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8. INTERNATIONALES KAMMERMUSIKFESTIVAL NÜRNBERG 11. - 18. September 2009


8. INTERNATIONALES KAMMERMUSIKFESTIVAL NÜRNBERG 11.-18. September 2009


R EC H T S A N WÄ LT E S T EU ER B ER AT ER W I RT S C H A F T S P R Ü FER

NÜRNBERG Am Stadtpark 2 90409 Nürnberg Telefon: (0911) 400799-0 Telefax: (0911) 400799-10 nuernberg@thorwart.de

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INHALTSVERZEICHNIS

7 Kalendarium

38 KONZERT 5: GALAKONZERT Mittwoch, 16. September

8 Grußworte

40 Liedtexte: Johannes Brahms: Zigeunerlieder

12 Vorwort

42 FESTIVALFINALE: DAS HIMMLISCHE LEBEN Freitag, 18. September

14 Andrew West: Wien – Musikhauptstadt Europas

44 Riikka Läser und Ivo Bärtsch: Ein Konzert im Museum

18 KONZERT 1: ERÖFFNUNGSKONZERT Freitag, 11. September

46 Liedtexte: Gustav Mahler: Frühe Lieder, Lieder aus Des Knaben Wunderhorn, IV. Symphonie, 4. Satz: Das himmlische Leben

20 Liedtexte: Joseph Haydn/Ludwig van Beethoven: Drei Volkslieder 24 KONZERT 2: LIEDERABEND Samstag, 12. September 26 Liedtexte: Joseph Haydn: Arianna a Naxos Franz Schubert: Ausgewählte Lieder Alban Berg: Vier Lieder op. 2 Gustav Mahler: Rückert-Lieder 32 KONZERT 3 Sonntag, 13. September 34 Liedtexte: Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen 36 KONZERT 4 Dienstag, 15. September

50 Michael Kerstan: Mahler in Wien 58 Die Mitwirkenden 67 Die pädagogischen Programme – Die akademie: der Steg Arche Noah Hear Our Voice das babylonexperiment Schau nicht zurück, Orfeo 72 Freunde, Förderer, Sponsoren 75 Vorschau 2010 76 Impressum

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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KALENDARIUM Änderungen vorbehalten.

Rittersaal der Kaiserburg Freitag, 11. September, 20.00 Uhr

Katharinensaal Samstag, 12. September, 20.00 Uhr

Katharinensaal Sonntag, 13. September, 18.00 Uhr

KONZERT 1

KONZERT 2

KONZERT 3

ERÖFFNUNGSKONZERT bei Kerzenlicht

LIEDERABEND

KONZERT

JOSEPH HAYDN

JOSEPH HAYDN

JOSEPH HAYDN

LUDWIG VAN BEETHOVEN

FRANZ SCHUBERT

ALBAN BERG

Englische Kanzonetten Sonate für Klavier und Violine a-Moll op. 23 DREI VOLKSLIEDER

HAYDN: The bluebell of Scotland, John Anderson my jo BEETHOVEN: Dermot and Shelah

Arianna a Naxos Die Götter Griechenlands, Ganymed, Lied eines Schiffers an die Dioskuren, An die Leier, An Schwager Kronos ALBAN BERG

Vier Lieder op. 2

Klaviertrio Nr. 25 C-Dur Hob. XV:27 Vier Stücke für Klarinette und Klavier GUSTAV MAHLER

Lieder eines fahrenden Gesellen ANTON BRUCKNER

Streichquintett F-Dur

FRANZ SCHUBERT

GUSTAV MAHLER

Marthakirche Dienstag, 15. September, 20.00 Uhr

Rittersaal der Kaiserburg Mittwoch, 16. September, 20.00 Uhr

Großer Ausstellungssaal, neues museum nürnberg Freitag, 18. September, 20.00 Uhr

KONZERT 4

KONZERT 5

FESTIVALFINALE

KONZERT

GALAKONZERT bei Kerzenlicht

DAS HIMMLISCHE LEBEN

FRANZ SCHUBERT

FRANZ SCHUBERT

GUSTAV MAHLER

WOLFGANG AMADEUS MOZART

JOHANNES BRAHMS

RICHARD STRAUSS

FRITZ KREISLER

Klaviertrio Nr. 1 B-Dur D 898

Quartettsatz c-Moll D 703 Klarinettenquintett A-Dur K 581 Metamorphosen (Fassung für Septett)

Rückert-Lieder

Notturno Es-Dur D 897 Zigeunerlieder op.103

Klavierquartett a-Moll Lieder aus Des Knaben Wunderhorn Symphonie Nr. 4 G-Dur (Bearbeitung von Erwin Stein)

Marche miniature viennoise JOHANN STRAUSS

Kaiserwalzer op. 437 (Bearbeitung von Arnold Schönberg) ERICH WOLFGANG KORNGOLD

Suite für 2 Violinen, Violoncello und Klavier (linke Hand) op. 23

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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GRUSSWORT der Kulturreferentin der Stadt Nürnberg Prof. Dr. Julia Lehner

PROF. DR. JULIA LEHNER Kulturreferentin der Stadt Nürnberg

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

„Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“ soll Gustav Mahler einmal gesagt haben, als er auf der Suche nach neuen musikalischen Formen und Lösungen die Vergangenheitsliebe des Historismus kritisierte. Wenn man in Bezug auf das Internationale KammermusikFestival Nürnberg 2009 inzwischen durchaus von Tradition sprechen kann, dann selbstverständlich nur in jenem Mahlerschen Sinn des enthusiastischen Fortführens einer begeisternden Idee. Traditionsgemäß ist das Festival nicht nur Auftakt, sondern zugleich erster Höhepunkt der Herbstsaison und auch heuer wieder wird ein großer Kreis von Stammgästen aus der Stadt, aus Bayern, aber auch aus dem Ausland erwartet. Das außergewöhnliche Programm und die stimmungsvollen Spielorte sind weitere Garanten für eine erfolgreiche Fortsetzung dieser Tradition. Im Zentrum des diesjährigen Programms steht Wien. Der Topos „Musikstadt Wien“ zählt heute nicht nur international zu den zentralen Elementen des Wien-Bildes, sondern nimmt auch im Selbstverständnis der Stadt eine bedeutende Stellung ein. Jenseits klischeehafter Vorstellungen einerseits und identitätsstiftender Funktionalisierung andererseits ist die Musikgeschichte Wiens über Jahrhunderte hinweg ebenso durch bedeutende Einzelpersönlichkeiten charakterisiert wie von epochalen Entwicklungen. Selbstverständlich fehlen im Festivalangebot die großen Namen nicht und nicht nur wegen seines 200. Todestages ist die Musik von Josef Haydn ebenso vertreten wie die von Gustav Mahler. Bekanntlich erhielt Mahler seine musikalische Ausbildung in Wien. Nach verschiedenen Stationen seiner beruflichen Laufbahn kehrte er auf dem Höhepunkt seiner Karriere für eine Dekade zunächst als Kapellmeister, bald aber als Direktor der

Hofoper nach Wien zurück. Sein Schaffen dort war von einer kompromisslosen Hingabe an das musikalische Werk und unterschiedlichen Reformen hinsichtlich der Aufführungspraxis geprägt. Kompositorisch war seine künstlerische Arbeit auf die Gattungen Sinfonie und Lied konzentriert. So verwundert es nicht, dass als Abschluss des KammermusikFestivals 2009 Mahlersche Lieder im Mittelpunkt der Darbietung stehen. Der außerordentlichen Originalität des Festivals ist es geschuldet, dass zum Abschluss weit mehr als ein Liederabend geboten wird. Von der Besonderheit des Ortes abgesehen - das Finale findet in der Ausstellungshalle des Neuen Museums statt - wird übergreifend Musik und Gesang mit Theater und Tanz verwoben. Aus dem Liederzyklus „Des Knaben Wunderhorn“ ist der Titel „Das Himmlische Leben“ als Leitmotiv für diesen Abend gewählt worden. Nomen est Omen. Mit hoher Professionalität ausgewählt, mit internationalen Spitzenkräften umgesetzt und mit unermüdlichem Engagement betrieben, werden die Künstlerinnen und Künstler, die Organisatorinnen und Organisatoren sowie Helferinnen und Helfer wiederum alles daransetzten, wenn nicht ein himmlisches Leben, so doch viele himmlische Stunden zu bereiten. Dafür danke ich von ganzem Herzen. Mein Dank gilt selbstverständlich auch den Freunden des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg, allen Unterstützern und Sponsoren. Allen Beteiligten wünsche ich angenehme und anregende Aufführungen. Ich bin mir ganz sicher, dass dieses Musikereignis beim Publikum auch in diesem Jahr die ihm gebührende Resonanz erfahren wird. Prof. Dr. Julia Lehner Kulturreferentin der Stadt Nürnberg


GRUSSWORT des Regierungspräsidenten Dr. Thomas Bauer Liebe Freunde des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg, zum 8. Mal wird das Internationale KammermusikFestival in Nürnberg veranstaltet, ein Festival, das sich als fester Bestandteil im städtischen Kulturkalender etabliert hat. Von Nürnberg aus strahlt dieses Musikfest weit in die Region hinaus und hat durch die außerordentlichen künstlerischen Leistungen eine feste Gemeinde von Kennern und Liebhabern gewonnen. Herausragende musikalische Inhalte, exzellente Musiker und Sänger, ein einladendes festliches Ambiente auf der Kaiserburg, im Katharinensaal, in der Marthakirche oder als erste in der großen Ausstellungshalle des Neuen Museums – die Festivalwoche in Nürnberg wird auch in diesem Jahr wieder ein großartiges Erlebnis werden. Die Programmauswahl des Internationalen KammermusikFestivals ist stets mit einem besonderen Akzent versehen. Während des Festivals geht es auf eine musikalische Reise in andere Länder. Nach Amerika, Großbritannien und Frankreich dürfen wir uns in diesem Jahr auf Österreich und die Welthauptstadt der Musik Wien freuen. Die Werke der Vertreter der 1. und 2. Wiener Schule und anderer, die sich mit Wien besonders verbunden fühlten, zählen zu den meist gespielten und interessantesten der abendländischen Musik.

Das Internationale KammermusikFestival bleibt auch seiner Tradition treu, Jugendliche in das Festivalprogramm einzubeziehen. Dem Mythos von Orpheus und Eurydike widmet sich die Arbeit mit der „akademie: der steg“ für ein weiteres Opernprojekt. Die Dimensionen sind wieder außergewöhnlich: Über 300 Jugendliche werden gemeinsam mit professionellen Musikern und Künstlern in mehrmonatigen Workshops eine neue Oper erschaffen und aufführen. Der Entstehungsprozess für die vielversprechende Produktion mit dem Titel „Schau nicht zurück, Orfeo!“, ist derzeit in vollem Gange, und wir dürfen jetzt schon auf die Premiere im nächsten Jahr gespannt sein. Die Qualität der künstlerischen Arbeit mit Schülern zeigt sich in der Auszeichnung mit dem Europäischen Kultur Musikpreis 2009 für das Projekt im Rahmen des Festivals 2008 das babylonexperiment. Dazu darf ich die Träger des Internationalen KammermusikFestivals herzlich beglückwünschen. Ich freue mich auf anregende Musikerlebnisse und danke den Organisatoren und Unterstützern für ihren Einsatz für die musikalischen Festtage vom 11.–18. September in Nürnberg.

DR. THOMAS BAUER Regierungspräsident

Ihr

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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GRUSSWORT der Direktorin des Neuen Museums Nürnberg Dr. Angelika Nollert Eine große Bühne auf dem Klarissenplatz vor der imposanten Glasfassade des Neuen Museums, im Hintergrund das beleuchtete Treppenhaus als architektonische Kulisse und ebenfalls Spielstätte – im September letzten Jahres fand hier das Opernprojekt „Babylonexperiment“ des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg seinen idealen Ort. Die Oper des britischen Komponisten Matthew King unter Leitung des Dramaturgen und Autors Michael Kerstan wurde zu einem Experiment durch seinen besonderen Ansatz: Schüler der Metropolregion Nürnberg wurden eingeladen, an der Entstehung und an der Aufführung der Oper mitzuarbeiten. Sie zeichneten mitverantwortlich für die Gestaltung von Libretto, Bühnenbild und darstellendes Spiel. Parallel dazu wurde den Schülern der insgesamt 12 beteiligten Schulen vom Neuen Museum angeboten, sich auch bildnerisch mit dem Turmbau zu Babel zu beschäftigen, ein Topos in der Bildenden Kunst, dessen berühmteste Beispiele vermutlich von Pieter Brueghel d. Ä. stammen. Das „Babylonexperiment“ hat sich als außerordentlich erfolgreich erwiesen: eine wunderbare Oper konnte aus kollektiver Kreativität entstehen, das Publikum dankte durch ausverkaufte Veranstaltungen, 200 Schüler arbeiteten über 10 Wochen im Neuen Museum, und die künstlerischen Ergebnisse wurden in einer Studioausstellung ebenfalls im Neuen Museum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Opernaufführungen und die Arbeit daran im Vorfeld war für die beteiligten Musiker und Künstler wie für die Kinder ein einmaliges Erlebnis. Das Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design definiert sich als zeitgenössisches und disziplinübergreifendes Museum.

Kunst und Design, aber auch Architektur, Musik oder Film sind wichtige Seismographen einer gesellschaftlichen Struktur und Ergebnisse einer kulturellen Entwicklung. Diese verschiedenen Ansätze zu erkennen und zu analysieren, aber auch vorzustellen und zu vermitteln ist ein wichtiges Ziel. Mit dem „Babylonexperiment“ als einem der Höhepunkte des KammermusikFestivals 2008 konnte das Neue Museum kunsthistorisches Wissen und künstlerische Ansätze an ein junges Publikum vermitteln, es hat in den Schülern und den Opernbesuchern Adressaten auch für bildkünstlerische Inhalte gefunden. So sind wir sehr glücklich, dass auch in diesem Jahr eine erneute Kooperation mit dem KammermusikFestival stattfindet – diesmal als großes Finale im Ausstellungssaal des Neuen Museums. Unter dem Titel „Das Himmlische Leben“ erfährt die Musik Gustav Mahlers hier in Verbindung mit Gesang und Tanz eine zeitgemäße Präsentation und Interpretation. Der berühmte Wiener Komponist, der sich an der Schwelle zur Moderne bewegte, hat gleichsam auch das Fundament für das Heute gelegt. Mit diesem symbiotischen MahlerProjekt hoffen wir, den Stellenwert unseres Hauses als eines der bedeutendsten kulturellen Zentren der Metropolregion weiter zu verankern. Das Neue Museum freut sich außerordentlich über die Kooperation mit dem KammermusikFestival und dessen Team. Die befruchtende Zusammenarbeit mit dem KammermusikFestival bedeutet für uns eine anregende Herausforderung und Bereicherung, für die wir herzlich danken! Wir hoffen auf eine Forstsetzung in den nächsten Jahren und wünschen dem Festival auch für 2009 erneut bestes Gelingen!

DR. ANGELIKA NOLLERT Direktorin des Neuen Museums Nürnberg

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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VORWORT

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, liebe Freunde der Kammermusik! Herzlich Willkommen zum 8. Internationalen KammermusikFestival Nürnberg!

Das Internationale KammermusikFestival Nürnberg wurde ausgezeichnet mit dem Kulturstipendiumspreis der Stadt Nürnberg

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

Wir freuen uns sehr, dass Sie einen oder mehrere Abende mit uns verbringen möchten, da auch wir wissen, dass man es sich gerade in diesen schwierigen Zeiten vielleicht zweimal überlegen muss, bevor man sein schwer verdientes Geld für ein Kunst-Ereignis ausgibt. Wir haben heuer die riesigen Ausgaben vom Vorjahr vermieden: So gibt diesmal keine Auftragsoper, keine selbst gebaute Opernarena auf dem Klarissenplatz vor dem Neuen Museum und kein großes Jugendprojekt mit über 300 Teilnehmern. Aber … unsere Oper das babylonexperiment im September 2008 war so wunderbar, war solch ein positives Ereignis in jeder Hinsicht, das wir gerne jedes Jahr wiederholen würden! Wir sind außerordentlich stolz darauf, dass wir zum ersten Mal eine Oper konzipiert, in Auftrag gegeben und vollständig durchgeführt haben und dass wir nicht nur den beteiligten Jugendlichen eine wichtige Lebenserfahrung mitgeben konnten, sondern auch einen bemerkenswerten künstlerischen Erfolg errungen haben. Das diesjährige Programm begeistert uns, auch wenn wir keine Oper geben! Wird Wien als Mittelpunkt einer Konzertreihe gewählt, gibt es sicher keinen Mangel an Meisterwerken und großen Namen der Musikgeschichte! Die Schwierigkeit liegt eher in der Entscheidung, welche wichtigen Komponisten nicht berücksichtigt werden sollten. Ich denke, wir haben eine faszinierende Mischung zusammengestellt, wobei einige Namen mehr hervortreten als andere, wie zum Beispiel Josef Haydn 200 Jahre nach seinem Tod, Franz Schubert und, vor allem, Gustav Mahler, dem wir einen ganzen Abend widmen.

Das Festival-Finale setzt sich aus verschiedenen Sparten zusammen: Kammermusik, Gesang, Tanztheater und Orchestermusik, und wir sind froh, dass, zwei Jahre nach ihrer spannenden Inszenierung der Geschichte vom Soldaten, Ivo Bärtsch und Riikka Läser zum Festival zurückkehren und eine Choreographie zu Liedern aus Des Knaben Wunderhorn präsentieren und dass wir als erste die große Ausstellungshalle des Neuen Museums Nürnberg bespielen dürfen. Weitere Höhepunkte der Woche werden sicherlich das B-Dur Klaviertrio von Franz Schubert, gespielt von Marianne Thorsen, Pierre Doumenge und Festival-Leiter Andrew West bei der Festivaleröffnung in der Kaiserburg und die Metamorphosen von Richard Strauss in der akustisch überzeugenden Marthakirche sein. Ich freue mich besonders auf zwei selten gespielte Werke, das Streichquintett von Anton Bruckner im Katharinensaal, ausgeführt von der schon mit vielen Preisen ausgezeichneten holländischen Geigerin Carla Leurs, und die Suite von Erich Korngold beim Galaabend. Wir freuen uns auch auf die Starsopranistin Ruby Hughes, die Das himmlische Leben im letzten Satz der 4. Symphonie am Gustav-MahlerAbend singen wird, auf altbekannte Gesichter wie Håkan Vramsmo, den schwedischen Bariton, der Schubert, Berg und Mahler singen wird, sowie auf alle anderen Musiker aus aller Welt, die zum ersten oder sogar schon zum achten Mal beim Festival mitwirken. Weiter möchten wir Sie wissen lassen, dass die Freunde Internationaler Kammermusik e.V. mutiert sind in KammerMusikTheater International e.V. in der Metropolregion Nürnberg. Mit dieser Veränderung möchten wir verdeutlichen, dass wir nicht ausschließlich das Internationale KammermusikFestival Nürnberg in den Septembertagen präsentieren, sondern das ganze Jahr über Projekte


(vor allem Schülerprojekte) und andere Aktivitäten durchführen. KammerMusikTheater International besteht aus zwei wichtigen Säulen – dem Internationalen KammermusikFestival Nürnberg und der akademie: der steg. Mehr über diese Akademie und unsere künftige Projekte erfahren Sie auf Seite 67. Hier sei kurz erwähnt, dass unser nächstes Projekt, das in der Tradition von Hear Our Voice, Arche Noah und das babylonexperiment steht, längst begonnen hat und im Juli 2010 seinen Höhepunkt finden wird. Schau nicht zurück, Orfeo, eine Komposition von Stefan Hakenberg und Schülern der Region nach Glucks Orfeo ed Eurydike, wird im Rahmen der Internationalen Gluck- Festspiele Nürnberg uraufgeführt und ungefähr 400 Jugendlichen aus fünf Schulen in Nürnberg, Bamberg und Schweinfurt die Chance geben, sich in verschiedenen Gattungen wie Gesang, Tanz, Schauspiel, Komposition und bildender Kunst auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Mit der Förderung durch hochkarätige Stiftungen erhalten wir nicht nur die notwendige monetäre Unterstützung unseres innovativen und gesellschafts-politisch wichtigen Opernprojekts mit Schülern, sondern auch die qualitative Anerkennung. An erster Stelle sei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genannt. Unser Dank geht an die Staedtler Stiftung, die IHK Kulturstiftung, die HERMANN GUTMANN STIFTUNG, die Helga und Dr. Erich Schwanhäußer-Stiftung. Beim Kulturfonds Bayern haben wir einen Antrag gestellt. Für die Unterstützung des Festivals bedanken wir uns herzlich bei den Politikern der Stadt Nürnberg, des Bezirks Mittelfranken und unseren Sponsoren wie der DATEV, Kanzlei Thorwart Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, DER BECK, Piano Haid, der Fürstlichen Castell-Bank und Fiegl Automobile VOLVO ZENTRUM Nürnberg, ohne die diese festlichen Tage nicht möglich wären.

