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MONAT 2013 / APPENZELLER MAGAZIN / RUBRIK / 1

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NOVEMBER.2020/ARCOLORFARBEN EROBERN DIE WELT 300 JAHRE APPENZELLER KALENDER LANDSGEMEINDEPLATZ NEU GESTALTET


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NOVEMBER 2020 / APPENZELLER MAGAZIN / EDITORIAL /

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Öffnungszeiten Montag bis Freitag 8–12 Uhr / 14–17 Uhr Verlagshaus Schwellbrunn Im Rank 83 | 9103 Schwellbrunn Tel. 071 353 77 55 verlag@appenzellerverlag.ch www.verlagshaus-schwellbrunn.ch

Wir haben Käse, Biber, Bier, Alpenbitter … und wir haben Arcolor-Farben. Alles Produkte, die vom Appenzellerland aus die Welt erobert haben. Sie kennen die Spezialitäten. Einzig bei den Arcolor-Farben werden Sie sich wohl fragen: Was ist das? In diesem Magazin liefern wir die Antwort und nehmen Sie mit auf einen Rundgang durch die Fabrikhallen des Waldstätter Unternehmens, das sich mit der Produktion von Dekorfarben für den Druck auf Papier zur Beschichtung von Holz und Kunststoff eine führende Position auf dem Weltmarkt geschaffen hat. Dabei ist die Rede von Innovationskraft, von geheimen Rezepturen, von Kundennähe, von langfristigem Denken und von der Standorttreue zum Appenzellerland. Mit diesem Magazin starten wir aus Anlass des 300-Jahr-Jubiläums des Appenzeller Kalenders eine neue Rubrik. Unter dem Titel «Kurioses» greifen wir lustige oder groteske Episoden aus alten Kalenderausgaben auf. Nathalie Büsser, Historikerin und Kuratorin der aktuellen Austellung «Himmel und Erde – 300 Jahre Appenzeller Kalender» im Appenzeller VolkskundeMuseum in Stein, hat die Geschichten zusammengetragen. Viel Vergnügen beim Lesen.

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TITELBILD: Carmen Wueest (Rahmi Ismaili in der Produktionshalle der Arcolor) HERAUSGEBER: Appenzeller Verlag AG, Schwellbrunn. VERLEGER: Marcel Steiner. REDAK TION: Jolanda Spengler, E-Mail: jolanda.spengler@appenzellerverlag.ch

(Leitung), Katja Nideröst, Roger Fuchs, Christine König.

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FOTOGRAFIE: Carmen Wueest, Katja Nideröst, Jolanda Spengler. ADRESSE: Appenzeller Magazin, Im Rank 83, 9103 Schwellbrunn,

verlag@appenzellerverlag.ch, www.appenzellermagazin.ch.

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NOVEMBER 2020 / APPENZELLER MAGAZIN / INHALT /

INHALT HEIMAT 4 KOMPAKT 6 NOTIERT 9 JAHRHUNDERTBAUWERK IM ZENTRUM VON TROGEN 10 HIESIGS 15

10

WELTMARKTFÜHRER AUS WALDSTATT 16

28

EIN APPENZELLER NAMENS … 25 GLOSCHTIG OND GMÖGIG  26 PRAKTISCHER UND TYPISCH APPENZELLISCHER KALENDER 28 KURIOSES 33

16

WANDERN 34 NATÜRLICH HEILEN 41 MENSCH UND RAUM 42 HÖCKLE OND GNÜÜSSE 46 DIVERSICUM 47 CHEERAB 48

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/ HEIMAT / APPENZELLER MAGAZIN / NOVEMBER 2020


Da kann der Winter noch so kalt werden, Elsbeth und Rainer Aegerter sind vorbereitet. Vor ihrem Haus in der Schwellbrunner Egg spalten sie Holz und beigen die Scheiter fein säuberlich in Reih und Glied bis unters Fenster neben- und aufeinander. Das ergibt ein schönes Bild, an dem sich die Passanten freuen dürfen. CARMEN WUEEST Bild


AUSSERRHODEN Das Bahnhofsareal in Herisau kann neu gestaltet werden: Die He­ risauer Stimmbevölkerung hat bei den Ab­ stimmungen vom 27. September den Baukre­ dit über knapp 41 Millionen Franken für ei­ nen neuen Bahnhofplatz mit Bushof mit 4467 zu 1212 Stimmen angenommen. Ebenfalls ein Ja gab es bei der kantonalen Abstimmung über die Anpassung der kantonalen Strassen­ infrastruktur am Bahnhof Herisau (15 082 zu 6889 Stimmen). Rund um den Bahnhof Heri­ sau soll neuer Wohn­ und Lebensraum sowie ein Bushof entstehen.

