei allen, die sich in diesem Sinne täglich und unermüdlich dafür einsetzen. Besonders erwähnte er die Bemühungen für das friedliche Nebeneinander von Jagd und Tourismus. Mit dem Lied „Weidmannsdank“, gespielt von der Bürgermusik Rankweil, wurde die Rede feierlich beendet. Kreisjägermeister Hansjürgen Kleiber aus Sigmaringen bedankte sich in seinem und im Namen seiner Kollegen für die langjährige Freundschaft mit den Jägern des Bezirkes Feldkirch. In seiner Ansprache betonte er die besonderen sportlichen Ansprüche, denen die schwäbischen Jäger, in sanften Hügeln zuhause, in den Vorarlberger Jagdgebieten ausgesetzt sind und die der Gewöhnung bedurften. Zur großen Überraschung und Freude überreichte der Redner an Alt-Bezirksjägermeister Elmar Müller und Alt-Hegeobmann Franz Ludescher die Ehrennadel für Verdienste für die Beziehungen zwischen den Jagdbezir-

Pächter der EJ Samina Dr. Thomas Muhr mit Sohn Felix vor dem Hubertushirsch „Garsellakönig“.

ken Feldkirch und dem Kreisjagdverband Sigmaringen.

Jägerschlag Besondere Aufmerksamkeit unter den Anwesenden erregte die Tagung des Hohen Gerichtes. Bei dieser feierlichen Zeremonie erhielten die Jäger Dr. Christian Loos, Manuel Ivandic und Rundel Egon den feierlichen Jägerschlag. Dieser Programmpunkt wurde von der Jagdhornbläsergruppe mit dem Signal „Hirsch tot“ musikalisch begleitet.

Jägerbriefverleihung Auch heuer konnten zahlreiche Jungjäger und Jungjäger­ innen aus dem Bezirk die Jägerurkunde aus der Hand des Landesjägermeisters und des Bezirksjägermeisters freudig entgegen nehmen. Traditionell wurde diese Feier mit einem Beisammensein im gemütlichen beheizten Zelt, bestens betreut durch den Fußballklub Brederis, bei musikalischer Begleitung der Bürgermusik beendet. Die große Zahl der Anwesenden und deren aktive Teilnahme

am Geschehen widerspiegelten ein eindrucksvolles Bild einer lebendigen und authentischen Jagdkultur in der Region und strafen jene Lügen, die der Jagd und dem damit verbundenen Brauchtum ein nahes Ende weissagen wollen. Dank an alle Helfer und Gönner, die den reibungslosen Ablauf dieser Feier ermöglicht haben, sowie die vielen fleißigen weiblichen Hände im Hintergrund von Sabine Metzler, Claudia Ammann, Karin Keckeis und Bernadette Kuster, die für die geschmackvolle Blumendekoration und den weidmännischen Rahmen gesorgt haben. Weidmannsdank an den 1. Vorarlberger Jägerchor für die Begleitung während der Messe sowie die Jagdhornbläsergruppe Feldkirch und die Abordnung der Bürgermusik Rankweil für die musikalische Umrahmung. Weitere Fotos finden Sie auf www.vjagd.at (Suchbegriff: Hubertusfeier Feldkirch).

Monsignore Dr. Walter Juen zelebrierte die Hubertusmesse.

AKTUELL

Januar/Februar 2014

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IM RECHT GEPIRSCHT

Jagdhaftpflichtversicherung neu MMag. Dr. Tobias Gisinger

Verbesserungen für Mitglieder des Vereins der Vorarlberger Jägerschaft: Voraussetzung zur Erlangung sowohl der Jagdkarte als auch der Gästejagdkarte ist unter anderem der Nachweis einer entsprechenden Jagdhaftpflichtversicherung (§ 24 JagdG). Die Jagdhaftpflichtversicherung muss sich dabei auf alle Schäden erstrecken, die der Inhaber der Jagdkarte durch die Ausübung der Jagd verursacht (ausgenommen Jagd- und Wildschäden). Die gesetzliche Mindestversicherungssumme wurde von der Vorarlberger Landesregierung in § 9 JagdVO mit EUR 726.728,00 festgesetzt.

Änderungen ab dem Jagdjahr 2014/15 Aufgrund des Auslaufens der Vertragslaufzeit der ursprünglichen Jagdhaftpflichtversicherung per Ende des laufenden Jagdjahres konnte sich die Vorarlberger Jägerschaft mit dem Versicherer auf neue und vor allem für Mitglieder des Vereins der Vorarlberger Jägerschaft verbesserte Regelungen einigen. Im Detail sind folgende Änderungen und Neuerungen zu erwähnen:

Erhöhung der Versicherungssumme für Vereinsmitglieder Die Versicherungssumme für Personen-, Sach- und abg ele i t e t e Vermö g e n s schäden wurden für Mitglieder des Vereins von 18

Vorarlberger Jagd

EUR 3,5 Mio. auf EUR 4 Mio. erhöht und übertrifft die gesetzliche Mindestversicherungssumme um ein Vielfaches. Gerade im Falle von (ernsten) Personenschäden wird eine hohe Versicherungssumme unumgänglich sein. Zu beachten ist, dass für Nicht-Mitglieder des Vereins der Vorarlberger Jägerschaft die Versicherungssumme mit EUR 1,0 Mio. beschränkt ist und lediglich geringfügig über der gesetzlichen Mindestversicherungssumme liegt. Im Ergebnis beträgt ab dem Jagdjahr 2014/15 die Versicherungssumme der Mitglieder des Vereins der Vorarlberger Jägerschaft gegenüber Nicht-Mitgliedern das Vierfache!

Erweiterter Umfang des Versicherungsschutzes • Treiber und sonstige Helfer: Ab dem Jagdjahr 2014/15 genießen neben Jägern, Jagdnutzungsberechtigten, Jagdgästen und Jagdveranstaltern sowie Jagdschutzorganen und Ausbildungsjägern auch Treiber und sonstige Helfer als versicherte Personen Versicherungsschutz. Zudem sind sämtliche Tätigkeiten aus der Errichtung, Erhaltung und Verwendung von Anlagen für den Jagdbetrieb nach dem Vorarlberger Jagdgesetz und somit jedenfalls sämtli-

JAGD & RECHT

che Jagdeinrichtungen versichert. • Schießveranstaltungen: Neu vom Versicherungsschutz umfasst sind sämtliche Schießveranstaltungen, solange an diesen ausgebildete Jäger teilnehmen, unabhängig davon, ob diese vom Verein der Vorarlberger Jägerschaft organisiert wurden oder nicht. • Personenbeförderungen mit Traktoren und Anhängern aller Art: Versichert ist nunmehr auch die Beförderung von Personen im Zusammenhang mit Traktoren oder Anhängern im Rahmen einer Jagd oder Jagdvorbereitung. Dies gilt sogar dann, wenn der Personentransport gegen Gesetzesvorschriften oder Verwaltungsvorschriften verstoßen sollte, wobei diese Deckungserweiterung auf Österreich und mit EUR 1,0 Mio. pro Person beschränkt ist. Beispielsweise sind Vehikel aller Art, selbst wenn diese nicht angemeldet oder für den Straßenverkehr nicht zugelassenen sind, neu vom Versicherungsschutz umfasst. • Ü b e r s c h n e e f a h r z e u g e und Skidoos: Versichert ist nicht nur das Risiko des Befahrens von öffentlichen Verkehrsflächen sondern auch Fahrten die gegen gesetzliche und verwaltungsrechtliche

oder sonstige behördlichen Vorschriften (z.B. das Fahren auf öffentlichen Wegen ohne KfzKennzeichen) verstoßen. Die Deckung gilt nicht für straf- und verwaltungsrechtliche Konsequenzen. • Exkursionen: Neu sind von ausgebildeten Jägern organisierte Exkursionen in Jagdgebieten versichert, wobei der Versicherungsschutz wiederum nur für Mitglieder des Vereins der Vorarlberger Jägerschaft gilt.

Fazit: Es lohnt sich, Mitglied unseres Vereins zu sein Im Zusammenhang mit der Jagdhaftpflichtversicherung zahlt es sich künftig zusätzlich aus, Mitglied des Vereins der Vorarlberger Jägerschaft zu sein, weil nicht nur die Versicherungssumme um das Vierfache auf EUR 4 Mio erhöht wird, sondern auch einzelne Deckungstatbestände ausschließlich Vereinsmitgliedern zu Gute kommen. Als Rechtsbeirat der Vorarlberger Jägerschaft kann ich Ihnen daher aus haftungsrechtlicher Sicht nur die Vereinsmitgliedschaft empfehlen. Die ausformulierten Änderungen der neuen Versicherungspolizze ab dem Jagdjahr 2014/15 können von der Geschäftsstelle in Hohenems bezogen werden.


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Januar/Februar 2014

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der Tierarzt berichtet

Leberegel-Vorkommen in Vorarlberg Dr. Norbert Greber, Landesveterinär

Der Befall mit Leberegeln wird allgemein als die am wirtschaftlich bedeutendste Parasitenerkrankung des Nutzviehs angesehen. Deutschen Untersuchungen zufolge schätzt man die finanziellen Kosten pro Milchkuh und Jahr auf rund EUR 300,00. Im Folgenden soll über die Entwicklung des Leberegels berichtet werden und über die Verbreitung in Vorarlberg an Hand von Untersuchungen des Nutztierbestandes.

Entwicklung Es muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen dem großen Leberegel (Fasciola hepatica) und dem kleinen Leberegel (Dicrocoelium dendriticum). Während der große Leberegel 2 bis 5 cm lang bei einer Breite von 1 cm ist, wird der kleine Leberegel nur 6 bis 12 mm lang und 1 bis 2 mm breit und wird auf Grund seiner Kleinheit bei der Begutachtung der Leber oft übersehen. Beide Leberegel gehören zu den Plattwürmern. Sie sind also nicht wie die Magen-Darmwürmer oder Lungenwürmer rund, sondern sie sind dorsoventral abgeplattet und somit blattförmig. Bei beiden Leberegeln parasitieren die erwachsenen Stadien in der Leber, und zwar in den Gallengängen. Ein großer Leberegel kann bis zu zwei Jahre in der Leber eines Tieres parasitieren, dabei legt er täglich bis zu 20.000 gedeckelte Eier ab. Diese werden über den Kot ausgeschieden und gelangen so bei Weidegang auf die Wiesen. Dort entwickelt sich im Kot witterungs- und temperaturabhängig ein Zwischen20

Vorarlberger Jagd

TIERARZT

stadium, das sogenannte Mirazidium (Wimpernlarve). Dieses wird z.B. durch Regen aus dem Kot ausgeschwemmt und muss dann innerhalb von 24 Stunden von einer Zwergschlammschnecke, Lymnaea truncatula, aufgenommen werden. In der Schnecke, die als Zwischenwirt fungiert, entwickeln sich über mehrere Stadien die Zerkarien, welche die Schnecke verlassen und sich an Gräsern zu infektionstüchtigen Metazerkarien verwandeln. Diese werden dann wieder von weidenden Tieren aufgenommen. Metazerkarien durchbohren nach ihrer Aufnahme den Dünndarm und gelangen so in die freie Bauchhöhle. Von dort dringen sie in die Leber ein und wandern in einer sechs bis acht Wochen dauernden Phase durch das Lebergewebe hinein in die Gallengänge. Dabei kommt es durch die Wanderung im Lebergewebe zu Leberfunktionsstörungen und Leberentzündungen und später durch das Parasitieren in den Gallengängen zu chronischen Gallengangsentzündungen. Zu beachten ist das breite Wirtsspektrum der Leberegel. Leberegel können nicht nur Wiederkäuer und somit die Nutztiere Rind, Schaf und Ziege befallen, sondern auch die Wildwiederkäuer Reh, Hirsch, Gams und Steinwild. Darüber hinaus können Leberegel auch Pferde, Schweine und sogar den Menschen infizieren. Die chronischen Leber- und Gallengangsentzündungen führen zu Stoffwechselstörungen und Leistungsminderungen, bei starkem Befall zu Blutver-

lusten bis hin zu Anämien, die unter Umständen auch tödlich enden können. Während der große Leberegel einen Zwischenwirt hat, haben die kleinen Leberegel sogar zwei Zwischenwirte. Der erste Zwischenwirt ist eine Gehäuse tragende Landlungenschnecke und der zweite Zwischenwirt ist die Ameise. Dabei entwickeln sich die infektionstüchtigen Metazerkarien in den Ameisen und werden mitsamt der Ameise von Gräsern weg während der Futteraufnahme aufgenommen. Die Auswirkungen im Lebergewebe und in den Gal-

lengängen sind ähnlich wie bei den großen Leberegeln.

Verbreitung Da der Zwischenwirt des großen Leberegels, die Zwergschlammschnecke, an feuchte Biotope wie Feuchtwiesen, Tümpel und Gräben angewiesen ist, sind die Infektionen mit dem großen Leberegel an diese Biotope gebunden. Mit dem Auftreten des kleinen Leberegels muss praktisch überall gerechnet werden. Für beide Leberegel gilt, dass die Infektion eigentlich nur über das Grünfutter weiter-

Verbreitung des Leberegels in Vorarlberg.


gegeben werden kann. Durch Heuwerbung und Silierung werden die infektionstüchtigen Stadien zuverlässig abgetötet. Somit ist die Leberegelkrankheit eine typische Weideinfektion. Über die Verbreitung des Leberegels beim Wild in Vorarlberg gibt es keine zuverlässigen Untersuchungen. Im Nutztierbestand sind in den letzten Jahren einige Untersuchungen gemacht worden, aus denen das Verbreitungsgebiet in Vorarlberg gut abgelesen werden kann. Zur Feststellung der Verbreitung der Leberegel sind in Vorarlberg in den Jahren 2008, 2010 und 2012 milchserologische Untersuchungen in den milchliefernden Rinderbeständen gemacht worden. Bei dieser Untersuchung wird eine Tankmilchprobe eines Bestandes herangezogen. Diese wird zentrifugiert und anschließend mit einem Leberegel spezifischen ELISA untersucht. Mit diesem serologischen Test wird eine Titerhöhe bestimmt, sodass die Verseuchung eines Bestandes in Graden angegeben wird. Unterschieden wird zwischen gar kein Befall, geringgradiger Befall, mittelgradiger Befall und hochgradiger Befall.

Für eine grafische Auswertung des Verbreitungsgebietes haben wir eine Karte angefertigt, in der die Bestände mit negativem Befund grün gekennzeichnet sind, die Bestände mit geringgradigem Befall gelb, mit mittelgradigen Befall orange und mit hochgradigem Befall rot (Ampelfarben, siehe Abbildung). Auf der Vorarlbergkarte sind die Verbreitungsgebiete gut erkennbar. In erster Linie ist die nördliche Landeshälfte betroffen und zwar die Gebiete um Dornbirn, das Leiblachtal sowie der gesamte Bregenzerwald. Auch in der südlichen Landeshälfte gibt es Vorkommen, jedoch sind in den Gebieten Vorderland, Walgau, Großes Walsertal, Klostertal und Montafon auch viele Betriebe mit grünen oder gelben Punkten, also geringgradigem oder gar nicht feststellbarem Befall, vorhanden.

sämtliche Wildarten von Leberegeln befallen werden. Bei den Wildtieren ist ebenso wie bei den Nutztieren bei höhergradigem Befall mit Störungen der Leberfunktion und damit Stoffwechselbelastungen zu rechnen. Zudem hat der Befall mit Leberegeln Bedeutung bei der Wildfleischuntersuchung. Befallene Lebern müssen ausnahmslos verworfen werden. Es ist zwar auf Grund des Entwicklungszyklus des Leberegels mit keiner Infektion durch den Verzehr einer befallenen Leber zu rechnen, aber unter Kenntnis eines Befalls mit Leberegeln ist die Leber als ekelerregend zu betrachten und damit genussuntauglich. Solange am Tierkörper keine hochgradige Abmagerung und Blutarmut feststellbar ist, ist der restliche Wildkörper, auch bei Vorhandensein von Leberegeln, tauglich zu beurteilen.

Bedeutung für das Wild

Die Untersuchung der Leber erfolgt am besten durch Anschneiden der Leber im Bereich der Leberpforte. Dort sammeln sich die großen Gallengänge der Leber zu einem Gallengang, der in Richtung Darm führt. Nach dem Anschneiden ist zu beurteilen, ob die Gallengänge angeschwollen sind und ob sich übermäßig Gallensaft aus den

Da die Zwergschlammschnecken und die Landlungenschnecken nicht nur im Tal, sondern auch in größeren Höhen und damit auf den Alpen überwintern können, ist eine Übertragung des Leberegels auch in den Alpgebieten möglich. Somit können auch

Gallengängen entleert. Verdickte Gallengänge und übermäßig viel Gallensaft deuten auf den kleinen Leberegel. Große Leberegel lassen sich meistens durch Ausstreifen der Leber in Richtung Leberpforte aus den Gallengängen herausmassieren und sind mit freiem Auge auf Grund ihrer Größe gut sichtbar. Eine Bekämpfung der Leberegelerkrankung bei Wildtieren ist nicht möglich. Indirekt können die Wildtiere davon profitieren, dass es Maßnahmen im Nutztierbereich gibt, die zu einer verminderten Ausbreitung der Leberegel beitragen. Über ein Gesundheitsprogramm des Vorarlberger Tiergesundheitsdienstes werden seit 2012 die Jungtiere der Betriebe, die einen hochgradigen Leberegelbefall aufweisen, im Rahmen der Herbstentwurmung mit einem Leberegelpräparat behandelt. Zudem wird diesen Betrieben empfohlen, auch die Milchkühe zu behandeln. Die Untersuchung der Milch soll im zwei-Jahres-Rhythmus weitergeführt werden, um zu erkennen, ob die Gesamtbelastung mit Leberegeln im Zunehmen oder im Abnehmen begriffen ist.

