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Gesch채ftsbericht 2011


Impressum Herausgeber Volksbank Trier eG Herzogenbuscher Str. 16-18 54292 Trier www.volksbank-trier.de

Redaktion Kristina Heinz, Nadine Marx

Bilder Esther Jansen Photographie kontakt@estherjansen.de www.estherjansen.de

Druck Schmekies Medien & Druckerei, Konz info@schmekies.de www.schmekies.de

Gestaltung und Konzeption Kristina Heinz, Nadine Marx


Inhalt Vorwort des Vorstands ...................................................................................... 4 - 5 Das hat die Volksbank Trier mit Kochen und Essen gemeinsam ... 6 - 7 „Carpe diem.“ ........................................................................................................ 8 - 11 „Marktlücken schließen.“ ............................................................................... 12 - 15 „Backen mit meiner Familie.“ ....................................................................... 16 - 19 „Meine Mädels bekochen.“ ........................................................................... 20 - 23 „Neue Wege gehen.“ .......................................................................... 24 - 27 „Die Umwelt schonen.“ ................................................................................ 28 - 31 „Der kleine feine Unterschied.“ ....................................................... 32 - 35 „Das Leben an der Sauer genießen.“ ............................................ 36 - 39 „Flexibel sein.“ ....................................................................................... 40 - 43 „Eine starke Gemeinschaft.“ ............................................................. 44 - 47 Leistungsbericht der Volksbank Trier eG ..................................... 48 - 53 Bericht des Aufsichtsrates ......................................................................... 54 Organe der Bank ........................................................................................... 55

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Der Vorstand der Volksbank Trier von links nach rechts: Horst Schreiber, Karl A. Heinz, Wolfgang Junkes

Damit haben Sie nicht gerechnet? Sehr verehrte Mitglieder, Kunden und Leser, wir präsentieren Ihnen den Geschäftsbericht 2011 der Volksbank Trier in einer etwas außergewöhnlichen Form, und zwar als „Erfolgs-Rezeptbuch“. Mit einer Mischung aus Zahlen, Fakten und Informationen zu unserer Volksbank sowie zu den Menschen, die mit uns in Verbindung stehen. Lernen Sie Ihre Volksbank Trier, ihre Mitarbeiter, Mitglieder und Kunden näher kennen. In diesem Bericht finden Sie Porträts von Menschen, für die bereits die Herstellung der Zutaten eine Passion ist. Sie werden sehen, dass Essen mehr als nur Nahrungsaufnahme ist — weil es nämlich Menschen verbindet. Auf eine andere Art und Weise verbindet auch das genossenschaftliche Prinzip eine Vielzahl von Menschen zu einer starken Gemeinschaft. Jeder Mensch ist in der Lage, seine Ziele zu erreichen und seine Träume zu verwirklichen, wenn er dabei optimal unterstützt wird. „Jeder Mensch hat

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etwas, das ihn antreibt.“ Die gesamte genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken macht dafür gemeinsam den Weg frei. Diese Überzeugung liegt der genossenschaftlichen Idee zu Grunde und stellt den Menschen mit seinen individuellen Vorstellungen in den Mittelpunkt. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was Ihre Volksbank Trier, ihre Mitglieder und Kunden ganz persönlich antreibt. Blättern Sie mit großer Vorfreude in dieser interessanten Kombination aus leckeren Rezepten und Informationen rund um das vergangene Geschäftsjahr. Sie werden viele Parallelen zwischen Ihren eigenen Ideen und Vorstellungen und denen der einzelnen Protagonisten feststellen. Ihr Vorstand

Wolfgang Junkes

Karll A A. H Heinz Horst Schreiber


Wieder auf den Geschmack gekommen?

derung ihrer Mitglieder verpflichtet. Man spricht hier auch vom gesetzlich verankerten genossenschaftlichen Förderauftrag.

Die öffentliche Wahrnehmung von Genossenschaften bleibt weit hinter ihrer weltweiten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung zurück. In mehr als 100 Ländern der Erde gibt es Genossenschaften, die etwa 800 Millionen Menschen zu ihren Mitgliedern zählen. Trotzdem ist die Aufmerksamkeit in den Medien und — bis auf wenige Ausnahmen auch in der Wissenschaft — aus unserer Sicht gering.

Wie modern und wie zeitgemäß diese gelebten Grundsätze sind, haben die jüngsten Diskussionen über die Rolle von Banken in der Gesellschaft gezeigt. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken erschienen hier trotz ihrer langen, bewährten Tradition nicht als „verstaubte“ Institute von gestern, sondern vielmehr als Antwort auf die drängenden Fragen der Zeit.

Genossenschaften retten städtische Hallenbäder, sie nehmen urbane Brachflächen als Gemeinschaftsweinberg wieder in Besitz und bieten den großen Stromkonzernen die Stirn. Eine alte Idee vom gemeinschaftlichen Wirtschaften und Handeln erlebt in Deutschland eine Renaissance. Immer mehr Bürger schließen sich zu Genossenschaften zusammen, weil sie ihre unmittelbaren Belange selbst in die Hand nehmen wollen. Im Zeitalter der Globalisierung und Politikverdrossenheit gibt es offenbar auch das Bedürfnis nach kollektiver Mitsprache und zivilgesellschaftlicher Verantwortung in einem übersichtlichen Handlungsrahmen. Die genossenschaftliche Idee gewinnt offenbar wieder neue Anziehungskraft — generationsübergreifend, pragmatisch und bis hinein in die Mitte der Gesellschaft. „Genossenschaften sind Vorbilder, wie man ökonomische, soziale und ökologische Ziele verbindet“, sagte Angela Merkel bei der offiziellen Festveranstaltung zum Internationalen Jahr der Genossenschaften 2012 in Berlin. Denn das Jahr 2012 ist von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ ausgerufen worden. „Ein Gewinn für alle – die Genossenschaften“ verkündet das Motto zum internationalen Jahr, an dem weltweit zahlreiche Genossenschaften und Genossenschaftsbanken mitwirken. Dabei spielen die Genossenschaftsbanken eine zentrale Rolle.

25.000 Mitglieder mit gutem Geschmack Im Jahr 2011 konnte die Volksbank Trier 1.212 neue Mitglieder begrüßen und zählt somit fast 25.000 Teilhaber der Bank. Dieser Zuwachs ist für uns ein ganz besonderer Vertrauensbeweis und Bestätigung für die Attraktivität unserer genossenschaftlichen Idee. Durch die genossenschaftlichen Werte wie Solidarität, Verantwortung, Nähe, Partnerschaftlichkeit und Hilfe zur Selbsthilfe unterscheiden wir uns grundlegend von anderen Banken. Der auf diesem Weg basierende Erfolg und die verdiente Anerkennung unserer Kunden sind unser Antrieb. Ganz nach dem guten Geschmack unserer Mitglieder.

„Ökonomische Zielsetzungen und soziale Verantwortung.“ „Stabilisierend für die regionale Wirtschaft.“ „Das Wohl der Mitglieder steht im Vordergrund.“

Gemäß der genossenschaftlichen Philosophie wirtschaftet jede einzelne Volksbank oder Raiffeisenbank vor Ort und ist einzig und allein der För-

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Das hat die Volksbank Trier mit Kochen und Essen gemeinsam!

Sicherheit So wie Sie vielleicht beim Einkaufen im Supermarkt auf Gütesiegel bei Bioprodukten, auf Lebensmittel, die frei von künstlichen Zusatzstoffen sind, auf Erzeugnisse aus nachhaltiger Herstellung oder auf giftstoffarme Lebensmittel achten, bietet Ihnen die Volksbank Trier durch ihren eigenen Sicherungsfonds unbegrenzte Sicherheit Ihrer Einlagen.

Gemeinschaft Kochen bringt Menschen zusammen: Familie, Freunde oder wildfremde Menschen in einem Restaurant. Es ist also viel mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Essen verbindet. Das Thema Gemeinschaft ist bei der Volksbank Trier äußerst präsent. Fast 25.000 Kunden sind Mitglied bei uns und damit Teil einer großen Gemeinschaft.

Qualität Qualität ist das beste Rezept. Produkte von erstklassiger Qualität schmecken hervorragend und sind die Basis für ein gutes Essen. Die Basis der Zufriedenheit unserer Kunden ist die wahrnehmbare Qualität unserer Service- und Beratungsleistungen.

Zutaten Ein gesundes, ausgewogenes und leckeres Essen braucht frische Zutaten. Das sehen wir bei der Volksbank Trier auch so. Daher arbeiten wir mit starken Partnern in der FinanzGruppe zusammen, die mit vielfach ausgezeichneten Produkten das Angebot bereichern.

Regionalität In der Küche geht der Trend zurück zu regionalen Produkten. Das ist auch ökologisch sinnvoll: Die Lebensmittel legen so nicht tausende von Kilometern zurück, bis sie zum Endverbraucher gelangen. Vor unserer Haustür werden qualitativ hochwertige Produkte erzeugt, die auch über die Region hinaus geschätzt werden. Diese Strukturen und Wirtschaftskreisläufe gilt es zu sichern und zu fördern. Die Volksbank Trier ist stark mit der Region verwurzelt und unterstützt ihre Mitglieder und Kunden vor Ort. Unsere Mitarbeiter leben selbst in der Region. Wir beauftragen Firmen und Dienstleister vor Ort, unterstützen örtliche Vereine und engagieren uns in der Region.

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Rezept Regionale Familienrezepte erfreuen sich heute neuer Wertschätzung. Die Volksbank Trier entwickelt ebenfalls für jeden Kunden ein individuell abgestimmtes Rezept. Die Grundlage dafür ist der VR-FinanzPlan, der die individuellen Bedürfnisse erkennt und ein persönliches Leistungsangebot erarbeitet.

Nachhaltigkeit Ein Apfel aus regionalem Bio-Anbau ist ein Musterbeispiel für nachhaltige Nahrungsmittel und schmeckt einfach köstlich. Wir wissen, dass Erfolge, die zulasten von Umwelt und Menschen gehen, meist kurzfristig sind. Nachhaltiges Bankgeschäft bedeutet eine faire und langfristig vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Menschen. Unsere Geschäftspolitik ist auf Nachhaltigkeit und Vertrauen angelegt. Jeder Kunde wird individuell und persönlich auf Augenhöhe beraten.

Respekt Es ist wichtig, Lebensmitteln mit Bedacht und Respekt zu begegnen. Beliebt sind natürlich regionale wie auch saisongemäße Produkte – im Gegensatz zu Fastfood, chemischen Zusatzstoffen, mit Medikamenten gemästeten Tieren. Für uns bedeutet Respekt: Verständnis und Verantwortungsbewusstsein und bestimmt den täglichen Umgang mit unseren Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern.

Fairness Immer mehr Menschen kaufen Produkte, die „fair“ gehandelt wurden. „Fair“, garantiert Bauern in der Dritten Welt faire Erlöse für Kaffee, Obst, Gemüse und Blumen. Kaufen Sie zertifiziert fair gehandelte Lebensmittel, erhalten Sie sorgfältig hergestellte, preiswerte Qualitätsprodukte. Wir stehen für Fairness, Kompetenz und Zuverlässigkeit. Offenheit und Vertrauen bestimmen unser Handeln innerhalb und außerhalb der Bank.

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„Carpe diem.“ Rehmedaillons

Ein Rezept von Wolfgang Junkes Zutaten für 4 Personen: 2 Schalotten 10 g Butter 150 ml trockener Rotwein 200 ml Wildfond 1 Zimtstange 1 unbehandelte Orange 2 Stiele Thymian 4 EL Preiselbeeren (Glas) Salz Pfeffer 2-3 EL dunkler Saucenbinder 8 Rehmedaillons (à 60 g) 5 zerstoßene Wacholderbeeren 3 Stiele abgezupfter Thymian 2 EL Öl 8 Kartoffelklößchen (à 70 g, aus der Packung)

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Zubereitung: Schalotten schälen und würfeln. Butter in einem Topf erhitzen. Schalotten darin andünsten. Mit Rotwein und Wildfond ablöschen. Zimtstange, abgeriebene Schale von unbehandelter Orange, 2 Stiele Thymian und Preiselbeeren hinzufügen und aufkochen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Sauce etwas einkochen und nach Belieben mit 2-3 EL dunklem Saucenbinder binden. Rehmedaillons in der Mitte mit Küchenband zusammenbinden. Medaillons mit zerstoßenen Wacholderbeeren und 3 Stielen abgezupftem Thymian einreiben. Mit Pfeffer und Salz würzen und in Öl in einer beschichteten Pfanne rundherum ca. 3 Minuten rosa braten. Rehmedaillons mit der Rotweinsauce und jeweils 2 Kartoffelklößchen servieren.


Wolfgang Junkes, Vorstandsmitglied der Volksbank Trier, verabschiedet sich Mitte 2012 in den Ruhestand. Nach 22 Jahren Vorstandstätigkeit freut er sich, mehr Zeit für seine Familie und Hobbys zu haben. Wolfgang Junkes ist eine Persönlichkeit mit vielen Facetten: Den Ausgleich zu seiner erfolgreichen und verantwortungsvollen Position findet er in seiner Freizeit zum Beispiel bei der Jagd. „Als Jäger sehe ich mich in der Verantwortung für die Hege und Pflege der Natur und der Wildtiere. Ohne die Jagd würde das ökologische Gleichgewicht aus dem Ruder laufen. Da die natürlichen Feinde hierzulande nicht mehr vorhanden sind, wirken wir Jäger regulierend auf die Tierbestände ein. Zu viele Wildschweine schädigen nicht nur die Wälder, sondern auch die Felder der Bauern. Auch zu viel Rotwild würde zu großen Waldschäden führen“, erklärt Wolfgang Junkes. „Denn das Rotwild bevorzugt neben Baumrinden vor allem junge Baumtriebe. ‚Jagd‘ hat nichts mit dem Jagdtrieb oder der Trophäenjagd zu tun, sondern dient in erster Linie der Erhaltung der Natur“, betont Wolfgang Junkes. Die Hege und Pflege des Reviers schafft einen optimalen Lebensraum für Wildtiere und sorgt für eine ausgewogene sowie reiche Artenvielfalt bei Flora und Fauna. Die Verantwortung gegenüber der Natur ist für ihn von hoher Priorität: Ökologisches Essen hat nicht nur etwas mit gesunder Ernährung, sondern auch mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Nahrungsmitteln – aller Art – zu tun.

