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www.visavis.de · April 2014

ECONOMY Fachwissen

Weiterbildung Wissensaufbau entscheidet über Wettbewerbsvorteil und Erfolg

Effizienz

Eine Sonderveröffentlichung der VISAVIS Verlagsgesellschaft mbH im Handelsblatt

Flottenmanagement

Eine Sonderveröffentlichung der VISAVIS Verlagsgesellschaft mbH im Handelsblatt

Spezialisierte Partner helfen bei Schadenverhütung und Kosteneinsparungen

Südtirol

Vom Urlaubsparadies zum Wirtschaftsstandort

Krankenversicherung

Attraktive Zusatzleistungen des Arbeitgebers

Logistik

DEUTSCHLAND Europas erfolgreiche Logistikdrehscheibe


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editorial

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uch wenn uns das Internet einen rasanten Austausch an Daten und Informationen ermöglicht, Waren müssen immer noch physisch von A nach B bewegt werden. Die Logistik hat in den letzten Jahren einen regelrechten Aufwärtstrend erlebt, den es aufrecht zu erhalten gilt. Durch die Verschiebung von Handelsrouten, neue Technologien und effiziente IT-Lösungen unterliegt die Logistikbranche einem ständigen Wandel, der den Unternehmen ebenso wie ihren Mitarbeitern stetige Neuorientierung und Anpassung abverlangt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Titelreportage widmet sich daher ganz dem spannenden Themenkomplex „Logistik“. Unser Autor Armin Hille legt sein Augenmerk dabei auf entscheidende Aspekte, wie die richtige Standortwahl, die Vorzüge des kombinierten Verkehrs, aber auch auf die Rahmenbedingungen der Ausund Weiterbildung in dieser Branche. Die weiteren Themen im Überblick Die Gesundheit seiner Mitarbeiter sollte jedem Unternehmen am Herzen liegen, nicht allein um Ausfallzeiten zu verringern. Einen arbeitgeberfinanzierten Gesundheitsschutz in Form einer betrieblichen Krankenversicherung bieten jedoch nur die wenigsten an, weiß unsere Autorin Linda Benninghoff. Fachwissen im Logistikmanagement ergänzt in besonderem Maße das Titelthema dieser Ausgabe. Unser Autor Christoph Berger gibt einen Überblick über MBA-Studiengänge und Weiterbildungstrends im Berufsfeld Logistik und zeigt auf, warum es gerade in diesem Wirtschaftszweig so wichtig ist, am Puls der Zeit zu bleiben und sich fachlich weiter zu entwickeln. Deutsches Know-how und deutsche Qualität sind immerhin gerade in Export und Logistik sehr gefragt. Wer Südtirol nur als Urlaubs- und Reiseziel kennt, weiß noch nicht um dessen Bedeutung als Wirtschaftstandort. Die nördlichste Provinz Italiens genießt einige gesetzliche ebenso wie steuerliche Sonderrechte sowie geografische Vorteile, die für Unternehmen unterschiedlichster Branchen interessant sind, wie unser Autor Christian Pfeifer berichtet. Hier lässt sich Arbeit und gute Lebensqualität perfekt verbinden. Im Flottenmanagement müssen Unternehmen seit Jahren die Balance zwischen Kosten und Effizienz halten. Eine Aufgabe, die nicht immer leicht zu meistern ist. Hilfreich zur Seite stehen dabei auf Finanzierung und Versicherung spezialisierte Partner. Unser Autor Matthias Gaul gibt einen Einblick in ein komplexes Thema. Ihre Redaktion

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visAvis economy

Inhalt

Krankenversicherung

Unternehmen Gesundheit

Zusammen mit dem Arbeitgeber die eigene Gesundheit im Blick behalten. Mit einer betrieblichen Krankenversicherung können Firmen für gute Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz sorgen und zugleich die Krankenzeiten ihrer Mitarbeiter verringern.  Seite 03

Logistik

Clever kombinierter Verkehr

Die Vielzahl an Verkehrsträgern bietet heute nahezu unedliche Möglichkeiten, seine Waren termingerecht und kostengünstig an den Kunden zu liefern. Um den Anschluss nicht zu verlieren, ist es wichtig die aktuellen Gegebenheiten genau zu kennen. Seite 07

Weiterbildung

Die Karriere ankurbeln

Lebensbegleitendes Lernen und Weiterbildung sind heutzutage unerlässlich, um Arbeitsplätze zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade im Berufsfeld Logistik ist Fachwissen gefragt. Immer mehr Hochschulen bieten daher spezielle MBA-Programme. Seite 05

Südtirol

International erfolgreich

Die Alpenregion bietet mehr als nur Touristik. Lebensqualität, Wirtschaftsförderungen, Steuer- und Standortvorteile sind Anreize für Unternehmen sich in dieser Region anzusiedeln. Daneben lockt auch die Forschung mit vielen Bildungsangeboten. Seite 12 Flottenmanagement

Mobilität gewährleisten

Der Fuhrpark ist im Unternehmen oft ein gewaltiger Kostenfaktor, der häufig unterschätzt wird. Doch gerade mit einem professionellen Partner an seiner Seite kann ein Unternehmen hier Zeit und Geld sparen und Kapazitäten für seine Kernaufgaben gewinnen.  Seite 14

Ver­lag: visAvis Ver­lags GmbH; Endenicher Strasse 282, 53121 Bonn; Tel.: 0228 / 338834- 0, Fax: 0228 / 338834 - 10, Va­nity: 07000 / visavis, E-Mail: visavis@visavis.de, www.visavis.de; Chef­re­dak­­tion: Wolf­­gang Hasel­bau­­er; Ge­­schäfts­füh­rer: Wolfgang Ha­­sel­­bau­­er; Schlussredaktion: Britta Müller und Markus Heinen; Themen- und Projektleitung: Markus Heinen, Meline Stemmler, Corinna Schoch, Britta Müller, Katrin Limani, Layout: Ira Harlinghausen; Bildmaterial: pixelio.de, fotolia.com und nach Angabe; Druckauflage: 130.000 Exemplare, Vollbelegung im Handelsblatt; ISSN: 0942-8615

impressum

Inhalte von Unternehmens- und Produktporträts, Interviews, Gastbeiträgen sowie Advetorials und Anzeigen geben die Meinung der beteiligten Unternehmen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen.


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krankenversicherung

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Keine Freigrenze

Bildquelle: © frank peters - Fotolia.com

Beiträge des Arbeitgebers zur betrieblichen Krankenzusatzversicherung (bKV) gelten nicht mehr als Sachzuwendung. Dies geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) an die obersten Finanzbehörden der Länder hervor (IV C 5 - S 2334/13/10001 - 2013/0865652). Daher müssen Arbeitnehmer Beiträge, die der Arbeitgeber für private Krankenzusatzversicherungen leistet, ab Januar 2014 als geldwerten Vorteil versteuern und zudem darauf Sozialversicherungsabgaben zahlen.

GUT ABGESICHERT

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ie betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, um seinen Angestellten eine zusätzliche betriebliche Versorgung anzubieten. Die Beiträge können anstelle einer Lohnerhöhung gezahlt werden, wovon der Arbeitnehmer im Krankheitsfall profitiert. Die Bindung zum Unternehmen wird dadurch gestärkt und Ausfallzeiten wegen Krankheit verringert. Allerdings sind die Beiträge seit Januar 2014 nicht mehr steuerfrei, sondern werden als Barlohn angerechnet – trotzdem sind die Vorteile für Unternehmen weiterhin groß. Über die bKV kann der Arbeitgeber die gesetzliche Krankenversicherung ergänzen und dadurch seinen Angestellten einen höheren Komfort bei Krankheit bieten. Von Vorteil ist, dass bei vielen Versicherungen keine oder nur eine oberflächliche Gesundheitsprüfung stattfindet und dadurch Leistungen in Anspruch genommen werden können, die im Einzelfall unter Umständen verwehrt geblieben wären. Es gibt zahlreiche private Zusatzversicherungen, unter denen ausgewählt werden kann. „Die gesetzliche Krankenversicherung bietet zwar einen soliden Grundschutz; bei der Zahnversorgung, im Krankenhaus und bei alternativen Heilmethoden, um nur einige Beispiele zu nennen, gibt es jedoch gravierende Einschränkungen“, erklärt Dr. Volker Leienbach, Vorstandsmitglied des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen e. V.

VORSORGE Um die krankheitsbedingten Ausfallzeiten in einem Betrieb gering zu halten, kann der Arbeitgeber den Gesundheitsschutz seiner Belegschaft durch Zusatzleistungen stärken. Viele solcher Leistungen würden nicht übernommen. Im Allgemeinen suchen die Arbeitgeber die Leistungen anhand der Rahmenbedingungen des Unternehmens aus und passen sie den Bedürfnissen der Angestellten an. Zur Auswahl stehen beispielsweise ergänzende Tarife für den stationären Aufenthalt im Krankenhaus, aber auch Zahnzusatzversicherungen, Erstattungsleistungen beim Kauf einer neuen Brille oder bei Behandlungen durch einen Heilpraktiker sowie eine Auslandsreisekrankenversicherung. Angestellte können ihre Familie über die bKV mitversichern lassen, müssen allerdings diese Beiträge selbst finanzieren und eine herkömmliche Gesundheitsprüfung in Kauf nehmen. Bisher konnten Arbeitnehmer die 44-Euro-Freigrenze anwenden, wenn sie die betriebliche Krankenversicherung in Anspruch genommen und zusammen mit anderen Sachbezügen diese Grenze im jeweiligen Monat nicht

überschritten haben. Im Oktober des vergangenen Jahres hat das Bundesfinanzministerium entschieden, diesen steuerlichen Vorteil aufzuheben, so dass die Angestellten die Beiträge jetzt versteuern und dafür Sozialversicherungsabgaben bezahlen müssen. Viele Unternehmen werden sich über diese Änderung ärgern, da die bKV mit dem Wegfall des Steuervorteils für sie zugleich an Attraktivität verliert. Besonders Arbeitgeber, die sich noch nicht mit der betrieblichen Krankenversicherung befasst haben, werden sich nun überlegen, ob sich dieser vermeintliche Bonus jetzt noch lohnt. Vieles spricht jedoch dafür, sich dennoch mit den Vorteilen einer betrieblichen Krankenversicherung auseinander zu setzen. Es gibt verschiedene Faktoren, die nicht außer Acht gelassen werden sollten: Für die Mitarbeiter wird ein hochwertiger Versicherungsschutz geboten, der sich den individuellen Anforderungen des Unternehmens anpassen lässt. Die Gruppenversicherung ermöglicht außerdem günstige Tarife. Durch die bKV wird das Unternehmen zudem für potentielle Mitarbeiter interessant, die Wert auf eine gute gesundheitliche Absicherung legen. Außerdem spüren die Angestellten, dass das Unternehmen sie ernst nimmt und sich für ihre Gesundheit einsetzt. Dadurch steigt die Motivation, aber auch die Identifikation mit dem Unternehmen. Durch dieses verbesserte Klima im Unternehmen kommt es zu weniger Fehltagen. Verschiedene Umstände wie

Gestützt auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH: 14. April 2011 – VI R 24/10) hat das BMF die bisherige Freigrenze von 44 Euro pro Monat gekippt. Somit sind bKV-Zuwendungen an den Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil anzusehen. „Bei Zukunftssicherungsleistungen gilt im Einkommenssteuerrecht ein eigenes Freistellungssystem, dem die 44-Euro-Freigrenze wesensfremd ist“, urteilte daher das BMF.

Begründet wird dies damit, dass es de facto zu einem Zufluss von Barlohn komme. Von Sachlohn könne nur dann die Rede sein, wenn keine Zahlung von Geld, sondern ausschließlich Versicherungsschutz gewährleistet würde; das sei jedoch in der bisherigen Form nicht der Fall gewesen.


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krankenversicherung

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Stress, Mobbing oder Überarbeitung können sich in Beschwerden wie Kopfoder Rückenschmerzen, Magengeschwüren, Depressionen oder dem Burnout-Syndrom bemerkbar machen. Diese Krankheiten kommen bei zufriedeneren Angestellten weniger häufig vor, was sich in geringeren Krankheitskosten positiv niederschlägt. Hierdurch wird auch ein positives Image für das Unternehmen geschaffen beziehungsweise unterstützt. Für die Firma entsteht kaum zusätzliche Arbeit durch die Verwaltung, denn schon ab fünf Mitarbeitern kann eine solche Versicherung abgeschlossen werden. Neue und gute Mitarbeiter zu finden, ist für viele Unternehmen heutzutage ein Problem. „Denn in Zukunft wird es – der Unternehmensberatung McKinsey zufolge – für Firmen zu-

Unterstützung Um den Anreiz zur Eigenvorsorge zu erhöhen, rät Dr. Volker Leienbach vom PKV, zur Steuerfreiheit der bKV-Beiträge zurückzukehren.

nehmend schwierig, Arbeitsplätze zu besetzen“, weiß die Versicherungskammer Bayern. „Die Lücke soll bis 2020 auf rund 2 Millionen steigen, 2025 wird sogar mit 5,4 Millionen gerechnet.“ Selbst wenn Mitarbeiter gefunden werden, ist es oft relativ schwer, sie lange zu halten. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der CSS Versicherung AG wurden Ende 2012 insgesamt 250 Firmen mit Sitz in Deutschland zu diesem Thema befragt. Teilnehmen konnten Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von mehr als 500. Ein wichtiges Ergebnis dieser Umfrage ist, dass drei von vier Unternehmern eine Krankenzusatzversicherung als Instrument ansehen, um ihren Mitarbeitern eine dauerhafte Laufbahn im Unternehmen schmackhaft zu machen. Um

z u ku n f t sw e i s e n d | A r b e i t g e b e r f i n a n z i e r t e r G e s u n d h e i t s s c h u t z

Mit Zusatzleistungen gewinnen Der Leistungskatalog der Krankenkassen wird immer dünner; von gesetzlich Versicherten ist private Vorsorge gefragt, um die Lücken im Gesundheitsschutz zu schließen. Durch eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist das sogar mit der Unterstützung des Arbeitgebers möglich. Eine Chance für Unternehmen, die in die Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter investieren und neue gewinnen wollen! Denn in Zukunft wird es – der Unternehmensberatung McKinsey zufolge – für Firmen zunehmend schwierig, Arbeitsplätze zu besetzen. Die Lücke soll bis 2020 auf rund 2 Millionen steigen, 2025 wird sogar mit 5,4 Millionen gerechnet. Das Durchschnittsalter eines Angestellten beträgt heute rund 41 Jahre und wird bis 2019 auf 46 Jahre steigen. Krankheitsfälle werden sich nahezu verdoppeln. Unternehmer brauchen also Instrumente, um Mitarbeiter stärker zu binden, die Fluktuation zu mindern und für Bewerber attraktiver zu werden.

