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medium gas

Das Magazin f체r die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 16. Jahrgang | 1. Ausgabe | M채rz 2007

Schwerpunkt: Marketing Interview mit Dr. Achim Westebbe | Online-Geb채udeenergieausweis | Neue Kampagne zum Fahren mit Erdgas | Botschaft: Umweltfreundlicher Energietr채ger | Expertenbeitrag: Das Geheimnis starker Marken


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Editorial

Inhalt 6 Markt

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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Wechsel im VNG-Vorstand zum 1. Juli 2007

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acset-x: Die VNG führt Online-Plattform für Gashandel ein

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store-x: Zunehmende Aktivitäten zum Jahresbeginn

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Lübz: Viel Energie für eine liebenswerte, kleine Stadt

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Kraft-Wärme-Kopplung auf dem Prüfstand

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Doppelter Panda – neuer Kleinwagen von Fiat

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Heizen und Kühlen mit einem Gerät

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Effizienter Kraftmeier

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Kabellose Höchstgeschwindigkeit

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Schwerpunkt: Marketing

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Interview mit Dr. Achim Westebbe: „Eine neue Marke ist

Erdgas zu verkaufen, ist die wichtigste Aufgabe unseres Unternehmens. Damit wir darin erfolgreich bleiben, muss mit viel Energie und Fingerspitzengefühl Marketing betrieben werden. Für uns als Unternehmen der Energiewirtschaft gilt das ganz besonders. Der in den letzten Jahren verschärfte Wettbewerb um Kunden und Lieferanten lässt keinen anderen Weg zu, als die stete und nachhaltige Pflege und Überprüfung der Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Anspruchsgruppen. Diese Ausgabe medium gas, die erste im Jahr 2007, hat einen MarketingSchwerpunkt. Kundenbedürfnisse zu erzeugen und zu befriedigen, also Wolfgang F. Eschment das Denken vom Markt her, ist das Ziel des Marketings. Wir bei der VNG nehmen folglich die Sichtweise unserer Kunden ein und entwickeln gemeinsam mit ihnen Lösungen. Mit verschiedenen Preismodellen und durchdachten Kalkulationskonzepten schneidern wir zum Beispiel individuelle Pakete mit und für unsere Partner. Der enge Kontakt zu ihnen, sich gemeinsam abstimmen, Vorschläge abwägen und sich letztendlich zu einigen – all das ist Marketing.

wie ein leeres Gefäß ...“ 28

Marketinginstrument aus dem Web: Für eine gute Zusammenarbeit in Fragen des Produktmarketings stehen ebenfalls verschiedene Mittel und Maßnahmen parat. Hierbei endet die Liste der Möglichkeiten keineswegs bei Messeauftritten. Von Bedeutung, und das werden Sie in diesem Heft sicher noch an anderer Stelle lesen, sind vor allem die Gespräche vor Ort, von Angesicht zu Angesicht. Lösungen für Gewerbebetriebe können ganz einfach nicht am Schreibtisch oder hinter einem Messetresen gefunden werden. Man setzt sich gegenüber und unsere Experten analysieren und diskutieren das Machbare. Gemeinsam entsteht so das beste Ergebnis.

Online-Gebäudeenergieausweis

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Ich hab Spaß, ich geb’ Gas – neue Kampagne zum Fahren mit Erdgas

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Botschaft: Umweltfreundlicher Energieträger

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Expertenbeitrag: Das Geheimnis starker Marken

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Treibhausgas unter die Erde verbannen

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Das Energiepaket der Europäischen Kommission

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Dispatching im Wandel

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Sicher graben – Sicherheitspartnerschaft Tiefbau

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„Ikke bare laks og pølser“ – norwegisch-deutsche Ausstellung

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Verbundnetz-Botschafter 2007 berufen

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Neustart des Wettbewerbs junger Euroköche

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ERDGASPOKAL der Schülerköche

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Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen

Marketing ist das Denken von der Seite des Marktes her. So lassen sich Kundenbedürfnisse am besten erfassen, erzeugen und befriedigen.

Wir möchten Ihnen damit zeigen, wie wir diese wichtige Disziplin verstehen. Wir sind alles andere als bloße Werbemittelverteiler auf den jeweiligen Messen. Marketing ist der Dienst am Kunden. Vor allem durch die Nähe zu unseren Kunden fühlen wir den Puls des Geschäftes. Nicht zuletzt deshalb hat auch der zuständige Bereich die Bezeichnung Kundendienst/Marketing. Doch nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen beim Lesen. Ihr Wolfgang F. Eschment Vorstand Gasverkauf / Technik der VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft

Impressum medium gas Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft | Braunstraße 7, 04347 Leipzig | Postfach 24 12 63, 04332 Leipzig | Tel. 0341 443 - 0 | Fax 0341 443 - 2057 | www.vng.de | Redaktion Unternehmenskommunikation | Verantwortlicher Redakteur Stefan Brauße | Tel. 0341 443 - 2458 | stefan.brausse@vng.de | Redaktionsbeirat Helge Andrä, Dr. Reinhard Böhm, Mike Diekmann, Bernhard Kaltefleiter, Siegbert Ketelhut, Kerstin Kietzke, Heinz Möller, Stefanie Mrazek, Birgit Reiss, Christopher Seibel, Bettina Scholtz, Dr. Achim Westebbe | Redaktionsschluss für diese Ausgabe 23.2.2007 | für die nächste Ausgabe 20.4.2007 | Aufl age 4 800 | Gestaltung, Herstellung Robert Pasitka | Militzer & Kollegen GmbH | Reproduktion und Druck Scan Color Leipzig GmbH | Fotos wenn nicht anders angegeben VNG | Titelseite Jan Schuster, Leiter Marketingservice der VNG, im Kundengespräch auf der E-World 2007. Foto: Christoph Busse

In eigener Sache Mit dieser Ausgabe des medium gas stellen wir Ihnen etwas Neues vor: Das optische Erscheinungsbild des Heftes wurde deutlich verändert. Nach einer Frischzellenkur in den Wintermonaten orientiert sich medium gas jetzt an heutigen, aktuellen Lesegewohnheiten. Den ersten optischen Eindruck von außen prägt ein warmer Farbverlauf. Die Innenseiten wurden im Sinne einer noch besseren Lesbarkeit verändert. Uns interessiert natürlich, wie das neue Erscheinungsbild bei Ihnen ankommt. Falls Sie Lust haben, uns Ihre Eindrücke zu schildern, sind Sie dazu herzlich eingeladen. Am besten per E-Mail an redaktion@vng.de. Ihr Bereich Kommunikation & Politik

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Wechsel im VNG-Vorstand zum 1. Juli 2007 Am 8. Januar 2007 bestellte der Aufsichtsrat der VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft Dr. Gerhard Holtmeier mit Wirkung zum 1. Juli 2007 als neues Vorstandsmitglied des Unternehmens für das Ressort Gasverkauf/Technik. Dr. Holtmeier tritt die Nachfolge von Wolfgang F. Eschment an, der zum 30. Juni 2007 in den Ruhestand gehen wird. Eschment ist seit 1991 Mitglied des VNGVorstands. Dr. Holtmeier trat 1992 als Rechtsassessor in die Ruhrgas AG, Essen, ein, wo er zunächst als Referatsleiter Gasverkauf tätig war. Im Jahre 1995 übernahm er die Aufgaben als Assistent des Vorstandes der Ruhrgas AG und der Ruhrgas Energie Beteiligungs-AG, Essen. Im Jahr 2000 wechselte er zur Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA, Köln, in den Bereich Investmentbanking Energy / Public Sector, wo er zuletzt als Managing Director arbeitete.

store-x: Zunehmende Aktivitäten zum Jahresbeginn www.store-x.net, Deutschlands erste Online-Plattform für den Handel mit sekundären Speicherkapazitäten für Erdgas, verzeichnete mit Beginn des neuen Jahres zunehmende Aktivitäten. So hatte beispielsweise die E.ON Ruhrgas AG bereits im Vorfeld der Messe E-World in Essen angekündigt, Speicherkapazitäten von insgesamt 200 Mio. m3 in mehreren Tranchen über store-x zu versteigern. Seither haben weitere Anbieter Interesse bekundet, in der nächsten Zeit Angebote einzustellen. Zudem können Nutzer von Gasspeichern ab sofort auch Gesuche nach freien Kapazitäten in Europa in das Portal einstellen. „Mit diesem zusätzlichen Angebot schaffen wir noch mehr Flexibilität im europäischen Speichermarkt. Das fördert den Wettbewerb und öff net neue Optionen für Gashändler“, sagte Dr. Markus Mohr, Geschäftsführer der store-x Storage Capacity Exchange GmbH. Die 20 Angebote, die zu Beginn der E-World auf www.store-x.net gelistet waren, wurden mitt-

Neuer VNG-Vorstand Gasverkauf/Technik ab 1. Juli 2007: Dr. Gerhard Holtmeier. Foto: Andreas Schoelzel

lerweile verkauft. An der Auktion beteiligten sich Bieter aus neun europäischen Ländern. „Auf der Plattform haben wir mittlerweile 188 Registrierungen aus verschiedenen europäischen Ländern. Das heißt, all diese Registrierten werden über neu eingestellte Angebote informiert und können sich am Handel beteiligen“, erläutert Bernd Protze, ebenfalls Geschäftsführer von store-x. Da store-x Gasversorgern die Möglichkeit bietet, nicht benötig te Kapazitäten im Speicher zu verkaufen, sei auch das finanzielle Risiko minimiert und die nötige Flexibilität für die Gashändler erreicht. „Händler können diese Kapazitäten erwerben, zum Beispiel wenn sie günstig Gasmengen einkaufen wollen ohne schon Abnehmer dafür zu haben“, erklärt Protze. Inzwischen haben weitere Anbieter ihre Angebote auf www.store-x.net veröffentlicht. Monika Haas

acset-x: Die VNG führt Online-Plattform für Gashandel ein Am 15. Dezember 2006 hat die VNG unter dem Titel acset-x eine Internetplattform für den kurzfristigen Gashandel an virtuellen Handelspunkten gestartet. Diese Punkte, die den Austausch von Gasmengen zwischen unterschiedlichen Bilanzkreisen ermöglichen, sind seit Oktober integrierter Bestandteil der Netzzugangsmodelle aller Betreiber von Gasnetzen. acset-x ist Deutschlands erste Online-Plattform für den Gashandel an virtuellen Handelspunkten. Initiiert und entwickelt wurde acset-x von der VNG gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft ECG Erdgas Consult GmbH. Zunächst ist der Handel auf acset-x nur am virtuellen Handelspunkt der ONTRAS – VNG Gastransport GmbH, Leipzig vorgesehen. Bei entsprechendem Marktinteresse besteht die Möglichkeit, weitere virtuelle Handelspunkte aufzunehmen.

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Auf www.acset-x.de können registrierte Gashändler Gasmengen verkaufen und kaufen. Gehandelt werden kann derzeit eine „Bandlieferung“ (gleich bleibende Stundenmengen) mit einem Lieferzeitraum von einem bis einhundert Tagen auf der Grundlage standardisierter Lieferbedingungen. Die neutrale Plattform führt unabhängige Handelsteilnehmer zu einheitlichen, definierten Lieferbedingungen zusammen. Verkäufer und Käufer bleiben dabei anonym. Bei zu Stande kommen eines Geschäftes schließen die Handelsbeteiligten direkt miteinander einen Vertrag ab. Seitens der VNG besteht das Interesse, selbst auf der Plattform als Käufer und Verkäufer aufzutreten und die handelbare Produktpalette auszuweiten. Stefan Brauße

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Bernd Protze, Geschäftsführer der store-x (r.), im Gespräch auf der E-World.

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Karl-Heinz Dobbertin (l.) und Olaf Beck von der Stadtwerke Lübz GmbH.

Die Elde fließt durch Lübz zur Elbe.

Foto: Stadtinformation Lübz

Viel Energie für eine liebenswerte, kleine Stadt Die Stadtwerke Lübz GmbH Immer mehr Menschen entdecken in der jüngsten Zeit die landschaftlichen Reize von Mecklenburg-Vorpommern. Dabei muss es nicht immer die schöne Ostseeküste mit ihren ehrwürdigen Hansestädten sein. Ebenso reizvoll ist die idyllische Mecklenburger Seenplatte mit der Müritz, Deutschlands zweitgrößtem Binnensee. Der westlichste Großsee in der Müritzregion ist der Plauer See, dessen Fläche rund 39 km² umfasst. Unter den großen Seen der Region ist der Plauer See wiederum der zweitgrößte. Die Elde durchfließt den See von Malchow kommend über Plau und Lübz in Richtung Elbe. Eine zauberhafte Landschaft, die einen in jeder Jahreszeit zu begeistern weiß. Den Auf trag, über Lübz und die Stadtwerke zu schreiben, nahm ich daher mit der größten Freude entgegen. Es war ein Déjà-vu-Erlebnis der besonderen Art, verbrachte ich doch als Sechzehnjähriger in Plau und Lübz meine ersten Ferien in Mecklenburg. Durch die Bundesstraße 191 und die Müritz-Elde-Wasserstraße, die durch die Stadt führen, ist Lübz verkehrstechnisch sowie touristisch sehr attraktiv. Für Freunde des Gerstensaftes dürfte die Stadt vor allem durch sein Bier bekannt sein, das hier seit 1877 gebraut wird und mit dem Slogan „Zeit für Lübzer“ wirbt. Man tut aber garantiert gut daran, sich auch genügend Zeit für Lübz selbst zu gönnen. In der jüngsten Vergangenheit konnte der historische Stadtkern nahezu vollständig saniert und der Stadt ihr charmantes

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„Am 14. März 1991 wurden die Stadtwerke Lübz GmbH als Gasversorgungsunternehmen gegründet. Bis heute haben sich die Stadtwerke Lübz zu einem leistungsstarken Querverbundunternehmen entwickelt. So wurde 1993 die Trinkwasserversorgung und die Betriebsführung des Eigenbetriebes Abwasser Stadt Lübz übernommen. Es folgten 1996 die Wärmeversorgung, die Stromversorgung sowie die Betreuung der Straßenbeleuchtung der Stadt. Die Stadtwerke Lübz beschäftigen derzeit 25 Mitarbeiter und fünf Auszubildende. Unseren Kunden steht im Notfall ein Bereitschaftsdienst zur Verfügung, der rund um die Uhr innerhalb kürzester Zeit vor Ort ist.“ Die Gesellschafter der SWL sind die Stadt Lübz (54%), E.ON Hanse AG (25%), WEMAG (20%) sowie die Gemeinde Halstenbek mit einem Prozent. Den Vorsitz im Aufsichtsrat führt Bürgermeisterin Gudrun Stein.Die Erdgasversorgung erstreckt sich heute neben der Stadt Lübz und den Ortsteilen

Foto: Helmut Rosan

Der Sitz der SWL in der Grevener Straße 29.

Foto: Stadtwerke Lübz

Bobzin, Ruthen und Riederfelde auch auf weitere elf Ortslagen. Die SWL verfügen über 53 km Niederdrucknetz, 15 km Mitteldrucknetz und 16 km Hochdrucknetz. Beck ergänzt: „95 Prozent der Einwohner werden mit Erdgas versorgt, exakt heißt dies, dass die SWL 1 700 Kundenanlagen beliefern. Die größten Industriekunden sind das Mineralwollewerk Saint Gobain Isover G+H AG, die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH, die Mecklenburger Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG und die Firma Schlüter Stahl- und Rohrleitungsbau GmbH, die jedoch hauptsächlich Fenster und Türen herstellt. In Lübz wird das Wohngebiet ‚Am Fuchsberg‘ mit Wärme versorgt. Dazu wurde eine kompakte Heizstation gebaut, die sowohl mit Erdgas als auch mit Heizöl betrieben werden kann.“ Schon am 23. Juni 2004 nahm die erste Erdgastankstelle in Lübz im Beisein der Bürgermeisterin Gudrun Stein und von Manfred Scheibe von der VNG ihren Betrieb auf.

Flair zurückgegeben werden. Doch davon später mehr. Mein erster Anlaufpunkt ist die Stadtwerke Lübz GmbH (SWL) in der Grevener Straße 29.

Die Stadtwerke als leistungsstarkes Querverbundunternehmen Hier werde ich sehr freundlich vom Geschäftsführer Dipl.-Ing. Karl-Heinz Dobbertin und Dipl.-Ing. Olaf Beck, der für den Service Netzbetrieb und die Planung verantwortlich ist, empfangen. Über die Unternehmensentwicklung der SWL informiert Dobbertin, dass mit der gesellschaftlichen Umgestaltung der Jahre nach 1989 sich auch in Lübz ein Umbruch in der Versorgungsbranche vollzog.

Blick vom Marktplatz.

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Viel Energie für eine liebenswerte, kleine Stadt Die Stadtwerke Lübz fördern übrigens die Anschaff ung neuer erdgasbetriebener Fahrzeuge im eigenen Versorgungsgebiet. Die SWL gehen dabei selbst mit gutem Beispiel voran, denn rund 96 Prozent ihrer Fahrzeuge werden mit Erdgas betrieben. Karl-Heinz Dobbertin ist mecklenburgisches Urgestein. Ein agiler, aber gemütlich wirkender Typ. Er ist bei den SWL von Anfang an dabei, zunächst

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als technischer Prokurist und seit dem 1. Oktober 1992 als Geschäftsführer. Der Parchimer hat sein Studium der Wasserwirtschaft in Magdeburg als Diplom-Ingenieur abgeschlossen und ist seitdem seiner schönen mecklenburgischen Heimat treu geblieben. Seit 1991 beziehen die SWL Erdgas von der VNG. Die Herren Dobbertin und Beck äußern sich übereinstimmend sehr positiv über die angenehme und unkomplizierte Zusammenarbeit mit unserem Unternehmen. Besonders betonen beide die partnerschaftliche Zuverlässigkeit. Mehrfach genannt werden die Namen von dem VNG-Vorstand Wolfgang F. Eschment und Manfred Scheibe sowie Astrid Preuss. Eröff nung der Erdgastankstelle am 23.6.2004 im Beisein der Bürgermeisterin Gudrun Stein und Manfred Scheibe (M.) von der VNG .

Foto: Stadtwerke Lübz

Zur Geschichte der Stadt Lübz

Die Firmen Saint Gobain Isover G+H AG (links) und Schlüter Stahl- und Rohrleitungsbau GmbH gehören zu den größten Industriekunden der SWL.

Fotos: Stadtwerke Lübz

Stadt und Stadtwerke gehören zusammen Bürgermeisterin der Stadt Lübz Gudrun Stein Die 1991 getroffene Entscheidung der Stadt Lübz zur Gründung von Stadtwerken hat sich als absolut richtig erwiesen. Für alle war dieser Schritt der Eintritt in eine völlig neue Welt. Jedoch bereits nach kurzer Zeit schafften es die Mitarbeiter, durch großes Engagement und Kompetenz ein ausgesprochen solides und wirtschaftliches Unternehmen aufzubauen. Heute sind die Stadtwerke Lübz ein äußerst verlässlicher und wichtiger Partner der Stadt Lübz. Die Gesellschaft, an der die Stadt mehrheitlich beteiligt ist, ist ein nicht wegzudenkender Baustein bei der Stadtentwicklung. Durch die Flexibilität eines Querverbundunternehmens ist es möglich, viele städtische Bauvorhaben mit Maßnahmen der Stadtwerke zu

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Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH.