Verantwortung übernahm Wolfgang Junkes als Vorstandsmitglied der Volksbank für die Bereiche Treasury und Produktionsbank. Letzterer dient zur Unterstützung der Vertriebs- und Steuerungseinheiten. Er kennt das Bankgeschäft jedoch nicht nur aus dem Blickwinkel eines Vorstands. Nach seinem BWL-Studium wechselte er 1983 zum genossenschaftlichen Prüfungsverband und qualifizierte sich mit dem Verbandsprüferexamen und Verbandsprüferlehrgang weiter. 1990 wechselte er als Prokurist für das Kreditwesen zur damaligen Raiffeisenbank Hetzerath, wo man ihn nur ein Jahr später in den Vorstand berief. Durch die Fusion mit der Raiffeisenbank Schweich, später mit der Raiffeisenbank Fell-Longuich und letztlich 2004 mit der Volksbank Trier wechselte seine Vorstandstätigkeit nach Trier. Wolfgang Junkes ist Genossenschaftsbanker aus Überzeugung und Leidenschaft. Genossenschaftlich denken heißt für ihn, verantwortungsvoll, solidarisch und loyal zu handeln. Ein Gedanke, der tief in der genossenschaftlichen Geschäftspolitik verwurzelt ist und der das Verhältnis zu Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern prägt. Das eindeutige Ziel einer jeden Genossenschaftsbank ist die Förderung ihrer Mitglieder. Die Interessen der Mitglieder rangieren vor Gewinnmaximierung. Diese klare Verantwortung gegenüber den Eignern, die gleichzeitig Nutzer sind, unterscheidet die Genossenschaftsbanken von anderen Finanzdienstleistern. Das würdigten auch die Vereinten Nationen (UN), indem sie das Jahr 2012 zum Jahr der Genossenschaften erklärten.

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Diese demokratische, auf Transparenz und Mitbestimmung setzende Philosophie hat sich bereits über Jahrzehnte bewährt. Aktuell zeigt sich gerade und insbesondere in der Finanzmarktkrise, wie stabil, tragfähig und auch verlässlich das Modell der Genossenschaftsbanken ist. So wurde Ende 2011 die Bewertung der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken von „A+“ auf „AA–“ seitens der Ratingagentur Standard & Poor’s heraufgesetzt. Dies zeugt erneut von der enormen Stabilität genossenschaftlicher Strukturen. Volksbanken und Raiffeisenbanken setzen auf die Kraft einer großen Gemeinschaft. Sie setzt sich auch über die große Gemeinschaft der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fort, zu der 1.121 Genossenschaftsbanken, zwei Zentralbanken sowie mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall, Union Investment, der R+V Versicherung und vielen weiteren Partnerunternehmen namhafte Spezialinstitute zählen. Jede einzelne Bank arbeitet in diesem Netzwerk aus lokalen Experten und überregionalen Spezialisten. Es ist ein sehr effektives Miteinander zum Wohl und zur Förderung der Mitglieder. „Damit stellt die Genossenschaft eine Form dar, die in der heutigen, auf Gewinnmaximierung ausgerichteten, Zeit einen Gegentrend aufrechterhält“, unterstreicht auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in ihrem Grußwort zum Internationalen Jahr der Genossenschaften. Und: „Die Genossenschaft ist eine Rechtsform, über die auch gesellschaftliche Entwicklungen gut mitgetragen und mitgestaltet werden können.“ Die Bereitschaft der Volksbank Trier zur Kreditvergabe an den Mittelstand und an Privatpersonen

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war auch 2011 ungebrochen. Insgesamt vergaben die genossenschaftlichen Kreditinstitute 2011 so viele Kredite an Privat- und Geschäftskunden wie zuletzt Anfang 2001. Damit fällt das Kreditwachstum im genossenschaftlichen Sektor deutlich stärker aus als das der übrigen Finanzwirtschaft. Als regional verankertes Institut kennt die Volksbank Trier ihre Kunden und pflegt zu ihnen ein enges Verhältnis. „Wir müssen uns nicht am internationalen Kapitalmarkt Geld leihen, die Finanzierung erfolgt durch unsere eigenen Kundeneinlagen“, so Wolfgang Junkes. Angesichts des intensiven Wettbewerbs auf dem deutschen Bankenmarkt um ein nur mäßig wachsendes Kreditvolumen ist die Bereitschaft, Kredite zu vergeben, bei der Volksbank Trier ausgesprochen groß. „Mit unserem traditionell engen Kundenkontakt sowie der sehr guten Kenntnis unseres regionalen Marktes rechnen wir uns auch in Zukunft sehr gute Geschäftsmöglichkeiten aus“, betont Wolfgang Junkes. Die Kreditversorgung der mittelständischen Gewerbe- und Firmenkunden gehört zum erfolgreichen Kerngeschäft der genossenschaftlichen Bankengruppe. Allerdings haben die zunehmende Komplexität der Märkte sowie die zahlreichen rechtlichen Vorschriften die Anforderungen an die Weiterentwicklung und Systematisierung adäquater Steuerungs- und Informationsinstrumente stark erhöht. Hinzu kommt, dass die Margen des deutschen Kreditgewerbes immer mehr unter Druck geraten. „Auslöser waren eine sich verflachende Zinsstrukturkurve, ein – auch konjunkturbedingt – stark ausgeweitetes Risikoergebnis


sowie eine einengende Zinsmarge, die den Wettbewerb um den Kunden weiter verschärfen“, so Wolfgang Junkes. Mit der Entwicklung des Risikomess- und -steuerungssystems „VR-Control“ entsprechen wir als Volksbank diesen regulatorischen Anforderungen am Kreditmarkt. Die Zielsetzung von „VR-Control“ ist es, früher und intensiver anhand der Ergebnisse die Risiken unserer Volksbank auf einen Blick zu sehen und schnell Wege zur Regelung zu erarbeiten und umzusetzen. Dabei handelt es sich um mathematische und statistische Verfahren, die auf den vielfältigen Erkenntnissen der Vergangenheit unserer Kreditbestände beruhen. Und genau an dieser Stelle kommen meine Anregungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Tragen. Es ist nämlich beim Aufbau einer Entscheidung nicht allein auf diese Rechnungsergebnisse abzustellen. Immer wieder kann ich meine jahrelange Erfahrung und meine Menschenkenntnis in die Waagschale werfen. Unsere Volksbank zeichnet nämlich aus, dass wir unsere Firmen- und Privatkunden alle schon lange persönlich kennen und somit eine

sehr enge und individuelle Bewertung zum Kredit eines jeden Kunden abgeben können. Wir schauen unseren Kunden in die Augen und lassen danach das immer noch sehr wichtige Bauchgefühl zusätzlich in unsere Entscheidungen einfließen. Das grenzt uns von vielen unserer Wettbewerber ganz entscheidend ab und wird von unseren Kunden sehr geschätzt. Eine schnelle und kundenindividuelle Lösung ihrer Wünsche kann uns so schnell keiner nachmachen. Ich bedauere schon etwas, dass durch diese ganzen immer stärker in die Arbeit unserer Volksbank wirkenden Regulierungen die unternehmerische Entscheidung als Bankkaufmann und Vorstand nicht immer zum Besseren beeinflusst wird. Mein Wunsch ist es deshalb, dass meine Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukünftig bei ihren Entscheidungen den gesunden Mittelweg mit „Menschenverstand“ im Interesse unserer Kunden finden werden. Dadurch werden alle dafür Sorge tragen, dass unsere Volksbank kundenfreundlich und sehr stabil in die Zukunft steuern wird.“

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„Marktlücken schließen.“ von links nach rechts: Sebastian Bethge, Frank Simon

Bratwurstauflauf

Ein Rezept rund um die Wurst Zutaten für 4 Personen: 500 g Kartoffeln 3 Bratwürste 1 Zwiebel 20 g Butter 250 g Möhren 250 g Porree 0,13 l Gemüsebrühe 1 Prise Pfeffer 1 Prise Salz 100 g Crème fraîche

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Zubereitung: Kartoffeln schälen, kochen und in Scheiben schneiden. Bratwürste und Möhren in Scheiben schneiden, die Zwiebel würfeln. Porree putzen und in Scheiben schneiden. Butter in der Pfanne erhitzen und die Bratwürste anbraten. Zwiebelwürfel dazugeben und kurz anbraten. Möhren und Porree dazugeben und ebenfalls kurz anbraten. Gemüsebrühe (mit entsprechender Wassermenge) hinzugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Einen Deckel auflegen, bis die Möhren fertig sind. Gouda reiben und mit der Crème fraîche mischen. Im Wechsel Kartoffeln und Bratwürste in einer Auflaufform aufschichten, mit Gemüsebrühe übergießen und mit der Käsecreme bedecken. Für 20 Minuten bei 200 Grad backen.


Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät Was der Volksmund schon lange weiß, zeigen Frank Simon und Sebastian Bethge mit ihrem GourmetImbiss in der Karl-Marx-Straße in Trier. Auf die Idee kamen die beiden Freunde schon vor fünf Jahren, als sie für ihren wöchentlichen Männerabend vergeblich die echte Wurstbude in Trier suchten. Mit der Zeit wurde der Wunsch immer stärker, daran etwas zu ändern. Über die Jahre hinweg haben die beiden Freunde ihre Einfälle in einem Notizbuch festgehalten, ihre Vorstellungen immer weiter konkretisiert und perfektioniert. Das vollgeschriebene dicke Notizbuch zeigt, dass die Männer nichts dem Zufall überlassen haben. Nur das richtige Ladenlokal ließ noch auf sich warten. Als der ehemalige Döner-Laden in der Karl-Marx-Straße schloss, war für beide klar: jetzt oder nie. Doch der Umbau der Räume stellte sich umfangreicher als gedacht heraus, um dem Anspruch beider Ideengeber gerecht zu werden. Wände wurden herausgerissen, die Anschlüsse komplett verlegt, neue Sanitäranlagen sowie eine neue Lüftungs- und Klimaanlage installiert, was viel Zeit und auch Geld verschlang. „Dabei war die Volksbank Trier ein verlässlicher und starker Partner, der von dem Erfolg unserer Idee überzeugt war. Schnell und unkompliziert konnten die finanziellen Fragen geklärt werden“, so Frank Simon. „Mit dem Tag der Eröffnung, am 6. September 2011, war dies alles vergessen und die Freude über den wahr gewordenen Traum überwog“, bestätigen

beide. Die Planungs- und Umbauphase stellte für die beiden Freunde eine riesige Doppelbelastung dar, da für beide als selbständige Unternehmer die Freizeit stets knapp bemessen ist. Frank Simon betreibt einen Taxi- und Kurierdienst und Sebastian Bethge ist Physiotherapeut mit eigener Praxis. „Unsere Freundschaft hat darunter allerdings nie gelitten“, so Sebastian Bethge, „wir haben auch in der stressigen Phase immer unseren Humor behalten und konnten uns aufeinander verlassen. So etwas verbindet noch stärker.“ Das Konzept scheint zu funktionieren. An manchen Tagen stehen die Besucher bis zur anderen Straßenseite in der Warteschlange, um in den Genuss der legendären Bratwurst zu gelangen. Um einen der begehrten Sitzplätze zu ergattern, braucht man allerdings schon etwas Glück. BratwurstBratgerät ist ein Ort, an dem Bratwurst und Prosecco nicht in Widerspruch stehen. In kultiger Atmosphäre fühlen sich Frauen und Männer gleich wohl. Die Einrichtung besteht aus Geschenken von Freunden und Stammgästen: Unterschiedliche Stühle, Tische, Mitbringsel aus den 70er und 80er Jahren, Bilder und Fotos rund um das Thema Wurst füllen den Raum. Vom Wackel-Dackel bis zum Hirschgeweih und zu kühlem Astra-Bier finden die Vertreter der Generation Bratwurst viele kultige Sachen, die sich über die Jahre hinweg retten konnten. Es ist ein Ort zum Networking im Zeichen der Bratwurst. Bratwurst verbindet, sie wird von Jung und Alt, Arm und Reich gegessen. Hier treffen sich alle ganz ungezwungen, nach der Arbeit, vor, während oder nach dem Weggehen.

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Ein kostspieliges neu installiertes Abluftsystem, das nicht nur die Küche, sondern den ganzen Gastraum filtert und mit Frischluft versorgt, macht solche Zwischenbesuche möglich, ohne den typischen Imbissduft. Doch der wahre Publikumsmagnet ist und bleibt die einfach leckere Bratwurst. „Was kann an einer Bratwurst schon so besonders sein?“, fragen sich viele, die sie noch nicht probiert haben. „Bei uns wird es keine Tiefkühlware geben“, betont Bethge. So bezieht das Duo sämtliche Speisen von regionalen Händlern und stellt Pommes frites, Ketchup und Co. komplett selbst her. Die eigens von einem Koch hergestellte Ketchup- und Currysauce nach eigenem Rezept ist ein gut gehütetes Geheimnis. Was auf den ersten Blick wie ein vollendeter Gag aussieht, ist ein Teil des wohlüberlegten Konzepts: das Brötchen in Form einer Bratwurst. „Mich hat schon immer gestört, eine Bratwurst mit Senf zu essen, die nur teilweise im Brötchen liegt, was dazu führt, dass man sich mit dem tropfenden Senf bekleckert“, so Sebastian Bethge. Ein Geschmackserlebnis ist vor allem die beliebte Currywurst, deren Sauce aus frischen, eigens zusammengestellten Gewürzen besteht. Hinzu kommt die für Wurstbuden eher unübliche Frische-Garantie. Frank Simon macht das an einem Beispiel klar: „Wenn bei uns jemand eine Bratwurst bestellt, dann wird die auch erst direkt nach der Bestellung auf den Rost gelegt. Wir werden unseren Kunden keine Ware anbieten, die schon ewig auf dem Grill liegt.“ Dies verlangt dem Kunden etwas Geduld ab, der allerdings mit dem frischen Geschmack entschädigt wird. Mit alldem sprechen die BratwurstBratgerätler ein heterogenes, aber anspruchsvolles Publikum

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an, das Qualität vor Preissensibilität den Vorrang einräumt. Dank BratwurstBratgerät sind Pizza, Döner und Hamburger keine wirklichen Konkurrenten mehr. Sind Brat- und Currywurst schon das deutsche Nationalgericht? Schwer zu sagen. Sicher ist nur, dass sie mittlerweile mehr als nur der ungesunde Snack vom Proleten-Imbiss sind. Im Jahr werden in Deutschland rund 800 Millionen Currywürste gegessen. Die Frage stellt sich: Wer hat sie erfunden und lieben gelernt? Der Autor und gelernte Forstwirt Heinrich Höllerl kommt in seinem Buch, in dem er der Geschichte der Bratwurst nachgegangen ist, zu dem Schluss, dass der Ursprung bei den Kelten liegt. Von dort nahm sie ihren Weg über Rom in die heimischen Gefilde. Die Franken sollen es gewesen sein, die die Bratwurst kultiviert haben. Ihren Siegeszug trat sie allerdings erst Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Industrialisierung an. Endlich gab es Großmaschinen zur Verarbeitung; außerdem konnten die Würste durch die Konservierung in Dosen weltweit verschickt werden. Jede Region hat ihre eigene Bratwurst: Coburger, fränkische, hessische, norddeutsche, Nürnberger, schlesische, Thüringer und so weiter. Knapp 50 verschiedene Sorten gibt es allein in Deutschland. Worin sie sich unterscheiden: Zum Beispiel in der Größe und in der Gewürzmischung. Meist gehören Majoran, Salz und Pfeffer dazu. Es gibt die feinen Bratwürste, bei denen die Masse in sogenannten Kuttern zerkleinert wird. Der Kutter ist eine Maschine mit einer sich drehenden Schüssel im Inneren, in der mehrere Messer rotieren und


das Fleisch zu einer feinen, klebrigen Masse verarbeitet – die man Brät nennt. Bei den groben Bratwürsten wird die Füllung dagegen nur durch den Fleischwolf gedreht.

darüber geschrieben: „Die Entdeckung der Currywurst“. Sogar der moderne Knigge für Alltag und Beruf hat Tipps für den richtigen Verzehr der Currywurst parat.

