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CALLE FUHR IM GESPRÄCH MIT DEN MACHERN DES INVESTIGATIVEN MAGAZINS DOSSIER Florian Skrabal ist Chefredakteur, Georg Eckelsberger sein Stellvertreter. Die beiden haben Calle Fuhr, den Künstlerischen Produktionsleiter vom Volkstheater in den Bezirken, in ihre Redaktion eingeladen – an den Ort, von dem aus die korrupten Machenschaften der Wiener Boulevardzeitungen, die Causa Toni Sailer oder die Verstrickungen der FPÖ und der Waffenfirma Glock enthüllt wurden. Schon einige Monate zuvor wurde die Zusammenarbeit zwischen Dossier und dem Volkstheater beschlossen. Bei einem Glas Wasser und 25 Grad Außentemperatur kommen die drei ins Gespräch. Über unerwarteten Zuspruch der FPÖ, Dresscodes in der Hochkultur und das, was Theater und Journalismus miteinander verbindet. FUHR: Geht ihr oft ins Theater? ECKELSBERGER: Ich hab mir schon gedacht, dass die Frage kommt! Letztes Jahr bin ich drei Mal gegangen, allerdings nie in eines der großen Häuser. Ich weiß nicht, ob das nur in Wien so ist, aber Theater ist hier oft ein offizielles Ereignis, es fordert einen Dresscode und ist einfach nicht so ein Teil meines Alltags. FUHR: Das ist schon komisch, oder? Von außen sieht es schnell nach Hochkultur aus, was wir da treiben – gerade hier in Wien mit diesen riesigen Palästen. Wir wollen das Theater als offenen Raum denken, an dem jeder und jede 92

SPIELZEIT 20/21

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