Page 12

LAUTSTÄRKE / INTERVIEW SEILER UND SPEER

auch noch einen schönen Refrain singt, dann ist schon alles wurscht - deshalb sind wir die Spezialisten dafür! Ich versuch mir das gerade ... CS: Vorzustellen? Das würde ich an deiner Stelle lieber lassen! Nein, es wird wirklich super. Ich finde sowieso, es gehört viel mehr mitgesungen. Wir leben gerade in einer Zeit, in der sehr viel Belangloses sehr ernst genommen wird. Gerade so eine Zeit braucht Menschen wie uns. Apropos Zeit ... ab wann dürfen wir denn zum neuen Album mitsingen? CS: Das wissen wir selbst noch nicht so genau, weil wir uns überhaupt keinen Stress machen und das Album ja mit dieser professionellen Wurschtigkeit angehen. BS: Von Herbst bis Frühling – so in dem Zeitrahmen. CS: Davor melden wir uns natürlich schon mit Singles. BS: Und mit ganz anderen Sachen auch noch. Wer weiß, was noch alles passiert. Euer Debütalbum ist mit 126 Chartwochen das 11. erfolgreichste Album in der österreichischen Chartgeschichte. Was sagt man dazu? BS: Wahnsinn! Aber wieso eigentlich nicht Top Ten? CS: Wir waren das 10. erfolgreichste Album, aber Helene Fischer hat uns überholt. BS: Ok, verdient! Ich bin ein großer Fan. CS: Man ist natürlich stolz darauf, weil wir kein Majorlabel hinter uns haben, das uns ein Image hinkreiert hat. Wir haben gezeigt, dass es anders auch geht. Da wird sich schon mancher in den Arsch beißen. BS: Jeder Schritt, jeder Handgriff kam von uns – da kann man richtig stolz darauf sein.

„JEDER SCHRITT, JEDER HANDGRIFF KAM VON UNS – DA KANN MAN RICHTIG STOLZ DARAUF SEIN.“ War eure Do-It-Yourself-Mentalität mitunter ein Schlüssel zum Erfolg? CS: Sie ist ein Teil davon. BS: Wir haben natürlich super Leute um uns und sind ein gutes Team – da steckt schon eine Kraft dahinter.

CS: Wir haben uns fähige Menschen für unser großartiges Team ausgesucht. Wir haben nie bei einer großen Firma unterschrieben, sondern die Firma einfach selbst gegründet. Sowas machen wir gern: Abrissunternehmen, Filmfirma, Label – wir haben alles. BS: Einen Verlag haben wir auch. CS: Und eine Firma, die regelmäßig unsere CDs kauft. Deswegen ist unser Debüt auch das 11. erfolgreichste Album. Bevor eure nächste Tour wieder losgeht: Was ist die nervigste Angewohnheit des anderen? BS: Ach, ich glaube, wir haben uns schon ganz gut zusammengelebt bzw. auseinandergelebt. Wenn wir uns recht am Arsch gehen, dann hat jeder sein Platzerl. CS: Es hat auch jeder sein eigenes Zimmer. BS: Jeder kriegt den Freiraum, den er braucht. Wir gehen uns deshalb nicht oft am Arsch. CS: Geht auch gar nicht. Im Tourbus hat er da sein Zimmer, dann kommen die Kojen und dann ist dort mein Zimmer. Er sperrt zu, ich sperre zu und dann ist eine Ruhe. Auf Tour ist man zwar irgendwie eine Kinderrasselbande, aber man ist doch schon über 30 und denkt sich manchmal, was tu ich da eigentlich. BS: Es ist wie in einer schönen Beziehung. Wenn du eine Freundin hast, willst du sie auch nicht 24 Stunden am Tag sehen. Jeder hat seinen Freiraum. CS: Darf ich mit anderen reden? Das ist aber lieb! BS: Naja, recht ist es mir nicht, aber ok. Und für welche Eigenschaft des anderen seid ihr besonders dankbar? CS: Wie gesagt, er hat sein Zimmer da, ich meins dort. BS: Er sperrt zu und rührt sich den ganzen Tag nicht – das mag ich! Am 14.06.2018 verlegt ihr euren Firmensitz erneut nach Nickelsdorf. Wie hat's euch eigentlich letztes Mal am Acker, der die Rockwelt bedeutet, gefallen? BS: Für mich als alten Nova Rock Festivalbesucher war es natürlich hervorragend, einmal selber da oben stehen und runter rocken zu dürfen. Das war ein Wahnsinn!


Millions discover their favorite reads on issuu every month.

Give your content the digital home it deserves. Get it to any device in seconds.