Und ohne Sie, verehrtes Publikum, würden sie auch nicht gelingen können. Vor allem möchten wir unter allen langjährigen treuen Besuchern Akiko und Ichiro Oshima aus Shibukawa in Japan nennen, die seit Beginn des Festivals jährlich zu uns nach Nürnberg reisen. Wir sind froh, dass Sie liebe Nürnberger, auswärtige und ausländische Gäste bei uns sind und wünschen Ihnen viele Freude bei unseren Aufführungen. Ihr Peter Selwyn für das Festival Team

PETER SELWYN Künstlerische Leitung

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WIEN – MUSIKHAUPTSTADT EUROPAS Text: Andrew West, Deutsch von Michael Kerstan

JOESPH HAYDN

LUDWIG VAN BEETHOVEN

FRANZ SCHUBERT

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Ungefähr 150 Jahre lang, vom späten achtzehnten bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, war Wien die Musikhauptstadt Europas, der Ort, an dem man sich einen Namen machen musste, wenn man in der Musikwelt etwas gelten wollte. Haydn war als Sopranknabe an der Schule des Chores von St. Stephan eingeschrieben, Mozarts eifriger Vater brachte seinen Sohn hierher, um ihn der Öffentlichkeit zu präsentieren, und dreißig Jahre später kam Beethoven, um beim alten Haydn zu studieren. Er hat Glück gehabt, den großen Künstler zu Hause anzutreffen. Kurz zuvor hatte Haydn nämlich 18 äußerst erfolgreiche Monate in London verbracht, und er war nur nach Wien zurückgekehrt, weil sein Herr, Prinz Esterhazy, darauf bestanden hatte. Doch im Jahr darauf besuchte Haydn London erneut und blieb genau so lange, schloss Freundschaft mit der Witwe Anne Hunter und vertonte neun Gedichte von ihr. Die Lieder von der Meerjungfrau und dem Seemann feiern den britischen Heldenmut auf See kurz vor Admiral Nelsons Glanzzeit, für den die gotische Düsternis des Gespensterlieds und der Wahn in Treue einen dunkleren Gegensatz bilden. Die Volkslied-Bearbeitungen stammen ebenfalls von Haydns Besuchen in London. Während seines ersten Aufenthalts in der britischen Hauptstadt erhielt er den Auftrag, einhundert schottische und walisische Volkslieder für den häuslichen Gebrauch zu vertonen, und diese hatten einen derartigen kommerziellen Erfolg, dass Haydn in den folgenden zwölf Jahren von verschiedenen Verlegern dazu bewegt wurde, weitere 300 zu vertonen. Einer jener schottischen Verleger brachte später sogar Beethoven auf diese einträgliche Linie. Der Markt für Hausmusik war beträchtlich und rentabel – aus ihren begrenzten stimmlichen Anforderungen kann man schließen, dass Haydn auch die Kantate Arianna a Naxos so wie die meisten seiner Klaviertrios

vor allem für den kultivierten Musikliebhaber und nicht für den professionellen Sänger oder Musiker komponiert hat. Die einfachen Cellostimmen der Trios verdoppeln den Bass des Klaviers, welchem der größere Anteil an der Komplexität und Brillanz der Stücke zukommt. Das C-Dur-Trio, Hob. XV;27 hat einen besonders lebhaften und extravertierten Part, den er, ganz ungewöhnlich für Haydn, mit einem bestimmten professionellen Pianisten im Hinterkopf geschrieben hat. Dies war auch bei Mozarts Klarinettenquintett der Fall, das von der Bekanntschaft des Komponisten in den letzten Lebensjahren mit dem Virtuosen Anton Stadler beeinflusst wurde. Sowohl in Haydns Trio als auch in Beethovens Sonate op. 23 sind die Klavierparts technisch anspruchsvoller als die relativ unkomplizierten Streicherstimmen. Es ist bemerkenswert, dass Beethovens sogenannte „Violin“-sonaten genau wie die von Mozart als Sonaten für Klavier und Violine veröffentlicht wurden, die Instrumente wurden in genau dieser Reihenfolge genannt. Wenn Schubert heutzutage als einer der größten Komponisten angesehen wird, mögen wir es sonderbar finden, wie sehr er zu Lebzeiten vom Wiener Publikum ignoriert wurde. Er war zwar Chorknabe an derselben Schule wie Haydn, gewann aber niemals wohlhabende Gönner, so wie es Haydn, Mozart und Beethoven gelungen war. Er litt sein ganzes Leben unter ständigen beruflichen und finanziellen Kämpfen und erlebte weder sein B-Dur-Trio noch seinen Quartettsatz in einer öffentlichen Aufführung, das letztere musste bis 1867 auf seine Uraufführung warten. Man nimmt an, dass das Nocturne ursprünglich als langsamer Satz des B-Dur-Trios gedacht war, aber zugunsten der Musik gestrichen wurde, die wir heute kennen.


1857 begannen die Arbeiten an der imperialistischen Neugestaltung Wiens mit der Verwandlung der städtischen Struktur und der Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Einwohnerzahl verdreifachte sich innerhalb von 50 Jahren von einer halben auf anderthalb Millionen; die Stadt saugte Menschen aus allen Ecken des Habsburger Imperiums auf. Sehr viele dieser Immigranten waren arme Juden, und so erwuchs der bekannte Zusammenprall zwischen Progressiven, die solche sozialen und politischen Veränderungen leicht hinnahmen, und den oftmals antisemitischen Konservativen, denen der neue kosmopolitische Charakter der Stadt missfiel und die sich gerne der Überlegenheit der Austro-Germanischen Kultur sicher gewesen wären. 1897 feierte die Stadt den 100. Geburtstag von Schubert, nachdem sie, mit einiger Verspätung, seine Größe erkannt hatte. Auch dies bot Gelegenheit für weitere Auseinandersetzungen: Die Liberalen betonten die universale Macht seiner Musik, während die übrigen Schubert als einen simplen Österreicher und echten Wiener hinstellten. Ähnliche Streitpunkte hatten schon gewisse lebende Komponisten auseinander gebracht. Anton Bruckner beispielsweise, aus Linz, tief katholisch und in seinem Aufzug und seiner Sprache provinziell, war für die Konservativen der ideale Bannerträger. Das Streichquintett von 1879 enthält viele Merkmale seines symphonischen Stils – anscheinend war er um ein Streichquartett gebeten worden, aber ihm reichten die strukturellen Möglichkeiten nicht aus. Johannes Brahms hingegen, ein Protestant aus Hamburg, war politisch liberal und wurde dennoch von vielen als musikalischer Traditionalist angesehen. Seine Zigeunerlieder für Solostimme komponierte er 1889, in ihnen blitzt merkwürdigerweise ein exotischer ungarischer Duft auf, aber sehr wenig davon ist authentische Zigeunermusik.

Über dem ästhetischen Kampfgetümmel zwischen Fortschrittlichen und Konservativen tauchte Johann Strauss auf, bei weitem der populärste Musiker in Wien, dessen Musik einen tröstlichen Blick zurück nach Alt-Wien, seine verträumte Eleganz und verführerische Sentimentalität erlaubte, die auf eine mythische Vergangenheit anspielten. Der Kaiserwalzer, den Strauss komponiert hatte, um Kaiserwalzer den Besuch des österreichischen Kaisers bei seinem deutschen Kollegen in Berlin zu feiern, erschien ebenfalls 1889. Nach Gustav Mahler, dessen Musik ausführlich weiter unten von Michael Kerstan behandelt wird, entwickelte sich die Wiener Musik in zwei völlig unterschiedliche Richtungen. Die sogenannte „Zweite Wiener Schule“, die von Arnold Schönberg angeführt wurde, betrachtete das Komponieren in Tonarten letztendlich als erledigt, die Musik von Alban Berg jedoch bewahrte Spuren der Wiener Romantik und der Tonalität. In den ersten drei seiner Vier Lieder Lieder, op. 2 von 1910 werden Tonarten angegeben, während das letzte viel atonaler ist. Seine Vier Klarinettenstücke von 1913 waren insgesamt viel gewagter; sie waren die ersten Werke, die seinem Lehrer Schönberg gewidmet waren, man findet darin praktisch keine Spur einer Tonart, und sie enthalten einige wilde Experimente für die Klarinette. Trotz des großen Einflusses, den Schönberg auf zahlreiche Komponisten des 20. Jahrhunderts ausübte, gab es entlang dieser Musik eine kräftige Ader der Sehnsucht nach und Hinwendung zur traditionellen Tonalität. Der Geiger Fritz Kreisler schrieb seinen Kleinen Wiener Marsch 1925, im selben Jahr, als Schönberg die Kammermusikversion des Kaiserwalzers arrangierte, und die Suite für Streicher und Klavier linkshändig von Erich Wolfgang Korngold erschien 1930. Korngolds außergewöhnliche Biographie beginnt mit seinem zweiten Vornamen, dem ihm sein Vater, damals der

JOHANNES BRAHMS

ALBAN BERG portraitiert von Arnold Schönberg

FRITZ KREISLER

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ERICH WOLFGANG KORNGOLD

JOHANN STRAUSS

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wichtigste Musikkritiker Wiens, zu Ehren Mozarts gegeben hatte. Genau wie Mozart hatte er schon in jungen Jahren enormen Erfolg, mit zehn wurde er von Mahler als früh vollendetes Genie bejubelt. In den 30er Jahren musste er (wie Schönberg) emigrieren, und er ging (wie Schönberg) nach Kalifornien, wo sein üppiger romantischer Stil (nicht wie Schönberg) ihm ermöglichte, als Filmkomponist in Hollywood aufzublühen. Er schrieb die Suite für den Pianisten Paul Wittgenstein, der seinen rechten Arm im Ersten Weltkrieg verloren hatte, aber entschlossen war, seine Konzertlaufbahn fortzusetzen. Da er aus einer sehr reichen Familie stammte, war er in der Lage, viele bedeutende Komponisten zu beauftragen, darunter Ravel, Britten und Prokofieff, Stücke für die linke Hand zu schreiben, Richard Strauss komponierte ihm sogar zwei.

Strauss wurde 1864 geboren, nur vier Jahre nach Mahler, während aber Mahler 1911, als der österreichische Kaiser noch auf dem Thron saß, starb, überlebte Strauss beide Weltkriege und starb 1949 im Alter von 85 Jahren. Sein Geist war gebrochen unter dem Eindruck der völligen Zerstörung Deutschlands, besonders der Opernhäuser in München, Dresden und Wien, wo er so viele Triumphe errungen hatte. Sein Kommentar war das 1945 komponierte Streichseptett Metamorphosen, das er später für ein Orchester mit 23 Streichern ausbaute. Es ist eine Elegie auf den tragischen Zerfall der österreichisch-deutschen Zivilisation, eine tiefe Klage um das endgültige Dahinscheiden einer großen Tradition.


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KONZERT 1: Eröffnungskonzert bei Kerzenlicht Freitag, 11. September, 20.00 Uhr im Rittersaal der Kaiserburg

JOSEPH HAYDN

DREI VOLKSLIEDER

FRANZ SCHUBERT

(1732-1809)

Bearbeitungen für Stimme und Klaviertrio

(1797-1828)

Englische Kanzonetten (Hob. XXVIa no. 25, 30, 41 und 31)

HAYDN The bluebell of Scotland John Anderson my jo

Klaviertrio Nr. 1 B-Dur D 898

The mermaid’s song Fidelity The spirit’s song Sailor’s song

BEETHOVEN Dermot and Shelah WoO. 152 (25 irische Lieder) no. 14

Frances Pappas – Mezzosopran Rita Kaufmann – Klavier

Frances Pappas – Mezzosopran Marianne Thorsen – Violine Pierre Doumenge – Violoncello Andrew West – Klavier

LUDWIG VAN BEETHOVEN

PAUSE

(1827)

Allegro moderato Andante un poco mosso Scherzo. Allegro moderato –Trio Allegro moderato Marianne Thorsen – Violine Pierre Doumenge – Violoncello Andrew West – Klavier

(1770-1827)

Sonate für Klavier und Violine a-Moll op.23 (1800)

Presto Andante scherzoso più Allegretto Allegro molto Marianne Thorsen - Violine Andrew West - Klavier

in Anwesenheit des Staatsministers Günter Gloser MdB und Gemahlin

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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KONZERT 1

ENGLISCHE KANZONETTEN

JOSEPH HAYDN

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

JOSEPH HAYDN: Englische Kanzonetten Text: Anne Hunter (1742–1821), Übersetzung: Michael Kerstan THE MERMAID’S SONG

DAS LIED DER MEERJUNGFRAU

Now the dancing sunbeams play On the green and glassy sea, Come, and I will lead the way Where the pearly treasures be.

Die Sonnenstrahlen tanzen nun auf dem grünen, klaren Meer. Komm, ich führe dich dorthin, wo die Perlenschätze sind.

Come with me, and we will go Where the rocks of coral grow. Follow, follow, follow me.

Komm mit mir, wir gehn dahin wo die Korallenriffe blühn. Folge, folge, folge mir.

Come, behold what treasures lie Far below the rolling waves, Riches, hid from human eye Dimly shine in ocean‘s caves. Ebbing tides bear no delay, Stormy winds are far away.

Komm und sieh die Schätze da unter den rollenden Wellen tief. Reichtum, den kein Mensch je sah, blinkt fahl in des Meers Versteck. Die Gezeiten warten nicht, Stürme sind noch weit entfernt.

Come with me, and we will go Where the rocks of coral grow. Follow, follow, follow me.

Komm mit mir, wir gehn dahin wo die Korallenriffe blühn. Folge, folge, folge mir.

FIDELITY

TREUE

While hollow burst the rushing winds, And heavy beats the show‘r, This anxious, aching bosom finds No comfort in its pow‘r.

Wenn Sturmwind dumpf das Land durchfegt und Regen prasselt schwer, findet mein ängstlich, leidend Herz selbst keine Tröstung mehr.

For ah, my love, it little knows What thy hard fate may be, What bitter storm of fortune blows, What tempests trouble thee.

Denn wenig weiß es, ach, mein Schatz, vom schweren Schicksal dein, Welch bitt’rer Sturm des Schicksals tobt, dich welch Orkan betrübt.

A wayward fate hath spun the thread On which our days depend, And darkling in the checker‘d shade, She draws it to an end.

Launisches Fatum spann das Garn, das unsern Tag bestimmt, Und düster im Schattengefleck führt es uns bis zum Schluss.

But whatsoe‘er may be our doom, The lot is cast for me, For in the world or in the tomb, My heart is fix‘d on thee.

Doch was auch unser Schicksal sei, Es ist für mich gemacht, Denn auf der Erde wie im Grab Hängt mein Herz fest an dir.


THE SPIRIT’S SONG

THE SPIRIT’S SONG

Hark! Hark, what I tell to thee, Nor sorrow o‘er the tomb; My spirit wanders free, And waits till thine shall come.

Hör! Hör!, was ich dir jetzt sag’, und weine nicht am Grab; Mein Geist bewegt sich frei, und wartet nur auf dich.

All pensive and alone, I see thee sit and weep, Thy head upon the stone Where my cold ashes sleep.

In Gedanken und allein seh’ ich, wie du weinst. Dein Kopf auf jenem Stein, wo ruht die Asche mein.

I watch thy speaking eyes, And mark each falling tear; I catch thy passing sighs, Ere they are lost in air.

Oh, dein beredtes Aug’ seh’ ich, die Tränen auch und hör die Seufzer dein, eh’ sie vom Wind verweht.

Hark! Hark, what I tell to thee, etc.

Hör! Hör!, was ich dir jetzt sag’, etc.

SAILOR’S SONG

SEEMANNSLIED

High on the giddy bending mast The seaman furls the rending sail, And, fearless of the rushing blast, He careless whistles to the gale.

Hoch auf dem schwindelnd schwanken Mast das Segel holt der Seemann ein, und, furchtlos ob der Feuersbrunst, pfeift er sorglos auf den Sturm.

Rattling ropes and rolling seas, Hurlyburly, hurlyburly, War nor death can him displease.

Schlagendes Tau und wälzendes Meer Tohuwabohu, tohuwabohu Krieg und Tod riskiert er gern.

The hostile foe his vessel seeks, High bounding o‘er the raging main, The roaring cannon loudly speaks, Tis Britain’s glory we maintain.

Der böse Feind sucht seinen Kahn, schlägt hoch über die furiose See, Kanonendonner spricht es laut: Den Ruhm Britanniens retten wir.

Rattling ropes and rolling seas, Hurlyburly, hurlyburly, War nor death can him displease.

Schlagendes Tau und wälzendes Meer Tohuwabohu, tohuwabohu Krieg und Tod riskiert er gern.

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KONZERT 1 DREI VOLKSLIEDER

LUDWIG VAN BEETHOVEN

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

JOSEPH HAYDN: The bluebell of Scotland/John Anderson my jo Übersetzung: Michael Kerstan THE BLUEBELL OF SCOTLAND

SCHOTTLANDS GLOCKENBLUME

O where, tell me where, is your highland laddie gone? He‘s gone with streaming banners, where noble deeds are done, And ma sad heart will tremble, ’till he come safely home.

Wohin, sag, wohin, wohl dein Schatz gezogen ist? Er ging mit fliegenden Fahnen, wo edle Tat geschieht. Mein traurig Herz wird zittern, bis er heimkehren wird.

Oh where, tell me where, did your Highland laddie dwell? He dwelt in Bonnie Scotland, where blooms the sweet blue bell, And it‘s oh, in my heart I lo‘ed my laddie well.

Doch wo, sag mir, wo, hat dein Schatz aus dem Bergland gewohnt? Er wohnte im schönen Schottland, wo die Glockenblume blüht, und tief im Herzen mein, hab ich ihn so sehr geliebt.

Oh what, tell me what, if your Highland laddie is slain? Oh no, true love will be his guard and bring him safe again, For it‘s oh, my heart would break if my Highland lad were slain.

Doch was, sag mir, was, wenn dein Schatz getötet ward? Nein, wahre Liebe hält ihm Wacht und bringt ihn sicher heim, denn, oh, mein Herz zerbräche schnell, wenn mein Schatz gestorben wär’.

JOHN ANDERSON MY JO

JOHN ANDERSON MEIN LIEB

Text: Robert Burns, Übersetzung anon.

Text: Robert Burns, Übersetzung anon.

John Anderson, my jo, John, When we were first acquent; Your locks were like the raven, Your bonie brow was brent; But now your brow is beld, John, Your locks are like the snow; But blessings on your frosty pow, John Anderson, my jo.

John Anderson, mein Lieb! Wir haben uns geseh‘n, Wie rabenschwarz dein Haar, die Stirne glatt und schön!! Nun Glätte nicht noch Locke der schönen Stirne blieb; Doch segne Gott dein schneeig Haupt, John Anderson, mein Lieb.

John Anderson, my jo, John, We clamb the hill thegither; And mony a cantie day, John, We‘ve had wi‘ ane anither: Now we maun totter down, John, But hand in hand we‘ll go, And sleep thegither at the foot, John Anderson, my jo.

John Anderson, mein Lieb! Wir klommen froh bergauf, Und manchen heitern Tag begrüssten wir im Lauf. Nun abwärts Hand in hand, froh wie‘s bergauf uns trieb, Und unten sel‘ges Schlafengeh‘n, John Anderson, mein Lieb!


LUDWIG VAN BEETHOVEN: Dermot and Shelah Text: T. Toms, Übersetzung: G. Pertz DERMOT AND SHELAH O who sits so sadly, and heaves the fond sigh? Alas! Cried young Dermot, ’tis only poor I, All under the willow, the willow so green. My fair one has left me in sorrow to moan, So here am I come, just to die all alone; No longer fond love shall my bosom enslave, I‘m wearing a garland to hang o‘er my grave, All under the willow, the willow so green.

The fair one you love is, you tell me, untrue, And here stands poor Shelah, forsaken, like you, All under the willow, the willow so green. O take me in sadness to sit by your side, Your anguish to share, and your sorrow divide; I‘ll answer each sigh, and I‘ll echo each groan, And ’tis dismal, you know, to be dying alone, All under the willow, the willow so green.

Then close to each other they sat down to sigh, Resolving in anguish together to die, All under the willow, the willow so green, But he was so comely, and she was so fair, They somehow forgot all their sorrow and care; And, thinking it better a while to delay, They put off their dying, to toy and to play, All under the willow, the willow so green.

Du sprichst, eine Treulose nahm dir die Ruh? Und hier steht ein Mägdlein, verraten wie du, Wohl unter der Weide, der Weide so grün. „O laß mich in Trauer dir sitzen zur Seit‘, Dein Elend zu lindern, zu teilen dein Leid; Deinem Gram laß ein seufzendes Echo mich sein, Zu traurig, du weißt es, ist Sterben allein Wohl unter der Weide, der Weide so grün.“

Da haben die beiden zusammen geweint, Entschlossen, in Trauer zu sterben vereint Wohl unter der Weide, der Weide so grün. Doch er war so gut, und so schön war die Maid, Daß auf einmal vergessen war Kummer und Leid; Weil beiden die Welt noch ein Weilchen gefiel, Verschoben den Tod sie und trieben ihr Spiel Wohl unter der Weide, der Weide so grün.

DERMOT UND SHELAH Wer sitzt hier und seufzt so bekümmerten Sinns? „Ach ich“ rief jung Dermot, „ich Armer bin‘s, Wohl unter der Weide, der Weide so grün; Mein Liebchen verließ mich zu bitterer Pein, So kam ich hierher, um zu sterben allein; Der Liebe, ihr Sklav‘ einst, schwur heute sich ab, Ich winde ein Kränzchen, zu decken mein Grab Wohl unter der Weide, der Weide so grün.“

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KONZERT 2: Liederabend Samstag, 12. September, 20.00 Uhr im Katharinensaal

JOSEPH HAYDN

PAUSE

ALBAN BERG

(1732–1809)

(1885–1935)

Arianna a Naxos

Vier Lieder op. 2

(cantata a voce sola für Stimme und Klavier) Hob. XXVIb: 2

(1910)

(1789–1790)

Schlafen, schlafen, nichts als schlafen Schlafend trägt man mich Nun ich der Riesen Stärksten überwand Warm die Lüfte

Rebecca Martin – Mezzosopran Nicholas Rimmer – Klavier

Håkan Vramsmo – Bariton Andrew West – Klavier

FRANZ SCHUBERT

GUSTAV MAHLER

(1797–1828)

(1860–1911)

Die Götter Griechenlands, D 677 Ganymed, D 544 Lied eines Schiffers an die Dioskuren, D 360 An die Leier, D 737 An Schwager Kronos, D 369

Rückert-Lieder

Håkan Vramsmo – Bariton Andrew West – Klavier

Rebecca Martin – Mezzosopran Nicholas Rimmer – Klavier

Ich atmet’ einen linden Duft! Blicke mir nicht in die Lieder Ich bin der Welt abhanden gekommen Liebst du um Schönheit Um Mitternacht

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KONZERT 2

JOSEPH HAYDN: Arianna a Naxos/Ariadne auf Naxos

LIEDERABEND

ALBAN BERG

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Adagio

Adagio

Teseo mio ben, dove sei? Dove sei tu? Vicino d‘averti mi parea, ma un lusinghiero sogno fallace m‘ingannò. Già sorge in ciel la rosea Aurora, el‘erbe e I fior colora Febo uscendo dal mar col crine aurato. Sposo, sposo adorato, dove guidasti il piè Forse le fere ad inseguir ti chiama il tuo nobile ardor. Ah vieni, ah vieni, o caro, ed offrir ò più grata preda aituo I lacci. Il cor d‘Arianna amante, che t‘adora costante, stringi, stringi con nodo più tenace, e più bella la face splenda del nostro amor. Soffrir non posso d‘esser da te divisa un sol istante. Ah di vederti, o caro, già mi strugge il desio; ti sospira il mio cor, vieni, vieni idol mio.

Theseus, mein Leben, Du nicht hier? Wo flohst du hin? Du ruhtest so süß an meiner Seite – Nein, mit falschem Schmeicheln hat nur ein Traumbild mich getäuscht. Dort im Rosenlichte naht Aurora das Meer verkündigt, hoch erglühend, die Ankunft des lichtbekränzten Gottes Theseus, mein Gatte, ach, du erscheinst noch nicht? Hat das Gebrüll der Löwen dieser Wälder dich zum Kampfe entflammt? Ach kehre, ach kehre zurücke! Nimmer vergilt die reichste Beute dies mein Zagen! Am Busen deiner Gattin, an dem Herzen der Treuen, kühle, kühle dein wildes Heldenfeuer! Hier vergiß, daß die Erde noch Ungeheuer trägt. Nicht länger tragen kann dies mein zaghaft Herz, die ödeStille – Schrecklicher Ahnung Flüstern hör‘ ich aus den Klüften tönen – Deine Gattin bebt, Teurer, komm, sieh ihre Tränen!

