Issuu on Google+

DIE

BRIEFMARKE Post und Philatelie in Österreich

4.14 62. Jahrgang April 2014 Einzelpreis EUR 4,00 Sponsoring Post, Entgelt bezahlt, Verlagspostamt 1060 Wien, GZ: 02 Z 031235 S

Die Schweiz zu Gast in Wien! 12. April 2014: Tag der offenen Tür im VÖPh

900 Jahre Stift Klosterneuburg Foto: Michael Zechany


GASTKOMMENTAR

Ein Verein wird prominent

Der BMSV Raabtal – Feldbach im TV und Internet! Im Markenzimmer oder im Séparée unseres Vereinslokales in Feldbach verstecken? Nein, das machen wir nicht! Nach längeren Überlegungen, wie man wieder mehr Menschen, die Briefmarken sammeln, ansprechen und gleichzeitig größeren Zuwachs im Verein bekommen könnte, geht der BMSV Raabtal – Feldbach in die Offensive: Nicht nur, dass erstmals seit fast 20 Jahren am 18. Mai ein Großtauschtag veranstaltet wird – zu dem wir alle Leser der „Briefmarke“ natürlich herzlich einladen möchten – nein, wir sind jetzt auch im Fernsehen. „Auf Schleich Wegen unterwegs“, eine permanente Rubrik auf Vulkan.tv hat es uns ermöglicht, unseren Verein einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber nicht nur im Kabel-TV in der Oststeiermark, sondern weltweit konnten wir uns im Internet vorstellen. Die Resonanz auf den Beitrag ist enorm. Öfters werden wir auf der Straße angesprochen, von Leuten, die zu Hause noch „Briefmarken herumliegen haben“ – ob sie einmal bei den Tauschtreffen vorbeischauen können. Wir laden Sie ein, den Bericht unter Vulkan.tv  Archiv 146. Sendung, anzusehen. Als besondere Überraschung, ohne dass wir vorher verständigt worden waren, wurde unser Verein auch fast zweiseitig in der „Kleinen Zeitung“ präsentiert. Wir möchten mit diesem Bericht über unseren Verein nicht möglichst viele Klicks generieren, nein, wir wollen damit zeigen, was alles möglich ist, wenn der Vorstand eines Vereins sich nicht seinem Schicksal, der – salopp gesagt – Überalterung hingibt, sondern versucht, für das Sammlerleben einer ganzen Region neue Impulse zu setzen. Man soll es kaum glauben, aber es gibt auch Sammler unter 50 Lenzen, ja sogar unter 40 (so wie der Verfasser dieser Zeilen mit 35), die sich gerne mit Marken (oder in meinem Fall mit Briefen und Stempeln) beschäftigen, und auch gerne aktiv am Vereinsleben teilnehmen. Feldbach liegt übrigens im Bezirk Südoststeiermark, der österreichweit bekannt wurde, weil ursprünglich der Name Vulkanland geplant war. Wenn Sie mehr über uns wissen möchten oder sich für ein Treffen interessieren, schreiben Sie mir doch einfach per Mail oder rufen Sie mich an. Martin Buritsch Schriftführer BMSV Raabtal – Feldbach Tel. 0664 / 443 78 80, E-Mail: office@kapitalvermehrung.at

Die Briefmarke „800 Jahre Feldbach“ ist am 15.9.1988 verausgabt worden und zeigt eine Ansicht von Feldbach mit dem Stadtwappen. Zum Großtauschtag am 18.5.2014 bringt der Verein eine personalisierte Marke mit demselben Motiv heraus.

Wer mehr über den BMSV Raabtal – Feldbach wissen möchte, kann auch persönlich vorbei­kommen, entweder zum Großtauschtag am 18. Mai (siehe „Termine“, Seite 45) oder bei einem der Vereinstreffen: Immer am 1. und 3. Dienstag im Monat ab 18 Uhr im Gasthaus Pfeilers „Bürgerstüberl“ in der Bürgergasse in Feldbach (www.hotel-seminar-restaurant.at).

