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VIERTELVOR

Das Heft fürs Nauwieser Viertel

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07/08 kostenlos

Nauwieserfest-Programm im Innenteil


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Willkommen zur 9. Ausgabe von VIERTELVOR!

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as Heft versprüht teilweise ein wenig Gothic-Charme. Ja, es mag etwas finster erscheinen, aber die Inhalte sind letztendlich doch sehr lebensbejahend. Interessante Begegnungen hatten wir mit Bestatter Hubert Laubach und Pfarrer Jörg Metzinger, die mit uns ein wenig über ihre berufliche Sicht der Dinge plauderten. Dabei ging es wider Erwarten sehr weltlich zu, denn die beiden Herren schlagen sich größtenteils mit organisatorischen Dingen herum, was sie aber offensichtlich gerne tun. Desweiteren hat sich André Mailänder des nachts fotografierenderweise im Quartier rumgetrieben. Das war allerhöchste Zeit, denn wenn man bedenkt, dass das Nauwieserviertel zu 50 Prozent im Dunkeln stattfindet, ist dessen Nachtleben bisher in unserem Heft entschieden zu kurz gekommen. Auch das Titelmotiv ist von dieser Thematik beeinflusst, sind die bösen Graffiti-Kids doch vornehmlich im Finsteren unterwegs, um die Stadt mit ihrer Hautkrankheit zu überziehen.

viel Spassss! Ralf Leis

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Inhalt

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kurzes

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kopf hoch Blick nach oben, von Ralf Leis

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der begleiter Interview mit Hubert Laubach, von Mazze Gaspers und Ralf Leis

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nachtschicht Fotografien von André Mailänder

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programm nauwieserfest Das Fest der Feste

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der theker – das unbekannte wesen von Miriam Hoffmann

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teile des ganzen von Stefan „Ede“ Grenner

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wie der olle paulus Interview mit Jörg Metzinger, von Mazze Gaspers und Ralf Leis

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nichtigkeiten und turbulenzen von Véronique Verdet

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impressum WerWieWas

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nachschlag präsentiert vom Saarbrücker Käseladen

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Walter Schmidt 12. April 1924 – 16. Mai 2008

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Kurzes

Viertelfotos revisited André Mailänder, dessen Fotoarbeiten treuen VIERTELVOR-Lesern bestens bekannt sein dürften – seine großartigen Bildstrecken sind schon seit der ersten Ausgabe fester Bestandteil des Heftes – eröffnet zum Nauwieserfest seinen Fotoprojektraum „Stadtbild Kammerspiel“ in der Nauwieserstraße 50 (neben „Bleistift“). Zum Start sind dann auch folgerichtig ab 25. Juli seine bisherigen VIERTELVOR-Fotostrecken in groß zu sehen. Außerdem sind dort auch alle (noch vorhandenen) Ausgaben des Magazins zu haben. André freut sich über Besuch!

Auf dem Weg zu Freifrau Schmidt nahm er noch was zu trinken mit. Reklame

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Robert Gernhardt


Kurzes

Schick Hier mal wieder ein hübsches Beispiel für Kleinkunst im Viertel: „Mond mit grünem Schild auf tristem aber passendem Untergrund“. Schön.

Genau, so könnte doch eine Zwischenlösung aussehen. Da würde bestimmt auch die CSU mitspielen.

Das neue Wohnzimmer des Viertels Einen neuen, picobello renovierten Veranstaltungsraum stellt der Kultur- und Werkhof Nauwieser 19 e.V. künftig zur Verfügung. Die ehemaligen Verkaufsräume der „Blattlaus“ im Vordergebäude des Kulturund Werkhofes wurden zu einem offenen Raum mit Gestaltungsmöglichkeiten für unterschiedlichste Veranstaltungen und Anlässe (Familienfeiern, Seminare, Ausstellungen, Workshops, kleine Konzerte etc.) umfunktioniert. Dieser kann (täglich) zu günstigen Konditionen gemietet werden. Der Kultur- und Werkhof soll so verstärkt zum Treffpunkt und Ort des Austauschs werden – ein offenes Forum: „Wir wünschen uns, dass der Raum ein Fenster vom Nauwieser Viertel zum Kultur- und Werkhof wird, aber auch umgekehrt will er den Vereinen und Unternehmen im Hof ein Fenster in ihren Stadtteil öffnen.“ Das finden wir gut und wünschen regen Betrieb!

Kontakt: N.N., Nauwieser Straße 19 66111 Saarbrücken Tel: 0681-399 538 Mobil: 0171-940 21 89 info@N.N.nauwieser19.de www.N.N.nauwieser19.de Ansprechpartner: Purk Reuleaux 9


kopf hoch! Schöne Details gibt es da zu entdecken. von Ralf Leis

♠ Eingang in der Johannisstraße, Ecke Nassauerstraße

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♠ Von hier oben kommt er her, der Bimmelsound des Viertels mit dem unnachahmlichen Groove...

♠ Gesamtkunstwerk Schmollerbunker,

♠ Steinkater in der Grünstraße

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♠ Aus der Reihe „Unbekannte

Instanzen“: Im Haus der Caritas in der Johannisstraße 2 befindet sich auch das italienische Konsulat.

♠ Falls noch jemand Zweifel

haben sollte, inwieweit sich Schriftgestaltung auf das Erscheinungsbild auswirkt...

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♠ Fug! Fluchender Gehörnter in der Johannisstraße. A propos: Wieso wird die Johannisstraße mit „i“ geschrieben und die Johanneskirche mit „e“? Weiß das jemand?

♠ ...und hier die Baumkronen in der Seilerstraße (aktueller Stand der Dinge: die im Boden verlegten Gasleitungen sind wohl jetzt an dem rätselhaften Baumsterben schuld, damit wären wohl alle Klarheiten beseitigt.)

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♠ Das schöne Kunstwerk HEIMGEHEN

am Nordeingang vom Viertel. Auch wenn der Titel etwas von Vergänglichkeit hat, erfreut man sich doch.

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Salon

VALENTE Giuseppe Pascale

Ringelblume Naturkost Cecilienstraße 23 66111 Saarbrücken Tel: 06 81 / 39 71 35

Nauwieserstraße 9 • Tel: 06 81 / 3 65 71

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der Seit 1880 führt Hubert Laubach nun schon das Bestattungsunternehmen in der Nauwieserstraße. Okay, nicht immer derselbe, aber doch hießen sie alle so. Mit dem fünften in dieser Reihe haben wir uns unterhalten über das komplexe Geschäft mit dem Tod. von Mazze Gaspers und Ralf Leis, Fotos von Ralf Leis

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begleiter O

hne große Vorbereitung und mit diffusen Totengräber-Klischees vom hageren Gesellen, der in jedem Gruselfilm mühelos den Leibhaftigen spielen könnte, gehen wir zu unserer Verabredung mit Herrn Laubach. Wir treffen uns in seinem Büro in der Nauwieserstraße, wo vor 128 Jahren sein Urgroßvater, Schreinermeister Hubert Laubach eine Bau- und Möbelschreinerei mit Sarglager gegründet hatte. Unsere Klischees werden wir schnell los, denn uns gegenüber sitzt ein aufgeräumter, wacher Herr mit Humor und Laptop, der statt des vermeintlich branchenüblichen schwarzen einen hellen Anzug trägt und sich selbst als professionellen Dienstleister sieht. Herr Laubach, sehen Sie sich eher als Psychologen oder als Handwerker? Psychologen sind wir mit Sicherheit nicht, dazu sind wir auch nicht ausgebildet. In unserem Beruf kommt es eher auf die Erfahrung an, mit Menschen umzugehen. Früher sind die Leute zuerst zum Pfarrer gegangen, wenn jemand gestorben ist. Heute bin ich derjenige, der im Namen der Angehörigen den Pfarrer anruft, d.h. er erfährt es durch uns. Dann haben wir schon einen ersten Trauerdienst geleistet. Die Leute sind verständlicherweise erst mal außer sich, die wissen meist nicht, was sie zu tun haben. Wenn die allerdings nach dem ersten Gespräch hier rausgehen, brauchen sie an gar nichts mehr zu

denken, wir bearbeiten das alles: den Rententräger informieren, Termin mit dem Pfarrer abstimmen, GEZ abmelden, Wohnungsauflösungen, Todesanzeigen, Blumenschmuck usw. Das hört sich jetzt vielleicht schön an, aber das muss auch alles erstmal gemacht werden. Und vor allem: Ich darf dabei nichts vergessen! Auf dem Friedhof stehen nachher 50 Trauernde und da muss alles PERFEKT über die Bühne gehen. Das heißt, mit Schreinerhandwerk haben Sie auch nichts mehr zu tun? Mittlerweile gibt es eine riesige Sargindustrie – bei 850.000 Sterbefällen pro Jahr in Deutschland kein Wunder – da wird natürlich eine sehr große Palette für alle Bedürfnisse produziert. Wir sind also von der Schreinerei komplett weg, hin zum Dienstleistungsunternehmen mit ständiger Dienstbereitschaft, das versucht, den Leuten die ganzen Laufereien abzunehmen. Hier in der Stadt ist das ja auch wesentlich komplizierter, es weiß ja niemand, wo er zuerst hin muss: Auf den Winterberg Papiere abholen, dann zum Standesbeamten, Gesundheitsamt etc. Nur in den ganz kleinen Orten ist es eben noch der Schreiner, der nebenbei noch eine Beerdigung durchführt. Wenn hier das Telefon klingelt, dann sind es doch wohl in 95% der Fälle verzweifelte Menschen ... ? ...und die restlichen 5% wollen mir ne Versicherung oder nen Lottoschein verkaufen (lacht). 17