Addition der Vorteile für Mitarbeiter Das lässt sich einfach ändern: Der Arbeitgeber wählt für seine Mitarbeiter einen Gesundheitsschutz und übernimmt für sie die Beiträge. Dadurch bekommen Arbeitnehmer eine zusätzliche und kostenlose Absicherung. Es gibt weder Gesundheitsfragen noch Wartezeiten. Auf Wunsch kann jeder Mitarbeiter individuell mehr Leistungen absichern, wenn er die Beitragsdifferenz selbst bezahlt. Familienangehörige werden mit einer Gesundheits-

Bildquelle: © berwis - pixelio.com

Einfache Rechnung für Arbeitgeber Ausfallzeiten wegen Krankheit sind für Mitarbeiter unangenehm – und für Firmen teuer. Also sollten Mitarbeiter „gesunde“ Rahmenbedingungen haben. Das beginnt beim betrieblichen Gesundheitsmanagement und endet – im Idealfall – mit einer bKV. Eine Untersuchung von Booz & Company zeigt: Unternehmen, die in die bKV investieren, sparen letztlich ein Mehrfaches der investierten Kosten, weil dadurch weniger krankheitsbedingte Ausfälle und geringere

Produktivitätsverluste entstehen. Zudem gewinnen sie einiges: Image, Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit. Denn Mitarbeiter schätzen – das zeigen Umfragen – eine bKV mehr als einen Firmenwagen oder Erfolgsprämien. Aber: Bisher bietet über die Hälfte der Unternehmen ihren Mitarbeitern weder gesundheitsfördernde Maßnahmen noch eine bKV an.

prüfung in die bKV aufgenommen; deren Beiträge zahlt der Mitarbeiter. Flexible Lösungen für beide Seiten Weil die bKV als Gruppenvertrag abgeschlossen wird, können die Versicherer die Leistungen zu günstigen Konditionen kalkulieren. Das Angebot der Krankenversicherer der Sparkassen-Finanzgruppe, Bayerische Beamtenkrankenkasse und UKV Union Krankenversicherung, umfasst vier Bausteine. Die Grundlage bildet die StartVariante. Jeweils mehr bieten die Varianten „Basis“, „Comfort“ und „Premium“. Alle vier beinhalten Leistungen für Zahnersatz, Sehhilfen und Auslandsreise. Dazu kommen, je nach Tarif, Leistungen für alternative Heilmethoden, stationäre und ambulante Behandlungen. Der Arbeitgeber leistet einen monatlichen pauschalen Beitragszuschuss von mindestens 10 Euro je Mitarbeiter oder bezahlt mindestens die Start-Variante.

Fürsorge „Gesunde“ Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz beginnen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement und enden im Idealfall in einer arbeitgeber(teil)finanzierten Krankenzusatzversicherung.

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neue Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden, werden arbeitgeberfinanzierte Leistungen von 67 Prozent der Entscheider genannt. Auch bei der Stellensuche spielen diese Angebote für Arbeitnehmer eine große Rolle, wie die Forsa-Studie herausgefunden hat: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer sieht in diesem Zusammenhang eine Krankenzusatzversicherung als wichtig an. Dies trifft vor allem auf Unternehmen mit mehr als 5.000 Angestellten zu. Doch obwohl die Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen von den finanzierten Sachleistungen und dem damit verbundenen Nutzen überzeugt ist, lassen sie diese Chance ungenutzt. Nur 11 Prozent haben eine betriebliche Krankenversicherung für ihre Angestellten abgeschlossen, obwohl immerhin jeder vierte Befragte ein konkretes Interesse an einer Krankenzusatzversicherung für die Arbeitnehmer zeigt, um damit das gesamte Unternehmen abzusichern. Ein ähnliches Ergebnis hat die repräsentative Studie „Gewerbemonitor Assekuranz 2012“ an den Tag gebracht, die im Juni 2012 von dem Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov durchgeführt wurde. Hier wurde der Schwerpunkt allerdings auf Unternehmen mit maximal 100 Mitarbeiter gelegt. Obwohl 60 Prozent der Firmen die bKV kennen und 42 Prozent sie als attraktive Leistung des Arbeitgebers sehen, wird sie nur von knapp jedem fünften Unternehmen angeboten. 37 Prozent erwarten, dass sich durch die Finanzierung dieser Zusatzversicherung die Bindung der Mitarbeiter und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöhen. Von den Betrieben, die sie zum Zeitpunkt der Umfrage allerdings noch nicht einsetzten, sind nur 5 Prozent bereit, sie in den kommenden zwei Jahren im eigenen Unternehmen anzubieten. Trotz der steuerlichen Änderungen, die seit Anfang des Jahres greifen, lohnt sich die bKV für Unternehmen immer noch. Es geht nicht nur um eine Steuerersparnis, sondern vor allem darum, den Stand des Betriebes im Wettbewerb mit der Konkurrenz zu stärken, für niedrigere Fehlzeiten zu sorgen und Mitarbeiter zu motivieren, sich für das entsprechende Unternehmen zu entscheiden. Dafür ist die bKV nach wie vor ein sehr gutes Instrument. „Da aber die Versorgungslücken der gesetzlichen Kassen in unserer alternden Bevölkerung anwachsen werden, sollte das Ministerium auf diesen Anreiz zur demografiefesten Eigenvorsorge keinesfalls verzichten und zur Steuerfreiheit der bKV-Beiträge zurückkehren“, schlägt Dr. Volker Leienbach vor.

Linda Benninghoff l.benninghoff@visavis.de


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weiterbildung

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eutschland war 2013 Exportweltmeister. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts in München lag die Leistungsbilanz letztes Jahr bei etwa 260 Milliarden Euro. Das sind 7,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und glaubt man den Prognosen, wird dieser Wert in diesem Jahr noch weiter ansteigen. Diese Tatsache mag zwar den Kritikern der deutschen Exportstärke in die Hände spielen, die darin ein Ungleichgewicht in der Weltwirtschaft sehen. Sie zeigt aber auch, dass deutsche Produkte und deutsches Know-how weltweit gefragt und anerkannt sind. Deutsche Unternehmen agieren international bzw. sind global aufgestellt – egal ob es sich um Konzerne oder mittelständische Unternehmen handelt. Viele von ihnen sind nahezu unbekannt, obwohl sie in ihren Branchen zu den Weltmarktführern zählen. Sie sind die sogenannten ‚Hidden Champions‘. Diese internationale Ausrichtung spiegelt sich auch in der Logistikbranche wider. So begrüßte Dr. Christian Jacobi, Vorsitzender der Geschäftsführung der EffizienzCluster Management GmbH, die Teilnehmer des „Zukunftskongress Logistik“ in Dortmund im letzten Jahr mit den Worten: „Logistik made in Germany wird auch international zum Vorreiter.“ Das gilt auch für das Inland. Die Logistik ist in Deutschland der größte Wirtschaftsbereich nach der Automobilwirtschaft und dem Handel. Laut der Bundesvereinigung Logistik beschäftigen die 60.000 Unternehmen der Branche 2,8 Millionen Menschen. 2012 wurden rund 228 Milliarden Euro Umsatz branchenübergreifend erwirtschaftet. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Erfolgsfaktor Wissen FACHKOMPETENZ Um erfolgreich in die Zukunft zu gehen, ist der Aufbau neuen Wissens eine Grundvoraussetzung. Das gilt auch für die Logistikbranche. Um diesen Wirtschaftserfolg auch in Zukunft zu sichern, standen beim „Zukunftskongress Logistik“ vor allem die Themen „Wissen“ und „Innovation“ im Mittelpunkt. Das Wissen der Mitarbeiter wird zum Wettbewerbsvorteil und zur Voraussetzung, um den

neuen Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels Rechnung zu tragen. Die Fähigkeiten der Menschen sind gefragt. Oder wie es Jürgen Gerdes, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Post DHL, formulierte: „Wissen ist der Rohstoff des 21. Jahrhun-

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derts.“ Ständig müsse dazu gelernt werden, es gelte neu zu denken und die Menschen dafür zu qualifizieren, fügte Professor Dr. Michael ten Hompel, Inhaber des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen an der Universität Dortmund und geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML, an. Für die Unternehmen geht es also darum, ihr Personal zu entwickeln, weiterzubilden und fachlich zu qualifizieren. Damit ebnen sie sich nicht nur selbst den Weg in die Zukunft. Sie binden auch ihre Mitarbeiter, was im Zeitalter des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels inzwischen mehr Pflicht als Kür ist. Eine Umfrage im Auftrag der Haufe Akademie kam schließlich zu dem Ergebnis, dass sich knapp zwei von drei Angestellten auf Weiterbildungen freuen; sie würden sich sogar gerne noch mehr weiterbilden, um den Anschluss nicht zu verlieren. 30 Prozent lernen auf Wunsch des Arbeitgebers. Immerhin 42 Prozent aller Befragten sind sich sicher, dass beide Seiten gleichermaßen von Weiterbildungen profitieren, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Bei der Bundesvereinigung Logistik (BVL) heißt es, dass auch die Arbeitnehmer in der Logistik aufgrund der rasanten Entwicklung der Technik und solcher Megatrends, wie Globalisierung und Klimawandel, ständig dazu lernen müssten, um innovative Lösungen erarbeiten zu können. Gleichzeitig müssten all jene, die beruflich aufsteigen wollen, sich ständig weiterqualifizieren. Das bestätigt auch die im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt erstellte TNS Infratest-Studie „Weiterbildungstrends in Deutschland 2014“: Für 87 Prozent der Personalverantwortlichen eröffnen Weiter-

F E R N ST U D I U M | B e r u fs b e g l e i t e n d z u m M BA i n f ü n f S e m e s t e r n

KARRIERE IM LOGISTIKMANAGEMENT Als eine der größten Branchen Deutschlands bietet die Logistik Fach- und Führungskräften interessante Jobs in einem globalen Umfeld. Wer seine Karriere im Bereich Logistikmanagement ausbauen möchte, kann sich mit dem MBA-Fernstudium neben dem Job weiterbilden und den international anerkannten Abschluss „Master of Business Administration“ (MBA) erwerben. Vielfältige Beschäftigungsfelder in Industrieunternehmen aller Wirtschaftszweige sowie in Handelsund Dienstleistungsunternehmen stehen den Absolventen offen. Der MBA erleichtert dabei den Ein- oder Aufstieg ins mittlere und gehobene Management.

Das MBA-Fernstudienprogramm der Hochschule Koblenz, Standort Remagen, ist in zwei Studienabschnitte unterteilt: In den beiden ersten Semestern vermittelt das Studium betriebswirtschaftliches Know-how und Managementwissen. Im dritten und vierten Semester spezialisieren sich die Studierenden in ihrem Wahlschwerpunkt Logistikmanagement. Zu den Studieninhalten zählen beispielsweise Grundlagen des Logistikmanagements, Technisches Basiswissen der Logistik, Innerbetriebliche Logistik sowie ein Planspiel. Im fünften Semester verfassen die Fernstudierenden ihre Master-Thesis.

FACHWISSEN Neben Logistikmanagement bietet der MBA am RheinAhrCampus acht weitere Vertiefungsrichtungen an.

