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Januar/Februar 2020 Fr. 8.–

Ein Campus mit Ausstrahlung für die Region Mit SVP-Nationalrätin Esther Friedli in Bern Familie Knaus wohnt im heimeligen Holzhaus


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AUFTAKT

1

F

ür unser Hauptthema, den Campus Wattwil, waren wir mehrmals in der Kanti zu Besuch. Beim Betreten des Gebäudes habe ich mich in meine Zeit am Gymasium zurückversetzt gefühlt. Das Kollegium Spiritus Sanctus in Brig war ebenfalls ein Betonbau im fortgeschrittenen Alter. Manche Lektionen fanden gar im Estrich statt – im Sommer bei brütender Hitze, im Winter mit Zähneklappern. Meinen damaligen Chemielehrer habe ich nicht in guter Erinnerung. Er drohte, unser Klassenfoto an den Giftschrank zu kleben, damit niemand auf die Idee komme, ihn zu öffnen. Einmal lief er mit einer dampfenden Flüssigkeit durchs Zimmer, wedelte mit der Hand und fragte: «Schmöcked Sie das? Es isch chrebserregend.» Kein Vergleich zu Hannes Grüninger: Nach über dreissig Jahren als Lehrer steht er immer noch topmotiviert vor der Klasse und freut sich, wenn er den Schülern einen Sachverhalt erklären kann und so ihre Augen zum Strahlen bringt. Mit viel Herzblut setzen sich Kanti-Rektor Martin Gauer und BWZT-Rektor Matthias Unseld für den neuen Campus in Wattwil ein: Sie haben viele Ideen und Forderungen, wie die Gebäude in Zukunft aussehen sollen, damit der Unterricht zeitgemäss gestaltet werden kann. In der Kolumne «Eine Prise Brisi» weht ein frischer Wind. SP-Kantonsrat Martin Sailer schreibt ein Jahr lang aus seiner Sicht über das Toggenburg. Zum Auftakt berichtet er über den Toggenburger Pop-up-Store in St. Gallen. Sailer betreibt den Zeltainer in Unterwasser, ist Projektleiter bei der Klangwelt Toggenburg und erfindet Hunde- und Katzenintelligenzspiele.

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Titelbild: Chemielehrer Hannes Grüninger. Bild: Carmen Wueest. Herausgeber: Toggenburger Verlag, Schwellbrunn. Verleger: Marcel Steiner. Redaktion: Maria Kobler, Jolanda Spengler, Marcel Steiner. Fotografie: Carmen Wueest, Katja Nideröst. Adresse: Toggenburger Magazin, Im Rank 83, CH-9103 Schwellbrunn, verlag@ toggenburgerverlag.ch, www.toggenburgerverlag.ch. Verlagsservice/Abonnemente: Tel. 071 353 77 55, verlag@toggenburgerverlag.ch. Preise: Einzelverkauf: Fr. 8.–, Jahresabonnement: Fr. 43.–, erscheint sechsmal pro Jahr. Gestaltung: Janine Durot, Daniela Saravo, Josef Scheuber. Anzeigenverkauf: Luca Giovanettoni, Tel. 071 353 77 42, luca.giovanettoni@toggenburgerverlag.ch.

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INHALT 4 HEIMAT 11 EINE PRISE BRISI

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12 TALAUF TALAB

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3

Treffsichere Frauen Päng! Junge Frauen zielen konzentriert auf die zehn Meter entfernte Scheibe. Dank ihres Körperbaus sind sie gegenüber Männern im Vorteil. Ein Trainingsbesuch.

Flexibel bauen für die Zukunft Das Ja zum Campus Wattwil ist für die Kanti ein Geschenk zum 50. Geburtstag. Der Platzmangel erschwert den Unterricht. Zudem ist das Gebäude sanierungsbedürftig. Wir haben gefragt, was der neue Campus bieten soll.

46 EN GUETE

Frohe Aussicht, Lütisburg

26 30 34 ZUHAUSE Bei Familie Knaus in Unterwasser 40 WANDERN 47 AUSGEHEN 48 AUF DEM ROTEN STUHL Simon Lüthi

Volleyballverrückt Annouk Erni und Jasmin Kuch spielen bei Volley Toggenburg in der NLA und eifern ihren erfolgreichen Müttern nach.

Zurück nach Bern Seit zwölf Jahren wohnt Esther Friedli im Toggenburg. Als SVP-Nationalrätin ist sie nun wieder vermehrt in ihrer einstigen Heimat anzutreffen.


