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Sport

Dienstag 5. November 2013

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Hoher Sieg für Rotweiss FRAUENHANDBALL Starke Darbietung von Rotweiss Thun beim 30:19(14:7)-Sieg über Basel Regio. Die 250 Zuschauer belohnten den überzeugenden Auftritt der Thunerinnen mit einer Standing Ovation. Rotweiss Thun hat die Hausaufgaben gemacht. Gegen Basel teilte sich das Team von Trainer Peter Bachmann in der Vorrunde die Punkte noch. Damals war das Resultat für die Rheinstädterinnen enttäuschend. Inzwischen haben sich die Vorzeichen geändert. Basel hatte interne Turbulenzen und trennte sich von seinen vier ausländischen Spielerinnen.

Schaulaufen in der 2. Halbzeit Nach zwölf Minuten führte Rotweiss Thun mit 6:1. Die Reaktion der limitierten Baslerinnen war gering. Zu oft verbissen sie sich in der von Fabienne Plüer stark zusammengehaltenen Rotweiss-Defensive. Und im Angriff riefen die Thunerinnen Spielzug um Spielzug aus ihrem Repertoire ab. Obschon alle Feldspielerinnen über längere Zeit zum Einsatz kamen, konnten die spielstarken Thunerinnen den Vorsprung weiter ausbauen. Kreisläuferin und Topskorerin Helen Moser traf zehnmal (vier davon waren Penaltys) und hatte keinen einzigen Fehlwurf zu verzeichnen. Sie profitierte dabei immer wieder von den herrlichen Zuspielen aus dem Rückraum. Besonderen Applaus verdiente Daria Acha-Orbea für das Tor zum 27:18. Die 29-jährige Flügelspielerin kam nach zweijähriger Verletzungspause erstmals in der Meisterschaft wieder zum Einsatz. Rotweiss Thun unterstrich mit dem ungefährdeten Sieg seine Heimstärke (4 Spiele/7 Punkte). Der Blick der Thunerinnen ist weiterhin in Richtung Finalrunde gerichtet. Dass die Oberländerinnen ihre Hausaufgaben gemacht haben, belohnten die zahlreich erschienenen Zuschauer in der Gotthelfhalle mit einer Standkt ding Ovation. Telegramm Seite 18

Thunerinnen im Härtetest

Punktegarant: Oberdiessbachs Mirco Gerson (rechts) schmettert den Ball an seinem Beachvolleyball-Nationalteamkollegen Jonas Kissling (Münchenbuchsee) vorbei.

Max Füri

Rasant unterwegs im Tom-Lüthi-Dorf VOLLEYBALL Oberdiessbach schielt schon wieder in Richtung NLA: Die Emmentaler sind makellos ins Championat gestartet. BeachvolleyballSchweizer-Meister Mirco Gerson reisst den Nachwuchs mit. Tom Lüthi wohnt in Oberdiessbach. Auch die im Dorf ansässigen Volleyballer sind flott unterwegs. Im Kantonalderby gegen Münchenbuchsee feierte das Ensemble von Claudia Laciga einen ungefährdeten Sieg. 3:0 (25:17, 25:23, 25:17) gewannen die Emmentaler – es war der dritte Erfolg im dritten Meisterschaftsspiel. Tags darauf setzte sich der Leader der NLB-Westgruppe auch in der 5. Hauptrunde des Schweizer Cups gegen den Erstligisten Wil 3:0 durch.

Ein Team von Freunden «Ich bin zufrieden mit dem Saisonstart. Wir sind auf gutem Weg», sagt die ehemalige Spitzen-Beachvolleyballerin Claudia

Laciga. Die 43 Jahre alte Brasilianerin, Ehefrau des Schweizer Beachvolleyball-Pioniers Martin Laciga, coacht «ein Team von Freunden», wie sie meint. Ihre Schützlinge seien selbstständig und würden vieles selbst organisieren. «Meine Aufgabe ist es, die Spieler technisch einen Schritt weiterzubringen», sagt die WMFünfte von 2001. Um dieses Ziel zu erreichen, bittet die Oberdiessbacher Übungsleiterin das Fanionteam zweimal pro Woche zum Training. Die Einheiten im Kraftraum führen die Spieler unter der Woche individuell durch. Sie haben mit Roman Blaser den gleichen Athletiktrainer wie der ehemalige Motorrad-Weltmeister der 125er-Klasse, Tom Lüthi.