Bild: Carmen Wueest

/ KOMPAKT / APPENZELLER MAGAZIN / NOVEMBER 2020

WALD In Wald haben die Stimm­ bürgerinnen und Stimmbürger am 27. September das Entschädi­ gungsreglement abgelehnt und sich damit gegen eine Erhöhung der Löhne für Behördenmitglie­ der ausgesprochen. SPEICHER Die Stimmberech­ tigten der Gemeinde Speicher stehen hinter ihrem dringend sa­ nierungsbedürftigen Hallenbad. In einer Grundsatzabstimmung sprachen sie sich am 27. Septem­ ber deutlich für den Erhalt des Hallenbads Buchen aus. Nun kann ein Vorprojekt zur Sanie­ rung ausgearbeitet werden. Nicht durchgekommen ist die Vorlage zur räumlichen Entwicklung der Gemeindeverwaltung und der So­ zialen Dienste Appenzeller Mit­ telland. So kann das Gemeinde­

haus vorerst nicht saniert werden, und das Platzproblem der Sozia­ len Dienste bleibt bestehen. HEIDEN Rund 70 Prozent der

Heidler Stimmberechtigten ha­ ben sich am 27. September für den Bahn­ und Bushof ausge­ sprochen und dem Bruttokredit in Höhe von 3,5 Millionen Fran­ ken zugestimmt. Damit kann in Heiden eine Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr entstehen. Voraussichtlich ab 2024 werden alle Postautos ab dem Bahnhof verkehren – dort soll der Bushof gebaut werden. Mit dem Ja zur Bushof­Vorlage ist auch der Weg frei für ein von privaten In­ vestoren finanziertes Parkhaus mit 160 Plätzen im Kronen­Areal.

HERISAU Die Busa (Berufs­ unteroffiziersschule) bleibt in He­ risau. Der Nationalrat hat in sei­ ner Herbstsession der Armeebot­ schaft 2020 zugestimmt und da­ mit gleichzeitig auch für den ge­ planten Neubau für die Busa in Herisau grünes Licht gegeben. Der Ständerat hatte die Armee­ botschaft bereits in der Sommer­ session genehmigt. Die Bauarbei­ ten sollen Ende 2022 beginnen.

Bild: Carmen Wueest

GRUB Im Zentrum der Vorder­ länder Gemeinde Grub kann vor­ erst nicht gebaut werden. Das haben die Gruberinnen und Gru­ ber an der Abstimmung vom 27. September entschieden. Rund um die ehemalige Post hätte eine Überbauung mit zehn Wohnun­ gen und Gewerberäumen entste­ hen sollen.

Bild: Carmen Wueest

KOMPAKT

Bild: Carmen Wueest

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Bild: Jolanda Spengler

Bild: zVg

Bild: Carmen Wueest

Bild: Carmen Wueest

Bild: zVg

EGGERSTANDEN Die Werbe­ manufaktur Haas hat einen inter­ nationalen Preis erhalten: den Fespa­Innovationsaward. Beein­ druckt hat das Innerrhoder Un­ ternehmen mit seiner im 3­D­ Verfahren gedruckten, rund zwei Meter grossen Bierbügelflasche. Die reine Druckzeit betrug zwei­ hundert Stunden. GONTEN Die drei Weiher im

Kaubad sollen entkrautet, ent­ schlammt und naturnah gestaltet werden. In den letzten Jahren sind die Weiher im Hochmoorgebiet Kau zunehmend verlandet. Das Renaturierungsprojekt soll be­ reits im kommenden Frühling abgeschlossen werden, wie der Kanton Appenzell Innerrhoden mitteilt. Die Kosten belaufen sich auf 120 000 Franken.

TROGEN Aus dem Altersheim

Boden wird ein Wohn­ und Pfle­ geheim. Ende September teilte das Heim mit, dass es seinen Bewoh­ nerinnen und Bewohnern seit Anfang 2020 die höchste Pflege­ stufe anbieten kann. In Appenzell Ausserrhoden gibt es 27 Alters­ und Pflegeheime, die zusammen über tausend Plätze anbieten.

APPENZELL Es ist eine Bieridee, die schon lange gegärt hat: Seit dem 1. Oktober hat die Brauerei Locher AG einen offiziellen Fan­ club, den Appenzeller Bier Fan­ club ABFC 2019. Der Club be­ zweckt die Vernetzung der Ap­ penzeller­Bier­Fans in der ganzen Welt. APPENZELL Dialektexperte Joe Manser hat «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint­Exupéry in Innerrhoder Mundart übersetzt: «De chlin Prinz». Noch nie konn­ te man Weltliteratur in Inner­ rhoder Dialekt lesen, freute sich Landammann Roland Inauen an­ lässlich der Vorstellung des Werks. «Der kleine Prinz» ist bis­ lang in 432 Sprachen und Dialekte übersetzt worden.

Finanz­ direktor Paul Signer und Bruno Mayer, Leiter des Finanzamtes, haben Anfang Oktober den Vor­

AU S S E R R H O D E N

anschlag 2021 für den Kanton Ap­ penzell Ausserrhoden vorgestellt. Aufgrund der Coronapandemie fällt er gegenüber der aktuellen Aufgaben­ und Finanzplanung schlechter aus. Während das Ge­ samtergebnis noch einen Ertrags­ überschuss von 4,1 Millionen Franken ausweist, resultiert auf operativer Stufe ein Defizit von 10,8 Millionen Franken. Trotz der Coronakrise will der Regierungs­ rat die geplanten Investitionen in der Höhe von 30 Millionen Fran­ ken umsetzen. SCHWELLBRUNN Die Sanie­

rung der Mehrzweckanlage wird teurer als geplant – trotzdem will die Gemeinde an den Plänen fest­ halten. Dies teilte der Gemeinde­ rat an einer Versammlung Ende September mit. Einen Kredit von 6,2 Millionen Franken hatten die Stimmbürgerinnen und Stimm­ bürger 2019 genehmigt. Die Kos­ ten werden über eine Million hö­ her ausfallen, weil etliches Uner­ wartetes aufgetreten ist.