Berufstätigen kommt das MBA-Programm sowohl mit einer hohen Flexibilität als auch mit einer intensiven und individuellen Studienbetreuung entgegen. Schon im Vorfeld bietet das Programm am RheinAhrCampus Interessenten eine gute persönliche Beratung, deren Qualität Stiftung Warentest in der Ausgabe Februar 2014 als „hoch“ bewertet hat. Der Fernstudiengang richtet sich an Absolventen eines Erststudiums nach mindestens einjähriger Berufserfahrung. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch beruflich Qualifizierte ohne Erststudium zum Studium zugelassen werden. Infos: www.mba-fernstudienprogramm.de


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weiterbildung

bildungen Karrierechancen, für 85 Prozent gehören sie zum Erhalt des Arbeitsplatzes und für 77 Prozent beeinflussen sie die Einstellung neuer Mitarbeiter. Ein großer Teil der HR-Verantwortlichen schätzt diesbezüglich Motivation und Leistungsbereitschaft seitens der Arbeitnehmer sowie die Bereitschaft, neue Chancen und Herausforderungen anzunehmen. Training on the Job, Seminare und Schulungen – egal, ob Inhouse, durch externe Berater oder Institute und Verbände: All dies sind Optionen, Mitarbeiter regelmäßig an den Puls des Geschehens zu bringen und dort zu halten. So betreibt die BVL mit dem BVL-

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Campus in Bremen eine Bildungseinrichtung, die lebensbegleitendes Lernen in den Bereichen Logistik und Internationale Wirtschaft ermöglicht. Das Projekt „Wissenschaftliche Weiterbildung in der Logistik“ (WiWeLo) verfolgt im Rahmen des EffizienzClusters LogistikRuhr die modellhafte Entwicklung, Erprobung, Durchführung und Evaluation von passgenauen Qualifizierungs- und Studienkonzepten für unterschiedliche Zielgruppen auf verschiedenen betrieblichen Statusebenen. Entscheidend dabei ist der enge Praxisbezug zu Industrie, Handel, Speditions- und Transportwesen. Bei der Studienfachsuche im Bereich Logis-

tik, Transport und Verkehrswirtschaft wird man unter anderem im Hochschulkompass, einem Online-Angebot der Hochschulrektorenkonferenz, fündig. Unter den Treffern befinden sich weiterführende Studiengänge aller Hochschulkategorien. Auch der von der Fachzeitschrift Personalwirtschaft herausgegebene MBA-Guide listet für die Technologiebereiche „Engineering, Technologie, Luftverkehr, Energie, Logistics“ 44 Ergebnisse für Deutschland auf. Fünf davon gibt es als Vollzeit-, 23 als Teilzeit- und sechs als Fernstudium-Variante. Im MBAFernstudienprogramm Logistikmanagement der Hochschule Koblenz

Advertorial

Von den Logistikprofis lernen BERUFSBEGLEITEND In 18 Monaten zum MBA in Leadership & Logistics in Hamburg. Qualifizieren Sie sich für Managementaufgaben in logistischen erufsfeldern! Wo lässt sich ein maßgeschneidertes MBA-Programm mit Schwerpunkt Logistik besser studieren als vis-à-vis von Europas zweitgrößtem Hafen? Die in Hamburg beheimatete Kühne Logistics University (KLU) bietet diese einzigartige Möglichkeit.

Unternehmen vor. Es werden betriebswirtschaftliche Inhalte vermittelt und Führungskompetenzen trainiert. Durch Projektarbeiten und Fallstudien bietet dieser Executive MBA eine gezielte praxis- und projektorientierte Weiterbildung, die ihn zu einer hervorragenden

KARRIERE Andreas, Mariana und Tobias (v.l.n.r.) sind begeistert von der gelungenen Kombination aus Praxis und Fachwissen, die der EMBA an der KLU bietet.

Seit drei Jahren ist der berufsbegleitende Master-Studiengang Executive Master of Business Administration in Leadership & Logistics (EMBA) ein Magnet der KLU, weil er kompakte Weiterbildung mit interdisziplinärem Anspruch verbindet. Erworben wird ein wissenschaftlicher MBAAbschluss, der mit seiner Spezialisierung auf Logistik stark anwendungsorientiert ist. Das Studienprogramm bereitet auf die komplexen Herausforderungen übergreifender Managementaufgaben im Logistikbereich international agierender

Voraussetzung für weiterführende Karrieren im Bereich des internationalen Supply Chain Managements macht. Kurssprache ist Englisch. Die EMBA-Studierenden der KLU kommen aus den unterschiedlichsten Branchen: Flugzeugindustrie, Containerschifffahrt, Automobilzulieferung oder Holzhandel. „Mich hat überzeugt, dass dieser EMBA Fachwissen in der Logistik und Führungskompetenzen gleichermaßen vermittelt. Außerdem habe ich von der Heterogenität der Gruppe profitiert, weil

ich so Problemstellungen anderer Unternehmen und Branchen kennenlernen konnte. Diese Mischung aus Wissenschaft und Praxis ist einmalig“, so Andreas Schlimgen, EMBA-Student an der KLU. Fachreferenten aus der Wirtschaft garantieren mit Übungen und Fallstudien dafür, dass das vermittelte hohe wissenschaftliche Niveau immer anwendungsorientiert bleibt. Die gezielte Integration von Übungen, Vorlesungen und Seminaren im Bereich Management erleichtert den Studierenden überdurchschnittliche soziale, interkulturelle und kommunikative Fähigkeiten zu erwerben. Das 18-monatige Studienprogramm umfasst zehn Module, die während viertägiger Präsenzphasen an den Wochenenden unterrichtet werden. Abgeschlossen wird der EMBA mit einer Masterarbeit, die eine konkrete Fragestellung aus der Praxis zum Thema hat. Zwei jeweils zehntägige Studienreisen in die USA und nach China sorgen für die zusätzliche Attraktivität dieses Studienangebots. Die KLU ist eine private und unabhängige Hochschule mit Sitz in Hamburgs HafenCity. Im September 2013 hat sie ihren neuen hochmodernen Campus direkt an der Elbe bezogen. Trägerin der Universität ist die von Klaus-Michael Kühne gegründete Kühne Stiftung.

Alle Infos zum EMBA: www.the-klu.org study@the-klu.org

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zählen bspw. betriebswirtschaftliche und technische Grundlagen der Logistik, Innerbetriebliche Abläufe sowie ein Planspiel zu den Studieninhalten. Des Weiteren gibt der MBAGuide zehn Executive-Angebote an, die häufig parallel zum Beruf absolviert werden können. EMBA steht für Executive Master of Business Administration. Vorausgesetzt wird meist ein Erststudium und/oder eine mehrjährige Berufserfahrung. Bei der Kühne Logistics University (KLU) ist der Name bereits Programm: Der berufsbegleitende EMBA in Leadership & Logistics verbindet eine kompakte Weiterbildung mit interdisziplinärem Anspruch – ausgerichtet auf die komplexen Herausforderungen übergreifender Managementaufgaben im Logistikbereich international agierender Unternehmen. Nicht zu vergessen sind vergleichbare Programme im Ausland, die von Deutschland aus per Fernstudium absolviert werden können. Dass die Notwendigkeit für Weiterqualifizierung in der Logistikbranche angekommen ist, zeigte sich auch in der Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Deutsche Post DHL-Stiftungsprofessur für den LogistikCampus auf dem letzten Zukunftskongress. Zudem wird an neuen Lernkonzepten gearbeitet, die dem Begriff „Lernen nach Bedarf“ näherkommen. Wie so etwas aussehen kann, zeigte bspw. die „Knowledge Connection“. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Fraunhofer IMLSpin-off Global Gate und dem Fraunhofer IML. Zusammen präsentierten sie ein völlig neues Konzept für maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote in und für Unternehmen. Dieser neue Typ Weiterbildungsdienstleister entwickelt Corporate Programms und Corporate Academies. Ziel ist es, Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander zu verknüpfen sowie den Zugang zu Lernangeboten für alle Altersgruppen und Hierarchieebenen zu öffnen. In der komplexen Welt der Logistik kommt es am Ende darauf an, dass für sich passende Angebot aus der Bandbreite an Weiterbildungsmöglichkeiten zu wählen. So vielfältig die Branchenzugänge sind, so mannigfaltig ist im Laufe des Berufslebens auch der Qualifizierungsbedarf. Dabei sollte sich die Weiterbildung natürlich immer an den Anforderungen des Arbeitgebers und des Marktes orientieren. Je größer die Schnittmenge ist, desto größer ist auch die Chance, gemeinsam und erfolgreich in die Zukunft zu gehen.

AP: Anja Bartusch Tel.: 040-328 707-160

Christoph Berger c.berger@visavis.de


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logistik

Bildquelle: Hupac Intermodal

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von Armin Hille

Auf Wachstumskurs HERAUSFORDERUNG Der kombinierte Verkehr ermöglicht einen effizienten Transport. Um aber alle Möglichkeiten auszuschöpfen, muss sich die Logistibranche stetig weiterentwickeln. Neben der steigenden Komplexität und dem Ausbau der Infrastruktur gilt es auch den Kostendruck und den Nachwuchsmangel zu meistern. Als starker Logistikstandort mitten in Europa bietet Deutschland viel Potenzial für Umsatz und Beschäftigung.

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eutschland ist nicht nur Exportweltmeister. Durch seine Lage im Zentrum Euro­pas ist es auch ein bedeutender Logistikstandort. Logis­ tik ist eine Zukunftsbran­che und zu­ gleich ein Jobmotor. Mehr als 2,8 Mil­ lionen Beschäftigte sind in die­sem, nach der Ge­sundheits- und Tourismus­ branche, dritt­größten deutschen Wirt­ schaftszweig beschäf­tigt. Um diese Po­ sition weiter voranzutreiben und zu festi­gen, sind nicht nur der Ausbau und die Sanierung der Infrastruktur dringend notwen­dig. Auch die Ausund Weiterbil­dung quali­fizierter Fach­ kräfte zählt zu den Er­folgsfaktoren der künftigen deut­schen Lo­gistikwirtschaft. Für das Jahr 2011 gibt die aktuel­ le Ausgabe der TOP 100-Studie das Logistikumsatzvolumen in Eu­ropa mit 950 Mil­liarden Euro an, davon 223 Milliarden in Deutschland, gefolgt von Frankreich mit 131 Milliarden und Großbritannien mit 93 Milliarden. Am Ende des Krisen­jahres 2009 lagen die­ se Zahlen bei 880 Milliarden Euro für Europa, davon 200 Milliar­den für Deutschland. Der gesamte europäi­ sche Logistikmarkt erholte sich nach der Krise deutlich langsamer als der deutsche Markt, in dem schnell wie­ der eine hohe Dynamik spürbar war. Zu einer wichtigen Logistikdrehschei­ be hat sich Kärnten entwickelt. Das südlichste Bundesland Öster­reichs po­ sitioniert sich als Umschlags- und Lo­ gistikzentrum in der Alpen-Adria-Re­ gion. Prädestiniert durch seine geo­ grafische Lage am Schnittpunkt der beiden wichtigen Verkehrsachsen Tau­ ernachse und Baltisch-Adriatische Ach­ se profitiert der Standort von der auf­ strebenden Infrastruktur und inves­ tiert in den Ausbau der Logistikdienst­ leistungen. Über die Baltisch-Adriati­ sche Achse, die von der Ostsee in Po­ len bis nach Italien ver­läuft, werden knapp 40 Millionen Menschen in fünf EU-Mitgliedsstaaten verbunden. Be­ reits heute zählt die Baltisch-Adriati­ sche Achse mit rund 24 Millionen Ton­ nen Güterauf­kommen pro Jahr zu den wichtigsten Alpenquerungen.Der Aus­ bau des bestehenden Logistikzentrums in Fürnitz bei Villach ist dabei ein we­ sentlicher Meilenstein und soll als zu­ künftiges Tor zu den asiatischen Märk­ ten dienen. Obwohl die deutsche Logistikwirt­ schaft sehr erfolgreich ist, besteht nach wie vor ein großer Innovations- und Optimierungsbedarf. Das betrifft so­ wohl die Verkehrsinfrastruk­tur als auch die umwelt- und klimapolitischen Zie­ le. So ist der Straßenverkehr mit ei­ nem Anteil von 20 Prozent nach wie vor der größte Verursacher der gesam­ ten CO2-Emissio­nen. Lastkraftwagen (Lkw), die rund 70 Prozent aller Gü­ ter transportieren, verbrauchen zu­ gleich auch etwa 70 Prozent des ge­


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logistik

Termine Tag der offenen Tür – 01.04.2014

Bildquelle: © Henkster - sxc.hu

„Hallo, Zukunft!“, Spedition Wandt und Toll Collect laden Schüler und Schülerinnen aus der Umgebung nach Braunschweig ein. Kontakt: claudia.steen@toll-collect.de, c.grziwa@wandt.de

Tag der Logistik – 10.04.2014

Besucher können einen Blick hinter die Kulissen des Mautbetreibers werfen. Kontakt: www.tag-der-logistik.de Truck Grand Prix – 18.-20.07.2014

„Hallo, Zukunft!“, Verlag Heinrich Vogel und Toll Collect informieren am Nürburgring über Ausbildungschancen in der Logistik.

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samten Mineralöl­bedarfs. Mit einer Verbesserung die­ser Situation ist vor­ erst nicht zu rech­nen. Alle Progno­sen gehen von einem deutlichen Zu­wachs der Verkehrs­belastung durch stei­ genden Straßen- und Güterver­kehr aus und schätzen bis zum Jahr 2025 eine Zu­nahme des Verkehrsaufkom­mens um 50 bis 70 Prozent. Ursachen für die Zunahme des Güterverkehrs liegen neben geänder­ ten Produktionsab­läufen in den kom­ plexer werdenden Liefer- und Trans­ portketten. So führen „Just-in-Time“Strategien, bei denen die Lagerbestän­ de reduziert und Waren erst bei Be­ darf transportiert werden, zu kleine­ ren Liefermengen, wodurch sich die Anzahl der Fahrten erhöht. Nach Er­ hebungen des Ver­kehrsclub Deutsch­ land VCD haben zum Beispiel die ein­ zelnen Komponenten eines Neu­wagens bei Über­gabe an die Kunden bereits mehr Transportkilometer ange­sammelt als dieses Fahrzeug jemals errei­chen wird. Zu­dem sind kurze Lieferzeiten, von der Bestel­lung im Internet bis zur Anlieferung in nur einem Tag, zu ei­ nem fa­talen Wettbewerbsfakt­or gewor­ den. Wer bei glei­chem oder ähnlichem Preis am schnellsten liefert, bekommt meistens den Auf­trag. Dass die Lie­ ferfahrzeuge dabei nicht aus­gelastet sein können, liegt nahe. Zwar ver­

suchen Frachtenbörsen durch die Zu­ sammenlegung von Sendun­gen Lk­wFahrten zu verrin­gern. Doch ein gro­ ßer Teil der Lkw-Transporte besteht aus künstlich aufgeblähten Ver­ kaufsverpackungen, die ein grö­ßeres In­teresse beim Kunden we­cken sol­ len. Die Folgen sind weiterhin kilo­ meterlange Staus, diese sind je­doch nicht nur ärger­lich, sie belasten auch die Wirtschaft, die Umwelt und die Bürger jedes Jahr mit mehreren Mil­ liarden Euro. Solange keine wirkungs­ vollen Lösungen gefunden sind, wer­ den die Verkehrsbelastungen nicht nur auf den Autobahnen, sondern vor al­ lem in den Ballungsgebieten und Städ­ ten zunehmen. Zu den kritischen Punkten beim Ausbau und Erhalt des Verkehrsnet­ zes zählt die not­wendige Sanierung der Straßenbrücken. Betroffen sind rund 10.000 bzw. 15 Prozent der ins­ gesamt 66.700 kommunalen Straßen­ brücken in ganz Deutschland. Nach Schätzungen des Deutschen In­stituts für Urbanistik be­steht bis 2030 zur Sa­nierung ein Fi­nanzierungsbedarf von rund 11 Milliarden Euro. Rech­ net man den Teilersatz­neubau hinzu, summiert sich der Investi­tionsbedarf auf 16 Milliarden Euro beziehungs­ weise 930 Millionen Euro jährlich. Ur­ sachen seien die erheb­liche Zu­nahme

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Gefragt sind inno­vative und intelligente Lösungen, welche die internationale Wettbe­werbsfähigkeit Deutschlands sicherstellen und seine Entwicklung zu einer modernen Logistikdrehschei­be in Europa unterstützen.

