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AndrĂŠ Hammon

A s t r o l o g i s c h e

Gesundheits-Fibel

Edition Astrodata


AndrĂŠ Hammon

A s t r o l o g i s c h e

Gesundheits-Fibel

Edition Astrodata


Copyright Š 2000 Edition Astrodata, CH-8907 Wettswil Alle Rechte vorbehalten Originalausgabe Korrektorat: Alexander Lanz Druck: J. P. Himmer GmbH, D-Augsburg

ISBN 3-907029-68-2


Inhalt

Vo r w o r t

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KAPITEL 1

Einführung

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Krankheit – Gesundheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Der Sinn von Krankheiten – ihre Entstehung und Bedeutung . . . . . . . . . . . . 9 Gesundheit in einem kranken System . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Psychosomatik: Der Einfluss der Psyche auf das körperliche Wohlbefinden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Astromedizin – Astrosomatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Das Ursache-Wirkungs-Prinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Astromedizin: Astrologisch-medizinische Diagnose aus dem Horoskop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beispiel Gerald . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Astrosomatik: Psychisch-physiologische Zusammenhänge in der Ursache erkennen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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KAPITEL 2

Deutungshilfen

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Die Tierkreiszeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Anatomische, psychosomatische und pathologische Entsprechungen . . . . 23 Die Planeten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Gesundheit und Krankheit im Spiegel der Planetenkräfte . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Die Häuser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Die krankheitsbezogenen Entsprechungen der Häuser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Der Aszendent . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 Die pathologischen Entsprechungen des Aszendenten in den zwölf Tierkreiszeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 KAPITEL 3

Chancen der Heilung

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Chiron in der Astronomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 Die Bedeutung der Entdeckung Chirons für die Astromedizin . . . . . . . . . . . 47

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Chiron in der Psychologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 Die psychologische Dimension des Kentauren im menschlichen Erleben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 Chiron in der Astrologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die drei Stufen der Heilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stadium der Hemmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stadium der Kompensation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stadium der Erlösung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Bedeutung Chirons in den Zeichen und Häusern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Chiron im Aspekt zu den Planeten Mars bis Neptun und zu den Achsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

52 52 52 53 54 56 66

Chiron im Aspekt zu den Mondknoten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 Karmische Verbindungen durch Schmerz erlösen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 KAPITEL 4

Praktische Astromedizin

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Die Möglichkeiten und Grenzen der Astromedizin für Therapie und Heilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79

Krankheitsbilder der äusseren Planeten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Der Einfluss und die Bedeutung von Saturn, Uranus, Neptun und Pluto für die astromedizinische Diagnose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Krankheitsbilder des Saturn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Krankheitsbilder des Uranus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Krankheitsbilder des Neptun . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Krankheitsbilder des Pluto . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

81 81 86 88 90 93

Die Bedeutung des Mondes in der Astromedizin . . . . . . . . . . 96 Krankheitsbilder des Mondes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 Seelische Gesundheit durch Befolgung der natürlichen Zyklen . . . . . . . . . . 98 Krankheitsverlauf und Operation unter dem Einfluss des Mondes . . . . . . . 102 Astromedizinische Vorhersage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104 Die Rolle des Astrologen in der astromedizinischen Beratung . . . . . . . . . . . 104 Noch einmal die wichtigsten Praxisregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106

