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DIE

BRIEFMARKE

67. Jahrgang Mai 2019; Einzelpreis EUR 4,00 Sponsoring Post; Entgelt bezahlt; Verlagspostamt 1060 Wien, GZ: 02 Z 031235 S

Post und Philatelie in Österreich

5/2019

Marke + Münze 2019 Ersttag Freimarkenausgabe 1883

Postgeschichte 12: Eilpost Sonderpostamt im VÖPh am 15. Mai 2019


AKTUELLES

Eilwagenfahrten Die Sensation der Biedermeierzeit Besondere Verdienste um den Ausbau des Post- und Personenverkehrs zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwarb sich der 1820 mit der „Direktion der fahrenden Post“ betraute Maximilian Ritter von Ottenfeld. Nach jahrelangen Mühen und Kämpfen war es ihm gelungen, seinem Projekt, eilige Personentransporte nicht nur fallweise, sondern grundsätzlich auch während der Nachtstunden zu führen, Gehör zu verschaffen. Man hielt dies zunächst für ein Hirngespinst, noch dazu für ein ziemlich gefährliches. Und damit sich zeige, dass Eilfahrten bei Dunkelheit zu riskant und daher unmöglich seien, erhielt Ottenfeld die Bewilligung einer Probefahrt. Acht Fahrgäste, unter ihnen Ottenfeld selbst, bestiegen am 3. Mai 1823 um 6 Uhr früh einen besonders stabil gebauten Wagen – Ottenfeld hatte ihn angeblich eigens für „Eilfahrten“ herrichten lassen – und reisten vierspännig in Richtung Brünn. Nach einer Stunde Mittagspause in Poysdorf erreichte die mutige Gesellschaft um genau 20 Uhr ihr Ziel, vermutlich einigermaßen gerädert, aber zweifellos glücklich. So rasch war es früher niemals gegangen – und noch dazu ohne eigentliche „Nachtfahrt“. Als Ottenfeld zehn Tage später der Hofkammer einen Erfahrungsbericht über seine Neuerung vorlegte, konnte er nur Erfreuliches mitteilen. Immerhin waren indessen schon sieben voll ausgebuchte Eilwagenfahrten nach Brünn vonstattengegangen, wobei 63 Personen befördert wurden. Das waren genau 31 Fahrgäste mehr, als während des ganzen Jahres 1822 mit den alten Diligencen von Wien nach Brünn gereist waren! Die Erfolge machten nicht nur Ottenfeld, sondern auch der Hofkammer Mut. Die Einrichtung weiterer Kurse wurden beSensation der Biedermeierzeit

Eilpostwagen

Kutschenszene aus der Biedermeierzeit

willigt und rasch verwirklicht. Alsbald starteten die Eilwagen auch nach Prag und Richtung Preßburg. Da für diese Strecken große Nachfrage bestand, waren auch keine finanziellen Verluste zu befürchten. Aber die bald darauf angebotenen Eilwagenfahrten nach Graz, Karlsbad, Laibach, Triest, Ofen und etlichen anderen wichtigen Städten verkauften sich ebenso ausgezeichnet. Ein neu konstruierter Eilwagen, noch leichter und bequemer als der bisherige Prototyp, schaffte beispielsweise am 10. März 1824 die Strecke Wien – Graz in 26 Stunden. Für Gesellschaftsreisen hatte die Post übrigens vier- und sechssitzige „Separatwagen“ auf Lager. Sie waren nicht an den Fahrplan gebunden, sondern konnten zu jeder beliebigen Zeit von einem unternehmungslustigen Grüppchen in Anspruch genommen werden.

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Mit dem Einsatz der Eilwagen neuen Stils hatte die Postkutschenzeit ihren Höhepunkt erreicht. Ein Mehr an Schnelligkeit und Kundendienst ließ sich mit Pferden und Wagen beim besten Willen nicht erreichen. Postkutschen und Postillione eroberten damals nicht nur die Straßen, sondern auch die Herzen aller Reiselustigen.

POSTGESCHICHTE (12) 8129653

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DIE BRIEFMARKE 5|2019

Alfred Kunz (AIJP)


AKTUELLES

Sonderpostamt im VÖPh Mittwoch, 15. Mai 2019, 9-13 Uhr

PROGRAMM

im VÖPh, 1060 Wien, Getreidemarkt 1

10 Uhr MARKENPRÄSENTATION

Ersttag: „Hochriegl“ (90c)

„Hochriegl“ durch Mag. Gerlinde Scholler

VÖPh-BELEGPROGRAMM

Postgeschichte-12 „Eilpost“ Ing. Alfred Kunz

Verband Österreichischer Philatelisten-Vereine

A-1060 Wien, Getreidemarkt 1

* anschließend Signierstunde Alle Abb. Muster

mit Marion Füllerer Verband Österreichischer Philatelisten-Vereine

*

„HOCHRIEGL-SEKT“

A-1060 Wien, Getreidemarkt 1

Sektbuffet

BESTELLUNGEN

Hochriegl-1 Preis: € 2,10

office.voeph@voeph.at oder +43 (0)1 587 64 69 Bestellschluss für Vorbestellungen: Hochriegl-2 Preis: € 2,10

Montag, 13. Mai 2019

NEU: Postgeschichte-12: „Eilpost“ ND ÖSTE

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Verband Österreichischer Philatelisten-Vereine

Postgeschichte PG- 12/1

A-1060 Wien, Getreidemarkt 1

Vierspänniger Eilpostwagen

Stich, 1824, nach Karl Schnorpfeil

PG-12/1 Preis: € 4,20 ie sow nfos kenI e r r e Näh des Ma iehe . Abb ns >> s e bog e 4. Seit

Postgeschichte PG- 12/2

Alle Abb. Muster

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Wichtiger Hinweis zur Serie POSTGESCHICHTE: Wie immer bitte die PG nur bestellen wenn Sie noch KEIN Postgeschichte-Abo besitzen!

