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FORUM FOR AN ATTITUDE

DEPOT BASEL


16.10.2015 – 14.02.2016 2


Über Das “Forum für eine Haltung” findet an zwei Orten statt: Als eine Serie von fünf Foren im Depot Basel und als eine Ausstellung in der Vitra Design Museum Gallery in Weil am Rhein. Die Ausstellung beschreibt Design als eine vielfältige Disziplin. Sie analysiert die Verbindung zwischen den Haltungen von DesignerInnen und den Arbeiten, die sie schaffen. Die in der Ausstellung vorgestellten DesignerInnen haben ihre Ausbildung vor noch nicht allzu langer Zeit abgeschlossen. Ihre Arbeit wird von ihren Naturellen und Charakteren bestimmt: Was sind die Überzeugungen, die sie dazu bringen, gestalterisch zu handeln? Was sind die Beweggründe, denen wir das Entstehen ihrer Auseinandersetzungen und Vorschläge verdanken? Die Ausstellung mit Arbeiten und Haltungen von 24 DesignerInnen, Einsichten in den zeitgenössischen Designberuf und ein Fragenautomat für BesucherInnen ergeben ein Forum − einen ausgewiesenen Repräsentationsraum − für das, was DesignerInnen heute ausdrücken und bewirken möchten. Die fünf Foren im Depot Basel sind ein Raum für den professionell-freundschaftlichen Austausch zwischen Nicht-DesignerInnen, DesignerInnen, PraktikerInnen, DenkerInnen und AmateurInnen, für die Entwicklung von Ideen und das Experiment; und ein physischer Ort, an dem Haltung eingenommen wird und ein Netzwerk entsteht. Depot Basel erachtet das Zusammenkommen von Menschen zu gemeinsamen Dialogen und Aktivitäten als äusserst wichtig; das Bestreben, uns von herkömmlichen Vorstellungen von Zusammenarbeit und Austausch zu lösen, ist entscheidend dafür, was wir als Ort für kontemporäre Gestaltung tun. Eine kleine Broschüre wird die Ereignisse beim “Forum für eine Haltung” zusammenfassen und ab April 2016 im Depot Basel erhältlich sein.

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Über das Projekt Ausstellung 24 Positionen – eine Auswahl kürzlich entstandener Designprojekte – stellen Design als eine vielfältige und gesellschaftliche Disziplin dar. Die Exponate werden von den persönlichen Haltungen, die in Texten illustriert werden, begleitet. Da “typische AusstellungsbesucherInnen ausgestellte Arbeiten selten als Gebrauchsgegenstände wahrnehmen” (Boris Groys “Politics of Installation,” 2009) sind die Projekte nicht physisch präsent, sondern als Bilder im Massstab 1:1. Datenerhebung Wie möchten DesignerInnen wahrgenommen werden? Was sind überhaupt die Resultate ihrer Arbeit? Was sollten Menschen über Design wissen? Wir haben eine Serie von Fragen entwickelt, um gemeinsam mit Jeannette Petrik und Zeno Franchini eine Umfrage unter DesignerInnen zu machen. Depotgrafie Die Szenografie vermittelt die Identität eines Ortes für kontemporäre Gestaltung und ist eine offene Bühne für alle teilnehmenden DesignerInnen und Nicht-DesignerInnen. Das System besteht aus Rahmen, die Flachware und Produkte sowohl horizontal als auch vertikal präsentieren. Ein Ausstellungsdisplay, ein Denkraster und eine Absichtserklärung – Eine Zusammenarbeit von Depot Basel, Emyl und Moritz Lehner aus dem Jahr 2013. Sie ist ein kontinuierliches Werkzeug.

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Visuelle Sprache Die visuelle Identität wurde mit Christophe Clarijs entwickelt. Sie bezieht sich auf den räumlichen Kontext eines Forums, und baut sich aus Sprachen auf, die sich vor einem modularen Raster überlappen. Weiss als Ausgangspunkt gibt den Negativraum für schwarze Typografie. Bauhaus-Charakteristika lassen sich in den geometrischen Formen der passend gewählten Schrift Platform erkennen. Foren Eine Ausstellung kann nur einen Schnappschuss von einem bestimmten Thema zeigen – eine subjektive und editierte Version eines Inhalts und einer bestimmten Zeit. Wir erachten es als wichtig, einen Raum für Reibung und Dialog zu öffnen: Ein Forum, in dem der Status von Design diskutiert und Ideen formuliert werden. Fünf Foren werden im Depot Basel parallel zur Ausstellung stattfinden. Automat Wie können wir etwas von den BesucherInnen lernen, und sie gleichzeitig für den Beitrag sensibilisieren, den sie selbst zur Vervollständigung unserer Arbeit leisten? In Zusammenarbeit mit Räuber & Stehler haben wir für die Ausstellung eine Fragemaschine entwickelt. Sie befindet sich in der Ausstellung und stellt den BesucherInnen zehn Fragen. Sind sie beantwortet, erhält jede und jeder ein Souvenir.


Fünf Foren Forum 1 – Solidarität 16. – 18. Oktober 2015 Ein Wochenende zur Feier der Wichtigkeit des persönlichen und professionellen Zusammenseins.

Forum 4 – Wissen 10. – 13. Dezember 2015 Adäquate Situationen zur Wissensproduktion: maximale Institutionalisierung, totale Autonomie oder etwas dazwischen?

Forum 2 – Sichtbarkeit 05. – 08. November 2015 Kreative Praxis als soziopolitische Aktion vs. vorherrschende Arten öffentlicher Präsentation und gängiger Rezeption.