Aria (largo)

Aria (largo)

Dove sei, mio bel tesoro, chi t‘invola a questo cor? Se non vieni, io già mi moro, né resisto al mio dolor. Se pietade avete, oh Dei, secondate i voti miei, a me torni il caro ben. Dove sei? Teseo! Dove sei?

Teurer Gatte, ach erscheine, bringe Ruhe in dieses Herz! Sieh, wie einsam ich hier weine: komm und lindre meinen Schmerz! Seht herab, ihr guten Götter, blickt mit Mitleid auf mich nieder: Noch verweilst du? Theseus! Noch verweilst du?

Recitativo

Recitativo

Ma, a chi parlo? Gli accenti Eco ripete sol. Teseo non m‘ode, Teseo non mi risponde, e portano le voci

Doch zu wem red‘ ich? Meine Klagen gibt Echo nur zurück. Er bleibt entfernt, Theseus gibt mir keine Antwort, kein Lüftchen trägt zu ihm


e l‘aure e l‘onde. Poco da me lontano essere gli dovria. Salga si quell oche più d‘ogni altro s‘alza al pester scoglio; i vi lo scoprirò. Che miro? Oh stelle, misera me, quest‘ è l‘argivolegno! Greci son quelli!

mein Seufzen, mein Rufen! Dort hebt am Seegestade sich die Klippe zum Himmel, auf ihrer Spitze entdeck‘ ich ihn, wenn ihn die Täler bergen! Wohl! ich erklimme sie! Entsetzlich! Ihr Götter, was muss ich sehn? Das ist das Schiff der Griechen!

Teseo! Ei sulla prora! Ah m‘ingannassi almen ... no, no, non m‘inganno. Ei fugge, ei qui mi lascia in abbandono. Più speranza non v‘è, tradita io sono.

Theseus! - Er unter ihnen! – Nein, er vermag das nicht und doch - ja, er ist es - er fliehet er kann mich hier verschmachten lassen! Keine Hoffnung für mich - ich bin verloren!

Teseo, Teseo, m‘ascolta, Teseo! Ma oimè! vaneggio! I flutti e il vento lo involano per sempre a gli occhi miei. Ah siete ingiusti, o Dei, se l‘empio non punite! Ingrato! Perchè ti trassi dalla morte dunque tu dovevi tradirmi! E le promesse, e igiuramenti tuoi? Spergiuro, infido! hai cor di lasciarmi. A chi mi volgo, da chi pieta sperar? Già più non reggo, il piè vacilla, e in così amaro istante sento mancarmi in sen l‘alma tremante.

Theseus! Theseus! Ach höre, höre mich! Alles ist vergebens – die Fluten, die Winde entreißen ihn auf ewig meinen Blicken. Dass mit gerechter Rache dir alle Götter folgten! O Undank! Mein Leben wagt‘ ich, dich zu retten Und du kannst nun mich verlassen? Und dein Versprechen, und deine heil‘gen Schwüre – wo sind sie? Verräter! kannst du sie vergessen? Wohin mich wenden? Wo Mitleid finden, da ich‘s bei dir nicht fand? Mein Blut erstarret Mein Fuß - er wanket – Nacht verhüllt mein brechend Auge – dunkler wird nun die Nacht – Ich bin am Ziele.

Aria

Aria

A che morir vorrei in sì fatal momento, ma al mio crudel tormento mi serba ingiusto il ciel. Misera abbandonata non ho chi mi consola. Chi tanto a mai s‘invola barbaro ed infedel.

Nichts kann das Schicksal beugen. Nehmt hin mein junges Leben, lehrt, Götter, mich vergeben, dem, der dies Herz zerbricht. Öffne die trüben Gründe, verbirg in deine Schlünde, da nirgends Trost ich finde, mich heil‘ges ew‘ges Meer!

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FRANZ SCHUBERT: Die Götter Griechenlands, Ganymed, Lied eines Schiffers an die Dioskuren, An die Leier DIE GÖTTER GRIECHENLANDS

GANYMED

LIED EINES SCHIFFERS AN DIE DIOSKUREN

Text: Friedrich von Schiller (1759-1805)

Text: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Text: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Schöne Welt, wo bist du? Kehre wieder, Holdes Blütenalter der Natur! Ach, nur in dem Feenland der Lieder Lebt noch deine fabelhafte Spur. Ausgestorben trauert das Gefilde, Keine Gottheit zeigt sich meinem Blick. Ach, von jenem lebenwarmen Bilde Blieb der Schatten nur zurück.

Wie im Morgenglanze Du rings mich anglühst, Frühling, Geliebter! Mit tausendfacher Liebeswonne Sich an mein Herze drängt Deiner ewigen Wärme Heilig Gefühl, Unendliche Schöne!

Dioskuren, Zwillingssterne, Die ihr leuchtet meinem Nachen, Mich beruhigt auf dem Meere Eure Milde, euer Wachen.

Daß ich dich fassen möcht‘ In diesen Arm! Ach, an deinem Busen Lieg‘ ich und schmachte, Und deine Blumen, dein Gras Drängen sich an mein Herz. Du kühlst den brennenden Durst meines Busens, Lieblicher Morgenwind! Ruft drein die Nachtigall Liebend nach mir aus dem Nebeltal. Ich komm‘, ich komme! Ach, wohin, wohin? Hinauf! strebt‘s hinauf Es schweben die Wolken Abwärts, die Wolken Neigen sich der sehnenden Liebe. Mir! Mir! In eurem Schosse Aufwärts! Umfangend umfangen! Aufwärts an deinen Busen, Alliebender Vater!

Wer auch fest in sich begründet, Unverzagt dem Sturm begegnet Fühlt sich doch in euren Strahlen Doppelt mutig und gesegnet. Dieses Ruder, das ich schwinge, Meeresfluten zu zerteilen, Hänge ich, so ich geborgen, Auf an eures Tempels Säulen, Dioskuren, Zwillingssterne.

AN DIE LEIER Text: Franz Seraph Ritter von Bruchmann (1798-1867) (nach einem Text von Anacreon) Ich will von Atreus‘ Söhnen, Von Kadmus will ich singen! Doch meine Saiten tönen Nur Liebe im Erklingen. Ich tauschte um die Saiten, Die Leier möcht’ ich tauschen! Alcidens Siegesschreiten Sollt ihrer Macht entrauschen! Doch auch die Saiten tönen Nur Liebe im Erklingen! So lebt denn wohl, Heroen! Denn meine Saiten tönen Statt Heldensang zu drohen, Nur Liebe im Erklingen.

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FRANZ SCHUBERT: An Schwager Kronos AN SCHWAGER KRONOS Text: Johann Wolfgang von Goethe Spute dich, Kronos! Fort den rasselnden Trott! Bergab gleitet der Weg; Ekles Schwindeln zögert Mir vor die Stirne dein Zaudern. Frisch, holpert es gleich, Über Stock und Steine den Trott Rasch ins Leben hinein! Nun schon wieder Den eratmenden Schritt Mühsam Berg hinauf. Auf denn, nicht träge denn, Strebend und hoffend hinan!

Weit, hoch, herrlich rings Den Blick ins Leben hinein, Vom Gebirg zum Gebirg Schwebet der ewige Geist, Ewigen Lebens ahndevoll. Seitwärts des Überdachs Schatten Zieht dich an Und ein Frischung verheißender Blick Auf der Schwelle des Mädchens da. Labe dich! - Mir auch, Mädchen, Diesen schäumenden Trank, Diesen frischen Gesundheitsblick!

Ab denn, rascher hinab! Sieh, die Sonne sinkt! Eh sie sinkt, eh mich Greisen Ergreift im Moore Nebelduft, Entzahnte Kiefer schnattern Und das schlotternde Gebein, Trunknen vom letzten Strahl Reiß mich, ein Feuermeer Mir im schäumenden Aug, Mich geblendeten Taumelnden In der Hölle nächtliches Tor. Töne, Schwager, ins Horn, Rassle den schallenden Trab, Daß der Orkus vernehme: wir kommen, Daß gleich an der Tür Der Wirt uns freundlich empfange.

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ALBAN BERG: Vier Lieder op. 2 Text: Friedrich Hebbel (1813-1863)

Text: Albert Mombert (1872-1942)

Schlafen, schlafen, nichts als schlafen! Kein Erwachen, keinen Traum! Jener Wehen, die mich trafen, Leisestes Erinnern kaum, Daß ich, wenn des Lebens Fülle Nieder klingt in meine Ruh, Nur noch tiefer mich verhülle, Fester zu die Augen tu!

Nun ich der Riesen Stärksten überwand, Mich aus dem dunkelsten Land heimfand an einer weißen Märchenhand –

Text: Albert Mombert (1872-1942)

Text: Albert Mombert (1872-1942)

Schlafend trägt man mich in mein Heimatland! Ferne komm ich her, über Gipfel, über Schlünde, über ein dunkles Meer in mein Heimatland.

Warm die Lüfte, es sprießt Gras auf sonnigen Wiesen. Horch! Horch, es flötet die Nachtigall … Ich will singen:

Hallen schwer die Glocken. Und ich wanke durch die Straßen schlafbefangen.

Droben hoch im düstern Bergforst, es schmilzt und sickert kalter Schnee, ein Mädchen im grauen Kleide lehnt am feuchten Eichstamm, krank sind ihre zarten Wangen, die grauen Augen fiebern durch Düsterriesenstämme. „Er kommt noch nicht. Er lässt mich warten“ … Stirb! Der Eine stirbt, daneben der Andere lebt: Das macht die Welt so tiefschön.

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GUSTAV MAHLER: Rückert-Lieder Text: Friedrich Rückert (1788–1866) ICH ATMET‘ EINEN LINDEN DUFT!

LIEBST DU UM SCHÖNHEIT

UM MITTERNACHT

Ich atmet‘ einen linden Duft! Im Zimmer stand Ein Zweig der Linde, Ein Angebinde Von lieber Hand. Wie lieblich war der Lindenduft!

Liebst du um Schönheit, O nicht mich liebe! Liebe die Sonne, Sie trägt ein gold‘nes Haar!

Um Mitternacht Hab‘ ich gewacht Und aufgeblickt zum Himmel; Kein Stern vom Sterngewimmel Hat mir gelacht Um Mitternacht.

Wie lieblich ist der Lindenduft! Das Lindenreis Brachst du gelinde! Ich atme leis Im Duft der Linde Der Liebe linden Duft.

BLICKE MIR NICHT IN DIE LIEDER Blicke mir nicht in die Lieder! Meine Augen schlag‘ ich nieder, Wie ertappt auf böser Tat. Selber darf ich nicht getrauen, Ihrem Wachsen zuzuschauen. Deine Neugier ist Verrat! Bienen, wenn sie Zellen bauen, Lassen auch nicht zu sich schauen, Schauen selber auch nicht zu. Wann die reichen Honigwaben Sie zu Tag gefördert haben, Dann vor allen nasche du!

Liebst du um Jugend, O nicht mich liebe! Liebe den Frühling, Der jung ist jedes Jahr! Liebst du um Schätze, O nicht mich liebe. Liebe die Meerfrau, Sie hat viel Perlen klar. Liebst du um Liebe, O ja, mich liebe! Liebe mich immer, Dich lieb‘ ich immerdar.

ICH BIN DER WELT ABHANDEN GEKOMMEN Ich bin der Welt abhanden gekommen, Mit der ich sonst viele Zeit verdorben, Sie hat so lange nichts von mir vernommen, Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben! Es ist mir auch gar nichts daran gelegen, Ob sie mich für gestorben hält, Ich kann auch gar nichts sagen dagegen, Denn wirklich bin ich gestorben der Welt. Ich bin gestorben dem Weltgetümmel, Und ruh‘ in einem stillen Gebiet! Ich leb‘ allein in meinem Himmel, In meinem Lieben, in meinem Lied!

Um Mitternacht Hab‘ ich gedacht Hinaus in dunkle Schranken. Es hat kein Lichtgedanken Mir Trost gebracht Um Mitternacht. Um Mitternacht Nahm ich in acht Die Schläge meines Herzens; Ein einz‘ger Puls des Schmerzes War angefacht Um Mitternacht. Um Mitternacht Kämpft‘ ich die Schlacht, O Menschheit, deiner Leiden; Nicht konnt‘ ich sie entscheiden Mit meiner Macht Um Mitternacht. Um Mitternacht Hab‘ ich die Macht In deine Hand gegeben! Herr! über Tod und Leben Du hältst die Wacht Um Mitternacht!

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KONZERT 3 Sonntag, 13. September, 18.00 Uhr im Katharinensaal

JOSEPH HAYDN

GUSTAV MAHLER

ANTON BRUCKNER

(1732–1809)

(1860–1911)

(1824–1896)

Klaviertrio Nr. 25 C-Dur Hob. XV:27

Lieder eines fahrenden Gesellen

Streichquintett F-Dur

(1797)

(1884)

(1878–1879)

Allegro Andante Presto

Wenn mein Schatz Hochzeit macht Ging heut morgen übers Feld Ich hab’ ein glühend Messer Die zwei blauen Augen von meinem Schatz

Gemäßigt Scherzo. Schnell – Langsamer – Schnell Adagio Finale. Lebhaft bewegt - Langsamer

Carla Leurs – Violine Adrian Bradbury – Violoncello Nicholas Rimmer – Klavier

Håkan Vramsmo – Bariton Andrew West – Klavier

Carla Leurs – Violine Sönke Reger – Violine Judith Busbridge – Viola Nicholas Barr – Viola Adrian Bradbury – Violoncello

ALBAN BERG

PAUSE

(1885–1935)

Vier Stücke für Klarinette und Klavier op. 5 (1913)

Mäßig Sehr langsam Sehr rasch Langsam Eberhard Knobloch – Klarinette Nicholas Rimmer – Klavier

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KONZERT 3

GUSTAV MAHLER: Lieder eines fahrenden Gesellen Texte: Gustav Mahler

GUSTAV MAHLER

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WENN MEIN SCHATZ HOCHZEIT MACHT

GING HEUT MORGEN ÜBERS FELD

Wenn mein Schatz Hochzeit macht, Fröhliche Hochzeit macht, Hab‘ ich meinen traurigen Tag! Geh‘ ich in mein Kämmerlein, Dunkles Kämmerlein, Weine, wein‘ um meinen Schatz, Um meinen lieben Schatz!

Ging heut morgen übers Feld, Tau noch auf den Gräsern hing; Sprach zu mir der lust‘ge Fink: „Ei du! Gelt? Guten Morgen! Ei gelt? Du! Wird‘s nicht eine schöne Welt? Zink! Zink! Schön und flink! Wie mir doch die Welt gefällt!“

Blümlein blau! Verdorre nicht! Vöglein süß! Du singst auf grüner Heide. Ach, wie ist die Welt so schön! Ziküth! Ziküth! Singet nicht! Blühet nicht! Lenz ist ja vorbei! Alles Singen ist nun aus. Des Abends, wenn ich schlafen geh‘, Denk‘ ich an mein Leide. An mein Leide!

Auch die Glockenblum‘ am Feld Hat mir lustig, guter Ding‘, Mit den Glöckchen, klinge, kling, Ihren Morgengruß geschellt: „Wird‘s nicht eine schöne Welt? Kling, kling! Schönes Ding! Wie mir doch die Welt gefällt! Heia!“ Und da fing im Sonnenschein Gleich die Welt zu funkeln an; Alles Ton und Farbe gewann Im Sonnenschein! Blum‘ und Vogel, groß und klein! „Guten Tag, ist‘s nicht eine schöne Welt? Ei du, gelt? Schöne Welt?“ Nun fängt auch mein Glück wohl an? Nein, nein, das ich mein‘, Mir nimmer blühen kann!


ICH HAB‘ EIN GLÜHEND MESSER

DIE ZWEI BLAUEN AUGEN VON MEINEM SCHATZ

Ich hab‘ ein glühend Messer, Ein Messer in meiner Brust, O weh! Das schneid‘t so tief In jede Freud‘ und jede Lust. Ach, was ist das für ein böser Gast! Nimmer hält er Ruh‘, nimmer hält er Rast, Nicht bei Tag, noch bei Nacht, wenn ich schlief. O Weh!

Die zwei blauen Augen von meinem Schatz, Die haben mich in die weite Welt geschickt. Da mußt ich Abschied nehmen vom allerliebsten Platz! O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt? Nun hab‘ ich ewig Leid und Grämen.

Wenn ich in dem Himmel seh‘, Seh‘ ich zwei blaue Augen stehn. O Weh! Wenn ich im gelben Felde geh‘, Seh‘ ich von fern das blonde Haar Im Winde wehn. O Weh!

Ich bin ausgegangen in stiller Nacht Wohl über die dunkle Heide. Hat mir niemand Ade gesagt. Ade! Mein Gesell‘ war Lieb‘ und Leide!

Auf der Straße steht ein Lindenbaum, Da hab‘ ich zum ersten Mal im Schlaf geruht! Unter dem Lindenbaum, Der hat seine Blüten über mich geschneit, Da wußt‘ ich nicht, wie das Leben tut, War alles, alles wieder gut! Alles! Alles, Lieb und Leid Und Welt und Traum!

Wenn ich aus dem Traum auffahr‘ Und höre klingen ihr silbern‘ Lachen, O Weh! Ich wollt‘, ich läg auf der schwarzen Bahr‘, Könnt‘ nimmer die Augen aufmachen!

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KONZERT 4 Dienstag, 15. September, 20.00 Uhr in der Marthakirche

FRANZ SCHUBERT

WOLFGANG AMADEUS MOZART

RICHARD STRAUSS

(1797–1828)

(1756–1791)

(1864–1949)

Quartettsatz c-Moll D 703

Klarinettenquintett A-Dur K 581

Metamorphosen (Fassung für Septett)

(1820)

(1789)

(1945)

Allegro assai

Allegro Larghetto Menuetto Allegretto con variazioni

Thomas Gould – Violine Fiona McCapra – Violine Nicholas Barr – Viola Judith Busbridge – Viola Sally Pendlebury – Violoncello Adrian Bradbury – Violoncello Tae Bun Park – Kontrabass

Vesna Stankovic – Violine Thomas Gould – Violine Nicholas Barr – Viola Adrian Bradbury – Violoncello

Eberhard Knobloch – Klarinette Vesna Stankovic – Violine Fiona McCapra – Violine Judith Busbridge – Viola Sally Pendlebury – Violoncello

PAUSE

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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KONZERT 5: Galakonzert bei Kerzenlicht Mittwoch, 16. September, 20.00 Uhr im Rittersaal der Kaiserburg

(wird aufgezeichnet vom Bayerischen Rundfunk)

FRANZ SCHUBERT

FRITZ KREISLER

ERICH WOLFGANG KORNGOLD

(1797–1828)

(1875–1962)

(1897–1957)

Notturno Es-Dur D 897

Marche miniature viennoise

(1827)

(1925)

Suite für 2 Violinen, Violoncello und Klavier (linke Hand) op. 23 (1930)

Fiona McCapra – Violine Sally Pendlebury – Violoncello Andrew West – Klavier

Thomas Gould – Violine Andrew West – Klavier

JOHANNES BRAHMS

JOHANN STRAUSS

(1833–1897)

(1825–1899)

Zigeunerlieder op.103

Kaiserwalzer op. 437

(1886)

(1889) (Bearbeitung 1925 von Arnold Schönberg)

He, Zigeuner Hochgetürmte Rimaflut Wißt ihr, wann mein Kindchen Lieber Gott, du weißt Brauner Bursche Röslein dreie in der Reihe Kommt dir manchmal in den Sinn Rote Abendwolken

Präludium und Fuge Walzer Groteske Lied Rondo-Finale (Variationen) Vesna Stankovic – Violine Fiona McCapra – Violine Sally Pendlebury – Violoncello Andrew West – Klavier

Vesna Stankovic – Violine Thomas Gould – Violine Nicholas Barr – Viola Adrian Bradbury – Violoncello Jörg Krämer – Flöte Eberhard Knobloch – Klarinette Rita Kaufmann – Klavier

Frances Pappas – Mezzosopran Rita Kaufmann – Klavier

PAUSE

in Anwesenheit des Staatsministers Günter Gloser MdB und Gemahlin und der Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, Professor Dr. Julia Lehner

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KONZERT 5

JOHANNES BRAHMS: Zigeunerlieder op. 103 1886, Texte: Hugo Conrat HE, ZIGEUNER

WISST IHR, WANN MEIN KINDCHEN

He, Zigeuner, greife in die Saiten ein! Spiel das Lied vom ungetreuen Mägdelein! Laß die Saiten weinen, klagen, traurig bange, Bis die heiße Träne netzet diese Wange!

Wißt ihr, wann mein Kindchen am allerschönsten ist? Wenn ihr süßes Mündchen scherzt und lacht und küßt. Mägdelein, du bist mein, inniglich küß ich dich, Dich erschuf der liebe Himmel einzig nur für mich!

HOCHGETÜRMTE RIMAFLUT Hochgetürmte Rimaflut, Wie bist du so trüb; An dem Ufer klag ich Laut nach dir, mein Lieb! Wellen fliehen, Wellen strömen, Rauschen an dem Strand heran zu mir. An dem Rimaufer laß mich Ewig weinen nach ihr!

JOHANNES BRAHMS

Wißt ihr, wann mein Liebster am besten mir gefällt? Wenn in seinen Armen er mich umschlungen hält. Schätzelein, du bist mein, inniglich küß ich dich, Dich erschuf der liebe Himmel einzig nur für mich!

LIEBER GOTT, DU WEISST Lieber Gott, du weißt, wie oft bereut ich hab, Daß ich meinem Liebsten einst ein Küßchen gab. Herz gebot, daß ich ihn küssen muß, Denk, solang ich leb, an diesen ersten Kuß. Lieber Gott, du weißt, wie oft in stiller Nacht Ich in Lust und Leid an meinen Schatz gedacht. Lieb ist süß, wenn bitter auch die Reu, Armes Herze bleibt ihm ewig, ewig treu.

BRAUNER BURSCHE Brauner Bursche führt zum Tanze Sein blauäugig schönes Kind; Schlägt die Sporen keck zusammen, Csardasmelodie beginnt. Küsst und herzt sein süßes Täubchen, Dreht sie, führt sie, jauchzt und springt; Wirft drei blanke Silbergulden Auf das Zimbal, daß es klingt.

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RÖSLEIN DREIE IN DER REIHE Röslein dreie in der Reihe blühn so rot, Daß der Bursch zum Mädel gehe, ist kein Verbot! Lieber Gott, wenn das verboten wär, Ständ die schöne weite Welt schon längst nicht mehr; Ledig bleiben Sünde wär! Schönstes Städtchen in Alföld ist Ketschkemet, Dort gibt es gar viele Mädchen schmuck und nett! Freunde, sucht euch dort ein Bräutchen aus, Freit um ihre Hand und gründet euer Haus, Freudenbecher leeret aus.