Im Ernst: Natürlich haben wir mit Trauernden zu tun und Trauer muss auch gelebt werden, das ist klar. Aber wir sehen uns eigentlich nicht als diejenigen, die den Leuten die Trauer abnehmen. Wir versuchen eben, in bestimmten Bereichen den Leuten die Arbeit abzunehmen, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können. Da benötigt man dann aber schon eine gewisse Distanz, trainiert man sich das an? Nun ja, ein typisches Beispiel ist auch die Krankenschwester, die sich rührend um die bettlägerige Oma kümmert, aber es auch schaffen muss, den Laden um 17 Uhr zu verlassen. Wir müssen alle sterben, das wissen wir. Der eine hat etwas länger, beim anderen kommts früher. Und wenn eine 90jährige Frau nach langer Krankheit stirbt, hält sich meine Betroffenheit natürlich in Grenzen. Ganz problematisch wird es allerdings, wenn Kinder sterben. Da können sie nicht mehr mit der üblichen Routine kommen: ich helfe Ihnen jetzt und wir machen das soundso. Da fängt es an, auf gewisse Weise problematisch zu werden, weil wir ja auch alle Menschen sind und man sowas nicht begreifen kann. Da wird es unmöglich, jemandem Trost zu geben. Eine psychlogisch anspruchsvolle Aufgabe. Da gehört einiges dazu, Souveränität ausstrahlen, Vertrauen vermitteln... Ja, Vertrauen zu den Menschen aufzubauen ist sehr wichtig. Wenn ein Bestatter nicht in der Lage ist, die Leute richtig anzusprechen, um denen zu zeigen: ich bin für dich da, dann hat er den Beruf verfehlt. Zum Thema Vertrauen auch eine kleine Anekdote: Ist schon einige Jahre her, da schließe ich morgens auf, komme rein, liegen da sieben eintausend-D-Mark-Scheine auf dem Boden. Zuerst dachte ich, das wär Spielgeld und jemand von meinen Mitarbeitern hätte sich einen Scherz erlaubt – komm Chef, fahr mal in Urlaub oder so. 18

Nein, die waren echt und kein Mensch wusste, was es mit diesen siebentausend Mark auf sich hatte. Ich hab die dann in ein Kuvert gemacht und in den Tresor gelegt. Irgendwann kam dann eine ältere Dame rein und fragt: Ham sie mein Geld gekriegt? Die hatte sich mal für eine Bestattungsvorsorge interessiert und gesagt bekommen, das kostet ungefähr 7000,- Mark. Dann hat die tatsächlich die sieben Tausender unter der Tür durchgeschoben und kam Wochen später vorbei, um sich zu erkundigen, ob das Geld angekommen sei. Die war nicht neben der Kapp oder so, die hat einfach gedacht, dem Laubach kannst du das ruhig unter der Tür durchschieben... soviel zu dem Vertrauen, das man einem Bestatter entgegenbringt. Wenn wir schon bei Anekdoten sind, gibt es da auch humorvolle Aspekte bei Ihrer Arbeit? Kompensation durch ein makabres Scherzlein vielleicht... Wir sind hier bestimmt keine traurigen Menschen. Dass ich natürlich nicht hier sitze und mit den Angehörigen Witze reiße, ist ja wohl klar. Aber dass solche Witze entstehen, das ist auch klar! Da gibt es eine Anekdote: Vor Jahren hatte eine Frau eine Bestattungsvorsorge gemacht und sich eine Feuerbestattung gewünscht. Die Urne sollte später im Grab der Familie in Elversberg beigesetzt werden. Dann ruft sie mich zwei Wochen später an und sagt – wortwörtlich, das vergess ich nie: „Herr Laubach, ich wollt mal was fragen. Wenn ich denn dann gestorben bin, muss ich dann die Urne in Saarbrücken abholen kommen?“ Da darf man am Telefon schon mal laut lachen und sagen: „Das do war jetzt toll, aber wisse se was, wenn Sie tot sind, bleibe se, wo se sind, wir kümmern uns um alles...“ Der Bestatterberuf ist Ihnen ja in die Wiege gelegt worden, haben Sie da eine Ausbildung genossen bzw. ist das überhaupt ein Ausbildungsberuf?


„Ob Feuerbestattung, Friedwald oder CheopsPyramide, das müssen Sie bestimmen – das weiß keiner sonst.“ ♠ Der Trend geht auch bei der Bestattung zur Individualisierung

Es gibt eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, die gibt es aber erst seit ungefähr 5 Jahren. Vorher war das ein Wahlberuf, bei dem man gesagt hat, ok, ich mache das und fertig. Man brauchte keine Ausbildung. Mein Vater ist 1974 relativ früh gestorben, da war ich gerade 17 Jahre alt, deshalb habe ich möglichst schnell meine Ausbildung zum Kaufmann gemacht und bin nach der Bundeswehr direkt hier in die Firma eingestiegen und habe die 1978 übernommen. Vorher war mein Vater allein mit meiner Mutter sowie zwei Mitarbeitern im technischen Bereich. Mittlerweile arbeiten hier 14 Hauptbeschäftigte, 3 Azubis, Aushilfen, Sargträger plus Aushilfen, die Betreuungen bei Beerdigungen durchführen. Was lernt man als Bestattungsfachkraft? Das ist wirklich sehr umfangreich. Wir haben in Deutschland für jedes Bundesland ein eigenes Bestattungsgesetz: Wann Beerdigungen durchgeführt werden dürfen, nach wie vielen Tagen frühestens oder nach wie vielen Tagen spätestens, jeder Friedhof ist anders und alle 30 km gibt es andere Bestattungsriten, d.h. in Saarlouis wird schon mal eine Bestattung ganz anders durchgeführt als in Saarbrücken. Das muss man als Bestatter natürlich wissen. Es fängt beim Weihwasser an und geht bis zu den

Stricken beim Sargeinlassen. Grabmachertechnik: Ausheben der Grabstätte, Verfüllen, Verschalen usw. – muss auch ein Bestatter wissen. Es gibt im fränkischen Münnerdorf ein großes Ausbildungszentrum, ein Riesending, dort werden Seminare zu Themen wie Rhetorik, Vorsorge oder Beratungsgespräch durchgeführt. Stichwort Technik: Wie sieht das eigentlich mit extremen Körpergrößen aus, wie geht man damit um? Tja, bei 250 kg wird es schon etwas schwierig. Da gibt es ja auch Probleme, die im Krankenhaus auf einen OP-Tisch zu kriegen. In unserem Lager drüben in der Blumenstraße haben wir Überführungskörbe, die sind so breit (Breitet die Arme auf 1,50 m aus, Red.) und aus Stahl gefertigt. Die fordert die Feuerwehr an, um z.B. jemand aus der vierten Etage mit dem Bagger runterzulassen. Man kann ja 250 kg nicht einfach so die Treppe runtertragen, es gibt ja gar kein Treppenhaus mehr, das so breit wäre, um dann noch nebeneinander zu gehen bzw. zu tragen. Natürlich gibt es da manchmal technische Hürden, die Individualität bei den Särgen ist da aber nicht das Problem. Schauen Sie sich z.B. die Urnen an, da gibt es auch alle möglichen Formen und Größen. Wie verändert sich da der Geschmack im 19


♠ Der Firmensitz in der Nauwieserstraße 27 wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Geschäft, Lager und Werkstatt fielen in Schutt und Asche und wurden nach Kriegsende neu aufgebaut. Bei der heutigen Hubert Laubach GmbH handelt es sich zwar immer noch um ein Familienunternehmen, aber dem Firmenverbund gehören mittlerweile insgesamt 13 Bestattungsunternehmen an.