Aufstieg in die NLA ein Thema Auch heuer sorgt ein möglicher Aufstieg von Volley Oberdiessbach in die NLA innerhalb des 150 Mitglieder starken Vereins für Gesprächsstoff – so wie im vergangenen März, als die Em-

mentaler freiwillig auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen verzichtet hatten. «Unsere NLAZukunft stand damals auf tönernen Füssen. Unser Passeur und Führungsspieler Leandro verliess den Klub in Richtung Brasilien, weil seine Frau Mariana Alves bei Volley Köniz keinen neuen Vertrag erhielt. Auch auf die Dienste des Schweizer Beachvolley-Nationalspielers Sébastien Chevallier konnten wir nicht mehr zählen», äussert sich Erstteamler Tobias Zaugg zu den Beweggründen. So blieb der CupHalbfinal gegen NLA-Leader Lugano (0:3) vor 350 Zuschauern in der engen Dorfturnhalle der Höhepunkt des Jahres. «Wir müssen uns bis Ende Dezember entscheiden, ob wir heuer bereit wären, einen möglichen Aufstieg in die NLA ins Auge zu fassen», sagt der 38 Jahre alte Zaugg, Libero und gewissermassen die graue Eminenz im NLB-Team von Volley Oberdiessbach. «Wenn wir in der NLA spielten, müssten wir das

Budget um mindestens 30 000 Franken erhöhen», rechnet Vizepräsident Zaugg vor. Eine Promotion würde auch infrastrukturelle Massnahmen erfordern. «Swiss Volley hat uns mitgeteilt, dass wir höchstens ein Jahr lang NLA-Heimspiele in der kleinen Primarschulhalle austragen dürften.»

Mirco Gerson als Vorbild Mirco Gerson gehörte im Kantonalderby zu den auffälligsten Spielern. Der Teamleader von Volley Oberdiessbach steuerte 15 Punkte zum Sieg bei. «Wir haben viel Spass miteinander. Auf dem Feld können wir uns aber schon ab und zu ‹anfauchen›, wenn es sein muss», sagt der 20 Jahre alte Beachvolleyball-SchweizerMeister mit einem Schmunzeln. Um anzufügen: «Ich fühle mich gut aufgehoben. Der Verein nimmt Rücksicht auf meine Outdoorkarriere und akzeptiert es, wenn ich mal ein Training verpasse.» Die Verpflichtung Ger-

«Wintermeister bleibt man am längsten»

EISHOCKEY Das Frauennationalteam steigt mit drei Spielen in Japan in die Olympiasaison.

FUSSBALL Roland Getzmann überwintert mit dem FC Bern in der 2. Liga inter als Leader. Der FCB-Trainer spricht über den Sieg gegen Langenthal.

Der Kurztrip nach Japan – das Team fliegt am Mittwochmorgen ab, bestreitet nach Ankunft drei Spiele gegen Deutschland, Tschechien und Japan in Folge und kehrt bereits am Sonntag wieder zurück – bedeutet in Sachen Belastung Neuland für das Nationalteam. Headcoach René Kammerer erwartet ein aussergewöhnliches Turnier in ungewohnter Umgebung und einer ganzen Reihe von Unbekannten. Mit Ausnahme von Phoebe Staenz fehlen im Aufgebot der Schweizerinnen die in Schweden und Nordamerika engagierten Spielerinnen und Olympiakandidatinnen Julia und Stefanie Marty (Linköping), Lara Stalder (Minnesota), Jessica Lutz (Ronin), Monika, Nina und Isabel Waidacher (alle College of St. Scolastica). Zudem fallen Sara Benz (ZSC Lions) und Andrea Fischer (Bomo Thun) verletzt aus. Mit Barbara Lussier und Andrea Schranz sind trotzdem zwei Thudm nerinnen dabei.

Was bedeutet Ihnen der inoffizielle Titel eines Wintermeisters? Roland Getzmann: Das ist der wichtigste Titel überhaupt – Wintermeister bleibt man doch am längsten (lacht). Im Ernst: Wir überwintern nun auf Platz eins. Das motiviert uns, die Vorbereitung in den Wintermonaten mit einer gewissen Begeisterung in Angriff zu nehmen. Haben Sie und Ihr Team nach dem 2:1 gegen Langenthal gefeiert? Nicht gross, nein. Wir sassen im Klubhaus zusammen, assen Pizza und gönnten uns ein Bier. Planen konnten wir diese Feier nicht, alle erwarteten doch, dass der FC Langenthal gewinnt und mit sechs Punkten Vorsprung überwintert. Wie motivierten Sie Ihre Spieler? Ich habe ihnen vor dem Spitzenkampf gesagt, dass sie schon gewinnen müssen, um Schlagzeilen in der Zeitung zu produzieren. Hätte Langenthal gewonnen, wäre das Courant normal gewesen. Und sehen Sie: Jetzt führen Sie mit mir ein Interview.

Roland Getzmann: «Ich begegne meinen Spielern mit Respekt.»