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Verband Österreichischer Philatelisten-Vereine

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VÖPh-BELEGPROGRAMM

K.k. Eilpost

mit Bergvorspann, 1848

PG-12/2 Preis: € 4,20

PM PG-12 Preis: Stück € 3,–, Bogen € 20,–

DIE BRIEFMARKE 5|2019

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POSTGESCHICHTE

Freimarkenausgabe 1883 Postgeschichtliche Ereignisse und Neuerungen (1/2) 1883 wurde von der österreichischen Post eine neue Freimarkenausgabe verausgabt, Kaiser Franz Joseph wurde 53 Jahre alt und der Reichsrat siedelte von der Währingerstraße in das neu gebaute Haus am Ring über. 1886 wurde von Daimler-Benz das erste Automobil entwickelt, 1889 ereignete sich die Tragödie von Mayerling und am 30.6.1891 endete schließlich die Gültigkeit der Freimarkenausgabe 1883. Nun wird dieser interessanten Ausgabe im heurigen Mai mit einem Sondermarkenblock gedacht. Ein Grund für die Schaffung einer neuen Briefmarkenserie war das Auftauchen von diversen Fälschungen zum Schaden der Post auf der Vorgängerausgabe mit Kaiserkopf. Aber eigentlich hatte diese aus dem Jahr 1867 stammende österreichisch-ungarische Parallelausgabe nach einer Laufzeit von mehr als 17 Jahren ausgedient, sie war die am längsten kursierende Freimarkenausgabe Altösterreichs. In Ungarn wurden diese Marken mit Kaiserkopf bereits 1871 durch eigene ungarische Briefmarken ersetzt.

wesentlich komplizierter als jenes für die früher produzierten Marken. Weiters ist es die letzte Ausgabe, die als Markenbild ausschließlich den Doppeladler trägt und die letzte Ausgabe, die nur aus einer geringen Anzahl von Wertstufen (konkret: sechs) besteht. Den Grund dafür werden wir am Ende dieses Artikels noch erfahren. Bei den Wertstufen kam es zu einer Änderung. Neu war eine 20 kr. Marke in olivgrauer Farbe, dafür wurden die Werte zu 15 kr. und 25 kr. ausgelassen. Auch zwei Farbänderungen wurden vorgenommen, die 2 kr. Marke wurde statt bisher in gelber jetzt in brauner Farbe gedruckt, während die 50 kr. einen Farbwechsel von braun auf violett durchmachte. Die Laufzeit der Ausgabe 1883 betrug knapp acht Jahre und in dieser Periode gab es eine Menge an postgeschichtlichen Neuerungen, anhand derer sich zeigt, dass gerade in diesen Jahren im ausklingenden 19. Jahrhundert ein Wandel hin zu einer Modernisierung der Postverwaltung und Post­ organisation eingesetzt hat. Einige dieser richtungsweisenden Entwicklungen aus dieser Epoche sind für lange Zeit bei­behalten worden, so mache Neuerung hat sogar bis heute Bestand: 1. Telegrafie Mit 1.1.1884 kam es zu einer sehr wesentlichen Änderung in der Postorganisation. Mit diesem Datum wurde das (seit Ende der 1840er Jahre unabhängige) Telegrafenwesen in die Postverwaltung eingegliedert. Die Telegrafendirektionen wurden mit den Postdirektionen vereinigt, ab diesem Zeitpunkt erhielt auch das „Postverordnungsblatt“ die neue Bezeichnung „Post- und Telegrafenverordnungsblatt“.

Sehr frühe Verwendung der Ausgabe 1883 auf Mischfrankatur gleicher Farben mit der Ausgabe 1867 vom 19.9.1883

Die Ausgabe 1883 hat kein einheitliches Erscheinungsdatum und kam nach und nach in der zweiten Hälfte des Jahres 1883 an die Postschalter. Sie weist verschiedene Merkmale und Besonderheiten auf. Es sind die ersten Briefmarken (sowie Ganzsachen) Österreichs, die in zweifärbigem Druck hergestellt wurden. Das Druckverfahren war somit

