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Infobrief A n liege n • P r o jekte • I n f o r mati o n e n • J u n i 2 0 1 3

Auf ein Wort Tradition gegen Modern, David gegen Goliath: Steht da der Sieger nicht schon zuvor fest? Ja, vielfach ist es so. Und doch: Wenn es darum geht, in den meisten Ländern der Welt die Grundversorgung der einfachen Bevölkerung zu sichern, dann geht das nur über die Kleinbauern und ihre lokalen Märkte. Und doch werden tagtäglich Großbetriebe gefördert, die die Grundversorgung der Bevölkerung und die Kleinbauern ruinieren. Warum ist das so? Gibt es da kein Entrinnen? Mit Christophe Cadoz und seinem Filmteam bin ich überzeugt, dass dies nicht sein muss. Und auch nicht sein darf. Denn wir alle brauchen die Kleinbauern – bei uns, aber auch

in den Entwicklungsländern, z.B. in Kenia. Aber wir müssen es auch wollen. Einmal mehr gilt: Wir selbst sind gefragt. Damit unsere Welt eine wirkliche Zukunft hat. Haben Sie Zweifel? Ich sage Ihnen: Es geht. Tatsächlich. Hoffnungsvoll grüße ich Sie Ihr

Bruder Peter Amendt

vision teilen Eine franziskanische Initiative gegen Armut und Not e.V.


m o l o , ke n ia

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Molo, Kenia: Baraka – wie aus dem Fluch, ein Kleinbauer zu sein, ein Segen wird. Bruder David Muchemi weiß, wovon er spricht. Denn als Leiter des „Baraka Agricultural College“, der Landwirtschaftsschule in Molo, Kenia, ist er täglich mit Hoffnung und Leid der Kleinbauern konfrontiert. Es sind jene 60% bis 70% der ländlichen Bevölkerung, die noch immer von den Früchten der eigenen Scholle leben. Sie sind ganz von der Witterung, den Launen des Wetters und der Fruchtbarkeit des Bodens abhängig. Hinzu kommt die Politik, die nur allzu oft das gemeinsame Land der Dörfer an rein profitorientierte landwirtschaftliche Unternehmen aus dem Ausland langfristig verpachtet oder verkauft.

verstehen und umfassend anzugehen: Es geht nach Bruder Davids Worten um nachhaltige landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung oder  kurz „SARD“ („sustainable agricultural and rural development“), was weit mehr als eine eng gefasste Produktivitätsförderung pro landwirtschaftlicher Einheit ist. Man strebt dabei nicht nur eine bestimmte landwirtschaftliche Praxis an, sondern die Entwicklung der Dorfgemeinschaft insgesamt, gleichsam von innen heraus. SARD folgt der Überzeugung, dass Tradition nicht abzubrechen, sondern in Anpassung in die moderne Zeit zu überführen ist.

Dieses Landleben, das ist Bruder David klar, ist nicht nur prekär. Die betroffene Bevölkerung spürt täglich, wie sehr sie mehr und mehr vom modernen Leben und von seinen Vorteilen abgehängt wird. Niedrige Produktivität, niedriges lokales Markteinkommen, so gut wie keine Investition in die Entwicklung der traditionellen Landwirtschaft, fehlende Ausbildung der Kleinbauern, ein mangelndes Verständnis für die wichtigsten Zusammenhänge der Nachhaltigkeit für eine intensiv betriebene Landwirtschaft, verbunden zugleich mit einem hohen, die ländlichen Ressourcen übermäßig belastenden Bevölkerungswachstum – alle diese Faktoren haben eine gemeinsame Wirkung: Das Leben der Kleinbauern wird immer prekärer und ihre Situation in der Konkurrenz mit den „Großen“ immer verzweifelter. In dieser Situation hat sich die „Landwirtschaftsschule“ der Franziskanerbrüder in Molo zum Ziel gesetzt, den Vertretern der teilnehmenden Dörfer vom Südsudan bis nach Uganda nicht nur im Rahmen einer mehrmonatigen praxisnahen Ausbildung ein besseres Verständnis für Produktivität und Bodennutzung auf biologischer Grundlage beizubringen, sondern das Ganze als Teil der ländlichen Entwicklung zu