Foto: Stadtwerke Lübz

Die kleine Stadt blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Es wird vermutet, dass der Name „Lübz“ vom slawischen Namen „Lubec“ abgeleitet wird (Ort des Lubec). Lübz erhielt in der Zeit zwischen 1456 und 1508 das Stadtrecht. Die Eldenburg verschaff te der Ortschaft frühzeitig Bedeutung. 1306 werden Lübz und die Eldenburg erstmalig erwähnt. Wie viele andere Orte leidet Lübz im Dreißigjährigen Krieg. Es dauert lange bis die Zerstörungen überwunden werden. Ein Krieg folgt dem anderen, Mecklenburg ist fast immer nur Leid tragender Dritter. Lübz ist in dieser Zeit eine typische Ackerbürgerstadt mit einigen Handwerkern.

kombinieren und so gemeinsam effizient und Kosten sparend zu arbeiten. So hat sich die Stadt in den vergangenen Jahren zu einer Perle unserer Region entwickelt. „Wir haben die Energie, die Sie täglich brauchen!“ Dieser Slogan triff t es genau. Und das gilt nicht nur für die Energie aus Strom oder Gas, es ist natürlich auch die Energie der Mitarbeiter unserer Stadtwerke gemeint. Mehrere Dienstleistungen aus nur einer Hand sind ein entscheidender Vorteil bei der Betreuung der Kunden, denn hier steht ein Ansprechpartner für die vielfältigsten Anliegen zur Verfügung. Mit viel Energie bei der Arbeit bedeutet auch, dass die Stadtwerke ein wichtiger Auftraggeber für die regionalen Unternehmen sind. Dies war besonders bei unserem letzten gemeinsamen Bauvorhaben, der Sanierung und dem Umbau des ehemaligen Wasserturmes in Lübz zu sehen. Das Ergebnis ist ein zusätzlicher Anziehungspunkt für Bürger und Besucher unserer Stadt. Das zu einem Aussichtsturm umgebaute Gebäude bietet einen wunderbaren Blick über unsere reizvolle Landschaft. Den Stadtwerken Lübz wünsche ich weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit, denn Stadt und Stadtwerke gehören einfach zusammen.

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Gudrun Stein.

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Viel Energie für eine liebenswerte, kleine Stadt Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt ein wirtschaftlich-industrieller Aufschwung. Brauerei, Zuckerfabrik und Molkerei werden gebaut. Lübz entwickelt sich zu einem Gewerbe- und Industriestandort. Diese Angaben bekomme ich in der Stadtinformation von Frau Stefanie Becker, die mich auch mit einigen Fotomotiven beliefert. Überdies gibt sie mir wertvolle Hinweise über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die heute rund 6 200 Einwohner zählt.

Übrigens führt die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH seit 1925 den Amtsturm in ihrem Firmenzeichen. Die Brauerei, die heute zur Carlsberg A/S Dänemark gehört, produziert seit 1877 Bier in Norddeutschland. Nach dem Ausbau der Brauerei und erheblichen Investitionen in neue Technik hat die Brauerei heute eine Kapazität von über einer Million Hektoliter. Mit ihrer Hauptmarke „Lübzer Pils“ zählt sie zu einer der größten Marken in den ostdeutschen Bundesländern. Als größter Arbeitgeber der Stadt Lübz mit 200 Mitarbeitern stellt sie einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region dar. Helmut Rosan

Das beliebte Bürgerhaus mit dem Stadtmuseum.

Foto: Stadtinformation Lübz

Lübz heute – eine sehenswerte Stadt

Der Amtsturm ist das Wahrzeichen der Stadt.

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1904 Errichtung des Lübzer Elektrizitätswerkes | 1913 Bau des Wasserturms und des Leitungssystems | 24.11.1948 Bildung der VEB Versorgungsbetriebe E.und Wasserwerk Lübz als Kommunalwirtschaftsunternehmen | 1.7.1951 Auflösung der Kommunalwirtschaftsunternehmen und Zuordnung zum VEB Energieverteilung Schwerin | 1983 Inbetriebnahme der Erdgasleitung Parchim-Lübz | 14.3.1991 Gründung der Stadtwerke Lübz GmbH | 15.9.1991 Erster Spatenstich für die innerstädtische Erdgasleitung | 18.6.1992 Baubeginn des vollbiologischen Klärwerkes | 1.1.1993 Entflechtung der Westmecklenburger Wasser GmbH und Übernahme der Abwasserversorgung für das Lübzer Stadtgebiet durch die SWL | 18.6.1993 Übergabe des 21,8 Mio. DM teuren Klärwerkes | 1.7.1996 Übernahme der Stromversorgung von der WEMAG | 6.12.1997 Übernahme der Lübzer Straßenbeleuchtung | 1999 Das Wasserkraftwerk Bobzin produziert wieder Strom | 23.6.2004 Eröff nung der ersten Erdgastankstelle in Lübz

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Foto: Stadtinformation Lübz

Das Rathaus von Lübz.

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Foto: Stadtwerke Lübz

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Amtsturm, zugleich der letzte Zeuge der ehemaligen Eldenburg, die in den Jahren 1306 bis 1308 errichtet und 1750 abgebrochen wurde. Der Amtsturm wurde in den Jahren von 1974 bis 1981 restauriert und beherbergt seit 1976 das Stadtmuseum. In vier ständigen Ausstellungsräumen ist viel Interessantes über die Entwicklung der Stadt und ihrer Einwohner zu erfahren. Seit dem 5. Juni 1999 verfügt das Museum über eine erweiterte Ausstellungsfläche im historischen Amtshaus, das heute gern besuchte Bürgerhaus. Die Stadtmarina – auch Wasserwanderrastplatz – befindet sich fast im Zentrum von Lübz an der Müritz-Elde-Wasserstraße, die eine direkte Verbindung nach Berlin und Hamburg bildet. Ideale Urlaubs- und Freizeitangebote sind Baden, Reiten, Bootfahren, Angeln, Wandern sowie Radeln. Erwähnenswert ist des Weiteren auch das hiesige Planetarium mit einem Kuppeldurchmesser von acht Metern, das sich in der Verlängerung der Schützenstraße befindet. Das Planetarium bietet ganzjährig individuelle Führungen an. Nach einem umfänglichen Stadtrundgang finden sich etliche sehr gemütliche Lokale, wo man es sich gut sein lassen kann und sich die Zeit für ein Lübzer gönnt. Ein Besuch der schönen, kleinen Stadt und ihrer idyllischen Umgebung lohnt sich jedenfalls immer.

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Viel Wasser und Grün in und um Lübz.

Foto: Helmut Rosan

Kurzchronik der Stadtwerke Lübz GmbH

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Kraft-Wärme-Kopplung auf dem Prüfstand Gemeinschaftsuntersuchung zeigt Potenziale der Kraft-WärmeKopplung im deutschen Strom- und Wärmemarkt auf. Die VNG - Verbundnetz Gas AG hat sich im Jahr 2006 an einer Gemeinschaftsstudie zur Kraft-WärmeKopplung (KWK) beteiligt, die den aktuellen und zukünftigen Markt für diese Technik analysiert. Erstellt haben das fundierte Dokument die Technomar GmbH, Gesellschaft für Investitionsgütermarktforschung in München und die Energie & Management Verlagsgesellschaft Herrsching. Wir stellen Ihnen zentrale Ergebnisse der Untersuchung vor.

Unter dem Titel „Potenziale der dezentralen KraftWärme-Kopplung im deutschen Strom- und Wärmemarkt unter Einfluss des neuen Energiewirtschaftsrechts und Emissionshandels“ wurde unter 300 Unternehmen der Branchen Energieversorgungsunternehmen, Industrie, Gewerbe, Wohnungswirtschaft und öff entliche Gebäude in einer Breitenuntersuchung folgenden Punkten nachgegangen: • Ermittlung von Entscheidungskriterien für den Einsatz der KWK-Technologie, • Auskunft über Erwartungen bzgl. des heutigen und zukünftigen Einsatzes von KWK-Technologien, • Übersicht über die aktuelle Situation bei der Wärme- und Stromerzeugung von Unternehmen sowie • Aufstellung geplanter Neu- oder Ersatzbauten von KWK-Anlagen und reinen Wärmeerzeugern. In der Studie ist zudem der energiewirtschaftliche Rahmen beleuchtet worden, in dem sich Unternehmen bewegen. Dazu gehören beispielsweise die Regulierung des Netzzugangs und der Netznutzung im Energiewirtschaftsgesetz, das Energiesteuerrecht, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, der Emissionshandel, die Energieeinsparverordnung und die Förderung der Energieeffizienz und der Klimaschutzmaßnahmen.

Das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk der Dresden Stadtwerke DREWAG nutzt die KWK-Technologie.

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Foto: DREWAG

Die Studie hält deutlich fest, dass dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung eine der wichtigsten Energieeffizienz-Technologien ist. Offensichtlich bekommen die zahlreichen Vorteile noch zu geringe öffentliche Beachtung. Zwar haben insbesondere Erdgasversorgungsunternehmen sowie die strombzw. wärmeintensive Industrie, Gewerbe und öffentliche Gebäude die wirtschaftlichen Vorteile von KWK erkannt und nutzen diese. Allerdings bedarf es bei der überwiegenden Mehrzahl der Unternehmen ausgewiesener Experten, um dort die KWK-Idee erst einmal in das Bewusstsein und damit hin zu möglichen Entscheidungen zu bringen. Die technischen und wirtschaftlichen Kenntnisse sind oft zu gering, vor allem bei den Branchen, die primär nichts mit der Energieerzeugung zu tun haben. Diese Unternehmen sind auf

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Beratung angewiesen, die vorwiegend externe Ingenieurbüros, aber auch Energieagenturen, z.T. Stadtwerke oder auch das installierende Handwerk leisten müssen. Bei der Neubauplanung von KWK-Anlagen sind positive Entwicklungen zu verzeichnen. Rund 16 Prozent aller befragten Unternehmen mit eigener Wärmeerzeugung planen heute eine KWKAnlage. Das sind fünf Prozent mehr als bei der Umfrage aus dem Jahr 2003. Die Erwartungen der KWK-Planer konzentrieren sich auf wirtschaftliche Energieversorgung des Unternehmens, steuerliche Vergünstigungen, den Beitrag zum Umweltschutz und auf zusätzlichen Umsatz.

Fazit Mit der Studie wurde der aktuelle und zukünftige Markt für dezentrale KWK analysiert. Anhand der Zahlen wird davon ausgegangen, dass in den kommenden Jahren mit einem Ausbau von KWK gerechnet werden kann. Natürlich muss die Politik hierfür den gesetzlichen Rahmen vorgeben und bereits bestehende Anreizprogramme verbessern. Für die VNG bedeutet das Folgendes: Mit dem Zubau von Kraft-Wärme-Kopplung können zusätzliche Erdgas-Absatzpotenziale aufgedeckt und genutzt werden. Um KWK-Projekte anzuschieben und gemeinsam umzusetzen, sind den Kunden die Vorteile und Chancen von KWK aufzuzeigen. Hierfür können Stadtwerke oder regionale Gasverteiler die Beratungsleistungen oder auch das Serviceangebot KWK-Check des Bereiches Kundendienst/Marketing der VNG in Anspruch nehmen. Silvio Grafe

Ihr Ansprechpartner Silvio Grafe Kundendienst / Marketing Tel. 0341 443 - 2844 Fax 0341 443 - 2922 silvio.grafe@vng.de

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Doppelter Panda Neuer Kleinwagen von Fiat fährt auf Erdgas ab. Über 740 Erdgastankstellen gibt es deutschlandweit. 180 davon stehen allein in Ostdeutschland und das Netz wird beständig dichter. Für ökonomisch denkende und ökologisch eingestellte Autofahrer sind neue Modelle serienmäßiger Erdgasfahrzeuge besonders attraktiv. Ford hat für das Frühjahr 2007 die Limousine Focus und den Transporter Transit angekündigt. Bei Mercedes steht die Erdgas-B-Klasse ab 2008 beim Händler. Im gleichen Jahr sollen neue Turboversionen von Volkswagen (Passat) und Opel (Zafira) mit ca. 150 PS den Fahrspaß beflügeln. Bereits jetzt hat Fiat den Panda Panda im Angebot, den wir Ihnen vorstellen. Angetrieben wird der doppelte Panda (zwei Antriebsarten sorgen hier für den Namen) von einem 1,2-Liter-Vierzylinder-Motor, wahlweise mit Erdgas oder Benzin. Er leistet im Gasbetrieb 38 kW (52 PS) und mit Benzin 44 kW (60 PS), für eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h bzw. 148 km/h. Der Vierzylindermotor, dessen Bauweise unverändert

Fast 800 km Reichweite mit Unterflurtechnik, 2 Erdgastanks (grün – 13 kg) und Benzintank (blau – 30 l).

blieb, verfügt über zwei separate Leitungssysteme und weist im Benzin- wie im Erdgasbetrieb die gleiche Laufkultur auf. Der Verbrauch auf 100 km beträgt 4,2 kg Erdgas bzw. 6,2 l Benzin (kombiniert nach RL 80/1268/EWG).

Große Reichweite mit Unterflurtechnik

Der Fiat Panda Panda 1.2 8V Natural Power.

Beim Ausnutzen beider Tankfüllungen, d. h., 13 kg Erdgas und 30 l Benzin, beträgt die Reichweite fast 800 Kilometer (310 im Erdgasbetrieb, 485 im Benzinbetrieb). Daniel Muß, Produktverantwortlicher für Erdgasfahrzeuge bei Fiat, erklärt dazu: „Der neue Fiat Panda Panda verfügt als weltweit erster Kleinwagen über unterflur integrierte Erdgastanks. Er verbindet die hervorragende Umweltbilanz und Wirtschaftlichkeit des Erdgasantriebs mit dem vielseitigen Raumkonzept des Fiat Panda. Durch sein unverändert variables Raumangebot ermöglicht der Panda Panda Fahren mit Erdgas ohne Kompromisse.“

Grundsätzlich ist der Fiat Panda Panda auf Erdgasbetrieb ausgelegt, wobei der Fahrer jederzeit mit einem Schalter am Armaturenbrett auf Benzinbetrieb umschalten kann. Wenn der Gasdruck auf einen zu niedrigen Wert sinkt, z. B. bei leerem Gastank, wird automatisch auf Benzinbetrieb umgeschaltet. Außer einer Erdgasvorratsanzeige, dem Umschaltknopf von Gas- auf Benzinbetrieb innen sowie einem Gasfüllstutzen unterscheidet sich der Erdgas-Panda nicht von den anderen Modellen der Baureihe.

Fotos (2), Grafik: Fiat

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Weitere Informationen

Umweltfreundlich durch geringe CO 2 -Emission

Kraftstoff anzeige und Umschalter für den Gasbetrieb.

dürfen. Der neue Fiat Panda Panda ist mit seiner CO 2 -Emission vom 114 g/km und Null-Emission beim Feinstaub dafür ein gutes Beispiel. Fiat zielt damit sowohl auf private wie gewerbliche Kunden – soziale Dienste, Verwaltungen, Handwerk sowie Sicherheitsdienste. Ab sofort steht der doppelte Panda zum Preis von 13 340 Euro bei den Händlern.

Neben den ständig aktualisierten CNG-Übersichten (Erdgasfahrzeuge und Tankstellennetz in Deutschland) erhalten Sie über www.verbundnetzplus.de alle Informationen zum Thema „Erdgas als Kraftstoff “. Mit dem dort installierten CNG-Wirtschaftlichkeitsrechner können Kostenvergleiche zu leistungsgleichen Benzin- und Dieselfahrzeugen erstellt werden.

Möglich macht dies die Plattform des Fiat Panda 4x4, auf der die neue Version aufbaut. Sie erlaubt die Unterbringung der beiden Erdgastanks unter dem Fahrzeugboden. Diese beeinträchtigt so weder das Fahrverhalten noch den Platz für Passagiere und Gepäck. Spezielle Vorrichtungen wie druckfeste Leitungen, Magnet- und Rückschlagventile sperren oder begrenzen bei eventuellen Unfällen oder Defekten die Gaszufuhr. Dazu sind die Gasflaschen crash-sicher befestigt und durch eine Verkleidung wirksam gegen Steinschlag geschützt.

Mit dem Panda Panda unterstreicht Fiat seinen Führungsanspruch beim Erdgasantrieb. Ein Anspruch, der mit der neuen Version der kompakten Baureihe auf ein Segment ausgedehnt wird, in dem Fiat traditionell stark vertreten ist – das der Kleinwagen. Als führender Hersteller von Erdgasfahrzeugen in Europa sichert Fiat heute schon freie Fahrt in den Innenstädten, wenn diese angesichts künftiger Luftqualitäts-Richtlinien temporär nur noch mit sauberen Fahrzeugen passiert werden

Peter Ganczarski Kundendienst / Marketing Tel. 0341 443 - 2286 Fax 0341 443 - 2922 peter.ganczarski@vng.de

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Heizen und Kühlen mit einem Gerät Klimatisieren mit einem Gas-VRF-Multisplitsystem – ein Praxisbericht. Vor dem Hintergrund wachsender Komfortansprüche und höherer Wärmeerzeugung in Räumen (z.B. durch Elektrogeräte) ist der Klimatisierungsbedarf in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es besteht ein großes Interesse an Geräten, die sowohl im Winter heizen als auch im Sommer kühlen können. Die VNG hat in Lauchhammer eine moderne Gas-VRF-Multisplitklimaanlage im Einsatz, die beides kann.

Anlage Die Außeneinheit ist ein ECO Gas Multisplit System der Firma SANYO und für den Anschluss von bis zu 24 Inneneinheiten geeignet. Die Nennleistung beträgt im Kühlfall 56 kW, im Heizfall 67 kW. Im Außenaggregat erfolgt die Verdichtung des Kältemittels R470C über eine Kompressionskälteanlage, die mit Erdgas betrieben wird und die Umluftklimageräte für die Büroetage betreibt. Wahlweise kann die Anlage sowohl heizen als auch kühlen. Weiterhin kann parallel Warmwasser erzeugt werden. Die Leistungsregelung der Anlage erfolgt in Abhängigkeit von den Anforderungen automatisch.

Das Bürogebäude der VNG in Lauchhammer. Die Mitarbeiter in der Franz-Mehring Straße 40 gehören zum Netzbereich Brandenburg/Sachsen.

da das Gerät mehr Heizleistung liefern könnte, als benötigt wird. Für die Bewertung der Anlage wurden neben dem Nutzungsgrad auch COP-Werte, d.h. Leistungen von Hilfsaggregraten, als Stundenwerte gebildet, die sich aus mittleren Leistungen ergeben. Eine Modulation bis ca. 15 Prozent der Heizleistung ist mit guten COP-Werten möglich. Unterhalb dieser Leistung fällt der Wert linear ab, solche extremen Arbeitsbereiche müssen durch

Mittlerer COP (coefficient of performance*) in Abhängigkeit der Heizleistung und mittlere Außentemperatur. COP in Abhängigkeit der Heizleistung

Zwei große Lufteinlässe befinden sich an der Oberseite.

