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DIE ZEILE Nr. 2 / 2020

orte

FormatOst

Appenzeller Verlag

Toggenburger Verlag

edition punktuell

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Eva Ashinze und Miguel Garcia tauchen ein ins Winterthur von 1937 Philipp Probst schickt Reporterin Selma in die Innerschweiz Karin Antilli und Esther Ferrari begleiten Wälti auf die Alp


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Inhalt Wer liest da? Marcel Prohaska Spezialist für Himmels­mechanik Eva Ashinze und Miguel Garcia Historischer Krimi mit Liebesgeschichte Philipp Probst Als Autor seiner Hauptfigur ganz ähnlich Alexandra von Arx Literarische Randnotizen einer Hüttenmitarbeiterin Karin Antilli, Esther Ferrari Mit Wälti auf die Alp Daniel Studer Malerinnen im Mittelpunkt Verlagsladen Schwellbrunn Von Neuerscheinungen bis zu raren Titeln Anton Heer Ein Hoch auf die Toggenburgerbahn Notizen aus dem Verlagshaus Wer liest da? – Auflösung

Wann hat Hildebrand Namenstag? Ohne das Kalendarium wäre der Appen­ zeller Kalender nicht der Appenzeller Ka­ lender. Im Kalendarium kann man den besten Zeitpunkt zum Heuen, Holzen oder Haare schneiden nachschlagen, liest, wann Hildebrand oder Walburga Na­ menstage haben oder wann man Unkraut jäten und Bohnen stecken soll. Nicht alles sind Informationen, die man notwendi­ gerweise zum Leben braucht. Aber genau damit hat das Kalendarium dazu beige­ tragen, den seit dreihundert Jahren er­ scheinenden Appenzeller Kalender in den Status eines Kultobjektes zu heben. Fürs Kalendarium verantwortlich ist Astro­ nom Marcel Prohaska, der uns in dieser «Zeile» einen spannenden Einblick in sei­ ne Arbeit vermittelt. Und ja, richtig gele­ sen: Der Appenzeller Kalender feiert Jubi­ läum. Seit 1722 erscheinend, ist er das ­älteste Druckerzeugnis des Appen­zeller­ lands. Wir sind stolz, dass der Appenzel­ ler Verlag den Kalender seit 1975 heraus­ gibt – auch ein kleines Jubiläum. Danebst gibt es in dieser «Zeile» die erste Tranche unserer Neuerscheinungen des Herbsts zu entdecken: Romane, Kin­ derbuch, Kunstkatalog – für jeden und jede ist etwas dabei.

Christine König DIE ZEILE

© 2020, Appenzeller Verlag AG Im Rank 83, CH-9103 Schwellbrunn Tel. +41 71 353 77 55 verlag@appenzellerverlag.ch www.verlagshaus-schwellbrunn.ch DIE ZEILE ist das Kundenmagazin des Verlagshauses Schwellbrunn. Redaktion Christine König, Roger Fuchs, Katja Nideröst, Jolanda Spengler, Carmen Wueest Gedruckt auf Terra Print, 70g/m2 Titelbild: Eva Ashinze und Miguel Garcia Bild: Carmen Wueest


4 // DIE ZEILE

s e u Ne cken e d t en

Sie das n e r e i n n Abo agazin M r e g r u Toggenb r. 45.– fßr nur F Jahr). m i n e b a (6 Ausg : Bestellen 53 77 55 .ch Tel. 071 3 rmagazin e g r u b n e g h www.tog erverlag.c g r u b n e g og verlag@t


Bild: caw

Refugium für Kunst-Gäste Logiert in dieser Stube in einem alten (Ap­ penzeller) Haus jeweils Besuch? Das Bett mit Leinenüberwurf ist parat, das mitge­ brachte Blasinstrument schon mal abge­ stellt – falsch, beim Vergrössern des Bilds sehe ich Staub auf den Kofferverschlüssen, der Koffer ist schon länger hier deponiert. Halbmond und Stern auf grünem Grund sind der Blickfang im zweckmässi­ gen Büchergestell unten links – davon später. Ein paar Buchrücken stechen ins Au­ ge: Beuys, Erwin Wurm, der Fotograf Seydou Keïta, Dubuffet, Kippenberger, «Afrika im Schmuck» aus dem Dumont

Wer liest da? Bücher prägen den Menschen, Bücher im Regal können etwas über uns aussagen. In unserer Rubrik «Wer liest da?» schicken wir Autorin Gabriele Barbey, langjährige Leiterin der Bibliothek Herisau, kommentarlos ein Foto eines Bücherregals per Mail. Sie kann das Foto am Computer vergrössern, um Details besser zu sehen – mehr aber nicht. Sie analysiert, interpretiert und vermutet vom heimischen Schreibtisch aus, wem das Regal gehören könnte. Die Auflösungen finden Sie weiter hinten in diesem Heft.

Verlag – ein Titel, den man aufgrund der aktuellen Rassismus- und Kolonialis­ mus-Debatte mit geschärftem Blick anse­ hen muss? Daneben die britischen Künst­ ler Gilbert & George – und Emma Kunz, die zwölf Jahre in Waldstatt wirkte, bis zu ihrem Tod 1963. Auch Gertrud Vogler ist da, welche die Zürcher Jugendbewegung 1980 fotografisch dokumentierte: «Nur sauber gekämmt sind wir frei». In der internationalen Buchauswahl (speziell Sowjetunion/Russland, Osteuro­ pa, Island) sehe ich auch viele Namen aus der Schweiz, aus der Region: Herbert Maeder und Roman Signer, Hansruedi Frickers «Mail-Art und Tourism» aus dem Vexer Verlag 1989. Bemerkenswert der Katalog zu Harald Szeemanns Aus­ stellung «Der Hang zum Gesamtkunst­ werk» im Kunsthaus Zürich 1983. Krimis, Belletristik und Philosophi­ sches fehlen nicht, Kunstbände und Kunstperiodica überwiegen aber; Bice Curigers «Parkett» ist nur ein Beispiel. Zurück zu den Flaggen, die unten im Gestell etwas kaschieren. Im Netz erfahre ich: Bis 2017 entsprach der linke Teil der mauretanischen Flagge. Der rechte Teil ist

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die Flagge der Venda, einem Homeland, das von 1979 bis 1994 formal unabhängig von Südafrika war; diese Länder liegen geografisch weit auseinander … Generell: Steckt hinter dieser Bücherauswahl eine aufmüpfige, (früher) politisch linke Per­ sönlichkeit, die auch im Westen und Sü­ den Afrikas gereist ist? Welche Bücher wirken gebraucht? Ne­ ben «Orpheus und Eurydike» von Klaus Theleweit ist es «Freibeuter 58» auf dem zweituntersten Regal in der Mitte – The­ ma der Nummer: Erotik im Zeitalter der Pornographie, erschienen 1993 bei Wa­ genbach. Etliche Namen von nicht mehr jungen Intellektuellen mit Hang zur Fotografie ge­ hen mir durch den Kopf – oder ist dieser Bücherfundus gewachsen im Namen einer Institution? Wie auch immer: Um daraus schöpfen zu können, lässt man sich am besten einschliessen … Gabriele Barbey PS: Auch im Regal: Luise F. Pusch: «Das Deutsche als Männersprache», der SchockKlassiker von 1984. Auflösung auf Seite 31


Spezialist für Himmels­ mechanik Marcel Prohaska ist Astronom, leitet eine Sternwarte, entwickelt Software für Teleskope und errechnet für den Appenzeller Kalender jedes Jahr die Mond­ phasen und Sichtbarkeit der Sterne.