Laufe der Jahrzehnte? Gibt es da auch den 50er-Jahre-Schwung oder den 80er-Schock? Da gibt es wirklich so viele Sachen – Designer, die sich um solche Sachen kümmern. Die Sargindustrie ist da auch sehr modern eingestellt, aber wir müssen immer bedenken: Die Särge, die wir heute verkaufen, sind für Personen bestimmt, die ein, zwei Generationen älter sind als wir und dementsprechend sollten die natürlich auch zu den Personen passen. Deshalb empfehlen wir ja auch Bestattungsvorsorge. Das ist ein kostenloser Service von uns, damit die Leute im Vorhinein festlegen können, wie sie ihre Bestattung haben möchten. Welchen Sarg, ob sie das „Ave Maria“ haben wollen oder lieber „Play with Fire“ von den Rolling Stones... Ich tendiere zu den Stones... Es muss aber zuerst mal jemand wissen! Wie Sie Ihre ganze Ausstattung haben möchten, Ihr Wunsch nach „Play with Fire“, ob Feuerbestattung, Friedwald oder Cheops-Pyramide, das müssen Sie bestimmen – das weiß keiner sonst. Wie sieht es mit Dreingaben aus? Glücksbringer, Kochrezepte, Beatles-Schallplatten? 20

Kochrezepte weniger, aber ne schöne Flasche Rotwein haben wir schon dabeigelegt oder was öfter vorkommt, sind z.B. Briefe, Fotos oder auch ein gemaltes Bild von der Enkelin. Das sind ja Sachen, die von Herzen kommen und das bedeutet, dass da jemand ganz arg trauert um die Person. Wir wissen ja, wie das ist, wenn jemand stirbt, der ist halt tot, der kommt nicht wieder. Sie können machen, was Sie wollen, er ist weg. Es ist halt doch ein trauriges Geschäft... Natürlich gibt’s da ganz oft sehr traurige Dinge. Deshalb machen wir z.B. Kinderbeerdigungen bis fünf Jahre auch kostenlos. Ich habe einen Verein gegründet: „Partnerschaft am Friedhof e.V.“. Der finanziert da ein bisschen mit, indem er dafür sorgt, dass eine Steinmetzfirma einen kleinen Grabstein kostenlos macht und eine Friedhofsgärtnerei da ist, die kostenlos das Grab anlegt. D.h. wir machen alles, damit es nichts kostet. Wenn die Familie dann was spenden will, kann sie das tun, wenn nicht, ist das auch völlig ok. Wir haben auch ein Fötengrabfeld auf dem Hauptfriedhof gebaut. Das war das erste, was wir mit dem Verein gemacht haben und wenn man sieht, wie viele Teddybären da stehen und Windräder sich da drehen, dann zeigt uns das, dass diese Arbeit anerkannt wird. Ihre Firma ist seit 128 Jahren hier im Viertel ansässig, da müsste man ja einen starken Bezug zu dem Standort vermuten, oder? Da sollten Sie die Leute hier aus dem Viertel befragen. Aber es stimmt natürlich, die Firma


♠ Links: Hubert Laubach III., der Großvater von Hubert Laubach Nr. fünf, mit seinen Mitarbeitern ♠ Rechts: Hubert Laubach IV., seine Frau übernahm die Geschäfte nach seinem Tod 1974 und führte diese bis zum Eintritt ihres einzigen Sohnes, Hubert Laubach.

Laubach ist mittlerweile ein Begriff hier und der Name ähnlich bekannt wie Karstadt – die Leute wissen einfach, dass hier ein Beerdigungsinstitut ist. Wir haben durchaus auch eine integrative Funktion. Da kommt jemand auch einfach so mal rein, auf ein kurzes Schwätzchen oder es gibt Menschen, die mit ihrer Trauer nicht umgehen können und nach einem Jahr immer noch total verzweifelt sind, weil ihnen vielleicht auch der Rückhalt der Familie fehlt. Solchen Leuten kann man dann eventuell mit einem Trauerpsychologen helfen. Wir kennen hier eine alleinstehende Frau, deren Mann schon vor längerer Zeit gestorben ist, die kriegt dann an Weihnachten auch mal was vorbei gebracht. Dafür muss man einfach nur Mensch sein. Meine Tante hat hier 85 Jahre gelebt, die hat hier jeden gekannt, früher war der Kontakt unter den Leuten ja auch noch ausgeprägter, weil sich das Leben mehr auf der Straße und öffentlichen Plätzen abgespielt hat. Heute treffen sich die Menschen doch eher etwas anonymer in ihren Cafés und Kneipen. In Ihrem Beruf gibt es wohl auch Bilder, die man so schnell nicht vergisst... Ja, da gibt es durchaus Fälle, die der Kripobeamte, der Feuerwehrmann und die Firma Laubach mitkriegen, die sehr belastend sein können. Wenn z.B. eine Leiche drei Monate in einer Wohnung liegt, halb skelettiert und mit Madenbefall. Ein Mitarbeiter, der so einen Auftrag erledigen muss, mit Atemmaske, Spezialanzug und Handschuhen, der hat da-

nach erst mal keine Lust mehr, das können sie mir glauben. Alleine den Geruch vergisst man nie wieder. Ich selbst habe schon so manches Kleidungsstück in die Mülltonne geworfen! Leuten, die sich hier auf diesen technischen Job bewerben, biete ich erstmal sogenannte „Schnupperkurse“ an, die sollen erstmal zwei, drei Tage mitgehen, gar nichts machen und sich das alles anschauen, danach können sie besser entscheiden, ob sie den Job machen wollen. Wenn jemand sowas noch nicht gemacht hat, weiß er nicht, wovon ich spreche. Puuh... Im Normalfall ist es ja kein Problem. Eine liebe Oma einzubetten, was beizulegen, zurechtzumachen und zu bestatten, ist was Schönes. Wenn man allerdings in die Wohnung kommt und die Neffen tragen schon den Fernseher aus der Wohnung, macht es keinen Spaß mehr. Dann kommt man sich nur noch vor, wie ein Beseitigungsunternehmen. Das finde ich schrecklich. Ich hatte hier schon Anrufe: „Kommt mal vorbei und holt die Oma ab!“, das habe ich dankend abgelehnt, da fehlt jeglicher Respekt. Jeder, der hier reinkommt, ist ein Individuum und das muss berücksichtigt werden. Ob Hartz IV, Obdachloser oder Reicher, das Menschliche ist das wichtigste! Auch wenn die Arbeitsabläufe über den Computer laufen, muss es doch persönlich bleiben, deshalb spielt das Beratungsgespräch auch die wesentliche Rolle. Schönes Schlusswort, vielen Dank für das Gespräch! ♠ 21


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Nauwieserviertel // Cecilienstraße 31 // 66111 Saarbrücken // 06 81-3 55 33 Reklame

Nauwieserviertel Cecilienstraße 15 66111 Saarbrücken Tel: 0681 / 910 06 76 www.spielbar-saarbruecken.de

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nachtschicht Fotografien von AndrÊ Mailänder

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programm nauwieserfest Grußwort

Willkommen beim Nauwieser Fest 2008

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uch in diesem Jahr hat es die Initiative Nauwieser Fest, unterstützt durch den Rockstar e.V., wieder geschafft, ein attraktives Fest auf die Beine zu stellen. Ich habe gerne die Schirmherrschaft dafür übernommen, denn gerade diese Veranstaltung ist Jahr für Jahr ein Spiegel der kulturellen Vielfalt unserer Stadt, verstärkt durch das unverwechselbare Flair, das in der Landeshauptstadt nur im Nauwieser Viertel in dieser Ausprägung zu finden ist. Seit Beginn der 80er Jahre sind wir darum bemüht, dieses zentral gelegene Stadtviertel in seiner Grundsubstanz zu bewahren und die Fortentwicklung der Wohnnutzung voranzutreiben. Die neu gestalteten Straßen und kleineren Plätze, der Kirchgarten an der Johanneskirche und der multifunktional nutzbare Landwehrplatz sind Beispiele dieser erfolgreichen Bemühungen. Die Besucherinnen und Besucher des Nauwieser Festes erwartet auch diesmal ein anspruchvolles Bühnen- und Straßenmusikprogramm mit vielen renommierten Gruppen und Bands, aber auch mit vielen jungen Musikern

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aus der Saarbrücker Nachwuchs-Szene, die sich gerne einem großen Publikum präsentieren. Nach 2006 wird es auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Kinderprogramm geben. Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Organisatoren des Nauwieser Festes, die sich immer wieder der Herausforderung stellen, den unterschiedlichsten Kunst- und Kulturformen „eine Bühne zu geben“ und damit mit großer Treffsicherheit ein Fest der besonderen Art schaffen, ein Fest, das die spezifische Lebensart des Viertels widerspiegelt und gleichzeitig unsere Stadt von einer besonders liebenswerten Seite zeigt. Allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich viel Spaß und interessante Unterhaltung beim Nauwieser Fest 2008. Saarbrücken, im Juni 2008

Charlotte Britz Oberbürgermeisterin


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programm Freitag 2 5 . 0 7 . 0 8

Samstag 2 6 . 0 7 . 0 8

hauptbühne max-ophüls-platz:

hauptbühne max-ophüls-platz:

p 19.00 Uhr

p 18.00 Uhr

Emirisian

Harmonizer

Aren Emirze, auch bekannt als Frontmann der Noiserocker Harmful, auf Solopfaden. Schwermütig, emotional und wunderschön – ein Singer/Songwriter der Extraklasse.

Psychedelic-Blues-Rock im klassischen PowerTrio-Format.

p 20.30 Uhr

Campfire

Harter Rock gespickt mit Power-Pop- und Stoner-Elementen.

Stilsichere Songs zwischen Cash und Clash. Eigenwillig und gekonnt.

p 21.15 Uhr

p 21.45 Uhr

Jeans & Teens & Colabier.