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Gebäude Das Bürogebäude besteht aus drei Geschossen und einem Flachdach. Die zu klimatisierenden Büroräume befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss. Die berechnete Kühllast beträgt 59,3 kW, die erforderliche Heizlast 29,8 kW. Das eingesetzte Gerät wurde also nach dem Kriterium Kühllast ausgewählt. Heizsaison Die Messergebnisse der Heizsaison wurden unter dem Aspekt des Nachweises der energetischen Effizienz für den gegebenen Standort ausgewertet. Durch verschiedene Optimierungen wurden die extremen Teillastbereiche reduziert. Sie entstehen,

eine detaillierte Planung verhindert werden. Der maximale COP-Wert der Heizsaison wurde mit 1,30 ermittelt. Das entspricht einer Leistungszahl, wie sie von elektrischen Wärmepumpen bekannt ist. Während der gesamten Heizsaison gab es keine Probleme bezüglich der Zuverlässigkeit der Anlage. Alle Büroräume waren jederzeit ausreichend mit Wärme versorgt und es gab keine Unbehaglichkeit bei den Nutzern.

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Multisplitklimaanlagen werden mit Erdgas angetrieben. Im VNG-Bürogebäude in Lauchhammer ist eine solche Referenzanlage bereits in Betrieb und wurde in den Jahren 2005 und 2006 gemeinsam mit dem Institut für Luft- und Kältetechnik Dresden (ILK) intensiv vermessen. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Ergebnisse.

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Heizleistung in kW Häufigkeit**

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Das Gas-VRF-Multisplitgerät steht ca. einen halben Meter von der Wand ab.

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Heizen und Kühlen mit einem Gerät Kühlsaison Die Anlagendimensionierung erfolgte nach der maximalen Kühllast. Diese wird nur an wenigen Stunden im Jahr auftreten, so dass auch hier überwiegend ein Teillastbetrieb zu erwarten ist. Es wurden insgesamt zwei Kühlperioden in den Jahren 2005 und 2006 vermessen. Aufgrund von Geräuschproblemen wurden nach der Kühlsaison 2005 alle Innengeräte ausgetauscht. Auch wäh-

rend der Kühlsaison gab es keine Probleme mit der Zuverlässigkeit der Anlage. Die erste Monitoringphase erfolgte von Juni bis Oktober 2005. Der Gesamtnutzungsgrad betrug 1,04 und wurde aus den gemessenen Energieverbräuchen ohne elektrische Hilfsenergie bestimmt. Der Gesamtnutzungsgrad der zweiten Monitoringphase im Juni und August 2006 war mit 0,8 deutlich geringer. Die ist hauptsächlich auf die höhere Außentemperatur in diesem Jahr zurückzuführen. Auch für die Kühlsaisons wurden COP-Werte auf Stundenbasis ermittelt. Der maximal ermittelte Stundenwert beträgt 1,74 bei einer Kälteleistung von 16,4 kW und einer Außentemperatur von 10,3 °C. Trinkwassererwärmung Die Trinkwassererwärmung erfolgte im Kühlbetrieb über den vorhandenen Gaskessel. Ursprünglich sollte dies durch Einkopplung der Motorabwärme realisiert werden, dies funktionierte jedoch aus technischen Gründen nicht. Trotzdem wurden für den Zeitraum vom 8. bis 11. Juli 2006 die Leistungen für die Trinkwassererwärmung errechnet und in die Bilanz mit einbezogen. Dies zeigt Verbesserungspotenzial theoretisch sehr gut auf. Die mittlere Leistung für die Trinkwassererwärmung beträgt 1,8 kW. Der Nutzungsgrad verbessert sich dadurch von 0,97 auf 1,12. Es wird also ein deutlicher Anstieg selbst bei geringer Trinkwassererwärmung sichtbar.

Im Gebäude, hier im Raum von Helga Zuchhold, befinden sich die Kassetten zur Klimatisierung an den Zimmerdecken.

Zusammenfassung Während der Monitoringphasen lief die Gas-Multisplitklimaanlage problemlos. Von den Nutzern des Bürogebäudes gab es keine Kritik hinsichtlich der Behaglichkeit in den Räumen. Sowohl Heizwärme als auch Kälteerzeugung waren jederzeit sichergestellt. Die Auswahl des Außengerätes erfolgte nach der maximalen Kühllast. Da diese nur selten benötigt wird, wird hier und auch im Heizbetrieb ein überwiegender Teillastbetrieb erwartet und durch die Messergebnisse dokumentiert. Diese Teillastzustände lassen sich jedoch durch eine

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Das Gas-VRF-Multisplitgerät befindet sich außerhalb des Gebäudes an dessen Rückseite.

detailliertere Planung vermeiden. Trotz dieser Überdimensionierung zeigt die Messung jedoch gute Ergebnisse beim Nutzungsgrad. Aus der Summe des Energieverbrauchs lässt sich ein Gesamtnutzungsgrad von 0,95 über die gesamte Messdauer bestimmen. Dieser hängt deutlich von der Außentemperatur ab. Der Nutzungsgrad kann im Kühlfall durch eine Nutzung zur Trinkwassererwärmung durch Motorabwärme deutlich verbessert werden. Weitere Optimierungsmöglichkeiten wären das Einteilen des Gebäudes in Zonen, da nicht jeder Raum klimatisiert ist, aber doch geheizt wird (z.B. Toiletten). Die klimatisierten Zonen werden dann im Winter über die Gas-Multisplitklimaanlage beheizt, die nicht klimatisierten durch konventionelle Plattenheizkörper. Dadurch ist es möglich, die nicht erforderliche Motorabwärme direkt über einen Wärmeüberträger in den Wasserkreis der konventionellen Heizung einzubringen. Marco Kersting

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Energiemengen und Nutzungsgrade Qo / QH

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Kühlbetrieb 2005

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Qo = Kühlenergieverbrauch QH = Heizenergieverbrauch

QGas = Erdgasverbrauch ζ’ = Gesamtnutzungsgrad

Ihr Ansprechpartner Marco Kersting Kundendienst / Marketing Tel. 0341 443 - 2915 Fax 0341 443 - 2919 marco.kersting@vng.de

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Effizienter Kraftmeier

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In Sayda liefert das erste Kleinkraftwerk der VNG Strom und Wärme.

Neue DSL-Funklösung ermöglicht schnelles Internet.

Auf der Verdichterstation Sayda wurde am 4. Dezember 2006 das erste Kleinkraftwerk der VNG in Betrieb genommen. Die neue Anlage spart nicht nur Energiekosten, sondern entlastet gleichzeitig die Umwelt. Durch die gekoppelte Produktion von Strom und Wärme sinkt der Ausstoß des Klimakillers CO2 sogar um ca. 18 Tonnen pro Jahr.

Seit der Eröffnung der WiMA X-Netze Anfang Oktober 2006 hat die GDMcom Gesellschaft für Dokumentation und Telekommunikation mbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der VNG, in Leipzig und Dresden bereits über 1 100 Kunden erfolgreich an das drahtlose Highspeed-Internet angeschlossen.

Verglichen mit den 18 Megawatt Kupplungsleistung der drei Gasturbinen der Verdichterstation Sayda, nehmen sich die 25 Kilowatt (0,025 Megawatt)

erzeugter Strom des installierten Blockheizkraftwerkes (BHKW) sehr bescheiden aus. Das Interessante an der Lösung ist jedoch nicht die Größe, sondern die effiziente Nutzung des Energieträgers Erdgas. Bei einem Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent werden vom Gasmotor, der mit einem Generator gekoppelt ist, 25 kW elektrische Energie und 48 kW thermische Energie bereitgestellt. Der Verbrauch der erzeugten Elektroenergie erfolgt unmittelbar auf der Station. So konnte der Bezug aus dem öffentlichen Versorgungsnetz deutlich reduziert werden. Gleichzeitig drosselt die anfallende Wärme, die in das Heizsystem fließt, den Gaseinsatz im Heizkessel. Da das BHKW insbesondere in den kälteren Jahreszeiten rund um die Uhr läuft, ist auch die Wirtschaftlichkeit gegeben. Im Dezember und Januar lief die Anlage bereits über 1 000 Betriebsstunden. Hieran zeigt sich auch, wie sich Wirtschaftlichkeit und Ökologie gut miteinander verbinden lassen. Mit der Ankopplung des BHKW an das örtliche Prozessleitsystem kann das Kleinkraftwerk sogar vom Regelzentrum in Leipzig überwacht und ferngesteuert werden. Durch Vernetzung mehrerer solcher kleiner, dezentraler Kraftwerke könnten auch größere Erzeugereinheiten geschaffen werden. Ein Forschungsprojekt soll hierzu spezifische Erkenntnisse gewinnen. Mit der Planung eines weiteren BHKW in der Größenordnung um 150 kW elektrischer Energie auf dem Untergrundgasspeicher Kirchheilingen geht der Bereich Betrieb/Technologie diesen Weg konsequent weiter. Ausgehend von den gewonnenen Erkenntnissen der Forschung sollen weitere VNG-Standorte, insbesondere Gasregelstationen, in das Konzept der dezentralen Energieversorgung mit einbezogen werden.

Mit vier Schritten könnte Gunter Kirschen, Operator in der Messwarte in Sayda, das Blockheizkraftwerk umrunden. Größer ist es nicht.

Dr.-Ing. Jörg Hartan Dipl.-Ing. Bernd Klingner

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Im Auftrag der DBD Deutsche Breitband Dienste GmbH, die mit dem Service „MAXXonair“ den derzeit günstigsten Zugang zum Internet in Deutschland bietet, führt die GDMcom die Kundeninstallationen vor Ort durch und ist seit November 2006 auch offizieller Vertriebspartner der DBD. Mit der Geschwindigkeit eines normalen DSL-Anschlusses kann der Kunde mit einem Datenvolumen von einem Gigabyte pro Monat oder mit einer Flatrate unbegrenzt im Internet surfen und Daten downloaden. Da zum Surfen kein Telefon- oder Kabelanschluss erforderlich ist, fallen keine zusätzlichen Grundgebühren an. Mit den Business-Tarifen stehen für Geschäftskunden auch symmetrische Anschlüsse mit Down- und Uploadgeschwindigkeiten von bis zu 3 500 kbit/s bereit. Wie günstig die Tarife der DBD sind, hat jetzt auch der TÜV bestätigt. So wurden die Produkte „MAXXonair Fun“ und „MAXXonair Relax“ vom TÜV Rheinland hinsichtlich ihrer Preisqualität aufgrund der transparenten Preisbildung und der geringen Kosten mit „Ausgezeichnet“ bewertet. Kundenzufriedenheit und Nutzungsqualität erhielten das Prädikat „Sehr gut“. Aufgrund der starken Nachfrage hat die GDMcom bereits mehrere neue Mitarbeiter eingestellt, um den Nutzern ihren Anschluss möglichst schnell zur Verfügung stellen zu können.

Matthias Porsch, Monteur der GDMcom, beim Justieren einer WiMAX-Außenantenne.

zu ihrem bereits vorhandenen Frequenzpaket neue Frequenzen für den bundesweiten Ausbau erwerben. Seit Anfang März 2007 wurden zudem weitere Netze in Magdeburg und Dessau in Betrieb genommen. Auch dort wird die GDMcom tätig sein. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll die neue Technologie in der gesamten Bundesrepublik zur Verfügung stehen. Interessenten finden weitere Informationen unter www.wimax-gdmcom.de.

Im Rahmen der Versteigerung der entsprechenden WiMAX-Lizenzen durch die Bundesnetzagentur am 12. Dezember 2006 konnte die DBD zusätzlich

Katrin Lehmann GDMcom

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Schwerpunkt: Marketing Diese Ausgabe setzt einen besonderen Fokus auf Marketing. Wir wollen zeigen, in welchem Umfeld die VNG Marketing f체r das unsichtbare Produkt Erdgas betreibt, wie wichtig der direkte Kundenkontakt ist und beleuchten deshalb die verschiedenen Schaupl채tze, an denen Marketing und Kundendienst zugegen sind. Dar체ber hinaus haben wir auch die Meinung unserer Partner eingeholt und fragen nach ihrem Blick auf die wichtige Disziplin. Bei der Pr채sentation der neuen Produktmarke: John Werner, Leiter Produktkommunikation Erdgas beim BGW, Eik Stiefel von der Agentur methode 21, die das Logo entworfen hat, Martina Clemens, Leiterin Marketing der GASAG, Berlin, und Jan Schuster, Leiter Marketingservice der VNG (v. l.). Foto: Christoph Busse

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„Eine neue Marke ist wie ein leeres Gefäß – wir müssen es mit positiven Inhalten füllen“ Interview mit Dr. Achim Westebbe, Direktor Kundendienst / Marketing der VNG. Seit Sommer 2006 ist Dr. Achim Westebbe verantwortlich für Kundendienst und Marketing der VNG. Mit Übernahme seiner neuen Funktion wurden die vormals separaten Bereiche zusammengelegt. Gleichzeitig kam im letzten Jahr die Markenarchitektur rund um das Produkt Erdgas deutlich in Bewegung. Allein (Weiter-)Feilen am Image reichte nicht mehr aus. In einem ausführlichen Interview erläutert Dr. Westebbe, was den Puls seiner und der Arbeit seiner Kollegen bestimmt.

Welche Visionen oder langfristigen Überlegungen haben Sie für Ihren Bereich parat? In einem Bewerbungsgespräch hieße das: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Nun, wenn alles so läuft, wie wir uns das hier denken, werden wir in fünf Jahren einen florierenden, mindestens deutschlandweit operierenden Dienstleistungsvertrieb haben, der alle Dienstleistungen der VNG-Gruppe und relevanter Partner vermarktet. Dabei wird nur noch ein Teil der Leistungen im Zusammenhang mit den Gaslieferungsverträgen der VNG an ihre Kunden stehen. Diese Dienstleistungen wollen wir zum größten Teil auch dann noch selbst in unserem Bereich erbringen. Ein anderer Teil der vermarkteten Dienstleistungen, vielleicht sogar der größere, wird unabhängig von Gaslieferungsverträgen an Kunden in der Energiewirtschaft und in energieintensiven Industriebereichen vermarktet. Außerdem werden wir bis dahin gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern ein Erdgasmarketing betrieben haben, das die augenblickliche Flaute beim Produktimage überwunden und Erdgas am Markt wieder nach vorne gebracht haben wird.

Wie trennen Sie Produktmarketing für Erdgas und Marketing in eigener Sache, also für die VNG?

Dabei verfügt Marketing über die werblichen, Kundendienst über die technisch orientierten Marketinginstrumente. Diese Dienstleistungen von Kundendienst und Marketing werden überwiegend im Rahmen bestehender Gaslieferungsverträge der VNG bereitgestellt. Dadurch ergeben sich nicht nur in der Produktausrichtung und -philosophie, sondern gerade auch in der Pflege und Verwaltung der Kundenkontakte viele Synergien.

Die Trennung ist schon optisch einfach zu erkennen: Das Erdgasmarketing erfolgt unter der neuen Produktmarke ERDGAS und richtet sich an Endkunden. Hier erarbeiten wir gerade ein neues Erscheinungsbild, das sich um die neue Produktmarke herumgruppiert und das unverwechselbar Anzeigen, Broschüren, Internetauftritte und andere Instrumente der Kommunikation mit dem Endkunden kennzeichnen soll. Für die Vermarktung von Dienstleistungen der VNG-Gruppe haben wir die Marke Verbundnetz plus geschaffen, die sich an andere Energieversorger und energieintensive Industriebereiche wendet und die wiederum eigene optische Erkennungsmerkmale hat. Öffentlichkeitsarbeit und Marketing für die VNG als Unternehmen werden nicht in unserem Bereich, sondern vom Bereich „Kommunikation & Politik“ konzipiert und geleistet. Auch dort gibt es einen unverwechselbaren Auftritt. Der ERDGAS-Auftritt unterscheidet

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Dr. Achim Westebbe, Direktor Kundendienst / Marketing, bei der Präsentation der neuen Produktmarke für Erdgas. Foto: Christoph Busse

Herr Dr. Westebbe, wie vertragen sich Kundendienst und Marketing – nicht im Sinne von Personen, sondern mit Blick auf Aufgabengebiete? Dr. Westebbe: Die Aufgabengebiete beider Bereiche sind sehr ähnlich, die Zielgruppen sind sogar identisch. Kundendienst und Marketing erbringen Dienstleistungen, die der Unterstützung des Erdgasabsatzes an den Endkunden dienen.

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sich bewusst vom Erscheinungsbild der VNG, weil er für alle Gasversorger gleichermaßen nutzbar sein soll. Ich gebe allerdings zu, dass sich auch die sauberste theoretische Trennung im Alltag verwirrend vermischen kann, wenn zum Beispiel an einem VNG-Messestand Elemente der ERDGAS-Endkundenwerbung als eine Leistung im Rahmen unseres Verbundnetz plus-Angebots dargestellt werden. Da habe auch ich am Anfang manchmal überlegen müssen, auf welcher Baustelle ich gerade tätig bin.

Worin bestehen die besonderen Herausforderungen, für etwas Unsichtbares, wie Erdgas Marketing zu betreiben? Wir wären ja glücklich, wenn die mangelnde Sichtbarkeit des Erdgases unsere schwierigste Herausforderung wäre. Mit diesem Problem kämpfen aber auch andere Anbieter von Commodities und Dienstleistung. Viel schlimmer sind die erheblichen Imageverluste, die unser Produkt durch die anhaltende politische Diskussion über die Höhe des Preises und über die Liberalisierung erlitten hat. Zunächst waren hier nur die Energieversorgungsunternehmen betroffen, inzwischen ist aber auch der Ruf des Energieträgers Erdgas selbst nicht mehr so strahlend, wie er einmal war. Die Debatte über Versorgungssicherheit, die durch das Verhalten großer Produzentenländer leider auch immer wieder genährt wird, tut ein Übriges. Wir sind angetreten, um hier die größten Schäden zu beseitigen und das Erdgasimage wieder auf einen positiven Weg zu bringen.

Was gibt den Takt des Produktmarketings vor? Befragungen, Imagemessungen, oder woran orientieren Sie sich? Zunächst wird der Takt ganz einfach durch die Heizperiode bestimmt. Marketing im Sommer ist unsinnig, weil sich dann niemand fürs Heizen interessiert. Und auch im Winter können sie nichts bewirken, weil niemand während der laufenden Heizperiode seine Heizung umstellt. Die Inhalte des Marketings werden in der Tat durch intensive Marktforschungen vorgegeben.

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„Eine neue Marke ist wie ein leeres Gefäß – wir müssen es mit positiven Inhalten füllen“ Hier versuchen wir jeweils, positive Trends zu bestärken und negative abzuschwächen. Oder wir eröff nen völlig neue Themenbereiche, die bisher im Bewusstsein der Öff entlichkeit keine Rolle gespielt haben und von denen wir uns positive Impulse versprechen.