Für die Berechnungen für den Appenzeller Kalender wertet der Astronom Marcel Prohaska Daten der Nasa aus. Bild: caw

Zur kleinen Reise ins Weltall lädt Marcel Prohaska regelmässig Gruppen nach Schwanden ob Sigriswil in die Nähe des Thunersees. Und wenn keiner zuschaut, generieren an seinem Arbeitsort, in der Uni-Sternwarte Zimmerwald, drei vollau­ tomatische Teleskope je 3500 Bilder in ei­ ner Nacht. Der Blick in die Sterne begeis­ tert den 60-Jährigen jeden Tag aufs Neue. «Für mich ist es eine unaufgeregte Faszi­ nation. Und ein Staunen darüber, wie das winzige Wesen Mensch in dieses giganti­ sche, unerreichbare Universum eingebet­ tet ist», sagt Marcel Prohaska. Könnte er sich einen überirdischen Traum erfüllen, würde er sich ins Weltall beamen und ein­

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mal rund um die Milchstrasse surfen. Dank moderner Visualisierungstechnik und etwas Fantasie kann er solche Simu­ lationen im Planetarium darstellen. Der Austausch mit den Besuchern bereitet ihm Freude. Und treffen seine wissen­ schaftlichen Standpunkte auf andere Weltanschauungen, so pflege er Respekt vor der Meinung anderer. Auch für ihn gebe es Fragen, auf die weder Physik noch Mathematik abschliessende Antworten bieten können. Für die Astronomie nach Bern

Über seine Vorfahren weiss Marcel Pro­ haska nur wenig. Ausser, dass einer von


ihnen vor fünf Generationen aus der da­ maligen Tschechoslowakei nach Winterthur kam. Dort wuchs auch er auf und zügelte vor rund dreissig Jahren, damals noch Maschinenbauingenieur, nach Bern. Nur dort konnte man in der Schweiz Astronomie an einer Universität studieren. Er blieb in der Region und wohnt heute mit seiner Partnerin in ­Uetendorf, acht Kilometer entfernt von Thun. Im Grunde fühle er sich örtlich ungebunden, Hauptsache es gebe eine Sternwarte in der Nähe. Vergangenes Jahr reiste Marcel Pro­ haska für vier Wochen nach Australien, um beim Aufbau eines Observatoriums mitzuwirken. Das Projekt ist nicht zu En­ de, denn es umfasst den Bau mehrerer

weiter mit der Suche nach einem geeig­ neten Standort für ein Observatorium in Südamerika». Vernetzt mit der Nasa

Eine vergleichsweise kleine Aufgabe scheint das Errechnen der Mondlauf­ bahn, der Mondphasen und der Sternen­ positionen für den Appenzeller Kalender. Das täusche, sagt Marcel Prohaska. Als Basis für die Kalenderberechnungen die­ nen ihm öffentlich verfügbare Daten der Nasa. «Niemand sonst verfügt über de­ tailliertere Daten. Diese braucht die Nasa auch. Man kann sich kaum vorstellen, wie schwierig es ist, mit einem Raumschiff ei­ nen Planeten zu treffen.» Und eben, für die Kalender benötige er all sein Fachwis­ sen und seinen Erfahrungs­ schatz, um Formeln und Zahlenlisten auszuwerten. «Für mich ist der Blick Wobei er diese Arbeit nur in die Sterne eine einmal für mehrere Kalender unaufgeregte Faszination.» gleichzeitig erledigt. Das Be­ sondere beim Appenzeller Kalender sei das Integrieren Sternwarten auf verschiedenen Konti­ traditioneller Angaben wie Namenstage nenten und ist eine Kooperation zwi­ und Daten der Kirchenfeste. Individuell schen seinem Arbeitgeber, der Universi­ ist auch der Standort der Berechnungen. tät Bern, und dem Deutschen Zentrum Beim Appenzeller Kalender ist es Herisau. für Luft- und Raumfahrt. Marcel Prohas­ Herisau durch Zürich ersetzt, würden sich ka arbeitet auf diesen Missionen als tech­ seine Berechnungen um drei Minuten nischer Projektleiter, zuständig für die nach hinten verschieben. Genauigkeit ist Software und Inbetriebnahme der Tele­ in seinem Job wichtig. Marcel Prohaksa skope. «In Australien erlebte ich eine lacht bei der Erinnerung an einen Schre­ spannende, anstrengende und auch eine ckensmoment: «Einmal dachte ich nach schwierige Zeit, weil gerade die grössten getaner Arbeit tatsächlich, ich hätte das Buschbrände wüteten. Aktuell geht es falsche Jahr gerechnet». kni

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Der Appenzeller Kalender feiert Jubiläum: Er erscheint heuer zum 300. Mal. Erfolgreich geworden – und geblieben – ist der Appenzeller Kalender wegen seines praktischen Nutzens. Und weil er von der starken Marke Appenzell profitiert. Der Oberegger Historiker David Aragai hat die Geschichte des ersten periodisch erscheinenden Mediums des Appenzellerlands aufgearbeitet. Sein Artikel bildet den Schwerpunkt in der aktuellen Ausgabe des Appenzeller Kalenders auf das Jahr 2021. Daneben gibt es eine bewegende Reportage über eine Hausgeburt sowie das Porträt von Appenzeller-Kalender-Verkäuferin Margrit Scherrer zu lesen. Nicht fehlen dürfen das bewährte und beliebte Kalendarium mit vielen praktischen Hinweisen, Fruchtbarkeitskalender und Marktverzeichnis, Ratgeber und Anleitungen sowie die Rückblicke auf die Geschehnisse in der Welt, der Schweiz und im Appenzellerland. Christine König Appenzeller Kalender 2021 Appenzeller Verlag 160 Seiten, Fr. 13.80 ISBN 978-3-85882-830-9


Mord und Verstrickungen auf dem Glaspass

Historischer Krimi mit Liebes­geschichte

248 Seiten, Fr. 26.– ISBN 978-3-85830-236-6

Kaum ist einer fertig, sitzt sie schon am nächsten: Die Winterthurer Anwältin Eva Ashinze schreibt Krimi um Krimi. Erstmals erscheint eine Geschichte von ihr ohne die charismatische Moira van der Meer in der Hauptrolle. Aber auch das Ermittlerduo Kern und Wunderlin überzeugt.

Zwei mysteriöse Todesfälle ge

ufla

2. A

312 Seiten, Fr. 26.– ISBN 978-3-85830-261-8

18 Kriminal­ geschichten

300 Seiten, Fr. 28.– ISBN 978-3-85882-736-4

In «Winterthur 1937» ermittelt ein neues Duo, die Geschichte spielt in der Vergangenheit. Wo ist Moira van der Meer, die Ermittlerin Ihrer letzten drei Krimis geblieben? Eva Ashinze: Ich bin nicht sicher, ob sie pausiert oder nicht mehr wiederkommt. Ihre Geschichte – die Geschichte um das Verschwinden ihrer Schwester – ist er­ zählt. Sie müsste sich entwickeln, um wieder aufzutauchen. Allerdings bin ich bereits am Schreiben des nächsten Kri­ mis – ohne sie. Sie haben erst diesen Frühling den neusten Krimi fertiggestellt, und sind schon am nächsten. Schreiben Sie ständig? Ashinze: Ich nehme mir immer vor, nicht zu schreiben. Weil es auch anstrengend ist. Aber ich habe zu grosse Freude am Entwickeln der Geschichten. Ihr neuster Krimi spielt 1937. Weshalb haben Sie sich für einen historischen Kriminalroman entschieden? Ashinze: Weil ich einige historische Kri­ mis gelesen habe. Daraufhin habe ich nach Ereignissen in Winterthur gesucht,