Der Vorstand der Vorarlberger Jägerschaft sowie das Redaktionsteam wünschen Ihnen für 2014 Gesundheit, Zufriedenheit und ein kräftiges Weidmannsheil! TIERARZT

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Vorkommen von Trichinen bei Füchsen in Vorarlberg Trichinen sind mikroskopisch kleine spiralförmig eingerollte fadenförmige Würmer, die meist von einer Kapsel umgeben in der Muskulatur verschiedener Tierarten vorkommen können. Bedeutung haben diese Parasiten, da sie beim Menschen eine meist sehr schwere Erkrankung verursachen, die im schlimmsten Fall auch tödlich verlaufen kann. Der Mensch infiziert sich durch den Konsum von rohem oder ungenügend erhitztem trichinenhaltigen Fleisch oder Fleischprodukten (z.B. Rohwürsten, Speck, Rohschinken) von Schweinen, Wildschweinen, Pferden oder bestimmten Wildtieren wie Bär oder Dachs. Aus diesem Grund müssen aufgrund einer Verordnung der Europäischen Kommission alle Tiere, die grundsätzlich Träger von Trichinen sein können und deren Fleisch für den menschlichen Verzehr bestimmt ist, auf Trichinen untersucht werden. In Europa ereignen sich regelmäßig durch Trichinen verursachte Krankheitsausbrüche mit zahlreichen Erkrankungsfällen bei Menschen. Meist sind hierbei die Fleischprodukte eines einzelnen Trichinen-positiven Tieres für die Erkrankung oft zahlreicher Personen verantwortlich. Aus den Ländern der Europäischen Union werden jedes Jahr mehrere Hundert menschliche Erkrankungsfälle gemeldet. Die Infektionsquellen sind dabei fast ausschließlich Wurst- oder Fleischwaren von Wildschweinen oder Hausschweinen, wobei das 22

Vorarlberger Jagd

aktuell

Foto: Erich Roth

Dr. Walter Glawischnig Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)

Fleisch dieser Tiere nicht oder unsachgemäß auf das Vorhandensein von Trichinen untersucht wurde. Auch der zunehmende internationale Jagdtourismus und der häufig damit verbundene Genuss von „exotischen“ Fleischspeisen wie beispielsweise Bärenspeck oder Bärenschinken war in den letzten Jahren für einzelne Krankheitsausbrüche bei Menschen in Europa verantwortlich. In Österreich wurden in den letzten Jahren nur vereinzelt sogenannte „importierte“ menschliche Erkrankungsfälle von den Gesundheitsbehörden registriert. Hierbei handelte es sich um Personen, die sich bei einem Auslandsaufenthalt mit Trichinenlarven infizierten oder im Zuge eines Heimaturlaubs trichinenhaltige Fleischerzeugnisse mit nach Österreich nahmen und in Österreich nach dem Verzehr dieser erkrankten. Während bei Hausschweinen in Österreich schon seit Jahrzehnten keine Trichinenlarven mehr gefunden wurden, konnte in den letzten Jahren der Parasit vereinzelt beim Schwarzwild im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Trichinenuntersuchung festgestellt werden. Der letzte positive Trichinenfund erfolgte

im Jahre 2011 und betraf eine zwei Jahre alte Bache aus dem Bezirk Hartberg in der Steiermark. Als natürliche Reservoirs für Trichinen gelten in Mitteleuropa Nagetiere (Mäuse, Ratten) sowie verschiedene wildlebende Raubtiere (z.B. Fuchs, Dachs). Bei Rotfüchsen liegen in Österreich Trichinenpositive Funde u.a. aus den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg vor. In einer bereits vor Jahren (1994) durchgeführten Untersuchung von insgesamt 169 in Vorarlberg erlegten Füchsen wurden bei fünf Füchsen Trichinenlarven nachgewiesen, wobei die positiven Füchse aus den Bezirken Bludenz und Feldkirch stammten. Im Zuge der für die Jagdsaison 2013/2014 geplanten Untersuchung von insgesamt 385 Füchsen aus Vorarlberg auf das Vorkommen des für den Menschen gefährlichen fünfgliedrigen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) (siehe Vorarlberger Jagdzeitung, Ausgabe NovemberDezember 2013) ergibt sich nun die Möglichkeit, diese statistisch abgesicherte Zahl an Füchsen zusätzlich auf Trichinenlarven zu untersuchen.

Die von der Vorarlberger Jägerschaft finanzierte wissenschaftliche Studie soll aktuelles Datenmaterial über das Vorkommen und die genaue geographische Verbreitung der Trichinen in der Vorarlberger Fuchspopulation liefern. Da sich im Bundesland Vorarlberg eine kleine aber wachsende Zahl an Schwarzwild befindet, eine Zuwanderung von einzelnen Wildschweinen aus benachbarten Ländern jederzeit möglich ist, besteht grundsätzlich die Möglichkeit von Überschneidungsgebieten zwischen Schwarzwild und trichinenpositiven Füchsen. Durch die Aufnahme eines trichinen-positiven Fuchskerns wäre eine Ansteckung von Schwarzwild durchaus möglich, wodurch in weiterer Folge eine potentielle Gefahrenquelle für den Menschen entstehen könnte. Für den Jäger ist wichtig, dass Schwarzwild, in Österreich oder in anderen Ländern geschossen, vor der Zerlegung und dem Verzehr unbedingt auf Trichinen zu untersuchen ist. Auskünfte über Probenentnahme und Probeneinsendung für die Trichinenuntersuchung können bei Tierärzten oder beim Amtstierarzt der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde eingeholt werden. Bei Reisen bzw. Jagdausflügen außerhalb Europas ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die illegale Mitnahme von Fleisch oder Fleischerzeugnissen eines erlegten Wildtieres strafbar ist und selbiges neben der Einschleppungsgefahr von exotischen Krankheiten in unsere europäischen Haus- und Wildtierbestände auch konkrete Krankheitsgefahren für den Jäger und Jagdbeteiligten beinhalten kann.


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Zentrales Waffenregister Am 30. Juni 2014 endet die Frist zur Registrierung der Waffen. Hubert Schedler Die Richtlinie 2008 (RL 2008/51/EG) des Europäischen Parlamentes und des Rates der Europäischen Union vom 21. Mai 2008 verpflichtet Österreich zur Einführung eines computergestützten Waffenregisters, in dem alle Schusswaffen, wie folgend im Detail erwähnt, zentral zu registrieren sind. Diese Richtlinie war in nationales Recht umzusetzen. Dieser Verpflichtung ist Österreich mit der Waffengesetznovelle 2010 nachgekommen. Als wohl wesentlichster Teil dieser Novelle ist die erweiterte Registrierung und Rückerfassung von Waffen im Sinne der §§ 58, 33 u. 32 WaffG, zu sehen.

Registrierung Der Bundesminister für Inneres wurde ermächtigt, Gewerbetreibenden (WFH) auf Antrag die Ermächtigung zur Registrierung einzuräumen (§32 WaffG). Zudem besteht die Möglichkeit einer Online-Registrierung mittels Bürgerkarte im Sinne des § 2 Z 10 des E-Government-Gesetzes (EGovG, BGBl. I Nr. 10/2004) via help.gv.at. Dadurch fallen keine Kosten an. Die Registrierungsbestätigung wird in diesem Fall von der Bürgerin/dem Bürger selbst ausgedruckt. Die Registrierung der C- und D-Waffen erfolgt nun in einem computergestützten, zentralen Waffenregister, in der Folge als ZWR bezeichnet. Die bisherigen Meldungen (bis zum 1.10.2012) an 24

Vorarlberger Jagd

Waffenfachhändler (WFH) und die dazu verwendeten Formulare (gleichzeitig Meldebestätigungen), die auch bei den WFH abgelegt wurden, sind somit gegenstandslos. Sie beinhalten aber auch jene Daten, die zur jetzt aktuellen Registrierung der Waffen im ZWR notwendig sind.

Formulare Aktuelle Formulare und Beiblätter (für mehrere Waffen) zur Registrierung und Bestätigung derselben (§ 33 WaffG) liegen bei den Waffenfachhändlerinnen/Waffenfachhändlern auf bzw. finden Sie im Internet unter www.help.gv.at (Suchbegriff „Zentrales Waffenregister“). Zum Nachweis der personenbezogenen Daten anlässlich der Registrierung bei WFH ist die Vorlage eines Lichtbildausweises vorgesehen. §33, Abs 1, letzter Satz: „Die Registrierungspflicht ist erfüllt, sobald der Registrierungspflichtige die Bestätigung in Händen hat“.

Kosten Welche Kosten entstehen bei der Registrierung durch WFH? Absatz 5 des §33 WaffG besagt unter Anderem: „dem Gewerbetreibenden gebührt hierfür ein angemessenes Entgelt“. Im Gesetz sind keine Beträge festgesetzt. Somit bleibt dies der/dem WFH überlassen.

Welche Kategorien von Schusswaffen gibt es im WaffG? Kategorie A: Das sind militärische Waf-

WAFFE & SCHUSS

fen, Kriegsmaterial und verbotene Schusswaffen (z.B. Vorderschaft-Repetierflinten, so genannte PumpGuns), Flinten mit einer Gesamtlänge von weniger als 90 Zentimeter oder mit einer Lauflänge von weniger als 45 Zentimetern, Schusswaffen mit Schalldämpfern oder Gewehrscheinwerfern, usw.) Verbote sind allgemein zu verstehen. Wie immer und überall gibt es Ausnahmen mit entsprechenden Sondergenehmigungen. Kategorie B: Alle Faustfeuerwaffen (Pistolen, Revolver), halbautomatische Schusswaffen (Selbstladeflinten und Kugel-Halbautomaten) und Repetierflinten mit anderen Repetiersystemen als dem Vorderschaft-Repetiersys-

tem, z.B. Zylinderverschlüsse oder Unterhebelsysteme. Kategorie C: Büchsen sind Gewehre mit mindestens einem gezogenen Lauf; nach jeder Schussabgabe muss von Hand nachgeladen, bzw. repetiert werden. Ob es sich bei Büchsen um Repetierwaffen mit üblichen Standard-Repetiersystemen mit Zylinderverschluss, Vorderschaft Repetierbüchsen oder Unterhebel-Repetierbüchsen, Kipplaufbüchsen, in allen Kombinationen, auch mit Flintenläufen, Doppelbüchsen, Drillingen, Vierlingen handelt, ist unerheblich. Kategorie D: Flinten, also Gewehre mit ausschließlich glatten Läufen, egal in welcher Anord-


nung und mit wie vielen Läufen, bei denen nach jeder Schussabgabe von Hand nachgeladen werden muss. Davon zu unterscheiden sind die Vorderschaft Repetierflinten (so genannte Pump-Guns) diese gehören zu Kategorie A und andere Repetierflinten zu Kategorie B. Die Zuständigkeit zur Registrierung im Zentralen Waffenregister ist abhängig von der Kategorie der jeweiligen Schusswaffe.

Was ist bereits gemeldet und registriert und was ist noch zu registrieren, bzw. registrieren zu lassen Kat. A und B: Diese Waffen sind bei den Waffenbehörden, z.B. Bezirkshauptmannschaften registriert. Die dort bestehenden Dateien der Waffenbehörden wurden für das ZWR erfasst bzw. in dieses übergeleitet. Für Bürgerin und Bürger keine Änderung der bisherigen Vorgangsweise. Kat. C: Die Registrierung des Altbestandes durch die Besitzer ist gefordert (§58 Abs.2 WaffG, betreffend die Übergangsbestimmungen zur

Rückerfassung). Zeitraum/ Frist: 1. Oktober 2012 bis 30. Juni 2014).

ersetzt nicht die Registrierung im Sinne der §§ 58 u. 33 WaffG bei WFH.

Für den Besitz der Kat Cund D-Waffen ist eine Begründung (§58 Abs. 2; §33 Abs. 3 WaffG), z.B. Jagd, Schießsport, Sammlung, Selbstschutz, anzuführen. Der bisherige Besitz gilt als Begründung.

Die „Vorlage“ der zu registrierenden Waffen beim Händler ist nicht zwingend notwendig. Es sei denn, dass bezüglich Art, Marke, Type und vor Allem der Waffennummer Unklarheit besteht. Würden, an Stelle der Waffennummer, aus welchen Gründen immer, z.B. Patentnummern, Teile-Nummerierungen des Waffenherstellers, Kaliberbezeichnungen oder Beschussdaten an Stelle der Waffennummer eingetragen, könnte dies bei jeder Art von Überprüfungen oder Kontrollen zu Missverständnissen führen, und, unter Umständen, bis zur Klärung des Sachverhaltes eine Sicherstellung der Waffen zur Folge haben.

Wechselläufe für Kugelwaffen oder Kombinierte, die der Kat. C zuzuordnen sind, (also mindestens einen gezogenen Lauf besitzen) werden in der Registrierung wie eine komplette C-Waffe behandelt. Kat. D: Registrierung des Altbestandes kann jederzeit freiwillig erfolgen. Ansonsten müssen diese Waffen dann registriert werden, wenn ein Besitzerwechsel nach dem 1. Oktober 2012 stattfand/ stattfindet. Dazu ist festzustellen, dass Flinten, die im EU-FWP eingetragen sind, auch im Wege des ZWR gemeldet sein sollten, um sich im Ausland und bei Jagdreisen unangenehme Überraschungen zu ersparen. Eine bei der Waffenbehörde (Bezirkshauptmannschaft) bereits erfolgte Eintragung einer Waffe im EU-Feuerwaffenpass (§36 WaffG)

Werden Schusswaffen im Ausland erworben, entsteht die Registrierungspflicht bei der Einfuhr dieser Waffe. Die Meldefristen bei Besitzerwechsel, bei Kat. B von Überlasser und Erwerber an jene Behörde, von der die waffenrechtlichen Dokumente des Erwerbers ausgestellt wurden (§ 28 Abs. 2 WaffG) und im Falle von Kat. C und D vom Erwerber an einen WFH (§33 Abs.1 WaffG) vereinheitlicht und

auf 6 Wochen festgelegt. Dazu §34 Abs.4 WaffG. auszugsweise: „Wer…..einem anderen eine Schusswaffe der Kategorie C oder D überlässt, sodass dieser der Registrierungspflicht unterliegt, hat dem Übernehmer der Waffe die Registrierungsdaten in geeigneter Form bekannt zu geben“. Dazu wäre z.B. eine Kopie des Registrierungsformulars geeignet. Luftdruckwaffen bis Kaliber 6 Millimeter müssen nicht registriert werden.

Leitfaden zum Zentralen Waffenregister: www.ljv.at/ZWRB.pdf Quellen, auch für weiterführende Informationen: www.ris.bka.gv.at www.bmi.gv.at und die Homepages verschiedener Landesjagdverbände.

Dieser Beitrag soll eine Hilfestellung sein, dem gesetzlichen Auftrag zu entsprechen. Er erhebt aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, was beim Umfang des Gesamttextes dieses Gesetzes, der Verordnungen, Erlässe und Durchführungsbestimmungen wohl auch nicht vermutet werden kann.

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Schießnachweis Johann Moschner Die Verbesserung der Schießleistung der Jäger und deren Nachweis werden immer wichtiger (Tierschutz etc.). Ein Thema, mit dem man sich schon lange befasst, um nach der Ablegung der Jagd- (und Schieß-) Prüfung zu erreichen, dass weiterhin regelmäßig das Schießen und der sachgemäße Umgang mit der Jagdwaffe geübt werden. Bestens gemeinte Versuche wie Hegeringschießen und Einschießaktionen von Bezirksgruppen erreichen eigentlich immer nur eine geringe Teilnehmerzahl, da alles auf freiwilliger Basis geschieht.

Für diesen Schießnachweis gibt es (noch?) keine gesetzlichen Bestimmungen. Jedes einladende Forstamt hat eigene Kriterien. Jedoch ist eine Teilnahme an einer Bewegungsjagd ohne Schießnachweis nicht möglich (höchstens als Treiber). Übereinstimmend ist nur, dass man: 1. nachweislich auf den „laufenden Keiler“ oder in einem Schießkino geübt haben muss 2. der Schießnachweis ein Jahr gültig ist 3. mit einem hochwildtauglichen bzw. schalenwildgeeignetem Büchsenkaliber die Übungen geschossen hat 4. d ie Waffenhandhabung bzw. den sicheren Umgang mit der Waffe beim Schießen bei einer Bewegungsjagd einbezieht (z.B. Stecherverbot) 5. durch den Schießleiter am Schießstand dies bestätigen lassen muss

Zur Information wird mitgeteilt, dass dieser Schießnachweis zurzeit in Vorarlberg bei der Firma Waffen Pfeifer in Feldkirch erworben werden kann. Dort besteht auf dem Schießstand die Möglichkeit, die von dem Einladenden geforderten Bedingungen auf den „laufenden Keiler“ zu schießen. Ansonsten muss in ein anderes Bundesland oder auf einen ausländischen Schießstand ausgewichen werden. Die Notwendigkeit, sicher auf bewegtes Wild zu schießen,

ist natürlich nicht nur bei den Bewegungsjagden im Ausland gegeben, sondern zum Beispiel auch bei heimischen Drückjagden zur Rotwildreduktion etc. Stehend freihändig (wie auf einem Drückjagdstand), mit einem Kugelgewehr auf ein ziehendes Ziel (mit dem richtigen Vorhalten), ist ein ganz besonderes Schießen und nach einigen Probeschüssen gar nicht so schwer. Probieren Sie es aus, auch wenn Sie keinen Schießnachweis für eine Bewegungsjagd in Deutschland brauchen.