Literaturhinweise

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Vo r w o r t

A

lles, was uns im Leben an «Gutem» oder «Bösem» widerfährt, ist hausgemacht und liegt nicht ausserhalb von uns begründet. Unser Schicksal ist nur ein Spiegelbild unserer Seelenlandschaft, eine individuell inkarnierte Matrix, die durch bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen ihre Vervollständigung sucht. In diesem Sinne kommen auch Krankheiten nicht von ungefähr. In jeder Erkrankung steckt eine seelische Botschaft, die nach bewusster Integration strebt. Krankheiten, meist in Verbindung mit Schmerz und Leid, machen uns auf ein bestimmtes, nicht gelebtes persönliches Potential aufmerksam, das bisher verdrängt oder noch unentwickelt sich schliesslich über den Körper einen Ausdruck verschafft. Kommt es dann tatsächlich zu einer Erkrankung, müssen wir unsere Gewohnheiten in Frage stellen, soll uns das Schicksal nicht noch härter treffen. Dabei steht die Frage im Raum, was uns die Krankheit sagen will, welche Körperpartien oder Organe davon betroffen sind und welche Auswirkungen die körperlichen Einschränkungen auf unseren Alltag haben. Über die Körper- und Organsprache und deren Bedeutung kommen wir der Ursache schneller auf die Spur und können so gezielt Gegenmassnahmen ergreifen. Wer sein Krankheitsbild im Blickwinkel der Psychosomatik bzw. Astrosomatik diagnostiziert, signalisiert ein grosses Mass an Selbstverantwortung und gibt sein gesundheitliches Wohlbefinden nicht in die Hände anderer. Selbsterkenntnis öffnet uns die Augen für schädliche oder überholte Lebensmuster und wir begreifen eine Krankheit als längst überfällige Kurskorrektur. Selbstverantwortliche Menschen geben sich mit dem allopathischen Retuschieren der Krankheitssymptome nicht länger zufrieden. Sie wollen verstehen, was einer Erkrankung zu Grunde liegt und was sie daraus im Sinne ihrer persönlichen Entwicklung verinnerlichen müssen. Dabei kann uns die medizinische Astrologie eine Orientierungshilfe sein, da wir anhand der individuell kosmischen Struktur die ursächliche Seelenproblematik ins Bewusstsein heben können. Sie offenbart uns Lösungswege für die tiefer liegende Thematik und dient als Lotse durch die manchmal schwer entzifferbaren Zeichen unserer Seelenlandkarte. Die praktische Astromedizin verfolgt zudem einen prophylakti7


schen Charakter, indem wir das spezifische Seelenmuster für uns entschlüsseln und in unseren Lebensalltag integrieren. Dadurch entgehen wir krankmachenden Entwicklungen. Die Astrologische Gesundheits-Fibel richtet sich an Menschen, die selbstverantwortlich ihre Gesundheit in die Hand nehmen und ihren zu Grunde liegenden Seelenplan in diesem Leben besser verstehen wollen. Gerade Behandlerinnen und Behandler, die ihre Berufung als ein aktiver Beitrag zur Gesundung des Menschen mit Hilfe des Horoskops verstehen, finden in dieser essentiellen Sammlung einen Wegweiser durch das Labyrinth astromedizinischen Wissens. Das Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich möchte vielmehr meine Leserinnen und Leser zum kreativen Forschen anregen und dazu, die Interpretationen im Sinne einer Weiterentwicklung auf diesem Gebiet zu ergänzen oder zu modifizieren. Bamberg, im Mai 2000 André Hammon

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KAPITEL 1

Einführung Krankheit – Gesundheit Der Sinn von Krankheiten – ihre Entstehung und Bedeutung

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er Schriftsteller Peter Altenberg äusserte sich einmal: «Krankheit ist der Aufschrei einer beleidigten Seele.» Doch was hat die Seele beleidigt, und was will sie uns durch die Krankheit sagen? Was für den Allopathen etwas Körperliches darstellt, ist für den ganzheitlichen Behandler ein komplexes Zusammenspiel von Seele, Geist, Emotionen, Körper, Anlage, soziales Umfeld und Umweltbedingungen. Gerät ein Bereich einmal aus dem Lot, wie zum Beispiel durch ein traumatisches Erlebnis, werden automatisch die anderen Ebenen in Mitleidenschaft gezogen. Dabei muss es aber noch lange nicht zum Ausbruch einer Erkrankung kommen. Multiple Faktoren tragen dazu bei, dass irgendwann der Körper in Mitleidenschaft gezogen wird. Das können unter anderem Stress, Ängste, wirtschaftliche Schwierigkeiten oder nervliche Belastungen sein, die aus anfänglich traumatischen Erlebnissen mit der Zeit körperliche oder organische Funktionsstörungen ausbilden. Natürlich kommt auch der umgekehrte Fall vor, dass bereits von Geburt an körperliche Schädigungen vorliegen, die im Laufe der Zeit psychische Beeinträchtigungen zur Folge haben. Dass es aber nicht so sein muss, beweisen zahlreiche Einzelschicksale, wo Menschen trotz körperlicher Behinderung erfolgreich im Leben stehen. Es gibt auch Fälle, dass Menschen mit psychischen Störungen sich ein Leben lang körperlich wohl fühlen (wenn auch öfters unter Anwendung von Psychopharmaka). Unabhängig davon, welche Form sich eine Erkrankung für ihre körperliche, organische oder psychische Manifestation sucht, steht hinter der Erscheinung eine Botschaft bzw. eine Aufgabe, die im Leben einer Person eine deutliche Rolle spielen möchte. Insofern ist eine Erkrankung nicht etwas, was mit dem Patienten nichts zu tun hätte. Also ein Zustand, den man möglichst schnell wieder beseitigen möchte. Eine Krankheit fordert den Betreffenden auf, sich den Signalen eingehender zu widmen, sich damit zu identifizieren, um die9