Weder Königsberger Klopse noch Eisbein mit Sauerkraut noch Pizza oder Döner hatten gegen die Brat- und Currywurst eine Chance, Deutschlands beliebtestes Nationalgericht zu werden. Die Liebe zur Wurst spiegelt sich in Kunst und Literatur wider. Herbert Grönemeyer hat die Wurst mit dem Lied „Currywurst“ besungen, das 1982 auf dem Album „TOTAL EGAL“ erschien. Der Text stammt von Diether Krebs und Horst-Herbert Krause, die Musik von Jürgen Triebel. Uwe Timm hat ein Buch

Erfunden haben soll die Currywurst 1949 Herta Heuwer aus Berlin. Es war eine regnerische Herbstnacht am 4. September, als Herta Heuwer aus Langeweile an ihrem Imbissstand an der Ecke Kant-/Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin-Charlottenburg Gewürze mit Tomatenmark zusammenmischte. Und das Ergebnis schmeckte lecker. Zu ihren Ehren und als Loblied auf Deutschlands beliebtes Fastfood öffnete 2009 das CurrywurstMuseum in Berlin seine Pforten.

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Backen mit "meiner Familie."

Jeannine Trierweiler gemeinsam mit ihrer Tochter bei den Vorbereitungen.

Sprudelkuchen

Ein Rezept von unserer Kundin Jeannine Trierweiler Zutaten: 5 Eier 1 Päckchen Vanillezucker 2 Tassen Zucker 200 g Nüsse

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1 Tasse Kakao 1 Tasse Öl (z.B. Biskin) 1 Päckchen Backpulver 2 Tassen Mehl 1 Tasse Sprudel

Zubereitung: Die Zutaten zu einem Rührteig verarbeiten und in eine gefettete Springform füllen. Bei 180 Grad ca. 1 Stunde backen.

Quelle: Zwergenstübchen Backbuch


Gemeinsam und doch individuell Freitagnachmittag, die Sonne scheint durch die weißen, mit Sprossen durchsetzten Fenster in die Küche von Familie Trierweiler. Die Tochter von Jeannine Trierweiler schaut neugierig am Fenster den Nachbarn bei der Gartenarbeit zu. Der kleine Sohn schläft friedlich in seinem Bettchen. Nachdem Jeannine Trierweiler die Zutaten für ihren Kuchen auf dem Küchentisch bereitgestellt hat, kann das Backen beginnen. Die Kleine hebt schon die Arme, damit ihre Mutter sie in ihren Kinderstuhl an einen alten Holztisch in der Küche setzt. Die Zutaten werden nun nach und nach in eine große silberne Schüssel gegeben. Die Tochter von Frau Trierweiler ist fleißig mit dabei und probiert jede einzelne Beimischung: Beim Zucker strahlt sie über das ganze Gesicht, doch schon beim Mehl hört ihre Erkundungslust auf. Das Gesicht der Kleinen verzieht sich und die vermeintliche Leckerei wird von nun an nur noch zum Malen auf dem Küchentisch verwendet.

Oft ist die gebürtige Kordelerin noch in ihrer alten Heimat anzutreffen. Nicht nur, um ihre Familie zu besuchen, sondern auch, um einen Abstecher in die Geschäftsstelle der Volksbank Trier zu machen und ihre Beraterin Esther Jansen zu besuchen. Die beiden haben sich bereits vor über zehn Jahren in der Geschäftsstelle Kordel kennengelernt. Seitdem passt die Chemie. „Vom Online-Banking bis hin zur Hausfinanzierung war die Volksbank für mich der erste Ansprechpartner“, erklärt Jeannine Trierweiler. In der Geschäftsstelle Kordel hat sie damals auch ihre erste Spardose bekommen. „Ich weiß noch ganz genau, wie sie aussah: ein kleiner blauer Elefant!“ Viele Dinge sind ihr noch in Erinnerung geblieben. Anfang der 80er Jahre wurde die Geschäftsstelle – im Herzen von Kordel gelegen – großzügig umgebaut. Große dunkle Eichenmöbel und zahlreiche Pflanzen mit grellen orangefarbenen Kunststoff-Blumentöpfen prägten das Bild der neuen Räume.

NÄHE wird großgeschrieben Nachdem alle Zutaten ihren Platz in der Schüssel gefunden haben, wird alles verrührt, die Teigmasse in eine Kuchenform gegeben und das gemeinsame Werk in den Backofen gestellt. Während der Kuchen langsam in die Höhe wächst, erzählt Jeannine Trierweiler: „Meinen ersten Kuchen habe ich zu Hause in Kordel bei meinen Eltern gebacken. Obwohl ich im Laufe der Jahre meine Backfähigkeiten ausgebaut habe, bleibt der Sprudelkuchen einer meiner Favoriten und wird auch gerne von meiner Familie gegessen.“

Die Nähe ist uns heute noch genauso wichtig wie damals. Nähe zum Kunden wird bei uns ebenso großgeschrieben wie die Verantwortung für die Region. Mit den Umbauten der Geschäftsstellen Föhren und Kordel im Jahr 2011 stärkte die Volksbank ihre Standorte und schuf alle Voraussetzungen für eine zeitgemäße Betreuung ihrer Kunden. Als Bank mit Tradition hat die Volksbank Trier bereits die Zukunft im Blick. Bei den Umbauten setzte man daher auf ein innovatives und zukunftsorien-

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tiertes Konzept, das sich bereits bei der Renovierung in Föhren bewährt hat. In Föhren erhellen nun glasverkleidete Wände und viele Deckenleuchten die Geschäftsstelle. Kundenberaterin Friederike Groß und Finanz- und Vermögensberater Sascha Lieser öffneten am 21. Februar nach nur achttägiger Umbauphase die Türen der neuen Bank. Das spezielle Bausystem ermöglichte einen extrem schnellen Umbau. Die Bauzeit wurde auf ein absolutes Minimum reduziert. An die Stelle der räumlichen Trennung von SB-Bereich, Kundentheke und Büroräumen ist eine offene Gestaltung getreten. „Wir wollen unsere Mitglieder und Kunden nicht auf Distanz halten. Deswegen haben wir uns bewusst für diese offene Gestaltung entschieden“, sagt Vorstandsmitglied Karl A. Heinz. Alle Elemente des Bausystems sind flexibel – ähnlich wie beim Messebau. So kann die Raumaufteilung jederzeit variiert werden. Auch in Kordel waren die Bauarbeiter fleißig. Innerhalb eines Jahres wurde ein Teil des Gebäudes in Kordel komplett entkernt und um eine Etage aufgestockt. In dieser Zeit betreuten die Mitarbeiterinnen Esther Jansen, Corinna Kasel, Stefanie Roth und der Mitarbeiter Dominik Kaupp die Mitglieder und Kunden im Nebengebäude. Nach mehreren Monaten konnten sie die renovierten Räumlichkeiten mit Leben erfüllen. Dabei

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ging es nicht allein um neues Mobiliar – alle wesentlichen Bereiche wie Brandschutz, Klimalüftung, Elektro- und Datenleitungen, Innenausstattung und Zwischendecken wurden grunderneuert. Bei dem ganzheitlichen Konzept wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an in die Planung einbezogen, sodass sie sich frühzeitig mit den neuen Prozessen vertraut machen und ihre Erfahrungen aus der Region einbringen konnten. Während in der Vergangenheit noch Schaufenster mit Lamellenvorhängen die Außendarstellung der Bank prägten und Barrieren zum Kunden schafften, präsentiert sich die neue Geschäftsstelle in Kordel offen und modern. Die transparente Gestaltung der Räumlichkeiten entspricht der Philosophie der Bank: Offenheit und Diskretion sind hier kein Widerspruch, sondern wurden perfekt in Einklang gebracht. Dekorationen mit Elementen aus der Natur wie Pflanzen oder Steinen sorgen zusätzlich für Diskretion und schaffen zugleich eine „Wohlfühlatmosphäre“. Ein durchgängiges, harmonisches Gestaltungskonzept kennzeichnet das neue Bild der Geschäftsstelle. Der Gesamteindruck: wohnlich, ruhig und ausgewogen. Es sind vor allem die Dekorationen, die das ausmachen: etwa die großformatigen Bilder, deren Motive aus Kordel und der Umgebung stammen. Diese Fotografien wurden exklusiv für die Geschäftsstelle von der die Finanz- und


Vermögensberaterin Esther Jansen, die in ihrer Freizeit fotografiert, erstellt. Zahlreiche Kunden der Volksbank Trier in Kordel nutzten bereits während der Umbauphase die Gelegenheit, die Entstehung der neuen Geschäfts-

stelle gespannt zu verfolgen. Nach Fertigstellung im Dezember 2011 nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden die Räumlichkeiten begeistert in Empfang.

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„Meine Mädels bekochen.“

Markus Borne erzählt von seiner Ausbildungszeit.

Schweinefilet in Schinkensahnesauce

Ein Rezept von unserem Mitarbeiter Markus Borne Zutaten für 3 Peronen: 1 Schweinefilet 100 g gekochter Schinken 100 g roher Schinken 1 Zwiebel 2 Becher Sahne 200 g Schmelzkäse Salz und Pfeffer

Zubereitung: Schinken und Zwiebel würfeln und in einer Pfanne andünsten. Filet in Streifen oder Medaillons schneiden, kurz anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Danach alles zusammen in eine Auflaufform geben. Abschließend darüber Sahne und Schmelzkäse verteilen. Die Auflaufform bei 200 Grad ca. 30 Minuten in den Backofen stellen und alles überbacken lassen. Beilagentipp: Neben Kroketten passen Nudeln oder Reis auch sehr gut zum Gericht.

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Den eigenen Weg gehen In der Küche von Familie Borne in Trierweiler ist Action angesagt: Sohn Markus kommt mit vollgepackten Tüten nach Hause und breitet seine Einkäufe auf dem Küchentisch aus. Er kocht gerne für seine Mutter und Schwester. „Anfangs habe ich meiner Mutter nur über die Schultern geschaut und dadurch Spaß am Kochen gefunden. Heute gehört es zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, nach der Arbeit für meine Mädels was Leckeres zu zaubern“, grinst der Mitarbeiter der Volksbank Trier. Nachdem er seine mittlere Reife an der RobertSchumann-Realschule im Jahr 2008 absolviert hatte, startete Markus Borne eine Ausbildung zum Bankkaufmann im Hause der Volksbank Trier. „Ich war damals sehr aufgeregt, denn mit gerade mal 16 Jahren hatte ich meinen Traum-Ausbildungsplatz gefunden“, erinnert sich Herr Borne. So oder ähnlich geht es wahrscheinlich vielen unserer Auszubildenden. Sie fühlen sich erst einmal verloren bei dem Gedanken, dass ab August über 200 neue Kolleginnen und Kollegen auf sie warten. Aus diesem Grund lädt die Volksbank Trier seit Jahren ihre neuen Auszubildenden bereits vor Ausbildungsbeginn zu ihrer Weihnachtsfeier ein. Die Auszubildenden der höheren Jahrgänge kümmern sich um die „Neuen“ und geben schon mal wichtige Insidertipps weiter. Außerdem werden die neuen Auszubildenden optimal auf ihren neuen Arbeitsplatz vorbereitet. Unter dem Motto „Kleider machen Leute“ wird eine Farb- und Stilberatung für die angehenden Banker angeboten. Sie

bekommen neben Tipps für die richtige Kleiderwahl und das Auftreten im Bankalltag auch alltägliche Handgriffe wie zum Beispiel das Binden einer Krawatte oder die persönliche Farbtonwahl beigebracht. Markus Borne konnte in seiner dreijährigen Ausbildungszeit in viele Bereiche der Bank hineinschnuppern. Von der Kundenberatung in zahlreichen Geschäftsstellen über Marketing bis hin zu verschiedenen Backoffice-Bereichen wie Kreditsachbearbeitung, Organisation und Kundenservicecenter. Im Rahmen des Berufsschulunterrichts der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft Trier wurden pro Ausbildungsjahr in zwei bis drei Blöcken alle benötigten Kenntnisse vermittelt. Zusammen mit anderen Auszubildenden der Genossenschaftsbanken in der Region besuchte Herr Borne dazu ausbildungsbegleitende Seminare des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV) zur Vertiefung der Berufsschulinhalte und zur intensiven Prüfungsvorbereitung. Besonders interessant fand Herr Borne aber die Arbeit in der Personalabteilung. Hier beschäftigte er sich mit den Themen Ausbildung und Bewerbungsmodalitäten. Gemeinsam mit Christian Stoffel, Teamleiter Personalmanagement, bereitete er einen Informationsstand am Berufsinfotag in der Europahalle Trier vor. In einem Rollenspiel wurde Interessierten erklärt, wie ein Bewerbungsgespräch ablaufen sollte und was dabei alles zu beachten ist. Natürlich wurden auch Negativbeispiele zur Veranschaulichung aufgezeigt.

