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BERATUNG UND FÖRDERUNG – Barrierefreies Bauen und Wohnen In den vergangenen Jahren wurden zunehmend gesetzliche Vorschriften erlassen, Menschen mit Behinderungen die Integration in ein gemeinsames Wohn- und Lebensumfeld mit Nichtbehinderten zu erleichtern. Eine Vielzahl von Gebäudearten und die öffentliche Verkehrsanlagen müssen seither beim Bau, aber auch bei Umbauarbeiten diesen Zukunftsanforderungen an unsere gebaute Umwelt genügen. Barrierefreiheit soll allen Nutzern und Menschen mit Behinderung, nicht nur Gehbehinderten, die selbständige und sichere Nutzung baulicher Anlagen ermöglichen. Schon bei der Planung des eigenen Bauvorhabens sollten die Gedanken zur Barrierefreiheit, auch ohne gesetzliche Verpflichtung, einfließen, um auch bei Krankheit oder im Alter das neue Zuhause weiter ohne fremde Hilfe oder Einschränkungen nutzen zu können. Zu denken ist hier an sinnvoll organisierte Grundrisse und Raumverteilungen auf Erd- und Obergeschoss. Viele Maßnahmen lassen sich recht einfach bei der Planung oder dem Umbau von Wohnungen oder Gebäuden berücksichtigen. Andere erfordern gerade bei der Anpassung des Bestandes teils auch größere Umbauten. Im einzelnen müssen in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar und nutzbar sein. Dies bedeutet, das sowohl auf dem Weg von draußen über den Hauseingang zur Wohnungstür keine Barrieren den Zugang erschweren, wie auch in den Wohnungen selbst die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad, die Küche sowie der Raum mit Anschlussmöglichkeit für eine Waschmaschine durch entsprechend der Fachnorm DIN 18025 Teil 2 ausgeführte Raumzuschnitte, Türbreiten, schwellenlose Oberflächen u.ä. ohne Einschränkungen benutzt werden können. Für höhere Gebäude, Bauten mit Publikumsverkehr sowie für besondere Personengruppen (Alte, Behinderte, Personen mit Kleinkindern) gelten erweiterte Regelungen, die eine uneingeschränkte Benutzung durch jedermann sicherstellen sollen. Ein kurzer Blick in anschaulich erläuterte Planungsleitfäden zum barrierefreien Bauen zeigen zum einen, wie vielfältig die zu berücksichtigenden Anforderungen an leichter nutzbare Gebäude und Wohnungen Architektur und Energieberatung

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sind, zum anderen aber auch, wie einfach Empfehlungen beim eigenen Bauobjekt umgesetzt werden können, wenn sie denn bekannt sind und frühzeitig in die Planung miteingestellt werden können. Zur Unterstützung von Bauherren und Architekten bei der altersgerechten und zukunftstauglichen Planung von Neu- und Umbauten wurden öffentliche, von der Bayerischen Architektenkammer betreute Beratungsstellen „Barrierefreies Bauen“ in München und Nürnberg eingerichtet, bei denen regelmäßig Termine angeboten werden. Finanzielle Hilfen für die Anpassung von Bausubstanz an die geänderten Anforderungen alter oder kranker Personen erhalten Sie auf Antrag bei der Wohnraumförderung im Landratsamt.

Info Auskünfte und Beratung zum Barrierefreien Bauen erhalten Sie im Landratsamt beim Behindertenbeauftragten sowie den Mitarbeitern des technischen Bereichs des Bauamtes. Informationen und planerische Hilfestellung gibt auch die Beratungsstelle der Bayerischen Architektenkammer, die Sie unter 089/13 98 80 - 31 in München und 0911/231 49 96 in Nürnberg erreichen; www.byak.de unter „Informationen für Bauherren“.

Wohngarten in Gunzenheim

Bauen im Landkreis Donau-Ries  
Bauen im Landkreis Donau-Ries  

Informationsbroschüre Bauen