DIE BRIEFMARKE 4.14

3


Tag der offenen Tür 2014

des Verbandes Österreichischer Philatelistenvereine am Samstag, dem 12. April, von 9 bis 16 Uhr in den Räumen des Verbandes – 1060 Wien, Getreidemarkt 1

Die Schweiz zu Gast in Wien PROGRAMM  Informations- und Verkaufsstand der Schweizer Postverwaltung  Informationsstand des Schweizer Philatelistenverbandes  Sonderpostamt der Österreichischen Post AG mit Ersttag der Marken „125. Geburtstag Charlie Chaplin“ und „Eric Pleskow“ (aus der Serie „Österreicher in Hollywood“) und drei Sonderstempel  Informations- und Verkaufsstand des VÖPh – wie immer gibt es aktuelle Belege und besondere Verkaufsaktionen sowie Erstausgabe der personalisierten Briefmarke „Österreich grüßt die Schweiz“ (siehe Abb.), nähere Infos siehe Seite 41  Bunte Aktivitäten für die Jugend, nähere Infos siehe Seite 43  Kostenlose Beratung durch Briefmarkenprüfer von 10-15 Uhr  Anfragen an die anwesenden Vorstandsmitglieder des Verbandes von 9-11 Uhr und 14-16 Uhr  Informationsstand der Redaktion der Zeitschrift „Die Briefmarke“  Schnäppchenjagd: Flohmarkt der VÖPh-Bibliothek von 9-16 Uhr  Verkaufsstand der WIPA  Verkaufsstand der Firma Lindner

"

Der Vorstand des Verbandes Österreichischer Philatelistenvereine und die Vertreter unseres Gastlandes freuen sich, Sie an diesem Tag bei uns begrüßen zu dürfen.

„Reko ‘77“, Beleg mit eingedrucktem Reko-Zettel, unterschiedliche Frankaturen 

N

E 4 .. H 01 ... C .2 n ... . . ES . 4 s o ... G 12 Per ... ... ... ... ES m e ... ... H r a ein ... ... . r . ... . . . . SC Tü fü ... ... ... T I n ur ... ... ... ... IS ne n g.) ... ... . i . . . d t . . . ... E L f f e n ül ... ... u . . . g Ph ... ... ... AT r o ag e ... ... ... VÖ I L d e T ab ... l:. ... g . m . im f t ... Te PH g se Ab ... ... be ... ... N Ta ie er . ... ha . d ... ... EI m n d h ... ... c . li e ds c . . . . . . R e i r a nli i tg e ie ... ... ... . ö b . . . M tg l i r d FÜ h nu rs ... ... ... it s M i de t ... ... ... N c st e i i . p . . e . . . e r i n e e n, i c k E I nl in i ... ... ... . b . H ö e be ... ... . e nt c h ) . . . n C r s sc h ... ... ... er an e s ei ... ... ... T S p e G ut er üb ek ug te) ... ... ... V U . . . z h . B . n G un d er ... i c n s c h te ... ... ... ne m e ti ö ... ... . i a it . . n (D e ... i e ein gr n m s b ... ... m . “ S :. e r . ne ... e n) . e n . .... ch de ke m e r m r en n d ze ... m r o t: . a u . o e tr i na f fe u or (d ... ch fm k i e m or n re re ab ... hn or m r ie b bi o ut nk /V : .. nf r „ B h W (Z a ße Ic  I (fü Z/  PL

Bei Abgabe des Gutscheines erhält jeder Besucher heuer diese drei Belege der WIPA ‘81 als Geschenk, so lange der Vorrat reicht (Muster-Abbildungen):

am

e

„NAPOSTA ‘78“, Ganzsache, Frankatur: 50 Pfg

St

ra

„Najubria ‘79“, Ganzsache, Frankatur: 60 Pfg 

N K

ei nl ös en

Wir bitten um Verständnis: Der Gutschein ist NUR an diesem einen Tag, am 12. April 2014, gültig und kann nur gegen persönliche Abgabe eingelöst werden (kein Versand).

.

DIE BRIEFMARKE 4.14


AKTUELL

Kleines Land mit großer Markentradition 1. März 1843: 4 Rappen-Marke, Kanton Zürich.

Die „Doppelgenf“ erschien am 30. September 1843.