Forum 5 – Werkzeuge 21. – 24. Januar 2016 Welche Instrumentarien und Strategien fordert das professionelle Agieren in neuen Betätigungsfeldern?

Forum 3 – Intuition 19. – 22. November 2015 Eine gemeinschaftliche Suche von Kindern und Erwachsenen nach dem richtigen Mass an Unvoreingenommenheit. Jedes Forum: (Änderungen vorbehalten) Donnerstag 18:00 – 21:00 Freitag 12:00 – 20:00 Samstag 14:00 – 23:00 (20:00 – 23:00 offen für alle) Sonntag 10:00 – 18.00

Teilnahme an den Foren: Die Foren sind am Samstagabend ab 20:00 offen für alle. Ansonsten sind sie – mit Ausnahme des Forums 3 – anmeldepflichtig. Mehr Infos über die Foren und zur Anmeldung finden Sie auf depotbasel.ch.

Depot Basel Voltastrasse 43 CH-4056 Basel Weitere Termine: 10.12.2015 Einblick zum Forum für eine Haltung Informelle Vortragsreihe Vitra Design Museum Gallery 18:00

22.01.2016 Museumsnacht Depot Basel (Kinderworkshop, Dialog, Abendanlass) & Vitra Design Museum Gallery (Dialog) offen 18:00 – 2:00 an beiden Veranstaltungs Orten

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Automat developed by R채uber & Stehler and Depot Basel for Forum for an Attitude, October 2015

Exhibition View Forum for an Attitude at Vitra Design Museum Gallery, October 2015, Work by Nektar Solomon


Dialog Wie relevant sind subjektive Einstellungen und Meinungen im Design? Mit dieser Fragestellung im Hinterkopf findet am 15. Mai 2015 um acht Uhr Abends an einem Esstisch in Berlin ein erstes Treffen zum Ausstellungsprojekt “Forum für eine Haltung” statt. Matylda Krzykowski und Laura Pregger, ausgebildete DesignerInnen und Initiatorinnen des Depot Basel, haben drei Gäste zu einer offenen Gesprächssrunde eingeladen, um die jeweiligen subjektiven Ansichten zu teilen und zu diskutieren. Die Idee eines Forums knüpft an die sozialen Leitlinien der antibürgerlichen Bauhaus Kunstschule als Ort kollektiver Arbeit an: Produktion, Wohnen und Essen erzeugten hier ein Gemeinschaftserlebnis. Genau dieser Zusammenhang schwang auch in jenem Treffen am Berliner Esstisch mit. Geladen war die Produktdesignerin und Designtheoretikerin Annika Frye, die gerade in Offenbach ihre Doktorarbeit über Improvisation im Designprozess geschrieben hatte und jetzt als Innovationsdesignerin bei dem Berliner StartUp BigRep Materialforschung an einem 3D-Drucker betreibt. Hinzu kam die Kunstwissenschaftlerin und Doktorandin Anna-Lena Werner, die den auf Gesprächsformate basierten Kunstblog artfridge.de gegründet hat und an dem kollaborativen Forschungsprojekt Black Mountain Research zwischen der Freien Universität Berlin und dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin arbeitet; Komplettiert hat die Runde der Gestalter Severin Wucher, der als Professor für 2D und 4D im Bereich Kommunikationsdesign an der Dessauer Hochschule Anhalt unterrichtet und gemeinsam mit Kilian Krug das Kommunikationsdesign Büro Plural gegründet hat und führt. Matylda Krzykowski und Laura Pregger wollen von ihren Gästen erfahren, welche Haltung Design heute braucht. Sie interessieren sich für die heutige Rolle des Designers, seine beruflichen Wahlmöglichkeiten und überdies für die Möglichkeit eines Wandel von der individuellen Selbstproduktion hin zu einer kollektiven Besinnung auf die Relevanz von Inhalten. Matylda: Die Menschen kommen wieder mehr zusammen. Ich denke, es gibt ein Verlangen nach Arbeit, die sich durch konstruktive Reibung und gegenseitige Unterstützung auszeichnet. Severin, du arbeitest seit zehn Jahren mit Kilian Krug zusammen – seid ihr ein Kollektiv?

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Severin Wucher: Ja, und es ist eine zukunftsfähige Form. Unser Büro heißt nicht ganz zufällig Plural: Es geht uns um Integration und um plurale Positionen. Wir haben Partner, Associates und Fellows. Ich source das Design inzwischen aus. Matylda: Annika, hast Du bei deiner beruflichen Entscheidung in einem Zwiespalt gestanden zwischen dem Schritt als selbstständige Designerin zu arbeiten oder für die Industrie? Annika Frye: Ich denke, dass es Sinn macht als Designer an den postindustriellen Produktionsverfahren zu arbeiten, anstatt an einzelnen seriellen Produkten. Und genau das kann ich bei meinem neuen Job machen. Bei mir wird sich jetzt viel verändern, denn ich bin mehr gewohnt, allein zu arbeiten. Jetzt trete ich in ein Kollektiv ein – wir entwickeln die Designprozesse des 3D-Druckers gemeinsam. Im Gegensatz zu meiner selbstständigen Arbeit, kann ich jetzt nirgendwo mehr meinen Namen drauf schreiben. Matylda: Trotz dieses “Verlustes” gibt es aber auch Vorteile des Arbeitens innerhalb eines Kollektivs, oder? Annika: Ja, ich werde sehr viel lernen. Zum Beispiel arbeite ich direkt mit einem Ingenieur zusammen. Trotzdem weiß ich noch nicht, ob ich ein Problem damit haben werde, dass es keine Sichtbarkeit meiner Autorschaft gibt. Vor dem Kollektiven habe ich auch deshalb ein bisschen Angst, weil ich mich auf andere verlassen muss. Laura Pregger: Aber das kann ja auch eine enorme Bereicherung sein: Zu wissen, dass sich jemand anderes mitkümmert und sich alles zusammenfügt. Anna-Lena Wemer: In der Kunst ist das auch ein vieldiskutiertes Thema: Der Markt wird weniger durch die Kunst selbst, sondern vielmehr durch die Namen der Künstler angetrieben. Die Relevanz der Autorschaft hat hier also immer noch höchste Priorität. Severin: Meine Theorie ist, dass unser Künstler-Begriff immer noch auf der Idee des Gesamtkunstwerks und des Geniekults beruht. Bis 1860 war ja alle Kunst eine Dienstleistung, also eigentlich Design. Wenn wir von einem Richtungswechsel hin zum Kollektiv sprechen, dann

