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FRÜHJAHR 2016

HEIMAT IST KEIN KINDERSPIEL

Norden

das erste Programm für den

Vitolibro

Der Verlag mit dem Flieger


E DI TORIA L

Moin und guten Tag,

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die so ungeheuer wachsende und oft unbegreifliche Globalisierung führt zu einer gefühlten Gegenbewegung, dem Bedürfnis nach Überschaubarkeit – gemäß der Maxime: Think global, act local. Das sowohl völkisch wie schnulzig so missbrauchte Wörtchen „Heimat“ ist, laut Kempowski, „mehr denn je ein emotionaler Wert“.

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Ich war in Plön und Louisenlund im Internat und machte in Celle Abitur. Nach vielen Jahrzehnten anderswo folgten zehn Jahre in Hamburg und nun schon acht Jahre an einem See in der Holsteinischen Schweiz. Und mich beschäftigt meine neue Heimat mit dem menschlichen Grundbedüfnis nach Orientierung und Tradition als Bereich der Aneignung. Dafür schrieb ich „111 Orte zwischen Lübeck und Kiel, die man gesehen haben muss“. Und dafür beginne ich nun ein Buchprogramm für Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Wo es keine Extreme gibt, kann es keine Mitte geben. Als Büchermacher interessieren mich schon immer die Ränder der Gesellschaft, das Ausgefallene, die demokratische Streitkultur wie kulturell Ungewöhnliches. Vor allem Sprache ist doch auch Heimat, und Plattdeutsch gehört zum Norden wie die Kulturdenkmäler und die Lokalgeschichte/n. All dies findet sich hier. Bücher sind das freieste aller Medien, ohne Abhängigkeiten von Rechthabern in Behörden oder Werbeaufträgen der Wirtschaft. Diese Freiheit, dem Außergewöhnlichen wie dem Frechen und gar Subversivem Raum zu geben, will dieses Programm nutzen. Nach dem Motto: Bücher dürfen alles – nur nicht langweilig sein. Vito von Eichborn Timmdorf/Malente, Dezember 2015

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BI LDBA N D

Statt Olympiade – Menschenbilder von der Straße Hamburg ist die schönste Stadt der Welt. Zweifelt jemand daran? Hamburg ist reich und hat ein großes Herz für die Kultur, nicht nur für das nimmersatte Opernhaus. Hamburg ist cool und vernünftig und hat über eine Milliarde für eine denkbar unersättliche Olympiade gespart. Wie wär’s, wenn „Die Hamburger“ ein wenig davon investieren, damit „Diese Hamburger“ ein wenig menschenwürdiger leben können?

Günter Zint fotografierte millionenfach – von den Beatles im Star Club bis heute – vor allem soziale Themen: Minderheiten, Subkultur, Obdachlosigkeit und Bürgerbewegungen. Er arbeitete für Spiegel, Stern und Konkret und startete 1964 die Agentur PANFOTO. 1968 gründete er die St. Pauli Nachrichten als linke Gegenboulevardzeitung, die auf eine Millionenauflage kam und für die Stefan Aust, Hendrik Broder, Peter Dahl und andere schrieben. 1984 gründete er das St.Pauli Archiv, aus dem 1988 das SANKT-PAULI-MUSEUM direkt neben der Davidwache hervorging.

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Günter Zint zeigt in seinem Buch das andere Hamburg, ohne Zeigefinger und ohne Sensationen. Dieses Kaleidoskop von Impressionen und Geschehnissen, von vielerlei Menschen und atmosphärischen Bestandsaufnahmen ist der Ausschnitt aus einer Welt, die gerne ausgeblendet wird. Die Medien sind voll mit der Not der Flüchtlinge. Und es darf auf keinen Fall ein Verdrängungswettbewerb um Mitmenschlichkeit und Hilfe entstehen. Jedoch angesichts der überbordenden Probleme auf der Welt dürfen wir die Menschen, die hier in Hamburg buchstäblich vor unserer Haustür leben, nicht vergessen. Dafür versammelt Zint Fotos und Texte von Freunden und Kollegen, die sich, wie er selbst, immer für „Die da ganz unten“ engagiert haben: – Ein Interview mit seinem alten Freund und Partner Günter Wallraff. Fast all dessen Bücher hat er als Fotograf begleitet. – Eine Reportage von Günter Wallraff über Obdachlosigkeit und ein Vorwort für dieses Buch. – Eine Reportage von der legendären Peggy Parnass, wie sie einem obdachlosen Alkoholiker helfen will – und wie schwierig das ist. – Texte aus der unermüdlichen Obdachlosenzeitung Hinz&Kunzt. – Fotos des jahrzehntelangen Kiez-Fotografen Heinrich Schultze und von anderen.