Squilla Boxer Mehr als talentierte junge Band aus Saarbrücken – experimenteller Indie-Rock vom Feinsten.

p 20.00 Uhr

Bronson Norris

Möfahead p 22.30 Uhr

She’s All That Wahnsinnige und absolut partytaugliche Melange aus Electronica, Punk und Reggae aus Köln.

p 22.45 Uhr

Diego Die Karlsruher präsentieren eine wunderbar stimmige Mixtur aus Indie, Pop, Wave und Punk.

fleur de bière, cecilienstr: p 16.30 Uhr

Sly’n’Boyle

bleistift, nauwieserstr:

Die Original Bitterroot Boys mit Country, Western und Bluegrass.

p 19.00 Uhr

Crippled Flower Garden CFG spielen mittlerweile als Trio und lassen mit ihrem abwechslungsreichen elektrischen Gitarrenrock auch weiterhin nichts vermissen.

antiquitätenladen, nauwieserstr:

bleistift, nauwieserstr: p 17.00 Uhr

X.-Point Die Band um den Gitarristen Bernd Dahlmann spielt Bluesrock-Eigenkompositionen und Klassiker aus der großen weiten Welt der Blue-notes.

p 20.00 Uhr

Memphis Rock und Pop-Covers auf der Akkustik-Gitarre.

p 20.00 Uhr

Gerd Schneider Band Rockable Live Music!

karateklub meier, nassauerstr: antiquitätenladen, nauwieserstr: p 22.00 Uhr

Die Fahrt von Holzminden nach Oldenburg Trio-Coverband, legendär & kultig!

p 20.00 Uhr

Memphis Rock und Pop-Covers auf der Akkustik-Gitarre.

karateklub meier, nassauerstr: p 22.00 Uhr

DJ Action mit der KKM-DJ-CREW Musikalische Unterhaltung vom Plattenteller.

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nauwieserfest Sonntag 2 7 . 0 7 . 0 8 hauptbühne max-ophüls-platz: p 18.00 Uhr

sonstiges:

Dreist

Bücherflohmarkt

Klassischer Rock erster Güte von und mit drei Urgesteinen der saarländischen Musik-Szene.

Samstag von14.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Hinterhof des Buchladens in der Försterstrasse. Interessierte melden sich bitte bis zum 12. Juli unter 0681-31171 beim Buchladen an.

p 20.00 Uhr

I.H.Ska Deutsche Texte, Ska, Reggae und eine Prise Rock – die Hessen verbreiten bereits seit 1990 überall wo sie auftauchen Partystimmung pur. p 21.30 Uhr

Kinderprogramm Samstag und Sonntag abwechslungsreiches Kinderprogramm mit Luftkissen auf dem Spielplatz Nauwieser Platz.

Yakuzi Trompetenpunk-Six-Pack aus Pforzheim – angesiedelt irgendwo zwischen den Mad Caddies, NOFX und Snuff, garantieren die Herren für eine schweißtreibende Liveshow.

bleistift, nauwieserstr: p 17.00 Uhr

Dubai Dance Band Abgefahrener Oriental, man weiß nie, was kommt. Metal-Dance-Combo mit Bauchtänzerinnen. p 20.00 Uhr

Little Town Blues Band Abwechslungsreicher Blues und Rock.

Kinderfest Rund um das Thema „Abenteuer Dschungel“ Samstag von 14.00 bis 20.00 Uhr und Sonntag von 13.00 bis 18.00 Uhr im Innenhof des SOS Ausbildungs- und Beschäftigungszentrums zwischen Seilerstraße und Nauwieser Platz (Eingang Nummer 9).Während die Eltern über das Fest schlendern, können Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren etwas Spannendes erleben.

Außerdem natürlich wie jedes Jahr ein großes und abwechslungsreiches Angebot an Essens-, Getränke-, Schmuck- und sonstigen Ständen auf dem Max-Ophüls-Platz, in der gesamten Nauwieserstraße und einem Abschnitt der Cecilienstraße.

schrimherrschaft: p Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken und p Christa Piper, Bezirksbürgermeisterin

von links oben: Crippled Flower Garden, Die Fahrt von Holzminden nach Oldenburg, X.-Point, Gerd Schneider, Dubai Dance Band, Little Town Blues Band

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programm nauwieserfest Grußwort Als ich 1983 von Berlin nach Saarbrücken zog, stand für mich fest: ich will im Nauwieser Viertel leben. Fast durchgängig bin ich diesem Wunsch treu geblieben und eine überzeugte Bewohnerin des Viertels geworden. In 25 Jahren hat sich einiges geändert und weiter entwickelt, aber nach wie vor wird hier Toleranz gelebt – gemischt mit Lebensfreude, Verständnis und Interesse für die Nachbarn und die vielen Kulturen, künstlerischem und sozialem Engagement, und einem Herz für Kinder. Damit identifiziere ich mich gerne. Natürlich ist das Nauwieser Fest Bestandteil der Viertel-Kultur und schon lange kein Geheimtipp mehr. Die Veranstalter wollen einmal im Jahr ihr Wohnquartier der „Welt um uns herum“ als das präsentieren, was es sympathisch macht: farbig, offen, vielfältig und manchmal auch ein bisschen „hip“. Ich habe mich deshalb sehr über die Anfrage gefreut, das Fest mit zu beschirmen. Ich danke den Veranstaltern und den vielen Künstlerinnen und Künstlern für ihr Engagement und wünsche allen, die das Fest besuchen, uneingeschränktes Vergnügen. Ihre

Christa Piper, Bezirksbürgermeisterin

Emirisian Aren Emirze – bekannt als der Noiserocker harmful – kehrt sein Innenleben nach außen und stellt sich nach mehr als zehn Jahren als professioneller Musiker alleine auf die Bühne. Er öffnet sich, macht sich angreifbar, zeigt hiermit Größe. Schwermütiger Pop, traurig schön, von internationaler Klasse. Irgendwo zwischen Elliot Smith, Nick Drake, Smog, vielleicht sogar etwas für Saddle Creek Liebhaber. Infos:www.emirsian.com Fr, 19.00 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

Campfire „Rock ohne Stadion, Country ohne Country, Clash ohne Punk – This is our music“ – Campfires Selbstbekenntnis trifft des Pudels Kern und das Herz eines jeden echten Country-Rockers, der in irgendeinem Provinznest über den Sinn in Bob Dylans Texten nachgrübelt und auf der stetigen Suche nach dem perfekten Song ist. Campfire sind laut und leise, spielen manchmal akustisch und oft In Rock. Gekonnt und eigenwillig. Infos: www.saarsound.de/campfire Fr, 20.30 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz 36


Squilla Boxer Die Band arbeitet viel mit Dissonanzen, und dem Hörer nur selten vertrauten Klängen, das Herkömmliche wird zum Feind erklärt. Das Live-Erlebnis von Squilla Boxer ist unberechenbar, da an ganz verrückten Tagen auch gerne mal eine Terz auf eine Prime folgt, welche im Instrumentenrausch von Quinten gepeitscht wird. Infos: www.myspace.com/squillaboxer Fr., 21.45 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

Diego DIEGO kommen aus New York, London, Stockholm – wo immer du sie herhaben willst. DIEGO machen Indie, Pop, Wave, Punk – was immer du auch raushören willst. Deiner Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt sein – genauso wenig wie ihrem Schaffen. Melancholie, unsagbare Freude, Hingabe, das Leben, die Musik. Infos: www.myspace.com/diegode Fr., 22.45 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

Harmonizer Stampfende Stoner-Rock-Drums, funky Basslines, 70er/80er Jahre-Gitarrensounds und gefühlvoller, melodischer Gesang bilden eine Mischung aus funkigem Blues-Pop-Rock mit psychedelischen Stimmungseinflüssen. Musik – einfach zum Fühlen und „sich verlieren“. Hier erzählt noch jedes Instrument seine eigene Geschichte. Infos: www.harmonizer-band.de Sa, 18.00 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

Bronson Norris „Moderner harter Rock“ – klingt langweilig. Nicht jedoch im Fall der Saarbrücker Band. Gewürzt mit Pop-Punk, gespickt mit Power-Pop und einer gesunden Prise Desert-Rock ergibt dies eine hochexplosive, äußerst interessante Mischung. Mit Ex- GOUGH und THE APEMEN-Mitgliedern. Infos: www.myspace.com/bronsonnorrissb Sa, 20.00 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

Möfahead Sie klingen „wie eine Kreidler Florett mit aufgebohrten Zylindern, die mit 80 Sachen Sonntagsmorgens um halb 7 aus der Dorfdisco nach Hause fährt“. Sie verkaufen im Saarland mehr Platten als die Rolling Stones und erhielten dreifach Platin für das Album „Mofa von Nazareth“. Keine Mofarockgruppe ist beliebter als MÖFAHEAD! Infos: www.myspace.com/mofahead Sa, 21.15 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz 37


programm nauwieserfest She’s All That Drei lichtscheue Breakbeatmaniacs betreten die Bühne und geben Dir musikalisch die Kante. Ihre wahre Identität verbergen sie hinter skurrilen Masken. Ihr völlig eigener Soundclash ist eine wilde Mixtur aus Elektro, Ragga, Punk und Breakbeat und in den angesagten Clubs der Republik haben sie bereits Löcher in den Boden gerockt. Infos: www.shesallthat.de

Sa, 22.30 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

Sly’n’Boyle Zwei waschechte Cowboys, die beides machen: Country und Western. Neben Klassikern wie „Ring of Fire“ interpretieren sie die größten Hits der letzten Jahrzehnte in flotter CountryManier. Darunter Lieder, deren ganze Schönheit sich erst offenbart, wenn sie mit lockerem Bluegrass-Jodeln gewürzt sind. Infos: www.slyandboyle.com Sa, 16.30 Uhr, Fleur de Bière, Cecilienstraße