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DIE BRIEFMARKE 5|2019

Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Telegrafendienst und dem Postdienst (konkret der Briefpost) gab es freilich schon viel früher, weil Telegramme an einen Bestimmungsort ohne Anschluss an das Telegrafennetz von der nächstgelegenen Telegrafenstation mit der Briefpost an den eigentlichen Zielort weitergeleitet wurden (sogenannte „weitergesendete Telegramme“). Bis 31.12.1883 waren diese weitergesendeten Telegramme die einzige Möglichkeit für die Verwendung von Freimarken im Telegrafenwesen, indem mit ihnen die Briefgebühr für die Weitersendung abgegolten wurde. Diese attraktiven und von uns Philatelisten sehr begehrten frankierten Telegramme fanden mit der Neuorganisation 1884


POSTGESCHICHTE

ihr Ende, da für die Weiterbeförderung der Telegramme nun keine Gebühren mehr zu entrichten waren. Die Telegrammgebühren selbst waren bis Ende 1883 bar zu bezahlen (von 1873 bis 1879 gab es dafür eigene Telegrafenmarken). Ab 1.1.1884 hatte der Absender des Telegramms die Wahl, die Telegrammgebühr in bar zu zahlen oder sie mit Freimarken abzugelten. Als Folge der Umorganisation wurden die bisherigen Telegrafendrucksorten durch neue Formulare ersetzt und Telegrammaufgabescheine mit Wertaufdruck der Ausgabe 1883 wurden ausgegeben.

3. Telefon Einen großen Aufschwung machte während der Laufzeit der Ausgabe 1883 das noch in den Kinderschuhen steckende Telefon. Nachdem Anfang der 1880er Jahre private Gesellschaften in größeren Städten lokale Netze errichtet haben, wurden Wien und Brünn am 1.8.1886 von der Postverwaltung mit einem Telefonnetz verbunden. Am 29.6.1887 ging ein Lokalnetz in Reichenau an der Rax in Betrieb, um die dort auf Sommerfrische befindlichen Urlauber sowie die anwesenden allerhöchsten Kreise des österreichischen Adels mit diesem modernen Kommunikationsmittel zu versorgen. Zur Abwicklung des Telefonbetriebes wurden ab 1886 Telefonkarten verausgabt und zwar mit und ohne Wertzeicheneindruck. Die Verwendung von Telefonkarten wurde Ende 1916 eingestellt.

Telegrammaufgabeschein im Muster der Ausgabe 1883 von der Telegrafenstation Wien 11

2. Rohrpost Dies hatte auch Auswirkungen auf die bereits 1875 errichtete Rohrpost. Diese war für die schnellere Beförderung von Telegrammen konzipiert und daher bis 1.1.1884 den Telegrafendirektionen unterstellt. Ab 1884 änderte sich dieses Unterstellungsverhältnis ebenfalls, im Übrigen blieb die Organisation und der Betrieb der Rohrpost während der 1880er Jahre weitgehend unverändert.

Rohrpostbrief vom 20.9.1883 (somit noch VOR der Zusammenlegung der Post- und Telegrafendirektionen) von der pneumatischen Station Landstraßer Hauptstraße nach Berlin. Der 20kr. Werteindruck in Form der (1873 bis 1879 in Geltung gewesenen) Telegrafenmarken deckte die Rohrpostgebühr bis zum Nordwestbahnhof ab, die 5 kr. Marke war für den Transport vom Nordwestbahnhof nach Berlin erforderlich.

Telefonkarten in verschiedener Ausführung für Ferngespräche von je 5 Minuten, das Exemplar der Praterstraße wurde mittels Hektographie hergestellt

DIE BRIEFMARKE 5|2019

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POSTGESCHICHTE

4. Gelddienst Im Bereich des Gelddienstes gab es knapp vor der Einführung der Ausgabe 1883 eine sehr wesentliche Neuerung, nämlich die Gründung des österreichischen Postsparkassenamtes am 28.5.1882, dessen Hauptaufgabe im Scheck- und Sparverkehr lag. An postgeschichtlichen Neuerungen ist erwähnenswert, dass ab 1.9.1884 Erlagscheine, die mit schriftlichen Nachrichten versehen wurden, mit 2 kr. zu frankieren waren.

Steuerpostanweisung innerhalb Wiens

Das Postauftragsverfahren (das dazu dient, offene Geldbeträge durch die Post bei einem Schuldner einheben zu lassen) wartet mit ebenso interessanten Entwicklungen während unseres Betrachtungszeitraumes auf. Auch dieser Postdienst wurde bereits knapp vor der Ausgabe 1883 eingeführt (am 1.11.1882), jedoch kam es erst im Jahr 1883 zur Einführung amtlicher Umschläge, die rekommandiert zu versenden waren. Die Verwendung dieser Formulare war jedoch frei­willig, es durfte vom Postkunden genauso jedes andere private Kuvert verwendet werden. Frankierter Erlagschein mit schriftlicher Mitteilung auf der Rückseite, mit der der überwiesene Betrag für den Empfänger aufgeschlüsselt wird. Entwertung der 2 kr. Marke mit dem ausschließlich für die innerdienstliche Verwendung bei der Postsparkasse vorgesehenen Doppelkreisstempel „Liquidatur“

