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ges undhei t | Sonnenschutz

Der Haut Zeit geben

Das 1 x 1 des Sonnenschutzes foto Antonio Guillem /fotolia.com

Prof. Jürgen Lademann, Leiter des Bereichs „Experimentelle und angewandte Physiologie der Haut“ an der Charité Berlin erklärt, weshalb die Haut sich nur langsam an die Herausforderungen der Sonnenstrahlung gewöhnt. Zur Vermeidung von Sonnenbrand spielt der Faktor Zeit eine zentrale Rolle. Hierbei geht es aber nicht um eine längere Gewöhnungszeit, sondern um die „zeitliche Begrenzung“ des Aufenthalts in der Sonne, um Hautschäden und Hautkrebs vorzubeugen.

D

ie Sonne hat für die meisten Menschen etwas sehr

der Zellkerne geschützt werden. Erster Sonnengenuss sollte

Verlockendes. Aber die Haut braucht Zeit, um sich auf

also möglichst in kleinen, zeitlich begrenzten Portionen, ma-

den Umgang mit der Sonnenstrahlung einzustellen.

ximal 30 Minuten, stattfinden. Wer sich gleich zu Beginn der

Wer sich über Wochen vornehmlich in geschlossenen Räumen

Freiluftsaison einen Sonnenbrand „einfängt“, tut seiner Haut

aufgehalten hat und nun plötzlich die Freiluftsaison eröffnet,

keinen Gefallen.

sich Mittags in die Sonne setzt, für Stunden draußen aktiv ist oder von heute auf morgen in den sonnigen Urlaub startet,

Sonnenbrand ist eine schmerzhafte Zerstörung der Haut, die

sollte bedenken, dass die Haut sich auf die „strahlenden He-

nicht nur an der Hautoberfläche sichtbar wird, sondern auch wei-

rausforderungen“ einstellen muss. Die menschliche Haut be-

terreichende, bis in die tieferen Hautschichten gehende Prozesse

sitzt eigene Mechanismen, um sich und den Organismus vor

zur Folge haben kann. Dazu gehören nicht nur die typischen Er-

UV-Strahlung zu schützen. Der Eigenschutzmechanismus

scheinungen einer frühen Hautalterung und eventuelle Entzün-

Nummer eins der Haut liegt in den Pigmentzellen (Melano-

dungsreaktionen, sondern auch die Reduzierung der Immunab-

zyten) unter der Hornhaut. Hier wird der Hautfarbstoff Mela-

wehr des Körpers. Wir nennen das Immunsuppression. Nach zu

nin gebildet, der die begehrte Bräune hervorruft. Der Prozess

intensivem Sonnengenuss gelangt das System in Aufruhr, die

der Neubildung von Pigmenten und der Transport in höher ge-

körpereigenen Abwehrmechanismen gegen Keime funktionieren

legene Epithelschichten gehen jedoch nur langsam vor sich.

dann nicht reibungslos, es kann zu Fieber, Erkältungen und ande-

Der Farbstoff wird erst nach etwa zwei bis vier Tagen an der

ren Infektionserkrankungen kommen, unter anderem auch des-

Hautoberfläche sichtbar. Durch die Bräunung der Haut sollen

halb, weil Zellen durch die Sonnenstrahlung geschädigt wurden“,

die darunterliegenden Hautschichten und vor allem die DNA

so erklärt Prof. Lademann.

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SchlossMAGAZIN Bayerisch Schwaben Juni 2015  

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