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des Schwerlastver­kehrs, Geschwindig­ keitssteigerungen, früherer massi­ver Streusalzeinsatz und saurer Regen. Vor allem Brücken aus den 60er bis 80er Jah­ren errei­chen heute teilweise ein „kritisches Alter“. Auch ein Teil der Spannbetonbrücken der 60er/70er Jah­ re zeigt laut Studie vorzeiti­ge Alterungser­scheinungen aufgrund von unzu­ reichenden Baukonstruktionen. Nicht zu­letzt hat mangelnde Brückenunter­ haltung in den Kommunen über vie­ le Jahre diesen Zustand herbeigeführt. Verschärft werden könnte diese Situation noch durch den Einsatz von“Lang-Lkws“ oder „Gi­galinern“, also Lkws, die rund 25 Meter lang

P e r s p e k ti v e n | Au s - u n d We i t e r b i l d u n g s t e h e n i m M i t t e l p u n k t

Nachwuchskräfte für die Logistik Die Logistik ist die drittgrößte Branche in Deutschland. Hier arbeiten rund 2,8 Millionen Menschen. So wie in anderen Wirtschaftszweigen auch, sucht die Logistik qualifizierten Nachwuchs von der Informatikkauffrau über die Fachkraft für Lagerlogistik bis zum Berufskraftfahrer. Nach Expertenschätzungen fehlen in der hiesigen Transportbranche pro Jahr rund 15.000 Berufskraftfahrer. Der demografische Wandel verstärkt diesen Trend. Gleichzeitig wird ein Anstieg des Straßengüterverkehrs prognostiziert. Bei der Bewältigung einer der größten Herausforderungen in der Logistik, der Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften, arbeiten der Verlag Heinrich Vogel und der Mautbetreiber Toll Collect zusammen. Der Verlag gründete 2011 die Initiative „Hallo, Zukunft!“, die die Logistik bei der Suche nach Auszubildenden unterstützt. Als Unternehmen mit gesellschaftlicher Verantwortung engagiert sich der Mautbetreiber im Rahmen dieser Initiative seit Juli 2013 insbesondere für den Berufskraftfahrer-Nachwuchs. „Wir sehen uns in

der Pflicht, wenn es um die Sicherung von Mobilität geht. Wir wollen dazu beitragen, dass die Logistik als Schlüsselbranche in Deutschland eine erfolgreiche Zukunft hat – durch die zuverlässige Mauterhebung zugunsten der Finanzierung unserer Verkehrsinfrastruktur und durch tatkräftige Hilfe bei der Suche nach guten Nachwuchskräften!“, sagt Hanns-Karsten Kirchmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Toll Collect GmbH.

Katrin Geißler-Schmidt, Verlagsleiterin des Verlags Heinrich Vogel, erklärt: „Mit „Hallo, Zukunft!“ gehen wir seit 2011 in die Schulen, um Schülern und Lehrern, aber auch Erziehungsberechtigten die Berufe der Logistik vorzustellen. Damit versuchen wir ihnen attraktive Ausbildungsmöglichkeiten zu eröffnen. Wir freuen uns sehr, dass Toll Collect diese Ziele unterstützt und wir dadurch mehr junge Menschen erreichen können!“

Die Kooperationspartner wollen mit Aktionen in den Schulen dazu beitragen, das Image der Logistikberufe zu verbessern. In den Abschlussklassen wirbt eine spezielle Broschüre für Ausbildungen und Berufsperspektiven in der Logistikbranche und gibt Bewerbungstipps. Gemeinsam mit Transportunternehmen laden die Initiatoren Schüler der 9. Klassen zu Veranstaltungen vor Ort ein, damit sie einen besseren Einblick in den Arbeitsalltag erhalten. Ende Januar ist ein Kernstück der Zusammenarbeit gestartet: der Azubi-Wettbewerb „BestBKF“. Der Wettbewerb richtet sich an alle in der Ausbildung befindlichen Berufskraftfahrer. Innerhalb von vier Monaten sind 40 Fragen rund um die BKFAusbildung zu beantworten. Die Sieger werden im Juli 2014 bekannt gegeben. Für den Wettbewerb haben sich bereits mehr als 600 Auszubildende angemeldet.

Engagement Junge Berufskraftfahrer beim Truck Grand Prix 2013 am Nürburgring. Toll Collect unterstützt die Nachwuchssuche für diesen Ausbildungsberuf im Rahmen der Initiative „Hallo, Zukunft!“.

Weitere Informationen unter: www.ausbildung-zum-bkf.de oder www.toll-collect-blog.de


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planungssicherheit Prof. Wimmer fordert intelligente Lösungen um einen Stau hinsichtlich der Instandhaltung existierender Strecken als auch einen Investitionsstau bei Neubau- und Aus­baustrecken zu verhindern. sind und ein Gesamtgewicht von – wie bisher – 40 Ton­nen haben dür­ fen. Bis heute ist die Länge von Lkws im europäischen Ver­kehr auf 18,75 Meter begrenzt. Zwar sollen sich durch den Einsatz von Gigalinern der Schad­ stoffausstoß um rund 25 bis 30 Pro­ zent und auch die Anzahl der Lkws verringern lassen – zwei Gigaliner könnten drei Lkws ersetzen. Die Be­ lastungen der Straßen dürften jedoch überproportional zunehmen, falls die Achslasten aufgrund der jeweiligen Fahr­zeugkonstruktion höher sein soll­ ten als bei heutigen Lkws oder sogar das zulässige Ge­samtgewicht auf 60 Tonnen erhöht würde. Zudem sind Kreisverkehre und Rastanlagen an den Autobahnen sowie Tunnel, Leitplan­ ken, Bahnübergänge nicht für solche langen und schweren Fahrzeuge aus­ gelegt. Kritiker sehen zudem die Ge­ fahr, dass Vor­haben, mehr Güter mit der Bahn oder auf dem Schiff zu trans­ portieren, wieder in den Hinter­grund rücken könnten. Noch sind die Giga­ liner in Deutschland nicht zugelassen. Erst nach einer bis Ende 2016 laufen­ den Testphase, an der derzeit jedoch nur ein kleinerer Teil der Bun­desländer teil­nimmt, will die Bun­desregierung ent­ scheiden, ob die Giga­liner auf deutschen Autobah­nen und einigen Landstra­ßen zugelassen werden.Ob per Straße, Schie­ ne, Wasserstraßen oder auf Luft­ transportwegen, aus Sicht der Bun­ desvereinigung für Logistik sind in Deutschland trotz vieler Maßnah­men zahlrei­che Infrastrukturprojekte blo­ckiert oder werden nur langsam realisiert. Lang­ wierige Planungs­vorhaben, politische Differenzen, Fi­nanzierungsprobleme und regiona­le Pro­teste verzögern den Aus­ bau der Transportwege. Engpässe und Blockaden hemmten aber nicht nur den Be­reich Lo­gistik. Verzögerte Infrastruk­ turprojekte seien auch eine Wachs­ tumsbremse für die ge­samtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und somit

logistik

von bundes­weiter Relevanz. Hö­here Investi­tionen in und mehr Planungssi­ cherheit für den Ausbau der In­frastruktur seien deshalb dringend erfor­derlich. „Es gibt sowohl einen Stau hin­sichtlich der In­standhaltung exis­tierender Strecken als auch einen Investitionsstau bei Neu­ bau- und Aus­baustrecken. So ist die An­ bindung der großen Seehäfen an das Hin­ terland in Deutschland nicht befriedi­ gend ge­löst. Gefragt sind inno­vative und intelligente Lösungen,welche die inter­ nationale Wettbe­werbsfähigkeit Deutsch­ lands sicherstellen und seine Entwick­ lung zu einer modernen Logistikdrehschei­ be in Europa unterstützen“, so Prof. Dr.Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzen­der der Geschäfts­führung, Bundesver­einigung Logistik (BVL) e. V. Vor dem Hintergrund der hohen Lärm- und Schadstoffemissionen des

Lkw-Verkehrs-Trans­porte auf der Stra­ ße erzeugen fünfmal so­viel Klimaemis­ sionen wie Transporte auf der Schie­ ne – richtet sich der Blick wieder ver­ stärkt auf Bahntransporte. Im Schie­ nenverkehr gibt es jedoch weitaus we­ niger Innovationen für den Güter- als für den Per­sonentransport. So sind Hochge­schwindigkeitssysteme für den Schienenpersonenver­kehr in der EU mittlerweile weit verbreitet und wei­ tere Investitionen in Planung. Hinge­ gen haben im Schienengüterver­kehr in den letzten Jahren – außer dem Aus­ bau von Gü­terverkehrszentren und der Wiederbelebung stillgelegter Stre­ cken–kaum weitreichen­de Umwäl­ zungen stattgefunden. Bahntranspor­ te bie­ten sich besonders an, wenn Mas­ sengüter, Wechselbehälter, Container, Sattelanhänger oder so­gar komplette

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Lkws über größe­re Entfernungen trans­ portiert werden müssen. Das kann von A nach B sein. Das kann aber auch inner­halb einer Transportkette im kom­ binierten Verkehr beziehungswei­se in­ termodalen Verkehr geschehen. Hier­bei werden die zu transpor­ tierenden Güter von mindestens zwei ver­schiedenen Ver­kehrsträgern beför­ dert. Zwar können Transport­ketten des Kombinierten Ver­kehrs prinzi­piell aus allen Verkehrsträgern gebildet wer­ den. Beson­ders ge­eignet sind jedoch Kombi­nationen aus Eisenbahn, Binnenschiff, Contai­nerschiff im Überseever­kehr, Roll-on/Roll-OffSchiff so­wie der Lkw für den Stra­ ßenvor- und Straßennach­lauf. Rhein­ Cargo bei­spielsweise, die größte pri­ vate deutsche Gütereisenbah­n, ver­ knüpft die In­dustrie des Rhein­landes

Tr a n s p o rt u n te r n e h m e n | C l eve r ko m b i n i e r t e Lo g i s t i k

Die beste Verbindung für Kohle & Co Hafenumschlag und Eisenbahn-Logistik aus einer Hand, von Rotterdam bis Italien: Das bietet RheinCargo, die größte private deutsche Gütereisenbahn. Mit sieben Umschlaghäfen verknüpft das

Team hat im vergangenen Jahr mehr als 3,5 Millionen Tonnen Kohle aus Rotterdam, Vlissingen und Amsterdam ins Ruhrgebiet transportiert. Fast 3 Millionen davon stammen aus neu gewonnenen

Erfolgsspur Das Binnenhafen-Unternehmen RheinCargo unterhält zugleich Deutschlands größte private Güterbahn.