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die sich als Gerüst eignen und Historiker Miguel Garcia angeschrieben, der unter anderem in Winterthur Führungen zum Thema Verbrechen und Strafen anbietet. Auch er hatte die Idee eines historischen Krimis, sagte aber, er tue sich schwer und könne nicht belletristisch schreiben. So haben wir uns gefunden. Was ist spannend am Jahr 1937? Ashinze: Zuerst wollten wir die Geschich­ te 1934 spielen lassen, dem Jahr des Tös­ semer Krawalls. Dann stiessen wir auf das Fussballspiel zwischen der Schweiz und Deutschland 1937. Mir war nicht bewusst, dass es damals nach dem Spiel einen gros­ sen Umzug durch die Stadt gab. Am liebs­ ten wäre ich noch weiter zurückgegangen, bis ins Mittelalter. Aber die Recherchen wären schwierig gewesen. Für «Winterthur 1937» habe ich unter anderem das Onlinearchiv der Bibliothek Winterthur genutzt, in dem man Bilder von jedem Ort und Jahr findet. Das hat mir geholfen, die Orte und die Zeit zu beschreiben. Miguel Garcia hat eine historische Erläuterung geschrieben. Weshalb war Ihnen die


1937 ist die politische Lage in der Schweiz von Unsicherheit geprägt. Man geht gegen Faschisten und Kommunisten vor, unterhält gleichzeitig diplomatische Beziehungen zu Deutschland – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Beim Fussballländerspiel Schweiz–Deutschland vom 2. Mai kommt es zwischen deutschen Fans und den Einwohnern des Winterthurer Quartiers Töss zu Auseinandersetzungen. Kurz darauf wird der Deutsche Ottmar Ritter ermordet in einem Park in Winter­ thur aufgefunden. Korporal Gottlieb Wunderlin und der Gefreite Emil Kern von der Zürcher Kantonspolizei gehen dem Geschehen auf den Grund. Macht jemand gezielt Jagd auf deutsche Staatsbürger? Wie passt der Handlangersohn Jakob ins Bild? Und was für ein Spiel treibt der Frontist und Röntgenarzt Doktor Schwarz? Den Polizisten öffnen sich unerwartet Abgründe. Nichts ist, wie es scheint.

Sie schreibt belletristisch, er sachlich: Anwältin und Krimiautorin Eva Ashinze und Miguel Garcia. Bild: caw

Einbettung in den historischen Kontext wichtig? Ashinze: Die Geschichte ist erfunden. Aber wenn ich in Anspruch nehme, einen historischen Krimi zu schreiben, muss der Rahmen stimmen. Alles andere wäre nicht professionell.

Eva Ashinze Winterthur 1937

Wie haben Sie Ihre Hauptfiguren für diesen Krimi gefunden, die Ermittler Wunderlin und Kern? Ashinze: Es mussten Männer sein. Frau­ en gab es damals bei der Polizei nicht. Kern, der jüngere, bot mir die Möglich­ keit, eine Liebesgeschichte einzubauen. Ich glaube, die Leser mögen es, wenn es knistert. Und mit Elli, Kerns Freundin, konnte ich die Stellung der Frauen damals aufgreifen. Elli ist eine selbstbewusste, junge Frau. Ashinze: Und dennoch merkt man an ihr auch, dass Frauen damals noch nicht alles offenstand: Arbeiten durfte sie, aber ein Studium hätte ihr der Vater nicht finanziert, obwohl er fortschritt­ lich dachte. Die Frau des Ermordeten ist das Gegenteil: Sie kümmert sich aus­

orte Verlag 224 Seiten, ill., Fr. 28.– ISBN 978-3-85830-275-5

schliesslich um Haushalt und Kind. Die­ se Rollenbilder aufzuzeigen, war mir wichtig. Sie haben gesagt, Sie schreiben bereits an einem neuen Krimi? Ashinze: Ja. Er spielt in der Gegenwart. Hauptfigur ist ein Polizist. Seine Ge­ schichte könnte mehrere Bücher um­ spannen. Mir fällt es leichter, die persön­ liche Geschichte der Hauptfiguren zu konstruieren, als den Krimi an sich zu schreiben. Mit all den technischen Mög­ lichkeiten, die der Polizei zur Verfügung

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stehen, wird es immer schwieriger, einen Fall zu konstruieren, der spannend ist. Eigentlich ist die Polizei heute zu gut für Krimischreiber. Muss denn der Fall immer aufgeklärt werden? Ashinze: Für mich schon. Aber es kön­ nen Fragen zurückbleiben: Wurde der richtige Täter gefasst? Ich habe mir auch schon überlegt, ungeklärte Fälle als Vorla­ ge zu nehmen. Die Akten dazu werden nach einem gewissen Zeitraum öffentlich zugänglich. ckö


Christine Fischers Gang durch das Jahr öffnet den Blick für die Kostbarkeiten des Lebens

Als Autor seiner Haupt­ figur ganz ähnlich Reporterin Selma bricht zu ihrem zweiten Abenteuer auf: «Wölfe» als Nachfolge­ roman zu «Alpsegen» spielt in der Innerschweiz. Autor Philipp Probst ertappt sich derweil immer wieder, im Alltag gleich zu ticken wie seine Hauptfigur.

168 Seiten, Fr. 26.– ISBN 978-3-85830-260-1

PETER K. WEHRLIS UNÜBLICHE ART DER WAHRNEHMUNG

376 Seiten, Fr. 28.– ISBN 978-3-85830-264-9

Eine Liebesbeziehung zweier Menschen am Lebensabend

116 Seiten, Fr. 28.– ISBN 978-3-85830-263-2

Philipp Probst zeigt mitten auf der Dorf­ strasse in Engelberg in nordöstlicher Richtung zum Berg oberhalb von Horbis. Dort spielt ein grosser Teil seines Romans «Wölfe», der an den im Frühjahr erschie­ nenen «Alpsegen» anknüpft. Liebe, Dra­ ma und Abenteuer vermischen sich zu ei­ ner spannenden Geschichte, in deren Zentrum wiederum die aus Basel stam­ mende Reporterin Selma steht. Bewusst hat Philipp Probst für seine Romanserie eine Frau als Hauptfigur gewählt. Es sei viel spannender, eine Frauenfigur zu in­ szenieren und weiblich zu denken, als ei­ nen Mann ins Zentrum zu rücken. Das möge auch mit seiner Persönlichkeit zu tun haben, sagt der Autor. «Auch ich handle manchmal weiblich.» Beispiels­ weise sei die männliche Reaktion bei ei­ nem Unfall, allen anderen die Schuld zu geben. Eine Frau würde vielleicht im ers­ ten Moment ebenfalls fluchen, dann aber schnell die Situation reflektieren und überlegen, was sie selbst falsch gemacht habe. «Das reflektierte Denken, das mich selbst fasziniert, fehlt vielen Männern.» Hauptberuflich arbeitet Philipp Probst als Busfahrer bei den Basler Verkehrs-Be­ trieben. Zuvor war er jahrelang als Jour­ nalist tätig, unter anderem für die Schwei­

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zer Illustrierte, wo er viele bekannte Per­ sönlichkeiten kennenlernen konnte – darunter den Innerrhoder alt Bundesrat Arnold Koller. «Ein sehr liebenswürdiger Mensch», erinnert sich der 55-Jährige. Mit einer regelmässigen Kolumne in der Basler Zeitung hat Probst zwar dem Jour­ nalismus noch nicht ganz den Rücken ge­ kehrt, doch das Schreiben von Büchern ist ihm heute lieber als die Recherche für Zeitungsartikel. «Beim Bücher schreiben und Entwickeln einer Geschichte kann ich meiner Fantasie freien Lauf lassen.» Einer seiner Lieblingsplätze zum Schrei­ ben ist das Starbucks Coffee am Clara­ platz in Basel. Die Arbeit bei einem Ver­ kehrsbetrieb bringe es mit sich, dass man manchmal drei bis vier Stunden Pause ha­ be zwischen den Einsätzen. Im Starbucks könne er sich einen Kaffee holen und oh­ ne weiteren Konsumzwang in die Tasten greifen. Die Orte für seine Romane sucht sich Philipp Probst gezielt aus: Während «Alp­ segen» die Leserinnen und Leser ins Ber­ ner Oberland mitnimmt, spielt die Ge­ schichte in «Wölfe» im innerschweizeri­ schen Engelberg und der umliegenden Bergwelt. Der Autor nennt zwei Gründe: Zum einen gebe es in Engelberg eine


