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02 | 2012

mediumgas Das Magazin der VNG-Gruppe

Soll ich oder

?

soll ich nicht

Erdgasheizung

Modernisierungsstau? Effiziente Heizungsanlagen sind längst auf dem Markt. Trotzdem zÜgern viele Hausbesitzer, wenn es um den Austausch der Altheizung geht. Was sind die Ursachen?


60

kundenporträts

mediumgas

20 Jahre 1992

Seit Ende begleitet medium gas die Entwicklung der VNG-Gruppe zu einem wichtigen Erdgashändler und Energiedienstleister in Europa. 77 Ausgaben sind seither erschienen, zahlreiche Interviews geführt, Standorte und Geschäftsbereiche porträtiert.

medium gas

2009.3

Schwerpunkt: Gasbeschaffung Energie aus dem hohen Norden sorgt für Sicherheit in Europa

Deutsche Erdgasförderung mit Perspektive? Wie viel Potenzial hat deutsches Erdgas noch?

medium gas

2009.4

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 18. Jahrgang | 4. Ausgabe | Dezember 2009

Schwerpunkt: Bio-Erdgas „Wir müssen noch einen weiten Weg gehen“ Im Interview mit Tord Pedersen von der VNG Norge

Studie Hier passt Bio-Erdgas rein

Nawaro aG Biomasse wird als EnergieStoff bedeutender sein als Braunkohle

Pirna und seine Stadtwerke

Die Stadt zur Sächsischen Schweiz ist lebens- und liebenswert

envia infra GmbH, Bitterfeld

Wir versorgen umfassend

Schönebeck und die Erdgas Mittelsachsen GmbH

Energie zum Leben erdgas

medium gas

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 16. Jahrgang | 1. Ausgabe | März 2007

Schwerpunkt: Marketing

medium gas

2010.1

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 19. Jahrgang | 1. Ausgabe | April 2010

Schwerpunkt: Europa im Blick Interview Es wird sich für unsere Kunden lohnen, Bio-Erdgasprodukte einzusetzen

1. Ausgabe 2005, März

Zuverlässige Partner voller Energie

Interview mit Dr. Achim Westebbe | Online-Gebäudeenergieausweis | Neue Kampagne zum Fahren mit Erdgas | Botschaft: Umweltfreundlicher Energieträger | Expertenbeitrag: Das Geheimnis starker Marken

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 18. Jahrgang | 3. Ausgabe | Oktober 2009

3. Ausgabe 2004, September

Stadtwerke Jena-Pößneck GmbH

erdgas

2007 erfolgte der erste Relaunch, jetzt, fünf Jahre später erscheint die Jubiläumsausgabe im neuen Look und mit neuen Inhalten.

2. Ausgabe 2004, Juni

1. Ausgabe 2004, März

Erfolgsgeschichte Die Weichen sind auf Europa gestellt Seite 28

Versorgungssicherheit Genug Gas für Europa? Seite 36

Statistik Die europäische Erdgasmarkt-„Bilanz“ Seite 38

erdgas

medium gas

2008.1

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 17. Jahrgang | 1. Ausgabe | April 2008

Schwerpunkt: Wettbewerb

Botschaft: Wettbewerb als Wachstumschance | Strategie: Portfoliomanagement optimieren | Expertenbeitrag: Einsatz von BioErdgas im Erdgasmarkt Interview: Die VNG im Wettbewerb | Beitrag: Erdgasspeicher im Wettbewerb

103

Interviews

medium gas

2010.2

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 19. Jahrgang | 2. Ausgabe | Juli/August 2010

Schwerpunkt: Eine Stadt voll Energie Im Fokus Energie der Zukunft – Quo vadis, Kommune? Seite 28

Stadt der Zukunft Masdar City – die umweltfreundlichste Stadt der Welt Seite 38

Erdgastechnologie Kommunen und VNG arbeiten gemeinsam an Energiekonzepten für die Zukunft Seite 42


77

Ausgaben

122 gasTbeiträge

3. Ausgabe September 2003

4. Ausgabe Dezember 2003

Die Städtischen Werke Magdeburg GmbH

SWM Magdeburg mit starker Energie

Die Hansestadt und die Stadtwerke Rostock AG

Tradition und Innovation an der Ostsee

erdgas

2. Ausgabe 2005, Juni

2. Ausgabe 2006, Juni

1. Ausgabe 2006, März

4. Ausgabe 2005, Dezember

erdgas

3. Ausgabe 2006, September

4. Ausgabe 2006, Dezember

Wismar und die Stadtwerke

Tag für Tag voller Energie Freiberg und seine Stadtwerke

Vom Silber zum Silizium

Hansestadt und SWS-Unternehmensgruppe Stadtwerke Stralsund

Tradition und Moderne

Schwerpunkt: Technik

abgeschlossene Neubauprojekte innovative Sanierungs- und Reparaturmethoden VNG-Philosophie der technischen Versorgungssicherheit

Haldensleben und die Stadtwerke

Tatkraft für Gegenwart und Zukunft

Energiedienstleister G.EN. GAZ ENERGIA S.A.

Nützlich nicht nur für Poznan´

3.041 Seiten medium gas

Ausgabe 4 | 2010

medium gas

2010.3

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 19. Jahrgang | 3. Ausgabe | Oktober 2010

Ausgabe 2 | 2011

medium gas

medium gas

Das Magazin für Kunden und Partner der VNG-Gruppe

Das Magazin für Kunden und Partner der VNG-Gruppe

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 18. Jahrgang | 1. Ausgabe | April 2009

Schwerpunkt: Energiepolitik Hildegard Müller, BDEW Versorgungssicherheit auch ohne staatliche Eingriffe

Stadtwerke Rostock AG Der Wind wird rauer

medium gas

2009.2

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 18. Jahrgang | 2. Ausgabe | Juli 2009

Schwerpunkt: Gasinfrastruktur ONTRAS Kosten- und Anreizregulierung der Ferngasnetze – verbaute Zukunft?

Erdgas unterm Grunewald Erdgasspeicher Berlin im Porträt

„Die Versorgungssicherheit ist unsere größte Herausforderung“ Interview mit Jürgen Stotz

Ostdeutsche Gasinfrastrukturen im Fokus Speicher, Bioerdgas und Co.

02 | 2012

mediumgas

Ausgabe 1 | 2012

Das Magazin der VNG-Gruppe

Soll ich oder

medium gas 4 | 2010 | Schwerpunkt: Mit Erdgas volle Kraft voraus

Energieberatung für Gewerbe und Industrie

Das Magazin für Kunden und Partner der VNG-Gruppe

Ausgabe 1 | 2011

medium gas

2009.1

?

soll ich nicht

Erdgasheizung ellen in Deutschland Erdgastankst mit Erdgasantrieb

Serienfahrzeuge

In Industrieunternehmen steht die technologische Nutzung von Energie im Vordergrund. Sie hat einen nicht unerheblichen Anteil an den Kostenbestandteilen. VNG steht mit ihrem Know-how für Energieeffizienz und Innovationen bei Industrieunternehmen. Wir bieten eine große Bandbreite an Angeboten von Beratungen zu energetischen Prozessen und Energieeffizienzberechnungen über Konzepte zur Energielastoptimierung bis hin zu gastechnischen Sicherheitschecks. Nutzen Sie unsere langjährigen Erfahrungen.

PKW, neues

Turbo

PKW, verschiedene

Frühjahr 2012

Turbomodell

306 km (+480

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Verbrauch/100

Fiat Dobló Cargo

CO 2-Emission

107

Fiat Qubo Natural

Fiat Fiorino Natural

16,2 kg (+22 l

330 km (+300

Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

Mercedes-Benz

Modell ab 2012 ERDGAS

Verbrauch/100

CO 2-Emission

Verbrauch/100

4,4 kg

*

85 (116) 16 kg (+54 l Benzin) 4,9 kg

CO 2-Emission

km Benzin)

320 km (+680

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

119

*

4,95 135

**

Grundpreis (inkl.

ab 16.422 €

MwSt.)

km

Reichweite

4,44

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

l Benzin)

km Benzin)

300 km (+660

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

114

Leistung/kW

51 (70) 13,2 kg (+45

km

Reichweite

4,24

ab 17.500 €

MwSt.)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

B 180 NGT

Serienauslauf/Neues

ERDGAS

CO 2-Emission

l Benzin) 4,2 kg

315 km (+680

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

134

Leistung/kW

51 (70)

km

Reichweite

4,95

ab 21.150 €

MwSt.)

13,2 kg (+45

Verbrauch/100

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

Benzin) 4,9 kg

km

Reichweite

Power

Kombi

ERDGAS

Verbrauch/ 100

115

Leistung/kW

88 (120)

(PS)

Tankinhalt

4,24

ab 16.150 €

MwSt.)

Power

PKW

ERDGAS Leistung/kW

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

Natural Power

PKW

51 (70) 13 kg (+45 l Benzin) 4,2 kg 310 km (+690

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

3,94

ab 13.740 €

MwSt.)

km

Reichweite

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

12 kg (+30 l Benzin) 3,9 kg

km

Reichweite

CO 2-Emission

Leistung/kW

51 (69)

(PS)

Tankinhalt Verbrauch/100

Varianten ERDGAS

ERDGAS Leistung/kW

Natural Power

Fiat Punto Evo

Power

Fiat Panda Natural

ab 29.512 €

MwSt.)

Turbo Turbo

Turbo

Turbo

Mercedes-Benz

Opel Zafira Tourer

E 200 NGT

PKW, ab Ende

***

CNG ecoFLEX

PKW, auch als

Verbrauch/100

19,5 kg (+54

CO 2-Emission

360 km (+710

Verbrauch/100

Leistung/kW

110 (150)

CO 2-Emission

149

SM „Tramper“

Verbrauch/100

CO 2-Emission

129

ERDGAS

Verbrauch/100

CO 2-Emission

*

Verbrauch/100

CO 2-Emission

Leistung/kW

110 (150)

24 kg (+11 l Benzin) 4,7 kg

km

Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

119

*

4,75 128

**

Grundpreis (inkl.

ab 27.900 €

MwSt.)

Turbo Turbo

Turbo

Fiat Fiorino Natural ***

VW CrossTouran

VW up!

TSI EcoFuel

Verbrauch/100

CO 2-Emission

480 km (+150 *

Verbrauch/100

Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

136

Leistung/kW

50 (68)

Verbrauch/100

CO 2-Emission

Verbrauch/100

CO 2-Emission

Verbrauch/100

CO 2-Emission

Verbrauch/100

440 km (+130

Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

134

*

km Benzin) 5,76 156

**

Grundpreis (inkl.

k. A.

Mercedes-Benz verschiedene

Sprinter NGT

Varianten ERDGAS

CO 2-Emission

Leistung/kW

110 (150)

115 (156) 37 kg (+15 l Benzin) 9,3 kg

km

330 km (+110

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

5,15

CO 2-Emission

139

km Benzin)

*

9,40 254

**

Grundpreis (inkl.

ab 25.700 €

MwSt.)

(PS)

Verbrauch/100

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

Tankinhalt

21 kg (+14 l Benzin) 5,1 kg 370 km (+150

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

MwSt.)

ab 21.045 €

Leistung/kW

Technikträger,

Serienmodell

Verbrauch/100

37 kg (+13 l Benzin) 5,8 kg

km

630 km (+130

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

*

km Benzin) 5,86 157

**

Grundpreis (inkl.

MwSt.)

verschiedene

ab 2013

ab 22.884 €

Leistung/kW

110 (150)

(PS)

15 kg (+55 l Benzin) 3,7 kg

Tankinhalt Verbrauch/100

km

400 km (+600

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

*

Leistung/kW

Verbrauch/100

99 MwSt.)

ab 43.955 €

MwSt.)

Kastenwagen,

k. A.

Erdgastankstelle mit Bioerdgasanteil

CO 2-Emission

Power

verschiedene

Varianten ERDGAS

480 km (+100 *

222 MwSt.)

geplant

100 (136)

(PS)

Verbrauch/100

km Benzin) 15,15

**

Grundpreis (inkl.

37 kg (+15 l Benzin) 8,8 kg

Tankinhalt

53 kg (+14 l Benzin) 15 kg

km

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Leistung/kW

100 (136)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin) 3,74

**

Grundpreis (inkl.

Varianten ERDGAS

ERDGAS

80 (109)

(PS)

Tankinhalt

Erdgastankund autobahnnahe Kraftstoff verbrauch mobil GmbH) geplant km: durchschnittlicher (Quelle: erdgas stelle mit€ Bioerdgasanteil kosten pro 100 €; Benzin: 1,55 der Kraftstoff ERDGAS: 1,01 autobahnnah Berechnung Stand Juli 2011. Basis zurErdgastankstelle Kraftstoff preise g/km

Fiat Ducato Natural

Iveco Daily CNG

Audi A3 TCNG

EcoFuel

ERDGAS

80 (109) 26 kg (+13 l Benzin) 5,7 kg

km

Reichweite

km Benzin) 4,95

MwSt.)

(PS)

Tankinhalt

l Benzin) 4,9 kg

330 km (+300 *

**

Grundpreis (inkl.

*

Kombi und Kastenwagen

ERDGAS

16,2 kg (+ 22

km

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Leistung/kW

88 (120)

(PS)

Tankinhalt

VW Caddy Maxi

Kombi und Kastenwagen

ab 02/2012

ERDGAS Leistung/kW

km

Reichweite

134

***

CNG ecoFLEX

Kombi/Kastenwagen,

ecoFLEX

ERDGAS

Verbrauch/100

4,95

ab 20.765 €

MwSt.)

MwSt.)

VW Caddy EcoFuel

***

Opel Combo

autobahnnahe Erdgastankstellen

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

l Benzin) 4,9 kg

325 km (+300

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

119

Leistung/kW

88 (120) 16,15 kg (+22

km

Reichweite

4,44

ab 15.113 €

MwSt.)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

Leistung/kW

l Benzin) 4,4 kg

300 km (+660

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

k. A.

PKW

ERDGAS

13,2 kg (+45

km

Reichweite

k. A.

86 (79 mit BlueMotion) k. A.

Opel Zafira CNG

Natural Power

Kastenwagen

51 (70)

(PS)

Tankinhalt

k. A. 3,2 kg

*

**

Grundpreis (inkl.

ab 31.375 €

MwSt.)

km

Reichweite

km Benzin) 5,05

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

24 kg (+ 11 l Benzin) 5,0 kg

km

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Leistung/kW

110 (150)

(PS)

Tankinhalt

Fiat Dobló Cargo

ERDGAS ERDGAS

ERDGAS Leistung/kW

Power

Kastenwagen

2012

PKW, Serienmodell

7/5-Sitzer

Ihre Ansprechpartnerin Ute Scholz | Industriekundenberatung Telefon +49 341 443-2623 | Fax +49 341 443-2922 | E-Mail ute.scholz@vng.de | www.verbundnetzplus.de

km Benzin)

500 km (+150

Reichweite

4,34

ab 30.825 €

MwSt.)