Unternehmen die Industrie des Rheinlandes via Wasserstraße mit den Seehäfen. Im Schienengüterverkehr wächst der Massenguttransporteur mit neuen Konzepten und Angeboten. „Jede Woche organisieren wir acht Containerzug-Verbindungen vom Rheinland nach Rotterdam“, sagt Markus Krämer, Vertriebsteam der Eisenbahnverkehrssparte. Sein Marktbereich „Feste Brennstoffe / Kombinierter Verkehr“ gehört zu den Wachstumstreibern des Unternehmens. „Der Beginn des Jahres 2014 stand ganz im Zeichen der neu aufgenommenen Transporte aus dem ARARaum“, ergänzt sein Vorgesetzter, Bereichsleiter Paul Schumacher. Dessen

Aufträgen. Mehr als 1.500 Umläufe waren dafür zu organisieren, in denen RheinCargo rund 600 eigene Wagen einsetzt hat. Insgesamt stehen über 1.100 Waggons und ein Park von 100 Lokomotiven zur Verfügung. Die Eisenbahnsparte ist mit rund 140 Millionen Euro Umsatz pro Jahr ein Schwergewicht des Logistikanbieters. Kohletransporte sind dabei nur eines von mehreren Standbeinen. Bereits vor mehr als zehn Jahren waren die vormals nur regional aktiven Vorgängerunternehmen mit Mineralöltransporten und anderen Fernverkehren an den Markt gegangen. Gefahrguttransporte auf der Schiene sind heute mit rund 7 Millionen Tonnen

das umsatzstärkste Segment des Unternehmens. Dessen Kern bilden die Industriehäfen im Rheinland. „Mit insgesamt sieben modernen Häfen in Neuss, Köln und Düsseldorf bieten wir zugleich leistungsfähige Drehscheiben für den Massenguttransport“, erläutert Geschäftsführer Rainer Schäfer und ergänzt: „Wir sind außerdem in ganz Deutschland über unser Bahn-Netzwerk präsent, fahren in den Niederlanden und der Schweiz mit eigenen Lizenzen.“ So kann RheinCargo die Eisenbahnvorteile bei Transporten aus den Seehäfen voll ausspielen. Drei Beispiele aus dem Leistungsspektrum: Das Gemeinschaftsunternehmen versorgt Tanklager in der Schweiz aus deutschen Raffinerien, bringt Kohle aus dem Rheinland nach Hamburg und Graubünden, organisiert Container-Verkehre von Rotterdam bis Italien. Die enge Zusammenarbeit mit den Fachleuten für Hafenlogistik haben die RheinCargoEisenbahner dabei ständig im Blick. So wurden im vergangenen Winter bei einem Bahnkunden die Kapazitäten für die Lagerung von Kohle knapp. „Dank unserer Logistik-Kollegen der Häfen“, so KeyAccounter Markus Krämer, „konnten wir clever kombinieren und so helfen.“ Infos unter: www.rheincargo.com Die RheinCargo GmbH & Co. KG ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Häfen und Güterverkehr Köln AG mit der Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG. Als ein führender Binnenhafenbetreiber und das größte private Eisenbahngüter-Verkehrsunternehmen Deutschlands.


logistik

über sieben Um­schlaghäfen und Wasserstra­ßen mit den See­häfen. Dar­ über hinaus versorgt das Unterneh­ men Tanklager in der Schweiz aus den rheinischen Raffi­nerien, bringt Kohle aus dem Rhein­land nach Hamburg und Graubün­den, orga­nisiert Contai­ ner-Verkehre von Rotter­dam bis Itali­ en. Ferner wurden im ver­gangenen Jahr mehr als 3,5 Millionen Tonnen Kohle aus Rotterdam, Vlissingen und Amster­dam ins Ruhr­gebiet transpor­ tiert. Wie kaum ein anderer Verkehrs­ träger ist die Bahn auch in indus­trielle Logistikproz­esse inte­grierbar. Beispiels­ weise hat die Captrain Deutschland GmbH mit der ArcelorMittal Bremen GmbH die Hansebahn Bre­men ge­ gründet, die heute sämtliche schienen­ gebundene Transporte für das Stahl­ werk in Bremen so­wie die Instandhal­ tung der Infrastruktur und Fahrzeuge abwickelt. Die ei­gene Gleisin­frastruktur von Captrain an den Stand­orten Bit­ terfeld, Bochum, Bremen, Dortmund, Eisenach, Gü­tersloh und im Berliner Umland umfasst rund 540 km. Neben den infrastrukturel­len Maßnahmen zur Sicherung des Logis­ tikstandortes Deutschland be­steht auch Handlungsbedarf bei einer weiteren wichtigen Säule der deutschen Lo­ gistikwirtschaft, der Aus- und Weiter­ bildung von qualifiziertem Perso­nal.

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Derzeit fehlen bereits ca. 15.000 Fah­ rer, Ten­denz steigend. Das Unter­ nehmen Toll Col­lect, Betreiber des deutschen Mautsystems, engagiert sich deshalb ge­meinsam mit dem Verlag Heinrich Vogel in der Initia­tive „Hal­ lo, Zukunft!“ für den Fahrer­nachwuchs. Ziel dieser Kooperation ist es, die Aus­ bildung zum Berufskraftfahrer be­ kannter zu ma­chen, das Image des Be­ rufs in der Gesellschaft zu ver­bessern und da­durch für qualifizierte Nach­ wuchskräfte zu werben. Darüber hi­ naus wird eine Broschü­re zur Ausbil­ dung des Berufskraft­fahrers zur Ver­ fügung gestellt, die an Schulen in ganz Deutschland verteilt und auf Ausbil­ dungsmessen ausgelegt wird. Zu den weiteren Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung zählt auch die Initiati­ve „Lo­gistikRuhr Nachwuchs“, die Veranstaltun­gen organisiert und Informationen bereitstellt. Die Idee, den LogistikRuhr Nachwuchs inner­ halb des Netzwerkes von LogistikRuhr zu etablieren, ha­ben die Fachschafts­ initiative „LogistikLIVE“ der Techni­ schen Universität Dortmund und das Netzwerk für Lo­gistik & Verkehr der Universi­tät Duisburg-Essen im Juni 2009 entwickelt. Wei­tere Partner sind die SRH Hoch­schule für Logistik und Wirt­schaft, Hamm, das Institut für Lo­ gistik und Dienstleistungsmana­gement

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Arbeitsmarkt Logistik In einer Umfrage des BVL zum Thema „Arbeitgeber mit Zukunft – der Wirtschaftsbereich Logistik“ wurde 207 Mitgliedsunternehmen folgende Frage gestellt:

60

40

20

50,98

„Planen Sie, innerhalb des nächsten Jahres Personal zu entlassen oder aufzustocken“?

36,27 8,33

0

4,11 Aufstocken

Keine Veränderung

Weiss nicht

der FOM (Fachhochschule für Öko­ nomie und Management), das Netz­ werk für junge Logistiker „Young Logs“ und die „Initiative Lebendige Logis­ tik“. Das Netzwerk für Lo­gistik & Ver­ kehr (NLV) fördert die Interaktion zwi­ schen Studie­renden, Alumni, also Absolven­ten ei­ner Hochschule oder einer Institution des ter­tiären Bil­ dungsbereiches, ferner Lehrstüh­len und Dozenten der Universität Duis­ burg-Essen sowie de­ren Wis­senschaftsund Pra­xispartnern in den Themen­ feldern Logistik, Mobilität, Transport und Verkehr. Wichtige Bestand­teile des Leistungsportfolios des Netzwerks sind die Pflege ei­nes entsprechen­den Stellen­marktes, die Organisation von

Reduzierung

praxisorientierten Veranstaltungen so­ wie die Förderung des aktiven Dia­ logs zwischen Studierenden und Unter­ nehmen. Ein Highlight im großen Angebot der Logistikveranstaltungen sind die im September zum 32. Mal stattfin­ denden Dortmunder Gespräche, die­ ses Jahr unter dem Motto „Zu­ kunftskongress Lo­gistik, Trends ver­ stehen, Zukunft planen“. Unter der Federführung des Fraunhofer-Insti­ tuts für Materialfluss und Lo­gistik, IML, Dortmund, werden hier vor meis­ tens 400 bis 500 Teilneh­mern aus dem mittleren und oberen Management neueste Trends und Forschungsergebnis­se vorge­stellt. Das IML gilt als die

Au s l ag e r u n g | Ex t e r n e r We r ks b a h n s p e z i a l i s t ü b e r n i m mt i nt e r n e Lo g i s t i k

Kostensenkung durch Joint Venture 14 Rangierlokomotiven mit rund 68.000 Betriebsstunden pro Jahr, 470 Wagen unterschiedlicher Bauarten, 110 Gleiskilometer mit 269 Weichen, 12 Millionen Tonnen beförderte Güter – Werksbahnen, wie hier beispielhaft dargestellt, sind komplex und teuer. Zudem sind sie keineswegs das Kerngeschäft der verschiedenen Industrieunternehmen, sondern dienen als „Hilfsbetrieb“ der eigentlichen Wertschöpfung. Expertenwissen ist im Vergleich zum spezialisierten Bahnunternehmen geringer ausgeprägt, weswegen Optimierungseffekte häufig nur unzureichend erzielt werden. Eine erfolgversprechende Möglichkeit stellt die Auslagerung des Werksbahnbetriebes an externe Dienstleister dar. Eine Entscheidung, die auch der weltgrößte Stahlproduzent ArcelorMittal am Standort Bremen getroffen hat. Die ArcelorMittal Bremen GmbH ist ein integriertes Hüttenwerk, das alle Anlagen von der Roheisenerzeugung bis zur Feinblechverarbeitung auf seinem Werksgelände vereint. Der internen Logistik kommt dabei eine entscheidende Rolle zu: für eine Tonne Fertigprodukt

müssen vier Tonnen Rohstoff bewegt werden. Die damit verbundenen Kosten stellen einen bedeutenden Anteil an den Gesamtkosten dar und beeinflussen direkt die Wettbewerbsfähigkeit.

Teamwork Mit dem richtigen Spezialisten lassen sich interne Logistikabläufe perfekt optimieren.

Als Partner wählte der Stahlproduzent den Logistikdienstleister Captrain Deutschland GmbH. Bahn-Know-how, Werksbahnerfahrung und Kenntnisse der industriellen Produktion waren entscheidende Auswahlkriterien. Als Full-ServiceAnbieter entwickelt und erbringt der Eisenbahnlogistiker mit 1.160 Mitarbeitern, 150 Lokomotiven und mehr als 2.000 Güterwagen individuelle schienenbasierte Transportlösungen. Er verfügt über ein Netz eigener Fachwerkstätten für die Wartung und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen und betreibt 540 Kilometer Eisenbahninfrastruktur. Experten bündeln Erfahrung Gemeinsam gründeten beide Unternehmen im Mai 2010 das Joint Venture Hansebahn Bremen GmbH, an der die Captrain Deutschland mit 51 Prozent und die ArcelorMittal Bremen mit 49 Prozent beteiligt sind. Das neue Gemeinschaftsunternehmen übernimmt seitdem die Organisation und Durchführung der schienengebundenen Transporte für das Stahlwerk in Bremen sowie die Instandhaltung der vorhandenen Infrastruktur

Bildquelle: BVL – Umfrageergebnisse Arbeitsmarkt

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und Fahrzeuge. „Mit der Einbindung der Hansebahn Bremen in unsere Unternehmensgruppe kann sie unser Know-how, Netzwerk und damit auch unsere Ressourcen nutzen. Das ermöglicht ihr flexibel auf die veränderlichen Transportanforderungen des integrierten Hüttenwerkes in Bremen zu reagieren“, erläutert Henrik Würdemann, Geschäftsführer der Captrain Deutschland GmbH. “Die gesteckten Ziele an die Ausgliederung unserer Werksbahnleistungen konnten wir erreichen“, resümiert Jörn Pufpaff, COO Primary der ArcelorMittal Bremen GmbH. „Insbesondere konnten wir Synergieeffekte und Verbesserungen im Bereich der Fahrzeug- und Infrastrukturinstandhaltung sowie des Lok- und Wageneinsatzes erzielen. Die bessere Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Akquise von Drittgeschäft außerhalb der Werkstore tragen zudem zum wirtschaftlichen Ergebnis bei.“ Weitere Informationen finden Sie unter: www.captrain.de


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Adresse für alle Fra­gestellungen zu ganz­heitlicher Logistik und arbei­tet auf allen Feldern der inner- und au­ ßerbetrieblichen Logistik. Auch der im Oktober dieses Jahres in Berlin statt­ findende 31. Deutsche Logistik-Kon­ gress der Bun­desvereinigung für Lo­ gistik (BVL) zählt mit rund 3.000 Teil­ nehmern aus al­ler Welt zu den her­ ausragenden Veranstal­tungen. Ein Grundgedanke hinter dem Deut­schen Logistik-Kongress ist es, mit entspre­ chender Öffentlichkeitswirkung logis­ tisches Wis­sen unter den Fach­leuten zu verbreiten und mittelbar auch ins breite Publikum zu tra­gen. Dem Kon­ gress ist von Anfang an eine wichtige Rolle als Plattform für Kontakte und Geschäftsanbahnungen zuge­dacht. Da­ rüber hinaus veranstaltet die Bundes­ vereinigung für Logistik (BVL) gemein­ sam mit Ver­bänden und Orga­nisationen im April dieses Jahres unter dem Mot­ to „Logistik macht‘s mög­lich“ den 7. deutschlandweiten „Tag der Logistik“. Unternehmen aus Indus­trie, Handel und Logistik-Dienstleistung ge­währen der Öffentlichkeit an diesem Tag Ein­ blicke in die Viel­falt lo­gistischer Auf­ gaben. Auch Logistikinstitute stellen ihre Forschungs­projekte vor und Bildungs­einrichtungen präsentieren ihre Angebote. Im April 2013 nutz­ten rund 36.000 Besucher bei knapp 400

logistik

Veranstaltungen die Chance, kos­tenfrei hinter Unternehmenskulissen zu bli­ cken und logisti­sche Lösungen und Leistun­gen zu erleben. Welche Bedeutung die Aus- und Weiterbildung in der Logistik hat, unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Tho­mas Wimmer: „Im Supply Chain Manage­ ment ist kein Tag wie der ande­re. Um ope­rativ wie strategisch in diesem Be­ rufsfeld Freude zu haben, sind eine gute Ausbil­dung oder ein Studium mit Logistikschwer­punkt Voraus­setzung. Die Aufgaben sind viel­fältig. Sie be­ dürfen sowohl einer schnellen Auffas­ sungsgabe, Klar­heit in der Analyse als auch Lö­sungsorientierung und Ent­ scheidungsstärke“. Logistiker müssen also ziel­führend kommuni­zieren, in Syste­men den­ken und im Rahmen des Schnitt­stellenmanagements immer al­ le be­teiligten Bereiche und Partner im Blick haben. „Auch inter­kulturelle Kom­petenz im Sinne gu­ter Fremdspra­ chenkenntnisse sowie Interesse an den Gepflogen­heiten und der Mentalität ausländi­scher Partner kann zu guten Ergebnissen der Arbeit beitra­gen. Du­ ale Studiengänge an Fachhochschu­ len oder Hochschulstudien­gänge, die von Logistik-Prakt­ika begleitet sind, bereiten am besten auf qualifizierte Logistiktätigkeit­en vor“, so Wim­mer. Durch das anhaltend hohe Niveau

deutscher Exporte wird auch die Nach­ frage nach Lo­gistikleistungen natio­ nal und international weiter zuneh­ men. Zur Bewältigung der da­mit ver­ bundenen Aufgaben sind nicht nur nachfrageorientier­te, ef­fiziente und intelligen­te or­ganisatorische Lö­sungen notwendig. Neben Forschung und Ent­ wicklung, Aus- und Wei­terbildung wird vor allem der rasche Ausbau einer mo­ dernen, ressourcenschonenden Ver­ kehrsinfrastruktur die ent­scheidende Rolle spielen. Ein wichtiges Ziel da­ bei ist, die ver­schiedenen Partner ent­ lang der multimodal­en Transportket­ ten wie Zu­lieferer und Ab­nehmer noch besser zu in­tegrieren und die physi­ schen mit den in­formationstechnischen Prozessen effektiv zu ver­knüpfen. Um nachhaltige Verbesserungen in der lo­ gistischen Abwicklung zu erreichen, dürfen sich Herstel­ler nicht mehr nur auf den Dienstleister ver­lassen, son­ dern müssen ihre gesamte Supply Chain von der Produk­tion bis zum Endkun­den betrachten. Jeder muss in der ge­samten Kette die Verantwor­ tung für das ei­gene Handeln auf loka­ ler, regionaler und glo­baler Ebene über­ nehmen.

