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Leben

Ellen Gould White

in F端lle

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Leben

in Fülle Neuauflage 2013 Titel der Originalausgabe:

Thoughts From the Mount of Blessing von Ellen Gould White

© Copyright Design, Konzept, Satz & Layout by VISIONARY VANGUARD www.visionaryvanguard.de


Inhalt »Die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.« Johannes 6,63

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Vorwort

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Am Abhang des Berges

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Die Seligpreisungen 

50

[ 45 ]

Der Geist des Gesetzes 

84  [ 79 ]

Wahrer Grund zum Gottesdienst 

107  [ 102 ]

Das Vaterunser 

127  [ 123 ]

Nicht richten 

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Die Bergpredigt

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Vorwort »Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.« Johannes 10,10

Die Bergpredigt ist der Segensspruch des Himmels über die Erde – eine Stimme vom Thron Gottes. Sie wurde der Menschheit gegeben, um für sie eine Pf lichtregel zu sein und als Licht des Himmels; für sie Hoffnung und Trost in Verzweiflung, Freude und Trost in allen Lebenslagen zu sein. An diesem Ort sprach der Fürst der Prediger, der Meisterlehrer, die Worte aus, die Ihm der Vater gab. Die Segenssprüche sind der Gruß Christi; nicht nur für die, die glauben, sondern für die ganze Menschheit. Für einen kleinen Moment scheint Er vergessen zu haben, dass Er in der Welt ist und nicht im Himmel und Er benutzt die vertraute Aussprache aus der Welt des Lichts. Von seinen Lippen sprudelte der Segen wie ein lang versiegelter Strom voller Leben hervor. Christus lässt uns über die Charaktereigenschaften nicht im Zweifel, die Er immer anerkennen und segnen wird. Er wendet sich von den ehrgeizigen Lieblingen der Welt ab und wendet sich an die, die von ihnen verleugnet werden und segnet alle, die sein Licht und Leben empfangen. Er spricht zu den geistlich Armen, den Sanftmütigen, den Kleinen, den Traurigen, den Verachteten, den Verfolgten 10


Vorwort

und öffnet seine rettenden Arme: »Kommt her zu mir alle, … ich will euch erquicken.« Matthäus 11,28 Christus schaut auf das Elend dieser Welt ohne Anzeichen von Bedauern, dass Er die Menschen geschaffen hat. Im Herzen der Menschen sieht Er mehr als Sünde, mehr als Elend. In seiner unendlichen Weisheit und Liebe sieht Er die Möglichkeiten des Menschen, die Größe, zu der der Mensch gelangen kann. Er weiss, obwohl die Menschen ihren Segen missbraucht und ihre gottgegebene Erhabenheit zerstört haben, dass der Schöpfer durch die Erlösung der Menschen verherrlicht werden wird. Die Worte, die Christus auf dem Berg der Seligpreisungen sprach, erhalten ihre Kraft alle Zeit hindurch. Jeder Satz ist ein Juwel aus der Schatzkammer der Wahrheit. Die deutlich ausgesprochenen Grundsätze in dieser Predigt gelten für alle Zeitalter und für alle Menschen. Mit göttlicher Kraft drückte Christus seinen Glauben und seine Hoffnung aus, als Er eine Menschengruppe nach der anderen für gesegnet erklärte, weil sie einen gerechten Charakter entwickelt hatten. Indem wir das Leben des Lebensspenders durch Glauben in Ihm leben, kann jeder den Standard erreichen, der in Seinen Worten hochgehalten wird.

E.G.W.

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Leben in Fülle | Kapitel 1

Am Abhang des Berges »Als Er aber die Volksmenge sah, stieg Er auf den Berg; und als Er sich setzte, traten seine Jünger zu Ihm. Und Er tat seinen Mund auf.« Matthäus 5,1.2

Vor mehr als vierzehnhundert Jahren vor der Geburt Christi in Bethlehem hatten sich die Israeliten in dem lieblichen Tal von Sichem versammelt. Und während sie in feierlicher Stille den Stimmen der Priester zuhörten, die Segen und Fluch verkündeten, ertönte von beiden Seiten des Berges: »Den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des Herrn, eures Gottes ... den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet.« 5. Mose 11,27.28 Deshalb wurde er der Berg der Segnungen genannt. Die Worte, die über eine Welt der Sünde und des Elends Segen brachten, sind nicht auf dem Berg Garizim gesprochen worden. Israel erreichte das ihm gesteckte hohe Ziel nicht. Ein anderer als Josua musste sein Volk zur wahren Ruhe des Glaubens bringen. Nun war nicht mehr der Berg Garizim der Berg des Segens, sondern dieser ungenannte Berg am See Genezareth, auf dem Jesus die Seligpreisungen vor seinen Jüngern und einer großen Zuhörermenge sprach. Wir wollen uns in Gedanken an jenen Ort begeben, mit den Jüngern am Abhang sitzen und uns in die Gedanken und Empfindungen vertiefen, die sie erfüllten. Wenn wir verstehen, was die Worte Jesu seinen Zuhörern bedeuteten, [ 1 ]