6 Luftgewehrschützen

Der Schiesssport hat sich in vielerlei Hinsicht stark gewandelt. Warum sich Frauen in einer einstigen Männerdomäne gut behaupten und wohlfühlen, zeigt ein Besuch bei den Luftgewehrschützen Ebnat-Kappel und Umgebung. Elisabeth Scherrer: Text / Carmen Wueest: Bilder

in leises Päng-päng-päng durchdringt den Raum. Im zu einem Schiesskeller umfunktionierten Zivilschutzraum herrscht reger Trainings- und Wettkampfbetrieb. Das fast schon melodische Päng-päng-päng vermischt sich mit der Musik, die aus einem Lautsprecher tönt. Auf der einen Seite des hell ausgeleuchteten Raumes stehen sechs Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren, die am wöchentlichen Jungschützen-Training teilnehmen und heute einen Teamwettkampf absolvieren. Anouk Fässler ist eine von ihnen. Sie ist 15 Jahre alt und gehört bereits zu den erfahrenen und auch erfolgreichen Jungschützinnen. In einer aufrechten, im Rumpf leicht seitwärts gebeugten Stellung steht sie mit gespreizten Beinen da, das Luftgewehr im Anschlag, den Blick geradeaus auf die zehn Meter entfernte Scheibe gerichtet. Hoch konzentriert ist sie, es scheint als wäre alles um sie herum nicht vorhanden. Päng! Anouks Blick wandert ohne die Position zu verlassen auf den Monitor. Der Schuss ist nicht genau dort, wo sie ihn erwartet hat. Eine kleine Unkonzentriertheit, ein schwaches Zucken des Abzugfingers, eine Irritation im Blickfeld – Anouk kann nicht genau ausma-

chen wieso. Sie ist ehrgeizig und weiss, dass es noch besser, noch präziser geht. Immer wieder beginnt sie den Hunderte Male geübten Ablauf von vorne. Die Stellung überprüfen, die Konzentration neu aufbauen, das stecknadelkopfgrosse Zentrum ins Visier nehmen, den Atem anhalten – päng! Am Ende dieses Wettkampfs ist sie trotz ein paar anfänglichen Unsicherheiten zufrieden. Für die gute Leis-

«Im Jungschützenkurs habe ich gelernt, was es braucht, um ganz vorne mit dabei zu sein.» Petra Hollenstein tung wird sie vom Jungschützenleiter Erhard Hüppi an Ort und Stelle gelobt. Leise packt sie ihre Sachen zusammen und begibt sich in die Garderobe.

Spass und Neugierde Auf der anderen Seite des Raumes und an den bereits frei gewordenen Plätzen der Jungschützen beziehen die Elite-Schützen Positi-


Jungsch체tzin Anouk F채ssler, Vereinspr채sidentin Brigitte Baumann und Elitesch체tzin Petra Hollenstein (von oben).


12

TALAUF TALAB Die Steuerkraft steigt im Toggenburg deutlich Um über fünf Prozent hat die Steuerkraft im Toggenburg im Jahr 2018 zugenommen. Die Steuerkraft pro Einwohner des Wahlkreises liegt neu bei 1850 Franken. Dieser Wert ist nach wie vor der tiefste im Kanton. Im Vergleich der Toggenburger Gemeinden büsst Lichtensteig die Spitzenposition ein. Die Steuerkraft sank von 2052 auf 1955 Franken. Vor dem Städtli liegen neu Wildhaus-Alt St. Johann (Steigerung von 1989 auf 2140 Franken) und Kirchberg (von 1980 auf 2033 Franken). Schlusslicht ist Neckertal mit einer Steuerkraft von 1487 Franken. Bild: Urs Bucher

Vier Samschtig-Jass-Sendungen in Ebnat-Kappel aufgezeichnet

Hausarzt Mathias Schmidt geht in Pension

Im Dömli in Ebnat-Kappel sind vier Sendungen des Samsch-

Der bald 73-jährige Neckertaler Hausarzt Mathias Schmidt

tig-Jass produziert worden. Erstmals mit dabei ist die neue

hört alters- und gesundheitshalber auf. Seit vergangenem

Moderatorin Fabienne Bamert. Mehr Erfahrung hat der

Januar hat er nur noch an drei halben Tagen praktiziert.

