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DIE

BRIEFMARKE

Foto: Thomas Rieger

Post und Philatelie in Österreich

Taktvoll: Sondermarke „Geige“ aus der neuen Serie „Musikinstrumente“

2.10 1.11 58. Jahrgang 59. Februar Jänner 2010 2011 Einzelpreis EUR 3,50 Sponsoring Post, Entgelt bezahlt, Verlagspostamt 1060 Wien, GZ: 02 Z 031235 S


Editorial Veränderungen bieten neue Chancen ... … unter diesem Motto wollen wir das Neue Jahr beginnen! Veränderungen gibt es in vielen Bereichen – unser Partner, die Österreichische Post AG, hat eine neue Leiterin der Philatelie: Frau Dr. Havranek-Kosicek wird zukünftig gemeinsam mit unserem Verband die Philatelie in Österreich positiv beeinflussen und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Auch im Bereich der organisierten Sammler hat sich beim letzten Kongress in Lissabon Entscheidendes verändert – Joseph Wolff aus Luxemburg folgt ein neuer Mann aus Singapur nach – Tay Peng Hian wurde zum FIP-Präsident für die nächsten vier Jahre gewählt. Sicher eine Situation, mit der wir Europäer wieder umgehen lernen müssen. Im September erwarten uns Neuwahlen im Verband und man kann gespannt sein, welche Konstellation diese bringen werden – auch das wird sicher eine Herausforderung! Sie sehen, meine geschätzten Leserinnen und Leser, es gibt jede Menge an gravierenden Veränderungen, die für uns Herausforderung zu Fortschritt bedeuten. Was die internationalen Ausstellungen in Europa betrifft, war wohl die FIP-Ausstellung in Lissabon 2010 eine der letzten dieser Art. Zukünftig wird es eher kleinere (kostengünstigere) europäische Veranstaltungen in den FEPA-Mitgliedsländern geben. Unser Verband hat bereits die Weichen gestellt und auf die aus finanziellen Gründen immer weniger werdenden europäischen Ausstellungen reagiert. Warum nicht eine FEPA-Ausstellung in Gmunden? Das Organisations-Komitee rund um Vizepräsident Neumayr hat in den letzten Jahren bewiesen, dass es Großes zustande bringt, sicher auch eine Ausstellung mit europäischer Beteiligung. Großartige Sammlungen auf hohem Niveau – nicht die Menge, die Qualität wird entscheidend sein – und das ist gut so! Parallel dazu muss jedoch das Ausstellungswesen für den „kleinen“ Sammler überdacht werden. Erste Ansätze gibt es bereits. Unsere Aufgabe wird es im neuen Jahr sein, das voranzutreiben und Veranstaltungen zu präsentieren, die auch Nichtphilatelisten ansprechen. Die Jugend wird im Jahr 2011 ganz besonders im Mittelpunkt stehen – viele nationale und überregionale Ausstellungen sind geplant und ich lade unsere jungen Sammler heute schon ein, hier aktiv mitzumachen. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Philatelie, ich bin davon überzeugt, dass Sie gemeinsam mit uns die Zukunft unseres gemeinsamen Hobbys positiv beeinflussen werden – es wird sicher ein wenig anders sein, aber es wird weiter Spaß machen. In diesem Sinne freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit mit Ihnen allen Ihr

Alfred Kunz

Präs.Stv. des Verbandes Österreichischer Philatelistenvereine

Briefmarken – Krones wünscht Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2011

Auch im 43. Geschäftsjahr bin ich am bekannten Standort A-1010, Fleischmarkt 14 (Hauptpost) für Sie da! Vorhanden sind Marken der ganzen Welt sowie Briefe, Ganzsachen Kataloge und Zubehör

Einkauf  Verkauf  Versand

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 10 - 18 Uhr (durchlaufend)

Die Briefmarke 1/2011

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Ein gutes neues Jahr!

Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? Rund um das Neujahrsfest sicherlich niemand. Denn da gilt der Rauchfangkehrer (für unsere Leser in Deutschland: der Schornsteinfeger) als Glückssymbol. Diese Zuschreibung gilt für ihn ebenso wie für süße kleine Schweinchen, Hufeisen, vierblättrige Kleeblätter und Fliegenpilze. Dementsprechend oft finden sich diese Glückssymbole auch auf Neujahrskarten wieder. Aber auch andere Motive sind auf diesen Glückwunschkarten zu sehen – und einige dieser „aus der Reihe tanzenden“ Exemplare wollen wir unseren Lesern vorstellen. Heute ist die Sitte, zum Jahreswechsel Glückwunschkarten zu versenden, fast schon zum Erliegen gekommen. Telefon und E-Mail sind an deren Stelle getreten, dafür glühen zum Jahreswechsel um Mitternacht (hierzulande: wenn die „Konserve“ mit der „Pummerin“ im Fernsehen verklungen ist) die Telefonleitungen ...