Günter Zint Hamburg ganz unten In Zusammenarbeit mit Günter Wallraff und Hinz&Kunzt Bildband, ca. 128 S. / 17 x 23,5 cm Klappenbroschur / 135 g Bilderdruckpapier / 15,95 € plus 1 € Von jedem verkauften Exemplar geht ein Euro an Hinz und Kunzt März 2016 / ISBN 978-3-86940-029-7

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KA BA RE T T

Ich sach: »Natalje«, sach ich, »da kommp ein Ferd zum Farrer und sacht: >Ham Sie Isolierband?< – >Nee<, sacht der Farrer, >ich hab bloß Bilderrahmens.< – >Das macht nix<, sacht das Ferd, >gehm Sie mich die ruhich, denn wir essen heute ahmt sowieso Bratkatoffels!<« Und denn habbich furchbah gelach. Mein Natalje blätterte innas Branchenvezeichnis. Sie suchte ein Nähvenarz. Ich sach: »Natalje«, sach ich, »noch ein. Das is den bessen. Da stehn zwei Heringe an Zaun un kämmen sich.« Ich kuk ihr gespannt an. Sie lach mitnichen. Sie wa ins Gegenteil ganz ems. Sie fühlte mich den Puls. Ich sach: »Schade«, sach ich, »daß du das nich wizzich finnen tust.« Mein Natalje sacht: »Wieso«, sacht sie, »soll ich das wizzich finnen? Weischa scheden, daß das Kwatsch is. Heringe könn sich ganich kämmen, die ham doch ne Glaze!« Nu komms du!

zeitlos, witzig, engagiert

Die Blödsinnswelle hatte damit vonnie Familje Schnööf Besizz ergriffen. Mein Natalje sacht: »Wa‘um solln wir nich ma‘ blöde sein«, sacht sie, »innas Zeitalter der Demekratie brauch das nich das alleinige Vorrech der böberen Klassen zu sein. Und überhaup bin ich gegen das Primat vonnie Polletik. Es is ma ganz schön, blöde zu sein. Un es is auch wieder schön, wennes aufhört. So komp man zu einen doppelten Genuß.« Schade, Macker, daß diese tiefen Einsichchen nur annie Oberfläche von unse Seele bleiben. Unser Lehm wäre reicher, schon weil wir das Geld für die Illuschtrierte sparen täten. Nu komms du!

Siegfried Lenz nannte es: „sokratische Erweckungskunst auf schleswig-holsteinisch“ und: „Teils Sokrates, teils Schwejk, teils Josef Filser, arbeitet Kuddl Schnööf eindrucksvoll mit den Mitteln der Verstellung: Hier nimmt er Politik auf fatale Weise wörtlich, dort wendet er sie in listiger, dialektischer Weise auf sein eigenes Leben an. Mit Hilfe der Sprache lässt Kuddl Schnööf die Luft aus allzu aufgepumpter Bedeutsamkeit heraus, nimmt dem Überlebensgroßen seine Distanz.“

Jochen Steffen (1922 bis 1987) war von 1966 bis 1973 Vorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, Oppositionsführer im Landtag und kandidierte für das Amt des Ministerpräsidenten, von der „Wählerinitiative Nord“ (Siegfried Lenz, Günter Grass, Eberhard Jäckel) unterstützt. Der „rote Jochen“ verließ 1980 die Partei aus Enttäuschung über deren zu kapitalismusfreundlichen Kurs. Als Kuddl Schnööf hielt er kabarettistische Vorträge auf Missingsch, bekam den deutschen Kleinkunstpreis 1978 und wurde mit der Figur des Adolf Tegtmeier verglichen, war jedoch entschieden politischer. Seine tiefe Humanität könnte ein Vorbild sein für die Glaubwürdigkeit heutiger Politiker. Helmut Schmidt erzählte: „Wir sind trotz unserer erheblichen grundlegenden Meinungsverschiedenheiten Freunde geblieben. Jeden Sommer ist er mit seiner Frau an den Brahmsee gekommen und hat mich besucht. Er war ein anständiger Junge. Aber sein Marxismus war in meinen Augen dummes Zeug.“ Für ihn war halt damals alles links von ihm selbst Marxismus.