Den Erfolg dieses Vorgehens bestätigen uns Teilnehmer aus dem Südsudan ebenso wie aus Uganda und Kenia selbst. Sie haben die Grundausbildung hinter sich, waren zurück in ihren Dörfern und haben das Erlernte mit Erfolg angewendet. Wo zuvor nur ein bis zwei Sack Hirse oder Mais geerntet wurden, sind es nach der Ausbildung sechs oder acht Sack – ein Ergebnis, das wieder Hoffnung gibt, in der Konkurrenz mit den „Großen“ nicht unterzugehen. Nun sind die Kursteilnehmer um Bruder David Muchemi wieder vor Ort zur periodischen Überprüfung, Vertiefung und zur Weiterentwicklung

Landwirtschaftsschule von Molo, Kenia

des Vorgehens. Sie wissen: Indem sie ihr Wissen um die Möglichkeiten der umweltgerechten Nutzung der Natur vertiefen und erweitern, helfen sie ihren Dörfern, wieder auf eigene Füße zu kommen. Und das trägt zur Entwicklung der Länder bei. Denn je mehr die Dörfer in der Entwicklung mitgenommen werden, umso mehr haben die Länder insgesamt eine eigenständige Zukunft. Schließlich sind es die Dörfer, die bis heute die einfache Bevölkerung mit den Grundnahrungsmitteln versorgen und somit die existentielle Voraussetzung für Leben und Überleben schaffen…

Projektpartner melden sich zu Wort Bruder Samson in Pakistan meldet Erfolg! Mit Stolz berichtet er von den verwirklichten Projekten der Hilfe für die Allerärmsten, die von den Überflutungen 2010, 2011 und 2012 in Teilen der Provinz Sindh auf den hoch gelegenen Überlandstraßen „gestrandet“ sind, weil sie kein Zuhause mehr haben. Menschen ohne Dach über dem Kopf, ohne Einkommen, ohne geregelte Nahrungsmittelversorgung und ohne medizinische Versorgung und ohne Schule und Arbeitsperspektive: sie alle waren und sind auf die Selbsthilfeaktionen von Bruder Samson und seiner Hilfstrupps junger Männer angewiesen. Und der Erfolg ist nicht zu übersehen: Mit Hilfe von vision:teilen und anderer christlicher Einrichtungen konnte ein Ambulanzfahrzeug angeschafft, die Finanzierung des mobilen Camps mit einem festen Arzt für ein Jahr gesichert, Zelte und Decken beschafft und ein Hausbauprogramm begonnen werden. Damit wurde mehreren Hundert Familien geholfen,

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den kalten Winter zu überstehen und wieder an Zukunft zu denken – mit diesem Franziskaner, der sich zum Ziel gesetzt hat, ganz für sie da zu sein. Die Erfolgsgeschichte durch den Franziskanerbruder Samson steht nicht allein da. Auch die Aktivitäten der Mikrokreditgruppen der Landfrauen in Kenia sind vom Erfolg gekrönt, und viele der Projekte der Filialstelle in Molo sind ebenfalls auf der „Erfolgsspur“. All das macht Mut, nach vorne zu blicken. Dabei fehlt es nicht an Bitten, die immer zugleich Ausdruck ungelöster Not und Notwendigkeit sind. Sr. Clare aus dem Osten Ugandas bittet uns dringend um Hilfe zum Kauf und zur Installation von Blitzableitern auf der weiterführenden Schule in Tororo. In letzter Zeit gab es heftige Regenfälle, begleitet von starken Gewittern. Dabei starben bereits Schüler anderer Schulen. Für die Sicherheit der momentan 300 Schüler/innen bittet sie um 1.900 EUR zum Kauf der Blitzableiter. Die Kanguo Frauengruppe aus Subukia, Kenia, möchte eine Erdnussbutterproduktion starten um aus dem Erlös aus dem Verkauf ihres Produkts z.B. die Schulgebühren für ihre Kinder zu bezahlen. Zum Start des Vorhabens werden 1.100 EUR benötigt. Ebenso möchten die Mitglieder der Masara Jugendgruppe sich durch den Anbau von Gemüse etwas hinzu verdienen. Dazu bitten sie um ein Startkapital von 1.400 EUR.