Welches Image hat Erdgas? Für uns ist erschreckend, dass Erdgas im letzten Jahr erstmals seine bis dahin unangefochtene Position als Wunschenergie Nummer eins verloren hat. Hier haben alternative Energien den Sprung nach vorne geschaff t, alarmierender Weise auch bei Erdgasnutzern. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Imag epr oblem, auch der Markt reagiert Marketing ist … bereits. So werden in Os tdeut schland im „... für mich wie die Auslage in einem Schaufenster. Moment über 20 ProWenn man den Kunden nicht zeigen würde, was man zent aller Neubauten hat, wüssten sie gar nicht, welches Angebot man ihnen bieten kann.“ mit Strom betriebenen Annekatrin Blasczyk, Pressesprecherin / FachWärmepumpen errichbereichsleiterin Marketing und Kommunikation, tet. Aus den oben geMITGAS GmbH nannten Gründen hat Erdgas bei den Fak* Auf den folgenden Seitoren „wirtschaftlich“, „preiswert“ und „langfristig ten lesen Sie verschiedene verfügbar“ stark verloren. Allerdings gibt es auch E xper tenmeinungen über Dimensionen, bei denen sich das Image positiv M a r ke t i n g . N a c h g e f r a g t entwickelt hat, so insbesondere in den Bereichen anlässlich des 7. Tref fens der Kommunikations-, Me„sauber“ und „komfortabel“. Auch die umweltdien- und Marketingverantschonenden Eigenschaften des Erdgases sind wortlichen der Kunden der weiterhin im Bewusstsein der Konsumenten. VNG am 9. und 10. November 2006 in Leipzig.

Seit diesem Jahr darf die VNG die bekannte Produktmarke, die so genannte Erdgasraute, nicht mehr einsetzen. Wie kam es dazu und was bedeutet das konkret für die VNG?

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Die Erdgasraute ist über Jahrzehnte als gemeinsame Produktmarke der deutschen Erdgasversorger benutzt worden. Alle haben in diese Marke sehr viel investiert und haben von ihrer Stärke profitiert. Vielen war allerdings nicht bewusst, dass die Rechte für diese Marke bei der E.ON Ruhrgas liegen. Ruhrgas hat nun im vergangenen Jahr den deutschen Erdgasversorgern das Recht zur Nutzung dieser Marke gekündigt. Damit hat sie einem gemeinsamen Produktmarketing ein wesentliches Standbein entzogen. Für die betroffenen Unternehmen, darunter auch die VNG, bedeutet dies zunächst, dass die Marke und mit ihr gebrandete Materialien nicht weiter genutzt werden dürfen. Wir haben also im Moment einen erheblichen finanziellen wie auch tatsächlichen Aufwand, um all diese in Jahren geschaff enen Instrumente durch neue zu ersetzen.

Welche Schlussfolgerung haben Sie und Ihr Bereich daraus gezogen und in welcher Zeitfolge? So ärgerlich die Entscheidung der Ruhrgas für uns alle war, haben wir sie sofort als Chance begriffen. Mit der alten Marke sind auch die negativen Entwicklungen assoziiert, die ich oben beschrieben habe. Deshalb haben wir sofort begonnen, gemeinsam mit unseren Kunden und anderen Partnern eine neue Marke zu entwickeln, die uns die Möglichkeit bietet, das Image von Erdgas wieder mit neuem Schwung zu beleben, die negativen Tendenzen abzubauen und positive Seiten mit dem neuen Erscheinungsbild zu verbinden. Wir wollten von vornherein keine eigene Marke für die VNG schaffen, sondern wieder eine neue Gemeinschaftsmarke, mit der alle für das Produkt Erdgas werben können. Als klar wurde, dass der BGW keine entsprechende Initiative ergreifen würde, haben wir sofort mit der Arbeit begonnen, denn es besteht ein erheblicher Zeitdruck für die Unternehmen, die jetzt keine Produktmarke mehr haben. Wir sind schon ein bisschen stolz, dass es

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uns gelungen ist, bis Februar eine neue Marke zu schaffen. Diese neue Marke wird jetzt vom BGW als einheitliche Produktmarke für die deutsche Erdgaswirtschaft empfohlen. Wir haben die Rechte an der Marke dem BGW überlassen, damit sich alle Nutzer zukünftig sicher sein können, dass ihnen mit dieser von der VNG zur Verfügung gestellten Marke nicht das Gleiche wie mit der Erdgasraute widerfährt.

Was zeichnet die neue Produktmarke aus? Wir haben natürlich mit der neuen Marke einen Pretest durchführen lassen, also eine Art Meinungsumfrage. Dabei fanden die Befragten, dass die Marke für Sonne, Wärme, Natur und Umwelt stehe und dass sie eine positive, fröhliche Stimmung erzeuge. Zudem würden die Produktverwendungen Heizen und Kochen sehr gut symbolisiert. Letztlich ist eine neue Marke aber wie ein leeres Gefäß. Es liegt jetzt an uns, sie mit positiven Inhalten zu füllen, die von den Konsumenten akzeptiert werden. Auch wenn wir uns hier im Moment in einem schwierigen Umfeld befinden, wird uns die Marktforschung wichtige Hinweise auf den richtigen Weg geben.

Politikern und Fußballtrainern wird üblicherweise eine 100-Tage-Frist gewährt, sich einzuarbeiten und erste Erfolge nachzuweisen. Auch wenn wir schon jenseits dieser Marke sind: Welche Erfolge sind das? Die Bereiche „Kundendienst“ und „Marketing“ haben sehr lange Zeit getrennt gearbeitet. Als Grundlage für die weitere Arbeit ist es wichtig, dass sie sich zu einem Bereich zusammenfinden, in dem sich jeder auch inhaltlich mit dem gesamten Aufgabenspektrum identifiziert. Ich glaube, auf diesem Weg sind wir ein gutes Stück vorangekommen. Ein wichtiger Erfolg ist natürlich die gerade beschriebene Geschichte der neuen Erdgasmarke. Auch die Schaff ung eines neuen Bereiches, der

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Großes Interesse bei der Präsentation der neuen Produktmarke ERDGAS im Hause der VNG. Foto: Christoph Busse

sich der Vermarktung aller Dienstleistungen der VNG-Gruppe und ausgewählter Partner widmet, scheint mir ein für die Zukunft wichtiger Schritt. Im Moment arbeiten wir an einer Neuausrichtung unserer Marktpartnerarbeit, unseres Vorgehens bei Erdgastankstellen und unserer Dienstleistungen im Bereich des Bioerdgases. Auch das sind wichtige Baustellen, auf denen wir hoff entlich bald Erfolge vorweisen können. Die Fragen stellte Stefan Brauße.

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technischen Gebäudedaten eingeben. Sind die erfasst, bewertet ein unabhängiger Energieberater den einzelnen Fall und stellt den Kunden einen individuellen Gebäudeenergieausweis aus. Interessenten ohne eigenen PC haben die Möglichkeit, die Hilfe eines Kundenberaters im Kundencenter ihres EVUs in Anspruch zu nehmen. Aufgrund des standardisierten Online-Verfahrens kann VNG diese Dienstleistung zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Damit sind die Reduzierung des CO2 -Ausstoßes und die Steigerung der Energieeffizienz keine fernen und kostenintensiven Ziele für Hausbesitzer.

Online zum Gebäudeenergieausweis

Wärmebild eines Wohnhauses: größter Wärmeverlust an den roten und weißen Bereichen.

Foto: Christoph Busse

Marketinginstrument aus dem Web Die VNG präsentiert Online-Gebäudeenergieausweis in ihrem Dienstleistungsportal Verbundnetz plus. Beim Autofahren spricht man vom richtigen Fahrstil, um Geld zu sparen, die Umwelt zu schonen und damit seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Aber was wissen wir über unseren Heizstil? Auskunft dazu gibt uns der Gebäudeenergieausweis. Die VNG stellt mit ihrem neuen Produkt, dem OnlineGebäudeenergieausweis ein Marketing-Tool für Energieversorgungsunternehmen (EVU) vor.

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Bei elektrischen Haushaltsgeräten, wie Waschmaschinen und Kühlschränken sind Nachweise des Energieverbrauchs inzwischen selbst verständlich. Die Einstufung in Energieef f izienzklassen bietet dem Verbraucher einen schnellen Vergleich im Marketing ist … Bezug auf den Energieverbrauch bzw. -bedarf „... der Navigator im Wettbewerb der Energiewirtschaft der Geräte. und wird zukünftig immer wichtiger werden.“ Mit dem GebäudeenerFrank Müller, Teamleiter Marktforschung und Strategie, E.ON Avacon AG gieausweis gibt der Gesetzgeber potenziellen

Käufern oder Mietern ein sinnvolles Instrument für die objektive Beurteilung der Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes bzw. einer Wohneinheit in die Hand. Schwachstellen, aber auch vorhandene Einsparpotenziale können damit aufgedeckt werden. Qualifizierte Modernisierungsempfehlungen zeigen Informationen zur Absenkung des Primärenergiebedarfs und zur Reduzierung von CO2 -Emissionen auf. Darüber hinaus gibt der Ausweis Auskunft über die Förderfähigkeit geplanter Baumaßnahmen. Er behält seine Gültigkeit zehn Jahre lang. Ab April können Kunden von Energieversorgungsunternehmen einfach und bequem über eine Onlineplattform von zu Hause aus ihre

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Die internetfähige Plattform ist mit einer einfachen und intuitiven Benutzeroberfläche versehen. Diese enthält unter anderem Elemente für die Dateneingabe, die Berichterstellung und Kontaktaufnahme sowie – je nach Anforderung – Tools für die direkte und sequentielle Navigation zwischen den Modulen. Selbstverständlich ist es möglich, dieses Online-Portal in den Internetauftritt und damit in das Corporate Design des EVUs zu integrieren. So kann sich der Kunde des Versorgungsunternehmens über dessen Internetseite für die Erstellung des Ausweises registrieren lassen. Er erhält ein eigenes Nutzerpasswort, um seine technischen Gebäudedaten einzugeben und zu verwalten. Hat der Verbraucher das Formular ausgefüllt, wird es online an einen unabhängigen Energieberater übermittelt. Er prüft die Gebäudeangaben auf Plausibilität und erstellt auf dieser Grundlage den bedarfsbasierten Gebäudeenergieausweis. Der Versand an den Endkunden, inklusive Modernisierungsempfehlungen, erfolgt ebenfalls durch diesen Energieberater. Für die Richtigkeit der Angaben zum Gebäude haftet der Nutzer. Sollte das Energieversorgungsunternehmen auf eigene zugelassene Energieberater zur Prüfung und Ausstellung des Energieausweises zurückgreifen, bleibt der Versand an den Endkunden dem EVU vorbehalten. Bettina Scholtz

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Weitere Informationen Neben den Auswirkungen der Energieeinsparverordnung auf den Energiemarkt informieren wir Sie gern ausführlicher über die technischen Anforderungen sowie das Leistungspaket rund um den „Online-Gebäudeenergieausweis“ im Rahmen einer Infoveranstaltung. Unser Service-Angebot für diese Dienstleistung umfasst unter anderem: • Vertragsmodelle, • einen redaktionellen Beitrag für die Kundenzeitschrift sowie • geeignete Promotionmaßnahmen für das Kundenzentrum. Fragen hierzu beantwortet gern Herr Wilfried Griebenow, Telefon: 03 41 443 - 2970; wilfried.griebenow@vng.de. Sollte sich Ihr Unternehmen für die Informationsveranstaltung interessieren, würden wir uns über eine kurze Nachricht an info@verbundnetzplus.de oder einen Anruf unter 0341 443 - 2200 freuen.

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Ich hab Spaß, ich geb’ Gas Neue Image-Kampagne zum Fahren mit Erdgas läuft bis April 2007. Autokaufen ist ein kurzer Prozess. Unterschrift, Geld, neue Schlüssel und Herzklopfen. Bis es aber so weit ist, werden unzählige kleine Schritte gegangen, die meisten im Kopf. Drei Jahre lang, das ist statistische Gewissheit. Was in Männern und Frauen während dieser Zeit vorgeht, kann kaum jemand wirklich durchblicken. Und dabei ist nicht das typische Männer-Frauen-Missverständnis gemeint, wenn Fußball oder neue Schuhe im Spiel sind. In dieser Zeit müssen Vorurteile bestätigt, Vorteile gepriesen, und Nachteile mit Freunden ausdiskutiert werden. Der eine oder andere schlendert durch das Angebot seines lokalen Autohändlers. Nachbarautos unterzieht man in dieser Phase imaginären Warentests. Benzinverbrauch ist plötzlich wieder ein Thema. „War der nicht schon mal niedriger? Ach, egal. Der alte Wagen tut’s doch noch eine Weile!“ Drei Jahre reift die Entscheidung für ein neues Auto. Genau in dieser Phase hoffen die Werbetreibenden auf einen Punktsieg. Wer sich nicht gerade in diesen drei Jahren befindet, dem fallen Anzeigen, Plakate und Werbebanner für Automobiles erst gar nicht auf. Alle anderen hingegen stehen unter sanftem Beschuss,

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sie wissen es nur nicht. Genau in dieser Phase will die VNG den Erdgasantrieb für Kraftfahrzeuge mit einer neuen Offensive ins Gedächtnis bringen. Dabei geht es nicht um Verkaufsförderung, sondern eher um einen Imagetransfer. Jan Schuster, Leiter Marketingservice der VNG, erklärt die Idee: „Wir wollen ein allgemeines Grundrauschen erzeugen und packen dazu das Thema ,Fahren mit Erdgas‘ emotional an. Entscheidungen werden nämlich viel eher über Emotionen getroffen, weniger über Rationalität.“ Zuletzt wurde für Erdgas als Kraftstoff mit dem Sparfaktor geworben, Stichwort Erdgasautos als Sparbüchsen. Unter den Motiven war der Schotte sicher das einprägsamste. Im Februar 2007 haben die Marketingverantwortlichen den Startschuss für den neuen emotionalen Anlauf gegeben – eine CrossmediaKampagne. In Magazinen wie auto motor und sport, SPIEGEL, Stern und FOCUS

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waren die ersten ganzseitigen Anzeigen zu sehen. Von Großflächenplakaten und so genannten Megalights (hinterleuchtete Werbeflächen) lachen und fotografieren seither sympathische Menschen das Leben aus ihrem Auto. Einem Erdgasauto. Der Ausdruck Crossmedia wird in Zusammen-

hang mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen verwendet, die im Rahmen der Kommunikationspolitik stattfinden. Das Besondere an einer crossmedialen Kommunikation ist nicht allein die Übermittlung einer Werbebotschaft auf verschiedenen Kommunikationskanälen.

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Ein ausgeklügelter Streuplan legt fest, wann und wie welches Motiv Einsatz findet. Kurz nach dem Erscheinen dieser Ausgabe medium gas ist es auf den großen Plakatflächen für die Dauer von zwei Wochen zum Beispiel wieder Lukas, der Fotograf. In den in Ostdeutschland sehr auflagenstarken Publikationen Super Illu und Guter Rat wird es zu dieser Zeit der Sportler sein. Die gebuchte Fläche in der Zeitschrift Auto Straßenverkehr wurde Mitte März

mit so genannten AdSpecials bestückt. Auf der jeweiligen Seite in dem Heft klebte zusätzlich noch eine Postkarte, die zur Teilnahme an einem Gewinnspiel aufforder t. Am 22. April 2007, dem letzten Tag der Messe Automobil International (AMI) in Leipzig wird unter allen Einsendern ein Fiat Panda verlost. Selbstverständlich mit Erdgasantrieb. Crossmedia würde seinem Namen aber nicht gerecht werden, wenn es bei dem Postweg bliebe. Natürlich kann das richtige Lösungswort auch über die Internetseite www.ich-hab-spass.de abgegeben oder per Coupon persönlich am Messestand in die Lostrommel gesteckt werden. Diese sind etwa über den Initiativkreis Erdgasfahrzeuge und die teilnehmenden Erdgasversorgungsunternehmen erhältlich. Die Verbindung der verschiedenen Medien wird durch Entwicklungen der technologischen Annäherung vorangetrieben. Crossmedia folg t einer durchgängigen Leitidee, Kristallisationspunkt der Kampagne ist die AMI. „Das Sys tem is t durchdacht . Über die Großflächen lernen die Kunden die Motive kennen und in Anzeigen erkennen sie sie wieder. Bis zur AMI hat es jeder aus der Zielgruppe mindestens drei Mal gesehen“, erklärt Schuster. „Der Messestand in Leipzig wird die Motive natürlich wieder aufgreifen. Dort kommt alles zusammen.“

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Ich hab Spaß, ich geb’ Gas Vielmehr ist die Werbebotschaft so gestaltet, dass dem Kunden, Rezipienten oder Verbraucher mindestens drei Medien angeboten werden, um die Werbebotschaft zu empfangen oder sich interaktiv mit dem dazugehörigen Produkt zu beschäftigen. Im Falle der neuen Kampagne sind es sogar sieben. Dazu gehören die genannten Printanzeigen und die Außenwerbung, natürlich aber auch der Messeauftritt (Automobil International in Leipzig, 14. – 22. April 2007), Internet (www.ich-hab-spass.de), ein Gewinnspiel, verschiedene Werbeartikel und ein eigener Song. Den hört man zum Beispiel beim Besuch der Website. Die zentrale Botschaft der Kampagne ist der (neu entdeckte) Spaßfaktor am Erdgas gepaart mit einem locker leichten Lebensgefühl. „Freude am Erdgas-Fahren“, um es mit den Worten eines deutschen Autoherstellers zu sagen. Flankiert wird die Kampagne vom Slogan „Fahren mit Erdgas, weil’s Spaß macht!“ Die Bildsprache ist frisch, sprudelnd, sportlich und spontan wie ein Kurzurlaub in einem Zimmer mit Meerblick und gutem Essen. Mit aktiver und positiver Farbgebung, vornehmlich in kräftigem Blau, wirkt die Kampagne modern und vertraut. Blau wurde bereits verwendet als mit dem Schottenrock („Da kommt nichts drunter. Erdgas fahren – clever sparen“) geworben wurde. Vier Motive geben jetzt der neuen Kampagne ihr Gesicht: Lukas, der mit dem Erdgasauto auf Safari geht, die rothaarige Grafikerin Julia, Bahnrad-Olympiasieger Stefan Niemke und die beiden Schuhe shoppenden Mädels Isa und Tina, die dafür extra nach Pisa fahren. Klar, mit einem Erdgasauto. Marketing ist …

„... meiner Meinung nach streng eingebettet in die Betriebsarbeit, in die Öff entlichkeitsarbeit und als Aktion bei dem Kunden und mit dem Kunden. Ich profi tiere davon, dass die Gasbranche noch immer ein gemeinsames Produktmarketing für die Marke Erdgas betreibt.“ Ulrich Bannorth, Fachbereichsleiter Marketing/Vertrieb, Stadtwerke Riesa

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Seit Herbst 2006 haben die Marketingfachleute der VNG und die beauftragte Agentur an der Entwicklung dieser Kampagne getüftelt. Am Beginn der Arbeit stand ein Rückblick darauf, womit in der Vergangenheit geworben wurde, was daran gut war und was noch verbesserungswürdig ist. „ Rumgespon nen haben wir anfangs, wie die Bildelemente aussehen könnten und vor allem, wie sie zu vernetzen sind“, erinnert sich Schuster. Vor Weihnachten 2006 einigten sich die Beteiligten auf die vier Motive, die auf Mallorca und in Pisa fotografiert wurden. Die damit geschaffene starke emotionale Aufladung ist ganz bewusst gewählt. Ob es gelingt, das Image wie erdacht zu prägen, wird sich in einiger Zeit zeigen. Spätestens in drei Jahren.