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Dieses legendäre Buch des Politikers und Kabarettisten Jochen Steffen ist saukomisches Kabarett über das kleine Menschenleben – also über uns und unsere Nachbarn. Der „rote Jochen“, damals schon radikal gegen Wachstumsideologie und Kernkraft, für den Schutz der Natur, schuf mit dem Kieler Werftarbeiter Kuddl und seiner tutigen Natalje unvergessliche Figuren in hinreißendem Missingsch.

Ein witziges Mitbringsel zu Festen und Geburtstagen, ein originelles Geschenk: Für Norddeutsche ein einmaliges sprachliches Vergnügen; für SPD-Mitglieder geradezu ein Muss; für Ältere, die sich an diesen furiosen Politiker erinnern; für Freunde des politischen Kabaretts. Diese Geschichten liefern über das Lesevergnügen hinaus auch heute vielerlei Anstöße, um über die Menschenferne von Politik, das Leben der „kleinen Leute“ und die Ungerechtigkeit von Gesellschaft nachzudenken. Kuddl: „Und nu komms du!“

Jochen Steffen Kuddl Schnööfs ... noieste achtersinnige Gedankens un Meinungens von die sozeale Revolutschon und annere wichtige Sachens Mit wat vorwech von Siegfried Lenz ca. 192 S. / 13 x 23,5 cm Klappenbroschur / 17,95 € Januar 2016 / ISBN 978-3-86940-019-8

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K RI M I S

12 mal gnadenlose Spannung Bremen

Lübeck

Lüneburg

Flensburg

Martina Bick „Bremer Sitten“ Die junge Arzthelferin Netti hat ein Vorbild – die Bremer Giftmischerin Gesche Gottfried, die 1831 enthauptet wurde.

Romy Fölck „Lübecker Lügen“ Zwei Schwestern, ein Ehemann, Fremdgehen – und natürlich ein tödliches Ende.

Marina Heib „Familienbande“ Er ist eingesperrt in der forensischen Psychiatrie. Nun spricht er mit seiner Schwester zum ersten Mal über den Mord.

Tatjana Kruse „Der Liebe ein Ende“ Brutale Morden, bei denen die Kommissarin immer glücklich lachende Menschen trifft – mit drei Kugeln im Gesicht.

Braunschweig Ulrich Borchers „Der bessere Mann“ Die Frau eines liebenswerten Fußballfans der Eintracht entwickelt ungewohnte Kunstbedürfnisse.

Wilhelmshaven Jürgen Ehlers „Sturz von der Brücke“ Ist Nicole nachts von der Kaiser-Wilhelm-Brücke Brücke gestürzt – oder war alles ganz anders?

Travemünde Anke Gebert „Sie. Und er. In Travemünde.“ Eine verheiratete Frau aus Lübeck, ein Liebhaber in Travemünde, alles normal – bis alles ganz anders kommt.

Laboe

Hamburg

Rendsburg

Gunter Gerlach „Finale auf der Reeperbahn“ Ein Kommissar mit einer Katze als Spürhund auf St. Pauli – seltsam: Alle Opfer des Serienmörders kommen ihm bekannt vor.

Michael Koglin „Jugend forscht“ Wer rächt sich schneller? Die Natur oder der Bruder? Hier geht es um Rache an zwei Fronten, kalt serviert.

Karen Kieback „Blutfinsternis“ Verkatert neben einem Toten aufzuwachen, ist entsetzlich. Die Kommissarin ermittelt auf eigene Faust.