Im Bereich der Postanweisungen gab es in unserem Betrachtungszeitraum keine prinzipiellen Änderungen, lediglich die Steuerpostanweisungen wurden mit 1.6.1882 (fast zeitgleich mit der Gründung des österreichischen Postsparkassenamtes) geschaffen und erleichterten vorerst innerhalb von Wien die Abwicklung der Entrichtung von Steuergeldern. Zwischen 1883 und 1888 wurde diese Sonderform der Postanweisungen auf Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Prag ausgedehnt. Diese Sonderform der Postanweisungen hatte aber nur eine kurze Lebensdauer, da man ab 1896 begann, die Steuerämter dem Postsparkassenamt anzuschließen und die Steuern auf diesem Weg einzuheben. Damit wurden die Steuerpostanweisungen überflüssig und durch Steuereinzahlungsscheine ersetzt. 10

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Privates Kuvert als Postauftrag verwendet. Postauftragsbriefe sind stets an das Postamt des Schuldners adressiert, das den Einziehungsversuch vorzunehmen hat. In diesem konkreten Fall ist der Postauftrag an das Postamt Wien Leopoldstadt gerichtet (2. Bezirk), daher mit 8 kr. Ortsrekogebühr frankiert

Anfangs war dieser Postauftragsdienst nur im Inland möglich und daher waren die amtlichen Formulare relativ einfach gestaltet. Mit 1.5.1886 wurde dieser junge Postdienst auch mit einigen ausländischen Staaten zugelassen, was zu einer


POSTGESCHICHTE

Änderung der Drucksorten führte, da nunmehr der gesamte Text am Formular auch in französischer Sprache abgefasst wurde. Zusätzlich zum deutschen und französischen Text wurde für die Verwendung in den Kronländern der Monarchie auch noch die jeweils dort verwendete Sprachversion aufgedruckt.

Zweisprachiges (deutsch-polnisches) Formular der Auftragspostanweisung von Kolomea (Galizien) vom 28.12.1885

Amtliches Postauftragsformular der ersten Generation (nur Inlandsverkehr) – 1883 eingeführt

Fortsetzung folgt …

Wolfgang Schubert Literatur: • Ferchenbauer Handbuch 2008, Band II, S. 113 ff. • Vindobona 2008 - 150 Jahre Ausgaben 1858, 125 Jahre Ausgaben 1883, 100 Jahre Ausgaben 1908, S. 101 ff.

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Postauftragsformular für den internationalen Verkehr von Graz Murvorstadt

Zur Bezahlung (genannt „Einlösung“) des geschuldeten Betrages konnte der Adressat seitens der Post nicht gezwungen werden, dies war also freiwillig. Dementsprechend selten kam so etwas vor, weswegen Auftragspostanweisungen – die Sonderform der Postanweisung, mit der der eingehobene Geldbetrag an den Aufgeber der Postanweisung übermittelt wurde – echte Raritäten sind. briefanschrift:

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DIE BRIEFMARKE 5|2019

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ALBUM

Sonderpostämter

Änderungen und Druckfehler vorbehalten.

Datum Zeit

EntwerferIn DesignerIn

Gefälligkeits­ abstempelung

ABSV Sektion Poysdorf, Herr Egon Englisch, Goethestraße 12, 2170 Poysdorf, Tel. 0664 4823034, E-Mail: egonenglisch@aon.at

Egon Englisch rund: 40 mm

15.05.2019

Region Ost 0664 624 2164

Postmuseum, Schulstraße 1, 8790 Eisenerz

Österreichische Post AG, Postmuseum, 8790 Eisenerz

David Gruber 40 x 38 mm

18.05.2019

Region Mitte 0664 624 1691

Klostermarkt „Der Lenz ist da rund um die Basilika“

Franziskanerkloster, Kirchenplatz 2, 7132 Frauenkirchen

Österreichischer Phila­telistenverein St. Gabriel, Herr Heinz Peroutka, Baumgarten­straße 38-40/18, 1140 Wien, E-Mail: heinz.peroutka@aon.at

Kirsten Lubach 33 x 45 mm

18.05.2019

Region Ost 0664 624 2164

09.05.2019 16:00-19:00

Buchpräsentation

Haus der Volkskultur, Hauptstraße 25, 7432 Oberschützen

Briefmarkensammlerverein Pinkafeld, Herr Hermann Wolfahrt, Tel. 0699 10421434, E-Mail: pinkaphil@chello.at

Hannes Margreiter 40 x 28 mm

23.05.2019

Region Mitte 0664 624 1691

09.05.2019 15:00-19:00 (Präsentation 17:00)

Ersttag der Sondermarke „EUROPA 2019 – Seeadler“

schlossORTH Nationalpark-Zentrum, Schlossplatz 1, 2304 Orth an der Donau

Briefmarkensammlerverein Bruck an der Leitha und Umgebung, Ing. Kunz Alfred Johann Leutner-Gasse 43, 2460 Bruck/Leitha, Tel. 0676 82337312, bsv.bruckleitha@aon.at

Marion Füllerer 45 x 33 mm

23.05.2019 Ersttagszusatzstempel

Region Ost 0664 624 2164

14.05.2019 16:00-20:00 (Präsentation 18:00)