Die Postkarte zur Teilnahme am Gewinnspiel auf der AMI 2007. Einfach abnehmen, Lösung auf der Rückseite eintragen und abschicken.

Fehlt die Karte? Mitmachen können Sie auch im Internet: www.ich-hab-spass.de

Stefan Brauße

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Serienreif ist die Brennstoffzelle noch nicht

Gespräche mit dem Kunden vor Ort: MITGAS beliefert das Unternehmen Alpha Signs GmbH in Hohenthurm mit Erdgas. Alpha Signs ist Spezialist für Lichtwerbung.

Schließlich informieren die Spezialisten vom Produktservice über aktuelle Tendenzen im Energiebereich – beispielsweise über Möglichkeiten von Blockheizkraftwerken, der Kraft-Wärme-Kopplung, den Zusammenhang zwischen Stromerzeugen und Heizen oder den Entwicklungsstand der Brennstoff zelle. Zwar werden Spitzentechnologien von der VNG nicht selbst entwickelt, aber das Unternehmen verfügt über Spezialisten, die die aktuellen Entwicklungen genau kennen. Das Unternehmen trägt auch auf seine Weise dazu bei, Forschungen zu unterstützen. So schaff te es sieben Brennstoff zellen an und rüstete damit Ein- bis Zweifamilienhäuser aus. VNG-Experten besorgten die Zellen, installierten sie und überwachten sie ständig. Im Ergebnis sagt Wolfgang Seyer: „Wir haben gute Erkenntnisse gewonnen, sind aber noch nicht befriedigt. Es wird noch einige Jahre dauern, bis diese Technik wirklich serienreif ist.“ Auf diese Weise sind die Forscher ganz praktisch unterstützt worden. Auch die Erkenntnis, dass eine Technologie noch nicht serienreif ist, muss in der Praxis

erprobt und bestätigt werden. Insofern sind die Maßnahmen der VNG für die Forschung unverzichtbar. Marketing ist …

Der Bäcker soll Brötchen backen „Marketing haben wir uns groß auf die Fahnen geschrieben. Aber der persönliche Umgang und die Arbeit mit den Kunden, das ist meine Erfahrung, haben uns am meisten gebracht. Viel Zeit zu investieren, um auch den Kunden zu verstehen und sachliche Argumente zu bringen, damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht und das würde ich auch weiter empfehlen.“ Werner Thinius, Leiter Marketing, Stadt- und Überlandwerke Luckau-Lübbenau GmbH

Wie bringt man die notwendigen Informationen am besten an diejenigen Leute, die sie brauchen? Vor allem nutzt man traditionelle Marketingformen, druckt und verteilt Broschüren und Flyer, besucht Ausstellungen und Messen und bemüht sich, das Wissen zu vermitteln, das die Besucher dort brauchen. Solche Veranstaltungen sind beispielsweise in Leipzig die Automesse und die Messen enertec und TerraTec – zur Energie die eine, zur Umwelt die andere. Zu beiden haben die VNG-Experten Wichtiges mitzuteilen.

Botschaft: Umweltfreundlicher Energieträger Erdgas ist unsichtbar. Attraktiv wird es durch die Technik für seinen Einsatz. Eigentlich macht die VNG - Verbundnetz Gas AG nichts anderes, als Erdgas in aller Welt zu kaufen – vornehmlich in Russland und Norwegen – und an seine Kunden zu veräußern. Würde sich das Unternehmen aber darauf beschränken, wäre es sicher bald am Ende seines wirtschaftlichen Lateins. Schließlich gibt es im Energiemarkt jede Menge Konkurrenz, der Wettbewerb ist hart. Die Mitarbeiter im Bereich Kundendienst/Marketing sehen deshalb ihre Aufgabe in mehreren Bereichen als unumgänglich im Interesse des gesamten Unternehmens: In erster Linie sind zwar die Stadtwerke und Regionalversorger Kunden der VNG, doch das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe an, Produktwerbung auch für Endkunden zu betreiben. Die Vorzüge von Erdgas sollen für die Anwender erfahrbar werden. Wolfgang Seyer, Leiter des Produktservice im Bereich Kundendienst/Marketing, und sein Kollege Marek Preißner legen Wert auf die Botschaft: „Trotz allen Geredes ist Erdgas der billigste und umweltfreundlichste

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Energieträger.“ Davon muss man die Anwender praktisch überzeugen. Eine zweite Aufgabe sehen sie in Informationen über Anwendungstechniken in Industrie, Gewerbe und Haushalt. Die Technik hat sich enorm entwickelt. Wenn die Kunden gar nicht wissen, dass Heizungen, Strahler oder Küchengeräte mit Gasbetrieb heute auf völlig anderem Niveau als früher funktionieren und dem Anwender helfen, Kosten zu sparen, nutzen sie diese Techniken auch nicht. Information ist also erste Voraussetzung fürs Anwenden. Oft müssen diese Techniken vorgeführt werden. Überzeugt man damit, finden sich neue Anwender und damit Kunden der VNG.

Marek Preißner, Kundendienstmitarbeiter der VNG (r.), im Beratungsgespräch über eine Dunkelstrahlerheizung mit Angela Sobe, Fachbereich Gewerbekunden der MITGAS, Jörg Dommert, dem Betriebsleiter sowie Martin Walker, dem Geschäftsführer der Alpha Fotos (2): Christoph Busse Signs GmbH aus Hohenthurm (v. l.).

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Botschaft: Umweltfreundlicher Energieträger Weil das Spektrum möglicher Anwender so breit ist, müssen es auch die Informationen sein. „Der Bäcker soll nicht dauernd auf den Gaszähler schauen, sondern schmackhafte Brötchen backen. Das kann er am besten“, meint Marek Preißner. „Aber bevor es so weit ist, müssen wir ihn davon überzeugen, dass für ihn Erdgas lukrativer ist.“ Dazu muss man zeigen, wie die modernste Technik auf dem Gebiet aussieht, wie leicht sie bedient werden kann. Denn bei allen Vorteilen moderner Gastechnik – sie ist beratungsintensiv. Wer sich dafür entscheidet, sollte vorher genau wissen, was er erwirbt, weil es oft eine Entscheidung für viele Jahre hinweg ist. Auch für Wohnungsbaugenossenschaften ist die VNG der ideale Partner, um beispielsweise bei „Tagen der offenen Marketing ist … Tür“ die Mitglieder über neue Heizsysteme zu „... wie ich es verstehe, das, was in einem Unternehinformieren. Hier finmen leider meistens viel zu gering eingeschätzt wird, weil man momentan finanziell daraus noch nichts den die Betriebe jene gewinnen kann. Man muss das langfristig sehen. Man Beratung, die die Mieter muss die Wirkungen der Marketinginstrumente für das überzeugt, dass sie mit Unternehmen auf lange Sicht einschätzen.“ Erdgas langfristig auf Klaus Mattke, Leiter Betrieb, Stadtwerke Gasversorgung Dessau GmbH die günstigste Energieform setzen.

Erdgashäuser sind überzeugend Am besten argumentiert es sich in den beiden Erdgashäusern des Unternehmens – eins südlich von Berlin, das andere in Dölzig bei Leipzig. Hier wird Besuchern alles vorgeführt, was sich heutzutage mit Erdgas machen lässt. Heizung, Beleuchtung (moderne Gaslaternen), Kamine, Grills, Küchengeräte jeder Art – für alles ist in diesen Gebäuden Erdgas die Energiequelle. Dabei wird auch vorgerechnet, dass Gas die billigste Energiequelle auf lange Zeit bleiben wird. Noch mehr verbessern lässt sich das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis durch den Einsatz von Brennwertheizungen, bei denen man auch noch aus der Abwärme Energie gewinnt.

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Zwar sind vor allem die Kommunen Kunden der VNG, doch als Hauptpartner für Informationen kommen in erster Linie Gewerbetreibende infrage. Sie wollen wissen, wie und wo sie mit Erdgas günstiger als mit jeder anderen Energie kommen. Dabei muss die VNG mit dem Umstand leben, dass sich Anfang der 1990er Jahre viele Unternehmen auf andere Energieträger umgestellt haben. Das hat einfach mit der Geschichte zu tun. In der DDR wurde alles bilanziert. Man musste nehmen, was man bekam. Danach kamen viele Anbieter auf den Markt, die goldene Berge versprachen. Hat man aber erst einmal alles umgestellt, scheut man neue Veränderungen, denn die kosten wieder Geld. Also müssen die VNG-Experten durchrechnen: Ab wann lohnt sich eine Umstellung auf Gas? In wie vielen Jahren hat man die Investitionen wieder herein?

Strahler wirken wie die Sonne Dazu ist es nötig, über die heutige Gerätetechnik zu informieren. Vor allem in gewerblichen Räumen, Produktionshallen, Großküchen oder Gewächshäusern haben sich Wärmestrahler als äußerst günstig erwiesen. Durch direkte Erwärmung von innen und Reflektorschirme wird die Energie so in den Raum abgestrahlt, dass man 2 bis 3 °C Lufttemperatur sparen kann, ohne dass es kälter würde. Erst wenn die Wärmestrahlen auf Personen oder Anlagen treffen, wärmen sie. Diese Einsparung an Wärme bedeutet um 15 bis 18 Prozent weniger Energie gegenüber herkömmlichen Heizungen. Die Unterschiede zwischen Dunkel- oder Hellstrahlern sowie Warmwasserheizungen sind erheblich und nicht jede Einrichtung ist für jede Aufgabe optimal. Insofern sind die notwendigen Beratungsleistungen nicht zu ersetzen. Und die VNG-Experten aus dem Marketing-Bereich sehen ihre wichtigste Aufgabe darin, den Endkunden praktische Beratung zu bieten. Im Grunde genommen kann ein Unternehmen ebenso wie eine Wohnungsgesellschaft oder ein einzelner Häuslebauer sich an die Experten wenden und sie durchrechnen lassen, welche Technik sich am besten eignet. Die VNG baut nicht selbst, kann aber alle Voraussetzungen festlegen und die Fachleute empfehlen.

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Angela Sobe aus dem Fachbereich Gewerbekunden der MITGAS, Jörg Dommert, Betriebsleiter Alpha Signs, Martin Walker, Geschäftsführer Alpha Signs im Gespräch mit Marek Preißner, Kundendienstmitarbeiter der VNG (v. l.). Foto: Christoph Busse

Den Kommunen wird beispielsweise empfohlen, angesichts der zunehmenden Zahl an Altenheimen und den damit wachsenden Kosten, energiesparende Gasheizungen zu verwenden. Selbst wenn ein Umbau erst einmal Geld kostet – langfristig rechnet er sich.

Handwerker als Partner Die Handwerker der Branche Sanitär-Heizung-Klima sind ebenfalls wichtige Partner der VNG. Sie installieren, was die Endkunden brauchen. Die VNG berechnet und vermittelt. Im glücklichsten Fall gewinnen die Handwerker Dauerkunden, die VNG Dauerabnehmer. Das ist dann die typische Win-Win-Situation, bei der jeder Beteiligte einen Nutzen hat. Weil die Handwerker so wichtige Partner sind, veranstaltet die VNG regelmäßig für den Bundesverband der SHK-Innung ebenso wie für die östlichen Landesverbände (die im Bereich der VNG-Abnehmer arbeiten) Schulungen. Dabei

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wird über die neuesten Tendenzen und Techniken informiert. Handwerker bekommen das Neueste vorgeführt und die nötige Fachkompetenz, um ihre Kunden auf höchstem fachlichen Niveau zu beraten. Für die Teilnahme an diesen Schulungen gibt es Zertifikate, so dass die Handwerker es auch schriftlich haben: Ich bin mit dem Neuesten auf dem Gebiet der Gastechnik vertraut. Meine Beratung entspricht dem aktuellen Know-how. Die VNG – als typischer Vertreiber von Erdgas – verschließt sich keinen neuen Entwicklungen. Seit das Thema Biogas an Bedeutung gewinnt, entstand ein eigener Bereich dafür bei der VNG, weil Biogas sich ebenso transportieren lässt wie Erdgas und in Zukunft ohnehin Beimischungen zu erwarten sind. Da werden die Verbundnetz-Leute sich nicht von Zukunftstechniken überraschen lassen. Wie beim Wettlauf von Hase und Igel wollen sie stets sagen können: „Ick bin allhier“ – aber eben nicht durch Tricks, sondern durch tatsächliches Wissen über den aktuellen Stand. Thomas Biskupek

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Schwieriges Erdgasmarketing ...

Das Geheimnis starker Marken Warum Marken den Unternehmen Wettbewerbsvorteile sichern und für das Business-to-Business-Geschäft immer wichtiger werden.

Illustriert von Peter M. Hoff mann.

Capitol-Theater Düsseldorf, 12. März. Über 1 000 Führungskräfte aus Marketing, Medien und Agenturen sind zusammengekommen, um in der „Night of the Brands“ die Besten der Besten zu feiern: die Gewinner des Marken-Award 2007. Der Preis wird von der absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing und dem Deutschen Marketing-Verband für exzellente Leistungen in der Markenführung vergeben. Unter dem Beifall der Branche konnten Danone Deutschland (Beste Neue Marke), MastJägermeister (Bester Marken-Relaunch) und Hipp (Beste Marken-Dehnung) den Preis in Empfang nehmen. Die Popularität des Marken-Award und der Zuspruch der Branche spiegeln die nach wie vor große Bedeutung wider, die die Marke für die deutsche Wirtschaft hat. Marken sind Leuchttürme im unüberschaubaren Meer des Konsums. Sie heben ein Angebot aus der Masse heraus und ziehen, wenn sie richtig geführt werden, die Menschen wie mit magischer Hand an. Doch der Erfolg kommt nicht von allein und wird schon gar nicht durch die Größe des Werbebudgets bestimmt, wie fälschlicherweise angenommen wird. Markenführung, so hat es einmal der Chairman der Werbeagentur Ogilvy & Mather im Gespräch mit der absatzwirtschaft formuliert, sei „kleingärtnerische Arbeit“. Mühevoll, aber lohnend. Der Grund: Marken stellen Win-Win-Situationen zwischen den Verbrauchern und den Unternehmen her. Die Markenforschung zeigt, dass die Menschen einen dreifachen Nutzen aus dem Kauf von Marken ziehen. Erstens – der Leuchtturm! – erleichtern Marken die Orientierung im Angebot der Warenhäuser und Supermärkte. Marken helfen ihnen also, schneller zum Ziel zu kommen. Zweitens geben Marken Sicherheit. „Da weiß man, was man hat“, ist ein berühmter Slogan, in dem dieser Nutzen in Worte verpackt ist. Drittens bereichern

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Marken das Leben der Menschen. Sie sind stolz, ein bestimmtes Auto zu fahren, diese oder jene Uhr oder ein Kleidungsstück einer Designer- oder Modemarke zu tragen. Für manche Menschen klingt Musik erst gut, wenn sie über eine bestimmte Hifi-Anlage gehört wird. Und mobile Musik hat aus coolen weißen Kästchen mit dem Apfel-Logo zu kommen … Marken bieten also einen ideellen Mehrwert, der schon mal in quasi-religiöse Verehrung münden kann. Der Gewinn für die Anbieter liegt zum einen darin, dass die Menschen für Marken erwiesenermaßen tiefer ins Portemonnaie greifen als für No Names; sie erzielen ein Preis-Premium. Außerdem ist es leichter, eine Marke zu bewerben.

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Das Geheimnis starker Marken

und – ganz wichtig – den Verbrauchern immer wieder dasselbe erzählen. Man spricht von der Selbstähnlichkeit der Marke.

Vereinfacht gesagt, dringt sie besser durch das Grundrauschen unserer Mediengesellschaft, weil sie auf offene Ohren stößt. Und wenn man berücksichtigt, dass viele Kaufentscheidungen nicht geplant, sondern spontan erfolgen, liegt der Nutzen der Marke auf der Hand. Außerdem lassen sich Marken zu ganzen Familien und Dachmarken ausbauen – man denke an die vielen Produkte unter Marken wie Nivea oder Milka – und internationalisieren.