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Heute arbeitet Markus Borne als Kundenberater in verschiedenen Geschäftsstellen. Er übernimmt Urlaubsvertretungen und unterstützt die Mitarbeiter vor Ort bei Personalengpässen. „Die Arbeit ist nicht immer einfach, macht aber trotzdem sehr viel Spaß! Ich arbeite einfach gerne mit Menschen zusammen“, erklärt der junge Mitarbeiter. Auch für seine Zukunft in der Bank hat er bereits die richtigen Weichen gestellt. Über den Studiengang Fachwirt BankCOLLEG bildet Markus Borne sich derzeit weiter und erhält wichtige Grundlagen für seine zukünftigen Beratungen: „Ich finde es klasse, dass die Genossenschaftsbanken es ermöglichen, auch mit mittlerer Reife Studiengänge zu absolvieren. Dadurch habe ich die Möglichkeit, in Zukunft leitende Positionen übernehmen zu können.“

Zukunft aktiv gestalten Auch die neuen Auszubildenden der Volksbank Trier stehen ihren Vorgängern in Sachen Engagement und Kreativität in nichts nach. Sie konnten mit ihrem Projekt „Praktigation…wir navigieren dich durch dein Praktikum“ den zweiten Platz belegen und gewannen einen der drei begehrten „Ausbildungsoskars“ des RWGV. Anfang Mai 2011 bei der Ausbildertagung in Forsbach bei Köln wurden innovative Ausbildungsprojekte ausgezeichnet. Insgesamt zwölf Azubi-Teams aus verschiedenen rheinischen und westfälischen Genossenschaftsbanken hatten sich um den Oskar beworben und Projekte aus den Bereichen „Organisations- und Personalentwicklung“ sowie „Marketing und Vertrieb“ eingereicht. Nach strengen Beurteilungskriterien wurden Punkte in den Kate-

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gorien „Bedeutung des Projektes für die Bank“, „Projektdurchführung und -qualität“, „Lerntransfer“ sowie „Qualität der Präsentation“ vergeben. Bei der Verkündung der Ergebnisse stand die Spannung den Trierer Auszubildenden Katharina Tögel, Ralf Bettendorf und Nicolas Spang ins Gesicht geschrieben. Doch dann folgte die Bekanntgabe durch Akademieleiter Udo Urner: „Der zweite Platz und damit der Silberne Ausbildungsoskar geht an die Mosel. Herzlichen Glückwunsch an die Volksbank Trier!“ Unter tosendem und anhaltendem Beifall überreichte das Ausbilderteam des RWGV den Pokal an die Auszubildenden der Volksbank Trier. Katharina Tögel erklärt: „Bei unserem Projekt geht es darum, dass die Auszubildenden die Praktikantenbetreuung im Haus übernommen haben. Von der Auswahl, Einführung, Betreuung und Beurteilung führen die verantwortlichen Azubis alles selbständig durch.“ „Das Projekt bietet in vieler Hinsicht einen Mehrwert. Wir können dadurch jungen Menschen einen qualifizierten Praktikumsplatz anbieten, das Image der Bank wird gesteigert und die verantwortlichen Azubis lernen neue Kompetenzen kennen wie Verantwortungsbewusstsein, Selbstverwirklichung, Organisation und Präsentation“, ergänzt Ralf Bettendorf.

Erfolgreich in deine Zukunft In einer weiteren Projektarbeit planten und organisierten Auszubildende verschiedener Banken aus der Region Trier eine Messe mit dem Ziel, Schülern Inhalte und Ablauf einer Bankausbildung näherzubringen und Interesse an diesem Berufsbild zu


wecken. Ausgangssituation für die Maßnahme waren unter anderem Imageprobleme durch die Finanzkrise, die den Banken in der Region Schwierigkeiten bei der Suche qualifizierter Bewerber machten. Am sogenannten BANKDAY 2011 konnten interessierte Schüler und ihre Eltern ihre Fragen loswerden und erhielten Antworten aus erster Hand. Berichte aus dem täglichen Arbeitsalltag, Bewerbungsverfahren und Karrierechancen wurden an verschiedenen Info-Ständen durch die Auszubildenden präsentiert.

eigenständig um Werbung, den Ablauf und Aufbau der Veranstaltung und erstellten in Kooperation mit dem Bürgerrundfunk OK54 Trier eigens einen Kurzfilm für die Veranstaltung. Dieser zeigt Szenen aus dem Bankalltag, der Berufsschule und Interviews mit einigen Auszubildenden. Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass die Auszubildenden neben einer professionellen Präsentation des Ausbildungsberufs Bankkaufmann/ -frau sich auch für eine gemeinnützige Institution eingesetzt haben. Mit dem Verkauf von Getränken und selbstgebackenem Kuchen unterstützten sie die Trierer Tafel mit einer großzügigen Spende.

In verschiedenen bankübergreifenden Arbeitsgruppen kümmerten sich die Auszubildenden

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„Neue Wege gehen.“ von links nach rechts: Ingrid Steiner, Dr. Michael Hau

Rouladen

Ein Rezept von unserem Aufsichtsratsmitglied Dr. Michael Hau

Zutaten für 4 Personen: 4 dünne Rouladen vom Rind Salz, Pfeffer, Senf 1 Zwiebel 2 Gewürzgurken 4 Scheiben Speck (dünne Scheiben) 20 g Mehl Pflanzenfett etwas Wasser nach Bedarf

Zubereitung: Die Rouladen mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Senf bestreichen. Die Zwiebel schälen und zusammen mit den Gurken klein hacken. Jeweils eine Scheibe Speck auf eine Roulade legen und mit den Zwiebel- und Gurkenstückchen belegen. Die Scheiben aufrollen und befestigen. Pflanzenfett in einem Topf erhitzen und die Rouladen darin rundum anbraten. Nach Bedarf etwas Wasser hinzufügen und im geschlossenen Topf etwa 1 ½ Stunden schmoren. Den Bratensatz mit 3/8 l Wasser auffüllen, zum Kochen bringen. 20 g Weizenmehl mit kaltem Wasser anrühren und damit die Flüssigkeit binden. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Im Anschluss die Rouladen herausnehmen und die Befestigung entfernen. Die Rouladen auf Tellern anrichten und die Sauce darübergeben. Heiß servieren.

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Dr. Michael Hau, Aufsichtsratsmitglied der Volksbank Trier und ehemaliger Leiter der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt sowie der staatlichen Weinbaudomäne Trier, besucht zum Tag der offenen Tür seinen ehemaligen Arbeitsplatz. Seit seinem letzten Tag im Amt hat sich vieles verändert. Die heutige Leiterin und Kellermeisterin Ingrid Steiner begrüßt freudig ihren ehemaligen Kollegen. Wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit liegt das Weingut eingerahmt von Wohn- und Hochhäusern in einem kleinen grünen Tal, und doch mitten in der Stadt Trier. Von der stark befahrenen Straße in Richtung Universität Trier führt nur ein kleiner Feldweg links ab. Nach einigen Biegungen und einer Strecke auf dem Schotterweg sieht man ein frisch renoviertes, mehrstöckiges altes Fachwerkhaus, das an ein kleines Schloss erinnert. Zwei weitere Fachwerkhäuser zeigen sich ebenfalls in neuem Glanz etwas versetzt dahinter. Es scheint fast in den Weinberg hineingebaut zu sein, denn die ersten Reihen Rebstöcke stehen unmittelbar neben und hinter den Gebäuden. Zu verdanken ist dieses schöne Anwesen dem Agrarwissenschaftler Hugo Thiel, der 1896 im Auftrag des preußischen Staats die Weinbaudomäne als Modell- und Lehrbetrieb für die heimischen Winzer gründete. Neue fortschrittliche Methoden im Weinbau, in der Kellerwirtschaft und in der Pflanzenschutzmethode wollte Hugo Thiel den Winzern vermitteln. Er forschte nach Bekämp-

fungsverfahren gegen die Reblaus und gegen Pilzkrankheiten. 1902 erbaute er im Herzen der Trierer Innenstadt eine 5.475 Quadratmeter große Kelteranlage mit über 1.000 Fuder Weinkapazität. Aus heutiger Sicht ist die Standortwahl für den Bau der Kelteranlage nur schwer nachvollziehbar, da die damals bewirtschafteten Weinanbaulagen in Serrig, Ockfen und im Avelsbacher Tal in Trier lagen. Nach der Zusammenlegung mit der Landeslehr- und Versuchsanstalt trennte man sich 1977 von den Anbaugebieten Serrig und Ockfen, da der Ertrag der fusionierten Flächen den Bedarf einer Forschungs- und Versuchsanstalt weit überstieg. Heute umfassen die Weinberge der Domäne rund 30 Hektar, die zu 70% aus terrassierten Steillagen bestehen. Zu 85% wird die Leitsorte Riesling angebaut, der Rest sind die Weißweinsorten Weißburgunder, Grauburgunder, Auxerrois und MüllerThurgau sowie die Rotweinsorten Spätburgunder und Regent. Noch heute ist auf dem Etikett unter dem Landeswappen von Rheinland-Pfalz ein stilisierter Adler abgebildet, der an die Gründung zur Zeit des preußischen Staats erinnern soll. Ein Großteil des Weins wird seit den 90er Jahren zu Sekt verarbeitet. Mit der weltweiten Vermarktung von 50.000 Flaschen Sekt bildet dieser Geschäftszweig ein solides Standbein für die Domäne. Der Moselsekt ist mittlerweile weit über die Region hinaus bekannt und beliebt, unter anderem in den USA, Skandinavien, China, Japan und sogar Frankreich.

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Bereits 1992 erkannten Dr. Michael Hau und seine Mitarbeiter, als er die Leitung der Domäne übernahm, dass in der Sektvermarktung eine große Chance für die Domäne und die Region liegt. Er schaffte die notwendigen Rahmenbedingungen und forcierte die Vermarktung auch weit über die Region hinaus. Der gebürtige Mehring-Lörscher stammt selbst aus einem Winzerbetrieb und kam 1977 nach seinem Referendarexamen als Lehrer und Berater an die Domäne. 1987 wechselte er als Dienststellenleiter an die Fachschule für Weinbau nach Bernkastel und kehrte 1992 wieder als Leiter der staatlichen Weinbaudomäne zurück. Neben der klassischen Weinbaulehre setzt er in der Ausbildung in den Themen staatliche Agrarförderung, Investitionsförderung, Förderrichtlinien der Flurbereinigung, Betriebsanalyse und Betriebsberatung einen weiteren Schwerpunkt. Die Abteilung Hauswirtschaft schulte in Kooperation mit den Landfrauen die Winzerinnen und Winzer in Seminaren zu den Themen Essen und Wein, Weinverkostung, Betrieb von Straußwirtschaften sowie Ferien auf dem Winzer- bzw. Bauerhof. Im Forschungsbereich erprobte er den Rotweinanbau unter den gegebenen klimatischen und geologischen Voraussetzungen und setzte unter anderem Schwerpunkte in der Sektbereitung und im umweltschonenden Weinbau. Durch die im Laufe der Zeit immer stärker schwindenden Ertragschancen im Weinanbau sahen sich viele Winzer gezwungen, ihren Betrieb aufzugeben, anstatt ihn an die nachfolgende Generation zu übergeben. Somit wurde die Zahl der Schüler mit der Zeit immer rückläufiger und das Land Rheinland-Pfalz ent-

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schied 2003 den Zusammenschluss der Domäne Trier mit der Ausbildungsstätte in Bernkastel. Nur mit viel Überzeugungskraft und innovativen Ideen gelang es Dr. Hau, die Entscheider davon zu überzeugen, die Domäne unter neuem Konzept fortzuführen. Doch der Einsatz hat sich gelohnt, denn seit 2011 ist die Weinbaudomäne in Trier bundesweit das erste und einzige staatliche Pilotprojekt zur Überführung einer Lehr- und Versuchsanstalt in einen Wirtschaftsbetrieb mit der Zielsetzung, kostenreduzierend und qualitätssteigernd zu arbeiten. Bundesweit gibt es heute nur fünf staatliche Weinbaudomänen, darunter zählt die Domäne in Trier als absolutes Vorzeigeprojekt. Dies ist keine leichte Aufgabe für die neue Betriebsleiterin Ingrid Steiner. Die von der Ahr stammende Kellermeisterin und Betriebswirtin arbeitete vorher im Weinanbaugebiet Ahr und für die Staatsweingüter Mittelrhein. Sie bringt ihre Erfahrungen aus den beiden Weinanbaugebieten Rhein und Ahr sowie ihre Kenntnisse im Rotweinanbau bereichernd für die Domäne ein und verleiht den Weinen ihre eigene Handschrift. Ihre Weine sind qualitativ hochwertig, geschmacksintensiv und gepaart mit einer modernen Leichtigkeit. „Die Mitarbeiter mussten sich erst an die neue Zielrichtung anpassen, doch mittlerweile sind die Identifikation und die Begeisterung in dem 15-köpfigen Team sehr groß“, sagt Ingrid Steiner. „Wir waren so stolz, als 2009 das Land RheinlandPfalz den Bau der bundesweit modernsten Kellerei für unseren Standort bewilligte“, so Ingrid Steiner. Im Rahmen dieser Umstrukturierung entschied


man sich, die historischen Kellereigewölbe in der Innenstadt zu verkaufen. Die moderne, komplett in den Hang gebaute Kellerei fügt sich mit ihrer Architektur optimal in die Landschaft ein und profitiert von der neuesten Kellereitechnologie. Besonders produktschonend fallen die geernteten Trauben von einer Rampe in die tiefer gelegene Presse. Somit unterliegen die geernteten Trauben keiner mechanischen Einwirkung und erleiden dadurch keinerlei Qualitätsminderungen und gelangen als volle Traube in die Presse. Zur weiteren Qualitätssteigerung und Schonung des Ökokreislaufs filtert ein vorgeschaltetes Sieb Insekten und Käfer heraus, die anschließend wieder im

Weinberg ausgesetzt werden. Die neue Kellerei ist ein einzigartiges Vorzeigeprojekt, das zu Lehr- und Forschungszwecken oft besucht wird. Viele weitere Projekte sind bereits in der Planung: Nach dem Umbau des ehemaligen Pferdestalls in eine Vinothek wird sich 2013 daran eine Straußwirtschaft mit einer kleinen Gastronomie anschließen. Eine Bereicherung für Touristen und Einheimische, die neben dem schönen Avelsbacher Tal auch hervorragenden Wein zu schätzen wissen. Die Umstellung auf einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb zum Wohle der Kunden, Mitarbeiter und der Umwelt ist ebenfalls für 2013 avisiert.

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„Die Umwelt schonen.“

Der Straßenverkauf in Zewen

Erdbeer-Spargel-Salat

Ein Rezept von unseren Kunden Hans-Josef und Monika Greif Zutaten: 500 g weißer Spargel Salz Zucker Butter 500 g Erdbeeren 1 Becher Sauerrahm 3 EL Erdbeersaft Saft einer halben Zitrone

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Zubereitung: Den Spargel schälen, in kochendem Salzwasser mit Zucker und Butter garen, abtropfen und abkühlen lassen. Auf die Teller verteilen. Die Erdbeeren waschen, entstielen, abtropfen lassen und vierteln. Über den Spargel verteilen. Aus Sauerrahm, Erdbeersaft, Zitronensaft und Zucker eine Sauce herstellen und diese über den Spargel und die Erdbeeren geben. Fertig ist der Erdbeer-Spargel-Salat. Ein einfaches, schnelles und erfrischendes Gericht.