Leer Barbara Wendelken „Wahnsinnig verliebt“ Eine Frau aus dem Knast, ihre Schwester, ihr Zeitschriftenladen und ein verheirateter Mann. Und ein Mord.

St.-Peter-Ording Petra Würth „Frei sein“ Ein Mann, eine gescheiterte Liebe und die Vergangenheit: Sonja verliert die Orientierung und trifft eine tödliche Entscheidung.

Zwölf Autoren, die (nicht nur) mit Kriminalromanen aus dem Norden bekannt wurden, unternehmen es in dieser Anthologie, ihren persönlichen Ort mit seiner Eigenart und Atmosphäre zum Schauplatz von Kurzkrimis zu machen. Das verbindende Motiv, Rache aus Eifersucht, verspricht einen tiefen Blick in menschliche Abgründe. Dies sind nicht einfach nur gute Krimis – sie schildern ewig menschliche Leidenschaften von Rache und Eifersucht –, sondern sie spielen jeweils in einer anderen norddeutschen Stadt. Und der lokale Schauplatz wurde für dieses liebevoll aufgemachte Buch gezeichnet. Das optimale Geschenk zum Gruseln, für Einheimische wie für Touristen, an den Schauplätzen von Braunschweig über Leer, Hamburg und Lübeck bis Flensburg.

Rache zeugt die schönsten Morde Norddeutsche Stories von Liebe und Eifersucht herausgegeben von Anke Gebert ca. 160 S. / 13 x 23,5 cm Klappenbroschur / mit 12 ganzseitigen Illustrationen / 12,95 € Januar 2016 / ISBN 978-3-86940-023-5

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Schleswiger Dom · Holmer Fischersiedlung · Schloss Gottorf · Museumswerft Flensburg · Schloss Glücksburg · Fischmarkt Eckernförde · Wikingersiedlung Haithabu · Rendsburger Schwebefähre · Bismarckdenkmal auf dem Ascheberg · Tuch- und Technik Textilmuseum · Wildpark Eekholt · Segeberger Kalkberg

Bülker Leuchtturm · MarineEhrenmal Laboe · U 995 Laboe · Alter Botanischer Garten · Leuchtturm Holtenau · Probsteier Strohfiguren · Eidersperrwerk · Pfahlbauten St.-Peter-Ording · Westerhever Leuchtturm · Friedrichstädter Grachten · Husumer Hafen

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G E SCHE N K BUCH

In diesem schönen Land gibt‘s vieles zu bestaunen Ein fröhliches Paar, mit nichts bekleidet als einem roten Regenschirm und roten Gummistiefeln, macht SchleswigHolstein unsicher – und seine wunderbaren Sehenswürdigkeiten lebendig. Sie verdienen es, mal anders als üblich gezeigt zu werden – hier werden 33 von ihnen lebendig und liebevoll inszeniert: Leuchttürme und Holstentor, Ehrenmal und U-Boot, Häfen und Brücken, Museen und Schlösser ... Ein Bilderund Geschenkbuch, das „Heimat“ einmal ganz anders interpretiert. „Nacktes Paar gesucht“, stand über der Kleinanzeige in den Kieler Nachrichten. Und eben dieses Paar nun unternimmt es, unser so vielfältiges wie sehenswürdiges Schleswig-Holstein mal von einer ganz anderen Seite zu betrachten. Sie bewegen sich munter durchs Land – die berühmten Schauplätze und Gebäude werden gewissermaßen entstaubt und zur eindrucksvollen Kulisse.

Schloss Ahrensburg · Holstentor Lübeck · Pagodenspeicher Neustadt · Kloster Cismar · Blomenburg · Fehmarnsundbrücke · Fischkutter Heiligenhafen · Schloss Plön · Ratzeburger Dom · Segelschulschiff Passat

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Bildbände über Schleswig-Holstein gibt es viele – meist so schön wie langweilig. Geschenkbücher mit Fotos sind immer lieb oder sogar kitschig. Hier nun entsteht ein lebendiger Kontrast zu den toten Monumenten – Norddeutschland ist eben nicht grau und wortkarg, sondern bunt, frech, sympathisch. Dieses Büchlein wird bei den Touristen zu Hause, von Berlin bis Bonn und Bayern, einmal ganz anders für unser fröhliches Land zwischen den Meeren werben.