Armin Hille a.hille@visavis.de

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Tag der Logistik Am Donnerstag, 10. April, findet der 7. deutschlandweite Tag der Logistik statt, eine Initiative der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. Seit 2008 bewährt sich der Tag der Logistik als Aktionstag des Wirtschaftsbereichs. Im April 2013 nutzten rund 36.000 Besucher bei knapp 400 Veranstaltungen

die Chance, kostenfrei hinter Unternehmenskulissen zu blicken und logistische Lösungen und Leistungen zu erleben. Das ist das Konzept: Unternehmen, Organisationen und Bildungseinrichtungen öffnen ihre Türen für die breite Öffentlichkeit, informieren und geben Einblicke in logistische Abläufe und Tätigkeiten. Aktuelle Informationen unter: www.tag-der-logistik.de

P ote n z i a l | D e r Wi r t s c h a ft s s t a n d o r t Kä r nt e n i m Au f w i n d

LogistikknotenPunkt im Alpen-Adria-Raum Kärnten, das südlichste Bundesland Österreichs, positioniert sich als Umschlags- und Logistikzentrum in der Alpen-Adria-Region. Prädestiniert durch seine geografische Lage am Schnittpunkt der beiden wichtigen Verkehrsachsen Tauernachse und Baltisch-AdriatischeAchse profitiert der Standort von der aufstrebenden Infrastruktur und investiert in den Ausbau der Logistikdienstleistungen in Kärnten. Über die Baltisch-Adriatische Achse, die von der Ostsee in Polen bis nach Italien verläuft, werden knapp 40 Millionen Menschen in fünf EU-Mitgliedsstaaten verbunden. Bereits heute zählt diese Route mit rund 24 Millionen Tonnen Güteraufkommen pro Jahr zu den wichtigsten Alpenquerungen. Dem trägt auch die Europäische Union Rechnung und gab Ende 2011 bekannt, die Nord-Süd-Verbindung in das Kernnetz der Europäischen Union aufzunehmen und damit zu einem der zehn wichtigsten europäischen Verkehrskorridore zu machen (TEN-T Core Network). Somit gewinnt Kärnten die Möglichkeit, sich langfristig zu einer wichtigen Logistikdrehscheibe im Alpen-Adria-Raum zu entwickeln. Der Ausbau des bestehenden Logistikzentrums in Fürnitz bei Villach ist dabei ein wesentlicher Meilenstein. In diesem Logistikzentrum sind neben der Rail Cargo Austria, die hier einen Combi Cargo Terminal betreibt, 35 weitere Logistiker bzw. Logistikdienstleister ansässig. Wichtiger Partner beim Ausbau des Logistikzentrums

Drehscheibe Kärnten positioniert sich an der Schnittstelle wichtiger Verkehrsachsen als aufstrebender Logistikstandort in Europa.

sind die so genannten NAPA-Häfen (North Adriatic Ports Association), zu denen Rijeka, Koper, Triest, Venedig und Ravenna gehören. Übergeordnetes Ziel der NAPA ist es, vor dem Hintergrund der Strategie Europe 2020 (Verringerung der

Treibhausgasemissionen und Steigerung der Energieeffizienz um jeweils 20 %) insbesondere im Warenverkehr mit den boomenden asiatischen Märkten zukünftig durch kürzere Transportwege zum ost- und südosteuropäischen Markt eine „grüne“‘ Alternative zu den nordeuropäischen Häfen Rotterdam, Hamburg, Bremerhaven und Antwerpen anzubieten. Dazu werden diese in den kommenden Jahren Entwicklungsprojekte im Wert von 3,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Häfen und der damit verbundenen Infrastruktur investieren. Dies eröffnet dem Terminal Alplog in Kärnten nun die Chance, zur Güterverkehrsdrehscheibe für den Südosten Europas zu werden. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen den NAPA-Häfen, dem Land Kärnten und der Entwicklungsagentur Kärnten stärkt die Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung des Logistikzentrums ALPLOG in Villach/Fürnitz. Für das Logistikcenter in Villach/Fürnitz liegt ein Konzept für ein kooperativ betriebenes Kühllager vor, welches zukünftig eine wichtige Verteilungsfunktion für die NAPAHäfen erfüllen wird. Damit soll ALPLOG als erster Hinterlandhafen zum Premium Dry Port und als Logistik-Drehscheibe zwischen der Baltisch-Adriatischen Achse und dem Korridor X (Salzburg – Villach – Ljubljana – Zagreb – Belgrad – Thessaloniki) weiterentwickelt werden. Informationen finden Sie unter: www.madeinkaernten.at.


südtirol 

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Bildquelle: © Dimitris66 - istock.com

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Ehrgeizige Ziele VIELFALT Bundesligameister ist der Wirtschaftsstandort Südtirol schon. Der Anspruch lautet aber, in der europäischen Champions League ganz vorne mitzumischen. Das Alpenland hat alles, was es dazu braucht.

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üdtirol? Das ist doch diese Bergregion ganz im Norden Italiens, wo deutsch gesprochen wird und wo es sich hervorragend urlauben lässt – im Sommer beim Wandern, im Winter beim Ski laufen. Ja, das ist sie! Über 6 Millionen Gäste strömen pro Jahr in das kleine 500.000-Einwohner-Land. Fast die Hälfte davon – 45 Prozent, um genau zu sein – kommt aus Deutschland, wohl auch wegen der Sprache. Zwar ist Südtirol italienisches Staatsgebiet, trotzdem geben knapp 70 Prozent der Bevölkerung Deutsch als Muttersprache an. Die unfreiwillige Abtrennung von Österreich vor bald 100 Jahren und der folgende Italianisierungsversuch durch den Faschismus hat den Südtirolern ihre Sprache und Kultur nicht wegzunehmen vermocht. Vielmehr verschmelzen heute heimische und italienische Küche, Kultur und Lebensart zu einer reizvollen Mischung. Südtirol ist die „kontrastreiche Symbiose aus alpin und mediterran“, lautet das Fazit der Südtiroler Marketinggesellschaft SMG.

Ein derartig beliebtes Urlaubsland trägt fast automatisch eine überdurchschnittliche Lebensqualität in sich. In entsprechenden italienischen Regionenvergleichen belegt Südtirol regelmäßig einen der beiden ersten Plätze. Nur 75 Autominuten trennen Gletscherskispaß in Schnals vom Sprung ins kühle Nass des Kalterer Sees. Vor allem im Frühling frönt mancher Südtiroler dem Spaß, am Vormittag am Berg die Skier anzuschnallen und am Nachmittag im Tal durch blühende Obstwiesen zu radeln. Es ist nicht zuletzt diese Lebensqualität, welche die SMG vor einigen Jahren dazu veranlasste, ein ehrgeiziges Ziel zu definieren: Südtirol soll vom begehrten Urlaubsland zum begehrtesten Lebensraum Europas werden. Hinter dem Ziel steckt Kalkül. Der Wirtschaftsstandort Südtirol ist die Heimat zahlreicher international erfolgreicher Unternehmen, und diese benötigen qualifizierte Arbeitskräfte – da kann es kein Fehler sein, als Lebensraum begehrt zu sein. Auch arbeitet die Standortagentur Business

Location Südtirol (BLS) daran, weitere attraktive Arbeitgeber ins Land zu locken. Die Verantwortlichen wissen, dass die niedrige Arbeitslosigkeit von 4,4 Prozent und der erarbeitete Wohlstand nur geliehen sind und kein Automatismus für die Ewigkeit bedeuten. Laut Eurostat zählt Südtirol zu den 20 reichsten der 272 Regionen Europas. Freilich begegnet die BLS auf ihren Werbetouren für den Standort Südtirol immer der einen Frage: „Seid ihr nicht Italiener?“ Ja, Südtirol gehört zu jenem Italien, das mit extremer Staatsverschuldung, erdrückender Steuerbelastung, lähmender Bürokratie und korrupter Verwaltung assoziiert wird. Zugleich fällt die erstaunliche Dichte an Weltmarktführern unterschiedlichster Branchen auf, die in diesem kleinen Südtirol ihre Heimat haben, übrigens verteilt auf das ganze Land und nicht konzentriert auf die Ballungsgebiete. Unternehmen wie Leitner (Wintertechnologie, Sterzing), Technoalpin (Schneeerzeugung, Bozen), Loacker (Waffeln, Ritten) oder Dr. Schär (glu-

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tenfreie Lebensmittel, Burgstall) gehören in ihrer Branche zu den ganz Großen dieser Welt, genauso Nischenunternehmen wie Zirkonzahn (Zahnersatz, Gais), Seik (Seilkransysteme, Truden) und Fercam (Logistik, Bozen). Neben solchen Platzhirschen finden sich in Südtirol auch rund 40.000 kleine und ganz kleine Unternehmen. Offensichtlich lässt es sich hier erfolgreich wirtschaften. „Südtirol ist das perfekte Zuhause für das, was Hermann Simon die ‚hidden champions‘ nennt“, bestätigt Lucie Courteau, die Dekanin der Wirtschaftsfakultät der Freien Universität Bozen. Südtirol ist Italien und trotzdem ganz anders, denn die „Autonome Provinz Bozen“ genießt eine weitreichende Unabhängigkeit von der römischen Zentralregierung. Die Autonomie war im vorigen Jahrhundert eine Art Zugeständnis für die erzwungene Abtrennung vom Vaterland Österreich und wurde von Südtirols Landespolitikern über die Jahrzehnte hinweg geschickt vergrößert. So kommt es, dass die Wertschöpfungssteuer Irap in Südtirol so niedrig ist wie sonst nirgendwo in Italien. Neuansiedlungen werden mit einer vollständigen IrapBefreiung für fünf Jahre belohnt und Innovation wird durch interessante Landesförderungen unterstützt. Die frischgebackene Landesregierung, bestehend aus der Südtiroler Volkspartei (SVP) und der Demokratischen Partei (PD), hat im Januar praktisch als erste große Amtshandlung Steuerentlastungen für Unternehmen und Familien in der Höhe von beachtlichen 93 Millionen Euro beschlossen. Auch hat der neue Landeshauptmann Arno Kompatscher eine eigene Anti-Bürokratie-Landesrätin eingesetzt. Es wäre daher falsch, Südtirol nur auf seine Rolle als Urlaubsparadies zu reduzieren. Das Geburtsland von Bergsteigerlegende Reinhold Messner, Oscar-Gewinner Giorgio Moroder und TV-Moderator Markus Lanz ist viel mehr und will auch viel mehr sein. „Das Genussland Südtirol soll sich zum Wissensland entwickeln“, formulierte der frühere Wirtschaftslandesrat und heutige Landtagspräsident Thomas Widmann schon vor einigen Jahren das Ziel. Dazu investiert die Landesregierung viele Millionen in die möglichst flächendeckende Versorgung des Berglandes mit ultraschnellen Glasfaser-Internetverbindungen – und ist damit bereits weiter als die meisten anderen Regionen Europas. Auch erschafft die Landesregierung – mit nicht minder erheblichem Finanzeinsatz – Einrichtungen, die als Partner und Magneten für innovationsfreudige Unternehmen dienen sollen. Da ist zum einen die Europäische Akademie Bozen (EURAC), die als Forschungsinstituti-


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on bereits international Lorbeeren gesammelt hat, etwa in der Mumienforschung, angelehnt an die 5.000 Jahre alte Gletschermumie Ötzi, die nur wenige Gehminuten vom gläsernen EURAC-Sitz entfernt eine Touristenattraktion darstellt. Zum anderen gibt es das landwirtschaftliche Versuchszentrum Laimburg, den TIS innovation park und die vor einigen Jahren in Bozen angesiedelte Fraunhofer Italia Research. Außerdem den im Entstehen begriffene Technologiepark sowie die bereits erwähnte Freie Universität Bozen. An der Freien Universität mit Sitzen in Bozen, Brixen und Bruneck werden die Vorlesungen in drei Sprachen gehalten – Deutsch, Italienisch und Englisch. Das passt zum Selbstverständnis des kleinen Landes, das durch seine österreichische Vergangenheit und italienische Gegenwart sowie das friedliche Nebeneinander von Deutsch-, Italienisch- und Ladinischsprachigen die Mehrsprachigkeit gewissermaßen in den Genen trägt. Mirco Marchiodi vom Unternehmerverband Südtirol meint dazu treffend: „Die Mehrsprachigkeit und die sich daraus ergebende Brückenfunktion zwischen deutsch- und