Foto: Erich Roth

In Deutschland hat sich nun aber etwas bewegt. Seit einiger Zeit wird für die Teilnahme an Bewegungsjagden (Drückjagden) in Deutschland, bei allen Landes-Forstjagden aber auch teilweise bei Privatjagden, neben einem deutschen (Ausländer-)Jagdschein ein sogenannter Schießnachweis verlangt. Man will damit erreichen, dass mindestens einmal jährlich auf einem Schießstand geübt wird, damit die mit

großem Aufwand betriebenen Bewegungsjagden effektiv verlaufen (also: bei einer sich bietenden Chance sicher zu schießen und sich auch zu schießen trauen).

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Quelle: Heimatmuseum Oberstdorf

Wilderei: Der Eingriff in fremdes Jagd- und Fischereirecht Akad. Jagdwirt Marc Tabelander Für Jagdherren und ihre Jäger war es stets „die dunkle Seite der Macht“, für Ihre Kontrahenten eine Lebensart oder einfach pure Notwendigkeit - Wilderei. Der Ursprung der Wilderei gründet im rebellischen Aufbegehren des Volkes gegen die Unterdrückung und die Einschränkung freier Rechte durch die Obrigkeit. Mit dem Begriff „Wilderei“ verbindet man daher meist düstere Legenden über tragische Konflikte zwischen Jägern und Wildschützen wie sie aus klischeebehafteten Heimatromanen bekannt sind. Die Hauptakteure dieser Dramen waren vielfach berüchtigte Vertreter ihrer Zunft. Namen wie Jennerwein, Klostermayr, Laubhuber und Walder sind noch heute vielen präsent, weil Rebellen dieses Kalibers ihre „Tätigkeit“ teilweise auch mit dem Leben bezahlt haben. Die „klassische Wilderei“ wie sie noch bis in die späten Fünfziger- und Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts stattgefunden hat, dürfte nach heutigem Verständnis fast 28

Vorarlberger Jagd

jagd

gänzlich der Vergangenheit angehören. Dennoch wird auch im 21. Jahrhundert gewildert, wenn auch aus gänzlich unterschiedlichen Motiven. Geblieben ist aber die Strafbarkeit! Wie die Sache mit der Wilderei auf Basis der heutigen Gesetzeslage genau geregelt ist und ob immer nur die klassischen „Schwarzgeher“ die „bösen Buben“ sein müssen, war eine Frage, der ich auf den Grund gehen wollte.

Grundlagen & Gesetz Die Grundlage für die gerichtlich strafbaren Tathandlungen – vulgo Wilderei – bildet das Bundesverfassungsgesetz von 1920, welches den Kompetenztatbestand „Jagd“ den Bundesländern zuweist. Gestützt auf neun Landesjagdgesetze mitsamt den zugehörigen Durchführungsverordnungen wird das Jagdrecht vom Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (Zivilrecht) flankiert, welches die Modalitäten des Eigentumserwerbs regelt und bei Vergehen in jagdlichen Belangen direkt auf das Strafgesetzbuch verweist.

Das Strafgesetzbuch regelt die grundlegende Materie des Strafrechts. Die Inhalte haben jedoch vor allem in jagdlichen Belangen eine geschichtlich beeinflusste Entwicklung erfahren. In den frühen Kodifikationen des Strafrechts gab es – so verwunderlich es klingen mag – keine eigenen Wildereiparagraphen. Diese Straftaten wurden unter den Diebstahlsbegriff subsumiert. „Wilderei“ wurde rechtlich als Verletzung des Eigentumsrechts angesehen und dieser Grundgedanke auch ins Strafgesetz übernommen. Durchdacht schien diese Überlegung nicht, denn Wild war und ist seit jeher herrenlos und stand niemals in jemands Eigentum. Diebstahl bedingt jedoch die Wegnahme einer fremden, beweglichen Sache. Zur Umgehung dieser juristischen Problematik wurde daher „Sachbesitz“ fingiert – Wilderei wurde zum „Wilddiebstahl“ und das Eigentum an Wild als verletztes Rechtsgut erachtet. Im „neuen“ Strafgesetzbuch (1973) wurde dieser Mangel durch Schaffung eines eigenen Deliktes „bereinigt“.

Der Eingriff „Eingriff in fremdes Jagdoder Fischereirecht“, nennt sich das Delikt. Der kurze Paragraph des Gesetzbuches gibt wenig Aufschluss darüber, wie einfach ein derartiger Eingriff realisiert werden kann – nicht nur von jagdfremden Dritten. Die Tatbestände in Sachen Wilderei und entsprechende Qualifikationen sind in den §§ 137 - 140 StGB taxiert. Der § 137 StGB bildet dabei das Grunddelikt. Die §§ 138 und 140 (schwerer Eingriff bzw. Gewaltanwendung) normieren Qualifikationen. Der § 139 StGB definiert die Verfolgungsvoraussetzungen.

„Wild“ abstrakt Wild ist – so abstrakt es klingen mag – nach der Definition des ABGB eine „ansprüchige Sache“ und gilt als Zugehör zu den jeweiligen Grundflächen. Rechtmäßiges Eigentum an Wild kann daher nur der zuständige Jagdausübungsberechtigte erwerben. Solange sich Wild in freier Wildbahn befindet ist es „herrenlos“ und ein


Teil der unbeweglichen Sache Grund. Sobald Wild erlegt und rechtmäßig okkupiert oder gefangen wird, ist es als bewegliche Sache und als Eigentum des Jagdausübungsberechtigten anzusehen. Hierauf fußt auch der Sachverhalt, dass ein durch Wild im Zuge eines Verkehrsunfalles verursachter Schaden an einem Kraftfahrzeug nicht vom Jagdausübungsberechtigten zu tragen ist, da er im Zeitpunkt der Kollision bzw. des Unfalls noch nicht Eigentümer des „herrenlosen“ Stückes war. Aus der Definition des Gesetzes ergibt sich auch der Umstand, dass ein Stück Wild (die Beute) in der Hand des Wilderers rechtlich stets herrenlos bleibt, da keine legitime Aneignung erfolgen kann.

Tatobjekte & Handlungen Das Delikt nach Definition des § 137 StGB führt aus, „wer unter Verletzung fremden Jagd- oder Fischereirechts dem Wild nachstellt, fischt, Wild oder Fische tötet, verletzt oder sich oder einem Dritten zueignet oder sonst eine Sache, die dem Jagdoder Fischereirecht eines anderen unterliegt, zerstört, beschädigt oder sich oder einem Dritten zueignet“ (vgl. § 137 StGB). Es werden hierbei zwei Straftatbestände unterschieden. Die Tatobjekte sind einerseits Wild und Fische, andererseits sonstige Sachen. Wild sind alle wild lebenden Tiere die dem Jagdrecht, Fische alle Tiere im offenen Gewässer die dem Fischereirecht unterliegen. Welche Tiere als Wild und Fische und welche anderen Sachen (Fallwild, Eier, Abwurfstangen usw.) dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen, regeln die einschlägigen Landesjagd- oder Fischereigesetze mehr oder weniger genau. Daraus ergibt sich, dass die Verletzung, Tötung und Aneignung wild lebender Tiere, die nicht dem

Jagdrecht oder dem Fischereirecht unterliegen (bspw. Mäuse, Singvögel) nach § 137 StGB nicht strafbar ist. Weiters ist auch die Verletzung, Tötung und Aneignung von Haustieren oder Tieren, die zwar keine Haustiere sind, aber von einem Eigentümer in einem eingezäunten Gehege oder einem Fischteich gehalten werden, rechtlich eine Sachbeschädigung. Eine Wegnahme mit Zueignungsoder Bereicherungsvorsatz ist schlichtweg Diebstahl. Viele der Lausbubenstreiche an Nachbars Fischteich waren also keine „Wilderei“ sondern schlichtweg Diebstahl. Eine Ahndung waffenrechtlicher oder tierschutzrechtlicher Aspekte bleibt von diesen Umständen jedoch unberührt und ist stets separat zu betrachten! Zu den „sonstigen Sachen“ nach § 137 StGB zählen andere, wertvolle Bestandteile wie Abwurfstangen von Rehund Rotwild, Fallwild (verendetes, gewildertes und im Verkehr verunfalltes Wild), sowie die Eier des jagdbaren Federwildes. Das altbekannte „Hoarasuacha“ (=Abwurfstangen-Suche) ist hiermit eindeutig pönalisiert!

Theorie & Praxis Alle Begehungsformen des § 137 StGB sind in rechtlicher Hinsicht gleichwertig. Die Begehungsform „nachstellen“ (siehe Definition § 137 StGB) erfordert eine besondere Beachtung, da bereits bestimmte Versuchs- und Vorbereitungshandlungen als vollendetes Delikt unter Strafe gestellt werden. Hiervon sind auch alle Handlungen umfasst, die den sonstigen Begehungsformen (töten, verletzen usw.) vorangehen und die deren nachfolgende Ausführung bezwecken sollen. Unter „nachstellen“ und „fischen“ fällt somit jede Tätigkeit, die nach dem Willen des Täters unmittelbar in das

Töten oder Fangen von Wild und Fischen übergehen soll. Dazu zählt das Durchstreifen des Reviers mit schussbereitem Gewehr, das Stehen auf dem Anstand, das Angeln, das Auslegen von Fangeisen, Schlingen und Netzen. Zu den schon erwähnten Tathandlungen sind für das „Fischen“ auch Handlungen wie das Bestücken des Hakens mit einem Köder, das Auslegen der Angel oder auch das Anbringen einer Reuse oder eines Netzes zu zählen. Auch das Treiben von Wild vom fremden ins eigene Revier um es unmittelbar zu erlegen, das Legen von Giftködern, wie auch das jagen lassen eines abgerichteten Hundes oder eines für die Baujagd geeigneten Frettchens sind unter nachstellen zu qualifizieren und somit ein „Eingriff“. Nachstellen gilt als selbstständige, pönalisierte Versuchshandlung. Andere Handlungen, die dem Fangen oder Töten von Wild und Fischen weiter vorangehen, sind rechtlich gesehen Vorbereitungshandlungen und somit straffrei. Kein nachstellen im strafrechtlichen Sinn stellen hingegen das Beobachten, das Beunruhigen, Belästigen oder Vergrämen von Wild, sowie auch der aus Belustigung nachgeahmte Hirschruf zur Brunft dar.

Wilderei oder nicht? Bemerkenswerter Weise wirft die in den Landesjagdgesetzen unterschiedlich angeführte Aufzählung der „sonstigen Sachen“ die Frage auf, ob nun bereits Geweihteile, Geweihsplitter, Stirnbeinreste mit Geweihteilen oder auch Knochenreste von dieser Definition und der Strafbarkeit umfasst sind, da sie nicht „Abwurfstangen“ im Sinne der Definition des Jagdgesetzes darstellen. Bruchstücke des Schädels oder auch andere Knochenteile dürften laut

Definition nicht unter den Begriff „verendetes Wild“ zu zählen sein. Bei Wild aus der Gattung der Boviden (Hornträger) scheint diese Bestimmung noch schwieriger. Gams-, Muffelund Steinwild tragen Hörner (Schläuche, Schnecken, Schwerter). Diese werden nicht abgeworfen, wachsen ein Leben lang und bestehen auch nicht aus Knochensubstanz wie Abwurfstangen. Dennoch ist es möglich, dass diese „Teile“ abbrechen, oder im seltenen Fall bei äußerer Gewalteinwirkung mitsamt Teilen des Schädels abgetrennt oder abgeschlagen werden können. Die rechtliche Situation hierzu scheint in Österreich nicht klar geregelt. Das deutsche Bundesjagdgesetz ist hier doch erheblich genauer. Dieser kleine Auszug zeigt, dass die gesamte rechtliche Konstruktion der „WildereiParagraphen“ jedem NichtJuristen doch mehr als abenteuerlich erscheinen muss, auch wenn die rechtliche Entwicklung im Grunde nur einen Ausfluss unserer Jagdgeschichte widerspiegelt. Jagd und Wilderei spielen sich jedoch in Freiräumen ab, die immer unbeobachtete Momente bieten. Von daher muss sich jeder stets bewusst sein: „Die Beute nimmt, wer früher kommt“!

Marc Tabelander. 2013. Wilderei: Der Eingriff in fremdes Jagd- und Fischereirecht. Abschlussarbeit zum Universitätslehrgang „Jagdwirt/In“. Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ), Universität für Bodenkultur Wien. Diese und andere Abschluss­ arbeiten von Absolventen des Lehrgangs finden Sie auf www.jagdwirt.at

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Dienstbesprechung für die Jagdschutzorgane im Bezirk Bludenz Guntram Schaiden Jagdsachbearbeiter BH Bludenz Auf Einladung der Bezirkshauptmannschaft Bludenz fand am 25. November im Sitzungssaal der Gemeinde Nüziders eine Dienstbesprechung für die Jagdschutzorgane des Verwaltungsbezirkes Bludenz statt. Der Einladung folgten 86 Jagdschutzorgane (ca. 50%) sowie der Bezirksund Landesjägermeister. Die Eröffnung der Besprechung erfolgte durch den Jagdreferent Guntram Schaiden, sein besonderer Gruß galt LJM Dr. Ernst Albrich, BJM Ing. Lothar Tomaselli, KR Manfred Vonbank, DI Hubert Schatz, DI Karl Studer, Amtstierarzt Dr. Markus Netzer sowie dem Referenten Dr. Walter Glawischnig (AGES).

Wildtierkrankheiten Herr Glawischnig (Fachtierarzt für Zoo- und Wildtierkrankheiten) wurde in diesem Jahr als Gastreferent eingeladen, um über Wildtierkrankheiten zu referieren. Er arbeitet im veterinärmedizinischen Untersuchungslabor in Innsbruck und ist unter anderem für die pathologische Untersuchung der TbcProben in Vorarlberg zuständig. Der Referent gab einen

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Vorarlberger Jagd

ausführlichen Einblick in die Welt der Wildtierkrankheiten und hat anhand der vorgetragenen Präsentation den Teilnehmern Wissenswertes über verschiedene Krankheiten vermittelt. Für alle Jagdschutzorgane, die die Dienstbesprechung besucht haben, wird die Veranstaltung als Fortbildung angerechnet. Die Bestätigung im Ausbildungspass wird bei der Abteilung VIII Forst, Jagd und Fischerei der BH-Bludenz nachträglich ausgestellt.

Bericht über die TBC-Situation Der Amtsveterinär Netzer berichtete über den derzeitigen Stand der Tbc-Beprobung im Bezirk Bludenz.

Abschussplanerfüllung Der Jagdreferent der BHBludenz präsentierte den derzeitigen Stand der Abschussplanerfüllung. Die anschließende Analyse ergab, dass zwischenzeitlich eine Erfüllung von 65% bei Rotwild und 64% bei Rehwild gegeben ist. Dies sind 1.744 Stück Rotwild und 1.021 Stück Rehwild (Stand 25.11.2013). Bezug Stichtag im Jahre 2012: 1.486 Stück Rotwild und 990 Stück Rehwild.

JAGDAUFSEHER

WSKS-Aufnahmen Im Jahr 2013 wurden in den Wildregionen 2.1, 3.3 und 4.1 die Vegetationserhebungen für das Wildschadenskontrollzaunsystem erhoben. Bereits im jetzigen Stadium ist jedoch festzuhalten, dass in allen drei Regionen eine Verbesserung der Wildschadenssituation manifest ist. Im kommenden Jagdjahr sind die Wildregionen 1.1, 3.1 und 4.2 vegetationskundlich zu erfassen. Die Errichtung und Erhaltung des Zaunes ist gemäß Jagdgesetz Aufgabe des Jagdnutzungs- und Jagdverfügungsberechtigten. Die Vergleichsflächen sind im Rahmen der Dienstpflicht vom Jagdschutzorgan und vom Waldaufseher regelmäßig zu beobachten und zu kontrollieren. Für die Errichtungskosten des Zaunes werden 80% der entstandenen Kosten, begrenzt nach oben mit einem Fixbetrag von EUR 7,00 pro Laufmeter, aus dem Forstfonds refundiert. Erhaltungskosten sind nicht subventionierbar, sodass es zweckmäßig erscheint, für eine entsprechend stabile Ausführung bei der Ersterstellung zu sorgen. Je nach Standort bedarf es einer Standzeit bis zu 20 Jahren.