33 bloße Grüße Sehenswürdigkeiten in Schleswig-Holstein Zeitlose Zeugnisse – lebendige Menschen: Ein liebenswürdiges Geschenkbuch herausgegeben von Karen Kieback, fotografiert von Pat Scheidemann 48 S. / 17 x 17 cm Hardcover / vierfarbig / 12,95 € März 2016 / ISBN 978-3-86940-030-3

Ein Mitbringsel als Auf- und Anreger für jede Party und Geburtstage. Der Norden lebt!

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Arsch – Achterback, Achtergatt, Achtergestell, Achtersteven, Achterstück, Moors, Pöter

.. Arschloch – Achterpoort, Gatt

.. Eichel – Pittkopp

.. Fotze – Agraff, Botterfatt, Bubbel, Bült, Bunse, Bussel, Butte, Fissenutt, Fleit, Fots, Fummel, Füten, Futt, Gattj, Hahnennest, Höhl, Hummel, Kleenod, Knoopsgatt, Krijool, Kuhl, Kunt, Kutt, Lock, Lusch, Meesch, Melkbroot, Mimi, Mockel, Möös, Muff, Muschi, Muus, Nest, Nutt, Nuttel, Pisskamerdöör, Plumm, Pusch, Puschel, Puschpusch, Pussandra, Puul, Puus,

pp en

W ÖRT E RBUCH

Eenmal is keenmal – laat uns den

o r P

man noch mal r rangeln ... inw

Sauereien für den Hausgebrauch Die Norddeutschen sind gar nicht so wortkarg – jedenfalls nicht, wenn sie über Sex schnacken. Wussten Sie schon, dass die in ihrer Heimatsprache über 150 Wörter für die schönste Sache der Welt kennen? Swienkraam ist das erste Wörterbuch für den zwischenmenschlichen Alltag und die geheimen Wünsche im Norden. Erstaunlich: Noch nie gab es eine derartige plattdeutsche Sammlung: Hier geht’s zur Sache: Dem Volk aufs Maul geschaut – Ausdrücke, Sätze und Sentenzen: deutsch-platt. Dies ist die erste gänzlich unakademische, jedoch gründliche Dokumentation eines Sprachschatzes voller Einfallsreichtum. Und natürlich für die Benutzung in unserem kleinen privaten Leben jenseits aller Tabus. Un so segelt wi ganz suutje rund Kap Höörn. un denn nehm ik ehr vun achtern un vun vörn. „Heimat“ ist nicht ein Begriff für die ewig Gestrigen. Auch nicht für spießige Moralapostel. Plattdeutsch ist Heimat, und es wird Zeit, die so lebendige Sprache für die Vielfalt der Sexualität aus der tabuisierten Schmuddelecke zu befreien. Das ist befreiend, komisch, erhellend – und ein wunderbares Mitbringsel für echte Nordlichter und den Party-Schnack.

Püüsch, Puuschkei, Puut, Rakeldobb, Rill, Ritz, Ruschel, Schabrack, Schatull, Schlitzoog, Schnall, Schnumpel, Schoot, Schosteen, Slötellock, Swattamsel, Wann, Wundel, Zusel

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Jan Reinertz Swienkraam Schmutzige Wörter op Platt Von Jiepern, Opsitten, Pumpern un Riemeln 112 S. / 13 x 23,5 cm Klappenbroschur / 9,95 € ISBN 978-3-86940-021-1