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ist das im Bezug auf die Werkstätten eigentlich die natürlichste Form. Auch im Bauhaus hat man radikale Ästhetik gefordert. Matylda: Ich wünsche mir Radikalität, doch ich bin mir dabei nicht sicher, ob es nur ein ästhetisches Anliegen ist oder ob radikales Umdenken gemeint ist. In dem Zusammenschmelzen des Kollektivs und der Interdisziplinarität, kommt natürlich auch die Frage auf, ob die einzelnen Handwerke verschwinden? Anna-Lena: Das bezweifle ich. Vielmehr stärken sich im Kollektiv und in der interdisziplinären Arbeit die einzelnen Expertisen. Beim Black Mountain College, das schon alleine wegen Josef und Anni Albers stark mit der Tradition des Bauhaus verknüpft ist, haben sich die Künstler zum Beispiel aus verschiedenen Disziplinen gegenseitig inspiriert. Ich frage mich aber, wie Ihr ein “Kollektiv” definiert und wie ihr es von einem ‘Team’ unterscheidet? Was zum Beispiel ist das Depot Basel? Laura: Depot Basel hat 2011 als Kollektiv begonnen, weil wir anders nachdenken und handeln wollten. Es war immer ein idealistisches Unterfangen: euphorisch und naiv gleichzeitig. Matylda: Mittlerweile ist Depot Basel eher eine kulturelle Organisation mit festen und dynamischen Mitgliedern geworden, das sich auch vorstellen kann, kommerziell zu arbeiten – solange unsere ursprünglichen Intentionen berücksichtigt bleiben. Laura: Der Wechsel zum Kollektiven ist auch interessant, wenn man sich Parallelen zu den Zeiten des Bauhaus anschaut: Damals hat die Industrialisierung komplett eingeschlagen und dieselbe Perplexität hervorgerufen wie in unserer Zeit die Digitalisierung. Da brennt einerseits das Bedürfnis sich disziplinübergreifend auszutauschen und andererseits für rein menschliche Werte. Annika: Dieses Besinnen hat bei BigRep zum Beispiel durch den Umweltgedanken Platz. Als Objekt ist der 3D-Drucker besser, weil er eine dezentrale Produktion ermöglicht und Produktionswege der Industrie verkürzt. Die Materialisierung findet vor Ort statt und der Computer erlaubt einen “What you see is what you get”-Prozess. Der Bruch durch die Digitalisierung kam ja im Design schon viel früher und hat die Arbeitsprozesse

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völlig verändert. Bei Braun hatte jeder Designer seinen eigenen Modellbauer. Als der erste 3D-Drucker kam haben die so lange gestreikt, bis der Drucker woanders aufgebaut werden musste. Nur aus Angst um ihren Job. Matylda: Natürlich. Diese Maschinen hinterfragen ja auch die menschlichen Fähigkeiten. Es ist wichtig, dass man Prozesse noch nachvollziehen kann. Wie du es eben gesagt hast: What you see is what you get. Laura: Die Frage ist: Wo wird das in Zukunft hinführen? Wenn Maschinen unsere Arbeit übernehmen, was machen wir dann? Wie sieht die Zukunft des Designer-Berufs aus, besonders dann, wenn sich Dinge entmaterialisieren? Annika: Ich glaube nicht, dass der Prozess des Entwerfens im Rahmen der Digitalisierung ersetzt werden kann. Severin: Entwerfen die Leute heute denn tatsächlich noch? Anna-Lena: Hat die Digitalisierung aber nicht auch neue Berufe im Design geschaffen? Severin: Das sind keine Berufe, sondern Jobs, denn die meisten sind Quereinsteiger. Das Wort Beruf finde ich so schön, weil es von dem Begriff der Berufung abstammt. Laura: Es geht vor allem um Marketingstrategien – mit Berufung und inhaltlicher Auseinandersetzung hat das leider zurzeit nicht viel zu tun. Severin: Und dabei ersetzen Facebook und Google heute die Werbeagenturen. Matylda: Was ist mit den vielen guten und kompetenten Leuten, die sich nicht mit Marketing auseinander setzten? Annika: Da muss man realistisch sein: Die Welt des Autorendesigns beginnt bereits im Studium und deshalb muss man sich Fähigkeiten im Marketing auf dem Weg in die Selbstständigkeit selbst aneignen.