Unterschiedliche Motive

 Wer

hat da den Osterhasen aus seinem Winterschlaf geweckt?

 Kinderbilder

waren auf französischen Karten sehr beliebt.

 Wenn

da dem Schornstein­ feger nicht heiß wird ...

Wer einmal die Gelegenheit hatte, eine größere Anzahl dieser Glückwunschkarten durchzusehen, dem fällt eine – freilich wissenschaftlich noch nicht untersuchte bzw. nachgewiesene – Besonderheit auf: Die bevorzugten Motive der Bildseiten unterscheiden sich stark nach den Produktionsländern bzw. den Sprachgebieten. So sind im deutschen Sprachraum z.B. die Kitschkarten (Rauchfangkehrer, Schweinchen, Kleeblatt etc.) vorherrschend. In den frankophonen Gebieten dominieren hingegen Bilder von Kindern bzw. attraktiven jungen Frauen. Allen gemein sind nur „neutrale“ Motive mit Kirchen, winterlichen Landschaften und andere, keine reli­ giösen Details darstellende Karten.

Bleibt nur eine Frage: Rauchfangkehrer oder betrunkene Terroristen? 

 In

München wurde Neujahr offenbar erst im Frühling auf blühenden Wiesen gefeiert.

Wie auch bei den Weihnachts- und Osterkarten fällt ein „Bilderrecycling“ auf: Bereits vorhandene topographische Motive wurden einfach mit einem entsprechenden Textzusatz versehen neu aufgelegt und so in den Handel gebracht. Besonders auffällig: Bei den Neujahrskarten kommen kaum religiöse Motive vor. In Deutschland wurden zwar große  Der Nelkenstrauß Mengen an Neujahrskarten für den passt wohl auch nicht ganz zur Jahreszeit.

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 Es

funkelt und glitzert (Karte mit aufgeklebten Punkten).

Die Briefmarke 1/2011


weltweiten Export produziert, doch bis zum Ersten Weltkrieg sandten die Deutschen überwiegend sogenannte Wunschblätter, und das hauptsächlich zu Weihnachten. Es handelte sich um Briefbögen mit gedruckten Rand­ ornamenten und häufig einem Bild, in der Mitte wurden dann handschriftliche Grüße oder Gedichte eingesetzt.

 Verspätetes

Weihnachtsmotiv von „anno nazimal“.

 Beim

Schreiben einer Neujahrskarte – an der Schreibmaschine und mit der Füllfeder in der Hand?

Wünsche im Familienkreis Besonders im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts scheint sich sogar innerhalb der im selben Haushalt lebenden Familien ein Glückwunschbrauch herausgebildet zu haben: Kinder bedankten sich bei ihren Eltern mit einem diesen übergebenen Brief für das bisherige Leben und brachten gleichzeitig Glückwünsche zum neuen Jahr zum Ausdruck. Dies ist zwar weder aus philatelistischer noch aus der Sicht der Ansichts- und Bildpostkartensammler von Belang, stellt aber trotzdem eine interessante Facette aus dem Bereich der Neujahrswünsche in früheren Zeiten dar.

„Doppelt hält besser“  Mit

solchen Karten gratulierten die Franzosen gern.

 In Bayern wurde auch auf neutrale Motive zurückgegriffen.  In der Tschechoslowakei waren die kleinen Schifahrer offenbar besonders abgehärtet.

 Eher selten auf Neujahrskarten zu finden: ein religiöses Motiv.

Die Briefmarke 1/2011

 Ein

Zierbrief als Vorläufer der Neujahrskarten.

Glückwunschkarten kosten Geld. Erst einmal bei deren Kauf und dann kommt natürlich noch das Postentgelt für den Versand dazu. Kein Wunder, dass daher viele Kartenschreiber das Angebot der Kartenindustrie nutzten, „gleich zwei Fliegen mit einem Schlag“ zu treffen. Karten mit Weihnachtsgrüßen und Neujahrswünschen gemeinsam kombiniert brachten schließlich eine Einsparung von bis zu 50%. Noch billiger wurde es, wenn man Ansichtsund Glückwunschkarten mit maximal fünf Worten zum Drucksachentarif versendete (wobei die Unterschrift nicht mitgezählt wurde). Diese Möglichkeit wurde nur in den entsprechenden Postvorschriften erwähnt. In den von vielen als alleinige Bibel angesehenen Postgebührenweisern und Ähnlichem findet dieser günstigere Tarif keinen Niederschlag. Trotzdem wissen die meisten Sammler darüber Bescheid: In dem für das Aufkleben der Marke bestimmten Feld war nämlich auf vielen Karten ein entsprechender Hinweis abgedruckt. -mai-