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BI LDE RG E SCHI CHT E

Der berühmteste Seemann der Welt Hier wird vom größten Seemann aller Zeiten mit Armen wie Keulen berichtet und vom Fabelwesen Jeep – absurd, saukomisch und hintersinnig. In den 108 Strips, für dieses Buch im Hochformat layoutet, etwas vergrößert und auf Plattdeutsch gelettert, kann der Jeep die Zukunft vorhersagen, Hexen enthexen und die vierte Dimension bereisen. Und wie es sich gehört: Popeye schlägt zu. Dieser Jeep wurde zum Vorbild fürs Marsupilami – und gab dem alleskönnenden Geländewagen seinen Namen. Plattdeutsch ist nicht von gestern – sondern gehört zur norddeutschen Identität. Die Altmeister für Platt-Übersetzungen Cyriacks, Goltz und Nissen (Asterix, Harry Potter) haben dies aus dem Amerikanischen übertragen. Es gibt vielfältige Initiativen, diese wunderbare Sprache auch an Jüngere weiterzugeben – wer könnte das besser als der in jeder Hinsicht superstarke Popeye? E. C. Segar Popeye op Platt De Janmaat un de Jeep Erstmals in der stärksten Sprache für echte Seeleute Übersetzt von Cyriacks/Goltz/Nissen ISBN 978-3-86940-020-4 120 S. / 13 x 23,5 cm Klappenbroschur / s/w / 12,95 €

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K I N DE RBUCH

Das berühmteste norddeutsche Kinderbuch – erstmals plattdüütsch

As he dree Maal de Reis maakt har, dor kiekt em de Maand just in`t Gesicht. „Jung“, seggt he, „Hest du noch nich genoog?“ „Ne“, bölkt Häwelkeerl, „mehr, mehr! Mak mi de Döör op! Ik will dörch de Stadt föhrn; all de Lüüd schüllt sehn, dat ik föhr.“ „Dat kann ik nich“, seggt de goote Maand; aver he hett een langen Strahl dörch dat Slötellock fallen laten; un dorop föhr de lütt Häwelkeerl ruut ut dat Huus. Die Illustrationen von Else Wenz-Viétor unterstützen die Geschichte auf ihre Weise, sie wirken für uns heute natürlich nostalgisch und wecken beim älteren Leser Kindheitserinnerungen an die Bücher bei Oma und Opa. Sie sind im Stil der 30er Jahre gezeichnet: Dieser wohlgenährte, pausbäckige Häwelmann der Titelseite kann nur der Sonnenschein einer jeden Familie sein. Es gibt vierfarbige und schwarz/weiß Illustrationen, wobei letztere meist den Schrecken des Alptraums abbilden: die schwarzen Häuserfassaden, die wie dunkle, schreiende Gesichter aussehen, der empörte Baum, der erboste Mond, die böse Sonne und das schreiende, ins Meer stürzende Kind. Ein wunderbares Geschenk für vorlesende Omas und Opas. Und Pflicht für Lehrer und Eltern, die den Kindern unsere klassische Heimatsprache nahebringen wollen.

Ulrich Gradert Jahrgang 1957, erlebte in seiner Kindheit das Niederdeutsche als Alltagssprache. Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof in Ostholstein. Er arbeitet als Pastor in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Plön. Rund zwanzig Jahre war er Lehrbeauftragter für plattdeutsche Predigt an der Kieler Universität. Gern stellt er sich in seinem Kirchenkreis den Fragen zur Nutzung unserer Heimatsprache im pastoralen Alltag. In seinen Büchern und seinem Wirken bleibt ihm das Niederdeutsche, diese Sprache voller Dynamik und zeitloser Lebendigkeit, immer kostbar.

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Dieser Bilderbuchklassiker über den „Häwelmann“, von Theodor Storm 1849 geschrieben, wurde erst 1926 mit den Illustrationen von Else Wenz-Viétor immer wieder aufgelegt. Es dürfte wohl – bis auf später Zugereiste – niemanden in Norddeutschland geben, der nicht 1. Theodor Storm, den berühmtesten Dichter der Region, in der Schule – und 2. den kleinen Häwelmann zuhause kennengelernt hat. Umso verwunderlicher ist es, dass es im Buchhandel nie eine Übersetzung in die Heimatsprache des Dichters gab, der selbst auch vieles op Platt verfasste. Ein Gedicht zu Beginn des Märchens nennt den kleinen Häwelmann den Sonnenschein der Familie – ganz im Gegensatz zur folgenden Geschichte, in der der Kleine zum aufsässigen, ungeduldigen Kerlchen wird, das nicht schlafen will. Seine Mutter im großen Bett daneben rollt ihn noch in seinem Rollenbettchen ein wenig im Halbschlaf hin und her, aber dann schläft sie fest ein. De Häwelmann aber ist immer noch munter. Der Mond schaut durch das Fenster und sieht, wie er sich aus seinem Nachthemd ein Segel gebaut hat und mit seinem Rollenbett im Zimmer herumrollt.