Es spricht für die Qualität der Erfindung Briefmarke, dass sie sich seit 1840 fast gar nicht verändert hat. Wohl wurde die Technik verbessert und die Handhabung vereinfacht, aber sonst blieb sie wie eh und je eine Quittung für eine im Voraus bezahlte Beförderung. Bereits drei Jahre nach den Engländern führten die Schweizer Kantone Zürich und Genf ihre ersten Briefmarken ein. 1845 gab dann Basel die in Kupfer gestochene, in drei Farben gedruckte „Basler Taube“ heraus. Sie wird von Sammlern liebevoll „Basler Dybli“ genannt und ist eine der bekanntesten und wertvollsten Schweizer Briefmarken. 1854 wurde zum ersten Mal die „Helvetia“ abgebildet. Die Symbolfigur gewann mit der Gründung des schweizerischen Bundesstaats 1848 an Bedeutung. Damit keine der vier Landessprachen der Schweiz bevorzugt wird, steht seit 1862 die neutrale Landesbezeichnung „Helvetia“ auf jeder Briefmarke. Seit den Anfängen sind rund 2.400 Marken erschienen. Verglichen mit anderen Ländern ist diese Zahl gering. Denn die Schweizerische Post gibt pro Jahr nur rund 45 – 50 Briefmarken heraus. Auf die Jahresnominale wird tunlichst geachtet. Sie beläuft sich konstant auf rund CHF 58,– (ca. € 48,–); und das mit Schweizerischer Zuverlässigkeit! Schweizer Briefmarken sind ein Stück Schweiz. Die gezähnten Kunstwerke sind ein wertvoller Botschafter für die Schweiz. Sie gehören zum Kulturgut und genießen besondere Wertschätzung. Viele Highlights säumen den Werdegang der Schweizer Briefmarke. Einige Beispiele dekorieren die Seite rechts.

Die „Basler Taube“ kam am 1. Juli 1845 heraus. 1854 fand man zum ersten Mal die Helvetia auf einer Schweizer Marke.

Wer Schweizer Briefmarken sammelt, besitzt Großes im Kleinformat. Es war ein Österreicher, der den wahren Wert der Briefmarken treffend formuliert hat. Friedensreich Hundertwasser sagte einst: „Die Briefmarke ist das einzige Kunstwerk, das jedermann besitzen kann ...“

Ein spezieller Erinnerungsbeleg zum Tag der offenen Tür des VÖPh mit diesem Motiv und Sonderstempel ist exklusiv am 12. April 2014 am Schweizer Stand erhältlich. 

Mehr zu Schweizer Briefmarken: www.post.ch/philatelie oder Tel. +41 (0)848 66 55 44.

6

DIE BRIEFMARKE 4.14


AKTUELL

Die weltweit erste gestickte Marke (2000).

Palais Dorotheum Mit dem Duft nach Schokolade: „100 Jahre Chocosuisse“ (2001).

„50 Jahre Rega“ (2002) mit Hologramm.

Briefmarken Auktion 7. Mai 2014 Besichtigung ab 29. April Dorotheergasse 17, 1010 Wien Experten: Mag. Gerhard Babor, Gernot Abfalter, Erich Kosicek Tel. +43-1-515 60-297, -299, -295, stamps@dorotheum.at Kataloge: Tel. +43-1-515 60-200, kataloge@dorotheum.at www.dorotheum.com

Schweizer Wertarbeit aus echtem Holz, diesmal als Briefmarke (2004). Die überall beliebte Honigbiene in Wabenform (2011).

Liechtenstein Gemeinde Botenpost Vaduz-Sevelen, Einheit zu 20 Stück, **

„100 Jahre Museum für Kommunikation“ mit Lentikular-Technik (2007).