Ersttag der Sondermarke „Evangelische Martin-Luther-Kirche Hainburg“

Martin-Luther-Kirche, Alte Poststraße 28, 2410 Hainburg an der Donau

Österreichische Post AG, Philatelie Ost, 1210 Wien

Karin Klier rund: 40 mm

28.05.2019 Ersttagszusatzstempel

Region Ost 0664 624 2164

15.05.2019 12:00-16:00

25 Jahre BSV Pettenbach

Marktgemeindeamt, Sitzungssaal, Kirchenplatz 3, 4643 Pettenbach

Briefmarkensammlerverein Pettenbach, Herr Peter Schardt, Wilfingstraße 87, 4643 Pettenbach, Tel. 07586 20518

Gottfried Blank 45 x 35 mm

29.05.2019

Region Mitte 0664 624 1691

15.05.2019 9:00-13:00 (Präsentation 10:00)

Ersttag der Sondermarke „Hochriegl Sektkellerei“

Verband Österreichischer Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien

Verband Österreichischer Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien

Marion Füllerer 29 x 45 mm

29.05.2019 Ersttagszusatzstempel

Region Ost 0664 624 2164

15.05.2019 9:00-13:00

Postgeschichte 12

Verband Österreichischer Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien

Verband Österreichischer Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien Mag. Helmut Kogler, Tel. 0664 4040788, E-Mail: president@voeph.at

Prof. Adolf Tuma rund: 35 mm

29.05.2019

Region Ost 0664 624 2164

17.05.2019 11:00-17:00 (Präsentation 15:00)

Ersttag der Sondermarke „Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum hl. Nikolaus Wien“

Russisch-Orthodoxe Kathedrale, Jauresgasse 2, 1030 Wien

Österreichischer Phila­telistenverein St. Gabriel, Herr Heinz Peroutka, Baumgarten­straße 38-40/18, 1140 Wien, E-Mail: heinz.peroutka@aon.at

Kirsten Lubach rund: 38 mm

31.05.2019 Ersttagszusatzstempel

Region Ost 0664 624 2164

17.05.2019 9:00-17:00 (Präsentation 10:00)

Ersttag des Sondermarkenblocks „Freimarken 1883“ *) MM-Mobil

Sporthalle Seiersberg, Schlarweg 7, 8055 Seiersberg

Organisationskomitee Marke + Münze, Dr. Ernst Schimpel, Bahnhofstr. 10/B/19, 8054 Graz, Tel. 0664 4696293, E-Mail: schimpel.ernst@aon.at

Dr. Anita Kern 40 x 27 mm

31.05.2019 Ersttagszusatzstempel

Region Mitte 0664 624 1691

17.-18.05.2019 Dauersonderstempel 9:00-17:00 Mineralien *) MM-Mobil 19.05.2019 9:00-13:00

Sporthalle Seiersberg, Schlarweg 7, 8055 Seiersberg

Organisationskomitee Marke + Münze, Dr. Ernst Schimpel, Bahnhofstr. 10/B/19, 8054 Graz, Tel. 0664 4696293, E-Mail: schimpel.ernst@aon.at

Hermann Dornhofer 35 x 44 mm

02.04.2019

Region Mitte 0664 624 1691

17.-18.05.2019 Dauersonderstempel 9:00-17:00 Kinder *) MM-Mobil 19.05.2019 9:00-13:00

Sporthalle Seiersberg, Schlarweg 7, 8055 Seiersberg

Organisationskomitee Marke + Münze, Dr. Ernst Schimpel, Bahnhofstr. 10/B/19, 8054 Graz, Tel. 0664 4696293, E-Mail: schimpel.ernst@aon.at

Hermann Dornhofer 42 x 38 mm

02.04.2019

Region Mitte 0664 624 1691

18.05.2019 8:00-15:00

Stadtsaal Korneuburg, Hauptplatz 31-32, 2100 Korneuburg

BSV Korneuburg, Herr Michael Papacek, Eberlegasse 20/1, 2100 Korneuburg, E-Mail: bsv.korneuburg@gmail.com

Maria Schulz 43 x 37 mm

01.04.2019

Region Ost 0664 624 2164

Anlass

Standort

Veranstalter

01.05.2019 13:00 - 17:00

100 Jahre SPÖ Stadtorganisation Poysdorf

Kolpinghaus, Kolpingstraße 7, 2170 Poysdorf

04.05.2019 14:00 - 18:00

Eröffnung Ausstelllung Postmuseum *) MM-Mobil

04.05.2019 13:00-17:00

60 Jahre BSV Korneuburg *) MM-Mobil

Rückfragen

Abbildung

*) Besondere Attraktion: Meine Marke Mobil. Nutzen Sie die Gelegenheit, lassen Sie sich vor Ort von uns fotografieren und nehmen Sie Ihre persönliche Briefmarke gleich mit nach Hause.