Selmas erstes Abenteuer im Berner Oberland

240 Seiten, Fr. 34.– ISBN 978-3-85830-266-3

Philipp Probst in Engelberg, dem Schauplatz seines neusten Romans. Bild: caw

schwedische Community mit verrückten Snowboardern und Skifahrern – den so­ genannten Freeridern –, welche ihn faszi­ niert habe, zum anderen sei es tatsächlich so, dass in der Bergwelt oberhalb von Horbis einmal ein Wolf gesichtet worden sei. Somit hatte er zwei wichtige Kompo­ nenten, um eine Geschichte zu formen und Selma in ihr nächstes Abenteuer auf­ brechen zu lassen. Um Fiktion und Reali­ tät gut miteinander zu verweben, ver­ bringt Philipp Probst immer auch einige Tage in der Region, in der seine Geschich­ te spielt. Rund dreimal sei er nach Engel­ berg gereist, einmal habe er eine Woche lang auf dem Campingplatz gelebt und dabei an seinem Roman gearbeitet. Mit seiner Hauptfigur Selma fühlt sich Philipp Probst inzwischen so sehr ver­ bunden, dass es durchaus Parallelen gibt. «Wenn Selma flucht oder jemanden an­ schnauzt, bereut sie es fünf Minuten spä­ ter wieder. Das geht mir genauso. Oder ich habe mittlerweile auch gelernt, mich über Kleinigkeiten zu wundern, die sonst nur Frauen auffallen. Beispielsweise wie jemand angezogen ist.» Bereits steht fest, dass Selmas turbulentes Leben weitergeht. Im dritten Ro­ man der Serie wird sie ins Engadin auf­

brechen müssen. Es deutet alles darauf hin, dass sie den Piz Bernina, den König der Ostalpen, hinaufkraxeln muss. Zu­ dem entwickelt sich auch die verzwickte Familiengeschichte weiter. Da lohnt es sich, vorgängig «Alpsegen» und «Wölfe» gelesen zu haben. rf

Nicht nur wildlebende Wölfe sind schuld daran, dass Selmas Leben bei einer Fotoreportage in Engelberg aus den Fugen gerät. Dabei wollte die Reporterin aus Basel doch nur tolle Fotos von einer Gruppe Freeridern machen. Bald schon verstrickt sie sich in mehrere Geschichten, muss aus einer Gletscherspalte gerettet werden und schaut in den Lauf eines Gewehrs. Auch privat ist sie gefordert: Selma Legrand-Hedlung hat auf einmal eine zweite Familie und hegt Gefühle zu mehr als nur einem Mann. Autor Philipp Probst knüpft mit dem zweiten Buch seiner Romanserie an das erfolgreiche Werk «Alpsegen» an.

Philipp Probst Wölfe – Die Reporterin in Engelberg orte Verlag 248 Seiten Fr. 34.– ISBN 978-3-85830-276-2

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Draussen unterwegs

Im grössten Schweizer Naturpark

BEKANNTES UND UNBEKANNTES IM APPENZELLERLAND ENTDECKEN

216 Seiten, ill., Fr. 38.– ISBN 978-3-85882-448-6

Der Blumenführer für botanische Entdeckungsreisen

304 Seiten, Fr. 38.– ISBN 978-3-85882-808-8

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268 Seiten, ill., Fr. 38.– ISBN 978-3-905724-15-8


In neun Etappen auf Zwinglis Spuren von Wildhaus nach Kappel am Albis

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200 Seiten, ill., Fr. 38.– ISBN 978-3-85882-773-9

FÜR JEDE WOCHE DES JAHRES EINE WANDERUNG

336 Seiten, Fr. 38.– ISBN 978-3-85882-594-0

EINE DER SCHÖNSTEN WANDERREGIONEN DER SCHWEIZ ENTDECKEN

256 Seiten, Fr. 38.– ISBN 978-3-908166-23-8


Literarische Randnotizen einer Hüttenmitarbeiterin Als Mitarbeiterin in einer SAC-Hütte erlebt man Ungewohntes. Vor allem als Städterin. Alexandra von Arx hat die Randnotizen ihres Bergsommers 2019 am Hundstein in einem persönlichen Hüttenbuch festgehalten. Die Erzählungen lassen schmunzeln und nachdenken.

Nach den «Hundsteinhüttenbuchrandnotizen» ist Alexandra von Arxs Kopf frei für neue Projekte. Bild: caw

Vor zwei Jahren ist Alexandra von Arx nach Urnäsch gekommen. Das Landleben war der Juristin, die in Olten aufgewach­ sen ist, neu. Ebenso das Appenzellerland. Der Zufall, beziehungsweise das Internet, führte sie hierher. Nach einem längeren Aufenthalt in Paris wollte sie zurück in die Schweiz. «Paris ist eine anstrengende Stadt und die Überreizung der Sinne gross. Was lange gepasst hat, wurde mir plötzlich zu viel», sagt die 48-Jährige, die sich selbst als Nomadin bezeichnet. Es zog sie aufs Land. An einen Rückzugsort, wo sie schreiben wollte – sie arbeitete ge­ rade an ihrem ersten Roman. In Urnäsch

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fand sie diesen Ort. Von der Landschaft mit Hügeln und Bergen angetan, tauchte sie in eine neue Welt ein, war fasziniert von den Traditionen wie Silvesterchlau­ sen und Öberefahre. Hier konnte sie in die Rolle schlüpfen, die ihr besonders zu­ sagt: in jene der Beobachterin. Von Kiew direkt in den Alpstein

Von ihrer präzisen Beobachtungsgabe profitiert Alexandra von Arx auch beruf­ lich. Als Mitglied des Schweizerischen Ex­ pertenpools für zivile Friedensförderung ist sie regelmässig als Wahlbeobachterin unterwegs, hauptsächlich in der ehemali­


Die literarischen Aufzeichnungen einer Hüttenmitarbeiterin erzählen von Höhenschwindel und Kuhphobie, von geheimniskrämerischen Appenzellern und komplizierten Gästen, von Gondelfahrten und Gedichten, von Heimweh und Rückwanderung, überhaupt vom Wandern, auch vom Barfusswandern, Melken und Jodeln, Kochen und Putzen, von Betten-Tetris und «Verkäuferlis». Die Erzählungen aus dem Kosmos der Hundsteinhütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC im Alpstein sind so unbeschwert, verspielt und übermütig wie der Flug eines Schmetterlings im Bergsommer.