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italienischsprachigem Raum ist sicherlich einer der größten Vorteile.“ Seit jeher verbindet das Land am Brennerpass, dem wichtigsten Alpenübergang, den Norden mit dem Süden Europas. Das hat schon vor hunderten Jahren einen blühenden Handel entstehen lassen, in den 1960er-Jahren deutsche Unternehmen wie Würth, Miele und Hoppe ins arme Nachkriegs-Südtirol gelockt und international tätige Logistikunternehmen wachsen lassen. Eines der besten Beispiele ist hier die 65-jährige Erfolgsgeschichte des traditionsreichen Transport- und Logistikunternehmens Fercam, das sich auf den kombinierten Straßen-Schienen-Verkehr spezialisiert hat und bereits in dritter Unternehmergeneration geführt wird. Die Brückenfunktion, die Autonomie mit ihren finanziellen Segnungen, die für italienische Verhältnisse ungewöhnliche politische Stabilität sowie der anerkannte Fleiß der Bevölkerung hat ein am Boden liegendes Nachkriegsland zu einer der florierendsten Wirtschaftsregionen Europas gemacht. Auf diesen Lorbeeren will sich das Land aber nicht ausruhen. „Unsere Region besitzt eine hervorragende Ausgangs-

lage. Nun gilt es, Rahmenbedingungen für ein noch offeneres und wettbewerbsfähigeres Südtirol zu schaffen“, so Mirco Marchiodi. Dafür setzt sich die Politik ein, indem sie den Wert der vielen kleinen Unternehmen für die wirtschaftliche Stabilität betont und gleichzeitig Südtirol als internationales Kompetenzzentrum für stimmige Fachbereiche, wie zum Beispiel Alpintechnologien oder erneuerbare Energien, positioniert. Südtirol produziert weit mehr Strom aus „sauberer“ Wasserkraft als es verbrauchen kann und hat sich mit dem KlimaHaus-Konzept gleichzeitig der Energieeinsparung verschrieben. Zukunftsforscher Matthias Horx sah schon 2008 Südtirol als künftigen Öko-Tech-Standort. In vielen Ranglisten taucht Südtirol als Italiens Klassenbester auf. Damit begnügen will sich das Land aber nicht. Der Erfolgsunternehmer Christof Oberrauch brachte es einmal folgendermaßen auf den Punkt: „SerieA-Meister sind wir schon, aber wir müssen in der europäischen Champions League konkurrenzfähig sein.“ Christian Pfeifer c.pfeifer@visavis.de

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Südtirol kompakt Der wahre Motor der Südtiroler Wirtschaft ist das produzierende Gewerbe (21% der Wertschöpfung, im Vergleich: Tourismus 12 % und Landwirtschaft 4 %) Die Wirtschaftsförderung in der Region teilt sich wie folgt auf: • Investitionsförderung bis zu 23 % • Forschung und Entwicklung 50 bis 90 % • Betriebliche Innovation bis zu 30 % • Beratung und Weiterbildung bis zu 80 % • Export und Internationalisierung bis zu 50 %

3 6 0° | Eff i z i e nt e Fu l l -S e r v i c e Tra n s p o r t l ö s u n g e n

Mit starker Präsenz und Qualität auf Erfolgskurs Im Interview mit der VISAVIS-Redaktion gab Hannes Baumgartner, Verantwortlicher des Geschäftsbereiches Fulltruckload Road & Rail, einen Einblick in das Südtiroler Logistikunternehmen Fercam, das bereits in der dritten Unternehmergeneration geführt wird. Man kennt Fercam von den netten Kinderzeichnungen auf den LKWPlanen auf unseren Autobahnen. Was ist Fercam darüber hinaus? Fercam ist ein 360°-Logistikunternehmen, das sämtliche Dienstleistungen für die Supply Chain übernehmen kann: von Lkw-Transporten über Luft-und Seefracht bis hin zur komplexen Planung der Warenflüsse mit Lagerung, Distribution und Zusatzleistungen für in-und outbound logistics. Von Deutschland aus bieten wir Transportlösungen über Straße, Schiene, Meer und Luft für alle wichtigen Wirtschaftszweige: von der Automobilindustrie über Tonerde bis hin zu Produkten, die eine kontrollierte Temperatur erfordern. Was bedeutet es für ein Transportunternehmen in einem Grenzland angesiedelt zu sein? Südtirol ist die Verbindung von Nord und Süd. Wir sind auf dieser Verbindung seit

über 60 Jahren aktiv. Entsprechend kennen wir den italienischen Markt aus direkter Nähe wie kein anderer. Darüber hinaus haben wir uns über Jahrzehnte hinweg als Logistikunternehmen in ganz Europa profiliert. Von Deutschland aus fahren wir nach Frankreich, Spanien, Benelux und Großbritannien sowie Osteuropa. Fercam setzte von Anfang an auf eine starke direkte Präsenz in Europa mit ersten Niederlassungen in Deutschland und Holland bereits in den 1980ern. Heute sind wir in 13 Ländern mit 21 eigenen Niederlassungen vertreten, unter anderem in Nordafrika und in der Türkei. Welchen Mehrwert bietet Fercam Kunden im Vergleich zu anderen Unternehmen vor allem im hart umkämpften Frachtbusiness? Wir setzen kompromisslos auf Qualität. Beginnend bei unserer eigenen Firmenflotte und unseren Fahrern, die kontinuierlich Fortbildungskurse absolvieren, bis hin zu unseren geprüften Partnern. Somit gewährleisten wir einen zuverlässigen Service über das ganze Jahr mit ausreichender Laderaumkapazität. Als Familienunternehmen glauben wir ferner an die Verbindung von Tradition und Innovation. Darum pflegen wir tradi-

Originell Bunte Kinderzeichnungen zieren die Rückseiten von 120 neuen Hängern der Lkw-Flotte und machen sie damit unverwechselbar.

tionell den persönlichen Kontakt zum Kunden. Bei uns kümmern sich ausschließlich eigene Mitarbeiter um die Kundenbetreuung und den Kundenservice. So können wir besser und flexibler auf deren Bedürfnisse eingehen und maßgeschneiderte Lösungen liefern, wie z. B. bei der Distribution für die Automobilindustrie. Und was versteht Fercam unter Innovation? Wir tun alles, um das höchste Maß an Effizienz und Sicherheit für die Waren unserer Kunden zu gewährleisten: Unsere Lkws sind mit fortschrittlichsten Satel-

litensystemen ausgestattet, unsere Lagerhäuser mit den modernsten Sicherheitsanlagen und unsere IT-Systeme ermöglichen ein T&T in Echtzeit für die internationalen Speditionen. Wir haben zahlreiche Auszeichnungen für unser Transport Management System erhalten, das Warenflüsse effizienter gestaltet; darunter den Innovationspreis der Mailänder Technologiemesse. Unseren Kunden bieten wir auch EDI-Lösungen an, um die Logistik noch reibungsloser in ihren Produktionsfluss einzubinden. Infos unter: www.fercam.com/de Kontakt: koeln@fercam.com


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Die Kosten fest im Griff Durchblick Maßgeschneiderte Finanzierungsmodelle und gezieltes Risk-Management rund um den Fuhrpark zahlen sich aus. Autobanken und Versicherer sind dabei gefragte Dienstleister.

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b IAA in Frankfurt, Autosalon in Genf, MotorShow in Detroit oder andere Fahrzeug-Messen: Jahr für Jahr überbieten sich die Automobilhersteller förmlich mit Neuheiten. Die Modelle werden dabei nicht nur immer sparsamer, sondern auch – unter anderem durch entsprechende Fahrerassistenzsysteme – immer sicherer. Die dafür notwendige Technik hat ihren Preis, gut ausgestattete Fahrzeuge gehen somit ganz schön ins Geld. Für Fuhrparkbetreiber, die sich Komfort und Sicherheit ihrer Außendienstmitarbeiter etwas kosten lassen, bedeutet das einen hohen Finanzierungsaufwand. Der lässt sich jedoch durch entsprechende Leasingmodelle in Grenzen halten. Neben markenunabhängigen Leasinganbietern sind dabei speziell die herstellerverbundenen Autobanken zu gewichtigen Playern der Branche geworden. Unter dem Motto „Alles aus einer Hand“ bekommen

die Kunden bei Audi, BMW, Mercedes-Benz, VW & Co. nicht nur Fahrzeuge, sondern auf Wunsch auch gleich die Finanzierung, zahlreiche Mobilitätsdienstleistungen und Versicherungen angeboten. Die Autobanken stützen auf diese Weise nicht nur den KfzVertrieb, sondern bedienen damit auch die starke Nachfrage seitens der Kunden nach Flottenlösungen möglichst aus einer Hand. „Das gilt neben der reinen Fahrzeugbeschaffung und der Finanzierung insbesondere auch fürs Fuhrparkmanagement“, bestätigt Gerhard Künne, Sprecher der Geschäftsleitung der Volkswagen Leasing GmbH. Das Flottenmanagement im Rahmen von Full-Service-Leasing-Verträgen umfasst dabei nicht nur Module wie Wartung und Verschleiß, Tankund Service-Karten oder Reifendienstleistungen, sondern in vielen Fällen auch Services für die interne Steuerung und das Risikomanagement – von der Softwarelösung mit Anbindung an den Leasinggeber über Out-

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Externe Dienstleister stecken mehr in der Materie als ein unternehmensinterner Mitarbeiter, darüber hinaus verfügen sie meist über eine große Menge an Referenzdaten.

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sourcing-Lösungen für das Schadenmanagement bis hin zur Unterstützung bei den Themen Steuern und Gebühren. Dass immer mehr Firmen dazu übergeben, Management-Aufgaben rund um den Fuhrpark auszulagern, kommt nicht von ungefähr. Schließlich stecken externe Dienstleister mehr in der Materie als ein unternehmensinterner Mitarbeiter, darüber hinaus verfügen sie meist über ei-

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ne große Menge an Referenzdaten bereits analysierter Fuhrparks und können somit gezielte Optimierungsvorschläge ausarbeiten. Nah dran am Hersteller zu sein, bringt für die Kunden aber noch zahlreiche weitere Vorteile mit sich. So stellen Tankkartenanbieter ihren Kunden auch spezielle Software-Programme zur Verfügung, bei denen Fuhrparkcontrolling-Funktionen eine Vielzahl von Analysen und Auswertungen übernehmen. Oder aber um im Fall eines kurzfristigen oder zeitlich begrenzten Mobilitätsbedarfs schnelle und individuelle Lösungen bieten zu können, haben gerade die Autobanken in den letzten Jahren ihre Miet- und Carsharing-Angebote deutlich ausgebaut. So gehört etwa zu den Volkswagen Financial Services nicht nur die Volkswagen Leasing GmbH mit ihrem Carsharing-Angebot Quicar, sondern auch die Euromobil GmbH als klassische Autovermietung. Darüber hinaus sind Anbieter wie Volkswagen Financial Services für länderübergreifende Flottenmanagementlösungen längst auch international gut aufgestellt. Damit die Kosten im Fuhrpark nicht aus dem Ruder laufen, darf freilich auch ein anderes Thema nicht vernachlässigt werden: das professionelle Risiko-Management. Hintergrund: Selbst ein umfassender Versicherungsschutz ändert nichts daran, dass im eigenen Betrieb selbst nach einem kleinen Unfall interne respektive versteckte Kosten hängenbleiben. Ausfallzeiten von Mitarbeitern und Fahrzeugen, jede Menge Verwaltungsaufwand, eventuelle Vertragsstrafen wegen Terminversäumnissen, Selbstbeteiligungen bei der Versicherung und bei ungünstigem Schadenverlauf natürlich auch höhere Versicherungsprämien lassen da schnell eine gehörige Summe zusammenkommen. Neben den in der Regel von der Versicherung gedeckten Kosten für Haftpflicht- und Kaskoschäden sind nach Angaben von Experten je nach Fahrzeug und Unfall durchschnittliche Folgekosten von mehreren tausend Euro keine Seltenheit. Dazu kommt, dass beschädigte Fahrzeuge und damit ein schlechtes Erscheinungsbild der Flotte nicht gerade imagefördernd sind. Schnell kann dadurch eine Geschäftsverbindung ins Wanken geraten. Nicht zuletzt gefährdet jeder Unfall die Gesundheit und gegebenenfalls sogar das Leben der eigenen Mitarbeiter sowie Dritter – allesamt Faktoren, die in ihrem gesamten Ausmaß gar nicht zu beziffern sind. Durch ein professionelles Risiko-Management sollen diese Störfaktoren aber weitestgehend ausgeschaltet werden, so dass durch verbesserte Arbeitsabläufe und die Reduzierung der Schäden die Arbeitsabläufe verbessert werden können. Dies