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DIE BRIEFMARKE 5|2019


THEMA SAMMELN

Die Gemälde Leonardo da Vincis

© gemeinfrei / Wikipedia

Vor genau 500 Jahren, am 2. Mai 1519, starb Leonardo da Vinci in Cloux bei Amboise in Frankreich. Als einer der bedeutendsten Maler der Renaissance ist er wohl jedem bekannt und sein Hauptwerk, das Porträt der Mona Lisa, gilt als das populärste Gemälde der Kunstgeschichte. Wer hat nicht schon Vermutungen angestellt, wem das rätselhafte Lächeln der Dame gilt? Doch man darf Leonardo da Vincis Leistungen nicht nur auf die Malerei beschränken, denn er war ein Universalgenie und beschäftigte sich auch mit der Architektur, der Technik, der Medizin und vielen anderen Bereichen. Seine Zeichnungen geben oft eine deutlichere Auskunft über den Künstler. Glücklicherweise hat sein Diener, Schüler, Sekretär und Ge„Mona Lisa“ (1503 - 1506) liebter Francesco Melzi nach seinem Tode dessen theoretische Schriften unter dem Titel „Trattato dello pittura“ herausgegeben. Die 15 Bände, die zwischen 1478 und 1516 geschrieben worden sind, stellen eine der umfangreichsten Enzyklopädien der Malerei dar. Besonders wertvoll sind die Codices durch die über 600 in ihnen enthaltenen Zeichnungen. Heute werden die Blätter in der Royal Library in Windsor aufbewahrt. Leonardo wurde am 15. April 1452 wahrscheinlich in dem kleinen Ort Vinci (Herkunft seines Familiennamens) in der Nähe von Florenz geboren. Der Vater will Leonardos schon früh entdeckte Begabung fördern, weshalb der Junge bis 1472 in Florenz in der Werkstatt des angesehenen Malers Verrocchino eine Ausbildung erhält, die mit der Aufnahme in die Lukasgilde 1472 abgeschlossen ist. Aus dieser Zeit sind bereits erste Gemälde bekannt. Ab 1483 ist Leonardo in Mailand tätig, wo er von Ludovico Sforza Aufträge als Ingenieur und Architekt erhalten hatte. Auch wenn hier weiterhin Gemälde entstehen, entwickelt sich da Vinci in Mailand allmählich vom Maler zum Wissenschaftler. Mehr und mehr rücken die wissenschaftlichen Untersuchungen in den Vordergrund. Zusätzlich ist Leonardo auch als Hofkünstler und Zeremonienmeister bei Festen tätig, entwickelt Dekorationen und Kostüme für Theateraufführungen und tritt als Sänger auf, der sich selbst auf der Laute begleitet. Als die Sforzas 1499 durch die Franzosen gestürzt werden, verlässt Leonardo die Stadt, hält sich kurze Zeit in Venedig

auf und tritt 1502 in den Dienst des skrupellosen Cesare Borgias. Doch 1503 kehrt er nach Florenz zurück. Hier entsteht die „Mona Lisa“. Es folgten abwechslungsreiche Jahre, die nicht immer vom Glück gesegnet sind. Seine Gönner Charles d’ Amboise in Mailand und Guiliano de Medici versterben kurz nacheinander und so nimmt er das Angebot des französischen Königs Franz I. an und geht im Jahre 1516 mit ihm nach Frankreich. Er erhält von ihm das Schloss ClosLucé, damals noch Cloux genannt, bei Amboise. Hier verstirbt Leonardo da Vinci am 2. Mai 1519 und wird in der Klosterkirche St. Florentin auf dem Schlossgelände in Amboise beigesetzt. Nach dem Abriss der Kirche kamen seine Gebeine in die Hubertuskapelle des Schlosses. Leonardo da Vinci gehörte zu den Persönlichkeiten, die die Renaissance geprägt haben, eine Zeit, die Riesen im Denken verlangte und hervorbrachte. Ohne solche Personen wären die gewaltigen Änderungen in der Kunst und im damaligen Denken kaum möglich gewesen, denn sie stellten nach den Vorbildern der Antike wieder den Menschen in den Mittelpunkt der Darstellungen, auch bei biblischen Themen.

Leonardo da Vinci verbrachte seine letzten Lebensjahre in Frankreich an der Loire.

Gemälde vor 1483 Heute gelten nur 15 Gemälde als gesicherte Werke Leonardo da Vincis, bei anderen Werken aus seiner Lehrzeit ist seine Mitarbeit nachgewiesen. Viele Bilder sind unvollendet geblieben oder haben sich im Entstehungsprozess in der Darstellung so verändert, dass sie nicht mehr den Vorstellungen der Auftraggeber entsprachen und deswegen nie von Leonardo ausgeliefert wurden.

DIE BRIEFMARKE 5|2019

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THEMA SAMMELN

An den Werken „Tobias und der Engel“ und „Die Taufe Christi“ von Andrea del Verrochino ist die Mitarbeit Leonardos gesichert. Als früheste eigenständige Gemälde gelten „Die Verkündigung“ in den Uffizien in Florenz und die „Madonna mit der Nelke“ in München. Aus seiner Zeit in Florenz sind noch vier weitere Gemälde Leonardos nachgewiesen. „Der heilige Hieronymus“ und „Die Anbetung der Könige aus dem Morgenland“ blieben unvollendet. Das sich in Washington befindliche „Bildnis der Ginevra de’ Benci“ ist Leonardos erstes Porträtbildnis, welches als Meisterwerk gilt. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Bildnis um ein Hochzeitsbild. Die junge Dame entspricht mit ihren fremdartigen, herben Gesichtszügen nicht unbedingt dem Schönheitsideal der Renaissance. Im Hintergrund erkennt man einen Wacholderstrauch, der als Anspielung auf ihren Namen gilt, was für Werke Leonardos nicht ungewöhnlich ist. Erstmals zeigt sich in seinen Werken auch sein berühmtes „Sfumato“, die feine Abstufung der Helligkeitswerte, die die Übergänge und Umrisse deutlich mildert und für seine Bilder charakteristisch wurde.