Toggenburger Schiedsrichter Jörg Abderhalden, er ist seit

Seit 2017 war er bei der «Praxis im Neckertal AG» ange-

rund eineinhalb Jahren dabei. Mit dem Musiker Dänu Wis-

stellt, die er zwei Jahre zuvor gegründet hatte. Ihm war es

ler steht ein Einheimischer auf der Bühne. Er wird von sei-

wichtig, die medizinische Versorgung im Tal zu gewähr-

nen Söhnen Glenn und Lou begleitet. Die Sendungen wer-

leisten. Ab Januar arbeitet Timea Steindl im Ärztezentrum

den am 18. Januar, am 1. Februar, am 8. Februar und am

Neckertal. Damit erhält das Toggenburg wieder eine Kin-

22. Februar im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt.

derärztin. Bild: Cecilia Hess-Lombriser

VGS medicals übernimmt Rettung im Obertoggenburg

Toggenburger Turnfest in Zuzwil Die Delegierten des Kreisturnverbands Toggenburg geben

Rettung St.Gallen versorgt mit dem Stützpunkt Alt St.Jo-

Zuzwil den Zuschlag für das Toggenburger Turnfest 2023.

hann das obere Toggenburg. Sie kooperierte jahrelang mit

Mit der kürzlich eingeweihten neuen Dreifachturnhalle im

der privaten Betreiberin Rettungsdienst Obertoggenburg

Dorf, der Dreifachturnhalle im nahegelegenen Oberstufen-

AG, die nun aufhört. Die VGS medicals AG übernimmt und

zentrum Sproochbrugg, sowie zwei grossen Aussensport-

betreibt den Stützpunkt selbstständig. Enrico Tschirky

plätzen im Dorf sei Zuzwil für die Durchführung bestens

gründete die Rettungsdienst Obertoggenburg AG 2014. Er

gerüstet, sagte Max Flammer vom TV Zuzwil bei der Vor-

konnte seinen Betrieb zuletzt nicht mehr rentabel betrei-

stellung der Kandidatur. Tina Thoma und Rebecca Cozzio

ben. Kündigungen gibt es nicht. Bild: Ralph Ribi

wurden neu in den Vorstand gewählt.

Ökodorf Sennrüti verzichtet auf Kauf von Hallenbad

Neues Schulhaus in Wildhaus eingeweiht

Seit 2014 ist das Hallenbad in Degersheim geschlossen.

Für das in der ortstypischen Bauweise erstellte Gebäude

Die Gemeinde bemüht sich seither vergeblich, das Objekt

wurde ausschliesslich einheimisches Holz verwendet. Alle

zu verkaufen oder einer neuen Nutzung zuzuführen. Auf

drei Stockwerke sind wie eine kleine Wohnung eingeteilt

dem Areal lastet eine Grunddienstbarkeit, nach der auf der

mit Garderobe, Toiletten, Gruppen- und Klassenraum. Die

Parzelle ausschliesslich ein Hallenbad mit Sauna betrie-

Klassenzimmer sind mit interaktiven Wandtafeln und

ben werden darf. Jede Umnutzung ist von der Haltung der

Visualizern ausgerüstet. Im Untergeschoss sind der Werk-

Genossenschaft Ökodorf abhängig, die damals die Parzel-

raum und die Handarbeit untergebracht. Pfarrerin Eva

le an die Hallenbad AG verkauft hat. Ein Kaufangebot der

Anderegg und Pastoralassistent Michael Nolle segneten

Gemeinde hat die Genossenschaft abgelehnt.

das Schulhaus. Bild: Christiana Sutter


Verein Familienzentren Toggenburg mit neuer Führung

Bazenheider Winterzauber mit Hausi Leutenegger

Peter Bünzli hat das Familienzentrum in Lichtensteig mit

Die Dorfkorporation Bazenheid feiert ihren 60. Geburtstag

aufgebaut. Nun übergibt er das Präsidium des Vereins an

mit einem 45-tägigen Winterzauber. Das Eröffnungsband

Sarah von Niederhäusern. Das Familienzentrum richtet

trennt Bob-Olympiasieger Hausi Leutenegger. Zum Winter-

sich vor allem an Mütter und Väter mit Kindern bis sechs

zauber gehören ein fünfhundert Quadratmeter grosses

Jahren sowie Familien mit Migrationshintergrund. Ziel ist,

Eisfeld, ein Fondue-Chalet sowie eine Winterbar. Daneben

Familien mit einem niederschwelligen Beratungsangebot

gibt es ein Jassturnier, verschiedene Konzerte und eine

helfen zu können.