(PS)

Verbrauch/100

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

110 (150)

Tankinhalt

21 kg (+31 l Benzin) 4,3 kg 460 km (+480

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

119 ab 30.825 €

MwSt.)

km

Reichweite

4,34

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

460 km (+480

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

156

Leistung/kW

110 (150) 21 kg (+ 31 l Benzin) 4,3 kg

7

km

Reichweite

5,76

ab 27.771

MwSt.)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

k. A.

Leistung/kW

80 (109) 26 kg (+13 l Benzin) 5,7 kg 450 km (+130

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

4,75

MwSt.)

km

Reichweite

k. A.

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

k. A. 4,7 kg

*

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

5,56

ab 46.700 €

MwSt.)

km

Reichweite

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

l Benzin) 5,5 kg

km

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Leistung/kW

120 (163)

(PS)

Tankinhalt

ERDGAS ERDGAS

ERDGAS ERDGAS

ERDGAS Leistung/kW

7/5-Sitzer

Variant

Limousine

2011

Limousine

EcoFuel

VW Touran TSI

EcoFuel

VW Passat TSI

EcoFuel

VW Passat TSI

VW Caddy EcoFuel

ab 42.156 €

km

400 km (+100

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

*

km Benzin) 8,88 239

**

Grundpreis (inkl.

(3) Anzahl

MwSt.)

ab 37.604 €

Modernisierungsstau?

www.erdgastanken.vng.de Stand: September

02.12.2011

2011

11:18:48

durchschnittliche Verbrauch in ** Kombinierter ge Angaben *** Vorläufi

1 VNG_mediumgas_03_2011_Einleger.indd

Gas Aktiengesellschaft VNG – Verbundnetz 7 | 04347 Leipzig Braunstraße Leipzig 12 63 | 04332 443-1500 Postfach 24 Fax +49 341 341 443-0 | Telefon +49 | www.vng.de info@vng.de

02.12.2011

EffiziEntE HEizungsanlagEn sind längst auf dEm markt. trotzdEm zögErn viElE HausbEsitzEr, wEnn Es um dEn austauscH dEr altHEizung gEHt. was sind diE ursacHEn?

11:19:23

2 VNG_mediumgas_03_2011_Einleger.indd

Energie mit Zukunft – Zukunft mit Energie

SCHWERPUNKT: Mit Erdgas volle Kraft voraus

Interview „Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann, dass jeder Haushalt ein Mikro-BHKW im Keller stehen hat“ Seite 26 gas | 19. Jahrgang | Ausgabe 4 | Dezember 2010 medium

→ GuD-Anlagen

medium_gas_2010_4_Umschlag.indd 1

Trendforschung 2020 So leben wir in der Zukunft Seite 38

→ Kommunales GuD

SCHWERPUNKT: Zukunft Erdgas → Interview

→ Mikro-BHKW

Spitzenkraft für Spitzenlast

Neues Gaskraftwerk in Halle versorgt die Stadt mit Strom und Wärme

Ein rotes Heimkraftwerk erwärmt nicht nur das Haus

Seite 22

Seite 32

Seite 34

15.12.2010 10:13:46

→ Treffpunkt Zukunft

SCHWERPUNKT: Wind, Sonne und Biogas – mit Erdgas der Energiemix der Zukunft. → IEU-Modernisierungskompass 2011

Zukunft durch Vielseitigkeit

Innovationspreise auf der Energiefachmesse enertec 2011 verliehen

Erdgas als bezahlbare Heizoption

Seite 28

Seite 32

Seite 36

→ Interview mit Prof. Dr. Klaus Töpfer

→ Infrastruktur

ie Energiewende als D deutsches Gemeinschaftswerk

Erdgasinfrastruktur wird zu einem Schlüsselfaktor in Deutschland

Seite 28

Seite 32

→ 40 Jahre norwegisches Erdöl-Abenteuer

Das Leben auf einer Bohrinsel Seite 38

SchWERPUNKT: Dezentrale Energiesysteme → KWK-Förderung Neuer Zuschuss für erdgasbetriebene Mini-KWK-Anlagen Seite 17

→ Forschung Das „Regionale Virtuelle Kraftwerk“ der TU Dresden Seite 24

→ Pilotprojekt „ÖkoEnergie“ Mit Mini-KWK-Anlagen mehr Energieeffizienz an der Ostseeküste Seite 30


Inhalt

Erdgasheizung

06

MARKTBLICK

Neuer Erdgasspeicher Etzel geht ans Netz | Wussten Sie, dass ... | Stichwort Energiemarkt­ regulierung | Polens Erdgasmarkt öffnet sich | Energiereich – Fakten rund um Energie und Erdgas

TITELTHEMA Modernisierungsstau?

10

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit | Investitionsverpflichtungen behindern Sanierungsvorhaben | Wegbereiter KWK-Technik

Wissen 18 In einer Welt vor unserer Zeit Von Gesteinen, Erdöl und Erdgas und der Kunst, diese aufzuspüren.

PORTRÄT  Effiziente KWK, ganz viel Bürgernähe

24

und guter Wein In Alzey zeigen die Stadtwerke e-rp, wie man regional erfolgreich Kunden bindet.

Hauptstadtgespräch 28 „Die größten Energieseinsparpotenziale liegen im Verhalten der Menschen.“ Der Europaabgeordnete Herbert Reul über Binnenmarkt, europaweite Fördermechanismen und die verfehlte Energiesparlampenverordnung.

Impressum medium gas Das Magazin der VNG-Gruppe  |  20. Jahrgang  |  Ausgabe 2  |  Dezember 2012  |  VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft  |  Braunstraße 7  |  04347 Leipzig Postfach 24 12 63  |  04332 Leipzig  |  Tel. +49 341 443-0  |  Fax +49 341 443-2770   |  www.vng.de  |  Redaktion Unternehmenskommunikation  |  Verantwortliche Redakteurin Mandy Nickel  |  Tel. +49 341 443-2045  |   mandy.nickel@vng.de  |   Auflage 4.300  |  Gestaltung, Herstellung, Reproduktion Militzer & Kollegen GmbH  |  Druck  Werbe- & Sofortdruck GmbH, Leipzig  |  Fotos  Bob und Schlittenverband für Deutschland e. V. (31), Dirk Brzoska (4, 5, 6, 7), Dirk Haeger (15), Alexander Louvet (28, 29), Ulli Müller (4), Martin Leissl (4, 24, 25, 26, 27) bloomua/fotolia (12), Nailia Schwarz/fotolia (24), VRD/fotolia (20), openwater/fotolia (6), wenn nicht anders angegeben VNG

4


medium gas 2 | 2012

Anfangen ist leicht, Beharren ist Kunst. Liebe Leserinnen und Leser, seit 20 Jahren gibt es medium gas. Als im Dezember 1992 die erste Ausgabe erschien, hatte VNG gerade die ersten zwei aufregenden Jahre als Aktiengesellschaft hinter sich. Mittlerweile wurden 77 Ausgaben gedruckt und VNG hat sich von der einstigen nur in Ostdeutschland agierenden Ferngasgesellschaft zu einem wichtigen Erdgasimporteur und Energiedienstleister in Europa entwickelt. Als Erdgasspezialist steht die VNG-Gruppe heute für wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Erdgas-Wertschöpfungskette. medium gas hat diese Entwicklung über all die Jahre begleitet, in verschiedenen Aufmachungen, aber immer mit dem gleichbleibend hohen fachlichen Anspruch.

Bernhard Kaltefleiter, Leiter Unternehmenskommunikation

Dennoch: Der letzte Relaunch liegt bereits fünf Jahre zurück. Höchste Zeit für eine neuerliche Verjüngungskur. Deshalb freuen wir uns, Ihnen heute nicht nur eine Jubiläumsausgabe zu präsentieren, sondern auch die erste Ausgabe im neuen Gewand. Eine frische und leichte Optik und neue Rubriken haben wir unserem Magazin verordnet. Einiges ist weggefallen, Bewährtes ist geblieben, manches hat sich geändert. Unser Ziel ist es dabei immer, ein spannendes, ideenreiches Magazin zu gestalten, das Wissen rund um Erdgas vermittelt und wichtige Themen der Energiebranche erläutert. Eines dieser Themen ist derzeit die Heizungsmodernisierung. Obwohl es bezahlbare Heizgeräte gibt, scheuen viele Hausbesitzer Investitionsentscheidungen. In unserem Titelthema schauen wir – auch selbstkritisch – nach Ursachen und Lösungsansätzen. Im Gastbeitrag erläutert Alexander Gedaschko vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, wie die Wohnungswirtschaft die energetische Sanierung voranbringt. Ob der EU-Abgeordnete Herbert Reul ein Mini-BHKW in seinem Haus hat, wissen wir zwar nicht, dafür aber, dass er gerade umfangreiche Sanierungsarbeiten durchführt, um sein Haus energieeffizienter zu machen. Im Interview mit uns spricht er außerdem über den Energiebinnenmarkt und die deutsche Energiewende. Von Steinen und Fossilien erzählen wir in der Rubrik „Wissen“. Dafür haben wir die Explorations- und Produktionsexperten der VNG-Gruppe bei ihrer Suche nach Erdgas begleitet. Ein Blick in die Vergangenheit offenbart dabei mitunter große Potenziale für die Zukunft. Viel Spaß beim Lesen dieser und vieler anderer Themen und beim Blättern und Entdecken unseres neuen Magazins. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich einen besinnlichen Jahreswechsel und alles Gute für 2013.

Ihr Bernhard Kaltefleiter

5


Marktblick

Neuer Erdgasspeicher

Etzel geht ans Netz

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde Ende Oktober der neue ESE – Erdgasspeicher Etzel eingeweiht. Mit einer Speicherkapazität von rund zwei Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas zählt er zu den größten Kavernenspeichern in Europa. Die geplante Kapazität würde ausreichen, um 800.000 Haushalte ein Jahr lang mit Erdgas zu versorgen. Von den bis 2014 geplanten 19 Kavernen sind bereits fünf befüllt. Gebaut wurde der Speicher Etzel als Gemeinschaftsprojekt der Firmen E.ON Gas Storage, OMV Gas­ storage Germany, VNG Gasspeicher GmbH und Gas-Union. Für die VNG Gasspeicher GmbH, den Speicherspezialisten der VNG-Gruppe, hat Etzel eine besondere Bedeutung. Der neue Standort erlaubt durch eine leistungsfähige Obertageanlage nicht nur eine flexible Speicherung von Erdgas. Er ist auch an die

Marktgebiete Gaspool, NetConnect Germany und das niederländische Transportnetz Gas Transport Services angeschlossen und damit an wichtige europäische Handelsmärkte. Der Speicher Etzel ist Teil der

seit 1971 im Betrieb befindlichen Kavernenanlage Etzel. Die gesamte Kavernenanlage umfasst derzeit 59 Kavernen, weiteres Ausbaupotenzial ist in dem unterirdischen Salzstockgebiet vorhanden.

… die erste VNG-Brennstoffzelle vor 10 Jahren in Betrieb ging?

Wussten Sie, dass ... 6

In Zusammenarbeit mit der Erdgas Mittelsachsen GmbH Schönebeck wurde die erste Brennstoffzelle am 20. Juni 2002 in Barby in einem Einfamilienhaus eingebaut. Das Projekt lief damals unter dem Namen DEMO-CELL. 2008 startete mit Callux eine neue Feldtestoffensive. In dem Praxistest Brennstoffzelle fürs

Eigenheim hat die VNG AG derzeit acht Brennstoffzellen zusammen mit Partnern im Testlauf. Übrigens: Mit über einer Millionen Betriebsstunden und über 200 installierten Geräten geht das Callux-Projekt gerade in eine entscheidende Phase vor der Markteinführung. Diese ist bis 2016 geplant.


medium gas 2 | 2012

Stichwort

ENERGIEMARKTREGULIERUNG

Die Regulierungsdichte im Energiehandel steigt. Ein Anruf bei Dr. Steffen Rothe, Geschäftsführer der Energieunion in Schwerin Guten Tag, Herr Dr. Rothe. Ab 2013 soll eine Markttransparenzstelle die Preise im deutschen Energiegroßhandel kontrollieren. Was bedeutet das für Händler wie die Energieunion? Wir werden täglich alle Handelsgeschäfte des Tages gemäß einem vordefinierten Report an die Markttransparenzstelle schicken. Da wir pro Tag ca. 150 Handelsgeschäfte machen, erfordert das Reporting eine hohe Automatisierung und leistungsfähige Portfoliomanagementsysteme.

Wie transparent ist das Geschehen im Energiehandel eigentlich?

Der Energiehandel in Zentraleuropa in heutiger Form ist ja gerade einmal 10 bis 15 Jahre alt. Er unterliegt einem hohen politischen Einfluss. Und viele marktbestimmende Handelspartner, die auch hier im deutschen Stromhandel aktiv sind, haben ihren Sitz in London, Paris, Zürich oder Prag. Um mehr Transparenz in den Energiehandel zu bringen, ist eine europaweite Abstimmung und Umsetzung wichtig. Es geht also mit der Schaffung einer europäischen Markttransparenzstelle in kleinen Schritten in die richtige Richtung.

Die Regulierungsdichte im Energiehandel scheint generell zu steigen, Stichwort Finanzmarktrichtlinie MiFID oder OTC-Derivateverordnung EMIR. Sind die höheren Verpflichtungen für kleine und mittelständische Energieunternehmen überhaupt noch zu stemmen?

Nun, ich würde ENERGIEUNION zu den kleinen und mittelständischen Energiehändlern zählen und ja, wir können das stemmen. Es ist eine Frage, wie man seine Handels- und Portfoliomanagementsysteme organisiert hat und wie fit die Mitarbeiter sind. Mit unserer durch die BAFin und Bundesbank überwachten WertpapierhandelsbankTochter EnergieFinanz konnten wir schon viele Erfahrungen mit Aufsichtsbehörden sammeln, die uns jetzt einen gewissen Vorteil bei den neuen Anforderungen einer Markttransparenzstelle geben.

8.633

Die ENERGIEUNION GmbH ist ein Großhandelsunternehmen für Strom und Erdgas sowie handelsnahe Dienstleistungen. Das Schweriner Unternehmen bietet zudem auch Portfoliomanagement für Gas und Strom sowie über ihr Tochterunternehmen EnergieFinanz GmbH dazugehörige finanzielle Produkte an. Kunden sind Weiterverteiler, Kraftwerksbetreiber und Großabnehmer.

Strom oder Erdgas – das ist hier die Frage!