Dreist Dreist formierte sich 1993 in Saarbrücken. „Es gibt nicht viele Bands, die unprätentiös unterhalten“, erkannten Thomas Blug (git) und Piet Eifel (voc, bass, harm) „und gleichzeitig exquisit rocken können“. Zusammen mit Micky Meyer (dr) wurden sie ihrem Anspruch, eine Art „göttliche Dreifaltigkeit“ im Rock zu sein, mehr als gerecht. Infos: www.dreist.org So, 18.00 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

I.H.Ska Old-School - Home-Grown - Reggae. Vom klassischen Ska über Ska-Punk bis hin zu Reggae und Dub mit deutschen Texten. Irgendwo einzuordnen zwischen Bauchnabel und Kniekehlen. Die Nische im Skagedränge. Kein Vergleich zu Anderen. Einfach Anders, einfach Gut! Infos: www.ihska.de So, 20.00 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

Yakuzi Das Wort „Trompetenpunk“ haben sich Yakuzi gleich zu Beginn auf ihr Segel geschrieben. Die Symbiose aus Punkrock und Ska war damals und ist heute nichts außergewöhnliches, aber wo andere Bands dieser Richtung dazu neigen, sich dem Midtempo und Offbeat hinzugeben, gehen Yakuzi energiegeladen und druckvoll nach vorne. Infos: www.yakuzi.de So, 21.30 Uhr, Hauptbühne Max-Ophüls-Platz

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der theker das unbekannte wesen Wie sich der eine oder andere vielleicht noch erinnern kann, schrub ich vor gut drei Jahren über die Blüten im gastronomischen Dschungel: Über die werten Gäste nämlich, die der eine oder andere leidgeprüfte Theker bewirten muss/musste/müssen wird... von Miriam Hoffmann

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nzwischen ist einige Zeit vergangen, in der ich neben der glitzernden Café-und-Kneipenwelt unserer lieblichen Metropole Saarbrücken auch das universitäre Universum des Studienabschlusses von innen begutachten durfte und darob mittlerweile doch ein wenig kürzer treten muss, was das Tablettschwingen betrifft. Nota bene: An meiner Kneipenfrequentierungsfrequenz hat sich weniger was geändert, weshalb ich mich mittlerweile geradezu genötigt fühle, auch mal die durch den Kakao zu ziehen, die ich noch vor drei Jahren vehement verteidigte: DAS PERSONAL. Denn auch sie gibt es: Die Thekertypen. Wie gewohnt ist die Darstellung völlig unvollständig, polemisch und adäquat unverschämt. Wir sind schließlich ein rauhes Volk, wir Gastronomen, wir halten das aus.

Die Models Models werden bekanntermaßen gut bezahlt. Ebenso bekannt ist auch, dass Models selten dafür bezahlt werden, dass sie Kaffee kochen oder Biere zapfen. Diesen Grundsatz haben sich einige Mitarbeiter diverser Etablis-

sements wirklich zu Herzen genommen und tun somit ihre ganze Schicht über das, wofür echte Models bezahlt werden: Rumstehen, Posieren und gut aussehen (oder wenigstens so tun, hier scheiden sich zuweilen doch die Geister). Es gilt als beinahe empirisch gesichert, dass früher oder später in jeder Kneipe mal ein Model zur Belegschaft zählt. „In der Gastro“ arbeiten ist schließlich hip und außerordentlich „bohèmien“, die französische Lebensart, die Subkultur... Und man kann später seinen intellektuellen, kreativen Freunden mit Rollkragenpullover und Hornbrille davon erzählen, wie man sich sein Studium hinter Theken finanziert hat, „Knochenarbeit“. Wenn nur nicht immer diese Gäste wären. Viel schöner ist es doch, sich die Schichten zu organisieren, an denen am wenigsten los ist und dann alle hippen, intellektuellen Freunde einzuladen, ganz viel hippes Zeug zu reden und dabei alle Getränke zu spendieren. Eventuelle Fremde, die einfach nur einen Kaffee trinken wollen oder gar etwas essen, werden mit der Zuvorkommenheit und Schnelligkeit einer schlecht gelaunten Kontinentaldrift bedient, damit sie den Fehler, in der Schicht eines Models zu erscheinen, ganz sicher nicht wieder begehen. Die Sunnyboys/-girls Auch die Sunnyboys und Girls sehen gut aus. Allerdings versuchen diese, ihren Job zu 43


machen. Wenn man allerdings genauer hinschaut, merkt man, dass auch sie ihre katastrophalen Seiten haben. Entweder sind sie schludrig und ihre Theke sieht so aus, als hätten sie einen Guerillakrieg gegen eine uns unbekannte Bedrohung geführt (und verloren). Oder sie haben die angeborene Fähigkeit zum Schäkern mit Gästen. Da wird völlig hemmungsfrei Smalltalk betrieben, gerne und meistens im dicksten Betrieb, wenn die Kollegen und alle anderen Gäste wahlweise kurz vor der Überhitzung oder Implosion stehen. Oder aber sie können nur ganz schlecht Kopfrechnen und vergessen immer wieder, Block und Stift mitzunehmen. Dann darf man als Gast einer zugegebenermaßen hübschen und netten, wenn auch exorbitant hilflosen Person dabei zusehen, wie sie minutenlang den Blick gen Himmel richtet und leise Gebete an den Gott der Getränkepreise murmelt: „Dreizwanzig und zweifünf... nee, zweisiebzig, das sind dann... das macht ... ähm ... also nochmal ... fünf ... vierzig?“. Meistens endet es damit, dass sich die hinreißende Servicekraft mit einem strahlenden Lächeln und einem ganz fix ausgedachten Preis an den Gast wendet. Dieser bezahlt artig und gibt auch noch jede Menge Trinkgeld, denn: Wer so nett ist, dem kann man einfach nicht böse sein. Oder, wenn man mit so einer Person zusammen in einer Schicht arbeitet, nur kurz. Immerhin machen diese Leute ein Vermögen mit Lächeln und teilweiser Inkompetenz. Aber mal ehrlich: Sind wir ihnen böse? Seufzend gestehen wir: nein, sind wir nicht. Hach. Die Professionellen Meist wurden sie mit Tablett in der einen 44

und einem Lappen in der anderen Hand geboren und haben schon im Kindergarten oder spätestens in der Grundschule irgendwo irgendwie hinter Theken gestanden. Man erkennt sie am oftmals verkniffenen Gesichtsausdruck, oder, wenn sie einen guten Tag haben, am eingemeißelten Lächeln. Immer schnell, immer aufmerksam, immer alle Preise im Kopf, tragen sie die Verantwortung für alle und alles: Die Gäste, die Kollegen, die Abrechnung, die Lagerbestände, die strukturelle Integrität des Gebäudes, kurzum: für die Welt. Daher kann sich auch niemand so gut über alle und alles aufregen wie die echten Profis: Schließlich sind sie die Kneipe, und alles, was nicht klappt, betrifft sie persönlich. Sie investieren meist einen Großteil ihrer Freizeit in den Betrieb, übernehmen alle Schichten, die keiner haben will und fühlen sich zu unbezahlter Mehrarbeit verpflichtet. Da ist es kein Wunder, dass die Nonchalance, mit der unprofessionelle Hilfskräfte (also alle anderen außer sie selbst) arbeiten, den Profis erstens fehlt und zweitens auf die Nerven geht. Wie kann man denn bitteschön Spaß an der Arbeit haben, wenn das Bier auf der zwei nicht richtig läuft, hm?!? Die Tai-Chi-Theker Das Leben ist im Fluss, das Chi und das Karma schwingen beruhigend, das Feng Shui räkelt sich entspannt und alles ist violett und ommmm... so oder so ähnlich lauten die Gedanken eines Tai-Chi-Thekers. Zumindest beschleicht dieses Gefühl den Gast, gerät er an diese Sorte Theker. Irgendetwas anstrengenderes KANN so ein Mensch nicht denken, denn sein ganzes Verhalten spricht eine deutliche Sprache: Alles ist


ruuuuuuhig. Und vor allem laaaaaaaangsaaaaaaam. Entscheidender Vorteil: Ein Tai-Chi-Theker ist nie gestresst. Nie. Entscheidender Nachteil: Alle anderen sind es. Immer. Kollegen, Gäste, Chefs: Ein Tai-Chi-Theker bringt sie alle zur Verzweiflung – und gleichzeitig lässt er sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen. Auch nicht von weltlichem Tand wie Bestellungen, die aufgenommen werden wollen. Oder rausgebracht. Oder Geschirr, das gespült werden will. Solchen Thekern will man manchmal die Drogen wegnehmen – um sie dann selber zu konsumieren, damit einem die Entdeckung der Langsamkeit ebenfalls zuteil wird. Oder man vor lauter glitzerndem Chi und Shui und Karma einfach vergisst, dass man vor einer halben Stunde einen Milchkaffee bestellt hat. Die Magier Äußerlich eng verwandt mit den Tai-ChiThekern sind die Magier. Ihr Trick besteht allerdings darin, in Ruhe zu verharren, während sie in Nullzeit Tabletts voller fertiger Bestellungen zaubern, die Theke sauberhalten, das Lager auffüllen und mal eben noch schnell den Putzplan erledigen, während sie angeregt mit den Gästen über Kants „Kritik der reinen Vernunft“ parlieren. Wie sie das machen, ist mir völlig unbegreiflich. Ich weiß nur, dass sich ein Houdini in Anbetracht eines solchen Thekers einfach nur weinend in seine Kiste zurückfesseln und dort bleiben würde, und das für sehr lange Zeit. Gerät man an einen Magier, rate ich, es in vollen Zügen zu genießen: das wird so schnell nicht wieder vorkommen. Denn sie sind verdammt selten.