APPENZELL Die Coronakrise zwingt die alba­Gruppe, zu der die weba Weberei Appenzell AG gehört, die Produktion ab kom­ mendem Jahr vollständig nach Ägypten zu verlegen. Dort be­ treibt die Gruppe bereits jetzt ein Werk. In Appenzell müssten da­ mit – sollte es zu keiner anderen Lösung kommen – bis zu zwanzig Stellen abgebaut werden. Dafür wäre geplant, die Kernkompeten­ zen wie die Produktentwicklung und den Vertrieb in Appenzell auszubauen. AUSSERRHODEN Sabrina Stei­ ger hat Anfang September die Lei­ tung der Pro Senectute AR von Markus Gmür übernommen. 26 Jahre lang stand Gmür der Pro Senectute AR vor, nun geht er in Pension. WEISSBAD Der Hof Weissbad plant für acht Millionen Franken ein Bade­ und Saunahaus auf dem Areal des rückgebauten Tennis­ platzes und des Clubhauses. Vor­ gesehen ist ein Rundbau mit In­ nen­ und Aussenbäder. Baube­ ginn soll im Frühjahr 2021 sein.


Besucherzentrum Kinderdorf Pestalozzi Trogen Dauerausstellung Bilder und Zeitdokumente zeigen die 70-jährige Geschichte des Kinderdorfes Pestalozzi und die Entwicklung zum internationalen Hilfswerk Sonderausstellung «Das Geranium – Meisterin der Migration und Integration» (bis 28. Feb. 2021)

www.museen-im-appenzellerland.ch

Kinderdorfstrasse 20, 9043 Trogen, +41 (0)71 343 73 12, www.pestalozzi.ch/besucherzentrum, Mo-Fr 8-12/13-17 Uhr, an Feiertagen geschlossen

Museum Herisau

Museum Heiden

Dauerausstellung Verschiedene Aspekte der Ausser-

Dauerausstellung Kurortsgeschichte, Wohnkultur, histor. Lampensammlung Sonderausstellung «Ferne Welten – fremde Schätze. Ethnografische Objekte und frühe Fotografien aus Niederländisch-Indien» (bis 2021)

Platz, PF 1221, 9102 Herisau, www.museumherisau.ch +41 (0)79 377 34 43; Mi-So 13-17 Uhr, Führungen jederzeit auf Vereinbarung

Kirchplatz 5, 9410 Heiden, Tel. +41 (0)79 654 90 67, www.museum-heiden.ch, Mi/Sa/So 14-16 Uhr

Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch

Henry-Dunant-Museum Heiden

Dauerausstellung Silvesterchläus, Bauernmalerei,

Dauerausstellung «Henry Dunant»: Leben, Werk und Wirken des Gründers des «Roten Kreuzes» Sonderausstellungen «Der Preis für den Frieden. Alfred Nobels Auszeichnung – von Henry Dunant bis Abiy Ahmed Ali» (bis 27. Juni 2021) Aktuell Mi 11. Nov., 18.15 Uhr: Information und Diskussion zur militärischen Friedensförderung

rhoder Kulturgeschichte Sonderausstellung «Karl und Robert Walser – Arbeitsund Lebensorte. Fotografiert von Dominique Uldry» (bis 27. Dez.)

Sennenleben, Streichmusik, Sennenschmuck Sonderausstellung «Mystisch – Fotografien von Mäddel Fuchs» (bis 17. Jan. 2021); «Wälti, der Geissbub». Die Originalwerke zu Karin Antillis und Esther Ferraris Kinderbuch (bis 8. Nov.) Dorfplatz, 9107 Urnäsch, +41 (0)71 364 23 22, www.museumurnaesch.ch; Mo-Sa 9-11.30, So 13.30-17 Uhr

Asylstrasse 2, 9410 Heiden, +41 (0)71 891 44 04, www.dunant-museum.ch, Mi 14-19 Uhr, Sa/So 11-16 Uhr

Appenzeller Volkskunde-Museum Stein

Museum Wolfhalden

Dauerausstellung Bauernmalerei, Sennen-Kultur

Dauerausstellung Im Kurzenberger Bauernhaus mit Wirtsstube aus dem 17. Jh. wird das einstige einfache Leben der Bauern und Weber sichtbar

und textile Heimarbeit Sonderausstellung «Himmel und Erde – 300 Jahre Appenzeller Kalender» (bis 29. Aug. 2021) Aktuell So 29. Nov., 14 Uhr: Führung durch die Sonderausstellung, mit Kuratorin Dr. Nathalie Büsser; Do 3. Dez., 18.15 Uhr: «Bilder in einer bilderarmen Zeit», Vortrag von Prof. Dr. Alfred Messerli, Universität Zürich

Kronenstrasse 61, 9427 Wolfhalden, +41 (0)71 891 21 42, www.museumwolfhalden.ch, Winterpause

Dorf, 9063 Stein AR, +41 (0)71 368 50 56, www.appenzellermuseum.ch; Di-So 10-17 Uhr

Zeughaus Teufen

Kunstmuseum Appenzell

Dauerausstellung Grubenmann-Museum und Bilder

Sonderausstellung «Markus Weggenmann – Ein Bild

von Hans Zeller Ausstellungen «Homework». Arbeiten von Helen Prates de Matos, Nora Rekade und Birgit Widmer; «Stirnwand: Hella Sturzenegger»; «Durchblick und Einsicht», Text und Texturen von Katja Kunz; «Gret Zellwegger 75» (alle bis auf Weiteres) Aktuell So 22. Nov., 14 Uhr: Eröffnung der Ausstellung «Zwischen Farben. Harlekin und andere»

schreit nach dem nächsten!» (bis 11. April 2021)