Elektroautos

94.038

Erdgasautos

Eine ernüchternde Bilanz zog der Autobauer Toyota jüngst: Noch bei der Präsentation seines Elektroautos eQ äußerten die Japaner Zweifel an dessen Verkaufschancen. Die Bedenken treffen dabei nicht nur das eigene Produkt, sondern alle Elektroautos. Zu gering wären die Reichweiten, zu teuer die Batterien und zu lange dauere das Aufladen. Ähnliches verlautbarte kürzlich auch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn. Weitaus interessanter sei laut Winterkorn die Erdgasantriebstechnik, weshalb er im Konzern auch das Angebot an Erdgasantrieben weiter ausbauen wolle. Derzeit bietet VW bereits den Passat, den Touran und den Caddy mit Erdgasantrieb an. Der VW up! und der neue Golf werden folgen.

Quelle: KBA | Stand: 01.01.2012

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Marktblick

Polens Erdgasmarkt öffnet sich 20 Gasverkauf Die Chancen, in Polens Erdgasmarkt erfolgreich zu sein, verbessern sich stetig. Das Potenzial ist groß, Erdgashändler wie die HANDEN stehen schon in den Startlöchern.

3,8

4

2,7

2,1

1 13,5 0,3 10,5 2000

2005

14,2

13,8

2010

Entwicklung der polnischen Erdgasnachfrage in Mrd. m3 (2000–2030)

E

15

1,2

2015 ohne Kraftwerke

ine große polnische Tageszeitung titelte vor kurzem, dass die Gasrevolution in Polen beginne. Gemeint war nicht die Ausbeutung von Schiefergasvorkommen, sondern die Liberalisierung des Erdgashandelsmarktes. Erste Industriekunden würden sich Zweit- und Drittlieferanten neben der staatlichen Gesellschaft PGNiG suchen. Polen muss, wie alle europäischen Staaten, die EU-Energiebinnenmarktregeln umsetzen und für wettbewerbsfähige Märkte sorgen. Dazu gehört auch, Hindernisse beim Wechsel des Erdgasanbieters abzuschaffen. Erste Schritte sind bereits vollzogen: Zum 1. Dezember wurde in Polen das in Europa übliche Entry-Exit-Modell mit einem virtuellen Handelspunkt eingeführt, außerdem ist in den kommenden Monaten der Start einer Gasbörse geplant. 2013 soll voraussichtlich auch die Preisregulierung für Gastarife wegfallen, für die die Behörde für Regulierung der Energiewirtschaft zuständig ist. Durch die schrittweise Marktöffnung positionieren sich derzeit zahlreiche europäische Erdgashändler in Polen. Experten schätzen, dass die neuen Wettbewerber dem bisherigen Monopolisten PGNiG in den kommenden Jahren 30 bis 40 Prozent des Marktanteils streitig machen könnten. Was den polnischen Erdgasmarkt so interessant für sie macht, sind vor allem die 8

14,5

2020

14,5

2025

14,6

2030

Kraftwerksbereich | Quelle: IHS Global Insight

Absatzperspektiven. Polen verbraucht knapp 15 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr und damit in etwa so viel wie Ostdeutschland. Dieses Potenzial will auch der polnische Erdgasimporteur und Großhändler HANDEN nutzen. Das Tochterunternehmen der VNG AG ist bereits seit 2001 auf dem polnischen Markt aktiv. Damals waren die Aussichten noch denkbar schlecht, im abgeschotteten polnischen Erdgasgroßhandelsmarkt Kunden zu beliefern. Gelungen ist es der HANDEN trotzdem. 2007 hatte sie als erste Privatgesellschaft Erdgas nach Polen importiert und an Distributionsunternehmen und Industriekunden geliefert. Falko Thormeier, Geschäftsführer der HANDEN, ist zuversichtlich, dass die Zahl in den kommenden Jahren steigen wird. „HANDEN ist derzeit neben der staatlichen PGNiG der einzige ernst zu nehmende Erdgasimporteur in Polen. Unser aktueller Vorteil ist, dass wir frühzeitig im polnischen Großhandelsmarkt aktiv waren und als einziges ausländisches Unternehmen grundlegende Erfahrungen im Handelsgeschäft und mit Marktpartnern gesammelt haben“, erklärt Thormeier. Erst kürzlich hat die HANDEN mit dem Chemiewerk Police aus der Nähe von Stettin einen medial stark beachteten Erdgasliefervertrag geschlossen. Mit weiteren Industriekunden wurden laut Thormeier ebenfalls Lieferverträge abgeschlossen.

10


medium gas 2 | 2012

Energiereich Fakten rund um Energie und Erdgas

60

2

Minuten waren die deutschen Haushaltskunden im vergangenen Jahr durchschnittlich von der Gasversorgung getrennt.

1.000 km

Stadtwerkeneugründungen

ermittelten der Deutsche Städtetag, der

fährt der Mercedes-Benz Econic mit 324 kg

Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der Verband kommunaler Unter-

verflüssigtem Erdgas an Bord.

nehmen seit 2007.

107.940 km²

beträgt die Gesamtfläche, die der norwegische Staat im Rahmen der 12. APA-Runde (Awards in predefined areas) in der Nordsee, Norwegischen See sowie Barentssee ausgeschrieben hat. Das ist etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands. VNG Norge hatte sich an der Lizenzrunde beteiligt.

2018

läuft die Steuerbefreiung für Erdgas als Kraftstoff aus. Angesichts der Vorteile von Erdgas unter CO2-Gesichtspunkten und Kostenaspekten sollte die Steuerreduzierung verlänger t werden, fordern führende Branchenexperten.

1.000

Erdgasanbieter gibt es laut Verbraucherportal Verivox in Deutschland.

75 Cent Luftschadstoffe deutlich gesenkt, vermeldete das Umweltbundesamt. Bei Schwefelverbindungen lag der Rückgang bei 91,5 % gegenüber 1990, bei Staub 85,6 % und bei Kohlenmonoxid 73,1 %.

kostet der Liter Kraftstoff Bioerdgas umgerechnet auf den Energiegehalt von einem Liter Super.

Erdgas ist zurück! Erdgas ist beim Endkunden wieder positiv belegt. Das ist ein Ergebnis der aktuellen BDEW-Positionierungsstudie. 44,1 % der Befragten würden sich beim Neubau einer Heizungsanlage für Erdgas entscheiden. 79 % der derzeitigen Erdgasnutzer würden sich wieder für den Energieträger entscheiden. Zum Vergleich, 2008 lag der Wert nur bei 49 %.

9


Titelthema

WOHIN

SOLL ICH GEHEN?

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit Heizungsmodernisierung Der Gebäudesektor erfüllt die energetischen Vorgaben der Politik noch lange nicht. Die hochgesteckten Ziele – den Wärmebedarf um 20 Prozent, CO2-Emissionen um 40 Prozent zu senken – scheinen nach wie vor in weiter Ferne. Ein möglicher Ansatzpunkt ist der Heizungskeller. Doch hier stockt die Modernisierung. Politik, Energiewirtschaft und Handwerk suchen nach Ursachen und Lösungsansätzen.

Text Dieter Hermann, freier Journalist

D

 ie nackten Zahlen sind ernüchternd: Nur 12 Prozent der deutschen Heizungsanlagen sind auf dem aktuellen Stand der Technik, 20 Prozent sind dagegen älter als 20 Jahre. Das zumindest geht aus einer Erhebung des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) hervor. Weil die alten Kessel zu viel Energie verbrauchen – geschätzt werden zwischen 30 und 50 Prozent Mehrverbrauch gegenüber modernen Anlagen – will die Bundesregierung sie aus den deutschen Heizungskellern verbannen. Und das möglichst schnell. Die politische Vision: Rund zehn Prozent des deutschen Energieverbrauches könnten in den nächsten Jahren durch neue Anlagen eingespart werden. Da verwundert es nicht, dass Bundesumweltminister Peter Altmaier im Spätsommer dieses Jahres mit der Idee einer Abwrackprämie für alte Öl- und Gaskessel aufhorchen ließ. Die Pläne wären zwar noch unkonkret und nur eine Option unter vielen. Allerdings hoffte man im Bundesumweltministerium wohl, dass der Einmalzuschuss die Kesseltauschraten erhöhen könnte. Immerhin: Das populäre Vorbild aus dem Jahr 2009 hatte erfolgreich viele Besitzer von Altautos dazu bewogen, 10

ihre Fahrzeuge zu verschrotten und einen Neuwagen zu kaufen. Der Ansatz von Altmaier, mit einem Bonussystem neue Impulse gegen den Modernisierungsstau zu geben, fand durchaus Zuspruch unter Branchenverbänden und Fachleuten. Allerdings war sich ein Großteil der Experten einig, dass eine Abwrackprämie mittels einer Umlage zu Lasten der Händler und damit zu Lasten der Öl- und Gaskunden nicht finanziert werden dürfe. Außerdem, so der Branchentenor, könne eine Abwrackprämie nur ein Schritt sein, der aber vor allem durch eine Ausweitung des Marktanreizprogrammes, zinsgünstiger Kredite und ein Gesetz zur steuerlichen Absetzbarkeit von Modernisierungskosten nachhaltig untersetzt werden müsse. Gerade diese steuerliche Absetzbarkeit wurde bisher nicht beschlossen, die Gesetzesvorlage hängt seit Herbst 2011 im Vermittlungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat fest. Der Ausgang ist derzeit weiterhin offen. Geplant ist unter anderem, dass Eigentümer zehn Prozent der Sanierungskosten – dazu zählen auch die Kosten für eine Heizungsmodernisierung – über einen Zeitraum von zehn Jahren steuerlich absetzen können. Wie wichtig Fördermechanismen als Impulsgeber für die Modernisierung sind, hat das VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik in einer Umfrage ermitteln lassen. Demnach


medium gas 2 | 2012

Brenn w

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Kred

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ite

BHKW

Mark tanreizprogramme Energieberatung

Abwrackpräm ie on EEG-B

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Mini-Contracti ng

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Na am besten zum fachmann!

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sunternehmen zuschüsse

Der Weg zur neuen Heizung führt am Fachmann nicht vorbei. Der SHK-Handwerker ist bei 80 Prozent der Deutschen der Ansprechpartner Nr. 1. | Quelle: IEU

ist die Hälfte der Eigenheimbesitzer der Meinung, dass geringe oder unbeständige Fördermittel die Ursachen dafür sind, dass sie sich noch nicht für einen Heizanlagentausch entschieden hätten. Antrieb durch Information So notwendig staatliche Anreize auch sein mögen, um die Sanierungsquote anzuheben, sie sind kein Allheilmittel – und schon recht nicht der einzige Grund für den medial viel beschworenen „Stau im Heizungskeller“. Die „Initiative Erdgas pro Umwelt“ (IEU) etwa vermutet vor allem mangelnde Information als Ursache für die Investitionszurückhaltung. Viele Hauseigentümer beschäftigen sich laut einer IEU-Studie nur dann mit dem Austausch einer alten Heizungsanlage, wenn sie auszufallen droht oder bereits defekt ist. Um sie zu erreichen, bräuchte es eine breit angelegte Kampagne, die Verbraucher und Hauseigentümer über die Vorteile einer Heizungsmodernisierung aufklärt, so die Initiatoren der Studie. Im August hatten IEU und die Erdgas Produkt- und Systemkampagne eine solche Kampagne unter dem Motto „Ich mach’ das jetzt“ gestartet. Ihre Ziele: ein Bewusstsein dafür herstellen, dass die Modernisierung mit Erdgas viele Vorteile vor allem beim Einsparen der Energiekosten bringt, dass sie bezahlbar ist und dass es diverse Fördermöglichkeiten gibt.

Falsche Hoffnungen geweckt Nicht ganz unschuldig an der Modernisierungsmisere sind auch Geräteindustrie und Energiebranche. Das zumindest zeigen Ergebnisse einer bereits vor drei Jahren durchgeführten Expertenbefragung des BDEW zur Zukunft von Erdgas im Wärmemarkt. Die starke Verunsicherung der Verbraucher stamme nicht nur aus falschen Weichenstellungen in der Energiepolitik, sondern sei auch der Hinhaltetaktik und einer verfrühten Kommunikation von neuen Erdgastechnologien geschuldet. Seit Jahren, so die Kritik, wurden alternative Technologieansätze, darunter Mini-BHKW oder Brennstoffzellen, getestet und angekündigt. Verbraucher hätten ihre Investitionen daraufhin zurückgehalten in der Hoffnung, dass in absehbarer Zukunft neue Techniklösungen auf den Markt kämen. Mittlerweile können zwar viele marktreife Technolgien erworben werden, im Vergleich zu herkömmlichen Wärmeerzeugern sind die Kosten aber noch erheblich und die Wirtschaftlichkeit ist oft nicht darstellbar. Ob stärkere politische Förderanreize eine Lösung sind, darf bezweifelt werden. Immerhin liegt die Spannweite kostenseitig zwischen einer herkömmlichen und bereits sehr effizienten Brennwerttherme und einem Mini-BHKW noch sehr weit auseinander. Einzig das Mini-Contracting könnte 11


Titelthema

Das DilemMa Der Wärmemarkt bietet erhebliches Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz. Allein auf den Gebäudebestand entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauches. Die Bundesregierung hat daraufhin ihre politischen Vorgaben formuliert: 20 Prozent des Wärmebedarfes bis 2020 senken, bis 2050 sogar um 80 Prozent. Noch klafft hier eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die Quote von energetischen Modernisierungen liegt bei einem Prozent pro Jahr. Bei der Heizungsmodernisierung sind die Quoten mit drei Prozent nur unwesentlich besser. 20 Prozent der Heizungsanlagen sind älter als 20 Jahre und entsprechen nicht dem aktuellen technischen Standard, die große Bereitschaft zum Kesseltausch ist nicht vorhanden. Sollte das Modernisierungstempo nicht erhöht werden, so die Prognosen, würde der Anteil alter Heiztechnik weiter steigen.

DIE URSACHEN Obwohl sich fast jeder zweite Deutsche damit beschäftigt, wie er Energie sparen kann, sehen 87 Prozent keinen Grund, ihre Heizungsanlage zu modernisieren. Vielen ist nicht bewusst, welche Vorteile eine moderne Heiztechnik bringt. Gleichzeitig wissen die wenigsten, dass es Fördertöpfe gibt bzw. kritisieren, dass diese nicht ausreichen oder zu komplex wären. Unternehmen der Immobilien- und Wohnungswirtschaft stellen ihre Investitionen ebenfalls häufig zurück, weil Investitionsanreize fehlen und die Regelungen in den verschiedenen Rechtsfeldern (u. a. Mietrecht, Baurecht, Denkmalschutz) zu komplex sind.