KOMMT DIR MANCHMAL IN DEN SINN Kommt dir manchmal in den Sinn, mein süßes Lieb, Was du einst mit heil‘gem Eide mir gelobt? Täusch mich nicht, verlaß mich nicht, Du weißt nicht, wie lieb ich dich hab, Lieb du mich, wie ich dich, Dann strömt Gottes Huld auf dich herab!

ROTE ABENDWOLKEN Rote Abendwolken ziehn am Firmament, Sehnsuchtsvoll nach dir, Mein Lieb, das Herze brennt, Himmel strahlt in glühnder Pracht, Und ich träum bei Tag und Nacht Nur allein von dem süßen Liebchen mein.

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FINALE: Das himmlische Leben Freitag, 18. September, 20.00 Uhr im Großen Ausstellungssaal, Neues Museum Nürnberg

(wird aufgezeichnet vom Bayerischen Rundfunk)

GUSTAV MAHLER (1860–1911)

Klavierquartett a-Moll

Lieder aus Des Knaben Wunderhorn

(1876)

Nicht zu schnell. Entschlossen Fiona McCapra – Violine Nicholas Barr – Viola Sally Pendlebury – Violoncello Andrew West – Klavier

Hans und Grete Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald Aus! Aus! Lied des Verfolgten im Turm Frühlingsmorgen Um schlimme Kinder artig zu machen Nicht wiedersehen Ablösung im Sommer Urlicht Ivo Bärtsch – Tänzer Riikka Läser – Tänzerin Rebecca Martin – Mezzosopran Peter Selwyn – Klavier

Symphonie Nr. 4 G-Dur (1899-1901) (Bearbeitung 1921 von Erwin Stein)

1. Bedächtig, nicht eilen 2. In gemächlicher Bewegung, ohne Hast 3. Ruhevoll, poco adagio 4. Sehr behaglich („Das himmlische Leben“ aus „Des Knaben Wunderhorn“), Sopran-Solo Vesna Stankovic – Violine Fiona McCapra – Violine Nicholas Barr – Viola Sally Pendlebury – Violoncello Tae Bun Park – Kontrabass Jörg Krämer – Flöte Michael O’Donnell – Oboe Eberhard Knobloch – Klarinette Andrew West – Klavier Rita Kaufmann – Harmonium Kevin Hathway – Schlagzeug Claire Hasted – Schlagzeug Ruby Hughes – Sopran Peter Selwyn – Musikalische Leitung

PAUSE

Ivo Bärtsch und Riikka Läser – Choreographie und Konzept Georg Boeshenz – Beleuchtung Frank Albert - Ausstattung

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FINALE Das Himmlische Leben Gustav Mahler

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Riikka Läser und Ivo Bärtsch: Ein Konzert im Museum Ein großer weißer Raum bespielt mit Tanz und Gesang. Frühe Lieder und eine Auswahl aus Des Knaben Wunderhorn von Gustav Mahler. Kleine in sich geschlossene Welten, thematisch um Liebe, Trennung und Natur kreisend. Die Welt - Oh Röschen rot! - wie sie sein könnte. Die Liebe eine Erzählung, gespickt mit Witz und Sehnsucht, schön und schmerzlos zu betrachten. Die Natur idyllisch, mächtig und wunderbar dargestellt. Ausgewogen die kleinen Details, ans Unvollkommene erinnernd, der Zufall inszeniert. Die Realität verliert ihre Relevanz und erscheint als romantisches Destillat.

Tanztheater und Liederabend begegnen sich im großen Ausstellungssaal des Neuen Museums; ergänzen, erweitern sich und bespiegeln einander, finden einen Abend lang zu einer neuen Form. Sowohl der Tanz, wie auch der Bühnenraum eröffnen einen kühlen Blick aufs menschliche Treiben und ermöglichen eine ungewohnte Sichtweise darauf.


FINALE Das Himmlische Leben Gustav Mahler

FRÜHE LIEDER UND AUSGEWÄHLTE LIEDER AUS DES KNABEN WUNDERHORN HANS UND GRETE (Text: Gustav Mahler) Ringel, ringel Reih‘n! Wer fröhlich ist, der schlinge sich ein! Wer sorgen hat, der lass‘ sie daheim! Wer ein liebes Liebchen küßt, Wie glücklich der ist! Ei, Hänsel, du hast ja kein‘s! So suche dir ein‘s! Ein schönes Liebchen, das ist was Fein‘s. Juchhe! Ringel, ringel Reih‘n! Ei, Gretel, was stehst denn so allein? Guckst doch hinüber zum Hänselein!? Und ist doch der Mai so grün? Und die Lüftelein zieh‘n! Ei, seht doch den dummen Hans! Wie er rennet zum Tanz! Er suchte ein Liebchen, Juchhe! Er fand‘s! Juchhe! Ringel, ringel Reih‘n!

GUSTAV MAHLER

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ICH GING MIT LUST DURCH EINEN GRÜNEN WALD Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald, Ich hört‘ die Vöglein singen; Sie sangen so jung, sie sangen so alt, Die kleinen Waldvögelein im grünen Wald! Wie gern hört‘ ich sie singen! Nun sing, nun sing, Frau Nachtigall! Sing du‘s bei meinem Feinsliebchen: Komm schier, wenn‘s finster ist, Wenn niemand auf der Gasse ist, Dann komm zu mir! Herein will ich dich lassen! Der Tag verging, die Nacht brach an, Er kam zu Feinsliebchen gegangen. Er klopft so leis‘ wohl an den Ring: „Ei schläfst du oder wachst mein Kind? Ich hab so lang gestanden!“ Es schaut der Mond durchs Fensterlein zum holden, süßen Lieben, Die Nachtigall sang die ganze Nacht. Du schlafselig Mägdelein, nimm dich in Acht! Wo ist dein Herzliebster geblieben?


AUS! AUS! „Heute marschieren wir! Juch-he, im grünen Mai! Morgen marschieren wir Zu dem hohen Tor hinaus, Zum hohen Tor hinaus! Aus!“ „Reis‘st du denn schon fort? Je, je! Mein Liebster! Kommst niemals wieder heim? Je! Je! Mein Liebster?“ „Heute marschieren wir, Juch-he, im grünen Mai! Ei, du schwarzbraun‘s Mägdelein, Uns‘re Lieb‘ ist noch nicht aus, Die Lieb‘ ist noch nicht aus, aus! Trink‘ du ein Gläschen Wein Zur Gesundheit dein und mein! Siehst du diesen Strauß am Hut? Jetzo heißt‘s marschieren gut! Nimm das Tüchlein aus der Tasch‘, Deine Tränlein mit abwasch‘! Heute marschieren wir! Juch-he, im grünen Mai! Morgen marschieren wir, Juch-he, im grünen Mai!“ „Ich will in‘s Kloster geh‘n, Weil mein Schatz davon geht! Wo geht‘s denn hin, mein Schatz? Gehst du fort, heut schon fort? Und kommst nimmer wieder? Ach! Wie wird‘s traurig sein Hier in dem Städtchen! Wie bald vergißt du mein! Ich! Armes Mädchen!“

„Morgen marschieren wir, Juch-he, im grünen Mai! Tröst dich, mein lieber Schatz, Im Mai blüh‘n gar viel Blümelein! Die Lieb‘ ist noch nicht aus! Aus! Aus! Aus! Aus!“

LIED DES VERFOLGTEN IM TURM Der Gefangene: Die Gedanken sind frei, Wer kann sie erraten? Sie rauschen vorbei Wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, Kein Jäger sie schießen; Es bleibet dabei, Die Gedanken sind frei. Das Mädchen: Im Sommer ist gut lustig sein Auf hohen wilden Heiden, Dort findet man grün Plätzelein, Mein herzverliebtes Schätzelein, Von dir mag ich nit scheiden. Der Gefangene: Und sperrt man mich ein Im finstern Kerker, Dies alles sind nur Vergebliche Werke; Denn meine Gedanken Zerreißen die Schranken Und Mauern entzwei, Die Gedanken sind frei.

Das Mädchen: Im Sommer ist gut lustig sein Auf hohen wilden Bergen; Man ist da ewig ganz allein, Man hört da gar kein Kindergeschrei, Die Luft mag einem da werden. Der Gefangene: So sei es, wie es will, Und wenn es sich schicket, Nur all’s in der Still; Und was mich erquicket. Mein Wunsch und Begehren Niemand kann‘s wehren; Es bleibet dabei, Die Gedanken sind frei. Das Mädchen: Mein Schatz, du singst so fröhlich hier Wie‘s Vögelein in dem Grase; Ich steh so traurig bei Kerkertür, Wär ich doch tot, wär ich bei dir, Ach, muß ich denn immer klagen? Der Gefangene: Und weil du so klagst, Der Lieb ich entsage, Und ist es gewagt, So kann mich nicht plagen! So kann ich im Herzen Stets lachen, bald scherzen; Es bleibet dabei, Die Gedanken sind frei.

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FRÜHLINGSMORGEN (Text: Richard Volkmann, 1830-1889) Es klopft an das Fenster der Lindenbaum. Mit Zweigen blütenbehangen: Steh‘ auf! Steh‘ auf! Was liegst du im Traum? Die Sonn‘ ist aufgegangen! Steh‘ auf! Steh‘ auf! Die Lerche ist wach, die Büsche weh‘n! Die Bienen summen und Käfer! Steh‘ auf! Steh‘ auf! Und dein munteres Lieb‘ hab ich auch schon geseh‘n. Steh‘ auf, Langschläfer! Langschläfer, steh‘ auf! Steh‘ auf! Steh‘ auf!

UM SCHLIMME KINDER ARTIG ZU MACHEN Es kam ein Herr zum Schlösseli Auf einem schönen Röss‘li, Ku-ku-kuk, ku-ku-kuk! Da lugt die Frau zum Fenster aus Und sagt: „Der Mann ist nicht zu Haus, Und niemand heim als meine Kind‘, Und‘s Mädchen ist auf der Wäschewind!“ Der Herr auf seinem Rösseli Sagt zu der Frau im Schlösseli: Ku-ku-kuk, ku-ku-kuk! „Sind‘s gute Kind‘, sind‘s böse Kind‘? Ach, liebe Frau, ach sagt geschwind,“ Ku-ku-kuk, ku-ku-kuk! „In meiner Tasch‘ für folgsam Kind‘, Da hab‘ ich manche Angebind,“ Ku-ku-kuk, ku-ku-kuk! Die Frau die sagt: „Sehr böse Kind‘! Sie folgen Mutter nicht geschwind, Sind böse, sind böse!“

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Da sagt der Herr: „So reit‘ ich heim, Dergleichen Kinder brauch‘ ich kein‘!“ Ku-ku-kuk, ku-ku-kuk! Und reit‘ auf seinem Rösseli Weit, weit entweg vom Schlösseli! Ku-ku-kuk, ku-ku-kuk!

NICHT WIEDERSEHEN „Und nun ade, mein herzallerliebster Schatz, Jetzt muß ich wohl scheiden von dir, Bis auf den andern Sommer, Dann komm ich wieder zu dir.“ Und als der junge Knab heimkam, Von seiner Liebsten fing er an: „Wo ist meine Herzallerliebste, Die ich verlassen hab?“ „Auf dem Kirchhof liegt sie begraben, Heut ist‘s der dritte Tag. Das Trauern und das Weinen Hat sie zum Tod gebracht.“ „Jetzt will ich auf den Kirchhof gehen, Will suchen meiner Liebsten Grab, Will ihr allweil rufen, Bis daß sie mir Antwort gibt. Ei, du mein herzallerliebster Schatz, Mach auf dein tiefes Grab, Du hörst kein Glöcklein läuten, Du hörst kein Vöglein pfeifen, Du siehst weder Sonne noch Mond!“ Ade, ade, mein herzallerliebster Schatz, mein herzallerliebster Schatz, ade!

ABLÖSUNG IM SOMMER Kuckuck hat sich zu Tode gefallen An einer grünen Weiden, Kuckuck ist tot! Kuckuck ist tot! Wer soll uns jetzt den Sommer lang Die Zeit und Weil vertreiben? Ei, das soll tun Frau Nachtigall, Die sitzt auf grünem Zweige; Die kleine, feine Nachtigall, Die liebe, süße Nachtigall! Sie singt und springt, ist allzeit froh, Wenn andre Vögel schweigen. Wir warten auf Frau Nachtigall, Die wohnt im grünen Hage, Und wenn der Kukuk zu Ende ist, Dann fängt sie an zu schlagen!

URLICHT O Röschen rot, Der Mensch liegt in größter Not, Der Mensch liegt in größter Pein, Je lieber möcht‘ ich im Himmel sein. Da kam ich auf einem breiten Weg, Da kam ein Engelein und wollt‘ mich abweisen. Ach nein, ich ließ mich nicht abweisen! Ich bin von Gott und will wieder zu Gott, Der liebe Gott wird mir ein Lichtchen geben, Wird leuchten mir bis an das ewig selig‘ Leben!


4. SYMPHONIE, 4. SATZ: DAS HIMMLISCHE LEBEN (aus „Des Knaben Wunderhorn“) Wir genießen die himmlischen Freuden, Drum tun wir das Irdische meiden, Kein weltlich Getümmel Hört man nicht im Himmel! Lebt alles in sanftester Ruh‘! Wir führen ein englisches Leben! Sind dennoch ganz lustig daneben! Wir tanzen und springen, Wir hüpfen und singen! Sankt Peter im Himmel sieht zu!

Gut‘ Kräuter von allerhand Arten, Die wachsen im himmlischen Garten! Gut‘ Spargel, Fisolen Und was wir nur wollen! Ganze Schüsseln voll sind uns bereit! Gut Äpfel, gut‘ Birn‘ und gut‘ Trauben! Die Gärtner, die alles erlauben! Willst Rehbock, willst Hasen, Auf offener Straßen Sie laufen herbei!

Johannes das Lämmlein auslasset, Der Metzger Herodes drauf passet! Wir führen ein geduldig‘s, Unschuldig‘s, geduldig‘s, Ein liebliches Lämmlein zu Tod! Sankt Lucas den Ochsen tät schlachten Ohn‘ einig‘s Bedenken und Achten, Der Wein kost‘ kein Heller Im himmlischen Keller, Die Englein, die backen das Brot.

Sollt‘ ein Fasttag etwa kommen, Alle Fische gleich mit Freuden angeschwommen! Dort läuft schon Sankt Peter Mit Netz und mit Köder Zum himmlischen Weiher hinein. Sankt Martha die Köchin muß sein.

Kein‘ Musik ist ja nicht auf Erden, Die uns‘rer verglichen kann werden. Elftausend Jungfrauen Zu tanzen sich trauen! Sankt Ursula selbst dazu lacht! Cäcilia mit ihren Verwandten Sind treffliche Hofmusikanten! Die englischen Stimmen Ermuntern die Sinnen, Daß alles für Freuden erwacht.

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MAHLER IN WIEN Text: Michael Kerstan

GUSTAV MAHLER 1871 IN IGLAU

BETTY FRANK (PRAG)

Die Wiener Zeit des Komponisten, Dirigenten und Operndirektors Gustav Mahler erstreckte sich, seine Studienzeit einmal außer Acht gelassen, über zehn Jahre, von 1897 bis 1907. Er hoffte, sich eine Lebensstellung zu sichern und endlich Wurzeln schlagen zu können. „Ich ziehe in die Heimat ein und werde alles daransetzen, um meine Wanderschaft für dies Leben zu beendigen.“ schrieb er im April 1897 an Arnold Berliner. Mahlers Weg nach Wien gleicht der üblichen ‚Ochsentour’ eines Kapellmeisters. Mit vier Jahren hatte er sich im mährischen Heimatort Iglau, wo seine Mutter mit insgesamt 14 Kindern niederkam und der Vater eine Schnapsbrennerei besaß, selber das Ziehharmonikaspiel beigebracht und mit sechs den ersten Klavierunterricht erhalten. Mit fünfzehn kam er ans Konservatorium in Wien, wo er freundschaftliche Beziehungen zu Anton Bruckner knüpfte. Hier verfasste er 1876 als sechzehnjähriger Student seine erste Komposition, das Klavierquartett a-Moll, von dem zumindest der 1. Satz: nicht zu schnell. Entschlossen, Mahlers einzige bekannte Kammermusik, erhalten ist. Vom Scherzo-Satz sind 24 Takte überliefert, die der Komponist Alfred Schnittke 1988 zu einer Hommage mit dem Titel Mahler-Scherzo verarbeitete. Der Quartettsatz wurde erst Jahrzehnte nach Mahlers Tod wiedergefunden und erlebte 1964 in New York seine Uraufführung. „Von meinen damaligen Stücken war das Klavierquartett am besten, das großes Aufsehen erregte. Die Noten schickte ich nach Russland zu einem Komponistenwettbewerb, wo sie spurlos verschwunden sind“, erinnerte sich der Komponist.

IN DER PROVINZ

MARION VON WEBER (LEIPZIG)

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Auf Mahlers dreimonatiges Erstengagement 1880 in Bad Hall (Oberösterreich), nach dessen Beendigung er die Partitur seines opus 1, Das klagende Lied, abschloss, folgten in kurzen Abständen Stationen als Kapellmeister in Laibach (Ljubliana – damals Südsteiermark, heute die Hauptstadt

Sloweniens, 1881-82) und Olmütz (1883), Kassel (1883-85), Prag (1885-86), Leipzig (neben Arthur Nikisch, 1886-88) und schließlich als Direktor der königlich-ungarischen Oper in Budapest (1888–91). So gesehen passt der in der Kasseler Zeit komponierte Zyklus Lieder eines fahrenden Gesellen gut auf Mahlers damalige Lebenssituation. Der 23-Jährige schrieb sechs Gedichte an die gleichaltrige Koloratursopranistin Johanna Richter (auf der Kasseler Opernbühne eine beliebte Constanze und Königin der Nacht), in die er, wie so oft in seinem Leben, unglücklich verliebt war, und vertonte schließlich vier davon. Die beiden ersten, Wenn mein Schatz Hochzeit macht und Ging heut‘ morgen übers Feld reihen sich noch in die Tradition der Schubertschen Liederzyklen ein, während das dritte, Ich hab‘ ein glühend Messer in meiner Brust, schon ganz dem Mahlerschen AusdrucksBrust willen entspricht. Der Geselle schreit in scharfen, spitzen Ausbrüchen seinen Schmerz, seine Eifersucht in die Welt hinaus, beinahe schon ein Bühnenmonolog. Das letzte Lied des Zyklus stellt den größtmöglichen emotionalen Kontrast zum dritten Lied dar. Die zwei blauen Augen von meinem Schatz begnügt sich mit einem ganz reduzierten Tonumfang, als ob der Protagonist resignieren und in eine Lethargie fallen würde, und dies soll der Sänger, laut Satzbezeichnung, „mit geheimnisvoll schwermütigem Ausdruck“ vortragen. Als Kapellmeister in Prag pflegte Mahler eine, wenn auch weniger leidenschaftliche, Beziehung zur ebenfalls gleichaltrigen Sängerin Betty Frank, die in jungen Jahren schon auf eine beachtliche Karriere verweisen konnte, aber vom Prager Impresario Neumann nach und nach ins Abseits gedrängt worden war. Während ihrer Pariser Studienzeit pflegte sie Umgang mit Rossini, in Prag war sie hingegen in einem Benefizkonzert die Solistin der Uraufführung von frühen Liedern Mahlers, Hans und Grete und Frühlingsmorgen sowie des „Gesellen“-Liedes Ging heut morgen über’s Feld.


Während seiner Studienzeit hatte sich Mahler mit der Arbeit an einer nicht erhaltenen Oper Die Argonauten nach Grillparzer beschäftigt. Als er nun in Leipzig Carl Maria von Webers Skizzen zur komischen Oper Drei Pintos komplettiert hatte, ist dies wohl seine einzige Opernkomposition geblieben. Mahler erklärte, dass das Werk, das er in nur fünf Wochen niedergeschrieben hatte, zu zwei Dritteln aus seiner Feder stamme. Seine Verehrung für die Webersche Musik ging bald mit einer leidenschaftlichen Beziehung zur Gattin von Webers Enkel, Marion von Weber, die vier Jahre älter als er war, einher. Gegen Ende des Leipziger Engagements entstand schließlich seine I. Symphonie. Seine erste Direktoren-Position hatte Mahler in Budapest erlangt. Nicht nur in dieser Hinsicht bedeutete die ungarische Metropole einen Markstein für ihn, denn dort lernte er 1890 die Geigerin und Bratschistin Nathalie Bauer-Lechner kennen, die für zwölf Jahre seine beste Freundin wurde, bis zu genau dem Tag, an dem er Alma heiratete. Sie war wohl unsterblich in Mahler verliebt, auf jeden Fall ihm treu ergeben, und gehörte einige Jahre sozusagen zur Familie, mit der sie regelmäßig in die Sommerferien fuhr.

HAMBURG 1891 gelang Mahler ein Karrieresprung: Er wurde Musikdirektor in Hamburg, wo der von Mahler verehrte Hans von Bülow die Philharmonischen Konzerte leitete, und wo er bis zu seinem Engagement an die Wiener Hofoper blieb. In den sieben Hamburger Jahren hatte Mahler nicht weniger als 715 Vorstellungen dirigiert, davon in einer Saison 148, darunter jede Menge ungeliebter Stücke. Nicht umsonst hat er das Hamburger Stadttheater als „Zuchthaus“ bezeichnet. Und dennoch fand er Zeit, diskret, aber nicht weniger intensiv, eine Beziehung zur jugendlich hochdramatischen Sopranistin Anna von Mildenburg zu unterhalten und Freundschaft mit dem viel jüngeren Bruno Walter zu schließen, der 1894 als Chordirektor und Kapellmeister

nach Hamburg kam. Auch fand er Zeit, verschiedene Gastspiele, z.B. in London, Weimar oder Lübeck, zu geben. Nachdem er mithilfe seiner langjährigen Vertrauten Nathalie Bauer-Lechner und seiner Schwester Justine einen tragfähigen Modus entwickelt hatte, der ihm wenigstens in den Ferien Raum zum Komponieren bot, nämlich ein Haus mit nahe gelegenem Bergsee irgendwo in den Alpen anzumieten, das Platz genug für familiäre und Freundesbesuche und absolute Ruhe für die Arbeit garantierte, schrieb er 1892 verschiedene Orchesterlieder, darunter Das himmlische Leben, 1893 neben Teilen der 2. Symphonie und verschiedenen Liedern Urlicht Urlicht, 1894-95 den Rest der II. Symphonie und 1896 die III. Symphonie. So verbrachte er die bis zu dreimonatigen Theaterferien von 1893 bis 1896 in Steinbach am Attersee.