35 Kurzgeschichten entführen in die Welt des Appenzellerlandes: Verblüffendes und Unglaubliches lässt staunen.

Alexandra von Arx Hundsteinhüttenbuchrandnotizen orte Verlag 128 Seiten, Fr. 26.– ISBN 978-3-85830-274-8

gen Sowjetunion: in Armenien, Usbekis­ tan, Tadschikistan. Oder in Kiew, wo sie im April 2019 auf das Inserat des Hütten­ warts der Hundsteinhütte aufmerksam wurde: «Flinke, belastbare und teamfä­ hige Hüttenmitarbeiter/in gesucht.» Ihr Einsatz als Wahlbeobachterin neigte sich dem Ende entgegen, und der Sommerjob kam gelegen. So nahm sie wenige Wochen später erstmals den Weg von Brülisau hi­ nauf zur SAC-Hütte am Hundstein unter die Wanderschuhe. Diesen Weg sollte sie im Sommer 2019 noch Dutzende Male gehen. Als Hüttenmitarbeiterin hatte sie viel zu tun. Sie stand mittendrin, packte über­ all an. Und sie beobachtete genau. Ihren Plan, an freien Tagen zwischen den Ar­ beitseinsätzen an ihrem zweiten Roman zu schreiben, gab Alexandra von Arx bald auf. Dazu habe ihr gedanklich der Raum gefehlt. Geschrieben hat sie trotzdem und die Erlebnisse ihrer Hüttenzeit auf Papier gebracht. «Ich spürte einfach, dass ich diesen Sommer festhalten muss.» An ein Buch dachte sie allerdings nicht. Erst im Winter nahm diese Idee Form an. Zwei Monate formulierte sie die Notizen aus und ergänzte sie mit Themen, die sie all­ gemein beschäftigen. Die Schweiz als

Sehnsuchtsort beispielsweise oder die Be­ deutung des Rückwanderns. Entstanden ist ein heiteres Buch mit unbeschwerten, übermütigen Episoden. Dazu passt das Zitat von Heinz Erhardt, mit dem sie ein­ steigt: «Ich könnte manchmal vor Glück eine ganze Allee von Purzelbäumen schla­ gen.» Hüttenhund als Verbündeten

Die «Hundsteinhüttenbuchrandnotizen» hat die Autorin Ghielli gewidmet, dem Hundsteinhüttenhund. Zu ihm hat sie während des Sommers eine besondere Beziehung aufgebaut. Entsprechend oft kommt der Briard vor. Alexandra von Arx bezeichnet Ghielli als ihren Verbündeten, ihren «Schwindelcoach». Dank ihm habe sie die Höhenangst ein Stück weit in den Griff bekommen und könne inzwischen stressfrei auf dem exponierten Weg vom Hohen Kasten über Stauberen zur Saxer­ lücke wandern. Coronabedingt ist sie der­ zeit nicht als Wahlbeobachterin unter­ wegs. Sie verbringt den Sommer in Ur­ näsch, mit Schreiben und Wandern. Sie sei gern zu Fuss unterwegs. «In der Lang­ samkeit nimmt man vieles bewusster wahr. Die Gedanken sind frei.» Frei für neue Projekte. jsp

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128 Seiten, Fr. 22.– ISBN 978-3-85882-834-7

MARIO ANDREOTTI GEHT DEM KULTURELLEN VERLUST IN SPRACHE, SCHULE UND BILDUNG AUF DEN GRUND

120 Seiten, Fr. 28.– ISBN 978-3-03895-013-4


Mit Wälti auf die Alp Zuerst hat der kleine Wälti das Silvesterchlausen entdeckt. Und jetzt, im neuen Kinderbuch «Wälti wird Geissbub», spielt der Urnäscher Bauernbub zum zweiten Mal die Hauptrolle.

In farbenfrohen Szenen malte Karin An­ tilli Frick, wie das Chlausenfieber ihren Mann Walter Frick – Wälti – einst packte. Nun ist die Lehrerin und Gestalterin noch einmal tief in die Familiengeschich­ te eingetaucht. Für «Wälti wird Geiss­ bub» hörte sie erneut genau zu, wie es damals war, Ende der 1960er-Jahre, als Wälti zum ersten Mal in die gelben Ho­ sen stieg. Sie fragte nach, wie er sich zu­ rechtfand in der neuen Rolle und erfuhr: «Der Geissbub bestimmt das Tempo. Um die Ziegen in der Nähe zu halten, ist es wichtig, langsam zu gehen.» Und von heutigen Geissbuben weiss sie, dass man­ che vor ihrem ersten Einsatz schlaflose Nächte haben, während andere ganz cool vorneweg marschieren. Lieber frech als brav

Für den Text fand Karin Antilli Frick in Esther Ferrari erneut eine einfühlsame

32 Seiten, ill., Fr. 29.80 ISBN 978-3-85882-249-9

Geschichtenerzählerin. Für beide Frauen ist es wichtig, dass die Urnäscher Kinder so charakterisiert werden, wie sie wirklich sind und früher schon waren, nämlich dem Brauchtum verbunden und ein biss­ chen frech. Eine allzu brave Geschichte sollte es darum nicht werden. Ein Rapid statt eines Lediwagens, abgeschnittene Zöpfe und brachial gestochene Ohrlöcher sind aus dem Leben gegriffene Motive. Zuviel soll zum Inhalt aber nicht verraten werden. Nur das noch: Ein Lieblingsbild der Macherinnen und typisch fürs Urnä­ scher Dorfleben ist jenes der vielen Kin­ der, die aus den Schulhausfenstern gu­ cken als ein Alpzug vorbeizieht. «Es ist heute noch so. Kaum hören die Kinder die Schellen der Kühe und das Zauren der Sennen, gibt es kein Halten mehr», sagt Esther Ferrari. Sie lacht und findet, wo es Kinder habe, dürfe es auch «tätschen», so wie im echten Leben.

Immenser Aufwand

In «Wälti wird Geissbub» sind Bilder und Text sorgfältig aufeinander abgestimmt. «Das erfordert viel Fingerspitzengefühl und abwägen, weil wir beide gute Ideen haben», sagt Karin Antilli Frick. Ihre Illus­ trationen sind sehr bunt und detailreich. Vierzig bis sechzig Stunden malte die Ge­ stalterin an jeder der vierzehn Bildtafeln. Dieses Mal hat sie in ihrem Atelier im ehe­ maligen Waisenhaus in Urnäsch an zwei Bildern gleichzeitig gearbeitet. Auf diese Weise kam sie schneller vorwärts. Und sie gewann durchs Abwechseln immer wieder einen frischen Blick aufs jeweilige Sujet. Kurz Abstand nehmen half bei etlichen Entscheidungen, die es bei jedem Bild zu treffen galt. «Braucht es auf dem Bild noch eine Person, ein Tier, einen Gegenstand mehr oder nicht?» Hilfreiche Hinweise er­ hielt Karin Antilli Frick von ihrem Wälti, auf dessen Kindheitserinnerungen die Ge­

24 Seiten, ill., Fr. 19.– ISBN 978-3-85882-824-8


Bewährtes Duo: Illustratorin Karin Antilli und Autorin Esther Ferrari. Bild: caw

schichte ja basiert. Als Brauchtumsspezia­ list des Brauchtumsmuseums Urnäsch hat Walter Frick Zugang zum Bildarchiv. So setzte die Gestalterin ihre Bildideen mit Hilfe historischer Vorlagen, eigener Fotos von Alpfahrten und mit ihrer Vorstel­ lungskraft um. Nebst ihrer Tätigkeit als Lehrerin in Hundwil, malte sie in jeder freien Minute – monatelang. Die origina­ len Bilder werden an der Buchvernissage ausgestellt und auch verkauft. Den passen­ den Rahmen für den Anlass bietet das Brauchtumsmuseum Urnäsch. Dort, wo sich Wälti wie zu Hause fühlt. kni

Wenn der Schnee in den Bergen geschmolzen ist und es Sommer wird, ziehen die Appenzeller Sennen mit ihren Kühen auf die Alpen. Bauernbub Wälti und seine Familie machen sich für die Alpfahrt bereit. Wälti soll als Geissbub den Kühen und Sennen vorangehen. In Gedanken hört er die zauernden Sennen und die Schellen der Kühe. Das ist für ihn die schönste Musik. Aber Wälti ist aufgeregt. Wird er den Weg auf die Alp finden? Wäre seine jüngere Schwester Heidi nicht ein besserer Geissbub als er? Er hat noch nicht einmal ein Loch im Ohr für eine Ohreschuefe, den traditionellen Ohrschmuck der Appenzeller! Aber da kann Grossvater helfen.