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senkt nicht nur die Betriebskosten, sondern erhöht gleichzeitig auch die Mitarbeitermotivation. All dies macht deutlich, dass Mitarbeiterqualifikation und -führung, Risiko- und Kostencontrolling sowie Schadenverhütung in jedem Fuhrpark eine zentrale Bedeutung zukommt. In ihren Bemühungen um eine Senkung des Schadenaufwandes bleiben die Unternehmen nicht auf sich alleine gestellt. Im Gegenteil: Verstärkt bekommen sie Hilfe unter anderem von Versicherungsgesellschaften, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Gefahren, denen die Fahrer der Unternehmen täglich ausgesetzt sind, durch spezielle Programme zur Schadenverhütung vorzubeugen. So entwickelte beispielsweise die HDI-Gerling Sicherheitstechnik GmbH unter der Bezeichnung „FuhrparkServiceProfessional“ ein Programm, das nach eigenen Angaben individuelle Lösungen zur Schadenverhütung anbietet. „Mit unserem Service wollen wir Flottenbetreibern helfen, ihr betriebliches Risiko besser zu überblicken, gegebenenfalls zu minimieren, dadurch Schäden zu vermeiden und so auf Dauer Versicherungsprämien einzusparen“, erläutert Jens Könemann von der HDIGerling Industrie Versicherung AG. Das ganzheitliche Programm reicht von der Risiko-Analyse und Beratung über die Planung und Durchführung auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittener Schadenverhütungsmaßnahmen zur Risikoverringerung bis hin zum kontinuierlichen Controlling. Ganzheitlich deshalb, weil die einzelnen Bausteine keineswegs als isolierte Maßnahmen zu verstehen sind. Vielmehr präsentieren sie sich als Teil einer Gesamtstrategie, bei der die einzelnen Bestandteile eng miteinander verbunden sind und aufeinander aufbauen. Ganzheitlich ist das Programm aber auch, weil gemäß dem so genannten Top-Down-Ansatz die Unternehmensleitung, die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter in verantwortlichen Positionen neben den Fahrern gleichermaßen einbezogen werden. Denn eine effiziente Schadenverhütung ist nur möglich, wenn auch die Entscheidungsträger für das Schadengeschehen in ihrem Unternehmen sensibilisiert werden. Schließlich ist der Fahrer lediglich ein Teil der Gesamtstruktur jeder Kfz-Flotte. Das Ziel eines so umfassenden Dienstleistungsangebots lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Konsequent angewandt, trägt professionelles Risiko-Management dazu bei, die Wirtschaftlichkeit ebenso wie die Sicherheit einer Kfz-Flotte zu erhöhen. Und davon profitieren Unternehmen und Versicherer gleichermaßen. Matthias Gaul m.gaul@visavis.de

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R i s i kom a n ag e m e n t | D i e Ve r s i c h e r u n g s ko s t e n i m Fu h r p a r k g e r i n g h a l t e n

Sicher und effizient unterwegs hoher Schadenquote führt darum oftmals zur Erhöhung des Selbstbehaltes. Bei vollkaskoversicherten Schäden muss dann der Fuhrparkbetreiber selbst einen Teil zahlen. Dadurch bekommt der Versicherer zwar die Schadenquote wieder in den Griff, dem Kunden hilft das aber unterm Strich überhaupt nicht. Viel effektiver wäre es, wenn der Fuhrparkbetreiber sein Risiko insgesamt verringert und dadurch Schäden vermeidet. Das ist auch unser Ansatz: Wir wollen eben nicht nur über die zu versichernden Schäden reden, sondern ebenso darüber, wie sich die Kosten ganzheitlich senken lassen.

Flexibilität Ein Versicherer muss heutzutage mehr für seinen Kunden tun als nur Schäden zu versichern. Er muss ihm ein vielseitiger und verlässlicher Partner sein, so Jens Könemann von der HDI-Gerling Industrie Versicherung.

Die VISAVIS-Redaktion sprach mit Jens Könemann, Leiter Services Kraftfahrt bei der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, über Risikomanagement im Fuhrpark. Was sollte ein moderner Flottenversicherer neben den klassischen Versicherungsleistungen heutzutage bieten? Ein Unternehmen sollte sich zuerst einmal selber Gedanken machen, was es braucht und sich unter den vielen Anbietern am Markt für einen Flottenversicherer frei entscheiden. Als Spezialist für Industrieversicherungen geht es uns darum, den Bedarf des Kunden möglichst umfänglich abzudecken und einen Mehrwert anzubieten. Neben reinen Versicherungsprodukten bietet unser Portfolio ferner verschiedene Deckungskonzepte, Abrechnungsmodi sowie über 100 Standardreportings zur einfachen Selbstanalyse an, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen. Wichtige Fragen dabei sind zum Beispiel: Welche Fahrzeuge

sind versichert? Welche Deckung haben diese? Gibt es Standortunterschiede? Ein Stück weit geht dies eben über das reine Versicherungsthema hinaus. Das Spannende an der Sache ist ja, dass alles zusammenhängt. Die Speditionsbranche beispielsweise muss sich Gedanken machen, ob sie eine schnelle oder eine sichere Route für die Transporte wählt. Sie muss damit versuchen, die Aspekte Sicherheit und Zeit in der Waage zu halten. Das ist oftmals gar nicht so einfach. Risikomanagement und Flottenanalyse sind typische Schlagwörter. Was versteht man darunter? Flottenanalyse heißt, den Ist-Zustand mit dem Soll-Zustand zu vergleichen, um Potenzial für eine kostengünstigere Lösung aufzudecken. In Bezug auf die Flotte ist dabei oft die Schadenquote ausschlaggebend. Wenn aber nur die versicherten Schäden in Relation zum Versicherungsbeitrag gesetzt werden, ist das eine sehr einseitige Betrachtung. Eine Flotte mit

Welchen Service und welchen Nutzen hat ein Unternehmen davon? Nur die Schadenquote zu betrachten, wäre kurzsichtig. Es hilft dem Kunden auf längere Sicht mehr, wenn der Versicherer das Unternehmen begleitet und nach den Ursachen forscht: Wie ist der Flottenbetreiber organisiert und welche Fahrzeuge unterhält er? Wie ist die technische Ausstattung und wo kann angesetzt werden, um Kosten zu sparen. Wir wollen unseren Kunden helfen und sie unterstützen, und das können wir nur, wenn wir eine ganzheitliche Lösung anbieten. Denn ich glaube, dass sich ein Flottenbetreiber von seinem Anbieter ein Gesamtpaket und nicht nur eine Bausteinlösung wünscht. Was kann ein Unternehmen selbst dazu beitragen, um einen reibungslosen Ablauf im Flotten- und Risikomanagement zu gewährleisten? Mit einer Versicherung alleine ist es nicht getan. Unserer Erfahrung nach sollten sich Unternehmen vorab gebührend mit der Thematik auseinandersetzen. Kümmert sich ein Fuhrparkleiter hauptverantwortlich um die Fahrzeuge oder macht das jemand nebenbei? Gehen die Mitarbeiter mit den Fahrzeugen pfleglich oder eher rücksichtslos um? Hier muss gegebenenfalls die Führungsebene des Unternehmens für Veränderungen sensibilisiert werden. Man vergisst schnell, dass das Thema Fuhrpark in vielen Unternehmen der zweitgrößte Kostenblock nach den Personalkosten ist. Wir finden in der Praxis mit dem Kunden einen guten Weg, wie man das Flottenmanagement kostengünstig steuern und umsetzen kann. Weitere Informationen unter: www.hdi-gerling.de


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KOSteNÜbeRSiCHt In gewerblichen Fuhrparks hat sich Leasing als Finanzierungsinstrument klar durchgesetzt.

ONE-STOP-SHOPPING IM FUHRPARK Über 60 Prozent aller gewerblich genutzten Fahrzeuge werden heute geleast. Je größer der Fuhrpark, desto höher ist die Leasingquote. Die Vielfalt der Leasingmöglichkeiten stellt dabei manchen Flottenverantwortlichen vor eine Grundsatzentscheidung: Bietet die Hausbank, das herstellerunabhängige Leasingunternehmen oder der herstellergebundene Finanzdienstleister (die sogenannte Captive) das beste Angebot?

hAND iN hAND Umfassende und maßgeschneiderte Mobilitätslösungen für jeden Bedarf

Wer sich nur um wenige Fahrzeuge kümmern muss und sich nicht auf ein Fabrikat beschränken will, der kann sich völlig frei auf die Suche nach einem Leasingunternehmen machen, welches für die gewünschten Fahrzeuge und den jeweiligen Bedarf das günstigste Angebot macht. Doch mit jedem weiteren Fahrzeug wird das Fuhrparkmanagement komplexer. Schnell finden sich die Fuhrparkverantwortlichen in einem Spannungsfeld unterschiedlichster Interessen und Anforderungen wieder. An erster Stelle: knappe Budgets. Mit zunehmender Größe wird der Fuhrpark zu einem immer bedeutenderen Kostenfaktor im Unternehmen. Hier gilt es, die Gesamtkosten so gering und gleichzeitig planbar wie möglich zu halten. Das bedeutet, die individuell passende Lösung aus Beschaffung und begleitenden Dienstleistungen zu finden. Zweitens: hohe Flexibilität. Der Fuhrparkmanager soll Anforderungen an seine Flotte flexibel handhaben können – doch, einen Wagen nur für gelegentliche Bedarfsspitzen „auf den Hof zu stellen“, rechnet sich nicht. Alternative Mobilitätsangebote müssen für das Unternehmen erschlossen werden. Drittens: Nachhaltigkeit. Gerade bei größeren Flotten gewinnt das ressourcenschonende Fuhrparkmanagement an Bedeutung, denn der

Kraftstoffverbrauch ist inzwischen einer der größten Kostenblöcke. Und viertens: Qualität. Ein hochwertiges und einsatzbereites Fahrzeug sollte jederzeit zur Verfügung stehen. Das bedeutet: höchste Ansprüche an Fahrzeugqualität und Serviceleistungen. Alle Anforderungen zusammen bilden eine Herkulesaufgabe, die bei größeren Fuhrparks mit internen Mitteln kaum mehr zu stemmen ist. Es ist daher folgerichtig, dass viele Fuhrparkmanager auf die Zusammenarbeit mit einem hochspezialisierten Partner mit breitem Produkt- und Dienstleistungsangebot setzen. Geschäftsbanken stoßen hier schnell an ihre Grenzen, weil sie in der Regel weder über eine auf den Fuhrpark zugeschnittene, diversifizierte Produktpalette noch über das entsprechende Servicespektrum verfügen. Spezialisierte Leasingunternehmen und die Finanzdienstleister der Automobilhersteller dagegen haben ihr Know-how sowohl in der Automobil- als auch der Finanzbranche genutzt und sich zu bevorzugten Partnern für das Fuhrparkmanagement entwickelt. Spezialisierte Partner Insbesondere die stark nachgefragten zusätzlichen Service-Dienstleistungen rund um den Leasingvertrag gehören heutzutage zum Standardangebot der

meisten spezialisierten Leasinggeber: Wartung- & Verschleiß-Services, Tank& Servicekarten oder Reifendienstleistungen. Zudem bieten Leasingunternehmen wie die herstellergebundenen Finanzdienstleister für die täglichen Aufgaben des Flottenmanagements Services für interne Steuerung und Risikomanagement an: von der Software-Lösung mit Anbindung an den Leasinggeber, über OutsourcingLösungen für das Schadenmanagement bis hin zur Unterstützung bei Fragestellungen zu den Themen Steuern und Gebühren. Dieses Spektrum an bedarfsgerechten Lösungen wird kontinuierlich erweitert: „Als wir vor zwei Jahren festgestellt haben, dass sich die Flottenmanager aufgrund der steigenden Unterhaltskosten verstärkt mit Vollkostenbetrachtungen auseinander setzen, haben wir uns intensiv Gedanken gemacht, wie wir beim Kostenblock der Kfz-Versicherung mit drastisch steigenden Prämien neue Lösungen anbieten können,“ so Gerhard Künne, Sprecher der Geschäftsleitung der Volkswagen Leasing GmbH. „Das Ergebnis ist unser KaskoSchutz, eine reine Dienstleistung, bei welcher der Leistungsumfang dem einer normalen Vollkaskoversicherung entspricht, die aber aufgrund ihres neuen Ansatzes nicht der Versicherungssteuer, sondern der Umsatzsteuer unterliegt. Der Clou unserer Lösung ist die einfache und verlässliche Kalkulation ausschließlich anhand des Fahrzeugtyps und der jeweiligen Laufleistung.“ Auch in Puncto Mobilität sind Autobanken die erste Wahl. Während Leasingkunden von Banken und kleineren Leasinganbietern zur Überbrückung eines kurzfristigen oder zeitlich begrenzten Mobilitätsbedarfs auf Autovermieter ausweichen müssen, erhalten Fuhrparkverantwortliche in

solchen Fällen bei Autobanken häufig eine schnelle und einfache Lösung, da diese ihr Angebot durch Miet- und Carsharing-Angebote deutlich ausgebaut haben. Damit können Fuhrparkmanager über ihren gewohnten Ansprechpartner auch kurzfristige und zeitlich begrenzte Mobilitätsbedürfnisse komfortabel und aus einer Hand in den Griff bekommen. Keine falsche Scheu Die großen Leasingdienstleister, allen voran die Tochtergesellschaften der Automobilhersteller, bieten inzwischen für jeden Bedarf die passende Dienstleistung aus einer Hand an. Das kann auch schon bei kleineren Fuhrparks ab fünf Fahrzeugen interessant sein: Lassen sich bei größeren Flotten die Abwicklung und Kosten ohne hochspezialisierte Partner gar nicht mehr in den Griff zubekommen, so ist das Fuhrparkmanagement bei kleineren Flotten für die Verantwortlichen oft nur ein kleiner Teil ihres Aufgabenspektrums, so dass die zur Verfügung stehende Zeit für ein effizientes Fuhrparkmanagement kaum ausreicht. Die Kontaktaufnahme zu einem der großen Anbieter lohnt sich daher auf jeden Fall, denn diese bieten auch für kleinere und mittlere Fuhrparkgrößen maßgeschneiderte Angebote. Zurückhaltung oder falsche Scheu ist hier völlig unangebracht. Informationen finden Sie unter: www.vwfs.de Zu den Volkswagen Financial Services gehört nicht nur die Volkswagen Leasing GmbH mit ihrem Carsharing-Angebot Quicar, sondern auch die Euromobil GmbH, eine klassische Autovermietung.


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