Waren Marken bis vor zehn, zwanzig Jahren vor allem ein Verkaufsmittel der klassischen Konsumgüterindustrie, gewinnen sie seit geraumer Zeit auch im Business-to-Business-Geschäft an Bedeutung. Man tut niemandem Unrecht, wenn man sagt, dass die Kunst der Markenführung in diesem Sektor der Wirtschaft noch nicht so ausgereif t ist. Die Dinge liegen anders, und vielfach komplizierter. Gerade für Deutschland als Expor tnation und Land des Mittelstands

Wie wird aber ein Produkt zur Marke? Dazu muss man wissen, dass ein Unternehmen zwar die Absicht haben kann, eine Marke aufzubauen. Ob es gelingt, entscheidet aber der Verbraucher. Marken entstehen in seinem Kopf, und nirgendwo anders. Wenn sich dort angesichts eines Logos, eines Werbespruchs oder eines Werbemotivs die Synapsen nicht kurzschließen, hat das Unternehmen nichts erreicht. Starke Marken lösen aber ein Feuerwerk der Assoziationen und Emotionen aus. In den USA, dem Mutterland des modernen Marketing, fand die Wissenschaft schon in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts heraus, dass Marken diese Wirkung auf die Verbraucher haben können. Logo, Typographie, Farben, Design und Verpackung senden Signale aus, die die Menschen intuitiv mit Eigenschaften – guten wie schlechten – verbinden: schmeckt (oder nicht), hilft gegen Kopfschmerzen, damit fühle ich mich wohl, finden meine Freunde gut, entspricht meinem Lebensstil … Deshalb ist eine Marke auch mehr als ein guter Name. Produkt, Erscheinung und Werbung müssen sich im Einklang befinden

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ist diese Entwicklung aber ungemein wichtig. International wird mit immer härteren Bandagen gekämpft, die Wettbewerbssituationen ähneln kriegerischen Zuständen und nur selten gehen Konkurrenten zimperlich miteinander um. Wer Business-to-Business-Güter (oder Services) unter einer starken und bekannten Marke verkauft, hat einen Vorsprung.

mit einer „Brand“ leichter fällt, zum Beispiel auf Messen erfolgreich zu sein oder übers Internet zu kommunizieren, liegt auf der Hand. Auch hier wirken Marken wie Leuchttürme. Und ein weiterer Faktor ist nicht von der Hand zu weisen: Marken schlagen sich in einem Markt besser, der häufig vergessen wird: dem Arbeitsmarkt. Starke Marken gewinnen starke Mitarbeiter. Aber zurück zum Marken-Award 2007. Was haben die Gewinner geleistet, um der hochkarätig besetzten Jury preiswürdig zu erscheinen? Claus Hipp ist ein großes unternehmerisches Risiko eingegangen. Bisher als Anbieter von Babynahrung unumstrittene Nummer eins, wollte er nicht länger mit ansehen, wie sein Markt von Jahr zu Jahr schrumpft. Grund ist der Geburtenrückgang in Deutschland. Deshalb wagte er mit der Marke den Sprung in den Markt der Babypflege. Mast-Jägermeister hat seine traditionsreiche Marke in die Club- und Eventszene getragen und – mit Hilfe der lästernden Hirsche Rudi und Ralph in der Werbung – damit die Basis für neues Wachstum und eine erfolgreiche Internationalisierung geschaffen. Danone Deutschland schließlich hat extrem schnell

und erfolgreich mit Activia eine neue Joghurtmarke eingeführt. Sie hat das, was Marketeers als „USP“, Unique Selling Proposition, bezeichnen: Eine spezielle Bakterienkultur hilft, Verdauungsprobleme zu beseitigen. Chapeau, befand die Jury. Alle drei Gewinner zeigen zudem eines, was vor allem spitz rechnende Unternehmen aus dem Mittelstand immer berücksichtigen sollten: Im Marketing und in der Markenführung geht es nicht so sehr um supercoole oder witzige Werbung. Die hat als Mittel zum Zweck ihre Berechtigung. Am Ende geht es aber nur um eines. Erfolg. Oder, wie es ein Marketingwissenschaftler einmal ketzerisch formulier t hat, um das Abschöpfen von Zahlungsbereitschaften. Marketing ist eben eine betriebswirtschaftliche Marketing ist … Disziplin. „... das Salz in der Suppe, genauso wichtig und wertvoll.“ Corynn Müller, Pressesprecherin/Leiterin Unternehmenskommunikation, Stadtwerke Dresden DREWAG

Christoph Berdi Chefredakteur der absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing

absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing und Sonderausgabe „marken“ Die absatzwirtschaft ist, gerechnet nach Abonnements, Deutschlands größte Zeitschrift für Marketing und Vertrieb. Sie erscheint monatlich in der Verlagsgruppe Handelsblatt. Herausgeber ist der Deutsche Marketingverband (DMV) als Dachorganisation von 65 lokalen und regionalen Marketing-Clubs im gesamten Bundesgebiet. Unter www.absatzwirtschaft.de finden Marketing-Entscheider Kompetenzcenter zu den Themenkreisen Marke & Strategie, E-Marketing, CRM & Vertrieb, Communication und Marketing-Recht.

Das liegt zum Beispiel daran, dass heutzutage selten ein Mitarbeiter allein über Einkäufe entscheidet. Es gibt so genannte Buying Center, Gruppen von Entscheidern, in denen verschiedene Abteilungen zusammen sitzen. Die Fachabteilung, Forschung & Entwicklung, der Projektleiter, der Einkauf natürlich und so weiter. Sie entscheiden gemeinsam. Eine Marke reduziert die Komplexität, weil sie bekannt ist und verschiedene oder gar alle Mitglieder in diesem Kreis etwas mit ihr verbinden. Auch diese Verantwortlichen möchten Orientierung und auch Sicherheit. Der geflügelte Spruch „Keiner entlässt dich, weil Du eine IBM gekauft hast – you won’t get fired for buying an IBM“ hat seine Gültigkeit. Dass es Unternehmen

Die absatzwirtschaft hat aus Anlass der Verleihung des Marken-Award 2007 die Sonderausgabe „marken“ veröffentlicht, die an ausgewählten Verkaufsstellen (Flughäfen, Bahnhöfen) und im Internet über www.absatzwirtschaft-shop.de zu beziehen ist. Darin werden unter anderem die Gewinner des Marken-Award porträtiert und aktuelle Trends der Markenführung im Business-to-Business-Geschäft wie im Mittelstand aufgezeigt.

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Treibhausgas unter die Erde verbannen

wachen des CO2 -Experiments. Über die zentrale

Die VNG unterstützt CO2SINK-Projekt auf dem Gelände ihres ehemaligen Untergrundgasspeichers Ketzin. Am 27. Februar 2007 begannen im brandenburgischen Ketzin, westlich von Berlin, die Bohrarbeiten für das europäische Forschungsprojekt CO2SINK (storage by injection in natural reservoir Ketzin). Unter Federführung des GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) in Zusammenarbeit mit der VNG und weiteren 14 Partnern aus neun Ländern untersuchen Wissenschaftler europaweit erstmals, wie Kohlendioxid (CO 2 ) in tief gelegenen und mit Salzwasser gefüllten, porösen Gesteinsschichten eingebracht und gespeichert werden kann.

Sie starten die Bohrung gemeinsam: Prof. Rolf Emmermann, Projektleiter CO 2 SINK, Dr. Wolfgang Krüger, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Brandenburg und der Ketziner Pfarrer Thomas Zastrow (v. l.).

Die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre gilt als eine Ursache für den Treibhauseffekt. Steigende durchschnittliche Jahrestemperaturen, schmelzende Gletscher und eine Häufung extremer Wetterphänomene sowie sich verschiebende Klimazonen sind weltweit spürbare Folgen. Ein Grund für den steigenden CO2-Ausstoß ist die global wachsende Industrialisierung mit einem vermehrten Einsatz fossiler Brennstoffe. Die einzige Lösung, die Erderwärmung zu mindern bzw. zu stoppen, besteht nach Expertenaussagen in der schnellstmöglichen Verminderung des CO2-Ausstoßes. Eine Möglichkeit, den CO2 -Anstieg zu reduzieren, ist das Abtrennen dieses Gases aus den Emissionen z. B. eines Kraftwerks und das Einspeisen in ein geeignetes Speichermedium. Bereits erfolg-

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reich praktiziert wird dieses Prinzip in Ölfeldern Kanadas und der USA. Dort wird CO2 über Sonden in die Öl führenden Schichten eingepresst, um damit die Ölausbeute eines Feldes zu erhöhen. Eine zweite Variante ist das Einspeisen des Gases in Wasser führende Schichten, so genannte Aquifere. Da Aquifere von allen geologischen Speichern am häufigsten vorkommen, weisen sie mit geschätzt über 1 000 Gigatonnen weltweit das höchste Potenzial für die CO2 -Speicherung auf.

Bohrung wird das CO 2 in den Speicherhorizont eingepresst. Die 50 bzw. 100 Meter entfernten Beobachtungsbohrungen werden mit einer Fülle modernster Messgeräte ausgerüstet. Bis in mehr als 800 Meter Tiefe dienen sie zum Überwachen und Untersuchen der Ausbreitung des CO 2 im Untergrund. Die ausgewählte Gesteinsformation ist der deutschlandweit bekannte und gut untersuchte Schilfsandstein. In Ketzin bildet er eine Aufwölbung und damit ein natürliches Labor, das sich wegen seiner aus dem Speicherbetrieb bekannten Geologie hervorragend für das geplante Vorhaben eignet. Über dem ehemaligen VNG-Erdgasspeicher befindet sich bereits in 150 Metern Tiefe eine undurchlässige Deckschicht. Der vorgesehene CO2 -Testspeicher wiederum liegt 600 Meter tiefer und weist eine weitere dichte Deckschicht über sich auf. Beim Bohren werden Bohrkerne gezogen, aus denen die Forscher weitere detaillierte Informationen über die Qualität des Speicherhorizontes und der Abdeckschichten gewinnen. Während des zweijährigen Experiments findet eine Dauerüberwachung des gesamten Areals von der Oberfläche bis in die Tiefe statt. Es werden Messsonden in die Bohrlöcher eingefahren, um die Eigenschaften der Gesteine in den unterschiedlichen Tiefenlagen mit dreidimensionaler seismologischer Erkundung zu quantifizieren. Zudem kommen geoelektrische und thermische Verfahren zum Einsatz und es werden die Reaktionen des CO 2 mit dem Nebengestein in-situ untersucht. Auch nach Abschluss dieses Projektes (2009) ist eine weitere Überwachung der obertägigen CO 2 -Emissionen vorgesehen. Nach Auswertung aller Versuche wird sich herausstellen, ob das Abtrennen von CO2 aus Abgasen und deren Versenkung in unterirdische Speicher eine wirtschaftlich, technisch und ökologisch sinnvolle Lösung zum Reduzieren von CO2 in der Atmosphäre darstellen könnte.

Das CO2SINK-Projekt In den nächsten zwei Jahren werden in Ketzin insgesamt 60 000 Tonnen CO2 in über 700 Metern Tiefe gespeichert. Drei L-förmig angeordnete Bohrungen dienen dem Einspeisen und Über-

Die Aufgaben der VNG im Projekt Die VNG stellt der GFZ kostenfrei das Gelände ihres ehemaligen Untergrundgasspeichers und die bergrechtliche Genehmigung für Ketzin zur Verfügung. Im Rahmen der Vorbereitungen lieferte das Unternehmen die Bohrloch- und Messdaten

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CO2 wird in eine 700 Meter tiefe Gesteinsschicht gepumpt. Über Messgeräte wird die Ausbreitung Grafik: GFZ Potsdam des Gases überprüft.

sowie Lagerstättenparameter, geologische Profile und Karten als Grundlage für geologische Modelle. Als Basis für die Projektarbeit ließ die VNG zudem eine Studie über die grundsätzliche Eignung der Gesteinsschichten in dem Gebiet anfertigen. Im weiteren Verlauf der Projektarbeit begleitete die VNG dann maßgeblich auch den Genehmigungsprozess und die technischen Vorbereitungen für die geplanten Bohrungen. Das Gebäude der ehemaligen Gaswehr bildet jetzt das Informationszentrum. Im weiteren Projektverlauf werden Spezialisten der VNG den Bohrprozess begleiten und anschließend auch beim Einspeisen des CO2-Gases anwesend sein. Das Betreiberpersonal wird aus Mitarbeitern der VNG bestehen. Schließlich sorgt die VNG nach Abschluss des Forschungsprojektes mit anderen Industriepartnern auch für eine ordnungsgemäße Verwahrung der Bohrungen. Insgesamt unterstützt die VNG das Projekt mit ca. 1,5 Millionen Euro. Sollten die Ergebnisse des CO2SINK-Projektes für eine unterirdische Speicherung von CO2 sprechen, könnte die VNG daraus ein die Umwelt entlastendes Geschäftsfeld entwickeln. Zusammen mit Projekten in den Bereichen erneuerbare Energien wie z. B. Biogas und Erhöhen der Energieeffizienz sowie dem Einsatz von Erdgas als Kraftstoff leistet die VNG damit ihren Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz.

CO 2 SINK-Projekt: www.co2sink.de

Robert Scheler, Leiter Technologie Center Dr. Ralf Borschinsky, Informationsmanager

GeoForschungsZentrum Potsdam: www.gfz-potsdam.de

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Das Energiepaket der Europäischen Kommission Am 10. Januar 2007 hat die Europäische Kommission das so genannte Energiepaket veröffentlicht, mit dem es das Europäische Parlament und den Europäischen Rat zu einer Unterstützung für „Eine Energiepolitik für Europa“ ersucht. Von allen Beteiligten im Energiesektor Europas wurde es mit Spannung erwartet und ist seit seiner Vorstellung in der europäischen Öffentlichkeit Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Pressekonferenz zur Vorstellung des Energiepaketes am 10. Januar 2007 in Brüssel (v. l.): Energiekommissar Andris Piebalgs, der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso und der Umweltkommissar Stavros Dimas. Foto: EU-Kommission

Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen des globalen Klimawandels, der Versorgungssicherheit und nicht zuletzt der Wirtschaftlichkeit möchte die Europäische Kommission eine alle Energieträger umfassende zukünftige europäische Energiepolitik entwickeln. Das strategische Grundsatzpapier „Eine europäische Energiepolitik“ bildet als Dachdokument den Rahmen für das elf Dokumente umfassende Paket zur Energie-, Umwelt- und Wettbewerbspolitik. Darin enthalten sind grundsätzliche Vorschläge zur • Verringerung der Importabhängigkeit bei fossilen Brennstoffen, • Reduktion der EU-Treibhausgasemissionen um 20 Prozent bis 2020 sowie • Entwicklung einer führenden Zukunftsrolle Europas bei modernen Energietechnologien.

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Als zentrale Voraussetzung für eine europäische Energiepolitik hat die Europäische Kommission zunächst die Schaff ung eines funktionierenden Energiebinnenmarktes mit den folgenden wesentlichen Handlungsansätzen identifiziert:

zu geringen Anzahl der Lieferanten und einem nichtdiskriminierungsfreien Netzzugang seien hierfür die als unzureichend eingeschätzten grenzüberschreitenden Netzkapazitäten sowie langfristige Netznutzungsver träge zwischen Importgesellschaften und Regionalversorgern/ Stadtwerken verantwortlich. Umfassende Unbundling-Maßnahmen Angesichts eines als ungenügend erachteten Entflechtungsgrades der Unternehmen seien zusätzlich zu einem erforderlichen diskriminierungsfreien Informations- und Netzzugang weitergehende Unbundling-Maßnahmen notwendig. Dabei sieht die Kommission die eigentumsrechtliche Entflechtung (ownership unbundling) als den effizientesten und präferierten Weg für den diskriminierungsfreien Netzzugang und für unabhängige Investitionsentscheidungen der Netzbetreiber. Sowohl im Gas- als auch im Elektrizitätsbereich sollen hierzu zunächst noch weitere Untersuchungen erfolgen. Harmonisierung der EU-Regulierung Ferner seien aufgrund ungleicher und teilweise unzureichender Kompetenzen der nationalen Regulierungsbehörden Verzerrungen im Energiebinnenmarkt festzustellen, welchen durch eine auf europäischer Ebene durchzuführende Harmonisierung entgegen gewirkt werden soll. Für die Erzielung schneller Fortschritte bevorzugt die Kommission dabei die Einsetzung eines europäischen Regulators. Als Minimallösung gilt die Einrichtung eines ERGEG+, d. h. eines institutionalisierten Gremiums der Regulierungsbehörden, das rechtlich bindende Vorgaben zur Netzregulierung verabschieden könnte. Zusätzlich zur Einrichtung strategischer Gasspeicher hält die Kommission darüber hinaus neue Regelungen zum Zugang bei Gasspeichereinrichtungen und zum legal unbundling für erforderlich.

Schaffung eines funktionierenden Energiebinnenmarktes Grundlage für diese Einschätzung bilden der Fortschrittsbericht zur Entwicklung des Energiebinnenmarktes sowie der Abschlussbericht zur Sector Inquiry (Untersuchung der Energie-Sektoren). Hierbei gelangt die Europäische Kommission zu dem Ergebnis, dass der bisherige Rechtsrahmen nicht ausreiche, um einen funktionierenden Binnenmarkt für Energie herzustellen. Insbesondere wird eine nicht durchgehend gegebene freie Kunden- und Lieferantenwahl kritisiert. Neben der

Erdgas auch weiterhin bevorzugter Energieträger Die Energiestrategie für Europa sieht Erdgas auf Grund seiner niedrigen CO 2 -Bilanz im Vergleich zu Öl und Kohle und seiner vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ausdrücklich als einen bevorzugten Energieträger (Fuel of Choice) im

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zukünftigen Energiemix. Insbesondere hinsichtlich der grundlegenden Bedeutung einer sicheren Energieversorgung erscheint es positiv, die in der Vergangenheit eher separat verfolgten Politikansätze in eine zusammenhängende Politik zu überführen. Vorteilhaft ist ferner die Betonung des für die Energiewirtschaft typischen langfristig stabilen Entscheidungshorizontes. Nur langfristig stabile und einschätzbare Rahmenbedingungen verbunden mit einer angemessenen Rentabilität ermöglichen darüber hinaus die auch seitens der Kommission als besonders erforderlich erachteten Investitionen in die Energieversorgung. Angesichts der außenpolitischen und internationalen Dimension der Energiepolitik erscheint die Kommissionsstrategie „mit einer Stimme zu sprechen“ vorteilhaft. Innenpolitische Handlungsansätze wie beispielsweise ownership unbundling oder Gasspeicherregulierung führen jedoch zu einer Beschränkung der Nachfragemacht der Importunternehmen gegenüber den Produzentenländern. Weiteres Vorgehen verzögert sich Am 15. Februar 2007 tagte der Energieministerrat, um die Sitzung des Europäischen Rates am 8. – 9. März 2007 vorzubereiten, bei der ein priorisierter Aktionsplan zur weiteren Energiepolitik verabschiedet wurde. Der Energieministerrat hat allerdings zunächst die Vorschläge der Kommission zum Unbundling entschärft und damit eine Entscheidung verschoben. Aufgrund von Vorbehalten insbesondere Frankreichs sowie einiger der neuen EU-Staaten, einigten sich die Vertreter auf einen Kompromiss mit allgemeiner Formulierung, die keine Option ausschließt. Demnach soll die Kommission einen Vorschlag erarbeiten, wie Netz und Produktion effektiv getrennt werden könnten auf der Grundlage von „unabhängig betriebenen Systemen, die den Zugang zum Netz und unabhängige Entscheidungen über Investitionen in die Infrastruktur sicherstellen“. Die Kommission soll ihre Ergebnisse im Juni vorlegen und Energiekommissar Andris Piebalgs geht davon aus, im Herbst dieses Jahres einen entsprechenden Gesetzesvorschlag unterbreiten zu können. Ingo Seeligmüller Leiter Internationale Beziehungen

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Abwicklung – wer hat was zu tun

Dispatching im Wandel

Technische Netzsteuerung

Grundlage der Diskussionsbeiträge des Forums bildeten die Veränderungen des gesetzlichen Rahmens der Energiewirtschaft. Demnach sind integrierte Energieversorgungsunternehmen verpflichtet, sich rechtlich, operationell (organisatorisch), informationell und in der Rechnungslegung zu entflechten (engl. to unbundle). Die neuen Regeln für die Abwicklung sind unter anderem im neuen Energiewirtschaftsgesetz, in der Gasnetzzugangsverordnung, der Kooperationsvereinbarung und im DVGW-Arbeitsblatt G 2000 festgeschrieben. Das Diskussionsforum konzentrierte sich auf drei Schwerpunkte, um so Klarheit zu schaffen, was die Vorgaben aus Brüssel für das operative Dispatching konkret bedeuten: • Veränderungen bei den Mitarbeitern des Dispatchings als Folge des Unbundling, • Abwicklung zwischen Netzbetreibern im Rahmen der Zweivertragsvariante und

Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben stellt für die Unternehmen eine große Herausforderung dar, weil sie mit grundlegenden Änderungen in Arbeitsabläufen und Organisationsstrukturen verbunden ist. Diese Prozessentflechtung führt zu zusätzlichem personellen und technischen Aufwand sowie dem Verlust von übergreifendem gaswirtschaftlichem Fachwissen. Die Technische Netzsteuerung bei der VNG mit „Meldekopff unktion“ wird sich voraussichtlich nicht grundlegend ändern. Größeren Veränderungen unterliegt hingegen die Abwicklung von Handels-, Speicher- und Transportverträgen. Die Verantwortlichkeiten

Dienstleistungen für Transport und Handel Technisch: • getrennte IT-Systeme • gemeinsamer Support

Handel

Organisatorisch: • Shared-Service-Funktionen; • Dienstleistungen z.B. * für die EVG – Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen mbH

Transport Gasabrechnung

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Abrechnung

zeitnahe Allokation * je Lieferort / NKP und BK-Code an BKV

Datenaustausch zeitnahe Bilanzierung * je BK-Code

Nominierungen Ein- / Ausspeisemengen je Lieferort und BK-Code an NB

Bilanzkreis-Verantwortliche

NB

Netzbetreiber

BKNB

Bilanzkreis-Netzbetreiber

* keine Abrechnung

** übergreifend

Umsetzung der Vorgaben

Technische Netzsteuerung*

Transport *

Nominierungen Aggregierte RLM- und SLP-Mengen je NKP und BK-Code an vorgelagerten NB

BKV

Gassteuerung Vertragsabwicklung

zeitnahe Allokation * je Lieferort / NKP und BK-Code an BKNB

• Abwicklung zwischen Netzbetreibern und Transportkunden.