Reiche Themenvielfalt in der Schweiz! Das Jahrbuch ist ein wertvolles Zeitdokument mit über 100 Seiten, Originalbriefmarken, allen Ausgabetagsstempeln und einem exklusiven Schwarzdruck. Begehrt auf der ganzen Welt (Auflage über 30.000 Exemplare). DIE BRIEFMARKE MS052_Briefmarke_25.03.indd 1

4.14

7

06.03.14 17:54


AKTUELL

Die Schweiz zu Gast in Wien 125 Jahre Schweizer Briefmarken Zeitung 125 Jahre VSPhV In der Schweizer Verbandsphilatelie folgen sich derzeit die Jubiläen dicht auf dicht: 2013 konnte die renommierte Schweizer Briefmarken Zeitung (SBZ) ihr 125-Jahr-Jubiläum feiern, 2015 feiert der Verband Schweizerischer Philatelistenvereine (VSPhV) – das Pendant zum VÖPh – ebenfalls das 125-jährige Bestehen. Die erste Briefmarke der Welt war bekanntlich die „One Penny black“ in Großbritannien, mit Ersttag am 6. Mai 1840. Nur wenige Jahre später, am 1. März 1843, hat die Schweiz, genauer der Kanton Zürich, mit der „Zürich 4“ und der „Zürich 6“, und wenig später der Kanton Genf mit der „Doppelgenf“ die ersten Briefmarken herausgegeben. Nur gut zwei Jahrzehnte später, im Laufe der 60er-Jahre des 19. Jahrhunderts, begann man Briefmarken zu sammeln. Damit verbunden war der Beginn der philatelistischen Literatur. Wie bei den ersten Briefmarken spielte die Schweiz – obwohl ein kleines Land und eine kleine Sammlergemeinde – von Beginn an auf dem Gebiet der Fachliteratur eine Pionierrolle. Dies hat sich bis zum heutigen Tag erhalten, und wir konnten 2013 mit Stolz das Jubiläum „125 Jahre SBZ“ feiern – ist sie doch nichts weniger als die drittälteste noch existierende philatelistische Fachzeitschrift weltweit.

Bereits 1875 die erste Briefmarkenzeitung in der Schweiz Um das Jahr 1875 scheint die Schweiz aus dem Anfangsstadium der Philatelie hinausgetreten zu sein, und nachdem im Oktober 1875 in nur gerade einmal fünf Ländern Briefmarkenzeitungen erschienen – nämlich in den USA, in Frankreich, England, Belgien und Deutschland – entschloss

www.vsphv.ch

CHF 6.50/€ 7.80

Schweizer Briefmarken Zeitung Journal philatélique suisse Giornale filatelico svizzero

Nr. 1–2 22. Januar 2013

Umfangreicher Sonderteil 125 Jahre SBZ: Eine Erfolgsgeschichte der philatelistischen Literatur Klein, aber fein: Ausgewählte Aspekte zur philatelistischen Literatur in der Schweiz

RÖLLI AUKTIONEN LUZERN Internationale Live und Online Briefmarken-Auktionen 53. Auktion 31. Januar - 2. Februar 2013

Die Bedeutung historischer Fachmagazine für die moderne philatelistische Forschung

Die „Schweizerische Briefmarkenzeitung“, 1875 von Eduard Riesen herausgegeben. 

Rémy Berra, postier, philatéliste et expert de renom Rémy Berra, Pöstler, Philatelist und namhafter Experte Streit um Walter: Die Polemik um die Briefmarkenausgabe von 1907

125 Jahre SBZ: Die SBZ-Jubiläumsnummer vom Januar 2013. 

Walter Tell, sujet d’un conflit: La polémique autour de l’émission des timbres de 1907 01 7 612684 002084

8

DIE BRIEFMARKE 4.14

Rölli-Schär AG Seidenhofstrasse 2 CH-6003 Luzern Tel. +41 (041) 226 02 02 www.roelliphila.ch