Die Unsichtbaren Über die Unsichtbaren gibt es nicht viel zu berichten, denn wie der Name schon sagt: Sie sind nicht da. Und nicht nur das. Sie haben das Nicht-da-sein derart perfektioniert, dass sie sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in Luft aufzulösen scheinen, sobald man nach ihnen sucht. Wenn man etwas bestellen möchte. Oder bezahlen. Oder irgendwas. Man kann auf das Vorhandensein eines Unsichtbaren nur mittelbar schließen, da sich auf den Gesichtern aller Gäste ein leicht verwirrter Ausdruck zeigt und unausgesprochene Fragen wie „Die Rechnung... äh ... hallo?!“ im Raum schweben. Unsichtbare haben etwas von Schrödingers Katze, auch wenn sie sich nicht in Kisten aufhalten (obwohl, wer weiß das schon so genau...): Man kann beide nur ganz schlecht beobachten. Die Normalen Die Normalen zeichnen sich dadurch aus, dass es sie nicht gibt. Nein, Ihr habt richtig gehört, werte Leser: Ich behaupte hiermit, dass es in der Nauwieser Gastronomie keine Person gibt, die erstens in selbiger tätig und zweitens völlig normal ist. Denn: Irgendwie haben wir sie doch alle nicht mehr alle. Und sind insgeheim süchtig nach Kneipenmief, Bierzapfen und Tabletts tragen, nach dem Gefühl, in Kellnergeldbeuteln bei schlechtem Licht nach Kleingeld zu wühlen oder bis zu den Ellbogen im lauwarmen Wasser des Spülbeckens zu versinken, um Limettenstücke aus dem Abfluss zu pfriemeln. Wir können einfach nicht anders. Und gerade das macht uns so charmant und unverwechselbar. ♠ 45


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Ein ganz normaler Abend auf dem erstaunlichsten Max-Ophüls-Platz des Universums... von Stefan „Ede“ Grenner

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teile des ganzen Ein neuer sonniger Tag beginnt im erstaunlichsten von Stefan „Ede“ Grenner Viertel des Universums...

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wie der olle paulus Splatterfilme, Elektronische Musik, Sexkram und Jazz...was hat denn das in der Kirche zu suchen, fragen sich vielleicht manche, seit Pfarrer Jörg Metzinger die Johanneskirche ins 21. Jahrhundert steuert. Ein Interview. von Mazze Gaspers und Ralf Leis, Fotos von Ralf Leis

A

n der Johanneskirche kommt man im Viertel nicht vorbei. Das Aushängeschild der evangelischen Gemeinde St. Johann ist erstens als imposantes Bauwerk kaum zu übersehen und zweitens wird dort schon einige Jahre ein kulturelles Programm geboten, das auf den ersten Blick im Kontext von Kirche oft ungewöhnlich wirkt. Dass sich Filmreihen, Kunstausstellungen, Jazz-Konzerte aber sehr wohl mit Religion vertragen, lassen wir uns von dem Initiator und Antreiber dieses City-Kirchen-Projektes, Pfarrer Jörg Metzinger, einmal genauer erklären. Außerdem möchten wir ein wenig mehr über den Kirchenmann erfahren, dessen Tun nicht selten Züge von Eventmanagement aufweist. Anfang der neunziger Jahre trat er seine Stelle in der Johanneskirche an, unterbrochen von sieben Jahren Dienst in Schafbrücke. Den nimmt er auch weiterhin wahr, arbeitet seit Anfang diesen Jahres aber mit 25% seines Dienstumfanges wieder hier im Projekt Johanneskirche.

Herr Metzinger, die Aufgaben scheinen hier ja vielfältig zu sein, künstlerische Leitung, seelsorgerische Tätigkeit... Wir leisten ja projektorientierte Arbeit, d.h. es gibt einen City-Kirchen-Ausschuss und einige

Arbeitskreise, die habe ich mit dem Martin Heuer, der die künstlerische Leitung hat, zusammen zu managen. Das passiert dann auch eher im Hintergrund, ich muss nicht immer in der Bütt stehen. Ich organisiere das und mache oft den Grußonkel: ich freu mich, dass Sie alle gekommen sind usw. Während meiner Zeit in Schafbrücke war hier zeitweise gar kein Hauptamtlicher, sondern da haben Ehrenamtliche die Arbeit geschmissen und die sollen jetzt natürlich nicht zurückgedrängt werden. Es muss eben jemand die Verantwortung für die Arbeit übernehmen. Sie waren Anfang der 90er Jahre ein Vorreiter, der mit teils kontroversen Themen für ein zeitgemäßes Image hier gesorgt hat. ist das mittlerweile unerlässlich für die Kirche? Klar, dringender denn je. Man hat jetzt bei der „Nacht der Kirchen“ ganz gut erlebt, dass auch vermeintlich normale Gemeinden geschnallt haben, dass man bei so Dingen mitmachen und sich profilieren muss. Auch mal mit was zeigen muss, mit dem man sich vielleicht angreifbar macht. Manche Menschen könnten das auch als Anbiederung an den Zeitgeist sehen, oder? Das war eigentlich nie so, dass wir richtig angegriffen wurden intern. Unser Konzept basierte immer auf einem breiten Konsens: Ein 53


Platz ist die Spielwiese. Die City-Kirchen-Bewegung kommt ja aus London, die ist dort schon 20, 30 Jahre etabliert und wirkt auch in Deutschland mittlerweile bis in die Randlagen und in Stadtteilkirchen. So wie der olle Paulus das auch gemacht hat: Dem wurde schon damals in Korinth vorgeworfen, er würde sich immer nach dem Winde drehen und nicht die reine Lehre vertreten. Aber darum geht’s gerade: Ich muss kucken, wo ich bin, dann werd ich den Juden Jude und den Schwachen ein Schwacher sein. Ich muss die Sprache der Leute hier sprechen. Wenn man das Anbiedern nennt, ja gut. Gibt es im Umfeld der Kirche nicht auch reaktionäre Kräfte, die gegen progressive Dinge Vorbehalte haben, bremsend wirken? Das kann ich in der evangelischen Kirche so nicht sagen. Im Gegenteil, die Gremien, die Kirche zu verantworten haben, sind da sehr offen. Sonst hätten sie nicht in so schwierigen Zeiten jetzt nochmal über 40.000 Euro jährlich in die Hand genommen, um das hier zu personalisieren. Das ist ne Menge Geld, wenn man hört, wie die Kirchensteuer zurückgeht. Nee, also wir sind etabliert, das will keiner sterben lassen. Ist das noch so, dass Gemeindemitglieder so ganz oldschool mit ihren Alltagssorgen zu Ihnen kommen? In der Johanneskirche nicht, nein. Man muss bei City-Kirchen-Projekten auch unterscheiden, da hat jede ihr eigenes Profil. Wir sind hier eher in der experimentell-kulturellen Ecke. Es gibt City-Kirchen, die haben ein diakonisches Profil, die wollen wirklich armen Leuten 54

helfen, machen Suppenküchen oder sowas. Dann gibt’s welche, die verstehen sich als dezidierte Seelsorgestation, da findet man immer jemand, mit dem man face-to-face Beratungsgespräche machen kann. Hier kommen auch schon mal Leute rein und suchen gezielt ein seelsorgerisches Gespräch mit dem Pfarrer, aber das ist jetzt nicht so ein nach außen getragenes Angebot. Außerdem ist hier die Wiedereintritts-Stelle zweimal in der Woche, d.h. man kann Dienstags und Freitags reinkommen und wieder Mitglied in der Kirche werden. Da ergeben sich natürlich auch oft Dialoge bzw. Glaubensgespräche – die kann man dann auch wirklich old-fashioned so nennen – persönliche religiöse Biografien, die gemeinsam aufgearbeitet werden. Kennen Sie die Schäfchen Ihrer Gemeinde eigentlich und gibt es da noch Bezüge zu Individuen hier im Viertel? Ja klar. Man muss natürlich sagen, dass die Johanneskirche zwar auch Gemeindekirche ist, aber dafür sind die Kollegen zuständig. Als City-Kirche, die über die Woche geöffnet ist, sind wir natürlich für jeden da, der reinkommt und natürlich hat man sein direktes Umfeld im Blick. Es gibt einen starken Unterstützerkreis, hier in der Cecilien-/ Johannisstraße, der Axel Späth, Hotel Madeleine, der Gernot Neuheisel, zur Agentur Maksimovic hatten wir auch immer gute Kontakte. Der Kirchengarten ist diesen Leuten zu verdanken. Das Saarbrücker Bürgerforum schreibt sich das zwar gern auf die Fahnen, das ist aber nicht korrekt. Im Gegenteil, die hätten das fast noch verhindert auf den