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Group picture after Design Date at V&A Museum during London Design Festival, September 2014

TEOK, informal lecture series, at Depot Basel, December 2014


Laura: Aber die Tragfähigkeit von Gestaltung im ganzheitlichen Sinne geht doch dabei verloren. Denn die Aufmerksamkeit scheint nun mehr auf die Außenwirkung des Einzelnen als auf dem Zusammenhang von Gestaltung und dessen Kontext gerichtet zu sein. Matylda: Ich hinterfrage grundsätzlich den individuellen Designer. Der Kollektiv-Gedanke sollte vielmehr im Vordergrund stehen. Anna-Lena: Marshall McLuhan hat ja schon in den Sechzigern davon gesprochen, dass der Computer die Erweiterung unseres Gehirns sein wird. Wir sollten lernen dieses Medium wie eine Sprache zu behandeln und es für Zwecke wie Marketing einzusetzen. Wie ein Werkzeug, das eine Idee verbreitet. Auch die eines Kollektivs. Matylda: Stimmt. Im Prinzip ist es ja eine Form der Kommunikation. Nur haben sich Dynamiken und Geschwindigkeiten seit den Sechzigern stark verändert. Es geht ums Mithalten. Anna-Lena: Wie bei einem Pitch. Annika: Wobei es ja auch Menschen gibt, die sich dieser Geschwindigkeit entziehen und die entschleunigen. Zum Beispiel, indem sie Sonntags nicht arbeiten. Anna-Lena: Entschleunigung ist vor allem in der kreativen Produktion ein wichtiges Stichwort. Muße und Isolation waren beim Black Mountain College ausschlaggebend für kreative Prozesse. Das muss man sich ins Bewusstsein rufen. Laura: Da stimme ich zu. Und deshalb behaupte ich, dass wir verstehen müssen, wie wir mit jenem Zustand des ständigen Produktionsmodus und der Digitalisierung umgehen wollen – in einer gesunden und konstruktiven Art und Weise. Matylda: Ich frage mich wie das Verhältnis der nächsten Generation von Gestaltern gegenüber der Industrie konkret aussehen wird? Wird der Beruf des Designers bestehen bleiben? Severin: Es gibt ein Überangebot. Wir bilden einfach zu viele Designer aus.

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Laura: Es braucht eine Diskussion für einen eingeschränkteren und qualitätsorientierteren Umgang mit Ressourcen, beispielsweise anhand der Ausbildung junger Designer. Matylda: Für uns ist das “Forum für ein Haltung” auch eine Chance die nächste Gestalter-Generation für die Realität des Berufs zu sensibilisieren. Der Design-Begriff wird ja bereits heute auf alle möglichen Bereiche übertragen und dadurch trivialisiert. Vielleicht werden wir in ein paar Jahren alle Designer sein? Laura: Wenn alles Design ist, dann ist ja nichts mehr Design. Was bleibt dann noch übrig? Nur eine Oberfläche? Was ist mit der wunderbaren Möglichkeit, die Gestalter zu verstehen – PingPong zwischen Hand und Kopf spielen – praktische Erfahrung und theoretische Herangehensweise zu verbinden. Halten Designer den Trugschluss des inszenierten Bildes ihres eigenen Berufs hoch? Severin: Es hat auch etwas damit zu tun, dass Scheitern in Deutschland tabu ist. Das Scheitern muss im Designprozess stärker verankert werden. Auch Hochschulen brauchen eine größere Scheitertoleranz anstatt immer nur Einsetzbarkeit zu betonen. Matylda: Scheitern ist überall ein Tabu-Thema. Die meisten erhalten die Fassade und benennen die Schwierigkeiten nicht. Offensichtlich geht ja auch um den Wunsch, wahrgenommen zu werden und die eigene Individualität als Marketingstrategie zu inszenieren. Annika: Designer werden vermarktet, aber sie tragen genauso Schuld daran. Im Zeitalter der Postmoderne müsste das Bild des Einzelnen rückständig sein und anstatt dessen in Richtung des Kollektivs gehen. Die individuelle Autorschaft scheint aber den größten Einfluss darin zu haben, wie wir von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Severin: Design wird zu einer Projektion. Anna-Lena: Selbstvermarktung gehört zur Professionalisierung, an die sich auch schnell eine Kommerzialisierung anschließt. Es stellt sich also die Frage welche Strategien man braucht, um der eigenen politischen und inhaltlichen Linie trotz Professionalisierung treu zu bleiben.

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Matylda: Mit dem Depot Basel haben wir stets diese Herausforderung: Idealismus versus Pragmatismus. Das führt zu Grundsatzdiskussionen. Die physische Präsenz verschiedener Menschen und somit deren unterschiedlichen Perspektiven ist uns enorm wichtig. Zudem auch die Reibung, durch die eine Formulierung einer gemeinsamen Perspektive entstehen kann. Laura: Wir wollen Inhalte nicht primär sichtbar, sondern verständlich machen: Im Gespräch, in der Aktion, im Austausch. Auch das ist ein Grund, warum wir jetzt hier sitzen: Die Vergangenheit zu hinterfragen und an dem Jetzt zu arbeiten, um unsere Zukunft gestalten zu können. Matylda: Und für die Besinnung auf die eigene Haltung.

Exhibition View Forum for an Attitude at Vitra Design Museum Gallery, October 2015, Work by Julia van Zanten

Der vorliegende Dialog ist ein Kurzfassung der Zusammenkunft, die den ganzen Abend andauerte. Die Grafiker und Typographen Christoph Knoth und Guðmundur Úlfarsson und der Unternehmer Matthäus Krzykowski stießen zum Ende des Abends dazu. Mit verschiedenen Erfahrungen und Perspektiven wurde die Konversation noch weit in die Nacht hinein geführt.