Weindegustation. Bild: Beat Lanzendorfer

Umbau im Reka-Feriendorf Neue Botschafter der Ferienregion Toggenburg

Das Reka-Feriendorf in Wildhaus erstrahlt seit dem Auftakt zur Wintersaison in neuem Glanz. 25 Wohnungen und

Die beiden Spitzensportler Jan Scherrer (unten) und Cédric

die «Social Area» als Treffpunkt für Gross und Klein wur-

Noger (oben) repräsentieren ihre Heimatregion offiziell als

den komplett erneuert und mit neuen Angeboten versehen.

neue Toggenburg-Botschafter. Der 25-jährige Ebnater Jan

Reka will den Gästen trotz des Bergbahnenstreits im Ober-

Scherrer gehört zu den weltbesten Halfpipe-Snowboardern

toggenburg interessante Angebote liefern. Die Bergbah-

und ist Mitglied der Nationalmannschaft. Den ersten Wett-

nen Wildhaus haben günstige Angebote wie ein neues

kampf der Saison schloss er auf Platz fünf ab. Im letzten

übertragbares Elternticket oder eine Zwei-Stunden-Karte.

Winter gelang dem Wiler Riesenslalomspezialisten Cédric Noger der Durchbruch im Weltcup. Der A-Kader-Fahrer startete mit einem 24. und einem 26. Rang in die Saison. Bilder: Swiss-Ski

Lucas Keel wird früher Präsident der Regio Wil Der Münchwiler Gemeindepräsident Guido Grütter tritt Ende Mai 2020 zurück. Nun hat sich Vizepräsident Lucas Keel entschlossen, das Amt statt 2021 bereits 2020 zu übernehmen. Die Delegierten haben ihn an der Versammlung einstimmig gewählt. Das Präsidium liegt abwechslungs-

Wohnmobile auf dem Skiliftparkplatz

weise bei einem Gemeindepräsidenten oder einer -präsidentin aus St. Gallen beziehungsweise Thurgau, und der Turnus richtet sich nach der St. Galler Legislaturperiode.

Dank der beiden Gähwiler Josef Keller (links) und Werner Messmer stehen auf dem Skiliftparkplatz zehn Wohnmo-

Köhlerfest für die Region

bilstellplätze zur Verfügung. Keller besitzt ein Wohnmobil und weiss daher, dass Stellplätze in der Schweiz rar sind. Offizieller Start ist am 1. April 2020. Bis Ende 2020 dauert

Mit dem Entzünden des Meilers wird das Köhlerfest Hoch-

die Versuchsphase. In den Wintermonaten ruht der Be-

wacht bei Sirnach am 12. Juni 2020 eröffnet. Während

trieb, damit der Parkplatz den Gästen des Skilifts zur Ver-

sechzehn Tagen soll Festbetrieb herrschen. Dazu gibt es

fügung steht. Bild: Beat Lanzendorfer

verschiedene Veranstaltungen. Ziel des Festes ist es, die Menschen in der Region Hinterthurgau-Wil-Toggenburg zusammenzubringen.

Lifttauglicher Schlitten und eine Rodelbahn

Ein Wattwiler hat den schönsten Älplerbart

An der Generalversammlung der Familienskilift Tanzboden Genossenschaft in Ebnat-Kappel präsentiert Verwaltungs-

Pius Sidler aus Wattwil hat den schönsten Älplerbart der

ratspräsident Daniel Hartmann zwei Neuerungen. Mit dem

Schweiz. Ein Älplerbart ist gepflegt, aber naturbelassen.

Angebot «Tanzbodenrodeln» will man auch Nicht-Skifah-

Sidler wäscht seinen Bart täglich mit einem Spezialsham-

rer ansprechen. Dank verschiedener Sponsoren gibt es ei-

poo und bürstet danach Bartöl ein. Zweimal pro Jahr lässt

nen neuen Spezial-Schlitten mit Bremsen, Sperrhilfe und

der 56-Jährige seinen Bart im Barbershop in Zizers

Bügel-Anhängevorrichtung. Das Abo für eine Familie kos-

schneiden. Seine Kopfhaare hat Pius Sidler rasiert – so ist

tet pauschal 750 Franken.