Hans-Josef Greif auf dem Fundament seiner neuen Kühl- und Lagerhalle

Verwurzelt mit der Region Den Familienbetrieb von Bauer Greif in Zewen kennen und schätzen viele Menschen in der Region. Wer hat nicht selbst schon mal auf dem Weg ins nahegelegene Luxemburg halt gemacht und für die Woche frisches Gemüse und Obst am Holzbüdchen des Bauern direkt an der Hauptstraße in Zewen eingekauft? Je nach Saison variiert sein Angebot: von Rhabarber über Spargel bis hin zu den original Zewener Erdbeeren. Auch die verschiedensten Apfel- und Birnensorten aus eigenem Anbau bieten ein breites Sortiment für jeden Geschmack. An einem sonnigen Tag im März durften wir Familie Greif auf ihrem Hof im kleinen Ortsteil Oberkirch besuchen. Durch eine große Holztür betritt man den Hofladen. Fleißig befüllt Frau Greif die vielen Körbe mit Feldsalat, Möhren, Rosenkohl und Schalotten. Liebevoll beschriftet sie jede Tafel mit den entsprechenden Preisen und Bezeichnungen. Währenddessen bringt ihr Mann Holzkisten, die mit unterschiedlichsten Apfelsorten aus eigenem Anbau gefüllt sind, vom Kühlraum in den Verkaufsraum. Die Regale im Hintergrund sind mit zahlreichen Gläsern mit selbstgemachter Erdbeermarmelade dekoriert. Bauer Hans-Josef Greif übernahm den Traditionsbetrieb 1983 und verwandelte den bis dahin klassischen Mischbetrieb in einen reinen Obst- und Gemüseanbaubetrieb. Das Familienunternehmen

Frau Greif bereitet den Verkauf im Hofl aden vor.

arbeitet seit jeher nach den Richtlinien des „integrierten Obstanbaus Rheinland-Pfalz“. „Die Natur achten und pflegen, um mit ihrer Hilfe eine gute und reiche Ernte einzubringen, ist uns wichtig“, erklärt Herr Greif. „Obstanlagen dienen einer Vielzahl von Insekten, Vögeln und Pflanzen als Lebensraum. Mit dem Ziel, die Artenvielfalt zu erhalten, setzen wir ausschließlich nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel ein.“ Der Verzicht auf boden- und umweltbelastende Mittel fördert das Bodenleben sowie die Humusbildung. Um schadstofffreie, gesunde und aromatische Produkte anzubauen, ist die Bodenbeschaffenheit eine Grundvoraussetzung. Durch den Einsatz besonders umweltverträglicher Kultur- und Pflegemaßnahmen leistet der Bauernhof damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. „Unsere Bemühungen für einen umweltschonenden Obstanbau werden durch das Gütesiegel dokumentiert. Das Zeichen gewährleistet eine hohe Qualität unserer Erzeugnisse bei gleichzeitiger Schonung von Boden, Wasser und Umwelt, damit wir auch weiterhin in Harmonie mit der Natur leben können“, ergänzt Frau Greif. Getreu dem Motto „Wer gesund leben will, muss sich gesund ernähren“ haben sich die Greifs etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Traditionell findet an jedem zweiten Wochenende im Oktober ein Apfelprobiertag statt. Erwachsene und Kinder sind herzlich willkommen, verschiedenste Sorten von Äpfeln zu naschen und ihre Favoriten zu finden. Außerdem kann man viele weitere hauseigene Spezialitäten, wie selbstgemachte Waffeln

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und Kuchen, kosten.“ Von Jahr zu Jahr steigen die Besucherzahlen und der Hof erfreut sich großer Beliebtheit. „Auch die Kinder kommen nicht zu kurz“, erläutert Hans-Josef Greif. „Sie können den bäuerlichen Streichelzoo besuchen oder mit dem Apfelexpress über die Felder fahren.“ Aufgrund der großen Nachfrage hat die Familie vor einigen Monaten ein neues Projekt gestartet: die Vergrößerung des Hofes durch den Neubau einer weiteren Kühl- und Lagerhalle. Hierdurch verspricht sich Herr Greif einfachere und schnelle Arbeitsabläufe. Die Produkte für die Wochenmärkte können in Zukunft direkt in der Kühlhalle zusammengestellt, auf- und abgeladen werden. Das zeitaufwendige Rangieren mit Anhängern in den kleinen Kühlräumen hat dann dieses Jahr im Sommer, wenn der Bau abgeschlossen ist, endlich ein Ende.

Chancen erfolgreich nutzen – Prozesse optimieren Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind seit ihrer Gründung sowie durch ihre genossenschaftliche Ideologie mit der Agrarwirtschaft eng verbunden und verweisen auf langjährige Kundenbeziehungen. Die Volksbank Trier betreut im Firmenkundengeschäft ein breites Spektrum an Betrieben in unterschiedlichen Größenklassen; davon rund 10% im Bereich Agrarbusiness. Dieser geringe Marktanteil

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spiegelt sich auch im bundesweiten Vergleich wider und ist auf die tendenziell rückläufige Zahl der Vollerwerbs- und Nebenerwerbslandwirte zurückzuführen. Branchenübergreifend stellen Geschäftskunden, darunter versteht man kleine und mittlere Unternehmen, mit 72% einen großen Anteil am Kundenportfolio der Volksbank Trier dar. Geschäftskunden sind eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft, die das produzierende Gewerbe, den Handel, das Gastgewerbe, Verkehr sowie Teile der sonstigen Dienstleistungsbranchen mit rund 80% aller Unternehmen abdecken. Charakteristisch für diese Unternehmen ist, dass sie von einem selbstständigen Unternehmer geführt werden, der Leitung und Kapital in einer Hand vereinigt. Er trägt die umfassende Verantwortung und auch das unternehmerische Risiko. Erfolg und damit wirtschaftliche Existenz solcher mittelständischen Unternehmen hängen somit sehr stark von der Leistungskraft, den Fähigkeiten und der Persönlichkeit des Unternehmers selbst ab. Im Hinblick auf die Finanzberatung bedarf es für Geschäftskunden einer Beratung, die private sowie geschäftliche Ziele und Wünsche mit abdeckt. Durch die notwendige Betrachtung der geschäftlichen als auch der privaten Seite des Kunden ergibt sich ein spezielles Anforderungsprofil für die Beratung. Die Volksbank Trier spezialisierte sich bewusst im Firmenkundenbereich auf diese segmenttypischen Anforderungen und bietet mit der Geschäftskundenbetreuung eine aktive und inte-


grative Beratungsqualität. Die Kernelemente dieser Beratungsleistung basieren auf dem ganzheitlichen Ansatz, der die Betreuung in privaten und gewerblichen Lebensphasen umfasst. Durch diese Kontinuität entsteht ein Betreuungskreislauf, bei dem die gesamte finanzielle Situation des Kunden dauerhaft im Fokus steht. Relevante Themen und Bedarfsfelder können so zeitnah berücksichtigt und besprochen werden. Darunter fallen Bedarfsfelder wie „Liquidität“,

„Absicherung“, „Vermögen“, „Vorsorge“ und „Immobilie“. Die Volksbank Trier erweiterte und qualifizierte in den letzten Jahren stetig ihre Beratungsleistung in diesem Bereich und bietet passend zu der Bedarfssituation des Geschäftskunden attraktive und qualitätsgesicherte Produkte. Schlanke Prozesse und eine standardisierte Produktion im Kreditgeschäft führen zur schnellen Kreditentscheidung und damit zur Umsetzung der Kundenwünsche.

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Der kleine "feine Unterschied. " Frau Razen packt die Einkäufe ihrer Kunden liebevoll ein.

Traubentorte Ein Rezept der Konditorei Razen Zutaten: 5 Eier 225 g Butter 100 g Zucker 100 g Marzipanrohmasse 150 g Mehl 50 g Weizenstärke 10 g Backpulver 250 g kernlose Trauben 100 g gehobelte Mandeln Gewürze: Salz, Zitrone, Vanille

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Zubereitung: Butter und Zucker schaumig aufschlagen. Marzipan mit zwei Eiern glattarbeiten und unter die Buttermasse ziehen. Dann die restlichen Eier und die Gewürze hinzugeben. Mehl, Weizenstärke und Backpulver sieben und unter die Masse melieren. Ein Drittel der Masse in eine konische Tortenform streichen, Trauben einfüllen und den Rest der Masse darüberstreichen. Die gehobelten Mandeln aufstreuen und bei 180 Grad eine Stunde lang backen.


Herbert Razen erzählt von der Weltmeisterschaft in Singapur.

Traditionelle Werte bewahren Unweit des Doms in der Trierer Innenstadt gelegen, befindet sich das Café Razen. Seit nahezu 60 Jahren stellt der Familienbetrieb in zweiter Generation aus erlesensten Zutaten und frischen Produkten süße Köstlichkeiten her. Herbert Razen erzählt, wie alles begann: „1953 übernahmen meine Eltern Kaspar und Elisabeth Razen das Café Huster in der Sichelstraße 18. Im Jahr 1970 – als mein Vater bereits über 50 Jahre alt war – wagten sie noch einmal einen Neuanfang und bauten das ehemalige Kolpinghaus in der Sichelstraße 26 zu Café und zur Konditorei um.“

Höhepunkt war die Kochmeisterschaft in Singapur: „Es waren unheimlich schwere Bedingungen damals: Die hohe Luftfeuchtigkeit machte uns sehr zu schaffen. Umso stolzer waren wir, als wir mit Edelmetall nach Hause fahren konnten“, erzählt Herbert Razen begeistert. „Aber ohne die Unterstützung meiner Frau Helga wäre das alles nicht möglich gewesen“, betont er abschließend.

In den 80er Jahren übernahm Herbert Razen dann den väterlichen Betrieb, nachdem er ein Jahr zuvor erfolgreich seinen Konditormeister absolvierte. „Frische, Individualität und Kreativität sind die Basis unseres Erfolgs. Besonders saisonale Spezialitäten wie unser Konditoreneis aus eigener Herstellung kommen besonders gut bei unseren Kunden an“, so Geschäftsinhaber Razen.

Zwölf Stunden täglich, sechs Tage die Woche steht Helga Razen hinter der Kuchentheke im ge schmackvoll-eleganten Verkaufsbereich des Cafés Razen. Dort berät sie ihre Kunden bei der Auswahl der süßen Gaumenfreuden. Neben leckeren Frühstücksvariationen serviert sie zwischen 12.00 und 13.30 Uhr einen herzhaften Mittagstisch. Die leckere Hausmannskost – von Kartoffelsalat mit Würstchen bis hin zu Toast und Quiche – zieht nicht nur Berufstätige, sondern auch Studenten und Schüler, die in ihrer Freistunde essen möchten wie bei Mutter zu Hause, an. Die gute Seele des Betriebes hat trotz des regen Geschäftsbetriebes immer Zeit für ein nettes Wort und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Neben vielen ehrenamtlichen Aufgaben wie der Unterstützung des Prüfungs- und Meisterprüfungsausschusses der Konditoren war der stellvertretende Obermeister Herbert Razen als Patissier in einem regionalen Köcheteam tätig. Das Regionalteam West aus Trier konnte sich mit einer überragenden Leistung in der kalten wie warmen Küche als neue Nationalmannschaft des Verbandes der Köche Deutschlands im Jahr 1998 etablieren.

Herbert und Helga Razen sind stolz auf das, was sie erreicht haben, blicken aber mit einem lachenden und weinenden Auge in die Zukunft: „Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten und müssen uns Gedanken machen, wie es mit dem Betrieb weitergeht! Leider gibt es keinen direkten Nachfolger aus der Familie. Unser Sohn hat sich für einen komplett anderen Berufsweg entschieden und anderer Nachwuchs ist schwer zu finden.“

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Doch die Razens haben vorgesorgt und beschäftigen sich schon seit Jahren mit dem Thema Nachfolgeregelung. Denn die „süße“ Adresse in der Sichelstraße hat sich in den vergangenen Jahren zur „Meisterschmiede“ gemausert. Drei Landesmeister-Titel hat das Café schon abgesahnt. Derzeit arbeiten im Betrieb 15 Personen, davon vier Azubis, die entweder eine Konditorenausbildung absolvieren oder sich für eine Ausbildung zum/zur Konditorfachverkäufer/-in entschieden haben. Damit hat die Familie Razen gute Voraussetzungen geschaffen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und eine/-n qualifizierte/-n Nachfolger/-in zu finden.

Aus allem das Beste machen Wie den Razens geht es vielen mittelständischen Unternehmen. Ob Industrie, Handel oder Dienstleistung: Für viele Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Trier steht die richtige Antwort auf die Nachfolgefrage noch aus. Allein 300 Firmen stehen im heimischen IHK-Bezirk aktuell vor einem Generationswechsel. Erfahrener Partner bei erfolgreichem Generationswechsel ist die Volksbank Trier und unterstützt Sie bei jeglichen Fragen rund um das Thema. „Wenn keine Nachfolgeregelung existiert, ist ein mittelständisches Unternehmen langfristig gefährdet”, spricht Gerhard Dehen, Bereichsleiter Firmenkundengeschäft, das Problem konkret an: „Häufig wird das Thema verdrängt oder einfach versäumt. Und zwar aus verschiedenen Gründen: Der Senior-

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chef kann nicht loslassen oder der Juniorchef traut sich noch nicht so richtig bzw. ist noch gar nicht in Sicht.” Tatsächlich gibt es viele mittelständische Unternehmen, bei denen die nächste Generation noch gar nicht feststeht: Die inhabergeführten Unternehmen werden nicht in jedem Fall von einer neuen Familiengeneration übernommen – sei es wegen fehlenden Nachkommen oder mangelnden Interesses. Vor dem Ruhestand stehende Unternehmer bzw. qualifizierte Arbeitnehmer, die sich für ein berufliches Leben als Selbständiger interessieren, finden in der Volksbank Trier den richtigen Ansprechpartner, die entsprechenden EDV-unterstützten Programme für die Finanzierung des Vorhabens sowie aktuelle Branchenbriefe, um optimal den Weg in die neue Unternehmensgeneration zu finden. „Wir nehmen unsere Aufgabe als Partner des Mittelstandes gerade bei dem Thema Unternehmensnachfolge intensiv wahr”, so Dehen.

Das richtige Werkzeug haben Außerdem bietet die Volksbank Trier mittelständischen Unternehmen einen neuen Service für den plötzlichen Ausfall der Geschäftsführung an. Die Genossenschaftsbank gibt nun Hilfe zur Selbsthilfe: Mit dem „Plan B – der Notfallordner“ bieten wir unseren Kunden Informationen, Tipps, Checklisten und Arbeitshilfen an, die beim unerwarteten Ausfall des Inhabers oder der Geschäftsführung durch Unfall, Krankheit oder Tod weiterhelfen. „Mit dabei ist neben zwei praktischen Register-Ordnern eine CD-ROM, die wie ein Werkzeugkasten funk-


tioniert. Hier gibt es unter anderem Checklisten oder Kalkulationstools“, so Gerhard Dehen. Ein Vorteil: Der „Plan B – Notfallordner“ weist den Inhaber oder die Geschäftsführung frühzeitig auf die wichtigsten Fragen hin und zeigt Wege zur Problemlösung auf. Eile tut oft not: Bereits eine 14-tägige ungeplante Abwesenheit kann für viele Unternehmen schwerwiegende Folgen haben. So haben nur knapp 50% aller Unternehmer für eine Stellvertretung gesorgt. Auch eine Liste der wichtigen Lieferanten und Kunden, Vollmachten für Konten, Passwörter, Codes und PINs für Computer, wichtige Unterlagen und Schlüssel sind in vielen Unternehmen nicht oder nicht sofort auffindbar, wenn der Unternehmenschef durch eine plötzliche Erkrankung oder einen Unfall ausfällt. Noch dramatischer

ist die Situation, wenn der Unternehmensinhaber verstirbt. Hat er keinen letzten Willen formuliert, wird sein Vermögen nach der gesetzlichen Erbfolge verteilt. Häufig geht dann das Unternehmen auf mehrere Erben über. Uneinigkeit zwischen den Erben kann aber die Fortführung des Betriebes blockieren und damit seinen Bestand gefährden. Um dem Unternehmen einen geeigneten Nachfolger zu geben, das Familienvermögen zu sichern, Streit zu vermeiden und die Unternehmensnachfolge steuergünstig zu gestalten, ist deshalb ein Testament oder Erbvertrag unvermeidlich. Dennoch können und sollen viele Fragen trotzdem auch in Zukunft nur im Vieraugengespräch geklärt werden. Dafür sind unsere Mitarbeiter da, dafür stehen sie gerne zur Verfügung.