Wildschadensmonitoring in Natura 2000 und Naturschutzgebieten Für die Natura 2000 Gebiete, sofern davon Wald betroffen ist, werden die Waldaufseher auch als Gebietsbetreuer per Bescheid bestellt. Deren Aufgabenprofil umfasst u.a. auch das Wildschadensmonitoring. Dieses Monitoringsystem, welches auch in den Schutzwaldsanierungsgebieten aufgebaut und jährlich von den Waldaufsehern aufgenommen werden soll, lässt wesentlich differenzierte jährliche Aussagen zum Schalenwildeinfluss auf die Waldvegetation zu. Die Jagdschutzorgane werden zur Aufnahme geladen werden. Die Auswertung erfolgt bei der BH Abt VIII.

Kirrung Im Jagdjahr 2013 wurden bereits 87 Kirrungsanträge von der BH-Bludenz bewilligt. Um negative Wildschadenslenkungen von einzelnen Revieren zu vermeiden, wurde seitens der Behörde gewünscht, dass Kirrungsanträge über den Hegeobmann eingereicht werden, oder diese dazu im Vorfeld Stellung beziehen. Zu berücksichtigen ist, dass bei einer Kirrungsan­ ordnung Hirsche der Klasse I und II in der Regel zu sper-


ren sind, um sicherzustellen, dass die Kirrung nur für den Zweck der Erfüllung der Mindestabschussvorgabe dient. Landeswildbiologe Schatz warnt ausdrücklich, dass keinesfalls Wild die Gefahr der Erlegung in Verbindung mit Futteraufnahme bringen soll. Sie dient alleine dazu, Wild in einen gewünschten Bereich zu lenken, um effizient zu jagen, allenfalls auch im Wege einer Drückjagd.

Schalldämpfer Für die Bewilligung eines Schalldämpfers benötigt es eine waffenrechtliche als auch eine jagdrechtliche Ausnahmegenehmigung. Die jagdrechtliche Bewilligung wird auf ein Jahr befristet. Zusätzlich ist ein Waffenpass notwendig, der die Befugnis zum Führen eines Schalldämpfers berechtigt. In der Regel wird

eine Bewilligung nur für Jagdschutzorgane ausgestellt. Bis dato wurden im Bezirk Bludenz für 18 Jagdreviere und an 28 Personen Ausnahmebewilligungen erteilt.

Nachtabschuss Im heurigen sowie im vergangenen Jahr wurde auf Antrag des verantwortlichen Jagdschutzorganes eine Bewilligung für Nachtabschüsse, aufgrund des nächtlichen Rotwildwechsels über die stark frequentierte Bundesstraße B 188 im Bereich der Landbrücke während der Nachtzeit, welches ein erhebliches Gefahrenpotential für die Verkehrsteilnehmer ergab, erteilt.

Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane Der Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane, ist ein Fachverband im Sinne des § 16 des Vlbg. Landwirtschaftsgesetzes. Er umfasst alle im Land Vorarlberg in einem Dienstverhältnis stehenden haupt- und nebenberuflichen Jagdschutzorgane und Probejäger und all jene, die sich bereits im Ruhestand befinden. Derzeit versehen 480 Jagdaufseher in den 500 Jagdgebieten in Vorarlberg ihren Dienst als haupt- oder nebenberufliche Jagdschutzorgane.

www.vlbg-jagdschutz.at

Unter dem Tagesordnungspunkt „Allfälliges“ wurde über die Parteistellung in Strafverfahren und Akteneinsicht diskutiert.

Gams- und Niederwild – Vom Wissen zur Umsetzung 13. bis 14. Februar 2014 in der Puttererseehalle in Aigen/Ennstal 20. Österreichische Jägertagung 2014 Was haben Gamswild und Niederwild miteinander zu tun? Was sind die Gemeinsamkeiten, sie in einer Veranstaltung zusammenzufassen? Blicken wir auf die letzte Jägertagung zurück, erschließt sich das aktuelle Thema eigentlich als „Umkehr des Blickwinkels“: Im Vorjahr haben wir uns auf zwei Wildarten konzentriert, deren effiziente Regulierung uns vor erhebliche jagdliche Herausforderungen stellt. Diesmal widmen wir uns Wildarten, deren jagdliche Nutzung besonders sorgsame Planung und Umsetzung erfordert, weil wir im Normalfall keine Probleme haben, den nutzbaren Zuwachs

jagdlich abzuschöpfen, sondern eher Gefahr laufen, zu viel zu nutzen. Wie im Untertitel der Tagung zum Ausdruck gebracht wird, haben wir bezüglich dieser jagdlich wichtigen Fragen den Transfer vom Wissen zur praktischen Umsetzung zu bewältigen. Wir als Jäger sind jedenfalls gefordert, Maß zu halten und auf diesem Weg allenfalls vorhandene Revier-Egoismen einzuschränken und außerdem auf die Landbewirtschafter und Grundeigentümer aktiv zuzugehen. Neben der Nutzung von Medien und Veranstaltungen sollen – wie es auch in der Umsetzung der „Mariazeller Erklärung“ vorgesehen ist – also immer mehr „Revierta-

ge“ das Vertrauen zueinander stärken. All das zusammen bedeutet für eine nachhaltige jagdliche Nutzung dieser Wildarten, dass rein zahlenmäßige Überlegungen bezüglich Zuwachsraten und Abschussquoten eine Ergänzung brauchen durch Überlegungen zur Lebensraum-Erhaltung, zur optimalen zeitlichen und räumlichen Verteilung der Bejagung und vor allem bezüglich Vertrauensbildung zwischen den Landnutzern. Anlässlich der Tagung wollen wir analysieren, ob und wo es praktische Umsetzungsprobleme gibt, und gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, um diese zu lösen.

Da die Plätze relativ rasch vergriffen sind, ersuche wir um umgehende Anmeldung: LFZ Raumberg-Gumpenstein, Raumberg 38, 8952 Irdning Das Tagungsprogramm und Möglichkeiten zur Anmeldung finden Sie unter www. raumberg-gumpenstein.at, www.oeag-gruenland.at. Das Organisationsteam Dr. Karl Buchgraber, Theresia Rieder und Heidelinde Kals wird die Tagung vorbereiten und für Sie da sein. Theresia Rieder Tel.: +43 3682 22451-317 theresia.rieder@raumberggumpenstein.at

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JAGDAUFSEHER

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Fotos: Monika Dönz-Breuß

Feierliche Eröffnung des Schuljahres 2013/14 Jörg Gerstendörfer Am 8. November startete das neue Schuljahr der Vorarlberger Jägerschule mit einer feierlichen Eröffnung. Neunzig Interessierte konnten für den Jungjägerkurs angenommen werden. Der Frauenanteil ist mit 26 Teilnehmerinnen sehr hoch. Bei den Ausbildungsjägern sind 21 Personen für den 1. bzw. 2. Jahrgang gemeldet. Vierzehn Ausbildungsjäger­ Innen sind im 2. Lehrgang und werden im Mai ihre Prüfungen ablegen. Nach einer kurzen Einführung durch Mag. Jörg Gerstendörfer, dem Leiter der Vorarlberger Jägerschule, begrüßte DI Markus Schwärzler, Hausherr des Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum Hohenems, in welchem die Jägerschule ihre Kurse ab-

Die Jagdhornbläsergruppe Feldkirch stellte jagdliches Brauchtum vor.

hält, die angehenden Jungjägerinnen und Jungjäger. Speziell betonte er, dass es ihn sehr freue, dass in diesem Jahr wieder SchülerInnen des Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum Hohenems die Möglichkeit nutzen, die Jägerschule zu besuchen, und dadurch ihr Wissen zu vertiefen. Bezirksjägermeister Reinhard Metzler begrüßte die Anwesenden im Namen der Vorarlberger Jägerschaft und bedankte sich bei ihnen für ihr Interesse nicht nur an der Jagd, sondern vor allem auch

Bezirksjägermeister Reinhard Metzler begrüßte die Ausbildungsjäger.

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Vorarlberger Jagd

aktuell

am Lebensraum für Mensch und Tier. Im Anschluss stellten Karlheinz Würder (Waffenkunde), Reinhard Pecoraro (Schussund Pirschzeichen sowie Jagdund Fangarten), Christian Amman (Anschuss-Seminar), DI Bernhard Nöckl (Waldökologie) sowie Monika DönzBreuß (Spezielle Ornithologie) stellvertretend für die Referenten der Vorarlberger Jägerschule ihre Lehrinhalte vor. Monika Dönz-Breuß stellte weiters die Vorarlberger

Jagdzeitung sowie das Vorarlberger Jagdportal vor und lud alle dazu ein, in diesen Medien aktiv zu sein. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Jagdhornbläsergruppe Feldkirch unter der musikalischen Leitung von Hornmeister Reinhold Nachbaur. Im zweiten Teil erklärte Jörg Gerstendörfer sein Fach, den Ablauf des Schuljahres und noch einige administrative Inhalte. Allen angehenden Jungjägerinnen und Jungjägern sowie den Ausbildungsjägern wünschen wir viel Erfolg für ihre Ausbildung sowie viele interessante Stunden und Begegnungen in der Vorarlberger Jägerschule.

Bestellung von Referenten In der letzten Vorstandssitzung wurden als Referenten in der Vorarlberger Jägerschule definitiv gestellt: Christine Hofmann („Konfliktmanagement“ bei den Ausbildungsjägern), Robert Ess („Behandlung erlegten Wildes“ und „AnschussSeminar“) sowie Karlheinz Würder („Waffenkunde“ und „Übungs- und Prüfungsschießen“). Die Probezeit als Referent beginnt für Bernhard Nöckl im Fach „Waldökologie“ bei den Jungjägern.


Der Verein Wildpark Feldkirch hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Besuchern die vielerorts schon zurückgedrängte heimische Tierwelt wieder näher zu bringen. Der Wildpark soll allen Interessierten, vor allem aber der Jugend Einblicke in die Natur und das Leben der heimischen Tiere ermöglichen. Jährlich erkunden circa 150.000 Menschen - Familien, Touristen, Schulklassen und Kindergartengruppen mit viel Begeisterung den Wildpark Feldkirch. Für die Mitarbeit suchen wir einen/eine

Tierpfleger/in Beschäftigungsausmaß 50% Ihre Aufgaben Pflege und Betreuung der Tiere im Wildpark Durchführung von Instandsetzungsarbeiten an den Gehegen Ihr Profil Praktische Erfahrung in der Tierpflege und -betreuung Handwerkliches Geschick Bereitschaft zur Arbeit an Wochenenden Das Gehalt richtet sich nach den Bestimmungen für Gemeindeangestellte und beträgt mindestens EUR 760,00 monatlich bei 50 % Beschäftigungsausmaß. Das tatsächliche Gehalt ist abhängig von der Qualifikation und der Erfahrung.

511. Gebrauchsprüfung in Gaschurn und Ebnit Werner Mattle Bei herrlichem Herbstwetter und angenehmer Temperatur konnte am 26. Oktober die 511. Gebrauchsprüfung des Klub Dachsbracke in Gaschurn I Sonnseite abgehalten werden. Die Vorbereitungen der Hunde war ausgezeichnet und dementsprechend auch die Ergebnisse. 1. Preis: Alois von Häuseler, B u. F Andreas und Sabine Hehle, Mäder, 237 Punkte 2. Preis: Fiona vom Schloß Graiseneg, B u. F Thomas Oberhauser, Götzis, 232 Punkte Herzliche Gratulation! Ein besonderer Dank gilt meinen Jagdpächtern Herrn Dr. Lindhorst und Herrn Luzi Züst sowie unserem Mitglied Gottfried Schranz mit seinen Jagdpächtern der Genossenschaftsjagd Ebnit, welche ihr Revier für die künstliche Schweißfährte und die Vor-

prüfung zur Verfügung stellten. Weiters bedanke ich mich beim Oberschützenmeister Konrad Kofler für das Standquartier im Schützenheim Partenen. Als Unterkunft diente das Gästehaus von Edith Stark in Gaschurn. Hier wurden wir herzlich aufgenommen und ausgezeichnet verpflegt. Vielen Dank für die Gastfreundschaft. Dank gilt auch Fam. Thöny Luis und Helene mit Marina für den tollen Äser. Auch heuer konnten wir wieder auf die Großzügigkeit des Tierärzteteams Jürgen Muther aus Bludenz bauen und bedanken uns für die Sachpreise. Bei den Richtern und im Besonderen bei Gerhard Stampfer bedanke ich mich für die gute Zusammenarbeit und die schöne Dekoration des Schützenheimes. Nach der Preisverteilung ließen wir die gelungene Veranstaltung mit einem grünen Abend ausklingen. Clubgruß und Brackenheil!

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an Wildpark Feldkirch z.Hd. Betriebsleiter Christian Ammann Ardetzenweg 20, 6800 Feldkirch wildpark.feldkirch@aon.at Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Der Präsident Dr. Wolfgang Burtscher

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Foto: Horst Kraißer

Ehrengäste, Revierführer, Leistungsrichter(innen) und Leistungsrichteranwärter.

33. Schweißprüfung des Österr. Jagdgebrauchshunde-Verbandes Österr. JagdgebrauchshundeVerband Am 18. und 19. Oktober fand in Schlins / Vorarlberg die 33. Schweißprüfung des Österr. Jagdgebrauchshunde-Verbandes (ÖJGV) in Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Jägerschaft und dem Verein für Deutsche Wachtelhunde in Österreich statt. Den Ehrenschutz der Veranstaltung

hatten LJM Dr. Ernst Albrich, BJM Reinhard Metzler sowie Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer und ÖJGV-Präsident Mf. Johannes Schiesser übernommen. Bei der Schweißprüfung des ÖJGV wird nach der Prüfungsordnung der Schweißsonderprüfung geprüft, wobei die künstliche Schweißfährte eine Mindestlänge von

1.200 Schritten aufweist und ein Viertelliter Schweiß ausgebracht wird. Da Rotwild eine der Hauptwildarten in Vorarlberg ist, wurde zur Herstellung der künstlichen Schweißfährten Rotwildschweiß verwendet. Neben dem Schweiß wird mit Fährtenschuhen, an denen Rotwild-Schalen befestigt sind, gearbeitet, denn die Hunde orientieren sich primär an der

Bodenverwundung durch diese Schalen. Die Stehzeit der Fährten beträgt mindestens 20 Stunden; damit handelt es sich um eine so genannte Übernachtfährte. Als Prüfungsreviere standen die Jagdreviere Bludesch, Thüringen, Ludesch, Schlins, Schnifis und Frastanz zur Verfügung. Aufgrund des großen Revierangebotes standen 19 Prüfungsfährten zur Verfügung. Ein Weidmannsdank dem Prüfungsleiter Vize-Präsident Ing. Leopold Ivan, sowie dem örtlichen Prüfungsleiter Martin Schnetzer und seinem Team vor Ort, für die sehr guten Vorbereitungsarbeiten dieser Prüfungsveranstaltung.

Foto: Horst Kraißer

Grüner Abend

V.l. ÖJGV-Vz.-Präs. FV Ing. Leopold Ivan; Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer; Bezirksjägermeister Reinhard Metzler; Ing. Reinhard Weiß mit seiner Steir. Rauhhaarbracke Akira vom Brandschlag (Ia. Preis) und ÖJGV Präsident Mf. Johannes Schiesser.

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Vorarlberger Jagd

JAGDhunde

Der Präsident des ÖJGV konnte am ersten Abend einige Ehrengäste begrüßen, besonders den Landesjägermeister, sowie die Bezirksjägermeister Reinhard Metzler, Ing. Lothar Tomaselli und Sepp Bayer, alle aus Vorarlberg. In der Begrüßungsansprache gab Präsident Schiesser der Freude Ausdruck, dass diese


Prüfungsergebnisse Gesamt sind 19 Suchengespanne aus ganz Österreich sowie der Schweiz an den Start gegangen, 15 davon erfolgreich. Prüfungsleiter: Vize-Präs.FV. Ing. Leopold Ivan, Prüfungsleiter-Stv.: Leistungsrichterreferent Peter Hübler Örtlicher Prüfungsleiter: Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer

Name des Hundes Akira vom Brandschlag Balu vom Ursprungerweier Jenny vom Herzen des Wulkatals Asta vom Bodenwald Dago Bonne Chasse Dixi Clam Burg Aron vom Carlhof Diana vom Auer Ried Cäsar vom Bisambau Scrabble von der Heulisse Ria z Borovej dolinky Boris vom Falkengrund Falco vom Luxriegel Kira vom Fürstenberg Lady Marion

Sinne einer weidgerechten Jagdausübung. Die Verlosung der Prüfungsfährten bildete den Schluss des offiziellen Teils des Begrüßungsabends.

Prüfungstag Am Prüfungstag gab es Kaiserwetter, nämlich feucht mit keinem Wind und milden Temperaturen. Zum Prüfungsbeginn konnte Johannes Schiesser alle 19 genannten Prüfungsgespanne willkommen heißen. Nach der Gruppeneinteilung durch den Prüfungsleiter

Rasse Steirische Rauhaarbracke Golden Retriever Magyar Vizsla Kurzhaar Tiroler Bracke Labrador Retriever Kurzhaardackel Deutsch Drahthaar Rauhaardackel Fox Terrier Parson Russell Terrier Welsh Terrier Cockerspaniel Großer Münsterländer Pudelpointer Hannoverscher Schweißhund

ging es in die einzelnen Prüfungsreviere. Erwähnenswert ist hier, dass 19 verschiedene Jagdhunderassen aus 7 Bundesländern vertreten waren. Aufgrund des Engagements von Reinhard Metzler war der ORF Vorarlberg bei einer Prüfungsgruppe zugegen und gestaltete einen Fernsehbeitrag über diese Prüfung für die Sendung „Vorarlberg Heute“ – herzlichen Dank für diese Initiative!