12

dieses Preisgefüge entschärfen. Dabei errichtet und betreibt der Energiedienstleister die Heizungstechnik und erhält dafür über einen längeren Zeitraum einen vertraglich festgelegten Betrag. Der Kunde profitiert im Gegenzug von einer neuen, effizienten Heizung. Die „Leasingvariante“ funktioniert heute schon im Gewerbe- und Immobilienbereich und könnte gegebenenfalls auch Hauseigentümer zur Modernisierung bewegen. Neue Heizung oder Dämmung? Die energetische Gebäudesanierung – und damit eigentlich auch die Heizungsmodernisierung – ist das Herzstück der Bundesregierung für die Energieeinsparung. Immerhin entfallen rund 40 Prozent des Gesamt-Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen auf den Gebäudebereich. Dass hier gespart werden muss und kann, liegt auf der Hand. Leider gibt es, so der Vorwurf einiger Branchenverbände und Gerätehersteller, nur ein Problem: Die Bundesregierung unterstützt vor allem die Gebäudedämmung als Sanierungsmaßnahme, obwohl der Wirkungsgrad und die Wirtschaftlichkeit bei der Modernisierung der Heizungsanlage größer wären. Die IEU hat ermittelt, dass die Vermeidungskosten für ein Kilogramm CO2 mit dem Einbau einer Erdgasbrennwertheizung bei 0,94 Euro liegen. Die gleiche CO2-Einsparung kostet bei einer Dämmung dagegen im Durchschnitt 9,11 Euro. Auch die Amortisationszeiten unterscheiden sich deutlich: Während sich die Dämmung eines ungedämmten Gebäudes nach Angaben der IEU erst nach fast 48 Jahren rechnet, macht sich eine neue Erdgasbrennwertheizung bereits nach rund sieben Jahren bezahlt. Damit ermöglicht die Erdgastechnologie eine sozialverträgliche energetische Modernisierung. Experten sehen übrigens in der Diskrepanz zwischen politischen Förderprogrammen und dem eigentlichen Kosten-NutzenVerhältnis der Energiesparmaßnahmen auch einen Grund, warum Eigentümer von Wohnimmobilien nach wie vor sehr

Die VNG AG unterstützt regionale Produktkampagnen zur Einführung von erdgasbasierten Heiztechniken. www.verbundnetz-plus.de

Unser Beitrag zur Heizungsmodernisierung

zurückhaltend und unsicher in ihren Investitionsentscheidungen sind. Doch erzwungen? Hauseigentümer sind der Dreh- und Angelpunkt beim Sanierungsstau im Heizungskeller. Doch was tun, wenn Finanzierungshilfen und Kommunikationskampagnen nicht helfen und die Sanierungsraten nicht steigen? Kommt dann die Zwangssanierung? So abwegig ist die Idee nicht. Zumindest wird sie seit Jahren immer wieder diskutiert. Zuletzt im Frühjahr dieses Jahres mit den Vorschlägen zur EU-Energieeffizienzrichtlinie. Vorgesehen war unter anderem, dass Hauseigentümer den Energieverbrauch in ihren bis 2010 errichteten Immobilien um 80 Prozent senken müssen. Bundesbauminister Peter Ramsauer erteilte dem Vorschlag eine Absage. Er plädierte stattdes-


medium gas 2 | 2012

Nur jeder Vierte modernisiert seine Heizung.

100 %

25 %

58 %

potenzial

modernisierung

interesse

En

ts

ng

P UL S IM c h eid u

Quelle: Befragung von 1.049 selbstnutzenden Eigentümerhaushalten mit einem Heizkessel älter als 12 Jahre. InWIS Bochum, 2012

sen für mehr Anreize, um energetische Sanierungen zu ermöglichen. Ähnliches verlautbarten auch die Wohnungs- und Immobilienverbände. Sie sehen eine mögliche Zwangssanierung ebenfalls kritisch, vor allem unter sozialverträglichen Gesichtspunkten. Sie fordern, dass die Mieten trotz energetischer Sanierung bezahlbar bleiben müssen und die Kosten interessengerecht zwischen Vermietern und Mietern verteilt werden. Aus Kostengründen – eine weitere Verschärfung hätte technisch wie finanziell eine erhebliche Mehrbelastung für Hauseigentümer bedeutet – verständigte sich die EU schließlich darauf, eine verbindliche Sanierungsquote nur für öffentliche Gebäude vorzuschreiben. Trotz einer nach wie vor grundlegenden Investitionszurückhaltung bei der Heizungsmodernisierung scheint sich der-

zeit tendenziell eine Bewusstseinsänderung bei der Frage der Energieversorgung einzustellen. Laut VdZ-Modernisierungsbarometer denkt seit den Beschlüssen zur Energiewende jeder zweite deutsche Hausbesitzer darüber nach, wie er aktiv seinen Energieverbrauch senken könnte. Die Herausforderung für Politik, Geräteindustrie, Versorgungswirtschaft und Handwerk besteht in den kommenden Jahren gleichermaßen darin, dieses Potenzial zu nutzen und die generelle Zurückhaltung bei der Heizungsmodernisierung zu überwinden – sei es durch konstante Förderanreize, durch eine engere Verzahnung ordnungsrechtlicher Maßnahmen, durch Information und Kommunikation oder durch intelligente Vertriebskonzepte.

DIE LÖSUNG Die führenden Branchenverbände fordern ein klares Bekenntnis der Politik, ein Ende der Stop-and-Go-Taktik bei der Förderung sowie eine Vereinfachung des Förder­ dschungels. Vor allem Investitionsanreize würden Modernisierungswilligen helfen. Dazu zählen Experten vor allem zinsverbilligte Kredite, Marktanreizprogramme sowie Steuerabschreibungen auf Investitionen. Auch strengere Effizienzanforderungen an Heizgeräte, eine Anschubförderung des Bundes und eine intensive Information der Hausbesitzer können dazu beitragen, den notwendigen Anstoß zur Modernisierung der Heiztechnik im Bestand zu geben.

13


Titelthema

Emden Bremen

31,0 % Hannover

2007

Investitionsverpflichtungen behindern Sanierungsvorhaben

25,9 % Kassel

Düsseldorf

32,5 %

2009

Wiesbaden Mainz

Wohnungswirtschaft Die energetische Sanierung im Wärmemarkt ist eine Herkulesaufgabe, die hauptsächlich von der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft getragen wird. Obwohl die Modernisierungsrate bei den Unternehmen im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. fünfmal höher ist als im Bundesdurchschnitt, gibt es noch Defizite, wie GdW-Präsident Axel Gedaschko erläutert.

26,6 % Saarbrücken

Stuttgart

Text Axel Gedaschko

D

ie im GdW und seinen Regionalverbänden organisierten Wohnungsund Immobilienunternehmen modernisieren im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bereits überproportional in umfassender Weise. Aktuell ist die Sanierungsrate der GdW-Unternehmen für umfassende Modernisierungen fünfmal so hoch wie der Bundesdurchschnitt, wie eine Studie des Forschungsinstituts InWIS im Jahr 2011 gezeigt hat. Durch die großen Anstrengungen bei der Gebäudesanierung weisen die Wohnungen der GdW-Unternehmen bereits einen hohen Modernisierungsstand auf: Seit 1990 wurden rund 62 Prozent der Gebäude energetisch modernisiert, mehr als die Hälfte davon komplett, d. h. inklusive Wärmedämmung. Beim weiteren Engagement müssen 14

neben der Gebäudemodernisierung aber auch andere Aktivitäten für den Klimaschutz genutzt werden: Insbesondere die CO2-arme Produktion von Strom und Wärme muss stärker in den Fokus rücken. Dennoch darf die entscheidende Frage nicht lauten: „Dämmen oder nicht dämmen?“ – sondern: „Wieviel Dämmung ist angemessen und wo können wir andere innovative Energiekonzepte einsetzen?“ Die umweltfreundliche Energieproduktion ist eine Alternative zur weiteren Verringerung der Wärmeverluste. Dort, wo umweltfreundliche Energie bereitsteht, wo vielleicht Abwärme verwendet werden kann, wird sicher im Sinne eines optimalen Gesamtkonzeptes mit geringerer Wärmedämmung gearbeitet werden. Außerdem kann die dezentrale Stromversorgung zu-

künftig eine sichere und bezahlbare Versorgung der Mieter unterstützen. Die energetische Modernisierung ist bei Wohnungsunternehmen bereits ein fester Teil der Bestandsentwicklung. Bei der Bewirtschaftung ihrer Bestände verfolgen sie generell eine Strategie, die die Vermietbarkeit bei hoher Qualität und zu tragbaren Kosten entsprechend der konkreten Marktsituation sicherstellt. Das aus Gründen des Klimaschutzes forcierte Verfolgen von Ansätzen im Bereich der energetischen Gebäudesanierung führt allerdings zu Situationen, in denen sich die Prozesse nicht angemessen finanzieren lassen. Besondere Probleme treten bei einkommensschwächeren Mietern auf. Verschärft werden die Probleme in einer Gesamtkonstellation, in der die


Kiel

medium gas 2 | 2012

26,2 % Hamburg

Schwerin

2005 24,2 % Berlin Potsdam

Die GdW-Mitglieder modernisieren fleißig.

Magdeburg

Leipzig Dresden Erfurt

vollständig energetisch modernisiert teilweise energetisch modernisiert (ohne Doppelzählung mehrfacher Teilmodernisierungen)

34,5 %

2011

nicht modernisiert

Anteil Wohnungen (GdW-Unternehmen), die 1990 bis 2005 | 2007 | 2009 | 2011 teilweise oder vollständig energiesparend modernisiert wurden.

27,5 %

München

Gemeinden versuchen, angesichts ihrer eigenen schwierigen Haushaltslage die Belastungen im Bereich der Übernahme der Wohnkosten zu reduzieren. Bei energiesparenden Maßnahmen müssen daher sowohl die wirtschaftliche Umsetzbarkeit für den Gebäudeeigentümer als auch das Vermieter-Mieter-Verhältnis berücksichtigt werden: Die Maßnahmen sind nur dann für den Gebäudeeigentümer wirtschaftlich, wenn die Kosten über entsprechende Mieteinnahmen refinanziert werden können. Sie sind nur dann für Mieter sozialverträglich, wenn sie die Mietzahlungsfähigkeit des Haushaltes nicht überfordern. Hohe politische und administrativ verursachte Investitionsverpflichtungen bedrohen deshalb die Leistungsfähigkeit der Wohnungsunternehmen und ihrer Mieter.

Eine Sanierungsrate in fest definierter Höhe kann und darf dabei nicht Ziel der Politik sein, sondern sie ist letztlich nur das Ergebnis des Handelns der Beteiligten. Energieeinsparung und Energieeffizienz sind gesellschaftlich akzeptierte und auch von den Bürgern verinnerlichte Werte. Die Hauptprobleme liegen in mangelnder Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit für die besonders hohen und besonders langfristigen Investitionen in Immobilien. Wenn die Rahmenbedingungen bei Förderung und Ordnungsrecht passen, wenn sie verlässlich und planbar sind, wenn gute Informationen zu echten Kosten und Nutzen vorliegen, wenn Forschung und Entwicklung nachhaltige und kostengünstigere Produkte und Systeme bereitstellen, dann werden auch energetische Modernisierungen vereinfacht.

Axel Gedaschko ist seit 2011 Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. (Berlin). Zuvor war er als Wirtschaftssenator in Hamburg tätig. Sein Verband vertritt etwa 3.000 Wohnungsunternehmen, die bundesweit sechs Millionen Wohnungen vermieten. Das ist ein Drittel des deutschen Mietwohnungsmarktes.

15


Titelthema

Wegbereiter KWK-Technik Spätestens seit Inkrafttreten des KWK-Gesetzes 2009 sind Mini-BHKW in Mehrfamilienhäusern eine interessante Heizungsalternative. Das gilt vor allem, wenn der mit der Wärmeerzeugung gekoppelt produzierte Strom selber verbraucht wird. Drei Hauseigentümer erklären, warum sie auf erdgasbetriebene KWK-Technik umgestiegen sind.

Warum setzen Sie auf die BHKW-Technik in ihren Wohnungen und Häusern?

Wohnungsbaugenossenschaft

Erkrath

Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft

Dresden eG (EWG)

Akademische Sportverbindung

„Alte Elizabeth“ in Freiberg

Was hat Ihnen der Einsatz der BHKW bisher gebracht?

Wir wollten die ursprünglich Einzelofen-

Die Energieeinsparungen können wir nicht

beheizten Wohnungen auf zentrale Behei-

beurteilen, weil uns Vergleichswerte aus

zung umstellen. Berechnungen ergaben,

der Vergangenheit fehlen. Bei den Mietern

dass eine Zentralheizung mit BHKW die

konnten wir aber eine deutliche Senkung

höchsten Energieeinsparungen und Um-

bei den Betriebskosten erreichen, etwa

weltentlastungen bringen würde. Das In-

für Immissionsmessungen, Schornstein-

vestitionsvolumen lag zudem in etwa auf

reinigung und Wartung. Außerdem wurde

dem Niveau für eine weitere Umrüstung

unsere Genossenschaft finanziell bei der

auf Etagenheizungen. Insofern fiel die

Instandhaltung entlastet, da nicht mehr

Wahl auf die BHKW-Technik.

benötigte Kamine bis zum Speicherfußboden abgerissen werden konnten.

In unserem Altbaubestand haben wir Ge-

Durch neue Wärmeversorgungsanlagen

bäude mit zentralen Heizungen oder mit

und eine optimierte Betriebsführung

Gas-Etagenheizungen. Beide Konzepte

konnten wir den Wärmeverbrauch um

mussten wir aufgrund des Ablaufs der

ca. 15 % senken. Das kommt direkt beim

Nutzungsdauer und der hohen Instand-

Mieter an. Durch das Contracting hatten

haltungsaufwändungen überdenken.

wir keine hohen Investitionskosten, zu-

Unsere Ziel: eine Anlage mit hohem Wir-

dem sehen wir eine spürbare Entlastung

kungsgrad, um bei bestehender Fassade

des Instandhaltungsbudgets. Die hohen

den energetischen Anforderungen gerecht

Wirkungsgrade der Anlagen führen zur

zu werden. Durch BHKW erzielen wir diese

besseren Ausgangssituation bei Baumaß-

Energieeffizienzsteigerungen.

nahmen ohne energetische Sanierung.

In unserem Objekt hatten wir bisher drei

Wir hoffen, dass wir durch den Einsatz des

Gasthermen im Einsatz, wobei zwei be-

BHKW unsere Energiekosten wesentlich

reits 20 Jahre alt waren und regelmäßig

senken können. In der Heizperiode ist das

Störungen auftraten. Somit war in abseh-

BHKW in der Lage, den Strombedarf des

barer Zeit eine Erneuerung der Heizungs-

Objekts bis auf Lastspitzen zur Mittags-

anlage erforderlich. Die Aussicht auf eine

und Abendzeit weitgehend zu decken.