der Kontrast zum Bart noch deutlicher. Bild: Adi Lippuner


16 Campus Wattwil

annes Grüninger ist seit 1988 Lehrer an der Kantonsschule Wattwil. Zuerst unterrichtete er zehn Jahre lang Physik, dann Physik und Chemie und jetzt ausschliesslich Chemie. Er ist immer noch motiviert, engagiert und begeistert, wenn er von seinen Schülern spricht. «Ich habe Freude an meinen Schülern», sagt er. «Es gibt nichts Schöneres, als das Strahlen in den Augen eines jungen Menschen, nachdem er einen komplizierten Sachverhalt verstanden hat.» Sein Publikum habe sich in den vergangenen Jahren verändert. Die Schüler hätten jetzt mehr Ausgehmöglichkeiten, müssten vor den Gleichaltrigen dauernd eine gewisse Coolness an den Tag legen, und auch die Social Media haben einen Einfluss auf ihr Verhalten. «Im Kern haben sie jedoch die gleichen Bedürfnisse wie Schüler von früher», sagt der gebürtige Rheintaler. Er hat keine Mühe mit den Schülern. «Ich achte nicht auf Äusserlichkeiten, sondern frage mich, wie ich mit den Jugendlichen fair und verantwortungsvoll umgehen kann.» Vor längerer Zeit seien infolge eines Datenlecks Unterlagen aus der Notenkonferenz im «Tages-Anzeiger» abgedruckt worden. «Da haben sich interessante Diskussionen ergeben», sagt Grüninger. «Die Schüler dachten, die Lehrer würden nie über sie reden.» Eine ähnlich spannende Herausforderung sieht er in der aktuellen Klimadiskussion, die nicht nur Jugendliche stark bewegt. In Chemie und Physik wären die meisten Schüler ohne sachkundige Anleitung der Lehrkräfte wohl überfordert, sagt Hannes

Grüninger. Es gehe nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um die Einordnung und die Bewertung der Inhalte. Manche Schüler hätten wenig praktische Erfahrung und müssten bei der Arbeit im Chemielabor ihre Geschicklichkeit noch entwickeln. «Ich sehe sofort, ob ein Schüler kochen kann», sagt der 62-Jährige. Obwohl er 2022 pensioniert wird und nicht mehr vom neuen Campus profitieren kann, freut er sich über das deutliche Ja zum Neubau. «Die Region wird gestärkt, das ist wichtig für den Zusammenhalt im Kanton», sagt er. Im Rheintal gebe es mehr Industrie. Das Toggenburg sei allerdings ein wesentlicher Kulturraum im Kanton St. Gallen, eine Volksmusikregion, in welcher auch klassische Musik und Jazz gepflegt würden. Toggenburger Persönlichkeiten wie Huldrych Zwingli, Ulrich Bräker und Jost Bürgi hätten erheblichen Einfluss auf die Reformation gehabt und wesentlich zur Verbreitung aufklärerischen Gedankenguts und wissenschaftlich-technischer Erkenntnisse und Fertigkeiten beigetragen. «Da passt die Kanti mit ihrem offenen Geist gut hinein.» Als Pluspunkt für den Campus Wattwil nennt er die gute Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr. «Die Schüler fahren im Zug zumindest teilweise in die entgegengesetzte Richtung der Pendlerströme.» Auch Lernende, die am Rande des Toggenburgs wohnen, müssten dank des Standorts Wattwil nicht zweimal umsteigen. Im Alltag bekommt Hannes Grüninger deutlich zu spüren, dass das Kantigebäude nicht

mehr auf dem neuesten Stand ist. Die Chemiezimmer seien viel zu klein und auf verschiedene Stockwerke verteilt. «Ich muss die Chemikalien häufig mit dem Warenlift in den unteren Stock transportieren», sagt er. «Das ist ein Sicherheitsrisiko.» Er wünscht sich daher, dass die Chemikalien auf dem gleichen Stock gelagert werden können. Für die Schüler fordert er separate Arbeitsplätze für die experimentellen Maturaarbeiten, damit diese ihre Versuche nicht am Samstag oder im bereits von einer Klasse belegten Labor durchführen müssen. «Gäbe es ein kleines Labor, könnten die Schüler ihre Experimente an ihrem freien Nachmittag durchführen», so Grüninger. Das BWZT und die Kanti als Komplex findet er genial: «Wenn es mehr Schüler an der Kanti gibt, gibt es weniger am BWZT und umgekehrt.» «Zur Zeit der Mondlandung haben die naturwissenschaftlichen Fächer sehr hohes Ansehen genossen – ähnlich wie heute die Informatik», sagt der Vater von vier Kindern. Mittlerweile hätten sich die Rahmenbedingungen von aussen geändert. Es gebe mehr Vorgaben aus der Verwaltung und der Politik. «Ich habe mich früher freier gefühlt», sagt Hannes Grüninger. Das System an der Kanti findet er aber nicht schlecht. Dank Aufnahmeprüfung und halbjähriger Probezeit ist die Misserfolgsquote tief. «Es ist wichtig, dass jede Schülerin den passenden Weg findet», so Grüninger. «Das funktioniert bei uns gut.»