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Children’s project Auf den Punkt gebracht / Spot on for Kult & Co and part of Forum für eine Haltung as Forum 3 – Intuition, September 2015

Exhibition View Forum for an Attitude at Vitra Design Museum Gallery, October 2015, Work by Lina-Marie Köppen


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Group picture, opening of Forum for an Attitude at Vitra Design Museum Gallery, October 2015


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Preparations for the Forum for an Attitude exhibition, September 2015


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Window display for Forum for an Attitude at Depot Basel, September 2015


Forum 1 – Solidarität 16. – 18. Oktober 2015 Ein Wochenende zur Feier der Wichtigkeit des persönlichen und professionellen Zusammenseins. Forum 2 – Sichtbarkeit 05. – 08. November 2015 "Eingebettete" Praxis als soziopolitische Aktion vs. vorherrschende Arten öffentlicher Präsentation und gängiger Rezeption.

schen? Forum 5 – Werkzeuge 21. – 24. Januar 2016 Welche Instrumentarien und Strategien fordert das professionelle Agieren in neuen Betätigungsfeldern?

Forum 3 – Intuition 19. – 22. November 2015

Teilnahme an den Foren: Die Foren sind am Samstagabend ab Eine gemeinschaftliche Suche von Kindern 20:00 offen für alle. Ansonsten sind sie – und Erwachsenen nach dem richtigen Mass mit Ausnahme des Forums 3 – anmeldean Unvoreingenommenheit. pflichtig. Mehr Infos über die Foren und Jedes Forum: zur Anmeldung finden Sie auf depotba(Änderungen vorbehalten) sel.ch. Donnerstag 18:00 – 21:00 Freitag 12:00 – 20:00 Samstag 12:00 – 23:00 (20:00 – 23:00 offen für alle) Sonntag 10:00 – 18.00 Depot Basel Voltastrasse 43 CH-4056 Basel Weitere Termine: 10.12.2015 Insight The Forum for an Attitude Informelle Vortragsreihe Vitra Design Museum Gallery 18:00 Forum 4 – Wissen 10. – 13. Dezember 2015 Adäquate Situationen zur Wissens-produktion: Maximale Institutionalisierung, totale Autonomie oder etwas dazwi-

22.01.2016 Museumsnacht Depot Basel (Kinderworkshop, Dialog, Abendanlass) & Vitra Design Museum Gallery (Dialog) offen 18:00 – 2:00 an beiden Veranstaltungs Orten

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Was ist das h채ufigste Resultat Deiner Arbeit?

Collection of Data developed by Jeannette Petrik, Zeno Franchini and Depot Basel for 'Forum for an Attitude', October 2015

Die DesignerInnen, die an dieser Ausstellung teilnehmen, produzieren: Konzept Produkt Video Recherche Text Fotos Zeichnungen Ausstellungen

76% 68% 36% 28% 24% 16% 8% 8%

Zus채tzlich wurden genannt: r채umliche Installationen, neue partizipative Designprozesse, Innenarchitektur, Einzelst체cke

What are the most common outcomes of your work? The designers in this exhibition produce: concept product video research text photograph drawings exhibitions

76% 68% 36% 28% 24% 16% 8% 8%

Others suggested: spatial installations, new participative design processes, interior architecture, unique works

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About The “Forum for an Attitude” takes place in two places: In form of a series of five Forums at Depot Basel in Basel and as an exhibition at Vitra Design Museum Gallery in Weil am Rhein. The exhibition describes design as a multiple discipline. It analyses the relation between the designers’ attitude and the work produced. The exhibited contemporary designers, who have left their formal education not that long ago, produce subjective works shaped by their very own natures and characters. What kind of motives do those informed and thoughtful suggestions derive from? The display of works and attitudes by 24 designers, as well as graphic insights into contemporary design occupation and also an interactive question device for the visitors configure a Forum − a designated representation in a space − for what the designers want to express and effect. The five Forums at Depot Basel provide the frames for professional, yet amicable exchange between nondesigners and designers, practitioners, thinkers and amateurs. The Forums are both a space for exchange, development and testing of ideas, and a physical place, where attitude is adopted and a network of people can grow. Depot Basel considers the gathering of people for a dialogue and for activities an urgent matter. Departing from common notions of collaboration and exchange is the key to what exactly we do as place for contemporary design. A small brochure will integrate the happenings at the “Forum for an Attitude” and will be available at Depot Basel in April 2016.

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On the Project Exhibition 24 positions – a selection of recent design projects – presenting design as a versatile and societal discipline. Expressed in texts, these positions are accompanied by their makers’ individual attitudes. As the “typical exhibition visitor rarely views the work on display as a commodity” (Boris Groys “Politics of Installation,” 2009) the projects are not physically present, but instead the work is a picture on a scale of 1:1. Collection of Data How do designers want to be perceived? What are the actual outcomes of their work? What should people know about design? Developing a series of questions to gather information about designers, we conducted a survey together with Zeno Franchini and Jeannette Petrik. Depotgraphy The scenography conveys the identity of a place for contemporary design and is yet an open stage for all participating designers and nondesigners. It is a system of frames that displays flatware and products both horizontally and vertically. An exhibition display, a mental framework, and a declaration of intent – a collaboration conducted in 2013 amongst Depot Basel, Emyl and Moritz Lehner. It is an ongoing tool.