B lick zu r ück - u n d n ach v o r n e - D ie I n f o - E cke

Düsseldorf: Film „Auf eigenen FüSSen stehen“ Ein Jahr nach der großen Hungersnot 2011 in Ostafrika waren Martin Keulertz und Christophe Cadoz mit einem kleinen Team in Kenia, um den Ursachen von Hunger und Dürre nachzugehen und Lösungswege aufzuzeigen. Dabei entstand der Film „Auf eigenen Füßen stehen – Ausbildungsförderung für Kleinbauern“. Er wird am 27.6.13 abends im Center TV, Düsseldorf, ausgestrahlt und anschließend in youtube unter www.youtube.com/user/VisionTeilen zu finden sein.

2013 – Fünf Jahre vision:teilen Vor fünf Jahren wurde vision:teilen als gemeinnütziger Verein gegründet. Das feiern wir – am 01.08.13 ab 19 Uhr im Kulturzentrum ZAKK (Fichtenstraße 40 in Düsseldorf). Es wird ein fröhliches Treffen mit einem thematischen Rückblick und der Aufführung des oben genannten Filmes. Interessenten sind herzlich eingeladen! Um Anmeldung bis zum 27.7.13 im Sekretariat von vision:teilen e.V. unter 0211-6683373 wird gebeten.

in die Tat umzusetzen und möglichst vielen Kindern den Weg ins Leben zurück zu eröffnen. Ein großes Vorhaben mit dem Ziel der Nachhaltigkeit dieser Einsätze!

Chance Wuppertal: Immer mehr Hausaufgabenhilfe Mundpropaganda allein macht es schon: Die personenintensive, unentgeltliche Hausaufgabenhilfe für bedürftige Kinder hat sich herumgesprochen. Immer mehr Kinder und Jugendliche von der Grundschule bis zum Abitur nutzen die „Chance Wuppertal“. Dieser Bereich von vision:teilen bietet Schülern mit und ohne Migrationshintergrund am Rande von Oberbarmen Unterstützung in schulischen Fragen. Die Vielzahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer und einiger weniger fester Kräfte hilft inzwischen über 140 Kindern. Manchmal bis spät in die Nacht. Denn die Klassenarbeiten wollen bestanden werden.

TajikAid: Operationen mit Nachhaltigkeit Seit viereinhalb Jahren helfen deutsche und österreichische Ärzte völlig unentgeltlich mit ihrem Fachwissen in Duschanbe und Tadschikistan. In über 600 Operationen heilten Sie die Leiden von „Spalt“-Kindern und bildeten dabei gleichzeitig tadschikische Ärzte in dieser speziellen Chirurgie aus. Eine Hilfe, die sich sehen lässt.  Das nächste Ziel ist die Errichtung einer eigenen Klinik, die den tadschikischen Ärzten ermöglichen wird, ganzjährig und ohne Unterbrechung das Gelernte

Impressum Herausgeber: vision:teilen eine franziskanische Initiative gegen Armut und Not e.V. Schirmerstraße 27, 40211 Düsseldorf

Bankverbindung: Stadtsparkasse Düsseldorf Kontonummer: 101 79 026 BLZ: 300 501 10

Telefon (0211) 6 68 33 73 Telefax (0211) 17 80 80 63 E-Mail: info@vision-teilen.org www.vision-teilen.org

Verantwortlich für die Redaktion: Br. Peter Amendt OFM Katja Hirzmann

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Der Infobrief wendet sich an Interessenten, Freunde und Förderer von vision:teilen.

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