sen vorher abgelehnten Teil nicht noch weiter von seiner Persönlichkeit abzuspalten. Wer dazu imstande ist, den wird eine Krankheit stärken und resistenter gegen äussere Einflüsse machen. Diese Situation zeigt sich immer sehr deutlich bei Kinderkrankheiten und den hernach sprunghaft einsetzenden Entwicklungsschüben. Der Sinn hinter jeder Krankheit bedeutet persönliche Entwicklung! Gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen nur dann, wenn zeitlich reife Themen entweder verdrängt werden oder den Evolutionsprozess einer Person behindern. Vererbte Erkrankungen erfordern eine in vergangenen Leben vernachlässigte Auseinandersetzung mit persönlichkeitsrelevanten Themen. Wer sich diesen Themen stellt, wird meist durch diese Beeinträchtigung gestärkt. Demnach kann eine Erkrankung eine Stärkung bedeuten.

Gesundheit in einem kranken System Ist ein Mensch gesund, der auf den ersten Blick gewohnte Körperproportionen aufweist und «normale» Verhaltensweisen zeigt? Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Gesundheit als einen Zustand körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens bzw. als ein Fehlen entsprechender Störungen und Erkrankungen, die pathologisch begründbar sind. Aber wer von uns kann schon behaupten, sich körperlich, geistig, seelisch und sozial völlig in Ordnung zu finden? Vor allem wenn man dem Leben nicht nur die oberflächliche Seite abgewinnen will, stösst man auf eine ganze Reihe denaturalisierter Entwicklungen unserer immer neurotischer werdenden Gesellschaft. Wer sich auf die Natürlichkeit des Lebens besinnen will, findet jedenfalls immer weniger äussere Faktoren, die ihm eine solche Lebensweise erleichtern. Ob die Menschheit im Sinne der WHO-Definition in Zukunft diesen Standard halten kann, darüber lässt sich in einer Zeit der zur Norm werdenden genmanipulierten Lebensmittel und wachsenden lebensfeindlichen Umweltbedingungen wie Ozonloch nur spekulieren. Vermutlich ist unser System deshalb aus dem Lot geraten, weil wir die komplexen Zusammenhänge dessen was wir tagtäglich tun nicht erfassen. Wir lösen Probleme, die wir selbst verursacht haben und kaschieren dabei nur die Auswirkungen, sozusagen die Symptome, anstatt das Elend an der Wurzel zu packen. Im Prinzip wäre alles ganz einfach, wenn nicht am Übel der Welt so viel Profit herauszuschlagen wäre. Und was auf der politischen oder gesellschaftlichen Ebene geschieht, durchdringt natürlich auch das Gesundheitswesen. 10