letzten Metern. Der Walter Schmidt war uns natürlich ebenfalls ein Begriff, der hat uns auch zeitweilig hier mit Wein versorgt. Aber die Wohnbevölkerung konkret im Viertel, ist natürlich nicht bei mir im Blick, eher als potentielles Publikum für Veranstaltungen, das auch sonst Kultur an anderen Stellen wahrnimmt. Das bedeutet, dass seelsorgerische Tätigkeiten von Kollegen übernommen werden? Ja, z.B. wenn jemand stirbt, dann landet das bei den St. Johanner Kollegen wie der Martina Rief, der das Nauwieserviertel formal als Bezirk zugeordnet ist. Die St. Johanner Gemeinde ist ja ziemlich groß, die reicht vom Eschberg bis Jägersfreude und auch der Herwig Hoffmann aus Jägersfreude z.B. ist hier präsent. Trauungen, Trauerfeiern und Konfirmationen werden natürlich auch noch gemacht. Die Johanneskirche und die Christuskirche auf dem Rothenbühl sind ja die beiden Hauptkirchen für St. Johann und zwischen diesen beiden spielt sich eigentlich alles ab, wobei die Johanneskirche dabei die repräsentative Funktion übernimmt. Sie haben einen Blick auf die kulturelle Entwicklung des Viertels, wie sehen Sie die so oft beschriebene Yuppifizierung/Gentrifizierung des Viertels? Also, was oft so geschrieben wird, das Viertel würde seinen Charme verlieren, kann ich in dem Maße, wie es oft behauptet wird, nicht feststellen. Mag sein, dass das ein oder andere Liebgewordene weg ist, aber dass sich das jetzt so grundlegend verändert hätte, so teuer würde oder schickimicki, seh ich nicht. Nicht, dass man nicht genau draufschauen muss, ob’s nicht

doch kaputtgemacht wird, aber dass es unrettbar auf ‘nem anderen Weg ist, kann ich eigentlich nicht erkennen. Es ist aber eine allgemeine Entwicklung und nicht nur des Nauwieserviertels: Einen kleinen Supermarkt z.B. gibt es hier eben nicht mehr, in dem die älteren Bewohner einkaufen können, die Mieten steigen definitiv und die Originale sterben langsam aus... Ja, auf der anderen Seite, soll man da jetzt so ein Biotop bewahren? Es muss sich ja auch weiterentwickeln und wenn da keine Originale nachwachsen, kann man sie sich auch nicht hinpflanzen. Entweder passiert sowas oder es passiert eben nicht. Das hängt ja viel von Einzelpersonen ab, zumal es ja ein kleines Viertel ist. Ich glaube, die Zusammensetzung hat sich nicht so groß verändert in den letzten Jahren und ich empfinde es immer noch als das interessanteste Viertel in Saarbrücken. Sie sind auch aktiver Musiker und als Gitarrist in verschiedenen Bands tätig. Gehört zum Beruf des Pfarrers auch die Facette der „Rampensau“, des Entertainers, der die Leute einfängt? Absolut. Als ich hier anfing als junger Pfarrer, da wurd mir manchmal schon ein bisschen schummrig. Aber mir war ziemlich klar, dass man bei so einem Projekt einfach nach vorne gehen muss – als Pfarrer sowieso, aber bei so einem Projekt dreimal soviel. In der Anfangszeit war z.B. das Ziel, mindestens einmal in der Woche in der Zeitung zu stehen und einmal im Monat im Fernsehen oder Radio zu jedem Mist seinen Senf dazu zu geben. Das gehörte zum 55


Konzept, damit man so ‘ne öffentliche Nase wird. Aber nicht zum Selbstzweck, sondern um Werbung zu machen für ein Projekt, das nur funktioniert, wenn es wahrgenommen wird. Das wird in der Kirche viel zu selten gemacht, viele Kollegen zucken da zurück, genieren sich ein bisschen, gelernt hat man’s ja auch nicht richtig. Da muss man halt einfach mal reinspringen. Da gehört aber auch Talent dazu, oder? Ja, ich hab das an mir entdeckt. Ich weiß noch gut, wie ich mit diesem Siemens-Chef verabredet war und mich in meinen BOSS-Anzug geworfen habe, damit ich ihm auf Augenhöhe begegne – zumindest was den Kleidercode angeht – und dachte: Was mach ich hier eigentlich? Dann geht man in die Situation rein und stellt fest: Der kocht auch nur mit Wasser. Fürs Fernsehen wurde ich dann auch geschult, so richtig mit Interviewtraining, da gibt’s ja mittlerweile massig Fortbildungen von der Kirche. Mit der Zeit kommt auch ein bisschen Erfahrung dazu und die Nervosität legt sich. Aber in der Tat: Man muss es wollen, sonst wird das nix.

Im Viertel konzentriert sich ja auch eine große Musikszene, wie sieht’s denn mit Ihren musikalischen Vorlieben aus? Von Haus aus mag ich Blues und Rock, das mach ich ja auch selbst. Was ich entdeckt habe, hier über die Johanneskirche: Der verstorbene ehemalige Jazz-Redakteur des SR, HansHenning Rabe, hat uns am Anfang hier unterstützt. „Jazz live with friends“ war oft hier und dadurch bin ich auf die Jazz-Szene gestoßen. Bereiche, die mich vorher nicht so interessiert hatten. Albert Mangelsdorff hat beispielsweise ein paar mal hier gespielt und wenn man diese Leute live erlebt, ist das schon beeindruckend, da bin ich auf den Geschmack gekommen. Mainstreamigen, nicht zu hektischen Jazz, das ist inzwischen das, was ich am liebsten höre. Was Blues und Rock angeht, da interessiert mich in letzter Zeit eher die alten Sachen wie Robert Johnson und der frühe Ray Charles, Back to the Roots! Was steht in der Zukunft auf dem Plan der Johanneskirche?

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Der Martin und ich wollen das Programm nochmal etwas neu aufstellen, etwas weg von den vielen Kleinveranstaltungen. Die Leute dachten ja schon, man könnte die Kirche hier frei anmieten wie jeden anderen beliebigen Raum. Wir wollen jetzt „mehr weniger“ machen und dafür öfter eigene Sachen, vor allem mit großen Kooperationspartnern, die Qualität versprechen, Ophüls, Perspectives, Sommermusik... Die „Nachtbar“ soll ein Setting sein, das wir einmal im Monat anbieten, abgeleitet von den Silvesternächten: Ein bisschen DJ-Musik, bescheidene Lichtgeschichten und da werden dann auch Veranstaltungen wie beispielsweise Podiumsdiskussionen eingeklinkt. Es werden weiterhin die Filmreihen laufen, eine pro Halbjahr mit jeweils vier Terminen. Im zweiten Halbjahr wird die Reihe „Wunder“ heißen, morgens eine Predigt und abends wird ein Film geschaut, mit anschließender Diskussion. Wir brauchen hier auch dringend mal wieder ein Veranstaltung, die einen Oho-Effekt bringt. Wir wollten demnächst die Kirche kom-

plett in eine Wüste verwandeln mit wasweißich wieviel Tonnen Sand, aber da musste ich leider letzte Woche einsehen, dass wir das wohl nicht realisieren können, weil ansonsten unsere Orgel über die Wupper geht. Die müsste man so oder so komplett einpacken, aber der Sand würde sich wohl trotzdem überall reinsetzen und die Feinmechanik der Orgel ist da natürlich sehr anfällig. Gibt es Feedback von den jüngeren Semestern? Springen die auf das Programm hier an? Ja, auf jeden Fall. Die Johanneskirche ist bei den Jüngeren schon zu einer Marke geworden. Die Zielgruppe sind schon immer die jungen Erwachsenen, Studenten, so 20 Jahre aufwärts. Jetzt kommt demnächst wieder eine Schulklasse aus Saarlouis, Oberstufe Religion. Die kommen ganz bewusst hierher, um sich mal anzuhören, was Kirche heutzutage so machen kann – sie versucht halt, in diesem Jahrhundert Fuß zu fassen! ♠

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ag mal, hast du schon gehört, dass der Rasenmähermann umzieht? Dem sind, wie mir kürzlich anonym, amüsant und elektronisch berichtet wurde, dank dem schönen Fredo recht unansehnliche Hörner gewachsen. Echt, wo denn? Metaphorisch, du Depp. Weiß ich doch. Notabene und selbstredend unter uns gesagt, war ich dabei, als der schöne

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Fredo seiner Dulzinea den zwölften MolekularCocktail spendierte. Er hatte keine Kopeke mehr und ich musste für ihn die unverfrorene Zeche übernehmen. Andererseits, was kann man von einem zugereisten Halbjahres-Wirt erwarten? Den Laden, meinte ich. Wie jetzt: „den Laden, meinte ich.“? Bissel zuviel der sagenhaften Sonne genossen, Genosse? Wo er hinzieht, der Gehörnte, das würde ich


nichtigkeiten und turbulenzen von Véronique Verdet

dann doch ganz gerne wissen. Den alten Laden finde ich recht reizend. Als zweite Butze vielleicht. Wozu brauchst du eine zweite Butze? Nun ja, die Agentur wächst und gedeiht und langsam geht mir die Modellier-, Gesangs- und Krabbelgruppe meiner neuen, verdammt hübschen Nachbarin doch ein wenig auf den heutzutage häufiger als mir lieb ist recht müden Geist. Ich dachte, sie ist Designerin? Ja doch. Den städtischen Zuschlag hat aber nicht sie bekommen, sondern so ’ne Klitsche aus Kusel. Lauter Sand- und Bierkasten-Freunde, die zusammen studiert haben. Keine Ahnung. Den kleinen mit den vielen Zähnen kennst du bestimmt auch. Hmmm. Soviel ich weiß, zieht Rasen-Man in den ehemaligen „Kolibri“. Sie wiederum übernehmen den Nebel- und Brunnenladen um die Ecke. Die machen ganz gute ayurvedische Sandwichs, manchmal auch mit Fleisch, habe ich mir sagen lassen.