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ALBUM

JÄNNER 2011

XIII

SONDERSTEMPEL Datum Zeit 21.1.2011 10-18 Uhr

21.1.2011 10-18 Uhr

21.1.2011 10-18 Uhr

22.1.2011 10-17 Uhr

26.1.2011 10-18 Uhr

29.1.2011 9-11 und 14-17 Uhr

Anlass

Standort

Veranstalter

Ersttag Philatelie Shop, der Sondermarke Fleischmarkt 19, „Marburg“ 1010 Wien

Österreichische Post AG, Philatelie

Ersttag Philatelie Shop, der Sondermarke Fleischmarkt 19, „100 Jahre 1010 Wien Österreichische Krebshilfe“

Österreichische Post AG, Philatelie

Ersttag Philatelie Shop, der Sondermarke Fleischmarkt 19, „Geige“ 1010 Wien

Österreichische Post AG, Philatelie

Entwerfer Darstellung

Gefälligkeitsabstempelung *)

Prof. Adolf Tuma

bis spätestens 4.2.2011

44 x 36 mm

ErsttagZusatzstempel

Historisches Postgebäude

Michael Rosenfeld 47 x 29 mm

bis spätestens 4.2.2011 ErsttagZusatzstempel

Schriftzug

Maria Schulz

bis spätestens 4.2.2011

40 mm

ErsttagZusatzstempel

Schnecke der Geige

Ersttag Philatelie Shop, Österreichische Post AG, der Sondermarke Kärntner Straße 44, Philatelie „100. Geburtstag 1010 Wien von Bruno Kreisky“

Michael Rosenfeld

Ersttag des Sonder­markenblocks „200 Jahre Joanneum Graz“

Philatelie Shop, Fleischmarkt 19, 1010 Wien

Österreichische Post AG, Philatelie

Ersttag der Sondermarke „200.Geburtstag von Franz Liszt“

Gemeindeamt Raiding – Liszt & Wein, Franz Liszt-Platz 1, 7321 Raiding

Österreichische Post AG, Philatelie

30 x 39 mm

bis spätestens 5.2.2011 ErsttagZusatzstempel

Portrait Dr. Bruno Kreisky

bis spätestens 9.2.2011

ErsttagZusatzstempel

Silvia Moucka

bis spätestens 12.2.2011

50 x 23 mm Portrait Franz Liszt

ErsttagZusatzstempel

Rückfragen

**) Abbildung

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

­

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Philatelie Region Ost Martin Luksch Tel. 057767 33600

Abbildung lag bei Druckbeginn noch nicht vor

Philatelie Region Süd Wolfgang Brunner Tel. 057767 21630

*) Gefälligkeitsabstempelungen – wenn nicht anders angegeben – nur bei der Zentralen Stempelstelle-Philatelie, Fleischmarkt 19, 1010 Wien. **) v-Stempel: Seit 1. Juli 2007 sind jene Sonderstempel (ausgenommen Ersttag-Sonderstempel), die bei den Sonderpostämtern anlässlich von philatelistischen Veranstaltungen (Werbeschauen, Philatelistischer Salon, Austria Cup, Ausstellungen Rang I, II und III) verwendet werden, mit dem Kennbuchstaben „v“ versehen.

AWZ Anlass

Standort

von

bis

Motiv

Eindruck

Motivwechsel

Postfiliale 1010 Wien, Fleischmarkt 19

7.1.2011

25.11.2011

neue Motive (Sonnenblume, Enzian)

SONDERPOSTAMT

Motivwechsel

Philatelie Shop 1010 Wien, Kärntner Straße 44

7.1.2011

25.11.2011

neue Motive (Sonnenblume, Enzian)

PHILATELIE SHOP

Motivwechsel

Philatelie Shop 1080 Wien, Josefstädter Straße 63

7.1.2011

25.11.2011

neue Motive (Sonnenblume, Enzian)

PHILATELIE SHOP

Der letzte Betriebstag des AWZ-Druckers im Philatelie Shop 5020 Salzburg, Linzergasse 24, ist der 5.1.2011.

Die Briefmarke 01/2011  

Österreichische Fachzeitschrift für Post und Philatelie. Info und Zeitschriftenbezug: Verband Österreichischer Philatelistenvereine +43(1)58...

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