Würde ein Arzt für die Dauer der Gesundheit eines Patienten sein Honorar erhalten, und entsprechend «leer» ausgehen, wenn sein Klient erkrankt, wäre er natürlich ernsthaft an der Gesunderhaltung seines Kunden bemüht. Leider ist es aber genau umgekehrt. Wenn ein Arzt reich werden will, und im Prinzip hat er das Recht dazu, wird er natürlich seinen Patienten möglichst lange an sich binden wollen. Der Einzelne hat sich dabei in diesen Rahmen voll integriert. Er delegiert sein Gesundwerden an einen Arzt oder Heilpraktiker und erhofft sich Linderung oder Heilung durch äussere Einflüsse. Er missachtet die Verantwortlichkeit sich selbst gegenüber und legt sein Schicksal in die Hände anderer. Er empfindet Krankheit als eine Art Behinderung, was seinen gewohnten Tagesablauf beeinträchtigt. Würde er sein Leiden aus der Perspektive der Ganzheitlichkeit betrachten, so würde er seine Krankheit als einen Teil von sich wahrnehmen, gegen den er nicht anzukämpfen braucht. Selbstannahme durch Konfrontationsfähigkeit und Selbstverantwortung lassen die Seele und somit auch den Körper gesunden. Wer diesen Weg geht, stösst allerdings in unserem System immer wieder auf Widerstände. Letztendlich ist es aber der authentische und «richtige» Weg.

Psychosomatik: Der Einfluss der Psyche auf das körperliche Wohlbefinden Die Kenntnis über psychosomatische Zusammenhänge ist der erste wichtige Schritt der Beachtung von ganzheitlichen Zusammenhängen. Generell steht dieser Begriff für die Wechselwirkung von Körper und Seele und stammt bereits aus dem Jahre 1818. Die klinische Medizin versteht unter diesem Begriff eine Krankheitslehre, die psychische Einflüsse auf somatische Vorgänge, wie zum Beispiel Asthma bronchiale, berücksichtigt. In einem erweiterten Rahmen können alle psychogenen Erkrankungen, wie zum Beispiel ein psychovegetatives Syndrom, die zu somatischen Symptomen und pathologischanatomischen Veränderungen führen, als psychosomatische Krankheiten verstanden werden. Die Schulmedizin gebraucht diesen Begriff also eher in einem eingeschränkten Rahmen. Sie geht nicht davon aus, dass jede Erkrankung psychische Ursachen haben muss oder zumindest psychisch begünstigt wird. In der Komplementärmedizin wird der Begriff Psychosomatik wortwörtlich genommen, wobei neben den psychischen Einflüssen auch seelische oder emotionale Faktoren mit einbezogen werden. 11


Die Vorgehensweise beruht auf der Erkenntnis, dass vielen Menschen der direkte Bezug zu ihrem Emotionalkörper fehlt. Sie können vielleicht ihre Probleme kognitiv lösen oder die Ursachen und Zusammenhänge ihrer Erkrankung verstehen. Die Information, die zu einem entsprechenden Verhalten führt oder bestimmte Erkrankungen auslöst, steckt aber noch tief im Zellgewebe oder entsprechend im emotionalen Bereich des Körpers. Diese Konditionierung muss erst aufgelöst werden, bevor der Körper wieder gesunden kann. Innovative Ansätze der Psychosomatik beziehen in Krisensituationen zusätzlich spirituelle Faktoren mit ein. Psychische Erkrankungen zum Beispiel lassen sich aus dem Hintergrund einer spirituellen Krise besser erklären. Was im psychosomatischen Ansatz nur lückenhafte, meist kognitive Hinweise liefert, kann durch die Hinzunahme der spirituellen Dimension möglicherweise aufgelöst werden. Bei diesem Modell wird eine weitere Ebene, die Spiritualität, als mögliche Quelle der Heilung einbezogen. Wer beratend oder behandelnd tätig ist, wird bei Erkrankungen immer wieder auf Ursachen stossen, die seelisch und damit auf der spirituellen Ebene angesiedelt sind. Auf der metaphysischen Ebene verlassen wir allerdings den wissenschaftlich-rationalen Erklärungsansatz der Psychosomatik, was aber noch lange nicht die Existenz der spirituellen Instanz leugnet. Vielen wurde spirituell geholfen, wo die Allopathie versagte. Es führen bekanntlich viele Wege nach Rom, und wer heilt, hat recht!