Genau. Haben Sie den Match auf Kunstrasen verlegt, um Langenthal taktisch zu überraschen? Der FC Bern entscheidet in Absprache mit dem «Hausherrn» YB darüber, wo gespielt wird. Meine Spieler möchten immer auf Kunstrasen spielen, weil sie auch

darauf trainieren. Wir können die Heimspiele aber nicht nur auf dem Kunstrasenfeld austragen. Das geht aus verschiedenen Gründen nicht: Beleuchtung, Lautsprecheranlage und Bandenwerbung sind dort suboptimal. Ab und zu können wir wünschen, ein Heimspiel auf dem Plastikplatz zu bestreiten. Diesem Wunsch sind die Platzverantwortlichen gegen Langenthal nachgekommen. Trainieren Sie weiterhin? Wir treffen uns nur noch am Donnerstag zum Plauschfussball. Werden Sie Ihre Mannschaft in der Rückrunde verstärken?

Reissfest: Rouven Corti (FCL, l.) zieht Dardan Maksutaj (FCB) am Trikot. Max Füri

Wir sind immer daran, den Markt zu sondieren, wie man so schön sagt. Natürlich würden wir unsere drei abgewanderten Spieler Rico Thalmann (Münsingen, die Red.), Jan Borgmann und Krispin Müller (beide Breitenrain) mit offenen Armen empfangen. Sie haben den FC Bern vor einem Jahr auf einem Abstiegsrundenplatz übernommen und ihn auf Platz 4 geführt. Nun ist der FCB Wintermeister. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsgeheimnis? Ich begegne meinen Spielern mit Respekt. Bei meinem Amtsantritt habe ich ihnen gesagt, dass ich nicht viel garantieren könne, ausser, dass ich sie ernst nehme. Das Vertrauen hat sich nun ausbezahlt. Erwähnen möchte ich auch meinen Assistenten Stefan Zimmermann, der tadellos arbeitet. Wollen Sie jetzt aufsteigen? Das wäre vermessen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der FC Langenthal am Schluss nicht oben steht. Aber der Sport schreibt manchmal schöne Geschichten. Wer hätte gedacht, dass Wacker Thun in der vergangenen «Finalissima» die übermächtigen Kadetten Schaffhausen in einer Best-of-5-Serie besiegen würde? Interview: Thomas Wälti

sons sei ein Glücksfall, meint Zaugg. «Er ist für die jungen Spieler im Verein ein Vorbild.» Und diese scheinen dem Sohn von Volley-Köniz-Meistertrainer Marc Gerson nachzueifern. Im vergangenen Sommer feierten drei Nachwuchssportler von Volley Oberdiessbach grosse Erfolge: Tim Blum wurde Schweizer Meister bei den U-15-Junioren; Selina Marolf gewann am Championat die Goldmedaille bei den U-17-Juniorinnen, und Anna Niederhauser holte an den Schweizer Meisterschaften bei den U-19-Juniorinnen die SilberThomas Wälti medaille. Oberdiessbach – Münchenbuchsee 3:0 Primarschule. – 150 Z. – Einzelne Sätze: 25:17 (19 Minuten), 25:23 (23), 25:17 (18). Volley Oberdiessbach: Joss 4 Gewinnpunkte (2 Angriff/2 Block/0 Service), Thierstein 5 (5/0/0), Jordan 4 (2/1/1), Schlatter 2 (2/0/0), Eigenmann 6 (6/0/0), Gerson 15 (11/1/3), Zaugg (Libero/0); Sommer 4 (2/1/1), Wenger 5 (4/0/1), Cavin 0, Hauri 0, Lerch 2 (2/0/0). VBC Münchenbuchsee: Müller 0, Röthlisberger 0, Trachsel 7 (4/2/1), Mosimann 1 (1/0/0), Roth 8 (6/1/1), Kissling 14 (12/0/2), Nüesch 6 (6/0/0); Schmidt 1 (1/0/0).

Zweimal Platz vier GERÄTETURNEN Die Berner Geräteturnerinnen schlossen die Schweizer Meisterschaften im Mannschaftswettkampf mit Pech ab: Bei zwei vierten Rängen verpassten sie eine Medaille äusserst knapp. Das Berner Team beklagte in Schiers vor allem in der Kategorie Damen der Geräteturn-SM grosses Pech. Auf einen Podestplatz wiesen die vier Turnerinnen einen Minimalrückstand von 0,2 Punkten auf. Eine Auszeichnung holte sich das zweite Damenteam, das den Wettkampf auf Platz 8 abschloss. Ebenfalls unmittelbar hinter den Medaillenrängen landete das erste Berner Team in der Kategorie 5. Hier betrug der Rückstand auf Platz 3 0,6 Punkte. Der Bronzeplatz aus dem Vorjahr konnte somit nicht verteidigt werden. Die Teamerfolge wirken sich dafür positiv aus auf die Grösse der Berner Delegation anlässlich der Einzel-Schweizer-Meisterschaften am übernächsten Wochenende in Wil: Fünf Turnerinnen in der Kategorie Damen und sechs K-5-Turnerinnen schafften brs die Qualifikation.


Bericht tt volley oberdiessbach