Aktuell So 6. Dez., 14 Uhr: Einführung in die Ausstellung

«Markus Weggenmann», durch die Kunstvermittlerin Christine Musits

Unterrainstrasse 5, 9050 Appenzell, +41 (0)71 788 18 00, www.kunstmuseumappenzell.ch, Di-Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr

Zeughausplatz 1, 9053 Teufen, +41 (0)71 335 80 30, www.zeughausteufen.ch; Mi/Fr/Sa 14-17 Uhr, Do 14-19 Uhr, So 12-17 Uhr, oder nach Vereinbarung

Museum am Dorfplatz Gais

Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell

Dauerausstellung Gais in über 200 Ortsansichten

Sonderausstellung «APP’N’CELL NOW» (ab 15. Nov.) Aktuell Fr 6. Nov., 20 Uhr: Fabio di Càsola mit Quintett,

aus der Zeit Ende 18. bis Anfang 20. Jh.; einzigartige Sammlung von Federzeichnungen von Johann Ulrich Fitzi (1798–1855) Dorfplatz 2, 9056 Gais, +41 (0)71 791 80 81, www.gais.ch, jeweils am 10., 20. und 30. des Monats 18-20 Uhr oder nach Vereinbarung

Martin Lucas Staub – «Divertissements»; So 15. Nov., 11–20 Uhr: Eröffnungstag «Wirken» 1/4, zur Ausstellung «APP’N’CELL NOW»

Ziegeleistrasse 14, 9050 Appenzell, +41 (0)71 788 18 60, www.kunsthalleziegelhuette.ch, Di-Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr

Museum für Lebensgeschichten Speicher

Museum Appenzell

Sonderausstellung «200 Jahre Sonnengesellschaft

Sonderausstellung «Chraanzrock ond Bechue, Adaptio-

Speicher» (bis 30. Jan. 2021) Aktuell Mo 9. Nov., 19 Uhr: «Bild-Reiseberichte früher und heute», mit Peter Abegglen und Martin Hollenstein Hof Speicher, Zaun 5–7, 9042 Speicher, +41 (0)71 343 80 80, www.museumfuerlebensgeschichten.ch, täglich 9-17 Uhr

nen in Kunst, Mode und Kunsthandwerk» (bis 14. März 2021) Aktuell Mi 18. Nov., 19 Uhr: Führung durch die Sonderausstellung, mit Textildesigner Bernhard Duss; jeweils Mi und jeden 2./4. So im Monat, 14 Uhr: kostenlose Führung durch die Dauerausstellung Hauptgasse 4, 9050 Appenzell, +41 (0)71 788 96 31, www.museum.ai.ch, museumappenzell; Di-So 14-17 Uhr


NOVEMBER 2020 / APPENZELLER MAGAZIN / NOTIERT /

SÖDERIG AN EINEM SCHÖNEN SONNTAG EIN PAAR GEDANKEN Geräuschen von Motorrädern.

zu angenehmen und störenden

HANSPETER SPÖRRI

«S Uunötig macht s Läbe schö.» Diese aus dem Schaffhauser Klettgau stammende Lebensweisheit habe ich in meiner letzten Kolumne zustimmend zitiert. Der Satz gefällt mir immer noch. Aber kaum hatte ich den Text abgeliefert, fiel mir auf, dass er in seiner Absolutheit nicht stimmen kann. Mit meiner Partnerin Anita sass ich an einem sonnigen Herbstsonntag vor ihrem Haus an der Strecke Speicherschwendi – Rehetobel. Bald begann ich mich zu ärgern, wurde söderig, musste schliesslich fliehen. Nicht vor den lästigen Wespen, vor dem Motorradlärm. Motorradfahren hat seit dem Film «Easy Rider» irgendwie mit Freiheit zu tun. Das Road-Movie aus dem Jahr 1969 zeigt ein düsteres Amerika, ein Land der Intoleranz und der Gewalt, aber auch der Sehnsucht nach Freiheit und wildem Leben. Die Filmmusik habe ich noch immer im Ohr: «Born to be wild» von Steppenwolf zum Beispiel. «Easy Rider» prägte ein Lebensgefühl. Dieses übersteht nun sogar politische Umwertungen. Die Motorradrebellen von heute gleichen äusserlich häufig noch ihren Vorfahren aus den 1960erJahren. Sie sprechen immer noch von Freiheit, suchen das wilde Leben, aber die meisten, die ich kenne, sind konservativ, würden wohl sogar Trump wählen. Und einige von ihnen machen unnötig viel Lärm – jedenfalls für meine Ohren. Mit meinem leichten Gehörschaden – ich trage seit einigen Jahren Hörgeräte – bin ich empfindlich geworden gegen Lärm, obwohl ich früher selber solchen verursacht habe. Immer