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„Das Leben an der Sauer genießen." Eingelegte Forellen

Ein Rezept von unserem ehemaligen Mitarbeiter Ulf Bracker Zutaten: 4 Forellen à 250 bis 300 g, 300 ml Weinessig 500 ml Wasser 3 - 5 EL Zucker 3 TL Salz 2 Lorbeerblätter 5 Pfefferkörner 1 TL Senfkörner 3 Wacholderbeeren 2 große Zwiebeln Salz, Pfeffer Mehl Öl

Zubereitung: Die ausgenommenen und geschuppten Forellen salzen und pfeffern. Die Fische in Mehl wenden und in heißem Öl knusprig braten. Die Hälfte des Zuckers in einen Topf karamellisieren lassen, um dem Sud eine braune Farbe zu verleihen. Dann den Essig und das Wasser zugeben. Das Ganze mit den restlichen Zutaten würzen und aufkochen lassen, vom Herd nehmen und die in Scheiben geschnittenen Zwiebeln dazugeben. Dann kann man die Forellen in eine Schüssel legen und mit dem Sud übergießen. Nach ca. 3 Tagen können die Fische mit knusprigen Bratkartoffeln gegessen werden. Das Gericht kann man auch mit Moselfischen zubereiten.

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Erfolgreich Ziele erreichen Ulf Bracker ist seit 2011 in Altersteilzeit und glücklich, seitdem mehr Zeit für seine Familie, seine zahlreichen Hobbys und seine Leidenschaft, das Angeln, zu haben. Auf den Wunsch seiner Eltern, „einen anständigen Beruf zu erlernen“, schloss Ulf Bracker seine Bankausbildung bei der Deutschen Bank ab. Doch die Strukturen der Großbank sagten ihm nicht zu und er wechselte Anfang 1980 zur damaligen Raiffeisenbank Trier, die später mit der Volksbank Trier fusionierte. 31 Jahre lang war Ulf Bracker für die Volksbank Trier in der Kundenberatung tätig, davon lange Zeit in der Geschäftsstelle Trierweiler. „Ich vermisse schon die früheren Kolleginnen und Kollegen. Mit vielen habe ich lange Jahre zusammengearbeitet und es sind daraus oft Freundschaften entstanden. Man konnte sich auf den anderen verlassen, man war Teil einer starken Gemeinschaft. Gerne besuche ich noch heute die früheren Kolleginnen und Kollegen“, erzählt Ulf Bracker. Basierend auf der genossenschaftlichen Grundidee lassen sich unmittelbar Werte für die Unternehmenskultur ableiten, die somit die Personalentwicklung entscheidend prägen. Nachhaltigkeit, Verantwortung, wertorientiertes und ethisches Handeln bilden ein gemeinsames Werteverständnis, das weit über das reine Bankgeschäft hinausgeht und genossenschaftlichen Banken näherliegt als anderen Banken.

Ulf Bracker erinnert sich noch gut an die Frage, die man ihm immer wieder vor der Altersteilzeit stellte: was er wohl mit der vielen freien Zeit anfangen will. „Die meisten waren überrascht, als ich mit einem breiten Grinsen von meinen Plänen und meinen vielen Interessen erzählte“, schmunzelte Ulf Bracker. „Mein Mann hat so viele Talente und Interessen, für die er neben seinem Beruf einfach keine Zeit hatte“, erzählt seine Frau. „Neben der Familie und dem Angeln kegelt er in einem luxemburger Verein, baut Vogelhäuschen, züchtet Kois, renoviert das Haus, gestaltet den Garten mit neu angelegtem Teich oder steht den Nachbarn mit Hilfe zur Seite. Doch seine größte Begeisterung gilt dem Angeln.“ Die Liebe zum Angeln entdeckte Ulf Bracker bereits mit fünf Jahren, als sein Onkel ihn zum ersten Mal zum Angeln an die Sauer mitnahm. Mit elf Jahren trat er einem Angelverein bei, seit 1984 ist er Mitglied im luxemburgischen Angelverein und heutiger Vorstand. 1967 gewann er seinen ersten Pokal im Stippfischwettkampf. 2005 gewann er sogar den ersten Preis „Coupe de la Sûre“ im Stippfischen in Rosport. In Luxemburg ist das aus Frankreich stammende Stippfischen eine weit verbreitete Angelmethode, bei der man eine Rute ohne Rolle benutzt. Diese Rute besteht aus mehreren hohlen, konischen Teilen, die zusammengesteckt eine Länge von bis zu 16,5 Metern erreichen können. Obwohl die

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meisten Ruten aus Karbon gefertigt sind, erlangen sie aufgrund ihrer Länge ein beachtliches Gewicht, das der Angler meist über mehrere Stunden stützen muss. Was man zum Angeln mit der langen Stipprute daher unbedingt benötigt, ist eine passende Sitzgelegenheit. Idealerweise mit eingebauter Halterung für die Rute, Ablagemöglichkeit für Köderbehälter und einer Halterung für die Schleuder. Das Wichtigste ist jedoch, dass der Angler bei korrekter Haltung bequem und entspannt über mehrere Stunden sitzt. Es empfielt sich, unterschiedliche Posen (Schwimmer) an der Angelstelle zu haben, um sich an die vorgefundene Wasseroberfläche, Strömung und Fauna anzupassen. Auch beim Stippen ist der Fangerfolg untrennbar vom richtigen Anfüttern. Die richtige Auswahl und Platzierung des Lockfutters ist dabei ganz entscheidend. Je nach Fischbestand werden die entsprechenden Futterkugeln in periodischen Abständen präzise platziert. Doch erst eine langjährige Erfahrung zeigt, was die Fische wirklich ködert. Jeder Angler schwört auf seine eigene Rezeptur und hütet streng sein Geheimnis. Die Zutaten reichen dabei von Zuckmückenlarven bis hin zu Spekulatiusgewürz. Der Phantasie scheinen für die richtige Rezeptur keine Grenzen gesetzt zu sein, Hauptsache, es schmeckt den Fischen. Angeln ist nicht nur ein kosten-, sondern auch ein zeitintensives Hobby. Bevor Ulf Bracker morgens um sechs Uhr in seinem vollgepackten Renault Twingo zum Wettangeln fährt, liegen eine

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umfangreiche Vorbereitung und mehrere Stunden in seinem Hobbykeller hinter ihm. Mittels Startkarten werden die Angelplätze vergeben. Die meisten Angelstellen sind mit dem Auto nicht direkt anzufahren und oft durch Radwege beengt, was das Ausladen und den Aufbau des Zubehörs an der Uferstelle erheblich erschwert. Kondition ist jedoch vor allem während des dreistündigen Wettkampfs gefragt: drei Stunden lang die kiloschwere Stipprute richtig positioniert zu halten. Ist dann ein Fisch am Hacken, gilt es, seine Kampfkraft einzuschätzen, um den Fisch in den Kescher zu balancieren. Ein Wettkampfteilnehmer angelt im Durchschnitt jährlich 120 kg Lebendfisch. Gewertet wird das gesamte Fanggewicht pro Teilnehmer. Bereichern können sich die Teilnehmer an den Preisgeldern im Wettkampfangeln nicht, sie reichen gerade dafür aus, um die Kosten für das Futter zu decken. Etwas entspannter und ohne Erfolgsdruck trifft sich Ulf Bracker einmal pro Woche mit acht weiteren Freunden zum Forellenfang. Gut gelaunt in netter Gesprächsrunde fischen die Männer eine Forelle nach der anderen. An manchen Tagen ist auch hier Ulf Bracker, der im Durchschnitt bis zu 30 Forellen fängt, mit vorne dabei. Seinen Fang teilt er gerne mit Freunden und Nachbarn: fangfrisch oder geräuchert. Nach eigenem Rezept wird die Forelle mit frischen Kräutern und Gewürzen mariniert, bevor sie für zwei Stunden in den Räucherofen in der Scheune wandert. Eine beliebte Delikatesse. Nicht weniger beliebt jedoch etwas aufwendiger in der Zubereitung sind Ulfes


„eingelegte Fische“. Er selbst isst die Forellen am liebsten mit frischen Kräutern mariniert vom Grill. „Der Nachschub an Forellen ist im Hause Bracker immer gesichert“, scherzt seine Frau. Im Juni dieses Jahres wird er sich seinen lang gehegten Traum erfüllen: Mit Angelfreunden wird er nach Dänemark zum Hochseeangeln fahren. Die

zum Hochseefischen benötigten Bleie, um die Schwimmer und den Köder gegen die Strömung unter Wasser zu halten, hat Ulf Bracker bereits in den ruhigen Wintermonaten selbst gegossen. Er hofft dort, den Dorsch und Kabeljau mit Garnelen und mit dem nach eigenem Rezept hergestellten Futtermittel zu ködern.

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„Flexibel sein.“ Käse-Porree-Suppe

Ein Rezept von der Familie Schöben

Zutaten für 10 Personen: 500 g Bratwurstmett 500 g Hackfleisch 4 Zwiebeln 6 Stangen Lauch 1 große Dose Champignonscheiben 300 g Sahneschmelzkäse 300 g Kräuterschmelzkäse ½ l Brühe

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Zubereitung: Von dem Porree die Außenblätter entfernen und die Wurzelenden und das dunkle Grün abschneiden, die Stangen gründlich waschen, abtropfen lassen und in feine Ringe schneiden. Öl in einem großen Topf erhitzen und das Gehackte darin anbraten, dabei die Fleischklümpchen mit einer Gabel oder einem Kochlöffel zerdrücken und mit Salz und Pfeffer würzen. Porreeringe hinzufügen und kurz mit dünsten. Fleischbrühe hinzu gießen, alles zum Kochen bringen und etwa 15 Minuten mit Deckel bei mittlerer Hitze garen. Champignons in einem Sieb abtropfen lassen und hinzufügen. Schmelzkäse unterrühren und in der heißen Suppe schmelzen lassen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.


In der Nähe von Trier, etwas höher gelegen als der Nachbarort Trierweiler, liegt im Nordwesten der kleine Ort Udelfangen, der früher für seinen Sandsteinabbau weit über die Eifelregion hinaus bekannt war. Verbaut wurde der Sandstein im Reichstag Berlin, im Bahnhof in Leipzig, im Heidelberger Schloss, im Mainzer Hauptbahnhof, im Königspalast in Den Haag und natürlich auch in Udelfangen. Heute hat der Sandsteinabbau für den Ort an Bedeutung verloren und die kleine Gemeinde mit 300 Einwohnern besteht aus einem alten Ortskern, einem Neubaugebiet und zwei Landwirten. Einer davon ist Werner Schöben, der seit 1990 gemeinsam mit seiner Frau einen Schweinezuchtbetrieb betreibt. Der gelernte Landwirt und Landwirtschaftsmeister führt seinen Betrieb nach modernsten Standards und unterliegt der QSQualitätsprüfung. QS ist das weltweit größte Prüfsystem für sichere Lebensmittel, das alle Akteure der Lebensmittelproduktion – vom Landwirt bis zur Ladentheke – einbindet. Bei der Schweineaufzucht verwendet Werner Schöben nur qualitativ hochwertige und biologische Futtermittel wie Getreide, Weizen und Gerste aus eigenem Anbau. In dem modernen Stall mit computergesteuerter Entlüftungsanlage hält er artgerecht und unter Einhaltung aller Richtlinien in Gruppenhaltung rund 100 Zuchtsauen und zahlreiche Ferkel. Die Gruppenhaltung ist ein tiergerechtes Haltungsverfahren, das dem arttypischen Verhalten der Schweine entspricht. Allerdings stellt die Gruppenhaltung den Landwirt hinsichtlich der Tierbe-

treuung vor größere Herausforderungen als die Einzelhaltung. Da Schweine sehr empfindliche Tiere sind, ist bei der Haltung neben zunehmender Nutzung technischer Lösungen stets auf das Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung gezielt zu achten. Werner Schöben produziert exklusiv für zwei Metzger aus der Region, die genau wie er der Qualität den Vorrang einräumen. Er produziert für Verbraucher, die wissen, das Qualität auch ihren Preis hat. Die Gewinne aus der Schweinehaltung sind für die Landwirte sehr schwer zu kalkulieren. Der Markt für Schweinefleisch unterliegt bisher keinen Regelungen der EU, sondern funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Generell ist die Preisspanne bei der Schweinezucht gering und die Preise reagieren sehr sensibel auf Störfaktoren wie z. B. Weizenknappheit, Dioxin-Skandal oder Überproduktionen aus den Nachbarländern. Diese Faktoren wirken sich tief greifend auf das Konsumverhalten der Verbraucher aus, was die Preisbildung beeinflusst. Diese periodischen Schwankungen auf der Preisbzw. Angebotsseite, die nicht nur auf Schweinefleisch, sondern auch auf andere Agrarprodukte zutreffen, fasst man unter dem Begriff des Schweinezyklus zusammen. Der Schweinezyklus ist seit Jahrzehnten bekannt, und eigentlich kann man vom wirtschaftlichen Denken der Landwirte ein antizyklisches Verhalten erwarten. Das wird jedoch in der Realität sehr stark erschwert, ja zum Teil unmöglich gemacht. Die Schwankungen der

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Preise treten in der gesamten EU und da auch häufig zeitversetzt zueinander auf. Aufgrund der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), der Agrarreform von 1992 und der EU-Reform von 2000 sind die Landwirte zusätzlich in ihrem Spielraum stark eingeschränkt. Keine rosigen Aussichten für die Landwirte. Die Frage stellt sich, warum es manchen dennoch gelingt, einen erfolgreichen Betrieb zu führen, und manche sogar ihren Betrieb vergrößern. Werner Schöben hat für sich seine Lösung gefunden, um trotz des hohen Risikos und des engen Netzes an Verordnungen wirtschaftlich erfolgreich und abgesichert zu sein. Er konzentriert sich nicht ausschließlich auf die Schweinezucht, sondern setzt auf zusätzliche Standbeine wie den Anbau von Raps, die Lohnmäharbeit und die Ausübung der Milchkontrolle. In der Planung ist bereits ein weiteres Standbein, der Bau einer Photovoltaikanlage, die den Hof energetisch autark machen wird und zudem Strom zur Weitervermarktung produzieren wird. Flexibilität und Kreativität sind gefragt. Sein Konzept scheint zu funktionieren, auch wenn dies stets mit neuen Investitionen, wenig Freizeit und der Mithilfe der Familie verbunden ist. „Die Volksbank Trier ist mir in den Fragen der Finanzierung und Risikoabsicherung ein starker und verlässlicher Partner. Meine Bankberaterin macht sich selbst vor Ort ein Bild von meiner Arbeit und trifft die Entscheidung nicht nur vom Schreibtisch aus. Das gibt mir ein gutes Gefühl und lässt mich auf ihre Beratung vertrauen“, so Werner Schöben.