Oh, ah! Vorsicht, der Springer hat einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt. Er schaut in unsere Richtung. Obwohl. Schwer zu sagen, bei der Gott sei Dank sein doch ziemlich unansehnliches Gesicht halbverdeckenden und verdammt coolen, das muss ich mal beinahe völlig neidfrei zugeben, Makro-Ray Ban. Wenn du mir das, was du sagen möchtest, in 4 Worten wiederholen könntest, würde mein Herz einen Tick ruhiger schlagen, Verehrter. RUF DEN VERDAMMTEN SPRINGER HER! Fünf, dies waren fünf Worte, Bruder. Oh Mann, du Spalter unter Gottes verräterischer Sonne und meist düster dreinschauenden Auges. Jetzt ist er schon wieder rein. Nicht einmal den wohl dosierten, zumindest wenn sie schon ein paar Saisons unverletzt hinter sich gebracht haben, unterwürfigen Rundblick über die Terrasse, bevor er in das Dunkle kehrtmacht, hat der drauf, der Neue. Mal kurz in die Platane hoch geschaut – vermutlich, um der Krüppeltaube zuzuzwinkern. Ein Ökospringer. Superplan. Gut gemacht, Mister. 61


Ach komm, warum so quarrig, mein Lieber? Immerhin hat er Schuhe an. Es wird gemunkelt, dass der Rasenmähermann zusammen mit seiner Kusine ein Bed ohne Breakfast im ehemaligen Frisörsalon aufziehen will. Mit seiner Kusine? Ich dachte, sie hat super viel zu tun mit ihrer siebten Agentur? Und warum ohne Breakfast? Nun ja, die Dame hat einen Deal mit dem neuen Akupunktur- und Frühstücksladen. Ihre Gäste kriegen dort einen halben albanischen Bagel, eine, hoffen wir mal das Beste, originalverpakkte, desinfizierte Nadel wohin sie wollen und Eiswasser. Wegen der Firmenphilosophie und der Authentizität, weißt du? Die kommen übrigens auch aus Kusel. Die albanischen Bagel? Nein, ô du mein Lieblingskretin. Das Pärchen aus dem Frühstücksladen. Die Kusine dito. Hmmm. Durst spüre ich, Bruder. Blanken Durst und wachsenden Hass auf Freizeitökospringer mit einer Makro-Ray Ban, die mein Kontobe62

wusstsein im nächsten halben Jahr nie und nimmer zulassen würde. Wenn ich bloß ein solches Kontobewusstein hätte, würde es mir entschieden besser gehen. Das behauptet zumindest meine Neue. Die Analytikerin. Pfff. Schade um den Frisörladen, wenn du mich fragst. Hübsche Beine hatte sie, die Kleine. Meinem Frisör schaue ich nicht auf die Beine. Er hat keine. Weggeraucht hat er sie. Ich habe gehört, Bibi kriegt bald wieder neue. Neue was? Kryptischer Tischnachbar der Hölle. Ray Ban Makro. Sag mal, stimmt das mit dem ehemaligen Wassersommelier aus „Ma cabane au Canada?“ Macht er wirklich eine Umschulung als Poet und wohnt bei seiner Stief-Omi auf dem Land? Der doch nicht. Er nimmt die alte Lady aus wie eine wohlgenährte Weihnachts-Barbarei-Ente. Eine aus Frankreich selbstverständlich, keine tiefgekühlte aus Sbyrnznsyk. Nix macht er. Die Flasche. Wahrscheinlich ist unser neuer Zauberspringer hier ein in einem seit Jahrzehnten un-


bezahlten, völlig zugewucherten Strebergärtchen gezeugter Verwandter von ihm. Jetzt ist aber gut mit dem Jungen, ja? Barbarie heißt das oder meinst du etwa deine Barbareigefieder werden mit zornigen Früchten gemästet? Ich habe nun mal ganz tief in mir das untrügliche Gefühl, dass er gleich den Weg zu unserem Tisch findet. Hab Vertrauen, alter Freund. Schließlich sind wir so was wie TopStammgäste, oder etwa nicht? Irgendjemand da drinnen wird ihm schon klar gemacht haben, dass es solche und solche Gäste gibt und dass wir eben eher solche sind, als solche. Ja? Außerdem, Schrebergarten heißt das. Ich werde mich auf die Warteliste setzen lassen. Beim Ökonazispringerlehrling? Kommt jetzt als nächstes eine Warteschleife? Tanzt er gleich für uns? Nass, und bis auf prickelnden Bierschaum in seinem Nabel und seiner Makro-Ray Ban, nackt und hemmungslos? Bist du denn heute Nacht von all deinen fragwürdigen Geistern verlassen worden? Er konnte

dich hören, mein Lieber. Jetzt kannst du’s vergessen mit dem Espresso. Nie und Nimmer traut er sich zu uns, der Knabe. Nun können wir bis zum Schichtwechsel auf dem trockenen, wenn auch unüberspürbar schon etwas fremdverschwitzten Plastikfauteuil sitzen bleiben. Danke schön, mein Bester. Das hast du wieder ausgezeichnet hingekriegt. Und das gleich am ersten Saisontag. Das kannst du nicht bringen! Ich hatte nicht vor, die jahrelange, mühsame und zum Teil echten Angstschweiß treibende Arbeit eines jeden guten Stammgastes über Bord zu werfen, nur weil du die Molekular-Cocktails vom schönen Fredo zahlen durftest während die ExDulzinea des Rasenmähermannes dich keines Blickes würdigte. Darum geht’s hier, oder? Hmmm. Ich glaube, ich gehe rein bestellen. Was nimmst du? Wie immer. Das Gleiche wie du. Playlist: Summer in the City, Lovin’ Spoonful, 1966 63


impressum ♠ Herausgeber, Gestaltung, Redaktion:

ausgeze ichn mit dem et saarlän d Staatsp ischen reis für Design 2005

Ralf Leis Schmollerstraße 5 66111 Saarbrücken > ralf@leis-kommunikation.de www.leis-kommunikation.de ♠ Konzept, Idee:

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♦ Auflage: 7.500 ♦ Druck: repa druck, Ensheim ♥ Danke für Bravsein, Feedback, Inspiration, Korrekturlesen, Cheerleading, Stressglätten,

Mitdenken, Unterstützung, und Anzeigenakquise: Anna+Jakob, Sabine Schmidt vom Käseladen, Hubert Laubach, Jörg Metzinger, Purk Reuleaux, Ralf Groß ♥ Ebenso bedanken wir uns bei unseren Anzeigenkunden, die dieses Projekt ermöglicht haben. ♦ Alle Rechte vorbehalten. Abdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autoren oder

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Nachschlag von Sabine Schmidt – Saarbrücker Käseladen, Johannisstr. 11

auch im sommer ein genuss –

käsefondue!

Mit Freunden gemütlich auf Balkon oder im Hinterhof, schnell und unkompliziert zubereitet, dazu Salat, kräftiges Brot und ein frischer Gutedel, Weißburgunder oder Weißherbst. Grundrezept: 200g-250g frisch geriebene Käsemischung pro Person, Weißwein oder Traubensaft zum Anrühren. Wein in einem Töpfchen erwärmen. Caquelon oder normalen Topf nicht zu heiß werden lassen, Käsemischung portionsweise (ca. eine handvoll) mit einem Holzlöffel rühren bis zum Schmelzpunkt, etwas Wein dazu, wieder Käse usw., so dass die Masse cremig und nicht zu fest wird. Wichtig: Topfboden darf nicht zu heiß werden, damit nichts anbrennt. Ganz wichtig: Achter rühren, damit die Mitte nicht zu kurz kommt. (Ob links oder rechts rum, ist Anlass zu größeren philosophisch-weltanschaulichen Diskussionen...) Caquelon kann vor dem einfüllen mit Knoblauch ausgerieben werden; nach dem Einfüllen kann ein Gläschen Schnaps aufgegossen werden – erlaubt ist, was schmeckt! Wer lieber grillt, muss auf Käse nicht verzichten! Feta mit etwas Olivenöl beträufeln, Kräuter, Zwiebel, Knoblauch, Chilli, frische Paprika etc. fein geschnitten dazu – in Alufolie einpacken und grillen. Lecker schmecken auch kleine Ziegenkäse – frisch oder gereift – mit Bauchspeck umwickelt oder mit kräftigem Honig und Pinienkernen mariniert, ebenfalls in Folie. Auf diese Art lässt sich fast jeder Käse grillen. Guten Appetit wünscht Sabine Schmidt.

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Auto-Service

BUCHER KFZ-Meisterbetrieb

Inh. Norbert Gerwert e.K. Grünstraße 11-13 66111 Saarbrücken Tel: 06 81 / 3 49 74 Fax: 06 81 / 3 90 54 68 Reklame

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Viertelvor Ausgabe 9  

Viertelvor – das Magazin für's Nauwieser Viertel – Ausgabe 9 vom Juli 2008

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