GUSTAV MAHLER 1897 IN HAMBURG

WIENER ANTISEMITISMUS Die Beweggründe, die ihn veranlasst hatten, am 23, Februar 1897, kurz vor der Berufung nach Wien zum Katholizismus überzutreten, hat Gustav Mahler in einem Brief an seinen Freund Friedrich Löhr selbst genannt: „Mein Judentum verwehrt mir, wie die Sachen jetzt stehen, den Eintritt in jedes Hoftheater. – Nicht Wien, nicht Berlin, nicht Dresden, nicht München steht mir offen. Überall bläst jetzt derselbe Wind.“ Ohne dieses Zugeständnis an den Zeitgeist Wiens, des „Labors des Antisemitismus im deutschsprachigen Raum“ (Jens Malte Fischer) hätte er die Stelle an der Wiener Hofoper, im Mai 1897 zunächst als Dirigent und ein halbes Jahr später als Hofoperndirektor, gewiss nicht erhalten. Mit seiner Tarnung konnte er indessen die Rassisten in Wien keineswegs beschwichtigen. Zwei Wochen vor Mahlers Amtsantritt schrieb die „Reichspost“, quasi zur Begrüßung: „Die Judenpresse mag zusehen, ob die Lobhudeleien, mit denen sie jetzt ihren Götzen überkleistert, nicht vom Regen der Wirklichkeit weggeschwemmt werden, sobald der Herr Mahler am Dirigentenpult mauschelt.“ Und solche Töne ergaben die Begleitmusik

NATHALIE BAUER-LECHNER

ANNA VON MILDENBURG (HAMBURG)

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GUSTAV MAHLER 1907 IN WIEN

ALMA MAHLER-WERFEL

seiner überaus erfolgreichen Arbeit in Wien. 1909 urteilte der angesehene Kritiker Rudolf Louis in seinem Buch Die deutsche Musik der Gegenwart: „Das was so grässlich abstoßend an der Mahlerschen Musik auf mich wirkt, das ist ihr ausgesprochen jüdischer Grundcharakter.“ Dass Mahler an der Wiener Oper und somit in der Musikhauptstadt der Welt Richard Wagner (Erstaufführungen von vollständigen Werken, u. a. Tristan und Isolde und Götterdämmerung) und Richard Strauss durchgesetzt hat, haben sich Wagners Witwe Cosima bzw. Richard Strauss zunutze gemacht, ihm aber nicht zu danken gewusst. Am 7. November 1901 lernte Mahler bei einer Abendgesellschaft die 22-jährige Alma Schindler kennen, die damals gemeinhin als die „schönste Frau Wiens“ galt und Multi-Muse, vor Mahler für Gustav Klimt und Alexander Zemlinsky, nach Mahlers Tod 1911 für Walter Gropius, Oscar Kokoschka und Franz Werfel war. Die beiden feierten am 9. März 1902 Hochzeit. Auch sie war latent antisemitisch und bezeichnete Gropius als den „einzigen Mann, der rassisch zu ihr gepasst“ habe. Sonst haben sich immer kleine Juden in mich verliebt, wie der Mahler.“ Überhaupt war sich Alma nie so ganz sicher, ob sie ihren Gustav wirklich als Mensch geliebt hatte oder eher dessen Macht und Einfluss als Operndirektor und Dirigent. In ihren Erinnerungen wägt sie schon mal ab, ob nicht doch Zemlinsky die bessere Partie gewesen wäre. Dieser war wenigstens mit Kritik an ihren Kompositionsversuchen zurückhaltend, während Mahler ihr das Komponieren gleich ganz verboten hatte. Dass er sie zur „Haushälterin erniedrigen“ wollte, scheint sie nie verwunden zu haben, und so rechnet sie in ihren Erinnerungen recht kräftig mit dieser Ehe ab.

WIEN – DER OPERNREFORMER Von Mahlers Wiener Bühnenbildner und neben Bruno Walter seinem wichtigsten Mitstreiter Alfred Roller ist der Ausspruch Mahlers überliefert:

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„Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist eure Bequemlichkeit und Schlamperei.“ Er meinte damit, dass es nicht mehr ausreichte, bei einer Opernaufführung auf nur einen einzigen Parameter zu setzen, sei es ein liebevoll ausgemalter Landschaftsprospekt, der anstelle der handelnden Personen beleuchtet wurde, seien es die an der Rampe herumstehenden Sänger, das dominant aufspielende Orchester oder die gewaltigen Kostüme, die wenig zur Charakterisierung der Figuren beitrugen. Mahler ging es um den Zusammenhang aller Bestandteile einer Aufführung, die ineinander verwoben und voneinander abhängig sein sollten. Ohne das Bedürfnis der Wiener nach üppiger Dekoration zu ignorieren, gelang es Roller, nach und nach die sich verselbständigt habenden naturalistischen Malereien auf der Bühne zu reduzieren und die Wirkung der Elemente Licht, Farbe und Luft zu voller Entfaltung zu bringen. Gleich nach Amtsantritt an der Wiener Oper setzte Mahler einige Veränderungen durch, die heutzutage für jeden heutigen Musiktheaterbesucher als selbstverständlich gelten (sollten): Im Zuschauersaal vertrieb er die Claque (von bestimmten Sängern engagierte Gruppen von Applausspendern) und ließ während der Vorstellungen den Saal verdunkeln, und nach Beginn einer Aufführung war der Einlass bis zur Pause beendet. Bühnenintern reduzierte er Gastierurlaube für Sänger, und brachte, als Dirigent im Graben, mit aggressivem Zischen Zuschauer zur Ruhe, die in die Orchesternachspiele hineinapplaudierten. Für die Tieferlegung des Orchestergrabens ließ er es auf einen massiven Konflikt mit der Wiener Presse ankommen, und nach vier Amtsjahren mischte er sich mehr und mehr in die Inszenierungsarbeit ein, Nachdem er Anna von Mildenburg, die er von Hamburg mit nach Wien brachte, in seinem Privatleben abserviert hatte, gelobte er, von nun an keine intimen Beziehungen mehr zu Ensemblemitgliedern zu pflegen. Die Abstinenz währte bis 1899,


als er die damals 24-jährige Koloratursopranistin Selma Kurz, die zuvor in Frankfurt schon als Elisabeth (Tannhäuser) Tannhäuser) und Carmen triumphiert hatte, Tannhäuser nach Wien verpflichtete. In das Philharmonische Konzert des Januar 1900 baute Mahler fünf Lieder aus seiner Feder ein, die Selma Kurz „Sehr schön und kompetent“ wiedergegeben hatte, wie der Kritiker Hanslick bemerkte. Ab diesem Moment war die Beziehung offensichtlich, doch sie scheint ein Strohfeuer gewesen zu sein, das mit Spielzeitende im Mai erloschen war. Während der Wiener Jahre bereiste Gustav Mahler ganz Europa, er kam u.a. bis Sankt Petersburg, Venedig, Rom, Paris, Amsterdam, Helsinki, um zu dirigieren und seine eigenen Kompositionen mit unterschiedlichem Erfolg aufzuführen. 1907 geriet für Gustav Mahler zu einem Schreckensjahr. Am 1. Januar eröffnete die Wiener Presse eine Hetzjagd gegen ihren Operndirektor; ihm wurde Einseitigkeit im Repertoire und das Engagement unfähiger Sängerinnen vorgeworfen, und besonders schwer wog eine Konzertreise nach Italien mitten in der Spielzeit. Es schien, als ob er eine Entlassung provozieren wollte, die ihm dann auch nahegelegt wurde. In einem Brief an seinen Freund Arnold Berliner schrieb er schließlich: „Ich gehe, weil ich das Gesindel nicht mehr aushalten kann.“ Der Schrecken überkam auch seine Familie, im Juli starb Tochter Maria an Diphterie, und bei ihm selbst wurde eine Herzkrankheit diagnostiziert. Wenigstens hatte er einen Vertrag mit der Metropolitan Opera in New York in der Tasche und eine üppige Pension zugesichert bekommen unter der Bedingung, dass er in Wien kein neues Engagement antreten würde. Als Mahler am 9. Dezember 1907 den Zug nach Paris bestieg, um über Cherbourg nach New York zu fahren, kamen über 200 Freunde, um Abschied zu nehmen, darunter Schönberg, Berg, Webern, Klimt und Roller.

NEW YORK So fing Gustav Mahler in seinem 48. Lebensjahr und drei Jahre vor seinem Tod noch einmal von vorn an. Am Neujahrstag 1908 feierte er sein Debüt an der Met mit einer Vorstellung von Tristan und Isolde, die von der Kritik mit Lob überhäuft wurde und Mahler über Nacht zum gefeierten Star machte. In der Saison, die bis April dauerte, dirigierte er insgesamt 27 Aufführungen, und ihm wurde sogar die Position des scheidenden Direktors der Met, Heinrich Conried, angeboten, die er aber ausschlug. Er wollte hingegen Alfred Roller nach New York holen, um auch hier mit der Reformierung der szenischen Arbeit beginnen zu können, aber dieses Vorhaben zog die erste Intrige gegen ihn nach sich, in deren Folge er sich schon auf seinen Abschied vorbereitete. Der Entschluss, die Met zu verlassen, stand spätestens fest, seit man ihm Arturo Toscanini als Dirigenten zur Seite gestellt und den Schwerpunkt auf die Italienische Oper verlagert hatte. So war seine erste, dreimonatige Saison auch damit ausgefüllt, sich nach einem neuen Arbeitsplatz umzusehen. An seinen Schwiegervater schrieb er indessen: „Ich faulenze fortwährend. Das ist eine Arbeit, mit der man nie fertig wird. Mein Arbeitsprogramm ist ungemein einfach. Wenn ich aufstehe, dann frühstücke ich. Hierauf schlägt mir mein Gewissen eine zeitlang (je nach dem Wetter). Nachher lenze ich mein Pensum faul. Dann kommt der Lunch. Hierauf muss ich auf ärztliches Gebot einige Stunden ruhen. Wenn ich aufstehe ist Jausenzeit. Vo da ab bis zum Dinner hätte ich nun etwas Zeit: Aber die leidige Gewohnheit ist so schwer zu besiegen. Richtig – ab und zu dirigiere ich auch und halte Proben.“ Eine dreimonatige Spielzeit an der Met musste er noch aushalten, um im November 1909 sein Engagement beim New York Philharmonic Orchestra antreten zu können. Immerhin schloss er Freundschaft mit einigen Größen der Oper, so z.B. Enrico Caruso.

SELMA KURZ (WIEN)

GUSTAV MAHLER 1909

KARIKATUR VON ENRICO CARUSO

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VILLA IN MAIERNIGG AM WÖRTHERSEE

Nach seiner letzten Seereise nach New York (von Bremen ab) wirkte Mahler erholt und voller Tatendrang. Für die Saison 1910/11 waren 65 Konzerte geplant, von denen er allerdings nurmehr 45 realisieren konnte. Ruhm und Glanz seiner ersten New Yorker Jahre begannen zu verblassen, und sein größter Triumph als Komponist, die Uraufführung der VIII. Symphonie in München, lag drei Monate zurück. Im Februar 2010 erkrankte er zum wiederholten Mal an einer schweren Angina und wurde alsbald nach Europa überführt, begleitet von Ferruccio Busoni und Stefan Zweig. Nach einem zehntägigen Behandlungsversuch in Paris wurde er nach Wien verbracht, wo er am 22. Mai verstorben ist.

DER FERIENKOMPONIST

ERWIN STEIN

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Wegen der immensen Arbeitsbelastung (in seiner ersten Wiener Saison dirigierte er 107 Aufführungen, leitete Proben und übernahm die Leitung des Opernhauses) während der Spielzeit benötigte Mahler als Komponist umso geordnetere Wohnverhältnisse in seinen Feriendomizilen. Steinbach am Attersee war nach einem Pächterwechsel für den Sommer 1897 obsolet geworden, und so suchte er von Wien aus eine neue Sommerresidenz, die er schließlich in Vahrn in Südtirol fand. Im Jahr darauf komponierte er dort zwei der WunderhornLieder Lied des Verfolgten im Turm und Wo die Lieder, schönen Trompeten blasen. Den Sommer 1899 verbrachte er hingegen in Alt-Aussee, wo er Revelge und Teile der IV. Symphonie entwarf. Zum Ende des Sommers besichtigte er ein Grundstück in Maiernigg am Wörthersee, auf dem er schließlich seine Villa bauen ließ, die er im Sommer 1901 bezog und im Sommer 1907 zum letzten Male aufsuchte. Bis dahin vollendete er in Maiernigg die Symphonien IV bis VIII VIII, in den Sommern von 1901 und 1902 komponierte er zudem die Lieder nach Texten Friedrich Rückerts, von welchen vier 1905 in Wien uraufgeführt wurden (gemeinsam mit den Kindertotenliedern, deren Texte ebenfalls von Friedrich

Rückert stammten). Nathalie Bauer-Lechner war der Ansicht, das Gedicht zum ersten Lied, Blicke mir nicht in die Lieder Lieder, hätte Mahler selbst verfasst haben können, so genau spiegele es sein Seelenleben wider. Ich atmet’ einen linden Duft thematisiert das beredte Schweigen zweier vertrauter Menschen; Ich bin der Welt abhanden gekommen beschrieb Bauer-Lechner so: „Empfindung bis in die Lippen hinauf, die sie aber nicht übertritt! Und: Das bin ich selbst!“ Mahlers Frau, Alma, behauptete in ihren Erinnerungen, ihr Mann habe bei diesem Lied an Denkmäler von Kardinälen in italienischen Kirchen gedacht, in denen die Körper der Geistlichen auf flachen Steinen mit gefalteten Händen und geschlossenen Augen liegen, und das Lied Liebst du um Schönheit sei ein Privatissimum für sie gewesen. Den vier nach innen gerichteten Rückert-Liedern steht das fünfte, Um Mitternacht Mitternacht, diametral gegenüber. Fängt es noch im verinnerlichten Gestus an, explodiert es förmlich mit der Zeile „Um Mitternacht hab ich die Macht in deine Hand gegeben, Herr über Tod und Leben“ in einen Vollrausch der Expressivität und endet wie die Untermalung einer Jubelfeier. Seit seinem Engagement in New York verbrachte Mahler die Sommerferien in Toblach, wo er 1908 und 1909 das Lied von der Erde und seine IX. Symphonie komponierte Bevor er dort im Juli 1910 mit der Arbeit an der X. Symphonie begann, brachte er seine Frau und Tochter Anna nach Tobelbad zur Kur, um allein weiter nach Toblach zu fahren und dort seinen 50. Geburtstag zu verbringen. Derweil vergnügte sich Alma mit Walter Gropius, und sie wendeten nicht wenig Mühe auf, um ihre Beziehung sorgfältig den Blicken Annas und ihrer Gouvernante zu verbergen. Aber Gropius selber beging den fatalen Fehler (ein „Versehen“, wie er dem Mahler-Biographen de La Grange versicherte), einen Brief an Alma, in dem er die gemeinsamen Liebesabenteuer rekapituliert, an Gustav Mahler zu adressieren. Mahler stellt seine Frau vor die Wahl – und diese schickt Gropius fort.


Als Gustav Mahler im September 1910 jedoch die Uraufführung seiner VIII. Symphonie in München einstudierte, ließ Alma Gropius nachkommen, den sie heimlich im Hotel Regina traf. Sechs Wochen später, als Alma sich auf den Weg nach New York machte, empfing sie Gropius im Schlafwagenabteil des Orient-Express auf der Strecke München-Paris.

WUNDERHORN-LIEDER Ein genauerer Blick auf Mahlers WunderhornLieder ist vonnöten, denn solche finden sich in verschiedenen Zusammenhängen in Mahlers Musik. Die dreibändige Sammlung von Volksliedtexten von Clemens Brentano und Achim von Arnim, von 1805 bis 1808 erschienen, beschäftigten Mahler über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Sie enthält Liebes-, Soldaten-, Wander- und Kinderlieder vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert, und ihr Spannungsfeld zwischen „Naturpoesie“ (Brentano) und „Kunstpoesie“ (Arnim) entfesselte einen ästhetischen Streit in der deutschen Romantik, der u. a. auch die Brüder Grimm ergriffen hatte. Bekannt als Mahlers Wunderhorn-Lieder ist eine Sammlung von zwölf Liedern für Singstimme und Orchester, 1892-1898 komponiert, die in zyklischer Form erstmals 1970 aufgeführt wurde. Jahrelang wurden Klavierauszüge dieser Lieder als Klavierversionen des Komponisten ausgegeben, bis 1993 der amerikanische Sänger Thomas Hampson gemeinsam mit Renate Hilmar-Voit die originalen Klavierfassungen publizierte. Ursprünglich war darin noch Urlicht enthalten, das Mahler jedoch später im 4. Satz der II. Symphonie verwendet hat. Dieser Zwölfer-Gruppe voraus ging eine Sammlung von neun Klavierliedern, die 1892 in Heft 2 und 3 der Lieder und Gesänge erschienen sind. Außerdem sind in den Liedern eines fahrenden Gesellen kräftige Anleihen aus der Brentano-Arminschen Sammlung enthalten, und außer der II. enthalten die III. und IV. Symphonie Wunderhorn-Texte.

Im Festival-Finale mit dem Titel des Wunderhorn-Liedes Das himmlische Leben (dem Schlusssatz der IV. Symphonie) werden neben den frühen Liedern Hans und Grete (1880, auch Maitanz im Grünen, Text: Gustav Mahler) und Frühlingsmorgen (ca. 1882, Text: Richard Volkmann, 1830-1889) sieben Wunderhorn-Lieder aus den verschiedenen Sammlungen dargeboten: Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald beschreibt einen jungen Mann bei einem Waldspaziergang, auf dem Weg zu seinem Mädchen; in Aus! Aus! möchte ein junges Mädchen ins Kloster gehen, weil sein Freund im Mai davonzieht. Das Lied des Verfolgten im Turm ist ein Wechselgesang zwischen Freund und Freundin. Er singt als Gefangener „Die Gedanken sind frei“, fast fröhlichentspannt, während sein Mädchen vor dem Kerker traurig ist, dass sie ihn nicht sehen kann. Der Titel des Liedes Um schlimme Kinder artig zu machen legt eine erzieherische Absicht nahe. Es geht jedoch in Wahrheit darum, dass ein Ritter, der zu gern auf die Avancen eines Hoffräuleins (der Mann befindet sich auswärts, die Magd auf dem Speicher) eingehen würde – wären da nicht zwei lästige Kinder, von denen man nicht weiß, ob sie artig bleiben oder böse (petzen) werden würden. Nach einiger Koketterie ruft das Mädchen dem Ritter zu, dass die Kinder böse seien, worauf der sich davonmacht. Was „gut“ ist, wird in diesem Lied als interessegeleitet dargestellt, fest steht nur, dass es die Erwachsenen nicht sind. In Nicht wiedersehen verabschiedet sich ein Jüngling von seinem Mädchen. Als er nach einem Jahr zurückkehrt, ist sie vor Trauer gestorben. In Ablösung im Sommer vertreibt nach dem Tod des Kuckucks die Nachtigall dem Menschen die Zeit. Urlicht, das zunächst als 4. Satz der II. SymUrlicht phonie uraufgeführt worden war, drückt die Hoffnung aus, Gottes Licht werde dem Menschen in höchster Not, wenn sogar die Engel ihn abweisen wollen, leuchten.

IV. SYMPHONIE Den Abschluss des Festival-Finales bildet die IV. Symphonie, die Gustav Mahler in Alt-Aussee und Maiernigg in den Sommerferien 1899 und 1900 komponiert und die er selber 1901 in München mit dem Kaim-Orchester uraufgeführt hatte. Dort war dem Werk zunächst kein Erfolg beschieden, die Münchner hatten etwas ähnlich Monumentales wie die Zweite erwartet, die im Vorjahr gespielt worden war. Vom Publikum mit ablehnenden Zischlauten bedacht, fällte der Kritiker Theodor Kroyer ein vernichtendes Urteil: „... eine kränkliche, abschmeckende Übermusik.“ Es wirkte gewiss befremdlich, dass im 2. Satz. dem Scherzo des als „Humoreske“ konzipierten Werks der Tod aufspielt. Mahler sagte zu Nathalie Bauer-Lechner: „Was mir hier vorschwebte, war ungemein schwer zu machen. Stell dir das unterschiedliche Himmelsblau vor, das schwieriger zu treffen ist als alle wechselnden und kontrastierenden Tinten. Dies ist die Grundstimmung des Ganzen. Nur manchmal verfinstert es sich und wird spukhaft schauerlich; doch nicht der Himmel selbst ist es, der sich trübt, er leuchtet fort in ewigem Blau. Nur uns wird er plötzlich grauenhaft, wie einen am schönsten Tage im lichtübergossenen Wald oft ein panischer Schreck überfällt. Mystisch, verworren und unheimlich, dass euch dabei die Haare zu Berge stehen werden, ist das Scherzo. Doch werdet ihr im Adagio darauf, wo alles sich auflöst, gleich sehen, daß es so bös nicht gemeint war.“ Der erste Satz evoziert Erinnerungen an die Kindheit, dem Komponisten schwebte ein Zustand „unerhörter Heiterkeit“ und „unirdischer Freude“ vor, wie er an Bruno Walter schrieb, der doch ironisch gebrochen wird. An Nathalie gerichtet sagte er: „Der erste Satz fängt doch gleich charakteristisch mit der Schellenkappe an.“, also mit der Kappe des Narren, der seinem Publikum den Spiegel vorhält. Dem zweiten Satz, dem Scherzo, gab Mahler den Untertitel „Todtentanz“: Die Solo-Violine wird

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einen Ton höher gestimmt, damit, so der Komponist an Nathalie, „die Geige schreiend und roh klinge, wie wenn der Tod aufspielt.“ Und Bruno Walter schrieb (im Auftrag Mahlers) „Sankt Ursula selbst dazu lacht könnte der dritte Satz genannt werden, die ernsteste der Heiligen lacht, so heiter ist diese Sphäre, d. h. sie lächelt nur, und zwar lächelt sie so, erzählte mir Mahler, wie die Monumente der alten Ritter oder Prälaten, die man beim Durchschreiten alter Kirchen mit über der Brust gefalteten Händen sieht, und die das kaum bemerkbare, friedenvolle Lächeln des zu ruhiger Seligkeit hinübergeschlummerten Menschenkindes haben; feierliche selige Ruhe, ernste, milde Heiterkeit ist der Charakter dieses Satzes, dem auch tief schmerzliche Kontraste – wenn Sie so wollen, als Reminiszenzen des Erdenlebens –, sowie eine Steigerung der Heiterkeit ins Lebhafte nicht fehlen. – Wenn der Mensch nun verwundert fragt, was das alles bedeutet, so antwortet ihm ein Kind mit dem vierten, letzten Satze: Das ist das himmlische Leben.“ Mahlers Vortragsanweisung für die Sängerin des vierten Satzes lautet: „mit kindlich-heiterem Ausdruck, durchaus ohne Parodie“, und so kommt hier am deutlichsten die ironische Gebrochenheit des ganzen Werkes zum Vorschein. (Leonhard Bernstein hat in seiner zweiten Einspielung des Mahler-Zyklus den 4. Satz von einem Tölzer Chorknaben singen lassen, was ihm herbe Kritik eingebracht hat, aber vermutlich den Intentionen des Komponisten am ehesten entsprach.). Denn dieser kindliche Sopran, der von den himmlischen Freuden singt, berichtet hauptsächlich vom Morden und Schlachten – vom Kindermord in Bethlehem, vom Schächten des Lämmleins, der Schlachtung des Ochsen; Herodes führt die Oberaufsicht, und Johannes und Lukas machen die Dreckarbeit. Rehe und Hasen laufen ins offene Messer. Das Brot wird

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nur im Himmel gebacken, auf der Erde wird gehungert. Während der dritte Satz dieser Symphonie noch das Scherzo relativieren wollte („es war nicht bös gemeint“), ist der vierte nurmehr bitter, eine beißende Kritik am Weltgeschehen. So kann es auch kein triumphales Finale geben, Mahlers Vierte verdämmert, erstirbt in tiefen Harfentönen und einem letzten tiefen Ton der Kontrabässe (Vortragsbezeichnung „morendo“).