„preiswerte, eigene Stromerzeugung“

Nachts wird mehr Strom erzeugt, als im

war ein wichtiges Kriterium für unsere

Objekt benötigt wird. Da das BHKW erst

Entscheidung, ein BHKW anzuschaffen.

seit Mitte Oktober in Betrieb ist, können wir aber noch keine Aussagen zum tatsächlichen Nutzen geben.

16


medium gas 2 | 2012

Wie soll die Energieversorgung Ihrer Immobilien in Zukunft aussehen? BHKW können auch zukünftig bei der Umstellung der Beheizung eine Rolle spielen. Solare Energienutzung scheidet wegen der Ausrichtung der Dachflächen oder ungenügender Tragfähigkeit der Dachstühle

Fakten

Die WBG existiert seit 1953 und hat 1.353 Mitglieder. Zum Bestand gehören 141 Häuser mit 957 Wohnungen, drei Gewerbeobjekte, 215 Garagen. Wohnfläche: rund 62.000 m².

aus. Ob Geothermie eine Rolle spielen kann, müsste zunächst umfangreich untersucht werden. Wärmepumpen oder der Einsatz nachwachsender Rohstoffe scheiden wegen der räumlichen Verhältnisse in

Unser Gesprächspartner Hans-Erich Hungenberg www.wbg-erkrath.de

unseren Wohnanlagen aus.

Zwei Drittel unseres Bestandes sind Plattenbauten mit Fernwärme in Dresden Gorbitz. Im Altbaugebiet mit ca. 2.600 Wohneinheiten werden wir in den nächsten 2–3 Jahren die Gas-Etagenheizungen ersetzen, ggf. mit Nahwärmezentren und KWK. Regenerative Energien, insbesondere Photovoltaik, sind aus steuerlichen Gesichtspunkten für uns als Genossenschaft nicht möglich.

Weitere Modernisierungsmaßnahmen sind derzeit nicht geplant, da wir Keller und Kellerdecke in den vergangenen Jahren saniert und gedämmt haben. Das

Die EWG geht auf eine 1954 gegründete Genossenschaft zurück. Die EWG bewirtschaftet knapp 9.000 Wohnungen im Westen von Dresden, davon rund zwei Drittel in Gorbitz. Wohnfläche: rund 474.000 m². Unser Gesprächspartner Steffen Zweinert www.ewg-dresden.de

Das Haus der Akademischen Sportverbindung „Alte Elisabeth“ in Freiberg hat über 600 m² Wohnfläche verteilt auf drei 8er-Wohngemeinschaften.

Dach müssen wir möglicherweise in den nächsten zehn Jahren erneuern. Hierzu gibt es aber noch keine konkreten Pläne. Möglicherweise könnte hier eine Photo-

Unser Gesprächspartner Frank Reisinger

voltaik-Anlage zum Einsatz kommen, um den Strombedarf des Hauses in den Sommermonaten zu decken.

www.asv-freiberg.de

17


DA M

AL

S

Wissen

IN EINER WELT VOR UNSERER ZEIT Exploration Lange bevor die ersten Bohrungen nach Erdöl und Erdgas erfolgen, müssen sich Geologen mit Gesteinsschichten, Seismik-Daten und Urzeit-Fossilien auseinandersetzen. Ein Blick in die Vergangenheit offenbart mitunter große Potenziale für die Zukunft.

Innerer Äußerer

KERN

Kern

Mantel Kruste Text Anja Müller

E

in Blick in die Geologie ist immer ein Blick zurück, sagt Werner Dauben, Leiter Exploration und Reservoirentwicklung bei der VNG AG. Sein Forschungsumfeld sind Erdzeitalter, die unvorstellbar weit zurückliegen. „Das, was wir Geowissenschaftler heute in der Erde finden und fördern, kann zu einer Zeit entstanden sein, in der die größten Landwirbeltiere der Erdgeschichte lebten“, so Dauben. Für seine Arbeit und die seines Teams heißt das: die Gesetzmäßigkeiten der Geologie beherrschen und anwenden und dabei eine enorme Vorstellungskraft für die mehrere hundert Millionen Jahre umfassende Erdgeschichte entwickeln. 18

Asthenosphäre Lithosphäre

ERDÖL/ERDGAS


medium gas 2 | 2012

Ausgangsmaterial für Erdöl und Erdgas sind organische Materialien. Sie setzen sich in feinen tonigen Gesteinen ab, müssen von O2 abgeschirmt und hohen Temperaturen und Druck ausgesetzt sein.

UT HE E Im Jahr 2011 wurden weltweit

3.276,2 Milliarden m³ Erdgas gefördert.

6 größte Förderländer Russland, USA, Kanada, Katar, Iran, Norwegen Quelle: IEA

EXPLORATION & PRODUKTION 19


Wissen

BOHRKERN Jede 5. Bohrung ist erfolgreich In Norwegen sogar jede 3.

Indiziensuche nach Öl und Gas Wenn die Geologen, Geophysiker und Reservoiringenieure der VNG-Gruppe nach Erdgas und Erdöl suchen, stammt ihr Objekt der Begierde nicht nur aus einer längst vergangenen Zeit, sondern liegt häufig auch mehrere Kilometer unterhalb des Meeresbodens. In den lässt sich aber wie in Jules Vernes berühmter Reise zum Mittelpunkt der Erde nicht einfach so hineinschauen. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Anhaltspunkten, die auf Gas und Öl schließen lassen. Am Anfang steht ein Becken, das sich meist aufgrund tektonischer Prozesse eingesenkt und mit Gesteinen und organischem Material, den Sedimenten, gefüllt hat. Experten sprechen vom so genannten Muttergestein, das in immer größere und wärmere Tiefen absank und zur „Hexenküche“ für die Entstehung von Erdöl und Erdgas wurde. Je nach Versenkungstiefe der Sedimente und je nach Druck- und Temperaturbedingungen konnten hier im Verlauf von hunderten von Millionen Jahren Erdöl und Erdgas heranreifen. Dieser Prozess ist im Übrigen auch heute noch nicht abgeschlossen: In manchen Gebieten der USA wird Erdgas aus Schiefergestein gewonnen, in dem sich fortlaufend Gas „nachbildet“ – wenn auch lange nicht mit der Geschwindigkeit, mit der es gefördert wird. Weitere wichtige Hinweise auf Erdölund/oder Erdgaslagerstätten sind poröse Speichergesteine 20

wie Sandstein oder Kalkstein sowie undurchlässige Gesteinsschichten wie Salz oder Ton, die verhindern, dass Öl und Gas nach oben entweichen. Die Aufmerksamkeit von Rohstoff- und Explorationsexperten für eine Region steigt besonders dann, wenn alle Indizien – sedimentäre Becken, Speicher- und Abdeckgestein, hoher Druck und Hitze – zusammen auftreten. Um die begehrten Energieträger in den Speichergesteinen tief unter der Erde aufzuspüren und ihre Lage zu konkretisieren, kommen Geologen um den Einsatz hochmoderner Technik nicht herum. In der Regel nutzen sie das „bildgebende“ Verfahren der Seismik. Dabei wird die Erdkruste mit Hilfe seismischer Wellen „durchleuchtet“. An Land wird der Erdboden beispielsweise durch Sprengungen oder mithilfe schwerer Fahrzeuge in Schwingung versetzt. Auf hoher See, wie in Norwegen, setzen Geologen dagegen auf Wasserschallgeräte. In beiden Fällen ist das Prinzip gleich: Die erzeugten seismischen Wellen reflektieren im Erdinneren an den unterschiedlichen Gesteinsgrenzen, kehren an die Erdoberfläche zurück und werden hier von Geräten aufgenommen. „Weil die seismischen Messungen mitunter bis in Tiefen von 6.000 Metern reichen und eine riesige Fläche abdecken, dauern sie manchmal mehrere Monate“, erzählt Werner Dauben, wobei er gleich einschränkt: „Natürlich fahren wir nicht


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Gesteinskorn CH4

CH4

CH4

selber hinaus aufs Meer und messen, sondern überlassen das international anerkannten Firmen.“ Die Spezialisten der VNGGruppe wandeln die gewonnenen Daten anschließend mithilfe modernster Software in komplexe zwei- oder dreidimensionale Bilder des Untergrundes um und werten sie aus. „Anhand der Daten erstellen wir Profile des Untergrundes, grenzen die einzelnen Schichten voneinander ab und modellieren mögliche Lagerstätten, auch Reservoire genannt“, erklärt Dauben. Dem Laien mögen die seismischen Bilder wie ein TV-Sendeausfall erscheinen, dem Fachmann liefern sie wertvolle Erkenntnisse etwa über die Tiefe und Ausdehnung von möglichen Speichergesteinen. Am Ende haben Geologen ein umfassendes Bild, in welcher Sequenz die Gesteine im Untergrund auftreten, wo es Störungen in den Gesteinsabfolgen gibt und wo Öl und Gas zu vermuten sind. Übrigens: Auch aus der Gegenüberstellung mit vergleichbaren Gebieten, in denen bereits Öl und Gas gefunden wurden, können Geologen Rückschlüsse auf etwaige Vorkommen in den Forschungsregionen ziehen. Zusätzlich sind auch Analogien über Tage, so genannte Aufschlüsse, hilfreich, um sich eine Vorstellung von der Beschaffung des Untergrunds zu machen. Die geologische Indizienkette verdichtet sich damit immer weiter.

CH4

Erdgas

Bohrkerne bringen Realität ans Tageslicht Seismische Daten liefern zwar Anhaltspunkte für den Aufbau der Gesteinsschichten im Erdinneren, geben aber noch keine Sicherheit über die Existenz etwaiger Gesteinsabfolgen und damit von Lagerstätten. Bedeutend mehr Klarheit erlangt man durch Bohrungen und weitere geologische Untersuchungen. Deshalb bestimmen Geologen und Reservoiringenieure am Ende der seismischen Interpretationsarbeit gemeinsam geeignete Stellen für Explorationsbohrungen, die das Vorhandensein von Öl und/oder Gas deutlicher belegen sollen, verbunden mit einer sehr groben Reservenabschätzung. „Wie bei einem Käse, dessen Reifegrad bestimmt werden soll, entnehmen wir während der Bohrung Gesteinsproben. Das ist die eigentliche Stunde der Wahrheit – zumindest aus geologischer Sicht“, erklärt Werner Dauben. Die Bohrkerne machen sichtbar, ob die Prognosen über die Zusammensetzung des Untergrundes auch eingetroffen sind. Ein fachmännischer Blick auf die Probe legt offen, um welche Gesteine es sich handelt, wann sie entstanden sind und welche Speichereigenschaften sie aufweisen. Mineralogen kommen dem Gestein am nächsten: Aus so genannten Plugs – kleinen aus dem Bohrkern entnommenen Zylindern – werden hauchfeine Scheiben für mikroskopische Analysen geschnitten. Diese Dünnschliffe sind höchstens 21


Wissen

CAROL BAUNACK

0

ALEXANDER WUNDERLICH WERNER DAUBEN

Seit sechs Jahren sammeln die Explorationsspezialisten der VNGGruppe aus Leipzig, Stavanger und Oslo mit neuester Technologie, modernen Geräten und einer großen Portion Spürsinn Daten über Gesteinszusammenhänge und -strukturen und fügen sie zu einem geologischen Puzzle zusammen. 22


0≥1 medium gas 2 | 2012

Mächtigkeit des Speichergesteins

Durchlässigkeit

seitliche Abgrenzungen

Fallen

Migration

Kohlenwasserstoffproduktionsfähigkeit

POS

Porosität

Zeitfaktor

Probability of Success

Präsenz potenzieller Muttergesteine

Abdeckungsdichte

„Faktor Unbekannt“

Die Erfolgswahrscheinlichkeit (POS) einer Bohrung ist das Produkt vieler Faktoren.

0,03 mm „dick“ und lassen erkennen, woraus das Gestein besteht, wie groß die Poren im Speichergestein sind, wie viele Poren es gibt und ob sie miteinander verbunden sind, so dass Öl und Gas im Gestein auch fließen können. Besonders spannend wird es, wenn die Proben Lebenszeichen aus der Erdgeschichte enthalten. Sie sind nicht nur ein perfekter Indikator für das Zeitalter, in dem das Gestein entstanden ist, sondern lassen auch die geographischen und klimatischen Bedingungen erkennen, unter denen es abgelagert wurde. Laboruntersuchungen zeigen, ob das Muttergestein in das richtige „Druck- und Temperaturfenster“ abgesenkt wurde, damit sich Erdöl und Erdgas bilden konnten. Manchmal finden sich auch Reste von Ölen in den Proben, die auf die begehrenswerten Rohstoffe schließen lassen. Auch Glück muss man haben Am Ende der geologischen Arbeit steht für die Experten der wohl wichtigste Teil an: Sie müssen möglichst exakte Vorhersagen machen über die zu vermutenden Erdöl- und Erdgasmengen im Untersuchungsgebiet. Dabei präsentieren sie die so genannte Probability of Success (POS). Sie bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Bohrung öl- und/oder gasfündig wird. Das norwegische E&P-Unternehmen VNG Norge bohrt in diesem Jahr

in der Produktionslizenz PL 457 in der norwegischen Nordsee. Mehr als zwei Monate dauern die Arbeiten bereits, das Zielgebiet liegt in knapp 2.100 Metern Tiefe. „Wir haben eine vergleichsweise hohe POS errechnet, jetzt hoffen wir auf entsprechend positive Bohrergebnisse“, erzählt Anton Irmen, Leiter des E&P-Portfoliomanagements bei der VNG AG und Spezialist für die Bestimmung von geologischen und wirtschaftlichen Chancen und Risiken. Öl- und Gasbohrungen sind teuer und nicht immer von Erfolg gekrönt. „Je zuverlässiger die Prognosen unserer Geologen über das Vorhandensein der Rohstoffe sind, desto größer sind unsere Erfolgschancen“, sagt Anton Irmen und schaut dabei in Richtung seines Geologenkollegen Werner Dauben. Der lächelt und versichert: „Im Bergbau heißt es zwar ‚Vor der Hacke ist es duster‘. Durch unsere sorgfältigen geologischen und geophysikalischen Analysen versuchen wir aber, Licht in die Tiefen des Dunkels zu bringen und damit den ‚Faktor Unbekannt‘ für unser Explorationsgeschäft zu minimieren.“

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Porträt

Effiziente KWK, ganz viel Bürgernähe und guter Wein

Stadtwerke e-rp im Großraum Alzey setzen auf Beratung, Grünstrom und Contracting. Dabei sind sie ganz dicht dran am Bürger – und können so auch individuelle Lösungen entwickeln.