Theodor Storm De lütt Häwelmann mit de bekannte Biller vun Else Wenz-Viétor in’t Plattdütsche överdragen vun Ulrich Gradert 16 Seiten / 20 x 23,5 cm Hardcover / durchgehend farbig / Bilderdruckpapier / 12,95 € ISBN 978-3-86940-040-2

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RE I HE SCHAUP LÄ TZ E

Die deutsche Ferieninsel

CA RTOON S

Der Klassiker – neu entdeckt Von Aalräuchern über Flüchtlinge und Postwesen bis Zinken – dieses so unterhaltsame wie informative Buch liefert einen rundherum vielfältigen Überblick über die Insel. Das Konzept dieser „Reihe Schauplätze“ ist es, von der Geschichte bis zur Gegenwart, Anekdoten und Geschehnisse, Orte und Prominente – kurz: fast alles, von den Autoren persönlich ausgewählt – lexikalisch nach Stichworten gegliedert zu erzählen. Mit überwiegend alten Bildern durchgehend illustriert, entsteht eine Art Heimatbuch für Einheimische wie für Touristen.

Regine Jepp Fast alles über Eutin Geschichte und Geschichten: Ein charmantes Sammelsurium 128 S. / 13 x 23,5 cm Klappenbroschur / durchgehend s/w illustriert / 12,95 € ISBN 978-3-86940-011-2

Zu diesen Neuausgaben schrieb die Basler Zeitung im Oktober 2014: „Neue Frankfurter Schule“ nannte sich eine Gruppe um die zeichnenden und dichtenden Humoristen der Zeitschrift „Pardon“, später „Titanic“. An sie erinnern zwei Karikaturenbände von Kurt Halbritter, die einst bei Hanser erschienen waren und jetzt neu erhältlich sind. Sie bilden zwei Seelen von Halbritter ab: seine politisch-aufklärerische und seine zum höheren Nonsens neigende unpolitisch-humoristische, die sich in der „Tier- und Pflanzenwelt“ austobt. Es ist Halbritters Versuch, die Evolutionsgeschichte neu zu erfinden. Er führt uns einen „Beisszängerling“ vor Augen. Das ist ein Vogel, dessen Schnabel einer Beisszange gleicht. Oder den „Nasenhasen“ – der Name sagt schon fast alles. Mein Favorit ist der „Zuhälter“ aus „Handalusien“, ein rundliches Tier mit einem Gesicht, das einer Hand ähnelt.“ Kurt Halbritter Tier- und Pflanzenwelt Ein Beitrag zur Naturgeschichte Für alle Schichten des Volkes 160 S. / 21 x 21 cm Hardcover / s/w / 17,95 € bereits erschienen / ISBN 978-3-86940-111-9

Michael Kirchner Fast alles über Fehmarn Geschichte und Geschichten: Ein charmantes Sammelsurium ca. 128 S. / 13 x 23,5 cm Klappenbroschur / durchgehend s/w illustriert / 12,95 € ISBN 978-3-86940-012-9

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W I E DE RLI E F ERBA R

SAT I RE

Radikal komisch, böse und bitter Der „Spiegel“ schrieb: „Dem Karikaturisten Halbritter ist Schwieriges gelungen: ein Bilderbuch über den Alltag des Dritten Reiches, „Gezeichnete Erinnerungen an eine große Zeit“ (so der Untertitel), ironische Illustrationen zu Führers „Mein Kampf “ und Volkes Mentalität, die tatsächlich mehr sagen als manches Tausend Schriftstellerworte. Halbritters Strich hält seinen Grosz hier klein: Er übertreibt, verzerrt, karikiert nur wenig – die Zeichnungen sind auf eine hinterhältig sanfte Weise treffend, Halbritters Texte dazu kongenial, pointierte Zitate aus dem Wörterbuch des Volksgenossen. Eingestreute Zitate aus „Mein Kampf “ grundieren die Genre-Szenen von ängstlichen Mitläufern, eifrigen Mitmachern und strammen „Hundertfünfzigprozentigen“ von der sogenannten Machtergreifung bis zum sogenannten Zusammenbruch, mit dem maßgeblichen „Gedankengut“. Und zwischendurch kommt, leitmotivisch, immer wieder ein heutiger, bundesrepublikanischer Stammtisch, der ewige Stammtisch zu Wort.“