ZUR KAMMERFASSUNG „In der ganzen Symphonie, kommt entsprechend seinem Gegenstand kein einziges Fortissimo vor – darüber werden sich die Herren, die immer behaupten, ich arbeite nur mit den stärksten Mitteln, wohl verwundern. Ja, in der ganzen Vierten fehlen die Posaunen.“ (Aus Gesprächen im Sommer 1900 und Herbst 1901) 1918 gründete Arnold Schönberg in Mödling den „Verein für musikalische Privataufführungen“, der vor allem Novitäten unters wenig aufgeschlossene Wiener Publikum bringen wollte. Um einen gleichmäßigen Besuch zu sichern, wurde das genaue Programm geheim gehalten, und dem Publikum waren Beifalls- und Missfallensbekundungen untersagt. Zur Verfügung stand ein Salonorchester, für das Schönberg selbst Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen und den Straußschen Kaiserwalzer arrangiert hatte. 1921 arrangierte der SchönbergSchüler Erwin Stein für dieses Ensemble (Flöte, Oboe, Klarinette, Streicher, Klavier, Harmonium und Schlagwerk) die IV. Symphonie von Gustav Mahler. Die im Vergleich zu Mahlers übrigen Symphonien ohnehin kleine Besetzung der Originalversion (ohne Posaunen) machte eine weitere Reduktion überhaupt erst denkbar, und in der Kammerversion dringt die Bitterkeit des Sujets fast noch eindringlicher ins Gehör des Publikums.

VERWENDETE LITERATUR Nathalie Bauer-Lechner: Erinnerungen an Gustav Mahler, Berlin 1923 Jens Malte Fischer: Gustav Mahler. Der fremde Vertraute. Biographie, Wien 2003 Constantin Floros: Gustav Mahler III. Die Symphonien, Wiesbaden 1985 Henry-Louis de La Grange: Mahler. A Biography, Bd. 1, London 1974 Herbert Kilian (Hrsg.): Gustav Mahler in den Erinnerungen von Nathalie Bauer-Lechner, Hamburg 1984 Alma Mahler-Werfel: Mein Leben, Frankfurt/Main 1960 Alma Mahler-Werfel: Erinnerungen an Gustav Mahler, Frankfurt/Main 1971 Willi Reich (Hrsg.): Gustav Mahler. Im eigenen Wort – Im Worte der Freunde, Zürich 1958 Paul Stefan: Gustav Mahler. Ein Bild seiner Persönlichkeit in Widmungen, München 1910


MITWIRKENDE KÜNSTLER * Bei diesen Ausgaben des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg wirkte der jeweilige Künstler bereits mit. FRANK ALBERT Bühnen- und Kostümbildner Deutschland

Frank Albert studierte Architektur und Design an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und an der Kingston University London sowie Bühnen- und Kostümbild in Berlin. Für seine Abschlussarbeit Der Ring des Nibelungen erhielt er ein Stipendium für Robert Wilsons Watermill Center in New York. Verschiedene Assistenzen führten ihn anschließend u. a. an die Oper Helsinki, das Theater an der Wien und an das Staatstheater Nürnberg. Seit 2004 erarbeitete er als freischaffender Szenograf verschiedene Produktionen u. a. an der Oper Göteborg, dem Staatstheater Nürnberg, dem Pfalztheater Kaiserslautern, dem Theater Wilhelmshaven und den Kammerspielen Paderborn.

* DEBÜT

IVO BÄRTSCH Tanz/Choreographie Schweiz

Ivo Bärtsch begann seine Tanzausbildung in Chur und Zürich (Schweiz) und beendete sie 1998 an der Ballettschule des „Hamburg Ballett/John Neumeier“. Direkt nach seinem Abschluss verpflichtete ihn Daniela Kurz ans Tanztheater Nürnberg, wo

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er während sieben Spielzeiten in zahlreichen solistischen Rollen zu erleben war. Im Jahre 2000 erhielt er den Kulturförderpreis des Kantons Graubünden/Schweiz. Nach einigen kleineren choreografischen Arbeiten für die jährlich stattfindende „Tanznacht“ des Tanztheaters Nürnberg zeigte er im Juli 2004 seine Choreografie S.E.K. 5 innerhalb des Tanzabends begleitErscheinungen (produziert vom Tanztheater Nürnberg), den er zusammen mit Riikka Läser und Mikko Jairi auf der „Neuen Probebühne“ Nürnberg inszenierte. Seit August 2005 arbeitet er als freischaffender Choreograf und Tänzer u. a. für seine eigene, von ihm und Riikka Läser gegründete Cie. Satu, das Tanztheater Nürnberg und andere, freie Tanzkompanien wie Co>labs, Compagnie Mafalda und Voices e. V. Seither entstanden eigene Choreografien wie: Chur-Youkali. Theater um Weill, (eine Eigenproduktion des Theaters Klibühni in Chur/ Schweiz; in Zusammenarbeit mit Riikka Läser, Martina Hug und Michael Kiedaisch); en sol mineur; entstanden für den Tanztheaterabend ich bin knall und fall; Tanz mit Mozart (Auftragschoreografie für das Tanztheater Nürnberg); Fugit Amor (eine Produktion der Cie. Satu; im Rahmen des Tanzfestivals „Tage des Tanzes“ in Chur/Schweiz) und eine Choreografie für die Oper Julius Cäsar (Regie: Markus Bothe/Hessisches Staatstheater Wiesbaden). Zusammen mit sechs weiteren ausgewählten Choreografen nahm er im Juli 2006 am Swiss International Workshop for Choreography (SIWIC) unter der Leitung von Ginette Laurin teil. Für das Internationale KammermusikFestival Nürnberg 2007 erarbeitete er gemeinsam mit seiner Partnerin Riikka Läser das Musik- und Tanztheaterstück Die Geschichte vom Soldaten.

* 2007

NICHOLAS BARR Viola Großbritannien

Bevor er 1984 in das Royal College of Music eintrat, spielte Nicholas Barr im European Community Youth Orchestra und als Student bereits mit der Academy of St. Martin-in-the-Fields und dem London Symphony Orchestra. 1988 gewann er die Stipendien des Countess of Munster Trusts und der Royal Society of Arts, um bei Thomas Riebl in Salzburg studieren zu können. Barr war Mitbegründer des Lyric Quartet, mit dem er sämtliche Streichquartette von Dohnányi, Ginastera, Joseph Marx, Michael Nyman und Gavin Bryars auf CD aufnahm. Er spielte das Quartett die Musik von Philip Glass für den Oscar-gekrönten Film The Hours ein. Nicholas Barr gastierte mit dem Britten Quartet, dem Angell Piano Trio und den Covent Garden Soloists. Er spielt eine Bratsche von Charles Boullangier aus dem Jahre 1878.

* 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

GEORG BOESHENZ Beleuchtung Deutschland

Nach einer Lehre als Funkelektroniker und ersten praktischen Erfahrungen im Bühnenbereich begann der in München geborene Georg Boeshenz


seine Theaterlaufbahn als Beleuchter am Münchner Gärtnerplatztheater. Von 1987 bis 1997 war er dort als Beleuchtungsmeister tätig, seit 1997 ist er Leiter der Beleuchtung und Lichtgestaltung an diesem Haus. Dabei wirkte er mit vielen bedeutenden Regisseuren zusammen: erwähnt seien nur August Everding, Hellmuth Matiasek, Claus Guth, Doris Dörrie, Katharina Wagner, Josef E. Köpplinger, Peer Boysen und Jochen Schölch. Auch für andere Bühnen und Veranstalter besorgte er die Lichtregie, etwa für die Münchener Biennale, das Theaterfestival SpielArt, das Münchner Prinzregententheater oder die Orff-Festspiele in Andechs. Außerdem leuchtete er Modenschauen und Produktpräsentationen aus und arbeitete für Fernseh-und Filmstudios wie Bavaria Film, Plaza Media, Teletime und den Bayerischen Rundfunk. Gastspiele führten ihn nach China, Brasilien und durch ganz Europa. Für die Salzburger Festspiele hat er 2006 die Lichtgestaltung von La finta giardiniera betreut.

Festivals in ganz Europa auf und ist in den Platten- und Rundfunkstudios sehr beschäftigt. Gemeinsam mit dem Neurologen Prof. Alan Wing arbeitet er an einer Untersuchung über das Spiel von Streichinstrumenten. Er ist ständiger Professor für Violoncello beim National Youth Orchestra of Great Britain und an der Royal Academy of Music. Dort ist er auch zuständig für die Koordination von Musik und Wissenschaft.

* 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

Judith Busbridge vervollständigte ihr Studium der Viola bei Thomas Reibl in Salzburg. Gleichzeitig spielte sie die Solobratsche in der Camerata Academica von Sandor Vegh, eine Position, die sie fünf Jahre lang innehatte. Neben ihrem vollen Terminplan mit dem Dante Quartet genießt sie eine vielfältige Solokarriere, so bei den London Mozart Players und dem Orchestre Revolutionnaire et Romantique von John Eliot Gardiner. Mit dem Dante Quartet, mittlerweile eines der besten Streichquartette Großbritanniens, tritt sie in Großbritannien und Europa auf, und errang 2007 den renommierten Royal Philharmonic SocietyPreis für Kammermusik. Das Dante Quartet tritt regelmäßig auf den großen Musikfestivals des Vereinigten Königreichs, so in Aldeburgh, Bath, Cheltenham, Spitalfields, Hay, Brighton, Presteigne und London auf und gibt Konzerte in Frankreich, Holland, Spanien, der Schweiz, Polen und Finnland, und es war 2008 beim Internationalen

ADRIAN BRADBURY Violoncello Großbritannien

Adrian Bradbury studierte Veterinärwissenschaft und Musik am Churchill College, Cambridge, bevor er an der Royal Academy of Music (RAM) und in Berlin sein Studium aufnahm. Seither genießt der Cellist eine internationale Karriere, so mit dem Composers’ Ensemble (Gewinner des Royal Philharmonic Society Chamber Award, 2002), der Jane’s Minstrels, des Trio Gemelli, des Touchwood Piano Quartet und des Ensembles Chamber Domaine; er tritt regelmäßig bei den bedeutendsten

* 2002, 2003, 2004, 2005, 2007, 2008

JUDITH BUSBRIDGE Viola Großbritannien

KammermusikFestival Nürnberg zu Gast. Regelmäßig macht das Quartett Rundfunkaufzeichnungen für BBC Radio 3. Im vergangenen Jahr spielte das Ensemble mit Streichquartetten von César Franck und Gabriel Fauré seine erste CD bei Hyperion ein. Von der Kritik stürmisch gefeiert, erhielt die CD zwei Preise, den Diapason d’Or in Frankreich und von der BBC die Zuerkennung der besten Kammermusik-CD des Jahres. Frühere Cds der Gruppe enthalten Janaceks Streichquartette (Meridian), Liederzyklen von Ivor Gurney und Ralph Vaughan Williams (mit dem Tenor Andrew Kennedy) sowie sämtliche Streichquartette von Edmund Rubbra.

* 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

PIERRE DOUMENGE Violoncello Frankreich

Der französische Cellist Pierre Doumenge erlebt eine Karriere, in der sich die Termine solistischer Tätigkeit, Kammermusik und pädagogische Arbeit dicht aneinander reihen. Von 2001 bis 2005 war er Mitglied des Dante Quartets, das auf den bedeutenden Podien Europas auftrat und regelmäßige Radio- und CD-Produktionen vornahm. Er gastierte zudem als 1. Cellist beim English Chamber Orchestra, dem London Chamber Orchestra und kürzlich erst beim Orchestra of the Age of Enlightenment. Leidenschaftlich gern spielt er Kammermusik, dessen Repertoire er mit namhaften Künstlern ausgelotet hat, so Lars Vogt, Pascal Rogé, Ana-Maria Vera, Ian Brown, Pekka Kuusisto, Vasko Vassilev, Lawrence Power, dem Belcea- und dem AllegriQuartett sowie dem Nash Ensemble.

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Er spielte auf bedeutenden Musikfestivals in Aldeburgh, der City of London, Bath, dem Three Choirs, Dartington, Kuhmo, Paunat, Nürnberg und Toyama, und spielt regelmäßig in der Wigmore Hall, dem Purcell Room, der St David’s Hall in Cardiff, dem Kennedy Centre in Washington, dem Théâtre du Châtelet in Paris und in der Hong Kong City Hall. Doumenge unterrichtete von 2003 bis 2009 Violoncello an der Yehudi Menuhin School; diese Position gab er auf zugunsten derjenigen als assoziierter Direktor für Streichinstrumente an der Guildhall School of Music & Drama. Regelmäßig wird Pierre Doumenge eingeladen, Meisterkurse an der Oxford Cello School, dem Eton International Cello Course, der Violoncello Society of London, dem West Helsinki Music Institute (Finnland), dem Conservatoire Royal de Mons (Belgien) and den Simon Goldberg’s Seminaren in Toyama (Japan) zu geben. Doumenge spielt ein Instrument von Romeo Antoniazzi, Mailand, aus dem Jahr 1911.

Frankreich, Deutschland, Polen, Schweden, in der Schweiz und im ganzen Vereinigten Königreich gespielt, darunter in Sälen wie der Royal Albert Hall, der Barbican Hall, der Bridgewater Hall und der Birmingham Town Hall. Er spielte die Uraufführungen von Seeing is Believing (Nico Muhly) und des Violinkonzertes von Christopher Ball, das er auch für das Label Omnibus Classics auf CD einspielte. Thomas Gould trat auf den Musikfestivals in Verbier und Ernen (Schweiz), Spoleto (Italien) und auf dem Malta Arts Festival auf und wirkt regelmäßig bei IMS Prussia Cove in Cornwall mit. Er spielt eine Violine von Gennaro Gagliano von 1754.

* 2008

CLAIRE HASTED Perkussion Großbritannien

* 2003, 2004, 2006, 2007, 2008

THOMAS GOULD Violine Großbritannien

Seit er 2006 seinen Abschluss and der Royal Academy for Music gemacht hatte, konnte Thomas Gould sich als einer der führenden britischen Geiger der jüngeren Generation etablieren. Seine umtriebige Karriere als Solist verbindet er geschickt mit Konzertmeisteraufgaben, so beim Aurora Orchestra, der Britten Sinfonia und als Gast beim McGill Chamber Orchestra in Montreal (Kanada). Als Konzertsolist hat Gould bislang in Österreich,

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Claire Hasted studierte Musik am King’s College und Perkussion an der Royal Academy of Music in London. Nach bestandenem Examen absolvierte sie ein Aufbaustudium (mit Auszeichnung) am Royal College of Music. Anschließend musizierte Hasted u.a. mit dem Bournemouth Symphony Orchestra und der Britten Sinfonia. Sie spielte außerdem zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen ein und ging mit dem Philharmonia Orchestra auf verschiedene Tourneen durch Europa, Mittelamerika und den Fernen Osten. Claire Hasted ist Mitglied der „Heavy Metal Tuba and percussion group“ und des „Drum Blondes percussion“-Duos.

* DEBÜT

KEVIN HATHWAY Perkussion Großbritannien

Kevin Hathway ist einer der angesehensten Musiker Großbritanniens. Seit 1979 spielt er beim Philharmonia Orchestra, und von 1986 bis 2007 war er Direktor der Perkussions-Abteilung des Royal College of Music. Momentan ist er Direktor der Abteilung für Holz- und Blechblasinstrumente und Perkussion der international bekannten Purcell School, die sich besonders um musikalisch hoch begabte Kinder kümmert. Er entwickelt und leitet Familien-Musiktage für das Philharmonia Orchestra, das Malaysian Philharmonic Orchestra, die Britten Sinfonia und die Southbank Sinfonia überall im Vereinigten Königreich. Er ist zudem Künstlerischer Berater von MusicQuest, einem auf vier Jahre angelegten Projekt unter der Federführung von „Arts for Kids“. Sein Mikro-Orchester „Alberts Band“ ist das musikalische Vermittlungsteam der Royal Albert Hall in London.

* DEBÜT

RUBY HUGHES Sopran Großbritannien

Ruby Hughes ist frisch gekürte Gewinnerin zweier Preise beim London Händel Festival Gesangswettbewerb des Ersten Preises und des Publikumspreises 2009. Sie studierte an der Guildhall School


of Music and Drama in London und arbeitete mit Edith Wiens, bevor sie an der Hochschule für Musik und Theater München ein Diplom mit Auszeichnung für Konzert und Gesang erhielt. In der Mozarteum Sommer-Akademie, Salzburg, war sie 2005 Preisträgerin, und 2006 gewann sie einen Royal Philharmonic Society Susan Chilcott Award. Zu ihren weiteren Preisen zählen der Vocal Prize im Wettbewerb Gerald Moore 2002 sowie ein Vollstipendium für die Royal College of Music, London, um bei Lillian Watson zu studieren. . Hughes sang u. a. die Titelrolle in Atalanta sowie Cleofide (Poro) beim Händelfestival, Eurydice (L’Orfeo) beim Festival von Aix-en-Provence mit René Jacobs sowie Madeline Usher in Philip Glass’s The Fall of the House of Usher in einer Produktion mit dem Bayerischen Staatsschauspiel im Münchner Haus der Kunst. Mit Marc Minkowski und Les Musiciens du Louvre führte sie die Johannespassion und den Messias auf. Des weiteren sang sie Händels Chandos Anthems mit dem Orchestra of St John’s, Händels Ode for Queen Anne’s Birthday mit der Academy of Ancient Music, Mahlers 4. Symphonie mit der Oxford Philomusica und Pierrot Lunaire in der Pinakothek der Moderne, München. Darüber hinaus stellte sie in Rundfunkaufnahmen britischer Sender ihre künstlerische Qualität unter Beweis. Unter ihren aktuellen Rollen finden sich Fortuna (L’Incoronazione di Poppea) und Ruggiero (Tancredi) am Theater an der Wien, Rose Maurrant (Street Scene) an der Opéra de Toulon, J. S. Bachs Magnificat beim Three Choirs Festival, Gloucester 2010 und Händels Dixit Dominus beim Göttingen Festival.

* DEBÜT

RITA KAUFMANN Klavier Deutschland

Die aus Rosenheim stammende Pianistin Rita Kaufmann nahm nach ihrem Abitur ein Klavierstudium am Salzburger Mozarteum auf. Anschließend absolvierte sie ein Aufbaustudium für Klavierkammermusik und Liedbegleitung an der „Royal Academy of Music“ in London. Beide Ausbildungen schloss sie mit Auszeichnung ab. 2002–2004 war sie Solorepetitorin am Theater Regensburg. Seit 2004 ist sie am Staatstheater Nürnberg engagiert, wo sie derzeit als Studienleiterin tätig ist. Rita Kaufmann ist Preisträgerin mehrer Wettbewerbe (Jugend musiziert, Maria Canals/Barcelona, Belvedere/Wien) und konzertiert im In- und Ausland.

* 2007, 2008

EBERHARD KNOBLOCH Klarinette Deutschland

Der in Sachsen geborene Klarinettist begann seine musikalische Laufbahn bereits mit sieben Jahren. Sein Klarinettenstudium an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ schloss er mit Höchstnote ab. Direkt an das Studium schlossen sich mehrere Engagements als Soloklarinettist an – so in Pirna, Chemnitz und

Dresden. Kammermusikalisch und solistisch war er in nahezu allen europäischen Ländern sowie in Japan tätig. Seit 1997 ist er Mitglied des Münchener Rundfunkorchesters. Neben seiner Münchener Tätigkeit gibt er seine musikalischen Erfahrungen weiter als Lehrer an der Würzburger Hochschule für Musik und an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Nürnberger Raum kennt ihn das Publikum als Mitglied der Kammermusikvereinigung „ensembleKONTRASTE“.

* 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

JÖRG KRÄMER Flöte Deutschland

Jörg Krämer studierte Musik an der Musikhochschule München sowie Deutsche Philologie und Musikwissenschaft an der Ludwig MaximiliansUniversität München (Promotion 1990, Habilitation 1997). Seit 1986 ist Jörg Krämer Solo-Flötist der Nürnberger Philharmoniker. Er erhielt als Musiker zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den Bayerischen Staatspreis, den Förderpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und den Wolfram v. Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken. 2003 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München ernannt; seine Forschungsschwerpunkte liegen im Musiktheater des 18. Jahrhunderts sowie in der deutschen Literatur, Musik und Theaterkultur des 17. bis 19. Jahrhunderts.

* 2003, 2004, 2005, 2007

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RIIKKA LÄSER

CARLA LEURS

FIONA MCCAPRA

Tanz/Choreographie Finnland

Violine Niederlande

Violine Großbritannien

Riikka Läser absolvierte ihre Tanzausbildung an der Schweizerischen Ballettberufsschule (SBBS) in Zürich und an der Ballettschule des „Hamburg Ballett/John Neumeier“. Von 1994–1997 erhielt sie das Stipendium der Migros Genossenschaft. Daniela Kurz verpflichtete sie von 1998–2005 als Solistin ans Tanztheater Nürnberg, wo sie seither wichtige Partien in ihren Choreografien tanzte. Zum Beispiel kreierte sie für sie die Rolle der Gertrude in Hamlet ruft!. Weiter tanzte sie u. a. in Choreografien von Tero Saarinen, Rui Horta, Rodolfo Leoni, Lionel Hoche, Jo Strømgren, Nicolo Fonte und Stjin Celis. Immer wieder wurde sie dabei auch für Sprechrollen eingesetzt. Während ihres Engagements beim Staatstheater Nürnberg schuf sie regelmässig eigene Choreografien für die jährlich stattfindende Tanznacht. Im Mai 2004 choreografierte sie in Zusammenarbeit mit Ivo Bärtsch … und es war so finster für die Aufführung „Chur tanzt“ in Chur und bestritt im darauf folgenden Juli gemeinsam mit Mikko Jairi und Ivo Bärtsch ihren ersten Tanzabend begleit-Erscheinungen. Seit September 2005 arbeitet sie als freischaffende Tänzerin und Choreografin, unter anderem bei der von Ivo Bärtsch und ihr gegründeten „Cie. Satu“. Für das Internationale KammermusikFestival Nürnberg 2007 erarbeitete sie gemeinsam mit ihrem Partner Ivo Bärtsch das Musik- und Tanztheaterstück Die Geschichte vom Soldaten.