UDO BECKMANN Geschäftsführer e-rp

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Text Thomas Bielig | Fotos Martin Leissl

W

enn Udo Beckmann, der Geschäftsführer des kommunalen Energieversorgers Energie Rhein-Hessen-Pfalz (e-rp), in seiner Heimatstadt Alzey neue Kleidung kauft, dann macht er das neuerdings am liebsten im Zentrum der Altstadt. „Beim Schönenberger wirst Du immer gut bedient, die haben eine gute Auswahl, sind von hier und der neue Laden – einfach fantastisch“, schwärmt Beckmann. Dass der Modehändler zugleich ein ganz besonderer Kunde der e-rp ist, mag dann auch noch eine Rolle spielen. „Das ist doch normal, dass man ganz besonders gern regional einkauft, wir machen das als Stadtwerke auch so, dass wir zuerst die Dienstleister vor Ort nehmen“, sagt er. Schließlich leben auch Stadtwerke gut davon, dass die Bewohner die Verwurzelung des Unternehmens honorieren. Christof Schönenberger hat sich vor zwei Jahren ein Herz gefasst, als ein großes Modehaus in der Altstadt von Alzey zum Verkauf stand. In dem Gebäude aus den siebziger Jahren sah nicht nur die Fassade über 40 Jahre alt aus, auch energetisch war vieles noch auf dem Stand dieser Zeit. Rund drei Millionen Euro nahm Schönenberger in die Hand, entstanden ist ein modernes Geschäft mit schmucker Front zur Einkaufsstraße, natürlich mit bester Wärmedämmung. Zum Jahresende nun folgt schrittweise die Umrüstung der alten Heizungs- und Klimatechnik. Was Schönenberger dabei freut: Seine Energiekosten werden von derzeit mehr als 10.000 Euro auf unter 8.000 Euro monatlich sinken. Und die neue Technik gibt’s zudem zum Nulltarif – woran wiederum Udo Beckmann nicht unschuldig ist. BHKW Contracting auf der Überholspur „Wir bauen das Contracting als wichtiges Geschäftsfeld aus, weil wir uns als Energiedienstleister im wörtlichen Sinn sehen und nicht nur als Gas- und Stromlieferant“, sagt Beckmann. Wenn Kunden wie Schönenberger dies wünschen, dann stellen die Stadtwerke die gesamte Haustechnik und betreiben sie auch. „Wir haben das Modell bereits erfolgreich in drei Krankenhäusern sowie für gewerbliche, für Wohn- und öffentliche Gebäude umgesetzt oder sind dabei, die Projekte zu realisieren“, sagt


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mainz bad kreuznach

alzey

Darmstadt

Fläche 35 km2 Einwohner 17.600 Weinanbaufläche 772 ha

(davon ¾ mit Weißweinrebsorten)

Mannheim

kaiserslautern

der e-rp-Chef. Das koste zwar hohe Investitionssummen, doch es bringe auch eine verlässliche Einnahme, mindestens über 15 Jahre. „Wir haben in den drei Jahren, in denen wir Contracting anbieten, einen großen Erfahrungsschatz gesammelt. Wir können die Anlagen selbst planen und bekommen auch ordentliche Einkaufskonditionen“, ergänzt Marcus Wagner, der bei e-rp den Vertrieb leitet. Für Kunden wie Schönenberger bedeutet das, künftig weniger für die Energie zu bezahlen und kein Kapital für Energie- und Klimatechnik binden zu müssen. Das für sein Kaufhaus notwendige Blockheizkraftwerk (BHKW) wird direkt über die Zentrale von e-rp gesteuert und überwacht. Geplant ist zudem, dass auch einige Nachbarhäuser an die Wärmeversorgung angeschlossen werden. Das erhöht die Laufzeiten des wärmegeführten BHKW erheblich, und da die Anlage nicht einem Privatunternehmer gehört, gibt es auch keine Berührungsängste unter den Händlern. Im Gegenteil: Weil Christof Schönenberger zugleich dem örtlichen Gewerbeverein der Stadt vorsteht und dort natürlich mit seinen Erfahrungen nicht hinter dem Berg hält, hoffen Wagner und Beckmann auf weitere Interessenten. „Wir sehen solche hocheffizienten Anlagen zugleich als wichtigen Beitrag zu einer effizienten und damit umweltfreundlichen Energieversorgung, denn keine andere Technologie erreicht so hohe Wirkungsgrade wie die Kraft-Wärme-Kopplung“, so ihre Strategie. Ein Stadtwerk für die Bürger Als Udo Beckmann vor fast 20 Jahren seinen Führungsposten bei der damaligen Energieund Wasserversorgung Alzey antrat und von Mülheim an der Ruhr nach Rheinhessen umzog, war das mehr als ein Wechsel von der Groß- in die Kleinstadt, vom Bier zum Riesling. „Wenn man in einer 18.000 Bewohner zählenden Stadt den kommunalen Versorgungsbetrieb führt, dann geht das nicht, indem man den Bürgermeister und ein paar Unternehmer kennt, man muss hier auch sozial verankert sein, sagt er. Und so lernte Beckmann nicht nur die Vorzüge der örtlichen Rebsorten kennen – was in einer solchen Weinregion irgendwie dazugehört, er ging auch in Vereine, besuchte Ortsfeste und die Elternabende in der Schule und half, wenn mal Not am Mann ist. „Natürlich ist ein kommunales Unternehmen ein wichtiger Sponsor für die örtliche Kultur und den

Udo Beckmann (Mitte), e-rp-Vertriebsleiter Marcus Wagner und Kaufhaus-Geschäftsführer Christof Schönenberger (rechts) haben eine ideale Contracting-Lösung für das schmucke Geschäft in der Alzeyer Innenstadt gefunden.

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Porträt

Udo Beckmann und e-rp-Mitarbeiterin Kerstin Unger im Alzyer Energieladen. Hier setzt der Versorger auf Kundennähe und schnelle Hilfe vor Ort.

Breitensport, das soll aber auch nicht anonym mit der Gießkanne verteilt werden, sondern nach dem wirklichen Anspruch und dem Bedarf. Heute ist Beckmann unter anderem Vorsitzender des mit 1.500 Mitgliedern größten Turnvereins in Alzey – was nicht heißt, dass damit die Sponsorengelder dorthin besonders leicht fließen. Im vergangenen Sommer, als die Fusion der damaligen EWG Alzey mit den Stadtwerken Kirchheimbolanden und zwei Regionalversorgern mit zusammen über 70 Gemeinden nach längerer Vorbereitung vollzogen werden konnte, wurden die bis dahin bekannten Strukturen kräftig durcheinander gewirbelt. Die neuen gemeinsamen Stadtwerke hatten nun mehrere Gesellschafter, doch die Wasserversorgung wurde in ein Schwesterunternehmen ausgegliedert. Zudem gehören in weiten Gebieten die Konzessionen für die Stromnetze noch immer anderen Unternehmen – sodass die eigentlich flächendeckend angestrebte starke Stellung der Stadtwerke bislang nur beim Erdgas und in einigen Bereichen beim Strom vorhanden ist. „Die Konzessionen für das Stromnetz werden jetzt bald neu vergeben, dann werden wir hoffentlich im gesamten 700 km2 großen Gebiet an weiteren Stellen zum Vollversorger, hofft der Unternehmenschef. Der politische Wille in allen Rathäusern ist vorhanden, die Kompetenz des neuen Unternehmens ebenfalls. „Wir sind ein hochmodernes, innovatives Unternehmen, wir haben enorm in erneuerbare und hocheffiziente Energiesysteme investiert – und wir haben weit und breit mit die günstigsten Tarife“, versichert Beckmann. Deshalb werde man auch zunehmend außerhalb des angestammten Netzgebietes Kunden gewinnen und – natürlich – im Kerngebiet seine Stärke beweisen. 26

Damit dieses Ziel erreicht wird, demonstriert die junge e-rp überall Kundennähe. Energieläden gibt es bereits in Kirchheimbolanden, Nieder-Olm und Alzey, dort arbeiten Kerstin Unger und Christian Baumann als Kundenbetreuer, „als richtiger Mensch und nicht nur als Telefonstimme“, wie die junge Expertin stolz sagt. Vor allem bei Kundenaktionen oder wenn neue Tarife eingeführt werden, kommen die Bürger und wollen wissen, was sie tun können, damit Energie für sie bezahlbar bleibt. „Meist können wir gleich hier im Energieladen mit Rat und Tat die Probleme klären“. Wenn es sich um Rechnungsdetails handelt, kann das über den Rechner im Laden eingepflegt werden. Und auch technische Fragen lassen sich meist sofort beantworten – wenn nicht, dann haben die Berater verschiedene Fachleute parat, die sie hinzu ziehen können. Beckmann, der hier immer mal kurz vorbeischaut, um auch selbst zu hören, was die Bürger umtreibt, ist zufrieden: „Solche Kundennähe wird von den Bürgern geschätzt, das ist unser Pfund im Wettbewerb gegen die vielen Händler, die vor allem über das Internet locken und immer viel versprechen“, sagt er. Wohnungsgesellschaft nutzt effiziente KWK-Technik Dennoch bleibt die Frage, warum die Investitionen von 55 Millionen Euro in die KWK-Anlagen, den Service und in den Windpark – mit immerhin zehn Maschinen steht seit Ende 2011 direkt am Ortsrand ein beachtlicher Windpark – die Preise bei e-rp nicht nach oben treiben. „Wir arbeiten sehr effizient, haben uns in der Energiebeschaffung verbessern können und kommen mit lediglich 118 Mitarbeitern aus. Dazu kommt, dass wir nur maß-


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Ein BHKW läuft auch im Keller eines Hauses der Alzeyer Wohnungsgesellschaft. Umliegende Wohnblöcke werden demnächst zugeschaltet, so dass sich die Laufzeiten des Gasmotors weiter erhöhen.

volle Gewinne für unsere Gesellschafter erwirtschaften müssen“, argumentiert Beckmann. Zudem seien die Investments gut angelegtes Geld: Die Anlagen machen durch die Einspeisevergütung und die KWK-Zulage sogar Gewinn. Und die Kunden, die ein kleines Minikraftwerk im Keller haben, sind die treuesten, die man haben kann. Zwischen den Wohnblöcken der Alzeyer Baugesellschaft wirkt das kleine Häuschen, in dem ein kleiner Schornstein und ein leises Brummen die dort laufenden KWK-Anlagen verraten, zunächst gar nicht spektakulär. Udo Erlemann, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft, hat sich mit dem e-rp-Chef hier verabredet, denn nach den guten Erfahrungen mit der e-rp sollen weitere Häuser angeschlossen werden. „Die Anlagen sind jetzt schon sehr effizient, in den bisher zehn angeschlossenen Häusern, die zuvor mit eigenen Ölheizungen versorgt wurden, ist es nicht nur angenehm warm, sondern die Mieter sparen bares Geld“, sagt Erlemann. Dazu kommt, dass die Kosten für die Wartung entfallen, auch das ist im Gesamtpaket mit drin. Wenn im kommenden Jahr zwei weitere Wohnblöcke an das Nahwärmenetz kommen, wird sich die Laufzeit der Gasmotoren von jetzt 6.000 auf dann rund 7.500 Stunden pro Jahr erhöhen. Davon profitieren zugleich die Stadtwerke, die damit die Stromerzeugung des fünf Kilowatt leistenden Kleinkraftwerkes besser nutzen können. Auch Bürgermeister Christoph Burkhardt hat ein BHKW der Stadtwerke im Keller seines Rathauses und ist genauso begeistert von dieser Technologie, die nicht nur Wärme, sondern auch Strom liefert. „Wir setzen als Kreisstadt auf moderne Energieerzeugung

und unterstützen es auch, dass unsere Stadtwerke die Energiegenossenschaft mit initiiert haben“, sagt Burkhardt. „Wir investieren weiter in den Wandel, aber natürlich müssen die Netze sicher und die Kosten bezahlbar bleiben“, sagt der Chef der Stadtverwaltung, der zugleich den Vorsitz im Aufsichtsrat von e-rp führt. „Faire Preise und attraktive Tarifmodelle sind meine Zielvorgabe, und inzwischen bieten die Stadtwerke Erdgastarife mit Biogasbeimischungen sowie ausschließlich zertifizierten Ökostrom an“, lobt Burkhardt das Unternehmen. „Ohne die Stadtwerke hätten unsere Handwerker weniger Aufträge, das Freibad könnte nicht die Sozialtarife anbieten und vieles bei den Vereinen wäre nicht finanzierbar. e-rp ist viel mehr als ein Versorger für uns.“ Der Arbeitstag von Udo Beckmann – es ist ein regenverhangener November-Montag – findet natürlich nicht nur draußen zwischen KWK-Anlagen, Windrädern und Beratungsstellen statt, auch der klassische Büroalltag muss bewältigt werden. Verhandlungen stehen an, weil die Volksbank Alzey-Worms sich für einen Contracting-Vertrag interessiert, die Post muss gesichtet werden, auch eine einstündige Besprechung mit seinen Bereichsleitern. Dort geht es – nicht zum ersten Mal – um die Ausschreibung für einige Stromnetz-Konzessionen im Kerngebiet, die Beckmann unbedingt gewinnen will. „Wir setzen hier jetzt viel Kraft daran, aber wir haben einen gewaltigen Vorteil, weil wir vor Ort einfach stärker sind, als irgend ein großer Versorger mit Sitz in Irgendwo“, sagt der Stadtwerke-Chef. 2013, daran bestehe für ihn kein Zweifel, wird die e-rp ein flächendeckender Vollversorger in Sachen Energie im weiten Umkreis sein. 27


Hauptstadtgespräch

„Die größten Energieeinsparpotenziale liegen im Verhalten der Menschen.“ Energiebinnenmarkt – Energiewende – Energiesparen Dr. Ralf Pastleitner, Leiter des VNG-Büros in Brüssel, traf Herbert Reul, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament und sprach mit ihm über die Vollendung des Energie-Binnenmarktes, die Möglichkeiten zur Energieeinsparung und die Herausforderungen der Energiewende für Deutschland und Europa.

Eigentlich eine Erfolgsgeschichte, allerdings hier und da mit Schwachstellen. So haben Sie den europäischen Binnenmarkt jüngst beschrieben. Wo liegen denn diese Schwachstellen? Im europäischen Binnenmarkt können wir überall in der EU frei reisen, leben, lernen und arbeiten, wir können grenzenlos handeln und Waren und Dienstleistungen kaufen. Das ist per se eine enorme Erfolgsgeschichte. Allerdings hinkt die Erfolgsgeschichte noch an manchen Stellen, unter anderem im Energiebereich. Das liegt zum einen an den historisch getrennten Energienetzen, die erst zusammenwachsen müssen, damit Gas und Strom frei fließen können. Das ist ein enormer finanzieller Aufwand. Zum anderen hängt es aber auch daran, dass einige Mitgliedstaaten ihre Energieversorgung sehr national betrachten und nicht im europäischen Kontext. Insofern finde ich es gut, dass Energiekommissar Günther Oettinger mit seiner Binnenmarktmitteilung dieses Thema aufgreifen wird und damit hoffentlich weitere Impulse für ein Zusammenwachsen gibt.