Punkte 64 62 56 56 54 46 44 44 44 38 34 34 30 26 22

Preis 1a 1b 1c 1d 2a 2b 2c 2d 2e 3a 3b 3c 3d 3e 3f

Prüfungsergebnisse

ter, konnte in Anwesenheit vom Bezirksjägermeister durch die Jagdhornbläsergruppe Feldkirch der Hubertushirsch verblasen werden. Von den 19 genannten und angetretenen Jagdgebrauchshunden mit ihren Hundeführern konnten 15 diese Prüfung erfolgreich bestehen. Aufgrund einiger Verleitfährten und der Distanz der Fährtenarbeit, auf dem nicht immer einfachen Fährtenverlauf, ist dieses Ergebnis sehr zufriedenstellend.

Bei der Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse, bei nach wie vor prachtvollem Herbstwet-

Den erfolgreichen Jagdgebrauchshundeführern wurden nicht nur Urkunde und

Fotos: Monika Dönz-Breuß

Prüfung bereits zum vierten Mal in Vorarlberg stattfinden kann. Auch einen Ausblick in die Zukunft, wie sich das Jagdhundewesen in Österreich auf die neuen Aufgaben und Anforderungen einstellt, wurde gegeben. Denn gerade solche Veranstaltungen dienen auch dazu, die Diskussion über aktuelle Themen der Jagdkynologie auf breiter Basis zu führen. Ernst Albrich strich in seiner Begrüßungsansprache die Notwendigkeit des leistungsfähigen Jagdgebrauchshundes hervor. Er dankte den vielen Idealisten im Jagdhundewesen für Ihren Einsatz im

Hundeführer Ing. Reinhard Weiß, Zirl Georg Ranftl, St. Peter am Hart Carina Stahleder, Zagersdorf Peter Steiner, Igls Alexander Ganahl, Tschagguns Mag. Georg Löwenstein, Haidershofen Hermann Schinko, Stroheim Reinhard Hellmair, Lustenau Christian Ammann, Viktorsberg Ingrid Albrecht, Zwingendorf Christian Klapf, Kefermarkt Dr. Andreas Gradwohl, Ludweis Mf. Severin Liebmann, Köflach Gerald Primisser, Mellau Peter Greber, Bildstein

Vize-Präs.FV. Ing. Leopold Ivan, ÖJGV-Präsident Mf. Johannes Schiesser und Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer.

Alle Teilnehmer erhielten als Erinnerung eine Holzbrenta.

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Ein Weidmannsdank gilt ebenso dem Richterkollegium für ihr objektives Richten, allen Revierführern und Prüfungshelfern. Dank auch den Sponsoren Fa. Swarovski, Fa. Mars, Fa. Metzler, Fa. Amannbau sowie Fa. Stolz. Die 33. Schweißprüfung des ÖJGV wird allen Teilneh-

mern als eine hervorragend organisierte Prüfung bei Kaiserwetter in Vorarlberg in Erinnerung bleiben. Einen herzlichen Dank dafür vor allem auch an Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer sowie den Klub Deutscher Wachtelhunde der Vorarlberger Jägerschaft, welche es durch ihre hervor-

ragende Vorarbeit und perfekte Planung geschafft haben, dass die Veranstaltung organisiert über die Bühne gehen konnte. Weitere Fotos finden Sie auf www.vjagd.at (Suchbegriff: Schweißprüfung)

Fotos: Helmut Rigo

Zeugnis, sondern auch ein Sachpreis – eine Vorarlberger „Holzbrenta“ (ein Holzgefäß zum Servieren von Kässpätzle) mit Gravierung – als Andenken überreicht. Ein Weidmannsdank an dieser Stelle an die Vorarlberger Jägerschaft für die finanzielle und ideelle Unterstützung dieser Prüfung.

Neben dem Schweiß wird mit Fährtenschuhen, an denen Rotwild-Schalen befestigt sind, gearbeitet, denn die Hunde orientieren sich primär an der Bodenverwundung durch diese Schalen.

Seminartermine 2014 – ÖJGV 10. Jänner 2014 ÖKV Biedermannsdorf 1. Seminar für die Ausbildungsreferenten der Verbandsvereine von 14:00 bis 18:00 Uhr A-2362 Biedermannsdorf, Siegfried Marcus-Str. 7 Referenten: Dr. Michael Kreiner Ing. Walter Kainz Präs. Mf Johannes Schiesser LRR Peter Hübler 11. Jänner 2014 ÖKV Biedermannsdorf Leistungsrichter-Anwärter Seminar von 09:00 bis 12:00 Uhr A-2362 Biedermannsdorf, Siegfried Marcus-Str. 7 Referenten: Dr. Michael Kreiner LRR Peter Hübler LRR Stv. Mag. Lore Offenmüller

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Vorarlberger Jagd

JAGDhunde

Leistungsrichter Seminar von 13:00 bis 17:00 Uhr A-2362 Biedermannsdorf, Siegfried Marcus-Str. 7 Referenten: RR Peter Hübler LRR Stv. Mag. Lore Offenmüller

den: Peter Hübler, Neuwald 31 h, 8781 Wald Schoberpass

Anmeldungen für beide Seminare bis spätestens 31.12.2013 an das Richterreferat unbedingt erforderlich: richterreferat@oejgv.at oder 0664 1873031

22. Februar 2014 Jagdzentrum Stegenwald Leistungsrichter-Anwärter Seminar von 09:00 bis 12:00 Uhr Jagdzentrum Stegenwald, 5451 Tenneck, Pass – Lueg Strasse 8 Referenten: Dr. Michael Kreiner LRR Peter Hübler LRR Stv. Mag. Lore Offenmüller

1. Februar 2014 ÖKV Biedermannsdorf Leistungsrichterprüfung in A-2362 Biedermannsdorf, Siegfried Marcus-Str. 7. Alle vollständigen Unterlagen, die zur Zulassung zur Prüfung erforderlich sind, sind bis 15. Jänner 2014 ausschließlich am Postweg an das Richterreferat einzusen-

Die Leistungsrichter-Anwärter werden über die Zulassung zur Prüfung bzw. über den zeitlichen Ablauf schriftlich informiert.

Leistungsrichter Seminar von 13:00 bis 17:00 Uhr Jagdzentrum Stegenwald, 5451 Tenneck, Pass-Lueg-

Straße 8 Referenten: LRR Peter Hübler LRR Stv. Mag. Lore Offenmüller Anmeldungen für beide Seminare bis spätestens 5.2.2013 an das Richterreferat unbedingt erforderlich: richterreferat@oejgv.at oder 0664 1873031

Generalversammlung Österreichischer JagdgebrauchshundeVerband 15. März 2014 14.00 Uhr Hotel Restaurant „Brückl Wirt“ Leobner Straße 90 8712 Niklasdorf


Fotos: Kerstin Mark

Lycka gewinnt Field Trial in England Ruth Hochstätter Die Vorarlberger Labrador Hündin „Lycka“ konnte als erste österreichische Hündin einen Field Trial in England gewinnen. Der Field Trial wurde an der Küste von Norfolk im Kelling Estate abgehalten – einem wunderschönen Revier mit Blick aufs Meer. Bejagt wurden Fasan, Rebhuhn, Hase und Waldschnepfe. Die Aufgabe der Richter ist es, jenen Hund zu finden, der aufgrund seiner Arbeitsqualitäten vom jagdlichen Aspekt her am besten arbeitet. Daher wird vor allem die natürliche Veranlagung, beschossenes Wild zu finden, wie auch der Gehorsam und die Zusammenarbeit zwischen Hunde und Hundeführer als wichtigstes Kriterium zur Beurteilung herangezogen werden. Die Hunde müssen ohne Leine während des gesamten „Walk ups“ (Böhmische Streife) geführt werden. Völlige Standruhe und absolute Kontrolle über den Hund gehören bei einem Field Trial zum Grundgehorsam.Winseln oder Einspringen des Hundes

würde zum sofortigen Ausschluss führen. Fünfzehn Teams waren insgesamt am Start. Darunter in England sehr bekannte Namen wie Mike Tallamy, Tony Parnell oder Nick Clitheroe. Wir gingen gut 2,5 Stunden, bis Lycka mit der Startnummer 15 ihren ersten Retrieve hatte. In der ersten Runde fielen zwei Markierungen, jeweils ein Fasan und ein Rebhuhn im hohen Rübenfeld, die sie ganz ohne meine Hilfe bewältigte. Auch die übrigen Aufgaben wo ich sie auf das Wild einweisen musste, gehorchte die Hündin auf jeden Pfiff, zeigte einen ausgeprägten „Suchenwillen“ und eine sehr gute Nasenleistung. Trotz allem war die Anspannung und Konzentration den ganzen Tag sehr hoch und ich war froh, dass wir auch die letzte Runde ohne Probleme geschafft hatten. Eigentlich rechnete ich mit dem Ende des Trials, doch dann sagte mir der Chef Steward, dass fünf Hunde im Finale sind. So hieß es für fünf Gespane nochmals volle Konzentration und nochmals ab in die Rübenfeldern.

Nach einer langen Fußstrecke fielen endlich zwei Schüsse. Sauber arbeitete der Hund von Nick Clitheroe dieses Mark. Margaret Pearce und ich wurden gebeten, aus der Line zu kommen und aus einer weiteren Entfernung aus einem ganz anderen Winkel unsere Hunde zu schicken. Margarets Hund konnte das Wild nicht finden und Lycka war an der Reihe. Mit Herzklopfen schickte ich meine Hündin, wies sie ein und.... Lycka fand, brachte und somit war unser letzter Retrieve auch noch ein Eyewipe! Bei der Siegerehrung war ich sprachlos. Zu meiner großen Freude konnte Lycka nicht nur den Field Trial für sich

entscheiden, sie erhielt auch noch Gun’s Choice, dies ist der Preis den die Schützen dem Hund verleihen, der ihnen am besten gefallen hat! Mein Dank geht an alle, die mir die Möglichkeit gegeben haben, an einem Field Trial in England zu starten. An Anne und John Greeves und an Felicity Atherton vom Norfollk Gundog Club. Ein großes Dankeschön an Angela und Christian Breindl, die mir immer wieder die Möglichkeit geben, Vorarlberger Hunde in den Rübenfeldern zu trainieren, an Roger Phillips der uns auf Field Trials vorbereitet hat, und last but not least – an meine wunderbare Hündin Lycka!

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Fotos: Christian Ammann

Pirschgang in einem Entenrevier Markus Rainer Als Jungjäger des Jahrganges 2012/2013 hatte ich das Glück, beim Abschlussfest im April einen der Hauptpreise, eine Niederwildjagd auf Enten in der Gemeindejagd Rankweil, zu gewinnen. Die Jagdsaison auf Enten beginnt im Spätherbst, daher habe ich mit dem zuständigen Jagdaufseher Christian Ammann einen Termin im November vereinbart. Ein Teil des Niederwildreviers liegt im Bereich Brederis-Paspels. Dort habe ich mich mit Christian Ammann an einem schönen Nachmittag getroffen und die unterschiedlichen Revierbereiche besichtigt.

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Vorarlberger Jagd

In den verschiedenen Gewässerzonen, die von offenen Baggerseen, naturnahen Bachläufen bis zu vollständig mit Auwald umgebenen und Bewuchs bedeckten Gewässern reichen, konnten wir hunderte Wasservögel, wie Stockenten, Blässhühner, Schwäne und Reiher beobachten. Dem Jagdpächter Rudolf Brändle ist eine sehr schonende Bejagung der Wasservögel wichtig, so dienen Teile der Baggerseen, die auch zum Teil touristisch genutzt werden, als Ruhezonen und Rückzugsgebiet. Enten werden daher hauptsächlich an den Bächen beim Abend-

jägerinnen & jäger

oder Morgenstrich und natürlich nur im Flug bejagt. In Begleitung von Foxterrier Caesar starteten wir unseren Pirschgang an einem Bach und zogen seinem Lauf entlang. Dabei zogen mehrere Enten in Gruppen hoch über uns hinweg. Am Ende der Pirsch haben wir in einer Deckung Stellung bezogen und das Einfliegen der Enten auf die abgeernteten Felder abgewartet. Dabei konnten wir den imposanten Überflug von Schwänen und Flüge von bis zu 15 Reihern aus nächster Nähe beobachten. Nach Einbruch der Dunkelheit beendeten wir den Pirschgang und ließen den Nachmittag

bei einer Einladung des Jagdpächters Rudolf Brändle gemütlich ausklingen. Ein weiterer Jagdtag wurde in die Eigenjagd Agtenwald, im schönen Laternsertal, verlegen. Dabei konnte wir beim Abendansitz bei verschneiter Landschaft und schönstem Wetter Rehgeißen beobachten. Leider ist uns das erhoffte Kahlwild nicht stellig geworden. Für die besonderen Jagderlebnisse möchte ich mich recht herzlich bei Christian Ammann und den Jagdpächtern Rudolf Brändle und Reinhard Metzler mit einem kräftigen Weidmannsheil bedanken.


Halali im Ländle – Vorarlbergs Jagd in Geschichte, Brauchtum, Sage und Legende

Franz Elsensohn Nach einem Blick in die ältesten Zeiten unseres Landes, in denen die Jagd natürlich bereits eine große Bedeutung hatte, wird in einem runden Dutzend Kapitel eine Vielfalt an Themen behandelt, die mit Weidmännischem zu tun haben. Wie es der Untertitel des Buches erwähnt, wird das Hauptaugenmerk dabei auf die Geschichte, das Brauchtum, die Sagen und die Le-

genden gerichtet. Damit kann unser Land mit einer beachtlichen Anzahl aufwarten. Wie nicht anders zu erwarten, findet sich in solchen Texten viel über die Weidmänner, aber auch so manches über Freischützen und Wilderer. Auch die bekannten und weniger bekannten Jagdheiligen kommen zu beeindruckenden Auftritten. Schließlich sorgen alte Berichte über einige besonders sagenumwobene Tiere wahrscheinlich für manche Überraschungen und wohl auch für einiges Lesevergnügen. „Obwohl die reichhaltige Vorarlberger Sagen- und Legendenwelt von den verschiedensten Autoren schon mehrfach aufgearbeitet

und aufbereitet worden ist, eröffnet der Götzner Autor Franz Elsensohn in seinem neuesten Büchlein „Halali im Ländle“eine völlig neue Qualität von einem Vorarlberger Sagen- und Legendenbuch. Sehr facettenreich fügt der Autor bekannte, aber auch seltene und weniger bekannte Sagen, Legenden, Fabeln, sowie unheimliche Tiergeschichten, Aberglauben und sagenhafte Geschichten über mystische Freischützen und Blaublütige zu einem homogenen kleinen Gesamtwerk zusammen. Das Besondere an diesem Büchlein ist wohl die erfreuliche Tatsache, dass alle diese Sagen und Geschichten „maßgeschneidert“ ausschließlich über die Jagd und Jäger ortsbezogen auf

unser Ländle Vorarlberg ausgerichtet sind. Man kann hier feststellen, dass Sagen und Legenden bis heute nichts von ihrem Reiz und ihrer Anziehungskraft verloren haben. Ein erfrischendes „sagenhaftes“, einfaches Büchlein, welches vor allem dem geschichtlich interessierten Jäger und Leser ein feines Lesevergnügen garantiert.“ Roland Moos 132 Seiten Format A5 (15 x 21 cm) Hardcover Selbstverlag – Franz Elsensohn Erhältlich in der Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft

Jagd Wir suchen ehrlichen, flexiblen Hilfsjäger oder Jagdgehilfen mit viel Freizeit im Bezirk Bludenz. Zuschriften unter Chiffre „Hilfsjäger“ an Media-Team GmbH, Interpark FOCUS 3, 6832 Röthis

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bücherecke

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Aufbrechen... Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft

Gert Andrieu / Helmuth Wölfel Jagd und Jäger geraten immer mehr ins Schussfeld einer kritischen Öffentlichkeit, die ihre Berechtigung prinzipiell in Frage stellt. Tatsächlich gibt es kritikwürdige Aspekte, etwa den herrschenden Trophäenkult und die Ausübung der Jagd als Statussymbol. Doch sind Jäger wirklich nur „Bambi-Mörder“? Welche

Gründe gibt es für die Jagd? Und ist es denkbar, dass in unseren Breiten in Zukunft auf die Jagd gänzlich verzichtet wird? Nicht nur der Jäger, wir alle sind auf der Jagd – wir jagen beim Sport nach Anerkennung, beim Einkaufen nach dem besten Angebot, im Beruf nach dem Erfolg. Jagdtrieb und Jagdfieber sind urmenschliche Eigenschaften, ganz einfach deshalb, weil die Lebensweise des Jägers für 99 Produzent der Menschheitsgeschichte prägend war. Das „Warum der Jagd“ betrifft also unser Wesen als Spezies Mensch schlecht-

hin. Die Autoren gehen dieser Frage nach und zeigen auf, welche verschiedenen Emotionen und Gründe Menschen dazu bringen, Jäger zu werden. Wie ist eine ökologische, nachhaltige und vor allem tiergerechte Form der Jagdausübung denkbar? Fehlentwicklungen wie Trophäensucht, Treibjagden auf Zuchtfasane, Gatterhaltung von Rotwild usw. werden klar angesprochen, gleichzeitig aber auch die Frage gestellt, wie es denn ohne Jagd in unserer Kulturlandschaft aussähe, denkt man an die Klage von Land- und

Forstwirten über zunehmende Wildschäden, die ausufernde Wildschweinplage u. a. Ein Buch für Jäger und Jagdkritiker, für Tierschützer und Naturnutzer, welches das Für und Wider der Jagd abzuwägen versucht. 160 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Format: 16,5 x 22 cm, Hardcover. ISBN 978-3-70201430-8. Preis: EUR 19,90. Leopold Stocker Verlag, 8011 Graz, Hofgasse 5 / Postfach 438, Tel. 0316 82 16 36, stocker-verlag@ stocker-verlag.com, www.stockerverlag.com

Schwarzwildjagd heute Zeitgemäße Bejagung und Regulierung

Edgar Böhm Immer öfter herrscht in den Revieren „Saualarm“! Binnen weniger Jahre haben es die Wildschweine geschafft, vom „Exoten“ zum ungebetenen Gast zu werden. Der Grund: Sie vermehren sich aufgrund raffinierter Schutz- und Fort-

pflanzungsstrategien explosionsartig und sorgen für kaum mehr zu bewältigende Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, was wiederum zu hohen Zahlungen seitens der Jägerschaft führt. Aufbauend auf der Beschreibung des Verhaltens von Schwarzwild im Jahreslauf, seines Sozialgefüges und seiner Vermehrungsraten, stellt der Autor die verschiedenen Möglichkeiten der Jagd auf Schwarzwild vor. Deren gemeinsames Ziel ist letztlich, (wieder) eine

weidgerechte Kontrolle der Bestände zu erreichen. Neben der Vorstellung der für eine erfolgreiche Bejagung unerlässlichen Reviereinrichtungen wird den Jägern mit diesem Buch eine wichtige Hilfestellung für die Gewichts- und Altersschätzung der „Schwarzkittel“ in ihren Revieren in die Hand gegeben: In natürlicher Größe sind die Trittsiegel aller Alters- und Gewichtsklassen abgebildet, – vom Zwölf-Kilo-Frischling bis zum 278-Kilo-Hauptschwein.