Chemielehrer Hannes GrĂźninger.


30 Esther Friedli

Die Toggenburgerin Esther Friedli ist seit Kurzem SVP-Nationalrätin. Wir haben sie an ihrem zweiten Tag in Bern begleitet und gefragt, worauf sie sich in ihrer ersten Session am meisten freut. Maria Kobler: Text / Carmen Wueest: Bilder Esther Friedli kommt aus dem Nationalratssaal.

s ist noch dunkel und eisig kalt an diesem Dezembermorgen in Bern. Esther Friedli sitzt seit 7 Uhr beim Zmorge im Hotel Bellevue – auf dem Programm steht ein Schokoladenfrühstück, organisiert vom Verband Chocosuisse und Biscosuisse. «Der Anlass interessiert mich, weil wir selbst Milchproduzenten sind», sagt die 42-Jährige. «Ich finde es wichtig, mir die unterschiedlichen Standpunkte von Produzenten und Abnehmern anzuhören.» Läckerli-Huus-Geschäftsführerin Miriam Baumann, die als Referentin aufgetreten ist, signiert eine Packung Läckerli mit einem Gruss für Esther Friedlis Lebenspartner Toni Brunner. «Da wird er sich freuen», lächelt die Nationalrätin. «Er liebt Süsses.» Auf einen Besuch in Bern verzichtet der ehemalige SVP-Nationalrat vorerst noch. «Toni hat mir schon ein paar Tipps gegeben, zum Beispiel welche Veranstaltungen sinnvoll sein könnten», erzählt Friedli. «Ich will aber selbst Erfahrungen sammeln und meinen eigenen Weg gehen.» Nun ist es Zeit in Richtung Bundeshaus aufzubrechen. Um 8.15 Uhr beginnt die Session. Ein Kommissionssprecher steht am Rednerpult. Einige Nationalrätinnen und Nationalräte treffen erst später ein, andere laufen herum, führen Gespräche oder verpflegen sich. Präsidentin Isabelle Moret greift zum Glöcklein und bittet um Ruhe. Derweil sitzt Esther Friedli an

ihrem Platz – auf der rechten Seite, in der letzten Reihe. «Ich freue mich, dass es heute mit den politischen Themen losgeht und ich mitentscheiden kann», sagt sie.

Keine Abstimmung verpassen Nach einer Weile holt sich die Politologin eine Zeitung und setzt sich zur Lektüre auf einen Ledersessel hinter ihrem Pult. Esther Friedli stellt auf ihrem Pult den Laptop auf. Inzwischen ist es 10 Uhr. Dann nimmt sie sich Zeit für ein Gespräch mit uns. Ihr Smartphone behält sie immer im Blick. «Ich erhalte eine Nachricht, wenn es zur Abstimmung kommt», erklärt sie. In den nächsten Minuten wird sie mehrmals nervös auf ihr Handy schauen. «Ich bin gewählt worden, um da zu sein», sagt sie. «Deshalb will ich wenn möglich keine Abstimmung verpassen.» Ihr erster Tag als Nationalrätin sei streng gewesen, bilanziert sie. Begleitet von ihren Eltern hat sie den ökumenischen Gottesdienst im Berner Münster besucht. «Die Vereidigung war sehr emotional.» Die Wahlen der Präsidenten und Vizepräsidenten sowie der Stimmenzähler empfand sie hingegen als langatmig. Am Abend nahm sie an der Ostschweizer Regierungskonferenz teil. «Am Wochenende war viel los in unserem Restaurant Haus der Freiheit in Ebnat-Kappel. Deshalb


Rubrik 31


Judith und Fritz Forrer wollen ihre BäckereiKonditorei auch in Zukunft stets weiterentwickeln.