noch haben die freiheitsliebenden Motorfahrer eigentlich meine Sympathie. Ich habe Verständnis für das Bedürfnis, den Fahrtwind im Gesicht und die gebändigte Kraft der Maschine zwischen den Beinen zu spüren, das Röhren des Motors im Ohr zu haben. Manche Motorräder klingen auch in meinen Ohren noch immer wie Musik, tief und sonor und warm. Jene, die mich söderig machen, sind wohl die, die zu hochtourig fahren. Sie sondern grelle Töne ab, die an Rasenmäher oder Stechmücken erinnern. Wer an einer Töffstrecke wohnt, am Stoss beispielsweise, weiss, was ich meine. Es sind nur wenige, deren Auspuffgeräusche das erträgliche Mass übersteigen – eine verschwindende Minderheit sozusagen, die aber leider nicht zu überhören ist und es schafft, einem einen schönen Sonntagnachmittag zu verderben. Man könnte leiser fahren, intelligenter sozusagen. Wenn das alle täten, wäre alles gut. Niemand würde nach strengeren Vorschriften rufen. Aber nun will ein Vorstoss im eidgenössischen Parlament genau das. Und dagegen protestierten im Sommer ein paar hundert Motorradfahrer vor dem Bundeshaus und später auch noch auf dem Gotthardpass. Sie glauben, für Freiheit und gegen Einschränkungen einstehen zu müssen. Statt einer Demonstration hätten sie besser ein Ethikseminar veranstaltet, vielleicht unter dem Titel: Meine Freiheit, deine Freiheit; meine Verantwortung, deine Verantwortung. In der Appenzeller Streusiedlung weiss man: Meine Freiheit endet da, wo jene des Nachbarn beginnt.

Bild: Carmen Wueest

Hanspeter Spörri, 1953 in Teufen geboren, ist freischaffender Journalist und Autor und befasst sich oft mit appenzellischen Themen. h.spoerri@bluewin.ch

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DER RUNDUM ERNEUERTE Landsgemeindeplatz

in Trogen soll im Juni 2021 mit einem Fest erรถffnet werden.


NOVEMBER 2020 / APPENZELLER MAGAZIN / LANDSGEMEINDEPLATZ /

Für 3,6 Millionen Franken sind der Landsgemeindeplatz und die Kantonsstrasse in Trogen in den letzten Monaten erneuert worden. Ein Eröffnungsfest soll im Juni 2021 stattfinden. Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr bezeichnet die Neugestaltung als grosse Aufwertung des historischen Kerns. Der Weg hierher war ein mehrjähriger Prozess. ROGER FUCHS Text // KATJA NIDERÖST, CARMEN WUEEST, Bilder

Während die Gebäude am Landsgemeinde­ platz Trogen in den letzten Jahren sorgfältig renoviert wurden, blieb der Platz unverändert. In diesem Jahr nun konnte dieser als letztes feh­ lendes Element ebenfalls erneuert werden. Da­ bei liess man sich von der Idee leiten, die bislang auffällige Unterteilung in Kantonsstrasse und Kirchenvorplatz mit einer einheitlichen Pfläs­ terung aufzuheben. Oder wie es der inzwischen pensionierte St. Galler Architekt Peter Quarella in seinem Bericht formuliert: «Mit einer ein­ heitlichen Materialisierung von Platz und Stras­ se rücken die herrschaftlichen Häuser wieder zusammen, sodass der historische Ortskern als Einheit wahrgenommen wird.» Grünes Licht zum Projekt gab das Stimmvolk

im Jahr 2011. Der anschliessende politische und rechtliche Prozess zog sich in die Länge. Nach Bereinigung der Einsprachen konnten im Frühjahr dieses Jahres die Bagger auffahren. Beim Augenschein während der Bauphase sagt Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr sicht­ lich stolz: «Dieser Platz ist das Tüpfli auf dem i, ein neues Aushängeschild für Trogen.» Ende Oktober konnten die meisten Tiefbauarbeiten abgeschlossen werden. Offen sind noch Ne­ benarbeiten wie beispielsweise die Geländer oder die Beleuchtung. DIE OBERBAULEITUNG obliegt Ueli Schmid

vom kantonalen Tiefbauamt Appenzell Aus­ serrhoden. Ein solches Projekt zu begleiten, ist

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Waldstatt ist bekannt für seine innovative Holzindustrie. Aber auch beim Kunstholz spielt eine lokale Firma weltweit eine wichtige Rolle. Verantwortlich dafür ist das Unternehmen Arcolor, das sich in den letzten 25 Jahren ganz still und leise zum Weltmarktführer für wässrige Dekorfarben entwickelt hat. PAUL ZÄHNER Text // CARMEN WUEEST Bilder


NOVEMBER 2020 / APPENZELLER MAGAZIN / ARCOLOR /

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/ ARTCOLOR / APPENZELLER MAGAZIN / NOVEMBER 2020

Unübersehbar ist das moderne Firmengebäude der Arcolor in der Kurve gleich nach dem Waldstätter Bahnübergang an der Strasse Richtung Urnäsch. Die wenigsten wissen allerdings, was das Unternehmen herstellt – und dass man praktisch jeden Tag mit Arcolor-Produkten in Kontakt kommt. Viele der Farben, die in Laminatböden, Möbeln aus Kunstholz, Tapeten oder auch Verpackungen zu finden sind, werden in Waldstatt produziert. Sie sind weltweit anzutreffen, und die Nachfrage steigt kontinuierlich an. «Besonders gross ist das Wachstum in Asien», erklärt Geschäftsführer Jörg Müller, der das Unternehmen seit 2004 leitet. BIS MAN IN WALDSTATT allerdings von der

global gesteigerten Nachfrage nach sogenannten Dekorfarben profitieren konnte, war es ein langer und steiniger Weg. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte der Arcolor 1996, damals noch auf der anderen Strassenseite. Die beiden

