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TITELTHEMA

RISIKOMANAGEMENT

Die Bedeutung eines Risikomanagementsystems rückt mehr und mehr in das Bewusstsein der Unternehmer: Mehr als 65 Prozent der Firmenchefs planen einen Ausbau ihres Risikomanagementsystems in den nächsten beiden Jahren. Immerhin neun Prozent der Befragten denken über die erstmalige Einführung eines Systems nach.

Unternehmen (KMU) sich kontinuierlich verschlechtert. In der Konsequenz führen Liquiditätsengpässe nicht selten zu Zahlungsausfällen bei den eigenen Kunden. Dies ist ein Grund für den Einsatz von Factoring. Die Vorteile des Factorings, wie beispielsweise die 100-prozentige Delkredereabsicherung sowie den sofortigen Liquiditätszufluss, wissen immer mehr Kunden zu schätzen. Dr. Alexander M. Moseschus, Geschäftsführer des Factoring-Verbands, bekräftigt diese Entwicklung: „Der Factoringmarkt er-

28,5 %

6%

22,5 %

Risikothemen 2011

37,3 %

11,8 %

Enterprise Risk Management (ERM) Konvergenz risikoorientierter Stabsabteilungen (Risk, Compliance, Audit) Risikoinventur Stresstests

holt sich im Jahr 2011 sichtbar. Nach wie vor steigen auch die Kundenzahlen rasant, was das große Interesse an der Finanzdienstleistung Factoring offenbart: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 stieg die Kundenzahl nochmals um 67 Prozent.“ Prof. Dr. Thomas Hartmann-Wendels, der eine aktuelle Studie des Deutschen FactoringVerbandes wissenschaftlich begleitet hat, erklärt: „Das wichtigste Motiv für den Einsatz von Factoring ist die Liquiditätssicherung durch eine breitere Finanzierungsbasis und

66 %

Quelle: Risiko 2011: www.risiko-manager.com, Zukunft: RMCE

VORMARSCH 19 %

9%

Risikomamanagement in der Zukunft

Keine Maßnahme geplant Einführung eines RMS Bestehendes RMS ausbauen Verbesserung der Darstellung von Risiken

eine größere Unabhängigkeit von der Finanzierung durch Banken.“ Factoring vereinfacht also nicht nur den Forderungseinzug, sondern erweist sich als Risikomanagement-Maßnahme. Basierend auf einer aktuellen Studie der Unternehmensberatungen Funk RMCE und Weissman & Cie sowie der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner bewertet die Mehrheit der Unternehmen ihre Risiken nicht in Szenarien, sondern in einer Einzelfallbetrachtung. Lediglich 30 Prozent

Datensicherung | Umsatzeinbußen sind vermeidbar

Das Gesamtkonzept muss stimmen Gerrit-Leonhard Stein, zuständig für IT- und Risikomanagement bei der Helbling Management Consulting GmbH, sieht Handlungsbedarf für Unternehmen ohne funktionierendes Sicherungskonzept. Was sind die Auslöser für die Einführung eines Risikomanagements? Ein wesentliches Ziel ist die Verlässlichkeit der Produktionsmittel. Hierbei sind die Ausfallkosten sowie die Beeinträchtigungen in den Geschäftsprozessen wichtige Aspekte. Das IT-Risiko ist doch gering, solange Backups oder zwei Rechenzentren vorhanden sind? Davon wird häufig ausgegangen und in so mancher Abschlussprüfung wird dies sogar testiert. Jedoch sehen wir in der Praxis immer wieder, dass trotz Backups und der Nutzung mehrerer Rechenzentren die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs nach einem Ausfall nicht möglich ist. So werden zwar für

einzelne Systeme Sicherungskonzepte erstellt, aber ein Gesamtkonzept fehlt. Dadurch entstehen häufig inkonsistente Datenstände z.B. von Produktions- und Lagerdaten, mit denen eine konsistente Produktionsumgebung nicht wiederhergestellt werden kann. Das führt im schlimmsten Fall zu mehrtägigen Ausfällen. Welches Vorgehen ist empfehlenswert? Es bedarf umfassender Erfahrung im Zusammenspiel von Systemen und Geschäftsprozessen, um die Wirksamkeit von Sicherungskonzepten zu überprüfen. Daher empfehlen wir eine Analyse von IT-Risiken immer auf Basis der Geschäftsprozesse. Durch die Zuordnung der IT-Komponenten zu dem jeweiligen Geschäftsprozess kann die Kritikalität jeder Komponente bewertet werden und die Auswirkung eines Ausfalls ist unmittelbar zu erkennen. Bei dieser Methode werden zudem die Abhängigkeiten der Daten zueinander transparent und können in den Sicherungs-

konzepten berücksichtigt werden. Nur so ist die IT in der Lage, Datenkonsistenz und Datenintegrität jederzeit, auch nach einem Ausfall, sicherzustellen. Infos: www.helbling.de

ANALYSE Gerrit-Leonhard Stein: „Kleine Ursachen haben oft eine große Wirkung – es drohen mehrtägige Ausfälle der IT.“

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VISAVIS Economy 05/2011 - Risiken im Blick