« Wälti wird Geissbub » ist nach «Wälti wird Silvesterchlaus» das zweite Kinderbuch mit dem Urnäscher Bauernbub Wälti in der Hauptrolle. Auf Karin Antillis Bildern können Kinder viele Details entdecken, und Esther Ferrari gelingt es, ein Stück Appenzeller Brauchtum in eine mitreissende Geschichte zu packen.

Karin Antilli Frick, Esther Ferrari Wälti wird Geissbub Appenzeller Verlag 36 Seiten, ill., Fr. 29.80 ISBN: 978-3-85882-836-1

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Ungewohnte Blickwinkel und starke Stimmungen 400 x 310 mm, Fr. 25.80 ISBN 978-3-85882-828-6

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Das Toggenburg – authentisch und charmant AU G So

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Das Appenzellerland im Grossformat – eindrücklich schön

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Spannender Vergleich zwischen St. Gallen einst und heute Gasthaus

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Moerlin vorletzte (Möhrli) und Jahrhund Hotel Hirsc ertw Haus zum hen, um Möhrli, welc ende gab es im 1905. schildes Umk hes spät «Augustin er im Neub reis weniger Mete Die zentrale Lage ergasse» ist der Hinw au von 1907 viele r eine ganze Reih gleich bei der Durchfah eis auf die e von Gast Jahrzehn rt des Schi te Stallunge häusern benertors und n zu sehe das Haushaltwaren n. Kantonsb geschäft Hotels: Löwen, Möh in die Stadt war Schmidha ibliothek prädestin Vadiana user Ruck rli, Hirschen, Gallu iert für Behe St. Galle stuhl behe shof und n, VadSlg rbergte. viele meh rbungsbetriebe. Zumbühl Interessa Um die 346 ntes Deta r. In der Bildmitte il: Unterhalb das des Stras sen-

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Malerinnen im Mittelpunkt

EIN EINFÜHLSAMES UND SENSIBLES

BILDERBUCH ÜBER TRENNUNG UND NEUBEGINN

Kaum jemand kennt Schweizer Künstlerinnen, die vor gut hundert Jahren von ihrem Beruf leben konnten. Daniel Studer, Direktor des Historischen und Völkerkundemuseums St.Gallen, will das ändern. Mit der Ausstellung «Berufswunsch ­Malerin!» und der Begleitpublikation erfüllt er sich einen lang gehegten Wunsch.

36 Seiten, ill., Fr. 29.80 ISBN 978-3-905724-66-0

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Die Restauratorin fährt mit einem Watte­ stäbchen vorsichtig über das Gesicht von Marie-Louise Bion (1859–1939). Die Port­ rätistin hat sich auf dem Ölbild selbst dar­ gestellt. Einen Raum weiter ist der hausin­ terne Schreiner dabei, Holzwände für die Ausstellung zurecht zu sägen. Seinen Weg kreuzt eilig die 3-D-Gestalterin, sie muss zur Recherche ins Archiv. Mehr als ein Dutzend Beteiligte sind zwei Monate vor der Vernissage am 28. August mit der Aus­ stellung über die Schweizer Wegbereite­ rinnen der Kunst beschäftigt. Mittendrin steht Daniel Studer. Jahrzehntelang hat er sich dem Thema Frauenkunst gewidmet. Genau genommen seit seinem Studium an der Universität Zürich in den Achtziger­ jahren, das er mit der kunsthistorischen Dissertation über die Farbholzschneiderin und Malerin Martha Cunz abschloss (1876–1961). «Ich hatte das Glück, dass es sehr gute Quellen gab. So konnte ich ihr Leben und Werk beinahe lückenlos erfor­ schen.» Die St. Galler Künstlerin war darum von Anfang an gesetzt als Teil der Ausstellung im Historischen und Völker­ kundemuseum. Idee geboren

52 Seiten, ill., Fr. 29.80 ISBN 978-3-905724-60-8

Nicht bei allen der elf ausgewählten Schweizer Künstlerinnen war die Daten­ lage laut Daniel Studer gleich komfortabel. Gemeinsam ist ihnen, dass sie aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammten, aber nicht dem gängigen Rollenbild ent­ sprachen. Um ihr künstlerisches Hand­ werk zu lernen und ein ernstzunehmen­

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des Werk zu schaffen, hatten Martha Cunz und ihre Zeitgenossinnen viele Schwierigkeiten zu überwinden. Der Zu­ gang zu Kunstakademien blieb ihnen bis 1919 verwehrt, den akademischen Unter­ richt mussten sie sich privat organisieren. Herausfordernd war es für die Malerin­ nen auch, mit ihrer Arbeit, zumindest teilweise, den Lebensunterhalt zu finan­ zieren. Gern erzählt der Museumsdirek­ tor die Anekdote über einen Interessen­ ten, der ein Bild nicht mehr kaufen wollte, weil sich herausstellte, dass sich hinter dem Kürzel M. Cunz kein Mann, sondern eben eine Martha verbarg. Daniel Studer könnte abendfüllend erzählen von der herben Frau mit der tiefen Stimme, die Stumpen rauchte und sich bei der Arbeit auf japanisierende Farbholzschnitte spe­ zialisierte. Das hat er auch schon, an ei­ nem Vortrag im Kunstmuseum Bern im Juni 2018. Dort entstand die Idee zur Aus­ stellung in St. Gallen. Populäre Frauenkunst

Daniel Studer betont, dass die Qualität der Werke das einzig entscheidende Kri­ terium bei der Auswahl der vertretenen Künstlerinnen war, unabhängig von schil­ lernden Lebensgeschichten. «Die Bilder der Malerinnen mussten künstlerisch auf der Höhe der Zeit sein und jenen der meist bekannteren, männlichen Kollegen ebenbürtig.» Allerdings war es Studer und seinem Gremium wichtig, mit sechs Vertreterinnen aus der Ostschweiz einen regionalen Schwerpunkt zu setzen. Nicht


Daniel Studer widmet sich seit vielen Jahren dem Thema Frauenkunst. Bild: caw

zufällig zeigt das Titelbild der Begleitpublikation zur Ausstellung eine Innerrho­ derin in der Tracht. Museen auf der halben Welt rücken im Zuge der Genderdiskussion die Frauen und deren Kunst ins Zentrum. Das stört Daniel Studer nicht im Geringsten. Viel­ mehr erhofft er sich durch die zufällige Popularität des Themas einen regen Besu­ cherstrom im Historischen und Völker­

kundemuseum. Das wäre dann ein Vorge­ schmack auf die Gustav-Klimt-Ausstel­ lung zum 100-Jahr-Jubiläum des Histo­rischen und Völkerkundemuseums 2021. Die Vorbereitungen dafür dauern seit vier Jahren an. Es wird gleichzeitig der krö­ nende Abschluss von Daniel Studers Zeit als Museumsdirektor. Ob er danach gut loslassen kann? «Auf diese Frage antworte ich nicht», sagt er und lächelt. kni

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Im 19. Jahrhundert gab es zahlreiche Frauen, die nicht einfach nur zum Zeitvertreib malten. Das Buch stellt elf Frauen vor, deren Leben und Werk für das Schweizer Kunstschaffen repräsentativ sind. Sie alle konnten von der Malerei leben – einerseits, weil sie das Handwerk beherrschten, andererseits weil sie nicht die für ihre Zeit klassische Rolle der Frau einnahmen. Diese Malerinnen waren geradezu Vorläuferinnen der Frauenemanzipation. Unter ihnen sind auch sechs Ostschweizerinnen: Anna Elisabeth Kelly, die erste namentlich bekannte St.  Galler Malerin; die aus Herisau stammende, lange in England als Porträtistin tätige Ida Baumann; Marie-Louise Bion aus altem St. Galler Geschlecht; Martha Cunz, berühmt für ihre japanisierenden Farbholzschnitte; die Pazifistin Hedwig Scherrer und die am Bauhaus in Dessau ausgebildete Textilkünstlerin Maria Geroe-Tobler. Das Buch erscheint als Begleitpublikation zur Ausstellung «Berufswunsch Malerin!» am Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen. Es hat sozialhistorische und kunsthistorische Bedeutung – auch im Hinblick auf das Jubiläum 50 Jahre Frauenstimmrecht im Jahr 2021.