Biologie, Verhaltensweisen und erfolgreiche Bejagungsmethoden des in vielen Revieren überhandnehmenden Schwarzwildes. Plus: Trittsiegel aller Alters- und Gewichtsklassen im Bild. 200 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Format: 16,5 x 22 cm, Hardcover. ISBN 978-3-7020-1433-9. Preis: EUR 24,90 , Leopold Stocker Verlag, 8011 Graz, Hofgasse 5 / Postfach 438, Tel. 0316 82 16 36, stocker-verlag@stocker-verlag.com, www.stocker-verlag.com

Überraschung für Jasper

Bärbel Haas Jasper, der kleine Hund, ist ratlos. Warum nur benimmt 40

Vorarlberger Jagd

sich seine geliebte Familie auf einmal so komisch? Wollen sie ihn etwa nicht mehr bei sich haben? Aber warum nur? Jasper versucht alles, damit es wieder so wird wie früher, aber vergeblich! In seiner Verzweiflung überlegt er sogar, die Familie zu verlassen. Doch dann macht eine ganz erstaunliche Entdeckung ihn wieder zu einem überglück-

bücherecke

lichen Hund. Ob die Familie allerdings genau so glücklich ist, das darf bezweifelt werden... Ein entzückendes KinderHundebuch der renommierten Sendung-mit-der-Maus Autorin Bärbel Haas! Hervorragend geeignet auch für erste Schritte zum Selberlesen-Lernen der Kinder!

Ein Kinderbuch mit 48 Seiten. Reiche Farbillustration. Format: 22 x 24 cm. ISBN: 978-3-85208104-5. Preis: EUR 19.-. Österr. Jagd- und FischereiVerlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel. (01) 405 16 36/39, verlag@jagd.at, www.jagd.at


Betreutes Jagen

Haralds Klavinius Nicht nur unsere Gesellschaft wird immer älter, sondern auch die Jäger, und auch Ha-

ralds Klavinius – auch wenn man das seinen Karikaturen nicht ansieht. Im Gegenteil: Sie werden immer schärfer. In diesem Buch wendet sich Haralds Klavinius jenen Jägern zu, die nah an ihrem Lebensabend stehen und bläst ihnen mit dem Buch „Betreutes Jagen“ ein Letztes Halali. Speziell ausgestattete Rollatoren, besonders saugfähige Seniorenwindeln für den lan-

gen Nachtansitz, in Gehhilfen eingebaute Schießstöcke und viele andere seniorengerechte Jagdutensilien sind in diesem Buch zu sehen. Dieser Karikaturenband ist wirklich der und das Letzte – und ein garantiertes Muss für alle, die das Lachen noch nicht verlernt haben. Und natürlich auch für alle, die sich wieder einmal so richtig empören wollen.

Karikaturenband. 128 Seiten, 120 SW-Karikaturen der schärfsten Art. Französisches Format (24 x 28 cm). Exklusiv in Leinen. ISBN: 978-3-85208113-7. Preis: EUR 39,00. Österr. Jagd- und Fischerei-Verlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel. (01) 405 16 36/39, verlag@jagd.at, www.jagd.at

Es fasst in klaren Worten alle Aspekte zusammen, die für das Gelingen einer Riegeljagd notwendig sind – gleichgültig, ob auf Sauen, Rotwild, Rehwild, den Gams oder den Fuchs. Ob es um die Vorbereitung geht, die Wahl der Stände, den richtigen Zeitpunkt, den Einsatz der Hunde oder die Bauart des Gewehrs und die Optik – das Buch „Riegeljagd“ liefert alle Antworten zu diesem Thema.

eigenen Riegeljagderfahrung und weiß genau, wann und wo und wie das Riegeln Sinn macht. Darüber hinaus liefert dieses Buch Anleitungen, Checklisten und Vorlagen für Anschussprotokolle usw. – Kurz und bündig: Das Buch „Riegeljagd“ ist für jeden Jagdpraktiker ein Muss!

Riegeljagd dern in ganz Europa – mehr und mehr zu reinen Ansitzjägern entwickelt. Nur auf Sauen wurde auch weiterhin geriegelt, wenn auch in vergleichsweise kleinem Rahmen und meist nicht besonders gut organisiert. Bruno Hespeler Riegeljagden hatten in Österreich zur Zeiten der Monarchie eine große Tradition. Man denke bloß an die großen Gamsriegler auf dem Brandhof Erzherzog Johanns. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber haben sich die Jäger – nicht nur in Österreich, son-

Heute erleben Riegeljagden eine Renaissance, nicht nur auf Sauen, sondern auch auf anderes Schalenwild. Inzwischen ist aber sehr viel an Wissen und Erfahrung verloren gegangen. Genau dieses Wissen um die alte Jagdart will das Buch „Riegeljagd“ wieder verfügbar machen.

Jeder, der Bruno Hespeler kennt, weiß es: Der Autor ist der Praxis verpflichtet. Er schreibt aus seiner reichen

224 Seiten, rund 120 Farbbilder. Exklusiv in Leinen. Format: 14 x 21,5 cm. ISBN: 978-3-85208112-0. Preis EUR 35,00 Österr. Jagd- und Fischerei-Verlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel. (01) 405 16 36/39, verlag@jagd.at, www.jagd.at

Noch mehr Jäger kochen Wild – Band 2 Weitere Rezepte und Anekdoten leidenschaftlicher Jäger

Lisa Lensing / Joseph GasteigerRabenstein / Paul Lensing Immer mehr Jäger jagen auch für den Kochtopf. Wenn sich nun leidenschaftliche Jäger bei der Zubereitung ihrer liebsten Wildgerichte in besagte Töpfe, auf die Finger und in ihre privaten Refugien blicken lassen,

macht das neugierig – wie das erste Buch von Lisa Lensing und Joseph Gasteiger-Rabenstein eindrucksvoll bewiesen hat. Dieser Erfolg fordert eine Fortsetzung, und so wird schon das zweite Mal zum Schüsseltrieb in die Küchen von Jägern geladen! Prominente österreichische und deutsche Jäger verraten ihre liebsten Wildrezepte, „gewürzt“ mit Anekdoten rund um die Jagd und ein bisschen Jägerlatein. Jagdprofis wie Hartwig Fischer (Präsident des deutschen Jagdschutzverbandes) oder

Ferdinand Gorton (Kärntner Landesjägermeister) stellen ihr Können in der Küche ebenso unter Beweis wie Philipp Prinz von Thurn und Taxis oder Graf Alexander Kottulinsky, Moritz von Bismarck oder Baron Georg Pereira-Arnstein. Und Katharina Sturzeis, Martina Höller oder Katharina Schneider, um nur einige der jagenden Damen zu erwähnen, erweisen sich in der Küche als ebenso kreativ wie im Berufsleben. Die Palette der Köstlichkeiten reicht von Damwildrücken im Brotmantel über Rehleberkäse

mit Kartoffelgratin bis hin zu rustikalem Wildschweinrollbraten. Hase, Rebhuhn, Wachteln und Schnepfen dürfen auf der erlesenen Speisekarte der Natur auch nicht fehlen. Und einige Ansatzschnäpse sowie Desserts runden den WildbretSchmaus erst so richtig ab! 192 Seiten, zahlreiche Farbabb., Großformat, Hardcover. ISBN 9783-7020-1418-6. Preis: EUR 39,90. Leopold Stocker Verlag, 8011 Graz, Hofg. 5 / Postfach 438, Tel. 0316 82 16 36, stocker-verlag@stocker-verlag.com, www.stocker-verlag.com

bücherecke

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Aufruf der Vorarlberger Jägerschaft! Sie haben... • Bücher, Zeitschriften, Bilder, Fotos, Berichte, Notizen • Waffen, Ausrüstung, Bekleidung, Abzeichen etc. ... die... • sehr gut erhalten und • historisch für Vorarlberg oder eine spezielle Region interessant sind. Sie können uns die Exponate... • kostenlos • oder als Leihgabe • oder zum Kopieren geben Wir verwenden die Exponate für... • den Aufbau eines Jagdmuseums im Rahmen der Museumswelt in Frastanz. Dabei soll nicht nur in einer Dauerausstellung die Entwicklung der Jagd in Vorarlberg dargestellt, sondern auch das Verständnis der Bevölkerung für aktuelle Anliegen der Jäger gestärkt werden. • den Aufbau einer Bibliothek und eines historischen Archives zur Geschichte der Jägerschaft und der Jagd in Vorarlberg Bei Interesse wenden Sie sich an... Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft Geschäftsstellenleiterin Carmen Kaufmann Bäumler Park, Markus-Sittikus-Str. 20, 2. OG 6845 Hohenems Tel. 05576 / 74633 Email: info@vjagd.at

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Vorarlberger Jagd

jagd

Koordinator: Dr. Reinhard Bösch Telefon 0676 / 33 49 446


Sponsoren für das Vorarlberger Jagdmuseum gesucht Die Vorarlberger Jägerschaft hat sich entschieden, ihre jagdliche Tradition und die damit erbrachten Leistungen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein Team unter der Leitung von Dr. Reinhard Bösch arbeitet daher seit einem Jahr an der Errichtung des 1. Vorarlberger Jagdmuseum im Rahmen der Vorarlberger Museumswelt (Gesamtbudget 2,4 Mill. Euro) in Frastanz. Diese Museumswelt entsteht auch mit finanziel-

ler Beteiligung der Vorarlberger Jägerschaft. In diesem vergangenen Jahr sind wichtige Baumaßnahmen gesetzt worden. Derzeit wird mit Geldmitteln der Landesregierung der Eingangsbereich museumsgerecht gestaltet. In der konzeptionellen Arbeit des Architekturbüros „raumhochrosen“ zur Gestaltung unseres Museumsteils haben wir entscheidend mitgearbeitet.

Um das Projekt „Vorarlberger Jagdmuseum“ in vollem Umfang der interessierten Öffentlichkeit präsentieren zu können, suchen wir die Unterstützung von Sponsoren.

Die Sammeltätigkeit wurde in diesem Jahr erfolgreich fortgeführt und viele beeindruckende Ausstellungsstücke warten schon auf eine Präsentation. Daher muss es in diesem Jahr gelingen, das Jagdmuseum in seiner Grundstruktur einzurichten! Kernstück unseres Jagdmuseums werden die von Wolfgang Meusburger geplanten Themensäulen bilden (siehe auch Vorarlberger Jagdzeitung März-April 2013, Seite

48-49). Auf jeder Seite der geplanten 20 Säulen wird ein Thema präsentiert, sodass je nach Betrachtung ein durchgängiges Konzept verfolgt wird. Bei Kosten von zirka 3.000 Euro pro Säule beträgt die Investition in den ersten Bauabschnitt zirka 60.000 Euro. Die Jägerschaft wird mit Ende dieses Jahres 20.000 Euro investiert haben. Leistungen der Museumswelt und öffentliche Subventionen sollen weitere finanzielle Mittel erbringen.

Vier Seiten der Säule – Vier Blickrichtungen

Ein wichtiger Baustein ist die Übernahme der Kosten von je 3000 Euro für eine Säule durch einen Hauptsponsor. Einem Hauptsponsor bieten wir: – Werbung an der Eingangstafel – Werbung auf den Themen-Säulen – Werbung auf Plakaten – Werbung auf der Homepage – Werbung auf Eintrittskarten – Werbung im Museumsführer – Werbung im Jahresbericht – Werbung auf Vitrinen – Werbung in der Jagdzeitung – Werbung bei Pressemitteilungen – Werbung auf den Geschäftsunterlagen – Werbung auf Werbeartikel – Banner bei Veranstaltungen Auch die Kostenübernahme von Säulenseiten ist nach Absprache möglich. Die Sponsoren bekommen vollen Einblick in die Verwendung ihrer Mittel. Wir werden laufend projektbegleitend evaluieren und den Sponsoren darüber berichten. Gleichzeitig wird eine „Initiative Jagdmuseum“ gegründet, deren Ziel es ist, eine fortlaufende Verbesserung des Jagdmuseums zu erreichen und zu finanzieren. Die Mitglieder dieser Initiative wollen auf breiter Basis das Jagdmuseum unterstützen. Diese Mitglieder werden, sofern gewünscht, auf einer Ehrentafel genannt. Zudem erhalten sie, je nach Beitrag, eine gewisse Zahl an Eintrittskarten. Mitglied mit einem Beitrag von EUR 25 bis EUR 50 Mitglied und Förderer mit einem Beitrag von EUR 50 bis EUR 100 Mitglied und Gönner mit einem Beitrag von EUR 100 bis EUR 200

Neben den genannten Sponsormöglichkeiten freuen wir uns auch über jede andere Art von Unterstützung.

Fördern Sie daher das „Vorarlberger Jagdmuseum“ mit ihrem finanziellen Beitrag auf unser Konto bei der Hypobank Vorarlberg IBAN AT535800 018 399 854 128

BIC HYPVAT2B

JAGD

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Im Shop der Geschäftstelle erhältlich •

• „Gams – Bilder aus den Bergen“ Autoren: Gunther Greßmann / Veronika Grünschachner-Berger / Thomas Kranabitl / Hubert Zeiler Preis: EUR 49,00

„Rehwild Ansprechfibel“ Autoren: Paul Herberstein / Hubert Zeiler 128 Seiten, rund 75 Farbfotos, 18 SW-Zeichnungen, Format: 14,5 x 21 cm Preis: EUR 23,00

• „Wildbret-Hygiene“ – Rechtliche Grundlagen Wildfleisch – Wildbret / Mikrobiologie und Hygiene Autoren: Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, Dr. Peter Lebersorger, Hans-Friedemann Zedka Preis: EUR 19,00

„Fütterung von Reh- und Rotwild“ Ein Praxisratgeber, mit CD Autoren: Deutz/Gasteiner/Buchgraber 144 Seiten, zahlreiche Abbildungen Preis: EUR 19,90

„Richtiges Erkennen von Wildschäden am Wald“ Autoren: Dr. Fritz und Dr. Susanne Reimoser Preis: EUR 7,50

• „Leitfaden für die Lebensraumgestaltung von Auer-, Birk- und Haselhuhn in Vorarlberg / Österreich“ Autorin: Mag. Monika Dönz-Breuß Preis: EUR 7,00

• „Steinwildstudie über das Steinwildprojekt Lech-Quellengebirge“, Beobachtungen - Ergebnisse Schlussfolgerungen Autor: Dr. Peter Meile Preis: EUR 10,00

„Birschfibel“ – Die Birsch – der Gang zu Fuß durch das Revier Autor: Paul Herberstein 80 Seiten, 25 Farbfotos, Format: 21 x 14,5 cm Preis: EUR 19,00

Werte Wandel Weidgerechtigkeit Autor: Alexander Schwab 120 Seiten Preis: EUR 20,00

• Vorarlberger Jägerhut: „Vorarlbergerin“/„Zimba“ (EUR 75,00) • Schildmütze mit Wappen Vorarlberger Jägerschaft (EUR 7,50) • Glückwunschkarten mit Jagdmotiv, groß (EUR 4,00), klein (EUR 3,50)

„Österreichs Jagd im 20. Jahrhundert – Eine Chronik“ Autor: Hermann Prossinagg Preis: EUR 70,00

„Gabelzart - Fleisch sanft garen macht´s möglich.“ Autor: Werner Wirth Anleitung, Hinweise und Rezepte zu einer neuen und besonderen Garmethode Preis: EUR 28,00

„Waldökologie“ – Skriptum der Vorarlberger Jägerschule Autor: Bernhard Maier 56 Seiten, in Farbe, Format: A4 Preis: EUR 10,00

„2000 Jahre Jagd in Österreich“ Autor: Johann Nussbaumer Jagdgeschichte(n) in Rot-Weiß-Rot – Sämtliche Stationen der österreichischen Jagdgeschichte im Zeitraffer. 288 Seiten, 32 Seiten Hochglanz-Bildteil Format: 25,0 x 18,0 cm, Leinen Preis: EUR 65,00

„Mit Herz und Verstand im Marultal“ Jagd auf der Faludriga – Vorarlberg Buch und Regie: Raphaela Stefandl DVD Video, Filmlänge: 25 Minuten Preis: EUR 22,00

Aufkleber Preis: EUR 1,00

• T-Shirt mit Wappen Vorarlberger Jägerschaft Größen M, L, XL, XXL (EUR 15,00) • Polo-Hemd mit Wappen Vorarlberger Jägerschaft Größen M, L, XL (EUR 18,00) • Abzeichen klein: EUR 5,00 / Abzeichen groß: EUR 7,50

Bestellungen: www.vjaegerschaft.at oder info@vjagd.at. Zahlung erfolgt per Erlagschein zzgl. Versandkosten. Versandkosten werden mittels Pauschale verrechnet. Inland: 4 Euro, Ausland: 5 Euro

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Vorarlberger Jagd

geschäftsstelle

Aufnäher Preis: EUR 5,00

Die Geschäftsstelle ist von 23.12.13 bis 03.01.2014 geschlossen.