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Visual Identity The visual identity is developed together with Christophe Clarijs. It relates to the spatial context of a forum and is built with languages overlapping on a modular grid. White, as a point of departure, is the negative space for black typography. Bauhaus characteristics are found in the basic geometric forms of the appropriately chosen typeface Platform. Forums An exhibition can only offer a snapshot of a certain theme – a subjective and edited version of content and time. We thus consider it an urgent matter to open a designated space for friction and dialogue: A forum to discuss the state of design and to formulate ideas. The five forums will take place at Depot Basel parallel to the exhibition. Automat How can we learn from visitors while at the same time making them aware of the contributions they make to the completion of our work? In collaboration with Räuber & Stehler we developed a questionnaire machine that is placed inside the exhibition, asking 10 questions and offering the visitor a souvenir at the end.


Five Forums Forum 1 – Solidarity 16. – 18. October 2015 A weekend celebrating the importance of personal and professional togetherness.

Forum 4 – Knowledge 10. – 13. December 2015 Suitable situations for knowledge production: maximum institutionalisation, total autonomy or something in between?

Forum 2 – Visibility 05. – 08. November 2015 The creative practice as socio-political action vs. the prevalent public display and common reception.

Forum 5 – Tools 21. – 24. January 2016 What kind of instruments and strategies are needed for professional action in the new scopes?

Forum 3 – Intuition 19. – 22. November 2015 A collective search of children and adults for the right amount of impartiality. Each Forum: (subject to change) Thursday 18:00 – 21:00 Friday 12:00 – 20:00 Saturday 14:00 – 23:00 (20:00 – 23:00 open to all) Sunday 10:00 – 18:00 Location: Depot Basel Voltastrasse 43 CH-4056 Basel Additional dates: 10.12.2015 Insight The Forum for an Attitude Informal lecture series Vitra Design Museum Gallery 18:00

Attending the Forums: On Saturday evenings from 20:00 the Forums are open to everyone. Besides this – and with the exception of the Forum 3 – participation is only possible upon application. More information about the Forums and the application you find on depotbasel.ch.

22.01.2016 Museum’s night Depot Basel (Workshop for children, dialogue, evening occasion) & Vitra Design Museum Gallery (Dialogue) 18:00 – 2:00 at both locations

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Inside Depot Basel, scenography for Forum for an Attitude, October 2015

Outside Depot Basel, former Bureau de Change, at Voltaplatz in Basel, September 2015


Dialogue How relevant are subjective attitudes and opinions for design? Starting with this open question, the exhibition project “Forum for an Attitude” begins on May 15th, 2015 at 8pm at a dining table in Berlin. Matylda Krzykowski and Laura Pregger – trained designers and initiators of Depot Basel – invited three guests to join the discussion and to contribute their subjective positions. The idea of a Forum is essentially based on the social guidelines of the anti-bourgeois Bauhaus art school as a place of collective work: Producing, living and eating together created a sense of collectivity. This notion was also reflected throughout the meeting in Berlin. Invited were the product designer and design theorist Annika Frye, who had just finished her Ph.D thesis on improvisation in the design process at the design school in Offenbach and who currently works as an innovation designer, doing material research with a 3D printer at the start-up company BigRep. The meeting also included the art historian and Ph.D candidate Anna-Lena Werner, who founded the dialoguebased art blog artfridge.de and currently works as a research associate for the collaborative project Black Mountain Research between Freie Universität Berlin and Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin; and finally the designer Severin Wucher, who holds a professorship in 2D and 4D communication design at the Hochschule Anhalt in Dessau and founded Plural – a bureau for communication design– together with Kilian Krug. Matylda Krzykowski and Laura Pregger ask their guests what attitude design might need today. They are interested in the designers’ contemporary role, in their career opportunities, and in the possibility of a shift from individual selfproduction to a collective reflection of content. Matylda Krzykowski: People are coming together again. I think there is a demand for working with constructive friction and mutual support. Severin, you have been working with Kilian Krug for ten years – are you a collective? Severin Wucher: Yes, and it is a sustainable form. We didn’t call our bureau Plural by accident – we are interested in integration, and in plural positions. We have partners, associates and fellows. I am outsourcing design by now.

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Matylda: Annika, did you ever have doubts when deciding between a career as a self-employed designer and one working in the industry? Annika Frye: I think it makes sense as a designer to participate in postindustrial production methods, instead of working on singular serial products. This is what my new job allows me to do. It is, however, a big change for me, because I am used to working alone. Now, I will join a collective and we will develop the design processes of the 3D printer together. In contrast to my self-employed work, though, I cannot sign any product with my own name. Matylda: Can you compensate that “lack” with other benefits of working in a company? Annika: Yes, I will learn a lot: For example, through my direct work with an engineer. But I am not sure if I will be having a problem with the fact that my authorship will be invisible. I am also a bit scared about working in a collective, because I will have to rely on others. Laura Pregger: But relying can also be an enormous enrichment: Knowing that someone else also handles it, and that eventually everything will come together. Anna-Lena Werner: This is also a much discussed subject in contemporary art, because the market is less driven by the art itself, but rather by the name of the artist. In this sense, the relevance of authorship still has the highest priority. Severin: It’s my theory that our notion of an artist is still based on the idea of the “Gesamtkunstwerk” and the genius cult. Until 1860, all art was some kind of service and therefore, design. If we speak about a change towards the collective, I think that it is the most natural form in relation to original artist workshops. Also, in Bauhaus, they asked for radical aesthetics. Matylda: I wish for more radicality, but I am not sure whether this is just an aesthetic concern or a quest for a radical change of thinking. Also, I wonder if – in the merging of collective and interdisciplinary work – individual skills might disappear?