AKTUELL sich Eduard Riesen in Schwanden (Kanton Glarus), das erste Fachblatt unter der Bezeichnung „Schweizerische Briefmarkenzeitung“ herauszugeben. Dieses erste philatelistische Fachblatt in der Schweiz erschien allerdings nur in sieben Ausgaben innerhalb von fünf Monaten. Vorgesehen war eine 14-tägige Erscheinungsweise bei einem Abonnementspreis von CHF 1,20. Mitarbeiter war u.a. der bekannte Philatelist Dr. Alfred Moschkau. Die Zeitschrift wechselte mehrfach den Titel. Die Nummern 1 bis 4 erschienen als die erwähnte „Schweizerische Briefmarkenzeitung“, die Doppelnummer 5/6 und die Nr. 7 vom Januar 1876 als „Internationale Briefmarkenzeitung“, die Doppelnummer 8/9 (Ausgabe 7) als „Internationale Briefmarken-Zeitung“. Philatelie, Post- und Telegrafenwesen. Zweite Serie“. Die Doppelnummer 8/9 ist ohne Datum, mit ziemlicher Sicherheit bedeutete sie aber im ersten Viertel des Jahres 1876 das Aus von Eduard Riesens Initiative. Am 20. Juli 1879 startete der Berner Briefmarkenhändler Robert Deyhle unter dem Titel „Schweizer Briefmarken-Zeitung“ einen weiteren publizistischen Versuch. Deyhles Briefmarken-Zeitung erschien ab dem 20. Juli 1879 mit sechs Ausgaben bis zum 20. Dezember 1879. Danach wurde sie in „Schweizer Illustrierte Briefmarken-Zeitung“ umgetauft und erlebte unter diesem Titel bis 1887 sieben weitere Jahrgänge, insgesamt also acht Jahrgänge mit gesamt 87 Nummern.

November 1888: Die Geburtsstunde der heutigen SBZ Noch nicht unter dem heutigen Namen „Schweizer Briefmarken Zeitung“, aber seit damals durchgehend erscheinend, kam im November als 8-seitige Probenummer im Verlag von Hans Kirchhofer in Lausanne, das „Schweizer Briefmarken-Journal“ heraus, das 1895 (nach anderen Quellen 1894) in „Schweizer Briefmarken-Zeitung“ umgetauft wurde. Unter diesem Namen wurde das Blatt später zum offiziellen Verbandsorgan des Verbandes Schweizerischer Philatelisten-Vereine (VSPhV). Nachdem die 1881 geschaffene „Schweizer Illustrierte Briefmarken-Zeitung“ aus Kostengründen ihr Erscheinen einstellte, trat ein Zeitungsinterregnum ein, d.h. die ganze deutschsprachige Schweiz hatte keine Briefmarkenzeitung mehr zur Verfügung. Dies gab dem bekannten Philatelisten, Händler und Verleger Hans Kirchhofer in Lausanne Anlass zur Herausgabe einer neuen Zeitung, eben dem „Schweizer Briefmarken-Journal“. Diese Zeitung war von Anfang an offizielles Organ des Philatelisten-Vereins Luzern und der Société Lausannoise de Timbrologie. In den folgenden Jahren gesellten sich noch der Schweiz. Philatelisten-Verein Basel, der Philatelisten-Verein Bern, der Philatelisten-Club St. Gallen sowie der Briefmarkensammler-Verein Winterthur dazu. Mit der Nr. 1 des 6. Jahrgangs wurde die Zeitung zum Organ des Zentralverbandes der Schweiz. Philatelisten-Vereine, herausgegeben vom Schweiz. Philatelisten-Verein Basel. Im Januar 1896 erschien die Zeitschrift erstmals unter ihrem heutigen Namen „Schweizer Briefmarken-Zeitung“. In der Folge zeichnete bis Ende 1897 die Union philatélique de Genève für die Herausgabe verantwortlich. Von 1898-1909 war die Reihe an der Société lausannoise de Timbrologie. In dieser Zeit waren der berühmte Baron A. de Reuterskiöld und P. Rosselet Redakteure, Jules Jaquier in Morges besorgte die Administration. Der Philatelisten-Verein Bern mit seinem Präsidenten O. Gruber war es, der den Gedanken zur Gründung eines Verbandes nach einigen früheren vergeblichen Versuchen wieder aufgriff und sich im September 1890 an die damals bestehenden neun Briefmarkenvereine wandte. Er lud zu einer Delegiertenversammlung am 26. Oktober 1890 in Bern ein, an welcher der heutige VSPhV aus der Taufe gehoben wurde.

 Aktive Verbandsarbeit: Jvo Bader (Vizepräsident des VSPhV und Leiter Ausstellungswesen) und SBZ-Chefredakteur Hans Schwarz (rechts) auf einer Publikumsmesse in Basel.