Serviceleistung der Vorarlberger Jägerschaft Sprechstunde von

Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich und

Rechtsbeirat Dr. Tobias Gisinger

Wann: Wie: Wo:

jeden 1. Montag im Monat (nächste Termine: Montag 03. Februar 2014, Montag 03. März 2014) nach Voranmeldung in der Geschäftsstelle bei Carmen Kaufmann, Tel. 05576 74633, E-Mail info@vjagd.at Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft, Markus Sittikus-Str. 20/2. OG, 6845 Hohenems

Für telefonische Auskünfte durch Landesjägermeister, Rechtsbeirat oder einen anderen Funktionär der Vorarlberger Jägerschaft hinterlassen Sie bitte Namen sowie Telefonnummer bei der Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft. Sie werden baldmöglichst zurückgerufen.

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BEITRITTSERKLÄRUNG Ich erkläre hiermit meinen Beitritt zur Vorarlberger Jägerschaft, der gesetzlich anerkannten Interessenvertretung der Jäger in Vorarlberg. Der Mitgliedsbeitrag beträgt EUR 30,– für Jäger bzw. EUR 25,– für Jagdschutzorgane. ……………….........…………, den…………......…… …………...…………...…………………. Unterschrift Meine Personalien: Titel: ……………………….

Geb. Datum: …………..………….

Beruf: ..…………....………....

Vor- u. Zuname: ………………………………………………………………..................…………….… Straße und Hausnummer: ……………………………...............……………………….……………..… Postleitzahl: …………………

Ort: ………………………..……………………..............………….....

Tel: ..……………….………….

E-Mail: ……………...............………………………..…………..……

BITTE LESERLICH SCHREIBEN und die Beitrittserklärung an die Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft, Markus-Sittikus-Str. 20/2.OG, Postfach 64 in 6845 Hohenems senden oder per FAX an 05576 / 74677. Ein Beitritt ist auch Online unter www.vjaegerschaft.at möglich. geschäftsstelle

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Internationaler Jagdhornbläser-Wettbewerb

12. Raubwild-Fellmarkt

13. bis 15. Juni 2014, Schloss Zeillern

Samstag, 8. Februar 2014, 9:00 bis 16:00 Uhr Winzersaal in Klaus

Keine Verpflichtung zu Landesjagdverbands-Mitgliedschaft. Nähere Informationen: www.noeljv.at/fachbereiche-projekte/jagdhornblaeser/blaeserwettbewerb Anmeldeschluss: Ende Februar 2014 Nenngeld: EUR 230,00 pro Leistungs- und Bläsergruppe. Auskunft Nö. Landesjagdverband, Wickenburggasse 3, 1080 Wien Tel. +43 (0)1/405 16 36-23, Fax +43 (0)1/405 16 36-28 jagd@noeljv.at, www.noeljv.at

Bereits zum 12. Mal lädt Hubert Jäger mit seinem Team zum Vorarlberger Raubwildfellmarkt nach Klaus. Fellspezialistin Claudia Bein zeigt wieder jede Menge Fellkreationen und gibt auch gerne Tipps für die Verarbeitung. Karin Au Yeong und Andrea Fink von „ÜSA SCHMUCK“ aus Egg stellen ebenfalls ihre Kreationen vor. Fuchs- und Murmeldecken, Accessoires, Pelzjacken, Taschen, Kissen und Dachsschuheinlagen werden gezeigt. „Pelz aus unseren Wäldern: verwerten statt entsorgen!“ Bitte getrocknete Fuchbälge nur geöffnet anliefern. Weitere Infos erhalten Sie bei: Hubert Jäger, Sattelberg 62,
6833 Klaus Telefon: 0676 / 62 726 13 hubert@jaeger.at oder fellmarkt@jaeger.at Mit dabei ist auch Buchautor Sigi Schwärzler „Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg“

Termine – www.vjaegerschaft.at

Jänner 2014

März 2014

n Montag, 27. Jänner: Österr. Jägerball vom „Grünen Kreuz” in der Hofburg in Wien Patronanz: Vorarlberg

n Freitag, 7. März: Hegeschau und Bezirksversammlung Dornbirn

Februar 2014 n Samstag, 8. Februar: 12. Vorarlberger Raubwild-Fellmarkt im Winzersaal in Klaus, 9:00 – 16:00 Uhr n Donnerstag, 13. Februar und Freitag, 14. Februar: 20. Österreichische Jägertagung in Aigen/Ennstal

n Samstag, 15. März und Sonntag, 16. März: Oberländer Jägertage mit Hegeschau des Bezirk Bludenz (siehe Seite 51) n Freitag, 20. März: Vorarlberger Schutzwaldtagung mit Verleihung des Schutzwaldpreises

n Donnerstag, 20. Februar bis Sonntag, 23. Februar: Die Hohe Jagd & Fischerei, Messezentrum Salzburg

n Donnerstag, 20. März bis Samstag, 22. März: Hegeschau Bregenz, Schindlersaal Kennelbach; 21. und 22. März Schulklassenführungen, Sonderschau, Gesamtprogramm

n Freitag, 28. Februar: Jägerkränzle Dornbirn

n Samstag, 22. März: Bezirksversammlung Bre-

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Vorarlberger Jagd

VERANSTALTUNGEN

genz, 17:00 Uhr, Schindlersaal Kennelbach, 20:00 Uhr Kameradschafts- und Festabend n Freitag, 21. März und Samstag, 22. März: Tontaubenschießen des Bezirks Dornbirn n Freitag, 28. März: Bezirksversammlung Bludenz

April 2014 n Samstag, 5. April: Bezirksversammlung Feldkirch, Vinomnasaal Rankweil n Samstag, 5. April und Sonntag, 6. April: Hegeschau Feldkirch – Kulturgut Jagd, Vinomnasaal Rankweil

n Samstag, 12. April und Sonntag, 13. April: Mäderer Tontaubenschießen n Freitag, 25. April und Samstag, 26. April: Auer Tontaubenschießen: „Heiligen Wald – Tontauben Trophy“ – Freitag, 25. April 2014 – professionell begleitetes Training mit Voranmeldung plus Wettkampf, Samstag, 26. April 2014 – Wettkampftag / Steinbruch der Fa. Rüf in Au n Samstag, 26. April: 3. Kontrollschießen der Bezirksgruppe Feldkirch, Steinbruch Keckeis Alle Termine auch im Internet unter: www.vjaegerschaft.at


Helmut Bösch Ehrenobmann der Sekt. Vorarlberg und Ehrenmitglied des ÖDHK

Am 23. November verstarb der Ehrenobmann der Sektion Vorarlberg Herr Helmut Bösch. Helmut, wie er in unseren Kreisen genannt wurde, trat dem Österr. Dachshundeklub (ÖDHK) im Jahre 1968 bei und ließ sich im gleichen Jahr schon den Zwingernamen „vom Böschhof“ schützen, unter welchem er erfolgreich züchtete. Im Jahre 1976 berief Helmut, auf Bitten des Bundesvorstandes, in Vorarlberg eine Zusammenkunft von begeisterten Dachshundeführern und Züchtern ein und gründete und organisierte am 3. April 1976 im Gasthof Frühlingsgarten in Lustenau die Sektion Vorarlberg.

In den ersten Jahren betreute Helmut, auf Wunsch des Bundesvorstandes, mit seiner Gattin Hermine Bösch-Gabriel, auch die ÖDHK-Mitglieder in Tirol mit, bis die Tiroler schließlich eine eigene Sektion gründeten. Im Jahre 1980 wurde Helmut Bösch vom ÖJGV zum Leistungsrichter ernannt. Dadurch kam das Prüfungswesen in Vorarlberg erst richtig in Schwung, denn es mussten keine auswärtigen Richter mehr angefordert werden. Stetig wuchs die Sektion Vorarlberg und der Dachshund behauptete immer mehr seinen Platz bei den Jagdgebrauchshunden in Vorarlberg. Im Begleithundebereich wuchs die Konkurrenz von vielen neuen (Mode)Hunderassen und die Bedeutung ging dadurch leider wesentlich zurück. Helmut Bösch übte die Funktion des Sektionsobmannes

seit der Gründung 1976 bis zum Jahre 2005, also genau 30 Jahre, mit viel Liebe und Herzblut aus und musste diese, aus gesundheitlichen Gründen, im Jahre 2005 in jüngere Hände übergeben. Als Dank für seine Verdienste um die Sektion und den ÖDHK wurde Helmut Bösch im Jahre 2005 zum Ehrenobmann ernannt und am 14. Juni 2007 das goldene Ehrenzeichen des ÖDHK verliehen. Weiters wurde Helmut, in Würdigung seiner Verdienste um den ÖDHK, bereits vor vielen Jahren schon die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Als Leistungsrichter war Helmut während mehr als 25 Jahren nicht nur in Vorarlberg, sondern besonders viel auch in Oberösterreich bei Prüfungen eingesetzt, wohin ihn und Hermine über viele Jahre sehr schöne und tiefe Freundschaften verbanden. Die Sektion verliert mit Hel-

mut einen großen Menschen, der die Geselligkeit liebte, viel Liebe und Begeisterung zu den Dachshunden hatte und ein sehr feiner Kamerad und Gesprächspartner war. Lieber Helmut, die Sektion Vorarlberg dankt dir für all die vielen Stunden, die du für den Aufbau und die Leitung über viele Jahrzehnte geleistet hast. Es muss an dieser Stelle aber auch gesagt werden, dass er den erforderlichen Zeitaufwand für den Dachshundeklub neben seinem Betrieb und anderen Funktionen nicht hätte aufbringen können, wenn ihn nicht seine Gattin Hermine über 27 Jahre als Schriftführerin, Kassierin, Zuchtwartin und Wurfabnehmerin unterstützt und wesentlich entlastet hätte. Lieber Helmut, die Sektion Vorarlberg entbietet dir ein letztes „Weidmannsdank und Weidmannsruh“!

Wir gratulieren zur Vollendung... des 95. Lebensjahres: Engelbert Grigis, FL – Triesen des 94. Lebensjahres: HM Georg Seethaler, Dornbirn des 92. Lebensjahres: Richard Hinteregger, Bregenz des 88. Lebensjahres: Emil Gabriel, Frastanz des 87. Lebensjahres: Hugo Mitterlehner, Dalaas des 86. Lebensjahres: Oskar Rümmele, Dornbirn Elmar Walch, Lech des 85. Lebensjahres: Hermann Lorünser, Vandans Leo Summer, Fraxern Josef Mock, Bludenz Josef Salzgeber, Klösterle

des 84. Lebensjahres: Franz Homann, Lochau RJ Ehrenreich Schneider, Raggal Josef Oberhauser, Andelsbuch des 83. Lebensjahres: Josef Allgäuer, Feldkirch-Gisingen Werner Tomas, Egg des 82. Lebensjahres: Dr. Wolfgang Berchtold, Rankweil Hugo Natter, Dornbirn Rudolf Mathies, Stuben a.A. Gottfried Kaufmann, Sonntag des 81. Lebensjahres: Franz Brenner, Au HM Walter Schweizer, Dornbirn

des 80. Lebensjahres: Dr. Erika Putzer-Bilgeri, Feldkirch Helmut Bischof, Damüls Josef Müller, Schlins Herbert Feurstein, Schwarzenberg Franz Hagen, Lustenau Martin Haselwanter, Kennelbach Kuno Fehr, Hörbranz Walter Kapeller, Bludenz des 75. Lebensjahres: TR DI (FH) Hermann Bischof, Dornbirn Josef Pasi, Doren Alois Tomio, Braz Alois Frainer, Braz Johann Rohrer, Rankweil Alt-LJM-Stv. HM Bartle Muxel, Au Egon Zimmermann, Lech Helmut Kühberger, Hard

Manfred Loss, Dornbirn Jakob Hiller, Alberschwende Ortwin Gafgo, Lech des 70. Lebensjahres: Ernst Leuener, CH – Buchs DI Norbert Führich, Rankweil Peter Welte, Zwischenwasser Heiner Kathan, Feldkirch Walter Ott, Lauterach Bruno Ratt, Raggal des 65. Lebensjahres: Dr. Dietmar Heingärtner, Schwarzach Gebhard Böhler, Bizau Dr. Walter Hartmann, FL – Vaduz Dr. Alfons Simma, Bregenz Werner Heeb, FL – Ruggel Josef Graf, Bezau Reinhard Bertsch, Nenzing

Jägerinnen & jäger

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Beizjagd der Vorarlberger Falkner Am 29.11.2013 trafen wir uns bei herrlichem Wetter im Revier von Herwig Wohlgenannt und Christian Pfeifer, um eine Beizjagd durchzuführen. Vier Falkner, bewaffnet mit einem Gerfalken, zwei Wanderfalken und einem Habicht, zogen zu Felde, um dem Niederwild nachzustellen. Mit von der Partie waren zwei Jagdhunde (ein Bretone und ein Wachtel). Es freute uns sehr, dass wir neben dem Jagdherrn Herwig Wohlgenannt (Christian Pfeifer war leider verhindert) auch Jagdgäste wie u.a. Carmen Kaufmann, Mag. Jörg Gerstendörfer und Martin Schnetzer mit Gattin begrüßen durften. Die hervorragende Arbeit der Hunde von Martin Schnetzer (Wachtel) und dem Bretone von Gerhard Grätzner verhalf uns zu gutem Anblick. Die Greife waren in Top-Kondition und unsere Gäste konnten eindrucksvolle, rasante Jagdflüge miterleben. Beim Fackelschein im Gastgarten vom Gasthaus Stern

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Vorarlberger Jagd

Fotos: Martin Schnetzer

Richard Pertel & Marcel Nicht

in Bangs, konnten am Abend fünf Fasane (ein Hahn und vier Hennen) zur Strecke gelegt werden. Herwig Wohlgenannt hat für die Falknerei immer ein offenes Ohr und verhilft uns seit 1980 immer wieder in seinen Revieren zu schönen Beizjagden. Deshalb wurde ihm vom Vorstand des Österreichischen Falknerbundes, in

jägerinnen & Jäger

dessen Vertretung vom Falknermeister Marcel Nicht, die Ehren-Urkunde verliehen. Oberfalkner Richard Pertel gratulierte Herwig Wohlgenannt, bedankte sich für 33 Jahre Falknerei in seinen Revieren und überreichte ihm die Ehrenurkunde. Nach dem offiziellen Teil ging es zum Schüsseltrieb und in der gemütlichen Gaststube

ließen wir den tollen Jagdtag gesellig ausklingen. Falknersdank von den Falknern der Landesgruppe Vorarlberg an Herwig Wohlgenannt und Christian Pfeifer , die uns zu einem schönen Jagdtag verhalfen. Falknersdank auch an den Wirt vom Gasthaus Stern in Bangs, welcher uns die notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.


1. Vorarlberger Jägerchor auf Auslandsreise! Werner Gächter Nach anfänglich telefonischem Kontakt zwischen Obmann Werner Gächter und Kurt Schädler wurde unser Chor im Frühjahr dieses Jahres von Herrn Kurt Schädler im Namen der Jägerschaft und des Hegeringes Engen/ Hegau eingeladen, zum 50-jährigen Jubiläum der Jägerschaft und des Hegeringes die Gestaltung der Hubertusmesse in der neu renovierten Stadtkirche in Engen zu übernehmen. Der Chor hat diese Einladung gerne angenommen und die Gelegenheit genutzt, daraus auch den jährlichen Vereins­ ausflug mit den Frauen zu machen.