ISBN 978-3-86940-050-1

ISBN 978-3-86940-051-8

ISBN 978-3-86940-009-9

Hans Magnus Enzensberger (Hg.) Nie wieder! 18,50 €

Alfred Pfabigan Die andere Bibel 18,50 €

NordBuch (Hrsg.) Ein Buch ist wie ein Garten 17,95 €.

ISBN 978-3-86940-053-2

ISBN 978-3-86940-054-9

ISBN 978-3-86940-052-5

Henning Boëtius Schönheit der Verwilderung 18,50 €

Albert Christian Sellner Immerwährender Heiligenkalender 24,50 €

Rainer Horbelt / Sonja Spindler Tante Linas Kriegskochbuch ISBN 978-3-86940-100-3, 18,50 €

Götz Thomalla Die Angst der Fische in der Tiefe 18,50 €

Kurt Halbritter Adolf Hitlers Mein Kampf Gezeichnete Erinnerungen an eine Große Zeit 240 S. / 12,5 x 19 cm Hardcover / durchgehend s/w illustriert / 17,95 € Bereits erschienen / ISBN 978-3-86940-110-2

ISBN 978-3-86940-103-4

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Peter Zingler Der Tod des Schamhaars 14,90 €

ISBN 978-3-86940-101-0

Leonard Wibberley Die Maus die brüllte Konrad Hansen Der Spaßmacher 18,50 € ISBN 978-3-86940-102-7, 18,50 €

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Das neue Regionalprogramm für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen Bodo Föhr Verlagsvertretungen Lattenkamp 90 22299 Hamburg T 040-51493667 F 040-51493666 Mail: bodofoehr@freenet.de Expl.

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Kurztitel

Ladenpreis

Der Norden bei Vitolibro Zint: Hamburg ganz unten ISBN 978-3-86940-029-7 Rabattbasis 15,95 € – vom Ladenpreis geht 1 € vorab an Hinz&Kunzt Steffen: Kuddl Schnööf ISBN 978-3-86940-019-8 Gebert (Hg.): Rache zeugt Morde ISBN 978-3-86940-023-5 Kieback (Hg.): 33 bloße Grüße ISBN 978-3-86940-030-3 Reinertz: Swienkraam op Platt ISBN 978-3-86940-021-1 Segar: Popeye op Platt ISBN 978-3-86940-020-4 Storm: De lütt Häwelmann ISBN 978-3-86940-040-2 Jepp: Fast alles über Eutin ISBN 978-3-86940-011-2 Kirchner: Fast alles über Fehmarn ISBN 978-3-86940-012-9 NordBuch: ... wie ein Garten ISBN 978-3-86940-009-9

16,95 € 17,95 € 12,95 € 12,95 € 9,95 € 12,95 € 12,95 € 12,95 € 12,95 € 17,95 €

Backlist/Allgemeines Programm Hansen: Der Spaßmacher Zingler: der Tod des Schamhaars Pfabigan: Die andere Bibel Thomalla: Die Angst der Fische Wibberley: Die Maus die brüllte Sellner: Heiligenkalender Halbritter: Hitlers Mein Kampf Enzensberger (Hg.): Nie wieder! Boetius: Schönheit derVerwilderung Horbelt: Tante Linas Kriegskochbuch Halbritter: Tier- und Pflanzenwelt

ISBN 978-3-86940-102-7 ISBN 978-3-86940-103-4 ISBN 978-3-86940-051-8 ISBN 978-3-86940-052-5 ISBN 978-3-86940-101-0 ISBN 978-3-86940-054-9 ISBN 978-3-86940-110-2 ISBN 978-3-86940-050-1 ISBN 978-3-86940-053-2 ISBN 978-3-86940-100-3 ISBN 978-3-86940-111-9

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Verlagsvorschau Vitolibro Frühjahr 2016  

Das erste Programm für den Norden

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