Daniel Studer Berufswunsch Malerin! Verlag FormatOst 240 Seiten, ill., Fr. 38.– ISBN 978-3-03895-024-0


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Ein ausführliches Porträt aller 130 Alpen im Kanton Appenzell Ausserrhoden

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Einzigartige Volkskunst: Entwicklung und zeitliche Einordnung der Bauernmalerei

Unterhaltsame Annäherung an die Appenzeller Mundart – ein Dialekt, der es in sich hat.

112 Seiten, Fr. 24.– ISBN 978-3-85882-833-0

Erste umfassende Darstellung der Fossilienwelt des Alpsteins

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Ein Hoch auf die Toggenburgerbahn Die Toggenburgerbahn Wil-Ebnat feiert dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. In die Geschichte der «Sackbahn» vertieft hat sich Autor Anton Heer. Diesen und andere spannende Artikel gibt es im neuen Toggenburger Jahrbuch zu lesen.

Am 23. Juni 1870 dampfte die erste Loko­ motive von Wil Richtung Ebnat. Es ging darum, die produktive Region mit ihren Arbeitskräften und ihrer Wasserkraft ver­ kehrstechnisch zu erschliessen. «Der Gütertransport, und damit industrielle Interessen, standen im Vordergrund», sagt Anton Heer. Treiber für den Bau von Nebenlinien sei die damals bereits über zehn Jahre existierende Linie Rorschach– St. Gallen–Winterthur gewesen. Der Fla­ wiler Elektroingenieur vertieft sich seit dreissig Jahren in die Schweizer Eisen­ bahngeschichte. «Eisenbähnler-Heer» werde er manchmal genannt. Aber das sei eigentlich falsch, weil er nie bei der Bahn angestellt war. Die Technik und die Eisen­ bahngeschichte, beides begeistert den 69-Jährigen bis heute. Dabei reizen ihn wenig erforschte Themen am meisten. So gab es über die «Sackbahn» Wil–Ebnat kaum Literatur, die Zusammenhänge erklärt hätte. Also hat Anton Heer Quel­ len gesucht, Bildmaterial organisiert und einen umfangreichen Artikel verfasst. Er lässt auch eigene Gedankenspiele einfliessen. Zum Beispiel die Frage, wie sich die Region entwickelt hätte, wenn die Toggenburgerbahn in einer der diskutierten Varianten über Flawil–Ebnat oder Uzwil–Ebnat gebaut worden wäre. Der Entscheid pro Wil–Ebnat sei nämlich aus bautechnischen Überlegungen gefallen; auch, weil man annahm, die Topografie mit der geringsten Höhendifferenz sei die bessere Wahl. Und der Fachautor ist über­ zeugt, dass Wil nur dank der Toggenbur­ gerbahn zum Knotenbahnhof wurde, was

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die schnelle Entwicklung der Stadt da­ mals stark beeinflusst habe. Wanderausstellung

Anlässlich des Jubiläums der Toggenbur­ gerbahn hat Anton Heer eine Wanderaus­ stellung konzipiert. Ein Teil der schön ge­ stalteten Tafeln wechselt im Zweiwochen­ takt von Bahnhof zu Bahnhof. Die Stelen mit generellen Informationen zum Jubilä­ um bleiben fix installiert an den Bahnhö­ fen von Wil bis Ebnat. Interessant sind die örtlichen Besonderheiten: In Lütisburg etwa das imposante Viadukt beim Gug­ genloch oder in Ebnat-Kappel die Dreh­ scheibe für die Dampfloks, die an der Endstation die Richtung ändern mussten. Der Dampfbetrieb dauerte im Toggen­ burg bis 1943, erst rund zwanzig Jahre nach den SBB-Hauptlinien wurde auch die Toggenburgerbahn elektrifiziert. «Ein Meilenstein», sagt Anton Heer. Anhand alter Fotos von Fahrleitungs­ masten aus Beton veranschaulicht der Autor, dass auf Nebenlinien stets gespart wurde. Die Masten erinnern an die Man­ gelwirtschaft des Zweiten Weltkrieges, wo jedes Kilogramm Stahl eingespart werden musste. Weil es der Toggenburgerbahn an Rentabilität fehlte, drohte ihr 1977 gar das Ende. Wo es ging, sparten die Betreiber durch Automatisation. Die jüngere Ge­ schichte der Bahn prägten komplizierte Eigentumsverhältnisse. Heute gehört die Strecke von Wil bis Lichtensteig den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und von Lichtensteig bis Ebnat-Kappel der Südostbahn (SOB). Die SBB-Tochter


«Eisenbähnler-Heer» Anton Heer ist Spezialist für die Geschichte der Toggenburgerbahn. Bild: caw

Thurbo ist Betreiberin der S9 von Wil bis Wattwil und der S2 von Nesslau–St. Gal­ len–Altstätten. Drei grosse Themen

Ein zweites Schwerpunktthema im neuen Toggenburger Jahrbuch widmet sich dem 100-Jahr-Jubiläum der Fritz Schiess AG in Wattwil. Und auch den Anfängen des Ski­ tourismus und des Toggenburger Skiclub­ verbands 1910 bis 1945 ist ein Kapitel ge­ widmet. Apropos Tourismus: Anders als heute war das Reisen mit der Toggenbur­ gerbahn zu Beginn nur für privilegierte Leute erschwinglich. Anton Heer hat alte Bahntickets aufgespürt. Im Jahr 1873 kos­ tete eine Retourfahrt von Wattwil nach Wil für damalige Verhältnisse horrende 1.85 Franken. kni

Im Toggenburg wurden im Verlauf des Jahres 2020 eine Reihe von Jubiläen gefeiert: Von der Toggenburger Bahn (150 Jahre), der Kantonsschule Wattwil (50 Jahre), dem Toggenburger Museum in Lichtensteig (125 Jahre) und der Firma Schiess AG (100 Jahre) gibt es Spannendes zu berichten. Einblicke in die Anfänge des Skitourismus und die Aktivitäten des Toggenburger Skiclubverbands sowie ein Selbstzeugnis aus der Jugend eines Schuhmachers aus Unterwasser sind Themen aus dem oberen Toggenburg. Die Aufhebung eines Klosters wird am Beispiel des Frauenklosters St. Maria der Engel in Wattwil nachgezeichnet. Aus dem Mittelalter wird erstmals das Schicksal der Gräfin Elisabeth von Matsch, der Witwe des letzten Grafen

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Friedrich VII. von Toggenburg, aufgerollt. Und der Rechtshistoriker klärt die Frage, warum für das «Siebengebirge» die Wörter Churfirsten, Churfürsten und sogar Kuhfürsten Verwendung fanden. Sind Ihnen der Performance-Künstler Heinrich Lüber oder Jost Bürgis Buch der Logarithmen bekannt? Antworten auf diese Fragen und einiges mehr finden Sie im neuen Jahrbuch.