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Die Kernelemente der Beratungsleistung der Volksbank Trier basieren auf einem ganzheitlichen Ansatz. Sie umfasst die Betreuung in allen unternehmerischen und privaten Lebensphasen. Mit der Systematik der Ganzheitlichkeit entsteht ein Betreuungskreislauf, in dem die Bank im ständigen Dialog mit dem Kunden steht. Dabei steht die gesamte finanzielle Situation des Kunden dauerhaft im Fokus und gewährleistet, alle relevanten Themen bzw. Bedarfsfelder zeitnah zu berücksichtigen. Durch den ständigen Dialog können veränderte Rahmenbedingungen rechtzeitig erkannt, thematisiert und die finanziellen Gegebenheiten zeitnah angepasst werden. Das Agrarbusiness ist ein Geschäftsbereich, in dem gerade die Volksbanken und Raiffeisenbanken auf eine langjährige Kundenbeziehung und tief greifende Erfahrungen zurückgreifen können. Die Genossenschaftsbanken sind seit ihrer Gründung eng mit der deutschen Agrarwirtschaft verbunden. In der Unterstützung des Agrarmarktes leisten die Genossenschaftsbanken einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft und üben somit auch ihren genossenschaftlichen Förderauftrag aus. Gerade die Tierhaltung ist die Haupteinkommensquelle in der deutschen Landwirtschaft. Rund 60% der Erlöse der deutschen Landwirtschaft stammen aus dem Verkauf von Erzeugnissen der Tierhaltung. Deutschland ist mit einem Anteil von fast 20% der größte Schweinefleischerzeuger in der EU und mit 15% der zweitgrößte Erzeuger von Rind- und Kalbfleisch. Im Durchschnitt werden in


Deutschland rund 398 Schweine je Betrieb gehalten, wobei die Betriebsgröße regional sehr verschieden ist. Die Rolle der Landwirtschaft für die Volkswirtschaft darf nicht wegen des geringen Anteils der Arbeitskräfte unterschätzt werden. Neben der großen Fläche, die von Landwirten genutzt wird, sind es vor allem die vor- und nachgelagerten Betriebe, die die Bedeutung der Landwirtschaft in der Volkswirtschaft ausmachen. Jeder neunte Arbeitsplatz, d.h. viermal mehr Arbeitsplätze, als in der Landwirtschaft selbst bestehen, hängen von der Landwirtschaft ab, ob in der vorgelagerten Produktion von Futtermitteln und landwirtschaftlichen Maschinen oder in der nachgelagerten, d.h. dem Kauf und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.

Besonders deutlich allerdings wird die Rolle der Landwirtschaft, wenn man sieht, dass über 90% der hier im Handel angebotenen Lebensmittel ganz oder teilweise aus Deutschland stammen. Bis zum Beginn der Neuzeit lebten und arbeiteten auch in Deutschland etwa 90% der Bevölkerung auf dem Land. Früher haben die Landwirte viele verschiedene Produkte erzeugt, weil sie weitgehend Selbstversorger waren und das Risiko von Totalverlust, z. B. durch Unwetter, Schädlingsbefall und Missernten, verringern wollten. Heute haben sich in Deutschland und Europa die Betriebe weitgehend spezialisiert und der Wirtschaftsstruktur so stark wie möglich angepasst. Heute produzieren etwa 2% der Erwerbstätigen über 90% der nachgefragten Lebensmittel.

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„Eine starke Gemeinschaft.“ von links nach rechts: Josef Scholtes, Erni Thesen, Denis Duhme, Beatrix Biewer, Gerd Biewer

Herzhafte Giersch-Käse-Torte Ein Rezept von Beatrix Biewer Zutaten für 10 Personen: 100 g Weizenvollkornmehl 100 g Weizenmehl 80 g Butter 3 EL Milch 1 TL Backpulver 1 Prise Salz

Zutaten für die Füllung: frische, junge Gierschblätter (alternativ Bärlauchblätter) 50 g Schinkenwürfel 1 Knoblauchzehe 50 g Kochschinken (gewürfelt) 4 Eier 1 Päckchen Sahne 125 g geriebener würziger Käse (z. B. Gruyère) Salz, Pfeffer 1 Schuss Wein

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Aus den Zutaten einen Mürbeteig herstellen, ca. 30 Minuten ruhen lassen, anschließend ausrollen, eine Springform auslegen, ca. 4 cm Rand hochziehen.

Die Schinkenwürfel in einer Pfanne mit etwas Öl auslassen, Knoblauch hinzufügen. Sahne und Eier verquirlen. Kochschinken, abgekühlte Schinkenwürfel, die Hälfte des Käses, Wein, Salz, Pfeffer und die kleingeschnittenen Gierschblätter dazugeben, gut verrühren und die Masse in die Springform geben. Mit dem restlichen Käse bestreuen. Bei 180 Grad ca. 35 Minuten backen. Weinempfehlung 2011er Leo‘s Riesling, Hochgewächs trocken, 4,60 EUR 2011er Kaseler Kehrnagel, Riesling Spätlese trocken, 6,50 EUR


„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“ Aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus gründeten am 8. September 1934 Winzer aus dem Ruwertal die Winzergenossenschaft in Kasel. Die Idee, sich gegenseitig zu helfen und die Weine gemeinsam zu vermarkten, begeisterte schnell auch andere Winzer. Zwei Jahre später zählte die Genossenschaft 38 Mitglieder; sogar aus den Nachbarorten Mertesdorf und Waldrach. 1938 erfolgte der Erwerb der bestehenden Wirtschaftsgebäude mit den Gewölbekellern in der Schulstraße in Kasel. Heute zählt die kleinste eingetragene Genossenschaft Deutschlands 20 Mitglieder und bewirtschaftet eine Anbaufläche von drei Hektar. Alle sind engagierte und motivierte Winzer im Nebenerwerb oder im Ehrenamt tätig. Was zunächst schleichend begann, wurde Anfang 2010 eklatant sichtbar: Die einst gepflegten Weinberge gleichen Flickenteppichen aus noch bewirtschafteten Flächen und gerodeten Brachen. Seit zwei Jahrzehnten ist der Weinbau an der Ruwer im Rückzug, da die Anbauflächen oft zu klein sind und aufgrund ihrer starken Steillage kaum maschinell zu bewirtschaften sind. Für den Haupterwerb werden diese Flächen somit unrentabel. Als Hoffnungsträger erschienen Mitte 2010 fünf Hobbywinzer, die von der Stilllegung bedrohte Parzellen übernahmen und für den Nebenerwerb die Weinbautradition fortführten. Möglich ist dies nur im Rahmen einer starken Gemeinschaft, im Zusam-

menhalt der Winzergenossenschaft Kasel. Noch heute — selbst 75 Jahre nach der Gründung – unterstützt die Winzergenossenschaft Klein- und Kleinstwinzer, übernimmt den gemeinsamen Ausbau und die Vermarktung des Weins. In der Erzeugung setzen die Mitglieder statt auf Masse lieber auf Exklusivität und Qualität. Josef Scholtes aus Waldrach ist eines von rund 20 Mitgliedern der Winzergenossenschaft. Er war als Angestellter in der Weinwirtschaft tätig. Der Rentner bewirtschaftet nun 750 Quadratmeter auf der Waldracher Krone: „Ich suchte eine sinnvolle Beschäftigung. Der Zusammenhalt der Winzergenossenschaft Kasel gefällt mir sehr und ich hoffe, durch das gemeinsame Engagement zu einer Renaissance der Ruwerweinwirtschaft beitragen zu können.“ Ein weiteres Mitglied ist Denis Duhme aus Lampaden. Er ist Weinakademiker und DiplomHolder des Wine & Spirit Education Trust (WSET). Er betreibt eine Weinschule „weinintensiv“ in Köln. Er bewirtschaftet zwei Parzellen der Lage Mertesdorfer Herrenberg mit insgesamt 1.600 Quadratmetern und vermarktet ebenfalls über die Winzergenossenschaft: „Wein ist mein Hobby, Riesling meine Leidenschaft, und ich wollte selbst etwas gestalten.“ Mit den Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken der Ruwerregion beschäftigte sich Denis Duhme in seiner Diplom-Arbeit „Quo vadis, Ruwer“: Mit Änderung des Weinbaugesetzes 2007 wurde die Anbauregion „MoselSaar-Ruwer“ in „Mosel“ umbenannt. Somit dürfen

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die Namen der Teilregionen nicht mehr auf dem Weinetikett erscheinen. Duhme sieht für die Ruwerregion trotz strukturell schwieriger Rahmenbedingungen gute Chancen, sich innerhalb der Moselanbaugebiete zu positionieren. Das klare Profil des Weinstils als auch der Weinregion sind dabei ausschlaggebend. Das qualitative Image der Ruwerweine ist sehr gut und von führenden Weingütern geprägt. Der Ruwerwein zeichnet sich durch seine frische Säure und den leichten Alkoholgehalt aus; in dieser Kombination ist er einzigartig auf dem deutschen Markt. Als wesentliche Voraussetzung für das Gelingen sieht Duhme die Zusammenarbeit der Winzer. Von diesem „Miteinander“ macht er es abhängig, wie sich die Region entwickeln wird. Anfang 2011 entschied sich die Winzergenossenschaft, ihren Weinen zudem ein moderneres und ansprechenderes Aussehen zu verleihen. Die Designstudentinnen Annick Kiefer, Birgitt Schott und Stephanie Zepp kreierten den neuen Markenauftritt. Ein neues Logo, neue Etiketten, Briefbögen, Visitenkarten und eine neue Internetseite wurden gestaltet. Die künftigen Etiketten in Kombination mit der richtigen Flasche transportieren auch für das Auge die Qualität des Produkts: Riesling kommt in einer schlanken, olivgrünen Schlegelflasche zum Verbraucher, Rivaner in der weißen Bordeauxflasche. Nach der Lage benannte Weine sind mit schlichten weißen Etiketten mit stilisiertem „K“ versehen. Die Gutsweine sind originellerweise nach den Vornamen der Genossenschaftsmitglieder benannt wie Anne, Leo oder Jupp. Im

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Rahmen des Redesigns beschlossen die Mitglie der, sich in „Weinmanufaktur“ Kasel umzubenennen, damit Name und Außenauftritt im Einklang stehen. Erhältlich sind die Weine natürlich in der Weinmanufaktur in Kasel sowie im Bio-Supermarkt „WASGAU“. Sehr stolz ist die Genossenschaft darauf, dass das Fünfsternehotel „Schloss Montabaur“ und Sitz der bundesweiten Akademie der Deutschen Genossenschaftsbanken ihre Weine auf der Karte führt. Gerd Biewer, erster Vorsitzender der Weinmanufaktur Kasel, und seine Frau Beatrix Biewer, Geschäftsführerin der Weinmanufaktur, planen für August 2012 die Eröffnung eines Vinocafés in Kasel. Das angrenzende Haus der damaligen Raiffeisenbank Waldrach wurde komplett entkernt und umgebaut. Das Vinocafé wird neben den Weinen der Weinmanufaktur dreimal die Woche kleine Speisen anbieten. „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“ ist die Idee der Gründerväter der Volksbanken und Raiffeisenbanken Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Diese Grundidee, dass viele kleine Partner mehr erreichen und besser ihre Interessen verwirklichen, wenn sie sich zusammentun, hat sich über viele Jahrzehnte bewährt. Diese demokratische, auf Transparenz und Mitbestimmung setzende Philosophie erlebt zurzeit eine Wiederentdeckung in unserer Gesellschaft. Aktuell zeigt sich gerade in der Finanzmarktkrise, wie stabil, tragfähig und auch verlässlich das Modell Genossenschaftsbanken ist. Hört man derzeit die


Rufe nach verantwortlichem Wirtschaften, vertrauensvollen Bankern und einem weniger renditefixierten Geschäftsmodell, führt der Weg zu den Volksbanken und Raiffeisenbanken. Denn sie gehören nicht anonymen institutionellen Investoren, sondern rund 17 Millionen deutschen Bürgerinnen und Bürgern, denen sie sich verpflichtet fühlen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Mehr als jeder fünfte Bürger identifiziert sich bereits mit seiner Volksbank bzw. Raiffeisenbank. Die Mitglieder bilden bei jeder Bank die breite Basis. Als Summe vieler einzelner Teilhaber sind sie Eigentümer der Bank und können auch über deren Ausrichtung mitbestimmen. Genossenschaftliche Banken haben einen klaren Förderauftrag: Sie dienen der Förderung ihrer Mitglieder. Die Genossenschaftsbanken verstehen sich als Wertegemeinschaft, deren Ziele über reine Wirtschaftsbetriebe hinausgehen. Zu diesen Werten zählen: Gemeinschaft, Partnerschaftlichkeit, Vertrauen, Fairness und Verantwortung.

Man könnte vermuten, dass die Vereinten Nationen — im Zeichen wirtschaftlicher Instabilität — ganz bewusst das Augenmerk auf das tragfähige Modell der Genossenschaftsbanken gelegt haben. Sie erklärten das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“. Aber natürlich hört dies bei Weitem nicht bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken auf. Die genossenschaftliche Idee zieht noch viel größere Kreise. Sei es bei der Entwicklung wirtschaftlicher Mikrostrukturen in Entwicklungsländern, sei es bei der dezentralen Verbreitung erneuerbarer Energien oder sei es auch bei der flächendeckenden Gesundheitsversorgung. Egal, wohin man blickt, man findet Genossenschaften in nahezu allen Bereichen. Sehr oft als kooperativer Zusammenschluss vieler kleiner, voneinander unabhängiger Partner, die aus der Gemeinschaft heraus gestärkt agieren.