Das Porträt der „Ginevra de’ Benci“ und die „Madonna Benois“ gehören zu den frühesten eigenständigen Gemälden Leonardos.

Die „Madonna Benois“ befindet sich heute in der Ermitage in St. Petersburg. Leonardo hat mit diesem Bild eine traditionelle Darstellungsart in seiner neuen, persönlichen Sicht gemalt. Im Mittelpunkt stehen die innig-menschlichen Beziehungen zwischen Mutter und Kind, die in der Mimik und im Spiel der Hände zum Ausdruck kommen. Mailand 1483 - 1500 In der Mailänder Zeit ab 1483 entstanden verschiedene Gemälde, auch wenn sich Leonardo seit dieser Zeit oft wissenschaftlichen Bereichen zugewendet hat. Sein erstes Bild in Mailand brachte gleich Probleme, denn der Künstler hatte in der „Felsgrottenmadonna“ seine persönlichen Ansichten verarbeitet und die galten den Auftraggebern als ketzerisch. So musste er von dem als Altarbild gedachten Gemälde eine zweite Fassung anfertigen, die die Anforderungen erfüllte. In Mailand schuf er auch eines seiner bekanntesten Bilder, die „Dame mit dem Hermelin“, das heute in Krakau zu besichtigen ist. Dargestellt ist Cecilia Galleroni, die Mätresse des Herrschers von Mailand Ludovico Sforzas il Moro. Das Hermelin auf ihrem Arm galt damals als Symbol der Keuschheit. Wollte Leonardo damit den untadligen Charakter der mit ihm befreundeten Dame betonen? Typisch für seine Darstellungsweise ist auch der Blick der Dame aus dem dunklen Raum zu einer hellen Lichtquelle. Ob das Bild der „Beatrice d’ Este“, der Gemahlin Ludovico Sforzas, tatsächlich von Leonardo gemalt wurde, ist stark umstritten, auch wenn der Stil durchaus dem Leonardos entspricht. 32

DIE BRIEFMARKE 5|2019

In Mailand entstand das Bildnis der „Dame mit dem Hermelin“ und das der „Beatrice d’ Este“, dessen Zuschreibung nicht gesichert ist.

Die „Madonna Litta“ und die „Madonna mit der Spindel“ gelten nicht mehr als Werke Leonardos, auch wenn sie nach wie vor in den Galerien so bezeichnet werden.

Die „Madonna mit der Spindel“ entstand 1501 und gilt heute als verschollen. Es haben sich aber zahlreiche Kopien davon erhalten, denn bereits zu Lebzeiten Leonardos galt dieses Gemälde als so bedeutend, dass man davon ungefälschte Kopien besitzen wollte. Das Gemälde der „Madonna Litta“ in St. Petersburg gilt nicht mehr als Werk Leonardos, wird aber in der Ermitage immer noch als sein Werk bezeichnet. 1494 erteilte Ludovico Sforza ihm den Auftrag für ein großes Wandgemälde im Speisessaal des Klosters Santa Maria delle Grazie in Mailand. „Das letzte Abendmahl“ wurde als passendes Thema für den Raum auserwählt. Neu für den Arbeitsstil war die Tatsache, dass alle Figuren nach lebenden Personen gestaltet wurden. Die Figur des Judas ist deutlich zu erkennen, denn als Einziger blickt er nicht in Richtung Jesu. Die Figur des Johannes, der ja als Lieblingsjünger Jesu galt, bringt einen weiteren Einblick in die Persönlichkeit Leonardos. Der junge Mann trägt durchaus weibliche Züge. Die Darstellung männlicher und weiblicher Attribute, die als Androgynie bezeichnet wird, ist Ausdruck der Homosexualität des Malers. Bereits 1476 hatte man ihn wegen Sodomie in Florenz angeklagt. Besonders deutlich wird diese Androgynie in seinem letzten Gemälde „Johannes der Täufer“. Leonardo wählte beim Mahlen nicht die bewährte Freskotechnik, sondern malte auf einem trockenen Gipsuntergrund, der die Feuchtigkeit aufnahm und später zerbröckelte. Erst in den letzten Jahren konnte das Wandbild aufwendig restauriert werden. Das Wandbild „Das letzte Abendmahl“ im Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand gehört zu den Hauptwerken Leonardos.


THEMA SAMMELN

Gemälde der Jahre nach 1500 Bevor Leonardo ein Gemälde ausführte, schuf er einen Karton davon, also einen Entwurf, von denen sich einige teilweise erhalten haben. Als die Sforzas in Mailand gestürzt wurden, versuchte Leonardo, sich die Gunst der Franzosen durch den Karton des Bildes „Anna Selbdritt“ zu erwerben. Das Bild wurde zwischen 1506 und 1513 als Gemälde ausgeführt. Es ist ein typisches Beispiel für die Technik des „Sfumato“. Auffällig ist die Tatsache, dass sich die Gesichter der beiden Frauen sehr ähneln und dass sich die Körper der Frauen kaum voneinander trennen lassen. Die zwei Frauen erscheinen wie eine Person und sorgen für den pyramidalen Aufbau des Bildes. Ein weiterer Karton befindet sich heute in Paris und stellt die Herzogin Isabella d’ Este dar. Die Herzogin forderte Leonardo mehrmals auf, ihr aus dieser um 1500 entstandenen Zeichnung ein Gemälde zu schaffen, doch zur Ausführung kam es nie.