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Anna-Lena: I doubt that. Rather, collective and interdisciplinary work increase the singular expertises. At Black Mountain College – which is connected to the tradition of the Bauhaus through teachers such as Anni and Josef Albers – artists and creatives from different disciplines inspired each other. Still, I wonder how you define a ‘collective’ and how you would differentiate it from a ‘team’. What is ’Depot Basel’, for example? Laura: In 2011, Depot Basel began as a collective, because we wanted to think and act differently. It was an idealistic process – euphoric and naive at the same time. Matylda: Meanwhile, Depot Basel is a cultural organisation with fixed and dynamic members that can also imagine to work commercially, as long as we can keep our inital intentions up. Laura: The general shift to the collective, is also interesting when looking at the parallels to the time of the Bauhaus: Back then, industrialisation evoked the same perplexity as digitalisation does today. There is an urge for both, interdisciplinary exchange and recollecting pure humanistic values. Annika: At BigRep, this kind of recollection takes place through environmental strategies. As an object, the 3D printer is better, because it allows decentralised production and shortens the industrial production process. Materialisation takes place on site, the computer allows a “What you see is what you get”-process. The turn that was caused by digitalisation came much earlier in design and has changed working processes completely. At Braun, for example, every designer used to have his or her own model maker. When the company purchased their first 3D printer, the employees went on strike until the printer was positioned elsewhere. This happened simply because they were afraid to lose their jobs. Matylda: Of course. These machines question human skills. It’s important that processes are still comprehensible. As you said: What you see is what you get. Laura: The question is: Where will this lead to? If machines undertake our jobs, what are we going to do? How does the future of the design job look like – especially when things begin to dematerialise?

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Annika: I don’t think that the design process can be replaced in the context of digitalisation. Severin: Do people actually still design? Anna-Lena: But didn’t digitalisation also create a lot of new professions in design? Severin: Those are not professions, but jobs. Because most of these are performed by career changers. I like the German word “Beruf” [occupation], because it relates to “Berufung” [vocation]. Laura: I think it’s mostly about marketing strategies – these days, it unfortunately doesn’t have much do to with vocation or contextual reflections. Severin: While Facebook and Google replace advertising agencies. Matylda: What about all good and competent people, who are not concerned with marketing? Annika: One needs to be realistic: The world of author-based-design begins during university already. That’s why everyone needs to train his or her marketing skills independently on the road to self-employment. Laura: Doesn’t that erase design’s integral capacities? The attention seems to be drawn much more to the effects that one individual can evoke, rather than on the correlation between design and its context. Matylda: I generally question the individual designer. The collective thought should be emphasised. Anna-Lena: Already in 1960s, Marshall McLuhan had suspected the computer is an extension of our brains. I think we should learn to use this medium like a language, and make it productive for purposes, such as marketing. Like a tool, that spreads an idea – also that of a collective.

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Exhibition View Forum for an Attitude at Vitra Design Museum Gallery, October 2015

Exhibition View Forum for an Attitude at Vitra Design Museum Gallery, October 2015, Work by Joanne Hakkert, Alicia Ongay-Perez, Giacomo Piovan


Matylda: True. Technically, it is a form of communication. Only dynamics and speed have changed crucially since the 60s. It’s about keeping up with everybody else. Anna-Lena: Like in a pitch. Annika: Although there are people who withdraw themselves from this speed, people who decelerate. For example, not working on Sundays. Anna-Lena: Deceleration is an important keyword in regard to creative production. Leisure and isolation have also been decisive for creative processes at Black Mountain College. It is important to recollect these methods. Laura: I agree with you and therefore, I suppose we still need to understand how we want to use this mode of frequent production and digitalization itself – in a healthy and constructive way. Matylda: I wonder how the relationship between the next generation of designers and the industry will look like in practice? Will the design profession remain? Severin: There is a surplus. We educate too many designers. Laura: A discussion about a more limited and more quality-focused handling of resources is needed, for example within the education of young designers. Matylda: For us, “Forum for an Attitude” is also a chance to sensitise the next generation of designers to the profession’s reality. The designterm is already being transferred to all kinds of areas and it‘s thus being trivialised. Will we all be designers in a couple of years? Laura: If everything is design, then nothing is design. What will be left then? Just a surface? What about this amazing opportunity of playing ping pong between hands and brain – combining practical experience and theoretical approach! Do designers pretend to have a profession that has by now become a trope?

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Severin: I think that this is also related to the fact that failure is a taboo in Germany. Failure needs to be embedded into the design process. Also, academia needs a larger tolerance for failure, instead of always emphasising employability only. Matylda: Failure is a taboo everywhere. Many keep up a facade and do not address the difficulties. Obviously, there is a desire to be noticed and to eventually stage one’s individuality as a marketing strategy. Annika: Designers are being marketed, but they also bear the blame. Now, in times of postmodernism, the image of the individual should be antiquated and instead move towards the collective. However, the individual authorship seems to have a larger impact on the way we are perceived by the public. Severin: Design becomes a projection. Anna-Lena: Self-marketing belongs to professionalisation that is often followed by commercialisation. We need to consider which strategies we might need, in order to stay true to our own political and contextual beliefs despite professionalising ourselves. Matylda: We actually face this challenge with Depot Basel frequently: Idealism versus pragmatism. This leads to a debate on principles. The physical presence of different people, and of various perspectives is really important to us. And also friction, through which these opinions can merge into a formalisation of a joint perspective. Laura: We don’t only want to visualise content, but make it comprehensible: Through conversation, action, and exchange. Also, that is a reason why we are sitting here: Question the past and work on the present to design what is coming.  Matylda: And to recollect our attitudes. The previous conversation is a condensed version of a meeting that took place over the course of an entire evening. Designers and typographers Christoph Knoth and Guðmundur Úlfarsson as well as entrepreneur Matthäus Krzykowski joined towards the beginning of the night. With different experiences and perspectives the conversation continued into the early hours.