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Herbert Reul ist seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlament. Seit Beginn dieses Jahres ist er dort Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe. Reul ist ausgewiesener Energieexperte in Europa und wirkt seit Jahren im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie an den energiepolitischen Maßnahmen der EU mit. Von 2009 bis 2012 leitete er den Ausschuss.

In Deutschland wird derzeit eine intensive Diskussion um den Ausbau erneuerbarer Energien geführt, vor allem im Hinblick auf zukünftige Förder- und Subventionsbedingungen. Wie beurteilen Sie das Thema? Die Diskussion wird sehr emotional geführt, es geht ja um viel Geld. Die große Herausforderung ist in der Tat die Frage, wie die Förderung von erneuerbaren Energien möglichst effektiv und kostenorientiert gestaltet werden kann. In Deutschland ist sie derzeit relativ kostenintensiv. Die Verbraucher zahlen eine gigantische Leistung, das kann so nicht bleiben. Erschreckend kommt noch hinzu, dass die nationale Politik kaum noch sachgerechte Entscheidungen treffen kann, weil der Druck von allen Seiten so hoch ist. Manchmal erinnern mich die Debatten an die Zeiten der Steinkohleförderung, als ebenso wenig auf Basis von Vernunft und Wirtschaftlichkeit entschieden wurde. Nehmen Sie nur das Beispiel Solarförderung: In Deutschland wurden 22 mal so viel Kapazitäten für Sonnenenergie aufgebaut wie in Italien, einem der sonnenverwöhntesten Staaten in Europa.


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Und die Lösung des Problems? Statt dauerhaft ganze Branchen national zu subventionieren, sollten wir die Förderung nach europaweit einheitlichen Kriterien ausrichten. Sonnenenergie ist dort am billigsten, wo viel Sonne scheint. Auch Windkraftanlagen sind nur effektiv, wenn ausreichend Wind vorhanden ist. Perspektivisch brauchen wir deshalb ein Fördersystem, dass nationale Grenzen ausblendet und die Mittel damit am effizientesten einsetzt. Wird sich Deutschland in diesem Punkt überhaupt bewegen? Immerhin hat das deutsche EEG eine gewisse Vorreiterrolle in Europa. Leicht wird sich die deutsche Regierung nicht tun, davon bin ich überzeugt. Allerdings laufen die Kosten langsam aus dem Ruder. Die Bürger werden irgendwann die Frage stellen, wie hoch die Kosten genau sind und welchen Effekt es bringt. Sie werden verlangen, dass Solar-, Wind- oder Wasserkraftanlagen nur dann gefördert werden, wenn sie gewissen Effizienzanforderungen genügen. Die Finanzierung der erneuerbaren Energien ist eine Sache, die Akzeptanz eine andere. Zwar wollen viele Bürger grüne Energie, aber nicht wenn Windräder oder neue Strommasten vor ihren Häusern gebaut werden. Die Akzeptanz ist wirklich ein wichtiger Punkt. Ich gehöre zu jenen Politikern, die vor diesem Problem schon immer gewarnt haben. Wenn ich mehr erneuerbare Energien will, brauche ich mehr Erzeugungsanlagen und die erforderlichen Leitungen zum Abtransport. In Deutschland werden noch fast 4.000 Kilometer Überlandleitungen benötigt. Es ist klar, dass der Zubau nicht ohne die Zustimmung der Bürger funktioniert. Hier bin ich froh, dass Bundesumweltminister Peter Altmaier die Debatte ein wenig entschleunigt,

versachlicht und versucht, mit Ruhe und Nüchternheit Lösungen herbeizuführen. Dass die erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssen, daran besteht kein Zweifel. Allerdings gehen damit auch Schwierigkeiten im Bereich der konstanten Verfügbarkeit und Speicherung einher. Ja, das kann man nicht verleugnen. So spannend die Erneuerbaren im ersten Moment sind, sie werfen eben auch einige Probleme auf durch ihre Nichtverlässlichkeit, ihre Nichtstabilität und Nichtkontinuität. Das sorgt wiederum für einen Mehraufwand im Hinblick auf Leitungsbau und Speicherung, da Versorgungsengpässe durch die erneuerbaren Energien abgefedert werden müssen. Hier werden wir auf jeden Fall neue Technologien brauchen. Eine Lösung könnte die Power-to-Gas Technologie sein. Was halten sie davon, auch perspektivisch? Ich bin mir relativ sicher, dass Power-toGas eine der Lösungen sein wird, wenngleich ich mich trotzdem zurückhaltend äußeren möchte. Ich finde, die Politik sollte nicht bestimmen, welche die richtige Technologie ist, sondern muss allenfalls die Rahmenbedingungen so gestalten, dass sich die richtige Technologie entfalten kann. Dennoch glaube ich an das Po-

tenzial von Power-to-Gas, um erneuerbare Energien zu speichern und für einen längeren Zeitraum vorhalten zu können. Eine interessante Perspektive, die aber sicher noch sehr viel Forschungsarbeit verlangt. Deutschland ist in Sachen Energiewende nach vorne „geprescht“ ohne die europäischen Nachbarn mit ins Boot zu holen. Ihre Skepsis über die vorschnelle deutsche Energiewende haben Sie schon 2011 geäußert. Haben Sie Ihre Meinung inzwischen geändert? Nein, denn das Problem ist exakt das gleiche geblieben. Eine solch große Umstellung fordert Zeit, Nachdenklichkeit, neue technologische Möglichkeiten, hohe Akzeptanz und viel Geldeinsatz – das geht nicht von heute auf morgen. Damit die Energiewende gelingt, darf die Politik sich und die Menschen nicht überfordern, sondern muss es gründlich, langsam und kontrolliert angehen. Außerdem bin ich nach wie vor der Meinung: wer Europa ernst nimmt, darf eine so wichtige Frage der Energieversorgung nicht treffen, ohne wenigstens vorab mit seinen Nachbarstaaten darüber zu sprechen. Zumindest ist die Debattenkultur untereinander eine andere geworden. Zum Glück. Statt ablehnender Haltung wird jetzt in Europa darüber diskutiert, 29


Hauptstadtgespräch

wie die deutsche Energiewende auch europäisch werden kann. Da geht es vor allem um Fragen der Infrastruktur und des grenzübergreifenden Energietransportes, aber auch um Fragen der Speicherung und um die Rolle der konventionellen Energieträger. Das Problem von erneuerbaren Energien ist eben, dass sie zu bestimmten Zeiten in gigantischen Mengen und dann wieder gar nicht vorhanden sind. Für die Grundlast ist das schlecht. Deswegen bin ich mir sicher, dass wir auf längere Sicht, viel länger als viele Träumer heute glauben, noch Gas und Kohle brauchen. Übrigens stecken da ja auch Potenziale drin. Gas ist ausreichend vorhanden, auch durch neu entdeckte Quellen. Wenn ich mir anschaue, welche Möglichkeiten sich die US-Amerikaner durch ihr Schiefergas erschlossen haben, dann stellt sich schon die Frage, warum der nachdenkliche Europäer die Quellen, die er in seinem Gebiet hat, nicht nutzt. Eigentlich unverantwortlich. Wenn man zu wenig Energie hat, dann darf man nicht leichtfertig auf eine Energiequelle verzichten. In Deutschland wird das Thema Energiewende sehr stromgeführt diskutiert. Dabei macht der Wärmemarkt allein 40 Prozent des deutschen Energieverbrauches aus. Müsste man hier nicht stärker ansetzen und zum Beispiel Anreize für eine Heizungsmodernisierung geben? Ein klares Ja. Je sparsamer ich mit Energie umgehe, desto weniger brauche ich. Insofern bietet die Heizungsmodernisierung sicher großes Potenzial. Die Politik muss sich nur fragen, funktioniert das Energiesparen eher über Anreize oder Verbote. Ich favorisiere ganz klar ein Anreizmodell, um die Menschen vom Energiesparen zu überzeugen. Zentrale politische Vorschriften aus Brüssel halte ich dagegen für wenig zielführend. Die Hauseigentümer müssen selber entscheiden dürfen, ob ihre Immobilie den zukünftigen Erfordernissen genügt, ob sie noch vermietbar 30

oder verkäuflich ist und wie viel Energie sie letztendlich verbrauchen soll. Die Politik darf die Hauseigentümer nicht überfordern mit übertriebenen Effizienzvorgaben, weil die Sanierung eben auch erhebliche Kosten verursacht. Also ein Nein für die EU-Energieeffizienzrichtlinie? Nein, die Idee einer Energieeffizienzrichtlinie finde ich gut und wichtig. Allerdings bin ich mit der Umsetzung nicht zufrieden. Ich hätte mir eine gemeinsame europäische Zielsetzung gewünscht, die den Mitgliedstaaten die Freiheit über Mittel und Maßnahmen lässt, wie sie die Ziele erreichen. Immerhin sind schon allein wegen der klimatischen Bedingungen die Effizienzanforderungen in Europa unterschiedlich. Hinzu kommt noch, dass auch die finanziellen Fördermöglichkeiten stark variieren. Ich verstehe deshalb nicht, warum wir die Effizienzanforderungen bis ins letzte Detail regeln müssen. Das muss ja auch irgendwer später kontrollieren. Wir haben gehört, dass Sie einen eigenen Energiesparratgeber herausgegeben haben. Mit praktischen Tipps für alle EU-Bürger? Genau. Ich habe, auch aus einem eigenen Wunsch heraus, verschiedene Energiesparmaßnahmen für den Haushalt zusammengeschrieben. Das Buch enthält praktische Tipps und kompakte Inwww.aqua-verlag.de formationen zu Förderprogrammen und Energie sparen – Geldbeutel schonen Energieberatungsangeboten.

sen. Das ist ähnlich wie bei meinem Vater. Der hat immer gesagt „Junge, mach das Licht aus“. Heute sage ich: „Mach den Computer aus“. Beides war nur begrenzt erfolgreich. Trotzdem glaube ich, dass die größten Einsparpotenziale im Verhalten der Menschen liegen. Die können sie aber nicht verordnen. Das haben wir übrigens auch bei den Glühbirnen gesehen. Wir haben die Abschaffung der alten Glühbirnen verordnet, und die Leute haben die alten Glühbirnen einfach weggekauft. Es sind mehr produziert worden als je zuvor. Wir haben wahrscheinlich noch für 10 Jahre Reserven in den heimischen Haushalten liegen. Tolle Nummer! Wirklich gelungener politischer Schachzug. Man könnte auch sagen, der volkstümliche Schuss ins Knie.

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Schwerpunkt: Gasbeschaffung Energie aus dem hohen Norden sorgt für Sicherheit in Europa

Deutsche Erdgasförderung mit Perspektive? Wie viel Potenzial hat deutsches Erdgas noch?

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Schwerpunkt: Bio-Erdgas „Wir müssen noch einen weiten Weg gehen“ Im Interview mit Tord Pedersen von der VNG Norge

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Nawaro aG Biomasse wird als EnergieStoff bedeutender sein als Braunkohle

Tradition und Innovation an der Ostsee

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2. Ausgabe 2004, Juni

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1. Ausgabe 2005, März

2. Ausgabe 2005, Juni

2. Ausgabe 2006, Juni

1. Ausgabe 2006, März

4. Ausgabe 2005, Dezember

erdgas

3. Ausgabe 2006, September

4. Ausgabe 2006, Dezember

Wismar und die Stadtwerke

Tag für Tag voller Energie

Pirna und seine Stadtwerke

Die Stadt zur Sächsischen Schweiz ist lebens- und liebenswert

Stadtwerke Jena-Pößneck GmbH

Zuverlässige Partner voller Energie

Freiberg und seine Stadtwerke

Vom Silber zum Silizium

Hansestadt und SWS-Unternehmensgruppe Stadtwerke Stralsund

Tradition und Moderne

Schwerpunkt: Technik

abgeschlossene Neubauprojekte innovative Sanierungs- und Reparaturmethoden VNG-Philosophie der technischen Versorgungssicherheit

Haldensleben und die Stadtwerke

Tatkraft für Gegenwart und Zukunft

envia infra GmbH, Bitterfeld

Wir versorgen umfassend

Schönebeck und die Erdgas

Energiedienstleister G.EN. GAZ ENERGIA S.A.

Nützlich nicht nur für Poznan´

Mittelsachsen GmbH

Energie zum Leben erdgas

erdgas

erdgas

medium gas

2008.1

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 17. Jahrgang | 1. Ausgabe | April 2008

Schwerpunkt: Marketing

medium gas

2010.1

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 19. Jahrgang | 1. Ausgabe | April 2010

Erfolgsgeschichte Die Weichen sind auf Europa gestellt Seite 28

Versorgungssicherheit Genug Gas für Europa? Seite 36

Statistik Die europäische Erdgasmarkt-„Bilanz“ Seite 38

3.041 Seiten

medium gas

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 16. Jahrgang | 1. Ausgabe | März 2007

Schwerpunkt: Europa im Blick Interview Es wird sich für unsere Kunden lohnen, Bio-Erdgasprodukte einzusetzen

SWM Magdeburg mit starker Energie

Die Hansestadt und die Stadtwerke Rostock AG

Schwerpunkt: Wettbewerb

Interview mit Dr. Achim Westebbe | Online-Gebäudeenergieausweis | Neue Kampagne zum Fahren mit Erdgas | Botschaft: Umweltfreundlicher Energieträger | Expertenbeitrag: Das Geheimnis starker Marken

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 18. Jahrgang | 3. Ausgabe | Oktober 2009

4. Ausgabe Dezember 2003

Botschaft: Wettbewerb als Wachstumschance | Strategie: Portfoliomanagement optimieren | Expertenbeitrag: Einsatz von BioErdgas im Erdgasmarkt Interview: Die VNG im Wettbewerb | Beitrag: Erdgasspeicher im Wettbewerb

103

Interviews

medium gas

2010.2

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 19. Jahrgang | 2. Ausgabe | Juli/August 2010

medium gas

Ausgabe 4 | 2010

medium gas

2010.3

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 19. Jahrgang | 3. Ausgabe | Oktober 2010

Energieberatung für Gewerbe und Industrie

Das Magazin für Kunden und Partner der VNG-Gruppe

medium gas

2009.1

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 18. Jahrgang | 1. Ausgabe | April 2009

Schwerpunkt: Energiepolitik Hildegard Müller, BDEW Versorgungssicherheit auch ohne staatliche Eingriffe

Stadtwerke Rostock AG Der Wind wird rauer

Ausgabe 2 | 2011

medium gas

medium gas

Das Magazin für Kunden und Partner der VNG-Gruppe

Das Magazin für Kunden und Partner der VNG-Gruppe

2009.2

Schwerpunkt: Gasinfrastruktur ONTRAS Kosten- und Anreizregulierung der Ferngasnetze – verbaute Zukunft?