Autor gefunden werden. Doch über das Lächeln streiten sich die Geister, denn schon der Renaissancemaler und Kunstwissenschaftler Verasari schrieb 1567 von einem „gefälligem Grinsen“ (un ghingo tanto piacevole). Heute wird die „Mona Lisa“ von Kunstwissenschaftlern eher als Triumph der Zeit über die Vergangenheit angesehen. Das Bild gilt übrigens als Meisterleistung des „Sfumato“, denn die Abstufungen der Lichtschwingungen sind von allerhöchster Vollendung. Man hat sogar angenommen, dass das Gesicht der Mona Lisa eine Art gemalte Autobiographie Leonardos sein könnte. Es sei „der persönliche Spiegel seines Genies und seiner unerfüllten Träume“. Tatsächlich wissen wir nicht, wie Leonardo aussah. Es gibt eine Reihe von Zeichnungen, die Selbstporträts darstellen sollen. Dazu gehört die Zeichnung des „Il Condottiere“ und ein Altersbildnis Leonardos als Philosoph. Auch wenn vieles dafür spricht, konnte bisher noch kein eindeutiger Nachweis erbracht werden, dass es Darstellungen Leonardo da Vincis sind.

1503 kehrte Leonardo wieder nach Florenz zurück. Hier erhielt er den Auftrag des Kaufmanns Francesco del Giocondo, Dietrich Ecklebe dessen Gattin zu malen. In den nächsten Jahren schuf er das wohl bekannteste Gemälde der Kunstgeschichte, die „Mona Lisa“, bei dem er sich aber im Entstehungsprozess immer Literatur: • Gabriele Bartz, Eberhard König, Uffizien, Köln 2001 weiter von den Vorstellungen des Aufraggebers entfernte, so- • Daniel Kupper, Leonardo da Vinci, Hamburg 2007 dass er das Bild letztlich nie ablieferte. Die Zahl der Schrif- • Marco Rosci, Leonardo da Vinci, in Die Kunstgeschichte der 172.Auktion_Halbseite_quer_Mai 2019.docx ten,Die dieBriefmarke zu dem Lächeln der Gioconda Stellung nehmen, ist Welt, Band 6, Lausanne 1979 kaum zu überblicken, eine Lösung konnte aber von keinem • Juri Schapiro, Die Ermitage, Moskau 1976

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DIE BRIEFMARKE 5|2019

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VERBAND

VÖPh EIN GANZ BESONDERES HIGHLIGHT DES JAHRES 2019 Sonderpostamt und Präsentation „Wiener Zither“ & „Dritter Mann“ am 20.03.2019 im VÖPh Ein ganz besonderes Highlight des Jahres 2019 war die große Präsentation der – leider vorläufig letzten – Sondermarke der Österreichischen Post aus der Reihe „Musik­ instrumente“, nämlich der „Wiener Zither“, gemeinsam mit den personalisierten Marken „Dritter Mann“ des VÖPh. Das außergewöhnlich vielfältige Rahmenprogramm umfasste die musikalische (und humoristische) Umrahmung durch die Zither-Künstlerin, Musikschullehrerin und Buchautorin Cornelia Mayer, die sehr lebendige und persönliche Präsentation des Dritte Mann Museums, die Kanaltour „Dritter Mann“ und die Städtetour "Dritter Mann", sowie eine PowerPoint-Präsentation mit Original Filmszenen des Filmklassikers „Der Dritte Mann“ von Carol Reed (Fotos zur Die Wiener Zither auf Marke und im Original

Verfügung gestellt vom Dritte Mann Museum). Last but not least gab es auch eine Sonderausstellung passend zum Thema zu bewundern, nämlich die historisch sehr interessante Sammlung „Österreich 1945“ von Fritz H. Sturzeis.

Cornelia Mayer bringt das Instrument kunstvoll zum Schwingen

Diese unterhaltsame und abwechslungsreiche Veranstaltung unterhielt und begeisterte die bis dato wohl höchste Besucherzahl, die wir je zu einer Markenpräsentation bei uns im VÖPh begrüßen durften. Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden und allen Besuchern dieses unvergesslichen Vormittags! Übrigens: Weitere Fotos zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Homepage www.voeph.at.

Eine gelungene und humorvolle Markenpräsentation von Cornelia Mayer und Mag. Gerlinde Scholler (Österr. Post AG)

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v.l.: Mag. Helmut Kogler, Cornelia Mayer, Mag. Gerlinde Scholler, Musikkoordinator Peter Mayrhofer und Maria Schulz

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Österreichische Fachzeitschrift für Post und Philatelie. Info und Zeitschriftenbezug: Verband Österreichischer Philatelistenvereine +43(1)58...

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