Organisation der VNG-Dienstleistungen

Handel*

Matching ** Nominierungsabgleich je NKP zw. NB

Gasfluss

Im November 2006 fand in Essen die Gasfachliche Aussprachetagung (gat) statt. Im Zeichen des Wettbewerbs und den sich daraus ergebenden Anforderungen an Organisationen, Technik und Sicherheit brachte der Branchentreff über 2 000 Experten der Gaswirtschaft zusammen. Ein Diskussionsforum unter dem Titel „Wandel im Dispatching“ vereinte diejenigen Teilnehmer, die in ihrem Unternehmen mit der operativen Abwicklung der Gassteuerung befasst sind. Ihr Fachgebiet wird sich mit Blick auf die Vorgaben des Unbundling in Zukunft stark verändern. Dr. Reinhard Böhm, Leiter der Gassteuerung der VNG, und sein Kollege Volkmar Müller erklären, warum.

Buchung und BK-Vertrag

Unbundling führt zu Veränderungen in der Gassteuerung.

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werden aus dem klassischen Dispatching herausgelöst. Da Entscheidungen und Vorgaben der neuen Ansprechpartner in den Handelsabteilungen voraussichtlich auf anderen Grundlagen basieren als in integrierten Unternehmen, führt das dazu, dass Mitarbeiter im Dispatching ihr meist in vielen Jahren angeeignetes Know-how nicht mehr nutzen dürfen. Sie werden stattdessen zu reinen Ausführenden. Um für den Datentransfer jedoch in Bezug auf Transport-, Speicher- und Handelskunden Diskriminierungsfreiheit sicherzustellen, sind standardisierte Abläufe, wie bisher, unumgänglich. Im Rahmen der Nominierungs- und Matchingprozesse sowie der Bilanzierung wird die Kommunikation zu Transportkunden überproportional zunehmen. Bei der Erfüllung der Arbeitsaufgaben sind z. B. Fremdsprachenkenntnisse unabdingbar. Die Weichenstellungen dafür hat die VNG bereits seit 1991 in der Weiterbildung der Dispatcher und mit entsprechenden Neueinstellungen vorgenommen. Jeder neue Kunde muss darüber hinaus in die Steuerung des Leitsystems integriert werden. Nur so sind Nominierung, Matching (Mengenabgleich) und Allokation (Zuordnung) gemessener und nominierter Mengen auf Verträge gesichert. Mit der Entwicklung von neuen Softwarelösungen wird das jedoch gelingen.

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Fazit An die Qualität des Datenaustausches und Verfügbarkeit der Daten werden hohe Anforderungen gestellt, die zurzeit noch nicht auf allen Ebenen gesichert sind. Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung neuer IT-Module ist auf die MenschMaschine-Kommunikation zu richten. Die Dispatcher sind, was Häufigkeit und Geschwindigkeit der Veränderungen des ordnungspolitischen Rahmens betriff t, einem hohen Anpassungsdruck ausgesetzt. Durch neue Schnittstellen und Organisationsveränderungen könnte übergreifendes, interdisziplinäres Wissen verloren gehen. Vor diesem Hintergrund hat das Technische Komitee „Dispatching“ Informationsveranstaltungen für Leiter des Dispatchings und des Netzbetriebes in Gasversorgungsunternehmen konzipiert. Die Termine sind am 24. April 2007 in Stuttgart sowie am 10. Mai 2007 in Leipzig. Neben der Erläuterung der rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen wird der Schwerpunkt insbesondere auf Praxisbeispiele für die Umsetzung der neuen Anforderungen gelegt. (Info und Anmeldung DVGW Hauptgeschäftsführung, Bereich Kommunikation, Telefon 0228 9188 - 602). Dr. Reinhard Böhm Volkmar Müller

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Sicher graben Die Erdgas Südsachsen GmbH ist ein Aktivposten im Verein Sicherheitspartnerschaft Tiefbau. Seit drei Jahren vermittelt der Sicherheitspartnerschaft Tiefbau e. V. Mitarbeitern von Tiefbauunternehmen die Kompetenz für sicheres Arbeiten in der Nähe von Versorgungsanlagen. Das geschieht in erster Linie mit dem Angebot fachspezifischer Lehrgänge. Dieses Vorhaben wird von insgesamt 27 Mitgliedsunternehmen unterstützt. Wie jeder Verein ist auch die Sicherheitspartnerschaft auf eine rege Beteiligung ihrer Mitglieder an der Verwirklichung ihrer Absichten angewiesen. Eines der aktivsten Partnerunternehmen dabei ist die Erdgas Südsachsen GmbH mit Hauptsitz in Chemnitz. Das Unternehmen betreibt ein rund 6 100 Kilometer langes Gas-

leitungsnetz und versorgt damit etwa 155 000 Haushalte und Industriekunden im Süden Sachsens. Allein, um deren sichere Gasversorgung zu gewährleisten, besteht ein sehr großes Interesse daran, die eigenen Mitarbeiter und Dienstleister bestmöglich auszubilden und zu trainieren.

Bernhard Vogler, Sicherheitsfachkraft des Unternehmens, erklärt dazu: „Im vergangenen Jahr haben Drittunternehmen und Privatpersonen insgesamt 161 Schadensfälle an unseren Gasleitungen verursacht. Die mussten wir so schnell wie möglich beheben, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und die Versorgung wieder sicherzustellen. Das Hauptproblem bei solchen Schäden sind Unternehmer, die sich nicht an die Regeln und Vorschriften, die für Tiefbauarbeiten gelten, halten.“ Dabei spielten die unter Vertrag der Erdgas Südsachsen stehenden Dienstleister eine eher untergeordnete Rolle. Unternehmen, die direkt mit dem Gasversorger zusammenarbeiten, empfiehlt Vogler, den fachspezifischen Lehrgang der Sicherheitspartnerschaft Tiefbau zu belegen und das dort erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden. Diese Ausbildungsmaßnahmen werden über den Mitgliedsbeitrag im Verein finanziert. Durch Dritte beauftragte Unternehmen, aber auch Grundstückseigentümer erwischen beim Graben mitunter fremde Rohrleitungen und Kabel und verursachen so Gefährdungen und Versorgungsunterbrechungen. Auch sie für sicheres Arbeiten zu sensibilisieren, ist eine der Hauptzielrichtungen der Vereinsarbeit.

Auf dem Betriebsgelände der Erdgas Südsachsen: (v. l.) Bernhard Vogler, Sicherheitsfachkraft des Unternehmens, Jörg Scheibe, Abteilungsleiter des Technischen Service und Bernhard Ott, Vereinsvorsitzender des Sicherheitspartnerschaft Tiefbau e. V.

Zusätzlich lässt Erdgas Südsachsen auch viele eigene Mitarbeiter in den Sicherheitslehrgängen ausbilden. Dieses Anti-Havarie-Training erhalten Mitarbeiter, die im Bereitschaftsdienst eingesetzt sind und im täglichen Arbeitsleben mit den Gasleitungen zu tun haben. Die Schulungen für die eigenen Angestellten seien deshalb so wichtig, um das richtige Verhalten im Schadensfall zu üben. „Das große Ziel ist es, die Kollegen an realitätsnahen Szenarien und unter Stress trainieren zu lassen, damit sie sich im Ernstfall richtig verhalten“, sagt Jörg Scheibe, Abteilungsleiter des Technischen Service der Erdgas Südsachsen. „Das ist vor allem deshalb sinnvoll, da dank großer Investitionen in die eigene Netzinfrastruktur die Zahl der Störfälle ohne Fremdeinwirkung abnimmt – und deshalb Training fehlt.“ Auch Auszubildende erhalten die Möglichkeit, sich am Schulungsort in Freiberg mit den Gefahren bekannt zu machen, die mit der Beschädigung

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von Gasleitungen einhergehen können. Weiterhin bildet das Unternehmen Feuerwehren aus, um Wehrleute im richtigen Verhalten bei einem Leitungsschaden zu trainieren. Dabei geht es in erster Linie darum, aufzuzeigen, wie sich Gefahren vermeiden lassen. Das große Ziel des Vereins ist es auch weiterhin, möglichst viele Unternehmen fachgerecht zu schulen. Diese Aufgabe wurde auch im Rahmen der dritten ordentlichen Mitgliederversammlung Ende 2006 im Hauptgebäude der VNG nochmals herausgestellt. In Zusammenarbeit mit dem DVGW und Berufsgenossenschaf ten soll dies durch die weitere Bekanntmachung der Sicherheitspartnerschaft erreicht werden.

Gastvortrag von Stephan Boy über das „Störungsmanagement der Netzgesellschaf t Berlin-Brandenburg“ bei der Mitglieder versammlung der Sicherheitspartnerschaft im November 2006.

In einem Gastvortrag referierte Stephan Boy über das „Störungsmanagement der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg“ und gab damit Impulse zu Gesprächen über fachspezifische und organisatorische Fragen der internen Bereitschaftsorganisation. Darüber hinaus wurde die Initiative vorgestellt, demnächst Schulungsfilme für die Lehrgänge produzieren zu lassen, um die Ausbildung noch anschaulicher zu gestalten. Die Mitgliederversammlung gab ihre Zustimmung zum Budget für dieses Projekt und zur Beitragssatzung 2007. Im Anschluss hatten die anwesenden Teilnehmer die Möglichkeit zum intensiven Erfahrungsaustausch. Der Vorsitzende des Vereins, Bernhard Ott, sieht damit die Grundlage für eine erfolgreiche weitere Zusammenarbeit im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft Tiefbau gelegt. Monika Haas

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„Ikke bare laks og pølser“ Norwegisch-deutsche Ausstellung „Nicht nur Lachs und Würstchen“ im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig eröff net. Mit Norwegen verbindet die VNG - Verbundnetz Gas AG seit vielen Jahren eine enge Beziehung. Das Unternehmen aus Leipzig erhält nicht nur fast 30 Prozent seiner Gaslieferungen aus dem Königreich der Fjorde, sondern engagiert sich auch für kulturelle und soziale Projekte. Deshalb bestand für die VNG kein Zweifel, eine Ausstellung in Leipzig zu unterstützen, die die Entwicklung der Deutsch-Norwegischen Freundschaft in den letzten 100 Jahren beleuchtet. Was für den Deutschen die Würstchen sind, ist für den Norweger der Lachs – so oder ähnlich müssen wohl die Klischees aussehen, die beide Nationen voneinander haben. Und die Liste der Vorurteile lässt sich beliebig erweitern. Vom feuchtfröhlichen Oktoberfest über den wolligen Strickpullover bis hin zum fleißigen Deutschen und norwegischen Wintersportenthusiasten haben

Liv Monica Stubholt, Staatssekretärin des Norwegischen Außenministeriums, bei einem Pressegespräch im Hause der VNG. Daneben: Bjørn Tore Godal, der Botschafter des Königreichs Norwegen in Deutschland.

beide Länder ihre ganz individuellen Eigenarten und Charaktere. Die Ausstellung „Nicht nur Lachs und Würstchen“, die am 27. Februar im Stadtgeschichtlichen Museum eröff net wurde, spielt aber nicht nur mit diesen gewohnten Stereotypen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die vielseitigen Begegnungen und Beziehungen, die sich zwischen Deutschland und Norwegen in den letzten 100 Jahren ergeben haben. Dazu zählen beispielsweise gemeinsam erlebte Sport- und Kulturereignisse, Wirtschaftskontakte im Bereich der Erdöl- und Erdgaslieferung oder touristische Entdeckungen

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in beiden Ländern. Auch leidvolle Episoden wie die Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen werden in der Schau thematisiert. Die mehr als 700 Exponate, darunter Fotografien, Kunst, Filme und interaktive Elemente wurden in jahrelanger Arbeit vom norwegischen Technischen Museum zusammengetragen. Die Ausstellung wurde im Rahmen der 100-JahrFeier der Souveränität Norwegens 2005 erstmalig in Oslo präsentiert. Der Auftrag zu diesem Projekt kam gemeinsam von den norwegischen und deutschen Außenministerien. Dass die Schau jetzt in Leipzig gezeigt wird, ist kein Zufall, wurde die Stadt doch selbst mit einem Bereich in die Ausstellung aufgenommen. Ein Plakat vom Fußballspiel der DDR-Auswahl gegen Norwegen am 2. November 1958 sowie ein Foto, das Edvard Grieg, den norwegischen Nationalkomponisten, um 1877 mit Studenten in der Messestadt zeigt, verweisen darauf, dass Leipzig auch vor der Wende bereits intensive Beziehungen mit Norwegen pflegte.

Ausstellungsraum mit norwegisch-deutschen Exponaten im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Mehr Informationen unter: www.lachsundwuerstchen.de.

Für alle Interessierten: Die Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig kann noch bis zum 22. April jeden Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr besichtigt werden.

Norwegische Staatsgäste zu Besuch bei der VNG

Die VNG, Hauptsponsor der Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum, hat ebenfalls einen großen Anteil daran, dass die Wanderschau nach Oslo, Trondheim, Bergen und Berlin nun auch in Leipzig zu sehen ist. Für Dr. Klaus-Ewald Holst, Vorstandsvorsitzender und zugleich Honorargeneralkonsul des Königreichs Norwegen, war von vornherein klar, dass das Unternehmen die Ausstellung in Leipzig unterstützt. „Die Sammlung gibt so wunderbare Einblicke in ein facettenreiches Land, das uns Deutschen allenfalls als Urlaubsregion und Naturparadies bekannt ist. Eine bessere Möglichkeit, den Dialog und Kulturaustausch beider Länder zu fördern, gibt es gar nicht“, so Holst.

Anlässlich ihres Aufenthaltes in Leipzig besuchte Liv Monica Stubholt, Staatssekretärin des Norwegischen Außenministeriums, die VNG am Tag der Ausstellungseröff nung. Sie wurde begleitet von Roland Mauch, dem deutschen Botschafter in Norwegen sowie Bjørn Tore Godal, dem norwegischen Botschafter in Deutschland. Die Energieexpertin wollte sich nicht nur ein Bild von einem ihrer Energiepartner machen, sondern auch über aktuelle energiewirtschaftliche und energiepolitische Themen diskutieren. Nach einem Besuch im Gasregelzentrum und einem Rundgang im VNG-Gebäude war die Staatsministerin voller Lob. Sie zeigte sich sehr beeindruckt darüber, dass die VNG innerhalb weniger Jahre den Wandel von einem staatseigenen Betrieb zu einem modernen und professionellen Unternehmen geschaff t hat. Stubholt betonte bei dieser Gelegenheit auch, dass junge Marktteilnehmer wie die VNG mit ihrer Tochterfirma VNG Norge AS sehr gute Chancen auf Lizenzen zur Erkundung norwegischer Erdgasre-

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serven haben. Trotz der aktuellen Diskussionen um die Fusion von Statoil und Norsk Hydro, die zum größten Energieunternehmen in Norwegen aufgestiegen sind, begrüßte Stubholt mehr Wettbewerb bei der Förderung und Vermarktung der Energiereserven Norwegens.

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Junge Norweger begeistern in Leipzig Mit traditionellen norwegischen Liedern sorg ten 24 Gymnasiasten der Musikschule aus Langhaugen in Norwegen für die musikalische Einstimmung auf „Nicht nur Lachs und Würstchen“. Bei ihren Auf tritten im Atrium der VNG und einen Tag zuvor im Starclub Leipzig gaben die jungen Norweger dagegen moderne Rockmusik zum Besten. Die VNG freut sich schon jetzt darauf, die jungen Sängerinnen und Sänger bald wieder in Leipzig begrüßen zu dürfen. Großes Interesse fanden die unzähligen Details der Ausstellung.

Mandy Nickel

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Rosemarie Heyn (Bergen auf Rügen) Rosemarie Heyn ist die wohl rührigste Seele auf der Insel Rügen. Tabuthemen und Probleme in unserer Gesellschaft wie die Abhängigkeit von Alkohol, Drogen und Medikamenten sowie Spielsucht und Essstörungen packt sie nicht nur durch Worte an, sondern macht anderen vor allem durch Taten wieder Mut. Mit unendlicher ehrenamtlicher Mühe hat sie es geschaff t, in Bergen unter dem Dach des Demokratischen Frauenbund eine ganze Anzahl von Angeboten für die Betroffenen aller möglichen Suchtgefährdungsgruppen einzurichten.

Kirsten Hutte (Freiberg)

Die Verbundnetz-Botschafter 2007 (1. Reihe v. l.): Christiane Richter, Jenny Rasche, Monika Schöpe, Etelka Kobuß, Rosemarie Heyn, Kirsten Hutte; (2. Reihe v. l.): Bernhard Kaltefleiter (VNG), Barbara Rogge, Dr. Gerlinde Kuppe (Sozialministerin Sachsen-Anhalt), Johannes Förster, Beate Bröcker (Sozialdezernentin Landeshauptstadt Magdeburg), Rosswieta Funk, Dieter Steinecke (Landtagspräsident Sachsen-Anhalt). Fotos (2): Ines Escherich

„Heutzutage wird alles über Erwerb und Erfolge definiert. Wer einen Misserfolg erlebt, schämt sich und wird ausgeschlossen. Wer arbeitslos ist, fühlt sich nicht selten abgeschrieben“, meint Kirsten Hutte. Dass die viele Arbeit nur auf wenige Schultern verteilt ist und wie deprimierend es ist, als Arbeitssuchender immer abgewiesen zu werden, weiß sie aus eigener Erfahrung. Dem Hauptproblem in der Region, der Arbeitslosigkeit, versucht sie im Verein Lichtpunkt e. V. zu begegnen. Die von ihr gegründete Freiwilligenbörse hat klare Ziele: Die Förderung sozialer und kultureller Strukturen – Chancen bieten, gemeinsam etwas entwickeln, das Gefühl gebraucht zu werden und ein solidarisches Miteinander.