Am Sonntag, den 3. November 2013 war es dann soweit. Bereits um 6.30 Uhr wurden die ersten Sänger mit ihren Frauen beim Bahnhof in Frastanz abgeholt. Mit dem Bus ging es dann über Rankweil, Röthis, Weiler, Klaus, Koblach, Altach, Dornbirn, Bregenz und Lindau entlang dem Bodensee bis zu unserem Ziel in Engen. Nach anfänglich recht guter Witterung hat es dann ab Lindau während der ganzen Hinfahrt stark geregnet. Zur Messgestaltung haben wir die Lieder aus der „Steirischen Mess“ von Martha Wölger und Kurt Muthspiel, ergänzt mit einem Marienlied, einem Jodler und dem

Jagdlied „St. Hubertus“ gesungen. Neben dem 1. Vorarlberger Jägerchor waren noch eine Stubenmusik und zwei Jagdhornbläsergruppen an der Messgestaltung beteiligt. Mit mehr als 450 Personen war die Stadtkirche Engen bis auf den letzten Platz gefüllt. Pfarrer Neckermann freute sich über die Gestaltung und den überaus großen Besuch der Messe, bedankte sich bei allen Beteiligten und wünschte sich öfter eine solch überwältigende Beteiligung. Die anwesenden Messbesucher spendeten zum Abschluss tosenden Applaus. Nach dem Schlusssegen wurde zusammen mit Bläsern und Volk noch das Lied „Großer Gott wir loben Dich“ gesungen. Nach der Messe war der Chor mit den Frauen zum Mittagessen im vereinseigenen Jägerheim mit integriertem Schießstand eingeladen. Bei einem schmackhaften Damhirsch-Ragout und anschließendem Kaffee und Gebäck vergingen die Stunden wie im Flug. Zwischen Mittagessen und Kaffee wurden vom Chor noch einige Lie-

der gesungen, aber auch die Stubenmusik und die Jagdhornbläser sorgten für gute Unterhaltung. Um 16.00 Uhr hieß es dann Abschied nehmen und die Rückreise anzutreten. Bei schönem, spätherbstlichem Wetter zeigte sich der Hegau von der schönsten Seite. In der Barockkirche in Birnau wurde noch ein Zwischenstopp gemacht. Voll Freude und Dankbarkeit hat Frau Annelies Ludescher auf der Mundharmonika noch zwei Musikstücke und der ganze Chor noch ein Marienlied zum Besten gegeben. Abgeschlossen wurde dieser schöne Ausflug mit einem gemütlichen Abendessen im Gutsgasthof Köberle in Bodolz. Der Dank des Chores für die hervorragende Organisation sowie die großzügige Unterstützung und Bewirtung gilt der Jägerschaft und den Verantwortlichen des Hegeringes Engen aber ganz besonders Herrn Kurt Schädler mit seiner Gattin Ingrid, Tochter Stefanie und Sohn Michael als Hauptorganisatoren.

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Jägereien während der französischen Besatzungszeit Jagdausübung während der Militärregierung Roland Moos, nach einer Erzählung von Revieroberjäger Hegemeister Kaspar Kaufmann, Mellau Mit dem Einmarsch der französischen Streitkräfte, der 5. Panzerdivision und der 4. Marokkanischen Gebirgsdivision am 29. April 1945 in Vorarlberg, war faktisch nicht nur der Kriegszustand in unserem Lande, sondern auch die Eingliederung des Vorarlberger Landesjagdschutzvereines in die Reichdeutsche Jägerschaft beendet worden. Seitens der französischen Besatzungsmacht war unmittelbar jede jagdliche Tätigkeit untersagt und die Ablieferung aller Jagdwaffen angeordnet worden. Somit mussten die Vorarlberger Jäger ihre liebgewonnenen Jagdwaffen an die Besatzungsmacht übergeben. Kaum einer hat seine Waffe je wieder zurückbekommen. Die folgende Militärregierung unter Colonel Henri Jung beschlagnahmte auch gleich ein Viertel der gesamten Revierabschüsse, quasi für den „Eigenbedarf“. Schon Ende Mai 1945 wurde unter der Führung des militärischen Oberkommandierenden General Bèthouart ein Landesausschuss, also eine provisorische Landesregierung, unter Ulrich Ilg eingesetzt, und das Waffenverbot für Berufsjäger und Jagdschutzorgane teilweise über Ansuchen aufgehoben bzw. gelockert. Kurzum hatten nun die französischen Besatzungsoffiziere die Möglichkeit, in den beschlagnahmten Revieren die Jagd auszuüben. Dem weitsichtigen und jagdkundigen General Bèthouart ist es zu verdanken, dass die Reviere nicht total „ausgeplündert“ wurden, sondern die jagdbegeisterten Offiziere mussten über eine Jagdzu50

Vorarlberger Jagd

weisungskommandantur in Bregenz unter Hauptmann Bathier den jeweiligen Revieren zugewiesen und unter die beaufsichtigende Begleitung eines örtlichen Jagdaufsehers gestellt werden. So kam auch der heute 88-jährige Berufsjäger i.R. Kaspar Kaufmann aus Mellau damals öfters in den „Genuss“ solcher Jagd- und Pirschbegleitungen. Kaspar Kaufmann, 21-jährig und erst aus dem 2. Weltkrieg und tschechischer Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückgekehrt, hat bei seinem Vater Josef Anton die jagdliche Ausbildung im damals 2.300 ha großen Mellentalrevier absolviert und anschließend die Jagdschutzprüfung mit Erfolg abgelegt. Seine ersten Pächter und Jagdherren waren die Schweizer Dr. Schirmer und Dr. Gätze aus St. Gallen. Aber zwischendurch und auf militärbehördliche Anweisung musste Kaspar eben auch französische Besatzungsoffiziere auf die Jagd, bevorzugt auf die Gamsjagd begleiten. Kaspar war damals schon ein Original und bekannt für seinen schalkigen Humor und seine originellen, verwegenen Aktionen. Aber am Besten ist es, wir lassen Kaspar selber erzählen:

Ein unvergesslicher Katharinentag „Am Vorabend des 25. November 1949 erhielt ich die telefonische Ankündigung, dass morgen ein hoher französischer Offizier auf die Gamsjagd kommen soll. Tatsächlich kam an jenem Morgen um 5 Uhr so ein Franzose, der deutsch sprechen konnte, mit dem Fahrrad und umgehängtem Gewehr von Bludenz zu mir nach Mellau. Es war ein kalter und stürmischer Katharinentag und über Nacht

aus vergangenen zeiten

hatte es zirka einen halben Meter Neuschnee geschneit. „Sie, ich möchte heute unbedingt meinen 50sten Gams schießen!“, sprudelte der mit einem dünnen Gummimantel bekleidete Franzose hervor. Von dieser jagdlichen unmäßigen Überheblichkeit doch etwas verärgert, dachte ich mir: „Das werden wir dann schon sehen.“ Und los ging’s. Wir stapften durch den tiefen Schnee ins Mellental hinein bis auf die Alpe Untermörzel. Nicht nur die Schneehöhe, sondern auch der äußerst unangenehme Schneesturm hatte derart zugenommen, sodass wir erst einmal in der Alphütte Schutz suchten und in der Senngrube ein wärmendes Feuer machten. „Sie, ich werde doch heute sicher meinen 50sten Gams schießen?“ raunzte der Schnüsel. „Ja, wenn’s will, dann will’s“, meinte ich nur mit innerlichem Widerstreben. Also stiegen wir nach einer Aufwärmpause hinauf auf Obermörzel, wo uns der Schneesturm beinahe waagrecht die eisigen Schneekristalle ins Gesicht nadelte. Auf dem Felsgrat in einer exponierten Mulde setzten wir uns unter eine zerzauste Wetterfichte und verbrachten dort zirka eine Stunde ohne jeglichen Anblick – er vorne im Gestöber, ich weiter hinten im Schutz der Fichtenäste. Als hin und wieder der Sturm den Ne-

bel wegfetzte, erblickten wir unter uns etwa vier bis fünf Stück Gamswild und obwohl der Franzose in seinem Gummimäntelchen schon sichtbar schlotterte, sagte ich zu ihm: „Wir müssen noch bleiben, bis die Gamsböcke näher kommen, ich werde versuchen sie ein wenig weiter zu uns her zu bringen.“ Gesagt getan, ich ließ den Offizier sitzen und stieg derweil gedeckt ein Stück abwärts unter eine schützende Wetterfichte, wo ich in aller Gemütsruhe meinen „z’Nüner“ verspeiste. Nach geraumer Zeit, der Nebel hatte mittlerweile die Gamsböcke erneut verschluckt, wieder beim Franzosenjäger angekommen, bemerkte ich seine blauen Finger und er fragte mich mit klappernden Zähnen, wo, oder wie es jetzt am Schnellsten und auf kürzestem Wege nach Mellau zurück gehe, er sei am Ende, er habe sich das ganz anders vorgestellt. Also gut, wir packten zusammen und „Direttissima“ pflügten und rutschten wir über die Hänge der Mörzelalpen ins Mellental hinab und weiter dem Mellenbach entlang nach Mellau. Im Dorf angekommen, schwang sich der so erfolglose Franzose wieder auf sein Fahrrad und empfahl sich mit „Au revoir“ auf Nimmerwiedersehen. Ja und so wurde aus dem 50sten Gams leider nichts!“


Vorarlbergs Jagdlandschaft – beschrieben im Jahre 1912 Bericht entdeckt und „aufgegabelt“ von Alt -BJM Dipl.Ing. Hansjörg Zangerl In der in Klagenfurt erschienenen Zeitschrift „Waidmannsheil für Jagd, Fischerei, Schützenund Hundewesen“ – im XXXII. Jahrgang in der Ausgabe vom 1. November 1912, schreibt ein gewisser Hans im Wald über seine Wanderung durch österreichische Kronländer. In seinem Artikel „Von der Save bis zum Oberrhein“ berichtet er u.a. über Vorarlberg. Über das Zeunisjoch gelangt er am 13. September bei starkem Schneefall in eine Sennhütte, wo er mit einem deutschen Jagdgast nächtigt und

dann ins Montafon absteigt. Er schreibt dann: In Vorarlberg trifft man überhaupt viele Fremde auf Jagdpfaden, das weiss ich noch von früheren Wanderungen in diesem land- und jagdwirtschaftlich gottgesegneten Gebiet. Frägt man die Leute aus dem Volke, wer im Laternsertal die Jagd ausübe, so heisst es kurzweg „die Franzosen“, was natürlich so viel heissen will, als dass auch hier wie in Tirol französische Kavaliere die Jagd gepachtet haben. In Gargellen, das in einem Seitental des Montafons liegt, hatte das Jagdrecht längere Zeit ein Herr aus Konstanz, dessen mit 1200 Kronen besoldeter Aufsichtsjäger seinen

religiösen Pflichten jedoch weit besser genügte als seinen hegerischen, weil das allmorgendliche Kirchengehen eben doch viel bequemer ist als ein Rekontre mit den aus dem Prättigau herübergekommenen Wilderern. Die Hauptabzweigung des Montafon, das Silbertal, ein an Murmeltieren und Gemsen ungemein reiches Gebiet (ein bekannter Wilderer aus dem Paznauntal schoß da an einem Tag sechs Gams, worunter nicht ein einziges Kitz war) gehört jagdlich einer Gesellschaft von Schweizern, die überhaupt viel jagdlichen Besitz haben (das Gamperdonatal meines Wissens ein Bankier aus St. Gallen, die Gemeinde Ludesch ein

Symbolfoto (ebenfalls aus dem Jahr 1912 ) aus dem Archiv Roland Moos

Zürcher Bankier, auch die Gemeinden Sulz, Weiler, Götzis, Klaus mit guten Nieder- und Hochwildjagden werden von Herren aus der Schweiz bejagt. Aber auch einheimische Kapitalisten und besonders Industrielle haben sich zu Jagdherren aus Lust oder aus Gewinnrücksichten gemacht: Die Bludenzer Jagd hat ein Fabrikant der Stadt, diejenige der sehr ausgedehnten Gemeinde Dornbirn, fast des ganzen Kleinen Walsertales wie eines Teils des Grossen Walsertales hat der bekannte Dornbirner Kaufmann Reichart, des nun schon an 100.000 Morgen eigener und gepachteter Jagden in Vorarlberg besitzt und damit Abschussgeschäfte betreibt. ..... Nun geht es wieder abwärts. Vorbei an den schrecklichen Verwüstungen des 1910er Hochwassers, dessen Schäden trotz vielen Mühens noch lange nicht alle beseitigt werden können. Vor fünfzehn Jahren durchwanderte ich diese Landschaft und fand sie als ein wildromantisches Eden; heute überwiegt die Wildheit den paradiesischen Charakter dieses Geländes. Endlich ist Schruns erreicht, der saubere Touristenflecken, dessen Kirche 1682 das eigenartige Opfer eines „Jagdunfalles“ wurde. Ein Soldat, der einen Vogel vom Kirchendach hatte schiessen wollen, hatte damit letzteres entzündet und die Kirche war ein Raub der Flammen geworden.  RM

9. Oberländer Jägertage, 14. bis 16. März 2014, Walserhalle / Raggal Freitag, 14. März 2014 Trophäenanlieferung und -bewertung Samstag, 15. März 2014 Vortragsreihe „Auswirkungen von Bär, Luchs und Wolf auf die Jagd“

Referenten: Dr. Georg Rauer: „Die Situation von Luchs, Bär und Wolf in Österreich“ Paolo Molinari: „Was bedeutet die Anwesenheit von Luchs, Bär und Wolf für die Jagd in Österreich?“

Sonderschau Großraubtiere Trophäenschau 9. Vlbg. Hirschrufmeisterschaft Sonntag, 16. März 2014 Frühschoppen Trophäenschau Sonderschau Großraubtiere

Der Ortswechsel der Oberländer Jägertage stellt für die Bezirksgruppe Bludenz eine Herausforderung dar, welcher sie sich unter Mitwirkung des Großwalsertaler Jägerstammtisches und der Gemeinde Raggal gerne stellen wird.

aus vergangenen zeiten

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T... wie Tauchente Von Monika Dönz-Breuß

Hast du dir unsere Wildenten schon einmal genauer angeschaut? Ist dir aufgefallen, dass bei manchen Enten der Stoß nach oben gerichtet ist, bei den anderen nach unten?

kugel, und dort vor allem in Nordamerika.

von Pflanzen, und mit der Reiherente und der Bergente gibt es auch Arten, die fast nur tierische Nahrung fressen. Obwohl die Nahrung von Tauchenten meistens tauchend erbeutet wird, können sie im flachen Wasser auch wie Schwimmenten gründeln. Wenn sie tiefer tauchen, dann dienen die Tastsinneszellen auf dem Schnabel zum Aufspüren der Beute, da die Augen hier nutzlos sind.

Nahrung

Tauchgang

Schwimmente oder Tauchente?

Unsere Wildenten werden in zwei Gruppen eingeteilt: Schwimmenten und Tauchenten. Schwimmenten schwimmen hoch auf dem Wasser, ihr Stoß ist nach oben gerichtet und sie können senkrecht von der Wasseroberfläche auffliegen. Nahrung nehmen sie von der Wasseroberfläche oder indem sie gründeln. Tauchenten haben einen kürzeren Körper und liegen tiefer im Wasser als die Schwimmenten. Der kurze Stoß liegt auf dem Wasser. Tauchenten sind nicht so aktive Flieger und fliehen bei Gefahr meist, indem sie wegtauchen. Zum Abstreichen laufen Tauchenten erst ein Stück auf dem Wasser, bevor sie sich in die Luft erheben. Ihre Nahrung holen Tauchenten tauchend auch aus tieferen Gewässerzonen. 52

Vorarlberger Jagd

Erpel von Kolbenente (Tauchente) und Stockente (Schwimmente).

Gefieder

Obwohl die Männchen oft bunt gefärbt sind, ist das Gefieder der Tauchenten nicht so prächtig und leuchtend wie das vieler Schwimmenten. Die Weibchen sind immer unscheinbarer gefärbt als die Männchen. Als weiteren Unterschied zu den Schwimmenten fehlt den Tauchenten der für Schwimmenten charakteristische Flügelspiegel, das ist eine Gefiederpartie im Flügelbereich, die optisch hervortritt, also viel bunter ist.

Verbreitung

Tauchenten kommen auf allen Kontinenten vor, außer auf Antarktika. Die meisten Arten gibt es aber auf der Nordhalb-

kinderseite

Tauchenten ernähren sich vor allem von Pflanzenteilen, daneben auch von wirbellosen Tieren wie Wasserinsekten, Krebstieren und Weichtieren. Einige Arten ernähren sich fast ausschließlich

Ein durchschnittlicher Tauchgang dauert 30 Sekunden, längstens aber 60 Sekunden. Die bevorzugte Tauchtiefe liegt bei 1 bis 3 m. Bei Reiherenten wurden maximale Tauchtiefen von 7 m festgestellt.

Jägersprache Männchen = Erpel Weibchen = Ente Junges = Jungente Flügel = Schwingen Federkleid = Gefieder Zeit der Partnersuche = Reihzeit Erpel verfolgt Ente = reihen sich paaren = züchten fliegen = streichen, ziehen schwimmen = liegen, rudern

Vorarlberger jagdzeitung jänner februar 2014  

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