Mit den weltweit einzigartigen «Toggenburgerli» in die Zukunft aufbrechen Auch wenn die besonders strengen Feiertagswochen vorüber sind, ist man in einem Betrieb wie der Bäckerei Forrer in Ebnat-Kappel immer gefordert. Schliesslich will das Ehepaar Judith und Fritz Forrer zusammen mit seinem Team die Qualität permanent hochhalten. Dennoch: «Ein klein wenig ruhiger als in der Vorweihnachtszeit ist es im Januar schon», sagt der

56-Jährige schmunzelnd. Die Leute seien von den Festtagen noch gesättigt und geben wieder etwas weniger für spezielle Genussprodukte aus. Mit Innovation und neuen Ideen will sich die Bäckerei-Konditorei Forrer auch in Zukunft stets weiterentwickeln. Im vergangenen Jahr konnte die Bäckerei das 25-Jahr-Jubiläum

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begehen. Angesichts des Umfelds im Detailhandel seien sie schon sehr stolz, dass sie dieses Jubiläum erreicht haben, bilanziert Fritz Forrer. Nebst der erwähnten Qualität würden sie darauf Wert legen, die Kundenwünsche herauszuspüren und darauf einzugehen. Position am Markt halten Weiter zum Erfolg beitragen dürfte die Spezialität «Toggenburgerli». Gab es von den Schoggistengeli vor 15 Jahren nur drei Sorten, sind es gemäss Judith Forrer heute deren 14 mit ganz unterschiedlichen Aromen. Die Rezeptur ist Geschäftsgeheimnis. Einzig so viel ist klar: Die Stengeli haben nebst einem Japonaisboden und -deckel eine aromatisierte Mandelcrèmefüllung – gefertigt in Handarbeit. Und so kann Fritz Forrer festhalten: «Sie können auf der ganzen Welt herumreisen und werden keinen zweiten Betrieb finden, der dieses Produkt herstellt.» Das habe ihnen sicher geholfen, den Standort wie auch die Position am Markt zu halten und zu verbessern. Seit zwanzig Jahren betreiben sie nebst dem Hauptsitz in Ebnat-Kappel auch eine Filiale in Wattwil.

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Snacks verdrängen Brot Um die Bäckerei einmal in neue Hände geben zu können, kooperieren Forrers mit einem entsprechenden Berater. Das Ehepaar würde das Unternehmen dereinst gerne an ein junges Ehepaar weitergeben, das hier seine Zukunft aufbauen will. Dabei ist es wichtig, mit den sich verändernden Kundenwünschen umgehen zu können. «Wir backen heute beispielsweise noch einen Drittel der Brotmenge, die wir vor 25 Jahren hergestellt haben», sagt Fritz Forrer. Der ganze Snack-, Sandwich- und Take-AwayBereich habe das klassische Brot ein Stück weit zurückgedrängt. Gleichzeitig stellt Fritz Forrer aber auch fest, dass die Leute wieder vermehrt Wert auf Regionalität und entsprechende Spezialitäten legen und bereit sind, dafür Geld auszugeben. Und so können die Forrers guten Mutes nach dem 25-Jahr-Jubiläum im 2020 in ihr 26. Geschäftsjahr starten. www.toggenburgerli.ch

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Winterwandern auf dem Rosenboden Wintersport ist auch ohne Skis und Snowboards möglich. Eine attraktive Möglichkeit dazu bietet sich auf dem Chäserrugg: die präparierte Rundwanderung über den Rosenboden mit Weitblicken in die Alpenwelt rundherum und Tiefblicken ins Seeztal. Marcel Steiner: Text & Bilder


WANDERN

Winterwandern auf präparierten Wegen auf dem Rosenboden.

Dieser Winter ist schneearm, zumindest bis Redaktionsschluss dieses Heftes. Wer im Toggenburg Schnee geniessen will, muss in die Höhe. Auf mindestens 1 200 Meter über Meer. Ist es in Unterwasser schier frühlingshaft grün und mild, wird man dank den Toggenburger Bergbahnen auf dem 2 262 Meter hohen Chäserrugg auf der Suche nach dem Winter fündig. Der Enge der Kabine der Luftseilbahn entkommen, breitet sich auf dem Chäserrugg ein beindruckendes Panorama aus: Im Osten schweift der Blick über Vorarlberg und das Fürstentum Liechtenstein. Über die Gipfel des Werdenbergs erblickt man unzählige Gipfel der Bündner, Glarner und Schwyzer Alpen. Und bei klarer Sicht sind Urner, Berner und Walliser Berge auszumachen. Über 500 Gipfel sollen von hier aus zu sehen sein, das verspricht zumindest die Werbeschrift des

Bergbahnunternehmens. Die Winterwanderer machen sich nun auf die präparierte und ausgschilderte Rundwanderung über den Rosenboden. Die Wanderung ist ungefährlich und bietet keine Schwierigkeiten. Über die Ebene des Rosenbodens kann jedoch ein zügiger kalter Wind blasen, warme Kleidung ist deshalb angebracht. Es ist dieser Wind, der Flugschnee in die präparierte Wanderpiste bläst und und so das Vorwärtskommen mitunter erschwert. Westwärts eröffnen sich an einigen Stellen spektakuläre Blicke auf den 1 800 Meter tiefer gelegenen Walensee. Auf dem Rückweg hat man stets die 2015 eröffnete, von den Stararchitekten Herzog & de Meuron erbaute Bergstation vor Augen. Nach dem Erklimmen des letzten Stutzes ist im stilvollen Gipfelrestaurant gut verweilen, bis uns die Bergbahnen wieder ins grüne Tal zurückbringen.