Nun kann der Verband im Jahr 2015 sein 125-jähriges Bestehen feiern und auf eine wechselvolle Verbandsgeschichte zurückblicken. Gleich wie bei seinen Schwesterverbänden in Europa kämpft auch der VSPhV gegen den Mitgliederschwund. Zählte der Verband Mitte der 1990er-Jahre noch über 20.0000 Mitglieder, sind wir heute bei rund 6.000 Mitgliedern angelangt. Aber nach dem Motto „Qualität kommt vor Quantität“ blicken der VSPhV und die SBZ optimistisch in die Zukunft der Verbandsphilatelie. Hans Schwarz, Chefredakteur SBZ DIE BRIEFMARKE 4.14

9


AKTUELL

Ausstellungstipp

Albin Egger-Lienz im Belvedere Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4

Seine Bilder, die die Schrecken des Ersten Weltkriegs illustrieren, zählen zu den eindrucksvollsten künstlerischen Zeugnissen dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Noch bis 9. Juni wird in der Orangerie des Unteren Belvedere die sehenswerte Ausstellung „Totentanz: Egger-Lienz und der Krieg“ gezeigt. Albin Egger-Lienz (1868-1926) gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Wegbereitern des österreichischen Expressionismus. Wichtige Werke aus seiner Hand befinden sich in der Graphischen Sammlung Albertina, im Wiener Leopold Museum, im Heeresgeschichtlichen Museum, im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum sowie im Museum Schloss Bruck in Lienz. Existenzielle Fragen nach Leben und Tod ziehen sich durch das gesamte Oeuvre des Künstlers, dem das Belvedere zurzeit eine hochwertige Ausstellung widmet. Keine Frage: Egger-Lienz‘ Kriegsbilder sind eindringliche Mahnmale gegen die Gräuel von Kampf und Gewalt. Im Jahr 1906 beauftragte die Ankaufskommission der Modernen Galerie (also des heutigen Belvedere) den Künstler mit einer Arbeit. Pünktlich zum 60-jährigen Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs I. und kurz vor der Hundertjahrfeier der Tiroler Befreiungskriege lieferte Albin Egger-Lienz 1908 das Gemälde mit dem Titel „Totentanz von Anno Neun“, die erste erhaltene Fassung dieses Motivs, mit dem er sich zwischen 1906 und 1921 häufig und in unterschiedlicher Weise beschäftigte. Bereits bei der ersten Ausstellung anlässlich des Regierungsjubiläums wurde die wenig feierliche Stimmung des Bildes jedoch als Provokation empfunden, 1914 wurde es als mahnende Vorahnung des Ersten Weltkriegs interpretiert, und während der Zeit des Nationalsozialismus versuchte man das Werk zur Rechtfertigung des Heldentods zu missbrauchen. Die aktuelle Ausstellung in der Orangerie des Unteren Belvedere, „Totentanz: Egger-Lienz und der Krieg“, veranschaulicht nun, ausgehend von oben erwähntem Gemälde und anhand zahlreicher weiterer Arbeiten, die künstlerische Entwicklung Egger-Lienz’ und beleuchtet unterschiedliche Interpretationen im Laufe der Jahre.

Abb. 5

Auch die österreichische Post würdigte den großen Maler mehrfach auf verschiedenen Briefmarken: Erstmals im Jahre 1932, und zwar in einer 6 Werte umfassenden Serie über österreichische Maler, auf dem 1 Schilling-Wert mit dem Porträt von Egger-Lienz (Abb. 1), weiters 1961 mit einem Ausschnitt aus dem Gemälde „Der Bergmäher“ als Motiv des 1 SchillingWertes aus der Reihe „100 Jahre Künstlerhaus“ (Abb. 2) sowie 1969 mit der Weihnachtsmarke mit Egger-Lienz‘ Bild „Madonna“ (Abb. 3), und schließlich 1978 mit der Sondermarke „Europäischer Familienkongress“ mit dem Gemälde „Tischgebet“ (Abb. 4). Darüber hinaus zeigen auch Briefmarken von anderen Postverwaltungen wie zum Beispiel jener aus der ehemaligen DDR (Abb. 5) und zahlreiche personalisierte Marken diverse Arbeiten von Albin Egger-Lienz in ihren Motiven. rie 7.3. bis 9.6.2014: „Totentanz: Egger-Lienz und der Krieg“ Unteres Belvedere, Orangerie 1030 Wien, Rennweg 6 Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 21 Uhr