* 2007

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Carla Leurs, Gewinnerin des Tibor Varga-Wettbewerbes in Sion und des Jean Francaix-Wettbewerbes in Paris, studierte bei Itzhak Perlman und Donald Weilerstein an der Juilliard School in New York. Dort gewann sie die Mozart Concerto Competition, auf welche ihr Debüt mit dem Juilliard Symphony Orchestra im Lincoln Center folgte. Außerdem war sie zu hören in The Artist International Debut Series in der Carnegie Hall sowie den New Masters on Tour in Moskau, St. Petersburg, Tallin und Amsterdam. Als Solistin hat sie mit Orchestern aus vielen Ländern Europas, den Vereinigten Staaten, Russland und Süd-Korea gespielt, mit bekannten Dirigenten wie Vassily Sinaisky, Carlos Kalmar und Andras Ligeti. Carla Leurs war 2007–2008 1. Konzertmeisterin bei der Niederländischen Rundfunk-Kammerphilharmonie, wo sie immer noch als Konzertmeisterin gastiert, so wie auch bei Holland Symfonia, dem Niederländischen Ballett-Orchester und dem Philharmonischen Orchester Santiago de Chile. Als vielseitige Solistin und Kammermusikerin tritt sie im In- und Ausland auf. Im Rahmen ihrer Ausbildung studierte die Geigerin u. a. an der Musikhochschule Nürnberg bei Prof. Daniel Gaede. Dank der Unterstützung der Stiftung Nationaal Muziekinstrumenten Fonds kann Carla Leurs auf einem Instrument von Nicolas Lupot, Paris 1808, musizieren.

* DEBÜT

Fiona McCapras erste CD-Einspielungen für das Label „Chandos Records“ machte sie zusammen mit dem McCapra Quartett. Sie ist Mitglied des Europäischen Kammerorchesters und tritt zusammen mit verschiedenen Kammerensembles auf, mit denen sie auch CDs aufnimmt, so z. B. The Nash and The Gaudier. Sie konzertierte weltweit unter der Leitung Claudio Abbados und Sir Colin Davis’.

* 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007

REBECCA MARTIN Mezzosopran U.S.A.

Die in Saigon (Vietnam) geborene amerikanische Mezzosopranistin Rebecca Martin hat sich international als Opern-, Konzert- und Liedsängerin einen hervorragenden Ruf erworben. Nach dem Studium (Klavier und Gesang) in Indiana folgten Engagements mit zentralen Opernpartien ihres Faches, wie Carmen, Cherubino (Le Nozze di Figaro), Dorabella (Così fan tutte), Donna Elvira (Don Giovanni), Idamante (Idomeneo), Rosina (Barbier von Sevilla), Angelina (La Cenerentola), Poppea (L’incoronazione di Poppea), Charlotte (Werther), Werther), Orlando (Orlando furioso) und Niklaus Werther (Les Contes d’Hoffmann) u. a. am Staatstheater


Nürnberg, dem Staatstheater am Gärtnerplatz (München), in Santander und in Hongkong. Konzerte und Liederabende führten Rebecca Martin u. a. zum Rheingau Musik Festival, den Brandenburgischen Sommerkonzerten, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, das Bachfest Leipzig, in die Berliner Philharmonie, das Festspielhaus BadenBaden, das Leipziger Gewandhaus, die Dresdner Frauenkirche, das Teatro Colon in Buenos Aires und den Grant Park in Chicago. Dabei kam es u. a. zur Zusammenarbeit mit Mariss Jansons, Nikolaus Harnoncourt, Riccardo Chailly, Marek Janowski und Ulf Schirmer. Das breite künstlerische Spektrum Rebecca Martins ist in mehreren Rundfunk- und CD-Produktionen dokumentiert. Ihr Repertoire umfasst dabei Werke von Bach, Händel, Ravel, Berio, Schumann, Mendelssohn und Hindemith. So ist bei Sony eine neue Elias-Aufnahme mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin erschienen, sowie Das Paradies und die Peri von Schumann mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt (Harmonia Mundi). Seit 2004 unterrichtet Rebecca Martin auch eine Gesangsklasse an der Nürnberger Hochschule für Musik.

* 2008

er, das Oboespiel zu erlernen und gewann Stipendium für das Studium seines Instruments und des Klaviers am Junior Department der Royal Scottish Academy of Music and Drama. In dieser Zeit war er Stimmführer für Oboe und Englischhorn bei den Nationalen Jugendorchestern von Schottland und Großbritannien. Von 2002 bis 2006 studierte O’Donnell am Royal College of Music in London, wo er seine Abschlüsse mit den höchsten Auszeichnungen bestand. In der Studienzeit gewann er den Knights of the Round Table Prize („Preis der Ritter der Tafelrunde“) und den Wind Chamber Music Prize (Kammermusikpreis für Holzbläser). Seit 2006 arbeitet Michael O’Donnell als freischaffender Oboist mit vielen der führenden Sinfonieorchester des Vereinigten Königreichs zusammen. In der letzten Zeit ging er mit dem Royal Ballet auf Tournee nach China, spielte bei der Northern Sinfonia auf den BBC Proms und war Gast-Stimmführer der Oboen beim Philharmonia Orchestra und dem London Symphony Orchestra.

* DEBÜT

FRANCES PAPPAS Mezzosopran Künstlerische Leitung Kanada/Griechenland

MICHAEL O‘DONNELL Oboe Schottland

Der schottische Oboist Michael O’Donnell wuchs in Scone, Perthshire, auf. Mit 13 Jahren begann

Frances Pappas ist Kanadierin griechischer Herkunft. Nach ihrem Studium an der Universität von Toronto erhielt die Mezzosopranistin vom Arts Council of Ontario ein Musikstipendium für die Wiener Musikhochschule. Neben ihren Erfolgen im klassischen Opern- und Konzertrepertoire hat sie sich in ihrer musikalischen Laufbahn auch der zeitgenössischen Musik sowie der griechischen

Volksmusik gewidmet. Ihre Vielseitigkeit brachte sie mit Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Musik zusammen, u. a. arbeitete sie mit Dave Brubeck, Yehudi Menuhin und dem Filmregisseur Percy Adlon. Spartenübergreifend wirkte sie an der sehr erfolgreichen TanzopernProduktion Les enfants terribles von Philip Glass des Tanztheater Nürnberg in der Inszenierung von Daniela Kurz mit. Nach ihrem ersten Festengagement am Stadttheater Giessen gastierte Frances Pappas u. a. bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien und im Konzerthaus Wien. An der Staatsoper Nürnberg debütierte sie als Dorabella in Così fan tutte, es folgten die Titelpartien La Cenerentola und Hänsel und Gretel. Danach sang sie Mélisande in Pelléas et Mélisande von Debussy in der Regie von Olivier Tambosi unter der musikalischen Leitung von Philippe Auguin, wofür sie von der Fachzeitschrift Opernwelt als Beste Nachwuchssängerin ausgezeichnet wurde. Im gleichen Magazin wurde sie später für ihre besondere Leistung als Niklaus in Hoffmanns Erzählungen gewürdigt. Zu weiteren erfolgreichen Bühnenrollen zählen Donna Elvira in Don Giovanni, Anna Hausmann in der Uraufführungsproduktion Wolkenstein von Wilfried Hiller, Glucks Orpheus und Eurydike sowie die Titelpartien in Glucks Iphigenie in Aulis und Bizets Carmen. Im Oktober 2006 hatte sie als Oktavian in Der Rosenkavalier ihr Rollendebüt. 2005 debütierte Frances Pappas in der Wigmore Hall in London mit Liedern von Johannes Brahms. Andere Konzertauftritte brachte sie u. a. mit Toronto Symphony, Barcelona Symphonie, mit dem Gewandhausorchester Leipzig und dem MDR Chor zusammen. Der Bayerische Rundfunk hat zahlreiche Konzerte mit ihr gesendet. Am 13. März 2008 wurde Frances Pappas zur Kammersängerin ernannt.

* 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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TAE BUN PARK

SALLY PENDLEBURY

SÖNKE REGER

Kontrabass Süd-Korea

Violoncello Großbritannien

Violine Deutschland

In ihrer Heimatstadt Kyongbuk besuchte Tae Bun Park das Musikgymnasium, wo sie zunächst Klavier, später Kontrabass studierte. Mit einem Stipendium für das Fach Kontrabass schloss sie 1994 ihr Studium an der Kemyong-Universität mit Auszeichnung ab. Nach Meisterklasse und Aufbaustudium bei Prof. Klaus Trumpf in München und bei Prof. Dorin Marc in Nürnberg erhielt sie einen Lehrauftrag an der Musikhochschule München und 1999 ein Engagement bei den Nürnberger Philharmonikern. Seit 2001 leitet sie als 1. Solo-Kontrabassistin die Kontrabassgruppe dieses Orchesters. Tae Bun Park gewann zahlreiche Wettbewerbe, u. a. den Nationalen Musikwettbewerb 1989 in Korea, 1997 den internationalen Kontrabasswettbewerb in Kromeriz, Tschechien, und 1999 wurde sie in Italien mit einer Silbermedaille beim 4. Internationalen Kontrabasswettbewerb „Giovanni Bottesini“ ausgezeichnet. Seit 1992 konzertiert Tae Bun Park regelmäßig in Europa und Asien, darunter häufig als Solistin mit dem Kemyong Symphony Orchestra und dem Korean Symphony Orchestra, und gastiert regelmäßig an der Bayerischen Staatsoper.

* 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

Sally Pendlebury wuchs in Manchester auf; mit 14 Jahren war sie das jüngste Gründungsmitglied des „European Community Youth Orchestra“ (Jugendorchester der EU), bei dem sie später für drei Jahre Stimmführerin der Violoncellogruppe war. Während ihres anschließenden Studiums an der Guildhall School of Music gewann sie den Capital Radio Prize und den Shell/LSO-Wettbewerb sowie Stipendien zum Studium in Düsseldorf und Boston. Pendlebury ist Mitglied des Chamber Orchestra of Europe und trat mit vielen der heute bedeutenden Solisten und Dirigenten auf, mit denen sie auch CD- und Rundfunkaufnahmen einspielte. Des weiteren ist sie Gründungsmitglied des Vellinger Streichquartetts, das 1994 den Londoner Internationalen Streichquartett-Wettbewerb gewonnnen hat, und mit dem regelmäßig Tourneen durch Europa, Japan und die U.S.A. bestritt. Das Quartett spielte auf vielen Festivals, so bei „Mostly Mozart“ im Lincoln Center (New York), in Edinburgh, Bath, Cheltenham, Klangboden in Wien und am Mondsee. Sally Pendlebury wirkt regelmäßig bei KammermusikFestivals in Großbritannien, Europa und in den U.S.A. mit, in diesem Jahr in New York, San Francisco, Nürnberg und Graz. Als 1. Cellistin gastiert sie außerdem regelmäßig bei der London Sinfonietta, dem English Chamber Orchestra, dem Liverpool Philharmonic Orchestra, dem BBC Scottish Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra und dem Philharmonia Orchestra. Kürzlich wurde sie zur 1. Cellistin des Orchesters der Opera North berufen.

* 2005, 2006, 2007

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

Der aus Hamburg stammende Sönke Reger studierte in Detmold und Berlin bei Christoph Poppen und Ulf Wallin. Private Studien führten ihn später zu Daniel Gaede. Nach Engagements als 1. Konzertmeister der Thüringen Philharmonie und als Vorspieler der 1. Violinen der Nürnberger Philharmoniker ist er derzeit 1. Konzertmeister im Orchester des Meininger Theaters. Seine kammermusikalischen Aktivitäten in unterschiedlichen Besetzungen führten zu Rundfunk- und Fernsehaufnahmen und Konzerten u. a. beim Schleswig-Holstein-Festival und beim Rheingau-Musik-Festival. Seit Herbst 2008 ist Sönke Reger ordentlicher Professor für Violine an der German School of Music Weimar, Korea.

* 2005, 2006, 2007, 2008

NICHOLAS RIMMER Klavier Großbritannien

Nicholas Rimmer erhielt seine musikalische Ausbildung in Manchester, Cambridge und Hannover. Er wurde mit dem Donald Wort Prize for Performance der Universität von Cambridge (2003) ausgezeichnet und erhielt 1. Preise beim Birmingham Accompanist of the Year Award (2005) sowie den


Preis des Deutschen Musikwettbewerbs (2006). Seine Arbeit mit dem Choir of Clare College, Cambridge ist zudem durch eine Einspielung des Requiems von John Rutter bei Naxos dokumentiert. Nicholas Rimmer konzertierte mit Orchestern wie der Manchester Camerata, Cambridge University Chamber Orchestra (unter der Leitung von James MacMillan) und Aurora Orchestra. In den letzten Jahren hat sich insbesondere eine rege und erfolgreiche Konzerttätigkeit in ganz Deutschland mit dem Bratschisten Nils Mönkemeyer entwickelt, die durch CD Erscheinungen bei Genuin (2008) und bei Sony (2009) dokumentiert ist. Als Kammermusiker konzertiert Nicholas Rimmer regelmäßig mit seinem 2005 gegründeten Leibniz Klaviertrio, sowie mit Veronika Eberle und Serge Zimmermann (Violine), und in der Saison 2008/2009 oft in der unkonventionellen Triobesetzung mit Johannes Fischer (Schlagzeug) und Frederic Belli (Posaune). 2009 spielte er in diesen Besetzungen u.a. bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Kultursommer Nordhessen, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, in der Laiszhalle Hamburg, der Tonhalle Zürich und in Italien und Spanien. Zahlreiche Rundfunkmitschnitte (SWR, BR, hr, Deutschlandradio, NDR) begleiten seine Konzerttätigkeit und beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb war er offizieller Begleiter bei den Gesangswertungen.

Royal Academy of Music in London. Viele Jahre war er als Korrepetitor am Royal Opera House Covent Garden beschäftigt, wo er mit den weltbesten Dirigenten und Sängern zusammen gearbeitet hat. Er war drei Spielzeiten musikalischer Assistent bei den Bayreuther Festspielen und erarbeitete zusammen mit Giuseppe Sinopoli und Adam Fischer den Ring-Zyklus von Jürgen Flimm. Als musikalischer Assistent hat er auch in Glyndebourne, Den Norske Oper und an der Hamburgischen Staatsoper mitgewirkt. 1999 bis 2004 war er Kapellmeister und Studienleiter am Staatstheater Nürnberg. Selwyn hat in seiner Laufbahn mehr als 40 Opern dirigiert, darunter The Rape of Lucretia, The Turn of the Screw, Noye’s Fludde, Dido und Aeneas und das babylonexperiment für das Internationale KammermusikFestival Nürnberg. In letzter Zeit hat er Jenufa für die English Touring Opera, Romeo et Juliette für die Opera North und Hänsel und Gretel für Opera Holland Park in London dirigiert und als musikalischer Assistent an der Opéra du Rhin Straßburg, beim Aldeburgh Festival und den Bregenzer Festspielen gearbeitet. Peter Selwyn hat eine Professur am Royal College of Music, London.

* 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

* 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 MARIANNE THORSEN VESNA STANKOVIC Violine Serbien

* 2006, 2008

Harnoncourt, Claudio Abbado, Carlo Maria Giulini, Sir George Solti, Gidon Kremer, Andras Schiff, Murray Perahia u. a. zusammengearbeitet hat. Ihr Violinstudium hat sie bei Prof. Szymon Goldberg in den USA (Curtis Institute of Music, und Juilliard School) absolviert. Bereits im ehemaligen Jugoslawien und auch in den USA wurde sie mit vielen Auszeichnungen bedacht. 1986 war sie Finalistin des Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau. Vesna Stankovic ist als Solistin und Kammermusikerin regelmäßig bei bedeutenden Konzertzyklen und Festivals zu hören. Als Solistin ist sie mit vielen bedeutenden Orchestern in USA, Wien, und ehemaligen Jugoslawien aufgetreten. Sie gibt regelmäßig Solo- Abende in Japan, wo sie als künstlerische Leiterin des Kammermusikseminars in Toyama tätig ist. Seit 2001 ist sie Professorin für Violine an der Belgrader Musikhochschule. Sie gibt zudem Meisterkurse in Courchevel, Frankreich und Toyama, Japan. Vesna Stankovic spielt eine Jacobus Steiner-Violine des Jahres 1671 aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbank.

Violine Norwegen

PETER SELWYN Dirigent/Klavier Künstlerische Leitung Großbritannien

Peter Selwyn studierte Sprachen an der Universität von Cambridge und danach Klavier an der

Vesna Stankovic, in Belgrad geborene Violinistin, ist Konzertmeisterin an der Wiener Volksoper und Konzertmeisterin des Wiener Kammerorchesters. Sie war fünfzehn Jahre lang eines der führenden Mitglieder des „Chamber Orchestra of Europe“, wo sie mit Dirigenten und Solisten wie Nikolaus

Marianne Thorsen stammt aus Trondheim. Nach ihrem Studium in Norwegen wurde sie von Felicity Lipman und Gyorgy Pauk in London unterrichtet. In der Royal Academy of Music wurde ihr der DipRAM, die höchste Auszeichnung des Akademie für Darbietung, zuerkannt. Mit dem von ihr gegründeten Leopold Trio nahm sie sämtliche Triosonaten

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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von Beethoven auf, ebenso Werke von Mozart, Dohnanyi, Martinu und Schönberg, die im Februar 2005 im Handel erschienen. In der Wigmore Hall in London findet ihr eigene Kammerkonzert-Reihe statt, die häufig von BBC 3 übertragen wird. 2000 wurde Frau Thorsen Konzertmeisterin des Nash Ensembles. In 2003 gewann sie den ersten Preis beim Internationalen SION Violin-Wettbewerb in der Schweiz. Fünf Jahre zuvor wurde sie vom norwegischen Konzertinstitut zum „jungen Musiker des Jahres“ gekürt und bereits 1992 gewann sie den hoch renommierten Preis beim Carl Flesch Violin-Wettbewerb in London. Marianne Thorsen ist eine begeisterte Lehrerin sowohl an der Royal Academy of Music, London als auch im Trondheim Conservatory of Music.

* 2005, 2006, 2007

HÅKAN VRAMSMO Bariton Schweden

Håkan Vramsmo schloss sein Studium an der Guildhall School of Music and Drama, für das er ein Stipendium gewonnen hatte, 2001 mit Auszeichnung ab. Am Abend seiner Abschlussprüfung sang er bereits auf dem Eröffnungsabend der BBC Proms in London, wo er heuer erneut auftritt. Vramsmo ist durch seine zahlreichen gefeierten Auftritte auf den großen Konzertpodien in Europa bekannt, von London über den Amsterdamer Concertgebouw, in Santiago de compostela, Madrid, Barcelona, der Stuttgarter Liederhalle, und der Sibeliusacademin, den Festivals in Aldeburgh, Bath, Cheltenham und Newbury und machte Aufnahmen für BBC Radio 3 und das schwedische Radio und Fernse-

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

hen. Zu seinen Klavierbegleitern zählen Julius Drake, Graham Johnson, Roger Vignoles, und Andrew West. Er trat mit den Sinfonieorchestern von Jerusalem, Birmingham, Göteborg und Malmö, dem Gabrieli Consort und dem Scharoun-Ensemble auf, sang unter Dirigenten wie Paul McCreech, Leonard Slatkin oder Leon Botstein und gab Konzerte in Dublin, Schweden, Dänemark und Frankreich, im Concertgebouw Amsterdam, in der Stuttgarter Liederhalle, in Madrid und Barcelona. Für die BBC nahm er Lieder von Gerald Finzi, Samuel Barber und Franz Schubert auf, für das polnische Radio und Fernsehen Private Joe von Roxanna Panufnik und für das Label Chandos die Oper The Departure von Elizabeth Maconchy. Auf der Opernbühne sang Vramsmo den Papageno an der Glyndebourne Festival Opera, den Grafen (Hochzeit des Figaro), Valentin (Faust), Faust), Belcore Faust (L’elisir d’amore), Tarquinius (The Rape of Lucretia), die Titelpartie in Don Giovanni mit der English Touring Opera, Axel (Uraufführung von Tarantula von Anna Meredith) und Aeneas (Dido und Aeneas) beim Internationalen KammermusikFestival Nürnberg. In diesem Jahr geht Håkan Vramsmo mit den Liederzyklen von Schubert auf Tournee und debütiert als Marcello (La Bohème).

* 2006, 2007

ANDREW WEST Klavier Künstlerische Leitung Großbritannien

Andrew West musiziert weltweit als Solist, Begleiter und Kammermusiker. Er gab Klavierabende in Südafrika, Südamerika und in den Vereinigten Staaten, und er ist häufig in den großen Londo-

ner Konzertsälen und im Radio der BBC zu hören. Er konzertiert seit langem mit der Flötistin Emily Beynon, mit der er in den BBC Chamber Music Proms und im Rahmen des Edinburgh International Festival aufgetreten ist. Kürzlich musizierte er vierhändig mit Cedric Tiberghien bei den City of London und Cheltenham Festivals. Außerdem spielte er gemeinsam mit Philip Moore die Fassung für zwei Klaviere von Le Sacre du Printemps für das Strawinsky-Projekt der Michael Clark Dance Company und gastierte damit im Sommer 2007 im Londoner Barbican Centre, im Sommer 2008 in Paris und New York. In der nächsten Zeit hat Andrew West mehrere Auftritte in der Londoner Wigmore Hall mit Mark Padmore und Musikern des Nürnberger Festivals, außerdem in einer Inszenierung einer neuen englischen Übersetzung von Schuberts Winterreise mit Padmore und einer Lesung von Beckett-Texten am Lincoln Center in New York. Andrew West erhielt den Gerald Moore Preis für Klavierbegleitung. Zudem wirkte er über mehrere Jahre als offizieller Begleiter des Steans Institute for Singers beim Ravinia Festival in Chicago. Er nahm CDs auf mit Emma Bell (Lieder von Strauss, Marx und Bruno Walter), Alice Coote, James Gilchrist, Hakan Vramsmo sowie Roderick Williams, und er tritt weiterhin regelmäßig gemeinsam mit Mark Padmore auf. Andrew West studierte Englisch am Clare College in Cambridge, bevor er mit dem Musikstudium bei Christopher Elton und John Streets an der Royal Academy of Music in London begann. Dort bekleidet er mittlerweile eine Professur für Begleitung und Kammermusik. West ist bereits im achten Jahr einer der drei künstlerischen Leiter des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg.