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Leistungsbericht der Volksbank Trier eG

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Geschäftliche Entwicklung 2011 der Volksbank Trier eG Bilanz (in TEUR) Aktiva

2011

2010

Barreserve

16.302

15.491

Forderungen an Kreditinstitute

37.683

17.606

484.570

462.286

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

93.847

87.102

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

55.270

66.824

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften

20.894

19.881

148

148

19.478

24.075

85

75

11.046

10.609

5.071

3.614

360

448

744.754

708.159

2011

2010

157.980

137.171

Forderungen an Kunden

Anteile an verbundenen Unternehmen Treuhandvermögen Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen Sonstige Vermögensgegenstände Rechnungsabgrenzungsposten Summe der Aktiva

Passiva Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

501.127

482.757

• Spareinlagen

219.059

229.110

• Sichteinlagen

203.942

185.934

78.127

67.713

Treuhandverbindlichkeiten

19.478

24.076

Sonstige Verbindlichkeiten

1.105

2.082

840

1.072

14.447

14.044

4.000

3.200

45.777

43.757

• gezeichnetes Kapital

11.820

11.610

• Ergebnisrücklagen

31.450

29.740

2.507

2.407

744.754

708.159

• Termineinlagen

Rechnungsabgrenzungsposten Rückstellungen Fonds für allgemeine Bankrisiken Eigenkapital

• Bilanzgewinn Summe der Passiva

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Das Geschäftsjahr 2011 im Überblick

Entwicklung der Gesamtwirtschaft 2011 hat sich die deutsche Wirtschaft weiter von der schweren globalen Rezession der Jahre 2008 und 2009 erholt. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist preisbereinigt um 3,0% gewachsen, nachdem es bereits im Jahr 2010 um 3,6% anstieg. Treibende Kraft hierfür war in erster Linie die hohe inländische Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern. Zum Jahresende 2011 verlor der konjunkturelle Auftrieb jedoch an Schwung. Ursache ist die noch immer ungelöste Staatsschuldenkrise in Europa und in den USA sowie das geringe Expansionstempo der Weltwirtschaft. Infolge der erfreulichen konjunkturellen Entwicklung hat sich die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin positiv entwickelt. Die Arbeitslosenzahl ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit auf 2,98 Millionen gesunken. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,1%. Die Inflationsrate, gemessen an der Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahr, lag im Jahresdurchschnitt bei 2,3% und ist im Vergleich zum Vorjahr auf das Doppelte angestiegen. Maßgeblich für die Teuerung waren vor allem die Energiepreise, die im Durchschnitt um 10,0% anstiegen. Die Europäische Zentralbank erhöhte den Leitzins im April und Juli 2011 um jeweils 0,25%-Punkte auf 1,5%. Dies waren die ersten Zinserhöhungen seit Sommer 2008. Die Europäische Zentralbank reagierte im vierten Quartal 2011 auf die hohe Verunsicherung am europäischen Rentenmarkt sowie auf die sich abzeichnende Verschlechterung der konjunkturellen Situation und senkte den Leitzins in zwei Schritten wieder auf 1,0% ab. Zusätzlich beschloss der EZBRat geldpolitische Sondermaßnahmen. So wurden zum Beispiel erstmals in der Geschichte langfristige Refinanzierungsgeschäfte mit einer Dauer von drei Jahren angeboten. Die Aktienmärkte wurden von der zunehmenden Befürchtung einer Verschärfung der Staatsschuldenkrise im zweiten Halbjahr 2011 negativ beeinflusst. Der DAX verlor nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte knapp ein Viertel seines Wertes und schloss am 31. 12. 2011 mit einem Stand von 5.898 Punkten.

Dies entspricht einem Kursverlust von 14,7% im Vergleich zum Jahresultimo des Vorjahres. Entwicklung der Volksbank Trier eG Das Gesamtkundenvolumen, die Summe aller Kredite, die durch uns vergeben und vermittelt werden, sowie aller Geldanlagen in unserem Hause und bei unserer FinanzGruppe, konnte wie in den Vorjahren auch im Jahr 2011 gesteigert werden. Das Gesamtkundenvolumen wuchs um 1,6% auf 1,532 Milliarden Euro zum 31. 12. 2011 an. Die Bilanzsumme stieg um 36,6 Millionen Euro auf 744,8 Millionen Euro. Passivgeschäft/Kundeneinlagen Die Einlagen sind wie in den Vorjahren auch im Geschäftsjahr 2011 deutlich gestiegen. Durch die attraktiven Anlagemöglichkeiten konnten die Kundeneinlagen um 18,4 Millionen Euro auf 501,1 Millionen Euro ausgebaut werden. Der stetige Zuwachs der Einlagenseite über die letzten Jahre spiegelt wider, dass wir in der Region Trier als zuverlässige und vertrauenswürdige Bank wahrgenommen werden. Aktivgeschäft/Kreditgeschäft Ein deutliches Plus kann die Volksbank Trier auch bei der Vergabe von Krediten verzeichnen. Die bilanziellen Kundenforderungen konnten aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung und der entsprechenden Kreditnachfrage um 22,3 Millionen Euro auf 484,6 Millionen Euro ausgebaut werden. Dies verdeutlicht, dass die Volksbank Trier ein zuverlässiger und wichtiger Ansprechpartner für Investitionen in der Region Trier ist. Das bilanzielle und vermittelte Neukreditgeschäft betrug insgesamt 147 Millionen Euro, wovon 127 Millionen Euro auf das bilanzielle Neukreditgeschäft entfallen. Die Aufteilung nach Kundengruppen bzw. Verwendungszwecken sieht wie folgt aus: 57 Millionen Euro Kredite an Firmenkunden, 38 Millionen Euro Kreditvolumen zur Baufinanzierung, 2 Millionen Euro für private Investitionen und 30 Millionen Euro an Gewerbekunden. Insgesamt wurden im Jahr 2011 ca. 1.700 qualifizierte Kreditanträge in der Volksbank Trier bearbeitet.

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Dienstleistungsgeschäft/Wertpapiergeschäft Das Vermittlungsgeschäft mit unserem Verbundpartner TeamBank hat sich außerordentlich erfreulich entwickelt. Der Bestand konnte um 22,7% bzw. 2,9 Millionen Euro auf 15,7 Millionen Euro gesteigert werden. Bei unserem Verbundpartner Bausparkasse Schwäbisch Hall AG erhöhte sich der Bauspareinlagenbestand um 5,9 Millionen Euro auf 61,6 Millionen Euro. Der Gesamtbestand der Anlagekonten bei unserem Verbundpartner Union Investment verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Millionen Euro auf 143,9 Millionen Euro. Der auf unsere Tochtergesellschaft Volksbank Trier Immobilien GmbH übertragene Geschäftszweig Immobilienvermittlung entwickelte sich auch 2011 positiv. Es wurden 167 Objekte mit einem Kaufpreisvolumen von 30 Millionen Euro vermittelt. Die Betreuung unserer Kunden im Bereich des Versicherungsgeschäftes durch die Volksbank Trier Versicherungs-Service GmbH wurde weiter ausgebaut. So schloss die Gesellschaft im Jahr 2011 308 neue Maklerverträge ab und tätigte rund 800 neue Versicherungsabschlüsse. Unsere Tochtergesellschaft Volksbank Trier Grundstückserschließungsgesellschaft mbH vermarktete im Jahr 2011 Baugrundstücke in Fell und Hetzerath. Ertragslage Die Ertragslage der Volksbank Trier entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufriedenstellend. Das Betriebsergebnis vor Bewertung, wurde um 0,3 Millionen Euro auf 7,0 Millionen Euro gesteigert. Der Zinsüberschuss betrug 20,7 Millionen Euro bei einer Zinsspanne von 2,68% der durchschnittlichen Bilanzsumme. Dies ist eine Steigerung um 1,0 Millionen Euro zum Vorjahreswert. Der Provisionsüberschuss reduzierte sich um 4,3% auf 7,1 Millionen Euro. Der Personalaufwand wurde im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro reduziert. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind hingegen um 0,6 Millionen Euro auf 7,0 Millionen Euro angestiegen. Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis (CostIncome-Ratio) verbesserte sich von 74,9% auf 74,3%. Der Risikovorsorge wurde ausreichend Beachtung geschenkt. Im Geschäftsjahr 2011 konnten 0,3 Millionen Euro Ertrag aus Bewertungsänderungen im Kreditbereich generiert werden. Das Wertpapierergebnis war mit 3,4 Millionen Euro negativ. Für das Geschäftsjahr 2011 ergibt sich ein Jahresüberschuss von 2,5 Millionen Euro.

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Investitionen Mit einer gesamten Investitionssumme von rund 1,8 Millionen Euro wurden die beiden Geschäftsstellen in Kordel und Föhren im Jahr 2011 entsprechend dem Geschäftsstellenkonzept der Volksbank Trier umgebaut und modernisiert. Die freundliche Gestaltung der Beratungsräume sowie die Unterstützung des Zahlungsverkehrsangebotes mittels modernster Technik standen hierbei im Vordergrund. Für das Jahr 2012 ist eine Modernisierung der Geschäftsstellen Trier-Stockplatz und Trierweiler vorgesehen. Personal Die Volksbank Trier beschäftigte in der Unternehmensgruppe (einschließlich Tochterunternehmen) zum Jahresende insgesamt 264 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon absolvieren 20 Nachwuchskräfte eine Ausbildung in den fünf angebotenen Ausbildungsberufen. Im Bankbereich betrug die Anzahl der Beschäftigten 240, wobei mehr als die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Betriebszugehörigkeit von bereits über zehn Jahren aufweisen. Die qualifizierte Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt für die Volksbank Trier einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. So wurden im Jahr 2011 im Rahmen eines zielgerichteten Personalentwicklungskonzeptes für Fortbildungsveranstaltungen an den genossenschaftlichen Bildungseinrichtungen, bei der Rechenzentrale sowie in internen Weiterbildungsmaßnahmen insgesamt 787 Tage investiert. Ausblick Aufgrund der aktuellen Prognosen sehen wir dem Geschäftsjahr 2012 positiv entgegen. Zudem hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass gerade bei unsicheren Entwicklungen an den Finanzmärkten das Vertrauen der Menschen in das einzigartige genossenschaftliche Geschäftsmodell stark ausgeprägt war und die genossenschaftliche FinanzGruppe dadurch enorm profitieren konnte. Unsere Position als kundenorientierter, qualitätsorientierter und regionaler Finanzdienstleister wollen wir 2012 weiter ausbauen. Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die Menschen, also unsere Mitglieder und Kunden. Die Optimierung der Betreuungsqualität ist unser oberstes Ziel. Dieses werden wir durch flexibles und auf die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Mitglieder und Kunden ausgerichtetes Handeln auch in diesem Jahr realisieren.


Gewinn- und Verlustrechnung (in TEUR) 2011

2010

Zinserträge

29.305

27.839

Zinsaufwendungen

10.787

9.862

Erträge aus Aktien und Beteiligungen

2.136

1.698

Provisionserträge

7.667

7.931

548

489

0

8

2.012

1.306

12.518

13.108

Andere Verwaltungsaufwendungen

6.984

6.407

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

1.165

1.076

860

803

4.474

2.429

7

6

3.791

4.598

993

1

1.493

2.213

800

0

2.491

2.384

16

22

2.507

2.406

Provisionsaufwendungen Nettoaufwand des Handelsbestands Sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand

Sonstige betriebliche Aufwendungen Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen Überschuss der normalen Geschäftstätigkeit 1

Außerordentliche Erträge Steuern

Einstellungen in Fonds für allgemeine Bankrisiken Jahresüberschuss Gewinnvortrag aus dem Vorjahr Bilanzgewinn

Der vollständige Jahresabschluss wurde mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss, der Lagebericht, der Bericht des Aufsichtsrates sowie der Vorschlag für und der Beschluss über die Verwendung des Ergebnisses werden beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht. Im Fall der Angabe von aggregierten Zahlen (in TEUR) kann es zu Rundungsdifferenzen kommen. 1

Vorjahr: Außerordentliche Aufwendungen

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Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat und die von Ihm gebildeten Ausschüsse haben im Jahr 2011 ihre nach Gesetz und Satzung vorgeschriebene Aufgabe, die Geschäftsführung des Vorstandes zu überwachen, wahrgenommen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in insgesamt neun gemeinsamen Sitzungen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die laufende Geschäftsentwicklung informiert. Darüber hinaus tagten die im Aufsichtsrat gebildeten Ausschüsse in insgesamt 23 Sitzungen. Aufgrund dieser umfangreichen Tätigkeit war der Aufsichtsrat jederzeit in der Lage, seine Überwachungsfunktion zu erfüllen. Eine nicht alltägliche Aufgabe war darüber hinaus zu bewältigen: Bedingt durch das Ausscheiden des Vorstandes Wolfgang Junkes zum 31. 05. 2012 aus seiner aktiven Tätigkeit war über dessen Nachfolge zu entscheiden. Im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung bestätigte sich der hohe Stellenwert der Volksbank Trier in der Bankenlandschaft. Insgesamt 57 Bewerber strebten eine Vorstandstätigkeit in unserer Genossenschaft an. Nach einem aufwendigen Verfahren entschied sich der Aufsichtsrat im Einvernehmen mit dem Vorstand, dessen Vorstellungen Beachtung fanden, Herrn Norbert Friedrich zum weiteren Mitglied des Vorstandes der Volksbank Trier eG ab dem 01. 06. 2012 zu ernennen. Herr Friedrich stammt aus der Region und hat über viele Jahre hinweg verantwortliche Funktionen im genossenschaftlichen Bereich in Luxemburg bekleidet.

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Die geschäftliche Entwicklung der Volksbank war auch im Jahr 2011 erfreulich. Dieses ist im vorliegenden Geschäftsbericht dokumentiert. Der Jahresabschluss zum 31. 12. 2011 und der Lagebericht wurden vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband e.V. geprüft und mit dem uneingeschränkten Prüfungsvermerk versehen. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet werden. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den Vorschlag zur Verwendung des Jahresüberschusses anzunehmen. Mit dem Ablauf der Wahlperiode scheiden im laufenden Jahr turnusgemäß die Aufsichtsratsmitglieder Birgit Steil, Werner Wagner und Michael Witzel aus. Die genannten Personen können wieder gewählt werden. Auch im Namen meiner Aufsichtsratskollegen bedanke ich mich bei allen Vorstandsmitgliedern für die partnerschaftliche Zusammenarbeit und bei den Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz im vergegangenen Jahr. Ich wünsche uns allen, dass auch 2012 die langjährige Erfolgsgeschichte der Volksbank Trier ihre Fortsetzung finden möge!

Norbert Feder Aufsichtsratsvorsitzender


Organe der Bank

Vorstand

Aufsichtsrat

Karl A. Heinz Wolfgang Junkes (bis 31.05.2012) Horst Schreiber Norbert Friedrich (ab 01.06.2012)

Norbert Feder Rechtsanwalt, selbständig Vorsitzender

Helmut Schneiders Dipl.-Ing. FH, selbständig

Werner Wagner Oberamtsrat i.R. stell. Vorsitzender

Karl-Heinz Schneider Landschaftsbauer, selbständig

Peter Adrian Kaufmann, Geschäftsführer

Siegfried Schneider Landwirtschaftsmeister, selbständig

Dr. Michael Hau leitender Reg.-Direktor i.R.

Birgit Steil Kauffrau, Geschäftsführerin

Prokuristen Hermann Barten Gerhard Dehen Andrea Follmann Michael Mühlhahn Uwe Schubert Melanie Welsch

Robert Reis Winzermeister, selbständig

Michael G. Witzel Rechtsanwalt, selbständig

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Geschäftsbericht 2011  

Geschäftsbericht der Volksbank Trier eG für das Jahr 2011

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