Erdgas unterm Grunewald Erdgasspeicher Berlin im Porträt

„Die Versorgungssicherheit ist unsere größte Herausforderung“ Interview mit Jürgen Stotz

Ostdeutsche Gasinfrastrukturen im Fokus Speicher, Bioerdgas und Co.

02 | 2012

mediumgas

Ausgabe 1 | 2012

Ausgabe 1 | 2011

medium gas

Das Magazin für die Kunden und Partner der VNG-Gruppe | 18. Jahrgang | 2. Ausgabe | Juli 2009

Das Magazin der VNG-Gruppe

Soll ich oder

medium gas 4 | 2010 | Schwerpunkt: Mit Erdgas volle Kraft voraus

Seit Ende begleitet medium gas die Entwicklung der VNGGruppe zu einem wichtigen Erdgashändler und Energiedienstleister in Europa. 77 Ausgaben sind seither erschienen, zahlreiche Interviews geführt, Standorte und Geschäftsbereiche porträtiert.

3. Ausgabe September 2003

?

soll ich nicht

Erdgasheizung nd in Deutschla Erdgastankstellen mit Erdgasantrieb

Serienfahrzeuge

In Industrieunternehmen steht die technologische Nutzung von Energie im Vordergrund. Sie hat einen nicht unerheblichen Anteil an den Kostenbestandteilen. VNG steht mit ihrem Know-how für Energieeffizienz und Innovationen bei Industrieunternehmen. Wir bieten eine große Bandbreite an Angeboten von Beratungen zu energetischen Prozessen und Energieeffizienzberechnungen über Konzepte zur Energielastoptimierung bis hin zu gastechnischen Sicherheitschecks. Nutzen Sie unsere langjährigen Erfahrungen.

Turbo

PKW, verschiedene

Frühjahr 2012

PKW, neues Turbomodell

306 km (+480

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Verbrauch/100

CO 2-Emission

107

**

Verbrauch/ 100

16,2 kg (+22 l

330 km (+300

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Grundpreis

ab 16.150 €

Mercedes-Benz

Modell ab 2012 ERDGAS

Verbrauch/100

CO 2-Emission

Verbrauch/100

4,4 kg

*

85 (116) 16 kg (+54 l Benzin) 4,9 kg

CO 2-Emission

km Benzin)

320 km (+680

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

119

*

4,95 135

**

Grundpreis (inkl.

ab 16.422 €

MwSt.)

km

Reichweite

4,44

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

l Benzin)

km Benzin)

300 km (+660

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

114

Leistung/kW

51 (70) 13,2 kg (+45

km

Reichweite

4,24

ab 17.500 €

MwSt.)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

B 180 NGT

Serienauslauf/Neues

ERDGAS

CO 2-Emission

l Benzin) 4,2 kg

315 km (+680

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

134

Leistung/kW

51 (70)

km

Reichweite

4,95

ab 21.150 €

(inkl. MwSt.)

13,2 kg (+45

Verbrauch/100

km Benzin)

*

**

(PS)

Tankinhalt

Benzin) 4,9 kg

km

Reichweite

CO 2-Emission

Leistung/kW

88 (120)

(PS)

Tankinhalt

115

Power

Kombi

ERDGAS

Leistung/kW

4,24

MwSt.)

Fiat Fiorino Natural

Power

PKW

ERDGAS

*

**

Grundpreis (inkl.

ab 13.740 €

MwSt.)

Fiat Qubo Natural

Natural Power

PKW

km Benzin)

310 km (+690

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

3,94

Grundpreis (inkl.

Fiat Dobló Cargo

51 (70) 13 kg (+45 l Benzin) 4,2 kg

km

Reichweite

km Benzin)

*

(PS)

Tankinhalt

12 kg (+30 l Benzin) 3,9 kg

km

Reichweite

CO 2-Emission

Leistung/kW

51 (69)

(PS)

Tankinhalt Verbrauch/100

Varianten ERDGAS

ERDGAS Leistung/kW

Natural Power

Fiat Punto Evo

Power

Fiat Panda Natural

ab 29.512 €

MwSt.)

Turbo Turbo

Turbo

Turbo

Mercedes-Benz

Opel Zafira Tourer

E 200 NGT

PKW, ab Ende

PKW, auch als

Verbrauch/100

19,5 kg (+54

CO 2-Emission

360 km (+710

Verbrauch/100

Leistung/kW

110 (150)

CO 2-Emission

149

Verbrauch/100

CO 2-Emission

129

7/5-Sitzer

Variant

ERDGAS ERDGAS

Verbrauch/100

CO 2-Emission

*

CO 2-Emission

Leistung/kW

110 (150)

Verbrauch/100

110 (150) 24 kg (+11 l Benzin) 4,7 kg

CO 2-Emission

119

*

4,75 128

**

Grundpreis (inkl.

ab 27.900 €

MwSt.)

Turbo Turbo

Turbo

Fiat Fiorino Natural ***

VW CrossTouran

VW up!

TSI EcoFuel

Verbrauch/100

480 km (+150

Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

Leistung/kW

*

Verbrauch/100

Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

136

Leistung/kW

50 (68)

Verbrauch/100

13,2 kg (+45

300 km (+660

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

k. A.

CO 2-Emission

51 (70)

Leistung/kW

l Benzin)

Tankinhalt

4,4 kg

km

Reichweite

k. A.

86 (79 mit BlueMotion) k. A.

Opel Zafira CNG

Natural Power

CO 2-Emission

Ihre Ansprechpartnerin Ute Scholz | Industriekundenberatung Telefon +49 341 443-2623 | Fax +49 341 443-2922 | E-Mail ute.scholz@vng.de | www.verbundnetzplus.de

(PS)

16,2 kg (+ 22

Tankinhalt Verbrauch/100

CO 2-Emission

330 km (+300 *

Verbrauch/100

26 kg (+13 l Benzin) 5,7 kg

km

440 km (+130

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

134 MwSt.)

*

* ** ***

km Benzin) 5,76 156

**

Grundpreis (inkl.

k. A.

MwSt.)

geplant

autobahnnahe Erdgastankstellen

Technikträger,

Leistung/kW

Verbrauch/100

115 (156) 37 kg (+15 l Benzin) 9,3 kg

km

330 km (+110

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

5,15

CO 2-Emission

139

km Benzin)

*

9,40 254

**

Grundpreis (inkl.

ab 25.700 €

MwSt.)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

Serienmodell

ab 21.045 €

Leistung/kW

80 (109)

(PS)

37 kg (+13 l Benzin) 5,8 kg

Tankinhalt Verbrauch/100

km

630 km (+130

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

*

km Benzin) 5,86 157

**

Grundpreis (inkl.

MwSt.)

ab 22.884 €

Leistung/kW

ab 43.955 €

MwSt.)

Verbrauch/100

15 kg (+55 l Benzin) 3,7 kg

km

400 km (+600

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

*

Leistung/kW

Verbrauch/100

99 MwSt.)

Kastenwagen,

k. A.

Erdgastankstelle mit Bioerdgasanteil

Power

verschiedene

Varianten ERDGAS

480 km (+100

CO 2-Emission

*

Verbrauch/100

km Benzin) 15,15 222

**

Grundpreis (inkl.

MwSt.)

geplant

100 (136)

(PS)

37 kg (+15 l Benzin) 8,8 kg

Tankinhalt

53 kg (+14 l Benzin) 15 kg

km

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Leistung/kW

100 (136)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin) 3,74

**

Grundpreis (inkl.

Fiat Ducato Natural

Varianten ERDGAS

110 (150)

(PS)

Tankinhalt

Erdgastankund autobahnnahe Kraftstoff verbrauch mobil GmbH) mit€ Bioerdgasanteil (Quelle: erdgas

km: durchschnittlicher stelle kosten pro 100 €; Benzin: 1,55 der Kraftstoff ERDGAS: 1,01 autobahnnah Berechnung Stand Juli 2011. Basis zurErdgastankstelle Kraftstoff preise durchschnittliche g/km Verbrauch in Kombinierter Vorläufige Angaben

verschiedene

ab 2013 ERDGAS

ERDGAS

80 (109)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin) 4,95

**

Grundpreis (inkl.

l Benzin) 4,9 kg

km

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Leistung/kW

88 (120)

Sprinter NGT

Varianten ERDGAS

CO 2-Emission

Iveco Daily CNG

Audi A3 TCNG

EcoFuel

Kombi und Kastenwagen

ERDGAS ERDGAS

Leistung/kW

VW Caddy Maxi

Kombi und Kastenwagen

ab 02/2012

370 km (+150

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

***

CNG ecoFLEX

Kombi/Kastenwagen,

verschiedene

110 (150) 21 kg (+14 l Benzin) 5,1 kg

km

Reichweite

134

MwSt.)

VW Caddy EcoFuel

***

Opel Combo

Mercedes-Benz

ERDGAS

Verbrauch/100

4,95

ab 20.765 €

MwSt.)

(PS)

Tankinhalt

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

l Benzin) 4,9 kg

325 km (+300

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

119

Leistung/kW

88 (120) 16,15 kg (+22

km

Reichweite

4,44

ab 15.113 €

MwSt.)

(PS)

Verbrauch/100

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

ecoFLEX

PKW

Kastenwagen ERDGAS

(PS)

Tankinhalt

k. A. 3,2 kg

*

**

Grundpreis (inkl.

ab 31.375 €

MwSt.)

km

Reichweite

km Benzin) 5,05

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

24 kg (+ 11 l Benzin) 5,0 kg

km

Reichweite

Fiat Dobló Cargo

ERDGAS ERDGAS

ERDGAS 110 (150)

(PS)

Tankinhalt

Power

Kastenwagen

2012

PKW, Serienmodell

7/5-Sitzer

Leistung/kW

km Benzin)

500 km (+150

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

4,34

ab 30.825 €

MwSt.)

km

Reichweite

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

21 kg (+31 l Benzin) 4,3 kg 460 km (+480

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

119 ab 30.825 €

MwSt.)

km

Reichweite

4,34

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Verbrauch/100

km Benzin)

460 km (+480

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Tankinhalt

21 kg (+ 31 l Benzin) 4,3 kg

7

km

Reichweite

156

Leistung/kW

110 (150)

(PS)

Tankinhalt

5,76

ab 27.771

MwSt.)

EcoFuel

VW Touran TSI

EcoFuel

VW Passat TSI

ERDGAS Leistung/kW

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

k. A.

EcoFuel

Limousine

80 (109) 26 kg (+13 l Benzin) 5,7 kg 450 km (+130

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

4,75

MwSt.)

km

Reichweite

k. A.

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

k. A. 4,7 kg

*

Kraftstoffkosten € pro 100 km in

5,56

ab 46.700 €

MwSt.)

km

Reichweite

km Benzin)

*

**

Grundpreis (inkl.

(PS)

Tankinhalt

l Benzin) 5,5 kg

km

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in

Leistung/kW

120 (163)

(PS)

Tankinhalt

SM „Tramper“ ERDGAS

ERDGAS ERDGAS

Leistung/kW

VW Passat TSI

VW Caddy EcoFuel

***

CNG ecoFLEX

2011

Limousine

ab 42.156 €

km

400 km (+100

Reichweite Kraftstoffkosten € pro 100 km in CO 2-Emission

*

km Benzin) 8,88 239

**

Grundpreis (inkl.

(3) Anzahl

MwSt.)

ab 37.604 €

Modernisierungsstau?

www.erdgastanken.vng.de Stand: September

02.12.2011

2011

11:18:48

1 VNG_mediumgas_03_2011_Einleger.indd

Gas Aktiengesellschaft VNG – Verbundnetz 7 | 04347 Leipzig Braunstraße Leipzig 12 63 | 04332 443-1500 Postfach 24 Fax +49 341 341 443-0 | Telefon +49 | www.vng.de info@vng.de

02.12.2011

EffiziEntE HEizungsanlagEn sind längst auf dEm markt. trotzdEm zögErn viElE HausbEsitzEr, wEnn Es um dEn austauscH dEr altHEizung gEHt. was sind diE ursacHEn?

11:19:23

2 VNG_mediumgas_03_2011_Einleger.indd

Schwerpunkt: Eine Stadt voll Energie

Energie mit Zukunft – Zukunft mit Energie

SCHWERPUNKT: Mit Erdgas volle Kraft voraus

Im Fokus Energie der Zukunft – Quo vadis, Kommune? Seite 28

Interview Trendforschung 2020 „Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann, dass So leben wir jeder Haushalt ein Mikro-BHKW im Keller stehen hat“ in der Zukunft Seite 26 medium gas | 19. Jahrgang | Ausgabe 4 | Dezember 2010 Seite 38

→ GuD-Anlagen

Stadt der Zukunft Masdar City – die umweltfreundlichste Stadt der Welt Seite 38

Erdgastechnologie Kommunen und VNG arbeiten gemeinsam an Energiekonzepten für die Zukunft Seite 42

medium_gas_2010_4_Umschlag.indd 1

→ Kommunales GuD

SCHWERPUNKT: Zukunft Erdgas → Interview

→ Mikro-BHKW

Spitzenkraft für Spitzenlast

Neues Gaskraftwerk in Halle versorgt die Stadt mit Strom und Wärme

Ein rotes Heimkraftwerk erwärmt nicht nur das Haus

Seite 22

Seite 32

Seite 34

15.12.2010 10:13:46

→ Treffpunkt Zukunft

SCHWERPUNKT: Wind, Sonne und Biogas – mit Erdgas der Energiemix der Zukunft. → IEU-Modernisierungskompass 2011

Zukunft durch Vielseitigkeit

Innovationspreise auf der Energiefachmesse enertec 2011 verliehen

Erdgas als bezahlbare Heizoption

Seite 28

Seite 32

Seite 36

→ Interview mit Prof. Dr. Klaus Töpfer

→ Infrastruktur

Die Energiewende als deutsches Gemeinschaftswerk

Erdgasinfrastruktur wird zu einem Schlüsselfaktor in Deutschland

Seite 28

Seite 32

→ 40 Jahre norwegisches Erdöl-Abenteuer

Das Leben auf einer Bohrinsel Seite 38

SchWERPUNKT: Dezentrale Energiesysteme → KWK-Förderung Neuer Zuschuss für erdgasbetriebene Mini-KWK-Anlagen Seite 17

→ Forschung Das „Regionale Virtuelle Kraftwerk“ der TU Dresden Seite 24

→ Pilotprojekt „ÖkoEnergie“ Mit Mini-KWK-Anlagen mehr Energieeffizienz an der Ostseeküste Seite 30


medium gas 2.2012