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Wie lange ist Dein Arbeitstag?

Collection of Data developed by Jeannette Petrik, Zeno Franchini and Depot Basel for Forum for an Attitude, October 2015

Der durchschnittliche Arbeitstag der DesignerInnen, die an dieser Ausstellung teilnehmen, beginnt um 8:51 Uhr und endet um 19:53 Uhr.

How long do you work daily? The average working day of the designers participating in this exhibition starts at 8:51h and finishes at 19:53h.

Hast Du schon einmal ohne Bezahlung gearbeitet? Weshalb? Mit Ausnahme von 2 DesignerInnen haben alle TeilnehmerInnen dieser Ausstellung bereits gratis gearbeitet.

“Leider läuft das so am Anfang.”

Did you ever work without monetary compensation? What were your reasons? Except for 2, all the designers participating in this exhibition have worked for free.

“That is unfortunately how it works in the beginning.”

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Mit: / With: Pablo Calderón Salazar pablocalderonsalazar.com

Pumpipumpe pumpipumpe.com

Charlotte Dumoncel d’Argence & Julien Carretero objection.eu

Alicia Ongay-Perez aliciaongayperez.com

Fixperts fixperts.org Annika Frye annikafrye.de Jasmina Grase & Nils Chudy chudyandgrase.com Tove Greitz tovegreitz.com

Giacomo Piovan socialmatter.eu PROOFFLab Magazine proofflabmagazine.com Tobias Revell tobiasrevell.com Nektar Solomon nektarsolomon.com

Joanne M.Hakkert joannehakkert.nl

Michaela Tomišková & Jakub Janďourek dechemstudio.com

Jing He he-jing.com

Marjan van Aubel marjanvanaubel.com

Jesse Howard jessehoward.net

Julia Van Zanten juliavanzanten.com

Daniel Klapsing danielklapsing.de

Bob Vos bobvos.com

Lina-Marie Koeppen linamariekoeppen.de

Mugi Yamamoto mugiyamamoto.com

Myriam Marti & Nando Schmidlin moneynotlove.ch

Will Yates-Johnson whyj.uk

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Colophon Konzept / Concept Depot Basel Inhalt und Umsetzung / Content and realisation Rebekka Kiesewetter, Matylda Krzykowski Assistenz / Assistance Charlotte van de Velde, Nela Weber Grafikdesign / Graphic design Christophe Clarijs Schrift / Typeface Platform by Commercial Type Datenerhebung / Collection of data Zeno Franchini, Jeannette Petrik Automat Räuber & Stehler Ausstellungsgestaltung / Exhibition design Matylda Krzykowski Depotgrafie / Depotgraphy Depot Basel, Emyl, Moritz Lehner Ausstellungsumsetzung / Exhibition realisation Matylda Krzykowski, Charlotte van de Velde, Nela Weber Fotografie / Photography Tomas Souček Texte / Texts Rebekka Kiesewetter, Matylda Krzykowski, Anna-Lena Werner Übersetzung, Lektorat und Korrektur / Translations, copyediting and proofreading Hannah Lora Freeman, Rebekka Kiesewetter, Louisa Meyer-Madaus, Anna-Lena Werner Danke / Thank you Tom Astrella, Max Borka, Max Bruinsma, Marianne Burki, Anka Falk, Eva Feldkamp, Stefani Fricker, Fabienne Fischer, Thomas Geisler, Veronika Gombert, Jan Hendrik-Grevenink, Simon Grossen, Valerie Hess, Raphael Höglhammer, Gudrun Johnke, Eva Keller, Martin Kiesewetter, Oliver Kraska, Sophie Krier, Mateo Kries, Matthäus Krzykowski, Jolanthe Kugler, Moritz Lehner, Zbyszek & Marco, Sebastian Marbacher, Chrissie Muhr, Agata Nowotny, Laura Pregger, Katarzyna Roj, Vera Sacchetti, Gisela Schilling, Michael Schoner, Tamar Shafrir, Raya Stefanova, Moritz Walther, Severin Wucher, Marc Zehntner

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With the support of / Mit der Unterstützung von Buffet im Stellwerk Bahnhof St. Johann Caran D’Ache Edition Populaire Holzofenbäckerei Bio Andreas Käppelijoch Bier Öpfelchasper Zur Bleibe

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Wir sind keine Messe. Wir sind kein Festival, kein Museum, kein Showroom, keine Galerie.

We are not a fair, nor a festival. Not a museum, a showroom or a gallery.

Wir sind ein tempor채rer Ort f체r kontempor채re Gestaltung, mit den besten Absichten. Wir handeln international. Seit 2011.

We are a temporary place for contemporary design, with the best intentions. We operate internationally. Since 2011.

Depot Basel Voltastrasse 43 CH-4056 Basel

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