Astromedizin – Astrosomatik Das Ursache-Wirkungs-Prinzip Die Astrologie mit ihrer Sektion Astromedizin versteht sich als ein komplexes Denkmodell der Evolutionsprozesse menschlicher Seelen. Bei der Betrachtung eines Horoskopes wird die Qualität eines winzigen Momentes fixiert und auf Papier gebracht. Diese kosmische Prägung enthält den Seelenplan einer bestimmten Person und impliziert sämtliche Entwicklungen im Vorfeld und den kommenden Zeitfortschritt mit den Herausforderungen für das weitere Wachstum im Sinne der seelischen Vervollständigung. Die Geburt eines Menschen ist demnach nicht etwas völlig Neues, sondern baut auf der bis dahin stattgefundenen Entwicklungsstufe auf. Neu ist nicht mal der Körper, denn auch der hat sich im Laufe der Jahrmillionen in seine heutige Form transponiert. Ein geborener Körper ist höchstens «frisch» und wird im Laufe eines Lebens wieder altern und ver12


gehen, jedoch weitere Informationen sammeln, sozusagen weiter «mutieren», um sein Fortbestehen durch Anpassung an aktuelle Bedingungen zu sichern. Auch die menschliche Seele ist etwas durch viele Inkarnationen «Gewachsenes» und Gereiftes. Wer sich mit Astrologie beschäftigt, wird um den Gedanken der Inkarnation nicht herumkommen. Die Astrologie lehrt uns durch die Transite der Planeten, ein tieferes Verständnis für den Prozess des Werdens, Seins und Vergehens zu gewinnen. Immer wieder wird ein neuer Zyklus – wie etwa die Mondphasen – geboren, der im Laufe der Zeit seine Qualitäten entfaltet. Irgendwann ist aber einmal ein so genanntes Äon abgeschlossen. Obwohl diese Ära unwiederbringlich vorbei ist, wird die Essenz dennoch als eine Art Erbmaterial weitergegeben, damit in Verbindung mit neuen Einflüssen etwas Grossartigeres, Perfekteres entstehen kann. Wer dieses Geschenk annehmen kann, wird sein Leben im Sinne der Evolution mit vielen Erfahrungen anreichern und es zu gegebener Zeit loslassen können. Der Betreffende ist sich bewusst darüber, dass die nächste Ebene eine reichere und vollständigere sein wird, vorausgesetzt, er hat sich den Aufgaben gestellt und diese gemeistert. Im Laufe der persönlichen Reifung kommt es zur Erkenntnis, dass es so genannte Zufälle im Leben nicht geben kann. Ob wir nun vom Glück gesegnet sind oder schwer erkranken: Diese Schicksalsschläge verfolgen den Sinn der seelischen Vervollständigung durch emotionale bzw. körperliche Erfahrungen. Wer wach durchs Leben geht, kann viele seiner Handlungen, Wünsche oder Projektionen mit ihren Feedback-Mechanismen in der Welt verwirklicht sehen. Was einem Menschen heute begegnet, können die Auswirkung seiner Taten von gestern oder von früheren Jahren oder von vorherigen Leben sein. Umgekehrt bestimmen die heutigen Handlungen die Auswirkungen für das Leben von morgen und der kommenden Jahrzehnte, Jahrhunderte … Im Universum geht keine Energie verloren. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus. Astrologische Studien schenken uns nicht nur ein tieferes Verständnis für das Ursache-Wirkungs-Prinzip, sondern geben uns Hinweise darauf, wie wir unser Leben selbstverantwortlicher in die Hand nehmen können. Wir Menschen haben im Vergleich zu allen anderen Lebensformen die Gabe des freien Willens. Wir können also selbst entscheiden, ob wir mit unseren Bekannten «einen Heben» wollen oder stattdessen lieber mit Freunden einige Qi-Gong-Übun13