Gründer, Dölf Krapf und Günter Werner, sowie die Geldgeber im Hintergrund kamen aus der Farben- und Dekordruckindustrie und erkannten die Chance auf dem Markt. Sie wollten das Monopol eines einzelnen Lieferanten mit besserer Qualität angreifen. Rahmi Ismaili, ein Mitarbeiter der ersten Stunde, der mit der Arcolor mitgewachsen ist und die Dekorfarbenproduktion leitet, erinnert sich: «Die Gründer waren von ihrer Idee felsenfest überzeugt und haben mich mit ihrer Begeisterung angesteckt.» Sie hatten am Anfang allerdings noch nicht den Weltmarkt im Visier, sondern planten eher vorsichtig. Darum haben sie auch im Heimatkanton von Dölf Krapf – er kommt aus Stein – günstige Räume gesucht. Fündig geworden sind sie mit ihrem fünfköpfigen Team vis-à-vis des heutigen Firmengebäudes, auf der anderen Seite der Urnäscherstrasse. Der Anfang war nicht einfach, auf das Start-upUnternehmen aus dem Appenzellerland hatte

MARKETINGLEITERIN Monika Messmer mit Geschäftsführer Jörg Müller.


NOVEMBER 2020 / APPENZELLER MAGAZIN / ARCOLOR /

DER DEKORDRUCK,

das heisst der Druck mit wässrigen Farben auf Papier zur Beschichtung von Holz, Faserplatten und Kunststoff, erlebte einen gewaltigen Aufschwung. Arcolor ist mitgewachsen.

niemand gewartet. So war beispielsweise die Beschaffung der Rohstoffe schwierig, und man musste sogar verdeckt einkaufen. Gut, dass die Gründer schon im Vorfeld viel getüftelt hatten. So gelang es, auf günstig eingekauften Occasionsmaschinen rasch bessere Qualität herzustellen als die Konkurrenz. Die nur kleine Marktnische war für die neu gegründete Firma im Rückblick ein Glück, denn die grossen Farbhersteller waren nicht interessiert. Dabei stieg die Nachfrage Ende der 1990er-Jahre rasant: Der Dekordruck, das heisst der Druck mit wässrigen Farben auf Papier zur Beschichtung von Holz, Faserplatten oder Kunststoff, erlebte einen gewaltigen Aufschwung. «Arcolor ist mit den aufkommenden Laminatböden in Europa mitgewachsen», analysiert Jörg Müller. DER ERFOLG STELLTE die Firma vor neue Herausforderungen: Schon nach wenigen Jahren überstieg die Nachfrage die Produktionskapazitäten bei Weitem. Spätestens zu diesem Zeitpunkt stellte sich auch die Standortfrage ein weiteres Mal: Sollte das Unternehmen in Waldstatt bleiben und die zum Verkauf stehende Liegenschaft vis-à-vis der Strasse übernehmen? Oder sollte man näher zu Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden ziehen? Die Frage, warum man in Waldstatt produziert, wird Jörg Müller oft gestellt. Sie lässt sich heute, mit erfolgreichen Produkten und einem bekannten Namen, etwas einfacher beantworten als in den Anfängen. «Unsere Kunden sind auf der ganzen Welt verteilt, wir können nicht zu allen in die Nähe. Sie erwarten von uns vor allem eine Produktion mit absolut gleichbleibender und hoher Qualität. Das geht am einfachsten in einem Werk», erklärt der Geschäftsführer. Bis heute unterhält die Arcolor deshalb nur einen Standort im Ausland, in China. Dort werden zum einfacheren Versand an Kunden im asiatischen Raum die konzentrierten Farben verdünnt. In China arbeiten zehn Personen, am Hauptsitz in Waldstatt sind es 74 Mitarbeitende und zwei bis vier Lernende. ABER NICHT NUR DIE KUNDEN sind welt-

weit verteilt. Auch die Lieferanten der wichtigsten Inhaltsstoffe kommen nur in einzelnen Ausnahmen aus der Schweiz. Es ist ein globaler Markt und die Nähe zu den Lieferanten deshalb nicht möglich. Eine wichtige Ausnahme bildet

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26 / 27 / GLOSCHTIG OND GMÖGIG / APPENZELLER MAGAZIN / NOVEMBER 2020

Es ist eine Tagesaktion, wenn Yvonne Guidolin im Herbst beginnt ihre Berebrote zu produzieren. Das mache sie jedes Jahr etwa fünf Mal. Kiloweise verarbeitet sie dabei gedörrte Birnen, Feigen, Datteln, Mandeln, Haselnüsse und Rosinen. Und obwohl die Delikatesse lange haltbar ist, überleben die meisten Berebrote kaum die erste Woche. Denn die Gaiser Landfrau ist grosszügig und verschenkt das Gebäck gern an Freunde und Bekannte. Vor allem aber tischt sie es der Familie auf. «Alle vier Kinder haben es gern. Schön finde ich, dass man es bei jeder Gelegenheit, zum Frühstück, als Dessert am Mittag oder zum Abendessen, geniessen kann», sagt die 46-Jährige. Am liebsten mag sie es mit einer schönen Schicht Butter darauf, so wie sie das Berebrot einst bei der Grossmutter kennenlernte. «Wir leben hier übrigens im ehemaligen Haus meiner Grosseltern», erklärt Yvonne Guidolin. Sie ist in der Haseltanne, einem Bauernhof unmittelbar hinter dem Gäbris, aufgewachsen.

