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edition punktuell. Leseprobe

Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte und Bilder, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen. © edition punktuell. www.editionpunktuell.ch


Ursula Tanner, Stefan Tanner

Und dann kam Pina Herausgegeben vom Verein tipiti und KIDcare GmbH


Vorwort Alle Kinder, die ihre Herkunftsfamilie verlassen mussten, brauchen Erwachsene, die ihnen helfen, ihre oftmals komplizierte Lebensgeschichte zu begreifen, einzuordnen und anzunehmen. Worte, Vorlesebücher, Lebensbilderbücher, Dokumentationen mit Fotos und liebevollen Texten können dabei unterstützend wirken. Schon auf dem Wickeltisch sollte das Kind in einer Pflege- oder Adoptivfamilie ein ­inneres Bild von seinen ersten Eltern entwickeln können. Erhalten die leiblichen Eltern einen emotionalen Platz im Leben des Kindes – unabhängig davon, ob das Kind diese Eltern kennt oder nicht –, bekommt es Raum für mögliche Wut oder Trauer und es kann darüber hinaus verstehen, dass es seine beiden Familien in seinem Herzen tragen darf: die Pflege- oder Adoptivfamilie und die Herkunfts­ familie, in der es sich zu Hause und zugehörig fühlt. So ersparen wir dem Kind Zweifel, Rätselraten und Loyalitätskonflikte. Eine wirkungsvolle Möglichkeit, Kindern bis etwa sechs Jahren Erlebtes nahezubringen, ist, bestimmte Ereignisse oder die ganze Geschichte der Fremdplatzierung in die Welt der Tiere zu verlegen. Kinder fühlen sich von Tierfiguren stark angezogen und fasziniert, und sie identifizieren sich mit ihnen. Auch schwere Erlebnisse, bedrohliche und traumatisierende Erfahrungen, die das Kind in tieferen Regionen seines Gehirns meist nur als Fragmente abgespeichert hat, ohne sie kognitiv zu begreifen, können in einer solchen Geschichte dargestellt werden. So wie die erzählten und aufgeschriebenen bebilderten Lebensgeschichten und Lebensbriefe, in denen über das Kind direkt erzählt wird, können diese Tiergeschichten allmählich dem Kind vertraut werden und im Innern ihre Wirkung entfalten. Alte psychische Verwundungen können heilen. Wird das Kind älter, so benötigt es seine Geschichte und die Gründe der Trennung von den Eltern noch einmal als persönliches bebildertes Lebens-Buch. Ich freue mich sehr über dieses gelungene Buch. Natürlich bin ich glücklich, dass die Idee für solch ein schönes und wertvolles Werk in einer meiner Weiterbildungen entstanden ist. Möge es vielen annehmenden Eltern und Fachkräften eine Inspiration sein und für viele kleine Kinder ein erster Schritt, ihre Lebenssituation in einer Pflege- oder Adoptivfamilie besser zu verstehen. Irmela Wiemann

Irmela Wiemann ist Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Familientherapeutin und Autorin. www.irmelawiemann.de


Es war einmal eine junge Häsin voller Lebenslust. Sie hiess Mila. Mila wollte immer wieder Neues ausprobieren und entdecken.


Zum Schlafen legte sich Mila unter einen dicken Blätterhaufen oder am Fuss eines Baums ins Moos.


Als es Frßhling wurde, war Mila froh. Im Winter hatte sie Hasenmann Rani kennengelernt. Milas und Ranis Herzen suchten Liebe und Geborgenheit. Sie fanden einen leeren Fuchsbau. In den kßhlen Nächten kuschelten sich die beiden aneinander und waren dankbar, nicht allein zu sein.


Leider bekamen Rani und Mila Streit und konnten nicht mehr zusammen in einer Hรถhle leben. So gingen sie auseinander.


Nach einigen Wochen fühlte sich Mila anders als sonst. Das machte sie unruhig. Im Wald sprach sich dies herum. Die Nachricht erreichte auch die Ärztin Fibi Fuchs. Schnell eilte sie zu Mila. Fibi nahm ein glänzendes Rohr aus ihrem Koffer. Es sah aus wie eine Trompete. Die grosse Öffnung legte sie auf Milas Bauch.

Fibi sagte: «Ich höre den Magen gluckern und dein Herz schlagen. Und wenn ich genauer hinhöre, höre ich ein zweites Herzchen pochen. Ganz schnell und ganz leise.» Mila jauchzte: «Mein grosser Wunsch ist wahr geworden. In meinem Bauch wächst ein kleines Hasenbaby!» Mila freute sich riesig.


Doch immer mehr Sorgen und Fragen quälten Mila. Manchmal hatte sie keinen Platz zum Schlafen und fand nichts zu essen. Sie schlief am Tag und war in der Nacht wach. Auch dem Hasenbaby in Milas Bauch ging es manchmal nicht gut. Es spßrte Milas Not und ihre Angst. Und es hatte auch Angst.


Die Tiere im Wald merkten, dass es Mila schwerfiel, für sich selber zu sorgen. Wie konnte sie sich auch noch um ein kleines Hasenbaby kümmern? Die Waldtiere versammelten sich bei der grossen Eiche, um zusammen mit Mila eine Lösung zu suchen. Die weise Eule leitete die Besprechung.

Der Reihe nach berichteten die Tiere von ihren Sorgen, die sie sich um Mila und das Hasenbaby machten. Wie könnte man Mila am besten helfen? Und dem Hasenbaby?

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Und dann kam Pina  

Und dann kam Pina