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Die Entdeckung der

Langlebigkeit

LEDERNES fürs Leben

von Nicoline Haas

Ein Leben fürs Leder: Ludwig und Katharina Schröder Seit 188 Jahren stellt die Firma Ludwig Schröder in Uetersen edle Lederwaren her. Geballtes Wissen, Sinn für Tradition, aber auch für modernes Design sind Gründe für ihren Erfolg.

D

ie Schale „Blossom“ ist fast zu schade zum Befüllen, auch leer ist sie ein Hingucker: Mit ihrem naturbraunen Kernleder und den blütenblättrig angeordneten Sattlernähten erinnert sie ein wenig an einen Medizinball anno dazumal. Ludwig Schröder streichelt die Oberfläche des Deko-Objekts. „In ,Natur pur‘-Ausführung mag ich Leder am liebsten“, sagt er. „Es wird mit der Zeit, mit zunehmender Patina immer schöner. Stücke aus solch einem Leder kann man sogar vererben.“ Fokus auf pflanzliche Gerbung

Der Uetersener Fabrikant für feine Lederaccessoires nutzt zu etwa 80 Prozent pflanzlich haltbar gemachtes Rindleder aus traditionellen Gerbereien in Deutschland und Italien. Eine Rarität, denn rund 90 Prozent der weltweit verarbeiteten Tierhäute werden mit Chrom gegerbt. Ludwig Schröder setzt auch deshalb auf die vegetabile Variante, weil er nachhaltig denkt und handelt:

„Die Konservierung mit Kastanienrinde, Mimosa- oder auch Quebrachostrauch ist umwelt- und hautfreundlicher“, erklärt er. „Nur für bestimmte Qualitäten wie beispielsweise einen sehr soften Griff oder auch knallige Farben kommt man aktuell noch nicht ohne Chrom aus.“ Sieben Generationen Lederexpertise

Ludwig Schröder ist ein wandelndes Lederlexikon. Kein Wunder: In sechster Generation führt der Kaufmann, der so heißt wie alle seine Vorgänger, den 1825 gegründeten Familienbetrieb bei Hamburg. Seine erwachsenen Kinder Katharina und Kristoph Ludwig

Gürtel „One-Piesce“ Schale „Blossom“

20 l e b e n s a r t 11|2013

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Lebensart im Norden Flensburg November 2013  
Lebensart im Norden Flensburg November 2013