* 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008


DIE AKADEMIE: DER STEG UND DEREN PÄDAGOGISCHE ARBEIT

AKADEMIE: DER STEG

Was man mit Kindern üben müsste, ist weniger die musikalische Erziehung, sondern die Erziehung zum Menschen durch die Musik und die bildende Kunst Daniel Barenboim

PROLOG

MODELLE DER DURCHFÜHRUNG

Theater stellt einen Mikrokosmos unserer wirklichen Welt dar. Musik ermöglicht eine Verständigung über alle Schranken und Barrieren hinweg. In der Verbindung von Musik und Theater ergibt sich die Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen, die außerhalb dieses Kontextes kaum zusammen kommen würden. Das Theater als eine dem Lebensalltag entsprechende Kunstform stellt dabei Regeln auf, die ein Zusammenleben in der realen Welt vorbildhaft widerspiegeln.

Es arbeiten stets professionelle Künstler und Theaterleute wie Musiker, Sänger, Schauspieler, Regisseur oder Tänzer mit.

MUSIK- UND TANZTHEATERPROJEKTE Die Akademie setzt sich zum Ziel, Schulen jeder Schulform die Planung, Vorbereitung und Durchführung von Musiktheaterprojekten mit Kindern und Jugendlichen in der Metropolregion Nürnberg anzubieten. Das Angebot umfasst die gesamten künstlerischen, organisatorischen und logistischen Aspekte einer Musiktheaterproduktion. Die Akademie stellt mit der Auswahl der von ihr engagierten Künstler sicher, dass die Projekte höchsten professionellen Ansprüchen gerecht werden. Den Kern der Projekte bilden Workshops, Probenphasen und schließlich Aufführungen in der Metropolregion Nürnberg. Das Spektrum umschließt alle Bereiche des Musik- und Tanztheaters: angefangen von der Einstudierung und Aufführung vorhandener Musiktheaterliteratur über Adaptionen und Veränderung von bekannten Werken bis hin zur kompletten Erarbeitung neuer Stücke und Kompositionen.

VERSION XXL: Komposition und Aufführung einer neuen Oper, d. h. einzelne Workshops im Laufe eines Jahres und mehrwöchige Probenphase mit öffentlichen Aufführungen

VERSION L: zwei bis vier Wochenstunden über mehrere Wochen mit schulinterner Aufführung

VERSION M: einwöchiger Musik- und Bewegungsworkshop mit schulinterner Aufführung

VERSION S: zwei zweistündige Musik-und Bewegungsworkshops im Kontext der Schulen > Im „gebundenen Ganztag“ > Im Projektseminar der Oberstufe > Als Ergänzung zum üblichen Curriculum

KÜNSTLERISCHE LEITUNG Frances Pappas, Gero Nievelstein

KOORDINATION UND GESCHÄFTSFÜHRUNG Dr. Dorle Messerer-Schmid Kammer Musik Theater International e.V. in der Metropolregion Nürnberg Am Stadtpark 2, 90409 Nürnberg T: (0911) 630479, F: (0911) 639127 info@akademie-der-steg.de www.kammermusik-festival.de Bankverbindung: Sparkasse Nürnberg BLZ 760 501 01, Konto: 4 703 807

Staedtler Stiftung

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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ARCHE NOAH

Eine Oper von Benjamin Britten für Kinder und Erwachsene

2005

Benjamin Brittens Arche Noah ist ein klassisches Beispiel für eine im angelsächsischen Raum sehr bekannte und beliebte Art der „community opera“. Für diese Oper gab es keinen passenderen Ort als ein eigens errichtetes Zirkuszelt in dem wunderschönen Nürnberger Tiergarten! Am 16. und 17. September 2005 erlebten fast 2000 begeisterte Zuschauer dort drei restlos ausverkaufte Vorstellungen. Neben den professionellen Musikern und Sängern aus dem Festivalensemble traten 150 Kinder auf. 100 Schüler aus Nürnberg, Fürth, Wendelstein und Schwabach waren die Tiere, es sangen Solisten des Kindeopernrchors des Nürnberger Staatstheaters und in dem riesigen Orchester spielten neben professionellen Musikern die Jungen Fürther Streichhölzer, das Blockflötenensemble der Nürnberger Musikschule, ein Handglockenensemble, 8 Signalhörner und Teekessel schlagende, Schmirgelpapier kratzende junge Schlagzeuger. Die Vorstellungen waren für Zuschauer und Beteiligte ebenso unvergesslich, wie der sechs Monate dauernde Prozess für die aufführenden Kinder und Jugendlichen.

PREMIERE 16. SEPTEMBER 2005 IM ZIRKUSZELT IM TIERGARTEN NÜRNBERG

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

LEHRERSTIMME „Stellen Sie sich eine ganz normale Turnhalle vor, Nach der Probe: Leuchtende, glückliche Augen – leise Klänge von Klaviermusik und 24 Kinder, die sich vollkommen konzentriert, in Harmonie mit sich selbst und den anderen, zu dieser Musik bewegen – eine Sternstunde für die Kinder, aber auch in meinem Lehrerleben.“ Beate Ehrlich, Johannes-Helm-Schule Schwabach

PRESSESTIMME „Oper als Patchwork. Der schönste Lohn nach all dem logistischen Aufwand war der anhaltende und lautstarke Schluss-Applaus, der fast so beharrlich prasselte wie der Regen auf die Zeltplane. (...) Aus Benjamin Brittens Idee einer »Community Opera«, also dem Zusammenwirken vieler Berufe und Schichten, wurde auf diese Weise eindeutig ein regionales Musiktheater-Ereignis, dessen Zustandekommen allein schon eine Leistung bedeutet. Dass sich mit dem Schauspieler Gerd Lohmeyer als Gott oder Andrea Baker in der Rolle der widerborstigen Noah-Gattin auch prominente Bühnenstars auf das Projekt einließen, hat die Begeisterung der Kinder sicherlich nicht gebremst. Nürnberger Zeitung am 19.09.2005


Ein musikalisches Bildungsprojekt mit Unterstützung der Komponisten Jonathan Dove und Matthew King „Nun schenken wir den Abzeichen keine Aufmerksamkeit. Sie sind an unseren Mänteln befestigt, Aber sie haben unser Bewusstsein nicht berührt.“

HEAR OUR VOICE 2006

Textpassage aus Hear Our Voice In Zusammenarbeit mit dem Hackney Music Development Trust in London und dem Jüdischen Museum Prag hatte das Internationale KammermusikFestival Nürnberg die Komponisten Jonathan Dove und Matthew King beauftragt, mit jungen Menschen in London, Nürnberg/Fürth und Prag zu arbeiten, um das gemeinsame Erbe ihrer Vergangenheit zu vernetzen und um ihre Erfahrungen mit Fremdenfeidlichkeit und Rassismus zu präsentieren. Als künstlerische Stellungnahme zu diesem Themenkomplex wurde ein Libretto verfasst mit Auszügen aus Gedichten, Tagebüchern und Briefen, die von Kindern während des Holocausts geschrieben wurden. Das Ergebnis dieses spannenden Projekts war im Juli 2006 im Londoner Bloomsbury Theatre, im Stadttheater Fürth und dem Nationaltheater Prag im Rahmen einer DreiLänder-Tournee zu hören und zu sehen. Begleitet wurde der musikalische Prozess vom künstlerischen Schaffen mehrerer hundert Kinder und Jugendlicher aus Prag, London, Fürth (HeleneLange-Gymnasium, Leopold-Ullstein-Realschule), Freie Waldorfschule Wendelstein, MelanchthonGymnasium Nürnberg und dem Atelier Verena Waffek. Im gegenseitigen Austausch waren die Kunstwerke sowohl im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg, im Foyer des Stadttheater Fürth und im Jüdischen Museum Fürth als auch in Prag und London öffentlich ausgestellt worden.

URAUFFÜHRUNGS-TOURNEE 15.–20. JULI 2006 BLOOMSBURY THEATER, LONDON STADTTHEATER FÜRTH STAATSOPER PRAG

SCHÜLERSTIMMEN Ich habe gelernt, wirklich zu meinen, was ich singe, damit für die Zuhörer die Empfindungen klar und spürbar werden. Wenn du mit echten Gefühlen singst, dann versteht das Publikum dich auch dann, wenn es nicht die gleiche Sprache spricht. Schüler der Jubilee Primary School, London Das Beste war, herauszufinden, für die Menschen die Stimme zu erheben, die es selbst nie konnten. Schülerin des Gymnázium Na Praz•acce, Prag Mir gefiel besonders gut an den Workshops, dass ich mehr über die Gefühle anderer gelernt habe. Schülerin der Jubilee Primary School, London

PRESSESTIMME Was als Work-in-progress-Projekt begann, endet als differenziertes professionelles Gesamtkunstwerk des internationalen Teams aus London, Prag und Nürnberg ohne emotionale Schaumschlägerei und effektvollen Betroffenheitsanspruch. Das Ergebnis ist ein aufwühlender, verstörender Abend, der die Folgen von Rassismus, Verfolgung und Intoleranz künstlerisch umkreist und den ermordeten Kindern gedenkt. Lichtwechsel, eingeblendete BildDokumente und körpersprachliche Regie erzeugen auf dem gegensätzlich strukturierten Musikteppich mit Mustern aus Klezmer und Klassik eine bewegende Wirkung. Nürnberger Zeitung, 20.07.2006

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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das babylonexperiment

das babylonexperiment Eine Auftragsoper Musik: Matthew King, Libretto: Michael Kerstan LEHRERSTIMME „… Lernen ist nicht nur die Aneinanderreihung einzelner Unterrichtsstunden …“ Meine Schüler haben durch das Projekt das babylonexperiment sehr viel gelernt. Zum einen war es die Auseinandersetzung mit Musik, die Erfahrung mit Choreographie und das Erleben der Theaterwelt. Der Begriff „Oper“ wird wohl in ihrem künftigen Leben eine ganz neue Bedeutung haben. Zum anderen wurden Fähigkeiten gefordert und gefördert, die für das Leben/Berufsleben von großer Bedeutung. Renate Raumberger, Anton-Seitz-Hauptschule Roth

2008

STFITERSTIMME

Jeder kennt die Geschichte vom Turmbau zu Babel, vom Streben nach ganz oben und der daraus entstandenen Sprachverwirrung. Mitteleuropäern aus dem Alten Testament geläufig, kommt das Motiv ebenfalls in zahlreichen Kulturkreisen vor. Der Komponist Matthew King und der Librettist Michael Kerstan hatten den Auftrag, aus diesem Stoff gemeinsam mit Jugendlichen ein Stück Musiktheater zu entwickeln. Dazu arbeiteten sie mit Haupt-, Realschülern und Gymnasiasten zu diesem faszinierend komplexen Motiv. Begleitend zur Entstehung der Oper hat sich das Neue Museum Nürnberg zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus der Region in Workshops gestalterisch auf die Reise nach Babel gemacht. Eine Ausstellung der daraus entstandenen Arbeiten war im Neuen Museum zu sehen. Bei den Aufführungen am 19. und 20. September 2008 standen neben den Jugendlichen eine internationale Besetzung renommierter Opernsänger auf der Bühne, begleitet vom Festivalorchester des 7. Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg

URAUFFÜHRUNG AUF DEM KLARISSENPLATZ VOR DEM NEUEN MUSEUM AM 19. SEPTEMBER 2008

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

Die Aufführungen des babylonexperiments haben so manch einem pädagogischen Skeptiker wieder einmal eindruckvoll gezeigt, was Schülerinnen und Schüler unter künstlerischer Anleitung zu leisten vermögen. Ein Abend der wahrlich aus dem Rahmen fiel … das babylonexperiment des Internationalen KammermusikFestivals steht somit nicht nur beispielhaft für ein Kooperationsprojekt in einem künstlerisch pädagogischen Umfeld, sondern zeigt Wege auf, wie zukünftiges Lernen in einer gelingenden Schule aussehen kann und muss. Das Operprojekt leistet damit auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres gesamten Bildungs- und Schulsystems. Dr. Roman Rösch, Projektleiter Deutscher Schulpreis Robert Bosch Stiftung GmbH

PRESSESTIMME Matthew King hat eine aufregende, atonale Musik komponiert: Sie spielt mit Minimal- Elementen, probiert komplexe Rhythmen durch, zitiert intelligent das barocke Concerto grosso, Rap oder Tango. Das A-capella-Quartett am Abend der Katastrophe mit feinsten Stimm-Verschlingungen besitzt Gänsehautqualität. Nürnberger Zeitung 22.09.2008


VORSCHAU 2010: SCHAU NICHT ZURÜCK, ORFEO! Eine Auftragsoper Musik: Stefan Hakenberg, Libretto: Patricia Simpson Glucks Oper Orfeo ed Euridice bietet auch heute noch aktuelle Interpretationsmöglichkeiten. Unser Ziel ist es, die Dimensionen von Musik und Thematik jungen Menschen des 21. Jahrhunderts zugänglich zu machen. Durch Modifikationen des Textes und eine neue Komposition unter direkter Einbeziehung von Jugendlichen aus der Metropolregion Nürnberg wird eine neue Oper entstehen. Das Werk wird zusammen mit einem professionellen, künstlerischen Team und international renommierten Sängern aufgeführt werden. Begleitend zum Entwicklungs- und Entstehungsprozess der Oper werden auch in anderen Bereichen der darstellenden und bildenden Kunst Workshops veranstaltet, die im Rahmen der Aufführung ausgestellt und einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

WORKSHOPWOCHE LIBRETTO Ohne Kenntnisse des „Orpheus“-Mythos zu besitzen, ließe sich keine fundierte Arbeit zu diesem Thema beginnen. Daher wurde zuerst der Inhalt dieses Mythos vorgestellt. Überraschend war, dass sich die Jugendlichen schnell vom Stoff fesseln ließen. Auch die Präsentation einzelner Ausschnitte der Oper Orfeo ed Euridice von Gluck stieß bei allen teilnehmenden Jugendlichen auf große Offenheit und Faszination. Es gelang – auch mit Hilfe von vertrauten Medien wie Musik-Video-Clips – einen Bezug des Mythos in die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen herzustellen. Dabei wurde klar, dass ein Mythos das ist, was es ist, weil er ein universales Thema behandelt, das für alle Zeiten Gültigkeit besitzt.

Das Libretto-Team sollte die sieben Chöre zur neuen Oper schreiben mit den Themen: Liebe, Tod, Trauern, Verlust, Nicht-Zurück-Schauen, Nach-Vorne-Schauen. Die Zusammenarbeit mit den Schülern war erstaunlich intensiv. Einige haben lieber gezeichnet, andere bestanden darauf, sie könnten ihre Gefühle besser auf Englisch artikulieren als auf Deutsch. Viele haben mit Begrüßungsworten in anderen Sprachen geholfen. Wir haben uns aber in verschiedenen Sprachen einigen können. Um die Sprache nicht so blaß erscheinen zu lassen, sind solche Zeilen zustande gekommen: “Der Schatten ohne Sonne/ Die Musik ohne Ton”. Die letzten Worte des 7. Chor sind auf Griechisch, und so begegnen wir dem Ursprung und unserer Erneuerung von diesem Mythos. Mittlerweile aber ist diese Gegend, genau so wie der Mythos, mehrsprachig und vielfältiger geworden. Alle haben etwas von sich beigetragen, und die Ergebnisse sind bezaubernd schön geworden. Am Ende der Workshops haben wir uns gesammelt und unsere Chöre vorgetragen. Nachher haben sich einige Eltern darüber gewundert, dass Kinder in diesem Alter so etwas leisten könnten, besonders mit der schwierigen Thematik. Ich dachte aber an den Slogan, den ich auch während der intensiven Woche gehört habe: Yes we can! (Patricia Simpson)

SCHAU NICHT ZURÜCK ORFEO VORSCHAU 2010

DIE KOMPOSITIONSWORKSHOPS BEGINNEN AM 19. SEPTEMBER 2009 KÜNSTLERISCHE LEITUNG UND TITELPARTIE: Frances Pappas

URAUFFÜHRUNG IM NEUEN MUSEUM NÜRNBERG AM 17. JULI 2010 IM RAHMEN DER INTERNATIONALEN GLUCK-OPERNFESTSPIELE NÜRNBERG

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FÖRDERER UND FREUNDE des Internationalen KammermusikFestival Nürnberg 2009 Wir bedanken uns bei den genannten Sponsoren und Freunden des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg sehr herzlich für ihre finanzielle Unterstützung und besonders auch für ihr persönliches Engagement und Interesse.

HAUTPSPONSOR

SPONSOREN UND FÖRDERER

DATEV eG

Heinrich Joh. Barth Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Bezirk Mittelfranken DER BECK Fiegl Automobile GmbH Nürnberg Freunde KammerMusikTheater International Nürnberg e.V. Fürstlich Castell´sche Bank Dr. Peter Küfner Heimo C. M. Messer Ch. und H. Naumann Akiko und Ichiro Oshima Piano Haid Schaeffler Gruppe Angelika Schwanhäußer Stadt Nürnberg Kulturreferat THORWART Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer

STIFTUNGEN Staedtler Stiftung Sparkassenstiftung Roth-Schwabach IHK Kulturstiftung der mittelfränkischen Wirtschaft

IN KOOPERATION MIT: Bayerischer Musikzauber, Metropolregion Nürnberg

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg


FREUNDE Lisa Albersdoerfer Dr. Dietmar und Christa Baumgartner Alexandra Beisser Roland Beyer Ingrid Blaul Dr. Horst und Carmen Fischer Rainer und Sabine Fulda Heidrun Glauning Günter und Katharina Gloser MdB Herbert und Angelika Goller Kurt und Dr. Alev Heilbronn Prof. Dr. Reinhard Hilke Karin Hoffmann Annette Horneber Ursula Hümmer Dr. Elke Jung-Senssfelder

Irmhild Kappert und Rudolf Stoll Beatrice Kappler Thomas Keeton Volker Koch Dr. Peter und Catherine Lex Hanna Löffler Helmut und Renate Mader Klaus und Thessa Mende Dr. Ernst Metzger und Barbara Cichon-Metzger Mobile Kochkunst Hussenether HP Müller Prof. Dr. Albrecht und Inge Neiß Werner Pauli Gretel Petith Ursula Petith Beatrice Pichlmeier

Eva Pöhlmann Antje Raab Dagmar Reiß Dr. Helmut und Kerstin Rießbeck Rolf und Marianne Schaechterle Dres. Franz und Charlotte Scheder Freya Scherer Werner Schmelz Peter und Madeliene Schmid Dr. Volker Schrader und Dr. Marga Niederkorn-Schrader Gerd Schwetter Inge Thorwart Brigitte Weber Prof. Dr. Martin und Suna Wilhelm

UNSER BESONDERER DANK gilt unseren unermüdlichen Helfern während des Festivals: Barbara Cichon-Metzger, Sabine Fulda und Angelika Goller

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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FÖRDERVEREIN KammerMusikTheater International e. V. in der Metropolregion Nürnberg

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

DER VEREIN …

MITGLIEDSCHAFT:

„KammerMusikTheater International e. V. in der Metropolregion Nürnberg “ wurde gegründet, um die Arbeit des Internationalen KammermusikFestivals zu unterstützen. Wenn Sie uns fördern möchten, sind Sie herzlich eingeladen, Mitglied zu werden. Sie sichern damit das 9. Internationale KammermusikFestival Nürnberg, das vom 10. bis 18. September 2010 stattfinden wird.

> > > >

WERDEN SIE MITGLIED, ZUR …

BANKVERBINDUNG:

> Förderung und Pflege klassischer Musik in Nürnberg und Umgebung, > Planung und Durchführung von Musikveranstaltungen, insbesondere des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg > Durchführung von musikpädagogischen Kursen auf nichtgewerblicher Basis.

Sparkasse Nürnberg, BLZ: 760 501 01, Konto: 4 703 807

Platin-Mitgliedschaft .............................. 500 Gold-Mitgliedschaft ................................. 100 Silber-Mitgliedschaft ................................ 60 Bronze-Mitgliedschaft .............................. 40

EUR EUR EUR EUR

Als Mitglied erhalten Sie eine Einladung zum jährlichen Empfang nach dem Galaabend, unsere Newsletter sowie eine Spendenbescheinigung.

KONTAKT: KammerMusikTheater International e. V. in der Metropolregion Nürnberg Am Stadtpark 2, 90409 Nürnberg T: (0911) 630479, F: (0911) 639127 info@kammermusik-festival.de www.kammermusik-festival.de


VORSCHAU 2010

Dienstag, 29. September 2009 WIGMORE HALL, LONDON

Samstag, 13. März 2010 HIRSVOGELSAAL, NÜRNBERG

Sa, 17., So, 18. und Mo 19. Juli 2010, GROSSER SAAL, NEUES MUSEUM NÜRNBERG

WERKE VON FRANZ SCHUBERT UND GUSTAV MAHLER

AUFTAKTKONZERT FESTIVAL 2010

SCHAU NICHT ZURÜCK, ORFEO!

Zum zweiten Mal wird das Ensemble des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg das verwöhnte Publikum in der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs in seinen Bann ziehen.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: In unserem Auftaktkonzert möchten wir Ihre Neugier auf den spätsommerlichen Veranstaltungsreigen wecken und einen künstlerischen Einblick in die geplanten Konzerte und Projekte geben.

im Rahmen der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele 2010 Uraufführung und weitere Vorstellungen

10.–18. September 2010 NÜRNBERG

9. INTERNATIONALES KAMMERMUSIKFESTIVAL NÜRNBERG

8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg

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IMPRESSUM 8. INTERNATIONALES KAMMERMUSIKFESTIVAL NÜRNBERG

KÜNSTLERISCHE LEITUNG:

REDAKTION, DRAMATURGIE:

VERANSTALTER:

Peter Selwyn, Frances Pappas, Andrew West

Dr. Michael Kerstan

GRÜNDUNGSMITGLIED UND EHRENVORSITZENDE:

PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT:

Emily Segal

Viktoria Selbert

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

ILLUSTRATIONEN:

Dr. Dorle Messerer-Schmid

Francesco Galle

PRODUKTIONSLEITUNG:

GESTALTUNG, SATZ:

KammerMusikTheater International Nürnberg e.V. Am Stadtpark 2 90409 Nürnberg T: (0911) 630479, F: (0911) 639127 info@kammermusik-festival.de www.kammermusik-festival.de Bankverbindung: Sparkasse Nürnberg BLZ: 760 501 01, Konto 4 703 807

Gero Nievelstein

Visionauten – Daniel Janetzky

ASSISTENZ DER GESCHÄFTSFÜHRUNG:

DRUCK:

PHOTOS:

Sabine Bickel und Sabine Fulda

mandelkow GmbH, Herzogenaurach

BUCHHALTUNG:

SIGNET DES FESTIVALS:

Brigitte Weber

Design Studio HC Traue

Seite 24 Dr. Harald Plass Seite 41 Computersimulation: Frank Albert Seite 68 Eduard Weigert Übrige: Jutta Missbach

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8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg


DAS HIMMLISCHE LEBEN gesungen – getanzt – gespielt ein Gustav Mahler Abend im Neuen Museum

www.kammermusik-festival.de Wir danken für die Unterstützung:


8. Internationales KammermusikFestival Nürnberg 2009  

Programmheft des 8. Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg 2009 vom 11. bis 18. September 2009 in Nürnberg

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