g i t h c s o gl d on gmö g i g n i l o id

Yvonne Gu , re , G ais 46 Jah au L andf r

Als ihre Eltern das Hotel Krone in Gais übernommen hatten, war sie schon erwachsen. Die «Krone» ist heute unter neuer Leitung, und Yvonne Guidolin kümmert sich dort um die Buchhaltung und hilft mit bei der Zimmerbewirtschaftung. Das zweite berufliche Standbein hat sie bei der Post. Einen Tag pro Woche steht die gelernte Betriebsassistentin am Kundenschalter in Appenzell. Was nach einem ausgefüllten Alltag klingt, ist es auch. Yvonne Guidolin lacht und sagt: «Ja, mit vier Kindern ist das so. Ich mag es, wenn etwas los ist.» Aktiv ist sie auch als Vorstandsmitglied und Kassierin bei den Landfrauen Gais. Immer wieder wirkt sie mit bei einer Standaktion der Landfrauen, wo man ihr Berebrot kaufen kann. Text & Bilder: kni

Landfrauen aus Appenzell Ausserrhoden offenbaren in der Serie «gloschtig ond gmögig» Geheimnisse aus ihren Rezeptbüchern. Sie kochen regional und saisonal, bevorzugt mit Produkten, die vom eigenen Feld, Hof und Garten kommen. Freuen Sie sich auf Traditionelles, Kreatives, Überraschendes. Viel Spass beim Nachkochen.


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Berebrot Zu ta te n 80 0 g Wei ch sp ec kb irn en 5 dl Ro twei n je 30 0 g D ör rf ei ge n, en ts te in te D at te ln un d Pfl au m en je 20 0 g Ro si ne n un d Su lta ni ne n 20 0 g Ro hz uc ke r je 20 0 g Ha se ln üs se , M an de ln un d 1 Ba um nü ss e Zi tron e, ab ge rie be ne Sc 2 EL ha le Bi rn brotgew ür z 2 TL Zi m t 1 /2 dl Ki rs ch 1 /2 dl Ro se nwas se r (a us de r D ro ge rie) 1,8 kg Zo pf te ig zu m Be st re ic he n 1 Ei , 1/ 2 TL Sa lz , 1/2 TL Zu cker D ie an ge ge be ne n M en ge n erge be n ze vo n je ru nd hn Be re brot 50 0 G ra m m e . In Fo lie ei da s Be re brot ng ep ac kt is m in de sten s t ei ne n M on at la ge rn .) ha ltb ar. (Küh l

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/ APPENZELLER KALENDER / APPENZELLER MAGAZIN / NOVEMBER 2020

Praktisch, informativ und typisch appenzellisch Der vom Appenzeller Verlag herausgegebene Appenzeller Kalender feiert Jubiläum: Er erscheint heuer zum dreihundertsten Mal. Der Oberegger Historiker David Aragai hat die Geschichte des ersten periodisch erscheinenden Mediums des Appenzellerlands aufgearbeitet. Erfolgreich geworden – und geblieben – ist der Appenzeller Kalender wegen seines praktischen Nutzens. Und auch weil er von der starken Marke Appenzell profitiert. CHRISTINE KÖNIG Text // CHARLOTTE LINSENER, CARMEN WUEEST Bilder

TRADITIONELLERWEISE wird der Appenzeller Kalender bis heute in einen Kalenderhalter gesteckt.


NOVEMBER 2020 / APPENZELLER MAGAZIN / APPENZELLER KALENDER / 28 / 2 9

TITELBLÄTTER aus dem 18. Jahrhundert.

Sie haben die Geschichte des Appenzeller Kalenders aufgearbeitet. Was hat Sie dabei am meisten beeindruckt oder überrascht? Während der rund hundert ersten Jahre seines Bestehens war der Kalender das einzige Medium, welches im Appenzellerland produziert wurde. Zeitungen im heutigen Sinn gab es im 18. Jahrhundert hierzulande noch nicht. Deshalb war der Kalender neben religiösen Schriften wohl lange das einzige Schriftgut in den Appenzeller Haushalten. Man kann also annehmen, dass der Inhalt des Kalenders das Weltbild der Lesenden zu einem nicht unwesentlichen Teil mitprägte, vor allem, da im Kalender auch Nachrichten aus aller Welt inklusive Bebilderung abge­ druckt waren. Mich hat nun überrascht, wie fortschrittlich und weltläufig für die Zeit diese Geschichten vielfach waren. Zum Beispiel wenn es darum ging, naturwissenschaftliche Phänome­ ne wie Vulkane zu erklären, fremde Völker, von den Inuit bis zu den Pazifikinsulanern, vorzustellen oder damals neue Techno­ logien wie Flugballone zu beschreiben. Blicken wir zurück auf die Gründungszeit. Wie bettete sich der Appenzeller Kalender in die Medienlandschaft von vor dreihundert Jahren ein? Damals gab es noch keine Medienlandschaft im heutigen Sinn. Der Appenzeller Kalender war das erste Appenzeller Periodi­ kum überhaupt. Zeitungen kamen in der Region – abgesehen von einigen Vorläufern – erst Anfang des 19. Jahrhunderts auf. Der Appenzeller Kalender hingegen war einer von vielen Kalen­ dern im deutschsprachigen Raum, ein Medium, das es in dieser