gen praktizieren. Was dabei dem gesamtheitlichen Wohlbefinden zu Gute kommt, erklärt sich von selbst. Und wer lange Zeit Raubbau mit seiner Gesundheit treibt, kann tatsächlich eines Tages mit den Folgen seines Handelns schmerzlich konfrontiert werden. Und wie die krankmachenden Dingen körperlich einverleibt werden können, so kann das im gleichen Masse auf der seelischen Ebene – etwa durch negative Einflüsse oder selbstsüchtige Taten – geschehen. Die Auswirkungen werden dem Betreffenden eines Tages serviert, auch die psychischen. Ich möchte an dieser Stelle nicht den moralischen Zeigefinger erheben, sondern Sie als Leser ermutigen, Ihr Leben aus der Perspektive der Selbstverantwortung für Ihr Handeln zu betrachten. Schauen Sie kritisch auf Ihr Leben zurück. Das Ergebnis Ihres heutigen Befindens liegt in Ihrem vergangenen Verhalten und der aktuellen Einstellung dazu. Wenn Sie morgen nicht von Ihrem selbstgeworfenen Bumerang getroffen werden wollen, entschliessen Sie sich besser heute, Ihre Verhaltensweisen zu ändern. Ein gesunder Organismus ist kein Zufallsprodukt. Wenn jemand heute masslos Raubbau an seinem Körper treiben kann, so profitiert er von den Lorbeeren seiner vergangenen Leben. Allerdings vergisst er dabei, neue Samen zu legen, und wird deshalb früher oder später zur Rechenschaft gezogen. Es hat also wenig Sinn, sich über seine jetzige Verfassung zu beschweren. In der Tat wird es immer Menschen geben, denen es offensichtlich besser geht. Allerdings finden sich bestimmt genauso viele, die vom Schicksal härter geR a d d e s S c h i c k s a l s (Marseille-Tarot) troffen sind. Ein schwa14


cher Trost? Nein. Höchstens eine Ermunterung für einen aufmerksameren Umgang mit sich selbst und der Herausforderung, sein Leben aktiv in die Hand zu nehmen. Wie viele Menschen sterben täglich an Hunger und schwer heilbaren Erkrankungen. Unzählige Menschen nehmen tagtäglich wegen medizinischer Unterversorgung ernst zu nehmende gesundheitliche Schädigungen in Kauf. Es muss schon ein ungerechter Gott sein, der seine Geschöpfe hungernd im Sand verenden lässt, während einige in Saus und Braus das Leben feiern. Wer weiss, welche Seelenerfahrungen eine Inkarnation in die Sahel-Zone veranlassen und wer vielleicht durch viel Leid in seinen Vorleben sich einen Platz unter optimalen Bedingungen erarbeitet hat. Wenn wir über unseren Tellerrand hinausblicken, erkennen wir dahinter eine kosmische Gerechtigkeit, die auf ein kurzes Leben bezogen durchaus gewissenlos erscheinen mag. Menschen, die also durch ein gesundheitliches Leid gekennzeichnet sind, bringen ihre Disposition dafür in dieses Leben mit. Eine Horoskopanalyse kann diesbezüglich wertvolle Hinweise liefern. Die damit verbundenen Erfahrungen wie Schmerz, Kummer und Entbehrungen bringen den Betreffenden auf einen anderen Weg, der geradewegs ins Herz der Seele und so zu Gott führt. Diejenigen, die diese Chance nicht wahrnehmen, werden an ihrer Verbitterung über die Ungerechtigkeit im Leben zu Grunde gehen. Wer sich seines Schmerzes annimmt, geht den Weg des Chiron, der durch Akzeptanz seiner Wunde und durch Hingabe an sein Schicksal und eine höhere Fügung seine Erfüllung in Form der Unsterblichkeit fand.