Etelka Kobuß (Chemnitz)

Verbundnetz-Botschafter 2007 berufen Magdeburg, 26. Januar 2007: Bis zur letzten Sekunde ahnten die zehn Frauen und Männer nichts von ihrer Berufung zu Botschaftern des Verbundnetzes der Wärme. Erst als Moderator Roman Knoblauch die Namen der Engagierten vorlas, war das Geheimnis gelüftet. Die Ehrenurkunden erhielt das neue „Korps des Ehrenamtes“ aus den Händen von Sachsen-Anhalts Sozialministerin Dr. Gerlinde Kuppe, Landtagspräsident Dieter Steinecke und Bernhard Kaltefleiter, Direktor für Kommunikation und Politik der VNG. Verbunden mit der Auszeichnung und den überreichten Ehrenurkunden ist eine Geldspende des Initiators VNG in Höhe von jeweils 5 000 Euro, mit der das Unternehmen die Projekte der Ausgezeichneten unterstützen wird.

Johannes Förster (Pirna) Ursprünglich wurde der Diplomsportlehrer und -methodiker Johannes Förster gefragt, ob er einmal vorübergehend eine Behindertengruppe mit Jugendlichen übernehmen könne. „Daraus wurden über 30 Jahre gemeinsames Training und Freude an sportlicher Betätigung“, sagt der Rentner heute. Vor nunmehr zwölf Jahren organisierte er das erste Sportfest für Behinderte und ihre Freunde, was seither jedes Jahr durchgeführt wird.

Karin Gruhlke hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den gesellschaftlichen Missständen und Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken. Tagtäglich setzt sie sich mit den Schwierigkeiten der Menschen auseinander und beobachtet immer wieder vor Ort, was sich auch auf gesamtdeutscher Ebene für die Bürger verschärft. Durch Angebote für Jugendliche gleichermaßen wie für Senioren leistet die Parchimerin einen Beitrag innerhalb ihres Vereins Bürgerkomitee Südstadt e. V., den sozialen Frieden wieder ansatzweise herzustellen.

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Jenny Rasche (Stapelburg b. Wernigerode) Bereits im Alter von sieben Jahren war Jenny Rasche fest davon überzeugt, dass sie Entwicklungshelferin werden will. Niemand glaubte an ihr Vorhaben, da sie in der Schulzeit und später mit abgebrochenem Landwirtschaftsstudium nicht gerade mit Leistungen glänzte. „Mein Lebensziel sind Taten – nicht nur Worte, die Welt etwas besser zu machen und dies anderen vorzuleben“, sagt die 23-Jährige und bereits zweifache Mutter, die ihre ganze Kraft seit nunmehr vier Jahren in der Region Siebenbürgen in Rumänien investiert. Für Familien und deren Kinder kämpft sie gegen das unermessliche Leid und Elend sowie die Perspektivlosigkeit, der sie dort begegnet.

Barbara Rogge (Erfurt)

Karin Gruhlke (Parchim)

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Etelka Kobuß stammt aus Ungarn, lebt seit 1991 in Deutschland und weiß: „Man kann sich durchboxen, allerdings nur, wenn man die Chance dazu bekommt.“ Als Vorsitzende des Ausländerbeirats Chemnitz steht die Mutter von zwei Kindern nun voll und ganz hinter dem Integrationsgedanken: „Ich bin ein Mensch, der genau prüft und versucht die Dinge so zu regeln, dass es passt. Manchmal muss man Aktivitäten dosieren, aber gerade totgeschwiegene Themen, wie die Diskriminierung von Ausländern, müssen auf den Tisch gebracht werden!“

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Barbara Rogge ist selbst schon als Kind erblindet und hat keine Erinnerung an das Sehen. Trotzdem stellt ihre Erblindung kein Handicap für sie dar. Als gebildeter, kulturell sowie politisch interessierter und offener Mensch zeigt sie anderen Betroffenen Wege für ein erfülltes, weitestgehend selbständiges Leben auf. „Möglichst vielen Blinden und Taubblinden möchte ich helfen, ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl wieder zu erlangen“, sagt die 66-jährige Erfurterin. Schritt für Schritt sollen die Erblindeten animiert werden, im Alltag mit möglichst wenig fremder Hilfe zurechtzukommen.

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Barbara Rogge hilft Blinden und Sehbehinderten.

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Neustart des Wettbewerbs junger Euroköche Mit neuen Anforderungen ruft der Wettbewerb junger Euroköche in den kommenden Wochen und Monaten erneut Schülerinnen und Schüler aus den Neuen Bundesländern, der Republik Polen, der Slowakischen und der Tschechischen Republik an den Start. In diesem Jahr sollen die jungen Köche laut Reglement ein landesspezifisches bzw. regionaltypisches Gericht binnen 60 Minuten zubereiten. Die Vorrunden des internationalen Kochwett-

Christiane Richter, bekannt als Lesefee, begeistert Kinder für Bücher und hilft ihnen so, sprachliche und soziale Schwierigkeiten zu überwinden.

Foto: Ines Escherich

Christiane Richter (Halle) Sie ist unter Kindern in Halle als Lesefee bekannt. Christiane Richter begeistert Sechs- bis Zehnjährige für Bücher, phantasievolle Geschichten und hilft ihnen, Schwierigkeiten beim Lesen zu überwinden, auch die Scheu zu verlieren. Dazu liest sie den zumeist aus sozial- und bildungsschwachen Familien stammenden Jüngsten nicht nur vor, sondern entwickelt mit ihnen sogar neue Gedanken und Märchen. „Es ist schön zu erleben, wie sich Fortschritte einstellen und ich vor allem schwächeren Schülern Anstöße geben sowie die Freude an Büchern vermitteln kann“, beschreibt sie ihr Engagement.

Rosswieta Funk (Neuruppin) Mit 30 begann sie anderen zu helfen, als es ihr wegen schwerer Krankheit selbst nicht gut ging. Heute muss die 57-Jährige zwischendurch Luft holen, wenn sie ihre Ämter und Aktivitäten aufzählt: Abgeordnete im Neuruppiner Stadtparlament, ehrenamtlich im Seniorenbeirat tätig, lange Zeit Vorsitzende der CDUSeniorenunion, jetzt Seniorenclub unter dem Dach der Wählergemeinschaft Pro Ruppin, Vorsitzende des Bau- und Wirtschaftsförderausschusses des Stadtparlamentes, Vorsitzende des Fördervereins Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin e. V. „Ich will die Älteren aus ihrer Einsamkeit holen“, so ihr Motto.

Monika Schöpe (Leipzig) Einfach mal die Hände schütteln, den persönlichen Kontakt nicht verlieren und Verständnis erfahren, für psychisch kranke Menschen und ihre Angehörigen sind das längst keine Selbstverständlichkeiten. Monika Schöpe hat den Verein Wege e. V. in Leipzig gegründet und möchte genau das ändern, die Öffentlichkeit auf die beunruhigende Tendenz zunehmender seelischer Erkrankungen aufmerksam machen sowie Betroffenen den professionellen Rat und die Zuwendung zukommen lassen, die sie dringend benötigen. Einfühlsam versucht sie den betroffenen Familien wieder neue Hoff nung zu geben, lebt dabei den Trialog – den stetigen Austausch zwischen den Erkrankten, Angehörigen und Experten.

Weitere Informationen und aktuelle Termine www.verbundnetz-derwaerme.de Telefon 034206 75461

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streits werden in Brandenburg, MecklenburgVorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im März und April durchgeführt. Das insgesamt punktbeste Kochteam aus Deutschland, der Republik Polen, der Slowakischen und der Tschechischen Republik nimmt an der Endrunde in der Tschechischen Republik teil. Termine und Informationen zu den teilnehmenden Schulen finden Sie unter www.eurocooking.de.

Erdgaspokal der Schülerköche: Jetzt winken die Pokale! Bei dem vor zehn Jahren von der VNG initiierten Bundeswettbewerb Erdgaspokal der Schülerköche geht es im März und April 2007 in die heiße Phase: In den zwölf teilnehmenden Bundesländern ermitteln die startberechtigten Mannschaften die neuen Landesmeister. Die Teilnehmer der Landesfinals wurden in 134 Schulwettbewerben und in 33 Regionalmeisterschaften aus einem Starterfeld von bundesweit 305 Schülerkochteams von fachkundigen Juroren aus dem Verband der Köche Deutschlands e. V. ermittelt. Mit Menükreationen unter dem Motto „Zehn Jahre Erdgaspokal – das Geburtstagsmenü“ wetteifern die 13- bis 17-jährigen Finalisten jetzt um die begehrten Erdgaspokal-Landestrophäen. Die frisch gekürten Landessieger erwartet schon bald die nächste Herausforderung: Bereits am 14. Mai 2007 steigt auf der Messe Erfurt das große Bundesfinale des Jugendkochwettbewerbs, bei dem sie um den Titel „Deutschlands beste Schülerkochmannschaft“ und den Erdgas-Wanderpokal für den Bundessieg kämpfen.

Ver tritt den Regierungsbezirk Leipzig beim Sächsischen Landesfinale des 10. Erdgaspokals am 19. Mai 2007 in der Susanna-Eger-Schule Leipzig: Lara Koelsch im Kochteam des Evangelischen Schulzentrums Leipzig.

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Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen Max-Klinger-Ausstellung vom 11. März bis 24. Juni 2007 im Museum der bildenden Künste in Leipzig. Der Nachkriegsgeneration, so eine bekannte Kunsthistorikerin, sei Max Klinger (1857 – 1920) als abgestanden und ein bisschen lächerlich erschienen. Mit dem theatralischen Idealismus habe man nicht mehr viel anfangen können. Dieses Urteil wirkt nun mittlerweile selber etwas abgestanden: Eine Revision der Meinungen über das Werk Klingers ist jedenfalls längst im Gange. Dabei wird immer deutlicher, wie stark der große Leipziger die Kunst nach 1900 angeregt hat. Die Ausstellung „Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen“ zeigt zum ersten Mal den Einfluss auf Vertreter des Symbolismus und Surrealismus, des Naturalismus und des Jugendstils. Die VNG unterstützt diese Ausstellung. Überrascht ist man, dass eine Käthe Kollwitz, aber auch ein Giorgio de Chirico, ein Edvard Munch, aber auch ein Max Ernst von Klinger geprägt wurden. Selbst ein Salvador Dalí bezog aus dessen Werk Anregungen. Die Unterschiedlichkeit der Inspirierten verweist auf eine große Spannung in Klingers Oeuvre: Gerade seine druckgraphischen Zyklen enthalten ein überaus produktives künstlerisches Potenzial. Den Auftakt zur Ausstellung bildet eine umfangreiche und eindrucksvoll präsentierte Übersicht der bedeutenden graphischen Zyklen Max Klingers – vom „Handschuh“ (1881) bis zur „Brahmsphantasie“ (1894). Klingers Themen waren die Realität des Traumes und die Macht des Unbewussten – noch vor Sigmund Freud! Zugleich aber beschäftigten ihn das soziale Elend, das Problem der Prostitution, das Verhältnis der Geschlechter und die Emanzipation der Frau. Die Themen der „modernen Zeit“ spiegelte Klinger auf eine faszinierende und widersprüchliche Weise!

Die blaue Stunde, 1890, Öl auf Leinwand.

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In diesem Sinne werden in sechs Themenkreisen die Folgen der Kunst Klingers ausgebreitet, die überraschende Nachbarschaften offenbaren: Klingers „Badende“ korrespondiert mit einer Skulptur Lehmbrucks, Edvard Munchs „Madonna“ mit Gustav Klimts „Marie Henneberg“, Giorgio de Chiricos „Piazza d’Italia Metafisica“ mit Georg Kolbes „Goldener Insel“. Am folgenreichsten war Klinger auf dem Felde der druckgraphischen Zyklen – wie sich in der Ausstellung an Lovis Corinth, Max Slevogt, Oskar Kokoschka, Paul Klee,

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aber auch an Bruno Héroux, Otto Greiner und Fritz Hegenbart exemplarisch zeigen lässt. „Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen“ präsentiert nahezu 300 Werke – Gemälde, Graphiken, Zeichnungen und Skulpturen – von ca. 40 Künstlern, darunter Bilder, die zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt sind (z. B. Giorgio de Chiricos „Mélancolie d’Ariane“). Insgesamt 52 öffentliche und private Leihgeber im In- und Ausland haben das Projekt unterstützt. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle und wurde möglich durch die Unterstützung der VNG, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig, der Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig e. V. sowie der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Die Klinger-Räume der ständigen Sammlungspräsentation, der Kubus „Klinger im Sinn“ und ein umfangreiches Begleitprogramm flankieren und ergänzen die Ausstellung.

„Klinger im Sinn“ „Klinger im Sinn“ ist ein Zyklus mit zeitgenössischen graphischen Arbeiten Leipziger Künstler zum 150. Geburtstag von Max Klinger. Es sei für einen Leipziger Radierer fast unvermeidlich, so der Kritiker Richard Braungart 1922, irgendwie von Klinger herzukommen.

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Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen Klingers Einfluss war kurz nach seinem Tode zumindest in seiner Heimatstadt übermächtig. 50 Jahre später, im Jahre 1972, konnte der Kunstkritiker Lothar Lang unter dem Motto „Max Klinger und die Folgen“ noch missbilligend bei vielen Leipziger Malern eine „zuweilen unbekümmerte Anverwandlung stilistischer Eigentümlichkeiten früherer Kunst“ und „das unermüdliche und manchmal ermüdende Erzählen im Bilde“ konstatieren.

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Sind im Jahre 2007 – zum 150. Geburtstag Klingers – diese beiden Urteile noch zutreffend? Zehn Leipziger Künstler und Künstlerinnen haben mit ihren graphischen Arbeiten „Klinger im Sinn“. Sie haben die besondere Rolle Klingers in der Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts im Sinn: Mit ihm hat sich schließlich ein anderer Weg in die Moderne geöff net, parallel zur Formauflösung des Kubismus, die zur Abstraktion führte. Eine Wirklichkeit jenseits der Realität zu erfinden, zwischen „Traum und Wirklichkeit“, ohne dabei auf das Gegenständliche zu verzichten. Der Freundeskreis Max Klinger hat diese „Huldigungen“ angeregt und ermöglicht. Sie werden in einem Kubus im Museum ausgestellt. Außerdem war die Mappe für 2500 Euro im Museum erhältlich. Der Erlös kommt der Restaurierung des monumentalen Bildes „Christus im Olymp“ von Max Klinger zugute. „Klinger im Sinn“ vereint Werke von Christiane Baumgartner, Sighard Gille, Ulrich Hachulla, Rosa Loy, Reinhard Minkewitz, Rolf Münzner, Neo Rauch, Michael Triegel, Annette Schröter und Heinz Zander.

aber wird die Leipziger Sammlung von Klingerskulpturen durch den Ankauf des „Beethoven“ 1902. Nach langwierigen Verhandlungen hatte man im Wettstreit mit Wien den Zuschlag erhalten, freilich unter der Voraussetzung, einen der Skulptur würdigen Anbau an das Museum zu errichten (1906 vollendet), zu dem Klinger ein Fünftel der Ankaufssumme beisteuerte. Ein erstes Hauptwerk der Malerei Klingers gelangte 1904 mit der „Blauen Stunde“ in den Besitz des Museums. 1907, anlässlich des 50. Geburtstages, und 1920 nach dem Tod des Künstlers wurden retrospektive Ausstellungen im Leipziger Museum veranstaltet. In den 1920er Jahren kamen vor allem Jugendzeichnungen und zahlreiche Gipsmodelle in die Samm-

in den vier Räumen der ständigen Sammlung prominent präsentiert. Seit 2001 widmet sich das auf Initiative und mit Förderung der LETTER Stiftung Köln ins Leben gerufene Projekt „Archiv Max Klinger“ der wissenschaftlichen Gesamtausgabe der Briefe von Max Klinger. Weit mehr als 5 000 Briefe, Telegramme, Postkarten und andere Schriftsachen wurden bislang transkribiert und wissenschaftlich ausgewertet. Und der 2002 gegründete Freundeskreis Max Klinger e. V. setzt sich auf vielen Ebenen für die Erforschung, die Pflege, den Erwerb und die Präsentation des Werkes von Max Klinger ein. Jörg Dittmer Museum der bildenden Künste

Die Klinger-Sammlung im Museum der bildenden Künste

Frühlingsanfang, um 1874/77, Feder in Schwarz, Pinsel in Grau.

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Im Leipziger Museum ist die umfangreichste Sammlung weltweit von Werken Max Klingers beheimatet. 80 Gemälde und Plastiken, 35 originale Gipsmodelle und über 800 Handzeichnungen besitzt das Leipziger Museum. Es verfügt auch über das gesamte druckgrafische Werk des Künstlers und außerdem über vielfältige Dokumente zu Max Klinger wie Briefe und historische Fotografien.

Die Kreuzigung Christi, 1890, Öl auf Leinwand.

Im September 1887 lernte Klinger Julius Vogel, den Assistenten und späteren Museumsdirektor kennen. Auf Vogels Initiative ging die erste umfassende Ausstellung mit Werken Klingers im Museum der bildenden Künste Anfang des Jahres 1894 zurück. Bereits 1893 hatte das Museum fast alle Radierzyklen und seltene Einzelgrafiken des Künstlers erworben und 1894 kam die „Neue Salome“ hinzu, Klingers erste polylithe Marmorskulptur. Gekrönt

lung. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus, der Klinger als „germanische Kulturerscheinung“ favorisiert, erweitert sich der Bestand um Skulpturen und Zeichnungen, z. B. aus der Sammlung Kirstein. Glücklicherweise kamen im Dezember 1943 beim Bombenangriff auf das Museum am Augustusplatz kaum Werke Klingers zu Schaden. Seit der Eröff nung des Museumsneubaus im Dezember 2004 sind die Hauptwerke Max Klingers

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Fotos (2): Museum der bildenden Künste Leipzig

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Weitere Informationen Museum der bildenden Künste Leipzig Katharinenstr. 10 | 04109 Leipzig Telefon 0341 216 - 99 0 | www.mdbk.de Öff nungszeiten Di, Do bis So 10.00 – 18.00 Uhr Mi 12.00 – 20.00 Uhr Montag geschlossen Feiertage 10.00 – 18.00 Uhr

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Energie verbindet.

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Fahren mit Erdgas Weil’s Spaß macht!

Isa und Tina spinnen: Fahren einfach mal nach Italien zum Schuhe kaufen. Das sind 1150 Kilometer. Angehalten wurde nur an Erdgas-Tankstellen. Das ist erstaunlich vernünftig, denn im Vergleich zu Benzin sparen sie auf der Strecke knapp die Hälfte. Und Erdgas bekommt man ja heute fast überall ... im Gegensatz zu richtig guten Schuhen.

www.ich-hab-spass.de · www.erdgasfahrzeuge.de · Hotline: 018 02-23 45 00 (6 Cent/Anruf)

Angenehm, medium gas | 16. Jahrgang | 1. Ausgabe | März 2007


medium gas 2007.1