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Leben in Fülle

Die Seligpreisungen »Und Er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.« Matthäus 5,2.3 Das kam der staunenden Menge fremd und neuartig vor. Solche Lehren stehen im Gegensatz zu allem, was sie je von den Priestern und Rabbinern gehört haben. Sie finden darin nichts, was ihrem Stolz schmeicheln oder ihre ehrgeizigen Hoffnungen nähren könnte. Aber dieser neue Lehrer besitzt eine Kraft, die sie in Bann hält. Wie die Blume ihren Duft spendet, so weht in seinem Bereich die Süße göttlicher Liebe. Seine Worte fallen »wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten«. Psalm 72,6 Alle spürten unwillkürlich, dass hier einer ist, der die Geheimschrift der Seele entziffert, dabei aber mit großem Feingefühl in den Einzelnen eindringt. Ihre Herzen tun sich ihm auf, und während sie lauschen, offenbart ihnen der Heilige Geist die Bedeutung der Lehre, die der Menschheit allezeit so sehr not tut. Zu Christi Zeiten hielten sich die religiösen Führer des Volkes für reich an geistlichen Schätzen. Das Gebet des Pharisäers »Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute« Lukas 18,11 drückte die Einstellung dieser Berufsgruppe sowie eines großen Teiles des ganzen Volkes aus. Aber unter der Menge, die den Herrn umgab, befanden sich doch einige, die sich ihrer geistlichen 15

[ 6 ]


Kapitel 2

Armut bewusst waren. Als bei dem wunderbaren Fischzug die göttliche Macht Christi offenbar geworden war, fiel Petrus dem Heiland zu Füßen und rief: »Herr, gehe von mir hinaus! Ich bin ein sündiger Mensch.« Lukas 5,8 So gab es auch unter denen, die auf dem Berg versammelt waren, die in seiner heiligen Gegenwart spürten, dass sie »elend und jämmerlich, arm, blind und bloß« Offenbarung 3,17 seien, und die für sich die »heilsame Gnade Gottes« Titus 2,11 ersehnten. In solchen Menschenseelen erweckten die Einleitungsworte Christi Hoffnungen; sie sahen, dass ihr Leben unter dem Segen Gottes stand. Jesus hatte den Segenskelch denen angeboten, die glaubten, sie seien reich und hätten gar satt und bedürften nichts Offenbarung 3,17; aber sie hatten diese köstliche Gabe verachtet. Wer sich vollkommen fühlt, wer sich für gut genug hält und mit seinem Zustand zufrieden ist, strebt nicht danach, Teilhaber der Gnade und Gerechtigkeit Christi zu werden. Der Stolze fühlt keinen Mangel und verschließt deshalb sein Herz für Christus und dem unermesslichen Segen, den Er schenken möchte. In einem solchen Herzen ist kein Raum für Jesus. Wer in seinen eigenen Augen als reich und ehrenwert erscheint, kann nicht im Glauben bitten, somit auch nicht den Segen Gottes empfangen. Er fühlt sich satt und geht deshalb leer hinweg. Diejenigen aber, die wissen, dass sie sich nicht selbst retten, noch irgendeine gerechte Tat aus sich vollbringen können, werden die Hilfe Christi schätzen, die Er gewähren kann. Sie sind die geistlich Armen, die Er selig preist. [ 6 - 7  ]

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»Freundliche Worte sind wie Honig, süß für die Seele und heilsam für den Körper« Sprüche 16,24

In vielen Situationen merken wir, dass der Mensch nicht vom Brot allein, sondern dass er von all dem lebt, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. Die Worte Jesu in der Bergpredigt sind der Segensspruch des Himmels über die Erde. Seine Worte schenken den Menschen Hoffnung und Trost in Verzagtheit, bieten Hilfe und Erfrischung in allen Wechselfällen des Lebens. Deshalb lädt uns Christus ein: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Jeder Satz ist ein Edelstein aus der Schatzruhe der Wahrheit.

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