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AUF DEM ROTEN STUHL

Er kann nicht Noten lesen Simon Lüthi spielt mehrere Instrumente und komponiert.

Simon Lüthi aus Ebnat-Kappel stammt aus einer musikalischen Familie. Mit Eltern, Bruder und Schwester steht er bereits als Kind auf der Bühne und singt. Als Zehnjähriger absolviert er erste Auftritte mit seinen Instrumenten. Heute ist er Musiklehrer für Schwyzerörgeli, Akkordeon, Mini-Örgeli und Kontrabass – auch wenn der 38-Jährige keine Noten lesen kann. «Ein Kollege hat ein elektrisch modifiziertes Akkordeon. Ich kann die Melodien einspielen und auf dem Computer erscheinen die Noten für die anderen Musiker», erklärt der Toggenburger. Beim Jodelmusical «Uf immer und ewig», das kürzlich in Wattwil Premiere hatte, ist Simon Lüthi musikalischer Gesamtleiter. Zwar sind bekannte Lieder dabei, die Darstellerinnen und Darsteller mussten aber zusätzlich viele neue Lieder einüben. «Es gibt gleich mehrere Uraufführungen», sagt Lüthi. Um die Musik zu komponieren, hat der Toggen-

burger sich mit dem Inhalt des Musicals befasst und sich Bilder der entsprechenden Szenen gemacht. «Es geht in der Geschichte um eine Beiz, die nicht mehr läuft», beschreibt Lüthi. «Und natürlich dürfen Liebe und Sehnsucht nicht fehlen.» Die passende Musik zu schreiben und anschliessend zu interpretieren, ist eine enorme Herausforderung. Ideen kommen ihm auf verschiedenste Weisen in den Sinn. Bei der Musik für das Musical hat der gelernte Elektromonteur darauf geachtet, dass die typischen Instrumente aus der jeweiligen Region vorkommen. «In einem Lied über das Appenzellerland etwa darf die Geige nicht fehlen», erklärt Lüthi. Einen speziellen Toggenburger Stil gebe es hingegen nicht. «Einzig die Art und Weise wie der Naturjodel gejohlt wird, ist typisch für das Toggenburg». Neben der originalgetreuen Interpretation der Jodellieder ist Simon Lüthi darauf bedacht, altes Brauchtum wie Bödele und Gäuerle ins Musical zu integrieren. Bei beiden Formen handelt es sich um einen Werbetanz – beim Gäuerle macht Lüthi selbst mit. «Für diese Tänze braucht es lüpfige Musik», weiss er. Bereits in jungen Jahren hat er erfolgreich am Preisbödele teilgenommen. Da hat er die Eichenlaubkränze gewonnen, die den Sitzplatz vor seinem Toggenburger Haus zieren – und nicht beim Schwingen. «Ich habe doch keine Schwingerpostur», sagt er mit einem Schmunzeln. Lüthi ist nicht nur mit einer Tanzeinlage, sondern auch in einer kleinen Rolle zu sehen. «Am Aufführungsort darf jeweils ein Jodlerklub aus der Region zwei Stücke singen», sagt der 38-Jährige. «Der Klub macht ein Probewochenende in der Beiz und ich bin der Dirigent.» Lüthis Partnerin Karin Gwerder macht beim Musical ebenfalls mit. Sie spielt die Rolle einer Bankangestellten. Nebst seinen Engagements im Jodelmusical und in diversen Musikformationen arbeitet Simon Lüthi Teilzeit als Seniorenarbeiter in der Evangelisch- Reformierten Kirchgemeinde in Ebnat-Kappel/Nesslau und als Mesmerstellvertreter. In seiner Freizeit hört und befasst sich der Volksmusiker mit vielen Arten von Musik. «Stil und Instrumente sind mir egal. Ich habe Freude an handgemachter Musik», sagt Simon Lüthi. Maria Kobler: Text / Carmen Wueest: Bild


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Toggenburger Magazin Januar/Februar 2020  

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