Form seit etwa Mitte des 16. Jahrhunderts gab. Am Anfang war der Appenzeller Kalender vor allem Schreibagenda und astro­ nomischer Kalender – inklusive damit verbundener praktischer Tipps zu Tätigkeiten in Haus und Stall, welche sich aus den Be­ rechnungen ergaben. Johannes Tobler (1696 – 1765) hat den Appenzeller Kalender gegründet. Was hat ihn bewogen, den Appenzeller Kalender zu lancieren? Johannes Tobler stammte aus Rehetobel und hat es bereits in jungen Jahren geschafft, Ratsherr und Regierungsmitglied zu werden. Und das, obwohl er aus keiner der führenden Familien Ausserrhodens stammte. Die Beweggründe zur Kalendergrün­ dung erzählt uns Tobler in der ersten Kalenderausgabe: Als as­ tronomisch Interessierter hatten ihn die häufigen Fehler in an­ deren Kalendern geärgert, so dass er es besser machen wollte. Woher Tobler sein Interesse und Wissen über Astronomie hatte und ob ihn allenfalls ein Lehrer unterstützt hatte, können wir heute nicht mit Sicherheit feststellen. Spannend an Johannes Toblers Lebenslauf ist ebenfalls, dass er 1736 zusammen mit seiner Familie und einer grossen Gruppe Emigranten nach Nordamerika ausgewandert ist. Nach den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen des Ausser­ rhoder Landhandels hatte sich Tobler auf der Verliererseite gesehen und das Land verlassen. Auch in Amerika nahm er nach einigen Jahren das Kalendermachen wieder auf. Dieses Mal in englischer Sprache.


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/ WANDERN / APPENZELLER MAGAZIN /  NOVEMBER 2020

HERBSTBOTEN ZWISCHEN EBENALP UND WEISSBACH


WASSERHALTEN, Schwende, mit Blick auf Ebenalp in der vorderen und Alp Sigel und Marwees in der hinteren Bergkette.

Der Herbst hat seine eigene Stimmung. Das Licht ist weicher, die Bäume geben sich bunt, und in den Wäldern schiessen die Pilze aus dem Boden. Es scheint fast so, als ob die Natur vor dem Wintereinbruch nochmals ihre geballte Kraft ausspielen will. Auf der Wanderung von Weissbad via Weissbachtal hinauf an den Fuss der Ebenalp verzaubern die Farben Grün, Orange, Gelb und Rot die Sinne. Und das Rauschen der Bäche sorgt für den Klang. JOLANDA SPENGLER Text & Bilder


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GWONDRIG

Bild: Carmen Wueest

Elisabeth Steger Vogt ist die neue Rektorin der Kantonsschule Trogen. Die 56-jährige Erziehungswissenschaftlerin wohnt in Uzwil, ist verheiratet und hat zwei Töchter.

WELCHEN ORT IM APPENZELLERLAND ZEIGEN SIE EINEM GAST?

Natürlich Trogen und die Kanti, auf die ich jetzt schon stolz bin.

TROUVAILLE Hans Josephsohn im Atelier Roland Scotti, Kurator im Kunstmuseum Ap­ penzell, glaubt nicht an Zufälle. Für ihn ist klar: Der Bestimmungsort für dieses Relief von Hans Josephsohn ist das Kunstmuseum. Vor etwa einem Jahr meldete die Witwe von Kunstmäzen Heinrich Gebert, sie habe beim Wühlen in Unterlagen ein vermutlich wichtiges Relief von Hans Josephsohn gefunden. Nachforschungen ergaben, dass das Werk, Dauerleihvertrag in­ klusiv, im Künstlerhaus in Boswil ausgestellt ist. Ein paar Monate und ein paar Expertenmei­ nungen später einigte man sich, dass die Skulp­ tur nach Appenzell zügeln darf. «Eine Trouvail­ le im wahrsten Sinn also», sagt Roland Scotti. Eine, die von einem Künstler erzählt, der sein Tun reflektiert. Das Relief zeigt Josephsohn im Atelier, wie er modelliert und dem weiblichen Modell dabei den Rücken zugewandt hat. Ro­ land Scotti erklärt: «Während der Bildhauer ganz in seiner Arbeit versinkt, ist vorne in der Mitte sein zweites Ich dargestellt, das mit einem begehrenden Blick auf sein Modell schaut.» kni h-gebertka.ch

WELCHER GEGENSTAND IST IHR TREUSTER BEGLEITER?

Ein Klangherz an meinem Schlüsselbund, das Geschenk einer Freundin.

WAS IST FÜR SIE TYPISCH APPENZELLISCH?

Die einmalige, wunderbare Hügellandschaft.

SIE BEKOMMEN 100 FRANKEN GESCHENKT. WAS GÖNNEN SIE SICH?

Einen grossen, farbenfrohen Blumenstrauss.

WIE BEGINNEN SIE DEN TAG, WIE BEENDEN SIE IHN?

Wecker aus und unter die Dusche – Wecker ein, und weg bin ich im Land der Träume.

WELCHES BUCH HABEN SIE ZULETZT GELESEN?

«Mutter» von Melitta Breznik.

BEI WELCHER KULTURELLEN VERANSTALTUNG HAT MAN SIE ZULETZT ANGETROFFEN?

Im Konzert «Freejazz trifft Fuge» in der Kirche Sent.

WAS BRINGT SIE AUF DIE PALME?

Narzissmus, Lügen und das Ablehnen von Eigenverantwortung.

MACHART

Hans Josephsohn, Ohne Titel, 1973, Relief, Messing BESONDERHEIT

Das Relief veranschaulicht den inneren Kreativitätskonflikt des Künstlers Hans Josephsohn. STANDORT

Foyer Kunstmuseum Appenzell

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Appenzeller Magazin November 2020  

Appenzeller Magazin November 2020