Hans Büchler (Hrsg) Toggenburger Jahrbuch 2021 Toggenburger Verlag 256 Seiten, ill., Fr. 34.– ISBN 978-3-908166-90-0


Eine Puschlaver Familiensaga

70 Jahre Verlagsgeschäft Wir vom Verlagshaus hätten einige Male angestossen in diesem Frühjahr, wenn nicht die Coronapandemie dazwischengefunkt hätte. Gleich drei unserer Mitarbeiter haben Arbeitsjubiläen gefeiert. Nun denn: Erwähnenswert sind ihre Verdienste dennoch, und aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Mittlerweile haben wir das mit dem Anstossen selbstverständlich nachgeholt.

Am längsten mit dabei ist Josef Scheuber. Wenn man im Verlagshaus etwas wissen muss, fragt man am besten ihn. Denn er weiss alles. Kein Wunder, nach 35 Jahren für (fast) dieselbe Firma. Am 13. Mai 1985 hat Josef Scheuber als Schriftsetzer in der Druck und Verlag Schläpfer &. Co. AG in Herisau seine Arbeit aufgenom­ men. Seither ist allerlei passiert: Der Schriftsetzer mutierte über den Typogra­ fen zum Polygrafen, bildete etwa dreissig Lehrlinge aus und sich selbst zum Typografischen Gestalter weiter. Die Firma wurde zur Appenzeller Medienhaus AG bevor sie Ende 2014 pulverisiert wurde und Josef Scheuber nach Schwellbrunn exilierte. Und auch hier im Verlagshaus bringt er tagtäglich seine Erfahrung ein – und auch mal den einen oder anderen flotten Spruch.

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Die Jubilare: Christine Item, Josef Scheuber und Jolanda Spengler (von links). Bild: kni

Christine Item ist seit 25 Jahren dabei. Am 1. Juli 1995 hatte sie ihren ersten Arbeitstag bei der Druck und Verlag Schläpfer Co. AG in Herisau. Als Assisten­ tin von Marcel Steiner, der zum selben Zeitpunkt vom Chefredaktor der Appen­ zeller Zeitung zum Geschäftsleiter der Fir­ ma befördert worden war, erlebte sie die Transformation der Firma Schläpfer von einer Familien-Aktiengesellschaft zur NZZ-Konzerngesellschaft mit. Beim Ma­

Heilerin, Forscherin, Visionärin – ein bewegender biographischer Roman.

nagement-Buyout des Appenzeller Verlags aus dem NZZ-Konzern vor sechs Jahren blieb sie ihrem Chef treu und folgte ihm ins Verlagshaus Schwellbrunn. Hier ist sie verantwortlich für die Buchhaltung und sämtliche administrativen Belange. Das 20-Jahr-Jubiläum feiert Redaktorin Jolanda Spengler. Nach Berufsjahren als Laborantin und nach Jahren als Famili­ enfrau ist sie als Spätberufene ins Medien­ fach eingestiegen. Zum Glück, denn der

Journalismus ist ihre Berufung geworden. Als verantwortliche Redaktorin für das Appenzeller Magazin kommt Jolanda Spengler viel im Appenzellerland herum. Als ehemalige Redaktorin des Toggenbur­ ger Tagblatts und des «Büro für Ideen und Lösungen» sowie als einstige Culinari­ um-Botschafterin Toggenburg kennt sie auch das Thur- und Neckertal bestens. Und all diese Erfahrungen kommen dem Verlagshaus Schwellbrunn zu Gute. ckö

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N° 204 |

SCHWEIZE

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Der Dichtung ist mit unserem Verstand nicht beizukommen, sie reisst ihn mit sich fort und wirft ihn um.

Why not?

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DER KLEINE POETISCHE JAHRESBEGLEITER

256 Seiten, ill., Fr. 18.– ISBN 978-3-85830-265-6

Bauer mag Mokkatorte – oder nicht?

136 Seiten, Fr. 26.– ISBN 978-3-85830-259-5


Von Berufs wegen lesen – aber nicht nur Nur mit dem letzten Satz gibt Gabriele Barbey einen Hinweis darauf, wem das Regal gehören könnte. Er zielt nämlich auf das Angebot, dass man sich im Bücherladen Appenzell für ein paar Stunden einschliessen lassen kann. Und der Bücherladen gehört Carol Forster – genau wie das Regal auf Seite 5.

Seit bald dreissig Jahren führt Carol Fors­ ter den Bücherladen in Appenzell. Klar, dass ihr eigenes Bücherregal – das Bild auf der Seite 5 zeigt nur einen Teil davon – gut bestückt ist. «Ich behalte die Bücher, die mir etwas bedeuten, die ich wieder le­ se, oder Bildbände, die ich immer wieder anschauen mag. Die Bibliothek ist Teil meines Lebens, eine Art Archiv, das mit mir wächst. Ich kann mich schlecht bis gar nicht von Büchern trennen», sagt die 59-Jährige. Als Buchhändlerin ist Lesen Teil ihrer Arbeit, vor allem von Neuerscheinungen. Sie freue sich immer über neuentdeckte Autorinnen und Autoren, über kleine und unbekanntere Verlage, aber auch auf Bü­ cher von Schreibenden, deren Werk sie versuche gesamthaft zu lesen. Daneben bleiben leider Klassiker, die sie schon lan­ ge lesen möchte, liegen, weshalb sie hofft, die Zeit dafür irgendwann zu finden. Wie Gabriele Barbey richtig gedeutet hat, hegt Carol Forster eine Vorliebe für osteuropäische Literatur. Aber auch nor­

Ein berührender Roman über drei Menschen auf der Suche nach ihrem Weg aus der vermeintlichen Ausweglosigkeit.

128 Seiten, Fr. 28.– ISBN 978-3-85830-224-3

Buchhändlerin Carol Forster. Bild: caw

dische und schweizerische Autorinnen und Autoren mag sie. Sie liest vor allem Belletristik, aber auch Lyrik, Philosophi­ sches und Bücher über Kunst. Bücher le­ sen bedeutet für sie auch, in Gedanken zu reisen. So stimmt die Vermutung, dass das Regal einer weit gereisten Person ge­ höre, nur halb. «Ich interessiere mich für andere Kulturen, bin jedoch nie physisch weit gereist. Ich reise in den Büchern», sagt Carol Forster. Das Flaggenbild, das Gabriele Barbey aufgefallen ist, hat sie vor vielen Jahren geschenkt bekommen.

Die Buchhändlerin liest übrigens nicht jedes Buch zu Ende. «Ich gebe jedem die Chance von etwa vierzig Seiten. Wenn es mich dann nicht ergreift, leg ich es weg. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bü­ cher.» Meistens lese sie abends, manch­ mal auch morgens am Küchentisch. Und einmal nicht lesen – kommt das über­ haupt bei ihr vor? «Ja, es gibt Zeiten, in denen ich wenig lese. Manchmal streune ich lieber mit dem Hund durch die Ge­ gend, bin im Garten oder schaue einen guten Film im Kino.» ckö

Spurensuche nach einem Vermissten.

200 Seiten, Fr. 26.– ISBN 978-3-85830-197-0

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Dienstag, 3. November, bis Sonntag, 22. November 2020 14 – 19 Uhr

Umständehalber kann dieses Jahr die Herbstausstellung «Feiern & Lesen» nicht wie gewohnt stattfinden. An ihre Stelle tritt ein 20-tägiger Sonderverkauf mit stets gleich attraktivem Angebot. Das sind weihnachtliche Gestaltungen, Wohnaccessoires und natürlich Bücher und Kalender. Wir freuen uns, Sie in einem kleineren, persönlicheren Rahmen begrüssen zu dürfen. Aufgrund der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln kann es zu kurzen Wartezeiten kommen. Walter Zellweger Meisterflorist und Gestalter Egg 81, 9103 Schwellbrunn walter-zellweger.ch

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