10

DIE BRIEFMARKE 4.14


XIV

ALBUM

APRIL 2014

SONDERSTEMPEL Datum Zeit 4.4.2014 9-13 Uhr

4.4.2014 17-21 Uhr

10.4.2014 14-18 Uhr

12.4.2014 9-16 Uhr

12.4.2014 9-16 Uhr

12.4.2014 9-16 Uhr

24.4.2014 13-16 Uhr

25.4.2014 9.30-17 Uhr

Anlass

Standort

Veranstalter

Entwerfer Darstellung

Gefälligkeitsabstempelung *)

Gegen Tierversuche

VKS Ost Steinheilgasse 1, 1210 Wien

Serviceplan Campaign 2

Stefanie Paulus

bis spätestens 18.4.2014

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Aula der Wissenschaften, Wollzeile 27a, 1010 Wien

Österreichische Post AG, Philatelie, 1030 Wien

bis spätestens 18.4.2014

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Ersttag der Sondermarke „Zum Schwarzen Kameel“ aus der Serie „Gastronomie mit Tradition“

„Zum Schwarzen Kameel“, Bognergasse 5, 1010 Wien

Österreichische Post AG, Philatelie, 1030 Wien

Ersttag der Sondermarke „125. Geburtstag Charlie Chaplin“

Verband Österr. Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien

Österreichische Post AG, Philatelie, 1030 Wien

Ersttag der Sondermarke „Eric Pleskow“ aus der Serie „Österreicher in Hollywood“

Verband Österr. Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien

Österreichische Post AG, Philatelie, 1030 Wien

Tag der offenen Tür 2014 im VÖPh, Gastland Schweiz

Verband Österr. Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien

Verband Österreichischer Philatelistenvereine, Miri Matejka, Getreidemarkt 1, 1060 Wien

Prof. Adolf Tuma

Ersttag der Sondermarke „900 Jahre Stift Klosterneuburg“

Stift Klosterneuburg, Besucherempfang/ Sala Terrena, Stiftsplatz 1, 3400 Klosterneuburg

Österreichische Post AG, Philatelie, 1030 Wien

Dieter Kraus

NUMISMATA 2014

Congress Center der neuen Messe, Messeplatz 1, 1020 Wien

Erich Modes, D-80469 München

Stift Herzogenburg, Pfarrzentrum, Kirchenplatz, 3130 Herzogenburg

ABSV Herzogenburg, OStR Mag. Erich Böck, Kalkofengasse 12, 3130 Herzogenburg Tel. 02782 / 825 54

Ersttag der Sondermarke „60 Jahre CERN“

26.4.2014 9.30-15 Uhr

27.4.2014 13-17 Uhr

1000 Jahre Pfarre Herzogenburg

50 x 27 mm Kopfklammer bei Tierversuch & Logo

Reibnegger/ Deschka 40 mm Computersimulation eines CERNExperiments Gustav Assem 40 mm Logo des Restaurants

Kirsten Lubach 30 x 49 mm

ErsttagsZusatzstempel

bis spätestens 24.4.2014 ErsttagsZusatzstempel

bis spätestens 24.4.2014

Charlie Chaplin

ErsttagsZusatzstempel

Kirsten Lubach

bis spätestens 24.4.2014

29 x 41 mm Porträt von Eric Pleskow

42 x 32 mm

ErsttagsZusatzstempel

Jubiläumslogo des Stifts Klosterneuburg

Hannes Margreiter 40 mm

40 mm Signum und Schriftzug

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

bis spätestens 8.5.2014

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

ErsttagsZusatzstempel

bis spätestens 9.5.2014

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

bis spätestens 11.5.2014

Philatelie Region West Renate Rebhandl Tel. 057767 24884

Stephansdom und Münze

OStR Mag. Erich Böck

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

bis spätestens 26.4.2014

Matterhorn, Fahne Schweiz – Österreich

50 x 25 mm

Rückfragen

*) Gefälligkeitsabstempelungen – wenn nicht anders angegeben – nur bei der Zentralen Stempelstelle-Philatelie, Steinheilgasse 1, 1210 Wien.

Abbildung


Die Briefmarke 04/2014