Astromedizin: Astrologisch-medizinische Diagnose aus dem Horoskop Wer nach klassischer Manier astrologisches Wissen erworben hat, wird sich auf die krankheitsbezogenen Faktoren des Horoskops – das sechste Haus und das Zeichen Jungfrau – stürzen. Natürlich wird er dann die Herrscherregel anwenden und entsprechend erste Diagnosen ableiten wollen. Ich rate von einer solchen pauschalen Vorgehensweise strikte ab. Stattdessen müssen weitere in Frage kommenden Faktoren gegeneinander abgewogen und sozusagen ein oder mehrere eindeutige Signifikanten gefunden werden. Folgende Vorgehensweise hat sich in der Praxis als brauchbar erwiesen: Zunächst gilt es, der Reihenfolge nach die Zeichen des ersten, sechsten, achten und zwölften Hauses zu analysieren, in einem nächsten 15


Schritt die Zeichenposition als Anlagesignifikant des jeweiligen Herrschers. In diesem Zusammenhang kann zur Ergänzung für weitere Untersuchungen ebenfalls die Hausposition mit einbezogen werden. Die Zeichenstellung wird obligatorisch durch ein planetares Prinzip besetzt, das für die Untersuchung festzuhalten ist. Danach folgen die Planetenaspekte zum Herrscher von eins, sechs, acht und zwölf in der Reihenfolge ihrer Gewichtigkeit. Priorität haben enge und harte Aspekte wie Konjunktionen, Quadrate und Oppositionen, erst dann folgen Sextile, Trigone sowie Halb- und Anderthalbquadrate. Halbsextile und Confinis-Aspekte sowie Quinkunxe können im Anschluss dazugenommen werden, sind aber vorerst nicht zwingend mit einzubeziehen. Als nächstes werden die Mars-, Saturn-, Chiron-, Neptun- und Pluto-Verbindungen näher betrachtet. Lassen sich bereits erste Tendenzen erkennen? In den meisten Fällen gibt es dominantere Planeten, welche durch Wiederholungsaspekte mehrmals angesprochen werden. In einem nächsten Schritt können dann die direkten Halbsummen der Herrscher von sechs, acht und zwölf herangezogen werden. Ist immer noch kein klares Bild erkennbar, ist zusätzlich die Berechnung des Substanzpunktes angeraten, der sich in der astromedizinischen Analyse gut bewährt hat. Diesen sensitiven Punkt errechnen Sie wie folgt: Zunächst wird beim Radixhoroskop zwischen einer Tag- und einer Nachtgeburt unterschieden. Eine Nachtgeburt lässt sich an einer Sonne-Position in den ersten sechs Häusern, das heisst unterhalb der Aszendent/Deszendent-Linie (in der so genannten nördlichen Hemisphäre), ablesen. Mit der Taggeburt verhält es sich entsprechend umgekehrt. Für die Nachtgeburt gilt folgende Berechnungsformel: Gradzahl des Aszendenten plus Gradzahl des Saturn minus Gradzahl des Mars. Für die Taggeburt gilt folgende Formel: Gradzahl des Aszendenten plus Gradzahl des Mars minus Gradzahl des Saturn. Ausgangspunkt ist für beide Berechnungen 0° Widder. Es kann vorkommen, dass die Gradsumme von Aszendent plus Saturn (oder Mars) kleiner ist, als die Gradzahl des Subtrahenten Mars (oder Saturn): Addieren Sie in diesem Fall den Kreisumfang von 360° dazu. In andern Fällen ist die Gradsumme grösser als 360: Ziehen Sie dann 360 von der Zahl ab. Der Herrscher des Zeichens, in dem sich der Substanzpunkt befindet, stellt nun einen wichtigen Faktor für die astromedizinische Diagnose dar. 16


Es gibt noch einen zweiten Substanzpunkt, der sich aus der Gradposition innerhalb eines Tierkreiszeichens ermitteln lässt. Die Grundlage hierfür bildet die Aufteilung jedes 30°-Segments (Tierkreiszeichen) in 12 gleich grosse Abschnitte, denen (in der Reihenfolge des Tierkreises) die Qualitäten der einzelnen Tierkreiszeichen zugewiesen werden. Das bedeutet also, dass der erste Abschnitt von 0° bis 2° 30' dem Zeichen Widder und seinem Herrscher Mars zugeordnet werden, der zweite Abschnitt von 2° 30' bis 5° dem Zeichen Stier mit seiner Herrscherin Venus usw.

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Astrologische Gesundheitsfibel  

Astromedizinisches Kompendium von Andre Hammon mit Interpretation aller relevanter Konstellationen

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